x zum 70. ®c= ;e Glückwünsche gehen bund möglich darf. Sollten sie dennoch notwendig werden, so würde die Reubildung des Kabinetts in personeller Hinsicht hiervon wahrscheinlich nicht unberührt bleiben. ist. Verschärfte Abwehr Man erklärt an zuständiger Stelle, daß b;e Staatsgewalt sich derartige Dinge nicht gefallen lassen könne. Ls müsse dafür Sorge getragen werden, daß kein Mißbrauch der Pressefreiheit erfolge und die notwendigen Grenzen nicht über- fchritlcn werden. Bei ihren etwa notwendig werdenden Mahnahmen wird die Reichsregierung sich nicht mit Halbheiten begnügen. Die Die'e Zusammenkunft wird in den meisten Blättern im übrigen für den Montag in Aussicht gestellt. Die „Germania" geht in ihren Ausführungen auch aus die Frage des R e i ch s t a g s z u s a m m c n - i ein und sagt, daß die Möglichkeit einer Mehrheit findet, die das neu zu bildende Kabinett Schleicher toleriert, würde eine Tolerierung bzw. ein politisches Moratorium für längere Zeit, wenigstens aus ein halbes Jahr, nicht zu erreichen sein, so wären die Auflösung des Reichstages und Reuwahlen nicht zu vermeiden. Reuwahlen aber würden eine erneute Gefahr für die wirlschaftliche gegen politischen Terror? Berlin, 14. Ian. (IU.) In Ergänzung der Warnung des Reichskanzlers kann milgeteilt werden, daß sich die evtl, vorgesehenen scharfen Mahnahmen der Reichsregierung zur Wiederherstellung der öffentlichen Ruhe und Ordnung nicht nur gegen Ausschreitungen in d e r presse richten werden, sondern selbstverständlich auch gegen d i e Terrorakte, die in letzter Zeit überhandgenommen haben. nett zu übernehmen und ihn mit besonderen Aufgaben im Zusammenhang mit den Fragen der Arbeitsbeschaffung und Siedlung, sowie der Iugendertüchligung zu betrauen. Dagegen ist noch unklar, ob sich der Gedanke, Stege r w a l d als den Vertreter der Christlichen Gewerkschaften ins Kabinett aufzunehmen, verwirklichen lägt. Aeberhaupt spielt bei den schwebenden Plänen der Kabinettsumbildung und der Reuorganisierung der Kabinetlsouf- gaben das verh.ltnis zum Parlament bzw. zu den Parteien eine wichtige, wenn nicht ausschlaggebende Rolle, wefentlich ist, ob sich im Reichstag eine Erholung bedeuten, die einer Atmosphäre des vertrauens und der ruhigen Entwicklung dringend fce- längere Zeit betroffen werden. Man werde auch nicht davor zurückschrecken, gegen die beteiligten Persönlichkeiten eneergisch oorzugehen. alle mehr oder minder ausführlich mit der inner- polili.chen Entwicklung. Uebereinstimmend wird noch einmal aus die Bedeutung der l i p p i s ch e n Wahlen für die künftige Haltung der Rational- f o z i a l i st e n hingewiesen. Die Ansichten, ob es zu einer Aussprache zwischen dem Reichskanzler und Hiller kommen wird, sind geteilt. Es wird aber betont, dah dies voran sichtlich kaum vor Dienstag der Fall fein dürste. Die „Börsen- ; e i t u n g“ verzeichnet in bie'em Zusammenhang bas in parlamentarischen Krei'en umlausende G.e- rücht über eine beabsichtigte Zusommenknnst zwischen Dr. hugenberg unb hitler am Montag. Das Blatt meint, bah ber Empfang Dr. h u - genbergs beim Reichspräsidenten die erste Auswirkung der Besprechung zwi'chen Schleicher und hugenberg gewesen sei, die „allem An'chein nach zu einer Harten persönlichen Annäherung" geführt habe. Ob sich aus die,er Annäherung schon eine praktische Möglichkeit zu der in i letzter Zeit vielfach erörterten Verbreiterung der politischen und per'onellen Grundlage der Regierung Schleicher ergeben habe, lasse sich im Augenblick aber noch nicht übersehen. Man werde zunächst die für die ersten Ta"e der Woche angesehte Zusammenkunft zwischen dem Reichskanzler und dem Zentrumssührer Dr. K a a s abwarten mü' en. 2lnna}me von Anzeigen für die Tagesnumn:er bis zum Nachmitlag vorher. Preis jur V mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig: für Ne« klameanzeigen von 70 mm Breite 85 Neichspsennig, Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Will). Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Will). Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und'ür den An» zeigenteil i. D.Th.Kümmel sämtlich in Giezen. Berlin, 15.Ian. (TU.) Der Reichskanz 1 er hat zugleich im Namen der R e i ch s r e g i e r u n g dem Reichskanzler a. D. Dr. Mar),- - " ™ ro" ... burtstage in einem Schreiben herzliche Glückwünsche k r i t t s . ausgesprochen. Vertagung im Aeltestenrat noch immer als ---------- | offen betrachtet werde. Das Blatt gibt der Ansicht Ausdruck, dah für die wirtschaftliche B c- Berlin, 14. San. (CAD.) Don zuständiger Stelle wird im Auftrag des Reichs- kanzlers auf die Erklärungen hingewiesen, die der Reichskanzler in seiner Rundfunkrede im Dezember v. 2. zur der Aushebung der Presse- Notverordnungen gemacht hat. Der Reichskanzler hatte damals ausgesührt, dah er dem Reichspräsidenten die Aushebung dieser Derord- nungen Vorschlägen werde und der Erwartung Ausdruck gebe, daß die Aufhebung zu keinem Mißbrauch fuhren werde. Für diesen Fall hatte der Kanzler ongekündigt, daß er dann genötigt sei, dem Reichspräsidenten durchgrei- sende Maßnahmen vorzuschlagen. Diesen Dorschlag würde er aber nur sehr ungern und nicht ohne vorherige Warnung an die Oeffent- lichkeit machen. Diese Warnung wirb von zustänbiger Stelle im " Auftrag bes Reichskanzlers jetzt ausgesprochen. Es wird darauf hingewiesen, dah in den letzten Tugen nicht nur in einer Reihe von Fällen verhetzende und verächtl schwächende Aeußerungen über Persönlichkeiten der Reichsregierung erfolgt sind, sondern daß darüber hinaus auch Aufforderungen zum o f - fenen Widerstand gegen bie Staat«’ gewalt gemacht wurden, die als schwerste Störung der Ruhe und Ordnung anzusehen sind. Als solche Aeußerungen nennt man die Entschließung des Pommerschen Landbunds, in deren Schlußsatz die Aufforderung enthalten ist, jeder Pommer müsse seine Scholle gegen jeden Zugriff schützen. Weiter sieht man auch eine Zeichnung in der heutigen Rümmer des .Völkischen Beobachters", die prote- stierende Landleute in drohender Haltung widergibt, als eine Aufreizung an. Der Reichskanzler läßt warnen. Eine halbamtlich: Kundgebung gegen ileberschreitungen der Pressefreiheit. Berlin, 15.San. (CNB.) Der Reichsaus» schuß der Deutschei' Bolts partci trat heute zu einer Tagung zusammen. Der Partei'uh-^ rer, Reichstagsabgeordneter D i n g e l d e:), sprach über die politischen unb wirtschaftlichen jjragen^ der Gegenwart und ber Zukunft. Seine einftünbigeit Ausführungen fanden die einmütige Billig, g u n g bes" Reichsausschusses. j, Sn der Aussprache tarn zum Ausdruck, daß die ______ DBP. b e in jetzigen R e i ch s k^a b i n e t t nach Die heutigen ZHorgenblätter beschäftigen sich fast 1 wie vor in tätiger Mitarbeit zur Seite ft eben Berlin, 15. Ian. (TU.) Rach ber Unterredung bes deutschnationalen Parteiführers hugenberg mit bem Reichskanzler v. Schleicher find vorläufig noch keine weiteren Parteiführerbesprechungen vorgesehen. Das bürste damit zusammenhängen, baß erst einmal bie Auswirkungen ber mehrstün- bigen Unterhaltung Schleicher-Hugenberg im einzelnen geklärt werben müssen. In politischen Kreisen mißt man gerade dieser Unterredung besondere Bedeutung bei. Obwohl von beiden Seiten Stillschweigen gewahrt wird, kann es als sicher gelten, daß die von hugenberg geforderte 3ufammenfaffung ber Winist e r i e n ber Lanbwirtschafl unb bet Wirtschaft in einer hanb nunmehr ernstlich in Angriss genommen wirb, und daß hugenberg selbst als Leiter dieses Krisenministeriums in Aussicht genommen ist, wogegen allerdings hugenberg darauf hingewiesen haben dürste, baß die ungefförte Arbeit zur Bewältigung ber Krise wenigstens auf ein Jahr garantiert sein müsse. Wan scheint sich nun zu überlegen, wie triefe Forderung im Zu ammen- fpiel mit dem Reichstag und den Parteien verwirklicht werden kann. Als sicher dürfte wohl schon heute gelten, daß ber Reichskanzler v. Schleicher gewillt ist, ©re- gor Straßer als Vizekanzler in das ftabi- Erichrini täglich, autzei Lonniogs unb Feiertags Beilagen: D'e Illustriert, (Bienener Familienblatter Heimat m Dilb Die Scholl» Monatr-Vezugspreis: gjlit 4 Beilagen NT1 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 5ernsorechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 An,chri',t lür Drahtnachrichten Anzeiger Ließen, poßscheclkonto: frcntfi rl cm Mai" >1686. Oie Landtagswahlen in Lippe Oer Wahltag im allgemein n ruhig vrr aufen. 3n diesem Zusammenhang erfahren wir von unterrichteter Seite, daß gegenwärtig die Rechtslage geprüft wird, in welcher Weise ein Bor- gegen den Pommerschen Landwegen leiner erwähnten Entschließung getreten. Oie wichtigsten Einzelergebniffe. Dei Len Ergebnissen der lippischen Landtags- wah'.cn geben wir in Klammern jeweils die Der- gleichszahlen der letzten Reichstagswahl vom 6.Rovember 193 2 Detmold (Stadt) Gesamtergebnis: voz. 2544 (2031), DDP. 993 (815), Dtntl. 1031 (1654 , Landv. 5 (3), Komm. 637 (9o3), StP. 111 (101), -Ratsoz. 3605 (3397), Kath. Dolksv. 455 (430), Evong. Dollsd. 693 (7°2)- „ Lemgo tGcsamtergcbnis): So?i. 1539 (1335), DDP 325 (252), Dn. 433 (761), Lv. 37 (2o), K. 1141 (1305), Stp. 78 (43), Aats. 2570 (2348), Kath. Dolksv. 165 (165), Ev. Dd. 490 (469) Dad Salzuflen-Schötmars Soz 2o33 ,9402) DDP 347 (249), Dn. 439 (812), Lv. 10 (5), 'K 851 (1233), SW. 70 (65), ^tf 3812 (3328), Kath. Dolksv. 499 (476), Ev. Dd. 431 (445). Barntrup: Soz. 348 (291) DDP. 41 (44 , Dn. 62 (84), Lv. 5 (3). K. 171 (229) ütM (4), Rats. 679 (608), Kath. Dolksv. 5 (2), Ev- Dd. ^D^omberg : Soz. 705 (713), DDP. 136 (139). Dn. 112 (235). Lv. 11 (10), K. 421 (522) Öt^8 (7), Rats. 1418 (906), Kath. Dolksv. 11 (17), Ev. Dd. 83 (58). _ _ Lage: Soz. 1017 (895), DDP. 362 (3o6), Dn. 181 (341), Lv. 8 (1), K. 524 (664), Stp. 6o (91), Qlatf 1939 (1659), Kath. Dolksv. 66 (95), Dv. Dd. 242 (259). 3m allgemeinen ruhiger Verlaus. Detmold, 15. Jan. (TTl.) D e Landtagswahlen sind im allgemeinen ruhig verlaufen. Infolge der starken C hlprvpaganda war dieWahl- beteiligung groß. Zu Zwischenfällen kam es in Drake bei Lemgo, wo sich in der Rächt auf Sonntag zwischen Reichsbannerleiten und Ratio- nalsozialisten eine Schlägerei entwickelte, wobei auch Schüsse fielen. Drek Reichsbannerleute und ein Rationalsozialist wurden dabei verletzt. In Dad Salzuflen, wo Hitler am Samstag- abend gesprochen hatte, kam es am Sonntag zu einer Schlägerei zwischen Kommunisten und Ra- tionalso-ialisten, wobei zwei Rationalsozialisten und mehrere Kommunisten verletzt wurden. Auch in der Stadt Horn kam es am Sonntag vor den Ab^timmungslokalen versche'enlch zu kleineren Zusammenstößen, besonders zw.schen Sozialdemokraten und Rationalsozialisten. Die Polizei konnte überall in kürzester Zeit di« Ruhe w.ederher- stellen. _____________ Reichskanzler a O. Marx TOZahre a i. Berlin, 15. San. (TU.) Am heutigen 15. Januar beging ber frühere Reichskanzler Dr. theol. h. c. Wilhelm Marx feinen 70. Geburtstag. Marx wurde am 15.1.1863 in Köln als Sohn eines Bolksschulreklors geboren. Er studierte von 1881 bis 1884 an der Universität Bonn die Rechtswissenschaft, gingen, machte er einem Kabinett Luther Platz. Am 10. Februar 1925 wurde er zum preußischen Ministerpräsidenten gewählt, ein Amt, bas er aber nur zehn Tage innehatte. Sm zweite' Wahlgang der Reichspräsidentenwahl von 1925 unterlag er gegen Hindenburg. Sm Mai 1926 bildete Marx ein Minderheitskabinett, das aber nach dem inzwi schsn erfolgten Eintritt Deutschlands in den Völkerbund Ende Dezember des Sahres gestürzt wurde. Auch seinem letzten Kabinett mit den Deutschnatio- nalen, der Deutschen und der Bayerischen Dolks- partei war keine lange Lebensdauer beschieden. Auf dem Parteitag in Köln im Sahre 1928 legte Wilhelm Marx auch den Vorsitz in der Zentrumspartei nieder. Glückwunsch des Reichspräsidenten. Berlin, 14. San. (WTB.) Reichspräsident von Hindenburg hat dem Reichskanzler a. D. Dr. h. c. Marx anläßlich der Vollendung seines 70. Leben.-jahres in einem herzlichen Schreiben feine Glückwünsche ausgesprochen. Glückwunsch des Reichskanzlers. um bann in den preußischen Sustizdienst einzutreten. 1921 wurde er Senatspräsident am Kammergericht I in Berlin. Neben seiner richterlichen Tätigkeit nahm | Marx lebhaften Anteil am politischen Leben. Er wurde 1899 erstmals vom Wahlkreis Neuß-Greven- broich-Käln in das Preußische Abgeordnetenhaus gewählt, dem er bis 1918 angehörte. Sn den Reichstag zog er im Sahre 1910 als Abgeordneter em. Schon vor dem Kriege Vorstandsmitglied der Zentrumsfraktion im Abgeordnetenhause und stellvertretender Vorsitzender der Rheinischen Zentrums- Partei, wurde er 1921 zum Nachfolger Trim- borns als Vorsitzender der Zentrumssraktion des Reichstags gewählt. Am 1. Dezember 1923 schied er infolge Ernennung zum Reichskanzler als Nachfolger Stresemauns aus dem preußischen Sustizdienst aus. Nach den Wahlen vom 4. Mai 1924 blieb sein Kabinett im Amt. Die den Wahlen folgenden Verhandlungen über einen Eintritt der Rechtsparteien ins Kabinett scheiterten daran, daß Marx die Annahme des Sachverständigengutachtens als Bedingung stellte. Marx wurde am 3. Sum mit feinem Kabinett durch den Reichspräsidenten E b e r t im Amt bestätigt und vertrat im August 1924 Deutschland auf der Londoner Konferenz, die zwecks Beratung der Durchführung des Dawes-Planes einberufen worden mar. Als nach der Auflösung des Reichstags im Oktober 1924 und nach den Neuwahlen im Dezember 1924 feine Versuche, eine tragfähige Regierung zu bilden, fehl- Dekmolb, 16. Jan. (WTB. Drahtmeldung.) Das Gesamtergebnis der Landtags- Wahlen in Lippe nach der amtlichen Feststes- lung ergi.t für: SPD. 29 735 (Reichstagswahl vom 6 Rovember 1932: 25 782) Stimmen, Deutsche Dolisparta 4252 (3828), Deutschnationale Volks- parlci 5923 (9414), Lippesches Landvolk 700 (516), KPD 11 026 (14 601), Staatspartei 828 (558), NSDAP. 38 844 (33 038), Katholische Volksvertretung 2531 (2459), Evangelischer Volksd.enst 4510 (4079). Es erhielten Mandate: SPD. 7 (9), Deußche voikspartci 1 (3), Dculjchnationale Volkspartei 1 (3), Lippesches Landvolk 0 (1), KPD. 2 (1), Staals- parfei 0 (1), RSDAP. 9 (1), Katholisc' e Volksvertretung 0 (0), Evangelischer Volksdienst 1 (0). Wahlbeteiligung 86,2 v. h. Der bisherige, am 6. Januar 1929 gewählte Lippis ce Landtag umfaßte 21 Abgeordnete, die sich auf die politischen Parteien folgendermaßen verteilten: Sozialdemokraten 9, Deutsche Dollspartei 3, Deutschnationale 3, Kommunisten 1, Deutsche Staatspartei 1, Dolksrechtpartet 1 OBirt- schastspartei 1, Landvolkparter 2. Am Schlüsse der Wahlperiode hatte die Landvolkparte, nur noch einen Abgeordneten der zwecke, Landwrr Helms, ist im vorigen Jahre za den Rational sozialsten übergetreten und kandidierte auch am Sonntag für die RSDAP. Die Mandatszahl des Lippist en Landtags von 21 ist feststehend. Die bisherige Regierung setzte sich aus dem Sozialdemokraten Drake, der seit 1919 ununterbrochen im Amte ist, aus dem Angehörigen der Dolksrechtpartei, Amtsgerrchtsrat The o» p o l d , und aus dem parteipolitisch nicht gebundenen Oberregierungsrat Dr. Petri zusammen. Für die gestrige Wahl lagen neun Wahlvorschläge vor, die in amtlicher Reihenfolge w.e folgt lauten: Sozialdemokraten, Deutsche Dolks- partei, Deutschnationale, Lippisches Landvolk (Christlich-Rationale Dauern- und Landvolkpartei) Kommunisten, Deutsche Staatspariei, Tlauo- nalsoziaiisten. Katholische Dollsvertrrtung und Evangelischer Dolksdienst. Die letztgenannte Gruppe war im Wahlkampf von 1929 nicht auf- Die politischen Besprechungen in Berlin Zusammenkunft Hugenberg-Hitler? - Hitler spricht in Weimar. Berlin, 14. San. (TIM Zu Pressemeldungen, daß die Ernennung Gregor Straßers zum Vizekanzler und Reichslommissgr für Preußen unmittelbar bevor ft e b e, wird von zuständiger Stelle erklärt, daß alle Eventualitäten n o ch offenstehen und keinerlei Entschließung gefaßt worden sei. Gegenüber Pressemeldungen, die behaupten, daß die Besprechung des Reichspräsidenten mit Gregor Straßer mehrere Stunden gedauert habe, wird von zuständiger Stelle richtiggestellt, daß die Unterredung 35 Minuten währte. Line Rede Hillers in Weimar. Weimar, 15. San. (Til./ Die Amtswalter des Gaues Thüringen der RSDAP. hielten am Sonntag in Weimar eine Tagung ab. An der Spitze eines Propagandamarsches der SA.. SS. und Hitlrrjugend marschierten die nationalsozialistischen thüringischer! Minister, Staatsräte und Abgeordneten. Aus dcr.r Marktplatz zogen die Abteilungen an Adolf H i t - l e r vorbei, der nach dem Wahlkainvs in Lipve nach Weimar gekommen war. Hitler h:elt eine kurze Ansprache, die eine erneute scharfe Kampfansage an die Gegner des Rationalsozialismus war. Zu Regina seiner Rede ging er auf die Wahlen in Lippe ein, die erneut beweisen würdeii, daß die Rewegung weiter siegreich fortschreite. Dis Wahl werde den Herren in Rerlin die Hoffnung, : daß der Rationalsozialismus zum Stillstand gekommen sei, gründlich austreiben. I 3n den nächsten Wochen werde man erleben, daß die Partei zu ihren alten Angriffsmethoden und zur rücksichtslosen Entfchloffenheit zurück- kehre. Die gegenwärtige Reichsregierung sei bereits vom ersten Tage ihres Wirkens an vom Mißgeschick und älnglück verfolgt. Sie werde ihre Aufgaben nicht erfüllen können. Auch dieses Kabinett twirde vergehen, aber die Rewegung des Rationalsozialismus bleibe bestehen. „Wir geloben', io schloß ec unter stürmischem Beifall, »daß wir diesen Kampf w e i t e r f ü h r e n , ihn nicht aufgeben und von ihm nicht lassen, bis am Ende das Ziel erreicht ist und ein anderes Deutschland vor uns steht." Eine Kundgebung der Deutschen Volkspariei. General-Anzeiger für Oberheffen rn d ntO tkdeo: vrLHI'Ichc Unice ftfäfs=Bu syrtri'u ?. Ur 13 Svüh ausgade 183. zahrgang Montag, ib.Ianuar 1953 GietzemrAnzeiger ruhigung nur sehr wenig gewonnen wäre, wenn man die parlamentarischen Entscheidungen bis in den TNärz hinauszögere, ohne daß sich an dem kam pfzustand der Parteien und an der Bereitwilligkeit zu einer nationalen Konzentration praktisch etwas ändern werde. Hueenberg bei Hindenburg. Berlin, 14. San. (TU) Am Samstagmitwg empfing der Reeichspräfident Dr. Hugenberg zu einer Besprechung, lieber den Inhait der Unterredung wird von beicen Seiten nichts bekannt- gegeben. \ Presseorgane, die die öffentliche Ruhe und Ord- I f.. nung stören, werden empfindlich und auf VCtllUOUtdtCtl ttVu) rofrb, ohne die selbständige Haltung gegenüber einzelnen Beschlüssen der Regierung aufzugeben. So wurde insbesonder zu verschiedenen Maßnahmen der lebten Zeit eine Reihe von schwerwiegenden Bedenken geäußert. Die DBP. wird eine Politik befolgen, die zur Neubelebung aller wirtschaftlichen Kräfte, vor allem zur Erhaltung des deutschen Mittelstandes die Wege zeigt. Sie will keine grundsätzliche Ausschaltung des 'Parlaments, sondern die Rückführung der parlamentarischen Methoden auf die notwendigen Aufgaben der Kontrolle der Bolksvertretung gegenüber ben Handlungen der jeweiligen Regierung. Ein gedeihliches funktionieren des parlamentarischen Wesens wird aber nur dann möglich sein, wenn durch die notwendige Reform der Berfassung und durch die allmähliche Gesunduna der innerpolitischen Verhältnisse ein wirklich arbeitsfähiger Reichstag geschaffen wird. Für die Gegenwart wird die DBP. bereit sein, unter Wahrung ihrer eigenen Anschauungen und Forderungen eine Staatsführung zu unterstützen, die durch eine st a r k e Konzentration der nationalen Kräfte die Gefahren einer Krisenzeit überwindet und darüber hinaus den Weg zu einem neuen kraftvollen Deutschland beschreitet. Stegmann erklärt. Berlin, 14. Ian. (TU.) Wie die Reichspressestelle der NSDAP, mitteilt, hat der frühere SA.- Gruppenführer von Mittelfranken Wilhelm Steg = mann, heute folgende Erklärung schriftlich abgegeben: „Ich war heute bei meinem Führer. Da ich einsehe, daß mein Verhalten von ihm mit Recht getadelt wurde, habe ich aus (Eigenem mein Reichstagsmandat z u feiner Verfügung ge ft eilt und ihm versprochen, als Parteigenossen in Treue und Gehorsam meine Pflicht zu tun. Wilhelm Stegmann." Hessen im Ruhrkamps. Staatspräsident Dr. Adelung veröffentlicht durch die Hessische amtliche Pressestelle eine Betrachtung über den R u h r k a m p f, in der er u. a. sagt: Seit dem Beginn des „Ruhrkampfes" find zehn Jahre dahingegangen. Französischer Imperialismus holte zum großen Schlage aus, um zu erreichen, was Versailles ihm nicht gebracht hatte: die Herrschaft über das linke Rheinufer, wenigstens durch die Bildung eines von Deutschland los- getrennten Staates. Durch die Besetzung der wichtigsten Industriegebiete Deutschlands sollte das Reich ZLim völligen wirtschaftlichen Zusammenbruch gebracht werden, durch die furchtbaren Bedrückungen dbr rheinischen Bevölkerung, und besonders durch dze Abschnürung der gesamten Be- satzungsgebiete vom unbesetzten Deutschland sollte die endgültige Abtrennung dieser Teile vom Deutschen Reich bewerkstelligt werden. Planmäßig wurden Persönlichkeiten, die im besetzten Gebiet führend die deutsche Sache vertraten, ausgewiesen, systematisch wurde die Bevölkerung in weitestem Umfang durch Gebote und Verbote, durch Ausweisungen und militärische Willkürakte drangsaliert. Wenn auch den französischen Plänen die politische Haltung Englands und Amerikas entgegenstand, so sind sie letzten Endes nicht daran gescheitert, sondern an der W i d e r st a n d s k r a f t der rheinischen Bevölkerung. Man denke an die separatistischen Stürme im Herbst 1923, die das Rheinland den Franzosen in die Hände gespielt hätten, wenn eben nicht auch diese von den Franzosen getragene Bewegung an dem leidenschaftlichen Widerstand der Bevölkerung gescheitert wäre. Jede Betrachtung der weltgeschichtlichen Ereignisse des Jahres 1923 muß deshalb feinen Ausgang nehmen von den Gefühlen des Dankes für die deutschen Volksgenossen, die trotz ollen Drangsalen, trotzdem Leib und Leben, Hab und Gut jedes einzelnen auf dem Spiele standen, ausharrten und den schweren Kampf für ihr Teil zum guten Ende brachten. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Orodonnanzen waren besonders für Hessen panzerkreuzer„ÄeutsKland"fertWestellt. ■ * Die „Deutschland" wird um 19.0. DL von Wilhelmshaven aus ihre erste Werkstättenfahrt antreten. Die Indienststellung soll am 1. April statt- sinden, an dem auch das «chwcsterschiff der „Deutich- land", das „Panzerschiff B", vom Stapel laufen wird. — Unser Bild zeigt eine Gegenüberstellung des Panzerschiffs „Deutschland" (unten) mit dem französischen Panzerkreuzer „D ü n - k i r ch e n" (oben), der als Frankreichs „Antwort" letzt auf Stapel gelegt wurde. Der Franzose übertrifft zwar an Größe (26 000 Tonnen) das nur 10 000 Tonnen große deutsche Schiff, doch sind die Fachleute einhellig der Ansicht, daß der Gefechtswert der „Deutschland" infolge ihrer ausgezeichneten Konstruktion weit höher zu bewerten ist, als der der „Dünkirchen", die noch nach den alten Prinzipien gebaut ist katastrophal. Die Besatzungsgrenze wurde zu einer unübersteigbaren Mauer, die unser Land mit seinen engen wirtschaftlichen Verflechtungen in zwei Teile auseinanderriß. Die wirtschaftlichen Verbindungen des besetzten Gebietes, in dem über 36 Prozent der hessischen Gesamtbeoölkerung beheimatet waren, wurden zerrissen, die Absatzmärkte gingen verloren, ganze Industriezweige wanderten ab. D i e Auswirkungen des Ruhrkampfes sind der Hauptgrund für den außerordentlichen Niedergang der wirtschaftlichen und finanziellen Kräfte des Hesse n l a n d e s. Es ist zahlenmäßig nachgewiesen, daß Hessen, vor dem Kriege eines der reichsten deutschen Länder, gerade durch den Ruhrkampf in die besondere Notlage geraten ist, unter der wir noch heute so schwer zu leiden haben. Fast noch schwerer als die wirtschaftliche Bedrängnis wirkten die seelischen Drangsale, die die Bevölkerung für ihr Festhalten am eigenen Volkstum zu erdulden hatte, die Ausweisungen, Verhaftungen und die Rechtlosigkeit. Im hessischen besetzten Gebiet wurden in der Zeit des Ruhrkampfes insgesamt 114 P e r - sonen an Leib und Leben geschädigt, davon sind 28 durch Erschießen, auf sonstige gewaltsame Art, durch französische Fahrzeuge usw. zu Tode gekommen, lieber 34000 Personen wurden aus dem hessischen besetzten Gebiet während des Ruhrkampfes ausgewiesen, bei einer Bevölkerung von rund 470 000 Seelen. Noch Ende Februar 1924 befanden sich 225 Personen j aus dem hessischen besetzten Gebiet in den Militärgefängnissen. Unendliches Leid schließen diese Zahlen in sich. Auch die Einquartierungslasten waren im hessischen besetzten Gebiet besonders drückend. In Mainz beispielsweise, dem Mittelpunkt der französischen Besatzung, befanden sich Ende 1923 noch rund 15 000 Besatzungsangehörige, d. h. etwa jeder 7. Mensch in Mainz war ein fremder Soldat! Die Beschlagnahmungen besonders an Wohnräumen überstiegen im hessischen besetzten Gebiet von Anfang der Besetzung an prozentual wesentlich die entsprechenden Zahlen der übrigen besetzten Gebietsteile, während des Ruhrkampfes nahmen die Beschlagnahmungen ein Ausmaß an, das zu unerträglichen Verhältnissen führte. Nach dem Jahre 1923 ging die Truppenmassierung im Brückenkopf Mainz nur langsam zurück, so daß das besetzte Hessen bis zum Abzug der Besatzungstruppen weitaus am stärksten unter den Beschlagnahmungen zu leiden hatte. Ein Uebermaß von Leid und Drangsal hat das Jahr 1923 über das Hessenland gebracht. Aber der rücksichtlose Einsatz weite st er Volks- k r e i s e^_ besonders der arbeitenden Bevölkerung für die Sache des deutschen Volkstums, der unendliche Dpfermut ist nicht vergebens gewesen. Die Kraft, die sich in der Haltung des rheinischen Volkes offenbarte, wurde zur Voraussetzung für die Politik, die zur Räumung der besetzten' Gebiete führte und die den Wiederaufstieg der deutschen Nation zur Freiheit und Gleichberechtigung in die Wege geleitet hat. Sie hat den gewalttätigen fremden Militarismus und seine Befürworter zu der Erkenntnis gezwungen, daß andere Wege gegangen werden müssen, um eine dauernde Befriedung Europas und der Welt zu erreichen Oos neue rumänische Kabinett Bukarest, 14. Jan. (WTB.) Das Kabi- nett Wajda-Woiwod ist nach Uebertoin- bung der letzten Schwierigkeiten nunmehr gebildet worden. Das Innere übernimmt Mira- n e s c u, das Aeuhere T i t u 1 e s c u , die Finanzen Madgearu, Minister für Siebenbürgen ist Hatziegan. Das sinter st aatssekre- tariat für Minderheiten, das in der Regierung Maniu nicht mehr bestanden hatte, ist wieder eingeführt worden. Llnterstaatssekretär für Minderheiten ist Serban, der Siebenbürger Rumäne ist. 2Lus aller Welt Beisetzung von vier „Riobe“-Ioten. 2lns dem anarinegarnisonsrreoyof :n xtet fand die Beisetzung der drei am 11. Januar von dän.fchen Fischern geborgenen ichleswig-yo.jteini- fcben »lobe -To.en Losf - Kiel, Krogmann- He.de und Lammers- Buesurn statt. Außerdem wurde noch ein vierter Toter der „Riobe , ter gleichfalls in diesen Tagen geborgen wurde, dessen Identität aber nicht icftgefteKt toerüen tonnte, zusammen mit seinen Kameraden beige,eht. Eine Ehrenkompanie vom Kreuzer „Königsoerg" und Abordnungen säm.Ücher in Kiel stationierten Kriegssahrzeuge waren erschienen. 2m Trauer- ge.fcLge sah man u. a. den Kommandanten von Kiel, Admiral v. Schröder, den Ches der Bi'^dungsinipektion, 5vonlerabm.ral Schulze, ferner Korvettenkapitän Ruhfus und den früheren Stationschef Admiral Hansen. Die Ansprache am Grave hielt Mar.nepfarrer Sonntag. । Erdbeben im Norden Englands. • Der Norden Englands wurde am Samstag um 9.20 Uhr MEZ. von einem starken tektonischen Erdbeben erschüttert, dessen Zentrum in Manchester war. Mehrere Häuser wurden durch das Beben, das etwa eine Minute lang dauerte, stark beschädigt. In Manchester selbst stürzten viele Leute angsterfüllt auf die Straßen. Die Stöße wurden io- gar in großer (Entfernung von Manchester verspürt, z. B. im nordenglischen Seengebiet, im Westen von Uorkchire und in Westmoreland. Genau dasselbe Gebiet war vor zwei Jahren von einem starken tektonischen Erdbeben heimgesucht worden. „Regenbogen“ verschiebt feinen Südamerikaflug. Jnsoige heftiger Nieder,chwge hat oas franzest,che GroßstUgzeug „Regenbogen" seinen Weiterflug nach Südamerika um einige Tage verschieden müssen und ist in St. Louis (Senegal) geblieben. SOS-Rufe eines spanischen Dampfers. Der auf der Fahrt von Spanien nach Reykjavik befindliche spanische Fxachtdampfer „Flora" hat mehrere SOS-Rufe ausgesandt. Das Sch.ff muß sich ungefähr 30 Seemeilen südlich von Island befunden haben. Zur Hilfeleistung sind zwei englische Schleppnetzfischerboote ausgelaufen. Wieder ein Brand auf einem neuen französischen „ ’ Schiff. 2m Hafen von Lor,ent brach an Bord des dort vor Anker liegenden Motorschiffes „Präsident Briand“ Feuer aus, das erst nach dreistündigen Bemühungen der Feuerwehr gelöscht werden konnte. „President Briand“ ist das neueste und größte Motorschiff der Fischereiflotille von Lorient und war erst vor wenigen Monaten in Dienst gestellt worden. Der Sachschaden ist bedeutend. Menschenleben tarnen nicht zu Schaden. IBolfsplage in Galizien. „Aus ganz Ostgalizien werden starke Schneefälle gemeldet. Auch die W o l f s p l a g e macht sich wieder bemerkbar. So wurde dieser Tage in einer Entfernung von nur sechs Kilometer von Lemberg ein großes Rudel Wölfe beobachtet, das vermutlich von den Karpathen bis vor die galizische Hauptstadt gezogen ist. Eine Wölfin, die zwei Hunde zerriß, ist von den Einwohnern gestellt und getötet worden. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst B I u m s ch e i n. Kölner Karneval im Museum. Don Kurt Haumann. Das wahrhaft närrische ZahIenspieljubMurn, das die große heitere Stadt am Rhein in diesem 2 ah re feiert, bedeutet nicht etwa, daß der Humor in dieser Stadt ausgerechnet erst vor 111 Jahren aufgebläht ist. Rheinische Heiterkeit ist älter, ihre tiefste Wurzel steckt in der Landschaft, in dem hell geschwungenen Band ihres Stromes, den freundlichen Bogen ihrer Berge und grünen Himmeloffenheit. Aber der Kölner Karneval feiert den 111. Jahrestag seiner Wiedergeburt nach dem blutigen und eisernen Aufgang der Reuzeit. An seiner Wiege nimmt das strenge Empire Abschied, das Biedermeier probiert es mit dem ersten Lächeln. Ein Jahrhundert deutschen Aufstiegs war dann trotz all seiner Kämpfe dem fröhlichen Rarren gewogen, der ihm Entspannung schenkte. Daß ihn neue Rot nicht ganz vertrieb, lehrt unsere Zeit. Kaum waren die Rheinlande von fremdem Druck, von Krieg und Besatzung äußerlich befreit, feierten sie schon wieder Karneval, und in anderen deutschen Landen haben wohl manche Menschen darüber den Kopf geschüttelt. 3m vergangenen 2ahr fiel der Karneval „amtlich" aus, die großen Festzüge in den rheinischen Städten, das Straßen- treiben der drei tollen Tage, Schalksnarr und Hebermut muhten zu Hause bleiben, weil niemand die Deranlwortung des Lachens tragen wollte. Es geht uns in diesem Jahr bestimmt noch nicht besser, und doch zeigt sich das Kuriosum, daß jetzt umgekehrt niemand das Lachverbot verantworten will. In Köln taucht ein neues Leitwort für die tollen Tage auf: „Karneval wie einst". Da tagte zu Wintersanfang der Kölner Verkehrsverein, eine Versammlung, der ein Bürgermeister versteht und ernste Männer der Wirtschaft angehören. Zäh floh der langweilige Be- ratungsstoff, da fiel das Stichwort: „Karneval im kommenden Jahr?" Es war nur eine Frage, aber sofort schien der Saal heller, ein jeder bemühte sich, die Sorgenfalten rasch wegzuw'schen und dann einstimmig zu antworten, dah der Karneval selbstverständlich gefeiert werden sollte. Das läßt sich nicht mit Schlagworten abtun, daß der Karneval heute zum Geschäft geworden fei, zu einem Bestandteil neuzeitlicher Derkehrswerbung. Der Karneval des Rheinländers und besonders des Kölners ist ein Ausdruck seines Wesens. Das 2ubiläumsiahr des Kölner Karnevals aber hat damit begonnen, dah Prinz Karneval, der Fürst eines Reiches, in dem wirklich die Sonne nicht untergeht, nun in Ehren in die ernsten Hallen von Kunst und Wissenschaft einzog, dah er „museumsfähig" und ausstellungs- reif wurde. Aber beileibe nicht in dem Sinne, dah der Karneval jetzt im Museum eingesargt wird — es soll ja doch auch in Deutschland vorkommen, dah lebendige Künstler ins Museum kommen, sondern der Prinz Karneval als Lebenskünstler hilft vielleicht mehr dem Museum, daß cs an ihm genese. Wohl läht sich Humor, der flüchtige Geist, nicht leicht einfangen, auf Papier bannen und in Zimmer einschliehen. Aber der rheinische Karneval ist schließlich doch ein Satyr von derber Fülle und vogelbunt stolzierenden Farben, der sich gern bewundern läßt, ilnö so kann man ib auch ausstellen. Der Lichthof des K. .r Kunstgewerbemuseums ist zu einer Strohe geworden, beherrscht von riesengrohen Kartons, auf denen in sprühender kecker Zeichnung der Witz der „Wagen und Gesänge" lebendig geworden ist, wie er im Laus von Jahrzehnten an jedem Rosenmontag einmal die gute Stadt Köln durchtollte. In den Umgängen aber erstand die ganze Heraldik und Veofassungsgc schichte des närrischen Reiches. Die Orden und Am.szeichen, die goldenen Bücher und fidolen Protokolle, die vielfarbigen, scheckigen und zackigen Mühen, die Szepter und Pokale, das ganze Eulenspiegel-Rüsthaus der großen Karnevalsgesellschaften ist aufgebaut. Da sind Orden, wie sie in solcher Gewichtigkeit und über- schäumenden Symbolik kein Fürst dieser Welt verleihen kann, Bilder und närrische Zeichen, die in Laune funkeln wie kein Edelstein. Ein Ball- fest übermütiger Geister aber ist in den anderen. Räumen so lebhaft im Gange, daß der Besucher sich irgendwie verhext Dorlommt, verschlagen in ein phantastisches Reich, das Vergangenheit und Gegenwart und Zukunft einfach durcheinanderwirft und auf den Kopf stellt. Die Kölner Weck- schulen haben daran gearbeitet, haben aus Stroh, Papier, Lappen und Farben ganze Scharen von Puppen aufgestellt und aufgeputzt. Die uralten und unsterblich jungen Typen, die Stadtsoldaten, die roten und die blauen „Funken", Kölner Dauer und Jungfrau, die Reiter Jan von Werth, und manche andere sind aufmarschiert: im großen Gürzenichsaal, der da nachgeahmt ist, sitzen und tanzen die Paare und Masken, als fehle nur das Abrakadabra oder Hokuspokus des Zauberers, das „Akaaf Köllen" ihres närrischen Fürsten, um Leben zu bekommen und wahrhaftig loszuspringen und hineinzulachen in die Stadt, die ihnen in jedem Jahr auf drei Tage verschrieben ist. Die starre Aufstellung genügt den Kölnern natürlich noch nicht. Dieses Mujeum und diese Ausstellung wird tatsächlich lebendig [ein, junge Kölner und Kölnerinnen werden während der Dauer der Schau alle paar Tage zu besonderen Veranstaltungen in diese Masken hineinschlüpfen und in Umzügen und Vorführungen beweisen, daß dieser Aufputz stets bereite Hülle und Form rheinischen und kölnischen Lebens ist, angewachsen und eingeboren wie helle Augen, krause Haare und lustiger Sinn. Karneval in Notzeit? Der Kölner sagt ja, nachdem ihm das vergangene Jahr bewiesen hat, daß es ihm ohne seinen Karneval auch nicht besser geht. Die Narretei am Rhein ist ein Stück echter Menschlichkeit, die nicht etwa hochfahrend oder blind .ft gegen die Nöte der Zeit, nicht leichtherzig darüber weglachen will, sondern nur für ein paar Tage Frau Sorge duckt. Der Kölner Karneval hat nicht nur ein offenes Herz, das ihm oft verwegen über die kecke Zunge hüpft, sondern im Frohsinn auch ein hoffendes Herz. Er verneint gar nicht, daß auch etwas Materialismus dabei ist, daß der Karneval feine wirtschaftliche Seite hat und eine zugkräftig? Werbung bedeutet, aber bei diesem Menschenschlag ist eben aus nüchternem Wirklichkeitssinn und Heiterkeit eine lebensbejahende Mischung geworden, die sich nicht destillieren und analysieren läßt, sondern lebendig und perlend wie Wein und wie das Lachen auf den Lippen Auf friedlicher Kopfjagd Die amerikanische Bildhauerin Malvina Hoffmann ist kürzlich von ihrer zweiten friedlichen Kopfjagd mit reicher Beute zurückgekehrt. Diese Expedition ist in Ausführung der großen ihr vor drei Jahren vom Field-Museum für «Naturgeschichte in Chicago erteilten Aufgabe, die Haupttypen aller Völker der Erde in Bronze zu modellieren, von ihr unternommen worden. 110 lebensgroße Studien sollen in der „Halle des Menschen" des Museums zur Aufstellung gelangen, darunter 25 Vollstatuen, die übrigen Düsten rind Köpfe. Dis jetzt sind 75 dieser Bildwerke vollendet. Die letzte 15 Monate währende Expedition hat die Bildhauerin begleitet von ihrem Gatten zurückgelegt, der ihr durch photographische Aufnahmen behilflich war: sie führte sie nach den Hawaii- Inseln, nach Japan und der nördlich gelegenen Insel Hokkaido und von dort nach China. Manches Abenteuer in dem ewig brodelnden Hexenkessel des Fernen Ostens muhte sie auf ihrer Fahrt bestehen: davon erzählt sie interessante Einzel- Heiken in einem Reuhorker Blatte. So fuhr sie in einem Zug gemeinsam mit Flüchtlingen aus der Mandschurei nach Peking. Sie waren ermahnt worden, sich, wenn der Zug durch Stationen führe, flach aus den Boden der Wagen zu legen, um nicht durch zufällig hinsausende Kugeln vom Leben zum Tode befördert zu roerben. Aber sowohl bei den Chinesen wie bei s,-n Japanern fand die Bildhauerin 'Verständnis und Förderung für ihr iUnterirehmen. In Peking wurde ihr ein Atelier der Rockefeller^Stiftung für ihre Arbeiten zur Verfügung gefteK.. Trotzdem aber war die Reise reich an Gefahren. Ein Erdbeben, ein Vulkanausbruch auf Sachalin, schwere Schneestürme und glühende Hitzeperioden, eine nahe Berührung mit einem Panther und einige ungemütliche Augenblicke in Gesellschaft mit einem „Jakum", dem Angehörigen eines wilden Malaienstarnmes, dessen junge Frau Malvina Hoffmann porträtierte, — das waren so einige Abenteuer dieser Reise. Das Erlebnis mit dem Malaien,, das besonders gefährlich aussah, schildert die Bildhauerin folgendermaßen: „Die Frau war kaum i5 Jahre alt: während ich sie modellierte, ließ ihr Mann mid) keinen Moment aus dem Auge. Mein Modellierholz schien ihm eine Bedrohung, und er zog deshalb ein scharfge- schliffenes langes Messer hervor und legte es quer über seine Knie. Ans meine schüchternen Einwände, daß mein Modellierwerkzeug stumpf und ungefährlich sei, versicherte er dasselbe von seinem Messer." Diele Schwierigkeiten, nicht zuletzt den völligen Mangel an Komfort, mußte die Bildhauerin bei ihrem Werke hinnehmen: aber sie tat es gern in dem Bewußtsein, die Bahnbrecherin einer neuen Idee, der Vereinigung von Kunst und Wissenschaft, zu sein. An Stelle der bisher in naturhistorischen Museen üblichen Methode, irgendeine Puppe aus Wachs zu nehmen, sie in einer der Hautfarbe der Völkerschaft entsprechenden Weise anzumalen und mit der nationales Tracht zu bekleiden, unbekümmert darum, daß sich die verschiedenen Rassen auch in ihrer Körperbildung unterscheiden, sollen nun diese nach dem lebenden Modell von einer Künstlerin gebildeten Skulpturen treten. Dadurch soll den anthropologischen Sammlungen der Museen neues Blut zugeführt werden. Im allgemeinen stieß die Bildhauerin bei den verschiedensten Rassen auf keine Schwierigkeiten, geeignete Modelle zu finden. Arme und Reiche, indische Prinzen, ein chinesischer Gelehrter, ein afghanischer Geldverleiher, ein auf den Bäumen hausender Papua, das Weib eines Paria, — alle waren gleich bereit, ihr zu sitzen. Anter den Eingeborenen war eine Kette aus Glasperlen oder ein Päckchen Salz eine genügende Gegenleistung: dagegen konnte man mit Geld in den meisten Fällen nichts erreichen. Aus der Provinzialhauptstadt - Buntes Allerlei „Versailles und die deutschen Ostyrenzen." Vortrag in der historischen Fachschaft. QInj Freitagabend sprach in -er 11. iversität Herr Dr. Plahhofs, Frankfurt, über „Versailles und die deutschen Ostgrenzen". Len Ausführungen sei folgendes entnommen: Je besser man die Folgen des Versailler Friedens übersehen könne, desto klarer sehe man, daß er das Schicksal des deut- schon Volkes ist. Von der Notwendigkeit der grundlegenden Revision sei das ganze deutsche Volk überzeugt. Um den Versailler Vertrag bekämpfen zu können, müsse man ihn genau kennen. Seine Bedeutung in der Totalität in einem Vortrag zu umreihen, sei unmöglich. Die deutschen Ostgrenzen im Versailler Vertrag seien eine spezielle Frage. Das Problem des deutschen Ostens sei nicht bekannt genug, deshalb müsse auch in Westdeutschland darüber gesprochen werden. Die Au.erstehung Polens sei als das entscheidende Moment in der Grenzziehung im deutschen Osten anzusehen. Polens Au.erstehung be- deute in jedem Falle Gefahr für Deutschland: das wußte schon Bismarck ganz genau. Sn seiner Vündnispolitik mit Rußland berücksichtigte er diesen Umstand. Polen habe schon gegen das Ende des 19. Jahrhunderts Danzig und West- preuhen haben wollen. Man sei in Polen aber nicht zum Zug gekommen, denn es bildeten sich zwei sich befehdende Parteien (unter Pilsudski und Lumowski). DuMowski habe schon 1907 auf einen kommenden Weltkrieg seine Hoffnungen gcscht. Im Weltkrieg hätten sich die Kongrehpolen ruhig verhalten und der Entente dadurch zum Siege ver- h sen M n h:fste, em Un bhäng gle'.ts e a ke.i dienen zu können. Rußland aber «nttäu>a.)te die Hoffnungen. 1914 habe man in Oesterreich mit dem Gedanken gespielt, Kongrehpolen mit Galizien unter habsburgischer Krone in austro-polm- schor Lösung zu vereinigen. Roch während des Krieges unternahm man dahingehende Versuche. Oie Oper. Man kann eine Sprache schlecht beherrschen und es doch verstehen, sich treffend darin auszudrücken. So-erzählt man von dem berühmten italienischen Dirigenten T o s c a n i n i folgende hübsche kleine Geschichte: Ein moderner Musiker sprach in Bayreuth mit ihm über einige Neuerscheinungen,^unter anderem über eine Oper, die er sehr lobte. Tosca- nini kannte die Oper nicht. „Aber Maestro, Sie kennen das Werk nicht? Es wurde doch erst vor kurzem preisgekrönt!" „Ja", anwortete der Meister, „das habe ich oft erlebt: Je preiser eine Oper gekrönt ist — desto durcher fällt sie!" Haarmenschen. In Schaubuden auf Jahrmärkten kann man noch heute bisweilen Menschen sehen, die sich durch eine ungewöhnliche Behaartheit auszeichnen. Solche Abnormitäten hat es zu allen Zeit gegeben, und ein französischer Arzt läßt die seltsamsten unter^ ihnen in einer Schrift vorbeiziehen. Bon bärtigen yrauen wird schon im Altertum berichtet, so von der ägyptischen Königin Hatsopitu, von Goela, der Tochter des römischen Konsuls Simachus; von der heiligen Paula von Avila und der heiligen Wilgefortis erzählt die Legende, daß sie, um Anfechtungen ihrer Schönheit zu entgehen, Gott baten, sie häßlich zu machen, und nun lange Bärte erhielten. Frauen mit Schnauzbärten sollen es sogar bis zum Husa- renleutnant gebracht haben: in unseren Zeiten freilich lassen sie sich lieber als Wunder in den Panoptiken anstaunen, wie das Beispiel der ihrer Zeit berühmten Julia »Castrana beweist. Berühmte „Bartdamen" waren Marie-Madeleine Lefort, deren Bart nach einer Krankheit schneeweiß wurde, so daß sie den Eindruck eines würdigen Greises machte, und Mme. Taylor, die sich und ihrem Manne durch diese Naturgabe zu einem stattlichen Dermö- gen verhalf. Vielen Frauen bringt freilich der üppige Flaum auf ihrer Oberlippe kein Geld, sondern nur Unannehmlichkeiten; eine große Anzahl Falle läßt sich anführen, in denen Frauen deswegen als verkleidete Männer verhaftet wurden. Männer Todesurteil in Frankfurt a. M. Sühne für bei Raubmord an bim Geldbriefträger >. ofmann. Frankfurt a. M., 14. Jan. (W2N.) Vor dem hiefigen Schwurgericht wurde gestern und heute der Raubmord an dem Geldbriefträger in Stadtteil Bornheim verhandelt. Die Tat wurde bekanntlich am Morgen des 1. Dezember vorigen Jahres im Haufe Am Stiegelschlag 5 verübt, und es fiel ihr der 48jäbrige Geldzusteller Johann Hofmann zum Opfer. Der Täter wurde noch am gleichen 'Abend in Wiesbaden festgenommen. In der Person des 1913 geborenen Autoschlossers Willi Knirsch stand er nun vor den Geschworenen des Mordes in Tateinheit mit schwerem Raub angeklagt. In der zweitägigen Verhandlung ergab sich, daß Knirsch die grauenvolle Tat mit voller Ueber- legung ausgeführt hat und daß er bann mit dem geraubten Selbe in Frankfurt und in Mainz Einkäufe vornahm, bis er schließlich mit einem Auto nach Wiesbaden zu Bekannten fuhr, wo er noch am Abend des Tattages festgenommen wurde. Die -sachverständigen stellten bei dem Angeklagten gewisse Mängel in seiner Entwicklung fest, erklärten chn aber voll verantwortlich für seine lat; ein Sachverständiger erklärte sogar, der Angeklagte sei derart veranlagt, daß er heute eine solche Tat wieder begehen könnte. Der Staatsanwalt beantragte die Todesstrafe, dauernde Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte und Einziehung der Waffe. Der Verteidiger trat für die Berücksichtigung gewisser Milderungsgründe ein und betonte, das Ge- ** Ehrung von Hausangestellten. Bei mehr als 20-jähriger Dienstzeit erfolgt wie alljährlich, so auch dieses Jahr wieder zu Ostern durch das Hessische Rote Kreuz (Landesverein vom Roten Kreuz und Alice-Frauenverein) eine Ehrung von Hausangestellten. In Betracht kommen weibliche und männliche Hausangestellte, die bei derselben in Hessen wohnenden Familie länger als 20 Jahre hindurch ununterbrochen treu gedient haben, sofern nicht schon von anderer Seite aus gleichem Anlaß Dienstauszeichnungen verliehen wurden. Die Verleihung der Ehrengaben ist durch Vermittlung desjenigen Zweigvereins des Hessischen Roten Kreuzes, zu dessen Bezirk der Dienstort gehört, zu beantragen. Der Antrag erfolgt durch die Dienstherrschaft; Name, Alter, Heimatort des Hausangestellten, Tag des Diensteintrittes und der Art der Dienstleistung (Köchin, Kindermädchen ufw.), Name und Stand der Dienstherrschaft müssen aus dem Antrag ersichtlich sein. Eine Bescheinigung der Orkspolizeibehörde über die Richtigkeit der Angaben ist beizufügen. Meldeschluß: 1. Februar. Hausangestellte, die überwiegend in der Landwirtschaft beschäftigt sind, kommen nicht in Betracht, da deren Auszeichnung durch die Land- wirtschastskammer erfolgt. ** Maul- und Klauenseuche in Oberhessen. In Nieder-Erlenbach ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Der Gutshof Nieder- Erlenbach wurde zum Sperrgebiet, der Ort und die Gemarkung zum Beobachtungsgebiet erklärt. Auch in Groß-Karben wurde die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt. Der Burghof Groß-Karbcn wurde zum Sperrbezirk, der Ort und die Gemarkung zum Beobachtungsgebiet erklärt. zeichneten sich früher oft durch die Länge ihrer Bärte aus. Der Baron Hans-Adam von Osenstierna, der 1529 in Stockholm geboren wurde, war stolz auf seinen sechs Fuß langen Bart. Einen Bart von 3,20 Meter Länge besaß der deswegen berühmte Wolam Tapley aus Texas; Louis Conlons Schnurrbart war 1,50 Meter und fein Kinnbart 3,30 Meter lang. Den Rekord in der Barklänge hak Jules Dumont mit 3,65 Meter aufgestellt; er starb 1902 in Tours. Das Haupthaar von Frauen erreicht bisweilen eine erstaunliche Länge; so matz das der Mexikanerin Mercedes Cafsia 2,10 Meter, ein Fall» der durchaus nicht allein steht. Schmuggel mitgriechischen Altertümern Ein zufällig belauschtes Gespräch zwischen zwei griechischen Bauern in einem Cafe Athens, dessen Zeuge ein Schutzmann wurde, hat zu der Entdeckung einer Schmugglerbande geführt, die griechische Altertümer von hohem Wert aus dem Lande gebracht hat. Jetzt haben sich die Täter vor dem Gericht zu verteidigen. Der Schutzmann, der den Anstoß zu den Enthüllungen gegeben hat, war den verdächtigen Männern nach ihrem Heimatsort Ko- ropi in Attika gefolgt; er führte sich hier als Kunsthändler ein. Auf diese Weise brachte er ans Tageslicht, daß die Bauern und ihre Angehörigen systematische Ausgrabungen in den Dörfern Barzikan und Anavysfon veranstalteten, wo sich ein mykeni- scher Friedhof befindet. Drei Bauern und drei Händler mit Kunstgegenständen wurden verhaftet. Die Voruntersuchung hat ergeben, daß vor einigen Monaten eine Apollo-Statue in einem Brunnen in der Nähe von Anavysson gefunden und von den Schmugglern für 100 000 Drachmen ins Ausland verkauft wurde. Man glaubt, daß sie inzwischen um einen bedeutend höheren Preis in den Besitz des Metropolitan-Museums von Neuyork übergegangen ist. Auch andere wertvolle Altertümer sind in ähnlicher Weise außer Landes gebracht worden, während man in den Häusern der Verhafteten noch einen Marmorkopf und sieben Kisten mit mykeni, schen und anderen Vasen auffand, Zwanzig „Rote Panther" sitzen auf der Anklagebank eines Berliner Gerichtes. Man sieht ihnen eigentlid) nicht an, aus welchem Grund sie ihren düsteren, blutrünstigen Namen tragen. Auf den ersten Blick sind sie weder Panther noch rot. Sie sind vielmehr eine Horde schlecht genährter, schlecht gekleideter, ein wenig zerzauster und verwahrloster Berliner Jungens im Alter von fünszehn bis zwanzig Jahren. Wie kommen sie auf diese Anklagebank? Sie haben, vor nun fast einem ganzen Jahr, Krieg geführt gegen eine feindliche Organisation, die Pankgrafen. Bei diesem Kamps ist ein junger Arbeiter im Alter von siebzehn Jahren erstochen worden. Sic wissen nicht, wie das geschehen ist, sie haben tatsächlich keine Ahnung davon. Und wenn sie nun samt und sonders auf mehrere Jahre ins Gefängnis wandern müssen, dann haben sie dafür nur ein verständnisloses Kopsschütteln. Um Gotteswillen, was ist denn in Berlin los, daß solche fürchterlichen Dinge sich so ohne weiteres ereignen können? Gar nichts ist los. Diese merkwürdigen Organisationen, von denen die Roten Panther und die Pankgrafen nur zwei kleine Sektionen sind, sind ursprünglich recht harmlosen Charakters. Man nennt sie gewöhnlich „wilde Cliquen", obwohl gar nicht gesagt ist, daß diese Cliquen wirklich wild sind. Ihre Wildheit ist mehr der romantische Ausfluß ihres Tatendranges, der nach keiner anderen Seite hin abgelenkt werden kann. Diese wilden Cliquen sind Ausgeburten der Ar- beitslosigkeit. Sechs oder acht Jahre mag es wohl her fern, daß ich einige Arbeiterjungen, die gerade der Volkschule entwachsen waren und nichts Besseres zu tun jatten, zu einem kleinen Privatverein zusammen- chlossen. Jrn Sommer wollten sie wandern, Sport reiben, draußen abkochen und wohl auch ein bißchen harmlosen Radau machen, um ihre Stimmung zu erhöhen. In den meisten ihrer Gehirne schmorten noch irgendwelche Reste halbverdauter Detektivschmöker, die sie, so gut sic konnten, in die Praxis umsetzen wollten. Ein möglichst volltönender Name für den neuen Verein war bald gefunden — sie nannten sich „Apachenblut", frei nach Karl May, oder so ähnlich. Das Wort Blut mutzte unbedingt dabei sein! Sonst hätte es keinen Spatz gemacht. Sie dachten sich aber nichts Besonderes dabei... Nachdem so die erste Clique geboren war, nachdem dieses Unternehmen sich erfolgreich durch eine Sommersaison hindurchgesteuert hatte, sand sie überall Nachahmer. Schnell hatten sich zahlreiche Jungens aus den engen Vierteln des Osten und des Norden, auf Gedeih und Verderb verbunden durch gemeinsame Besuche auf Rummelplätzen, durch den Austausch von Zigarettenbildern, durch den Konsum von Eiswaffeln, zu einem Ring zusammengetan. Das Oberhaupt einer jeweiligen solchen Clique nannte sich stolz „C l i q u e n b u l l e". In der Regel war das der grötzte und stämmigste Junge. Natürlich durften auch gleichaltrige Mädchen nicht fehlen. Raum ein Jahr war vergangen, da standen die Jugendämter der Stadt Berlin dieser mit Windeseile aus dem Boden gewachsenen Halbwüchsigenorganisation frem und einigermaßen ratlos gegenüber. Sie befürchteten das Schlimmste. Sie erblickten in diesen Cliquen die Vorstufe zu den berüchtigten R i n g d e r e i n e n der Berliner Unterwelt. In der Praxis jedoch erwies sich diese Hilfe für die Winiemothilse. Heber 803 Menschen haben am Samstagabend im Stadttheater der Gießener Winiernothilfe wertvolle und dankbar begrüßte Hilfe geleistet. Der größte Teil dieser Hr.ser opferte an Geld, der kleinere Teil tat dasselbe und fügte noch die Anspannung aller Kräfte bei der Dorberetttrng bzw. bei der gehaltvollen Ausgestaltung des He.- ferabends hinzu. Gemeinsam war beiden -ictlcn dcr anerkennenswerte Wille, jeder an feiner Stelle das Werk der Rächstenliebe der Winternothilfe zu fördern, damit an unferen hil soedürftigen Mitbürgern Gutes getan werden kann. Das Helferwerk vollzog sich im Rahmen eines (Bunten Abends im Stad11heate r, dessen ganzer Ertrag der Gießener Winternot- Hilfe zusloh. Erfreulicherweise war das Dealer bei über 800 Besuchern ausoerkauft! And niemand hatte den Besuch zu bereuen; man konnte ein ausgezeichnetes Unterhaltungsprogramm genießen und sich in der längeren Pause zwck-)en t.n beiden Progrrmm'.eilen noch an tSririfujun- aen stärken, deren Preis sehr bescheiden war; das „Zoppeln" war hier mit Vorbedacht ausgeschaltet worden. .Für den künstlerischen Teil des Abends hatten sich in völlig uneigennütziger Weise bercitwilligst zur Verfügung gestellt: srl. Alix Graes, Frl. Marie Zimmer, Frau Fe.;zi- tas L u l e y, Frl. Ange Vach, Frl. Minn Dock, der Bauersche Gesangverein unter seinem Chormeister, Universitätsmusikdireltor Pros. Dr. Temesvarh, das Ensemble unseres Stadttheaters unter der ttlnst- lerischen Leitung von Heinrich Hub, dasTanz- paar Bä ulke und die Kapelle M o e h l ; den Crsrischungsdienst während der Pause versahen eine Anzahl Damen unter Mithilfe junger Mädchen, die für den Vertrieb der Erfrischungen un Interesse der guten Sache regsten Eifer entwickelten. . _ Len künstlerischen Teil leitete der Dramaturg Kühne in Derlretung des unpäßlichen Intendanten mit einem Vorspruch ein, den Dr. Werner Bock als Hel5erdienst an dem guten Werk ve-.'aßt halte und dem Kühne zu vortrefflicher Wirkung verhalf; der Vorspruch malte e:n Zukunftsbild von Gießen, das alle So.gen und Röte von heule vergessen lieh. Warum auch n.cht einmal diese hübsche Illusion! Dann folgte der stimmgewaltige und so wunderbar gesanglich aus» ge'ei'lle und disziplinierte Bauersche Gesangverein unter Profes,or Temesvarh mit zwei feinsinnigen Liedern, von Schubert (D.e Rächt) und von Wendel (Felde.niamleit), am Schlulsc des ersten Programmteils noch emmal mit zwei humorgewürzten Liedern, von Zelter (Meister und Gesell) und vo.i Koschat (Der sakrische Daß); vrach'.vcLl dieser Männerchor unter seinem verdienstvollen Chormeister; das Publ.kum war begeistert und feierte mit Recht den Me.ster und seine Sänger! Frl. Graes und Frl. Zimmer als ausgezo chnete Goiger.nnen und Frau Luleh als musikalisch fein gestaltende Begle.° terin am Flügel bereiteten durch den entzückenden Vortrag von Vivaldis Konzert für zwei Violinen mit Klavier in O-Moll einen erlesenen, mit h r-lichem Beifall dankbar belohnten Genuß. Frl. Ange Bach bereicherte den Abend mit famosen Darbietungen aus ihrer ausdrucksvollen und von ernstem künstlerischen Arbeiten zeugenden Tanzkunst, an der man seine ungetrübte Fronde haben konnte; Frl. M.rni Bock am Flügel war der rassigen Tänzerin eine gute mnlilalische Begleiterin; Beifall verdientermaßen sehr stark. In der Pause spielte die Jazz-Kapelle M o e h l im Foyer eifrig auf, man unterhielt sich allenthalben angeregt, bis schließlich eine „Deputation" mit einem Ausrufer und Klimbim als Abgesandte der Hochzeit im „Weißen Rößl" erschien und zur Teilnahme an dieser Hochzeit geräuschvoll ein» lud. And dann — im zweiten Teil des Programms — ließ unser Theaterensemble dem frohgestimmten Humor freien Laus. Hub natürlich voran, und um ihn und mit ihm alles andere, was in unserer Theater-Künstlerschast für so reizvolle Dinge wie bei der Hochzeit von Leopold Brandmeyer und Maria Gabriela Josepha VogAhubcr, gebürtige Steinlechner, im „Weißen Rößl" etwas zu bieten hat; ein besonderer Schlager waren Ewald Däulke und Frau in köstlicher Kostümierung, die Girls usw. Kurzum: das war eine Hochzeit! Das Publikum amüsierte sich königlich und danrke oft und immer wieder mit schmetterndem Beifall. And so wurde der Abend auch für alle Mit» wirkenden ein Erfolg, auf den sie mit Befriedigung blicken können. Später folgte das Polenmanifest, das nicht nur von Oesterreich, sondern auch von deutschen Militärs und Wirtschaftlern bejaht wurde. Man habe Polen Anabhängigkeit verfprochen in Der Hoffnung, daß dann polnische Freiwillige mit in Den Kamps gegen die Entente eintreten würden. Das -vo.cnm..n..e t heb? sich als das verhängnisvollste Produkt deutsch-österreichischer Diplomatie erwiesen. De-ckn uni) Wien gingen in wesentlichen Punkten nicht einmal einig. Alle Hoffnungen wurden enttäuscht. Die polnische Frage sei in der Folge eine europäische Frage geworden. Die Entente mischte sich ein. So tourte Die Polenfrage für Die Friedens- ve.Handlungen wesentlich. Ra h dem Zusammenbruch Rußlands 1317 lösten sich Kriegs- ele der Entente, Frankrftch beiam f.eiere Hano. poln.f^r Soldaten kämpften unser sra. zö.is em Oberde e.)l an ucr Westfront. Las ha^o Frankroia> verpflichtet. Später mischte sich 115'21. ein. W.lson fei von Padecewsli, de n Pianisten, und von Du« mowski bearbeitet war. en. 3m siebenten Punkt von Wilsons 14 Punkten wervr Der Erfolg oer Beeinflussung sichtbar. Die Polen sor. :etcn Westpreußen. Da,?zig. freien Zugang zum Meer, darüber hinaus ui? Wiederherstellung des Zustandes von 1772. England habe Bedenken geäußert. Aber trotzdem fiel 1919 vor dem entf JzeitenDen Gremium der Pariser F-ie.e.Llom'.niision die Entscheidung über den Korridor. England habe abermals widersprochen. Lloyd Georg? befürchtete einen neuen Krieg im Osten. Er setzte es durch, Danzig als Freistaat zu f baffen, die übrigen Gebiete sollten durch Abstimmung ihr Schicksal bestimmen. Frankreich aber sei damals nut Polen durch dick und Dünn gegangen. Die deutsche Friedensdelegation habe entgegen ursprünglichem Absichten d.e Abstimmung in Lberschles en durchweht. G gen den Korridor und Danzig zu unternehmen, sei nicht möglich gewesen. Der definitive Versailler Frieden habe die deuksche Grenze in der heutigen Form festgesetzt. Trotz der Abstimmung für Deutseyland sei Oberschlesien an Polen gefallen. Seit 14 Jahren bestehe die Grenze. Ähre Anhaltbarleit sei erwiesen. Diese Erkenntnis dämmere auch bei den ehemaligen Feindbundstaa en. Deutschland könne mit den Waffen seine Rechte nicht geltend machen, aber man habe zwei andere Waffen, zwei andere Hoffnungen: kern Friedensvertrag sei von ewiger Dauer. Das Zweite sei: das Recht des deutschen Volkstums. Rechte eines Volkes feien unveräußerlich. Das werde für Die Zukunft entscheiden. „Der einzelne müsse sich mit seinem Schicksal ab finden, ein Volk niemals!" (Madame De Stack.) Lebhafter Beifall der großen Zuhörerschaft für Den aufschlußreichen Vortrag lohnte den Vornotizcn. — Eine öffentliche nationalsozialistische Versammlung findet heule, um 20.30 Ahr beginnend, im (Safe Leib statt. Redner ist Felix Reumann, Der über das Thema „Sowjet-Ruhland, die Frucht des Marxismus", sprechen wird. (Siehe Anzeige vom Samstag) „pantzras" contra „Roter Panther" Berliner Großsiadijnngen führen Krieg. V7N Hanü Thumann. Cliguengesahr als halb so schlimm. Wohl gingen auf Den Wanderfahnen gelegentlich einige Blumentöpfe Der Gemeindevorsteher in Scherben, wohl rourDe gelegentlich ein wenig gcroilDert, im großen nnD ganzen aber ging dieses WilDern nicht über Das lanDläufige Räuber- und GenDarmenfpieien hinaus. Ein Todesfall, ein Kapitalverbrechen gehört in Der Geschichte Dieser Cliquen zu Den allerseltensten Fällen. Daß cs geraDe Die Roten Panther waren, Die Dieses Mißgeschick ereilte, liegt jeDensalls nicht in Der Kriminalität ihrer Absichten. Es hat sich zwar vor Gericht herausgestellt, Daß Der eine oder Der andere Junge schon eine kleine Vor- strafe auf Dem Kerbholz hatte — aber selbst bei Der Betrachtung Dieser Verirrungen Darf man nicht Das ArbeitslosenmiUeu vergessen, aus Dem Die Eli quenbrüDer samt unD sonDers stammen. Man kann in ihrem Fall eigentlich nur zwei Gesahrenmomente entDerfen: erstens Die Winterszeit, in Der sie nicht roanbern können, sonDern versuchen müssen, sich in Der GroßstaDt gerade so Durchzuschlagen — und zweitens Den ständig versteckten Konkurrenzkampf Der Nachbarcliquen untereinander. Aus Diesem speziellen Motiv ist auch Der Krieg Der Roten Panther mit Den Pankgrafen entstanden. Die Pankgrasen befanden sich im vorigen Winter in voller Auflösung. Ihre Hauptattrattion, das Wandern, fiel weg, ihre Tagungen waren schlecht besucht, sie machten Daher Anstrengungen, aus Der gut florierenDen Nachbarclique Der Roten Panther einige „Kanonen" zu sich herüberzuziehen. Die Panther empfanDen dies natürlich als Provokation. Im Nu war ein saftiger Streit zwischen ihnen vom Zaun gebrochen, Der auf einer bestimmten Sluse in Tätlichkeiten ausartete. Was war Die Urjache Dieses Streites? Sie läßt sich nachträglich schwer ermitteln. Der Grund aber liegt klar zutage — Die quälende Beschäftigungslosigkeit eines langen Winters, wenig Luft, wenig Raum, ein gefährlicher Ueberschutz an ^gespeicherter jugendlicher Energie... Die Verhandlungen, Die zwischen den Cliquen- bullen hin und her gingen, wurden mit einer offenen Kriegserklärung abgebrochen. Jede Der beiden Cliquen machte mobil, jede erwartete einen Ueber- fall auf ihr Tagungslokal. Zu diesem Ueberfall jedoch kam es nicht. Eines Tages trafen sich Die beiden Gruppen zufällig im Humboldthain, einem Park im Norden der Stadt. Die Roten Panther führten „Piken" bei sich, große Taschenmesser, die sie aus Großmannssucht ständig in Der Tasche hatten. Wer war es nun, Der Dem 17jährigen Amgen den tödlichen Stich versetzte? Niemand will es gewesen sein. Die Cliquenangehörigen Des „Roten Panther" Decken sich gegenseitig. Die Clique „Pankgras" ist seitdem zerstreut und unauffindbar. Den gesamten „Roten Panther" aber hat man nach einiger Zeit ausgehoben und in Untersuchungshaft gesteckt. Dort höben sie dreiviertel Jahre sitzen müssen, bis es zur Verhandlung gegen sie gekommen ist. Wer hat Schuld? Die Roten Panther? Die Pank- grafen? Die Cliquenbullen? — Jeder von ihnen hat ein wenig Schuld, niemand ganz. Um diesen Fall moralisch zu beurteilen, moralisch zu verurteilen, dazu müßte man wohl eine Erscheinung vor Gericht zitieren, Die man nicht vor Gericht zitieren kann, weil sie eine ungeheuer große, abstrakte Erscheinung | ist: Das Gespenst Der Arbeitslosigkeit. Tpiclplan der Frankfurter Theater. Opernhaus Frankfurt a.M.: D e 8jag: 17 : Die Csardas fürst in; An.ang 19.30 Ahr. Mttt- woch, 18.: Paleftrina: Anfang 19.30 Ayr. Donnerstag 19.: Tosca; Anfang 20 Ahr. Fre.tag. 20.: Don Carlos. Anfang 19.30 Ahr. oainStag, 21.: Die Csardasfürstin; Anfang 19.30 Ahr. Sonntag, 22.: Jin weißen Rößl, Anfang 15 Ahr; Der Postillon von Lonjumeau; hieraus: Die Puppensee; Anfang 19.30 Ahr. Schauspielhaus Frankfurt a. M.: Montag, 16.: Die Ioumaiisten; Anfang 20 Ahr. Dienstag 17.: Der Verschwender; Anfang 20 Ahr. Mittwoch, 18.; Amphitryon; Anfang 20 Ahr. Donnerstag, 19.: Die endlose Straße: Anfang 20 Ahr. Freitag, 20.: Moral: Anfang 2) Ahr. Samstag, 21.: Amphitryon; Anfang 20 Ahr. richt habe Die Möglichkeit, gegen Den Angeklagten ein Urteil wegen Raubes mit Todesel folg, oder wegen Totschlags zu fällen. Der Täter verzichtete auf Das Schlußwort. Das Gericht verurteilte Knirsch wegen Mordes in Tateinheit mit Raub zur Todesftr a f e und Dauernden Ehrverlust. Bei der Urteilsverkündung spielte sich eine herzzerreißende Szene ab. Der Angeklagte brach zusammen, und seine Mutter rief weinend: „Willi, Willi!" In der Urteilsbegründung wurde hervorgehoben, Knirsch habe nicht geleugnet, sondern alles zugegeben. Er habe auch nicht behauptet, daß fein Geständnis irgendwie beeinflußt worden sei. Das Gericht nehme an, daß der Angeklagte aus unmittelbarer Nähe auf Den Kopf des Getöteten geschossen habe. ö.J.-fpori Wirtschaft k. OeoisenmarkI Berlin — Arankfurl a M' Senin Sronffurt a.M. .rianiiun u. dl Berlin «Zuß- S8SE1 AL """ fegrfe 'ur- börle 13.1. | 14.1. 14.L 13.1. | 14.1. 18,9 63,75 64 1,45 ; 1,4 22,5 4 0 0 0 1 0 u 0 u 5 6 0 45 91 56 83,5 44,65 91,75 59,5 84 19,25 36 29,75 19,9 46,65 93,5 53,5 73 61,75 158 104,5 150 38 45,25 36,5 35,75 16,75 120 125 179 103,75 38,13 45,9 37,25 35,4 16,5 120 124 179,25 5 0 10 30,5 82.5 98,25 58 84 94 90 125.5 122.5 30,4 98 59,65 84 94,75 90,5 126,5 123 44,75 91,25 56,13 83,5 54,5 135,25 102 47,25 £3,65 24,65 73.75 35,75 191 75,65 30,4 83,75 99,4 59 84,75 95,5 90,75 126,25 123 45 92,13 58,5 84 55,65 136 102,5 48,13 63.9 24,75 73,75 36,25 194,5 76,75 35,25 16,75 118 123 179.5 104,25 39,25 46 36,25 7,5 4,4 4,7 4,7 7,4 19 39,5 30,75 19,65 46.25 94,75 53,5 73 61,75 162 19,75 46 93 53 73 61,75 160,75 102,75 47 64 25 36 194 77 46 64,25 25 33,9 186 76,25 7,9 4,5 4,8 4,8 7,9 12 6,2 22,75 63,5 53,5 5.2 19,65 46,5 93 53 73 61,75 158 103,75 150 i 38 46,25 . 37,25 I Der Gießener Eisverein ist der älteste deutsche Eislaufverein überhaupt. Er feierte in diesem Jahre das Jubiläum des 50jährigen Br- stehens- Dessen entsann sich auch der Südwest- deutsche Eissportverband und übertrug dem Verein die Ausrichtung der Meisterschaftswettbe- werbe. Der Gießener Eisverein verfügt auch über eine der größten und schönsten Kunsteisbahnen in Deutschland. Selten wurden die Südwestdeut- schcn Eislaufmeisterschaften unter so glücklichen Umständen ausgetragen, wie in der Saison 1932 33. Der Gießener Eisverein kann mit Stolz auf diese Veranstaltung zurückbücken. Die Wettkämpfe waren sehr gut organisiert. Etwa 2000 Zuschauer folgten den Kämpfen. Erfreulich war es, daß diesmal sämtliche Meisterschaftswettbewerbe (dank der großen Eisbahn!) gemeinsam stattfinden tonnten, nachdem sie bisher immer an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten bestritten werden mußten. Das Wetter war außerordentlich günstig. Die Eisbahn war in denkbar bester Verfassung und hatte zum größten Teil Spiegeleis. Alle Voraussetzungen zu gutem Gelingen waren erfüllt. Man sah hervorragende sportliche Leistungen, denen allerdings nicht immer völlig zu folgen war, da ja oft mehrere Wettbewerbe zu gleicher Zeit ausgetragen werden muhten. Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren aus Stuttgart, Kassel, Frankfurt, Kronberg, Schwenningen und Hanau erschienen. Gießen war ebenfalls stark vertreten und konnte achtbare Plätze belegen. Der Kunstlauf. jene grazile Kunst, trat in einer verhältnismäßig großen Anzahl von Wettbewerben in Erscheinung. Hier gefiel in erster Linie Frau Trauth-Stuttgart, die sich die Meisterschaft im Damen-Kunstlaus sicherte und somit im Velih des T'.tels blieb. Eine Konkurrentin hatte sie nicht. Die erforderliche Punktzahl, die sie zur Erlangung der Meisterschaft erreichen muhte, überschritt sie bei weitem. Sie gefiel besonders in den Kürübungen, bei denen sie di-e Zuschauer zu lebhaftem Beifall hinriß. Zusammen mit ihrem Gatten, Herrn Trauth, sicherte sie sich nicht nur den Walzerwettbewerb mit dem 1. Sieg, sondern auch das Paavlau'en. Beide warteten mit eleganten Figuren auf, die in solcher Vollendung auf der Gießener Eisbahn bisher wohl noch nich. g -,e'gt wurden. 2m Oien! rgskunstlauf konnie sich Fräulein Will einen 3. Platz, im Damen- Iunioren-Kunstlauf einen 2. Platz sichern. 2m Junior-Lauf für Herren konnte Herr Dc. Heinemann au^e"orden'l'ch gefallen. Er ze gle vielerlei interessante, schwierige und dabei sehr sicher gelaufene Figuren. 2m Veulingslauf der Herren erhielt Walter Loh den 3. Preis. Die Ergebnisse: Veulingslaufen für Herren (11 Teilnehmer) : 1. Dr. Katz, TE. 1914 Frankfurt a. M., 23,2 Punkte: 2. 2auch, SEE. Schwenningen, 22 Punkte: 3. Walter Loh, EV. Gießen, 23.9 Punkte: 4. Whgasch, EV. Hanau, 18,9 Punkte: 5. Hahn, EV. Gießen, 18,7 Punkte. Veulingslaufen f ü r Damen (7 Teilnehmerinnen): 1. Krohmer, SSE. Stuttgart, 27,7 Punkte: 2. Rosenblatt, TV. 1914 Frankfurt a. M., 25,5 Punkte: 3/ Will, EV. Gießen, 24,5 Punkte. 2uniorlaufen für Herren: 1. Dr. Heinemann, EV. Gießen, 41,5 Punkte: 2. Raisch, RSE. Stuttgart, 38,5 Punkte. 2uniorlaufen für Damen: 1. Krohmer, SSE. Stuttgart, 44,6 Punkte: 2. Will, EV. Gießen, 32,2 Punkte. Eiswolzer-Wettbewerb: 1. Herr und Frau Trauth, SSE. Stuttgart: 2. Frl. Ruudt und Herr Bernthäusel, Frankfurt: 3. Herr und Frau Luchterhand, EV. Hanau: 4. Frl. Will und Herr Tr. Heinemann, ED. Gießen. 2unior-Paarlauf: 1. Frl. Ruudt und Herr Bernthäusel, FEE. Frankfurt a. M., 8,9 Punkte: 2. Frl. Hafer und Herr Führ, ESC. Kassel-Wilhelmshöhe, 6,6 Punkte. Meisterschaft im Paarlauf: Herr und Frau Trauth, SSE. Stuttgart, 10 Punkte. 35.25 | 17 118 I 123 180 ! ■2l.Cr.ti) ...................... Elektr. Lieferungsgesellschast ... Licht und Kraft Hellen & Oiuilleoume Gesellschaft für Elektrische Unter- nehmungen Rheinische Elektrizität Schurken & Eo Siemens & Halske Lahmeyer L Eo Datum Hamburg-Ämecika-Pakei ..... Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa Dampfschifs Norddeutscher Lloyd A.Ä. sür Verkehrswesen Wt. .. Berliner Handelsgesellschaft.... Commerz- und Privat-Bank... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft Dresdner Bank Reichsbank 30,25 76 98 58,5 84,75 95 90,75 127,5 123 .. 7 ..10 .. 0 .. 0 .. 0 Kritzner................. Moinkrastwerke Höchsl a.$L Süddeutscher Zucker ...... 3 G. Farben-Jndustrte. Scheideanstalt Goldschmidt RütgerSwcrle Metallgcselllchaf» 7,75 1 4,5: 4,75 4,65 7,75 12,75 6,45 22,5 i Arbeitstagung -er DT. in Bad-Nauheim. Am gestrigen Sonntag waren die Gau-Presse- wartc aus sämtlichen Gauen des großen Kreises 9 (Mittelrhein) der Deutschen Turnerschaft zu einer 2ahrcstagung in Bad-Rauheim versammelt, an der auch Turncrführer aus der Kreis- und Gau- lcitung teilnahmen. Außerdem weilten die Fechtwarte der 3. Gaugruppe des Mittelrhein-Kreises in Bad Rauheim zu aufbauender Lehrgangsarbeit, und die Leitung des hiesigen Turnbezirks hatte die Dereinsvorstände und Turnwarte zur diesjährigen Führerbesprechung eingeladen. Rach einem Begrüß ungsabend. den die Bad- Rauhrimer Turnersckaft, die Arbeitsgemeinschaft des Turnvereins 1860 und des Männerturnvereins, Samstag abend veranstalteten, folgte Sonntag vormittag im Kerckhoff°2nstitut die Eröffnung der Gau-Pressewarte - Tagung. 2n einem Vortrag sprach Professor Dc. Koch vom Kerckhoff-2nftitut über die Bedeutung der sportärztlichen Beratungsstelle, die. wie berichtet, dieser Tage in Bad-Rauheim geschaffen wurde, und deren Hauptaufgabe mit darin bestehen soll, Sportschäden durch älevcrtraining zu vermeiden. Es folgte der Jahresbericht des Kceispressewarts Wollenberg lFrankfurt a. M.) mit onschlie- hcnder Aussprache über das letzte Kreisturnfest in Trier, über das Kr e's-Pressewcsen und Kreis- Zeitung. Aus dem 2ahresarbeitsplan ist der für Ende April geplante Krcisturntag in Saarbrücken bemerkenswert. 1934 wird das 7 5- jährige Bestehen des Kreises durch ein K r e i s t u r n fe st gefeiert werden, das wahrscheinlich in Bad Kreuznach stattfindet. Um 11.15 Uf)r wurden die Beratungen durch eine öffentliche stark besuchte Morgenfeier unterbrochen, die im Zeichen einer Ehrung für die Tagespresse sowie des im Juli d. I. in Stuttgart stattfindenden 15. Deutschen Turnfestes stand. Nachdem der erste Kreisvectreter Fabrikant Pfeiffer-Wetzlar die Bedeutung der Zusammenarbeit von Deutscher Turnerschaft und Tagespresse eindringlich heroor- gehoben hatte, überreichte er den Zeitungsoerlegern Wilhelm Wagner (Bad-Nauheimer Zeitung) und Kurt Bindernagel (Oberhessischer Anzeiger, Friedberg) den Ehrenbrief des Gaues Hessen der Deutschen Turnerschaft, um dadurch der Anerken- 63 l 53,75 60, 5,2 i gung zustellt. Bon dieser Maßnahme wurden 8000 Metallarbeiter betroffen. Einzelne Belegjchaften haben sich entschlossen, die Bedingungen der Arbeitgeber unter Protest anzunehmen. In zahlreichen anderen Betrieben wurde am Freitagabend mit großer Mehrheit beschlossen, die Bedingungen des Arbeitgeberverbandes nicht anzunehmen. Oie Lahnschifsahrt im Jahre 1932. Wie nicht anders zu erwarten war, wirkte sich die Wirtschaftskrise 1932 weiterhin stark auf die Ber- frachtungsziffern des Lahnkanals aus. Im Jahre 1932 wurden nur 84 072 Tonnen verfrachtet, gegen 105 482 im Jahre 1931. Bon August ab übertreffen fast alle Monate die Vorjahreszahlen, wobei die letzten drei Monate zum Teil erheblich mehr Verfrachtungen brachten, wie die gleichen Monate in 1931. Darin scheint sich eine kleine Wirtschaftsbelebung auszudrücken. Vielleicht setzt sie sich im neuen Jahre kräftiger durch, um so mehr, als die vorherrschende Industrie der Steine und Erden einige Hoffnungen in das neue Arbeitsbeschaffungsprogramm setzt. * * Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 11. Januar berechnete Indexziffer der Großhandelspreise ist mit 91,2 gegenüber der Vorwoche (91,3) wenig verändert. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 81,4 (unverändert), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 87,3 (—0,1 v. H ) und industrielle Fertigwaren 113,1 (—0,2 v. H.), davon Produktionsmittel 115,2 (—0,2 v. H ), Kon- fumgütcr 111,5 (—0,2 v. H.). * Aktienmehrheit von Conti-Gummi im Besitz der Familie Opel. Wie WTB- Handelsdienst erfährt, haben die Familie Opel und befreundete Kreise im Laufe des vergangenen Jahres die Aktienmehrheit der Continental Gummi-Werts AG., Hannover, an sich gebracht. Die Familie Opel ist schon in der letztjährigen Conti-Gumini-General- versammlung aufgetreten und hat damals die Erhöhung einer Dividende von 6 auf 8 v. H. durchgesetzt. 7,9 i 4,5 4,8 i 4,8 7,65 | 11,75 I 6,5 ! 22,5 1 BuderuS Deutsche Erdöl Geilenkirchener Harpener voelch Eilen—Söln^leuellen.. Ille Bergbau Ille Bergbau Genüsse Klöchierwerte Monnesmann-Röhren Mansselder Bergbau Lberschlej. KokSwerke . Pbonir Bergbau. ... Rheinilckn Braunkohlen Kheinstahl Die Handballmannschaft des Männer- turnvereins Gießen trat im Spiel der Vorentschü- I düng um die Kreismeisterschaft gegen die 1. Mannschaft des Turnvereins Koblenz-Urmitz an und be- | endete den Kampf nach der Halbzeitführung von l 3:2 Toren mit einem Unentschieden von 4 4. Es wurde sehr hart gespielt. P'och, der Mittelläufer, mußte schon kurz nach Beginn ausscheiden, so daß | die Gießener stark benachteiligt waren. Di 0" nnultne poHlW Wochenbericht vom frankfurter Schlack tviebmarkt. In der abgelaufenen Woche gestaltete sich das Geschäft am Frankfurter Schlachtviehrnarkt etwas besser, und auch die Preise konnten sich zum Teil nicht unerheblich bessern, trotzdem die Zufuhren meist höher waren. Am Rindermarkt war der Auftrieb mit 1173 Stück um 211 Tiere geringer, was sich auf den Geschäftsgang insofern bemerkbar machte, als kein Ueberstand verblieb. Die Preisbesserungen betrugen bei Ochsen 1 bis 3, bei Bullen 2, bei Kühen 1 bis 2 und bei Färsen 2 bis 3 Mark. Ochsen al) 27 bis 29, a2) 24 bis 26, bl) 25 bis 27. Nach verhältnismäßig lebhaftem Geschäft wurde der Kälbermarkt bei anziehenden Preisen (etwa 2 bis 3 Mark) glatt geräumt, obwohl die Zufuhr mit 1449 um 274 Stück stärker war. Kälber b) 33 bis 37, c) 28 bis 32, d) 22 bis 27. Am Schofmarkt blieben die Preise bei mittelmäßigem Handel unverändert: der Auftrieb von 480 (gegsn 313 in der Vorwoche) Tieren wurde ausverkauft. Schafe al) Weidemast 22 bis 24, b) mittlere Mastlämmer 19 bis 21, c) fleischiges Schaf- vieh 15 bis 18. Am Schweinemarkt fetzte der Handel zunächst schleppend ein, die Preise zeigten aber dennoch Besserungen bis zu 2 Mark, die auch noch gegen Ende der Woche behauptet werden konnten, zumal das Geschäft sich etwas belebt hatte, so daß die Beschickung von 4602 (plus 1690) Schweinen ausverkauft wurde. Die Preise notierten wie folgt: b) 37 bis 40, c) 37 bis 39, d) 35 bis 38, e) 33 bis-36. Lohnkonfliki in der Gieyerländer Metallindustrie. Siegen, 14. Jan. (WTB.) Durch die am Montag beginnende Aussperrung in der Siegerländer Metallindustrie wird der seit Beginn des Jahres herrschende Lohnkonflikt wesentlich verschärft. Die Arbeitgeber hatten den Schiedsspruch nicht angenommen, der eine Senkung des Spitzenstundenlohnes um einen Pfennig vorsah, und den Belegschaften zum 14. Januar 1933 die Kündi- 4% Oesterretchlsche Koldrenie... 4,20% Oesterreichische Silberrenle 4% Ungarische Goldrenle .... 4% Ungarische Slaalsrente v. 1910 4tz% oesgl von 19,3 .. .. 6% abgeli. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdabbahn-Anteil Serie I . 4% ve-gi. Serie N 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4!4%Rumän.veretnh.Nenleo.lgl3 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3¥<% Anatolier Erkämpft nun eudl vnd die X nale Nett taeihmg' drnsweg chen ist, i men und Eiligen Die tot 4->n sei fung e Morl begriff . toeil die darin bes, aneir B äuf a m i Heidin fühlen, handel Si Ä Mlunq » flohen Li ®«neta| J'itoeg q fck uns ^fenntni "lieber ieugung ^gen i 51ttnee. °°d fe Philipp Holzmann o| Zementwerk Heidelberg 4, Lementwcrk Karlstadt 01 Wayß L Freytog............o| Großer Tag aus der Gießener Eisbahn Austragung der Südwestdeutschen Eislaufmeisterschasten. nung der Arbeit der Tagespresse im Dienste der Idee der Deutschen Turnerschaft Ausdruck zu g ben. Hierauf nahm der erste Vorsitzende des 15. Deutschen Turnfestes, Professor Dr. Obermeyer- Stuttgart, der sich drei Monate auf einer Werbereise befindet, um für den Besuch des Stuttgarter Turnerfestes zu werben, das Wort zu diesem TheMa, das er in den letzten Tagen u. a. auch in Wiesbaden und Mainz behandelte. Seine Ausführungen gaben ein überzeugendes Bild von der vorzüglichen Vorbereitung des Festes und seiner Bedeutung für das Deutschtum und den deutschen Gedanken. Die Verhandlungen nach der Mittagspause wurden eingeleitet durch einen Vortrag von Maler und Graphiker Ottofranz K u t s ch e r - Bad-Nauheim über das Thema: „Turnerische Ausdruckskultur". Damit verbunden war eine kleine Ausstellung guter und schlechter Beispiele auf dem Gebiete turnerischer Drucksachen (Diplome, Widmungsblätter usw.). Dann wurde noch über Zeitfragen (Reichskuratorium, Wehrturnen usw.) gesprochen und hierauf die Tagung nach sehr eindrucksvollem Verlauf geschlossen. Kichbatt der Gießener Mannschasten. Das Fußballprogramm des gestrigen Sonntags war nicht sehr umsangreich. Die Spiele brachten erwartete Ergebnisse. Die 1. Mannschaft der Spiclvereinigung siegte gegen die Gäste aus Wa'- lau nach einem schönen und spannenden Kampfe mit 3:1 Toren (Halbzeit 3:1). Die Reservemannschaften von 1900 und VfB. traten sich im Verbaudsspiel auf dem Waldsportplah gegenüber. VfB. gewann mit 4:0 Toren. Die Punkte gelten aber für VfB. verloren, da Leutheuser in der Mannschaft mitw.rkte. Die 3. Mannschaft der Sp'.elvereinigung 1900 verlor gegen Steinbach nicht unerwartet mit 2:4 Toren. heil abgebrochen): SEE. Schwenningen — VE. Frankfurt Forsthausstraße 4:2 (2:2, 2:0, 0:0); SC. Frankfurt Forsthausstraße — TT. Frankfurt 1914 8:1 (1:0, 4:0, 3:0); SEE. Schwenningen — SC. 1880 Frankfurt 3:0 (2:0. 1:0, 0:0); ST. Frankfurt Forsthausstrahe — ST. 1830 Frankfurt 0:2 (0:1, 0:1, 0: C). Gesamtwertung: 1. SEE. Schwenningen 6 Punkte. 22:2 Tore: 2. unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Arants. Hiw.-Bon! 86,5 86,9 — Golvvse. 16 unkündbar bis 1936 514% ebem. 4'/z% Franks. Hyv. 86,5 86,5 — Bank-Llau.-Psanbbriese ..... 5^4% ehem. i/2% Rheinische 88,25 88,13 — Hyp.-Bank-Llqu.<9olbpfe. 6% ehem. 8% Pr Landcspfand 88,75 88,5 - — brtesanstall, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespsand 85,5 85,4 85 85,5 briefanftalt. Pfandbriefe R. 10 85 85 - — 13-Zanuar 14.Januar Amtliche -Notierung Amtliche JiotiEmng wein »ric Geld Vrie Hellingtors. 6,214 6,226 6,212 6.226 Wien...... ' 51,95 52,05 51,95 52,05 12,465 Budapest ... Sofia..... 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland .... 169,23 169.57 169,08 169.42 ■Celo....... 72,63 72,77 72,63 72,77 Kopenhagen. 72,98 73,12 73,03 73,17 Stockholm... 76,92 77,08 76,92 77,08 London ..... 14,08 14,12 14,11 14,15 Buenos Aires 0,858 0,862 0,858 0,862 Nenpork.... 4,209 4,217 4,209 4,217 Arullcl.... 58,31 58,43 58,28 58,40 Italien..... 21,54 21,58 21,54 21,58 Haris..... 16,42 16,46 16,42 16,46 Schweiz... 80,97 81,13 80,97 81,13 Spanien.... 34,39 34,45 34,39 31,45 Danzig.... 81,72 81,88 31.72 81,88 Japan ..... 0,869 0,871 0,869 0,871 Rio de Ian. 0,239 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien 5,554 5,566 5,554 5,506 Lijsabon... 12,84 12,86 12,84 12,86 .... O ... 0 ... 0 40 46,5 — 41 48 110,75 40,75 111,9 41,25 46,5 53,4 Banknoten.' JJtrlin, 14-Hanuar (Vtlb Srid ... 0 49,5 52,5 49,4 Amerikanische Noten.............. 4,20 4.22 ... 0 28,5 29,5 28 29 Bcbchchc Noten.................. 58,12 58,36 ... 7 — 112 112,75 Dänische Noten ................. 70,16 70,94 ... 0 21,75 22 22,13 21,9 Englische Noten ................. 14,07 14,13 ... 0 42,25 41,5 42,5 40,5 Französische Noten............... 16,38 16,44 ... 0 — 43,25 43,25 Hclländhchr Noten............... 168,71 169.39 ... 6 44,5 45,25 45,75 45,75 Italienische No:en................ 21,48 21,56 ...12 143 144 143 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ü 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... 72,45 2,46 76,75 72,75 2.48 77,05 — o — - 32,75 — Schweizer Noten................. 80,79 81,11 • •• 4 72,5 73,5 - — Spanische Noten................. Ungarische Roten................ 34,25 34,39 ... 8 139 139 139 140