Nr. 138 Erstes Blati 183. Jahrgang Zreitag.lb.Zuni 1933 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Drnrf und Verlag: vrühl'fche Universtkäts-Vuch. und Steinöruderei R. Lange in Siehrn. SchnstleitNng und Geschäftsstelle: Zchulitrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u. mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tbynot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil i. D. Th. Kümmel sämtlich m (Bienen Lrlcheini tägltch, autzer Sonntags und Feiertags Beilagen. Die Illustriert, (Bießener Familienblätter Heimat im Bild DieScholl, Monat» Bezugspreise Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernfprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: fironffuri am Main 11686. Oer König. Zum 75. Geburtstag König Gustav V. von Schweden. Don unserem Dr. P. (u.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Stockholm, im 3uni 1933. Dor einiger Zeit stellte im schwedischen Reichstag ein Kommunist den Antrag, die Monar - chle abzuschaffen. Inder Diskussion hierüber führte ein schwedischer Sozialdemokrat etwa folgendes aus: „lieber die Frage Monarchie oder Republik kann man verschiedener Ansicht sein. Sicher ist aber eine guteMonarchie besser als eine schlechte Republik. Und ebenso sicher ist es, daß man in Schweden e i n Mitglied des Königshauses wählen würde, wenn diese Frage jemals akut werden sollte." 3n ganz Schweden feiert man am 16. 3uni den 75 Geburtstag König Gustavs. Obwohl der Monarch gebeten hat, von allen Ehrungen und Festlichleiten abzusehen, wird der Tag in Schloß und Hütte ein wirklicher Festtag werden, an dem — abgesehen von den wenigen schwedischen Kommunisten — die Angehörigen aller Parteien und aller Gesellschaftsschichten teilnehmen König Gustav hat keine Feinde; das ganze Sechs-Millionen-Dolk lieht zu dem 75jäh- rigen, noch immer jugendfrischen König, als zum wirklichen Landesvater empor, der seinerseits dieses patriarchalische Derhältnis dadurch zum Ausdruck bringt, daß er alle seine Landes- linder duzt. Ein bekannter schwedischer Schriftsteller äußerte kürzlich, Gustav V. sei — neben dem Dichter Der- net von Heidenstam — der letzte Schwede, der einen Frack mit Grandezza zu tragen verstünde. Er sei das letzte existierende Exemplar eines im Aussterben befindlichen Menschentyps: des Aristokraten. Der letzte Sah ist zweifellos eine starke Ucbcrtreibung, was sich schon in Schweden leicht beweisen läßt. Auf jeden Fall ist aber der alte König, der noch immer ungebeugt geht, und seine Umgebung um Haupteslänge überragt, vom Scheitel bis zur Sohle ein Edelmann im wahrsten Sinne des Wortes. 3m Ausland hat man Gustav V. hauptsächlich als Tennisspieler kennengelernt; noch heute ist er nicht nur der Tennisspieler unter den Königen, sondern ein König der Tennisspieler, der in den großen internationalen Turnieren viele Gegner schlägt, die jünger sind als seine Enkelkinder. Zweifellos hat auch die sportliche Betätigung des Schwedenkönigs viel dazu beigetragen, ihn in weiten Kreisen des Volkes bekannt, und beliebt zu machen — ganz abgesehen davon, daß hierdurch der Grund zur sportlichen und physischen Ertüchtigung des schwedischen Volkes gelegt wurde. Die wertvollsten Befähigungen von Gustav V liegen jedoch auf ganz aoberen Gebieten. 3n der schwedischen Presse aller Richtungen wird vorbehaltslos anerkannt, welch großen Einfluß der König an der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung seines Landes genommen bat. „Schwedens Geschichte ist die Geschichte seiner König e", hat der große schwedische Historiker Geijer festgestellt. Wohl sind die Zeiten Karls XJL und Gustas Adolfs vorüber — die Seiten, wo die Kriegerkönige das Banner Schwedens über die halbe Welt trugen. Schon längst ist die Zeit der absoluten Herrscher vorbei; Schweden ist eine Hochburg des Parlamentarismus geworden, dessen Auswüchse besonders in der letzten Zeit zu einer immer stärker werdenden Opposition gegen das parlamentarische System geführt haben. Richt nur in den Kreisen dec schwedischen Rechtsparteien wächst die Zahl derer, die als Gegengewicht eine Stärkung der Königsmacht fordern. Daß aber König Gustav nicht etwa nur eine stattliche Dekorationsfigur ist, hat er oft zur Genüge bewiesen. Ganz besonders an jenem schweren Februartag 1914, wo er gezwungen war, gegen seine eigene Regierung, das liberale Kabinett Staasf, Front zu machen. Die Regierung hatte die dringend notwendige Wehrvorlage abgelehnt und zum Protest hiergegen zogen Zehntausende von schwedischen Bauern aus allen Teilen des weitgestreckten Landes nach Stockholm. Es kam zu einem konstitutionellen Konflikt, in dem der König glänzend siegte. Ohne sein Kabinett zu befragen, hielt er jene historische Rede, in der er sich entgegen der Einstellung der Regierung zur Stärkung der Rüstungen und zum bewußten nationalen Staat bekannte. Die liberale Regie- Deutschland Führer im Kreis der germanischen Völker. Ein junger Engländer schreibt an Reichsminister Goebbels. Rolf (3 a r b i n e r , ein junger Engländer aus einer alten kultivierten Familie, Sohn eines bekannten Univerfitätsprofeffors, ist seit Jahren der Führer einer Bewegung, die einen regen kulturellen Austausch zwischen dem deutschen und dem englischen Bolk mit Energie betreibt. Er hat einen Kreis junger Studenten und Zugendführer um sich gesam- mcü, der zielbewußt an der großen Ausgabe einer Erneuerung der nordischen Kultur und besonders der kulturellen Zusammenarbeit mit Deutschland arbeitet. Diese jungen Engländer haben die Ideen des neuen Deutschland in ihrer Entstehung miterlebt, und es gibt vielleicht wenig Ausländer, die überhaupt den Sinn der deutschen Revolution so ganz verstanden haben wie der Verfasser des nachfolgenden Briefes an den Reichs- mini st er für Propaganda und Bolksaufklärung Dr. Goebbels. Herrn Reichsminifker Dr. Goebbels Berlin, Wilhelms-Platz hochverehrter Herr Reichsminister! Als Führer einer jungen englischen Generation, die seit Kriegsende unermüdlich den Weg zu einer ehrlichen Begegnung mit den konservativ - national en Teilen der deutsch en Jugend gesucht hat, wage ich Ihnen zu schreiben und gleichzeitig im Namen meiner Ka- meraden unserer Freude über die Erneuerung des deutschen Volkes und über die Wiederherstellung der deutschen nationalen Würde Ausdruck zu verleihen. Wir müssen hier in unserer Heimat gegen manche Verleumdungen und gegen viel Mißoer- ständnis kämpfen, das die nationale Erhebung des deutschen Volkes bei unserer liberalen Staats- und Gesellschaftsführung erregt hat. Wir wissen, daß die Bedeutung der deutschen Revolution weit über die Grenzen des Reiches hinaus reichen, ja! sie betrifft eigentlich die ganze germanische Welt zu der roir_ uns bekennen. Deutschland hat wieder die Führer st ellung im Kreis der germanischen Völker erworben. Ein still arbeitender und gläubiger Teil des englischen Volkes wird diese innere Tatsache zu huldigen wissen und wird hier bei der Wandlung unserer Nation auf deutsche Führung und Anregung horchen müssen. Während andere englische Kreise sich durch eine illusorische Versöhnung mit pazifistischen und demokratischen Teilen des Nachkriegs-Deutschland täusch- ton, suchten wir d i e Begegnung mit volkskonservativen Gruppen der deutschen Jugendbewegung. Wir wollten keine Versöhnung, wir wollten den geistigen Nahkampf, die ehrliche Klärung und Auseinandersetzung, die ringende Zusammenarbeit an objektiven Aufgaben. Wir kamen auf diesem Weg zu enger Kameradschaft mit den deutschen Bünden, vor allem mit der Deutschen F r e i s ch a r (die heute im Großdeutschen Bund mitwirkt). Wir halsen bei den er st en deutschen Ar- beitslagern mit und nahmen Teil an Ausland» und Grenzlandsfahrten der Bünde. Wir lernten dadurch eine junge deutsche Mannschaft kennen, die sich zu hoher Disziplin und Opferbereitschaft erzogen hatte Wir folgten ihrem Einsatz im deutschen Osten und warben für ein wirkliches Verständnis der deutschen Ausgabe im Osten zu Hause. Wir durften mithelfen bei der Gestaltung der Arbeitslager für Bauern, Arbeiter und Studenten im Boberhaus Löwenberg/ Schlesien und wir dursten teilnehmen an der Grün- düng des M u s i k h e i m s in Frankfurt a. d. Oder. Voran das letzt erwähnte Haus unter Führung von Georg G ö t f ch wurde uns, und durch uns einer breiten englischen Öffentlichkeit, Symbol eines neuen deutschen Wollens und Sammelstätte einer neuen deutschen Kultur. Dom Musikheim zogen gemeinsame deutsch-eng- lische Gruppen, unter Führung von Georg Gotsch, auf Spiel- undSingfahrtenin den deut- schon Osten. Unter derselben Führung kam der Deutsche Singtreis öfters nach England und wurde bis in die kleinsten englischen Ortschaften berühmt und beliebt. Diese Reisen geschlossener deutscher Gruppen haben viel mehr bewirkt als alle kostspieligen Repräsentationen (Bruno-Wal- rung mußte gehen - ein konservatives Kabinett folgte - und wenige Monate später bewies der Ausbruch des Weltkrieges, wie richtig Gustav V. die weltpolitische Lage und die schwedische Rü- ftungsfrage beurteilt hatte. Der persönlichen 3nitiative des jetzigen Schwedenkönigs ist es zuzuschreiben, dah das freund- schaftliche Derhältnis Schwedens zu Norwegen wieder hcrgestellt wurde. Dadurch, daß Norwegen 1905 die Union gelöst, war zwischen den beiden Drüdervölkern eine Spannung entstanden, die beinahe zum Krieg geführt hätte. Gerade 10 3ahre später glückte es Gustav V., diesen unheilvollen Gegensatz auszugleichen; ritter- lich streckte er König 5jaton von Norwegen die Hand entgegen und veranlaßte kurz darauf die Zusammenkunft der drei nordischen Könige in Malmö, die im Derhältnis der skandinavischen Länder eine neue Epoche einleitete. Aus der Dynastie Bernadotte ist eine auffallend große Zahl bekannter Künstler und Wissenschaftler hervorgegangen; unter den 3etztlebenden hat sich Prinz Eugen, der Bruder des Königs, als ter-Konzerte ufto.) Sie haben beim englischen Adel wie bei der englischen Arbeiterschast ein unvergeßliches Bild eines neuen Deutschtums gelassen. Diese mannigfachen Bemühungen, die sich seit 5 e h n 3 a hccn über Deutschland und England hinaus über den ganzen germanischen Nord-O st seeraum erweiterten, und sowohl in Holland wie in 61 an dinavien und im Baltikum Keimzellen einer neuen Kultur- Haltung formten, mußten die Hemmungen und das Unverständnis eines noch herrschenden Liberalismus dulden. Alles ging nur mit größter Mühe und durch zähes Ringen. Eine ganze alte Welt stand gegen unsere Richtung und wollte sie verdrehen. Denn wir suchten die neue Ordnung eines dritten Reiches, wir wollten nicht Verbrüderung, sondern geistigen Nahkamps Wir dachten undemokratisch und unpazifistisch. Wir kämpften um neue soziale und zwischen - nationale Formen. Heute aber ist der neue deutsche Staat d a ! Wir glauben, daß dieser Staat unsere Sache verstehen muß, weil das, was wir seit zehn Jahren taten, seine Sache war und heute mehr als je ist. Arbeitslager, Auslandfahrten, Arbeitswochen, ge- halten mit der Zucht der neuen deutschen Bünde, sind notwendiger denn je Schließlich möchten wir bitten, daß Sie, jenseits des Lärms einer „entrüsteten" englischen „Öffentlichkeit", die Stimmen eines neuen und mühenden Englands wahrnehmen können, die für die große Entwicklung des deutschen Volkes waches und warmes Intereffe hegen. Wir glauben, daß unser Land für die werdenden Führer des Deut- fchen Reiches immer noch einen großen Schatz von nordischer Weisheit und germanischer Tradition birgt. Ein altersreiches England mag mit einem zu- kunftsträchtigen Deutschland, einen für beide Länder vorteilhaften Austausch treiben. Es gibt, wenigstens in der jungen Generation, nationalfühlende Eng- länber und nationalfühlende Deutsche, die ein klares Bild von dem inneren und verwandten Wesen des anderen Brudervolks in ihrem Herzen tragen. Wir sollen diese Bilder rein halten trotz jeder Verleumdung, trotz aller Mobilmachung feindseliger Vorstellungen. Und wir werden die begonnene Arbeit um eine Erneuerung der germanischen Werte in allen Ländern um Nord- und Ostsee mit neuer Kraft fortsetzen. Denn wir glauben, daß gerade der neue deutsche Staat uns helfen wird und unser Schirmherr sein wird. Sie, Herr Reichsminister, werden uns verstehen und unseren Weg richtig beurteilen. In diesem Sinne grüßen wir Engländer durch Sie den neuen beut« fchen Staat. Im Zeichen meiner vorzüglichen Hochachtung verbleibe ich Herr Reichsminister, Ihr ganz ergebener gez.: Rolf ©arbiner z. Z. Diptford Court, South Brent, Devon. Oie Parteien im neuen Staat. Kube fordert parteipolitische Gleichschaltung. Berlin, 16.3uni. (TU.) 3m Preußischen Pressedienst der NSDAP, führt Oberpräsident Kube u. a. aus: Wir wünschen in Deutschland Nutze und Frieden. Dazu aber brauchen wir Ordnung. Und es gibt nur eine Nationalsozialist ischeOrdnung, keine andere. Ans diesen Gründen begrüßen wir den Ucbertritt der Abgeordneten Dr- Spahn, Dr. Forschbach, Dr. Stadler, Wilhelm Schmidt usw. 3e schneller die Reste des alten Parteienlebens aus Deutschland verschwinden, um so besser ist es für unser deutsches Vaterland. Auf die Dauer ist es ein unmöglicher Zustand, dah es neben Hitlers Willen irgendwelchen Sonderwillen parteipolitischer Art gibt. Das Elend der letzten 14 3ahre war bedingt durch die parteipolitische Zerrissenheit unserer Nation. 3eht muß mit dieser Zerrissenheit bis zur lehien Konsequenz Schluß gemacht werden. Auch das Zentrum muß einsehen, daß es auf die Dauer als Partei nicht weiter bestehen kann. Der kalte und berechnende Brüning war der gefährliche Gegner der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung. Auch im Zentrum kriselt es. Das Zentrum weiß ganz genau, daß die Zeiten des parlamentarisch regierten Deutschlands ein für allemal vorbei sind. 3n der parlamentarischen Demokratie konnte das Zentrum das berüchtigte ..Zünglein an der Waage" bilden. Es ist unser fester Wille, dah dieser Verschiebebahnhof der Politik endgültig abgerissen bleibt. Deutschland darf sich nie wieder Zentrumsentscheidungen unterwerfen. Oie Oeutschuatiouale Front zur politischen Lage. Berlin, 15. 3uni. (TU.) 3n Lankwitz sprach der bevollmächtigte stellvertretende Führer der Deutschnationalen Front. Dr. von Winterfeld t zu den augenblicklichen politischen Fragen. Nach einem Hinweis auf die äußerst schwierige Lage Deutschlands in der Außenpolitik und in der Wirtschaft fordere er die endliche Einigung aller n a t i o n a l d e n k e n de n Menschen innerhalb des Vaterlandes. Ohne seine W e h r • Hoheit sei Deutschland nicht nur machtlos, fon- Maler und Prinz Wilhelm, der Bruder des Kronprinzen, als Entdeckungsreisender und Schriftsteller weit über Schwedens Grenzen hinaus einen Namen gemacht. König Gustav ist weder Wissenschaftler noch Künstler, hat jedoch auf mannigfache Weise das schwedische Geistesleben angeregt und gefordert. Auch auf dem Wirtschaftsgebiet hat sein klarer, nüchterner Blick, seine Erfahrenheit und Menschenkenntnis in der Auswahl seiner Berater dem Lande große Dienste geleistej. Nur wenig mehr als ein 3ahrhundert hat das Haus Bernadotte auf dem schwedischen Thron gesessen. Selten oder nie hat sich jedoch eine fremde Dynastie so vollkommen in ihr Land eingelebt, wie die Nachkommen des hochbegabten französischen Marschalls. Fast alle Königinnen waren deutschen Ursprungs: sowohl die Mutter von König Gustav, Sophie von Nassau, wie feine Gemahlin, die unvergeßliche Königin Victoria aus dem badischen Fürstenhause, waren deutsche Prinzessinnen. Ein glückliches Zeichen für die Zukunft ist cs, daß auch der jüngste Sproß, der älteste Sohn des Krondern ein Gespött der Welt. Es habe beim Vier- m ä ch t e p a k t wieder seinen guten Willen gezeigt. Man müsse aber wissen, daß das deutsche Volk aufstetzen werde wie ein Mann, wenn seine Grenzen bedroht würden. Dr. von Winterseldt ging bann auf innerpolitische Fragen ein. Hugenbergs Regelung der Fettfrage sei auch vom Auslanbe als vorbildlich anerkannt worben. Durch bas Entschulbungsgesetz werbe sich bie Landwirtschaft und damit Industrie unb Hanbel beleben. Wenn jetzt einige deutschnatio- nale Reichstagsadgeordnete zu ben Nationalsozialisten hinübergegangen seien, so seien ihre Begrün- bunqen zu biesem Schritt nicht stichhaltig. Nicht bie Tatsache, sonbern bie Form, in der sie den lieber- tritt vollzogen, sei verachtungswürdig. Die Deutsch- nationale Front stehe auch heute noch auf dem Boden der Abmachungen vom 30. Januar, die beiden P a r tn e r n voll sie Gleichberechtigung zusicherte. Sie sei berufen, bas christlich konservative G e - bankengut auch in Zukunft weiter zu führen. Ihre Arbeit gelte gemeinsam mit ben N a - tionalsozialisten bem Wohle bes Vaterlands. Anschließend ergänzte der Pressechef der DNF., Hauptmann a. D. B r o s i u s, im einzelnen bie Aus- führungen Dr. von Winterfelbls. Er schloß mit der Feststellung, daß die Deutschnationalen einen Staatsaufbau nach dem alten preußischen Vorbild der Steinschen Selbstverwaltung wollten. Unwillkommene Gäste! Prag, 15. 3uni. (TU.) Das' tschechisch-agrarische Blatt „V e c e r" des Ministerpräsidenten Malypeter schreibt: „Cs werden überstürzte Vorbereitungen getroffen, um denSih derSPD. nachPragzu verlegen. Das ist eine große Zumutung. Die Führer der Sozialoemokraten haben die Wiege des Marxismus verlassen und zwar nicht gerade sehr tapfer. Leider sind sie gerade zu uns hergelaufen. Das bereitet uns gar kein De r g n ü g e n. Wir haben selbst Sorgen genug, wir brauchen keinen Verdruß, der unser Land sicher treffen wird, wenn diese Leute bei uns einziehen Wir müssen ihnen sagen: Was 3hr Euch dort eingebrockt habt, das löffelt gütigst selbst aus. Wir wollen Ruhe und ordentliche Beziehungen und deshalb sind wir ganz entschieden dagegen, daß bei uns eine Propaganda gegen ein Nachbar- Prinzen, vor wenigen Monaten eine deutsche Fürstentochter, die Prinzessin Sibylle von Sach- sen-Koburg, heimgesührt hat, die einmal Schwedens Königin werden soll. 3n die herzlichen Glückwünsche, die dem greifen König Gustav an feinem Ehrentage zuteil werden, stimmt auch das deutsche Volk ein, in dankbarer Erinnerung an alles das, was Schweden in schwerer Zeit für uns getan hat. Oer Reichspräsident beglückwünscht König Gustaf. Berlin, 15. Juni. (TU.) Der Reichspräsident hat Seiner Majestät dem König von Schweben anläßlich seines heutigen 75. Geburts- tages folgenbes Telegramm übersandt: „Eure Maje- ftät bitte ich in alter Treue meine ausrich- tigsten Glückwünsche zum 75. Geburtstage entgegennehmen zu wollen. Von ganzem Herzen hege ich bie Hoffnung, daß Eure Majestät noch viele glückliche unb gesegnete Jahre in Frische unb Gesunbheit zum Wohle unb weiteren Gedeihen des schwedischen Volkes vergönnt sein mögen. Reichs- Präsident von Hindenburg." reich entfaltet wird. Wir werden auf unserem Boden kein Hitlertum leiden, wir werden aber auch nicht zulassen, dah gewisse Cmigrantenorga- nisationen uns Schwierigkeiten machen. Das würde sich kein Rachbarreich gefallen lassen, am wenigsten Deutschland. Wir würden umgekehrt auch nicht ruhig zusehen, toenn man gegen uns etwas sehnliches unternehmen würde. Die Sozialdemokraten hätten besser daran getan, wenn sie sich draußen wie ein Mann gewehrt und nicht die Flinte ins Korn geworfen hätten." Offener Brief des Landesleiters der NSDAP. Oesterreichs an den Bundespräsidenten. Wien, 16. Juni. (WTB. Funkspruch.) Der Landesleiter der RSDAP. Oesterreichs, Alfred Proksch, über den- das falsche Gerücht verbreitet war, dah er geflüchtet sei, hat an den Bundespräsidenten Miklas ein Schreiben gerichtet, in dem er gegen das Borgehen der Regierung schärfsten Protest einlegt und in Wahrung seines Amtes an den Gerechtigkeitssinn des Bundespräsidenten appelliert. Das Schreiben wendet sich mit allem Nachdruck gegen die Ansicht der Regierung, dah in der Tätigkeit der österreichischen RSDAP. Hoch- und Landesverrat zu sehen sei und weist diese „schwer beschimpfende und vollkommen irrige Annahme" auf das leidenschaftlichste zurück. Vor einem erfolgreichen Abschluß der Londoner Stillhalteverhandlungen. London, 15. Sunt. (GRD.) Die während der letzten Tage in London geführten Stillhalteverhandlungen dürften, wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, Freitag zu ei nem erfolgreichen Abschluß gebracht werden. 3n der Hauptsache ist es den deutschen Schuldnern gelungen, in der Zinsfrage Zugeständ- nisse zu erlangen, und zwar ist der Durch- schnittssah einschliehlich Provisionen und Kommissionen von etwa 4,75 a.u f 4,25 Prozent gesenkt worden. Ferner verzichten die Gläubiger auf die unter dem Stillhalteabkommen fällige Zahlung der Tilgungsrate. Es sei daran erinnert, dah die aus kurzfristigen in langfristige Kredite entsprechend der Schweizer Klausel umgewandelten Beträge nicht unter das Tranfermoratorium fallen. Die Verhandlungen sollen durchaus harmonisch vonstatten gegangen sein, und deutscherseits ist man mit dem erzielten Ergebnis zufrieden. Die Treuhänder der Arbeit. D e r l i n, 15. Sunt. (WTB.) Der Herr Reichskanzler hat auf Vorschlag der Landesregierungen nachfolgende Persönlichkeiten zu Treuhändern der Arbeit ernannt: 1. Rechtsanwalt Dr. Graf von der Goltz für das Wirtschaftsgebiet Pommern: 2. Rechtsanwalt Dr- Ragel für das Wirtschaftsgebiet Schlesien: 3. Johannes Engel für das Wirtschaftsgebiet Brandenburg: 4. Oberregierungsrat Dr. Wiesel für das Wirtschaftsgebiet Mitteldeutschland: 5. Dr. Joseph Klein für das Wirtschaftsgebiet Westfalen: 6. Wilhelm Börger für das Wirtschaftsgebiet Rheinland: 7. Bürgermeister Dr- M a r ck e r t für das Wirtschaftsgebiet Riedersachsen: 8. Senator Dr. Völher für das Wirtschaftsgebiet Rordmark: 9. Hartmann für das Wirtschaftsgebiet Bayern: 10. Ministerialrat Hoppe für das Wirtschaftsgebiet Sachsen: 11- Dr. Kim- m i ch für das Wirtschaftsgebiet S ü d Westdeutschland: 12. Handelskammerpräsident Dr. Lüer für das Wirtschaftsgebiet Hessen. Die Ernennung des Treuhänders für das Wirtschaftsgebiet Ostpreußen wird in Kürze erfolgen. Die Abgrenzungen der Wirtschaftsgebiete, die sich im wesentlichen mit den bisherigen Schlichterbezirken decken, sind durch eine Verordnung des Reichsarbeitsministers im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister erfolgt. Die Verordnung wird im heutigen Reichs- gesehblatt veröffentlicht werden. Der Treuhänder für Hessen. Dr. Karl Quer wurde 1897 zu Bockenem in der Provinz Hannover geboren. 1915 trat er beim 1. Garderegiment zu Fuß ein und machte den Krieg bis zum Ende mit. Er wurde mehrfach verwundet. Rach dem Kriege war er als Kaufmann tätig. Rcbenbei widmete er sich seinen Studien und promovierte 1924. Danach übte er wieder eine praktische Tätigkeit bei Banken und Behörden aus. In die RSDAP. trat er 1926 ein. Hier bearbeitete er wirtschaftspolitische Fragen. Zwei Jahre war er ehrenhalber tätig für den Wirt- schaftsteil des „Frankfurter Volksblattes" und für andere südwestdeutsche Zeitungen der RSDAP. Er ist der Begründer des Rachrichten- dienstes der Landesinspektion Süd- west. Außerdem ist er Führer der Fachgruppe Industrie des Gaues Hessen- Rassau-Süd und Leiter der nationalsozialistischen Arbeitsgemeinschaft für berufsständische Wirtschaftsgestaltung. Er ist stellvertretender Etadtverordnetenvorsteher, Vorsitzender wirtschaftlicher Ausschüsse und Deputationen der Stadtverwaltung. Im Jahre 1933 wurde er zum Präsidenten der Preußischen Industrie - und Handelskammer für das rhein-mainische Wirtschaftsgebiet, Sih Frankfurt a. M., .gewählt. Oer deutsche Zeitplan macht Schule. Berlin, 15. Juni. (ERB.) In Italien. Holland und England werden gegenwärtig Maßnahmen erwogen und vorbereitet, die der von der Reichsregierung eingeleiteten Reuordnung der Fettwirtschaft sehr ähnlich sind. In Italien hat die einflußreiche italienische Landwirtschaftskonföderation mit einem scharfen Feldzug gegen die Margarine und sonstige Butterer- sahfette begonnen. Man fordert von der Regierung ein Derbpt der Margarineherstellung und der Margarineeinfuhr. Die Fettversorgung Italiens soll, ebenso wie es in Deutschland erstrebt wird, vollkommen auf eigene Füße gestellt werden. Im Hinblick aus die nationalwirtschaftliche Grundeinstellung der italienischen Regierung dürfte die Derwirllichung dieser Pläne nicht ausbleiben. Auch in Holland wird das nationalpolitische Ziel der Unabhängigkeit in der Fettversorgung verstärkt verfolgt. Diesem Zweck soll eine Kontingentierung der Margarineproduktion dienen. Es ist bekannt, daß die holländische Mar- 1 garineindustrie gegen diese Absicht, die Margarine zugunsten der einheimischen Butter zurückzudrängen, bereits einen entsprechenden Kampf vorbereitet. — In England soll die Einfuhr des Walfischtrans aus ähnlichen Gründen gedrosselt werden. Das erfolgreiche Vorgehen der nationalen Regierung in Deutschland auf dem Gebiete der Fettwirtschaft findet also eindeutig bereits über die deutschen Grenzen hinaus Anerkennung, wird als Schulbeispiel betrachtet und nachgeahmt. Oas Llrteil im Gereke-prozeß. Berlin, 16. 3uni. (MTB.-Junkspruch.) 3in Prozeß gegen den früheren Reichskommifsar für Arbeitsbeschaffung Dr. Gereke verkündete Land- gerichtsdirektor Dr. 3asper folgendes Urteil: „Der Angeklagte Dr. Gereke wird wegen fortgesetz. ter Untreue im Jolle der verbandszeitschrifl 3 u IVi 3 ahrea Gefängnis und 100 000 Mark Geldstrase verurteilt. 3m Jolle Auf - wondsentfchädigung wird der Angeklogte Dr. Gereke freigesprochen. 3m Jolle hin- denburgausschuh wird dos Verfahren ous Grund des Gesetzes über Straffreiheit vom 20. Dezember 1932 eingestellk. Der Angeklogte J r e i - gong wird wegen B e i h i l s e zur fortgesetzten Untreue zu vier Monoten Gefängnis verurteilt. Beiden Angeklogten wird die bisher erlittene Unterfuchungshoft auf die anerkannte Strafe angerechnet. Der Haftbefehl gegen Dr. Gereke wird mit Rücksicht auf die höhe der erkannten Strafe aufrecht erhalten. Einstellung der Vorlesungen an der Universität Rostock. R o st o ck, 16. Juni. (WTB. Funkspruch.) Der Führer der Rostocker Studentenschaft hatte für heute abend eine Bolloersammlung der evangelischen Studenten einberufen, auf der der Reichsleiter der Deutschen Christen, sprechen sollte. Diele Versammlung wurde von Rektor und Senat der Universität mit der Begründung verboten, daß sie dem vereinbarten Burgfrieden widerspreche und daß die Bewegung innerhalb der Studentenschaft zu der Befürchtung Anlaß gebe, daß Ruhe und Ordnung gestört werden könnten. Als Protest gegen dieses Verbot besuchten die nationalsozialistischen Studenten heute nicht die Vorlesungen. Da der SA.-Führung bekannt geworden war, daß Provokateure die erregte Stimmung für ihre Zwecke ausnutzen wollten, erschienen S A.- S t u > denten im Dienstanzug, um jegliche Störungen von vornherein zu unterbinden. Die Gänge im Universitätsgebäude und das Institut für Leibesübungen wurden durch starke Patrouillen gesichert. Daraufhin wurden auf Anordnung des Rektors die Vorlesungen an der Universität e i n g e st e 11 t. Das Verbot ausländischer Zeitungen. Berlin. 14. Juni. (VDZ.) Der preußische Innenminister hat ein Verzeichnis der für das Inland verbotenen ausländischen Druckschriften den in Frage kommenden Behörden zur Kenntnis gebracht. Danach war am Stichtage die Verbreitung von 2 5 4 ausländischen Zeitun - gen in Deutschland, meist „bis auf weiteres" verboten. Die einzelnen Staaten sind u. a. mit folgenden Ziffern auf der Vervotsliste vertreten: Amerika mit neun Zeitungen, Dänemark mit vier, Danzig mit drei, England mit fünf, Frankreich mit 31, Holland mit 9, Luxemburg mit fünf, Oesterreich mit 37, Polen mit 24, Saargebiet mit 4, die Schweiz mit 26, Rußland mit 9, die Tschechoslowakei mit 66. Bekanntlich handelt es sich bei den verbotenen Zeitungen meist um k o m m u n i st i s ch e und sozialdemokratische periodische Druckschriften. Es sind aber auch solche Druckschriften verboten worden, die sich an der Verbreitung von Greuellügen beteiligt oder die die Zustände in Deutschland böswillig kritisiert und deutsche Regierungen und Zustände unberechtigt angegriffen haben. Halbmast am Tage des Versailler Diktats. Berlin, 15. Juni. (VDZ. Funkspruch.) Die Reichsregierung hat bei den Länderregierungen angeregt, den Tag der Unterzeichnung des Versailler Diktats, den 28.Juni, allgemein durch Veranstaltungen zu begehen, in denen darauf hingewiesen wird, welcheBedrückungenDeutsch- land in diesem Vertrag auferlegt mürben und welche schicksalhaft schwere Bedeutung das Versailler Diktat für das Leben der deutschen Nation bekommen hat. Um rein äußerlich zum Ausdruck zu bringen, daß der 28.Juni ein Trauertag für Deuts ch.l and ist, sind die Länder ersucht worden, zu erwirken, daß am 28.Juni die Flaggen auf halbmast gesetzt werden. Fronleichnam. In R o m fand am Abend des Fronleichnamtages zum zweiten Mal feit 1870 die große Papstprozession statt. Die Prozession wurde eröffnet von päpstlichen Gendarmen und der Ehrenpalastwache. Dann folgten die Orden, der weltliche Klerus, die Pfarrer der römischen Kirchen und die Domkapitel. Nunmehr begann der eigentliche päpstliche Zug, der von der Schweizer Garde, dem Prokurator der apostolischen Paläste usw. begleitet war. Es schlossen sich bann die Abte, Bischöfe, Erzbischöfe, die Patriarchen und schließlich die Kardinäle an. Sodann kam d e r Papst auf dem Podium, das von dem in prächtige Tracht gekleideten Sediarii getragen wurde. Der Papst kniete auf dem Podium und hielt vor sich das Allerheiligste. Die Prozession bewegte sich durch die großen Säulenreihen des Bernini, überquerte den Platz und nahm durch die linke Hälfte der Säulen- reihen den Weg zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Vor dem Hauptportal war der große Papstaltar er- richtet, von dem Pius XL aus den apostolischen Segen erteilte. Inzwischen war die Fassade der Peterskirche festlich illuminiert worden. In B e r l i n hatte die Fronlcichnamsprozession bei schönstem Wetter eine Beteiligung aufzuweifen wie sie wohl bei einer Prozession in Berlin noch nie gesehen worden ist. Dies war möglich, weil sich zum ersten Male die Prozession über den Kaiser-Franz-Josephs-Platz, wo zwei Altäre errichtet waren, am Denkmal Friedrich des Großen vorbei über die Straße Anter den Linden zum Haupteingang der Universität erstreckte. Die Prozession eröffneten die Abordnungen der katholischen Vereine mit mehreren hundert Fahnen und Wimpeln. Es folgte die Sch u tz p o l i z e i, die erstmalig an der Fronleichnamsprozession teilnahm. Dann kamen die Studentenkorporationen, die Reichswehr, weiter folgten 500 Ordensschwestern, die Vertreter der männlichen Orden, 50 Geistliche tn ihren Meßgewändern, blumenstreuende Mädchen und das A l l e r h eilig st e, getragen von Domprobst und Generalvikar Dr. S t e i n m a n n. Anschließend! gingen Vizekanzler von Papen und Reichsverkehrsminister Freiherr Elz v. Rübenach. dahinter die früheren preußischen Minister Dr. Steiger und Dr. Schmidt. Der Verkehr Anter den Linden war für zweieinhalb Stunden unterbrochen. 3n München nahm nach dem Hochamt in der Liebfrauenkirche die Prozession ihren Weg wie seit Jahrhunderten durch die Altstadt über den Marienplatz, Odeonsplatz und zurück zur Kirche durch die Theatinerstraße. Zahllos die vielen katholischen Vereine, Verbände und Organisatio- knen, die im Zuge einherschritten. Auch die Aniversitätsprofessoren in ihrer historischen Tracht mit Prorektor Geheimrat Dr. Demo l l an der Spitze, die katholischen Studentenverbindungen mit ihren Bannern und Fahnen hatten sich wie immer an der Prozession beteiligt. Kardinalerzbischof Dr. v. Faulhaber trug das Allerheiligste, das von einer Ehrenkompanie Reichswehr zur Rechten und zur Linken begleitet wurde. Anmittelbar hinter dem Sanktissimum folgte Staatsminister Esser, zugleich als Vertreter des Reichsstatthalters General v. E p p, mit Wirt- schaftsminister Graf Q u a d t und Staatssekretär Stocker, bann der Kommandeur des Wehrkreises VII General v. Leeb, hohe Regierungsbeamte mit Landtagsabgeordneten und der Stadt- ratssraktion der Bayerischen Volkspartei, Vertreter des Reichswehroffizierkorps und der Landespolizei. Aus aller Welt. Nachspiel zum Lübecker Lalmelle-Prozeh. Die Lübecker Strafkammer beschäftigte sich mit einer Anklage gegen den Berliner Arzt Dr. Genter, die im ursächlichen Zusammenhang mit dem Lübecker Calmetteurteil steht. Im Jahre 1930 behandelte Dr. Genter eine ganze Reihe erkrankter Lübecker Säuglinge mit seinem Tuberkulose-Präparat Antiphthysin. Sachverständige erklärten u. □., daß bei drei gestorbenen Kindern der Tod durch die Genterschen Injektionen b e - schleunigt worden sei. Auf Grund dieser Aussage erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Dr. Genter wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang. Dr. Genter erklärte, er habe außerordentlich große Erfolge mit seinem Mittel erzielt und viele schwer kranke Menschen gerettet. Der als Zeuge vernommene Dr. med. M ö g l i n g bekundete, daß er bei drei weiteren Kindern Jnjektio.ns- a b z e s s e festgestellt habe. Der Angeklagte erklärte, daß in den drei von Dr. Mögling erwähnten Fällen die Infektion erfolgt sei durch Umstände, die außerhalb seiner Verantwortung lägen. Das Gericht beschloß, das Gentersche Mittel Antiphthysin, von dem der Angeklagte eine beträchtliche Dosis bei sich führte, im bakteriologischen Untersuchungsinstitut der Universität Kiel auf Keimfreiheit untersuchen zu lassen. Dr. Wagener Ehrendelegierler zur Tvellkraflkonferen; in Stockholm. Das deutsche nationale Komitee der Weltkraftkonferenz hat den Leiter des Wirtschaftspolitischen Amtes der NSDAP. Dr. Otto W a g e n e r als Ehrendelegierten für die wichtigen Verhandlungen über Fragen der Energiewirtschaft benannt, die in Stockholm Ende Juni ftatt- finden. Dr. Wagener wird, wenn irgend möglich, an der Tagung teilnehmen. Namhafte Vertreter der Technik und Wirtschaft von etwa 40 Nationen werden diesen Kongreß besuchen, der gerade für den deutschen Aufbau grundlegend wichtige Aufgaben technischer und wirtschaftlicher Art zu behandeln hat. Bier Tote bei einem Strahenbahnunglück. < Die Straßenbahn Eupen - Derviers (Belg.) ist in einer scharfen Kurve entgleist und mit einem Pferdefuhrwerk zusammengestoßen. Ein Kraftwagen, der nicht mehr rechtzeitig aus- weichen konnte, fuhr in die Trümmer, wobei der Triebwagen der Straßenbahn u m st ü r z t e. Vier Personen wurden getötet, etwa 30 verletzt. Aus der Provinzialhauptstadt. „Und abends — Zruhgemirfe!" V. A. Das kalte Abendessen verlangt viel Abwechslung. Wenn jedesmal Wurst aufgetischt wird und man die verschiedenen Kaltschüsseln schon auswendig kennt, so hebt dies weder den Appetit, noch die Stimmung Darum sollte man mit der Jahreszeit gehen und sich die jeweiligen Gaben der Natur nutzbar machen. Die seit Jahren an vielen Orten Deutschlands gut arbeitenden Gemüsetreibanlagen machen die Hausfrau von ausländischer Ware unabhängig und ermöglichen es ihr dennoch, längst vor der regulären Erntezeit Frischgemüse auf den Tisch zu bringen. Denn der Mensch ist nun einmal so: er begehrt immer das Neue, Besondere. Wenn noch Schnee liegt, sollen die ersten Tomaten, Radieschen und Gurken schon serviert werden — und siehe da, der deutsche Gartenbau bringt das Wunder fertig! Als Produkt der deutschen Scholle und deutscher Leistung ist es obendrein zu mäßigen Preisen zu erstehen. Drum abends Frühgemüse! Als Salat zubereitet oder auch warm. Die Kohlrabi- Knollen werden beim Kochen weich wie Butter, und die Blätter lassen sich mitverwenden. Gurken- Rezepte gibt es so unzählige und einfache, man hat reiche Auswahl. Geschmorte, gefüllte Gurken als kalte Platte mit Salat oder Tomaten garniert ist durstlöschend und leicht bekömmlich-. Kräuterbutter, die man selbst mit Schnittlauch und Peter- s i sti e Herstellen kann, macht das einfache Butterbrot groß und klein schmackhaft. Statt Butter kann man auch Weichkäse nehmen, der kalorienarmer ist. Frauen, die sich ihre gute Figur erhalten wollen, können nichts besseres tun, als viel Gemüse zu essen. Spargel, Blumenkohl, zarte Bohnen, Karotten, um nur einiges aufzuzählen und die große Auswahl erkennen zu lassen! Ende Januar greifen wir zum ersten F r i s ch s a 1 a t, im März ist die Treibhausgurke da, und ab Mitte Mai bieten sich noch Tomaten und andere Frühgemüse an — was will man mehr! Blattgemüse muß prall und frischgrün sein und darf keine vertrockneten oder gelben Stellen auf- weisen. Die Tomate sei glatt nicht hart und von dunkelroter Farbe. Schwammige Radieschen lassen sich mit zwei Fingern eindrücken — fort damit! Blumenkohl ist fest und in sich geschlossen. Bohnen müssen fleischig und jung sein, ein Griff muß sie entzweibrechen können. Große Kerne verraten das nicht gewünschte Alter. Die Zwiebel ist zwar kein Gemüse im üblichen Sinne, ihre gesundheitliche Bedeutung ist aber mindestens gleich wichtig. Wer hätte nicht schon gelesen und gehört von der blutreinigenden Wirkung von Knoblauch und Zwiebel. Der reiche Phosphorgehalt macht diese Knollenfrucht zu einem wertvollen Nervennährmittel für Geistesarbeiter und Kinder. Daneben werden der Zwiebel noch andere Eigenschaften zugesprochen, die bei Erkältung und Infektionsgefahr hilfreiche Dienste leisten. Die Mehrarbeit, die der Hausfrau durch warme oder kalte Gemüseschüsseln entsteht (dies zu leugnen wäre unehrlich) lohnt sich nach verschiedener Richtung. Sie kommt dem Gesundheitszustand der Familie zugute und macht frohe Stimmung, da auch die Feinschmecker befriedigt werden. Und über dies hinaus haben wir die Genugtuung, daß unferGeld im Lande bleibt und unseren Volksgenossen Brot und Arbeit gibt. L. L. Oie Schnakenbekämpfung. Der Hessische Minister für Kultus und Bildungswesen hat an die Direktionen und Leiter der höheren Schulen und die Kreis- und Stadtschulämter folgende Anordnung ergehen lassen: Um im Interesse der Volksgesundheit die Schnakep- befämpfung nachhaltiger und systematischer wie seither betreiben zu lassen, ordne ich an: In jedem Kreis sind baldigst zwei Vertrauensleute namhaft zu machen, die die persönliche Verbindung mit den Zentralstellen für die Schnakenbekämpfung (Pros. Dr. S ch m i d t g e n-Mainz für Die Provinz Rheinhessen und Oberstudiendirektor Dr. Beisinger - Heppenheim für die übrigen bedrohten Gebiete Hessens) aufnehmen sollen. In Betracht kommen in erster Linie Biologen und sonst interessierte Lehrer. Die Zentralstellen werden entsprechende Anweisungen auf Anfrage erteilen. Die Vertrauensleute sollen sich einen Stamm von freiwilligen Hilfsarbeitern heranbilden, um in gemein« jamer Arbeit die jeweils erforderlichen Maßnahmen durchzuführen. Es sollen ferner in möglichst vielen Schulklassen Aquarien aufgestellt werden, worin die Entwicklung der Schnakenbrut und ihre Vertilgung veranschaulicht wird. Jm^naturwissenschaftlichen Unterricht ist die Schnakenoertilgung eingehend zu behandeln. Bis zum 1. Juli 1933 melden die Direktionen, Leiter und Schulämter, inwieweit meine obige Anordnung durchgeführt worden ist. Verwertung 6er Volkszählung für die Heimatkunde. Der Hessische Minister für Kultes und Dil- dungswesen hat folgende Verfügung an die Direktionen und Leiter der höheren Schulen und die Kreis- und Stadtschulämter gerichtet: Ich ordne an, daß die heimatkundlich interessierten Lehrkräfte den von der Volkszählung gelieferten heimatkundlichen Stoff, soweit er für Heimatkunde und Ortsgeschichte wertvoll ist (Zahl der Bewohner, Häuser, Wohnungen, Berufe, landwirtschaftliche Besihderteilung usw.), im Auszug füb die Schule oder Gemeinde festhalten. Stiftungsfest des VOSt. zu Gießen. Am 16. bis 18. Juni feiert der „Verein Deutscher Studenten zu Gießen" sein diesjähriges Stiftungsfest: ein Ereignis, das in der heutigen Zeit Erwähnung verdient. Ueber 50 Jahre find es her — so schreibt man uns —, daß der „Kyff- häuserverband der Vereine.Deutscher Studenten" den Kampf aufgenommen hat gegen einen alles verflachenden, unfruchtbaren Liberalismus, gegen einen jeder nationalen Regung entgegenarbeitenden Par- tikularismus und Parlamentarismus und den eigentlichen Träger dieses Systems, das Judentum. Der VDSt. rechnet es sich zur besonderen Ehre an, als erster studentischer Verband den Arierparagravhen seinen Satzungen eingefügt zu haben. § 1 der Satzungen erhielt die Fassung: „Den Verband bilden Vereine, welche 1. als Mitglieder nur an den deutschen Hochschulen immatrikulierte christliche Studenten deutscher Nationalität aufnehmen, 2. als Zweck sich setzen, die Förderung des Verständnisses für nationale Fragen und Aufgaben unter ihren Mitglie» gern, sowie Klärung und Kräftigung des Nationalbewußtseins in der gesamten deutschen Studentenschaft." Getreu seinem Wahlspruch „Mit Gott für Kaiser und Reich" bekennt sich der VDSt. damals wie heute zum wahrhaften Christentum, unbedingten Führerprinzip und zum einigen Großdeutschen Reiche. Mit freudiger Genugtuung begrüßt er es, daß die ruhmreichen Farben Schwarzweißrot des alten Kaiserreiches, die er sich zu seinen Verbandsfarben erhoben hat, wieder die Farben des jungen Deutschlands geworden sind. Aus seinem jahrelangen Kampfe heraus und in der Blickrichtung auf das gemeinsame Ziel weiß er sich aufs engste verbunden mit der jungen nationalsozialistischen Volksbewegung, er steht deshalb heute bedingungslos hinter dem Volkskanzler Adolf Hitler. Der VDSt. zu Gießen begeht in diesen Tagen zum ersten Male sein Stiftungsfest in einer Zeit, wo er aus seiner örtlichen Besonderheit heraus im Rahmen des Gesamtoerbandes mehr den je die Früchte seines Kampfes reifen sieht. Das erfüllt ihn mit Stolz und Freude und mit Dankbarkeit gegen alle diejenigen, die die langen Jahre hindurch in feinen Reihen und an feiner Seite gestanden haben. Sein Gruß gilt in diesen Tagen besonders dem Verbandsehrenmitglied Reichspräsident v. Hindenburg, dem Kanzler des Reiches, Adolf Hitler und dem a. o. A. H. des Gießener Bundes Ministerpräsident Dr. Werne r. Die Zwingenbergfahrt der Deutschen Landsmannschaft. Wiederum wie alljährlich rief auch in diesem Jahre die Deutsche Landsmannschaft ihre Mitglieder diesmal zur 40jährigen Zwingenbergfahrt auf Sonntag noch Pfingsten auf, um die 1868 erfolgte Grün- düng des Gesamtverbandes festlich zu begehen. Leider hatte es der Wettergott nicht sonderlich gut gemeint, denn es regnete fast während des ganzen Tages in Strömen. Gegen 15 Uhr versammelten sich die Teilnehmer in Zwingenberg im großen Saale des festlich geschmückten Gasthauses „Zum Löwen". Zum ersten Male traf sich die DL. nach der nationalen Erhebung und dem Bekenntnis zum Führerprinzip in Zwingenberg. In bunter Reihe waren vertreten die Vereinigungen alter Landsmannschafter Heidelberg, Darmstadt und Frankfurt, sowie die Korporationen im Schuh-Haus Weidemann Selterweg 59 Gute Schuhe hoben= längere Lebensdauer. Dorum sollten Sie steOd OüaJääl kaufen} "ffcnfntij ig für die Direktionen, ne obige An« tuß und 2il- I an die Di« -ulen und die rt: mdlich infer« lszählung ge« olveit er für Doll ist iZahk Berufe, fand« im AuSzug [ton. u Gießen. >r „Verein 'glichst vielen en, worin die 'e Vertilgung loftlichen lln- ehend zu be« ®e “raillom 'lchofiz. ,p- Dr. Dito •e rvichtigkn 19 • t ro i r |. e 2uni ftatt. J m°M an «rtreter der Q1>onen wer. für den fe Aufgaben handeln hat. Unglück, belg) ist in 11 einem ^stoßen, -zeitig aus« wobei der Lier kW. •Sfc: uk,°^'ch«n ^rordenl. yunb LSüllen Janbe, hie °°Nung r. «'Ne bt* 7°^ch-n el auf Ä,im, is, das in der eher 50 Jahre daß der,.KO itudenten' den en alles ver« 5, gegen einen eilenden Par» mb den eigen!« ubentum. Der Ehre an, als erparagravhen 1 der Lat- Zerband bilden r an den deut« stliche Etüden« 2. als Zweck Nfes für na* ihren M'igl'^ des National« ,en Sludenten- Mit Sott für g25t damals im unbeding« Gr'ohdeutfchen eqrüBt er es, rmeißro! des ien Verbands« en des jungen em jahrelangen htung au, 5 ,afte verbunden in Dolksb-E >ungslos h'Nltk -fen Tagen zum ier Zeit, ®o « 5imWen Früchte feines ■müMu"0 alle^ dicjen-ge''. !-«Ä» in ®rUB Lijeb itf*- hrt lnstbast- in dielen' “A Mitglieder ihJVSsonn- C ©rün« erfolS'e ß(l, rM aalen Ätn« inZ'p'die^er' rlce Je t>e^c5 ninchcnzuchlvereins Gienen auch bereit, nutjuarbcl» ausgezeichnet. 2231A In Apotn. u.Drog. -.30-.55,1.10 d i e be» bas und oo r» ruf5organi|anon ,ur Die toenoröenangeitcUien güt nach ber Entscheidung des Führers der Verband deutscher Büro- und Behördenangestellten, Berlin SB. 57, Potsdamer Strafte 75, an den alle Zuschriften und Anmeldungen zu richten sind. Regelung öer Gruß- und Kokarden- fragen der hessischen Feuerwehren. Der LandcSvorsihcnde der Sreitoilligcn Feuer- wehren Hessens, Knapp, Birkenau, hat aus Grund eines Beschlüsse- des Landesausschusses der hessischen Feuerwehren angeordnet, baft bei der Feuerwehr nach wie vor der militärische Gruft gilt. Bei Teilnahme in Uniform bei nationalen Veranstaltungen ist beim Gesang des Horst» Wcssel-Liedes und des Deutschlandliedes der militärische Gruft anzuwenden, und zwar stehen Mannschaften und Führer im Freien still, Achselstücke tragende Füh-er mit Anlegung der rechten Hand an die Kopfbedeckung. 3n geschlossenen Räumen haben Mannschaften und Führer in Uniform beim Singen des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes, sowie beim Huldigungsrus Sieg-Heil die rcchteHand zu erheben. Außerdem sind die Freiwilligen Feuerwehren und die uniformierten Pflichtfeucrwehren gehalten, neben der hessischen auch die schwarz-weift-rotc Kokarde zu tragen. Am Helm ist die schwarz-weift-rote Kokarde recht- und die rot-weiftc links anzubringen. Bei den Mützen wird die hessische Kokarde am Besatzstreifen, darüber, kurz auf der Biese aufsihend, das Feucrwehrabzeichen und in der Mitte des oberen Teiles die Reichskokarde getragen. Die Feuerwehrmannschaften tragen die flache, die Führer die hohe Kokarde. Da Rechner und Schriftführer einer Freiwilligen Feuerwehr zum Kommando gehören, können nach der Gleichschaltung Richtarier und Marxisten nicht mehr derartige Remter übernehmen. BornoNzen. — Tageskalender für Freitag: Lichtspielhaus: „Die blonde Christi". " Familienforschung. Die jetzt in Fluft gekommene Besinnung auf die Vorfahren der Familien zeigt in den meisten Fällen, daft die Erinnerung kaum über die Grofteltern zurückreicht. Wo die Familienbibel den Stammbaum aufweist, oder wo eine Familienchronik mit Festhaltung der wichtigsten Ereignisse im Familienleben geführt wird, mag es leicht sein, von Generation zu Generation hinabzusteigen und dos Dunkel aufzuhellen: aber auch, wo alles das nicht da ist, kann die Liebe zur Familienforschung in die früheren Zeiten und Verhältnisse hineinleuchten. Die Sommerferienzeit sollte ein Anlaft werden, beim Aufenthalt in der alten Heimat oder durch briefliche Rachfrage die Abstammung der Familie klarzustellen. Legt euch ein Familienbuch an und sammelt das Wissen über euere Familie, soweit es noch greifbar ist! Dringt Licht in die Entwicklung euerer Familienl 2hr werdet selbst die gröhte Freude und den schönsten Gewinn davon haben. ** Fest ber 3 u g e n b auf bem Schiffen- berg. Bei bem am Sonntag auf bem Sdjiffenbcrg ftattfinbenben Heimattag ber Helmatvereinigung Schiffenberg wirken etwa 1200 Kinder aus Gießen und der näheren Umgebung des Schiffenbergs mit. Ein Schulchor, turnerische Vorführungen, Stuf- Märsche und Reigen der Jugend werden Heimatliebe und Heimatpflege in bester Weise veranschaulichen. Daneben ist auch für Unterhaltung der älteren Jugend weitgehend gesorgt. Der Autobus verkehrt ab 14 Uhr vom Lubwigsplatz nach Bedarf. (Siehe heutige Anzeige.) ** Der Kaninchenzuchtverein Gießen hielt dieser Tage, wie man uns berichtet, im Caf6 Ebel eine vollbesetzte Generalversammlung ab. Das langjährige Ehrenmitglied L. Kreiling eröffnete die Versammlung mit dem Hinweis auf die Gleich- schaltungsbestimmungen des Fachbearbeiters für Kleintierzucht Da der seitherige Gesamtvorstand seine Aemter niedergelegt hatte, wurde zur Gleichschaltung, die auf Antrag einstimmig beschlossen wurde, geschritten. Zum 1. Vorsitzenden wurde Ludwig Kreiling einstimmig gewählt, der seine Mitarbeiter wie folgt bestimmte: K. Melius 2. Vorsitzender, Otto Steift, Kassierer, Gust. Harig, 1. Schriftführer, Joh. Nicolai 2. Schriftführer, Wilh. Ullrich Zuchtwerbewart. Just. Volz Fell- fachwart. Sämliche Vorstandsmitglieder wurden einstimmig gewählt, 57 Prozent des Vorstandes gehören der NSDAP, an. Unter „Verschiedenes" wurde über Futterbeschaffung, sowie über Verbote der Haltung der Kaninchen gesprochen. Für die Zukunft soll dafür eingetreten werden, daß die Ab- schassung der Kaninchen nicht mehr ausgesprochen werden darf, denn Kaninchenzucht lindert die Not. Aus diesem Grunde sind die Mitglieder des Katen an bem graften Werk Adolf Hitlers. •* Deutsche Lederarbeiten durch Jahrhunderte. Die große Ausstellung Deutschen Ledermuseums in Offenbach a. M., (eine Bestände alter deutscher Handwerkskunst deutscher Volkskunst in einer geschlossenen Schau führen wird, stehl vor ihrer Eröffnung. Außer den reichen eigenen Beständen des Museums werden in der Heidelberger, Darmstadter, Frankfurter und teilweise sogar Gieftener Korporationen. Gegen 15X Uftr wurde die Festfolge eingeleitet durch Begrühungsworte des Vorsitzenden der DAL, Frankfurt a. TL, Derbandsbruder Nies Chat- tiae-Gießen in der er etwa folgendes ausführte: Auch die Deutsche Landsmannschaft habe sich auf ihrem an Pfingsten in Äoburg stattgehabten Kongreß einheitlich hinter die nationale Regierung und das Führerorinzip gestellt, so daß auch" fie bereit und in der Lage sei, an dem Wiederaufbau unseres geliebten deutschen Vaterlandes mitzuarbeiten. Die Festansprache hielt sodann Herr Derbandsbruder Ministerpräsident Professor Dr. Werner, Chattiae-Gießen in der er folgendes her- oorftob: Hessentreue und unser Hessenstamm seien Wurzeln unserer hessischen Eigenart, die trotz aller Gleichschaltung als Krastspender deutschen Dolks- tums erhalten bleiben müsse. Ebenso sei die Rassen- frage mit ein Hauptpunkt der nationalen Regierung. Um diese höchsten Ideale müsse gekämpft werden, bis sie auf mühevollem Weg zur Höhe erreicht seien. Die Fesseln deutscher Dolksgesundung, die Mainlinie, die konfessionelle Linie und der Klassenkampf seien überwunden. Dem Ständestaat mit einem gesunden Standesbewußtsein gehöre die Zukunft. Dann werde unser Volk auch wieder emporgehoben aus dem Wellental, und ein neuer deutscher Geist werde wehen über Deutschlands (Bauen. Ein starkes, stolzes, schwertgewaltiges Volk werde erstehen, das sich innerlich zum friedlichen Ausbau der Nation hm- durchgerungen habe. Hierbei mitzuhelfen sei höchste Pflicht auch der Deutschen Landsmannschaft. Der Redner schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf die D. L. Hejsen, die Nation und unsere überragenden Führer Hindenburg und Hitler, In das die Versammlung begeistert einstimmte. SS.-Mann Z e i l f e l d e r, Teutoniae-Heidelberg, überbrachte die Grüße und Wünsche ber Stadtverwaltung Zwingenberg, die schon von jeher mit der D. L. verbunden gewesen sei, und besondere Wünsche auch ihrem verehrten Ministerpräsidenten Professor Dr. Werner entbiete, dessen Person und Name cs nicht zum geringsten gewesen seien, die Zwingenberg geschlossen hinter die nationalsozialistische Bewegung geführt hätten. Nach den Dankesworten Professor Dr. W e r n e r s und einigen kurzen, aber eindrucksvollen Ausführungen über die Bedeutung unseres geliebten Hefsen- landes und feiner Aufgaben für die Gesamtnation stimmten die Teilnlehmer ergriffen das Deutschlandlied an. Nach einigen Stunden gemütlichen Beisammensein^ in bester Stimmung, wobei auch die Jugend zu ihrem Rechte kam, brachten die Züge und Autos die Teilnehmer wieder in die Heimat zurück. So hatte auch die 40. Zwingenbergfahrt 1933 ihren harmonischen Ausklang gesunden. Werkmeister- und Betriebsangestellten- Hundgebunq. Gestern abend fand im Cast Leib eine sehr gut besuchte Werkmeister- und Betriebsangestellten' Kundgebung statt. He?r Stimmer (Gießen) leitete die Versammlung. Redner des Abends war das Hauptoerwaltungsmitglied des Deutschen Werk- meisterverbandes Dr. Goerrig (Düsseldorf) Er sprach über das Thema: „Die Einheitsfront der Werkmeister in der nationalsozialistischen Angestelltenschaft" und führte u. a. aus. Die Revolution von 1918 habe sich katastrophal für die Arbeitnehmer- schäft ausgewirkt. Die gegenwärtige Revolution sei entgegen allen anderen Behauptungen eine Revolution der Arbeit und der Träger der Arbeit. Arbeit und Arbeitnehmerschaft nehmen nunmehr die vor- nehmste Stellung im Staate ein. Die Führung durch die Arbeitnehmerschaft fei gesichert. Die Arbeitnehmerschaft fei Säule im Staat. Niemand wolle die wertvolle Arbeit der Gewerkschaften vernichten Problem sei nur die Ausschaltung der Irrungen und Wirrungen im Gewerlschaftswesen gewesen. Die wertvollen Kräfte in den Gewerkschaften wolle man nicht entbehren. Der bisherige Kampf habe nicht den Gewerkschaften als solchen, sondern dem Jnternationaltsmus in diesen Institutionen gegolten. Der Marxismus mußte ausgeschaltet werden. Die Gewerkschaft müsse nunmehr dem Gemein- schaftsinteresse und nicht dem Einzelinteresse allein nutzbar gemacht werden. Der Gedanke der Zusammenfassung liege tief im Volkstum begründet. Der Taa des 1. Mai fei begrüßt worden, weil ihm die Zusammenfassung der Gewerkschaften zur Deutschen Arbeitsfront folgte. Es solle dabei nicht Gleichmacherei, sondern tatkräftigere Vertretung gemeinsamer Interessen angestrebt werden. Volksgemein- schäft, Solidarität verlange, daß jeder an seinem Platze das Höchste leiste. Jeder müsse im besten Sinne dienen können, aber so gesichert sein, daß er sich restlos entfalten könne. Deshalb erfolge auch eine klare berufsständische Gliederung in der Arbeiterfront. Dabei dürften jene, die außerhalb der Betriebe stehen, nicht außer Acht gelassen werden. Sie müßten einbezogen werden in die Arbeitsfront. Anderes wurde den Grundgedanken des iHauouai- sozialismus widersprechen Die grofte Austeilung ftabe erfolgen müssen nach Arbeitnehmern der Stirn und Arbeitnehmern der Faust So sei nun auch der Deutsche Werkmeisteroerband entftanben, in dem 17 Verbände vereinigt seien. Dabei sei keine Drgani- ation in der anderen aufgeganacn, niemand habe ßffiegt, niemand sei unterlegen. In der Front solle eher bas finden, was er längst wünsche:" eine vernünftige, tüchtige Vertretung. Das sei etwas sehr Wertvolles. Es werde viel Leerlauf vermieden. Es könne nun entweder die Seitragsleiftung herabgesetzt oder aber die Leistung gesteigert werden. Der Verwalkungsapparak könne reduziert, die Drgani- fation vervollkommnet werden Berechtigte Belange würden nachdrücklichere Verfechtung erfahren, denn einer der wichtigsten Vorteile des Zusammenschlusses sei die gröhere-Stoßkrast. Man werde in Zukunft nicht cklehr nur Antrag- steiler, sondern Mitgejeggeber sein. Sämtliche in den bisherigen Verbanden erworbenen Rechte seien gesichert. Das neue Arbeitsrecht werde übrigens anders aussehen als das bisherige Es werde dem wahren Willen des Volkes entsprechen und sich auf wenige Punkte beschränken. Die Gesetze sollen gegeben werden durch die Organe des ständischen Ausbaues. Die aus der Vielheit der Verbände geschasfene Werkmeisterfront bilde eine große Einheit. Das Gute, das bisher wirksam war, solle gefördert, aus- gebaut werden, solle Baustein sein un berufsftän- bischen Aufbau. Vom Deutschen Werkmeisterverband, ber eint 50jährige Tradition habe, könne man behaupten, daß er auf gesunder Grundlage stets deutsch war. Im Verband werde man aber Fachgruppen schassen, Fachschaften, die in ihren Untergliederungen olle erfassen würden Der Unorganisierte werde nicht mehr ungesäte Früchte ernten. Im neuen berufs- ständischen Ausbau gebe es niemandes mehr, der ohne eigenes Opfer an Errungenschaften teilnehme. Vorteile habe in Zukunft nur der Mitarbeiter. Erwähnenswert sei, daß das Krankenkassenwesen einheitlich nach großen Richtlinien organisiert werde 9h feinen abschließenden Ausführungen charakterisierte ber Redner das 'öerhältnis des Werkmeister- nerbanbes zur NSBO. Gegensätze zwischen beiden gebe cs nicht Die NSBO. habe politische, der Werk- meifteroerbanb gewerkschaftliche Ausgaben. Die Zu- sammenarbeit sei sehr gut. Die neue Organisation ber Werkmeister solle die Grundgedanken des Natio- nalsozialismus in jedem einzelnen wachrufen, damit er sich mit ganzer Kraft für das Dolksganre ein» fetze Der Werkmeisterverband sei bisher schon immer vorbildlich für soziale, aufbauende, verantwortliche Tätigkeit gewesen. Weitere Erfüllung gemeinsamer Aufgaben fordere die Mitarbeit eines jeden einzelnen. Jeder müsse sich einsetzen für Stand, Kollegen, Arbeiterschaft, für die Volksgemeinschaft überhaupt, denn erst bann werbe bie Arbeit wertvoll sein für ben Aufbau im Vaterlande. (Lebhafter Beifall!) Der Leiter ber Versammlung betonte, baß ber Redner auch aus Oberhessen und ben angrenzenden Gebieten das Bewußtsein aus der Versammlung mitnehmen möge, daß im Sinne seiner Worte gewirkt werde. Im Schlußwort forderte Herr Plan- t i u s - Frankfurt a. M. zur Einfügung in die Werk- meisterfront auf. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Herrn Reichspräsidenten von Hinden- bürg, den Volkskanzler Adolf Hitler und auf das deutsche Volk, sowie mit dem gemeinsamen Gesang des ersten Verses des Deutschlandliedes wurde die Versammlung geschlossen. Oie Behördenangestellten in der 7ISA. Vom Reichsverband der Bureauangestellten und Beamten, Landesgeschäftsstelle Frankfurt a. TL, wird uns geschrieben: In weiten Kreisen der Behörbenangestelltenschaft besteht Unklarheit darüber, ob sie zu den Fachschaften ber Beamtenschaft, ober zu ben Berufsorganisationen in ber Nationalsozialistischen Angestelltengewerkschaft gehören. Wie ber politische Aufbau ber Arbeitnehmerschaft sich in bie Fachschaften für bie Beamtenschaft unb in ber NSBO. für bie Angestellten gliedert, so gliebert sich auch bie berufsmäßige Erfassung der Arbeitnehmerschaft in der Neuorganisation der Gewerkschaften. Da unter ben Behördenangestellten die Meinung verbreitet ist, daß sie als Beamtenanwärter zu betrachten seien und dementsprechend zu den Fachschaf, ten gehören, hat das Reichsfinanzministerium mit dem Aktenzeichen S 4360 4622 IB ausdrücklich erklärt: „Die Gerüchte, wonach „in Zukunft der Begriff Behördenangestellter bei Reich, Ländern, Kommunen sowie der Begriff Angestellter bei öffentlich-rechtlichen Körperschaften verschwinden soll und sämtliche Angestellte entweder sofort zu Beamten, ober zumindest zu Beamtenanwärtern ernannt werben", entbehren jeder tatsächlichen Grundlage." Da nach ben Auslassungen des Führers der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, künftig alle Arbeitnehmer ihrer Berufsorganisation angehören müssen, dürfte mit der obigen Auslassung des Reichsfinanz. Ministeriums jeder Zweifel behoben fein. Als Be- Fotografien die besten Stücke aus bem Besitz an- berer Museen gezeigt, so ba& hier zum erstenmal ein Ucbcrblicf über bas gesamte Gebiet beutscher Leberarbeiten durch viele Jahrhunderte hindurch geboten wird. Der historischen Schau schließt sich eine Ausstellung moderner Loberarbeiten aus ber Offenbacher Kunstgewerbeschule — schone Bucheinbände, D-mentaschen, Taschenbügel und dergl. — an. Die gleichzeitig veranstaltete Geldlotterie zu Gun- hon des Museums dient der Unterstützung seiner Arbeit im Dienste der deutschen Lederindustrien. Es werden 4974 Geldgewinne ausgespielt, der Höchstgewinn beträgt 5000 Mark. Lose sind in ben befanden Vertriebsstellen zu haben. (Siehe heutige Anzeige.) ** Billige Reise zum Artilleristen» t a g. Die hessischen Artilleristen treffen sich am 1. bis 3. Juli in Darmftabt, mit ihnen alle biejenigen Artilleristen, die aus Ersatz- ober Reserveformationen hessischer Artillerieregimenter hervorgegangen sind. Es werben 10000 Menschen erwartet. Die Reichsbahn hat einem Antrag stattgegeben, nach bem Sonntagsrückfahrkarten im Umkreis von 250 Kilometer von Darmftabt gültig sinb. Die Hinfahrt nach Darmftabt kann in ber Zeit von Freitag, 30. Juni, 12 Uhr, bis Montag, 3. Juli, angetreten werben. Die Rückfahrt von Samstag, 1. Juli, bis Dienstag, 4 Juli, 12 Uhr. Am Schalter ist entroeber ein TLli- tärpaft ober bas Einlabungsschreiben vorzulegen. Wo keine Fahrkarten nach Darmftabt aufliegen, werben Blankofahrscheine ausgestellt. •• Verbilligte G i s e nb a ft n f a h r t zu den Dillenburger Fe st spielen. Zum Gedenken des vor 400 Jahren auf dem Schloß in Dillenburg gebotenen Wilhelm von Rassau-Ora» nien, des Befreiers ber Olieberlanbe, wird an allen Sonntagen in den Monaten 3uli und August im Hofe des Dillenburger Schlosses ein historisches Festspiel aufgeführt. Die Erstausführung war am Pfingstsonntag: sie fand ungeteilten Beifall. Ilm die Eisenbahnfahrt nach Dillenburg zum Besuch dieser Festspiele zu verbilligen, gibt die Reichsbahn für alle Sonntage im Juli und August — auch für Mittwoch, 9. August — von allen Bahnhöfen, deren Entfernung von Dillenburg nicht mehr als 175 Kilometer beträgt (also auch von Gießen) Sonntagsrückfahrkarten aus. Diese gelten jeweils zur Hinfahrt von Samstag 12 Ahr an; die Rückfahrt ab Dillenburg muft spätestens Montag um 12 Ahr angetreten sein. Die für Mittwoch, 9. August, ausgegebenen Rückfahrkarten gelten zur Hinfahrt ab Dienstag 12 Ahr: späteste Rückfahrt ab Dillenburg Donnerstag 12 Ahr. Zum Besuch der Hauptseierlichkeiten am 5. und 6. August — am 6. August findet auch der große historische Festzug statt werden von allen Bahnhöfen bis zu einer Entfernung von 250 Kilometer von Dillenburg Sonntagsrückfahrkarten mit verlängerter Gültigkeit ausgegeben. Die Hinfahrt kann damit bereits von Freitag, 4. August, an erfolgen. rScttcrvoraussaqc. Die Luftdruckverteilung ist über dem Festland ziemlich ausgeglichen, so daß eine wesentliche Veränderung des herrschenden Wetters zunächst nicht bevorsteht. Die Temperaturen werden dabei tagsüber weiter ansteigen. Da aber die Luftzufuhr noch ver- fchiebenartia ist und auch infolge der starken Er- wärmung Luftdruckfall bevorsteht, ist mit der Bildung von Gewitterstörungen zu rechnen. Aussichten für Samstag: Noch vielfach aufheiternd und heiß, doch Neigung zu Gewitter- ftörungen. Aussichten für Sonntag: Keine wesent- lüfte Aenderung. Lufttemperaturen. Am 15. Juni: mittags 22,7 Grad Celsius; abends 17,6 Grad. Am 16. Juni: morgens 15,4 Grad; Maximum 24,6 Grad, Mini- mum 10 Grad; Sonnenscheindauer 10J4 Stunden. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe. Am 15. Juni: abends 23,6 Grad; am 16. Juni: morgens 16,6 Grab Celsius. Der rechnet und an der richtigen Stelle sparen will, der wird zur Wäsche Dr. Thompson's Schwan- Seifenpuloer in dem bekannten roten Paket ver- wenden. Schwan-Pulver ist bekanntlich feit über 50 Jahren bewährt und nicht nur für alle Wäsche, sondern auch zum Abseifen, Schrubben und Scheuern Der Junge von heute versteht von technischen Dingen meist mehr als wir Alten. Vor allem photographiert er schon sehr früh. Er hat langst herausgefunden, daB mit den modernen Apparaten kinderleicht zu photographieren ist und auch für sein kleines Taschengeld nicht zu teuer wird. Meinen jungen Amateurfreunden möchte Ich folg ende Apparate besonders empfehlen: Doppel-Box für 4, 5 6 und 6 9 Aufnahmen........12.75 M. Kodak 6 9 Kamera.....19.50 M. Agfa 6 9 Kamera.......26.00 M. 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Der von dem ReichSemahrungsministeriurn eingesetzte Reichskommissar für die Regelung der VHlchabsayvery^ltnisse im Rhein-Ma ngebiet hat nunmehr die Bildung eines Milchversor- oungsoerbandes im Ahein-Maini- schenWirtschaftsgebiet angeordnet Hiernach werden sämtliche Milcherzeuger und milchbearbeitenden und -verarbeitenden Betriebe, die in dem Derbandsgebiet ihren Sitz haben, zu einem Verband zusammengeschlossen. Auch der Milchhandel wird in den Verband einbczogen, sobald die in Aussicht genommene Abänderung des Milchgeseyes dies ermöglicht. Lieierungsb.re htigt in den Verband sind, nur solche Milcherzeuger, die sich in örtlichen Vereinigungen (Milchabsatzgenossenschaften) zusammengelchlos;en haben. Der Verband führt den Ramen ,M i I ch v e r - foroungsverband Hessen" und hat seinen Hitz inFranksurtamMain. Das V e r- bandsgebiet umfaßt vorbehaltlich anderwei- ter Abgrenzung im einzelnen: a) das Gebiet des Volks st aoteS Hessen, b) vom Regierungsbezirk Wiesbaden den Stadtkreis Frankfurt, den Maintaunuskreis, den Stadtkreis Wiesbaden, den Llntertaunuskreis, sowie den Obertaunuskreis: vom Regierungsbezirk Kassel den Stadt- und Landkreis Hanau, den Kreis Gelnhausen, den Kreis Schlüchtern, sowie den Kreis Fulda: vom Regierungsbezirk Koblenz den Kreis Kreuznach, und c) von Baden: vom Amtsbezirk Weinheim die Gemeinden Weinheim, Lützelsachsen, Sulzbach, Hemsbach und Laudenbach. Bis zur ordnungsmäßigen Bestellung der Organe des Verbandes nach den Dorfchriften der zu erlassenden Satzung wird mit der vorläufigen Wahrnehmung der Ausgaben und Geschäfte des Verbandes der Diplomlandwirt I. Birkenholz in Frankfurt o. M., Bethmannftrahe 50, bestellt. Zur vorläufigen Wahrnehmung der Befugnisse des nach dem Milchgesetz einzusetzenden Preisausschusses wird dem Beauftragten ein vorläufiger Preisausschuß mit beratender Stimme beige- geben, der bestehl: a) aus vier Vertretern der Milcherzeuger, b) je einem Vertreter der Landwirtschasls- kammern bzw Bauernkammern in Darmstadt, Wiesbaden und Kassel, c) zwei Vertretern von ÖC' nossenschastsmolkereien, d) einem Vertreter von Pri- oatmolkereien, e) zwei Vertretern des Handels und f) zwei Vertretern der Verbraucher. Die eingeleiteten Arbeiten zur Bildung der milch- wirtschaftlichen Zusammenschlüsse Frankfurt Offen- bad), Hanau, Wiesbaden und Gießen sind damit erledigt. Die gegenwärtigen Lieferunasbedingungen im Derbandsgebiet werden durch diese Anordnung nicht berührt. Ihre Regelung erfolgt durch die Satzung, injoweit der Reichskommissar besondere Anordnungen vorher nicht trifft. Als erste Mastnapmc des neugebildeten Verbandes steht, wie die amtliche ,Darmstädter Zeitung" schreibt, eine Preisanordnung zu erwarten, um dem Milcherzeuger den ihm zustehenden Anteil amMilchprcis zu sichern und um g.gen Prcisunterb e.ungen wir!» sam vorgehcn zu können. Zuwiderhandlungen gegen die Preisanordnung ziehen die Zurücknahme der Handelserlaubnis wegen Unzuverlässigkeit nach sich. Eilte weitere Anordnung wird folgert, die die Erhebung einer Ausgleichsabgabe vorsieht, die von jedem Liter in Derlehr gebrachter Trinkmilch erhoben werden soll, um den unzureichenden Wertmilch prcis aufzubcssern. Die Regelung der Ausgleichsabgabe sott so erfolaen, daß sie nicht zu Lasten des Erzeugers geht, aber auch den Endpreis der Milch für den Verbraucher nicht erhöht. Oberheffen. Gemeinderat in Och. D Lich, 15. Juni. Zn seiner jüngsten Sitzung beschloß der Gemeinderal, daß die Erhöhung der kommunalen Sondergebäude st euer für die Rj. 1932 und 1933 auf Antrag aus Billig- keitsgründen, entjpredjenb den von dem Herrn Finanzminifter für die staatliche Sondergebäude- steuer gegebenen Richtlinien, zu ermäßigen ist, so- weit dies bisher noch nicht gestehen war. Als Gemeindeoertreter zur Generalversammlung der Bezirkssparkasse Gießen wurden gewählt Bürgermeister Geil und Gemeinderatsmit- glied Karl Kuhn. Ersterer führt 3 Stimmen, letzterer 2 Stimmen. Der Erweiterung der städtischen Wasserleitung durch Bghrung eines Brunner^ am Breuerbcrg und dessen Anschluß an die städtische Wasserleitung wurde zugestimmt und die von dem Bürgermeister getroffenen vorläufigen Abkommen mit der Grundstückseigentümerin, der Standesherr- fchaft Solms-Hohensolms Lich, und der Brauerei Jhring Melchior dahier genehmigt. Die zur Ausführung der Anlage erforderliche Kreditaufnahme wurde bewilligt. Unter Mitteilungen gab der Bürgermeister be- könnt, daß die Gemeindewahlkommission in ihrer Sitzung vom 29. Mai 1933 fesigestellt habe, daß anstelle der 4 ausgeschiedenen Ratsmit- glieder der SPD., die in dem gleichen Wahl- vorschlcg ausgenommenen 4 Ersatzleute, und zwar Heinrich Horn, August T r e ch s l e r , Schlosser Karl Rau und Maurer Philipp Schwarz- Haupt 1., in den Rat einzutreten hätten. Diese 4 Ersatzmitglieder hätten gletchsalls ihre Mandate zur Verfügung g e stellt. Damit sei der Wahlvorschlag der SPD. erschöpft. Die Mandatsniederlegung wurde genehmigt. Der Gemeinderat besteht nunmehr neben dem Bürgermeister und dein Beigeordneten aus 8 von der NSDAP, gewählten Mitgliedern. l'anoirvt« )i , « Reiskirchen, 15. Juni. Der frühere Dei- aeordnete Stumpf, der feit dem Jahre 1910 als Beigeordneter der Gemeindevertretung angehörte, hat mit Rücksicht auf (ein hohes Alter sein A m t niedergelegt. Die Einführung des vom Innenministerium neubestimmten Beigeordneten Ludwig Launspach 111, Landwirt, fand in der jüngsten Gemeinderatssitzung statt. Nachfolger von Launspach im Gemeinderat wurde der Steinbruchbesitzer Philipp Ludw. Gräf. Beide gehören der NSDAP, an Als Vertreter der Gemeinde bei der Bezirkssparkasse in Gießen wurde der Landwirt und Kohlenhändler Heinrich Jünger bestimmt. Der Ortswohnungs- ausjchuß wurde umbesetzt: als Vermieter wurden bestimmt Heinrich Schäfer 11. und Ludwig Bal- s e r II., als Mieter Wilh. Hammel und Philipp Glaub. Das Vertragsverhältnis zwischen der Gemeinde und dem seitherigen Flurschutz wurde zum 1. Juli gekündigt, da der Flurschütz sich schon in vor geschrittenem Aller befindet. Die Besetzung der Stelle wird ausgeschrieben werden. Der Voranschlag für die Kirchenheizung wurde genehmigt. Durch freiwillige Spenden sind etwa 1900 Mark ausge- bracht worden. Die Gcmeindeunkoslen belaufen sich aus etwa 3000 Mark. * Watzenborn 15. Juni. Der Gesangverein „Sänger fr an 3" hielt dieser Tage seine Generalversammlung zwecks Gleichschaltung im Sinne des Führerprinzips ab. Nachdem der seitherige Dor- stand seine Aemler zur Verfügung gestellt Harke, nahm der Versammlungsleiter Philipp Wehrum die Wahl des ersten Führers vor. Herr Karl Hof wurde zum ersten Führer bestimmt. Dieser ernannte als Mitarbeiter folgende Sänger: Otto I u n g 2. Dorj., Karl Lang, Rechner, Ä. Weiß, Schriftführer, W. Damasky, Bücher- und Notenwart, K Reuter, O. Damasky, K. Pitz, L. Schmandt als Beisitzer Der seitherige Vor- sitzende, Herr Joh. Harnisch, wurde für treue 25jährige Vorsitzendentätigkeit zum Ehrenvorsitzenden ernannt Nachdem noch verschiedene weitere Punkte ihre Erledigung gefunden hatten, mahnte der erste Führer die Sänger, auch weiterhin das deutsche Volkslied zu hegen und zu pflegen. Er schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Reichspräsidenten v. Hindenburg und den Volkskanzler Adolf Hitler, nachdem noch das Deutschlandlied und das Horft-Wesfel-Lied gesungen war, die Versammlung. 00 Langsdorf, 15 Juni. Nachdem vor kurzem der hiesige Turnverein zu einer außerordentlichen Generalversammlung zwecks Gleichschaltung zusammengetreten war, geschah dies gestern auch im Gesangverein Concordia. Die Vorstände beider Vereine legten ihre Aemter nieder. In beiden Vereinen wurde Bürgermeister Kneipp einstimmig zum Vorsitzenden wiedergewählt. Während im Turnverein der seitherige Vorstand, wenn auch mit anderer Verteilung der Aemter, verblieb, fand im Gesangverein eine wesentliche Aendcrung statt, da laut Anordnung des Gau- Vorsitzenden die überwiegende Zahl der Vorstandsmitglieder der NSDAP., oder einem anerkannt nationalen Verband angehören sollen. — Der G e • mein berat hat dieser Tage die Gehälter der Gemeindebeamten und Bedien st e - ten um 50 und mehr Prozent gesenkt. Der Feldschütz ist durch Ehrenfeldschützen ersetzt worden. Kreis Büdingen. ± Ridda, 15. Juni. Von der Führerschaft der Kriegertameradschaft Hassia, Generalleutnant a. D. v. Oidtman (Darmstadt), ging dem Bezirksführer Seum (Ridda) ein in herzlichen Worten gehaltenes Dankschreiben für die mustergültige Durchführung des Verbands- tages äu. Die Aufnahme seitens der Bevölkerung, Hinterbringung und Verpflegung seien vorzüglich gewesen. Die Heldenehrung an den beiden Kriegerdenkmälern habe einen erhebenden Eindruck hinterlassen, kameradschaftlicher und vaterländischer Geist habe den Begrühungs- abend getragen. Der Feftzug, in musterhafter Ordnung und Warschdisziplin, hätte jedes alte Soldatenherz erfreut, ebenso wie die Vorführungen auf dem Festplatz. Mit herzlichem Dank für die Mühe und Arbeit aller an den Vorbereitungen zum Verbandstag Deteittgten schließt das ehrende Schreiben. preutzen. Mrcie Wetzlar. < Dornholzhausen, 15. Juni. Einen schweren Unfall erlitt der 63 Jahre alte Landwirt Friedrich Braun von hier. Er stürzte in seiner Scheune durch Ausgleiten von der Leiter ab, siel auf die Häckselmaschine und zog sich einen Bruch der linken Schulter zu. Der bedauernswerte Monn mußte nach erster ärztlicher Hilfe in die Chirurgische Klinik in Gießen überführt werden. — In ihrer jüngsten Sitzung beschäftigte sich die (SemeinbcDerttctiing mit der Abnahme der Gemeinderechnung für das Rechnungsjahr 1931. Die Rechnung wurde wie folgt feftgeftellt: Einnahmen 36 612,26 Mk., Ausgaben 37 826,76 Mk., Sonderrechnung 1257,98 Mk., einziehbare Einnahmereste 6153,55 Mk., Vorschuß 1214,50 Mk. Die vorgekommenen Etatsüberschreitungen wurden genehmigt. Kirche und Schule. Theologische Konferenz m Gießen. • Die Theologische Konferenzzu Gießen tagte gestern bei gewohnt starkem Besuch aus Hessen und den Nachbargebieten im Studentenheim und wurde von Profesior D. Dr. Cordier, Gießen, mit einer die gegenwärtige ernste Lage der Kirche behandelnden Ansprache und Gebet eröffnet. Generalsuperintendent D. Dr. Dibelius, Berlin, behandelte „Die Aufgaben des deutschen Protestantismus gegenüber dem europäisch en Oste n". Luchers Tat war es, daß das von uns durch das Versailler Diktat getrennte Ostpreußen in seiner Mission bewußtes Land wurde, Vorposten gegen das Slaoentum zu sein. Luther vermittelte Prediger und Lehrer dorthin und half auch Danzig in ähnlicher Weise. Bekannt sind seine Sendschreiben nach Riga und Dorpat In Königsberg wurden Geistliche ausgebildet, die li» tauisch predigen konnten Es verschwanden die politischen Grenzen, und Uebersetzungen entstanden. Albrecht von Preußen lag besonders die Hochschule zu Königsberg am Herzen. Sigis und August von I Polen gab feinem Land wenigstens Duldung, und die Bibel wurde auch ins Polnische übersetzt. Rußland, im 16. Jahrhundert noch unbekanntes Land, verschleppte bei seinen Einfällen im Baltenland Prediger, die zu Missionaren wurden für das Evan- gelium Luthers. Die Steigerung der Einwanderung aus Deutschland wurde vom sächsischen Kurfürsten Ernst dem Frommen und andern, auch dem Großen Kurfürsten, benutzt zum Eintreten für die eoange- Hfdje Lehre. Freie Religionsübung, Handel und Staatsdienst ohne Konsesjwnswechsel wurde für sie erreicht. Die starren rustischen Gesetze verwehrten eine Mission in der orthodoxen Kirche. Peter der Große entwarf unter dem Einfluß von Leibniz, August Hermann Franke und Zinzendors neue Pläne, unter denen ein Missionsseminar in Moskau verwirklicht wurde. Bei den deutschen Schulen sollte begonnen werden. Eine Reihe der Briese der Schü- ler Frankes ist veröffentlicht Der Frühling war nur kurz und das Werk blieb auf die Pflege der Eingewanderten beschränkt. Zinzendorfs Brüdergemeinde gründete eine Agentur in Petersburg. Die Kolonie Sarepta an der Wolga blieb als Muster 125 Jahre bedeutend. Der Einfluß der deutschen evangelischen Theologie machte sich besonders in Kiew immer stärker geltend. Eine neue Auffassung der heiligen Schrift und die Lehre von der Recht- fertigung aus dem Glauben zog seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts immer weitere Kreise. Die Erweckungsbewegungen kamen mit den Be- freiungskriegen auch nach Rußland und ebbten nach ihnen nicht gleich ab. Zuerst wurden die oberen Schichten ergriffen, bann die Bauern durch die Stunbiften (Höhepunkt 1880). Eine Paralellbewe- gung zu biefen stellten die Baptisten dar, denen nach dem Krieg die Evangeliumschristen folgten. Die heutige Lage ist charakterisiert durch die fortschreitende Zersplitterung. Heute gibt es 25 orthodoxe Kirchen in Osteuropa. Die Tychonkirche ist gewillt, unter stärkstem Druck die alten Traditionen weiterzuführen: sie hat noch immer 200 Bischöfe mit 50 bis 60 Millionen ceelen. Die „lebendige Kirche" dagegen, vom Staat gefördert, ist nach Säuberung von unsauberen Elementen mit 130 Bischöfen ernst zu nehmen. Die Seelenzahl ist kaum bestimmbar. In der Ukraine lebt die seit 1930 verbotene autokephale Kirche: eine große evangelische Bewegung befindet sich im Lager der Evangeliumschristen und Baptisten. Der Gegensatz der Ukrainer gilt besonders den Polen. Die wirtschaftliche Lage ist auch durch die Balkankriege überall in der ortho- doxen Kirche sehr trübe; das englische Geld strömt hinein. Der Haß der orthodoxen Kirche gegen Rom und den Papst ist noch sehr lebendig. In der Zeit des Hungers hört das Fasten auf, ein verdienstliches Werk zu fein; die Frömmigkeit wird aus dem my- staaogischen Apparat ins Innere gedrängt Die Stunde, da die Schranken fallen, kommt auch in Rußland, zuerst im Süden Ziel muß fein, wie in Amerika und den abgetrennten Gebieten, daß De u 11 ch l a n d O st e uropa Prediger und Lehrer stellt. Dem slawischen Meer gegenüber ist nicht Missions-, sondern Evangelisationsarbeit zu treiben. Die Evangelisation ist befonders in der Theologie einzusetzen. Nötig ist die Pflege des theologischen Gesprächs in der ökonomischen Arbeit, in Zeitschriften, im Kausen der Bücher durch die Deut- schen, da es sonst die Engländer tun. Ein kirchliches Ostinstitut, wie schon Rom, muß auch die evangelische Kirche haben; eine Vorbereitung bat schon D. Z ö ck- l e r, Stanistau. Möglichkeiten dazu sind in Wien oder Königsberg. Im Baltikum und Estland muß vor allem der reichsdeutsche Protestantismus einsetzen; die Ukraine läßt ihre Pfarrer in Neudettelsau ausbilden, was noch nicht genügt. Eine Kirche muß eine Aufgabe haben, bie größer i st, als sie selber, sonst kann sie nicht lebendig bleiben. Ein Hunger nach dem, was nur die Kirche der Reformatoren bringen kann, besteht im Osten; die Kirche danke Gott für die weit- umspannende Ausgabe' Der Vortrag, mit lebhaftem Beifall ausgenommen, zeigte, wie der Vorsitzende feststellte, auch den künftigen Geistlichen neue Tätigkeitsgebiete. Im zweiten Vortrag behandelte Privatdozent Lic. Schlier, Marburg, „Die Gemeinde und die Welt in der Johannesapokalnpse" Die hier entwickelten neuen Gesichtspunkte (Die Welt, tierhast aus der Ewigkeit herausgesallen, geht aus den Gerichten in die Gerichte hinein — die durchhaltende Gemeinde hat das Wort, den Namen und den Glauben: das Zeugnis) nachzuprüfen, stellte bei der Aussprache nachmittags Professor D föultmann, Marburg, in Aussicht. Die weitere Aussprache zeigte, wie ernft auch heute in den Kreisen der Kirche dies „Buch mit den sieben Siegeln" wieder genommen wird. Wirtschaft. Besserung des Außenhandels im Mai. Berlin, 16. Juni. (IBIB. Funkspruch.) Jm 217 a i sind die Außenhandelsumsätze, die sich im April stark vermindert hatten, wieder gestiegen. Die Einfuhr hat von 321 Millionen Reichsmark auf 333 Millionen Reichsmark, d. h. um rund 4 v. h. zugenommen. Da der Gefamt- durchschnittswert der Einfuhr noch etwas rückgängig war, ist die mengemähige Zunahme noch etwas größer als die Entwickelung des Einfuhrwertes zum Ausdruck bringt Die Erhöhung der Einfuhr ist zum Teil als Rückwirkung auf die übermäßig starke Schrumpfung im April zu erklären. Die Ausfuhr hat von 382 Millionen RM. im April auf 422 Millionen Reichsmark im Mai, d. h. um 40 Millionen Reichsmark zugenommen, eine Steigerung, die über dem saisonüblichen Umfang hinausgeht. Die Handelsbilanz schließt im Mai mit einem Ausfuhrüberschuß von rund 89 Millionen Reichsmark gegen 61 Millionen Reichsmark im Vormonat ab. Frankfurt abwartend. Frankfurt a. M., 16. Juni. (WTB. Drahtmel- dung.) Bei nicht unfreundlicher Stimmung oerzeich- nete die heutige Mittagsbörse zu Beginn lediglich für Deutsche Anleihen etwas lebhafteres Geschäft, während am Aktienmarkt die Umsatztätigkeit nur minimal war, da die Kulisse infolge der geringen Publikumsbeteiligung ihre abwartende Stellung bewahrte. Die bisherigen Arbeiten der Weltwirtschastskonferenz wurden günstig beurteilt, während die aktivere Außenhandelsbilanz für den Monat Mai und die Abschwächung der Neuyorker Börse, sowie der internationale Warenmarkt kaum Eindruck machten. Die Astbesitzanleihe eröffnete 0,40 0. H. höher und zog später um weitere 0,25 aus 77,5 v. H. an. Auch Neubesitz, Schutzgebiete und späte Reichsschuldbuch, forberungen waren leicht erhöht. An den Aktien- märtten war die Kursgestastung uneinheitlich, wo bei die durchschnittlichen Veränderungen etwa 0,25 bis 0,5 0. H. betrugen. Relativ schwach eröffneten Akkumulatoren Berlin mit minus 2,5 0. H. Die Far- benattie zog zunächst um 0,65 0. H. an, später ging sie aber um 1 0. H. zurück. Scheideanstalt waren behauptet. Von Elektroaktien waren Siemens 1,25 0. H. fester, dagegen Lahmeyer 1,5 v. H. schwächer. Irn übrigen ergaben sich hier nur geringfügige Verände- rungen. Montanwerke lagen überwiegend etwas niedriger, lediglich Harpener mit plus 1,13 0. H. und Stahlverein mit plus 0,40 0. H. eröffneten höher. Etwas fester fetzten außerdem Reichsbank (plus 0,5 0. H.) und Deutsche Linoleum (plus 1 v. H.) ein. Schiffahrtspapiere waren etwa behauptet. Im Verlaufe bröckelten die Kurse unter dem Druck der herrschenden Geschäftsstille meist etwas ab. IG. verloren erneut 0,5 0. H. Besonders schwach lagen Mannes- mann mit minus 2 0. H. Soweit noch Kurse fest- gestellt wurden, lagen sie gegenüber gestern abend meist 0,5 bis 1 v. H. niedriger Relativ gut behauptet bzw. fester waren jedoch Reichsbank mit plus 0,75 v. H. Deutsche Anleihen blieben auf ihrem erhöhten Niveau gut behauptet, das Geschäft wurde aber sehr klein. Am Pfandbriefmarkt traten keine größeren Veränderung ein, teilweise waren Gold- sowie Liquidationspfandbriefe leicht befestigt. Staats- und Stadtanleihen lagen ruhig und uneinheitlich. Von fremden Werten blieben Mexikaner und Türken behauptet, wogegen Schweizerische BundesbahnAn- leihen erneut angeboten und schwächer waren. Tages- geld war zu 3,75 v. H. unverändert. G. A.-Sport. Handball der Sp.-Bg. 1900. 1900 L —2. Komp. J. R. 15 6:12 (4:5). Dieses Spiel nahm einen -Verlaus, wie er wohl kaum erwartet wurde. An Stelle eines knappen Ausgangs sah man einen deutlichen Sieg des Ba- taillonsmeifters. Von vornherein muß festgehasten werden, daß die zweite Kompagnie die einwandfrei bessere Mannschaft stellte. Es muß an dieser Stelle einmal auf das Gastspiel der Darmstädter Polizei zurückgegriffen werden. Während man bei der Siegermannschaft feststellen konnte, daß sie sich recht viel, insbesondere in Bezug auf Abspiel und Aufbau, angeeignet hatte, schienen die 1900er in dieser Hin- sicht so veraltet wie noch nie zu spielen. Hierin liegt zweifellos ein Hauptgrund ihrer Niederlage. Einen starken Ausschlag gab natürlich auch, daß die Spiel- Vereinigungsleute auf einen so zuverlässigen und routinierten Spieler wie Schott I, der verhindert war, verzichten mußten. Der Ersatzoerteidiger fiel ab. Zum Spielverlauf sei kurz bemerkt, daß die 1900er durch den Halblinken Krüger in Führung gehen konnten. Die Herrlichkeit dauerte jedoch nicht lange. In tadellosem Zusammenspiel verschafften sich bie Soldaten bis Mitte der Halbzeit einen Vorsprung von 5:1. Allmählich schienen sich die 19O0er auf sich selbst zu besinnen. Sie hosten durch Kruger und Schott HI bis zur Halbzeit auf 5:4 auf. Nach dem Wechsel pflegte der Bataillonsmeister sein variationsreiches Spiel weiter. Besonders gefielen die Stürmer Langenohl, Schmitt und Krämer. Die 1900er spielten nach wie vor schwerfällig und mußten sich noch weitere sieben Tore gefallen lassen, denen sie nur zwei entgegensetzen konnten. Allerdings hätte man von 1900's Hüter erwarten müssen, daß er je- den schwierigen Ball zu meistern versucht hätte (wie sein Gegenüber). Als Schiedsrichter fungierte Bauernschub (VfL. Wetzlar). Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Rm Sonntag wettte die 1. Mannschaft in Butzbach, um gegen die dortige Zweite eine Rückspielverpflichtung auszutragen. Das Spiel endete, nachdem Großen-Buseck bei Halbzeit 2:1 in Führung lag, unentschieden 3:3. Gewinnauszug 3. Klasse 41. Preußisch-Süddeutsche (267. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf bie Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 2. Ziehungstag 15. Juni 1933 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 @ttz>inne »o 100000 W. 391992 6 »etoinn« eu 6000 37L 91523 373423 373846 2 OetDinn« m 3000 M. 335924 8 OttDinn« ,u 2000 M. 230303 255467 260076 369858 24 »rannnt »n 1000 «HL 36436 37111 56195 72116 78886 80380 94034 104971 227214 254591 345268 373412 36 ®tw;nnt .o 800 M. 25945 31564 38419 57349 69793 69801 90669 96111 126426 133780 248082 253479 285040 302424 314574 325048 333201 365381 52 frttotant tu 500 W. 25383 37259 69005 109414 122282 134821 175230 176119 181062 220736 238220 244361 245535 279538 295766 297240 300435 325039 326790 345231 368416 374981 376761 386208 388259 392666 In der heutigen Nachmittagsziebung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 «tBtnnc tu 5000 M. 144718 6 Oetntnn« tu 3000 ®L 91929 129771 398958 6 »roinnt tu 2000 ®L 130461 247205 349977 24 OttDinne io 1000 TL 13331 18398 49774 80637 132279 140699 178343 224861 289951 333542 344402 379433 28 »rtDinne tt> 800 ®L 9596 23631 66753 68161 74324 91603 98251 169954 253606 260665 306218 308476 314083 386311 40 »tstnae iu 500 TR. 6185 54001 97227 102941 109334 118209 129459 216185 242870 249329 253439 257347 260309 267173 289847 292695 316263 351352 370308 382422 Die Ziehung der 4. Klasse der 41. Preußisch. Süddeutschen (267. Preußischen) Staats - Lotterie findet am 12. und 13. Juli 1933 stall. 24 Fortsetzung Nachdruck verbotenI folgt) Z i Herren-Netzjacken t 1.75 2.50, 1.95, 1.10 3S30A Bahnhofstraße 31 3968 A Kinderbademäntel Alle Schweine, S'SÄS"?.'; 163D RASSOL Volkstümliche Naturwissenschaft Mercedps In reichbebilderten, leichtverständlich cresrhri<*h^n«-n _______.... VWUWQ Aussuchen jedes Stück Hugo Bermühler Verlag - Berlln-Llchterfelde Modehaus rf AM OSWALDSGARTEN und- Capes aus vorjähriger Saison, helle Farben, für das Alter von 2 bis 8 Jahren, zum i gr. ffi. MK. 1.50 Herren-Hosen porös oder dicht. Herren-Poloblusen oder -Hemden mit halbem oder langem Arm, 2.25, 1.95, an?" und fest: „Ich! Gebe Herren-Kniehosen porös oder dicht..... Herren-Hemdhosen porös oder dicht....... in passenden Größen wird Ihnen leicht, wenn Sie sich in meinem Fachgeschäft beraten lassen! 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Ju haben in allen Apotheken. ..................................................................................... ........... Am gleichen Tag, an dem der Freiherr vom Stein t Breslau eingetroffen ist, landet auch General meisenau, der nach der Entlassung Steins ins Aus- nd gegangen war, von England kommend, in Kol- berg. Mit ihm schließt sich der Kreis deutscher Männer, die Frankreichs Schicksal besiegeln. Preußen kann marschieren! 18. Ueber Schloß Löbau senkt sich im stumpfen Glanz der hinter Nebelschleiern vorsinkenden Wintersonne früher Abend hernieder. Grau und tot liegt das wuchtige Mauerwerk im fahlen Licht, ab und zu hallt gedämpft der Ruf der Wachen, die seit Verkündung des Todesurteils über Hauptmann Döllnitz Tag und Nacht die Tore besetzt halten. Wochen sind vergangen, ohne daß man das Urteil vollstreckt hat. Morgen abend aber läuft die letzte Frist ab, die dem Gefangenen und Todgeweihten bleibt. Hauptmann Lesevre sitzt in seinem Arbeitszimmer. Seine Frau ist bei ihm. Kein Licht erhellt den Raum. Die beiden fühlen nicht das Hereinbrechen des Abends, die langen Schatten, die stetig über allen Dingen wachsen. Ihr Schweigen ist beredter als Worte, ihre Gedanken sprechen lauter als Stimmen es vermögen. Frau Jeannette sitzt reglos in der Tiefe des Sessels vergraben. Ihr Herz ist voll namenlosem Leid, als müßte sie allen Schmerz der Erde tragen. Was waren das für Wochen, die hinter ihnen liegen! Auf den Knien haben Menschen, die ihrem Herzen nahe stehen, um Hilfe gefleyt, um Erlösung von furchtbarem, kaltem Todesspruch, den nichts in aller Welt hat abwenden können. Jeannette hat das Urteil, das drohend seit Wochen über Döllnitz' Haupt schwebt, nicht wandeln können — um ihres eigenen Mannes willen. Was galt hier aller Schmerz, alle Wehmut, alles Leid der anderen, wenn sie selbst dafür das eigene Liebenswerteste hätte opfern müssen? ... Sie hat es versucht mit allen Mitteln, mit allem Mut, bis an die Grenze des Möglichen. Schon damals wäre ihre Liebe an diesem Wagnis zerbrochen, um Haaresbreite hätte das Schicksal ihren Rens statt des anderen gerichtet. Ein Stöhnen entringt sich ihr, ihre Augen suchen ihren Gatten. Er hat die Hände gegen die Schläfen gestemmt, starrt schweigend vor sich hin. Jeanette spricht zu ihm hinüber, fast erschrocken über den Laut ihrer eigenen Stimme in der toten Stille des dunklen Raumes: „Ren6 — könntest du nicht doch noch einen letzten Versuch machen, der die Vollstreckung des Urteils hinauszögert — und wenn es Tage sind, jede Stunde ist gewonnene Zeit für den Unglücklichen ..." Lefevre erhebt sich schwer. Langsam kommt seine Antwort, voll Hoffnungslosigkeit: „Ich weiß keinen Ausweg mehr! Es ist alles umsonst. Morgen abend ist die Frist abgelaufen — wenn bis dahin der Kommissar Rambeaux nicht lebend zurück ist, muß ich übermorgen früh vor Sonnenaufgang das Urteil vollstrecken lassen." Er seufzt tief auf, sein Blick ist durch das hohe Fenster in die Weite gerichtet. „Es besteht keine Hoffnung, daß sie uns den Kommissar lebend ausliefern, wenn wir nicht ihren Hauptmann dafür herausgeben. Der Oberst in Glogau hat alle 1.10, 75, 50 Pf. meine Vorstellungen auf das entschiedenste abgelehnt." Jeannette nimmt alle Kraft zusammen, ihrer Stimme Festigkeit und Ueberzeugung zu geben: „Du mußt morgen noch einmal zum Oberkommando. Schildere ihnen die Zwecklosigkeit, was ist für die Armee gewonnen, wenn dieser preußische Hauptmann stirbt? Nichts! Solange ihr chn hier in sicherem Gewahrsam habt, ist er ungefährlich — und gibt Hoffnung, den Kommissar noch lebend in eure Hand zu bekommen!" Lefevre tritt zu Jeannette und nimmt ihre Hände, eine tiefe Trauriakeit ist in seinem Blick. „Ich werde den Preußen nicht retten können, ch6rie — so gern ich es möchte. Er ist ein tapferer Soldat, der alles für sein Vaterland opferte. Meine letzte Hoffnung war die Frist, die bis zur Auslieferung Rambeaux' blieb, aber sie werden ihn nicht herausgeben — lebend nicht!" Mit Schaudern muß er an das Päckchen denken, das eines Morgens auf seinem Schreibtisch lag — niemand wußte, wie es dorthin gekommen war. Es enthielt alle Papiere des Kommissars und die Zeilen von seiner eigenen Hand: „Um der Barmherzigkeit willen — schonen Sie das Leben des vreußischen Kuriers! Sonst ist seine Todesstunde auch die meine." Lefevre hält die Hände seiner Frau fest umschlossen. Er spricht vor sich hin, als spräche er Furchtbares, das nur er ertragen kann: „Der Oberst will auf die Rettung Rambeaux' verzichten — wenn nur dem Gesetz Genüge getan ist. Ich aber kann nicht noch einmal Repressalien von solcher Schwere wie damals androhen — ich habe nicht die Kraft und nicht den Mut dazu." Er macht eine Pause, fein Atem setzt aus, dann wendet er sich mit aller Zärtlichkeit an Jeannette, die voll Angst an seinem Blick hängt. „Vielleicht, chsrie, kommt dem Gefangenen das Schicksal in letzter Minute zu Hilfe. Es steht leider schlimm um unsere Sache! Was ich täglich von Breslau melden höre, läßt das Schlimmste befürchten — vielleicht müssen wir uns in Tagen schon trennen. Unsere Truppen werden das Land räumen müssen, bevor die Gefahr aufs höchste gestiegen ist. Und wenn ick marschieren muß, dann will ick dich hier in Sicherheit und Obhut wissen. Ick ersehne daher nichts dringender, als dem preußischen Offizier das Leben zu schenken — ich will um deinetwillen in Frieden von hier ziehen." Jeannette kämpft mit den Tränen. Sie hat es geahnt, seit Tagen schon fühlt sie die bedrückte Stimmung bei Rens. Die schwerste Prüfung steht ihr bevor, es sind noch nicht genug der Leiden gewesen ... „Du wirst es gut haben. Die Menschen hier lieben dich. Die Baronesse ist dir eine Freundin, wie du sie dir nicht aufrichtiger wünschen kannst." Renss Stimme spricht zärtlich und tröstend, wie zu einem Kinde, in das stille Weinen Jeannettes. Im Forsthaus im Eulengrund hält man geheimen Rat. Der junge Jürgen Thorn ist dort, Karl von Löbau, Schmied Wemper und der Amtmann Günther, der seit der Festsetzung des Barons alle Obliegenheiten des Tugendbundes im Landkreis zu vertreten sucht. Als endlich Freiherr vom Stein das Schloß verlassen kann, ist es mit seiner Kraft zu Ende. Die Erregung der letzten Stunden hat den kranken Körper von neuem aufs äußerste erschüttert. Mühsam gelangt er zu seinem Wagen zurück. Eine neue Tragikomödie hebt an: Ueberall, wo man nach Quartier fragt, spricht man vergeblich vor. Breslau, das Zentrum der Freiheitsbewegung, ist mit Menschen überfüllt. Halb verzweifelt läßt sich der Baron zum Markt fahren. Da trifft er unvermutet auf den Major Lützow, der die Freischar organisiert. Voll Freude begrüßt ihn der Major. Stein, kaum noch fähig sich zu rühren, reicht ihm unter Schmerzen die Hand: „Ein böses Wiedersehen, Major! Sie finden mich krank — aber dennoch froh: Meine Mission ist nun wohl für immer beendet — komme eben vom Schloß. Heute nackt noch reift Scharnhorst nach Kali^ch zum Zaren. Das Bündnis mit Rußland steht!" Lützow starrt ihn an, als höre er Himmelsbotschaft. „Enolich! Gott habe Dank!" „Nun möchte ich nur einen Platz haben, lieber Major, wo ich meine kranken Knochen, vielleicht zur letzten Ruhe, hinlegen kann. Nirgends ein Quartier zu finden — können Sie mir helfen?" „Ich habe für mich zwei bescheidene Dachstuben im Gasthof „Zum goldenen Zepter" belegt — wenn Sie mit denen zufrieden sind, Herr Baron?" Stein lächelt müde: „Hauptsache ist — ein Dach über dem Kops. Führen Sie mich hin, Major!" Mit Mühe hat man den Schwerkranken die steilen Treppen zu seinem ärmlichen Quartier hinaufgebracht. Stein ist so entkräftet, daß er sofort zu Bett muß. Wohltätiger Schlaf empfängt bald daraus den Mann, der Preußen auf die Bahn der Freiheit gelenkt hat. Sein Werk ist vollendet. Es war mühselig und entbehrungsreich. Nun kann sein Leben zu Ende gehen, denn der Sieg ist sein! Und während der Schlummernde ausruht, macht das Gerücht von feinem Eintreffen in Breslau die Kunde. Kurze Zeit darauf sind die Leute des französischen Gesandten St. Marfan am Werk, das Quartier des alten Erbfeindes napoleonischer Willkür auszuspionieren. In dem kleinen Hause eines Drechslers, das gegenüber dem Gasthof „Zum goldenen Zepter" liegt, mieteten die Spitzel für vieles Geld eine Kammer und beobachteten fast eine Woche hindurch die ärmliche Dachstube, in der der kranke Baron liegt. Aber nichts ist von feiner Anwesen- heit zu erhaschen. Unten im Gasthaus ist das Werbebureau der Lützower Jäger. Ein gefährlicher Boden für französische Spione, die schließlich das Spiel verloren geben. • Julius Schulze (Begründet 1859 • Kreuzplatz 397 8seraeugnisse.Sie vermitteln einen tiefen Einblick Ri die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch 5™nÄ!“ n erhöh‘e Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Thompson! I MwmWvelÄ 3978 A Salomon xn E 2 E E 2 15‘9 2 D B E E E a Schl (Bebt b K q a a « e <3 « 5 E o ZD 3 o E E r*> E O •X—* « r> c, o n 3 72 c o a = E « ■n E er. E 5 c 2 it eine Münzt Holzplatte in »Machen mir »um erstenmal ernst ist mit Meisen! Drei - der Soihel legt die Hand N«" Tchrin V ">>ch mehr n ^horn ba. .®lr wissen 1mA ^lcht heraus II 3 c e 9 E £ C .. o _Q_ in . So E = - c c .2 tfl ö> u o ö o •e y WQ," E<^> — — L2 *- *5 c - - 'SS“-*0 -Ä 4. E «p- 43- _ - ?Kn«S 5 C «o» P-P'-B'S c ° 2L 2 «" — *- w — ■= --^HCQS.a oe,-^ sSbE o CC •“ 72 O ’ <7 C5 ~ 3 — 72 §c-e = =-E."t2' ’S S s ». . ” C £ Ü ^RZs 2 *6* y in rä c E «L «o k-y sj>u,2 c S c o.2i t- §4,«"»°. Z c-- - = - -|6 = 8iB=6 ^IEbz£es ? x- J^Cg : E c 3 E^= != fE. . t — w «.'£■5-5=^ Eä 3 C t fc- Ä o — JOJD-^i CG -O C _ : = E . iC'" 43 2 *- - II o C «u's = 0^0, gB»i » t E1 = 2*1 = L ,-ä N B E 1.25 E 2 is E (Dc7 a B L) e — 3 19 öfiA lebt, wenn ten lassen! in 3 O n k 3 3 o, E C" o ti 3 c Q- 40 .—-E1 ,.c? A E to E *G c5 ■e- c E O 2 s o c a m O E £> 4> 12 E O E = 3 »« La v D 'S -e o» a s o O N o E 5 za <2 3 ■e = E c H E jO <■ a> 2 L 3 3 c£. m <5- c 3 19 €1 3 w »* 3 ^2? Z"^A Q O to-e o 3Ä 05^- O *■— CG 3 2 ;s O 4»‘ 3 3 3 "5 Ä ■*" £5 ° 3 3 , ^N- o 72 2 _ y 3 "iE" 3 £19 S «< C7 3- 3 in 's ° £ s O, o •” "o’ji l.Hl 3^>» S £ o <25 — LZ- - 5, E £"£>5 5" . 3 i ■ e '!' e£ <3 £42 3 ö. . o g u (-5 8^3 £CB <7 cs — 15E. u 387 - TL 3.£ 05 3^ '- ,E ^- e, Cb A E -o 3 . 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