Hreitag, 15. Dezember 1955 Nr. 294 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen- Ser Arbeitspaß des Freiwilligen Arbeilsdienlies Außen- und Innenseite des Passes, der in Zukunft allen im Freiwilligen Arbeitsdienst tätig Gewesenen bei der Enllassung ausgehändigt wird, und der ihnen dann als Legitimation bei der Arbeitssuche dient. k 1 3 $Bcr unter diesem Zeichen diente, hat dewiefen, datz er bereit ist, zu Wirten für den Wrikderausd.nl unseres Vaterlandes! I i Das geflügelte Blatt. Deutscher, spiele deutsche Kartenspiele? - Oer Skat ist das „Nationalspiel des Deutschen". Von K. £ NorShausen Als Nationalspiel des Deutschen gilt der S k o t. Wer in Flandern, in Rußland, auf dem Balkan oder sonst irgendwo an der Front stand oder im Lazarett lag, wird bezeugen, daß der Skat zuvor die Freizeit des deutschen Soldaten ausgefüllt hat, und daß die „Spielchen" anregten, daß sie begeisterten, daß ihnen die volle Eingabe der „Skatbrüder" gehört hat. — Diese Hingabe erklärt sich dadurch, daß Skat ein ungewöhnlich anregen- des, gei st reich es und edles Spiel ist, das den deutschen Volkscharakter widerspiegelt. Der Ernst und die Ausdauer des deutschen Menschen finden in diesem anspruchsvollen Spiel ebenso ihren Ausdruck wie die Vielseitigkeit, die Entflammtheit des Deutschen für alle ernsten Dinge. Der abgehetzte Amerikaner spielt das behagliche Golf beim Schlendern über sattgrüne Rasenflächen, dem heißblütigen Spanier ist der Stierkampf Nationalspiel, der Sinn des Engländers fand im Fußballspiel seinen Ausdruck — und der Deutsche hat den Skat, bei dem er nach alter deutscher Sitte mit Gleichgesinnten und Gleichgestimmten zusammenhocken, Zusammengehörigkeitsgefühl betonen und sich in einem anregenden Meinungsaustausch unterhalten kann. Für die Gründlichkeit unserer Nation spricht, daß es über dieses verbreitetste deutsche Kartenspiel nicht weniger als 10 0 Lehrbücher,Nach- schlagebllcher usw. gibt. „Die Kunst des Skatspiels" umfaßt allein 224 Seiten. Goeihe-Bund. Zweiter Tichteravend: Agnes Miegel. Der zweite literarische Vortragsabend dieses Winters war dem Werk der ostpreußifchen Dichterin Agnes Miegel gewidmet, die Börries, Freiherr von Münchhausen, gleich ihr der Akademie angehörend,, vor nicht langer Zeit als die bedeutendste, gegenwärtig lebende Meisterin der deutschen Ballade gewürdigt hat. Agnes Miegel stellte, mit einer Hellen, klaren Stimme und kaum spürbaren mundartlichen Anklängen lesend, eine Auswahl aus den Gedichten, älteren und neuen, an den Anfang. Diese Auswahl war so beschaffen, daß in ihr die volle Spannweite der Stil- und Gestaltungsmogllch- keiten innerhalb einer von festen Gesetzen beherrschten Kunstgattung angedeutet — von der reinen Lyrik bis zur großen Ballade, die als das eigentliche, meisterlich bestellte Feld der Miegel gelten dars und dementsprechend auch in der Gedichtfolge den breitesten Raum einnahm. Allen diesen Versen gemeinsam waren aber Herkunft und Grundton: sie sind ohne Ausnahme geschöpft und gespeist aus den unversieglichen, heute vielfach erst wieder neu entdeckten und zum Leben erweckten Quellen heimatlicher Landschaft und eigenen Volkes. „Der Garten" zum Beispiel, den man in den „Balladen und Liedern" findet, beschwört im gelassenen Fall der Verse die zarte Erinnerung an die geliebten Schauplätze der Jugend in der alten Stadt im Osten. Im „Herbstgesang" verbindet sich ein lebendig und gegenwärtig empfundenes Bild mit dem eigenen frühen Erlebnis. „Agnes Bernauerin" nimmt den berühmten und echt balladesken Vorwurf des Volkslieder und der Hebbelfchen Historie wieder auf und bringt das alte Motiv, fast lyrisch, auf eine ganz einfache Formel. In den „Nibelungen" aber steigert sich am Stoff des berühmtesten Epos des deutschen Mittelalters der Balladenstil, breit ausströmend, zu vollem Prunk und Glanz. Dunkel, leidenschaftlich und gleichsam blutgefüllt rollen die Strophen daher, die Gunter und Kriemhild, Volker und Hagen von Tronje heroisch besingen in einem beherrschten und ganz männlichen Rhythmus. Eine Naturballade großen Ausmaßes ist „Die Braut" mit dem meisterlich abbrechenden Kehrreim „So freudevoll...". Eines der schönsten G-dichte dieses Abends hieß „Die unschuldigen Kindlein", ergreifende Vision eines kleinen Kreuzzuges, die dem alten, weihnachtlichen Motiv eine »efe Deutung verleiht. • Im Mittelpunkt der Vorlesung, eingeschlossen von Gedichten, stand das Prosastück „Meine alte Lina ,, eine ostpreüßische Lebensgeschichte, der Erinnerung Leider werden trotz der alten deutschen Skatausdrücke beharrlich französische Ausdrücke gebraucht und „französische" Karten benutzt. Dabei handelt es sich um ein deutsches Spiel, das von einem Deutschen erfunden wurde (1817 zu Altenburg) und fast ausschließlich und leidenschaftlich in Deutschland von Millionen Männern und Frauen gespielt wird; ja, auch von Frauen, tm engen Familienkreis, wie häufig beobachtet werden kann. Im Jahre 1817 führte der königlich sächsische Hofadvokat Friedrich Ferdinand Hampel zu Altenburg das neue Spiel ein. Schon damals zuckten diejenigen, die das Spiel nicht kannten und sich nicht die Mühe gaben, es zu begreifen, die Achseln über das Spiel und die Hingabe der Spieler. Damals wie heute gab es außer dem Skat leichtere, reine Zufalls- und Unterhaltungsspiele, und die ausländischen, zumal solche mit klangvollen Namen, waren und sind besonders beliebt. Es ersetzt indessen den äußeren Glanz durch inneren Wert. Es verlangt scharfe Auffassung und geistige Beweglichkeit, da sich jedes Spiel auf die mannigfachste Weise spielen läßt, so daß tatsächlich von einer „K u n st des S k a t { p i e I s" und von einem geistreichen Spiel gesprochen werden Fann. Nur eine Zahl als rein äußerliches Merkmal mag hier genannt werden: die Verteilungsmöglichkeit der 32 Blatt der Skatkarte und die Möglichkeit der Farben-, Groß- und Nullspiele ergibt eine Beran die alte litauische Amme und Kinderfrau der Dichterin gewidmet. Eine einfache, vom Herzen kommende Geschichte, bis an den Rand gefüllt mit Erinnerung an frühes Glück und frühes Leid. Duft und Glanz der heimatlichen Landschaft umschweben die von lebendiger Anschauung, warmem Gefühl und schmerzlichem Gedenken getragene Erzählung, die gleichermaßen für den Menschen wie die Dichterin Agnes Miegel zeugt. Im Anschluß an diese klare und durchsichtige Prosa gelesene Strophen nahmen die dort angeschlagenen Akkorde in ihre eigene Weise auf und ließen den Abend ausklingen. Aus den Kirchen im Ordensland" hörten wir die machtvolle, mit vielen Bildern geschmückte Verklärung der alten, ehrwürdigen Denkmäler einer großen hanseatischen Vergangenheit: des Domes zu Königsberg und der Danziger Marienkirche; lange, schwingende Verse, fromm und festgefügt. Ganz zuletzt noch eine sehr schöne Gabe: „Die Erde spricht"; hier kam noch einmal, überzeugend und eindrucksvoll, die fast mythische Verbundenheit der Dichterin mit den ewigen volkbildenden Kräften der heimischen Landschaft zu nachhallendem Ausdruck. Der große Raum hätte weit besser besetzt sein dürfen. Die andächtige Hörerschaft dankte mit herzlichem Beifall für die starken Eindrücke, die der Abend gebracht hatte. —y— Oos Lapanbäumchen. Von Sofie v. Llhde Copyright 1933 by I. L. A., Wien. Das sind so recht seltsam exotische Gäste, die wir uns da in die Stuben stellen, diese kleinen, verwachsenen, verkrümmten japanischen Zwerg-Kryptome- rien mit den dicken, rissigen, uralten Stämmen und den breiten, schwarzgrünen, gefächerten Kronen Welch dekorative Zimmerpflanze! denken wir leichthin und stellen sie auf den Flügel oder auf ein Tischchen vor einen farblich feinen Hintergrund, wo sie ihre Wirkung tut — gut so! Aber bald werden wir inne, daß dieser merkwürdig greisenhafte Gast da sehr viel mehr ist, als nur eine dekorative Pflanze, o wieviel mehr: eine ganze Landschaft und ihr Geist. Auf meinem Schreibtisch steht feit einigen Tagen solch ein kleiner Fremdling, der vor kurzem erst aus Japan gekommen ist. Vielleicht stand er vordem in einem Garten von Nikko ober von Enoshima, zwischen Pflaumeyblüten und Goldregen, zwischen wilden Miniaturwgsierfällchen und roten, winzigen Lackbrücken. Da lebte er, jahraus, jahrein, auf- schiedenheit von 10 Septillionen Spielen, d. i. ein 38ftellige Zahl. Die Zahl von über 100 Skatbüchern findet ihr Gegenstück in einem Denkmal für das deutsche Nationalspiel Skat. Im Jahre 1903 wurde in der deutschen Skatstadt Altenburg in Thüringen, auf dem Brühl, gegenüber dem früheren Secken- dorfschen Palais, ein Skatbrunnen errichtet. Da hocken die vier Buben (Wenzel) der Skatkarte in ihrer, jedem Kartenspieler vertrauten Gestalt im gegenseitigen Kampf. Im Volksmund heißt der Skatbrunnen der „Prügelbrunnen". Sodann besteht in der behäbigen ehemaligen Residenzstadt Altenburg ein Skat-Museum. Das Hochliegende Altenburger Schloß, das von feinem hohen grauen Wartturm überragt wird, birgt dieses einzige Spielkarten-Museum der Welt. Die Schau des geflügelten Blattes zeigt in reichhaltiger Sammlung alte Kupferstiche, Stahlstiche und Holzschnitte von Kartenspielen aller Zeiten und Völker, die Werkstatteinrichtung eines alten Kartenmachers und reicht bis zur ehrwürdigen Skatkarte unserer Feldgrauen, die sie sich selbst im Schützengraben gefertigt hatten, und mit denen sie manche Stunde anregend ausgefüllt haben mögen. Der Skat hat feine Hundertjahrfeier hinter sich. Er ist ein altes Spiel. Man hat das Fest in Alten- bürg damals groß gefeiert. Skatlieder wurden dabei gesungen, Skatmärsche beim Umzug gespielt, Skat-Bühnenstücke aufgeführt. Aber außer den bei dieser Gelegenheit und auch zu anderen Zeitpunkten tagenden Skat-Kongressen besteht ein S f a t» geriet in Altenburg, das jeder bei Entscheidungen über Spielregeln und Wettbewerbe anrufen kann als höchste und letzte entscheidende Stelle. Die Dichter haben den Skat verherrlicht, das Spiel mit dem geflügelten Blatt, das fo anregend, fesselnd und ergötzlich ist, daß Dauer-Skacer entstanden und Kiebitze gebannt den spannenden Skatkämpfen zuschauten. Da singt ein Dichter: „Greise, germanischer Mann, nach des Tages Geschäften und Sorgen Gern zum geflügelten Blatt, misch es und richte den Skat; Aber der Zeitverlust — Nie werd' er zur Zeitvergeudung! Spiele Du s e l b st mit dem Spiel, Nimmer das Spiel doch mit Dir!" Und über die „Skater um jeden Preis", jene, die an jedem Ausflugsort, beim Lagern im Walde, auf den Dampfern, sogar im Eisenbahnabteil, statt zu schauen oder zu rasten, dem Skatspiel frönen, schreibt Johannes Trojan, nachdem er in heite- ren Versen die drei skatspielenden Männer im Seebadwasser, in der Baumannshöhle und auf des Faulhorns Höh' bedichtet hat und die Drei bei der Flucht ins Schattenreich auch antrifft: „O sagt, wohin kann der Mann noch gehn, um nicht drei Männer beim Skat zu sehn?" Wer vom Dauer-Preis-Skat und derartigen Auswüchsen des edelsten Kartenspiels hörte, mag bebenden, daß es überall Auswüchse gibt ober gegeben hat. Eines ist inbessen sicher, baß wenig Spiele überhaupt, bestimmt kein anberes Kartenspiel, in gleichem Maße zum Nachbenken anregen, zur Ent- schlußfreudigkeit bestimmen unb im Rechnen uns üben wie gerade das Skatspiel, das Nationalspiel der Deutschen! S.Jt.-fport Goldene Ankerplakette verliehen. lieber die erste Verleihung der erst vor kurzem geschaffenen Goldenen Ankerplakette ist sich der Führer des Deutschen Wassersport-Verbandes schnell schlüssig geworden Kapt. Lt. a. D. Jasper zeichnete in besonders herzlicher Weise bei der Siegesfeier des Deutschen Outbord-Clubs in Treptow den Weltrekordmann Clemens B a a tz zum erstenmal mit der Plakette aus. Dieser erste Träger der Goldenen Ankerplakette, ein junger SA.-Mann, hat am 8. und 22. Oktober auf dem Nernsdorfer Kanal zwei Schnelligkeits-Weltrekorde in den Dutborb- Klaffen A unb B ausgestellt. Diese Leistung steht tatsächlich im Jahre 1933 an der Spitze des deutschen Wassersports. Gvo^tpflicht der Eisenbahner. Die sportliche Betätigung der Eisenbahner, der die Verwaltung schon immer besondere Forderung zuteil werden ließ, wird jetzt bekanntlich allen Reichsbahnbediensteten zur Pflicht gemacht. Im einzelnen wird vorgeschrieben, daß jeder Eisenbahner bis zum 3 5. Lebensjahr einer Sportorganisation als tätiges Mitglied angehören soll, wobei Zugehörigkeit zur SA., SS., Stahlhelm usw befreit. Auch ältere Eisenbahner, soweit sie nicht ein körperliches Gebrechen behindert, sollen sich einer Sportart anschließen, die ihrer Rüstigkeit entspricht. Schließlich wird erwartet, daß möglichst viele Familienangehörige der Eisenbahner dem Turnen und Sport zugeführt werden. Die Reichsbahndirektionen werden angewiesen, innerhalb ihrer Bezirke die Abhaltung von SBerffpori- f e ft e n auf nationaler Grundlage zu fördern. Im Einverständnis mit dem Reichssportführer von Tschammer und Osten werden die bisherigen Verbände aufgelöst und die Eisen- bahn-Turn- unb Sportvereine ben zuständigen Fachsäulen eingegliebert. Zur Zeit bestehen rund 350 Eisenbahn-Tum- unb Sportvereine mit 70 000 merksam nach innen gekehrt, und fein Stamm wurde alt und oerknorrt und seine ernsthafte Aeste- roelt wurde dunkel und zwerghastweise. Dann trat er in einem kunstvoll und schon geflochtenem Korbe die große Reise an übers Meer, fort aus dem heimatlichen Garten, aus dein Reich der Papierhäuschen unb ber bunten Lampions unb ber fingenben Mäbchen mit ben lackschwarzen Haaren, fort aus bem grünen Insellanb. Wie betreten und erschrocken mag er gewesen sein, der kleine Baum, als er in seinem dunklen Verließ das gewaltige Brausen des Ozeans vernahm und sein verdächtiges Schwanken ihn unliebsam an sein erdbebenreiches Vaterland erinnerte! Und sein peinliches Erstaunen mag nicht geringer geworden fein, als er sich schließlich in Potsdam sah — ausgerechnet! —, zwischen ben hohen, steinernen Häusern unb ben großen Gärten, in denen nach seinem Begriff alles so erschrecklich gewaltig unb unpersönlich ist. Von bort hat eine liebe Hanb ihn auf meinen Schreibtisch gestellt, zwischen Konversationslexikons, Photographien von Männern, Pferben unb Hun- ben, Briefbeschwerern unb Notizblocks, unb all bies mag ihn nicht minber befremben als bie Barock- pulten Potsbams. Damit er meinen guten Willen sieht, feine Exterritorialität hochzuhalten unb ihm ein wenig Heimat vorzutäufchen, habe ich ihm ein kleines, bronzenes Tempeltor unter feine Zweige gestellt; aber ich glaube fast, er hat bies gar nicht nötig. Denn feit es nun hier atmet, biefes geheimnisvolle, stumme, nach Walbesbunkel buftenbe Leben, ist bas neuzeitliche Schreibzimmer bes Berliner Westens in bie zeitlose, sanfte, weise, uralte unb dennoch ewig kindliche Landschaft Japans hinüber» geflossen. In diesem kleinen Baum ist der ganze Wald non Nivpon — all diese tausendjährigen Kryptomerien- roälber, schwarzgrün, dämmerdunkel, Aufenthalt der lächelnden, reglosen, golbfcbimmemben Gotter unb ber fanfgeäugten, sanftgefleckten Rehe. So oft ich ihn ansehe, bissen burch bie Sternen- nächte unb bie Sonnengluten, burch bas Brausen und burch bie Stille ber Meere zu mir gekommenen Frembling sehe ich bie Tempelwälber von Nara roieber, biefes Reich aus Geheimnis unb Schweigen, in bem es nur eine Stimme gibt: jene, bie Seelen erftbütternbe, bie Tempel burchhallende, bie Wälder ausschreckende Stimme ber gewaltigen Bronzeglocke. Wenn sie erklingt, blicken bie Götter in ben Tempeln auf; unb burch bie Lotosblumen, auf denen ihre Füße ruhen, gehen die holden Schauer ber Empfängnis. Wenn sie erklingt, treten die kleinen, hellgefleck- Mitgliedern, denen eigene Sportplätze, Turnhallen, WafsersportanlaKn usw. in großer Zahl zur Verfügung stehen. Geratemannschaftskampf in Krofdorf. Der erstmals zum Austrag kommende Kamps der Vereine Leihgestern, Treis a. d. Lda., Launsbach und Krofdorf mußte infolge einer wichtigen Tum- tagung auf Sonntag, den 17. Dezember, verlegt werden. Der Kampf kommt bestimmt an diesem Tag zum Austrag. Kurze Gportnotizen. Im Tennis-Länderkampf siegte die Schweiz in Oslo über Norwegen mit 7:1 Punkten. Den einzigen Punkt für die Norweger holte F. Smith heraus, der den Schweizer Ellmer in zwei Sätzen 6:1, 6:4 abfertigen konnte. * Der Verband der Berufsreiter und Berufsfahrer Deutschlands hat beschlossen, seinen gesamten Mitgliederbestand korporativ in den Reichsoerband Deutscher Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer im NS.-Lehrerbund überzuführen. Der ehemalige Verband bildet im Reichsverband bie Fachgruppe Reit- und Fahrlehrer. Die Weltmeisterschaft der Kunstflie- g e r findet am 9. und 10. Juni nächsten Jahres auf dem Flugplatz von Vincennes bei Paris statt. Man erwartet, daß zu dieser Weltmeisterschaft auch Amerika einen Vertreter entsenden wird. Deutschland dürste durch Gerhard Fieseier vertreten sein, Frankreich hat die Wahl zwischen Doret und Detroyat. Beim Training verunglückt ist der Kölner Dauerfahrer Franz Dederichs. Als er einen Lastwagen Überholen wollte, geriet dessen Anhänger plötzlich ins Schleudern und drückte Dederichs gegen einen Baum. Der Kölner zog sich dabei Verletzun- ten Hirsche und Rehe über die Schwellen der Tempel, wo sie freundlich die goldgelbgewandten Priester umringen, unb horchen aufmerksam und demütig-fromm in bie weise Walbeinsamkeit hinaus. Wenn sie erklingt, geht der Mond auf über bem Berg von Mikasayama, und durch die tausend- jährige Nacht ber Kryptomerien strahlt silbern tausendjährige Weisheit. Wenn sie erklingt verstummen die Menschen. Doch wenn sie abermals erklingt, hebt die Morgenröte ihre freudigen Wimpern über den Bergen von Nippon. Diese heilige Glocke klingt nun in meiner stillen Schreibstube; aus einem schwarz-grünen, greifen- haft-kleinen, seltsam fremden Wipfel Hingen Tod und Geburt und Wandel der Gestirne auf, einfältig frommes Lauschen der Tiere unb bie lädjelnbc, schweigsame, unbegreifliche, unbeirrbare Weisheit ber ©öfter. Ich werbe bas Konversafionslerikon unb all die gelehrten Bücher von meinem Schreibtisch entfernen; denn wessen Wort hat noch Wert, wenn diese Glocke erklingt? Zeitschriften. — In der Schar der „Schwarzen Jäger", mit denen der Herzog von Braunschweig das napoleonische Joch abfchütteln wollte, kämpfte auch ein 17jähriges Mädchen. Ein direkter Nachkomme dieser jungen Heldin ist ber Schriftsteller Georg von ber Bring, ber nun — nach mehr als einem Jahrhunbert — nachgelassene Tagebücher unb Chroniken burchstobert unb bas Schicksal feiner Ahnin in ben Mittelpunkt eines Romans gestellt hat. Unter bem Titel „Schwarzer Jäger Johanna" beginnt biefe Säuberung aus tiefer Notzeit Deutfdjlanbs im neuen Heft Der „Berliner 9 (l u ft r i r t e n 3 e i t u n g". — „Mutter unb K i n d", Zeitschrift für Ernährung, Pflege unb Erziehung bes Kinbes. Verlag Elwin Staube, Osterwieck a. Harz. Vierteljährlich (3 Hefte) Mk. 1,65 einschl. Porto. — Das De- zemberheft bringt biefer Zeit angepaßt eine Reihe interessanter unb lehrreicher Beiträge, die zum großen Teil durch Bilder erläutert werden. Einige dieser Beiträge seien hier genannt: „Altes Deutsches Spielzeug in neuem Gewände" von Dr. Charlotte Steinbrutfer, „Meine große Kinderstube" von Esther v. Kirchbach, „Mareks Weihnachtswunsch" von K. Friedrich, „Tante schenk mir was" von Georg W. Pijet, „Der Weihnachtsmann", „Was soll unser Kleinchen zum Ffst bekommen?", „Geschenke von Kinderhand" von Hanni Herzog, „Ein Kind lernt lesen^ usw. Sen am Arm und Rückgrat zu i*nb wird einige eil mit dem Training ausfefoen müssen. Mar 6 d) m e I i n g reist am 29. Dezember an Bord Der „Bremen" nach Amerika. Er hat also noch genügend Zeit, sich auf seinen Kampf gegen Tommy Loughran am 31. Januar in Atlantic City oorzubereiten. Eine Hallenmeisterschaft im Kunstspringen, wird der Deutsche Schwimmoerband nunmehr alljährlich ausschreiben. Die erste Meisterschaft geht am 19. Januar 1934 m Holle in Szene. Der Fußball-Rückkampf England — Deutschland soll im nächsten Jahre Tatsache werden. Wie verlautet hat der englische Verband Deutschland für Dezember noch London eingeladen • 2i u ft r i a Wien wurde bei ihrem ersten Eng- landlpicl am Mittwoch vom FC. Liverpool sicher mit 2:4 (1:4) geschlagen. Die Tore für die Wiener erzielte Sindelar. Es ist ein altes Gesetz, dost immer am Ende einer Saison sich die Abschiedsgesuche von Sporigrößen, deren Romen einst im hellsten Lichte strahlten, zu mehren beginnen Ebenso oft ändern aber auch die Sportler ihre Pläne, denn der Entschluß, von der Buhne abzutreten, fällt ihnen doch zu schwer. Der belgische Dauerfahrer Victor Linorl. der heute bereits 45 Lenze zählt, hot schon unzählige Male seinen Rücktritt angekündigt. aber dennoch erscheint er alljährlich wieder hinter der Scheitt- machermaschine. Richt immer ist es das Alter, das an die Tür der scheidenden Meister pocht, sehr oft spielen auch andere Dinge eine Rolle, wie zu starke berufliche Inanspruchnahme ober gar Verärgerung bei den Amateuren Aus einem Gefühl der Verärgerung heraus ist wohl das Abschiedsgesuch von Arthur Jonath zu bewerten, der sich getroffen fühlte, als die Deutsche Sportbehörde ihm wegen seines Formrückganges eine Sperrfrist auferlegte. Dieses Startverbot stellte nicht etwa eine Strafe dar. denn Jonalh hatte sich nichts zuschulden kommen lassen: die DSB- wollte lediglich durch eine Schonfrist er- reichen, daß der Westdeutsche wieder zu Kräften kam, nachdem er sich durch zu viele Starts ein wenig verzettelt hatte Jonalh aber spielte den Beleidigten und schrieb fein Rücktrittsgesuch, wobei er berufliche Inanspruchnahme vorschützte Der Lochumer ist erst 24 Jahre alt, und viele seiner Freunde hoffen, hpß er sich die Sache noch einmal überlegt. Persönliche Verärgerung ist auch der Grund des Rücktritts des deutschböhmischen Tennismeisters Roderich Menzel, der bei seinem Verband in Ung nabe fiel, weil er sich eine abfällige Kritik erlaubte. Er hat es sott, weiterhin Turniere zu spielen • ♦ ♦ und will nun Schluß machen. Menzel, ber 1931 in Berlin lebte und Rot-Weiß angehörte, gewann im selben Fahre die Internationale Meisterschaft von Deutschland und Hot auch an verschiedenen Davis- Pokalspielen teilgcnommen. Aus den Reihen ber Leichtathleten beabsichtigen neben Jonath noch der Kölner Weitspringer Mölle, der Hamburger Langstreckenläufer Husen und ber österreichische Mehrkämpfer Wessely zu scheiben. Letzterer gewann im Rahmen der deutschen Kampfspiele 1930 in Breslau den Zehnkampf. Husen holte sich 1923 und 1928 die deutsche Waldlaufmeisterschaft. aber auch auf ber Aschenbahn errang er zahlreiche Siege. Er war ber Mann, der einst Bedarfs entthronte und in ebenso guter (Erinnerung ist noch sein granbiofer Stundenlauf gegen Nurnu in Berlin im Jahre 1928. Sein damals mit 18,211 Kilometer aufgestellter Stundenrekord ist heute noch nicht übertroffen. Roch ein ganz Großer des Sports steht auf ber Liste derjenigen, die wir nicht mehr wiedersehen werden: helmuth fiörnig! Sein Abschied ist nicht frei- roiUlgcr Natur. Eine schwere Krankheit hat seine Widerstandskraft gebrochen und erlaubt ihm nicht, die Rennschuhe wieder anzuziehen. Körnig liegt an Typhus schwer darnieder. Er ist für die Aschenbahn erledigt, die er so sehr liebte. Tausende jubelten ihm zu, wenn er wie ein Wirbelwind bahinrafte und die schnellsten Läufer seiner Zeit bezwang. Schade um ihn, der ein volles Jahrzehnt lang seinen Sport mit Leidenschaft ausübte. Er, der uns bei den Olympischen Spielen 1928 und 1932 vertrat, wollte sich 1934 verabschieden, aber das Schicksal hat es anders bestimmt. Wenn die Startglocke ruft, wird er sich mit ber Rolle des Zuschauers begnügen müssen, unb die deutsche Leichtathletik wird um einen Spitzenkönner ärmer sein! Wirtschaft. Tiefstand der Zahlungseinstellungen. Die Zahlungseinstellungen in ber beutschen Wirtschaft verharren, wie es im Wochenbericht bes Instituts für Konjunkturforschung heißt, zur Zeit auf einem Tiefstand, wie er seit der Währungsstab• fierung noch nie und in den letzten Vorkriegsjahren nur selten erreicht wurde. Ein Teil des Rückganges ber Zahlunaseinstellungen ist zwar noch nicht auf eine tatsächliche Besserung in der Zahlungsfähigkeit der Schuldner zurückzusühren, in vielen Fällen hat die Hoffnung ber Gläubiger auf die fünf- ige Zahlungsfähigkeit ihrer Schulbner geholfen, die formelle Zahlungseinstellung zu überbrücken. Jedoch darf dieses Moment auch nicht überschätzt werden Denn es liegt eine ganz beträchtliche echte Besserung ber Kreditsicherheit vor, anders wäre es jAcnfalls nicht zu erklären, daß die Zahl der Konkurse und Vergleichsverfahren im Oktober und November nicht gestiegen ist, obwohl saisonmäßig eine sehr starke Zunahme zu erwarten gewesen wäre. Ein jtoongdfarteli in der Zigarettenindustrie? Der Verband der deutschen Zigarettenindustrie hielt am Mittwoch in Berlin eine Hauptversammlung ab, an der fast alle Mitglieder des Verbandes teilnahmen. Wie WTB-Handelsdienst erfährt, fand die Ueberzeugung einhelligen Ausdruck, daß angesichts ber steuerlichen und wirtschaftlichen Besonderheiten der Zigarettenindustrie ein straffer Zu- fammenschluh notwendig sei. Ebenso einmütig war man aber auch der Ueberzeugung, daß ein solcher Zusammenschluß nur möglich sei, wenn er durch einen behördlichen Akt erzwungen werde. Rur auf diese Weise könne in ber Zigaretteninbustrie eine Wirtschaftsführung erreicht werden, die dem All- gemeinintereffe und den befonberen Erfordernissen des Fiskus gerecht würbe Die Hauptversammlung beriet im einzelnen den oorgelegten Satzungsent- wurs eines derartigen Zusammenschlusses. Wenn dabei auch eine weitgehende Uebereinftimmung fest- gestellt werden konnte, so wird doch erst eine endgültige Abstimmung Klarheit darüber schaffen, ob der Gedanke einxs zwangsmäßigen Zusammenschlusses weiter verfolgt werden kann ober nicht. • Reue-Arbeitsbeschaffung bei ber I G Farbenindustrie AG. Der Wille ber Regierung, die Arbeitslosigkeit auch den Winter hindurch wirksam zu bekämpfen, findet eine tatkräftige Unterstützung in dem neuen Leuna-Projekt der IG Farbenindustrie AG Die Leuna-Werke werden ihre Benzinproduktion durch Hydrierung von Braunkohle steigern. Dadurch werden im Betriebe unb in den Vieferinbuftrien mehr als 10 000 Kräfte zusätzlich beschäftigt. $ onhurter Börje Mittagsbörse: zurückhaltend. Frankfurt a. M., 14. Dez. Nach ber geftri- gen Belebung scheint sich nun wieder die übliche Dezemberstille durchzusetzen. Ein Zeichen für die freundliche Grundstimmung war es jedoch, daß die Kurse, wenn überhaupt, so meist nuf um Bruchteile eines Prozentes gedrückt waren. Von Montanwerten gaben stärker nur Mannesmann um 1,13 d. H nach, Mansfelber, Rheinstahl und Stahloerein erhöhten sich um bis 0,50 v. H-, dagegen lagen Harpener unb Klöckner je 0,25 o. H niedriger. Elektroaktien lagen ziemlich einheitlich schwächer. AEG und Licht & Kraft je 0,50 v. H , Schlickert 0,75 o. H. unb Bekula 1 v. H Während JG.-Farden und Scheideanftall ihren Vortagskurs halten konnten, gaben Dt. Erdöl 0,65 v H. nach Dagegen lagen Kunstseideaktien freundlich auf Die neuen Einsuhrzollbestimmungen Schiffahrtswerte büßten bis 0,50 o. H. ein, ebenso Reichsbankanteile Daimler verloren 0,25 v. H., dagegen waren Adler- Kleyer .im Freiverkehr mit 30 o. H. um 1,50 v. H gebessert. Der Verlauf brachte infolge der Geschäfts- stille um ca. 0,50 bis 1 o. H abbrörfelnbe Kurse, später konnten sich IG. Farben, Gelsenkirchen unb Rheinstahl mieber befestigen. Fester waren lebtgfid) Süddeutsche Zucker mit plus 1 o. H. Der Rentenmarkt tag vernachlässigt, Altbeptz 0,40 o. H gedrückt unb Später weitere 0,25 v H niebri- ger, Neubesitz allerdings nach den ersten Kursen leicht gebessert, ebenso späte Reichsschuldbuchforde- rungen um 0,25 o. H Stahloerein Bonds zogen 0,40 o. H an. Altbesitz waren am Schluß der Vorfe um 0,25 o. H. höher. Der Vfanbbriefmarft zeigte nur geringe Umsätze und war fast völlig unverändert. Rhein. Hypotheken Gold plus 0,50 o. H. von Stabt- anleihen gaben 7 v-H. Frankfurter von 26 1 vH unb 6 o. H Mainzer je 0,50 v. H. nach, 6 v. H. Frank- furter Wertbestänbige waren um 3 v. H. fester 6 v. H Darmstadt kamen nach Pause ca. 3 v. H. niedriger zur Notiz Staats- und Länderanleihen lagen behauptet, von Auslandsrenten zogen Schweizer Bundesbahn-Anleihen um 2 dis 2,50 v H an. — Tagesgeld blieb zu 3,50 v. H unverändert. Abendbörse: zurückhallend, aber widerstandsfähig. Auch an ber Abenbbörse hielt die schon im Mit- tagsocrkehr herrschende Zurückhaltung weitaehend an. Umsätze waren nur sehr selten An sich war die Haltung aber weiter widerstandsfähig. Einzelne Kurse bröckelten angesichts der kaum zu überbieten- den Geschäftsstille um Bruchteile eines Prozentes ab. An den Rentenmärkten waren ebenfalls kaum Umsätze zu verzeichnen. Reichsanleihen und späte Reichsschuldbuchforderungen lagen auf Mittagsbasis unverändert. Zertifizierte Dollarbonds blieben freundlich veranlagt und lagen meist um 0,50 o H höher. Von Auslandsrenten gingen Schweiz. Bun- desbahnanleihen nach ber Befestigung von heute mittag um 0,50 bis 1 v. H zurück U. a. notierten: Reubesitz 16,55 bis 16,52'/,, Altbesch 89,75, Schutz- gebiete 8,72'/», 4proz Schweiz. Bundesbahn-An- leihe von 1912 127,50, 3"»proz. bto. 121,50, Reichsbank 162,25, Gelsenkirchen 54, Mannesmann 59, Phönix 42,25, Stahloerein 35, AEG. 23,65, Bekula 116,13, Daimler 32, Deutsche Linoleum 42,75, IG Farben 123, iGMfürel 84, Holzmann 64HO Frankfurter Lchlachtvichmarkt. F r a n k f u r t a. M.. 14. Dez. Auftrieb: Rinder 55 (gegen 43 am letzten Donnerstagmarkt), Kälber 906 (884), Schafe 468 (351) darunter 166 (146) Hämmel, Schweine 945 (595). Rotiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Reichsmark: Kälber, Sonderklasse, nicht notiert, andere a) 38 bis 40, b) 34 bis 37, c) 30 bis 33, d) 25 bis 29. Hämmel b2) 26 bis 27, c) 23 bis 25, d) 19 bis 22; Schafe e) nicht notiert, f) 18 bis 21, g) 13 bis 17. Schweine a) 49 bis 50, b) 47 bis 49, c) 46 bis 48, d) 43 bis 47. Im Preisoergleich zum letzten Donnerstag zogen Kälber um 2 bis 3 Mark an, Hämmel und Schweine lagen behauptet, während Schafe bis zu 2 Mark einbüßten. Marktoerlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, geräumt Schweine ruhig, geringer lieber- stand. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 911 Viertel Rindfleisch, 149 ganze Kälber, 48 ganze Schafe bzw. Hämmel und 500 Schweinehälften. Preis für ein Zentner frisches Fleisch in Reichsmark: Ochsen- und Rindfleisch! 45 bis 52, II 45 bis 50, Bullenfleisch 45 bis 50. Kuhfleisch II 32 bis 38. III 23 bis 28. Kalbfleisch II 60 bis 68, III 50 bis 60. Hammelfleisch 55 bis 60. Schweinefleisch I 63 bis 70. Geschäftsgang rege. Mannheimer Vichmarkt Mannheim, 14. Dez. Auftrieb: 33 Kälber, 27 Schafe, 101 Schweine, 282 Ferkel, 145 Läufer. Es kosteten das Stück: Ferkel, bis sechs Wochen alt, 5 bis 8 Mark, über sechs Wochen alt 11 bis 17 Mark, Läufer 17 bis 19 Mark. — Marktverkauf für Ferkel und Läufer ruhig. Mannheimer vetreidevörje Mannheim, 14. Dez. Weizen (inländischer, 76/77 kg, frei Mannheim 19,90 bis 20 Mark, per Dezember Bezirk 9 19, Bezirk 10 19,20, Bezirk 11 19,50; Sommerweizen (80 kg) 20,20 bis 20,30; Roggen (71/72 kg, süddeutscher, frei Mannheim) 16,75 bis 16,90, per Dezember Bezirk 9 16,10, Be- zirk 8 15,80; Hafer (inländischer) 14,25 bis 14,50; Sommergerste (inländische, Ausstichware über Notiz) 18 bis 19, Gerste (Pfälzer. Ausstichware über Notiz) 18 bis 19, Futtergerste 17 bis 17,50; Mais (ii Sack) 19,50 bis 19,75; Erdnußkuchen (prompt) 16,75 bis 17; Sojajchrot (prompt) 15 bis 15,25; Rapskuchen 14; Palmkuchen 15.50 bis 15,75; Kokoskuchen 17,50, Sesamkuchen 17; Leinkuchen 17,25; Trockenschnitzel (ab Fabrik) 9.50; Rohmelasse 18,50; Wiesenheu (loses) 6,20 bis 6,60, Rotkleeheu 6,50 dis 6,80; Luzernekleeheu 7,20 bis 7,60; Stroh, Preßstroh, Roggen-Wei,zen 2, Hafer Gerste 1,80 bis 2, geb. Stroh, Roggen-Weizen 1,40 bis 1,70; Hafer-Gerste 1,20 bis 1.40; Weizenmehl (Spezial 0, mit Austauschweizen) per Dezember 29 40. per Januar 29,40, per Februar 29,40. Weizenmehl (Spezial 0, aus In- landweizen) per Dezember 27.90, per Januar 27.90, per Februar 27,90. Roggenmehl (70'60 v. H., norddeutsche, prompt) 22 50 bis 2-3,50; Roggenmehl (Pfälzer und süddeutsches, promot) 23,50 bis 24 50; Weizenkleie (fein, mit Sack) 10,75 bis 11; (grob, mit Sack) 11,25 bis 11,50. Roggenkleie 10,50 bis 11,50; Weizenfutlermehl 12; Roggenfuttermehl 11,50 vi» 12.75. Weizen nachmehl 15,25 bis 16 50 Mark — Tendenz Infolge des anhaltenden Frostwetters wurden die Preise für Brotgetreide erhöbt. Futtermitte* liegen nach wie vor fest ©ropr Strafkammer Stehen. Die Taren eines gewohnheitsmäßigen Verbrechers fanden gestern ihre Sühne. Der Gärtner Rudolf Ciebener, zur Zeit in ber Strafanstalt in Ziegenhain, ber schon vielfach vorbestraft ist. erhielt wegen mehrerer einfacher unb schwerer Diebstähle, begangen in Gießen und Friedberg, eine G e - samtzuchthausstrafe von 7 Jahren 6 Monaten. Aberkennung ber bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre, außerdem ordnete bas Gericht nach Verbüßung ber Strafe Stellung unter Polizeiaufsicht an. Der Angeklagte, dem beachtliche Wenc in die Hände fielen, benutzte die Abwesenheit von meist TOanfarbenmietern, um in die Wohnungen einzudrechen vor einiger Zeit stand er wegen derselben Verbrechen in Frankfurt vor Gericht, in nächster Zeit sieht er feiner Aburteilung in Darmstadt entgegen. Der zur Zeit in Haft in Mannheim gehaltene Chr Sch. wurden wegen Betrugs zu 6 Monaten Gefängnis ocrurteilt. Der Angeklache wohnte in Grünberg zur Miete, ohne seiner Wirtin den fälligen Mietzins zu zahlen. Er brachte sogar noch ein Fahrrad, das man ihm zum Gebrauch über- lassen hatte, auf unredliche Weise an sich Der Staatsanwalt beantragte ein Jahr Zuchthaus. Das Gericht hielt die Strafe ber Vorinstanz aufrecht. Im August dieses Jahres fuhren die Angeklagten F. W. und E. R. aus Alsfeld beim Passieren bes Dorfes Eifa mit ihren Motorrädern ein zwei- jähriges Kind an, das kurz darauf an einem Schädelbruch verstarb. Born Gießener Schöffengericht wurde W. zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Im Falle R. erfolgte Freispruch. Die gegen dieses Urteil von W. unb ber Staatsanwaltschaft eingelegte Berufung wurde gestern zurückgewiesen. ®etpinnan$iufl 3. Klasse 42. Preuß'sch-LSbbenksche (268. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verböte* Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefalle». trab zwar je einer aus Ne Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I »nb II 1. Ziehungstag 13. Dezember 1933 3n der heutigen Bormittagsziehung wurden Gewinne über 240 M. gezogen 2 eewtane «■ 60000 SOL 7125 4 ®ewinne in 3000 M. 303270 328428 4 »«Winne m 2000 M 204667 269370 6 »ewmne in 1000 «L 66836 314740 12 Gewinn« ,, 800 M. 31874 68094 88089 99808 239399 36 Gewinn, n 600 HL 36501 74970 99672 105717 118984 160950 170404 211338 224089 225346 233887 291249 297560 386740 387780 178 *«W.nn. in 400 M. 835 1683 9657 14725 24060 24982 25337 29043 30781 36060 38019 39140 40475 47130 47163 53844 56711 57975 60787 66411 77849 86043 85206 98445 112467 130020 143990 152070 155989 161601 163217 177912 185072 185928 192471 202362 204982 212507 217076 221232 224767 225702 226870 232420 244139 217701 252985 255782 256758 258618 258743 281574 283063 287496 287735 289899 300523 314075 314720 325606 330247 345246 348619 350672 351225 352410 360271 361722 364376 369818 370220 373468 388396 395171 396430 372349 85347 82679 180455 294859 13769 34517 48206 82653 143253 176378 204260 225385 249655 276318 296418 344374 353110 370852 In ber heutigen Nachmittaasziehung wurden Gewinne über 240 M. gezogen 2 Gewinn, m 10000 SOL 39659» 2 Gewinne,n 5000 DL 334706 . 6 »«winne ,n 2000 M. 60008 142189 157432 20 »ero nne >n 1000 UL 17261 73463 75422 99694 109234 141605 210174 238108 295492 393188 20 Gewinne n 800 M 10705 62372 86109 112872 149049 227681 229490 244909 373558 389105 66 ®ew nne in 500 ®L 6182 27214 60754 64579 65733 81054 88912 93714 99€60 103165 116896 123736 144692 175641 177761 200616 201480 216692 222583 223133 291308 314961 316130 101239 145866 170154 194889 206047 221765 2j8004 293819 312413 341274 378613 107073 152473 180169 198439 208169 233314 272743 295593 322768 352993 387029 114934 157976 185803 204324 212368 236317 2 907 i8 307012 326619 359774 388893 105880 146761 179241 195827 208089 232730 260603 294577 321278 342593 380147 108655 154382 181171 200778 208745 233396 280435 300234 326149 358367 388031 316214 364356 369338 372433 395607 192 Gewinne ,n 400 W. 849 7888 9248 14429 18430 19754 20615 23770 24742 45126 46320 48269 50678 54749 55075 55693 56599 76437 84718 87015 99099 13450 43210 55150 100104 135443 166909 194883 • 219563 241945 283300 309136 333882 367176 394912 80 TageSprämien. Auf kbe gezogene Nummer sind 2 Prämien »u je 104M) 91 Di g. fallen, unb Aroar e eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Anleitungen i und n. 25840 37558 155639 237454 296206 810464 334520 348381 358233 386284 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beichlofjenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 vH.. Lombardzinsfuß 5 o. H. trenf-u- y. für» Mmii Ndend- fw» l^luff Dtitte* Otitum 13 U 14 1/ 13 U ] 14 12 ß . ftutio Srtcfcennlrtbr v 1917 92.5 101.75 93 102 92.9 102 92.9 fketn 7% 11 tNffdieanl v i 102 651 flovng.flnlrtSr von 1930 ®eud mU *u*lo|.-Hi<-nunetiinS 95 4 95.4 95.4 4% Cenrrmtsr-t^ (ici&rrnn 16.5 16 — 16 4,90% CV*rmH(601w . 'vtvftite 0.80 0.65 9.65 O.f) «*e Untfarltd)# tfiHBtrntt 5.1 i 5.05 5.1 '.OS 4 » lUtfl-mi r< _ -trntto. 191< 5 i 5 4.75 h-SL rc» l'-'i ’ 4.9 5 • , 4.73 ecu N * 1 - 1 4.0* 4% Uxhl* ZnL.--.nde nee i»u 4.65 M .65 4.1 4.9? * * 445 tran-'ur a V Berlin C*a>lun-' für* | crWiue . Ndertd- Mrl rur« Uh aq, d»re Datum U 12 14 l Id 12. 14 12 4% 6ceuL «en, 11 5 5.05 — 5% Äumän oerrlnd Sitnlr o. 1903 4.4 4.5 * 5°„Wutnan »rtelnb Rentev lSiS .75 • .75 6.9 6,9 4% Äumdntid’f vereind. Krnw 3,4 3.4 1,35 .35 814X Änatdltrr ’4.9 25 25 'ammitg.flmrnfn. tatet 0 <7,5 26.5 27.25 26.25 Sfmbura.^üftam. tamr|idjt|| 0 — 22.65 Ian |a-Ta» pf 0 • 14 14 iorvdeunLet Li§vd . 0 .'9.25 28 4 29.25 28.25 l.t> fJi ^rrtehnwefen Mr. 0 S8 5 57.25 57.25 57.5 Verlmer CmrDrli^cIfindKifl 4 84 84 84 64 uv7 «neat-e'anl 0 44.5 44 <4.5 44.25 -und* 8an! und Zutant» ®fi,U1d>ah ...... 0 19.75 49.25 43.75 49.25 rreedne, f-tadten« ........... 54.5 54 54.4 54 Tt ..... <6.25 45.5 4t 45.5 H'O) ar’n-eitn4?0,75 50 )0.75 50 OftähaeteUldtaÜ............. 0 59.5 59,5 u 64.5 79 67 66.75 pWW Wwunn . . Setntnucerf peixiderg ...... 0 - tamiwctl fl jrnäßt ...... 0 LLtUtde« «adendotrt ..... 1 — — 91 „91 flfu (»IjfmHr.f »xT.ißrfbe) .. M.75 37 16,5 37.5 ftembetg ......... 42 42.25 41 41 .75 44 46.75 47.5 <5.13 44.25 4,25 . ...... «MfrnNni ....... tr'gnn »a» .......... 4,5 34.5 7 - Hl 109.* tatst irr IRgtrttn .......... a. s 32 42,5 12.25 tru:'±f tit.t.-:rum.......... 0 42.75 12.75 42 75 43 Crrnftrln t 8cri?d ......... — — 10 13 .1.25 frnlMrti tb* 4.60 14.65 ■39.75 14.9 146 4ba3« .......... u* 1» 139 'N Z _ 176,5 4es**iwei ......wmm. 4n)en ................ 0 c 137 — 1 136.75 11.1 1374 | — 136.5 «ai'ntmhirrtff fctd* lOL.. « M - - €4Bfcettfld>rt Rita ......... » 175 •76 1 175.2S 175.25 Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a 2R 13- Oa erntet U-tteumSc emthdN Xe-tenniv <*etr Frv geMMtHt.. 6.064 48.05 6.076 48.15 6.064 48.05 6.076 48 15 •fltco ..... 12.42 <2-44 12 415 12.445 flut-aoe* ... —• * —• S«»w ..... J.047 3.053 J.O47 J .0'3 foiunto ... 168 68 169 02 168.68 169 02 CSU 69.03 69 17 68.93 69.07 eaprutiam 61 .34 61 4t 61.24 61.36 Etodbaltn 70.83 70 97 70.73 70.87 dondan 13.74 13.78 13.73 13.77 6urnoe lirr! 0.663 0.667 0.658 0.662 ÄruDod 2.722 2.728 2.717 2.723 »räflH..... 58 24 58.36 58 22 58.34 .■»•tim..... 22.02 22.« 71.98 22. "2 8tni ..... 16.40 16.44 16.40 16.44 ... 81 12 81.78 11.02 81.11 r ragten .... 34.27 34 33 14.22 34 21 Tar.ite .... 81.49 81,65 81 49 81 65 .lapan 1h» de Aan. 0 849 0.151 0.827 0.829 0.226 0.226 0.226 0.221 ■hta.-P.aw«. fcu-.afcee .... • 5 594 5.60# 5.644 5.656 12.51 12 5? 12.51 12.53 Z'erfln 14. O; mwi <*«1» Vaten............. 2,67 2.69 ttaftlte 9wta ............... M 0» 58 30 tar................ 60 98 6i n •ngtttdw Unten .............. 13.69 13 75 Xewn ............... 16.36 16 4) .ra.-r-t'Tr ............ 21 86 21'M unr 11 fiotra 80.14 34 06 ii.M UngaztiOx 9UMS...............