Dienstag, 16. Mai 1955 185. Zahrgang Nr. 115 SeühattSsabe Deutscher Protest in Wien 3n dem Schreiben heißt es zur Begründung des Vorschlages u. a.: In den letzten Wochen ist eine Sucht ausgebrochen, führende Männer der Wirtschaft von ihren Arbeits- | stellen wegzuholen und dem Staatsanwalt zu beliefern, weil gegen sie der Verdacht vorliegt. in den Jahren der marxistischen Herrschaft in Deutschland sich der Steuerhinterziehung oder der Kapitalverschiebung schuldig gemacht zu haben. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß in vielen Fällen nicht der Ruf nach Gerechtigkeit der Antrieb ist, Männer großer wirtschaftlicher Verantwortung vor Gericht zu ziehen, sondern persönliche Gefühle Einzelner, bei denen zum Teil kleinliche Momente, zum Teil sogar Schadenfreude und Rache die Triebfedern des Handelns sind. Auch für den Reuaufbau der Wirtschaft ist es ein Hemmnis, wenn die Persönlichkeiten, mit denen ich zusammen den Aufbau durchführen muß, in ihrer Entschlußfähigkeit behindert sind, weil sie dauernd erwarten müssen, aus Grund irgendeiner Anzeige in das Gefängnis abgeführt zu werden. Selbst für die Finanzierung einer großzügigen Arbeits- beichaffung ist es ein Hindernis, wenn gerade diejenigen Vertrauen und Zuversicht verlieren, die nun einmal zu den Hauptkreditträgern gehören. Selbst wenn wir davon überzeugt sind, daß die Auswirkungen der von uns geplanten großen wirtschaftlichen Matznah m e n zum unbedingten Ziel führen, rechtfertigt diese Lieberzeugung es nicht, auf die R e tz b a r - machung auch der letzten Kräfte persönlicher und finanzieller Art zu verzichten. Wir , sind es vielmehr dem gesamten deutschen Volk und dem deutschen Arbeiter schuldig, alles, bis auf den letzten Mann und bis auf den letzten Groschen, zur Mitarbeit heranzuziehen. nung schafft. Gr hat dort gründlich ausgeräumt. Wir glauben, daß sich auch in seiner neuen Stellung diese goldene Rücksichtslosigkeit bewähren wird. Durch die Einführung des Einministersystems wurde der Etaatsminister Dr. Müller zu anderweitiger Verwendung frei. In Anerkennung der hervorragenden Fähigkeiten unseres Pg. Dr. Müller hat Rcichsstatthalter Sprenger gebeten, eine Oberbürgermeisterstelle zu übernehmen. Gerade unsere großen Städte bedürfen ja so dringend hervorragender Finanzfachleute. Pg. Dr. Müller ist der Mann dazu. In den bisher vom Rcichsstatthalter getroffenen Maßnahmen zeichnen sich für alle, die tiefer blicken, die Grundsätze ab. nach denen in Zukunft der hessische Staat geführt werden wird. Sie zeigen klar, daß es — neben der Wiederherstellung eines sauberen Verufsbcamtentums und feiner Tugenden — die feste Absicht des Reichsstatthalters ist, den Staatsapparat bis ins einzeln st e zu überprüfen. Für uns alle ist klar, daß daraus eine bedeutende Vereinfachung entspringen wird. Es kann sein, daß dabei Schwierigkeiten und Härten auftreten — aber wann wären Rationalsozialisten jemals davor zurückgescheut? Ein Gedanke ober wird über dem allem stehen: alles, was geschieht und geschehen muh, dient der Rettung und dem Heile des Volkes, und freudig werden wir alle Maßnahmen des Reichsstatthalters begrüßen, die diesen Zweck verfolgen. Das Hessenvolk wird es ihm zu danken wissen. setzung des v o l k s d e u t s ch e n Kampfes auf. Sie erwartet, daß jetzt jeder deutsche Student und jeder studentische Verband das Seine tut, um gerade in Oesterreich eine Politik herbeizuführen, durch die unser Volk seiner Einigung entgegengeführt wird. Die Deutsche Studentenschaft hat im Kampf für ein großdeutsches Reich immer in vorderster Front gestanden. Besonders aber gilt dies von der Deutschen Studentenschaft O e st e r r e i ch s. Sie muß daher an den C. V., als dem größten katholischen Korporationsverband, die Forderung richten, daß er sofort die Einheit einer großdeutschen Studentenschaft in Oe st erreich wiederherstellt und sich daher mit allen Mitteln für die Wiedererrichtung der Deutschen Studentenschaft Innsbruck einsetzt. Zur Unterstützung des Ringens ihrer Kameraden in Oesterreich, «udetendeutschland und Danzig und zur Förderung des Grenzkampfes ihrer Volksgenossen errichtete die Führung der Deutschen Studentenschaft eine „Grenzland ft iftung der Deutschen Studentenschaft". Einzahlungen werden erbeten auf das Postscheckkonto Berlin 151 34 Grenzlandstiftung der Deutschen Studentenschaft. Von jedem deutschen Studenten wird von diesem Semester ab ein Zwangsbeitrag von 10 Pf. für die Grenzlandstiftung erhoben werden. MeilMchaffimgsanleihe und Anmesiie. Ein Vorschlag des nationalsozialistischen ReichswirtschafiSkommiffars. Var msladl, 15. Mai. (IDS7L) Der f)err \ Reichsstallhaller von Hessen, Pg. Spren- ger, Hal feinen Amtssitz in Darmstadt genommen. Vorläufig sind alle Zuschriften nach Darmstadt, Rheinstrahe 48, zu richten. Der Reichsstatt- Halter hat den Pg. Professor Dr. Werner zum Ministerpräsidenten und Staotsmi- nister von Hessen, den seitherigen Präsidenten des hessischen Landtag», Pg. Rechtsanwalt Jung, zum Staatssekretär und stellvertretenden Staatsminister ernannt Da nunmehr nur noch e i n Staatsminister vorhanden ist. wurde Staatsminister Dr. Mutter zur anderweitigen hervorragenden Verwendung frei. wird ihm ab sofort eine Oberbürgermeister, ft e 11 e übertragen, da gerade diese Stellen hervorragender Finanzsachmänner bedürfen. Berlin, 15. Mai. (ERB.) wie wir erfahren, ist die deutsche Gesandtschaft in Wien heute mittag angewiesen worden, wegen der bekannten Vorfälle, die sich während des Besuches des Reichsjustizkommissars Dr. J r a n L des preußischen Iustizministers 6 e t r l und des Ministerialdirektors Freister ereigneten, bei der österreichischen Regierung schärfsten Protest zu erheben. Dieser Protest bezieht sich in erster Linie auf den unfreundlichen und ungewöhnlichen Empfang der reichsdeutschen Herren auf dem Flugplatz in Aspern. Eine Erklärung der Deutschen Studentenschaft. Berlin, 15. Mai. (TU.) Die Deutsche Sluden t e n s ch a f t veröffentlicht folgende Erklärung: „Die Regierung Dollfuß glaubt in Oesterreich den Großdeutschen Gedanken mit allen Mitteln bekämpfen zu müssen. Durch die Rücknahme der Einladung zur Klagenfurter ^DA.-Tagung und die Auflösung der Deutschen Studentenschaft Innsbruck hofft sie, zwei entscheidende Schlage gegen den Anschlußgedanken geführt zu haben. Die Führung der Deutschen Studentenschaft ruft in dieser Stunde zur unbeirrten Fort- Oie Grohdeutsche Volkspartei hinter Hitler. Wien, 15. Mai. (TU.) Dcr nationalen Front, die kürzlich durch die Kampfgcmein- schäft zwischen dcr RSDAP. und dem steierischen Heimatschuß geschlossen wurde, hat sich nun auch die Großdcutfchc Vvlkspartc, angcglic- dcrt. Parteiamtlich wird darüber eine Verlautbarung herausgegeben, in der es u. a. heißt: Im Hinblick auf gemeinsames program ma« tischcs Ideengut — in nationaler Hinsicht rückhaltloses Bekenntnis zu Großdcutschland. in sozialer Hinsicht Volksgemeinschaft statt Klassenkampf — schließt sich die Großdeutsche Volkspartei unter Wahrung ihrer Selbständigkeit der von der RSDAP. mit dem deutsch-österreichischen (steierischen) Heimatschuh abgeschlossenen K a m p s g c - meinschast an. Der unbedingte Anschlußwille an das heutige Deutschland ist ein Bekenntnis der Großdeutschen Volkspartei zum n e u e n D e u t s ch l a n d. Dieses aber schließt in sich die Anerkennung AdolfHitlersalsdesFührersdesge- samten deutschen Volkes. Deutschland bleibt dem österreichischen Alpenstug fern. Berlin, 15. Mai. (ERB.) Der Aero- Llubvon Deutschland sandte heute an den österreichischen Aero-Club in Wien das nach- Berlin, 15. Mai. (TU.) Wie die National- ozialistifche Parteikorrespondenz meldet, hat der Rcichswirtschaftskommissar Dr. Wagener an den Reichsjustizminister Dr. Gärtner ein Schreiben gerichtet, in dem er unter Hinweis auf die dringende Notwendigkeit der energischen Bekämp- ung der Arbeitslosigkeit folgenden Vorschlag macht: Ich schlage vor, daß für alle Falle der Steuerhinterziehung und der Kapilalver- f ch i e b u n g , bei denen nicht auch noch andere strafbare Handlungen mitsprechen, unter der Bedingung eine Amnestie verkündet wird, daß die Missetäter e i n e n T e i t i h r e s f t üs- figen vermögens und insbesondere das ins Ausland verschobene Kapital für eine großzügige nationale Arbeilsbe- fchaffungsanleihe zur Verfügung stellen. Die Arbeilsbeschafsungsanleihe, die selbstverständlich nur mit einem niedrigen Zins - s a h zu verzinsen ist, soll den Grund stock für den großen Akt der Arbeitsbeschaffung und der Wiedereingliederung der Aermflen unseres Volkes, auf denen der Fluch der Fehler der vergangenen Regierung lastet, in den wirtschaftsoorgang bilden. — wer also das Kapital, das er durch Verletzung der Vorschriften des von uns gestürzten Systems gerettet hat, zur Verfügung stellt, um damit an dem wirtschaftlichen Wiederaufbau unserer Ration zu arbeiten, soll nicht mehr verfolgt werden. wer aber diese letzte Gelegenheit, den Gemeinnutz vor den Eigennutz zu stellen, vorübergehen läßt, soll in Zukunft a l s Landes- und Voiksverräter von der ganzen Schwere des Gesetzes getroffen werden. Neuordnung der Regierungsgewalt in Heften Reichsstatthalter Sprenger führt das Ein Minister-System ein. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Playvorschrist 2011, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschcin undfÜrdenAn- gcigcnteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in Gießen. Dazu schreibt das Gaupresseamt der RSDAP. : r r , Die obige Meldung bringt die ersten Maßnahmen des Reichsstatthalters in Hessen, Matznah- men, wie wir Rationalsozialisten sie seit Jahren gefordert und von unserem Statthalter auch erwartet haben, denn als vor wenigen Tagen durch die Presse die Rachricht ging, daß der Führer unseren Gauleiter zum Statthalter in Hessen ernannt habe, da war es für alle, die Sprenger kennen, klar, daß diese Ernennung über das Persönliche hinaus für Hessen und das hessische Volk von schwerwiegender Bedeutung sei. Darin liegt gerade das Große dieser Schaffung von Statthalterschaften, daß die Statthalterschaft nicht eine reine Formsache ist — wie viele erst dachten: daß der Statthalter nicht nur eine äußerliche Macht darstellt, sondern auch eine persönliche — mit einem Wort: daß der Statthalter nicht nur Vertreter des Reichskanzlers, sondern auch Vertreter des Führers i st ! Aus diesem Gesichtspunkt heraus verstehen jetzt auch viele, die sich über die Statthalterfrage den Kopf zerbrachen, warum die Wahl des Führers gerade auf Jakob Sprenger fiel, denn diese An- gehörige sterbender bürgerlicher Parteien wissen noch nicht, daß nichts aus der Welt eines ersetzen kann: die unbedingte, widerspruchslose, eherne Treue gegenüber dem Führer und das Erlebnis des Ratio- nalsozialismus, und gerade wir in Hessen, die wir fcen Gauleiter persönlich kennen, wissen, daß dieser Mann nur einen Willen, nur eine Ausgabe, nur ein Lebensziel hat: den Willen des obersten Führers bis in die M e i n ft e Klein ig- feil durchzuzwingen. Gerade dieses Unbedingte seines Wesens, diese Klarheit und Harte des Willens waren es, vor allem aber feine Einfachheit, was diesen Mann an die Spitze gerückt hat. Sem Erfolg als Gauleiter beruht nicht zum wenigsten auf der Tatsache, daß er es verstanden hat alles aus die einfachste Formel zu bringen Das hervor- stechendste Merkmal der von ihm geschaffenen Dr- ganisation war vielleicht das: jede Stelle auch die kleinste, war nötig, vollbeschäftigt und voll verantwortlich. So wuchs aus der Vollkommenheit der kleinsten Teile das vollkommene Große. Was aber der Gauleiter Sprenger als erfolgreich erprobte — das darf der Reichsstatthalter mit Fug und Recht auf den Staat übertragen. Dies ist nicht nur eine Möglichkeit, sondern "eine Notwendigkeit, gefordert von den ehrlich Schaffenden, von den Steuerzahlern, oen dem ganzen streng richtenden Volk. Diese Notwendigkeit wird nur von einer bestimmten Clique gefürchtet: den Uederflüssigen. Aber gerade das beweist die Richtigkeit der getroffenen Maß- nahmen. Wir Nationalsozialisten wissen, daß die Mehrzahl von uns Hessen erfreut waren wissen aber auch, daß durch verschiedene Amtsstuben der Schreck geisterte, als es hieß: Sprenger ist «tat - Halter! Es liegt in der Persönlichkeit des Statthalters begründet, daß er rücksichtslos gegen sich selbst und die andern immer das tut, was die «tunde von ihm fordert. So sind auch di- heutigen Maßnahmen Dinge, die schon seit langer Zeit der Wunschtraum vieler Einsichtiger waren. D a s E i n - Mini fter- System wurde ja gerade in letzter Zeit in einem Teil der Presse lebhaft er- neut gefordert. Es ist bekannt, daß dieser (Bebaute schon vor dem Krieg -rortert wurde. W r Nationalsozialisten haben diesen Vorschlag verschärft aufgegrisfen und ihn auch seinerzeit m unferen 12 Punkten verankert. Und was wir versprechen das halten wir auch, denn dafür sind wir National sozialisten. . Daß als Ministerpräsident und StaatsmiUlster von Hessen nur unser Pg- Prof- Dr. Werner in Frage kam, bedarf wohl keiner Erörterung. Die Ernennung ist nur die offizielle Bestätigung eines bereits bestehenden Verhältnisses. Wir Ra tionalsozialisten Hessens glauben, daß wir rn dem Reichsstatthalter Sprenger unö_ dem Ministerpräsidenten Dr- Werner eine «uh- rergemcinschast haben, die vorbildlich ist. Der Staatssekretär und stellvertretende Staatsminister Pg. Jung ist im Hessenland >a auch kein Tlnbekannter- Pg- Jung ist einer der Vorkämpfer des Rationalfozialismus in Hessen, wurde zunächst Landtagsabgeordneter und ist heute Landtagspräfident. Als Staatskommissar bat er in Mainz bewiesen, daß zielbewußtes' Handeln auch in dem größten Wirrwarr Ord- stehende Telegramm: Ziehen hiermit deutsche Nennungen z u m A l P e n s l u g z u r ü ck. Wünschen den Veranstaltungen Oesterreichischen Aero-Elubs guten Verlaus des Wettbewerbs und entsenden die besten Grüße der deutschen Sportflieger an ihre österreichischen Fliegcrkameraden. Heil Hitler! Aero-Club von Deutschland." Die Gründe für diesen Schritt liegen in der politischen Lage, die durch den deutschen Ministerbesuch in Wien und die damit in Verbindung stehenden Rachrichten aus der österreichischen Hauptstadt geschaffen ist. Sowohl die drei vom Aeroklub von Deutschland gemeldeten Flugzeuge, wie auch die beiden Sportmaschinen, die von den akademischen Fliegergruppen genannt waren, waren in ihren technischen und sonstigen Vorbereitungen für denWettbewerbvoll ständig fertig. Die Flugzeuge standen auf dem Flughafen Staaken startbereit. Die Besatzungen, die schon seit Wochen ausgcwählt waren, befanden sich bereits in Berlin und waren nach Wien reisefertig, fo daß keinerlei technische oder sportliche Gründe für das Fernbleiben vom Wettbewerb vorliegen. lieber 2300 Nationalsozialisten festgenommen. Wien, 15. Mai. (WTB.) Wie ein Spätabend- j blatt meldet, sind gestern in ganz Oesterreich I im Zusammenhang mit Kundgebungen gegen d>e Heimwehr und Zusammenstößen mit ihnen insgesamt 2 3 3 4 Nationalsozialistei'. f e ft genommen worden, die teils zu Geld-, tells zu Ar- reftftrafen verurteilt wurden. In gerichtlicher Haft sollen sich zur Zeit noch 300 Personen befinden. Die Innsbrucker Landesregierung hat heute 5 4 reichsdeutsche Studenten, die bei den letzten Unruhen in Innsbruck verhaftet wurden, a u s g e w i e - sen und sie aufgefordert, Oesterreich binnen 24 Stunden zu verlassen. Oie Behandlung der privaten Auslandsschulden. Berlin, 15. Mai. (WTB. Funkspruch.; Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat an den als Verbindungsmann zurückgebliebenen Reichsbankdirektor R o r d h o s f in der Frage der privaten Auslandschulen folgenden Funkspruch gerichtet: „Kein Vorschlag über Herabsetzung privater Auslandsschulden oder Suspendierung der Zahlungen oder Ver - Minderung der Zinsen wird von der Reichsbank gemacht werden. Wir beabsichtigen, die Kreditoren in jeder Hinsicht zu schützen. Kein Moratorium für die Markzah- lungen der Schuldner wird gefordert werden. Alleiniges Problem ist, wie diese Mark in ausländische Valuten umgewandelt werden kann, da an diesen Mangel herrscht infolge des dauernden Schrumpfens des Außenhandels. Ferner wird von unserer Seite kein Vorschlag kommen, bezüglich einer Unterscheidung zwischen Gruppen von Gläubigern. Wir wünschen nur, die Lage mit allen Gruppen zu besprechen und Ratschläge zu erhalten." „Das wahre Gesicht Frankreichs" Rom, 12. Mai. (CNB.) Unter der Ueberschrift I „Das wahre Gesicht Frankreichs" berichtet der Pariser Korrespondent der „Ga zetta del Poss o l o" über die Besorgnis erregenden R ü ft u n * gen Frankreichs, die man beinahe als M o - bilifierung ansprechen könne. Die Bilanzen der französischen Maschinenindustrie ließen unfchwer erkennen, daß sie f ü r d i e f r a n z ö s i s ch e n M 11 -- lärmagazine arbeiteten, denn trotz der Krise seien die Verdienste in ständigem Steigen. Das Blatt weist auf Iru pptnoe rtabungen nach ber deutschen Grenze hin, wo die Truppen in den neuen während der letzten fünf Jahre errichteten Befestigungswerken untergebracht seien. Die aanze Rheingrenze habe in der letzten Zeit Trup* penoerftärtungen, Befestigungswerke und Maschi- I nengewehrnester erhalten. Auch im Innern Frank- Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätt,/ Heimat im Bild Die Scholle monattiBejngspreU: Mil 4 BeilagenT TL 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernsprechanschliifte unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger •itfitn. Postscheckkonto: Kranlsurt am Blain 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen J)mtf und Perlag: vrLhl'lch- Universtlä^vuch» und Steinöruderei K. Lange in Sietzen. Sdjriftlettnng und Geschäftsstelle: Lchulstratze 7 Reichsstatthalter (Sprenger an die katholische Kirche. WER. Darmstadt, 15.Mai. Reichsstatt» Halter Sprenger hat auf die Glückwünsche der katholischen Kirche folgendes Dankschreiben an den Generalvikar Dr. Mayer in Mainz gerichtet: , , „Sehr geehrter Herr Gcneralvikar! Ich danke Ihnen für die als Stellvertreter des Hoch- \ würdigen Herrn Bischofs anläßlich meiner Ernennung zum Rcichsstatthalter in Hessen dar gebrachten besten Glückwünsche. Wie die katholische Kirche zu allen Zeiten die gesetzmäßige weltliche Obrigkeit anerkannt und geachtet und mit ihr zum Wohl der Völker zusammengearbeitet hat, so werde ich verantwortungsbewußt meine Amtsführung immer so halten, daß die Einrichtungen und Segnungen der christlichen Kultur allezeit erhalten und gefördert werden. In vorzüglicher Hochfchähung bin ich Ihr sehr ergebener Sprenger. SPD. bleibt der Landtagssitzung fern WSR. Darmstadt, 15. Mai. Aus zuverläs- figer Quelle wird uns mitgeteilt, daß die Landtagsfraktion der SPD. an der morgigen Landtagssihung nicht teilnehmen I wird. Aus derselben Quelle verlautet, daß die nichtteilnehmenden EPD.-Abgeordneten als entschuldigt gelten. Aus aller Welt l» Rudolf Poeschmann, Dresden, Li < ohne Reiz, nicht über- koloristisch aber für unser Gefühl zeugend. Professor Rudolf Hellwag. Berlin, zeigt mit drei Ausnahmen lauter Landschaften; vorwiegend aus Süddeutschland. Hirschhorn am Neckar, Cber- bach, Heidelberg und Freiburg heißen die wichtigsten Stationen. Diese Malerei bemächtigt sich ihres Borwurfs mit einem gesunden Realismus, unbeschwert und unproblematisch hingegeben an die Dinge der Amwelt. Sie erfaßt die Landschaft samt der reich und vielfältig sich eingliedernden Architektur mit ruhigem Blick und festem Zugriff und behandelt beides, Ratur und Bauwerk, in kräftigen, ziemlich trocken aufgetragenen Farben als geschlossene Einheit, als einen von festen Konturen begrenzten, kompakten Dildaus- General Hermann von Francois t* General Hermann von Francois ist in Berlin- Lichierfelde im Alter von 77 Jahren gestorben. Francois war ein Sohn des 1870 bei Spichern gefallenen preußischen Generals Bruno v. Fr. Er wurde im Kadettenkorps erzogen und 1874 Offizier im 1. Garde-Regiment zu Fuß. Seine weitere Laufbahn verlief hauptsächlich im Generalstab. Bon 1905 bis 1908 befehligte er das Königin-Elisabeth- Garde-Grenadier-Regiment. Er hatte dann eine Brigade in Darmstadt, die 13. Division in Münster und trat 1913 an die Spitze des 1. Armeekorps in Ostpreußen. So war er berufen, gleich nach Kriegsausbruch im August 1914 einen ersten kräftigen Offensiostoß gegen die andrängenden Russen auszuführen, die er bei Stallupönen und Gumbinnen schlug. Ebenso führte er sein Korps erfolgreich in der Schlacht bei Tannenberg. Später kämpfte er an der Spitze des 7. Armeekorps, vorwiegend im Westen. Bor Verdun befehligte er im Sommer 1916 die Maas-Gruppe West und leitete deren schwere Kämpfe am Toten Mann und um die Höhe 304. Rach dem Krieg nahm er den Abschied. Den Vorgesetzten nicht immer bequem, war F. einer der verantwortungsfreudigsten Führer im Weltkrieg. Oie burschenschastlichen Sorben. Bon der Bereinigung der Alten Burschenschafter wird uns geschrieben: 3n dem Kampfe gegen das System des Novembers 1918 wurde anläßlich der langersehnten Wiedereinführung der ruhmreichen Farben Schwarzweihrot als Reichsfarben in Wort und Schrift das alte Schwarzrotgold der Burschenschaft in Ankenntnis der wahren Zusammenhänge oft herabsetzend und kränkend dem Schwarzrotgelb der Weimarer Republik gleichgesetzt. Die Deutsche Burschenschaft, die aus dem Geiste der Befreiungskriege und deren Farben Schwarzrotgold aus den Lühower Farben entstanden, hat stets in vorderster Kampflinie für völkische Freiheit und deutsches Bolkstum gestanden. Sie hat sich in den Nachkriegsjahren wiederholt unzweideutig und öffentlich dagegen gewehrt, wenn die Weimarer Republik das burschenschaftliche Schwarzrotgold zur Begründung der Einführung der Farben Schwarzrotgelb als Reichsfahne herangezogen hat. Die Deutsche Burschenschaft begrüßt dankbar die Wiedereinführung der schwarzweißroten Reichsfarben, weil damit dem burschenschaftlichen Schwarzrotgold ein ihm von wesens- und willensfremder Seite auferlegter Makel genommen wird. Die Deutsche Burschenschaft handelt im Geist ihrer Kleine politische Nachrichten. Die Reichsleitung des NS. - Lehrerbundes teilt mit: Die in der 5. Folge der nationalsozialistischen Lehrerzeitung vorn Mai 1933 erschienene Bekanntmachung, daß nur Parteigenossen in Zukunft Aufnahme in den NS.-Lehrerbund finden, beruht auf einem Irrtum. Dio Mitgliedschaft im NS.- Lehrerbund kann nach wie vor jeder deutsche Lehrer zu erwerben suchen. Der Breslauer Polizeipräsident Obergruppenführer Edmund Heines wurde zum Führer der Obergruppe I der NSDAP, ernannt. Obergruppenführer Manfred o. K i l l i n g e r, der als sächsischer Ministerpräsident vor neue Aufgaben gestellt ist, hat das Recht zum Tragen der Uniform eines Obergruppenführers erhalten. Zur Sicherung der Ruhe und Ordnung int Wirtschaftsleben haben die Reichskommissare für die.Wirtschaft Dr. Peter Adrian v. Renteln zum Präsidenten des Industrie- und Handelskammertages ernannt. Das bisherige Präsidium tritt zurück. Dr. v. Renteln beruft bis zur Durchführung des ständischen Aufbaues zu feiner Anterstühung einen Beirat. ab und traf um 10.20 Ahr fahrplanmäßig tm Hamburger Hauptbahnhof ein, von wo er gleich darauf nach Altona weiterfuhr. Die Rückfahrt erfolgt ab Altona 14.58 Ahr, ab Hamburg 15.16 Ahr und die Ankunft in Berlin 17.36 Ahr. Der Doppelwagen war leider nur zum Teil be^ setzt. Bon den etwa 75 vorhandenen Plätzen waren nur 53 verkauft worden. Weltrekord im Rückenflug. Der italienische Fliegerleutnant Gugliemo D o - c o l a hat einen neuen Weltrekord im Rück e nf lug aufgestellt. Er flog eine Stunde und sechs Minuten in Rückenlage. Der alte Rekord, den der Fliegerkapitän C o l a c i c ch i hielt, betrug 41 Minuten. Docola erklärte, der Zweck des Fluges sei das Studium der physiologischen Wirkungen des Rückenfluges gewesen. Die Aerzte stellten fest, daß die lebenswichtigen Organe des Fliegers nach dem Rückenfluge durchaus in Ordnung waren. Es wurde lediglich eine leichte Zunahme der Zahl der Herzschläge festgestellt. Lastauto verunglückt. — 18 55.-£eute verletzt. Ein Lastauto mit etwa 60 Mann der Greizer SS. stieß auf der Fahrt nach Jena gegen einen Chausseebaum und stürzte eine 1,5 Meter hohe Böschung hinab auf eine Wiese. Sämtliche SS.-Leute wurden aus dem Wagen geschleudert, wobei 18 von ihnen verletzt wurden, darunter drei schwer. Der Chauffeur gab an, die Steuerung habe versagt, doch wird angenommen, daß er übermüdet war und am Steuer eingeschlafen ist, wodurch das Anglück verursacht wurde. Schnee im Riesengebirge. Im Riesengebirge ist, wie aus Hirschberg gemeldet wird, ein Rückfall des Winters eingetreten. Seit Sonntagabend schneit es im Hochgebirge. Am Montagvormittag lagen duf dem Kamm gegen 20 cm Neuschnee bei 2 Grad Kälte. Der Vesiechungsskandal bei der Postkrankenkasse. In der Korruptionsaffäre bei der Berliner Post- krankenkasse hat die Staatsanwaltschaft gegen den Postsekretär Kugler und den Dentisten Willi Griebel Anklage wegen fortgesetzter schwerer aktiver und passiver Beste ch.u n g im Amt und wegen Betrugs zum Nachteil der Rejchspost- behörde erhoben. Die Ehefrauen Kugler und Griebel werden der Beihilfe zur Beamtenbestechung beschuldigt. Griebel erhielt im. Laufe der Zeit bei der Post- krankenkasse eine Monopolstellung, die ihm in den Jahren 1926 bis 1932 die ungeheuere Summe von über 900 000 RM. einbrachte: er zahlte dafür als Gegenleistung an Kugler Bestechungssummen von insgesamt 75 000 RM. Nach den Feststellungen der Staatsanwaltschaft wurde ferner durch Ausslel- • lung falscher Rechnungen fortgesetzter Betrug an der Reichspost verübt. kleine, selbsterfundene Geschichten; der Japaner ist der geborene Geschichtenerzähler. Seine Phantasie soielt immerwährend; nichts wäre hier besser zu beweisen; man braucht nur im alten Hüttenviertel von Tokio, Jokohama, Nagasaki und Joschiwara den Bettlern zuzusehen, die, Künstler in ihrer Art, aus kleinem Holzwerk, Elfenbein, blauen Lasuren Kunstwerke schaffen, deren Sinn sie, was sie der Natur abgelauscht, in Symbolen wiedergeben. Phantasie und Geduld: die Tugenden Japans. Stundenlang können sie in diesem Boote sitzen, scheinbar teilnahmslos und in die blaue, orangefarbene, mattgraue und kirschblütengelbe Seefeme schauen, indessen ihnen der Himmel, das Meer, die Segelboote, die Dampfer und die Ewigkeit der Ferne, der Wolken Erzählungen zuflüstern. Unbegrenzt kannst du in deinem Schaukelboot sitzen, vor einem kleinen See oder, wie hier am Meere, dein Spiel der Fische zusehen, und du wirst entdecken, daß es ungezählte Dinge gibt, von denen du dir nie etwas hast träumen lassen. , ein Schüler von Dantzer, entrollt ein kleines Aquarellpano- Set r bund^ mit e-f Ä ner m3 durch ali im wird dur selblteMef |inS& nahm! 2 schriftliche Wittel ero terM d üt den lang- Dal werdet wv ur Der Kc leiten i deutsche y einer Ort Cafe Ebel leisteten. 3m Wi trag von Kurz doi ner führte deutsche S deutschen ■ Ziel des ! der Techr will. Der Technik i NSDAP deutschen stehen. 3 Sammln scheu Ai national wie der Staatssoll fern Architekt Ständest, handenen national!' unseres will also Geiste de Sittenges ist ari|d)i sige noti. Bildung ledjnitum Offij/ere, nisch infer Die Dege, der intenfi tlärungsai erstreben Erze, hol heimischer ausländis Jugend i bildungss scheu 2lu- Di'e @ daß etwa men werd Zührer u wurde die 6i Oberhessischer Kunstverein. | Moderne Malerei und Graphik. Die am Sonntag eröffnete neue Ausstellung umfaßt Arbeiten von fünf zeitgenössischen Künstlern. Den beherrschenden Eindruck vermittelt eine Kollektion von etlichen zwanzig Gemälden des in Breslau geborenen, in Berlin lebenden, bekannten und seit langem geschätzten Malers Professor Eugen Spiro. Die hier von ihm gezeigten Gemälde geben ein ebenso interessantes wie vielseitiges Bild seiner künstlerischen Persönlichkeit. Spiro ist, wie man mit feinen Beispielen belegt findet, zunächst ein ausgezeichneter Porträtist; seine Bildnisse sind mit Temperament gemalt, haben Charakter und individuellen Amriß und halten den lebendigen Ausdruck des Dar- gestellten höchst unkonventionell und mit zwingender Aeberzeugungskraft fest. Besonders aufschlußreich scheinen uns in diesem Sinne die drei nebeneinanderhängenden Damenporträts („Mädchenbildnis"; „Dame in Schwarz"; „Im Cafe") in ihrer auf die menschliche Eigenart der Modelle feinsinnig eingehenden malerischen Haltung. Ferner die verschiedenen Selbstbildnisse und vor allem die drei großen und repräsentativen Porträts von Gerhart Hauptmann, Dr. Eckener und Albert Bassermann; dessen Bildnis zumal ist eine bestechende Arbeit, die das Wesen dieses Grandseigneurs unter den deutschen Schauspielern unmittelbar auf den Beschauer überträgt. Sehr pikant in ihrer Gruppierung und ihrem farblichen Reiz präsentieren sich Akte und Halbakte. Einige der feinsten Stücke der gesamten Kollektion. obwohl von intimerem Ausdruck, finden sich unter den Landschaften, von denen insbesondere „Sie Straße" und „3m Hafen von Martigues" mit den sparsam aufgesetzten, zarten Pastelltönen von lichtem Grün und Rosa eine überaus delikate Wirkung erzielen. 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Eine Anordnung des NSBO.-Leiters Walter Schumann. Berlin, 14. Mai. Der NSBO.-Leiter Walter Schumann hat folgende Anordnung erlassen: „In den letzten Tagen haben verschiedene Belegschaften eigenmächtig Eingriffe in die Betriebsführungen vorgenommen, die teilweise zur Stillegung der betroffenen Betriebe führten. Dieses unverantwortliche Vorgehen ist geeignet, schwerste Erschütterungen hervorzurufen. Ich verbiete hiermit allen NSBO. - Mitglie- Eine aparte Sammlung von Aquarellen hat auch die Frankfurter Malerin Elfe L u t h m e r beigpftcuert: eine Mappe voll sanft getönter Farbskizzen, leichten 3mprefsionen von angenehm weiblicher Haltung, motivisch bestimmt vom Reiz eines flüchtigen, nuancenreichen Augenblickseindruckes. Neben etlichen, graziös und empfindsam b.cngetupften Orchideengebilden deutsche und südliche Landschaften; Segelboote auf der Havel; und, nicht zu vergessen, der schöne Blick auf den Frankfurter Dom vom Sachsenhäuser Afer. Das malerische Bild der Ausstellung wird durch eme Sammlung von Radierungen und Holz- i*r7-l^en, öom Graphischen her ergänzt und ge- fallig abgerundet: die Arbeiten des jungen Her» bert Knorr, Braunschweig, fesseln den Be- schauer sowohl durch die ruhige Sicherheit und technische Reife ihrer Faktur als auch durch Phantasievolle Vielfalt ihrer motivischen Möglichkeiten. Anter diesen Blättern gefielen uns am besten die liebevoll ausgearbeiteten Tierporträts (Tiger, 3ungkater, Esel und Ziegenbock) neben ein paar stillen, befriedeten Landschaften, die ebenso an Thoma erinnern wie die quellende Fülle der kleinen Enaelbübchen, in dicken Scharen vom Himmel schwebend über einer „Heiligen Familie". — _y _ rama aus dem schönen Deutschland; er zeigt Städtebilder vor allem aus Sachsen und Süddeutschland, architektonische und landschaftliche Berühmtheiten von mehr oder weniger volkstümlicher Geltung: alles freundlich, einladend, sauber und für Aquarell verhältnismäßig starktönig gemalt; vielfältig verlockender .Anreiz für eine fommerliche Reife. Wir nennen einige der hübschesten Stücke: die berühmte Mainbrücke und den Vierröhrenbrunnen von Würzburg, das mit romantischen Motiven gesegnete Malerparadies Rothenburg, die Dresdener Frauenkirche, Salzburg, Alm und Tegernsee. b er n aufs ft r e n g ft e, sich an diesen Aktionen zu beteiligen. Ich fordere von allen NSBO.-Mitglie- bern in jedem Betriebe, derartige Versuche im Keime äu ersticken. Ich erwarte von der Disziplin und Einsicht aller bewährten Betriebspioniere der NSBO., daß sie versteckte marxistische Sabotageversuche an der nationalsozialistischen Aufbauarbeit klar erkennen. Ich erkläre, daß jeder Parteigenosse und jedes NSBO.-Mitglied, das sich nicht dieser Anordnung fügt, rücksichtslos aus der NSBO. und Partei entfernt wird." Wahrung des Arbeitsfriedens. Berlin, 13. Mai. (WTB.) Verschiedene Vorgänge im Wirtschaftsleben veranlassen den Reichsarbeitsminister, erneut daraus hinzuweisen, daß für die notwendige Uebergangszeit die b e - stehenden Lohn- und Arbeitsbedingungen in Geltung bleiben müssen und daß es die Pflicht aller Beteiligten sei, die in den Tarifverträgen getroffene Regelung, soweit sich ihre Aenderung nicht als unumgänglich notwendig erweist, zunächst aufrechtzuerhalten. Die Reichsregierung hat mehrfach betont, daß der Umbau der Ao- zialverfafsung organisch erfolgen solle und daß in der Zwischenzeit Angriffe unberufener Kreise oder sonstige Beunruhigung der Betriebe vermieden werden müssen. schnitt. Den stärksten Eindruck machte uns die große Ansicht von Forbach im Murgtal, Freiburg und Neckar-Steinach. Von den Porträts scheint und das Selbstbildnis die interessanteste und reifste Arbeit zu sein; „Tommy Brown Eyes" scheint uns zu sehr Ton in Ton gemalt, und „Frau Professor Hellwag als Merry Wifc ot Windsor“ zwar motivisch nicht 1 Oie Neuregelung bei den Konsumvereinen. B e r I i n , 15. Mai. (WTB.) Der Führer der deutschen Arbeitsfront Dr. Ley hat eine Anordnung über die Neuregelung bei den Konsum- vereinen erlassen, in der es heißt: Die Deutsche Arbeitsfront hat heute die Führung über d i e Konsumvereine übernommen. Die vertretungsberechtigten Geschäftsführer der Großeinkaufsgesellschaft Deutscher Konsumvereine m. b. H., Hamburg, und des Reichsverbandes Deutscher Konsumvereine, Köln, haben sich bedingungslos und vorbehaltlos unterstellt. Der Leiter der Wirtschaftsunternehmungen der Deutschen Arbreitsfront Pg. Bankdirektor Müller übernimmt auch die Leitung der Konsumvereine. Die Aktion selbst ist eine Abwicklungsaktion. Das besagt, daß ein weiterer Ausbau nicht geduld et wird, daß schon jetzt alles Faule und Belastende in kürzester Zeit abgestoßen und daß im Einvernehmen mit den Vertretungen des Mittelstandes ein gerechter Ausgleich schon jetzt angebahnt wird. Die Dienststellen der NSDAP, werden ersucht, ihre feindliche Einstellung den Konsumvereinen gegenüber abzulegen. Denn sie können gewiß sein, daß von der Führung alles getan wird, was dem Wohle des Volkes und dem Wohle Deutschlands nützt. DiezukünftigeOrganifationderKon- fumvereine ist folgende: Beide großen Reichsverbände der Konsumvereine werden in einen Reichsoerband übergeführt und zusammengefaßt. Dadurch wird in der Verwaltung große Ersparnis erzielt werden. Grundsätzlich wird in keiner Organisation mehr a b g e ft i m m t, sondern der Leiter Pg. Müller, ist von mir ernannt, und er ist bevollmächtigt, weitere Leiter der einzelnen Bezirke und Ortsvereine zu ernennen. Der Verwaltungsrat, der dem Pg. Müller beigegeben ist, wird dieKleineKammer sein. Außerdem wird eine Große Kammer gebildet werden, um das Verhältnis zwischen dem neuen ständischen Aufbau und den Konsumvereinen endgültig zu klären und um die Abwickelung so sicher und organisch gestalten zu können. Anordnung des Reichskomrrriffars für die Wirtschaft. Berlin, 12. ^Mai. (TA.) Der Neichskom- miffar für die Wirtschaft hat folgende Anordnung erlassen: Die Organisation des Kampf» bundesdes gewerblichenMittelstan- d e s ist ein 3nstrument zur Durchführung bestimmter wirtschaftspolitischer Aufgaben, die ihm ausschließlich von der Reichskampfbundführung gestellt werden. Keinesfalls gehören zu diesen Aufgaben die Einsetzung vonKommissa» ren, die Gleichschaltung in Verbänden und Betrieben, die Beseitigung und Ersetzung uner- völkischen Aeberlieferung und Gesinnung, wenn sie der wiedereingeführten schwarzweißroten Reichsfahne und dem neuen Siegeszeichen, dem Hakenkreuzbanner, die gleiche Treue hält, wie dem schwarzrotgoldenen Bande ihres großdeutschen Bundes. Berliner Tagung des Reichsbundes Deutscher Referendare. Vom 19. bis 21. Mai 1933 findet in Berlin die erste Reichstagung deutscher Referendare statt. Schulungsvorschläge von Regierungsrat Schraut, dem Reichsleiter der rechtspolitifchen Abteilung des Bundes nationalsozialistischer deutscher 3uristen, dem Aniversitätsprofessor Emge, 3ena, Dr. v. Leers, Oberstaatsanwalt Frhr. v. Steinaecker und Rechtsanwalt Neubert, dem Präsidenten der Anwaltskammer Berlin, sollen ein Bild der neuen Rechtsgestaltung geben. 3n zwei Massenversammlungen werden 3ustiz- minister Kerrl, Ministerialdirektor Dr. Freisler und Reichsjustizkommissar Dr. Frank II. sprechen. Die Tagung schließt mit einem bei Kroll statt- sindenden großen Sommerfest mit Vorführungen, Tombola und Tanz, zu dem auch der Krollgarten zur Verfügung steht. Der ZdA. gleichgeschaltel. Wie der Zentralverband der Angestellten, Bezirksgruppe Lahn-Dillkreis, mitzuteilen bittet, ist er der NSBO. unterstellt worden. Die vom Beauftragten der NSBO. vorgenommenen Kafsen- &rüfungen beim Verband, seinen wirtschaftlichen nternehmungen und der Krankenkasse ergaben im allgemeinen, daß die Bücher sich in Ordnung befanden und die Kassenbestände und Wertobjekte des Verbandes vorhanden find. Demgemäß konnte der Beauftragte der NSBO, Karl Gröndahl, einer Kundgebung feine Zustimmung geben, in der die Mitglieder des ZdA. aufgefordert worden find, den Verband nicht im Stich zu lassen. Die Mitglieder des ZdA. haben die Pflicht, die für sie geschaffenen Wohlfahrtseinrichtungen dieses Verbandes durch pünktliche Beitragszahlung aufrechtzuerhalten. Im übrigen wird der ZdA. sich natürlich der von dem Aktionskomitee für deutsche Arbeit durchzuführenden Reform des Gewerkschaftswefens vollständig anpaffen. Der „Fliegende Hamburger" in Betrieb. Mit dem 3nkrafttreten des Sommerfahrplans der Reichsbahn hat auch der „Fliegende Hamburger" feine erste regelmäßige Fahrt zwischen Berlin und Hamburg durchgeführt. Er fuhr 8.02 Ahr vom Lehrter Bahnhof in Berlin Selbst mitten im Land, tief in den japanischen Landschaften, wenn du — unter Schirmföhren — träumend, den gleichmäßigen und geschmeidigen Flug der Wildganse verfolgst, indessen die große, orangefarbene Kugel des Frühmondes über den klaren, fcharfgezeichneten Rücken des fernen Berges klettert, dann wirft du, von den Liedern des Schilfes umflüftert, abermals ungezählte Dinge erleben, die du nicht erwartetest. Es kommen Beobachtungen ganz kleiner und winziger Erlebnisse hinzu, sonder- bares Tun und Lassen, das etwas fernab von unserem Alltag liegt, das zart und zierlich ist, man möchte fast sagen im Leben stilisiert. Und dennoch ist alles von einem gewichtigen Dasein erfüllt, und in scharfem Gegensatz dazu stehen die harten, nüchternen realen Gesetze, steht der unerbittliche Kamps der Männer, stehen Zweikämpfe und ein Heroismus, dessen Größe selbst wir Menschen in Europa kennen und bewundern. Welch ein Gegensatz! * Die Buchenwälder stehen deutlich und fein ge- zeichnet am Ufer des Sees. Zwischen dem roten Blattwerk der Ahorne schwingen sich Vögel mit langen Schnäbeln und dünnen Flügeln. Im behaglichen Mondlicht sitzen die Mädchen und Frauen vor ihren Zimmern auf der breiten Terrasse und sie erzählen sich ihre Geschichten mit dünnen, raschen Stimmen, lieber dem See steigt ein Boot mit vollen, runden Segeln auf, der Mond glänzt darin. Es wird still. Sicher denken sich diese Menschen jetzt etwas, das wie ein Gedicht erklingt. Und es ist doch nichts anderes als der Händler, der von feiner Reife über den See in bezaubernder Bootfahrt zurückkehrt nach Jokohama, reichs feien Kriegsvorbereitungen zu beobachten. In vielen Städten habe man Luftschutzübungen oorgenommen. Obgleich keine Propaganda für den Verkauf von Gasmasken gemacht werde, würden doch Kurse über Hilfeleistung bei Gasvergiftungen abgehalten. Es wird besonders auf die beabsichtigte Vereinheitlichung der bestehenden Zivillustfahrtlinien hingewiesen, die auch nur aus militärischem Interesse angeftrebt werde. Vor allem in der Nähe der Rhein- und Alpengrenze würden außerdem in aller Eile Notlandungsplätze angelegt. Ferner würden Eisenbahnlinien ausgebaut, vor allem die mit der Grenze parallel laufenden in Eile verbessert und befestigt. Schon seit Monaten würbe außerdem auf der Pariser Westbahn allnächtlich regelmäßig Kriegsmaterial und Munition verladen. Man spreche von Bekanntmachungen über die Mobilisierung, die an alle Autobesitzer bereits verteilt worden seien. Alle diese Maßnahmen würden lediglich zur Vorsicht getroffen. Die offiziellen Reden der französischen Minister für den Frieden und die Verständigung der Völker müßten geradezu lächerlich wirken. Die Aufgabe des Buchs beim .... Abend in Japan. Don Ulrich Terlinden. Der frühe Abend steht blau vor Jokohama. Zaghaft, dunstumhaucht, still und traumhaft wiegen sich die kleinen Inseln. Die Silhouetten der Küste werden scharf gezeichnet sichtbar, wachsen aus Der See und kommen näher. Dann ist der Hafen da. Das Eigenartige und bisher Unerlebte des An- tommens und Einfahrens in den Hafen von Jokohama ist das Spiel des Lichtes. Transparent und ferndurchleuchtet klingen Meer, Erde und Himmel ineinander, Gläsern, allem Irdischen entrückt, von allem Groben, Harten befreit, gleichsam von sorgfältiger Hand mit seinen Pinseln auf durchsichtiges Pergament gezeichnet, steht das Bild klar vor dem Blick. _ Nun stopft der Dampfer „Tajima Maru" in der Segarnibucht, knapp vor den Molen, und eilig schießen die kleinen Dampfboote herbei, die Reifenden an das Land zu bringen. In weitern Bogen stehen die Wellenbrecher gebaut, mit den Fluten kämpfend, die Springfluten dämmend und zersplitternd. Das seltsame Spieb der Lichter flimmert über den Tumult des Hafens. Hochgeworfene Segelboote gleiten eilfertig durch das Gewimmel kleiner Fahrzeuge; Flaggen, weiß mit roten, blauen und goldenen Kugeln werden vom Winde entfaltet, Flaggen mit Drachen, Sonnen und blauen Mondgesichtern stehen im Abendlicht. Dieses Abendlicht kommt blausilbern von den fernen Bergen herüber, indessen sich leichtes Gewölk wie ein kostbarer Fächer aus Paradiesreiher entfaltet. Ich sehe die milchweiße Kuppe des alten erloschenen Feuerberges Fujiyama wie eine zusammengefaltete Silberblüte im fernen Abend stehen. Sein Spiegelbild steht klar und deutlich in der ovalen Bucht, hinter den Schiffen, dort, wo die See regungslos und ruhig ist. Das ist auch die Stelle, wo man des Morgens hinausrudern muß, in einem kleinen japanischen Schaukelboot, wo man still halten muß, um eine Handbreit unter dem Wasserspiegel die schimmernden grotesken und märchenhaft schön bemalten Fische beobachten kann, die manchmal in Gemeinden regungslos beisammenstehen, ober wie silberne und stahlblaue Blitze aus der Tiefe heraufschießen, oder in unbekümmerter Lust in der goldenen Flut der Sonne spielen. * Stundenlang vermagst du es, in einem breitgeschwungenen Boote zu sitzen. Der alte japanische Zischer hat dir seidene Kissen geschenkt, die weich wie Flaum sind, die Sonnengötter und Glücksräder tragen und mit echten Goldfäden gezeichnete Bilder absonderlicher. Tiere, über welche dir der Alte endlos kleine Geschichten erzählen kann. Es sind meist Aus der Provinzialhauptstadt Zeitfunk. 19: Reichssendung: Stunde der Ration: . 21.35: etu ,4)05 Glotzer Bergland". 20: Unterhaltungskonzert. | Nachtmusik. Geschichten aus aller Welt damit. Nun tritt seine be- Denkt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit! Einzahlungen an Reichskreditgesellschaft vcrlla W 8, Behrensstraße 21 22, sowie aus deren Reichs- bankgirokonlo und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: „Stiftung fül Opfer der Arbeit". 21: „Zwei Soldaten unterhalten sich: Mit der 76. SR, serv'e-Division durch Siebenbürgen und Rumänien — — Stunde der Kammermusik. 22.45 bis 2 Nein, — dieser Monn ist kein Pendant zu jenem Manne mit der berühmten Rotweinnase, der den verdächtigen Farbton seines Riechorgans dem lang, jährigen und hingebungsvollen Genüsse des südsran- zösischen Produktes verdankt und der ihn ein schönes Stück Geld gekostet hat. Im Gegenteil. John Brown, um ihn handelt es sich hier, hat mit seiner Whisky- nase zeitlebens sehr viel Geld verdient, denn er ist der bekannteste und gesuchteste „Whiskyriecher" der Vereinigten Königreiche, und heute deshalb wieder in den Vordergrund des öffentlichen Interesses ge- rückt, weil er aus dem nun wieder „feuchten" Amerika ein großartiges Dollarangebot erhalten hat. Und die englische Presse tut alles, um den berühmten Mann im Lande zu halten. Bevor die Fabrikanten des so geschätzten schottischen Whiskys ein neues Erzeugnis ihrer Brennerei- klinst in die Welt versenden, lassen sie erst Mister John Brown zu sich kommen, der sein fachmännisches Urteil über dies Produkt abzugeben hat. Gegen hohes Honorar, wie sich versteht. Ein kleines, sauberes Kristallflächchen wird von Brown selbst mit der neuen Whiskysorte gefüllt, und dann gießt er sich ein Portweinglas halbvoll _ . ' rühmte Nase in Tätigkeit. Dies auch rein äußerlich sehr ansehnlich ausgefallene Riechorgan wird in das Glas gesteckt, und Drown läßt nunmehr bedächtig und genießerisch erst einmal das Aroma hereinströ- men. Dann nippt er einen kleinen Schluck und läßt ihn schwelgerisch über die empfindsame Zunge hin- streichen. Ist dies vollbracht, so schüttet er sich em paar Tropfen in die hohle Hand, läßt sie durch die Körperwärme verdampfen, und diese unsichtbaren Wolken steigen wiederum in Browns Nase. Nimmt sein Gesicht bei dieser Prozedur eine be- friedigte und wohlwollende Miene an, reibt sich der Fabrikant die Hände, erhöht den Preis gleich um einige Schillinge und kann sein Erzeugnis ruhig der Welt vorsetzen, denn er ist sicher, daß sein Whisky den Preis wert ist. Rümpft jedoch Mister Brown die Nase, so ist das ein untrügerischer Beweis, daß dos „Deutscher Tag" auf der Ronneburg. Büdingen, 15. Mai. (WSN-) Der „Deutsche Tag" der SA. besJBübinger Lcmbes unb seines Nachbarbereiches am Sonntag auf ber Rönne- bürg hat einen vortrefflichen Verlauf genommen. Seine kirchliche Weihe erhielt ber Tag burch einen feierlichen Felbgottesbienst. Die Hauptkundgebung ging, besucht von schätzungsweise 2 bis 3000 Menschen, nach vorherigen Konzertbarbietungen ber Wet- terauer Stanbartenkapelle ab 14 Uhr vor sich. Fahnen, bie von ber Höhe bes Burgsriebs grüßten, zeig- len bem oberhessischen unb Hanauer Lanb bie Feierlichkeit ber Stunbe an. Die Eröffnungsansprache hielt Stanbartenführer Schäfer aus Butzbach, ber namentlich ben hessischen Staatspräsibenten Dr. Werner begrüßte. Staatspräsident Dr. Werner legte, an die heute erfolgte Weihe des Hitler-Steines im hohen Vogelsberg erinnernd und auf die große Vergangenheit der Ronneburg verweisend, dar, baß es unser Wichtigstes sein müßte, ein Bekenntnis zum Volkstum unb seinen Überlieferungen abzulegen unb ben Ertrag unserer Arbeit zu sichern in volks- unb kulturpolitischem Sinne. Die konfessionelle unb politische Trennungslmie im Volk müßte ebenso ver- schwinben wie bas Zeitalter ber Demokratie unb ber Internationale. Scharf hob ber Rebner bie Verbienste bes Führers Abolf Hitler hervor, ben er als schöpferischen Geist mit ben großen Männern bes beutschen Volkes, mit Bismarck unb Richarb Wagner auf eine Stufe stellte. Nun, wo ber Marxismus tot sei, gelte es, im Sinne bes_ großen Führers bie Herrschaft über bie deutsche Seele zu gewinnen. Als zweiter Redner der Tagung erinnerte 'Bürgermeister Haug, Darmstadt, an den seitherigen Komps unb ben Leibensweg ber nationalsozialistischen Bewegung. Nicht etwa ber Intellektuelle, sonbern ber unbekannte braune Solbat habe Deutschland) frei gemocht unb aus Materialismus unb Marxismus herausgeführt. Stonbesbünkel unb Kastengeist müßten eüblich bos Grablieb gesungen werben. Truppführer S t e i n s o t t hob gleichfalls H i t - l e r s große Verbienste um bie beutiche Volkseinheit hervor unb schloß seinen Appell mit ben Versworten: „Wenn alle untreu werben, wir bleiben bir stets treu." Nach einem ben Sieg bes jungen Deutsch- lanbs feiernden Gedichtvortrag übermittelte der stell- vertretende Gauleiter H e y s e Grüße des Reichsstatthalters von Hessen, Sprenger, und rief dazu auf, jederzeit nach ben Grunbsätzen ber Partei zu hanbeln. Das Horst-Wessel-Lied schloß bie Kunb- qebung bei ftrömenbem Regen, ber jeboch bie starke Beteiligung nicht beeinträchtigen konnte. Oie Ursache des Mainzer Straßenbahn-Unglücks. Mainz, 14. Mai. (WSN.) Nachbem in ben lrtz- ten zwei Tagen ber Unglückswagen des S t r a ß e n - dahnunglücks einer eingehenben Untersuchung durch Probefahrten von einer Reihe von Sachver- flänbigen unterzogen worden ist. steht einwandfrei fest, daß die Behauptungen des Wagenführers richtig sind und die Strombremfe verjagt hat. Dadurch war es dem Wagenführer unmöglich, den Straßenbahnzug auf ber steilen Strecke zum Halten zu bringen unb das Unglück zu verhüten. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten? Ein salomonisches Urteil. z. — S t o ck h o l m. Ein Friedensrichter in Schweden verkündete kürzlich ein salomonisches Urteil. Es handelte sich genau wie bei dem biblischen Urteil auch hier um zwei streitende Mütter, die mit Aufbietung aller Kräfte sich auf der Straße um das Besitzrecht auf em Heines Wesen zankten. Dieses kleine Wesen aber war ein Hund, eigentlich ein Hündchen, struppig, klein, zerzaust, mit schief gehaltenem Kops und guten, treuen Augen. Das Tierchen hieß Rino. Der einen der beiden streitenden Frauen hatte Rino einstmals gehört. Eines Tages jedoch war er während eines Spazierganges mit seiner Herrin von einem geradezu krankhaften Wandertrieb befallen worden, Sehnsucht nach neuen, unbeschnüffelten Straßenecken und Hauseingängen verlockte ihn, gaukelte ihm ein fernes Paradies vor, er gab sich dieser Lockung willig hin, trabte, seine kleine Schnauze immer auf bem Boben, begierig weiter, unb als seine Herrin sich nach einem interessanten Gespräch mit einer Bekannten über bie eventuelle Verlobung einer gewissen Jngrib an ihren Rino erinnerte, war biefes geliebte Tier nicht mehr zu erbürfen. . Die Zeit heilt jebe Wunbe. Die Besitzerin Rinos hatte sich bereits innerlich mit bem Verbacht abge- funben, buchte schon baran, sich einen zweiten Rino anzuschaffen, als sie eines schönen Tages eben mitten auf ber Straße ihren Rino erblickte: klein, struppig, häßlich, zerzaust, aber mit guten, treuen Augen. Er tänzelte um eine nett aussehenbe Dame herum, bie mehr erschrocken als verärgert war, als bie alte Rino-Besitzerin laut und fordernd ihr Besitzrecht geltend machte. Rino begrüßte seine ehemalige Herrin mit vergnügtem Schwanzwedeln, sonst aber nahm er an dem immer lebhafter werdenden Streit der 7.15 Uhr: Frühkonzert 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 15.20: Stunde ber Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: „Reste altgcrmam. scher Sitten und Bräuche in unserer Zeit". 18.25: Dieser Gaston saß an einem ber letzten Tage nul etlichen Freunben bicht am Wasser unb (ah den «ahnen unb Pabbelbooten zu, bie an ihm uorbeifuhrcn. Als Elvira, eine bildhübsche blonde Frau, in einem kleinen Kahn an bem Platz ber jungen Leute oor- überruberte, warf ihr Gaston eine Kußhand zu. die sic lustig lachenb akzeptierte. Gaston jah entflammt, sprang in einen Kahn unb ruberte ihr nach Zwei hunbert Meter weiter holte ber kühne Jager bas Wilb ein. Als das Wild von dem Jäger nichts wissen wollte, ergriff Gaston den Kahn Elviras und be gönn ihn zu schaukeln, damit er umtippen sollte. Vom Ufer aus sahen die Freunde Gastons diesem Kampfe lachend zu. Sie erstarrten aber buchstäblich, als die zarte blonde Frau mit der Hand Gaston ei griff, ihn am Kragen faßte, hochhob und ohne Mitleid ins Wasser fetzte. Sie sahen, wie die junge Da ine unbekümmert weiterruderte, sie sahen, wie Gaston mühsam ans Ufer schwamm und pudelnaß an Land kletterte. Doch kam er nicht zurück. Der kühne Jager blieb verschwunden, lieber die blonde zarte junge Dame ist zu sagen, daß sie als Mitglied einer internationalen bekannten Athletentruppe an einem ber größten Pariser Dariers gcrabc ein Gastspiel absolvierte. Das Ganze halt! rt. — B e r l i n. Es wirkt wie ein kleines Märchen, aber es ist auch eine Geschichte, bie bas Leben geschrieben hat, wenn babei auch fein Mensch mitspielt, unb wenn babei auch keine großen Schicksale zur Debatte stehen. Am Kurjürstendamm, oben an ber Gedächtnis- kirche. Der Spätnachmittagsverkehr hat in vollem Umfange eingesetzt. Rücksichtslos werben bie Minu ten ausgenützt. Lieferwagen unb Straßenbahnen, Autobusse unb Kraftwagen. Droschken unb Privat- limoufinen, Motorräber und Pserbefuhrwerle füllen ben Fahrbamm. Die Sehinbenjagb ber Weltstvbt ist auf ihrem Höhepunkt angelangt. In ununterbrochener Reihenfolge knattern bie Gefährte über ben polierten Afpholt Plötzlich stockt olles. Mit grellem Quietschen bretn- sen bie in voller Fahrt befinblichen Autos, hort ziehen bie Kutscher bie Zügel an, sogar eme Elektrische bleibt unvermittelt stehen. Zwei, Drei Sefunbcn unb ber Verkehr liegt still, als hätte sich öine gewaltige Honb erhoben unb jebe Weitersahrt untersagt. Heber ben Volants ber hinten liegenben Wogen recken sich neugierige Gesichter. Die Passanten bleiben stehen, alle, bie eben noch mit ihren Sefunbcn geizten, Chauffeure unb Kutscher, haben plötzlich Zeit, vor bem Meinen Wunber, bas bas Leben ihnen zeigt, Aufruf zum Lustschutz. Der neugegründete Reichsluftschutz- bunb wendet sich, wie ‘Berliner Blätter melden, mit einem Aufruf an die Oefsentlichkeit. in dem die Ziele des Bunde« dargelegt werden. In dem Aufruf heißt es u. a.: Heber die Rot- Wendigkeit des zivilen Luftschutzes bestehen keine ' Zweifel mehr. Ss gilt aber, jahrelange Ber- säumnis gutzumachen. Deutschland ist infolge seiner militärisch ungünstigen Lage inmitten Europas durch Luftangriffe wesentlich stärker gefährdet als die anderen Großmächte, und der Reichsluftschuhbund muß deshalb eine Volksbewegung im weitesten Sinne des Wortes werden. Er wird durch geringfügige Pflichtbeiträge, durch selbsteingefchätzte Beiträge und durch Spenden finanziert. _ f, Deutsches Volk, deutsche Männer. deutsche Frauen, deutsche Jugend! Das Vaterland ruft euch, das Vaterland braucht euch alle ohne Ausnahme! Wenn ihr auch Sorgen habt und wirtschaftliche Röte, wenn ihr auch mühevoll die Mittel erarbeiten müßt für euren täglichen Unterhalt : die Sorge für den Luftschutz, für den Selbstschutz bleibt euch euer Leben lang. Darum Heist dem Reichsluftschutz, darum werdetMitglieddes Reichsluftschuhbundes! Kampsbund der deutschen Architekten und Ingenieure in Gießen. Der Kampfbund der deutschen Architekten und Ingenieure im Kampfbund für deutsche Kultur hatte dieser Tage zur Gründung einer Ortsgruppe Gießen eine Versammlung im Cafe Ebel einberufen, der etwa 120 Personen Folge leisteten. Im Mittelpunkt der Versammlung stand em Vor- trag von Stabtratsmitglieb Oberingenieur Abolf Kurz vom KDAJ.-Stützpunkt Gießen. Der Webner führte u. a aus: Wenn ber Kampfbunb für deutsche Kultur sich bas Ziel setzt, die Werte des deutschen Wesens zu verteidigen, so ist das auch bas Ziel bes KDAI., ber barüber hinaus in ber Welt der Technik eine geistige Mobilmachung erreichen will. Der KDAI. will alle sammeln, bie an ber Technik interessiert sinb unb, ohne THtglkber ber NSDAP, sein zu müssen, auf bem Boben einer beutschen, nationalen unb sozialen Weltanschauung stehen. Die besonbere Aufgabe bes KDAI. ist bie Sammlung unb organisatorische Erfassung ber beut- schen Architekten unb Ingenieure zum Zwecke ihrer nationalsozialistischen Erziehung unb Schulung, so- wie ber Führerauslese für bie kommenben großen Staats- unb wirtschaftlichen Aufgaben. Der KDAI soll ferner bie berufsständische Gingliebcrung ber Architekten unb Ingenieure in ben kommenben Stänbestaat vorbereiten. Der KDAI. will bie not- hanbenen Fachvereine mit bem Geist bes jungen nationalsozialistischen Deutschlanb unb bem Geist unseres Führers Abolf Hitler durchbringen: er will also Technik unb Wirtschaft erfüllen mit bem Geiste beutschen Pflichtgefühls unb bes christlichen Sittengesetzes. Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist arische Abstammung, guter Leumunb, zuverlässige nationale Gesinnung, abgeschlossene technische Bilbung einer Hochschule, Abgangszeugnis eines Technikums ober einer öffentlichen Bauschule: auch Offiziere, Volkswirtschastler, Jnbustrielle, bie tech- nisch interessiert sinb, können Mitglieder werben. Die Wege, bie ber KDAI. zu gehen hat, sinb bte ber intensiven Arbeit am Volk, unb zwar der Aufklärungsarbeit durch Wort, Schrift und Bild. Zu erstreben ist bie Nutzung einheimischer Rohstoffe, Erze, Hölzer, Steine für Bauzwecke, ber Kauf ein- heimischer Maschinen unb Kraftwagen, auch wenn auslänbische billiger sinb: ferner bie Erziehung ber Jugenb in ben Technischen Hoch-, Mittel- unb Fort- bilbungsschulen, auch im Sinne einer wehrtechm- schen Ausbilbung. Die Gründungsversammlung hatte ben Erfolg, daß etwa 60 Personen als Mitglieder ausgenommen werben konnten. Mit einem Sieg-Heil auf ben Führer unb bem Gesang bes Horst-Wessel-Liebes würbe bie Grünbungsversammlung geschlossen. Superintendentur-Konserenz Produkt minberroertig ist. Unb biefe hervorragende Kapazität soll vom Dol- larlanbe weggeschnoppt werben? Wir können ver- stehen, baß sich ber nationale Stolz Old-Englanbs gegen biefen Gedanken sträubt. Gaston und Elvira. l. Paris. In diesen Frühlingstagen, bie über ber Seineftabt befonbers hell strahlten, machte sich sowohl auf ber Seine als auch auf den Meinen Wasserstraßen hinter bem Boulogner Wald unb auf Versailles zu allenthalben bie Lust am Wassersport bemerkbar. Die Restaurants unb kleinen Cafss hatten Tische unb Stühle schon im Freien stehen. Und die Pariser nahmen die Gelegenheit gern wahr, auf diese Weise Frühlingssonne aus erster Hand zu genießen. Unter ihnen auch Gaston. Gaston war ein junger Mann aus gutem Hause, er verfügte über Geld unb über den Glauben, daß keine Frau ihm widerstehen könne.. Frauen keinen Anteil. Da die Pflegemutter sich mit aller Entschiedenheit weigerte, ihren Rino, ben sie halb verhungert unb total verwahrlost vor einem Vierteljahre gefunben hotte, roieber herzugeben, kam ber Fall vor ben Richter. Der Richter, ein alter, gütiger Herr, horte sich Grünbe unb Gegengrünbe beiber Parteien ruhig an, bann bat er bie Streitenben, Platz zu nehmen, er selbst nahm ben etwas unruhigen Rino lächelnb an bie Leine unb verließ bas Zimmer, wobei er Rino hinter sich her schleifen mußte. Noch einigen Minuten, Rino hotte inzwischen jämmerlich zu jaulen angefangen, kamen Richter unb Hunb roieber her- ein, Rino in biefem Falle an straff gespannter Seine brangenb vorne weg. Der Richter ließ bie Leine fahren, unb Rino jagte in tollen Sätzen auf seine Pflegemutter zu. Damit roar für ben Richter ber Fall entfliehen. Rino hatte selbst bestimmt, zu wem er gehören wollte. Der Mann mit der Whistynase. (—) London. für Oberheffen. X Rach Eröffnung durch Lied, Schriftlesung (2. Kor. 2, 14ff.) und Gebet von Dekan Vogel, Bruchenbrücken, begrüßte Superintendent Oberkirchenrat D. Wagner, Gießen, mit einem Vlick auf die Größe dieser Zeit unb ehrendem Gedenken der seit der letzten Konferenz Heimgegangenen Pfarrer i. R. Kietz (AngcrSbach), Za tz mann (Friedberg-Fauerbach), Pfarrer Bär. Lindhcim. Lebhaft begrüßt wurde die Mitteilung, daß auch die -hessische Kirche unter Mitarbeit der durch die nationale Revolution gebotenen Kräfte neu gebaut werden soll, wobei mit einem freudigen „3a“ zur Eigenart Dc£ Hessen der Verwirklichung der „Großhessifchen Kirche als -Teilziel der Reichskirche zugestrebt werden soll. Pfarrer Schäfer, Vad-Rauheim. behandelte das Thema: ..Die Rot unsrer Verkündigung in der Zeit geistigen Umbruchs." So günstig die neue Zeit für die Kirche ist, so groß ist die Gefahr, daß das Evangelium zu kurz kommt. Rötig ist für den Pfarrer mehr Theologie, weniger Verwaltungsarbeit: denn es geht um die Schicksalsfrage des Protestantismus: die Tyeolo- ate auch in ihrer neusten Entwicklung ist eine praktische Wissenschaft. Das -Was“ der Ver- kündigung ist wichtiger als das Wie . Die Sorge um den Inhalt der Verkündigung muh das Entscheidende sein. Moralisierung hat tm Religionsunterricht keinen Platz. Die Gemeinden verlangen heute nach umfassender Gesamtschau, die z. B in Vad-Rauheim lieber m Vortragen als in Bibelstunden entgegengenommen wurde. Der Arbeitsdienst eröffnet neue Möglichkeiten, hier soll der Pfarrer auf seinem eigensten Sc- biet bleiben. Mit der ernsten Betonung des Gebets schloß der als Appell an das Gewissen mit lebhaftem Dank aufgenommene Vortrag QIn der Aussprache beteiligten sich die Pfarrer Rühl (Reichelsheim). Sattler (Wreseck), Weinberger (Friedberg). Lenz (®teöen), Professor D. Eordier (Gießen). 211s Gruß der theologischen Fakultät bot er für die ^age vom 12. bis 14. Iuni eine Schulungstagung zu Gießen an zur theologischen Besinnung auf Volkstum mrd Staat. Dieser Gruß fand ein sehr dankbares Echo. Weiter: Pfarrer K ö d d i n g (Eberstadt). Herr- f u r t b (Rodenbach), Dekan Vogel (Bruchenbrücken). Die Arbeit der Sjitlerjugenb und Die kirchliche Jugendarbeit wurden dabei besonders erörtert. Pfarrer Linden st ruth (Butzbach). Pfarrverwalter Oster tag (Rodheim v. d. H-). 2 e n ä (Wohnbach). Weck (Ober-Eschbach tz C r u 11 (Trais-Horloff). Mit dem Lied»Ach bleib mit Deinem Segen" schloß die Tagung. Borm»tizen. — Tageskalender für Dienstag: Oberhess. Kunstverein, Turmhaus am Branbplotz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebe auf den ersten Ton". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute bleibt das Theater geschlossen. Morgen, Mittwoch, 17. Mai, 30. Vorstellung im Mitt- woch-Abonnernent das Lustspiel: „Di£ deutschen Kleinstädter" von Kotzebue unter der Spielleitung von Peter Fassott mit Frau Auguste Prafch-Greven- berg, Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters. Gewöhnliche Preise Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr.— Freitag, 19. Mai, letzte Ausführung des Lustspiels: „Die deutschen Kleinstädter". 31. Vorstellung im Freitag-Abonnement. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. *• Maienblasen. Bei dem heutigen Maien- I blasen um 19 Uhr vom Turme der S t a d t k i r ch e I aus werden folgende Stücke zu Gehör gebracht. 1. I Choral: „Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut ; 2. „Abenddämmerung" (Idylle von Ruh): 3. ,^)m I schönsten Wiesengrunde" (Volkslied). Strafkammer Gießen. * Gießen, 15. Mai. In der Strafsache gegen Frau Berta Schm, und Genossen wegen Betrugs fanden heute die Plaidoyers statt. Der Staats- I anwalt schilderte in 1» .stündigen Ausführungen Da« Treiben der verschiedenen Angeklagten. Er wies i"sbesondere darauf hin, daß sie sich strafbar gemacht hätten, ganz gleichgültig, ob Die Erd- I schäft wirklich bestehe oder ob sie tatsächlich an ihr Bestehen geglaubt hätten. Denn auch Dann hatten sie Die Geldgeber dadurch getäuscht, daß sie ihnen unwahrerweise erzählt hätten, sie hätten die aus Geld Wertpapieren, Edelsteinen und Handbesitz bestehende Erbschaft gesehen und die Erbsc^ft werde bestimmt in kurzer Zeit ausbezahlt Vis heute sei noch nicht festgestellt, daß die Erbschaft bestehe: gesehen habe sie selbstverständlich nie- mand und ausgezahlt sei bis heute natürlich auch nichts. Der Staatsanwalt beantragte sodann Die Freisprechung des Angeklagten Otto R. mangels ausreichenden Beweises, da ihm eine betou&te 1 Täuschung von Geldgebern nicht einwandfrei nachzuweisen sei. Im übrigen beantragte er folgende ©trafen: Frau Berta Schm, und Kaufmann Bruno R. je 1 Iahr 6 Monate Gefängnis, Opern- sänger H. 1 Iahr Gefängnis, Kaufmann Karl H. und Frau D. je 6 Monate Gefängnis. Die Verteidiger der Angeklagten sprachen in längeren Ausführungen für ihre Klienten: sie hoben insbesondere alle die Umstände hervor, die für die Gutgläubigkeit der Angeklagten und für eine milde Beurteilung des Falles sprachen. Die Verteidiger der Frau Schm, und des Kaufmanns Bruno R. beantragten milde Bestrafung, der des Opernsängers H- feine Freisprechung. Rach einer kurzen Entgegnung des Staatsanwalts hatten die Angeklagten das letzte Wort. Von ihnen beantragte Opernsänger H. in temperamentvollen Worten seine Freisprechung, da er gutgläubig gewesen fei; den gleichen Antrag stellte Frau H., die anderen Angeklagten baten im Falle ihrer Verurteilung um eine milde Strafe. Der Kaufmann Otto R. gab keine Erklärung ab Die Verkündung des Urteil« wurde dann auf Dienstag, 16.. frühestens 12 Uhr, festgesetzt. ehrfürchtig stillzustehen. Vor der mächtigen Mauer der Fahrzeuge roonbert leise und vorsichtig eine große graue Katze über den Fahrdamm, sie trägt ein verlorenes junges Kätzchen im Maul und schleppt es ins Nest zurück, unbeküin- mert um das Weltstadtgetriebe und die Sekunden- jagd der nervösen Großstädter. Unb das ist das Schöne an dieser Meinen Geschichte, die vor einigen lagen in Berlin passierte, daß der Weltverkehr am Kurfürstendamm plötzlich stockte, daß jeder Mensch, Passant ober Fahrer, sich vor bieser Liebe ber Katzeckniutter beugte, sie schweigend und ein wenig gerührt anerkannte. Bulgarischer Bauernkrieg. (br.) Sofia. Ein eigenartiges Schriftstück ist unlängst bem bulgarischen Innenminister ^gegangen. Ein ganzes Dorf, Dragoeroo, beklagt sich barüber und bestätigt dies durch über 200 Unterschrieften, daß bie kriege rischen unb wohl auch räuberischen Einwohner des Nachbardorfes Bregowo es darauf abgesehen haben, die Leute von Dragoeroo auszuplündern, ja auszu- rotten. Eine Untersuchungskommission hat zwar die Ursache zu diesem seit zehn Jahren tobenden „Bauernkrieg" nicht erkunden können, mußte aber feststellen, daß bie vorgebrachten Klagen begründet sind. Das Dorf Bregowo unterhält eine mit alten Militärgewehren ausgestattete „Miliz" von hundert Männern unb Burschen, bie als „Lanbsturm" in unruhigen Zeiten als Hilfspolizei eingesetzt wird Der Bürgermeister ist amtlicher Oberbefehlshaber dieser Wehrmacht; er verwendet sie aber zu höchst ungesetzlichen Zwecken. Bald wird ein „Stoßtrupp" der Miliz in den Dorfwald von Dragoeroo entsandt, um das bereitliegenben geschlagene Holz der Nachbar- dörfler zu „requirieren" unb wegzuschleppen, bald wird ein Angriff auf die Weide des geplagten Dorfes unternommen und ein paar Kühe werden fortgeführt. Wenn bie Leute von Dragoeroo bei der Ernte sind, stürmt ein Trupp der Miliz von Bregowo auf fünfen Pferderoagen heran, rar;t die Garben zusammen und braust davon. Wer Widerstand leistet, wird niedergeschlagen, wenn nicht gar erschollen! Im Verlaus des letzten Jahres haben die Miliztruppen von Bregowo fünfzehn bewaffnete Raubzuge gen Dxa- goewo ausgeführt, wobei zehn Personen bei den Schießereien getötet und über 50 verwundet wurden. DerSachschaden beläuft sich bisher auf etwa 2000Lewa für jedes Bauerngut des gebrandschatzten Dorfes. Selbst eine zeitweilige Verstärkung des Poli-.ri- postens und die Einquartierung von 30 Mann Militär haben keine Abhilfe gebracht. Die Miliz von Bregowo, gut bewaffnet unb vom Bürgermeister, einem ehemaligen Felbwebel, geschickt geführt, fürchtet sich weber vor Polizei noch Militär. Die Bauern von Dragoeroo wagen es nie, ben Machtbereich ihrer bösen Nachbarn zu betreten. Auch auf ben eigenen Feldern arbeiten sie nur im „großen Verband" und stellen überdies noch bewaffnete Posten auf. Jetzt werden sogar die Dorfeingänge überwacht, denn man befürchtet einen Handstretch auf das Dorf. Die Regierung hat nun beschloßen, je eine Schwadron Kavallerie in bie beiden Dörfer zu legen, um Ruhe zu stiften. Den Bürgermeister und Bandenführer hot man verhaftet unb wegen Landfriedensbruch, Plünderung, Raub und Anstiftung zum Mord unter An- . klage gestellt. Rundsunkprvgramm. Dienstag, 16. IIlaL 7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert I 13.30: Mittagskonzert II. 15.20: Für die Hausfrau. 16.30: Nachmittagskonzert. 18:„ Der Himmel im Mai und Juni. 18.25: „Die Bedeutung der deutschen Mystiker für unsere Zeit". 19: Reichssendung: etunbe der Nation: Die Thomaner singen. 20: Stunde der Wehrmacht: „Aus der Welt des Soldaten". 21: Deutscher Almanach. 21.15: Unterhaltungskonzert. Mittwoch, 17. Mai. ö.J.-fporf Dr. Klein Führer des ÄZSB. Strengste Beibehaltung des Amateurspicls im Westen. Im Dortmunder Rathaus trat am Samstagnachmittag die Wahlversammlung des W e st - deutschen Spiel-Verbandes zusammen. Die kurze Tagesordnung wurde schnell und ohne Debatten erledigt. Rach einer knappen Begrü- hungsrede des bisherigen Derbandsvorsihenden Dr. Iersch, Bochum, sprach der Dortmunder Sportkommissar Wagner. Sodann hielt Notar Iersch eine Rechtfertigungsrede für die Arbeit des bisherigen Berbandsvorstandes, in deren Verlauf er darauf hinwies, daß dem WSV. die autoritative Verbandsführung schon lange vorgeschwebt habe und daß er in den letzten Iahren trotz unzähliger Angriffe einen Weg gegangen sei, der jetzt von der nationalen Regierung im Sinne der Gleichschaltung als vollkommen richtig anerkannt werde. Er trat für die restlose Anerkennung des Führerprinzips ein und erklärte, daß der Vorstand stolz darauf sei, ein glänzendes Verbandsjugendheim und einen wohlgeordneten Verband mit annähernd 330000 Mitgliedern übergeben zu können. Der Mülheimer Sportkommissar Ehle nahm anschließend die Entlastung des Verbandsvorstandes und aller Ausschüsse vor. Die Entlastung erfolgte einstimmig. Als markanteste Satzungsänderung wurde sodann beschlossen: Der Vor st and ist der Verbandsführer. Auf Vorschlag aus der Versammlung wählte man hierauf einstimmig Dr. Klein, verdingen, der früher bereits als Jugendreferent im WSV. tätig war. Dr. Klein betonte in seiner ersten Ansprache, daß im WSV. nicht allzuviel gleichzuschalten sei. Das Führerprinzip müsse auch in den Vereinen anerkannt werden. Zum Amateurstandpunkt erklärte der neue Führer: Ich mache schon heule sämtliche Bereinsführer dafür verantwortlich, daß unser Idealismus gewahrt bleibt, nämliche doh kein Spieler mehr einen baren Pfennig oder Heller in die Hände bekommt. Der westdeutsche Meister muh ein deutscher sein, die Meisterschaften stehen ausschließlich für deutsche Volksgenossen offen. Dr. Klein wird zur Mitarbeit einen Senat berufen. Mit dem Deutschlandlied und dem Horst- Wessel-Lied schloß die Tagung, nachdem an den Reichskanzler Adolf Hitler noch folgendes Telegramm abgesandt worden war: Die heute in Dortmund tagende Wahlversammlung des WSV. bringt als erste Tat nach der Führerwahl die innere Verbundenheit mit dem Führer des deutschen Volkes und insbesondere mit seinen gegenwärtigen Sorgen um Deutschlands Schicksal zum Ausdruck. Alle Verbandswalter erklären feierlichst, daß sich der Führer auf den WSV. verlassen kann. Faustballmeisterschast des Gaues Hessen (OT.) Tv. 1846 Gießen Sieger der Vorrunde. Die am Sonntag in Ridda durchgeführte Vorrunde um die Faustballmeisterschaft des Gaues Hessen (unter der Oberleitung von Willi Loh, Gießens sah die sechs Mannschaften der Gausonderklasse im Kampf. Leider ließ der durch den starken Regen aufgeweichte Boden am Vormittag ein flüssiges Spiel nicht aufkommen. Der Rachmittag dagegen brachte bei besseren Bodenverhältnissen recht interessante Spiele mit zum Teil äußerst spannenden Kampfbildern und prächtigen Einzelleistungen vor allem bei den Begegnungen innerhalb der Spitzengruppe, die wie vorauszusehen wieder von Tv. 1 846 Gießen, Turn- gemeinde Friedberg und Tv. Frankenau gebildet wurde. Der Reuling in der Gausonderklasse, T v. Halgehausen (Eder), führte sich recht gut ein mit einem überraschenden, wenn auch knappen Sieg über Friedberg, das dieses Spiel offensichtlich zu leicht genommen hatte und diesen Leichtsinn mit einem Spielverlust büßen muhte, der für die endgültige Meisterschaft entscheidend sein kann. Die Mannschaften von Butzbach und Ridda vermochten nicht entscheidend in die Kämpfe um Öen Sieg einzugreifen und mußten sich mit den beiden letzten Plätzen begnügen. Die meisten Siegesaussichten hatte man der Gießener Mannschaft gegeben, die mit Riexinger in diesem Jahre wieder in stärkster Aufstellung antrat. Die Mannschaft war trotz einer durch eine Absage in letzter Minute notwendig gewordenen Umstellung auf allen Plätzen hervorragend beseht, und die drei Vormittagsspiele wurden daher sicher und mit großem Punktvorsprung gewonnen. Bedeutend größere Anforderungen stellten am Rachmittag die Spiele gegen Frankenau und Friedberg, die jedoch die 46er wieder in bester Form sahen. Ihre Ueber- legenheit in Bezug auf Zusammenarbeit der Mannschaftsteile und systemvollen Spielaufbau kam in zwei eindeutigen Siegen zum Ausdruck. Gießen, in der Aufstellung Pfeffer I., Riexinger, Pfeffer II., Medenbach, Loh, ging damit ungeschlagen aus der ersten Runde um die Meisterschaft hervor und dürfte, da es jetzt mit vier Punkten Vorsprung die Tabelle anführt, bei Beibehaltung seiner augenblicklichen Spielform den diesjährigen Gaumeister abgeben. Ergebnisse: Gießen—Halgehausen 58.45; Friedberg—Frankenau 48:45; Ridda—Butzbach 45:57; Gießen—Ridda 60:34; Frankenau—Butzbach 52:44; Friedberg—Halgehausen 43:47; Halgehausen—Frankenau 43:51; Gießen—Butzbach 50:27; Friedberg—Ridda 49:35; Giehen—Frankenau 35:25; Ridda—Halgehausen 30:47; Friedberg—Butzbach' 50:39; Halgehausen—Butzbach 45:45; Gießen—Friedberg 42:33; Frankenau— Ridda 52:32. Punkte: Gießen 10 P.; Friedberg 6 P.; Frankenau 6 P.; Halgehausen 5 P.; Butzbach 3 P.: Ridda 0 P. TGD. Herrnsheim Mrtielrheinmeister. 2n Bad Kreuznach wurde am Sonntag die Handballmeisterschaft des Mittelrheinkreises entschieden. Der Deutsche Tui> nermeister TSV. Herrnsheim schlug seinen alten Rivalen, den TV. Algenrodt, nach einem spannenden Kampfe nur knapp mit 3:2 Toren. 3in Fußballkampf um die Teilnahme an der deutschen Turnfest-Meisterschaft in Stuttgart wurden die Herrnsheimer dagegen vom TV 1848 Saarbrücken mit 6:3 geschlagen, so daß die Saarländer den Mittelrheinkreis in Stuttgart vertreten werden. Kechimeisterschasten des Miitelrheinkreises. 3n Frankfurt wurden am Sonntag die F e ch t - Meisterschaften des Mittelrheinkreises der Deutschen Turnerschaft abgewickelt. An den Wettkämpien waren die mittelrheinischen Angehörigen der DT.-Sonderklasse nicht teilnahmeberechtigt. Sie nehmen ohne weiteres als Vertreter des Kreises an den Fechtwettkämpfen beim Deutschen Turnfest in Stuttgart teil. Außer ihnen vertreten die fünf Ersten jeder Waffe der sonntäglichen Titelkämpse ebenfalls den 9. Kreis in Stuttgart. Bemerkenswert ist, daß die Fecht- meisterschasten die letzte Kreis-Veranstaltung des Jahres darstellen, da alle anderen Meisterschaften (Volksturnen, Schwimmen usw.) abgesagt wurden. Die dafür bereit gestellten Mittel werden für Zwecke des Wehrsportes beansprucht. In den Titelkämpfen gab es folgende neuen Kreismeister: Degen: Jakob, Frankfurter Tv. 1860; Florett: R a a f, Bretzenheim; Säbel: Martin, Frankfurter Tv. 1860; Florett (Damen): Frl. Haß, Tv. Offenbach. Die Endergebnisse. Degen: 1. Jakob, Frankfurter Tv. 1860, 8 Siege; 2. Stork, Tv. Offenbach, 7 Siege, 6 Treffer; 3. Raat, Tv. Bretzenheim, 7 Siege, 7 Treffer; 4.- Benkert, Tv. 48 Saarbrücken; 5. H e r m a n n , Tv. Offenbach. Florett: 1. R a a f, Tv. Bretzenheim, 9 Siege, 34 Treffer; 2. Dreher, Franks. Tv. 1860, 6 Siege, 29 Treffer; 3. Benkert, Tv. Saarbrücken, 6 Siege, 29 Treffer; 4. Oelkers, Tv. Offenbach; 5. Schäfer, Tv. Offenbach. Säbel: 1. M a r t i n , Franks. Tv. 1860, 8 Siege, 122 Treffer; 2. Glück, Tg. Eintracht Frankfurt, 6 Siege, 25 Treffer; 3. Stork, Tv. Offenbach, 6 Siege 27 Treffer; 4. Fischer, Tv. Saarbrücken; 5. Benkert, Tv. Saarbrücken. Florett (Damen): 1. Frl. Haß, Tv. Offenbach, 9 Siege; 2. Fr. H e n f e l, Tv. Offenbach, 7 Siege, 24 Trester; 3. Frl. Wagner, Tv. 1860 Frankfurt, 7 Siege, 28 Treffer; 4. Frl. Deuher, Tgs. Offenbach; 5. Frau Dr. Herbert, Tv. Offenbach. Abschluß derAOAC.-Ostpreußenfahrt. Die.in zwei Etappen über insgesamt 1100 Kilometer führende ADAC. - O st Preußenfahrt wurde am Sonntag zum neunten Male in Königsberg beendet. Die größte und national bedeutendste Veranstaltung des deutschen Ostens war ein voller sportlicher Erfolg. Trotzdem die Fahrer stark unter dem schlechten Wetter zu leiden hatten, erreichten von 190 gestarteten Teilnehmern 109 das Endziel in Königsberg. Am schwersten war die Prüfung für die Motorräder, deren Fahrer oft geradezu lebensgefährliche Situationen zu überstehen hatten. Strafpunktfrei blieben 14 Motorradfahrer und 38 Teilnehmer bei den Wagen. Für die Sieger gab eS zahlreiche Ehrenpreise, darunter je ein Bild mit eigenhändiger Unterschrift des Reichspräsidenten v. Hindenburg und des Reichskanzlers Adolf Hitler. Obwohl die Strecke so große Schwierigkeiten bot, verlief die Zuverläfsigkeitsprüfung ohne nennenswerte Unfälle. Lediglich ein Reichswehrwagen stürzte in der Rähe des Tannenberg- Denkmals um, die Insassen kamen jedoch mit dem Schrecken davon; ein Motorradfahrer erlitt einen Armbruch. Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. 1900 siegt im Klubkampf gegen Wetzlarer Sportverein mit über 3000 Punkten Unterschied. — Kilo (1900) wirst 42,20 Meter Diskus. Ihren ersten Klubkampf, der auf der Wetzlarer Spilburg-Kampfbahn gegen den dortigen Sportverein stattfand, konnten die 1900er mit deutlicher Ueberlegenheit gewinnen. Sie erzielten in allen Wettbewerben Ueberpunkte. Die Leistungen litten außerordentlich unter dem anhaltenden Regen und starken Seitenwind. Um so höher ist die Leistung von Kilo, der sich sehr beständig zeigte, im Diskuswerfen zu bewerten. Rachstehend die Ergebnisse: 100 Meter: 1. Eldracher (1900) 11,6; 2. Koch (1900) 12 ; 3. Ferndt (WEB.) 12,2; 4. Wohlgemuth (WSV.) 12,8. Gutpunkte für 1900 — 333,20. Eldracher gewann sicher, ohne sich vollständig auszugeben. 800 Meter: 1. Depperling (1900) 2:11,5 Minuten; 2. Peters (1900) 2:15,1; 3. England (WSV.) 2:23,1; 4. Redhardt (WSV.) 2:34. Gutpunkte für 1900 — 458,50. Depperling legte eine gute Form an den Tag. 3000 Meter: 1. Gerhardt (1900) 9:57,3Min.; 2. Däcker (1900) 10:15 Min.; 3. Heckfcher (WSV.) 10:47 Min.; 4. W e b e r (WSV.) 10:56,8 Minuten. Gutpunkte für 1900 — 270. Hochsprung: 1. Schlarb (1900) 1,63 Meter; 2. Hermann (1900) 1,58 Meter; 3. Heiland (WSV.) 1,53 Meter; 4. Schreier (WSV.) 1,43 Meter. Gutpunkte für 1900 — 350. Die beiden jungen 1900er konnten gefallen. Weitsprung: 1. Jung (1900) 5,94 Meter; 2. Wohlgemuth (WSV.) 5,55 Meter; 3. Matthies 5,53 Meter; 4. Hermann (1900) 5,35 Meter. Gutpunkte für 1900 = 51,45. Diskus: 1. Kilo (1900) 42,20 Meter; 2. Depperling (1900) 30,38 Meter; 3. Gaul (WSV.) 23,87 Meter; 4. Rehm (WSV.) 23,28 Meter. Gutpunkte für 1900 = 966,34! Die Leistung des Siegers war die weitaus beste des Tages. Kugelstoßen: 1. Kilo (1900) 12,66 Meter; 2. Jung (1900) 10,09 Meter; 3. Gaul (WSV.) 9,55 Meter; 4. Matthies (WSV.) 9,06 Meter. Der strömende Regen ließ bessere Leistungen nicht zu. lOXVs-Runden-Stassel: 1. Spielvgg. 1900 4:29 Min.; 2. Wetzl. Sportv. 4:48 Min. Gesamtpunktunterschied = 3:033,49 für 1900. Olympiasichtungswettbewerbe. 400 Meter: 1. Daumstieger (1900) 56,2 Sek.; 2. Jung (1900) 57 Sek.; 3. Werner (VfL.) 57,7 Sek. Sperrwerfen: 1. Hopfenmüller (1900) 41,72 Meter; 2. Ludwig (VfL.) 40,80 Meter; 3. Franz (VfL.) 34,92 Meter. 4xl00°Meter°Staffel: Spielvgg. 1900 48,3 Sek.; 2. Wetzl. Sportv. 49,4 Sek.; 3. VfL. Wetzlar 50 Sek. Auf die erzielten Zeiten wirkten sich, wie überall, die schlechten Witterungsverhältnifse stark aus. Sportverein „Adler" Hausen. Spo. „Adler" hausen I — Spo. 1928 Garbenteich II 4:1. Der Neuling Hausen lieferte am Sonntag sein erstes Spiel und konnte es erfolgreich beenden. Das faire Spiel wurde leider durch den Regen etwas gestört, so daß auf beiden Seiten nichts Rechtes gezeigt werden konnte. Hausen war im Feldspiel leicht überlegen und konnte dadurch das Spiel für sich entscheiden. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) k. h. 1. Nach der Hessischen Verordnung vom 14. Dezember 1887, die Ausführung des Fischerei- gssetzes betreffend, und dem § 4 dauert die Frühjahrsschonzeit (verstärkte wöchentliche Schonzeit) für die Lahn, Rhein, Main und Fulda vom 10. April bis 9. Juni einschließlich in der Weise, daß die Fischerei nur an drei Tagen, von Montag morgen 6 Uhr bis Donnerstag morgen 6 Uhr, betrieben werden darf. Die Verwendung solcher an und für sich erlaubter Fangaeräte, die vorzugsweise geeignet sind, die junge Fischbrut zu zerstören, bleibt je- doch unbedingt verboten. 2. Das gleiche gilt im Gebiet der Lahn für die Klein (Glembach) mit ihren Zuflüssen, die Ohm von der Papiermühle bei Nieder-Ohmen abwärts, die Lumda mit ihren Zuflüssen und die Wiefeck von Großen-Buseck abwärts. Die Verwendung von unständigen verankerten Fangvorrichtungen (Wölfen, Reusen, Sperrnetzen, Legangeln usw.) ist sowohl während der Frühjahrs-, wie während der Winterschonzeit verboten. Wirtschaft. * Ruhrgas 21(3., Essen. Die Ruhrgas AG., die im vergangenen Jahre keine Neubauten vorgenommen hat, beabsichtigt, durch Erteilung neuer Aufträge zur Belebung des Arbeitsmarktes beizutragen. Es sollen verschiedene Verbindungs- und Anschlußleitungen gebaut werden. Außerdem sollen die Anlagen, die zur Gas-Reinigung und -Speicherung dienen, ausgebaut werden. Diese Arbeiten erfordern einen Betrag von insgesamt 6,0 Mill. Mark. Die GV. der Gesellschaft ist für Anfang Juni in Aussicht genommen. Es ist wieder ein neuer Verlust entständen, vor allem durch die Preissenkungen im verflossenen Jahre, der sich voraussichtlich ungefähr im Rahmen des Dorjohresverlustes halten wird. (I. V. Erhöhung des Verlustvortrages um 1,97 auf 7,30 Mill. Mark.) Im neuen Geschäftsjahr hat die günstige Absatzentwicklung bisher angehalten. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 15. Mai. Nachdem schon im Mittagsschlußverkehr die Abwärtsbewegung etwas zum Stillstand gekommen war, nahm auch die Abendbörse einen leicht gebesserten Verlauf. Trotz der schwachen Meldungen von den Auslandbörsen zeigte die Kulisse auf dem ermäßigten Riveau eher etwas Rückkaufsneigung, so daß gegen den Berliner Schluß, besonders im Verlaufe, meist Besserungen von 0,5 bis 1 Prozent zu verzeichnen waren. Etwas schwächer lagen noch Conti-Gummi mit minus 1,5 Prozent. Unter Bevorzugung von Montanaktien machte die Besserung im weiteren Verlauf Fortschritte, das Geschäft blieb allerdings klein. Am Kassamarkt kamen Aluminiumindustrie Neuhausen mit 270 um 20 Prozent fester gegen den Samstagskurs zur Notiz. — Am Anleihemarkt waren leichte Erholungen zu verzeichnen. Besonders die Neubesitzanleihe war mit 11 Prozent stärker gebessert. Späte Reichsschuldbuchforderungen nannte man mit 79,25 Prozent Geld. Auch für Goldpfandbriefe zeigte sich vereinzelt etwas Nachfrage. Neubesih 11, Altbesitz 73,50, 6prozentige Stahlverein 62,50, Gelsenkirchen 60,25 bis 61, Harpener 93,60 bis 94,50, Mannesmann 73, Rheinstahl 86, Stahlverein 38 bis 39, Conti-Gummi 132 bis 133, Deutsche Erdöl 112,50 bis 113, JG.-Farben 125 bis 125,75, Hapag 17,75. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 15. Mai. Die Getreidebörse hatte bei kleinem Geschäft stetige Haltung. Das Angebot war weiter recht knapp. Die zum Teil erhöhten Forderungen waren noch nicht durchzuholen, da sich die Nachfrage nur auf die Deckung des notwendigsten Bedarfs beschränkte. Am Melümarkt wurden Neuabschlüsse kaum getätigt, es erfolgten viel- mehr nur Abrufe aus alten Kontrakten. Von Futtermitteln fand Hafer und Kleie etwas Interesse, während ölhaltige Artikel vetnachlässigt waren. Im allgemeinen zeigten die Preise kaum Veränderungen. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.: Weizen 215, Roggen 172,50 bis 174, Sommergerste für Brauzwecke gestrichen, Hafer 147,50 bis 150, Weizenmehl (süddeutsches und nie» dcrrheinisches, Spezial 0, mit Austauschweizen) 30,50 bis 31,50, Roggenmehl (60-v. H.-Ausmahlung) 23,35 bis 25, Weizenkleie 7,75, Roggenkleie 8,70, Sojaschrot 10 bis 10,50, Palmkuchen 9,50 bis 9,75, Erdnußkuchen 11,55 bis 11,85, Treber 11,50 bis 11,75, Heu (süddeutsches) 4,30 bis 4,50, Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt oder gebündelt) 2,20. In Handelsklassenware fanden Abschlüsse nicht statt. Kartoffeln: Speisekartoffeln Industrie hiesiger Gegend 1,45 bis 1,50 RM. per 50 kg bei Waggonbezng. -- Tendenz: ruhig. Kirchliche Nachrichten. Dienstag, den 16. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. Mittwoch, den 17. Mai. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Freitag, den 19. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Franksun a. Dl. -Berlin Schluß« kurs Schluß!. Abend- börse Schluß- furd Schluß!. Mlliag» börse Datum 13.5. । 15.5 13.5. | 15.5. 6% Deutsche Reichsanierhe v. inzi 84,75 84,75 84,75 84,75 6% ef)em.7% Dl. ReichSanl. v. 1929 93 92,25 93 92.5 6'/z% Doung-Auleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld ml 81,5 81,13 8L5 Aui-Ioj..Rechten ............ 75 12,25 73,5 11 74,9 11,95 72,75 10,5 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehern. 8% He«. Holivftaal 1929 lrückzahlb. 102%) ........... Oberhessen Provinz-Anleihe ml — — 81,65 — Auslol.»Rechten .......... 67 6% Hess. Landesbank Darmstadt — Wölb R. 12......... 5>4% Self. Landes Hhpolheken- 83 84 — 83,5 bank Darinstadt Ciqul...... Deutsche Komm. Gammelab l.An 86 85,5 - - leihe Geriet mit Auslos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bau' 68 67,75 68,25 66,75 Goldpse. 15 unkündbar biil 1935 6% ehern. 7% Franks. Hnp.-Ban! — 82 — — Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6%% ehern. 4'/,% Franks. Hyp. Bairk-Llgu.-Psandbriese ..... — 81,75 — — — 82,5 — — 6y,% ehern. 4'4% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpse. ... 85 83,75 — — 6% ehern. 8% Pr. Laudcöpsond briesanstalt, Psandbriese R. 19 6% ehern. 7% Pr. LandeSpsanv — — — — briesanstalt. Pfandbriefe 8t IC 84,5 84 85,5 84,5 Verrechnungskurs . . 85,13 85,13 4% Österreichische Goldrente... 4,20% Oesterreichische Glibenente _ 14,5 14,75 14,65 — 1,2 4% Ungarische Goldreute...... _ _ 4% Ungarische GtaatSrente v. 1910 —— — _ _ 4%% dergi. von 1913......... 5% abfleft. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 7/75 7,75 6,4 6,35 8 6,45 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Gerte 1.................. 6.4 6,25 6.35 6,4 Frankfurt o.m. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß« kurS Schluß!, mittag» börse Datum 13.5. 15.5. 13.5. 15.5- 4% desgl. Gerte 11 ............ 6% Ruinän. Vereins». Rente v. 1903 4^%Rumän.vereinh.Rentev,1913 4% Rumänische Vereins,. Rente . 3’4% Anatolier .............. Hamburg-Amertka-Paket ..... < Hamburg-Güdam. Dampfschifs. 0 Hansa Dampfschiff...........0 Norddeutscher Lloyd .........0 81.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 Commerz- und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Dioconto- Gesellfchaft.................. Dresdner Bank..............0 Reichrbank .................. a.G.®................ , Efckkr- LieferungSgesellschast'''' 5 Licht und Kraft .............. steifen & Guilleaume ..... 0 Gesellschaft für Elektrische Unter. nehmungen................ Rheinische Elektrizität........5 Schuckert & (So............... Glernens & Halske...........g Lahmeyer L Eo................ Buderus .. ................ Deutsche Erdöl ........... 4 Gelsenkirchener..............0 Harpener...................0 Hocsch Eisen—Köln-Neuesten.. 0 Ilse Bergbau ...............7 Ilse Bergbau Genüsse........7 Klöcknerwerke ...............0 ManneSmann-Röhrcn........0 6,3 4,8 29,75 184 19,5 51 98,25 51,75 61,75 60,5 130 26 99 112 67,5 97,75 97,25 112 155,5 76,75 116.5 63,25 97 120 63,5 74,75 6,3 5,65 11 4,85 30,75 17,75 19 51 98,25 51,5 60 59,5 127 26,25 96,5 108 61 94,5 86 108,25 152,25 125,5 74,25 113 61 94,5 117,7 63,5 73 6,35 5,9 11 4,85 30 18 35,75 29,5 18,9 51,13 130,25 26,13 97,25 110,5 67,5 97 97,5 110,25 154,5 126 77,4 115.9 62,75 96,25 75,25 — 119,75 63,25 75,25 6,45 5,95 12,2 4.85 30,7 17,5 33 27 18,5 51 97,75 51,5 60 59,5 127.75 26,13 96.5 108 65,5 93,5 96 108 150,75 126 73 112,5 60,5 93,5 72,5 115 61,75 71,9 Jrantiun a. J)l. Berlin Gchluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß« lurd Schluß!, mittag» börse Datum 13.5. 15.5. 13-5. 15.5. •lltanerelber Bergbau........ . 0 — 27 29,5 26,25 KokSiverke................. . 0 — — 87,9 84,75 Phönix Bergbau............ . Geld Brie, Helslngfors. 6,264 6,276 6,274 6,286 Wien...... 45,45 45,55 45,45 45,55 12,64 12,66 12,64 12,66 Budapest ... Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,08 169,42 169,08 169,42 Oslo....... 72,03 . 72,17 72,18 72,32 Kopenhagen. 63,19 63,31 63,34 63,46 Stockholm... 72,83 72,97 72,98 73.12 London..... 14,175 14,215 14.205 14,245 Buenos Aires 0,853 0,857 0,853 0,857 Neuport .... 3,581 3,589 3,606 3,614 Brügel..... 58,50 58,62 58,45 58,57 Italien..... 21,93 21,97 21,86 21,90 Paris..... 16,54 16,58 16,53 16,57 Schweiz .... 81,07 81,23 81,02 81,18 Spanien.... 35,91 35,99 35,91 35,99 Danzig.... 82,22 82,38 82.22 82,38 Japan...... 0,869 0,871 0.869 0,871 Rio de Ian. 0,239 0.241 0,239 0,241 Iugostawien 5,195 5,205 5,195 5,205 Lissabon.... 12,91 12,93 12,94 12,96 Banknoten. __Serfln, Geld Brief Amevtanische Noten........... 3,56 9 5g Belgische Noten................ 58.29 Dänische Noten ............... 62.97 Englische Noten ................. 14,165 14^225 Französische Noten............... 16,49 16,55 Holländische Noten............ 168,71 169,39 Italienische Noten................ 21,74 21,82 Norwegische Noten .............. 72,01 72,29 Deutsch Oesterreich, 1 1OO Schilling Rumänische Noten............... 2,46 2,48 Schwedische Noten............... 72,80 73,10 Schweizer Noten................. 80,84 81,16 Spanische Noten................. 35,78 35,52 Ungarische Note»................