Nr. 1'3 Erstes Blatt 183. Jahrgang Dienstag, 16. Mai 1933 Erlchein, tägltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monat«=Be)ug$prel$: Mit 4 Beilagen RM. 1.9L Ohne Illustriert« , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernsprechanschlüsse onter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Dedag: vriihl'sch« Untocrfttäts^u»- und Sktnbniderei H. fange in Sietzen. Sdjrtftleltung und S-schästrst-lle: Schulüratze 7. Annahme oon Snjeigcf für die Tagesnummer oli zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20". mehr. Chefredakteur: Dr. Frredr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (Bußen. Randnoten. DA. Die deutsche Wirtschaft lebt! Aus allen Wirtschaftszweigen mehren sich ständig die Stimmen, die eine innere und ehrliche Beruhigung melden. Damit haben Unternehmer und Arbeiterschaft, Handel und Derbraucher eine Haltung bewiesen, die auch die optimistischsten Hossnungen weit überschreitet. Wohl noch zu keiner Zeit und in keinem Lande der Erde hat sich nach der Kette der notwendigen Umwälzungen und ticswirkenden Eingriffe, die jede Revolution mit sich bringt, betartig schnell Ordnung, Disziplin und Dertrauen durchgeseht. Das aber ist ja gerade das Kennzeichen der nationalen Erhebung, baß sie nicht den Zusammenbruch will, um, wie der Bolschewismus auf den Trümmern des Ehaos etwas Phantastisches, völlig Neues aufzubauen, sondern durch eine organische, zielklare Leitung und Förderung der Wirtschaft wieder ausbauen will, was in den letzten 14 Fahren durch die verständnislosen Eingriffe des Marxismus zerstört wurde. Die jüngsten Berichte der Handelskammern, Handwerkskammern und Wirtschaftsverbände melden eine auf fast allen Gebieten einsetzende Hebung der deutschen Wirtschaft. Rach den Feststellungen des Instituts für Konjunkturforschung liegt die gewerbliche Erzeugung bereits um 7 v. H. über dem Stand zur gleichen Zeit des Dorjahres, und um 12 v. H. über dem konjunkturellen Tiefstand im August 1932. Besonders im Kalibergbau und bei der Erdölgewinnung hat eine bemerkenswerte Hebung des Absatzes stattgefunden. Die Erdölgewinnung betrug im April in Preußen über 19 000 Tonnen und damit erheblich mehr als im Monatsdurchschnitt des letzten Jahres. Die Erdölbohrung be- ansprucht im Hinblick auf einen möglichst starken Anteil der eigenen Erzeugung am deutschen Oel- verbrauch in Zukunst ganz besondere Beachtung. Auch die Eisenindustrie hat eine erhebliche Verstärkung des Absatzes zu verzeichnen. Als Folge der durch die ständig fortschreitende Absperrung des Auslandes gegen lästige Einfuhren bedingte Umstellung der Mimischen Industrie auf den Binnenmarkt hat die Rachfrage des Inlandes nach Spezialmaschinen auffallend stark zugenommen. Die landwirtschaftliche Maschinenindustrie meldet gleichfalls eine erhöhte Beschäftigung. Hier beginnt sich die Wirkung der allmählichen Gesundung deS deutschen Bauern zu zeigen. Im Iahre 1931/32, im Tiefpunkt der Krise also, bezog die Landwirtschaft für nur 90 Millionen landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, während es 1927/28 noch weit über 320 Millionen waren. Aehnlich erfreulich berichten Automobilindustrie, Fahrradindustrie und Motorenbau. Die Tuchindustrie bezeichnet den Monat April als einen Rekordmonat. Der flotte Absatz ist auf die umfangreichen Uniform- lieferungen an nationale Verbände und Arbeitsdienstorganisationen zurückzuführen. Bei der Anfertigung der neuen Tuche wird ausnahmslos die Verwendung deutscher Wolle vorgeschrieben. Auch auf diese Weise wird der Arbeitsdienst für Industrie und Landwirtschaft Arbeit schaffen. Diese amtlichen Berichte reden bereits eine deutliche Sprache. An „Schönfärberei" kann in Deutschland kein Mensch ein Interesse haben. Wir sind es gewohnt geworden, den Dingen der Wirklichkeit ins Auge zu blicken, um mit ihnen rechnen zu können. Die Wirtschaft kann jetzt wieder großzügig planen. Aus der kürzlich veröffentlichten Erklärung der Reichsregierung, daß im Wirtschaftsleben durchaus sichere Verhältnisse eingc- !. eten sind, die der Wirtschaft auf lange Sicht zu arbeiten erlauben, ziehen wir den Schluß: Ohne Verzögerung an die Arbeit, keine ängstliche Kaufzurückhaltung mehr! Es gilt Arbeit und Brot zu schaffen, für „Flaumacher" wird es im neuen Deutschland kein Betätigungsfeld mehr geben 1 Wenn sich das Rationale von selbst versteht, müssen gerade die Hoheitszeichen der Ration in Emst, Würde und Takt jenseits aller nichtigen materiellen und sonstigen Spekulationssphären stehen. Was Kitsch ist, kann eigentlich nicht formuliert werden. Gewisse ästhetische Grundsätze sind auf diesen Begriff nicht anwendbar, man könnte höchstens sagen, eine Verkitschung läge stets dann vor, wenn Ausdruckszeichen und Empfindungen verzerrt, ver- niedücht oder in die Sphäre triefender Senti- mentalität getaucht werden. Als mit dem Aufkommen des Industriezeitalters die Formgebung von Möbeln und Häusern verderbt wurde, blühte der Kitsch. Er täuscht vor. er wendet sich entweder an die üble Art, den Schein über' das Sein zu stellen, oder rührt das Gefühl dort an, wo es moluskenhaft. Kitsch im Film, un Buch, auf der Bühne, kitschige Redensarten weiß jeher Gesunhgewachsene sehr wohl s^ zustellen. Daß derselbe Kitsch aber auch, wie 1914, heute auftauchte. ist durchweg einer grenzenlosen Dumm- heil derer zuzuschreiben, die glauben, sie mußten die Symbole der neuen Ration möglichst immer vor Augen haben, ganz einerlei, wo und wie sie abgebilhet sind, damit sie sich stets erinnern, was geschah. Genau so. wie ein Raffke sich in eine Umwelt versetzt, hie ihm innerlich bisher fremh war. . Daß hie Inhustrie auf solche Gefühle spekulierte unh hiefe ästhetische Knochenerweichung forherte, hat ein Gesetz zum Schutz her nationalen Symbole nottoenhig gemacht. Man könnte sagen, wer biefem nationalen Kitsch zuneigt, ist im tiefsten Herzen unh Gefühl nicht durchdrungen von her Würde unh Schönheit unh Bedeutung her Symbole selbst, die höchste Ausdrucks- und Verehrungssorm sein sollen und da- Das Ausland in Erwartung der Kanzlerrede. Lenkt England ein? Beruhigende Wirkung der Papcn-Rede. London, 15. Mai. (TU.) Der Abrüstungsausschuß des englischen Kabinetts hielt am Montag eine Sitzung ab, in der er sich mit her europäischen Krise befaßte. In den Kreisen des Kabinetts ist man im Hinblick auf die Kriegsbesorgnisse her Presse entschlossen, nunmehr beruhigend zu wirken unh den Mächten klar zu machen, daß kriegerisch eMaßnah- men irgendwelcher Art einschließlich der Besetzungfremden Gebietes zur Zeit nicht im Sinne der britischen Politik liegen. In diesem Sinne soll eine Verlautbarung wirken, die besage, daß die Andeutungen des Kriegs-' Ministers über Sanktionsmöglichkeiten lediglich dazu dienten, um das Vorhandensein von Abkommen zu betonen, die ohne Gewaltanwendung einen Ausweg aus den gegenwärtigen Schwierigkeiten weisen. Die Ausführungen des Vizekanzlers von Papen haben in Degierungskreifen beruhigend gewirkt, weil sich hiermit die Aussichten auf eine Ueberwindung der Krise in Genf wesentlich verbessert haben. Norman Oavis sucht zu vermitteln. Washington, 15. Mai. (TU.) Der amerikanische Sondervertreter Norman Davis versuchte den französischen Außenminister Paul Boncour in einer einstündigen Unterhaltung zu bewegen, neuen deutschen Abrüstungsvorschlägen gegenüber eine versöhnliche Haltung einzunehmen, um Amerika und England eine gleiche Haltung zu ermöglichen. In unterrichteten Kreisen verlautet, daß Amerika, England und Frankreich auf diplomatischem Wege nunmehr auf die Reichsrcgierung einwirken werden, damit, wie der amerikanische Vertreter es ausdrückte, „eine geschickte Brücke oon der Insel Elba, auf die sich Hitler manövriert habe, zurück zum Festlande gebaut werden könne." Fest steht im übrigen, daß Norman Davis und Paul Boncour -bie Frage der Sanktionen nicht besprochen haben. Norman Davis unterstrich die unbedingte Notwendigkeit eines militärischen und wirtschaftlichen Friedens und erklärte, Sanktionen gegen Deutschland seien nur möglich auf Grund einer Entscheidung des Haager Gerichtshofs. Spannung in London. London, 16. Mai. (WTB.-Funkspruch.) Die Ausführungen in der Morgenpresse zeugen von der Spannung, mit der die morgige außenpolitische Rede des Reichskanzlers erwartet wird. Die nervöse Stimmung findet Ausdruck in der Ermahnung, Deutschland möchte nicht — was freilich besser den hochge- rüsteten Mächten gesagt werden sollte — durch maßlose Forderungen die Abrüstungsbomühungen zugrunde richten. Allgemein besteht die Tendenz, der deutschen Regierung die Verantwortung für das herrschende Mißtrauen zuzuschieben, wobei vielfach auch die deutsche Innenpolitik als beunruhigend für die Nachbarländer bezeichnet wird. „Daily Expreß" schreibt. Europa warte jetzt auf das, was Hitler sagen werde. „Daily Heralh". „Daily Mail" unh „Daily Telegraph" sprechen von einer Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit, haß die morgige Rehe zwar energisch, aber auch versöhnlich sein werbe und eine neue Politik in Genf einlciten werbe In einem Leitartikel her „Daily Mail" heißt es, her deutsche Kanzler habe jetzt eine einzigartige Gelegenheit, zu zeigen, baß er bie höheren. Eignungen eines Staatsmannes besitze. Die rechtskonservative „Morning Post" hofft, daß her* Reichskanzler im Inneren bie Leibenschaften und nach außen hin bie entstanbenen Befürchtungen beschwichtigen werbe. „Times" sucht Deutschlanbs Kriegslust burch Zitate aus Hitlerreben zu beweisen unb stellt bie angesichts her französischen Bünbnispolitik gerabczu kinbische Behauptung auf, nicmanb suche Deutschlanb einzukreisen. „Rews Ehronicle" erklärt, her Stieben hänge von ben Deutschen selber ab. Das liberale Blatt schlägt vor, Präsibent Roosevelt solle sich mit be m beutschen Kanzler telephonisch in Verbinbung sehen. „Daily Telegraph" sagt, bie Reberei von einer brohenden Kriegsgefahr infolge bet Ereignisse in Danzig unb Wien sei böswillig und fast verbrecherisch in einem Augenblick, wo ein jeder ruhig bleiben unb bie Lage kühl beurteilen müsse. Bon her Erklärung Hitlers würde das Schicksal der Abrüstungskonferenz abhängen. Die Staatskunst müsse erkennen, daß die beste Hoffnung Europas der Viermächtepakt sei, denn der Friede Europas hänge letzten Endes von dem Gleichgewicht der Macht zwischen Frankreich und Deutschland mit England und Italien als Garanten des Locarnovertrages ab. Trotz dieser beruhigenden Worte bringt „Daily Telegraph" den Bericht eines militärischen Mitarbeiters, der behauptet, daß das deutsche Heer sowohl hinsichtlich der Organisation wie der Waffenausrüstung nicht mehr auf dem Boden von Versailles stehe. „Daily Mail" erinnert daran, daß Deutschland in den letzten Monaten eine wundervolle Revolution durchgemacht habe unb baß eine neue Gesellschaftsordnung in Deutschlanb geschaffen worden sei, wobei besonders auf die Unterdrückung der kommunistischen Pest hingewiesen wird. Die englischen Sozialisten, die sich so wild gegen baS neue Deutschlanb gebärbeten, seien lediglich Clowns. ilcberall herrschten schreckliche Mißverständnisse. Man dürfe nicht Deutschland allein die Schuld zusprechen. Es sei von Feinden umgeben, die Deutschland sogar seiner Selbstverteidigungsrnittel berauben wollten. Deutschland sei mit ganzem Herzen hinter Hitler, weil er bie Verkörperung von Deutschlands Willen sei. bas. was er für eine internationale Verschwörung gegen Deutschlanb halte, zu brechen. Tatsache sei, baß Deutschlanb trotz aller Gerüchte weit entfernt bavon sei, f ü r ben Krieg bereit zu sein. Der Artikel sor- bert bann eine tatkräftige Revision bee Friebensverträge, was Voraussetzung für eine Rückkehr Europas zur Gesunbheit sei. Ie länger bie Revision aufgeschoben werbe, um so schwieriger werbe sie sein. Die Großmächte müßten im allgemeinen Interesse bereit sein, bie Ungerechtigkeiten wieher gut zu machen. Die Anrechnung der vormilitärischen Ausbildung. Aus dem Effektiv-Ausschuß. Genf, 15. Mai. (TU.) Irn Essektivausschuh ber Abrüstungskonferenz machte her englische Vertreter heute einen neuen Vorschlag für bie Anrechnung ber vormilitärischen Ausbilbung bei ber Festsetzung ber Effektiv- Heeresstärken ber einzelnen Gänber. Rach bem englischen Antrag, ber als ein Kompromißvorschlag für bie großen in ber letzten Zeit aufgetretenen Schwierigkeiten bei her Behanblung ber Wehr- verbänbe gebacht ist, soll auf Grunb einer bestimmten Formel eine vormilitärische Ausbilbung von zwei Jahrgängen erlaubt sein. Die Zahl her für bie erlaubte vormilitärische Ausbilbung zugelassenen Personen soll in ein bestimmtes Verhältnis zur Effektivstärke bes betreffenbenßan- bes gesetzt werben, ähnlich, wie ber Effektivausschuß militärisch organisierte Polizei im Verhältnis zu ben nationalen Armeen zugelassen hat. Von beutscher Seite ist zu biefem Vorschlag bisher noch nicht Stellung genommen worben. Der beutsche Vertreter, General Schön- Heinz, nahm sobann grunbsählich zu ber Entschließung bes Ausschusses übet den militärischen Charakter ber beutschen Wehrverbänbe Stellung. General Schönheinz betonte, bah eine enbgültige Entscheibung nur fallen könne, wenn festgestellt wäre: 1. ob eine Ausbilbung militärischen Charakters überhaupt vorliege, 2. wieviel Personen mit welcher Ja» gesstunbenzahl biese militärische Ausbilbung genießen. General Schönheinz wies barauf hin, baß bei ber Prüfung ber beutschen Wehrverbänbe nicht biefer einzig mögliche Weg einer objektiven Feststellung beschritten worden sei. Der Ausschuß habe vielmehr im allgemeinen bie gesamten beutschen Wehrverbänbe unb bie sportliche Ausbilbung zus ammengef aß t unb ben militärischen Charakter her deutschen Wehrverbänbe ohne jegliche sachliche Prüfung fest- gestellt. Der Vertreter Frankreichs, Oberst Lucien, protestierte gegen diese deutsche Erklärung, obwohl sie bei der praktischen Anwendung allein dem Efsektivausschuh die Möglichkeit geben würde, zu fachlichen, von jeder Politik unabhängigen Entscheidungen zu gelangen. Bei ber Prüfung her vormilitärischen Ausbilbung Frankreichs würbe ein italienischer Antrag vom Ausschuß abgelehnt, nach bem für Frankreich eine Tagesburchschniitsstärke von 13 500 Mann festgestellt werben soll, währenb die französische Regierung für die vormilitärische Ausbildung lediglich eine Tagesdurchschnittsstärke von 1 400 Mann angibt. Gegen die Ablehnung des italienischen Antrages meldeten die Vertreter Deutschlands und Italiens Protest an. Oanzig-Hetze im englischen Unterhaus. Die Regierung lehnt Einmischung ab. London, 15. Mai. (WTB.) Staatssekretär Sir John Simon wurde im Unterhaus gefragt, ob die britische Regierung angesichts ber ernsten Lage, bie nach bem 28. Mai in Danzig entstehen könnte, bie Gntfenbung eines gemisch- tenVölkerbunbsgerichtshoses erwägen wolle. Sir John Simon lehnte bie Beantwortung biefer Frage ab. Der Arbeiterabgeordnete Web- g e to o o b fragte, ob Simon bie Cntsenbu n g eines englischen Kriegsschiffes nach Danzig (Gelächter unb Zwischenrufe: „Kriegshetzer!") unb bie Annahme eines Mandats über Danzig durch England erwägen wolle. Simon erwiderte, daß unter der Danziger Verfassung ein Mandat nicht in Frage komme. Wie er höre, sei ein Höflichkeitsbesuch eines englischen Kriegsschiffes im Juni vorgesehen. Der Besuch liege jedoch im Rahmen ber normalen Sommerübungsfahrlen (Gelächter). Er sehe keine Ursache dafür, j e h t ein englisches Kriegsschiff nach Danzig zu schickem Auf eine her so sparsam angewendet werden müssen wie gewisse Ausdrücke des Religiösen. Rur in Hochzeiten der Seele erschließt sich das Gefühl für bie Symbole des Christenglaubens, unb so sollte es auch sein mit ben Symbolen bes Glaubens an bie Kraft unb bie Zukunft ber beutschen Ration. Wer aus Gewinngier bamit ein Geschäft machen will, ber Derbient, hort bestraft zu werben, wo er eine Mihart von Gefühl hat, nämlich am Gelbbeutel, und es ist durchaus angebracht, wenn solche Greuel konfisziert unb vernichtet werben. Aber auch bie Lieber ber nationalen Bewegung sinh zu schützen. Wer in Trunkenheit, am Stammtisch bie Hymnen brüllt ober gröhlt, ist ein erbärmlicher Beweis bafür, bah ihm bas Bekenntnis zum Vaterlanbe nur auf ber burch Alkohol gelösten ober schwergemachten Zunge liegt. Rochmals: Würbe unb Ehrfurcht vor Deutschlanbs Fahnen unb Deutschlands Dater- landsgcsängen, lächelnde, aber unerbittliche Verachtung denen, die ihren Geist und Sinn noch nicht ersght haben unb beshalb nachbrücklichst von ihrem Ungeschmack ober ihrer Torheit abgebracht werben müssen. • Der preußische Ministerpräsident Göring unb bie kommunalen Spitzen in Berlin haben klar unb beutlich sich gegen eine Psychose gewandt, die in allen Betrieben und Behörden, abgesehen von der notwendigen Reinigungsaktion, zu Ueberspitztheiten führte. Wenn in einem Roman unb Theaterstück der Held übermäßig glorifiziert unb dessen Gegner als Bösewicht schlechthin gezeichnet wird, empfinden wir das als eine Primitivität, die dem realen Leben nicht entspricht. Die Korruptionsschnüffler, Denunzianten, zumeist aus den Kreisen derer stammend, die als Märzlinge erst ihre nationalen Tugenden und reinigenden Tapferkeiten entdeckten, pflegen mit einer verdickten Monomanie in jedem, her nicht zu ihrer neuentdeckten Parteifahne sich bekennt, auch wenn er 14 Iahre lang durch Tat und Opfer den Marxismus bekämpfte, ber Bösewicht schlechthin zu erblicken und so hat das übelste Denunziantentum derartig um sich gegriffen, daß die Rüge der nationalsozialistischen Führer durchaus berechtigt erscheint. Die Brandherde ber Korruption finb zu vernichten, aber bie Gesinnungsschnüfsler unb Korruptionsriecher müssen so behandelt werden, wie aus einem natürlichen Rechtsempfinden einst das Volk die Kafseeriecher behandelte, die mit emporgehobenen Rasen durch die Gassen gingen und schnüffelten, ob irgendwo etwas vielleicht später zu Verbietendes sich bemerkbar machte. Eröffnung der Reichsführerschule des Arbeitsdienstes. Berlin, 15. Mai. (TU.) 3m ehemaligen Lehrerseminar in Spandau erfolgte am Montag die feierliche Eröffnung der Reichsführer schule des Arbeitsdienstes. Auf dem Hof der Schule wurden um 8 Uhr die Gäste durch Reichsarbeitsminister Seihte begrüßt. Es hatten sich die Spitzen der Reichs- und Staatsbehörden zu der Feier eingefunden. Während eine Kapelle des Arbeitsdienstes das Deutschland- unb das Horst-Wesfel-Lied spielte, erfolgte im Hose die Hissung der schwarzweißroten und der Hakenkreuzflagge. Dann begaben sich die Gäste in die festlich geschmückte Aula der Schule, in der sich auch die Teilnehmer des ersten Zührerkursus eingesunden hatten. Slaatssekretär für den Arbeitsdienst Oberst a. D. H i e r 1 hob hervor, daß die Führer zu diesem Lehrgang berufen seien, um für die Ausgaben oorgebilbet zu werden, die sie als Leiter und Lehrer der Führerkurse in den einzelnen Bezirken zu erfüllen hätten. Die Notwendigkeit, den Ausbau des staatlichen Arbeitsdienstes bis Iahresschluß zu vollenden, zwinge dazu, die Zeitdauer aller Führerkurse in diesem Iahr sehr zu beschränken. Der Arbeitsdienstgedanke sei vielleicht der bezeichnendste Ausdruck eines neuen politischen und gesellschaftlichen Denkens, das im Weltkriege geboren und in der deutschen Revolution von 1933 unter dem Zeichen des Hakenkreuzes zum siegreichen Durchbruch gekommen sei. Die Anforderungen an das berufliche Können des Führers seien vielseitig. Zu den Aufgaben der Technischen Arbeitsleistung und der Verwaltung kämen die körperliche Ertüchtigung und die staatspvlitische Erziehung. Man wolle den Typ des Arbeitsdienstführers heranbilden. Oie Hülste des Jahrgangs 1915 wird zuerst einberufen. Berlin, 15. Mai. (TU.) *2BL Parla- mentsdienst her „TU." erfährt, steh^^^ 'c baß am 1. 3 a n u a r 1 9 3 4 bie ber ersten Arbeitsbienst^^^M erfolgen wirb. Es wirb ber I a h-^k tzR aufgerufen toerben, also ® ner, bie im Iahre 1934 baä J9 1L J enden Zunächst soll die H ä I ganges zur Arbeitsbienstpfli^^^^ werben. Die näheren Ausführ'. sind in Vorbereitung. Frage Wedgewoobs, ob es nicht besser sei, den Besuch des Schiffes vorzuverlegcn, damit es zur revolutionären Wahl am 2 8. Mai i n Danzig sein könne, erwiderte Simon, daß bei seiner Zusammenkunft mit dem Völkerbundskom- missar vor einer Woche dieser alarmierende Gerüchte über die Möglichkeit von Anruhen während der Danziger Wahlen mißbilligt habe. Der deutsche Protest in Wien. Wien. 16. Mai. (IM.) 3n einer amtlichen Verlautbarung wird mitgeteilt, daß der deutsche Gesandte in Wien, Dr. Rieth, wegen der Vorfälle, die sich bei der Ankunft der deutschen 2Hi- nisier und ihrer Begleiter auf dem Flugfelde in Aspern ereignet haben, Protest erhoben Hal. Der Bundeskanzler erwiderte nach der Verlautbarung, daß er zu diesem Schritt Stellung nehmen werde, wenn die Angelegenheit der Rund- f n n k r e d e des Reichsjustizkommissars Minister Dr. Frank seinem wiederholt gestellten Ersuchen gemäß geklärt sei. Jedenfalls bleibe es in seinem Bestreben, alles dazu beizutragen, um das selbstverständliche Freundschaftsverhältnis zur deutschen Reichsregierung zu fördern. Oer Führerwechsel im Deutschen Landwirtschastsrat. Berlin, 15. Mai. (CNB.) Die Uebernahme der Geschäfte des Deutschen Landwirtschaftsrates durch den neugewählten Präsidenten, den Reichsbauernführer R. Walter D a r r ö , gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung. Nach Ansprachen des Grafen B a u d i s s i n und Dr. K r ä u t- l e s begrüßte Präsident Darre seine neuen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. „Seit Bismarck", führte er u. a. aus, „ist wohl nie ein Reichskanzler so von der tragenden Bedeutung des Bauern tu mes für das Volk überzeugt gewesen wie Adolf Hitler. Er ist die letzte Hoffnung, auf die der deutsche Bauer alles gesetzt hat. Der deutsche Bauer wird sich von Adolf Hiller nicht mehr abbringen lassen. Wenn das Ausland uns jetzt bedroht, bloß weil ihm der deutsche Führer nicht paßt, dann ist der deutsche Bauer fest entschlossen, eher zugrunde zu gehen, als sich von seinem Führer zu trennen. In einem Deutschland, das die jetzt vom Nationalsozialismus eingeschlagene Bauernpolitik verläßt, würde ein deutsches Bauerntum, das 1000 Jahre der Träger'deutscher Geschichte gewesen sei, keinen Platz mehr haben. Dann gibt es vielleicht noch Farmer, die sich unter Anwendung gerissener Geschäftsmetho- den über Wasser halten können, aber kein geschlossenes deutsches Bauerntum mehr. Nach warm empfundenen Dankesworten für den früheren Präsidenten Dr. Brandes fuhr Präsident Darre fort: Mein Verhältnis zu meinen Mitarbeitern soll nicht getrübt werden durch irgendwelche persönliche Unstimmigkeiten, die mir in der Der- aangenheit angetan worden sind. Für die Zukunft ist selbstverständlich persönliches Vertrauen eine unbedingte Notwendigkeit. Ich werde aber alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen lediglich noch der L e i st u n g beurteilen, wenn sie sich der großen gemeinsamen Ziele einfügen. Präsident Darre schloß mit einem Heil auf den Volks- und Bauernkanzler Adolf Hitler. 200000 RM. vom KraktionSvor« sitzenden der GpO. Köln unterschlagen. Köln, 16. Mai. (CNB) Ueber große Unterschlagungen des Fraktionsoorsitzenden der SPD. Gör- linger teilt die „Köln. Ztg." mit: Der Stahlhelm hat mit einem Untersuchungsausschuß die Räume der Kölner Arbeiterwohlfahrt bezogen und dort wichtige Feststellungen gemacht. Es ergab sich, daß der Fraktionsoorsitzende der SPD. G ö r l i n - g e r im März mit 100 000 RM. nachSaar - brücken geflüchtet ist. Er hat dieses Geld der Bank für Arbeiter, Angestellte und Beamte entnommen. Inzwischen ist es ihm gelungen, zwei ^Angestellte zu bestimmen, weitere 100000 RM. an derselben KasseinEmpfangzunehmen und diesen Betrag dem früheren Aachener Parteisekretär M ö n i s s e n in Trier auszuhändigen. Diese Summe hat Görlinger dann in Saarbrücken in Empfanggenommen. Gegen die Helfer an dieser Geldverschiebung wird strafrechtlich vorgegangen. Es fanden sich auch Briefe, aus denen hervorgeht, daß Görlinger für den Bankier Molling in Berlin, der inzwischen Selbstmord begangen hat, Geschäfte tätigte, die ihm ein Monatseinkommen von 2 5 0 0 R M. für drei Jahre zusicherten. Als Leiter der Arbeiterwohlfahrt bezog Görlinger 800 RM. Monatsgehalt. Dazu kamen Vergütungen für Auslagen, deren Höhe nicht feftfteht. In Köln besah Görlinger zwei Wohnungen, eine dritte in Berlin. Kleine politische Nachrichten. Der Eingang der Spenden für die „Stiftung für Opfer der Arbeit" nimmt von Tag zu Tag zu. Er hat einen derart erfreulichen Umfang angenommen, daß der Betrag heute die Summe von 500 000 RM. überschritten hat. * Walter Darr 6, der die Führung des gesamten deutschen Bauernstandes in feiner Hand vereinigt, ist vom Reichsführer der SS-, Himmler zum SS. - Gruppenführer ernannt worden, nachdem er bisher SS.-Oberführer war. Der geschäftsführende Vorstand sowie der Gesamt- Vorstand des Reichsverbandes deutscher Hausfrauenvereine haben den Anschluß an die deutsche Frauenfront vollzogen. ♦ 3n Dad-Rauheim fanden Besprechungen von Vertretern der fünf südwestdeutschen Landeskirchen (Hessen, Frankfurt a. M., Rassau, Kurhessen und Waldeck) statt, die einerseits dem schon seit Zähren geplanten Zusammenschluß galten, anderseits aber auch der gesamten kirchenpolitischen Lage, die durch des Thema „R e i ch s k i r ch e" am ^ besten g^h^stzeichnet wird. Die Verhandlungen fortgesetzt- , 2ln den d^^chuationalen Staatsminister von Mecklenburg-L-trelih Dr. von Michael, der durch Deschluh^bes Landtages von seinem Posten abberuf en werdet sollte, hat der Reichsminister des Innern Sr.) 8 r t d folgendes Schreiben gerichtet: „Oluf diej telegraphische Mitteilung vom Konstituierende Sitzung des HesMchen Landtages. Or. Müller LandiagSpräsiöeni.-feierliche Begrüßung des Reichsstatthalters. Einstimmige Annahme eines Ermächtigungsgesetzes. Darmstadt. 16. Mai. (WTB.-Drahtbericht.) Im festlich geschmückten Saale des Hessischen Landtages, den die Fahnen des alten und des neuen Reiches, sowie diejenigen in den Landesfarben zierten, fand heute in Anwesenheit des Reichs st atthalters Sprenger die konstituierende Sitzung statt. Der Reichsstatt- haltec wurde vor dem Landtagsgebäude von Ministerpräsidenten Dr. Werner herzlich willkommen geheißen. Schutzpolizei und SA. hatten vor dem Landtag Aufstellung genommen und wurden von dem Statthalter begrüßt. Die Sitzung des Landtages eröffnete der seitherige Präsident und jetzige Staatssekretär Iung. Einstimmig wurde der seitherige Staats Minister Dr. Müller zum Landtaaspräsiden- t e n , der Abgeordnete Klo st ermann (RSDAP.) zum ersten und der Zentrumsabgeordnete W e ck l e r zum zweiten Vizepräsidenten gewählt. Darauf wurde der Reichsstalthaller Sprenger vom Ministerpräsident Dr. Werner und dem Landlagspräsidenien in den Landtag eingeführt. Vor dem mit Hakenkreuzbanner geschmückten Präsidentenftuhl stand der Sessel für den R e i ch s st a t t h a l te r. der von Dr. Werner mit einem dreifachen Sieg-Heil als Statthalter des Reiches und Vertrauensmanns des Führers Adolf Hitler begrüßt wurde. Der Ministerpräsident hielt dann eine längere Ansprache an den Reichsstatthalter, in der er ihm die besonderen Sorgen und Nöte des Hessenlandes vor Augen führte. Seine Ansprache schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Reichsstatthalter, auf Hessen, das deutsche Vaterland und den Führer Adolf Hitler. Der Landtag verabschiedete dann ein Ermächtigungsgesetz für die hessische Negierung, das von den anwesenden nationalsozialistischen und Zentrumsabgeordneten (die Frak- die der SPD. war nicht erschienen) e i n st i m m i g gebilligt wurde. Die Sitzung schloß mit dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel- Liedes. Anschließend richtete der Statthalter vom Balkon des Landtages an die auf dem Adolf- Hitler-Platz in großer Zahl erschienene Volksmenge eine kurze Ansprache. Die Aufgabe des Buchs beim Wiederaufbau der Nation. Reichsminister Or. Goebbels vor den deutschen Buchhändlern. Leipzig, 15. Mai. (TU.) Bei der Kantatefeier des Börsenoereins für den deutschen Buchhandel erklärte Reichsminister Dr. Goebbels u. a.: Gerade in Zeiten seelischen Druckes und größter Not braucht das Volk Entspannung, und da hat das deutsche Buch einzusehen. Wir werden den Zeitgeschmack ändern. Gewiß möchte ich nicht einem hemmungslosen nationalsozialistischen Kitsch das Wort reden, der glaubt, schon genug zu tun, wenn er sich der Farben und Symbole der neuen Regierung bedient. Nein, je tiefer der revolutionäre Umbruch in den Herzen eines jeden Menschen verankert ist, je tiefer er geifticj durchsetzt wird, um so dauerhafter und ewiger wird er fein. Dann hat das Buch noch die große Aufgabe, den Menschen nach den harten und nervenaufpeitschenden Kämpfen des Tages abzulenken von der Schwere und von der dü ft eren Mechanik der Zeit. Vielleicht werden wir einmal in absehbarer Zeit dazu kommen müssen, d i e Arbeitszeit an s i ch herabzusetzen. Vielleicht wird das keine revolutionäre Forderung mehr fein, sondern eine Selbstverständlichkeit. Man hört den Einwand, was dann der Mensch mit den Stunden tun soll, in denen er nicht arbeitet. Wir werden den Menschen Beschäftigung geben. Wir werden sie für den Staat beanspruchen. Hier hat das Buch eine große Aufgabe zu erfüllen. Der Mensch, der fein Vaterland nicht kennt, wird allein seinem Vaterland innerlich und äußerlich untreu werden. Und wenn gerade unsere Aermsten urtb Armen dem internationalen Geiste sich am meisten verschrieben haben, so hat das seine Ursache darin, daß sie ihr Vaterland gar nicht kannten, daß sie nicht wußten, was sie mit Deutschland aufgeben. Hier Wan- d e l z u s ch a f f e n, das ist die Aufgabe einer neuen kulturellen Wendung. Dem ärmsten Sohn des Volkes Zugang zu schaffen zu den kulturellen Werten der deutschen Nation, ihm zu zeigen, was Deutschland ist und warum er Grund hat, auf dieses Deutschland stolz zu fein. Die Regierung ist überzeugt, daß das Buch, das dem Geist der Zeit gerecht wird, auch in Zukunft seinen Weg machen wird. Das deutsche Volk wird wirtschaftlich und politisch seinen Weg nach oben gezeigt bekommen, aber auch kulturell und geistig nur unter der Voraussetzung allerdings: So weitherzig wir in den Methoden sind, so human wir mit unseren Gegnern verfahren, so eng, so hart und so unerbittlich sind wir in den Grundsätzen, die unseren Staat tragen. 12. erwidere ich ergebend, daß die Frage der Reubildung der mecklenburg-strelihschen Staats- regierung in den ersten Tagen der kommenden Woche durch die Ernennung eines Reichs st atthalters für das Land Mecklenburg-Strelitz entschieden wird. Dis dahin steht Ihnen die Führung der Amts- aefchäfte als Staatsminister zu. Den Präsidenten des mecklenburg-strelihschen Landtags habe ich entsprechend verständigt." Aus aller Well. Generaloberst von Schubert f. Im hohen Alter von 83 Jahren d e r ft a r b nach längerem Kranksein der in Marburg im Ruhestand lebende Generaloberst o. Schubert. 1867 bei dem westfälischen Pionierbataillon 7 eingetreten, wurde er 1868 als Fähnrich in das Feldart.-Regt. 10 versetzt, bei dem er mit Auszeichnung den Feldzug 1870 bis 71 mitmachte. Nach dem Kriege besuchte er die Kriegsakademie und hatte 15 Jahre lang hohe Stellungen im Generalstab inne. Schubert wurde dann nacheinander Regiments-, Brigade» und Divisionskommandeur und 1907 zum Inspekteur der Feldartillerie ernannt. Als solcher erwarb er sich große Verdienste um die Umbewaffnung und Munitionierung der deutschen Feldartillerie, was sich bei Kriegsausbruch als großer Vorteil erwies. Unter Erhebung in den Adelstand schied er 1909 aus dem Heeresdienst, meldete sich jedoch 1914 erneut und übernahm ein Armeekorps in den Vogesen. Kurze Zeit war er darauf Armeeführer im Osten, dann wieder Korps- und Armeeführer im Westen. 1917 trat der bewährte Offizier in den Ruhestand. Der »Fliegende Hamburger" in Betrieb. Mit dem Inkrafttreten des Sommerfahrplans der Reichsbahn hat auch der „Fliegende Hamburger" seine erste regelmäßige Fahrt zwischen Berlin und Hamburg durchgeführt. Er fuhr 8 02 Ahr vom Lehrter Bahnhof in Berlin ab und traf um 1020 Ahr fahrplanmäßig im Hamburger Hauptbahnhof ein, von wo er gleich darauf nach Altona weiterfuhr. Die Rückfahrt erfolgt ab Altona 14-58 Ahr, ab Hamburg 15.16 Ahr und die Ankunft in Berlin 17.36 Ahr. Der Doppelwagen war leider nur zum Teil beseht. Von den etwa 75 vorhandenen Plätzen waren nur 53 verkauft worden. Weltrekord im Rückenflug. Der italienische Fliegerleutnant Gugliemo D o - cola hat einen neuen Weltrekord im Rückenflug aufgestellt. Er flog eine Stunde und sechs Minuten in Rückenlage. Der alte Rekord, den der Fliegerkapitän C o l a c i c ch i hielt, betrug 41 Minuten. Bocola erklärte, der Zweck des Fluges sei das Studium der physiologischen Wirkungen des Rückenfluges gewesen. Die Aerzte stellten fest, dah die lebenswichtigen Organe des Fliegers nach dem Rückenfluge durchaus in Ordnung waren. Es wurde lediglich eine leichte Zunahme der Zahl der Herzschläge festgestellt. Der Bestechungsskandal bei der Postkrankenkafse. In der Korruptionsaffäre bei der Berliner Post- krankenkasse hat die Staatsanwaltschaft gegen den Postsekretär Kugler und den Dentisten Willi Griebel Anklage wegen fortgesetzter schwerer aktiver und passiver Bestech.ung im Amt und wegen Betrugs zum Nachteil der Reichspostbehörde erhoben. Die Ehefrauen Kugler und Griebel werden der Beihilfe zur Beamtenbestechung beschuldigt. Griebel erhielt im Laufe der Zeit bei der Post- krankenkasse eine Monopolstellung, die ihm in den Jahren 1926 bis 1932 die ungeheuere Summe von über 900 000 RM. einbrachte: er zahlte dafür als Gegenleistung an Kugler Bestechungssummen von insgesamt 75 000 RM. Nach den Feststellungen der Staatsanwaltschaft wurde ferner durch Ausstellung falscher Rechnungen fortgesetzter Betrug an der Reichspost verübt. Reichslagsabgeordneler Börger an die Universität Köln berufen. Der preußische Kultusminister hat den Reichstagsabgeordneten Wilhelm Börger, Landesobmann der Betriebszellenorganisation für Westdeutschland und Mitglied des Ausschusses für ständische Ordnung in der westdeutschen Wirtschaft, auf besonderen Wunsch der Kölner Wirt- schasts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät an die Aniversität Köln berufen. Börger wird seinen Lehrauftrag über „Grundfragen des deutschen Sozialismus" mit einer Vorlesung über „Die Eingliederung des deutschen Arbeitertums in den Staat" aufnehmen. Einbruch in die Wohnung des Präsidenten der Landwirtschaftsorganisationen Darre. In der Berliner Privatwohnung des Präsidenten der großen Landwirtschaftsorganisation Darr 6 wurde ein E i n b r u ch verübt, der in seiner Eigenart den Verdacht aufkommen läßt, daß politische Motive dabei im Spiele waren. Die Täter müssen mit den Wohnungsverhältnissen genau vertraut gewesen sein, was umso mehr verwunderlich ist, als die Wohnung erst seit wenigen Wochen eingerichtet bzw. bewohnt ist. Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener. Gelegentlich einer Tagung des Gaues Südwestdeutschland der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener (R.e.K.) wurde dem Reichskanzler Adolf Hitler ein Telegramm mit dem Gelöbnis treuer Gefolgschaft im Kampfe für den sozialen Frieden und die innere Erneuerung des deutschen Volkes übersandt und der Hoffnung auf eine Einigung der Front- kümpferbewegung durch den Frontsoldaten- Kanzler Ausdruck gegeben. — Auf ihrem diesjährigen Bundestag, vom 22. bis 25. Iuli in Hamburg, wird die R. e. K. unter dem Motto „Durch Erneuerung zur Freiheit" Vertreter aller deutschen Gaue vereinen. Eine Ausstellung des Archivs und Museums der Kriegsgefangenschaft wird die von deutschen Kriegsgefangenen in allen ehemals feindlichen Ländern unter schwierigsten Amständen geleistete kulturpolitische Arbeit in eindrucksvoller Weise zeigen. Deutsche Ammoniak-Verkaufs-Vereinigung. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Deutschen Ammoniak-Verkaufs-Vereinigung haben, wie die Agrarpolitische Pressestelle der RSDAP. (Gau Hessen) uns mitzuteilen bittet, Herrn R. Walter Darre zu seiner Wahl zum Präsidenten der Reichsführergemeinschaft des deutschen Bauerntums und zu der dadurch zustande gebrachten Einigung der deutschen Landwirtschaft beglückwünscht und sich ihm freudig zur Mitarbeit am Wiederaufbau des deutschen Bauerntums zur Verfügung gestellt. Berlin—Hamburg in 45 Minuten. Das von den Heinkel-Werken für die Deutsche Lufthansa erbaute siebensihige Schnellflugzeug „He 70 D 3“ hat den Probeflug Ber- l i n—H amburg in etwa 45 Minuten zurückgelegt. Es besitzt eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von 320 und eine Höchstgeschwindigkeit von 362 Kilometer. Das Flugzeug wird zunächst seine Probeslüge fortsehen und soll dann im Post- und Frachtverkehr und int Langstreckenverkehr Berlin—Saloniki, Berlin—Athen oder Berlin—Spanien eingesetzt werden. Aus der provinzialhaupiffadi. Provinzialausschuß-Sihung. In der ersten öffentlichen Sitzung des neuen Provinzialausschuffes am vorigen Samstag wurden folgende Verwaltungsstreitsachen verhandelt: Klage des Gustav Auer in Grünberg gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 10. Februar 1933 wegen Versagung der Erlaubnis zum Betriebe einer Gast- und Schankwirtschaft im Hause Bahnhofstraße 35 in Grünberg. — Es handelt sich um die Wirtschaft im Bahnhofs b otel in Grün- berg. Konzessionsinhaber war zuletzt der Gastwirt Hermann Brosche in Grünberg, dem sie entzogen wurde. Auer hat das Grundstück käuflich erworben und gleichzeitig beim Kreisamt Gießen um Konzessionserteilung nachgesucht. Von der Bürgermeisterei wurde jedoch ein Bedürfnis verneint und deshalb vom Kreisamt Gießen die Konzessionierung abgelehnt. Der von Auer angefochtene Bescheid wurde vom Provinzial-Ausschutz aufgehoben und die Konzession erteilt. Klage des Ferdinand Klein in Ilbenstadt auf Aufhebung des Bescheids des Kreisamts Friedberg vom 17. Januar 1933 wegen Versaguna des Wandergewerbescheins für 1933 Kj. — Der Kläger hatte beim Kreisamt Friedberg um Erteilung eines Wandergewerbescheins für das Jahr 1933 zum Musizieren mit einer Ziehharmonika nachgesucht. Dieser Antrag wurde auf Grund des § 57a der Gewerbeordnung abgelehnt, weil der Gesuchsteller keine 25 Jahre alt und noch nicht vier Jahre im Wandergewerbe tätig gewesen ist. Es handelt sich hier um eine Kannbestimmung. Der von Klein verfolgten Klage wurde vom Provinzialausschuß ftattgegeben und der nachgesuchte Wandergewerbeschein erteilt Hilfsbedürftigkeit des Albert Beutel und seiner Ehefrau Sophie geb. Walz, wohnhaft in Friedberg, hier: Klage derselben gegen die Entscheidung des Bezirksfürsorgeverbandes des Kreises Friedberg, vertreten durch die Bürgermeisterei Friedberg, vom 24. November 1932. — Kläger wurden 1928 bis 1932 vom Wohlfahrtsamt der Stadt Friedberg mit zusammen 1662,70 RM. öffentlich unterstützt. Nachdem die Kläger im vergangenen Jahr eine Erbschaft von 7000 RM. angetreten haben, macht das Wohlfahrtsamt Ersatzansprüche geltend und verlangt die Rückzahlung des Unterstützungsbetrages. Dieses Recht wird nicht bestritten. Don den Eheleuten Beutel wird jedoch eine Gegenforderung erhoben, die sie aufgerechnet haben wollen,^ und zwar aus folgenden Gründen: Die Klägerin sei als junges Mädchen im städtischen Versorgungshaus in Friedberg 1912 bis 1917 erzogen worden, wobei sie sich durch unsachgemäße Behandlung, insbesondere durch Leistung schwerer Arbeiten, ein unheilbares Plattfußleiden zu- gezogen habe. Dieser Aufrechnungsanspruch wird von der Stadt Friedberg bestritten und dem Kläger empfohlen, seinen Anspruch im ordentlichen Rechtsweg geltend zu machen. Da sich der Kläger zur freiwilligen Rückzahlung der Unterstützung nicht bereit erklärte, beantragte der Bezirksfürsorgeverband beim Kreisausschuß, die Eheleute Beutel für verpflichtet zu erklären, die Unterstützungskosten zurückzuerstat- ten, nachdem sie zu hinreichendem Vermögen gelangt seien. Dem Antrag wurde durch Beschluß vom 1. Oktober 1932 / 24. November 1932 ftattgegeben. Die von den Eheleuten Beutel hiergegen eingereichte Klage, die wiederum mit der Gegenforderung begründet wurde, mußte vom Provinzial-Ausschutz als unbegründet kostenpflichtig abgewiesen werden. Zwangsetatisierung des Anteils der Gemeinde W e i t e r s h a i n an den Verpflegungskosten des in der Landes-Heil- und Pflegeanftcm Gießen untergebrachten Paul Kloß aus Milkow in Polen; hier: Klage der Gemeinde Weitershain gegen den Beschluß des Kreisamts Gießen vom 9. Dezember 1932. — Für den vorgenannten Pflegling waren der Gemeinde Weitershain durch das Kreisamt Gießen für Verpflegungskosten insgesamt 1200,— RM. in den Voranschlag eingestellt. Gegen diesen Beschluß erhob die Gemeinde Klage im Verwaltungsstreitverfahren, die jedoch vom Provinzialausschuß als unbegründet kostenpflichtig zurückgewiesen wurde. Bilder vom Gießener Klugtag. Im Bilderaushang am Geschäftshaus des ^Gießener Anzeigers" sind zahlreiche photographische Aufnahmen von dem Großflugtag am vorigen Sonntag in Gießen zur Besichtigung ausge- yängt. Die Aufnahmen wurden von Photo- Pfaff in Gießen gemacht. Seimaivereinigurig Gchiffenberg. Die HeimatvereinigungSchiffenberg hielt am Sonntag auf dem Schiffenberg ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Nach der Begrüßung der Erschienenen durch den Vorsitzenden, Cberforftmeiftcr Nikolaus, der bei dieser Gelegenheit auf die Bedeutung des Muttertages hinwies, erstattete der Schriftführer des Vereins, Rektor Valentin Müller/ den Jahresbericht. Daraus ging hervor, daß die Vereinigung zu Beginn des verflossenen Geschäftsjahres 271 Mitglieder zählte, neu aufgenommen wurden 28 Mitglieder, gestorben find 5 Mitglieder, ausgeschieden sind 21 Mitglieder, ab 1. April 1933 neu eingetreten 24 Mitglieder, so daß die Gesamt-Mitgliederzahl sich jetzt auf 297 beläuft. Die Tätigkeit der Vereinigung im abgelaufenen Jahre erstreckte sich u. a. auf die Verschönerung der Anlagen der Umgebung des Schiffenbergs, sowie die Abhaltung von Heimattagungen, die zur Vertiefung des Heimatgedankens und zur Ueberbrürfung der Gegensätze zwischen Stadt und Land wesentlich beitrugen. Die Rechnungsablage durch Rechner Herrn. Kirchner zeigte eine Einnahme von RM. 572,09 und eine Ausgabe von RM. 442,66, so daß sich ein Bestand von RM. 129,43 ergab. Der Voranschlag 1933/34, abschließend in Einnahme und Ausgabe mit RM. 300,— fand einstimmige Annahme. Bei der Vorstandswahl wurden die seitherigen Vorstandsmitglieder Oberforstmeister Nikolaus (1. Vorf.), Bürgermeister Dr. Hamm (2. Dorf.), Rektor Valentin Müller (1. Schriftführer), Kaufmann Karl W e i d i g (2. Schriftführer), Geschäftsführer Herrn. Kirchner (Rechner), Heimatdichter Georg Heß und Steuerberater Jäger (Beisitzer) sämtlich wiedergewählt. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen wurde eine große Zahl wertvoller Anregungen gegeben, mit deren Durchführung sich der Vorstand beschäftigen wird. Die Frist für den Photowettbewerb wurde bis 1. Juli verlängert. Zum Schluß wies der Vorsitzende noch auf die am 21Mai ftattfmbenbe Heimatveranstaltung in Garbenteich hin, während Herr K. Wei« d i g über die im Juni auf dem Schiffenberg statt- findende Heimatta.gung für die Jugend berichtete, wozu die Vorbereitungen in den einzelnen Ausschüssen 3ur Zeit getroffen werden. Die anschließende Familien-Zusammenkunft bot noch einige genußreiche Stunden. Oie Preisaufgaben der Ltniverfität Gießen für 1933/34 Protestantismus mit dem Existenzproblem." Aus dem Gebiet der Juristischen Fakul- töt: „Die Gestaltung des Pressercchts durch die. Notverordnungen." Aus dem Gebiet der Inneren Medizin: „Die Laevuloseprobc soll bezüglich ihrer klinischen Bedeutung als Funktionsprüfung der Leber gewertet werden." Aus dem Gebiet ber Philosophischen F a - kultät: „Die Braunkohlen der Wetterau." Voraussetzung für die Bewerbung unter II. ist, daß die zu I. Genannten mindestens im Sommer- semcster 1933 oder im Wintersemester 1933/34 an der Universität im Amte stehen, für die zu II. Genannten, daß sie ihre Studien zu einem erheblichen Teil an der Universität Gichen gemacht haben. Die Preisarbeiten müsien in deutscher Sprache geschrieben sein und dürfen nur einen Verfasser haben. Die Arbeiten sind nach Wahl der Verfasser entweder unter Nennung des Verfassers, oder in der für die Bewerbung um die staatlichen Preisarbeiten üblichen Form vor dem 15.April 1934 beim Uni- versitätssekretariat einzureichen. Frühere Studierende haben dabei den Nachweis zu liefern, daß die Voraussetzungen der Bewerbung erfüllt sind. lieber die Zuerkennung der Preise entscheidet die Pflegschaft auf Grund von Gutachten der Fakultä- ten.'Die Urteile werden bei der Jahresfeier der Universität im Jahre 1934 verkündet. Die ringe- reichten Arbeiten bleiben Eigentum der Verfasser. Die Preise betragen: für die Gruppe I je dreihundert Reichsmark, für die Gruppe II je sechshundert Reichsmark. Wettervoraussage. Durch den Zustrom kühler Luft an der Rückseite des Tiefs über der Ostsee ist das Barometer weiter angestiegen, so daß sich der hohe Druck über Frankreich weiter östlich entfaltet und Einfluß auf unsere Wetterlage gewinnt. Infolgedessen wird sich der Himmel zeitweise stärker aufheitern und die Niederschlagstätigkeit läßt vorerst nach. In der Nacht gehen die Temperaturen ziemlich stark zurück, während tagsüber durch die Sonnenstrahlung Erwärmung eintritt. Da aber vom Ozean her eine neue kräftige Störung herannoht, die über den britischen Inseln schon verbreitete Regenfälle verursachte, dürfte auch bei uns eine konstante Wetterlage nicht zu erwarten sein, vielmehr wird späterhin durch die Zufuhr milder Ozeanluft wieder Bewölkung und auch Neigung zu erneuten Niederschlägen aufkommen. Aussichten für Mittwoch: Teils wech- sein bewölkt, teils aufheiternd, starke nächtliche Ad- kühlung, doch am Tage etwas wärmer, meist trocken. Lufttemperaturen am 15. Mai: mittags 9,4 Grad Celsius, abends 7,8 Grad: am 16. Mai: morgens 7,4 Grad. Maximum 12,9 Grad, Minimum 3,0 Gr. —Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Mai: abends 8,1 Grad: am 16. Mai: morgens 11,7 Gr. — Niederschläge 2 mm. — Sonnenscheindauer 7| Stunden. mer am Treffpunkt eingefunden. Der Marsch ginn über Krofdorf und das lieblich« Fohnbachtai hinauf zum Forsthaus Waldhaus, wo ausgiebwe Rast gehalten wurde. War der erste Teil des Weges durch Regen stark beeinträchtigt, so gestaltete sich der Weitermarsch durch den maienfrischen Wald, nunmehr bei Hellem Sonnenschein, überaus genußreich. Durch den Buchenbühl ging es zunächst nach dessen Waldrand über dem Verstal, wo sich die Wanderer an dem prächtigen Ausblick über verschiedene Dörfer nach den Hinterländer Bergen erfreuten, und weiter zum Sauwasen mit dem Kirchverser Schwimmbad, das gegenwärtig einer gründlichen Wiederherstellung unterzogen wird. Hier wurde die seither begangene Markierung (gelber Punkt) verlassen, um an der idyllisch gelegenen Kreuzmühle vorbei die Landstraße zu erreichen, auf der es nunmehr durch Reimershausen nach dem anmutigen Salzbödental ging. Bei der Steinsurlhsmühle wurde das Tal durchschritten, und in ziemlichem Anstieg führte der Weg, allerdings jetzt wieder von kräftigen Regengüssen begleitet, hinauf nach dem hochgelegenen Over Walgern, wo sich ein prachtvoller Rundblick über das Lahntal bot. Bald war das Endziel Fronhausen erreicht, wo die Schluhrast abgehalten wurde. Oer neue Vorstand der Hessischen Anwaltskammer. Nachdem der bisherige Vorstand der H e s s i s ch e n Anwaltskammer vom Gesamtministerium durch Verordnung vom 11. April 1933 aufgelöst worden war, wurde in der Kammerversammlung vom 13. Mai ein neuer Do r st a n d einstimmig und durch Zuruf gewählt. Derselbe besteht aus zwölf Rechtsanwälten, davon je vier aus den Landgerichtsbezirken Darmstadts Mainz und Gießen. Vorsitzender ist Rechtsanwalt Meisel, Darm st ad t. Hausgehilfinnen von Arbeitslosen- Versicherungsbeiträgen befreit. Die Reichsregierung hat unter dem 12. "Mai 1933 ein Gesetz zur Befreiung der Hausgehilfinnen von der Deitragspflicht zur Arbeitslosenversicherung erlassen. Hiernach sind Beiträge für die Arbeitslosenversicherung der Hausgehilfinnen nicht mehr zu entrichten. Die Befreiung tritt vom 1. Mai an, also bereits für den laufenden Monat, in Kraft. Hausgehilfinnen, die bereits Anwartschaft in der Arbeitslosenversicherung erworben haben, werden in ihren Rechten nicht geschmälert. Taten für DienStag, 16. Mai. 1788: der Dichter Friedrich Rückert in Schweinfurt geboren; — 1855: der österreichische Politiker Gras Leopold von Ansperg in Budapest geboren. Bornotizcn. — TageSkalender f ür Dienstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebe auf den ersten Ton". r , — Schüler konzert von W ilhelm Schöttlers Schule für höheres Biotin s p i e I. Am kommenden Donnerstag, um 19.30 Uhr. veranstaltet Wilhelm Schüttlers Schule für höheres Violinspiel im Singsaal des Realgymnasiums ein Konzert, daS in einer interessanten Bor- tragsfolge die Leistungen der Schüler und Schülerinnen der Oeffentlichkeit darbieten soll. Der Reinertrag des Konzerts wird der „Stiftung für Opfer der Arbeit" zugeführt. Die Veranstaltung sei der Aufmerksamkeit der musikliebenden Kreise unserer Stadt angelegentlich empfohlen. (Siehe Anzeige vom Samstag.) Gießener Wochenmarktpreise. 'Gießen, 16. Mai. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 135 bis 140 Pf-, Landbutter 130, Kochbutter 110, Matte 20 bis 25, Wirsing (grün, neuer) 20 bis 25, rote Rüben 10, Spinat 10 bis 15, Spargel 40 bis 55, Erbsen 30, Tomaten 50 bis 70, Zwiebeln 15, Meerrettich 30 bis 50, Rhabarber 10 bis 12, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Dörrobst 30 bis 35, Kartoffeln 3 (pro Zentner 2,30 Mk.). Rüsse 60, Obstmus 40 bis 45, Suppenhühner 70 bis 80, junge Hähne 70 bis 90 Pfennig pro Pfund-: Tauben 40 bis 60, Eier (inl.) 8. Käje 5 bis 10, Blumenkohl 40 bis 50, Salatgurken 30 bis 45, Salat 10 b.s 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 15 bis 20, Oberkohlrabi 15 bis 18, Sellerie 10 bis 25 Ps. pro Stück; gelbe Rüben (neue) 20 bis 25, Radieschen 8 bis 10 Pf pro Bund. * " Evangelisch-kirchliche Personalien. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Wilhelm Söll zu Wirberg die evangelische Pfarrstelle zu Steinbach, Dekanat Gießen, dem zweiten Pfarrer Friedrich Engel zu Alzey die erste evangelische Pfarrstelle zu Alzey, Dekanat Alzey, und dem Pfarrverwalter Dr. Ferd. Eichen zu Holzhausen die evangelische Psarr- stelle zu Holzhausen, Dekanat Rodheim, übertragen, sowie Pfarrer Philipp H e u h e l zu Altenstadt auf sein Rachsuchcn und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. 3uni 1933 und Pfarrer Julius Grauling zu Grünberg auf fein Rachsuchen bis Jur Wiederherstellung seiner Gesundheit mit Wirkung vom 1. Oktober 1933 in den Ruhestand verseht. , " Heute kein Maienblasen! Das in unserer heutigen Frühausgabe angekündigte Maienblasen vom Turm der Stadtkirche aus findet nicht heute, sondern erst morgen, Mittwoch, 17. Mai, statt. Der DHC. Gießen besuchte am Sonntag anläßlich seiner Maiwanderung eine Gegend, die landschaftlich von hohem Reiz ist. Trotz der ungünstigen Witterung hatten sich über 40 Teuneh- (Lin Hitler-Gedenkstein auf dem Hoherodskopf. Am Sonntagmittag fand auf dem Hohervds- kopf die feierliche Weihe eines Hitler- Gedenksteins statt, der an der Stelle errichtet wurde, von der auS der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler am 18. Juni v. 3. zu einer von vielen Tausenden besuchten Versammlung aus allen Teilen OberhessenS sprach. Bei dem Gedenkstein handelt eS sich um einen schlichten Basaltblock mit dem Hakenkreuz und der 3nschrtst: .Hier rief unS Adolf Hitler am 18. 3uni 1932 auf". Trotz der ungünstigen Witterung hatte sich zu der Feier eine ansehnliche Menschenmenge cingefunöen. Musikalische Darbietungen der SA.-Kapelle von Schotten leiteten die Feierstunde ein. Kreisdirektor Dr. 3 a n n, Schotten, richtete sodann an die Festversammlung herzliche Begrühungsworte, insbesondere begrüßte er den Herrn Ministerpräsidenten Dr. Werner, dem er für fein Erscheinen herzlichen Dank abstattete mit der Versicherung, daß der Vogelsberg wie bisher auch weiterhin treu zur nationalen Bewegung stehe. Ministerpräsident Dr. Werner nahm anschließend die Weihe des Gedenksteines vor, wobei er in seiner Ansprache die Treue der Vogelsberger rühmlich anerkannte und treffliche Worte über die ftarfen Kräfte deS heimatverbundenen oberhessischen VolkstumS sprach. Seine Worte klangen in begeistert aufgenommenen Sieg-Heil-Rufen auf den Führer Adolf Hitler aus. Die Menge sang gemeinsam das Deutschlandlied und das Horst- Wessel-Lied. Bürgermeister Strauch, Breungeshain, nahm hierauf den Gedenkstein in den Schuh der Gemeinde. Mit einem Schlußwort des KreiSdirektors Dr. 3ann, der begeistert aufgenommene Hoch-Rufe auf den Herrn Ministerpräsidenten auSbrachte, fand die erhebende und eindrucksvolle Feier ihren Abschluß. Oie offenen Arbeitsdienstlager in Oberheffen eingestellt. 3m Zuge der Reuordnung deS gesamten Arbeitsdienstes sind am Samstag sämtliche offenen Arbeitsdienstlager in der Provinz Oberhessen eingestellt worden. Da- Arbeitsamt Gießen hat nach diesem Abschluß dem Beauftragten des De- zirksführers für die Betreuung der offenen Arbeitsdienstlager im Arbeitsdienstbezirk Hessen, Abteilung Oberhessen, Herrn Seipp, Gießen, sowie allen seinen Helfern für ihre aufopferunas- volle und uneigennützige Arbeit zum Wohle der deutschen 3ugcnb, die zum größten Teil Voraussetzung für die außerordentliche Entwicklung war, die der Arbeitsdienst in Oberhessen nehmen konnte gebührenden Dank ausgesprochen. Minister Goebbels für die Förderung des Fremdenverkehrs. Der Hessische Verkehrsverband teilt mit: Herr Rcicbsminister DrGoebbels wird am 17. Mai, 18 Uhr, eine Kundgebung zu Gunsten des deutschen Fremdenverkehrs veranstalten. Durch diese Kundgebuna sollen alle Jirderer des deutschen Fremdenverkehrs, namentlich auch die Gemeinden, aufgerufen werden, nach Kräften Mittel für die Förderung des Fremdenverkehrs den für diese Förderung bestellten Einrichtungen und Organisationen zuzuwenden. Die Ucber- traguna durch Rundfunk ist auf den gleichen Abend, voraussichtlich um 21 Uhr, angesetzt. OeffentlicheKundgebmigderGlaubenS- bewegung Deutscher Christen. E. P. H. In Frankfurt a. M. findet am Donnerstag. 18. Mai, um 20 Uhr in der Festhalle eine große Kundgebung der Glaubensbeweguna Deutscher Christen statt Cs werden sprechen der Reichsleiter Pfarrer H o s s e n s e l d r , Berlin, sowie der Gauleiter des Gaues Hessen der Glaubensbewegung Pfarrer Propst, Frankfurt a. M. Von besonderem Interesse für den gesamten Pro- testantismus am Rhein und Main, auch außerhalb Frankfurts, dürften die Ausführungen jein, die Pfarrer Propst zur Frage der g r o ß h e s s i s ch e n K i r - chenvereinigung machen wird. Hierzu sei darauf hingewiesen, daß Verhandlungen zur beschleunigten Lösung der Kirchenvereiniaungsfrage durch ent- sprechende Anträge der Evangelischen Landeskirche in Hessen und der Frankfurter Landeskirche vor kurzem von Neuem angebahnt wurden. ________________ Don der Pressestelle der Universität Gießen wird mitgeteilt: m Aus dem Zinsertrag der Osann - Beulwitz- Stiftung der Universität Gießen werden Reise- stipendien für Studierende und andere wissenschaftlich gebildete Bewerber aller Fakultäten vergeben. Die Bewerber müssen eine von der Pflegschaft ausgeschriebene Aufgabe bearbeitet und dafür den Preis erhalten haben. DiePreisaufgabenfürdasIahr 1933/34 find folgende: l. Für Studierende, die mindestens im Sommer 1933 oder im Winter 1933/34 an der Uni- versität Gießen immatrikuliert sind: Aus dem Gebiet berTheoloaisckenFakul- t ä t: „Die Berechtigung einer Unterscheidung von I und E im Hexaleuch soll nachgeprüft werden." Aus dem Gebiet der Juristischen Fakultät: „Wie wird das Leugnen des Beschuldigten in der Gesetzgebung, in der Rechtsprechung und im Schrifttum früher und heute behandelt und wie ist es vom Standpunkt der Psychologie aus zu beurteilen?" Aus dem Gebiet der Medizinischen Fakultät: 1. „Die in der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten in Gießen seit 1896 behandelten Fälle von Hirngeschwulst sollen zusammengestellt, nach bestimmten Gesichtspunkten geordnet und bc- sonders im Hinblick auf die psychischen Symptome beschrieben werden." — 2. „Deutung komplizierter Ohrmuschelsormen bei Säugetieren." Aus dem Gebiet der D e t e r i n ä r m e d i z l n i - schen Fakultät: „An zerwirktem Fallwild ollen Todesursache und die gewebliche Abweichungen festgestellt werden. Die Untersuchungsergebmsse sind mit den im Schrifttum über Wildkrankheiten niedergelegten zu vergleichen und übersichtlich zusammenzustellen." Aus dem Gebiet der Philosophischen Fa- tultät: 1. „Aufklärerische und romantische Zuge im Werke von Percy Bysshe Shelley." — 2. „Die Reste griechischer Wirtschaftsbücher in der Papyrus- fammlung der Gießener Universitäts-Bibliothek und in der Sammlung Ianda sollen entziffert und erläutert werden. Die Inventarnummern werden durch Anschlag bekanntgegeben." — 3. „Welche uneben kehrende Wettertypen sind im Ablauf des Jahres in Deutschland festzustellen." — 4. „Es soll die Rindenstärke der Kiefern (Pinus silvestris) in Hessen, insbesondere ihre Schwankungsbreite und deren Ur- fachen untersucht werden." II. Für andere wissenschaftlich gebil- bete Bewerber, und zwar: 1. D o z e n t e n ber Universität Gießen, soweit sie nicht Mitglieder des Gesamtsenats kraft Amtes find, die wissenschaftlichen Beamten ber Universitäts-Bibliothek, bie Assistenten ber Universität, soweit sie nicht Stubierenbe finb, bie Lektoren unb Repetenten; 2. frühere Stubierenbe ber Universität Gießen: Aus bem Gebiet der T h e o l o g i s ch e n F a k u l- tat: „Die Auseinandersetzung des gegenwärtigen — DerWandcrverein .Bund bet Lahnsreunde" führte, wie man uns schreibt, dieser Tage seine planmäßige Maiwanderung aa8 nach Bahnhof BraunfcbS — Homburger Hos — Lahnhöhenweg — Hirschhausen — Weilburg Eins zahlreiche Wanderschar hatte sich zu gemein* sanier Wanderung zusarnmengefunden. Auf lau* schigen Waldwegen, durch prächtige Buchen- und Tannenwälder führte der Weg vorn 'Bahnhof Braunfels bis kurz vor den Annastollen bei Tie» fenbach, wo FrühstückSrast gehalten wurde. Ab» wechslungsreiche Feld- und Waldwege führten di4 Wanderlustigen nach dem Oertchen Hirschhausen, wo erste Einkehr und MittagSrast gehalten wurde. Die Mittagsstunden wurden verschönt durch den gemeinsamen Gesang froher Lieder, und die heißen Bügeleisen der freundlichen Wirtin stellten wieder her. waS der Mairegen in Unordnung gebracht hatte. Rach nochmaliger kurzer Rast, während der drei Damen des FrauenchorS durch den Gesang von Frühlingsliedern zur rechten Maienstimmung beitrugen, erreichte man daS Endziel Weilburg, wo bei Kaffee und Kuchen Schluhrast gehalten wurde. KW Ml vor RAMSES mit neuen Film-Bildern Enttäuschungen! Das weiß jeder Cigarettenkenner und bevorzugt deshalb die mundstücklose, dick-runde Ramses-Cigarette. Sie besitzt jenes köstliche Aroma, das auf sorgsamer Abstimmung gehaltvoller, würziger Tabake beruht. Sie bewahrt seit Jahren bei niedrigem Preis ihre anerkannte Güte. Ramses bringt außerdem eine neue Ueberraschung: eine weitere Serie der begeistert gesammelten Filmbilder. Jeder kennt sie, jeder begehrt sie, jeder schwört auf seine Ramses! < Diese Marke schützt — 3*' 0 tre Barzahlung: 3286V GEBRÜDER STAMM GIESSEN / Marktplatz — Schulstraße Fr Di Neueste Formen 3280 A Anerkannt gute Qualitäten zu besonders billigen Preisen! m Fliegerioger timente 4 Stück - 1,00 Eiche: WFPRFdrucksachen ■■ ■ I* ■ BrUhl'sche Druckerei Vereine Buchen Kiefer: 1,02 N, F, N, N, N, N, N, 1,19 2,45 Mittwoch, den 17. Mai 1933, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich, dahier, Neuenweg 28, „Zum Löwen", zwangsweise gegen Stammholz: Langholz Kl. 1b, N, 4 Stück 1 87 4 24 1 4 versteigert werden: Stammholz: Langholz. 2a, N, 38 2b, N, 59 3a, N, 21 3b, N, 3 fm km km fm km fm fm fm fm fm fm fm fm km Kl. 1, „ 2, „ 2, „ 5, „ 2, „ 3, „ 4, Abschnitte. 1 Stück = 3 „ = - 15,12 = 33,98 = 16,97 = 3,31 Nuhholzversteigerung. Donnerstag, den 18. Mai, vormittags 10 Uhr beginnend, sollen in den Gemeindewaldungen nachstehende Holzsor- 2-3imin.-lBo6n. in guter Lage, evtl, mit Bad u. Heizung ver 1. oder 15. 6. zu mieten gesucht. Schr. Ang. in. Preis u. 03007 a. d. G. A. Ingenieurschule Jlmenau i.t» Maschinen-u. Elektrotechnik. Auto-u. Flugzeug bau. Lehrfabrik fürPrakti kanten. Werkmeisterabteilung. Moderne Herrenkleidung Stra&en-u. Sportanzüge, Mäntel Sport-Sakkos / Flanell-Hosen [Vermietungen | Einfamilienhaus in d. Anlage, 5.- Z.- Wohn., gr. Balkon, sof.od.svät.z.verm. I. Baer, Hitler» wall 431 lÖstanl.). = 0,65 = 32,43 = 6,45 - 13,12 - 0,59 = 4,77 Verkäufe Junger Schäferhund (3 Monate, Rüde) zu verkaufen. Schrift!. Ang. unt. 03021 a. d. Gß. Az. Leictilmotorrad fahrbereit, zu verk. Bahnhofstr. 24 H. Werkstätte, „roos Neise-Zchreibmasch. fabrikneu. la ftabr., Umstände halb, für nur Mk. 160.— ab- zugeb. Schr. Anfr. u. 03019 a.d.G.A. . sind durä gleicht Ausgaben behalten । des ober! Hitler ftandes di noßenscha folgt, das (einer M und Mir glied d Reichsreo willigen berufsstä Hund un darf in mehr bes Stammholz Fichte: Kl. 4a, A, ,, „ 4a, N, fib Darin der Land Hessen, ■ erlaß' lfll Da übi siche" ' dem Lan sielle ich 1 hatte gemeint, so schöne Mädchen lebten überhaupt nicht, die sehe man nur auf Bildern. Sie ahnte nicht, daß diese junge, reiche und raun- verschone Spanierin, die in schimmernde weiße Seide gehüllt war und köstliche Perlen trug, auch wußte, wie es in des Lebens Niederungen aussah. Daß sie arme Eltern und eine dürftige Kindheit gehabt, und daß sie nichts weiter gewesen als eine kleine Stra- ßenoerkäuferin. Dicht drängten sich in der Kirche geladene und ungeladene Gäste. Frau Bettina dachte frohen Herzens und voll Dankbarkeit gegen das Geschick: nun hatte ihr geliebter Junge doch noch sein Glück gefunden. Sie fühlte, Angela liebte Konrad aufrichtig und wahr, und sie durfte der Zukunft der beiden freudig und ruhig entgegensehen. Nach der Mahlzeit verabschiedete sich Angela von den Freunden und Frau Bettina, denn vor der Tüc wartete das Auto, das sie und Konrad zur Station fahren sollte. Die Hochzeitsreise würde die beiden Glücklichen nach Oesterreich und in die Schweiz führen. Angela kleidete sich schnell um und nahm einen schon zurechtgestellten großen Korb voll Rosen mit — die letzten Rosen aus dem Park. Als man das Sühnekreuz erreicht hatte, mußte der Chauffeur halten, und Angela überschüttete das Kreuz und die Stelle weit umher mit den duftenden, letzten Sommerrosen. Sie lächelte den Mann an ihrer Seite an: „Ich will das Stückchen Erde mit Rosen bedecken, wo die böse Tat geschah, und den Platz ehren und schmücken, wo ich dich wiedersah, du mein Herzgeliebter." Und vor dem Kreuz küßten sich die zwei, der Enkel des Ermordeten und die Stieftochter des Mörders. Aber das Schlimmste wußten sie ja nicht, die beiden. Bald befanden sie sich im Zuge: die wunderschöne, junge Frau und der schlanke, kräftige Mann. Angela sagte leise: „Daß es das Leben noch einmal so gut mit mir meinen würde, hätte ich damals nicht geahnt, als ich noch täglich um die Markthalle herumlief mit einem Strauß künstlicher Blumen." Sie blickte hingebend zu Konrad auf, und er lächelte. „Das hätte ich auch nicht gedacht, als ich damals mit meiner Mutter nach Spanien reiste, daß ich die aller-, schönste Spanierin unter mein Dach nach Zweilinden führen dürfte." Draußen fing es an zu dämmern, durch das offene Abteilfenster strömte die kräftige Taunusluft und umschwebte sie wie ein Gruß vom Heimatboden Zweilinden, wo ihre gemeinsame Zukunft lag. Ende. Oie stummen Gäste von Zweittnden Roman vonAnny vonpanhuys. Copyright by Belletristische Korrespondenz Bechthold, (Schluß.) Die Schritte gingen mit leichtem Schlurfen durch den Bankettsaal, dann wurden Stühle zurechtgerückt, und schließlich stießen sie wieder mit einander an, die Unheimlichen. Stießen mehrmals an, rückten mit den Stühlen und gingen davon. Der Baron kratzte sich hinter dem Ohr, und Konrad rief laut, als sollten sie es noch hören, die sich eben entfernt hatten: „Bor allem werden wir das Fensterbrett untersuchen, mir kommt ein Gedanke, der nicht ganz unwahrscheinlich ist. Sage, Mutter", wandte er sich an Frau Bettina, „entsinnst du dich noch daran, was kurz vorher gewesen, als du zum ersten Male die stummen Gäste gehört?" Frau Bettina dachte an die Frühlingsnacht im Pavillon und an den heuchlerischen Mann, in dessen Armen sie gelegen. Aber er war tot;am Haß erstickte ihre erste Liebe, und es ging niemand etwas an, aus welchem Grunde sie in jener Frühlingsnacht das Haus verlassen hatte. Und darauf kam es ja auch bei Konrads Frage nicht an. Sie erklärte: „Ich war eines Tages im Park gewesen, und da dies Fenster zum Bankettsaal offenstand, kletterte ich einfach hier hinein, es ist ja nicht hoch über dem Erdboden. Als ich bann kurze Zeit hier verweilte, hörte ich zum erstenmal die Schritte, das Stühlerücken und Gläser- klingen." Konrad fragte: „Bitte, Mutter, wie war es, als du die eigenartigen Gäste zum zweiten Male hörtest?" Sie erwiderte langsam: „Als sie bann wieber- famen, saßen wir am Tage ber Beerbigung beines Großvaters hier am Tische, bie Schwester beines Großvaters, ihr Mann, Herr von Welten, unb ich. Anton war auch babei; er bebiente." Konrab fragte: „Erinnerst bu bich vielleicht, Mutter, ob irgenb jemanb kurz zuvor irgenbroie am Fensterbrett gewesen war?" Frau Bettina nickte: „Jetzt fällt es mir ein. Frau von Welten wünschte, weil bie ßäben ber blendenben Sonne wegen nicht ganz offen waren, Anton sollte sie aufmachen. Da beugte er sich über bas Fensterbrett unb stieß sich babei ben Ellbogen ziemlich hastig." Das Eichenstammholz eignet sich gut zu Wagnerholz. Zusammenkunft bei ber Ludwigsburg. Wieseck, den 16. Mai 1933. Hess. Bürgermeisterei Wieseck. S ch o m b e r. 3297V 1. Büfetts, Kredenzen, Schreibtische, Sofas, Schreibmaschinen, Bücherschränke, Kassenschränke, Kleiderschränke, 1 Typendrucker, 30 kg Kupferdraht, 1' Nähmaschine, 2 Rohrsessel, 1 Schnellwaage, 1 Rollfilm, 1 Photoapparatz 1 Metall- zahlkasse, Haarbürsten, 1 Partie Drogerieartikel, 2 Schäfte-Steppmaschinen, 1 Schuhmacher-Nähmaschine, 1 Personenwagen (Wanderer). Tischdecken, Damenstrumpfgamaschen, Gamaschenhosen, Kinderstoffhüte, fertige und gezeichnete Handarbeiten, Toilettenseife, versilberte Körbe, diverse Besteckteile, Aschenbecher, 13 Becher (Feinporzellan), 1 Partie Basen und Schalen, Tabletts, 65 Garnituren Puppenmöbel. Eisenbahnen, Karussells, Schwebe- unb Bergbahnen, Autos, Stofftiere, Puppen, Pianinos, 1 elektrische Stänberlampe, 1 Pianino, 1 Büfett, 1 kredenz, 1 Schreibtisch, 1 Auszieytisch, 6 Stühle (bunte! Eiche), 1 kleinen Bücherschrank, 1 Chaiselongue mit Decke. 2. An Ort und Stelle (Bekanntgabe im obigen Lokal): 3 warenschränke mit Schiebetüren, 1 Ladentheke mit Schränken (für Herren- Hutgeschäft geeignet), 2 2Barenrega(e mit Schubkasten, 1 Ladentheke, 1 Dro- genschrank (für Drogengeschäft geeignet), 1 Oekonomiewagen, 15 Oregonbohlen, 1 Eichenftamm (5 m lang, zu 8 Brettern geschnitten). 3. Bestimmt: 6 Bilder, 1 Oelgemälde, Bilderblätter, 1 Partie Romane (gebunden und broschiert), Anstecknadeln, Broschen, Taschenmesser, Scheren, Hosenträger, Maßstäbe, Mutze. 4. An Ort und Stelle, verkauf aus freier Hand zu jeder Zeit: 17 Sperrholzplatten in verschiedener Stärke und Größe, 1 Personenwagen (Brennabor, PS 59/20, Nr. 22 288). Junker Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383 Laden evtl, mit Wohnung gesucht. Schr. Ang. u. 03018 a. d. G.A. | Stellenangebote| Junges, wildes Mädchen das zuHause schlafen kann ges. Zu erfr. i. d.Geschäftsst.d.GA. |Stellengesuche| Letzt- atzet BoiontätfteUe für 16jähr.Mädchen aus guter Familie im Verkauf gesucht. Schr. Ang. u. 03012 an den Gieß Anz. Fleißiges, sauberes Mädchen mit Koch-, Nab- u. Bügelkenntn. sucht Stellung.Schr.Ang. u.32911) a.d.G.Anz. 3292 Alle standen ganz still, aber alle lächelten jetzt. Und Frau Bettina fuhr fort: „In der Kirchenchronik steht, daß man die stummen Gäste von Zweilinden zum ersten Male im Jahre 1740 gehört hat, und als Zeuge ist unter anderen ein französischer Freund des damaligen Herrn von Zweilinden angegeben worden, der aus Paris hier zu Besuch weilte. Der Name ist leider ziemlich undeutlich geschrieben, ich habe ihn nicht ganz entziffern können; jetzt aber möchte ich, ohne daß ich die Schrift vor mir habe, behaupten, der Name ist Jacques de Baucanson.". „3a, was besagt denn der Name?" fraate der Baron, und er machte ein sehr verständnisloses Gesicht. Der Pfarrer hatte bei dem Namen aufgehorcht. Er fragte: „Sie sprechen von Baucanson, der die berühmten Automaten baute, von denen man noch heute spricht?" „Und Sie meinen nun, gnädige Frau, wenn es sich im Kirchenbuch wirklich um diesen berühmten Pariser Mechaniker handelt, der Spuk könnte von ihm kommen, könnte auch ein Auilpnat sein?" fragte der Baron atemlos. Konrad antwortete an ihrer Stelle: „Natürlich! Es muß sich sogar um einen Automaten handeln, sonst würde der Spuk nicht so pünktlich auf das Niederdrücken des Sterns einsetzen. Und wenn der berühmte Baucanson tatsächlich hier auf Zweilinden einst Gast unseres Ahnen Kraft Erdmann gewesen ist, dann stammt der Spuk, der sicher schon von uns manchen Zweilinden geschreckt hat, bestimmt von ihm. Es heißt, Kraft Erdmann fei ein Sonderling gewesen. Er war menschenscheu und liebte die Stille, den gestirnten Himmel und die Tiere mehr als die Menschen. Bielleicht hat ihm sein Pariser Freund durch seine Geschicklichkeit zu dem Spuk verhalfen, um lästige Besucher von Zweilinden fernzuhalten. Denn es heißt weiter, man soll die stummen Gäste von Zweilinden ö^ter gehört haben, so daß sich schließlich kein Mensch mehr auf Zweilinden blicken ließ. Und das bezweckte Kraft Erdmann wohl nur mit dem Spuk. Aber jetzt wollen wir uns das Fensterbrett einmal genau anfehen." Eine Stunde später hatte ein Handwerker das Fensterbrett sorgfältig entfernt, und was fand man nun? Man sah zunächst einen großen, ungefähr einen halben Meter hohen und breiten offenen Uhrkasten aus geschmiedeten Eifenteilen, zwischen denen sich allerlei Räder verschiedenen Umfange» befanden. Die Hauptrolle spielte ein Zahnrad mit Sperrklinke. Bon dem mit Hebeln reich versehenen, eigenartigen, uhrähnlichen Gebilde zweigten wieder verschiedene Hebel ab und betätigten ein paar sonderbare Apparate. Da gab es mit Leder bezogene Holzklötze, die Kaufgesuche | Auto kleiner Wagen, gebraucht, gegen Kasse zu taufen gesucht. Schrift!. Ang. unt. 03010 a. d. Gß. Az. Gevk.Men-otz. Wvltzensatznaö zu kaufen ges. Schr. Ang. mit Preisangabe unt. 03022 an den Gieß. Anzeiger. )f>s schmeckt wirklich besser mit MAGGI5 Würs&e efchon wenige {Tropfen genügen auf dem Holz der Wandverkleidung unter dem Fen- fterbrett durch Hinundherschurren Schritte ovrtäusch- ten, und ferner gab es unregelmäßige Hölzer, die das Stühlerücken überaus natürlich markierten. Außerdem fielen Hämmerchen auf feine Stahlplatten nieder, ließen helles Oläfertlingen echt und wahr erscheinen. Ein tiefer Schacht war die Berlängerung der breiten Deffnung unter dem Fensterbrett, und an derber Kette hingen schwere Gewichte, die erst halb abgelaufen waren. ya sich die Kette nur auslösen konnte, wenn der Stern des Fensterbrettes fest niedergedrückt worden war, was bisher nur immer Sache des Zufalls gewesen, seit Kraft Erdmann von Zweilinden starb, hätte der Spuk noch oft erscheinen können. Frau Bettina dachte: also war das Unheil, welches den stummen Gästen dreimal gefolgt, nur blinder Zufall gewesen; ein noch so geschickter Automat konnte ja kein Schicksalskünder sein. Der Automat wurde am nächsten Tage heraus- genommen und in die Bibliothek als originelles Schaustück gebracht. 28. In der Kirche vom Dorf Zweilinden fand die Trauung Angelas statt; die Kirche war übervoll, eine so interessante Hochzeit hatte es hier in der Gegend noch nie gegeben. Konrad Zweilinden heiratete eine Spanierin. Biele der Dörfler hatten recht unklare Begriffe von einer Spanierin; die Nähsuse, die reihum bei den Bauern Wäsche und Kleider nähte, hatte sogar behauptet, eine Spanierin wäre so etwas wie eine Afrikanerin; sie habe gelesen, Spanien hätte noch etwas Afrikanisches aus der Maurenzeit. Auf den gelesenen Satz war sie stolz, und sie stand nun unter den Neugierigen und erwartete die Ankunft des Brautpaares; dabei zischelte sie allen zu: „Braun ist sie und hat Wulstlippen und eine plattgedrückte Nase. Wie der hübsche Konrad vom Gut nur so was heiraten kann. Die Männer haben manchmal einen Koller!" „Nähsuse, du bist verrückt; die Spanierin ist so schön, daß dir vor Schreck der Mund offenstehen bleibt!" rief ein junger Bursche, und viele lachten. Jetzt tauchte auch die Brautkutsche auf. Es war eine elegante Equipage, von vier weißen Pferden gezogen, was ein staunendes und zufriedenes „Ah!" des Beifalls auslöfte. Nun hielt der Wagen, und Konrad Zweilinden stieg aus, reichte seiner Braut die Hand, auf die sie sich stützen sollte. Nähsuses Mund öffnete sich vor grenzenlosem Staunen. Nein, fo etwas wundersam Schönes hatte sie in ihrem ganzen Leben noch nicht gesehen. Sie Hubertus Mittwoch, 17. Mai, ab 5 Uhr: smsD Anschießen. Stadttheater Gießen. ZrsM Mittwoch, 17. Mai 20 bis 22 Uhr 30. Mittw.-Abonn. Gewöbnl. Preise Tie deutschen Meinstädter Lustspiel in 4 Akten von A. von Kotzebue öelegenhettskanf 111 Pa.Leitfvindeldreh- bank, 30 mm Hohl- svindel,1.35 m Drehlänge, fast neue Maschine,! dito, 28 mm Hohlsp.,1.10m Dreh- lange, m. viel Zubehör, 1 Präz. Mech. Drehb. f. Fußbetr., m.Patr.und Stern, äußerst bill.abzugeb. Adolf Thomas Masch.u.Werkzeuge Schitfenb. Weg 36 ,l3fll7 Wz Dickwurz gibt fuhrenweise ab Unterer Hardthof. Rolf-Friedhelm D(e glückliche Geburi eines gesunden und kräftigen Stammhalters zeigen hocherfreut an Dr. med. Zosef Zacobi und Frau geb. Althaus Gießen (Schubertstraße 10), den 15. Mai 1933 z. Z. Universitäts-Frauenklinik Schone Mimiw-Wolm. mit Zubehör, Trok- kenboden, Bleichpl., Garten ver 1. Juli zu vermieten. 02021 Näh. Bleichstr. 361. Sonnige tz-Mm.-M». Bad und Zubehör, zum 1. Juli zu vermieten. Anzusehen von 16—18 Uör.03020 Blockstraße 7 Ni. 6-Zimni.-Wöhiig. Nahe Gießen zu vermiet. Schr. Anfr. u. 03016 a. d. G.A. | Mietgesuche | 2-3-Zimni.-Wohn. möglich. Stadtmitte ges. Schr. Ang. u. 03013a.d.Gieß.Anz. 3282 C A, fe München, den 10. Mai 1933 Mandlstraße 3 a & Carl Froelichs neues Meisterwerk, ein Schlagerlustspiel mit LEE PAR RY, KARL JÖKEN Johannes Riemann, AdeleSandrock Gutes Beiprogramm und Die neue Ufa-Ton-Woche H Lichtspielhaus • Gießen Ab heute Dienstag B| Eine reizende Tonfilm-Operette Die Geburt eines gesunden Zungen zeigen erfreut an Univ.-Professor Dr. Melchior Westhues Frau Dr. Minni Westhues geb. Will 3298 Nr. U3 Zweiter Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Dienstag, 16. Mai 1933 Leder Bauer muß mithelfen! Zur Aufklärung für die hessische Landwirtschaft. D a r m st a d t, 14. Mai. (WSN.) Der Vorsitzende der Landessührergemeinschast deutscher Bauern in Hessen, Reichstagsabgeordneter Dr. Wagner, erläßt folgenden Aufruf: Da über die Frage der landwirtschaftlichen Organisationen in Hessen auf dem Lande noch vielfach Unklarheiten bestehen, stelle ich folgendes ausdrücklich fest: Der Agrar - politische Apparat der NSDAP, und die Organisationen des Hessischen Landbundes sind durch Beschluß und Anordnung der Führer gleichgeschaltet. Deih Landbund sind große Aufgaben bei der Arbeit des Wiederaufbaus Vorbehalten und zugewiesen. Er ist nach dem Willen des obersten Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler innerhalb des Neuaufbaues des Berufsstandes die eine, Landwirtschaftskammern und Genossenschaften die andere tragende Säule. Hieraus folgt, daß jeder Landwirt, der es ernst mit seiner Mitarbeit am Wiederaufbau von Vaterland und Wirtschaft meint, ohne weiteres Mitglied des La ndbundes sein sollte. Die Reichsregierung braucht für ihre Arbeit die ausbau- willigen Stände und als Träger dieser Stände die berufsständischen Organisationen. Nachdem Landbund und NSDAP, in Hessen gleichgeschaltet sind, darf in Zukunft für hessische Bauern kein Zweifel mehr bestehen, daß der Hessische Landbund und der Junglandbund hn hessischen Bauernstand sein Aufgabengebiet zu erfüllen hat. Schwerer Autounfall des SA.-Oberführers Hauer. TBSX Worms, 15. Mai. Auf der Straße Bürstadt—Lorsch ereignete sich Sonntagvormittag ein schwerer Autounfall. Ein mit sechs Personen besetzter offener Personenwagen, mit dem der Oberführer Hauer auf einer Besichtigungsfahrt begriffen war, rannte, anscheinend infolge eines Schwächeanfalls des Wagenführers, gegen einen Baum. Oberführer Hauer und Standartenführer Eichel erlitten neben andern Verletzungen eine schwere Gehirnerschütterung, Oberführer Hauer außerdem noch mehrere Rippenbrüche. Innere Verletzungen konnten bisher nicht festgestellt werden. Die übrigen Insassen des Wagens kamen, abgesehen von leichteren Hautabschürfungen, mit dem Schrecken davon. Der Wagen wurde vollständig demoliert. Hessischer Oberförster Verband. 'Romrod, 13. Mai. Der erweiterte Vorstand des Hessischen Oberförster-Derban- des hat vorgestern in Frankfurt folgende Entschließungen gefaßt: 1. Zur Durchführung der Gleichschaltung wird der seitherige Vorsitzende und engere Vorstand in seinen Acmtern bestätigt. 2. Der erste Vorsitzende erhält die Ermächtigung, selbständig ohne Befragung des Vorstandes alle ihm nötig erscheinenden Entschlüsse unter eigener Verantwortung zu fassen. 3. Der Hessische Oberförster-Verband stellt sich dem Herrn Reichskommissar für -ie Beamten» organisationen zur Eingliederung in die entsprechende Fachgruppe des Deamtenbundes zur Verfügung. Strafkammer Gießen. ' Gießen, 16. Mai. In der Sache gegen Frau Schmitz und Genossen wegen Betrugs wurde heute mittag das Urteil verkündet: Der Angeklagte Kaufmann Otto R. wurde mangels ausreichenden Beweises freigesprochen. Wegen fortgesetzten Betrugs wurde Frau Berta Schm, und Kaufmann Bruno R. zu je 2 Iahren 6 Monaten Gefängnis und der Opernsänger Wilh. H. zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt, wegen Beihilfe zum Betrug der Kaufmann Karl H. zu 6 Monaten Gefängnis und Frau Klara D. zu 4 Monaten Gefängnis. In seiner ausführlichen Begründung betonte der Vorsitzende, daß den Verurteilten bekannt gewesen sei, daß sichere Feststellungen über die angebliche Erbschaft nicht bestanden hätten, ja auch heute noch nicht bestünden. Man habe nicht gewußt und wisse nicht, wann und wo die Borge Salomon gestorben sei, ob und mit wem sie verheiratet gewesen und ob sie überhaupt etwas hinterlassen habe. Trotzdem hätten die Verurteilten den Geldgebern vorgespiegelt, daß die Erbschaft sicher bestünde und schon in Kürze ausgezahlt werde, auch angegeben, aus was im einzelnen sie sich zusammensetze. Das alles hätten sie nur in betrügerischer Absicht getan. Dann wurde Haftbefehl gegen Frau Berta Schm, und Bruno R. verkündet und vollstreckt. Gießen, 12. Mai. Durch das Amtsgericht Bad Nauheim war ein Landwirt wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt worden. Er hatte nach eingctretencr Dunkelheit feine Sämaschine unbeleuchtet auf öffentlichem Wege stehen laßen. Ein Motorradfahrer, der infolgedessen nicht sah, daß der Lenker der Sämaschine in Die Fahrbahn hineinragte, fuhr wider diesen, wodurch er von feinem Motorrad stürzte. Infolge der erlittenen Verletzungen war er drei Wochen arbeitsunfähig. Der Angeklagte, der jegliches Verschulden an dem Unfall beflritt, verfolgte zum Zwecke seiner Freisprechung Berufung. Das Ge- richt erblickte auch jetzt wiederum darin, daß der Angeklagte entgegen der gesetzlichen Vorschrift cs unterlassen hatte, an der der Fahrbahn zugekehrten Seite der Maschine eine hellbrennende Laterne anzubringen, ein Verschulden des Angeklagten und machte ihn wegen des pflichtwidrigen Verhaltens für den hierdurch bewirkten Unfall ftraftrechtlich verantwortlich. Seine Berufung wurde koftenfällig verworfen. Einen Arbeiter hatte das Amtsgericht Herbstein wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrase von 100 RM evtl. 20 Tagen Gefängnis verurteilt. Aus reinem Uebermut hatte er im vergangenen Jahre in einem Steinbruch eine dort stehende Stcinklopf- maschine erheblich^ beschädigt, so daß der Besitzer die Arbeit mehrere Tage aussetzcn mußte. Der Angeklagte, der behauptete, betrunken gewesen und zu der Tat von anderen angestistet worden zu sein, wollte mit der von ihm eingelegten Berufung seine Freisprechung erreichen. Die von ihm vorgebrachten Gründe erwiesen sich aber als nicht stichhaltig. Seine Berufung wurde kostenpflichtig verworfen. Ebenfalls kostenpflichtig verworfen wurde die Berufung eines Arbeiters, der von dem Amtsgericht Butzbach wegen Betrugs zu 3 Wochen Gefängnis MIT ß t LDlKN ,TAHNtH-UND STANDA ORIt NTA II SCH€ CIGARTTTtN COMPAQ N JCJ'OSAA A' G.M.B.H. BRtMf N erobert eine S+ädl nach der ändern.— Ein Räucher em = pfiehIJ- sie dem ändern- isl die Zigäre-H-e, die Sie unbedingt versuchen sollten. Tun Sie es noch heute! Fränkisch-Crumbach. den 14 Mai 1933. 3285 D Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Dr. med. Robert Dauernheim Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 17. Mal, nachmittags 3 Uhr, auf dem Alten Friedhof statt Von Blumenspenden bittet man abzusehen. Heute morgen entschlief sanft im 84. Lebensjahre unsere liebe treusorgende Mutter und Großmutter Frau Wilhelmine Seien heb. Heller Witwe des Realgymnasiallehrers Ludwig Seipp a Statt Karten. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen, besonders dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte sowie dem Bauer’schen Gesangverein und allen denen, die ihm die letzte Ehre erwiesen haben, unseren innigsten Dank. Frau Christiane Köhlinger Wwe. nebst allen Angehörigen Gießen, den 15. Mai 1933. 03008 MllWlkSU.SWltzkleiMl- MderMcedes mlttiung / BoDnungsnamiuels Bedingungen.9 u67a A. 6 raff/ Wehsteinstraße 14 Seh“"weg 44^Ruf 2464*. Schute undlfttyte Hat die Schulbank stundenlang Die Kleidung malträtiert, So wird sie auf dem Heimweg doch Noch stärker strapaziert. Drum, Hebe Eltern, denkt daran: Zieht euren Kindern Bleyle anl Beachten Sie bitte in derzeit vom 16. bis 25. Mai die lustige bewegliche Bley ie- Dekoration und die flotten Formen der Bleyle - Schul - Kleidung in meinem Fenster G/ESSEN* MAUÖBURG ICT 3281 A Wird er gut mitkommen? Das ist für viele Eltern die bange Frage zu Beginn des Schuljahres Sie könnten Ihrem Jungen da viel helfen, wenn sie ihm als Frühstücksgetränk Ovomaltine gäben Denn wie soll er aufpassen können, wenn ihn die Verdauungsarbeit des Magens müde und unaufmerksam macht oder sein Frühstück nicht kräftig genug war und er deshalb nervös ist? Leichtverdaulich aber voller Kraft muß deswegen das Frühstücksgetränk der Schulkinder sein und das ist Ovomaltine. Probieren Sie einmal und der Erfolg wird Sie zufrieden stellen. 3275V Alle Kinder trinken Ovomaltine gern: das macht die rein natürliche wertvolle Zusammensetzung aus Frischei, frischer Vollmilch, Malzextrakt und bestem Kakao, mit reichem Gehalt an Mineralstoffen, Vitaminen, Verdauungsfermenten. In allen Apotheken und Drogerien zu RM. 1.15. RM. 215 und RM. 4.- Ein Gratismuster erhalten Sie auf Anfordern von der Fabrik Dr. A. Wander, G. m. b. H., Abt 79, Osthofen - Rheinhessen. Reichsöahn-Tiirn- n. Sportverein v Kietzen Einladung zur Außerordentlichen Generalversammlung am Donnerstag, dem 18. Mai. abends 8 Uhr, in unserer Turnhalle (Kegelbahn). 3287 D Tagesordnung: Wahl des Führers. Zahlreiche Beteiligung erwartet der Vorstand. Frilfte Seelüfte billig. Heute 18llbr erite Sendung ein- treffend: 3289d Schellfische 0. Kopf Pfd. ab 30 4 Kabeljau 0. Kopf Pfd. ab 20 4 Filet am Kabeljau Pfd. ab 30 allerfritoeite Ware emöfieblt A. Koch Nacht. Himburg 16.Tel.3612 TORPEDO und ERIKA Kleinschreibmaschinen schon Ulr monatlich RM. 10 — Niederhausen&Co. Seltersweg 17, erst Stock von Klelder-Köhler. Spargel täglich 2X frisch Wilh. Hantel Tel. 2612. »otiD Achenbach- Wochenendhäuser, Schuppen.F ahrrad- stänaer.zei leg- und versetzbar „90V Gebr. Achenbach GmbH., Weidenau Sieg Postfach 150. Schlank ohne Diät durch Magin-Kur Zu haben: siosD Drog.Winterhoft Kreuzvlav 10. Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Beschäftskarten bei Brühl. SchulstraBe I Verschiedenes Schüler einer höh. Klasse zur Beaufsichtigung der Schularbeiten eines Quartaners gesucht. Schriftl. Ang. uni. 3284V a.d.Gß.Az. Dauerhafte Hausgänge? 2679 D Fragen Sie Abermann u6 fröhlich lein, legt der Dichter. Nurdielen.eeglbl keinen BeHerenl v> O-ve—'-n. R-r—wie—di » *»••*•* I Und fröhlich Ist. wer gesund ist Und gesund Ist wer Ugllch des ideale naturreine Femilienaetrlnk „Harnsäurefeind“ trinkt, den grölen GelundheHs- und Kraftspender, Bestimmt zu haben bei: Drogerie Bornemann, Bahnhofstraße 17 Drogerie Elges, Selters weg 68a Victoria-Drogerie, Marktstraße 5 Engel-Apotheke, Marktplatz Herrn. Jung. Schulstraße 5 Germania-Drogerie, Frankfurter Str. 39 Drogerie Männche, Wilsonstraße 9 Kreuz-Drogerie, Bahnhofstraße 53 Hans Noll, Roonstraße 2, Ludwigsplatz- Drogerie und Neustadt-Drogerie. ,1,7V Richtig gießen Das ist sehr wichtig, wenn Sie Ihre Pflanzen lieben. GleBkennen mit schräger Tülle sind richtig. Sie kaufen diese billig bei: J. B. Häuser Am Oswaldsgarten Gießen, Ruf 2145/2146 2950 A Fein-u.Glanzbügeln erlernt man in kurzer Zeit gründlich. Balser, Landgr.-Phil.-Platz 8" |l|| M nähen-sticken - kurbeln - zeichnen ■Ml I I machen Hohlsaum - Wir fertigen | Gardinen und Matratzen an = Haus d., Handarbeit W ftmes bftn ge mülfen 9e|eg| gellen ebenfalls lullten. Das velt ha 44 St ®en|c beteiligte dent v. England, und an Appell ! OBelttDitl Die Tot „Seine von B bürg, Waspi Eine drängt mich a Tolk l darin, tische sicher unser das w verhe Zu d große Glück, t Männei Welt bi verknüp^ Zukunft Die bald zus schlüssen Beratung flcrt sind, tung der näk des Maßnahi Orbnu gen LH mische $ hvlung i tionales Die 21 ein JaI befried! artige, einanbe in jedem uns Denn ;-eAüstu Tragödie Tölle wich es 2egie^ eines i Ich gla tn?9 vtoed De .2- Die ?^nein tzrrager M?Hur.g “K»ei '?> furcht lein bin. fine Bei Jllobetne “ätlet a| “Mali Balje '«ff < Mm G ben die leben ft W Jagrii Siel jsi einiget ; »2j* «>C|| »SS1» "°'İ Kr.ll LrfchkU Sonniaß vtilagt" Vietzener ^eirna* 'r mono1 lVlit 4 J OW 3B 8«rt llluch b‘ von ein) niM, zernft flnltr5aff Slnl-hnit, lich'en' poH zrantsnlt S JL-Spoti Obecheffen Wer wirbt für deutsche Waren? Verschiedene Neugründungen und Umgründungen von Organisationen, die sich die Werbung für deutsche Erzeugnisse zur Ausgabe gestellt haben, geben OSE. Pflichtklubkampf gegen $U. Weilburg mit großem Punktvorsprung gewonnen. Der OSC. vollbrachte am Sonntag eine vorzügliche Leistung. Er gewann seinen ersten Pflichtklubkampf gegen Fuhballverein Weilburg mit 7666,3 : 6673,9 Punkten, also mit einem Dorsprung von 992,4 Punkten. Den größten Verdienst am Siege hat Luh, denn er erkämpfte für seinen Verein mit seinen ganz vorzüglichen Leistungen im Kugelstoßen, Diskuswerfen und Weitsprung nicht weniger als 2081 Punkte. Vicht hoch genug anerkennen kann man das Verhalten Wohls, der trotz einer Fußprellung für seinen Verein mitkämpfte. Ergebnisse (bei schlechten Wetter- und Dahnverhältnissen): Hochsprung: 1. und 2. Volkwein, Wb. und Endres, OSE., beide 1,48 Meter; 3. und 4. Gemünden, Wb. und Specht, OSC., beide 1,40 Meter. Oluf beiden Seiten schlechte Leistungen. Der einzige Wettbewerb, von dem man das sagen kann. 100Meter: 1. Volk wein, Wb., 11,6 Sek.; 2. Retter, Wb., 12,3 Sek.; 3. Siegmund, OSC., 12,4; 4. Schmidt, OSC., 13 Sekunden. Volkwein war den andern weit überlegen. Trotz schlechter Dahn war die Zeit von 11,6 Sekunden eine hervorragende Leistung. Don den OSCern hatte man auf Grund der Trainingsleistungen mehr erwartet. Diskuswerfen: 1. Luh, OSC., 37,69 Meter; 2. Mohl,, OSC., 34,91; 3. Heising, Wb., 28,60; 4. Gitter, Wb., 26,12 Meter. Luh warf über drei Meter besser als letzten Sonntag. Ruch Mohls Leistung ist, wenn man seine Der- lehung berücksichtigt, sehr gut zu nennen. Kugel st oßen: 1. Luh, OSC., 12,95 Meter; 2. Mohl, OSC., 11,91; 3. Gitter, Wb., 9,67; 4. Gemünden 9,48 Meter. Auch im Kugelstoßen hat sich Luh verbessert. Mohl war gut. Ohne Verletzung hätte er wohl mindestens einen Meter weitergestotzen. Wektsprung: 1. Luh, OSC., 5,95 Meter; 2. Heising, 5,06 Meter; 3. F ü r l a th, 4,76 stohlene bemerkte am Morgen das Fehlen seiner Ladenkasse. Bald darauf stellte sie ihm der Besitzer einer etwas weitergelegenen Hühnerfarm zu; er hatte sie mit Geschäftspapieren und etwas Kleingeld auf seinem Grundstück gefunden, ebenso fand ein Schüler in der Rähe einen 20-Markschein. Da am vorausgegangenen Abend ein ^jähriger Bursche noch spät Zigaretten im Laden gekauft hatte, nahm die Polizei diesen und seinen gleichaltrigen Freund in Gewahrsam. Beim Verhör gaben beide den Diebstahl zu. Die gestohlene Summe, ungefähr 90 Mark, konnte dem Besitzer wieder zugestellt werden, während in der Kasse vorhandene Gutscheine im Werte von 30 Mark von den Dieben wahrscheinlich verbrannt wurden. Roch einige weitere Diebstähle, u. a. Entwendung von Kaninchen, die im Laufe des Winters vorgekommen waren und bisher noch keine Aufklärung gefunden hatten, konnten den beiden jugendlichen Dieben nachgewiesen werden. Landkreis Gießen. £ lPieseck, 13. Mai. Gestern abend fand eine öffentliche Sitzung des Gemeinderats statt. Bürgermeister S ch o m b e r eröffnete die Sitzung und teilte mit, daß bei der Vergebung der Kanal- und Wasserleitungsarbeit das Los 1 betr. Umlegung der Wasserleitung und Kanalisierung der Rabenauerstraße, Alicestraße usw. zurückgestellt wurde, da es den Anwohnern dieser Straßen unter den derzeitigen Verhältnissen wirtschaftlich nicht möglich sei, die Kosten dafür auszubringen. Die Kanalisierung und der Ausbau der Keßlerstrahe, Niederfelderstraße und Horst-Wessel-Straße wurde beschlossen. Den Zuschlag erhielt Bauunternehmer Hch. Oswald, Wieseck, zum Angebotspreis von 12 971,65 Mark als örtlicher Wenigftnehmender. Das Höchstgebot betrug 13 171,03 Mark. Die Straßenbauarbeiten der Möserstraße wurden Balser und Schäfer, Wieseck, zum Preise von 4535 Mark übertragen. Es lagen noch zwei Angebote mit 5332 und 5499 Mark vor. In den Steuerausschuß wurden Bürgermeister Scho mb er, Fabrikant Ernst B ierau und Landwirt und Gemeinderat Heinrich R o d e n h a u s e n VI. gewählt. Da die Einbringung der Gemeindeabgaben bei vielen Einwohnern größere Schwierigkeiten bereitet und angenommen werden muß, daß hierbei auch von einigen böswillig gehandelt wird, wurde auf Antrag, nach einer Erklärung des Beigeordneten Euler, beschlossen, den Säumigen, soweit sie Unterstützungen beziehen, diesen die Rückstände ratenweise an ihren Unterstützungen abzuziehen. Dies soll auch den ehrlichen Zahlern, die mitunter noch in schlechteren Verhältnissen leben als mancher Unterstützte, beweisen, daß die Gemeinde nicht gewillt ist, Unrechtmäßigkeiten zu dulden. Die Bestattungskosten, die bisher alle auf Kosten der Gemeinde gingen, sollen von nun an wieder durch den Bürger selbst getragen werden, da die Gemeinde durch Schulden stark belastet und nicht mehr in der Lage ist, diese Einrichtung aufrecht zu erhalten. Ausgenommen hiervon sind die ganz mittellosen Einwohner. Einem Ersuchen der Firma August Rohm um Ueberlas- sung von Kiefernholz zum Tarifpreis konnte nicht entsprochen werden, da noch mehrere Gesuche vorlagen. Das vorhandene Kiefernholz soll öffentlich versteigert werden. Das rückständige Gehalt verurteilt worden war. Er hatte zwecks Erlangung von Arbeitslosenunterstützung bei dem Arbeitsamt, Nebenstelle Butzbach, eine Arbeitsbescheinigung vorgelegt, in der der Wahrheit zuwider das Vorliegen eines versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisses bescheinigt war. Mit Rücksicht auf seine bisherige Un- bestraftheit wurde ihm auch seitens des Berufungsgerichts bedingter Strafaufschub unter Setzung einer fünfjährigen Bewährungsfrist bewilligt, ihm dabei aber die Verpflichtung auferlegt, die zu Unrecht erhaltene Unterstützung innerhalb eines Jahres wieder an die Reichsanstalt zurückzuzahlen. Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß die alleinige Organisation der deutschen Wirtschaft zur Werbung für deutsche Waren d e r Volkswirtschaftliche Aufklärungsdienst, Berlin SW. 11, Stresemann- traße 101 ist, der eng mit den zuständigen Stellen zusammenarbeitet. Andere Organisationen dürfen aus Gründen des geschlossenen Einsatzes nicht damit rechnen, die notwendige Anerkennung der maßgebenden Stellen zu finden. Es wird erwartet, daß sich alle interessierten Kreise der deutschen Wirtschaft dem Volkswirtschaftlichen Aufklärungsdienst cm- schließen. . Wie wir soeben aus dem Relchsmimsterium für Dolksaufklärung und Propaganda hören, hat der Reichsstatthalter für Sachsen bereits die Beschlagnahme eingezogener Gelder einer derartigen Neugründung verfügt. Meter; 4. Götz, 4,41 Meter. Luh errang hier seinen dritten Sieg. 800Meter: 1. Simon, OSC., 2:19,7 Minuten' 2. Fischer, OSC., 2:21,2; 3. Dister - weg, Wb., 2,26,3; 4. Schäfer, Wb., 2:34,7 Minuten. Die beiden OSCer erreichten sehr gute Zeit und schlugen den Weilburger sicher. 3000Meter:l. Otto II., Wb., 10:12 Min.; 2. Otto I., Wb., 10:12; 3. Goldschmidt, OSC., 11:8; 4. Becker, OSC., 11:12,8 Minuten. Die beiden Ottos schlugen sich sehr gut und ließen die OSCer weit hinter sich. 1 0 X1/2 -Runden staffel: 1. OSC. 4:50,5; 2. Wb. 4:51 Minuten. Die OSCer verloren gleich zu Anfang durch einen verunglückten Startwechsel 40 bis 50 Meter, diesen Vorsprung hielten die Weilburger eine Zeitlang. Simon war der erste, der ihn durch einen schönen Lauf verkürzte. Roch besser lief Specht und am besten lief trotz seines Alters Fischer, der am meisten Boden gewann. Luh konnte den Vorsprung noch gegen Volkwein vergrößern. Er vollbrachte dadurch, daß er diesen hervorragenden Sprinter schlug, eine vorzügliche Leistung. Alles in allem: Auf beiden Seiten trotz der schlechten Wetter- und Bahnverhältnisse zumeist sehr gute Leistungen. Tv. Allendorf/Lahn. To. Allendorf (Lahn) 1 — Spvg. 1900 I 2:13. Mit einem Siege der Gießener Mannschaft hatte man auch in Allendorf gerechnet. Daß er aber so deutlich ausfallen würde, ist einzig und allein den bei diesem Treffen obwaltenden Umständen zuzu- schreiben. Allendorf trat erstens mit Ersatz und außerdem nur mit zehn Mann an. Daß die Mannschaft dadurch merklich geschwächt war, ist klar; als dann auch noch der beste Verteidiger der Allendörfer auf eine nicht begreifliche Entscheidung den Platz verlassen mußte, verlor die Mannschaft vollkommen den Halt. Die erste Halbzeit verlief ziemlich ausgeglichen; nur das große Schußpech und die Unentschlossenheit des Allendörfer Sturmes ließ keinen größeren zahlenmäßigen Erfolg zu. Jedenfalls hätte das Ergebnis gegen eine komplette Mannschaft anders gelautet. Kreistag in Schotten. 1 Schotten, 13. Mai. Die erste Sitzung des neuen Kreistages fand dieser Tage im Rathaussaal zu Schotten statt. Kreisdirektor Dr. Sann begrüßte den neuen Kreistag und wies auf die gewaltige Umwälzung im Reich und in den Ländern hin. Auch der Kreistag- sei zur Mitwirkung am Wiederaufbau des Vaterlandes berufen. Er wünsche eine gedeihliche Zusammenarbeit zwischen Kreistag und Verwaltung. Die Mitglieder des Kreistages wurden in Pflicht genommen. Dem seitherigen Kreistag und Kreis- ausschuh zollte Kreisdirektor Dr. 3 a n n Dankesund Anerkennungsworte für ihre sparsame Wirtschaft. Die Kreisrechnung für 1931 wurde angenommen, dem Rechner Entlastung erteilt, der Verwaltungsbericht für 1931 wurde angenommen. Eingehend wurde sodann der neue Voranschlag des Kreises für 1933 behandelt. Manche Abstriche wurden vom Kreistag vorgenommen. Die Umlagen wurden in Höhe der Vorschläge des Kreisamts mit 80 000 Mk. festgesetzt. Sie sind gegen das Vorjahr um 10 000 Mark gesenkt worden. Nationalsozialistischer Zunglandbund- tag in Nidda. Die Vorbereitungen für die Veranstaltungen für den 27. und 28. Mai sind in vollem Gange; die Ausschüsse werden für eine eindrucksvolle Festfolge Sorge tragen. Am Samstagnachmittag tagt zunächst der nationalsozialistische Lehrerbund für den Kreis Büdingen in der Turnhalle. Als Gast wird der Reichstagsabgeordnete Oberschulrat Rings- häufen anwesend sein. Die Veranstaltung des Junglandbundes wird durch einen Begrüßungsabend eingeleitet. Dieser Begrüßungsabend enthält ein abwechslungsreiches Programm. Musikstücke der Standartenkapelle Friedberg, Gesangsvorträge, turnerische Vorführungen und Volkstänze der Niddaer Turnerinnen werden den richtigen Auftakt zu dem Junglandbundstag geben. Den Sonntag wird ein Wecken der Standartenkapelle einleiten, es folgt ein Feldgottesdienst auf der Gänsweid, anschließend ein Platzkonzert. Um 12 Uhr stellt sich der Festzug auf, der neben historischen Wagengruppen 1914 bis 1933 die Beteiligten der Niddaer Vereine und eines Sturmbanns der SA. aufweist. Der Vorsitzende der Reichsgemeinschaft Deutscher Bauern, Walther Darrs, Berlin, hält die Festrede. Es wird insgesamt mit einem Besuche von 15 bis 20 000 Menschen gerechnet. Neben dem bekannten deutschen Bauernführer Walther Darrs, Berlin, wird auch mit dem Besuche von Staatskommissar Dr. Wagner, Darmstadt, und des Staatspräsidenten Professor Dr. Werner gerechnet. Da Ministerpräsident Göring um diese Zeit gerade im Taunus weilt, ist auch dessen Erscheinen nicht ausgeschlossen. — . .. Der Hessische Junglandbund ist über ganz Hessen verbreitet und steht unter Leitung des Landes- siihrers Pg. Robert Schmidt-Steinheim. Jugendliche Einbrecher. + Grünberg, 15. Mai. 3n der Rächt tum Montag wurde bei Schlosfermeister Hch. Schäfer em Einbruchdiebstahl ausgeführt. Der De- Wäsdierimen Nehmen Sie zum Aufwaschen, Spülen, Reinigen Henke?s ®/ Hber50Jahr/ SeMJhrae; schuftig bei dem Linnen die Alte dort tm grauen Haart Dierustigste eines Lehrers wurde bewilligt. Einem Ersuchen der Evangelischen Kirche, das die Besetzung des Totengräber-Postens durch ein Mitglied der Kirche ordert, wurde stattgegeben, da der seitherige Totengräber keiner kirchlichen Gemeinde angehört. Zum Schluß gab Beigeordneter Euler noch eine Erklärung ab, daß die Gerüchte über die Weiterführung der Straßenbahn zum Karussellplatz jeder Grundlage entbehren. Wahr sei, daß der Gedanke der Weiterführung auf eine Aussprache zwischen Direktor Stolte und Bürgermeister Schom- b e r zurückzuführen sei, dem sich der Gemeinderat angeschlossen habe, jedoch ohne Entstehung weiterer Kosten für die Gemeinde. CO Londorf, 12. Mai. In der jüngsten G e - meinderatssitzuna wurde auf Antrag der Ortsgruppe der NSDAP, mit 8 gegen 2 Stimmen beschlossen, die Hintergasse in Adolf-Hitler- । Straße und die Mittelstraße in Horst ° Wes - | sel-Straße umzubenennen. Kreis Schotten. V Schotten, 12. Mai. Der Kreis-Ob stund Gartenbauoerein hielt unter Leitung feines Vorsitzenden Kreisdirektor Dr. I a n n (Schotten) feine Jahresversammlung ab, die aus allen Teilen des Kreises gut besucht war. Aus dem umfangreicher Jahresbericht, den Dbftbauinfpettor Enkler (Gießen) erstattete, ergab sich die rege Tätigkeit, die der Verein im abgelaufenen Geschäftsjahr entfaltet hat. Eine Reihe von Baumspritzungen sind mit bestem Erfolg zur Bekämpfung der Obstbaumschädlinge durchgeführt worden. Die vorgesehene Dbftausftellung mußte leider des geringen Obstertrags halber im vergangenen Jahre ausfallen. Rege Aussprache schloß sich an den Geschäftsbericht an. Gartenbauinspektor Rehnelt hielt darauf einen sehr interessanten Vortrag über Gartenbau und besonders über Blumenschmuck an Baikonen, Vorgärten und Fenstern, der eine eingehende Aussprache auslöste. Die Stadt Schotten wird in diesem Jahre einen Blumenschmuckwettbewerb durchführen. * Laubach, 10. Mai. Am Samstagabend hatte der hiesige Stahlhelm einen größeren Aufnahmeabend. Nach Begrüßungsworten des Ortsgruppenführers Wolf und einem poetischen Dorspruch von Kamerad Sommerkorn hielt Kamerad Schick einen längeren Vortrag über die Erhebung Tirols vor 124 Jahren und ihren Führer Andreas Hofer. Nach einem Gedichtvortrag von Kamerad Hermann Bohn folgte die Ansprache des Kreisleiters Kamerad Philippi über die Grundsätze des Stahlhelm, worauf er die Verpflichtung von 60 neuen Kameraden in zwei Abteilungen mit Handauflegung auf die Fahne vornahm. Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 15.Mai. Durch einstimmigen Be- schluß des Gemeinderats des Dorfes Vockenrod wurden Reichskanzler Adolf H i 11 e r und der Vizepräsident des Hessischen Landtags, Lehrer Alfred Klo st ermann, zu Ehrenbürgern von Vockenrod ernannt. Klostermann wirkt fett längeren Jahren in Vockenrod als Lehrer. Wirtschaft. * Starker Dersr ach tung srückgang auf der Lahn. 3m April sind die Verfrachtungen auf der Lahn überraschend zurück- gegangen. Sie erreichten kaum die 3anuarhohe. I Der Rückgang ist bedingt durch Schwierigkeiten, die infolge der Auslandhetze auf dem niederländischen und englischen Markt entstanden. Diese I Schwierigkeiten dürften jetzt in der Hauptfachs überwunden fein. Sranffurt erholt. Frankfurt a. M, 16. Mai. (WTD. Drahtmeldung. I Die heutige Mittagsbörse zetgte schon bei Beginn eine weitere fühlbare Erho - I lung, nachdem bereits im gestrigen Abendbörsenverkehr die Stimmung wesentlich beruhtgt war. Verkaufsaufträge lagen kaum mehr vor, tm I Gegenteil, die Kundschaft zeigte auf der ermäßigten Basis etwas Kaufneigung, und auch die Kulisse bekundete weiteres 3nteresse, weimgleich sie im Hinblick auf die noch ungeklärte Situation sehr vorsichtig offerierte. Mit großem 3nteresse erwartet man die Ausführungen des Reichskanzlers anläßlich der morgigen Reichstagssihung. Die Umsatztcitiakeit nahm kein besonderes Ausmaß an. Gegenüber der Abendbörse ergaben sich durchschnittliche Erholungen von 1 bis li o. H. Lediglich Bekula, Norddeutscher Lloyd und Reichs- bahnvorzugsaktien eröffneten noch leicht ermäßigt. I Stärker gebessert waren vor allem einige Montan- | werte wie Harpener und Rheinstahl mit plus 3,75 v. H. und Gelsenkirchen mit plus 2,75 v. H. Bon । Kaliaktien waren Salzdetfurth um 3 o. H. erholt. Am Chemiemarkt eröffneten IG. 0,40 o.H., Deut- sche Erdöl 0,75 v.H. und Rütgerswerke 0,50 v. H. höher. Elektroaktien waren meist von 1 bis 1,50 v. H. fester, Felten gewannen 2,15 v. H. Im übrigen setzten u. a. ein AG. für Verkehrswesen plus 2,15 v. H., Contigummi und Zellstoff Aschaffen- bürg je plus 2 v. H., Reichsbank plus 1,75 v. H. und Zement Heidelberg plus 1 v.H. Die Nebenmärkte lagen sehr ruhig bei gut behaupteten Notierungen. Im Verlaufe setzten sich auf fast allen Marktgebieten neue Besserungen von etwa 1 o. H. durch, einige Spezialaktien gewannen darüber hinaus bis zu 2 v.H. Kali Aschersleben kamen 4,50 o.H. und Scheideanstalt nach Plus-Plus- Zeichen etwa 4 v.H. höher zur Notiz. Das Geschäft erfuhr indes keine Belebung. Der Rentenmarkt hatte noch unem- heitliche Kursbildung. Während Deutsche Anleihen und Stahlvereinbonds um 1,50 bzw. 1 Prozent erholt Waren, lagen Gold- und Liqui- dationspsandbriefe, fotoie Kommunalobligationen noch im Angebot und erneut von 0,50 bis 1 Proz. schwächer. Ferner erschienen Stadtanleihen vielfach mit Minus-Minus-Zeichen, ebenso wie einige 3ndustrieobligationen. Von fremden Werten waren Türkische Werte etwas fester. Tagesgeld war zu 3,25 Prozent unverändert. Rundsunkprogramm. Donnerstag, 18.2Nal. 7.15 Uhr: Frühkonzert erwerbsloser Berufsmusiker. 9 bis 9.40: Schulfunk. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert der SA.-Standartenkapelle 98, Hanau. 18: „Goethe und die französische Revolu- ,tion". 18.30: „Jagd auf deutsche Wildpferde". 19: Reichssendung: Stunde der Nation: „Neurode". 20: Unterhaltungskonzert. 21.15: Konzert. 22: Deutscher Almanach. Freitag, 19.2HaL 7.15 Uhr: Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: Schulfunk. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: Aerzte-Dortrag. 18.25: „Triers Grenzlandwirtschast und das Versailler Diktat". 19: Reichssendung: Stunde der Nation: „Der Kölner Dom". 20: Konzert. 20.30: Schall- platten. 21: Deutscher Almanach. 21.10: Gen Ostland wollen wir reiten. 22.45 bis 24: Nachtkonzert. Tlimm Gutes, um Gutes zu machen. Siebe Haus- frau, wenn Du einmal nicht weißt, was für eine Suppe Du zum Mittag- oder Abendessen auf den Tisch bringen sollst, bahn greife zu Maggi's Suppen. Sie lassen sich rasch und ohne Umstände nur mit Wasser zubereiten, helfen also vor allem Arbeit und Zeit sparen. Außerdem bieten sie durch mehr als 30 Sorten angenehme Abwechslung. 3274A U < Henkels Wasch-und llvllUv Bleich-Soda