Donnerstag, lb. Mär; 1955 185. Jahrgang Nr. 64 Erstes Blatt Macdonald macht einen neuen Abrüsiungsvorschlag. । Eine Kompromißformel soll die nächsten fünf Lahre überbrücken. nXT/« t>ä“ nT™? 6\' -in^LSfÜ^ r- r beitslosenfrage unterbreiten. Bei Aus- äs auf weiteres b e » Abteilung Rundfunk; die für die Presse; die für aktive Propaganda; Ministers ist der Koblen meister Rosendahl hält es die französische Worgenpresse für angebracht, gegen den Vorschlag Macdonalds und gegen seinen Besuch bei Mussolini Stimmung zu machen. Insbesondere die drei Blätter „Journal", „Echo de Paris" und „Petit Journal" wetteifern miteinander, ohne tiefe Kenntnis der Macdonaldschen Pläne das Vorgehen des englischen Premierministers zu verurteilen. Der in Gens weilende Auhenpolitiker des „Echo de Paris" bezweifelt Macdonalds Zuständigkeit als unparteiischer Schiedsrichter in der Abrüstungsfrage, weil Wacdonald die englischen Flottenforderungen im vergangenen Jahr unter Hinweis auf d i e Gleichberechtigung zu rechtfertigen versucht habe. Rach Ansicht des Wie das Leipziger Polizeipräsidium mitteilt, darf ein für Donnerstagabend angesetztes Gewandhauskonzert unter Leitung des Dirigenten Bruno Walter auf Anordnung des Ministeriums des Innern nicht ft a 11 f i n b e n. Die Mitglieder der bisherigen preußischen R e« gicrung Braun übergeben der Oesfentlichkeit folgende Erklärung: „Um die Rückkehr zu normalen Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Crnst Blumschein und^ürdenAn- zeigenteil i.D. Th. Kümmel sämtlich in Biegen. Durch eine Verfügung des preußischen Innen« er Ob e< bürget- urlaubt. Zum kommissarischen Oberbürgermeister der Stadt Koblenz ist der der RSDAP. angehörende Regierungs- und Gewerberat Wittgens (Koblenz) ernannt worden. Dem Rundfunk solle ein modernes Tempo gegeben werden. Gesinnung brauche nicht langweilig zu sein. Der Rundfunk solle aktuell sein, dem Zeitgeist Rechnung tragen und sich seiner großen nationalen Verantwortung bewußt sein. Er solle wirklich den Hörer an den großen Geschehnissen der Ration teilnehmen lassen. Ein nationales Ereignis, wie die Eröffnung des neuen Reichstages oder der Dankgottesdienst in einer Potsdamer Kirche oder die Parade eines Potsdamer Regiments vor dem Reichspräsidenten, dürfe sich nicht mehr vor wenigen Menschen abspielen, sondern die ganze Ration müsse an solchen Vorgängen unmittelbaren Anteil nehmen. Die Gebiete von Theater und Film Jollen, soweit sie von LänderressortS bearbeitet Oie Propaganda im Dienst der Politik Reichsminister Dr. Goebbels über die Aufgaben des neuen Ministeriums für Volksausklärung und Propaganda. i. 2. 3. 4. den Film und 5. die Abteilung für Theater und Volksetziehung. Kleine politische Nachrichten. Reichspräsident v. Hindenburg empfing heute vormittag den Reichskanzler Hitler zum Vortrag über die politische Lage. Ferner empfing der Herr Reichspräsident den Reichsbankpräsi- benten Dr. Luther zum Vortrag. Genf, 15. Marz. (WTB.) Von englischer Seite wird mitgeteilt, daß Macdonald am Donnerstag im Hauptausschuh der Abrüstungskonferenz eine große Rede halten wird, in der er einen Konventionsentwurf vorlegen will, mit dessen Annahme die erste Phase der Abrüstung abgeschlossen werden soll. Der englische Außenminister Sir John Simon hatte heute abend eine etwa einstündige Besprechung mit dem deutschen Vertreter auf der Abrüstungskonferenz, Botschafter Radolny, um ihn über bie Grundzüge des Abrüstungskonventionsentwurfs, den Macdonald morgen . herausbringen wird, zu unterrichten. Agentur H a v a s will erfahren haben, daß der Abrüstungsplan auf die Sicherheit nur insofern eingeht, als er auf den Briand - Kellogg- Pakt und auf die kürzlich angenommene Erklärung daß man keine Gewalt anwenden wolle, Bezug nehme. Für sämtliche Fragen der qualitativen und quantitativen Abrüstung mache Wacdonald konkrete, durchZiffernbe- legte Vorschläge. So übernehme er, was ine Einschränkung und Herabsetzung der Efsek- tivbe stände anlange, die Vorschläge des Präsidenten Hoover (Reduzierung um 33 Proz.), und was das Kriegsmaterial anlange, stelle er bereits Regeln für die Beseitigung und Kontingentierung der schweren Artillerie und der Tanks auf und verlange andererseits die Beseitigung der Militärflugzeuge, besonders für die europäischen Heere. Macdonalds Plan soll auch Bestimmungen über die Schaffung einer ständigen Rüstungskontrolle sowie fürdieEinschränkungderMilitärbud- g e t s enthalten. Die Dauer der von ihm emp- fohlenen Konvention soll fünf Jahre betragen, worauf eine zweite Etappe zurückzulegen wäre. Der Entwurf- wird von den Engländern als eine Liebergangs- und Kompromißlösung angesehen. In englischen Delegations- Ireifen wird erdärt, daß er keine hundert» prozentig befriedigende Lösungen Dorsche, weder auf dem Gebiete der Abrüstung und der Sicherheit, noch auf dem der praktischen Gleichberechtigung. Eine vollständige Abschaffung der Militär - und Marineluft s a h r t wird angeblich nicht vorgeschlagen, jedoch soll eine Begrenzung der Militärluftfahrt eintreten, ob mit oder ohne Kontrolle der Zivilluftfahrt, ist noch nicht bekannt. Lieber die glottenrü ft ungen soll der Entwurf ins Einzelne gehende Destimrnungcn Vorschlägen; dagegen soll er, was die Csfektivbe stände 5 er C andheere ang:ht, ziemlich allgemein gehalten sein. Es ist aber unmöglich, sich auch nur einigermaßen ein Bild über die Bedeutung und den Wert dieses Abrüstungsabkommens zu machen, solange man nicht alle Einzelheiten kennt. Macdonald unb Simon fahren nach Rom. Privater Meinungsaustausch mttMus olini Genf. 15. März. (IM.) Der englische Minister. Präsident Macdonald und Außenminister Simon begeben sich am Freitag nach R o m, um IHuffo- lini einen Besuch abzustatten. Der Besuch soll jedoch nicht den Charakter eines offiziellen Regierungsbesuches haben, sondern ausschließlich einen privaten Meinungsaustausch zwischen den Regierungschefs Englands und Italiens dienen. Heber den Besuch wurde folgende amtliche Mitteilung der italienischen Regierung veröffentlicht: Die Anwesenheit des Ministerpräsidenten und des Außenministers von England in Genf hat eine Begegnung zwischen ihnen und dem Lhes der italienischen Regierung als erwünscht erscheinen lassen. Daher hat der Lhef der Regierung eine herzliche Einladung an Macdonald und Sir John Simon ergehen lassen, vor ihrer Rückkehr nach England noch nach Rom zu kommen. Die englischen Minister freuen sich, der Aufforderung nachzukommen und haben die Absicht. Freitagnacht von Genf nach Rom abzureisen. Wirb auch Oaladier sich anschließen? P a r i s, 15. März. (WTB ) Ministerpräsident D a. lädier hat sich entschlossen, Mittwoch abend nach Genf zu reifen. Er erklärte einem Mitarbeiter des .Journal" es fei das Gerücht im Umlauf, daß er mit Macdonald nach Italien fahren und dort mit Mussolini Zusammentreffen werde. Der Gedanke selbst erscheine ihm ausgezeichnet, aber er könne hierüber keine genaueren Angaben machen. Sowohl Macdonald wie Paul-Boncour hätten ihn so herzlich gedrängt, nach Genf zu kommen, daß es unfreundlich gewesen wäpe, wenn er nicht die Reise nach Genf angetreten hätte. Französische Stimmungsmache. Paris über Macdonalds Plane in Unruhe. Paris, 16. März. (WTB.-Funkspruch ) Obwohl der neu« 2lbrüftungsplcrn Macdonalds in feinen Einzelheiten noch gar nicht bekannt ijt. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrnck vud Verlag: vrühl'sche Univeisitätr.vvch. und Stetntruderei 8. Lange in Sietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: SchuMatze 7. Berlin, 15. März. (ERB.) Der Leiter des neuen Ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, Reichsminister Goebbels. Derbreitete sich vor Vertretern der Presse über die Ausgaben und die Organisation seines Ministeriums. Er erklärte, die nationale Revolution und ihre Ergebnisse sind Tatsachen. mit denen sich in Deutschland jedermann a b f i n d e n muß, ob er ihnen sympathisch oder antipatt)isch gegenübersteht. Ich sehe nun in der Einrichtung dieses Ministeriums eine revolutionäre Regierungstat. und zwar insofern, als die neue Regierung nicht die Absicht hat, das Doll sich selbst zu überlassen und sich im luftleeren Raum vom Volk abzuschließen. Die Regierung ist im wahrsten Sinne des Wortes eine D o l k s r e g i e r u n g. sie ist' aus dem Volke hervorgegangen und sie wird auch Vollstreckerin des Volkswillens fein. Dr. Goebbels verwahrte sich leidenschafllich dagegen, daß die Regierung der Ausdruck irgendeines reaktionären Empfindens sei. Die Regierung werde dem Volke das geben, was ihm gebührt, allerdings in anderer Form, als es dem demokratischen Paria- mentarismus möglich gewesen sei. Das neue Ministerium solle benlebenbigen Kontakt Herstellen zwischen ber nationalen Regierung als ber Ausbruckssorm bes Volkswillens unb bem Volke selbst. Wie sich in ben vergangenen Wochen in steigendem Maße eine politische Gleichschaltung zwischen ber Reichspolitik unb ber Länderpolitik vollzogen Hal, so fei es bie erste Aufgabe bes neuen Ministeriums, eine Gleichschaltung nun zwischen ^derRegierungunbbemganzenVolk herzustellen. Dr. Goebbels betonte, daß die Aufgabe der Re- gierungspropaganda nicht nur darauf hinzielen könne, Menschen mehr oder weniger mit dem neuen Regiment auszusöhnen, sondern sie zu gewinnen. Propaganda sei ein viel geschmähtes und mißverstandenes Wort. Dabei müsse der Propagandist der beste Kenner der Seele [ein. Er müsse nicht nur verstehen, zum Volke insgesamt zu sprechen, sondern auch zu den einzelnen Teilen des Volkes und dann immer in der Sprache, die die Menschen verstehen. Lieber die Methode der Prrpagmda könne nicht irgendein Aesthet urteilen. Der Erfolg entscheide. Das neue Ministerium habe den Zweck, eine Ration geschlossen hinter die Idee der nationalen Revolution zu stellen. Die Gleichschaltung zwischen nationaler Regierung und Volk werde in einer unermüdlichen Arbeit vollzogen werden. Auch der Reservierteste werde zu überzeugen versucht, daß der jetzt eingeschlagene Kurs richtig ist. Die Regierung sei entschlossen, zu bleiben, sie habe aber auch den Entschluß, für ihr Bleiben die notwendige Resonanz in den breiten Dolksmassen zu finden. Oie Organisation der Propaganda. Dr. Goebbels ging bann auf bie 0 t g a n i f a - l io u bes neuen Ministeriums ein, bas fünf Abteilungen umfassen wirb: Erscheint täglich, außer Sonntags unb Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gieyener Familiendlätter Heimat m Bild Die Scholle monat$=Be$ug«prei$: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernsprechanschlüsie unter Sammelnummer 2251. Anjchrist für Drahtnachrichten^ Anzeiger Liehen. pvßscheckkonto: §roittsvrt am Main 11686. , beitdfofenf r agc unterbreiten. Be, Auf - „Petit Journals werde der Macdonaldsche Plan sorstungsarbeiten können 200 000 dr- eine Art Potpourri sein, das jeder- beitslose Beschäftigung finden. Amerika wird m mann z u s r i e d e n st e l l e n solle. In Wirk- der V e r k 1 e i n e t u n g d e t W e i z en a n b a u - lichleit aber müsse man besürchten, daß er nie- fläche vorangehen und Hofft, daß die übrigen man ben befriedigen Berte. Länder folgen Berten U"ve-b>ndl Agende AuSfuhmmgen. lommunistifchen Studiemmtes Schäfer bon ga^abtenftf E d p°pul?r fu n der «Ltner-Oberreoffchu^ der ^fenbo^ v 0 n Maßnahmen, wenn ^e notwendig fern foti. m 8 ( a u ,n j t befonöcren Aufträgen ten’JLe m-3-°11 eJ *? r^m a bedacht worden war. Weiter durchsucht tour- er bern richtigen Kontakt zum Volke bes tzt und Wohnungen des Redakteurs Zadek, das Volk Uber ern natürliches V^trauen zur früher im Mosse-Haus tätig war, die Woh- Regierung verfugt. Auf ine grageob b e 1 des Schriftstellers Tucholsky, der unter bem Kamen Peter Panter, Ignaz Wrobel, Theo» bewiesen werben konn^rwidette Dr. 6q[Z) 2iger unö Kaspar Hauser bekannt geworden Goebbels u. a : .Durch die deutschlar^ahlsahrt Wvhnung des kommunistischen Reichstags» und noch mehr nut dem -Tag der ertoabgeordneter Becker und einiger anderer hö- Ration . Das Volk erfaßte unsere P ol kommunistischer und sozialdemokratischer so aentrahhert worden war M toi et Funktionäre. ganze Woche lang das Volk immer ° ... .. .. nur auf diesen einen Punkt lenkten, KoMMUMstlsche TerrorplüNe entdeckt, so daß d a s V ° 1 k htz P n o t isch g eb a nn t 6Ibingi 16. März. (WTB. Funkspruch.) In a u f die f en et n e n „Z a g de ter w .4 ' $Dltcmi t wurden zwei verhaftete Kommunisten den Ration hinschaute und schließlich , . . a-lucktverluch erschossen Bei einer 20 bis 30 Millionen Menschen mi^ o nl en M man u. a. ben. Cs ist eben bas Geheimnis ber wirksamen einen Plan, nach welchem eine Ziegelei unb Propaganda Nicht taufenberlei sagen, sondern m^rere Zerfer inBranh g e st e ck t und gleich» die ganze Aufmerksamkeit auf nur w 9 zettig einige den Kommunisten besonders verhaßte, und das Auge ^»Ech benannte Lolkemiter Ei^chohner er- des Volkes immer wieder auf diese wenigen h t ^twa 70 weitere erschossen wer» Punkte hinzulenken. ? t°m.n .Wenn ich mich recht erinnere", fuhr Dr. Goeb» > 0611 ,D bels fort, .hatte Englank» ein ähnliches Ministerium während des Krieges, damit war die englische Propaganda der deutschen im Kriege haushoch überlegen. Auch im faschistischen Italien und im bolschewistischen Rußland kennt man derartige Einrichtungen, llnfere Reichsregierung hat sofort erkannt, daß sie die neuzeitlichsten Mittel der Propagande für sich in Anspruch iwhmen muh, um nicht der gegnerischen Werbung unterlegen zu sein." Eine Frage nach dem nächten Propagandaplan ließ der Minister unbeantwortet mit dem Hinweis, daß es das hervorstechendste Merkmal einer guten Propaganda fei. die Oefsentlichkeit zu über- raschem Vorschläge für die Propaganda seien wilkommen, weil manch- m a I gerade der kleine Mann, der mitten im Volke stehe, auch die Hemmungen, die Sorgen und Röte des kleinen Mannes aus der Erfahrung heraus kenne. .Gerade diese Vorschläge", so schloß Reichsminister Dr. Goebbels seine Ausführungen, „bieten uns wertvolles Anschauungsmaterial. Sie zeigen uns, wie die Stimmung im Volke ist, und gerade diese Stimmung wollen wir ja propagandistisch auswerten oder beeinflussen." Wirtschaftskonferenz erteilt. Rach mehrtägiger Debatte hat mit 63 gegen 13 Stimmen auch der Senat Roosevelts E p a r- Vorlage angenommen. Der Präsident erhält dadurch die Vollmacht, die Renten der Veteranen zu kürzen und die der Richtkriegsbeschädigten zu st reichen, . . M -<■ anini. I sowie die Gehälter von Armee- und Marineossi- werden, unangetastet^blechenDas neue Mnv- bie aller Zivilbeamten bis um 15 stenum totrb sich nur insofern damtt befassen x z e n t h e r a b z u s e tz e n. Im Budget wird dabei Reichsinteressen berührt werden.Cs ^eise etwa e i ne h a lb e M i 11 i a r d e ist beispielsweise auf die Dollar Ersparnis erzielt werden. daß in einer Zett größter revolutionärer Lim- r Wälzungen unsere Theater und große Telle der , , , LLL Ä ’MSÜSVS t Ergiebige Razzia in einer. IX L SriXr.Un I kommunistischen Kunstlerkolome. einheitlichen nationalen Geist in das Volk hinein- zutragen, der das Fundament der neuen nationalen Regierung ist. Der Minister schloß: Die Re- Zuständen zu erleichtern, beabsichtigen die preußischen Staatsminister 001 einer We iterverf0 l- g u n g ihrer Klage auf Ungültigkeitserklärung der Landtagswahl vor dem Staatsgerichtshof a b • zusehen, sobald die Neubildung der Regierung durch den Landtag verfassungsmäßig erfolgt ist." * Der deutsche Gesandte in Prag hat zu wiederholten Malen im Außenministerium gegen die Gehässigkeiten und Maßlosigkeiten in der Bcrchterstattung einzelner Blätter der Tschechoslowakei Borstellungen erhoben. Bon der Regierüng wurde zugesichert, daß in Zukunft beunruhigende und übertriebene Darstellungen der Borgänge in Deutschland in, der Presse unterbleiben. Aus alter Wett Schmiergelderskandal bei der Post-Krankenkasse. Durch Beamte bei der Berliner Kriminalpostdienststelle wurde der 2. Vorsitzende der Krankenkasse für Beamte der Deutschen Reichspost im Bezirk der Oberpostdirektion Berlin, Postsekretär Franz Kugler, Charlottenburg, verhaftet. Außerdem wurden festgenommen dessen Ehefrau sowie der Dentist Willi Griebel und dessen Ehefrau. Ein Dentist, der Griebel und Kugler beschuldigt hatte, seine Angaben aber widerrief, als ihm von den beiden Verhafteten 3 5 0 0 0 Mark Schweigegelder gezahlt wurden, wurde vorübergehend festgenommen und nach Ablegung eines Geständnisses wieder auf freien Fuß gesetzt. Kugler hat gemeinsam mit Griebel seit längerer Zeit durch raffinierte Fälschungen der Unterlagen von der Postkrankenkasse und der Rotstandsbeihilfe der Deutschen Reichspost Beträge an Griebel ausAahlen lassen, ohne daß entsprechende Leistungen des Dentisten Griebel Vorlagen. Den größten Teil der so vereinnahmten Beträge hat Griebel an Kugler gezahlt. Die Summe der veruntreuten Gelder dürfte sich auf etwa 7 5 0 0 0 b i s 100 000 Mark belaufen. Die Betrügereien erstrecken sich auf einen Zeitraum von mindestens sechs Jahren. Gontard wegen Devisenverfchiebung festgenommen. Der als Belastungszeuge aus dem Dullerjahn- prozeß bekannte Generaldirektor v. Gontard, der gemeinsam mit feiner Sekretärin unter der Beschuldigung, Steuern hintertrieben und Auslandguthaben in Höhe von 1 Million Mark nicht angemeldet zu haben, festgenommen und in das Untersuchungsgefängnis Moabit eingeliefert worden ist, hatte vor einiger Zeit die Staatsangehörigkeit von Liechten st ein erworben, v. Gontard bestreitet die ihm zur Last gelegten Vergehen und gibt an, daß die Guthaben im Ausland nicht sein Eigentum seien, sondern feiner Frau gehörten, einer Deutfchamerikanerin, die durch Erbschaften in den Besitz des Geldes gekommen sei, aber nicht selbst verwaltete. Rechtsanwalt Bahn bleibt Verteidiger im Prozeß hinhe. Auf Veranlassung des Vorstandes der Berliner Anwaltskammer hat eine Aussprache zwischen den Beteiligten Über die bereit- gemeldeten Vorgänge in der letzten Schwurgerichtsverhandlung gegen den Bankier Hintze stattgefunden: Meinungsverschiedenheiten zwischen den Vorsitzenden und der Verteidigung hatten zur Aiederlegung der Verteidigung durch den Rechtsanwalt Dahn geführt. Die Aussprache ergab eine Verständigung, auf Grund deren Rechtsanwalt Bahn die Verteidigung wieder ausgenommen hat. Ueberfall auf Generalkonsul Wanner. Vom Polizeipräsidium Stuttgart wird mitgeteilt: Am 13. März, abends, haben sich zwei unbekannte Männer unter dem Vorwand, sie seien Kriminalbeamte, in die Wohnung des schwedischen Generalkonsuls Dr. h. c. Wanner, des Vorsitzenden des Deut- schen Auslandinstitutes in Stuttgart, Zutritt verfchafst und haben den Generalkonsul tätlich angegriffen. Der Polizeikommissar für das Land Württemberg hat für Mitteilungen aus der Bevölkerung, die zur Ermittlung der Täter führen, eine Belohnung bis zum Betrage von 500 Mk. ausgesetzt. Auffindung einer Kindesleiche. 3n der Schlesischen Talsperre Kynau ist eine Kindesleiche gefunden worden, die mit Steinen beschwert in einer Art Kiste untergebracht und versenkt war. Da zur Zeit kein Kind vermißt wird, wird angenommen, daß es sich um den verschwundenen Horst Schulz, den Sohn des früheren kommunistischen Reichstagsabgeordneten Richard Schulz aus Dittersbach handelt. Horst Schulz wird feit dem Sommer v. 3. vermißt. Sein Vater, der im September wegen barbarischer Mißhandlung seines eisjäh.nenSohnes Werner vom Sondergericht Waldenburg wegen fortgesetzter gefährlicher Körperverletzung zu vier 3ahren Gefängnis verurteilt worden war, gab damals an, er habe den älteren 3 u n g e n H 0 r st nach Sowjetrußland g e s ch i ck t. Das wurde jedoch für unglaubhaft gehalten. Alle Nachforschungen nach dem verschwundenen Knaben waren aber bisher ergebnislos, obwohl die Wälder in der Umgebung Waldenburgs wiederholt von zahlreichen Polizeibeamten abgesucht wurden. kanadische Slrelchholzfabrik niedergebrannt. In S) u 11 (Quebec) wurde die Fabrik der kanadi- schen Streichholzyesellschaft durch eine Feuersbrunst völlig 3er ft ort. Zehn junge Mädchen d ernannten, 21 wurden verletzt. verheerender Wirbelsturm in USA. — 20 lote, 120 verletzte. Wie aus Rashville (Te/inessee) berichtet wird, hat ein Tornado zahlreiche Gemeinden der Staaten Tennessee, Kentucki, Missouri und Arkansas zerstört. 20 Personen wurden getötet und 120 verletzt. 150 Häuser und zahlreiche Scheunen mit der gesamten Ernte wurden vernichtet. Der Sachschaden wird auf 300000 Dollar geschäht. Aus der Provinzialhaupistadi. Die Arbeit als Glück. Zwischen Morgen und Abend liegt die uns verliehene Krait, das Werk unseres Lebens In der Ausweitung unserer Persönlichkeit zum Weltumfassenden in Einklang zu bringen mit dem Dasein göttlichen Schöpfertums in der Welt. Zwischen Vergangenheit und Werden liegt unsere Gegenwärtigkeit. Die Jugend kommt aus dem Morgen und schreitet froh in den Tag hinein, aber der Abend liegt ihr fern und ist ihr fremd. Erst aus der Abendhöhe des Lebens, im Wissen um ein neues Morgenrot kommenden Geschlechtern, wird Ansang und Ende zur frohen Bejahung des Daseins und zur klaren Ruhe: In jüngern lagen war ich des Morgens froh, Des Abends weint' ich; jetzt, da ich älter bin, Beginn' ich zweifelnd meinen Tag, doch Heilig und heiter ist mir fein Ende, wußte Hölderlin. Die Jugend schaut auf die Sonne, das Gestirn des Taaes. Sie will nicht Ruhe, sondern Tat, Handeln, und selbst ein Romantiker wie Novalis wandte sich gegen die absolute Ruh: „Ruh ist Gottern nur gegeben, doch für uns ist Handeln Leben." Im Kampf um dieses eigene Dasein blüht uns der Tag. Wenn uns Dunkelheit einspinnt, träumen wir ihn. Menschen, die diesen Tag verloren haben, also die Armee der Arbeitslosen, wünschen jetzt sehnsüchtig den Zwang zum Schaffen herbei, unter dem sie früher gestöhnt. Des Menschen Dasein ist, fühlen sie jetzt, nur berechtigt, wenn es sich arbeitend auswirkt in menschlicher Gemeinschaft. Die soziale Gemeinschaft hat zum ersten Mal in der Geschichte für ungezählte Millionen dieses Auswirken unmöglich ge- macht. Früher stöhnten die Menschen über den Arbeitstag, heute sehnen sie ihn herbei. Früher konnte die Arbeit nicht geschafft werden, heute ist zu wenig Arbeit vorhanden, und die Folgen sind für den Aufbau der Gesellschaft sowohl wie für den Einzelnen furchtbar, denn Menschen, die ihre arbeitsreichen Tage verloren und nur graue und eintönige Tage des Nichtstun vor sich sehen, werden gesellschaftsfeindlich. Wie der Nebel den Sinn eintrübt, so der graue Tag der Arbeitslosigkeit alles, was ehedem wertebildend ivar. Volker und Menschen können viel ertragen, Unglück und Niedergang, Entbehrung und Mangel, aber Tatenlosigkeit wird ihnen verderblich. Wenn daher, wie ein Rus aus seelischer Tiefe, unser Volk nach Beschäftigung ruft, dann will es nicht den verdämmernden Abend, die Ruhe, sondern aus einem Ueberschuß an Kraft das fröhliche und befreiende Morgenrot eines Arbeitstages. Arbeitstage für alle; es ist fast, als ob wir in ihrer Wiederkehr die Erlösung aus vielen Gebresten sehen, unter denen wir jetzt seufzen. Da wir arbeitslos wurden, erkannten wir, wie sehr die Arbeit des Menschen wahrer Freund und der Arbeitstag die Vorstufe zu wirklicher Ruhe, also Erholung und Geruhsamkeit. Diese Erkenntnis wäre vor zehn Jahren noch bespöttelt worden, heute ist sie allgemein, und was allgemein gefühlt wird, ist noch stets irgendwie verwirklicht worden, so daß, wenn Arbeitsmorgenrot wieder kommt, das deutsche Volk wohl auch ein anderes und innigeres Verhältnis zur Arbeit an sich haben wird als es in weiten Kreisen früher vorhanden war. rt. Gießens Glückwunsch an den neuen Staatspräsidenten. Oberbürgermeister Dr. K e l l e r hat am Dienstag, 14. März, das nachstehende Glückwunschschreiben der Stadt Gießen an den Herrn Staatspräsidenten Dr. Werner gerichtet: Herrn Staatspräsidenten Dr. Werner, Darmstadt. Sehr verehrter Herr Staatspräsident! Zu Ihrer ehrenvollen Wahl zum Staatspräfiden- ten beehre ich mich, Ihnen herzlichste Glückwünsche zu übermitteln. Es hat mich besonders gefreut, daß eine mit der Provinz Oberhessen und insbesondere der Provinzialhauptstadt Gießen so eng verbundene Persönlichkeit zum höchsten hessischen Staatsbeamten berufen worden ist. Ich wünsche Ihrer Tätigkeit reichen Segen zum Besten unseres Hessenlandes. Mit der Versicherung ausgezeichneter Hochach- tung verbleibe ich Ihr ergebener Dr. Keller, Oberbürgermeister u. Ehrenbürger • der Stadt Gießen. Weil er keine Zeitung las. Wie notwendig es ist, daß der Bauer da- ganze 3ahr hindurch feine Heimatzeitung lieft, zeigte mir wieder folgender Vorfall: Mein Rach- oar mußte zinsen und verkaufte zu diesem Zweck -Anfangs Februar Getreide an einen Händler, der ins Dorf kam. Einige Tage später kam eine Erholung auf dem Getreidemarkt; die Preis« zogen etwas an und mein übelgelaunter Rachbar rechnete sich aus, daß, wenn er mit seinem Getreideverkauf noch gewartet hätte, er jetzt 13 Mark mehr erlöst haben würde. Auf meine Bemerkung: Wie sie ihn bezwang Dnginalroman von J. Schneider.Ioerstl. Urheberrechtsschutz: Verlag O. Meister, Werdau t. 5. 24 Fortsetzung. Nachdruck verbotenI Schade, daß er dessen Gesicht nicht sah, wenn er erwachte. Das wäre immerhin eine Photoplatte wert gewesen. Ehe er die Türe zudrückte, winkte er noch einmal nach dem Freunde zurück. Uebermütig wie ein Schuljunge balancierte er die Treppe hinab und rüttelte unten im Vorgarten den Boy an den Schultern. „Ein Taxi zum Flugplatz!" Der Boy rieb sich noch im Daoonspringen die Augen blank. 21 ah — war so fein gewesen, aber die Fünflirenote in feinen Händen war auch nicht zu verachten. Zwei Minuten später stieg M-rlin über das Trittbrett des Mietautos. Ehe dieses um die Ecke bog, winkte er noch einmal nach der Loggia hinauf, wo Oehme schlief. Er konnte das Lachen nicht verbeißen und trug noch einen Schimmer davon im Gesicht, als er Stephanie auf dem Flugplatz gegenübertrat. „Zch fürchtete schon, Sie hätten den Mut verloren", sagte sie, indem sie ihm ihre Rechte überließ. „Soll es bei der Campagna bleiben?" „Sie können mich entführen, wohin Sie wollen, Slanorina." Sein Blick strahlte sie an, daß sie nicht mehr wußte, wohin sie den ihren schicken sollte. Sie schritten die Ü^ibünen entlang, die gestern brechend voll Menschen gewesen waren und heute in nüchterner Leere gähnten. Der Rasen war strohig-gelb und knisterte unter ihren Füßen. Ein Doppeldecker jagte über die Fläche und schob sich bann triumphierend in das schillernde Blau. „Feinst sagte er, „nicht? — Und es gibt keine Menschen dort oben, .das Ift noch das allerschönste." „Hassen Sie die Menschen, Baron?" Ohne ihn anzusehen, bog sie nach den Hallen ein. „Nicht alle", gab er zurück. „Es gibt aber auch welche, die ich liebe!" Er faßte nach ihrer Hand und hielt sie mit kräftigem Drucke fest. Stephanie entzog sie ihm erst, als einer der Bediensteten auf sie zukam. Ihr Eindecker rollte heraus und spiegelte mit seinen Aluminiumtragfläcyen in der Sonne. Gemeinsam untersuchten sie die Maschine, die sie in die Lüste tragen sollte. Es war alles intakt Stephanie merkte, wie fein Blick an ihr hinunterglitt und fühlte dunkles Rot auf den Wangen. Unwillkürlich sah sie an sich herab. „Ist es nicht sehr heiß in dem Dreß?" beruhigte er. Und als sie verneinte, meinte er gutmütig: „Wir können ja der Sonne aus dem Wege fliegen. Die Campagna liegt ostwärts." Er trug einen leichten Flanellanzug und hatte die Jacke über dem hellen Beinkleid geschlossen. Es war gewiß nicht fliegermäßig! Aber er legte wohl heute keinen Wert darauf. Alles, was sie nun tat, vollzog sich wie in einem Traumzustand. Als sie sich an den Führersitz setzte, nahm er ebenfalls Platz und rückte ganz nahe. Sein Blick hielt noch einmal Kontrolle. „Alles intakt, Signorina. Als alter Flieger habe ich so etwas wie einen sechsten Sinn dafür. Los!" Die Räder rollten über die Fläche, dann ein Auf- brüllen des Motors, ein Schaukeln, Heben, bann eine schräge, himmelanstrebenbe Linie, und sie schwebten. Das einige Rom lag wie ein Teppich unter ihnen hingebreitet. Die Kuppel ber Peterskirche glitzerte zu ihnen herau unb schillerte wie ein riesiger Amethyst. Stumps, wie ein abgesprengter Kegel lag bie Engelsburg hingebuckt. Sie flogen tiberaufwärts unb sahen ihn lehmig, wie regloses Stroh, in sein Bett gebunben. Fern über Dächern unb schlängeln- ben Straßen blaute bas Meer. Das Surren ber Propeller gebot Schweigen. Nur ab unb zu warf Merlin ein Wort in bas Getöse, merkte, baß er nicht gehört würbe unb gab es auf, zu sprechen. San Paolo leuchtete herauf. Stephanie brehte in scharfem Winkel bei. -Rocco di papa dunkelte herauf. Das Castell Gondolfo dräute als schwarzer Schatten und schickte krallen- artige Fänge aus. Nur Frascati lag noch ganz in Sonne gebadet. Für Sekunden schwieg der Motor, ruhte als veratmender Vogel und strebte bann mit gebreiteten Schwingen in bie Enblostgkelt ber Campagna hinaus. Von Stephanie war alle Erbenschwere abgefallen. Was wollte sie noch? Hier oben gab es keine Fessel mehr unb Seite an Seite mit ihr saß ber Mann ihrer Liebe. — „Warum lachen Sie?" frug Merlin in bas Getöse hinein, als er an ber Bewegung ihrer Lippen bie unhörbaren Laute ablas, bie biesen entschlüpften. Sie blickte ihn von ber Seite an unb hob bie Achsel hoch. Das Geknatter bes Motors enthob sie jeder Antwort. Unten glitzerte jetzt der Schienenstrang, ber nach Tivoli führte wie ein abgerollter Silberfaden. Die Wasserfälle schimmerten als steingewordener Schaum an das Gefelse gefleht und wo der Schwefelteich von ®agno sich erstreckte, war ein schmutzig- weißer Strich erkennbar. Und noch immer flogen sie. Das Surren ber Maschine war ein Lied, wie Stephanie noch nie ein schöneres gehört zu haben glaubte. Wo der Schienenstrang ins Tal des 2Irno abzweigte, machte sie kehrt. Einen Augenblick schloß sie geblendet die Lider. Sie hatten die Sonne im Rücken gehabt und nun schüttete sie ihnen lohendes Kupfer in die Augen. Norlin blinzelte und deckte die Hand darüber. Sei cs nun, daß Stephanie dadurch abgelenkt wurde ober einen falschen Hebelgriff machte, bas Flugzeug schoß plötzlich jählings ber Erde au. Knapp hundert Meter über dem Boden fing sie cs wieder ein. — Oder war es Hans Jörg gewesen, dessen Hände neben den ihren am Steuer lagen. „Erschrocken? — Wie?" seine Stimme war ganz voll Güte. „Das kann vorkommen!" Aber sie merkte, wie er aufmerksam auf das Knattern des Motors horchte War irgend etwas nicht inOrdnung? Da schob er auch schon ihre Hände zur Seite unlieb den Vogel in beängstigend schiefem Gleitslug auf die immer näher rückende Ebene hinab- schweben. „Haben Sie gehört?" frug er, als sie, Zwar nicht ohne kräftig geschüttelt zu werden, aoer doch mit heilen Gliedern, gelandet waren. „Irgend etwas stimmt nicht. Immerhin ist es besser, das hier unten nachzusehen, als es da oben mit Nach- schauen zu risheren." Dabei ging er rings um das Flugzeug und stand nachdenklich vor dem Motor. „Sie führen doch Werkzeug mtt sich, nicht? — Es wird nicht schwer zu finden fein.' Er legte den Rock ab und krempelte die Aermel seines »eiben- Hemdes etwas zurück. Sie war ihm behilflich und rollte sie ein, als sie immer wieder herabzufallen drohten. „Geben Sie mir einmal den Schraubenschlüssel! Den großen, ja! Verstehen Sie überhaupt etwas von ihrer Maschine, Signorina?" Nun war er wieder da, der Spott, den sie über alles an ihm fürchtete. „Ich denke doch!" sagte sie verweisend. „Wenn ich allem geflogen märe, hätte ich ja auch niemanb, der mir bie Mühe abnimmt!" „Allerdings", gab er zu. „Sehr wahrscheinlich hätten Sie bann überhaupt keine Mühe mehr gehabt. Der eine Propellerarm — sehen Sie?" — er faßte sie am Handgelenk und zog sie zu sich nieder. „Es war brav, daß er so lange gehalten hat." — Unb als sie ihn aus tödlich erschreckten Augen ansah, nickte er, nun ebenfalls weiß im Gesicht: „Es wäre nicht nett gewesen, Signorina, so halb neoierteilt ober ganz zerquetscht hier unten anzu- kommen. — Nicht zittern!" beruhigend strich er an ihrem Arm herab. „Wir sind ja da! Zu machen ist in diesem Falle natürlich nichts. Wissen Sie, wie weit die nächste Bahnstation entfernt liegt?" Sie schüttelte den Kops. Ihr war so wirr. 2lUer Mut hatte sie verlassen. Wenn ber Himmel nicht gnäbig gewesen wäre, lägen sie jetzt hier zerschmettert am Boden. Aber nicht sie allein. Er mit ihr, und er war Vater Merlins Einziger. „Nicht mehr nacharübcln, wie es hätte sein können", mahnte er. „Das lahmt nur den Willen.— Für mich ist es jetzt darum au tun, Sie unter ein sicheres Dach au bringen. Ich selber bleibe bie Nacht bei unserem Vogel!" Sie hatte das Bangen abgeschüttelt unb reckte sich- „Dann bleibe ich auch. Eine Nacht bauert nicht ewig" „Leiber nicht.Signorina!" DerBlick, ber sie streifte, peitschte ihr Blut auf. Er schien bereits wieder an etwas anderes zu denken, denn seine Augen wanderten suchend umher. Sie glaubte ihn verärgert, aber er war nur nachdenklich. Schließlich legte man sich als Mann aus den platten Boden unb schlief nicht einmal sonderlich schlecht dabei. Aber eine Frau? — Nicht zu machen, „Das hättest du dir doch denken können, daß auf die jüngsten Zollmaßnahmen hin die Preise anziehen werben", gestand er mir, daß «r kein« Zeitung halte und daher von der Zollerhöhung gar nichts gewußt haben (!). Bauern ich rate euch immer wieder: lest das ganze 3ahr hindurch jeden Tag die Heimatzeitung, es lohnt sich. Wer nicht immer weih, was die- Sache kostet, der wird beim Kausen oder Verkaufen immer wieder hereingelegt werden. Hebet die Stützungsaktion für die Landwirtschaft wird gerade in den nächsten Monaten viel zu lesen sein. Die Heimatzeitung bewahrt vor Schaden und Blamage. M. Dörfler. Das (Sc&äferfeft in Bad-Nauheim. Am kommenden Sonntag findet das in Oberhessen rühmlichst bekannte Schäferfest statt. Bad-Rauheim ist diesmal Festort. Den zahlreichen Gästen, die sich auch diesmal wieder zu dem Feste einfinden werden, dürften einige unterhaltsame Stunden gesichert sein. Das Hauptaugenmerk dürfte dem großen F e st z u g gelten, der den Höhepunkt des Festes darstellen wird; 30 Schaurrummern werden im Festzuge mitgesührt. Der historische S ch ä f e r l a u f wird ebensalls viel Aufmerksamkeit apf sich ziehen; Schäferkönigin und Schäferkönig werden gewählt. Der Heimatdichter Georg Heß (Leihgestern) wird Ausschnitte aus seinen Heimatdichtungen zu Gehör bringen. Eine Trachtengruppe, die sich unter seiner Leitung bildete, wird in engster Anlehnung an heimatliche Gepflogenheiten der Vergangenheit fingen, tanzen und spielen und damit altes Volksgut wachwerden lassen. Mit dem Schäfersest wird auch eine Lotterie verbunden sein, deren Ertrag für das Rotwerk der 3ugend Verwendung finden soll. Die Ziehung findet noch am Sonntag (18.30 Ahr) statt. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Gießener Wochenmarktpreise. "Gießen, 16. März. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 110 Pf. das Pfund, Landbutter 100, Kochbutter 80, Matte 20 bis 25» Wirsing (gelb) 10 bis 12, (grün) 20, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut, Gelbe Ruben je 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 25 bis 30, älnter-Kohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 100 bis 120, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3, Aepfdl 20 bis 30, Dörrobst 35 bis 40, Obstmus 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80, Rüsse 40; Tauben 40 bis 60 Pf. das Stück, Käse 5 bis 10, Eier (inländ.) 7 bis 8, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 25 bis 30, Endivien 10 bis 30, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30, Radieschen 20 Pfennig das Bündel; Kartoffeln 2,50 Mark ber Zentner. Bornotizen. — T a g e s k a l e n d e r für Donnerstag: Oberhess. Gekchichtsverein, 20.15 Tihr, Kunstwissenschaftliches 3nstitut, Lichib'lder - Vortrag: „Gründung und Verfassung der Stadt Gießen". — Krieger-Berein Gießen, 20.30 Llhr, Cafü Ebel, Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „... und es leuchtet die Puhta". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Razzia in St. Pauli". — Konzertber Klavierschule Körner. Man schreibt uns: Den seit einer Reihe von Jahren von Fräulein Minna Körner, ber Leiterin ber Schule für höheres Klaoierspiel unb Theorie ber Musik, veranstalteten Konzerten würbe stets in musikalischen Kreisen Gießens, unb auswärtigen Kreisen lebhaftes Interesse entgegengebracht. In biefem Jahr wirb bie Aufführung am Sonntag, 19. März, 16.30 Uhr, im großen Saale bes Stubentenhauses Leihgesterner Weg ftattfinben. Das Konzert ist zum Besten ber Gießener Frauen-Nothilfe unb bringt Kompositionen von Bach bis Liszt. (Siehe heutige Anzeige.) Westwärts ftanb noch alles in sprühenber Glut. Von ben Hängen aber, bie bie Ebene gürteten, krochen schon bie mahnenden Schatten ber Nacht. Er schlüpfte in seinen Rock unb sagte bittenb: „Setzen Sie sich nun einmal brav auf bie Steine hier. Es ist zwar ein bißchen hart, aber ich will sehen, ob sich nicht ehoas besseres findet. Ich komme dann und sage es Ihnen." Er blieb überlange, so daß es, wenn nicht gerade Furcht, so doch eine gewisse Bangigkeit war, die sie erfüllte, als die Schatten allmählich näher rückten unb sie einfingen. Westwärts lag immer noch ber Helle Schein. Nur ber Osten dräute bereits in dunkelster Nacht. Ihre Glieder waren schlaff von der Aufregung der letzten Tage und dem Schrecken des Sturzes von heute. Zudem bas Bewußtsein, was die kommenden Stunden bringen würden. Ein Käfer kroch über ihre Hand, bie sich auf die Steine stützte unb schuf ein Rieseln unter ihrer Haut. In den Glockenblumen, welche bie Kelche schlossen, brummelte eine Hummel. Stephanies Herz klopfte, daß sie meinte, in dieser lautlosen Stille ringsum mühte es von jeglicher Kreatur gehört werden. unb noch immer kam er nicht. Tau kam unb legte sich kühlend über die ausgebrannte Erde. Sie patte die Leberhaube abgenommen unb spürte ihr Haar feucht werben. Dunst wie von Fieber stieg auf. Aber sie dachte nicht an sich — nur an ihn. Sie hatte ihn gefährdet. Stechmücken surrten an ihrem Ohr vorüber. Sie hob beide Hände, sie abzuwehren. Wo blieb er nur? Der feine Geruch einer Zigarette kam gezogen unb bann ftanb er, vom Dunkel halb verschleiert, vor ihr. „Es hat ein bißchen lange gedauert. — Sie haben sich hoffentlich picht gegrault. Es ist wahrhaftig kein Grund dazu gegeben. Menschenleer bie ganze Gegend. Aber da vorne — ist so etwas wie eine Hütte. Nicht eben komfortabel, trotzdem besser als nichts. Den Vogel lassen wir hier. Den stiehlt uns keiner. Kommen Sie jetzt, es wirb kühl auf den Steinen." Er streckte ihr bie Hänbe entgegen unb zog sie hoch. Sie glaubte ein Lächeln um seinen Mund zu sehen. Mit einem Ruck ftanb sie auf ben Füßen. Langsam gingen sie nebeneinander her. Als sie über einen Laoabrocken stolperte, faßte er nach ihrem Arm unb zog ihn burch ben seinen. Es war weit bis zur Hütte. Sie begriff nun, daß er solange weggeblieben war. Halb zerfallen ftanb sie mit schiefem Dach über bem Boben. Sie mochte wohl einem Hirten als Unterschlupf gebient haben. Nun lag sie verlassen, benn weit unb breit war keine Herbe zu entbetfen. „Ich habe schon nachgesehen, ob es nicht zu viel Ungeziefer gibt", sagte Merlin. „Es geht. Ein wenig baoon werden wir wohl abkriegen. — Haben Sie Schlaf?" frug er unvermittelt. Sie verneinte. (Fortsetzung folgt) •* Evangelischer Landeskirchentag. Der Hessische Evangelische Londeskirchenlag wird Mitte Mai in Darmstadt zu einer mehrtägigen Sitzung ^usammentreten. Gießener Früh in brs-Pf erdemarkt. Am Mittwoch, 29. März, findet auf den städtischen Marktanlagen an der Rodheimer Straße der diesjährige Fruhjahrs-Pferdemarkt statt. Veranstalter ist die städtische Pserdemarkt-Deputation unter Mitwirkung des Hessischen Landes-Pferdezuchtve/eins und des Landwirtschaftskommer-Ausschusses für Oderhessen. Für den Pferdemarkt ist auch diesmal wieder eine Prämiierung vorgesehen, für die Geldpreise von über 2000 Mark zur Verfügung stehen. Der Land- wirtschaftskammer-Ausschuß für Oderhessen hat 150 Mk., der Hessische Landespferdezuchtoerein 100 Mk. für die Prämiierung gestiftet. Nach Beendigung des Pferdemarktes (gegen 12 Uhr) bringt der Verkehrs- verein Gießen auf den Wiesen hinter dem Schlacht- Hos reitsportliche Veranstaltungen, Jagdspringen, Sattelrennen usw., die von der hiesigen Reichswehr und den Reitervereinen des Oberhessischen Prooin- zialoerbandes ausgeführt werden. In der Zeit von 11 dis 13 Uhr findet außerdem Konzert statt. Ferner findet wieder die übliche Pferdemarkt-Lotterie statt. *• Herrichtung der Bahnhofshalle. Die Empfangshalle unteres Bahnhofsgebäudes wird in den nächsten Wochen einer gründlichen Erneuerung unterzogen. Zur Zeit ist man mit dem Aufbau deS hohen Gerüsts beschäftigt, das bis an die Decke der Halle heranreichen wird. Aach dem Abschluß dieser Arbeit wird die Halle vollkommen neu gestrichen werden, damit sie bei Beginn der Reisezeit, auf jeden Fall aber noch vor Ostern, ein freundlicheres Aussehen hat, als bisher. Diese Erneuerung kann nur begrüßt werden, denn die Halle war in ihrem bisherigen Aussehen wenig geeignet, auf die ankommenden Fremden repräsentativ zu wirken. ** Dienstjubiläum bet der Reichspost. Postasfistent Jean Na^el, wohnhaft Ederstraße 4, konnte dieser Tage auf eine 40jährige Tätigkeit bei der Deutschen Reichspoft, insbesondere beim Gießener Postamt, zurückblicken. Dem Jubilar wurde durch den Leiter des hiesigen Postamts ein Glückwunsch- und Dankschreiben des Herrn Reichspräsidenten übermittelt. ** Turnverein 1846 Gießen. Man berichtet uns: Eine von vielen Mitgliedern sehr begrüßte Einrichtung sind die Monatsversammlungen. Der Kreis der Besucher wächst von Veranstaltung zu Veranstaltung. Es ist dies das beste Zeugnis dafür, daß der Vorstand es sich angelegen fein läßt, die Veranstaltungen jedes Mal anregend zu geftal- ten. Der Dereinsabend am vergangenen Samstag war in der Hauptsache ausgefüllt von drei Darbietungen. Es sprach Turnbruder Wiedemeyer über „Amateur • Photographie" und Turnbruder H e i n st a d t über „Kraftspeicheranlagen". Beide Redner lösten ihre Ausgaben in trefflicher Form und erwarben sich verdienten Beifall und Dank. Turn- bruder Turnwart Müller berichtete über das bevorstehende 13. Deutsche Turnfest in Stuttgart. Er stellte die Vorteile heraus, die bei frühzeitiger Mel- duna und bei guter Ausnutzung aller Möglichkeiten, die Die Festlegung in Verbindung mit der Feststadt bietet, zur Verfügung stehen. Besonders werbende Worte sand er für das großzügige Entgegenkommen der Reichsbahn in bezug auf Einstellung von Sonderzügen und vor allem bei der Festlegung des Fahrpreises. Ein Sonderzug durch den Gau Hessen ist zu erwarten. Eine Sammlung zugunsten der Turner, die bei dem großen Unglück in Reunkirchen zu Schaden tarnen, ergab einen ansehnlichen Betrag, der doppelt begrüßenswert ist, einmal wegen des guten Zweckes, zum andern aber weil er vorwiegend aus den Notgroschen jüngerer Turner und Turnerinnen gsstistet wurde. ** Der Sanitätsverein Gießen hielt, wie man uns berichtet, am Sonntag Im Kaufmännischen Vcreinshaus seine 49. Generalversammlung ab. Der Geschäfts- und Kassenbericht ergab ein zufriedenstellendes Bild. Auch in der schweren Zeit hat sich der Verein durchgesetzt, und er sieht vertrauensvoll in die Zukunft. Die Vorstandswabl ergab die einstimmige Wiederwahl des 2. Vorsitzenden C. Bender, des Rechners H. Stimmer und des Beisitzers A. Meister. Neugewählt wurde an Stelle des Vorsitzenden, der freiwillig ausgeschieden war, Herr E. Simon, Crednerstraße 19. Zum Schriftführer wurde Herr A. Köhler, zum Beisitzer Herr Ehr. Fleischmann gewählt. Revisoren für 1933 sind die Herren Leonard. Koffert, Aßmann und Frl. Peter. Das 50. Stiftungsfest des Vereins soll in schlichter Weise gefeiert werden. Der Vorstand wurde mit den Vorarbeiten beauftragt. Die Leistungen des Vereins, die z. Zt. in freier Arzthilfe, Zuschuß zur Krankenhausbehand- lung, Operation, Röntgenaufnahmen usw. bestehen, sollen durch Gewährung von Arzneimitteln noch verbessert werden. Daneben gibt es noch eine Begräbnisbeihilfe in Höhe van 50 Mark Große Strafkammer Gießen. • Gießen, 14 März. Wegen Kuppelei hatte das Schöffengericht Gießen eine Frau zu sechs WochenGesängnis verurteilt. Auf die eingelegte Berufung gegen das Urteil wurde die Sache jetzt nochmals unter Ausschluß der Oesfcnt- lichkcit verhandelt. Das Gericht kam wieder zu der üeberaeugang, daß die Angeklagte von dem unzüchtigen Treben ihrer Tochter wußte, daß sie sogar durch Gewährung von Gelegenheit der ^Inzucht - ihrer Tochter Vorschub geleistet hat- Die Berufung wurde kostenfällig verworfen. Ein wiederholt vorbestrafter Arbeiter, der aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurde.^hatte sich wegen Diebstahls und wegen Zuhälterei zu verantworten. In einer Wirtschaft in Friedberg hatte sich der Angeklagte an einen Mann heran,- gemacht, der über 200 Mk. fremdes Geld, das er an diesem Tage einkassiert hatte, mit sich führte und mit dem Geld in einer Weise grohtat. daß die Gäste auf ihn aufmerksam wurden. Als er dann in später Abendstunde stark angetrunken nach Hause gehen wollte, drängte sich ihm der Angeklagte mit dem Anerbieten auf. ihn nach Hause zu begleiten- Unterwegs sollen beide mehrmals hingefallen sein. Bei dieser Gelegenheit ist dann auch das Geld verschwunden, das wahrscheinlich der Angeklagte im gegebenen Augenblick beiseite geschafft hat, da der Angeklagte in jener Rächt auch in anderer Hinsicht sich sehr verdächtig gemacht hat. Das Gericht konnte sich trotz erheblicher Verdachtsmomente nicht zweifelsfrei davon überzeugen, daß der Angeklagte der Dieb war, und sprach ihn mangels ausreichenden Beweises von der Anklage des Diebstahls frei. Die Verhandlung wegen der Anklage der Zuhälterei wurde wegen Gefährdung der Sittlichkeit unter Ausschluß der Oesfentlichkeit geführt. Aus der öffentlich gegebenen lirtciläbegrünbung ging hervoü. daß das Gericht den Angeklagten nur der vollendeten Nötigung für überführt ansah. Er wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Sec/fac/te 1932. Zahlen m Millionen RH Deutsche Einfuhr Deutsche Ausfuhr RUSSLAND 270, Q GROSS BRITANNIEN 591,8 446.0 258.S 4117 159.$ ZfÜ. TSCHECHO5LOW. 139.8 Sf Ä BRHINDIEN M 65.4 109,4 158.8 BELGIEN MS 146.1 ATALIEN " 223.1 FRANKREICH <82.S SCHWEIZ Unsere Statistik gibt einen Ueberblick über die letzt- jährige Ein- und Ausfuhr nach und von einigen Ländern, die für den deutschen Außenhandel am wichtigsten sind. Faßt man Ein- und Ausfuhr zusammen, so nahmen 1932 die Niederlande den ersten Platz ein, den 1931 — wie in allen Jahren zuvor — England besetzte. Dicht auf folgten 1932 Rußland und die Vereinigten Staaten, während England diesmal auf den vierten Platz zurückgefallen ist. Insgesamt hatten wir im letzten Jahr noch einen Ausfuhr-Ueberschuß von 1,2 Milliarden Mark zu verzeichnen. Der große Sprengstoff diebstchl bei Minz. WSR. Mainz, 15. März. Wie durch die Untersuchung der Mainzer Staatsanwaltschaft im Zusammenwirken mit der hiesigen Kriminalpolizei feststeht, handelt es sich bei den Tätern des großen Spreng st offdieb st ahls um eine wohlorganisierte Einbrecherbande, deren Mitglieder sämtlich eine führende Rolle bei der KPD. einnehmen. Dis jetzt ist es gelungen, von der Bande fünf Haup11äter hinter Schloß und Riege l zu bringen, während zwei weitere Komplicen noch nicht ermittelt werden konnten. Der Verdacht, daß der Sprengstoffdiebstahl von Mitgliedern der KPD. ausgeführt wurde, fand seine Bestätigung durch ein Gespräch zweier Kommunisten aus Gonsenheim aus der Fahrt mit der Straßenbahn nach Mainz. Ein Fahrgast belauschte die Unterhaltung der beiden ihm unbekannten Kommunisten und machte der Polizei sofortige Mitteilung. Unter Zuhilfenahme der Mainzer Bereitschaftspolizei, zahlreicher Kriminalbeamten und der Gonsenheimer Polizei wurden durch die Mainzer Staatsanwaltschaft in der ehemaligen 2 e r Feldartillerie- Kaserne und den anliegenden W o h n barocken in Gonsenheim mehrfach größere Untersuchungen vorgenommen, die sich durch den Wald bis zu dem anschlieheizden Schloß Waldhausen bei Heidesheim ausdehnten. Bei der ersten dieser Gelegenheiten war es auch, als die Kommunisten S t e i g n e r und Lukas, die in den Baracken wohnten, beim Erscheinen der Polizei flüchtig gingen und trotz mehrerer abgegebenen Schreckschüsse nicht mehr einzuholen waren. Eines Tages gelang es dann zwei Peamten der Gonsenheimer Polizei, das versteck, In dem sich der gefährliche Sprengstoff befand, in einem 4 Meter tiefen Schacht bei Schloß Waldhausen aufjufinben. Fast restlos. bis auf 133 Sprengkapseln, konnte das gestohlene Material wieder herbeigeschafft werden. Kurz darauf konnte auch der eine Haupttäter ©teigner verhaftet werden. Wie in allen Fällen, übte auch hier die ausgesetzte Belohnung von 1000 Mark ihre Wirkung aus. Besonders wurden aus Kreisen der KPD. der Staatsanwaltschaft Andeutungen zugeleitet, wer sich an den Sprengstoffdiebstahl beteiligt hatte. So gelang es recht bald, fast sämtliche an dem schweren Sprengstoffdiebstahl beteiligten Kommunisten bis auf Lukas und Peiffer festzunehmen. Bei dieser Gelegenheit fand die Polizei in den Wohnungen der Verhafteten, in den Baracken, eine Unmenge aus Einbrüchen herrührende Lebensrnittel und Gebrauchsgegenstände. Als man den verhafteten Steigner fettens der Staatsanwaltschaft vor die vollendeten Tatsachen stellte, legte er ein umfassendes Geständnis ab. 3n ausführlicher Weise schilderte er besonders den Diebstahl des gefährlichen Sprengstoffs. Da die Täter wußten, daß der Schießraum, in dem sich der Sprengstoff befand, durch sog. Selbst- schüsse gesichert war, gingen sie mit äußerster Vorsicht beim Erbrechen der Zugangstüre zu dem Echießraum vor. Die Selbstschüsse waren derart angebracht, daß sie sich beim Öeffnen der Tüve von selbst lösten und die Eintretenden trafen. Die Täter öffneten deshalb die eiserne Türe zu dem Schießraum nur um einen kleinen Spalt, lösten den zum Selbstschuh führenden Draht an der Türe ab und verlängerten ihn mittels eines Stückes mitgeführten weiteren Drahtes. Sodann legten sie den Draht um einen vor dem Schieß- Haus angebrachten Pfosten und zogen kräftig an, worauf sich der Selbstschuß auslöste. Die Täter konnten sich sodann ungehindert in den Schieß» raum begeben und den Diebstahl aussühren. Obecheffen. Landkreis Gießen. cT A11endorf a. b. Lumda, 15. März. Am Samstagabend hielt der hiesige Kriegerverein in der Gastwirtschaft Eb. Ranft Wwe. seine Jahreshauptversammlung ab. Aus Dem vom Vorsitzenden Lehrer Strack vorgetragenen Jahresbericht ging hervor, daß der Verein durch Tod zwei Mitglieder verlor. Die verstorbenen Kameraden wurden in der üblichen Weise geehrt. Sodann wurde durch den Rechner Ranft die Jahresrechnung vorgetra- gen. Diese ergab einen Ueberschuß von 41 Mark. Die Dorstandswahl ergab die Wiederwahl des bisherigen Vorstandes. Es gehören zur Zeit dem Vorstände an: Lehrer Strack, 1. Vorsitzender: Landwirt Ld. Becker, 2. Vorsitzender; Weißbindermei- fter Ehr. Ranft, Rechner; Landwirt Ehr. Wal- l e n f e l s, Schriftführer; Maurermeister Ehr. Paulus II., Schumachermeister Ld. Krieb, Eisenbahn- assistent Wilh. Nachtigall, Rechner Ehr. Formhals und Landwirt Andreas Wagner, Beisitzer. Der Vorsitzende teilte mit, daß der Frühjahrsbezirkstag im Mai in Allendorf stattfindet. ' Watzenborn-Steinberg, 14. März. Dcr Gesang» Verein „Germania" Watzenborn-Steinberg veranstaltete am Samstag im Saale „Zum goldenen Löwen" sein 6 5. Stiftungsfest. Ein reichhaltiges Programm unterhielt die zahlreich erschienenen Gäste. Der 1. Vorsitzende, Karl Kolmer, begrüßte die Teilnehmer und betonte, daß sich der Verein die Pflege des deutschen Liedes zur Aufgabe gemacht habe. Unter der Leitung des Chor- meisters Georg Harnisch- Steinberg hörte man sodann verschiedene Ehöre und Volkslieder, die mit großem Beifall aufgenommen wurden. 3m Mittelpunkt des Abends stand die Aufführung einer Operette, die von den Darstellern sehr gut wiedergegeben wurde und ebenfalls starken Beifall erntete. Die Kapelle Harnisch füllte die Pausen mit guter Musik aus und fand dankbare Zuhörer. 3m weiteren Verlause deS Abends wurden 11 Mitglieder durch Herrn Wols- Duybach für 25’äfjrige aktive Sang?stätigkeit mit der Ehrennadel des Lahntalsängerbundes ausgezeichnet. Kreis Büdingen. !! Büdingen, 15.März. 3n der Reihe der Torträge des Geschichtsvereins Büdingen setzte dieser Tage Etudienrat Dr. 'Karl Kraft seinen Dvrttag „Erlebnisse auf einer Griechenlandreise" fort. Die Leitung des Abends lag in den Händen des 2. Vorsitzenden, Lehrer Heusohn. Herr Dr. Kraft behandelte in diesem Dortrage seine Reisen zu Wasser und zu Lande. Auch diesmal wurden alt- und neugriechisches Wesen, Landschaft, Geschichte, Kultur«, Religions» und Kunstgeschichte wechselnd gewürdigt. Der Höhepunkt des 2. Vortrages war die Schilderung der Sehenswürdigkeiten des von englischen Forschern ausgegrabenen Palastes des Königs Minos in Knossos. Der Vortrag wurde durch zahlreiche Lichtbilder ergänzt und mit großem Beifall aufgenommen. # Hirzenhain, 15. März. Direktor Mor- Henn, der langjährige Leiter der hiesigen C i - s e n w e r k e , verabschiedete sich gestern von der Belegschaft, um in seinen neuen Wirkungskreis (Leipzig) überzusiedeln. Mit großem Bedauern sehen ihn die Mitarbeiter scheiden. Kreis Alsfeld. IL Aus dem Ohmtal, 15. März. Bei dem Wertungssingen des Ohm-Lumda- tal-Sängerbundes wird seit 3ahren zum ersten Male ein Wechsel in der Person des Wertungsrichiers eintreten. Das Singen findet am 21. Mai in Kesse Ibach statt. Da der seitherige Wertungsrichter, Oberreallehrer Blaß (Gießen), an diesem Tage dringend verhindert ist, wird Prof. Werner (Frankfurt a.M.) dieses Amt übernehmen. ll. Nieder-Ohmen, 15. März. Die beiden kirchlichen Jugendvereine hielten am Sonntagabend im Saale von Söll einen Deutschen Heimatabend ab. Der Abend besann mit einer Begrüßungsansprache von Pfarrer A l t. Es folgten zwei ernste Theaterstücke, die recht gut zur Aufführung gelangten. Die Darsteller ernteten reichen Beifall. Der Reinertrag der Veranstaltung wird einem Fonds für die B e sch a f f u n g e i n e r Kirchenheizung zugeführt. preutzen. Zahrplanverbefferung auf der Strecke Herborn-Niederwalgern. Zur Ausfüllung von Zugpausen auf der Strecke zw.schon Gladenbach und Herborn wird mit Beginn des neuen Sommerfahrplans am 15. Mai der schon jetzt Sonn- und Feiertags zwischen Gladenbach und Herborn verkehrende Personenzug, Gladenbach ab 9.49 Uhr. Herborn an 11.03 Uhr, auch werktags gefahren. <3n Herborn besteht dann Anschluß in Richtung Dillenburg—Stegen. Als Degenzug wird der bereits zwischen Gladenbach und Riederwalgern verkehrende Personenzug, Gladenbach ab 12.29 Uhr, Riederwalgern an 12.51 Uhr, werktags ab Herborn 11.21 Uhr gefahren. Dieser Zug nimmt in Herborn den Anschluß aus Richtung Betzdorf—Dillenburg auf. G. A -Sport. V f. X tid). VsR. Cid) I — Garbenleich I 3:1 (0:0). Die 1. Mannschaft des Vereins für Rasenspiel« hatte am Sonntag einen beachtlichen Erfolg zu verzeichnen. Es gelang ihr auf heimischem Platze, die in letzter Zeit von öieg zu Sieg eilende Mannschaft des Sportvereins Garbenteich zu schlagen. Etwa 500 Zuschauer wohnten dem Spiele bei. Es wurde hartnäckig gekämpft. Noch zur Halbzeit stand das Spiel unentschieden, aber abwechselnd lagen die Mannschaften vor dem gegnerischen Tor. Die Erfolge blieben aber aus. 15 Minuten nach der Pause gingen die Platzbesitzer durch einen Prachtschuß ihres Rechtsaußen in Führung. Wenige Minuten später glichen aber die Gäste aus, allerdings durch ein Selbsttor des rechten Läufers von Cid). Unentwegt ging der Kampf weiter. Ein fchjjner Alleingang des Halblinken brachte die Licher wieder in Führung. Ein Foulelfmeter besiegelte die Niederlage der Gäste. Es wurde sehr fair gekämpft. Schiedsrichter Böcher leitete einwandfrei. Der Licher Mannschaft gebührt ein ®e- famtlob. ^4.Ahön-Sege!flug-Wettbewerb193Z Die Rhön-Rossitten-Gesel.schäft veröffentlicht soeben die Ausschreibung für den 14. Rhönsegelflug-Wettbewerb, der in diesem 3ahr« vorn 6. bis 20. August auf der Wasserkuppe durchgesührt wird. Für die einzelnen Wettbewerbe, deren Teilnehmerzahl auf 40 Flugzeuge beschränkt werden kann, stehen insgesamt 25 000 Mark Geldpreise zur Verfügung, die für die besten ßei< stungen im Fernsegelflug, Fernzielflug, Höhen- und Dauerflug zur Verteilung gelangen. Für den Höhenflug ist als Mindestmarke 2000 Meter vorgeschriebeu, während im Dauerflug wenigstens 12 Stunden überschritten werden müssen. Für den Fernzielflug müssen die Bewerber von der Wasserkuppe nach den Schwarzen Bergen über die Kissinger Hütte und zurück fliegen, wobei die Landung innerhalb eines Kreises von 1000 Meter um den trigonometrischen Punkt auf der Wasserkuppe zu erfolgen hat. Als Etart- methode werden Seil- und Flugzeug-Schleppstarts angewandt. Kurze Sportnotizen. Einen neuen We11reko »d im Gewichtheben stellte der Oesterreicher Janisch im beidarmigen Reißen der Federgewichtsklasse mit 97,5 Kilogramm auf. Die Neuyorker Boxkommifsion hat nun, nachdem sie seinerzeit beim Tode von Ernie Schaaf den Italiener Camera nicht mei)r boxen lassen wollte, dessen Kampf gegen Sharkey nicht nur genehmigt, sondern ihn sogar als Weltmeisterschaftskampf anerkannt. * Der Deutsche Tennisbund hat seine diesjährigen Termine festgelegt. Die internationalen Meisterschaften finden vom 5. bis 13. August in Hamburg statt, die nationalen Meisterschaften werden vom 23. bis 27. August in Braunschweig abgewickelt, die Junioren ermitteln ihre Meister vom 8. bis 11. Juni in Frankfurt a. M. und die Senioren-Tleffter- schaften gehen vom 14. bis 16. Juli in Düsseldorf in Szene. Wettervoraussage. Die Siorungstätigkeit im Rorden und Rord- westen hat sich stärker ausgeprägt, so daß dec Einfluß, des hohen Druckes eingeschränkt wird. Ein kräftiges Tief ist über den britischen 3nseln erschienen und führt dort, wie auch über Rord- frankreich zu Riederschlägen. Seine Zugrichtung hat mehr nordöstliche Tendenz nach Skandinavien zu, immerhin wird durch seine südlichen Ausläufer feucht-milde Lust bis in unseren Bezirk vorgeschoben. Bei zunehmender Luftbewegung aus Südwesten kommt daher zeitweise stärkere Bewölkung auf, die vereinzelt auch etwas Riederschlag mit sich bringen wird. Eine durchgreifende Verschlechterung der Wetterlage findet jedoch vorerst nicht statt. Aussichten für Freitag: Bewölkungszunahme, im ganzen mild und vereinzelt etwa- Riederscblag. Aussichten für Samstag: Wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, vereinzelt noch Reigung zu Riederschlägen. Lufttemperaturen am 15. März: mittags 12,7 Grad Celsius, abends 4,6 Grad; am 16. März: morgens 1,3 Grad. Maximum 13 Grad, Minimum 1 Grad. Sonnenscheindauer 6l/< Stunden. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 15. März: abends 8,2 Grad, am 16. März: morgens 2,9 Grad Celsius. kirchliche Jlodiricbfen. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 17. März. Kapelle des Alten Friedhofs. 18 Uhr: Passionsandacht; Pfr. Lenz. — Petruskapelle. 20: Pafsions- andacht; Pfarrassistent Knell. katholische Gemeinden. Freitag, den 17. März. Gießen. 20.15 Uhr: Fastenpredwt. Samstag, den 18. März. Gießen. 7.15 Uhr: Amt; 9.30: Gelegenheit, bet einem fremden Priester zu beichten. Israelitische Gemeinden. israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 11. März. Vorabend 6.15 Uhr; morgens 9; Predigt; abends 6.30 und 7.10 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 18. Marz. Freitag abend 6.05 Uhr; Samstag, vormittags 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 7.20. Wochengottesdienst: morgens 7; abends 6 Uhr. Gegen spröde Haut . reise RM 0.15*1.00 NIVEA CREME Stiertet in Bad-Heim am März G Großer Festzug mit 30 Schaunummern O Der historische Schäferlauf - Wahl der Schäferkönigin und des Schäferkönigs O Georg Heß, Leihgestern, und seine Trachtengruppen singen, tanzen, spielen O Lotterie zu Gunsten des Notwerks der Jugend - Wertvolle Gewinne Loeprele 30 Pfennig Ziehung am 1». MArz, nachmittags um 6.30 Uhr Die Bad-Nauheimer Geschäfte sind an diesem Sonntag von 11-1 Uhr und von 3-6 Uhr geöffnet; sie nehmen bis zum 1. April jedes nicht gezogene Los beim Einkauf von RM. S - in Zahlung! v/trd heut Hersteller, Thompson-Werke G. m. b. H„ Düsseldorf für 40 Pfennig y. Kilo .. 75 „ '/r „ „ 140 u .. '-'VIuuj uujyicuiyc, naß wischbare, nicht klebende Bohnerwachs, bekommen Sie überall in Weiß und Gelb und als feste Wachsbeize in Gelb, Braun und Rotbraun' Wachs 5 KBifinii X — Gefest macht den Boden gehfest! I 1654D llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllllllll Sonntag, 19. März, 16.30 Uhr, im Studentenhaus, Leihgest. Weg KONZERT der Klavierschule Körner zum Resten d. Gißten«rFrauen Nothilfe. Werke v-Jdach bis Liszt Eintrittsk. RM. 1.3b .numeriert), 0.80 u.0.40 b. Ghali iei, Neuenweg Samstag, den 18. März, abends 8.15 Uhr. im Cal6 Leib, WaUtorstr Vortrag von Herrn Univ.-Prof. Dr. Auler „Sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Aulbau imbentidenSowietrubland“ Eintrittspr. 40 Pf. im Vorverkauf u an der Abendkasse. Erwerbsl. u.Lehrlinge 20 Pf. mit einem neuen Mantel I Aus unserer reichhaltigen Auswahl führen wir einige Beispiele an: Damen Mantel „HELLA“ wie Abbildung. 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Für die Instandsetzung der Provln- zialstrahe Merkenfritz—Hirzenhain: a) die Lieferung von ca. 4500 lfd. m Randsteinen ca. 600 cbm Basallklein- schlag, ca. 250 cbm Basaltsplitt, ca. 60 cbm Basaltsand ca. 200 cbm Schlämmsand, ca. 2500 cbm Bruch- steinen, ca. 1100 Sack Portlandzement; b) die Ausführung von ca. 12 000 qm Vorprofilierung, ca. 4500 lfd. m Rand- steinsetzen sowie Herstellung von Chaussierungs- und Bankettregulierungsarbeiten. III. Aür die Instandsetzung der Prooin- zialstratze Vleichenbach (Bahnhof)—Büches: a) die Lieferung von ca. 6000 lfd. m Randsteinen, ca. 1000 cbm Basalt- kleinschlag, ca. 400 cbm Basaltsplitt, ca. 80 cbm Basallsand, ca. 100 cbm Schlämm sand, ca. 600 cbm Bruchsteinen, ca. 1500 Sack Portlandzement; b) die Ausführung von ca. 16 500 qm Vorprofilierung, ca. 6000 lfd. m Randsteinsetzen sowie Herstellung von Chaussierungs- und Bankettregulierungsarbeiten. IV. Jür Ausführung von Steinpflaster auf der provinzialstratze Schellnhausen- Romrod: a) die Lieferung von ca. 7750 qm Kleinpflastersteinen, ca. 3000 lfd. m Randsteinen, ca. 115 cbm Basaltkleinschlag, ca. 290 cbm Dasaltsplitt ca. 55 cbm Basaltsand, ca. 1600 t Flußsand, ca. 800 Sack Portlandzement; b) die Ausführung von ca. 10 000 qm Kleinpflasterarbeiten, ca. 4000 lfd. rn . Randsteinsetzen, ca. 10 000 qm Vorprofilierung. ca. 12 000 qm Bankett- regulierung und ca. 4000 lfd. m Grä- benherstellung. Die Vergebung der Lieferungen und Arbeiten in verschiedenen Losen bleibt vorbehalten. Angebotsvordrucke sind, soweit Vorrat reicht, ab Samstag, den 18. d. M., nur vormittags, für die unter I und II genannten Strecken bei Herrn Bauinspektor Brenner in Nidda, Ludwigstraße 23, für die unter III genannte Strecke bei Herrn Dauinspek- tor Schott, Büdingen, Iunkergarten, und für die unter. IV genannte Strecke bei Herrn Bauinspektor Walter, Alsfeld, Iunkergarten 1, erhältlich. Die offenliegenden Bedingungen sind bei den Genannten einzusehen. Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bei den betreffenden Bezirksbaubeamten bi» zum Samstag, dem 25. März d. 3., vormittags Bhr, portofrei einzureichen. Die Eröffnung der Angebote erfolgt irt Gegenwart der erschienenen Bewerber. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 14. März 1933. Prooinzialdirektion Oberhessen. Tiefbau. Vermietungen] Mimm.-Wohnung mit Küche zu verm. Schriftl. Sinn. unt. 01661 a. d. Gß. Az. Ardl.möbl-Zimmer In mod.Einf.-Haus (kinderlose Familie) wird zum 1.4. gew., s. ftntbv in Küche u. aller «ausarb. erf. WW « gut. Haus. ged. hat. Schriftl. Ang. unt. 01668 a.d. Gß. Anz. AbtytMiizi Auch die Klinge eines Tisch m'esscrs nützt sich einmal ab. Gute Tisch-Bestecke sollen ein Menschenalterhalten. Aber es müssen Qual itÄts- Bestecke sein. Und solche guten Eßbestecke kaufen Sie sehr preiswert bei J.B. 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Nämlich die Lieberzeugung bei den über das Konzentrationskabinett verbandelnden, verantwortungsbewußten Persönlichkeiten, daß eine Beschleunigung dieser Verhandlungen zum Zwecke eines endgültigen Ergebnisses durchaus am Platze sei. Eine Lieberlegung, die in der entscheidenden Stunde am Montag im Zimmer des Staatssekretärs Meißner zwar nicht ausschlaggebend ist, aber doch eine gewisse Wirkung nicht verfehlt. Am Montag, den 30. Januar, um 12 Llhr sollen Papen und Hitler beim Reichspräsidenten gemeinsam zum Dor trag erscheinen, soll dort die Entscheidung fallen. Vorher, um 11 Llhr. ist beim Staatssekretär Meißner die erwähnte Sitzung, an der, außer diesem Papen, Hitler, Göring, Hugenberg, Seldte und Duesterberg teilnehmen. Hier droht noch einmal der fast schon zusammen- gefügte Dau der Einigkeit wieder auseinanderzubrechen. Hugenberg, starrer als der entgegenkommendere Hitler, kann sich mit ihm nicht über die gegebenenfalls notwendigen Maßnahmen der Auflösung des Reichstages und der Ausschreibung der Neuwahlen einigen. Hugenberg besteht bei Auslösung auf der Erklärung des Staatsnotstandes und lehnt Neuwahlen ab. Hitler dagegen erkennt die damit verbundene Gefahr einer Präsidialkrisis und der übrigen Rückwirkungen eines Verfassungsbruches und will Neuwahlen. Da greift Staatssekretär Meißner ein und weist auf die drohende Gewitterwolke eines Generalstreiks hin, die sich am westlichen Himmel Deutschlands schon deutlich zeigt und die bei weiterer Uneinigkeit der nationalen Front und den damit verbundenen Regierungsschwierigkeiten ihren bedenklichen Niederschlag finden müße. Auch Popen appelliert in bewegten Worten an das nationale Gewissen Hugenbergs. Mit einer großartigen, warmherzigen Bewegung streckt Hitler Hugenberg die Hand entgegen. Dieser stellt seine Bedenken zurück — und schlagt ein. • Wenige Minuten später stehen Hitler und P a p e n o o r d e m R e i ch s p r ö s, d e n t e n , der Staatssekretär Meißner an seiner «eite hat. Hindenburg setzt Hitler in klaren und einfachen Worten auseinander, warum er bisher gezögert habe, ihm die Kanzlerschaft zu übertragen und daß er nunmehr, bei der Dcränbeiten Sachlage einer geeinigten nationalen Front, bereit sei, 'hm das Vertrauen zu schenken, das die Besetzung des höchsten Postens im Deutschen Reiche erfordere. Hand in Hand stehen der Generalseldmarschall des Weltkrieges und der einfache Frontsoldat. Hindenburg und Adolf Hiller. Reichspräfwent und ernannter Reichskanzler. (Seltener Aömersund im Mainzer Tunnel. Mainz, 15.März. (WEN.) Bei den Aus- schachtungsarbeiten im Mainzer Tunnel wurde ein sensationeller Römerfund gemacht. Man entdeckte etwa zwei Meter unter der Erdschicht ein noch vollständig erhaltenes Ro- merbad. Dieser Fund gehört zu den seltensten und Lvichtigstcn, die in den letzten Zähren gemacht worden sind. Dieses Römerbad zeigt eine aroßzügige Anlage und weist auf den hohen Kultur st andder römischen Legionen hin. Waffendiebstahl in Mainz. Mainz. 15. März. (WSN.) DienStag früh drangen Einbrecher in ein Waffengeschäft in der Reutorstrahe ein und entwendeten eine große Anzahl von Schuß - und S t i ch - Waffen sowie eine Menge Munition. Die Tater find unerkannt entkommen. Die Kriminalpouzm hat sofort die Ermittlungen aufgenommen, doch fehlt bis jetzt noch jede Spur. Sie Geburisstunde des Kabinetts Wer. von M solchem Aotzeld Hilst sich Amerika. 15k GO RN EXCHANGE C v* 25c. !»XY*eut TO Freilich ist der Weg zu dieser nicht endgültig frei, als 28. Januar vom Reichspräsidenten zur Auslösung des Reichstages den daS ge- Namen: Blll findet seinen Mann, auch wenn er keinen Namen hat. Es ist nur eine Frage der Zeit, einmal aber wird er auch den Weg des An- deren streifen und ihn erwarten, dis er kommt. Ihn, den er rastlos durch das Land hetzt, ihn, den er, wie ein Wild, vor sich hertreibt. Auf den Achsen der Eisenbahnwagen rast der Verfolgte, fliehend vor der Gerechtigkeit, in die Ferne. Nicht lange, und Blll ist wieder hinterher: denn die Nachschau auf den Strecken ist scharf. So wenig Menschen sind da, daß jeder Mensch zu einem Gegner wird und jeder seinen Weg kennt, den er geht. In den Städten ist es meist noch gefährlicher: hier in der Wildnis dauert das Fangspiel länger. Alle Polizisten kennt man. So winzig klein und doch so machtvoll ist diese Truppe, sind diese Männer in ihrer blauen Hose und roten Bluse: Bergpolizisten, Aden- teurer, mit Erlebnissen und Erinnerungen, die sich abrollen wie ein Roman, den das Leben schreibt. Wie jener, den man die „Hand der Gerechtigkeit" nannte, der fünfzig Jahre in der Einsamkeit und Wlldnis diente, und jahrelang dem Dersolgten auf der Spur blieb, bis er ihn erreichte. Bis in die letzten Winkel ritt er, wo alle Wege auf hören: er aß mit Eskimos hinter der Hudson-Bay. Er hielt Rast bei den Indianern am Tschimschianriver. Er kam in die Häfen der Walfischsänger. Verschwand auf Wochen in Urwäldern und tauchte irgendwo wieder auf, immer auf der Jagd nach dem gehetzten Menschen. Es sind die modernen Trapper: wenn sie auch nach den primlliven Gesetzen arbeiten, leben sie doch verbunden mit der Natur, außerhalb Der bürgerlichen Städte dieses großen Landes. Mit jener Natur, die alles freigibt, wie der Sergeant meinte, besonders dann, wenn es sich um Döses handelt. Primitiv und erschütternd find die Schicksale, von denen Bill erzählt, und vieles davon hätte ich dem Menschenjäger von Kanada nicht geglaubt, wenn die Daten nicht in seinem Tagebuch niedergeschrieben wären. Sonderbare, unheimliche und rätselhafte Ereignisse, Schicksale, die sich abseits aller Welt des Alltags, absells aller Menschen und Gesellschaft erfüllen. Ewia. wie das Abenteuer ewig auf dieser Erde lebt. Lösung noch Schleicher am die Dollmacht verlangt und ist damit zu dieser Begründung die Verantwortung dafür übernehmen zu können und zu müßen, seinem Herrn das veränderte Bild der Sachlage klarzulegen und so bei ihm den großherzigen Entschluß herbeizuführen. 2ldolf Hiller jetzt mit der Kanzlerschaft des Deutschen Reiches zu betrauen. OL&AR LAKE2 CQMMERCfAL CLU6. . ci-tAÄ K*e», >ÖW* . .. .0NETRADE. " CENTS 99 jährige Zwillinge. Zwei Zwlllingsschwestern in Amerika feierten ihren 99. Geburtstag und zugleich ihr SOjähriges Jubiläum als Bürgerinnen der Vereinigten Staaten. Die beiden allen Damen sind aus Kissingen gebürtig, und darum' ist man auch in Bayern nicht wenig stolz auf die beiden Zwillingskinder. Zusammen zähen sie 198 Jahre: daher wurde ihnen zum Geburtstag ein Kuchen geschenkt, so groß, daß 198 Kerzen darauf Platz haben. Die allen Damen sind noch sehr frisch und rüstig und leiden nur unter einem Mangel, nämlich dem des bayrischen Biers. Sie erklärten den Pressevertretern, daß sie den Wunsch hätten, den Tag noch zu erleben, an dem die Prohibition ganz aufgehoben wird, damll die Amerikaner recht bald ein richtiges bayerisches Bier trinken können. Um dem Mangel an Bargeld abzuhelfen, der durch die Schließung der Banken entstanden war. haben sich viele amerikanische Staaten genötigt gesehen, eigenartiges Notgeld herauszuaeben. So gibt es nun in USA. Hilfsgeld, das aus Holz besteht, und solches, so wie wir es in der Inflations. und Nachinfla- tionszeit auch bei uns erlebten, dem Kornbestände als Wert zugrunde liegen. — Unser Bild zeigt oben: Holzgeld des Staates Washington: unten: Korngeld des Staates Iowa. Geltung. Der traditionelle Presseball in der Nacht Samstag auf Sonntag (vom 28. auf den 29. Januar) bietet ein charakteristisches Bild von der Derworrenheit im Regierungslager. Denn in der Prominentenloge fehlt die Promine z eires Kanzlers, gähnt ein Loch durch die Abwesenheit der Reichsminister. Nur Herr von Neurath, aller Wahrscheinlichkeit nach „vor Abbau gesichert", Herr Bracht und Freiherr von Braun sind erschienen. Lind mitten im Trubel der Ballnacht kann man von hohen Staatsbeamten der Regierung Schleicher Stimmen schwerer Besorgnis darüber vernehmen, daß ein Kabinett Papen, von zwei Seiten her einem ungeheuren Druck aus- gesetzt, nämlich von der sozialistischen Seite mit der Drohung des Generalstrells und von der nationalsozialistischen mit der schärfsten Opposition, sofort zusammenbrechen und Deutschland in einen Abgrund stürzen müsse. Auch am Sonntag schwirren solche besorgten Stimmen, verbunden mit allerhand mehr oder weniger unwahrscheinlichen Gerüchten, umher. Bill reitet durch Kanada. Don Rudolf Weynch. In jenem einsamen Tal, in das die Gletscher niedersteigen, unheimlich im ^7,$ Mondes, in jenem Tal habe ich Bill getret en, während ich auf der Reise nach Jason war. Er kam aus einem hohen Wald herabgeritten, zügelte fein Pferd und griff grüßend an d,e breite Krempe seines braunen Hutes. Emen halben Tag lang sind wir zusammengeblleben, und ich werde diesen halben Tag in der verlorenen Landschaft nie vergessen. Wälder hoben sich an stellen Gehängen hoch, bis zu den fluchtigen Wolken, manchmal hielt Bill sein gutes Pferd an und sein scharfer Blick suchte die Gegend ab, er'entdeckte sofort die Dergschase die mit ihrem großen starken Gehörn von bildhafter Wirkung find wenn sie einsam auf einer Felskanzel stehen oder auf einem Hügelrücken. In toeiter gerne sah er eine Herde Karibous die spurend still- standen, als ahnten sie den Feind, der sie ent» ^Melleicht mag das den Gedanken in Bill angeregt haben, von sich und ferner Arbeit zu erzählen. Er tat es unvermittelt. Seit sechs Monaten verfolge ich euren "JlZann: durch halb Kanada find wir schon gekommen, es ist das erstemal, daß ich solange unterwegs bin um dem Gesetz Genüge zu verschaffen: er heißt Tom und ist schlau wie ein Auchs Immer finde ich seine Spur wieder. Ich will ihn fassen, tote ich noch jeden gefaßt habe der etwas Boses auf dem Gewissen hat: und diesen Tom besonders, denn er sündigte an der Armut und an der Wohltätigkeit der Farmer " Ich denke dabei an die Ausdehnung dieses Landes, an die unbewohnten Gebiete, so groß wie Europa ungefähr: und nur zehn Millionen Menschen hausen in diesem Land, statt einhun- dertsünfzig Millionen, für die Platz g«mug toare Dieser Blll gehört zur Canadian Mounted Police, und diese Polizeitruppe mutz eine gewaltige Ar- beit leisten, will sie das riesige Gebiet beherrschen und ihre Einwohner schützen. „Die Menschenfan- *er von Kanada" heißen die Polizisten: — ich habe es nie verstunden, dieses Wort, ober seitdem -svvjestc ow*. Expedition nach Labrador. Anfang Juni d. I. wird unter der Leitung des italienischen Luftfahrtministers, General Balb 0, eine große italienische Flugexpedition über Grönland nach Labrador starten, an der 24 Wasserflugzeuge mit 100 Fliegern teilnehmen. Das Unternehmen ist bereits durch eine Vorexpedition eingeleüet worden, an der der dänische ftapüdnleutnant Sali- cath, der den Italienern vom dänischen Marine- minifterium zur Verfügung gestellt wurde, mit elf italienischen Aereologen, Radiotelegrafisten und Flugzeugmechcinikern unter der Leitung des italienischen Flugkapitäns Rund io ausgeführt. Diese Vorexpedition, an der auch der deutsche Meteorologe Dr. Sauer mann teilnimmt, wird nach Iuliane- haab an der Westküste Grönlands abfahren, um von dort aus das Signal zum Start zu geben, sobald das Wasser eisfrei ist, was man wegen des strengen Winters nicht vor Anfang Juni erwartet. Es ist noch ein Flug über Island nach Labrador geplant, aoer man glaubt, daß das ohne Zwischenlandung in Iu- lianehaab nicht möglich sein wird. Die Flugdauer von Island nach Labrador beträgt nur zehn Stunden, jedoch ist das Wetter in der Dänemarkstraße und in der Davidstraße sehr unbeständig. Aus diesem Grunde hat General Balbo Befehl gegeben, in Julianehaab alle Vorbereitungen zu treffen, damit das italienische Geschwader dort Unterkunft finden kann. lieber die Berufung Hitlers zum Reichskanzler bringt ein Buch von Edgar v. Schmidt-Paulin ..Hitlers Kamps um die Macht", das soeben im Derlag Georg Stille in Berlin erscheint, neues interessantes Material. Wir geben nachstehend mit Genehmigung des Derlags das Kapitel über die aufregenden Dorgänge am 29. und 30. Januar wieder. Die rote Mappe? Mit dem Auflösungsdekret für alle Fälle im Hintergrund, meinte Schleicher, jedes ernste Aufbegehren der NSDAP, im Reichstag bändigen zu können. Das Auflösungsdekret aber hoffte er ohne weiteres vom Reichspräsidenten zu erhalten. Dielleicht zum ersten Wale in feiner Karriere sollte sich Herr v. Schleicher gründlich verrechnet haben. Denn als er am 28. Januar vor Hindenburg erscheint und — symbolisch gesprochen — die rote Mappe aufklappt, weigert sich der Reichspräsident, ihm das Ausiösungsdekret hineinzulegen. Die Konsequenz: Rücktritt des Kanzlers von Schleicher und Demission des gesamten Kabinetts So festgefahren hatte sich der Regierungswagen Schleichers, und so aussichtsreich waren die D e r- handlungen Papens über d i e Neugründung der nationalen Front, daß der Reichspräsident am Freitag, den 27. Januar. nach Einzelvorträgen .von Papen und Staatssekretär Meißner entschlossen war, Papen nochmals mit der Mission zu betrauen, ein Kabinett wirklicher nationaler Konzentration zustande zu bringen. Dieser MöglichkÄt nachzugehen, erschien ihm ein besserer Weg, um aus der Derworrenheit ins Freie zu gelangen, als Schleicher die Dollmacht zur Ausiösung zu geben. Denn das hieß in diesem Falle, da neue Wahlen kaum etwas an der Lage geändert hätten, nichts airderes, als den Staatsnotstand zu erklären, keine Wahlen auszuschreiben und damit einen Derfassungsbruch einzuleiten. Allerdings war es den genannten Herren nicht leicht gewesen, den Reichspräsidenten davon zu überzeugen, daß die Führung des neuen Kabinetts der nationalen Konzentration Hiller überlassen werden müsse. Er wollte lieber den-Mann seines Vertrauend, Franz v- Papen, an der Spitze sehen Für diese Lösung war jedoch Hitler definitiv nicht zu haben. Darüber waren sich alle an den Dorbereitungen für die nationale Einheitsfront beteiligten Männer klar' geworden und hatten sich ihrerseits entschlossen, zugunsten Hitlers auf die Führung zu verzichten. Wenn Hitler jetzt mitmachte, erfuhr das politische Bild eine wesentliche Aenderung gegen früher. Denn jetzt trat Hiller nicht mehr als Parteimann vor den Reichspräsidenten, sondern als der vorgeschlagene Führer der gesamten nationalen Front Neben ihm stand, als Vizekanzler gedacht, mit dem Recht des gemeinsamen Vortrags mit einem „Reichskanzler Hiller" beim Reichspräsidenten, also d"m Rechte auf ständiges unm.ttclbares Gehör. Herr v. Papen und gewährleistete als Vertrauensmann Hindenburgs die Lleberparteilichkeit des vorz»schlagenden Kabinetts. Und dem Kabinett endlich sollten die Minister Freiherr von Neurath, Graf von Schwerin- Krosigk und Freiherr Elz von Rübenach angehören und ihm damit vollends einen überparteilichen Charakter sichern. r „ Wenn also die Wegbereiter des Zusammenschlusses der nationalen Front dem Reichspräsidenten den Vorschlag, Hitler mit der Führung des Kabinetts zu betrauen, unterbreiteten, so bedeutete das keineswegs einen Druck auf den Feldmarschall, von feiner klaren und geraden Linie, die er eingehalten hatte, abzuweichen ober „umzufallen". Die Konstruktion eines Umfalls, wie sie dann nachträglich von den Gegnern des Kabinetts Hitler versucht wurde, hat daher keinerlei Fundament. Es sei denn jtn aus Demagogie, Böswilligkeit und falschen «chlusfen Äufammengetragened. Bor allem glaubte Staatssekretär Meißner mit Inzwischen führt Papen -Verhandlung nach Verhandlung. Nur mit dem Zentrum verhandelt er nicht. Noch in der Nacht von Sonntag auf Montag ist eine Einigung zwischen Hitler und Hugenberg nicht erzielt. Ja, es heißt in eingeweihten Kreisen, daß die Verhandlungen mit Hitler endgültig gescheitert sind. Kein Wunder, daß bei solcher Sachlage die Gerüchte sich zu wilden Nachrichten über einen Militärputsch verdichten, mit dem Ziele, den Reichspräsidenten abzusetzen, nach Neu» deck zu eskortieren und den Sohn, Oberst von Hindenburg, sowie Herrn von Papen und andere seiner Freunde zu verhaften. Unglückseliger Träger solcher Nachrichten, die sogar von einer Verwicklung der Generäle von Schleicher und von Hammerstein in den Putsch wissen wollen, ist unter anderen der uns schon bekannte Werner von Alvensleben, der hier kein Meisterstück einer günstigen Vermittlung vollbringt, sondern unverantwortlichen Staatsstreichplänen das Wort redet. Göring schenkt diesen Nachrichten Glauben. Alarmiert um 11 Uhr nachts den als Zuschauer bei dem großen Reitturnier in den Ausstellungshallen sich aufhaltenden Staatssekretär Meißner. Der mißtraut den Nachrichten sofort und erkennt sie als haltloses Geschwätz. Immerhin werden Hiller und Papen benachrichtigt. Ruhig spielt an diesem Abend Staatssekretär Planck mit dem Verfasser beim Rittmeister a. D. Moyzischewitz. der während der Regierungen Papen und Schleicher im besonderen Auftrage das bekannte, aus privater Initiative entstandene Büro in den Zelten geleitet hat, Bridge. Allerdings wird er alle zehn Minuten ans Telephon gerufen. Das findet feine Erklärung in dem Umstand, daß er sich von dem Gang der Verhandlungen zwischen den Vertretern der Harzburger Front und Papen orientieren lassen muß. Jedenfalls rechtfertigt solch harmloser Aufenthalt in Gesellschaft kaum die Annahme, daß Planck irgendwie in den angeblichen ich mit Dill in die einsamen Täler geritten war, da ahnte ich etwas von der Leistung dieser kaum einige tausend Mann starken Truppe. Moderne Trapper sind sie, die jede Provinz, jede Landschaft kennen, jede Farm, jede Rinderherde und jeden Farmer. Scharf find ihre Augen und sie vergessen einen Menschen nicht leicht, wenn sie ihn einmal beobachtet haben. _ Sie kennen die einsamen Täler ebenso, wie sie die Schluchten, Berge und Gletscher kennen, die Prärien und die Wege zu den Pässen, sie kennen die Straßen, die die Glücksritter gehen, die immer noch darauf aus sind, Gold zu finden, oder Ra- dium. Sie kennen die Fährten, die die Jäger nehmen, wenn sie den Elchen und dem Rotwild der kanadischen Wildnis nachstellen- Sie kennen die Flüsse, die die einsamen Fischer lieben, alle diese zahllosen meist noch indianischen Namen, und sie kennen auch die Indianer, die noch ferne der staatlichen Reservation leben, in Fischer- dörfern, in Hütten, in Wigwams. Natürlich kennen sie auch die Millionäre, die in jedem Sommer nach dem Wilden Westen kommen und hier Blockhütten mieten, für die sie hundertfünfzig Dollars an einem Tag Miete zahlen. So riefengroß ist dieses Land, so endlos, toenn man an die unbewohnten leeren Gebiete denkt daß die Polizei oft unheimlich rasch ans Ziel kommt. Denn der Blick kennt keine Grenze. er erreicht im Nu den Horizont, und ein kleines Feuerchen, an dem sich der Mann wärmt und einen Vogel brät; es raucht, und der Rauch wird zu einem Signal, das man weithin lieyt Dann ist es nicht mehr schwer: das Land muh den Verfolgten hergeben. So wird Bill, der lächelnd neben mir rettet, zu einem Jäger, zu einem Menschenjäger. Er verfolgt seine Beute durch die Prärien. Immer findet' er die Spur wieder. Ein Lagerfeuer, ein Weg mit Fußspuren, und er wäre kein Trapper, wenn er sie nicht alle unterscheiden könnte. Er besucht die Holzfällerdörfer: jeder Mann kennt da feinen Nächsten, der Felljäger, der Fremdenführer, der Cowboy, der Rinderhirt, der Fischer. Kein Mensch, der länger als eine Ettmde in einem Dors sich aufhält und dabei fremd bleibt. Namen haben hier keinen Wert, man kann sie wechseln. Diese einsame Natur giot nichts auf abschlägig beschieden wird. Noch rechnen, daß die Einigung mißlingt und dann lediglich ein sogenanntes „Kampfkabinett" Papen-Hugenberg zur Debatte steht. Vor diesem Experiment glaubt Schleicher Reichspräsidenten bei seinem Rücktritt auf dringendste warnen zu müssen. Auch Hitler _ genüber bringt er diese seine Ansicht von der Llnmöglichkeit solcher Lösung nachdrücklich zur NICKEL Z I - I WiXschast. * D i e Kraftfahrzeugproduktion im Januar. 3m ersten Monat des neuen Jahres war. laut „Wirtschaft und Statistik", in fast sämtlichen Zweigen der Kraftfahrzeugindustrie gegenüber Dezember 1932 eine Produktionssteigerung, zum Teil von erheblichem älmfang, zu verzeichnen. Lediglich bei der Herstellung dreirädriger Fahrzeuge ist ein Rückgang erfolgt. Die Entwickelung des Absatzes war noch, wie saisonüblich, in dec gesamten Kraftfahrzeugindustrie rückläufig. Der Produktionsstand des Berichtsmonats hat in allen Zweigen der Kraftfahrzeugindustrie — außer bei den steuerfreien Kleinkrafträdern — die im Januar 1932 erreichte Höhe teilweise erheblich überschritten. Hierin zeigt sich eine zu erwartende Besserung der Marktlage, daneben mag die Berliner Automobil-Ausstellung im Februar 1933 begünstigend gewirkt haben. Auch die Entwicklung des Absatzes hat — außer bei sämtlichen Krafträdern — gegenüber dem gleichen Boriahresmonat eine Zunahme aufzuweisen. * 3lse-Bergbau A G., Grube Ilse R/L. Für 1932 ergibt sich nach Abschreibungen von 6,40 (7,27) Mill. Mk. unter Einrechnung des Vorjahrsgewinnvortrages von 334 946 (402 763) ein Reingewinn von 4 613 077 (5 202 902) Mk., woraus aus die Stammaktien und Genuhscheine 6 (7) Prozent, und auf die Vorzugsaktien wieder 6 Proz. verteilt werden sollen. 383 036 Mk. bleiben zum Vortrag. Trotz des Produktions» und Absatzrückgangs konnten Stillegu-^en vermieden werden. Die Einlegung von Feicrs ichten machte Arbeitercntlassungen überflüssig. Im Januar sei der Absatz gegen das Vorjahr etwas höher gewesen, im Februar etwas niedriger. Benin freundlich. Berlin, 16.März. (WTB. Funkspruch.) Obwohl auch zu Beginn der heutigen Börse einige Marktgebiete unter Angebot litten und die Kursgestaltung als unregelmäßig zu bezeichnen war, herrschte doch im großen und ganzen ein freundlicher Grundton. Die feste Wiedereröffnung des Reuyorker Börsenverkehrs machte einen guten Eindruck und löste bei der hiesigen Spekulation zweifellos Deckungsbedürfnis aus. Die Depositenkassenkundschaft war ebenfalls weiter Käufer, der Ordereingang war aber nicht so groß, wie in den letzten Tagen und erstreckte sich nur auf Spezialgebiete. Zu diesen gehörten im Zusammenhang mit den Reichsbahnaufträgen die Montanwerte, außerdem waren auch Tarifpapiere kräftiger erholt, da man neuerdings glaubt, keine Besorgnisse hinsichtlich einer Revision der Tarife hegen zu muffen. Sehr fest waren außerdem Schubert & Salzer mit plus 4,75 Prozent. Dortmunder Union gewannen 3 Prozent. Riederlausiher Kohle 3,50 Prozent und Kunstseidenwerte bis zu 2,50 Prozent. DEW. setzten ihre Aufwärtsbewegung um 2 Prozent fort. Mit Minus-Minus-Zeichen erschienen anderseits Daimler und Berlin-Karlsruher Industrie-Werte. Bei ersteren gingen Zusammenlegungsversionen im Verhältnis von 4:1 um, bei letzteren wirkte die Meldung von der Dividendenlosigkeit nach und führte zu einem Abschlag von 4,50 Prozent. Aus demselben Grunde büßten Kali Chemie 2,25 Prozent ein. Bei einem Umsatz von 48 Mille gingen Reichsbankanteile um 3 Prozent zurück. Der Wechsel im Reichsbankpräsidium, der für heute zu erwarten ist und wobei die Börse mit der Ernennung Dr. Schachts rechnet, war hierfür aber nicht der Grund. Bei den Bankenverkäufen an den Aktienmärkten handelt es sich häufig auch um Tauschoperationen gegen Renten, die mehr und mehr in den Vordergrund rücken. Hoffnungen auf eine baldige Diskontsenkung der Reichsbank nach dem Amtsantritt Dr. Schachts scheinen hierbei auch eine Rolle zu spielen. Im Vordergründe standen Deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchfor- derungen, die besonders im Verlaufe gegen gestern bis zu 1,50 Prozent gewannen, aber auch Goldpfandbriefe wurden bis zu 1 Prozent höher gerechnet. Industrieobligationen hatten uneinheitliche Tendenz, Stahlbonds lagen fest, Reichsbahnvorzugsaktien überschritten bei größeren Umsätzen die 97-Grenze. Ausländer lagen vernachlässigt. Bosnier im Verlaufe fester. Am Geldmarkt war die Situation vollkommen unverändert. Frankfurt: Renten fest, Aktien nachgebend. Frankfurt a. M., 16. März. (WTB. Drahtmeldung.) Rachdem an der Abendbörse auf Realisationen der Kulisse meist kleine Rückgänge eingetreten waren, eröffnete die heutige Börse wieder in befestigter Tendenz, da von der Kundschaft auf einigen Teilgebieten zahlreiche Kleinorders vorlagen, was die Spekulation zu Deckungen veranlaßte. Eine gewisse Anregung bot auch die feste gestrige Reuyorker Börse. Bei mäßig lebhaften Umsätzen zeigten die ersten Rotierungen überwiegend Erhöhungen bis zu ein Prozent. Bevorzugt blieben Montanwerte, besonders Mannesmann, Phönix, Stahlverein und Gelsenkirchen.-Vermehrtes Interesse zeigte sich ferner für einige Elektrowerte, wie Siemens mit plus 2,75 Proz, Betula mit plus 2 Prozent und Selten mit plus ^1,5 Prozent. Die übrigen Elektrizitätswerte verzeichneten Besserungen bis zu 0,5 Prozent. Am Chemiemarkt zogen ID.-Farben 0,75 Proz., Metallgesellschaft 1 und Rütgerswerke 0,5 Proz. an, Scheideanstalt und Deutsche Erdöl blieben gut behauptet. Recht fest lagen am Kunst- seidemckrkt Demberg mit plus 2,25 Proz. und Aku mit plus 1,75 Prozent. Von Zellstoffwerten konnten sich Waldhos um 1,13 Proz. erhöhen. Auf den Rebenmärkten betrugen die Kursbesserungen etwa 0,5 Prozent. Recht matt lagen aber wieder Reichsbankanteile, die 2,5 Proz. nachgaben. Rach den ersten Rotierungen lagen Aktien überwiegend etwas leichter, da sich die Spekulation in erhöhtem Maße dem Rentenmarkt zuwandte, an dem eine ausgesprochen fe st e Ten - fahren zu haben: leicht zugenommen hat die Einfuhr aus Großbritannien, den Riederlanden und der UdSSR. Von dem um 17 Millionen Mark geringeren Wert der Ausfuhr entfallen 15 MillionenMk. auf den Absatz von Fertigwaren. Der Rückgang liegt in erjtec Linie bei den Wasserfahrzeugen (—9 Mill. Mk.), die im Vormonat in Höhe des gleichen Wcrtbetrages nach Danzig geliefert worden waren: ferner bei Maschinen (—6Mill. Wk., und Eisenwaren (—5 Mill. Mk.), deren Ausfuhr nach der UdSSR, einen weiteren Rückgang verzeichnet. Die Ausfuhr von Textilfertigwaren ist dagegen um 8 Mill. Mk. gestiegen. Die Gesanlt- ausfuhr ist dem Wert nach um 4 v. H., dem Volumen nach nur um 3 v. H. geringer ausgewiesen als im Januar, da sich der Durchschnittswert für die Fertigwarenausfuhr etwas gesenkt hat. Abgesehen von der die Abnahme der Gesamtausfuhr übersteigenden Minderausfuhr nach Danzig und der UdSSR, hat die Ausfuhr nach den einzelnen Ländern keine bedeutenden Veränderungen gegenüber dem Vormonat erfahren: die Ausfuhr nach Großbritannien uyd einigen anderen Ländern ist leicht gestiegen. , Sprcantundcn Der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen denz vorherrschte. Im Mittelpunkt des Interesses standen zunächst späte Reichsschuldbuchforderungen mit plus 1 Prozent, dann Deutsche Anleihen, von denen Altbesih insgesamt 1,75 Prozent, und Reubesitz 0,50 Prozent gewannen. Reichsbahnvorzugsaktien zogen 0,75 Prozent, und Stahlvereinsbonds etwa 1,75 Prozent an. Goldpfandbriefe waren weiter gesucht und notierten durchschnittlich 1 Prozent höher, teilweise erfolgte wieder nur beschränkte Zuteilung. Liquidationspfandbriefe waren nur unwesentlich verändert. Kommunalobligationen lägen gleichfalls fester, auch Staats- und Stadtanleihen verzeichneten überwiegend Erhöhungen. Am Aktienmarkt blieb es auch im weiteren Verlauf ruhig bei uneinheitlicher Kursgestaltung. Weiter befestigt waren Montanwerke, auch Reichsbank konnten sich etwas erholen. Am Rente n m a r 11 wurde es später ruhiger, die Kurse blieben aber voll behauptet. Tagesgeld war zu 4 Prozent unverändert. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. SOL, 16. März. Auftrieb: 95 Rinder, 855 Kälber, 182 Schafe, 498 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 36 bis 40 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 30 bis 35, geringe Kälber 25 bis 29; Schafe: Maft- lämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 24 bis 27, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 20 bis 23; Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 37 bis 41, von etwa 160 bis 200 Pfund 36 bis 40, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 35 bis 38 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt; Schweine mittelmäßig, zum Schluß abflauend, nahezu ausvec- fauft. Der deutsche Außenhandel im Februar. Nur 27 Millionen Mark Ausfuhrüberschuß. Im Februar beträgt die Einfuhr 347 Mill. RM., die Ausfuhr 374 Mill. RM.; der Ausfuhrüberschuß beziffert sich mithin auf 2 7 Mill. R SOL, gegen 23 Mill. RM. im Januar. Nach den absoluten Ergebnissen ist im Februar die Einfuhr um 21 Mill. RM., die Ausfuhr um 17 Mill. RM. geringer ausgewiesen als im Januar. Bei der Wertung dieser Ergebnisse ist jedoch zu berücksichtigen, daß der Februar zwei Werktage weniger als im Januar umfaßt und mit einem entsprechenden Ausfall zu rechnen war. Vergleicht man die Ergebnisse nach dem Werktagsdurchschnitt in diesen beiden Monaten, so ergibt sich für die Einfuhr eine Zunahme um 2,3 v. H., für die Ausfuhr sogar um 3,7 o S). Denn in der Einfuhr ist der Werktagsdurchschnitt von 14 14 Mill. RM im Januar auf 14,47 Mill. RM. im Februar, in der Ausfuhr von 15,02 Mill. RM. auf 15,57 Mill. RM. gestiegen. Diese Zunahme des Werktagsdurchschnitts der Ein- und Ausfuhr vom Januar zum Februar entspricht der Bewegung im vergangenen Jahr; bei der Ausfuhr ist diese Zunahme sogar etwas stärker (damals nur 3,2 v H.), bei der Einfuhr dagegen schwächer (damals 4,2 o. H.) als im Schaltjahr 1932. Von dem nach den absoluten Ergebnissen um 21 Millionen Mark geringeren Wert der Einfuhr im Feb n.ar entfallen 13 Millionen Mark auf die Rohstoff.' (davon 11 Millionen Mark auf den hauptsächlich saisonmäßig bedingten Rückgang der Baumwolleinfuhr) und 8 Millionen Mark auf die Lebensmittel (davon 5 Millionen Mark auf Obst und Südfrüchte, je 1 Million Mark auf Mais und Eier; um je 1 Million Mark zugenommen hat die Einfuhr von Schmalz und Margarine). Der Durchschnittswert der Gesamteinfuhr hat gegenüber dem Vormonat keine Veränderung erfahren, so daß Wert- und Volumenbewegung der Gesamteinfuhr nicht differieren. Soweit sich die Ergebnisse der Einfuhr aus den einzelnen Ländern schon überblicken lassen, zeigt sich, daß die Einfuhr namentlich in den Bezügen aus den Vereinigten Staaten von Amerika und aus Argentinien geringer gewesen ist. als im Januar; auf diese beiden älcbrrseeländer dürfte je ein Drittel der Mindereinfuhr entfallen. Die Einfuhr aus den übrigen Bezugsgebieten scheint bei den einzelnen Ländern keine wesentlichen Veränderungen er- Heist der Winiernothilfe! 0'65) Der CC. der Starkenbargia. '812D Will ab 8 11 br 18071 a.d.Lahn,m.Obstb., MMi billig zu verk. oieea ................... ig zu verk. 01663 J. Baer, Ostaal. 431. gestorben am 12. März 1933 in Oberlahnstein. Unterfertigter CC. betrauert aufs tiefste das Ableben seines lieben AH. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Vaters, Schwiegervaters, Grobvaters, Ui grohvaters und Onkels Bienenhonig feinster Qual., Pfü. 1.20 Mk.o Gl.,verk. solange Borrat ,477V Ed. Schäfer, Imker Am Nahrungsb. 10 Lollar, Buchenberg, den 15. März 1933 Die Beerdigung findet Freitag, den 17. März, nachmittags 4 Uhr statt 1808 D Freitag «.Samstag ab 8 Uhr 1807D Eins., taub Bett, el Znglampea, Küchen- brettchenm.Porzel- tanbüchs. nebst einig Küchen- und Haus- baltsgegenst abzug. 01666 Lndwigstr.6111. Adler Favorit Baujahr 1930, wenig gef., umständeh. vreisw. zu verkauf Schrift!. Ang. unt. 1819D a. d. G. A. Für die trauernden Hinterbliebenen: Jos. Löwenberg. Reiskirchen, Gießen, Griedel und Frankfurt a. M„ den 16. März 1933. Dr. med. Fritz Schröder rez. 1892 (FM X.X) Samuel Löwenberg sowie für die große Anteilnahme der hiesigen und auswärtigen Bürgerschaft sagen wir auf diesem Wege herzlichsten Dank. Verkäufe"] Mod. Esszimmer und oersch. andere Gegenstände aus gutem Haus preiswert zuoerk Anzus. vorm.10—1,abends 7—8 Ulir 01659 Gnauthstraße 2 I. Kleines 01664 WWiliMiW m. Garten, beziebb., für7500Mk.zuverk. J. Baer, Oetanl. 43,1. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute nacht 12 Uhr meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Luise Gabriel, geb. Zarges im Alter von 55 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Gabriel und Sohn Familie Weiß Familie Kümmel 1 Enkelkind Oixi Limousine sehr gut erhalten, vreisw. abzug. ,7»M Ang. Deutsch, Hartenrod, Kr.oillen-urg. Dezimal-Waage. 200 kg Tragkraft; Zentesimal -Waage 500 kg Tragkraft, mit Gewichten, gut erb., bill. abzugeb. Nowach Schanzen- stratze 3. Tel. 3673. 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