Nr. 294 Erstes Blatt 183. Jahrgang Freitag, 15. Dezember 1933 6tld)etni iNgllch, autzo Somttaas und (Yeiertag» Beilagen. Dir Jlluftnertr Giestener Familien blätter Heimat im Biid Die Scholl» fflonatst Bezugspreis: Mit 4 ‘Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Herrrsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift sür Drahtnach» richten Anzeiger fliehen. Postscheckkonto. Krontturt am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger sür Oberhessen t)m Das Preisgericht für den vom Reichspressechef der NSDAP. Dr. Otto Dietrich ausgefchriebenen Journalistenwettbewerb ist nunmehr folgendermaßen zusammengesetzt worden: Vorsitzender: Reichsminister Dr. Goebbels, Mitglieder: Dr. Otto Dietrich, Hauptmann a. D. Weiß, Führer des Reichsverbandes der Deutschen Presse, Chefredakteur Silex- Berlin (DAZ.), Chefredakteur Weise (Berliner Redaktion der „Rheinisch-Westfälischen Zeitung"), Chef vom Dienst der NSK. Hellmut Sündermann. Aus oder Welt Sechs Kinder Todesopfer eines schweren Eisenbahnung ücks in pofen. Posen, 15. Dez. (WTB. Funkspruch.) vor den Toren der Stadt Posen ereignete sich heute morgen ein schwere» Eisenbahnunglück, dem mehrere L.en- schenleben zum Opfer gefallen sind, vor der Einfahrt zum Hauptbahnhof fuhr ein Personenzug auf einen dort haltenden Zug, der n u r m i l Kindern beseh war. Drei Wagen des haltenden Zuges stürzten infolge des Zusammenstoßes d l e Böschung hinunter. Aus den Trümmern konnten bisher sechs Kinder als Leichen geborgen werden. 14 Schwerverletzte wurden festgestellt. vier Todesurteile gegen die BvG-Räuber bestätigt. Das Reichsgericht in Leipzig hat die vier Todesurteile gegen die Berliner BVG- Räuber bestätigt, die in den vergangenen Jahren nicht weniger als 13 Raubüberfälle ausgeführt hatten, u. a. auch den großen verwegenen lieber- fall auf den BVG.-Lohnaeldtransport am 15. September 1932 vor dem Charlottenburger Rathaus. Die jugendlichen Räuber gehörten sämtlich fern- munistischen Organisationen an. Auch die übrigen Der neue Zivilprozeß nachdemGesetzvom2I.Okt.4933. Von Richard Schudt, Landgerichtsdirettor i. 3t I. Es ist im Rahmen eines Aufsatzes in einer Tages- Zeitung nicht möglich, umfassend und eingehend In- halt und Aufgabe der Novelle zur Zivilprozeßordnung (ZPO.) vom 27. Oktober 1933 zu behandeln und einer Kritik au unterziehen. Nur einige Gedanken grundsätzlicher Art sollen behandelt und damit eine Darstellung der hauptsächlichsten Neuerungen Der- bunöen werden. Die zur Zeit geltende ZPO. ist eines der ersten Justizgesetze des neuen deutschen Reiches und ist in der ursprünglichen Fassung am 1. Oktober 1879 in Kraft getreten. Sie ist anerkanntermaßen eines der besten Gesetze jener Zeit gewesen. Daß ein Gesetz, das vor mehr als fünfzig Jahren erlassen ist, im Laufe seiner Geltungszeit Aenderungen erfahren mußte, ist ganz selbstverständlich. Die Aenderung der wirtschaftlichen Verhältnisse, die Fortentwicklung der Rechtsprechung, der Prozeßwissenschast, der Rechtsanschauung überhaupt, auch die zwischenstaatlichen Beziehungen der Völker zueinander gaben Anlaß zu zahlreichen Novellen zur ZPO. Grundlegende Aenderungen sind damit aber bisher nicht herbeigeführt worden und man kann auch nicht behaupten, daß durch die häufig ad hoc erlassenen Abänderungsbestimmungen eine wirkliche Besserung erreicht wor- den wäre. Die Novellen waren Flickwerke und Notbehelfe, durch die Einzelheiten geändert, vielfach nicht einmal verbessert wurden. Diese zum Teil auf sog. Notverordnungen beruhenden Neuerungen sind vielfach nich^in die ZPO. eingearbeitet, sondern nur auf ihrem Stoff aufgeklebt worden. Es ist deshalb verständlich, daß die Regierung des jetzigen neuen Reichs trotz der Veröffentlichung eines Entwurfs einer neuen ZPO. im Jahre 1931 dazu geschritten ist, alsbald nochmals eine Teilreform der ZPO. in Angriff zu nehmen. Das Gesetz vom 27. Oktober 1933 unterscheidet sich, wie der Direktor im Reichsjustizministerium, Volkmar, in der Juristischen Wochenschrift 1933, Seite 2427, ausführt, grundsätzlich von den früheren Novellen zur ZPO. Es will, wie die Prozeßnooelle vom 13. Februar 1924, grundsätzlich reformieren und den von dieser Novelle unternommenen Versuch, das Verfahren wesentlich schleuniger, lebensnaher und volkstümlicher zu gestalten, entschlossen zu Ende führen. Volkmar — man darf annehmen, daß er wesentlichen Anteil an der Abfassung des neuen Gesetzes hat — führt dazu weiter aus, daß der Abschluß der Gesamtreform des Zivilprozesses noch verhältnismäßig lange Zeit erfordere, daß aber mit der Durchführung der grundsätzlich wichtigsten Reformen des Derfahrensteils der ZPO. nicht mehr gewartet werden könne. Denn die im Zuge der nationalen Revolution liegende Erneuerung unseres Rechts, die unsere gesamten Rechtseinrichtungen volkstümlich gehalten und der neuen Staatsauffassung unpassen soll, könnten sich nicht auf das Gebiet des materiellen Rechts beschränken, auf dem sie schon so machtvoll eingesetzt habe. Sie müsse sich mit gleicher Kraft und vornehmlich auch auf das Zivilprozeßverfahren erstrecken, von dessen Brauchbarkeit für das Volk letzten Endes der praktische Wert unserer ganzen Prioatrechtsordnung abhänge. Das neue Gesetz schließt sich in dem Bestreben, das Verfahren zu beschleunigen, lebensnäher und volkstümlicher zu gestalten, in der Hauptsache dem Ent- rourf 1931 an. Das wird man billigen müssen. Hier liegen die Hauptmängel des geltenden Rechts. Auch Rosenberg, Leipzig (früher Gießen), der in der Zeit- schrift für Zivilprozeh sonst ziemlich scharf Kritik am Entwurf 1931 übt, erkennt an, daß der Entwurf im Erkenntnisverfahren viel Gutes und manchen Fortschritt im einzelnen bringe; insbesondere lobt er die Energie, mit der der Entwurf die Unmittelbarfeit der Beweisaufnahme durchsetzt - und die Beschleunigung des Verfahrens erstrebt. Die alte ZPO. kennt zwar auch die Grundsätze der Mündlichkeit und Unmittelbarkeit des Verfahrens, auch sie geht grundsätzlich davon aus, daß die Verhandlung vor dem Gericht eine mündliche sein und die Beweisaufnahme sich vor dem erkennenden Richter selbst abspielen soll, damit dieser einen unmittelbaren Eindruck aus ihr gewinnen und sich sein Urteil auf Grund dieses Eindrucks bilden soll. In der Praxis hat sich dieser Grundsatz nach und nach in das Gegenteil verwandelt. Die Gründe hierfür näher zu erörtern, würde zu weit führen. Sie sind meines Erachtens sowohl bei den Gerichten wie bei den Parteivertretern zu suchen. Alle bisherigen Novellen haben keine wirksame Abhilfe gebracht. Einer der schlimmsten Mißstände im bisherigen Verfahren ist die Prozeßverschleppung. Auch hier muß die Schuld allen Prozeßbeteiligten beigemessen werden. Sie ist eine Folge der Grundein- stellung der ZPO., die von dem (Grundsatz ausgeht, daß der Zioilprozeß dem Parteibetrieb unterliege. Daraus resultiert bann die Einflusslosigkeit des Gerichts auf den Weitergang des Rechtsstreits. Sie führt weiter dazu, daß immer neue Behauptungen und Beweise bis in die zweite Instanz nachgebracht werden und so das Verfahren ins Unendliche ver- schleppt und kompliziert wird, eine Möglichkeit, die namentlich von böswilligen Schuldnern bis ins Letzte ausgenutzt zu werden pflegt. Dabei werden häufig auch ins Blaue hinein Angriffs- und Verteidigungs- Mittel vorgebracht und Behauptungen aufgestellt, selbst solche, von denen man weiß, daß sie nicht der Wahrheit entsprechen. Die Novelle 1924 hat in dieser Hinsicht schon eine Besserung angestrebt, doch der Erfolg war gering. Volkmar weist a. a. O. in diesem Zusammenhang mit Recht darauf hin, daß die Grundeinstellung dieser Novelle ihr mancherlei Mißtrauen, ja Feindschaft zuzog und daß namentlich große Teile der Anwaltschaft, in ihr „eine Verkümmerung geheilig, ter Partei- und Anwaltsrechte, Rückfälle in veraltetem Polizeigeist" erblickten. Bei dieser Einstellung war es natürlich auch für die Richter nicht leicht, rücksichtslos von den neuen Rechtsbehelfen der Novelle zur Beschleunigung des Verfahrens Gebrauch zu machen. Man wird Volkmar zustimmen müssen, wenn er meint, jetzt sei die Zeit der halben Lösungen überwunden und daß man das als notwendig Er- kannte auch ganz tun müsse. Deshalb fei es Zeit, die alten Vorschriften in dem Sinne zu ergänzen, „daß die dem Gericht gegebene Möglichkeit, durch straffe ÄonAentrierung des Streitstoffes das Verfahren zu beschleunigen, soviel als irgend möglich verstärkt und gleichzeitig durch die damit verbundene Steigerung der Unmittelbarfeit und Lebendigkeit des Verfahrens die Garantie für die Wahrheitsfindung und damit für die Güte der Entscheidung erhöht werden. Nun wird es Sache der Gerichte und der Anwälte sein, an dieser großen Ausgabe gemeinsam und in gegenseitigem Verständnis mitzuarbeiten. Manch einer wird sich umstellen und umlernen müssen. (Fortsetzung folgt.) Urteile, die schwere Zuchthaus st rasen aus- sprachen, wurden bestätigt. Lediglich ein der Hehlerei Angeklagter wurde amnestiert. Ein weiteres Opfer des Fuhlsbütteler Flugzeugunglücks. Die Zahl der Opfer des schweren Flugzeugunglücks im Flughafen Fuhlsbüttel hat sich auf sieben erhöht. Der schwer verletzt ins Barnbecker Krankenhaus eingelieferte zweite Flugzeugführer Gabbert ist in der vergangenen Nacht verstorben. Autobusunglück in Dresden. In Dresden ereignete sich ein Autobusunglück, bei dem elf Personen leicht und drei schwer verletzt wurden. Trotzdem der Führer des mit 22 Personen besetzten Autobusses die abschüssige Straße mit äußerster Vorsicht passierte, verlor er infolge der Glätte die Gewalt über das Fahrzeug, das gegen einen Stahlmast der Straßenbahnleitung stieß. Von den Fahrgästen wurden einige durch die Fensterscheiben ins Freie geschleudert. Lebensgefahr besteht bei keinem der Verletzten. Der Führer kam unverletzt davon. Autounglück bei Wilhelmshaven. — Ein Toter, sechs verletzte. In der Nähe von Wilhelmshaven ereignete sich bei dem Ort Sengwarten ein schweres Autounglück. Ein Kraftwagen, der mit sieben Fahrgästen besetzt war und durch Die Glätte der Straße aus der Bahn geschleudert wurde, geriet in einen Straßengraben. Dabei wurde einer der Insassen namens Helmerich sofort getötet und ein anderer namens R e m m e r mußte mit schweren Verletzungen Ins Krankenhaus geschafft werden; an seinem Aufkommen wird gezweifelt. Die übrigen fünf Insassen kamen mit leichteren Verletzungen davon. Sieben Todesopfer eines Eifenbahnunglücks in Frankreich. Auf der französischen Eisenbahnstrecke Pontarlier— Mouchard ist ein Zug in eine Streckenarbeiterkolonne gefahren. Dr-i Arbeiter wurden sofort Setötet und acht verletzt. Vier weitere Streiter find an den Folgen ihrer Verletzungen bald darauf g e ft o r b e n. Drei Schiffe im Stürm gesunken. — 26 Menschen ertrunken. Der englische 500-Tonnen-Dampfer „Pulmore" ist in den schweren Stürmen, die in den letzten zwei Tagen über der Nordsee und dem englischen Kanal wüteten, gesunken. Die neunköpfige Besatzung fand den Tod in den Wellen. Bei den Alands-Inseln hat sich in der Nacht Aum Donnerstag ein Schiffsunglück ereignet, dem 12 Menschen zum Opfer fielen. Die finnische Segelbark „Plus" stieß in der Nähe von Mariehamn im Sturm auf Grund und sank innerhalb weniger Sekunden. Nur vier Angehörige der Besatzung konnten sich retten, während die übrigen 12 ertrunken sind. Von dem Wrack sind nur noch die Mastspitzen über dem Wasserspiegel sichtbar. Fünf Matrosen des Dampfers „Diet", der bei Calais im Sturm gesunken ist, sind als Lei- chen an der französischen Küste angetrieben worden. Drei Mann der Besatzung des untergegangenen Dampfers konnten gerettet werden. * Auf der Höhe von Dünkirchen wurde ein Feuerschiff v on seiner Ankerkette gerissen. Von der siebenköpfigen Besatzung konnten sich vier auf eine Leuchtboje retten, doch konnte den vier Schiffbrüchigen bisher keine Hilfe gebracht werden und man ist um ihr Schicksal sehr besorgt. Als blinde Passagiere zum Südpol. Admiral Byrd, der jetzt von Neuseeland aus eine neue Forschungsreise nach dem Südpol angetreten hat, hat, wie eine englische Nachrichtenagentur erfährt, an Bord seines Schiffes „Jakob Ruppert" drei blinde Passagiere entdeckt. Es handelt sich um junge Leute aus Auckland aus Neuseeland. Sportflieger Schwabe In Kairo. Sportflieger Karl Schwabe startete in Beng- hast zum Weiterflug nach Kairo, wo er nach sechsstündigem Flug, teilweise über Wüstengelände, glatt landete. Nach Teilnahme als einziger deutscher Flie- ger am Oasenwettbewerb wird Schwabe bann den eigentlichen Afrikaf 1 ug, der ihn-zunächst nach Kapstadt führen soll, durchführen. Räuber überfallen den Transsibirien-Expreh. — Sieben Reisende getötet. Der transsibirische Expreß ist bei Tsitsikar um Mitternacht von Banditen zur Entgleisung gebracht und angegriffen worden. Sieben Reisende wurden getötet und acht verletzt. Japa- nische Truppenabteilungen trieben die Banditen mit Maschinengewehren nach kurzem Gefecht auseinander. Acht Kinder bei einem Verkehrsunglück in USA. getötet. In der Nähe von Palatka (Florida) rasten ein Güterzug und ein mit Schulkindern besetzter Last- fraftroagen zusammen. Acht Kinder wurden auf der Stelle getötet, mehrere schwer- und zahlreiche leichtverletzte Kinder wurden ins Krankenhaus geschafft- Riesiger Fabrikbrand m Holland. Von einer gewaltigen Feuersbrunst wurde in einer der vergangenen Nächte die Kakaofabrik W. I. Boon & Co. zu Wormesveer in Holland heim- gefucht. Man schätzt den Schaden auf etwa eine halbe Million Gulden. Einbruch bei den Eltern des erschossenen Sturmführers Maikowski. Einbrecher drangen in die Wohnung der Eltern des erschossenen Sturmführers Hans Maikowski in Berlin ein. Sie entwendeten silberne Schalen, Messer, Gabeln und Löffel. Die Sachen sind meistenteils Preise, die sich der verstorbene Sturmsührer in Sportwettkämpfen erworben hat. Außerdem wurden auch Bekleidungsstücke und einige goldene Schmucksachen wie Ringe und Ketten gestohlen. Da es sich vornehmlich um die Preise handelt, an denen die Eltern besonders hingen, und der Einbruch an sich eine grenzenlose Roheit dem verstorbenen Sturmführer gegenüber darstellt, wird von der Polizei die Oeffentkichkeit um Mit- fahndung ersucht. Ausbruch des Vulkans Merapi. Nach einer Amsterdamer „Telegraaf"-Meldung aus Bandeeng ereignete sich in einer der vergangenen Nächte ein heftiger Ausbruch des javanischen Vulkans Merapi, der etwa zwölf Minuten dauerte. Der Vulkankegel ist auf allen Seiten mit glühenden Felsbrocken bedeckt. In den Ortschaften Babadan und Djokdjakarta ging ein heftiger Aschenregen nieder. Dem Vulkanausbruch gingen heftige Erdstöße voraus. Bisher fei jedoch kein nennenswerter Schaden zu verzeichnen, Raubmord an einem Schäfer. In einem Graben zwischen Lutzingen und Ober- glauheim an der Donau wurde die Leiche des seit dem 19. November vermißten 42 Jahre alten lebigen Schäfers Josef B u n z aus Reinhartshaufen bei Grossaitingen mit furchtbaren Hiebwunden am Kopf aufgefunben. Als der Tat dringend verdächtig wurde der Schäfer M. Körle von Lutzingen feftgenommen. Verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, daß Körle den Bunz im Schäferkarren ermordet hat, um in den Besitz von dessen Barschaft zu gelangen. Kunst und Wissenschaft. Bücher unter dem Weihnachtsbaum. — Ein Aufruf der Reichsschriftlumskammer. Der Präsident der Reichsschrifttumkamme r hat einen Aufruf erlassen, in dem es heißt: Die Nation rüstet sich, das deutsche Weihnachten in einer Einmütigkeit und mit einer so starken Zuversicht zu begehen, wie es uns in den dunklen Jahren, die hinter uns liegen, nie vergönnt gewesen ist. Wenn wir unter dem Weihnachtsbaum stehen, dankbar für das, was uns das Jahr gebracht hat, so sollen auch unsere Geschenke einen neuen Sinn tragen. Denken wir daran, welche Kraft und weich' hoffnungsvollen Trost uns die Werke des guten deutschen Schrifttums in der vergangenen nieder- drückenden Zeit gespendet, wie uns gute Bücher innerlich geholfen haben. Laßt die reiche Fülle unteres deutschen Schrifttums auch unter dem Weihnachtsbaum zu Wort kommen und lebendig werden. Professor Gaede, Karlsruhe, erhalt den Siemensring. Der Stiftungsrat der Siemensring-Stif- tung, die im Jahre 1916 von führenden technisch- wissenschaftlichen Organisationen Deutschlands gegründet wurde, um hervorragende Verdienste um Wissenschaft und Technik zu ehren, hat in seiner Sitzung vom 13. Dezember beschlossen, seine höchste Auszeichnung, den Siemensring, Prof. Dr. Wolfgang Gaede (Karlsruhe i. B.) zu verlechen. Gaede hat sich um die Entwicklung der Luftpumpe zur Erzeugung luftleerer Räume große Verdienste erworben. Lin neue» Deutsche» Theater in Berlin. Die Verhandlungen über die Wiederinbetriebnahme des Deutschen Theaters in Berlin sind zum Abschluß gekommen. Die von Bankier Hamel gegründete „Neue Deutsche Theater G. m. b. H." hat als künstlerischen Leiter Dr. Karl Ludwig Duisberg-Achaz in den Vorstand berufen. Ihm steht beratend der Leiter der Dortmunder Westfalenhalle, F. O h r t m a n n , zur Seite, da eine Zusammenarbeit der Gesellschaft mit der West- falenhalle beabsichtigt ist. Gründung eines Reichserftnderamtes. Im Rahmen des Sozialamtes der Arbeitsfront ist ein Reichserfinderamt gegründet worden. Mit der Leitung wurde Pg. Direktor I e b e n s beauftragt. Das neue Amt befindet sich in Berlin, Alexandrinenstraße 137, und wird zu Beginn des neuen Jahres eröffnet. Jeder Volksgenosse kann sich fortan mit seinen Erfindungen und Neuerun- gen vor der Anmeldung zum Patent und Gebrauchsmuster und insbesondere vor der Vornahme von Auslandspatentanmeldungen an diese Stelle wenden, um sich gründlich beraten zu lassen, ob seine Sache Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg hat. Wettervoraussage. Der Kaltluftherd über dem östlichen Teil Deutschlands und Polens hat sich weiter verschärft und hatte heute morgen Temperaturen von mehr als minus 25 Grad aufzuweisen. Das kalte Winterwetter bleibt daher bestehen, doch wird durch das Mittelmeertief und die über der Ostsee lagernden flachen Störungen mehr Bewölkung aufkommen, wobei vereinzelt auch Schneefälle niedergehen können. Aussichten für Samstag: Wolkig mit Aufklaren, strenger Frost, meist trocken. Aussichten für Sonntag: Fortdauer des kalten Winterwetters. Lufttemperaturen am 14. Dezember: mittags — 6,7 Grad Celsius, abends —11 Grad; am 15. Dezember: morgens —12,8 Grad. Maximum —6,3 Grad, Minimum —14,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Dezember: abends —6,6 Grad; am 15. Dezember: morgens —7,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 7 Stunden. Amtliche Wintersportnachrichten. Vogelsberg. Hoherodskopf: Klar, minus 13 Grad, 20 Zentimeter Pulverschnee; Sport im Walde noch gut. Sauerland. Winterberg: Wolkig, minus 10 Grad, 14 Zentimeter Schnee, verweht; Sportmöglichkeit für Ski mäßig, für Rodel gut. Zugspitze. Schneetreiben, minus 10 Grad, 135 Zentimeter Schnee, 6 bis 10 Zentimeter Pulverschnee ; Sportmöglichkeit sehr gut. Bei schlechtem Wetter die Haut besser schützen! Es regnet und stürmt und Sie müssen ins Freie? Schnell etwas Leckrem! Das schützt die Haut vor Wetterschaden: sie bleibt stets sammetweich u. zart und kann nicht rauh und rissig werden. Leckrem, ein Erzeugnis der Chloro- dont-Fabrik, enthält naturechtes Sonnen-Vitamin. Dosen zu 90,50,22,15 Pfg. in allen Fachgeschäften. io Fortsetzung. Nachdruck verboten! Die Dame steht n Sie es schon viel länger weiß „Ich hätte blind sein müssen, wenn ich es nicht gemerkt hätte, lieber freund! Aber hier ist nicht MM Uz \LgSf\c- v ww- 31 W W W A • Streng reelle Bedienung N ► WA Verschiedenes ä Sonn za Gl sie willkommen I CARL NOWACK Der Vorstand. 75221) Inhaber Carl Heinz Schlüter 7473 A Seltersweg 81 Das gute Spezial-Geschäft Neuer Fernruf 2382 [Vermietungen 1 J Wuiig! Billiges Betönaditsangpöoi! 8OH.TK kt 74 '•> :■ Das i wäre was! der Ort, von solchen Dingen zu sprechen. All die Menschen um uns herum! Nein, hier kann man kein intimes Wort reden. Aber ich habe mich noch vergessen Sie nicht, beim Weihnachtsmann zu bestellen! Die Auswahl schönster Muster ist riesengroß! Kräuterhausjung Gießen, In d. Schulstraße schnell um und fuhr dann mit Handbewegung über Seeburgs Sie wußten, was ich für Sie als Sie selbst?" Vvonne sah sich einer streichelnden Hand. „Sie, 7)öonne? empfinde?" Anzugstoffe In einer riesigen Auswahl 5dnr. 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Es war später geworden, als er gewollt hatte. Bald saß er wieder an seinem Schreibtisch. Es gehörte viel Willenskraft dazu, bei der Arbeit zu sein, denn von jedem Aktenstück leuchtete ihm Doonne Dumonts rassige Erscheinung entgegen. Seeburg aber war nicht der einzige, der sich in Gedanken mit Poonne Dumont beschäftigte. Auch Kriminaldirektor Doktor Miller hatte sein Interesse an der schönen Französin nicht verloren. Freilich waren seine Gedanken weniger zärtlich als die Seeburgs. Das Material, das er über ^oonne Dumont bisher zusammengetragen hatte, befriedigte ihn nicht. Es war bisher nicht festzustellen, ob sie mit Celia Baruska, der verdächtigen Rumänin, identisch war. Alles Suchen nach einer Photographie der Rumänin und der Versuch, ein Bild von ihr zu bekommen, waren vergeblich gewesen. Doktor Miller hatte, was er sonst gern vermied, mit einem Kollegen über den Fall gesprochen. Er hatte ihm von Voonne Dumont erzählt, dabei natürlich Seeburgs Namen ganz aus dem Spiel gelassen und nur erwähnt, daß ein junges Mädchen ein seltsames Gespräch belauscht habe, das in früher Morgenstunde zwischen der Dumont und dem ihr angeblich unbekannten Zimmernachbarn in deutscher Sprache stattgefunden habe, während dies Fräulein Dumont angeblich kein Deutsch könne. Aber der Kollege Werbel, der ein Skeptiker war, hatte Miller ausgelacht. „Wenn Sie weiter keine Verdachtsmomente haben, Kollege, als die Erzählung eines eifersüchtigen Mädels — denn sicher ist da Eifersucht im Spiel —, dann lassen Sie die Finger lieber davon. Nach Ihrer Erzählung liegt die Sache doch so: Ihr Gewährsmann oder besser Ihre Gewährsfrau hat in der Nacht eine Unterhaltung belauscht. Nehmen wir an, das sei richtig. Dabei hat es sich herausgestellt, daß die beiden Zimmernachbarn sich kennen, dies aber verheimlicht haben. Endlich hat der Russe — es war doch der Russe? — das Fräulein Wasdieemt, einfarbig u.bedruckt gute, tragfähige Qualitäten...! 50, 1 25. 1.00 0.80 in Haus und Schule tag, 17. Dezember, abends 8 Uhr, Im Johanneaeaal Adventsfeier Redner: Herr Pfarrer Trapp Instrumentale und gesangliche Darbietungen Stadttheater Wirten mmI' rame>taa,10.Te»br. 20—22.30 Tetitfrfie Bübne Reibe 2: Gerade Mitglieds nummern und freier Bertaut (TrmesoreiieI Wiener Blut. Cnerctte m 3 Akten vonZobann Strauß1 BBH Im Kampf WM gegen die Grippe verwende man OLBAS — das orientalische Heil- und Desinfektionsöl I (Preis pro Flasche RM. 3.—) I I Verlangen Sie kostenlos das I I Merkblatt eurGrlppever- I I htttung and -beaeltignng I mit Probe bei: 07019 Irrtum einsehen." Der Fremde griff an seinen Hut, murmelte ein paar undeutliche Worte und war gleich darauf nach den Linden zu verschwunden Uvonne Dumont lächelte Seeburg dankerfüllt an. „Oh, ich bin Ihnen so dankbar, Herr von See- bürg. Es war so peinlich! Immer hörte ich die Schritte hinter mir. Und französisch schien der Herr nicht zu verstehen. Man ist so hilflos in einem fremden Lande, wenn man seine Sprache nicht kennt? Was hatte ich nur gemacht, wenn Sie nicht als rettender Engel erschienen wären? Ich bin ganz krank vor Aufregung." „Dann müssen wir etwas für Ihre Stärkung tun, Mademoiselle Dumont. Oder" — er zögerte — „darf ich sagen, Fräulein Yvonne?" „Oh, Sie wissen auch meinen Vornamen? Es klingt hübscher, wenn Sie Fräulein Vvonne sagen, als das steife: Fräulein Dumont." „Ich werde sehr gern das sagen, was besser klingt, Fräulein Yvonne! Aber Sic müssen nach dem Schreck nun wirklich eine Kleinigkeit genießen. Darf ich Sie zu einem kleinen Lunch einladen?" ,Hch habe hier an der Ecke ein nettes Cafö gesehen. Es erinnert mich sehr an Paris. Man hat kleine Tische auf die Straße gestellt, wie bei uns. Und es ist eine sehr belebte Ecke, selbst für Berlin. Wollen wir dort hin?" „Aha! Sie meinen offenbar Kranzler, Fräulein VJoonne?! Bitte, hier entlang! Es sind nur ein paar Schritte." Auf dem kleinen Balkon im ersten Stock nahmen Poonnc Dumont und Seeburg Platz. Pvonne bestellte für sich Kaffee, und Seeburg, der durch die Begegnung um seine Mittagmahlzeit gekommen war, ließ sich auch ein paar belegte Brötchen geben. Als der Kellner sich nach Erledigung seines Auftrages wieder entfernt hatte, ergriff ®Donne impulsiv Seeburgs Hand mit einem warmen Druck. „Nochmals meinen Dank für Ihre Hilfe, Herr Baron! Sie sind erschienen wie der Ritter Sankt Georg, oder, wie heißt doch der jugendliche Held Dumont anders angeredet, als wie sie heißt. Na, Kosenamen oder gamllienbezeichnungen sind manch« mal das Verrückteste, was man sich vorstellen kann. Da findet sich kein Mensch zurecht. Und gehört hat das junge Mädchen dazu den angeblichen Qlaniin nur durch die Tür. Warum die beiden oerheim« üchcn, daß sie sich kennen, weiß ich auch nicht. Wi« Sie aber auf diesen simplen Tatsachen ein ganzes Verdachtsgebäude aufbauen wollen, ist mir nicht verständlich. Nun ist noch von den geheimnisvollen Leuten in Paris die Rede gewesen, die ungeduldig werden. Und die Frau hat sich beflogt, daß sie nicht weiterkommt. Ja, Kollege, das kann sich doch schließlich auf alles mögliche beziehen. Endlich will die Dame, die Ihnen bie Mitteilunacn Machte, noch den Namen ihres Angebeicnen gehört Haden. Dich Dumont hat wahrscheinlich einen ganz anderen Namen genannt. Aber daß ein verliebtes Mädchen denkt, alle Welt beschäftige sich mit ihm, das sollte wohl ein so erfahrener Kriminalist doch wissen. Also woraus, in aller Welt, stützt sich nun Ihr Verdacht? Auf das Gerede eines eifcrsüchtiacn Mädels? Offenbar doch auch darauf, daß der heimnisvollc etwas Feuer gefangen hat Dahir kann doch die hübsche Französin nichts! Allo, da Sie mich gefragt hoben — meine Antwort lautet: Hände weg! Wirkliche Verdachtsgründe liegen nicht vor, und Sie sitzen eines Tages schön in der Tinte." Verstimmt hatte Doktor Miller das Zimmer des Kriminalrats Werbet verlassen. Was Werbel gesagt halte, war nicht zu widerlegen. Aber Werbel und Doktor Miller waren sich noch nie einig gewesen. Werbel glaubte nur an Tatsachen. Aber Doktor Miller schwor darauf, daß zum Kriminalisten noch mehr gehöre. „Witterung!" nannte er es. Es war etwas Gefühlsmäßiges. Und es hatte Miller bisher selten getäuscht- Wenn Miller „Witte- rung" hatte, dann trug er natürlich auch noch Tat- fachen zusammen. Der Verdacht genügte natürlich nicht. Es mußten selbstverständlich Beweise sein. 9. Kapitel. Aber darum handelte es sich ja gerade, diese Beweise zu beschaffen. Das war bisher nicht gelungen. Das stimmte! Ja, wenn Irene einen beliebigen Vornamen gehört hätte? Aber es war doch der Vorname einer Frau gewesen, die als verdächtig bekannt war. Und wie hätte Irene auf diesen Namen kommen sollen, den sie noch nie gehört oder gelesen hatte? Freilich gab es auch andere Menschen mit dem gleichen Vornamen. Wenn Miller nicht um Seeburg in Sorge gewesen wäre, wahrscheinlich hätte er die Sache auch fallen lassen. Doch Seeburg war es schließlich wert, daß man ihm zuliebe auch einem Fall nachging, der nicht klar lag. Zeigte sich, daß Fräulein Dumont wirklich harmlos war — nun, dann konnte man die Akten immer noch schließen. Aber die Flinte ins Korn werfen, weil das Wild nicht fo leicht zu erlegen war, das war nicht Doktor Millers Sache. (Sortlehunq folgt.) Ich weiß es jetzt: „Nun, Fräulein yoonne. Sankt Georg und sieg- fried hatten beide gefährlichere Kämpfe zu bestehen? So schlimm war es denn doch nicht. Der Herr, der Sie so in Schrecken versetzt hat, war durchaus harmlos. Ader wir wollen über eine solche Selbstverständlichkeit doch nld)ljo viele Worte verlieren Es war mir eine große Freude, gerade Ihnen dehUflich zu fein. Aber im Grunde genommen eine Selbstverständlichkeit.. aus her Oper Ihres großen Komponisten Wagner? I zu revanchieren für Ihre Einladung hier Trinken — Ich weiß es ictzt: Sieg rtcd. Sie heute eine Taffe Tee bei mir! Dann dürfen m * ä. < r — _ I* /fl____..mR iCiA«. — ■« «m« w S aa <» aIuip mit »ran 'Mio rton of a .LH! Die edlen Ritter in Ihren Märchen und Sagen waren nicht so kühl, Herr Baron. Wenn ich gcltlen habe, daß sie haben bestanden Abenteuer iur eine Dame, sie haben immer gefordert — und ich glaube, auch einen Dank erhalten." Em feuriger und zugleich schelmischer Blick traf Seeburg. Der sah ^oonne Dumont im ersten Augenblick nur belustigt an. Aber in seine Augen trat halb ein Licht, das sie dunkler färbte. Er lachte etwas gezwungen. „Fräulein $Donne! Sie haben erstaunliche Kenntnisse in der deutschen Literatur. Unsere Kultur hat uns gelehrt, bescheidener in unseren Ansprüchen auf den Dank schöner Frauen zu sein." „Hat das die Kultur getan? Ich habe es sonst noch nie bemerkt. Oder sind Sie, lieber Freund, nur ein Exemplar von besonderer Bescheidenheit? Ich habe immer gedacht, im Grunde genommen sind die Menschen aller Zeiten sich gleich geblieben?" „Sie sind eine gefährliche Gegnerin in der Debatte, Fräulein $Donnc! Es stimmt auch, was Sie behaupten. Aber — man kann nicht alles sagen, was man denkt. Und" — Seeburg holte tief Atem, fuhr bann leiser fort — „noch weniger, was man wünscht unb begehrt." Wicber traf ihn blitzschnell ein Blick $)oonncs. „Warum kann man nicht? Oh, was seib ihr beutschen Männer schwerfällig. Ein Franzose, er hätte nicht gesagt" — Pvonne Dumont äffte brollig Seeburgs ernsten Ton nach — „man kann nicht, er hätte zu sagen gewußt, was er wünscht" „Pvonne! Wissen Sie benn, was Sie eben ausgesprochen haben? Soll, bars ich Ihnen gestehen ...?" Nvonne Dumont unterbrach Seeburg leise. Fast flüfternb, zärtlich kam es von ihren Lippen: „Sie bürfen — nein, Sie sollen, lieber Freunb .. .!* „Daß ich Sie liebe?" wenn Sie noch nicht wiesen, was Sie schenken sollen. — Ein Geschenk statt vieler kleiner. Ein Gasherd Ist aber auch was Schönes. Schließlich können es auch mehrere zusammen ' schenken. Das soll nur eine Anregung sein, aber . . . überlegen Sie s ch's. Zunächst sehen Sie sich einmal die preiswerten Gasherde an bei J. B. Häuser ,36ifl Am Oswaldsgarten Gießen, Ruf 2145 1146 Praktische Geschenke la gräßter Au wähl elektr. Blgolelaaa, Heiikiuu, Machttiichlampaa, SckreilUxcklaepea. HarrecumT.-Kronen Spoiiei'inn. • Kroaan ScbUtilme.-Laepea Tuchen- ampon la Bauarten Carl Schunck - i-D Bakaletatr. M LT: Betten Wintermäntel Gute, bewährte Qualitäten tadelloser Sitz - möbl. Zimmer ' 'öodn- u. >d)lnh. niTfinv Ucrfo.t lob dm. TDPnu. tilrtir. tidttu jfreit. oorb » »l- »«MO er Itr. t.