Nr. 294 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) greitag. (5. Dezember (933 Schulkind und Winierhilfswerk. SaS Ergebnis von Schularbeiten über das WSW. Das große, das ganze deutsche Volk im Geist der Volksgemeinschaft und der Kameradschaftlichkeit umfassende Winterhilfswerk ist nicht nur eine Sache der Erwachsenen. Die Arbeit im Laufe der letzten Monate hat gezeigt, daß die Schulkinder in jedem Alter dem Winterhilfswerk ebenfalls dienstbar sein können. Die Arbeit für das Mnterhilfswerk trägt auch oolkserzicherifchen Charakter, der sich besonders für die nachfolgende Generation wertvoll auswirken wird, denn durch bteft Arbeit wurde das soziale Gewissen schon in den Kindern wachWer viel Frühstück hat, gibt dem ab, der keines hatl In einer Zeichnung von G. Schmidt tut man einen Blick in einen Borratskeller der Winterhilfe. Gertrud Hedrich stellt ganz einfach fest, daß ihr das Eintopfgericht immer sehr gut geschmeckt hat. Erika Müller faßt ihre Gedanken in dem Schlußsatz zusammen: „Wir haben den Bauern geachtet und sind dadurch ein einiges Volk geworden." Verschiedene Klassen der Schillerschule hatten Klassenaufsätze über die Bedeutung des Nährstandes, des Bauerntums, bzw. über das Erntedankfest gemacht. Mädchen der Berufsschule schildern ihre i2L gerufen, wurde ihnen dar, daß der Volksgenosse, der mit irdischen Gütern nicht gesegnet ist, trotzdem Volksgenosse ist und nicht über die Schulter angesehen werden darf. Die Kinder konnten bereits sehr viel für die Winterhilfe tun. Ein großer Teil der Sammeltätigkeit auf den Straßen wurde und wird von der Jugend besorgt. Der Junge und das Mädel wurden zu tätiger Mithilfe angeregt. Das Bewußtsein, mitgeholfen zu haben, war ihnen schönster Dank! Die Jugend war auch mit großem Eifer dabei. Die Winterhilfe wurde aber auch zum Gegenstand des Schulunterrichts gemacht. Don der Regierung wurde in dankenswerter Weise den Schulen Auftrag gegeben, die Kinder durch Aufsätze, Zeichnungen, Rechnung und sonstige Arbeiten mit dem Winterhilfswerk geistig vertraut zu machen. Das ist in einem Ausmaß geschehen, das recht befriedigen konnte. Die Jugend nahm sich mit großem Ernst und mit Begeisterung der Sache an und zeigte durch ihre Arbeit, daß der Gedanke der Winterhilfe nicht nur obenhin erfaßt, sondern in feiner ganzen Bedeutung für das deutsche Volk verstanden wurde. Daß natürlich der Lehrer Anregungen geben und führen mußte, ist verständlich, das aber tat der ganzen Arbeit keinen Abbruch. In freundlicher Weise wurde uns vom Kreisschulamt Gießen Einblick in die Fülle der Aufsätze, Zeichnungen usw. gewährt. Es erscheint angebracht, einen Ueberblirf über die Arbeiten zu geben, die sich in unendlicher Vielfalt darstellten und die lebhafte geistige Beschäftigung der Kinder mit diesem Hilfswerk erkennen lassen. Die Arbeiten zeigen, daß die Kinder ihren Beobachtungen, eingenen Eindrücken, eigenen Betätigung vielfach originellen Ausdruck gaben. Einige dieser Arbeiten seien in charakteristischen Ausschnitten hier wiedergegeben. Arbeit als Mitglieder des BdM. bei der Nagelung der Schilde der Hitler-Jugend. Aus der Schillerschule liegen Zeichnungen von Marianne Pfaff, von Alice Seitz und Helga Zoll vor, die den Kartoffeltransport für die Winterhilfe recht anschaulich schildern. Ruth S t ö h r hat, wie viele andere, auch einen Nagel in den Schild der Hitler-Jugend eingeschlagen, und sie schreibt dazu: „Wenn du mich fragst, wo ich die 5 Pfennig herhabe, dann sage ich dir leise ins Ohr — „aus meiner Sparbüchse!" Marianne Schmidt hat ihre Mutter beobachtet: „Am Donnerstag ging die Mutter an den Kleiderschrank, hielt die Hand an die Backe und murmelte immer so vor sich hin." Diele der Kinder aus der Stadt haben angelegentlich die Reichswehr beobachtet, die sich ja auch in vorbildlicher und rühmenswerter Weise wieder in den Dienst der Winterhilfe gestellt hat, durch Trom- petenfignale zur Kleiderspende aufforderte, um dann im Wagen die Spenden gleich mitzunehmen. In vielen Aufsätzen der Kinder unserer Stadt taucht denn auch der Reichswehrsoldat mit seiner Trompete auf und in vielen Zeichnungen ist er festgehal- tcn worden, lieber die Nagelung der Hitlerjugend- Schilde wurden eingehende Rechnungen aufgestellt und der Ertrag dieser Nagelungen in Nahrungsmitteln, Kohlen usw. umgewertet. Es ergab sich dabei meist eine recht klare Uebersicht über die große Bedeutung gerade dieser Winterhilfeaktion. Kinder her Landschulen berichten . . . Mit großem Ernst wurde der Gedanke der Winterhilfe in der Dolksschule zu Gillingen aufgegriffen. In vielen Aufsätzen, die meist mit dem Farbstift umrahmt wurden, schilderten die Kinder die verschiedenen Unternehmungen im Dienste der Winterhilfe. Die Kinder hatten eine große Verlosung veranstaltet, zu. der sie selbst in vielen Stunh ö ..... ' , Die nachfolgenden Ausführungen stellen keine Kritik dar, sondern lediglich — nach Stichproben — eine Aufzeichnung von Gedankengängen. Was dieZugend d rStadizusagenweiß Werner Kurz (Goetheschule) gibt eine interessante Schilderung seiner Beobachtungen von der Kleidersammlung durch die Reichswehr. Arthur Kurz kennzeichnet in knappen Worten die Not in einzelnen Familien und ihre Folgeerscheinungen. Die Sammlung für die Winterhilfe wurde von G. A 11 (Schillerschule) in einer großen Zeichnung fest- gehalten. Marie Sch > ckedanz (Schillersckule) weist die Verbundenheit zwischen Stadt und Land aus und schließt mit einem passenden Zitat von Schiller. „Sie sind unsere Brüder", schreibt Luise Stroh le in (Schillerschule); sie erinnert ferner an Die Abhängigkeit der Stadtbeoölkeruna vorn Bauern Irmgard Ludwig (Schillerschule) schreibt, vielleicht aus Kenntnis der Verhältnisse: „Wir in her kleineren Stadt wissen gar nicht, was in den Kellerwohnungen der Großstädte für etn Elend herrscht!" Anneliese Treiber (Schillerschule) weist auf einen schönen Brauch m ihrer Schule hin: den Bastelarbeit, schöne kleine Gebrauchsgegenstände angefertigt hatten. Die Jugend spielte Thea- ter zugunsten der Winterhilfe, unternahm eine Spielsahrt, baute Kartoffeln nur für das WHW. und schmückte schließlich den Wagen, der die Kartoffeln an feinen Bestimmungsort zu bringen hatte. Heuchelheimer Schulkinder schildern in le- benbiger Weise ihre Sammeltätigkeit. Die Kinder von Niederbefsingen erzählen von dem Schmücken der Kartoffelwagen, das unter großer Anteilnahme der ganzen Bevölkerung vor sich gegangen fei. Don Inheiden und Staufenberg liegen schöne Aufsätze vor. In Allendorf zeichneten die Schüler und Schülerinnen Werbe- Plakate. Elisabeth Becker von Holzheim läßt in einer luftigen Zeichnung Kartoffeln, Gemüse und Obst auf der Landstraße von Holzheim nach Offenbach marschieren. Die Jugend von Saasen stellt ihre Arbeiten in den Dienst des Wortes: „Stadt und Land, Hand in Hand!" Gertrud Stark von Bettenhausen gibt im Bild ihr Eintopfgericht wieder. Don der Schule zu Daubringen liegen schöne Zeichnungen (Schild, Sammelbüchse, Plakette) vor. Karl GörlachvonEberstadt schreibt als Aufsatz ein ernstes Zwiegespräch zwischen zwei Bauern, und Erwin Schultheiß von Weite r s h a i n gibt gar ein unterhaltsames Zwiege- S zwischen Mann und Frau in oberhessischer art wieder. Hilda Hedrich und Irma Dörr von Weitershain haben einen Winterhilfezug aus Buntpapier zusammengeklebt. An der Volksschule zu Große n-Buscck wurde eifrig gerechnet... Werner Franz von Lollar gibt dem Gedanken Ausdruck, daß durch das Winterhilfswerk das Volk 100prozentig für die nationalsozialistische Regierung gewonnen werde. In einem Aufsatz aus Grüningen ist ein Zwiegespräch zwischen Eltern und Kindern über das Eintopfgericht festgehalten. W. Block von Obbornhofen schrieb unter die Zeichnung, in der er den Hitler-Jugend-Schild bar» stellt, bie kurzen Worte: „Jeder Nagel spendet Brot, Jeder Schlag trifft die Not!" Die Schülerinnen und Schüler aus W i e s e ck schrieben eindringliche Briese an Freunde und Freun- binnen unb forbern diese auf, auch zum Winterhilss- werk beizutragen. Meline Strack von Utphe erinnert in ihrem Aussatz an bie zweite Arbeitsschlacht unb macht Darauf aufmerksam, daß nur kräftige Menschen arbeiten können und es deshalb gelte, das WHW. zu unterstützen. Helmuth Rühl pflegt etwas derben Humor. Auf dem von ihm gezeichneten Eisenbahnwagen, der Kartoffeln nach Offenbach bringen soll, steht zu lesen: „Ihr Offenbacher kriegt doch nicht die Kränk'!" Willy Freitag von Utphe stellt in seiner Zeichnung recht originell das Ausladen der Kartoffeln in Offenbach dar. Karl Wilhelm von Göbelnrod meint, daß es gut (ei, wenn den armen Leuten geholfen würde, denn sonst hielten sie nicht zum Vaterland. Willi Weisel schreibt: „Was werden die armen Leute Gott so dankbar sein, daß er Adolf Hitler geschickt hat, der so für sie sorgt!" Elisabeth Häuser von Harbach gibt ihrer Meinung wie folgt Ausdruck: „Manche würden sich für den Groschen (der für die Nägel zum Schild der HI. verwendet werden soll), gern Zuckerzeug kaufen. Aber das gibts nicht! Solange noch deutsche Brüder und Schwestern hungern und frieren, braucht man das nicht!" In vielen Aufsätzen schildern dieHar- b a d) e r Kinder, wie sie nach Ettingshausen gingen, um dort den Wagen mit den Kartoffeln zu schmücken. Auf dem Pferdemagen ging es nach getaner Arbeit wieder nach Harbach zurück. (Das mutz eine luftige Fuhre gewesen sein!) Don den übrigen Harbacher Arbeiten lassen wir vorstehend zwei Zeichnungen sprechen. Emil Roth von Langsdorf zeichnete einen Eisenbahnwagen recht exakt unb fügte folgcnben Ders bei: „Deutsch bis ins Mark, Im Glauben stark, In schwerer Zeit Stets hilfsbereit!" Karl Enders von Reiskirchen stellt fest, daß es auf den Prozentsatz der Spende ankomme, dis der einzelne gebe. Lina Schäfer von Reiskirchen sagt, daß es uns allen heute auch so schlecht ginge, wie Denen, welchen wir helfen, wenn Adolf Hitler nicht gekommen wäre. Gertrud Schäfer fügt ihrem Aufsatz folgenden Ders bei: „Mann mit zugeknöpften Taschen, Dir tut niemand was zulieb Hand wird nur von Hand gewaschen, Wenn Du nehmen willst, so gib! Heinrich Weller von Annerod stellt folgenden Vergleich an: „Es geht nicht so, wie bei Der vorigen Regierung, daß es bloß bei den Worten bleibt." Außerdem gibt er noch einen schönen Rat: Was Du gutes tust, schreib' in den Sand, Was Du empfängst, in Marmorwand! Wir wollen mit diesem Satz die Reihe der Aufzählung der Arbeiten schließen. Sicherlich ist Damit unseren Lesern ein EinDruck vermittelt, in welchem 'Ausmaß Die KinDer mit Dem Winterhilfswerk verwachsen finD. Schon an Hand dieser kleinen Auswahl läßt sich erkennen, daß die hier in den Schulen geleistete Arbeit segensreich auch in die Zukunft wirken wird. Dafür gebührt der Regierung als An- regerin zu dieser Arbeit in den Schulen aufrichtigster Dank! Wohtschrtsbriesmarten für die Deutsche AMfe 5um Kamps gegen Hunger und Kälte MM i» 5 t ...... ws—MM Deutrehes ReichS § a> I® n *3 3 V Q rag 3 v Q 3 V Q l PS I VI 5 VI Z 3 V Q 3 V Q oxoxox< nrnnrr» >xoxoxo ■ Mw ZLi-Ak O Deutrehes Reich O < >x« >?x< lUiTTr.mr.«’>x« »i apffy; VF'.f / Ql.-’.-fi >X« »x<,> I Die Richard-Wagner-Wohlfahrts- briefmarten, die vor kurzem burd) bie Reichspost unb bie Deutsche Nothilfe zur Ausgabe gelangt sind, zeichnen sich burd) hochkünstlerische Ausführung unb Farbenpracht besonbers aus. Schon bie- fer hervorragenben Eigenschaften wegen unb aus Anlaß bes Richarb-Wagner-Gebächtnisjahres sollte jeber Deutsche biefe Wohlfahrtsmarken sein eigen nennen, bient boch ihr Reinerlös zugleich auch bem Kampfe gegen bie Winternot — gegen Hunger unb Kälte. Wer möchte ba bei einem solchen Derwenbungszweck zurückstehen, wenn Dank unb Freude der Aermstcn das Ergebnis fein werden? Der Wohlfahrtszuschlag ist dabei in bestimmter Absicht äußerst gering bemessen, um zu erreichen, daß sich an dem großen Wohlfahrtswerk tatsächlich fast jeder ohne wirtschaftliche Belastung beteiligen kann, durch kleinste Gaben zur Linderung der Not der Aermsten beitragen zu Helsen. Erhebliche Mittel können allerdings nur durch Massenvertrieb gewonnen werden, und deshalb ergeht an Alle erneut bie Bitte, zu Frankierungszwecken als voll- gültige Postwertzeichen im In- unb Auslanbsverkchr Die Richarb-Wagner-Wohlfahrtsbriefmarken zu benutzen. Erhältlich sinb bie Marken außerpostalisch burd) bie NS. »Dolkswohlfahrt, sowie auch burd) bie übrigen an bem Winterhilswerk beteiligten amtlich anerkannten Spitzenverbände ber freien Wohlfahrtspflege. Die postalische Gültigkeit ber Marken währt bis 30. Juni 1934. Aus der Provinzialhauptstadt. Das wiedergefundene ÄZe hnachtssest. Es gab zu allen Zeiten alte Leute, bie behaupten, baß in ihrer Jugenb bie Sommer heißer unb bie Winter kälter waren, baß bie Rosen süßer bufteten unb bie Nachtigallen schöner schlugen. Die Männer waren stolzer unb kühner, bie Frauen schöner unb lieblicher, bie Berge höher unb bie Wolken weißer. Niemals aber vergessen jene Alten zu sagen, baß bas Leben bamals schöner unb glücklicher war, daß man damals noch Feste zu feiern verstand. Man hat sich vielfach daran gewöhnt, jene Lobredner der Vergangenheit gedankenlos zu belächeln. Vielleicht merkt heute mancher, wieviel Richtiges in ihren Worten lag. Es gibt kleine Zeiten, in denen das Lebensgefühl jedes Menschen beengt unb gebämpft ist, unb es gibt große, in benen bas Herz schneller schlägt, in benen ber Schmerz tiefer geht, aber bas Glück auch süßer unb seliger ist. Solche großen Zeiten sinb es, von benen jene alten Leute unbewußt zu sprechen pflegen, weil sie in ihnen gelebt haben, solche kleine Zeiten sind es, die hinter uns liegen. Damals war es richtig, daß man es verlernt hatte, Feste zu feiern, man war weder glücklich noch unglücklich, man nahm das Leben hin, wie es eben kam, und im allgemeinen war es langweilig, beengt und von Sorgen erfüllt — kurzum, der graue Alltag. Auch Feste verstand man damals nicht zu feiern. Weihnachten, Ostern, Pfingsten betrachtete man als verlängertes Wochenende oder als Gelegenheit, Geschenke „auszutauschen". Dom tieferen Sinn jenes Festes, von ihrem Jubel und ihrer Trauer wußte jene gott- ferne Zeit nichts. Da kam der Nationalsozialismus, und auf eint mal stehen wir wieder mitten drin im aufblühenden Leben. Alles bekommt Gesicht und Gestalt, alles erhält wieder einen ewigen Sinn. Weihnachten wird wieder das Fest der Familie. Das Fest der Zusammengehörigkeit in uneigennütziger schicksalshaf« ter Verbundenheit. Und warum? Weil Adolf Hitler uns wieder auf diese Werte hingewiesen hat, und weil wir auf einmal spüren, wie sich aus solchen Begriffen, die für manchen zuerst leere Worte waren, ein wirkliches Erlebnis formt. Das diesjährige Weihnachtsfest soll und wird in jedem deutschen Hause nicht als eine Gelegenheit zum Einkauf, Austausch und Umtausch von Geschenken begangen werden, sondern als ein wirkliches Fest. Nicht die Schaufensterdekorationen ber Geschäfte, sonbern diesmal der Opfergedanke erfüllt Kops und Herz. Tausende von Weihnachtsbäumen werden an Plätzen und Straßen daran erinnern, daß wir ein Volk, eine große Familie sind, und das Winterhilfswerk wird dafür sorgen, daß niemand am Heiligenabend vergessen fein wird. Dazu müssen wir alle beitragen, indem wir dis uneigennützigen Helfer des Winterhilfswerks bei ihren Pfundsammlungen und Weihnachtsspenden unterstützen, oder indem wir durch Uebernahme einer Patenschaft für die Pflege eines armen Kindes Verantwortung übernehmen. Kleine Opfer, große Freuden — für uns unb die andern, das ist das wiedergefundene Weihnachtsfeft des deutschen Volkes. Reichsstatthalier Sprenger beim Gießener OsfijlertorpS. Gestern hatte dos Offizierskorps des 1. (Hess.) Grenaülerbcuaitlons 15. Jns.-Rgts. die hohe Ehre, den Herrn Reichsstatthalter Lprenaer als Gast zu begrüben. Der Herr Reichsstatthaller, in dessen Begleitung sich Staatsminister Jung, der Perso- nalreferent Direktor Löewer, der Lanbessuhier der Polizei. Oberstleutnant Jacobsen und die Adjutanten Dreher und Stöhr befanden, überreichte dem Ofsizierkorp, der einzigen hessischen Garnison zum Ausdruck der engen Verbundenheit des Führers und Kanzlers mit der Armee ein Bild de» Führers. Uni,o»men und Abzeichen für Amtswalter der politischen Oroanisalion. Gauleiter Sprenger hat an alle Stellen, die sich mit der Herstellung von Uniformen für Amtswalter der Politischen Organisation und mit dem Berkaus von Abzeichen der P. O. beschäftigen, folgende Verfügung herausgegeben: „Die Stosse für die neue Amtswalter-Uniform (hellbraun) und Amtswalter-Mäntel (braune Färb- tonung) werden geliefert. Reue Abzeichen sind zu erwarten. Ich mache darauf aufmerksam, daß die in Vorstehendem bezeichneten Uniformteile, ebenso wie die bisher für Amtswalter geltenden, nur an Amtswalter der Politischen Organisation gegen Vorzeigung eines Amtswalter-Ausweises der Gau- bzw Reichsleitung (mit Stempel und Unterschrift) Der- kaust werden dürfen. Dabei dürfen nur die Rang, abzeichen geliefert werden, die dem auf der Rück, feite des Ausweises angegebenen Rang entsprechen. Da die Ausstellung der Ausweise noch eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, wird bis auf wei- teres zugelassen, daß Uniformteil« und Abzeichen der Politischen Organisation an Amtswalter gegen Vorzeigung einer oorläusigen Bescheinigung der Sustandigen Ortsgruppe bzw. Stützpunkt, des Krei- es oder des Gaupersonalamtes geliefert werden •Offen. Bei Zuwiderhandlungen, ganz gleich ob durch den Inhaber oder einen feiner Angestellten, wird der betreffenden Verkaufsstelle bzw. Schneiderei die Verkaufsaenehmigung sofort entzogen und noch oor- handene Langerbestände werden beschlagnahmt." „Rraft durch Freute " Ein Ausruf de» Bezirksieiler» der Deutschen Arbeitsfront. Gaubetriebszellenleiter Pg. Milli Becker. Frankfurt a. 7N. An alle Parteigenossen und Angehörige der RSBO., an alle deutschen Volksgenossen in Hessen und Hessen Nassau, die auf dem Gebiet der Kultur, der Schönheit und bildenden Künste, des Sports und des Wanderns, der Volksgesundheit und der Jugendoflege bereit find, in der nationalsozialistischen Gemeinschaft „Kraft durch Freude" mitzuwirken, ergeht die Bitte, sich schriftlich bei mir zu melden. Den Bewerbungen ist ein kurzer Lebenslauf mit Photo beizufügen, Partei- bzw. NSBO.- Nummer (bzw. Nachweis der Mitgliedschaft in der Deutschen Arbeitsfront) ist anzugeben. Frankfurt a. M., 14. Dezember 1933. gez. Willi Becker M. d. R. Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront Hesien und Hessen-Nassau Gaubetriebszellenleiter Vas neue Aoreßbuch. Die Brühl'sche Unioersitäts-Buch- und Stetn- druckeret R. Lange in Gießen hat jetzt das Adr eß- buch der Stadt und des Kreises Gießen " 1 9 3 3 herausgebracht. Von der Bevölkerung in Sattd und Land, insbesondere von der Geschäftswelt, erwartet und immer dringlicher gefragt, kommt das neue Adreßbuchwerk gerade noch zur Zeit, um dem Geschäftsmann, aber auch vielen anderen Hausvätern auf den Weihnachtstisch gelegt zu werden. Der Verlag hatte bei der Herausgabe des neuen Adreßbuches infolge der Umgestaltungen im öffentlichen Leben sowohl auf personellem, wie auch auf sachlich-organisatorischem Gebiet mit vielfachen Schwierigkeiten zu kämpfen. Dieser Umstand hat die Fertigstellung zwar verzögern, es ab^r in seinem Wert für die Allgemeinheit nicht beeinträchtigen können. Das Buch bietet die Einwohner- und Firmenverzeichnisse von 7 Städten und 74 Landgemeinden des Kreises Gießen mit etwa 100 000 Einwohnern. Der Stadlplan von Gießen ist bis auf die letzten Stra- henanlagen ergänzt. Aus dem Inhalt des neuen Adreßbuches ist folgende» hervorzuheben: Es enthält im Anschluß an die Inhaltsübersicht eine Gebrauchsanweisung, ferner ein Verzeichnis der in der Gcschästsftelle des Adreßbuchoerlags zur kostenlosen Einsichtnahme für jedermann ausliegenden Adreßbücher, anschließend Jubiläumtaseln Gießener Unternehmungen mit den seit 100, 75, 50 und 25 Jahren bestehenden Firmen. Im Abschnitt I finden wir verzeichnet die Behörden, Universität, Schulen, Kirchen, Neligionsgemeinden, sonstige Anstalten. Einrichtungen und dergl., die UnfaUmelbefteUen, Not- ruf, Aerzteverzeichni» Konsulate, Sachverständige, Bücherrevisoren, da» Adressenmaterial der NSDAP, der Deutschen Arbeitsfront, der Verbände, Innungen. Vereine und Kassen. Im Abschnitt II ist das alphabetische Firmen- und Einwohnerverzeichnis der Stadt Gießen enthalten. Abschnitt 111 bringt das Verzeichnis der Straßen und Häuser von Gießen. Abschnitt IV enthält da» Handels und Gewerde- verzeichni» der Stadt Gießen. Im Abschnitt V sind die Orte des Landkreises Gießen mit genauer Behörden- und Einwohnerangabe enthalten Als An- läge zu dem Adreßbuch erhält der Bezieher den ©ieftener Stadtplan und den Staöttheaterplan 3;i'on aut biefer Ueberficht über den Inhalt des neuen Adreßbuches ist ersichtlich, daß man es hier wieder mit einem in großzügiger Weife ausgestalte, ten Verlagswerk ju tun hat, das den vielseitigsten und weitgehendsten Ansprüche in vollem Ausmaß genügen wird Nimmt man noch hinzu, daß der Verlag, den Zeitverhältnissen entsprechend, den Preis für da» neue Adreßbuch bei Vorausbeftellung um 2 Mark gegenüber dem Preis der lebten Ausgabe gesenkt hat, dennoch aber seine Leistungen bietet, so empfiehlt sich da» Buch in doppelter Hinsicht: einmal durch seinen Wert, zum anderen durch den Prei». Es wird ein unentbehrliches Hilfsmittel de» Ge- fchäftsmanne» und ein wertvoller Berater aller Haushaltungen fein. NS'Dolkswohlsahfi Sießen-Süd. Am Montag 18. d M, findet keine Sprech- stunde statt. Heil Hitler! Friedel, Drtsgnippernrmiter Arbeit schafft Doh'stand* Die schön klingt dieser Satz' Und wie gern (eben wir nach lein#r W<•;«».-o* » — ho nibf m unter uns immer noch Boltsflenoiien. bene» bte Erfüllung diese» Ausspruches versagt ist, Wohlstand zu erleben, da ihnen ja die Voraussetzung dazu. Ar- beit, fehlt. m ,, , Wenn aber im Dolksganzen einzelne lewen, so leidet auch das Ganze. Und um dem abzuhelfen. um zur Gesundung Deutschland», zu Arbeitsmog- lichketten für alle Deutschen, zum Wohlstand unseres Vaterlandes beizutragen. wurde die große national- sozialistische Arbeitsbeschaffungslotterie gegründet. Die macht es einem jeden Deutschen fast „spiele- risch" leicht, mit geringer Geldausgabe — denn das Los kostet nur eine Mark — zu neuer Arbeite- Möglichkeit beizutragen. Deutschland von Lrbeits- losigkeit zu befreien. Eine große Aufgabe wird somit gelost, denn das Geldlotteriespiel lockt doch sicher manchen, besonders da so hohe Gewinne wie 100 000 und 200 000 Mark auf ein Doppellos in Aussicht stehen! 1,5 Millionen Mark werden ausgelost, das find über 280 000 Gewinne. Warum sollte da nicht auch auf Dein Los ein Gewinn fallen? Am 29. und 30. Dezember ist Ziehung, also bestehen noch in der Weihnachtswoche besonders glückliche Aussichten. Bom Wesen der Kunst. In einem Vortragsabend des DHV. im Heim an der Lonyftraße sprach gestern abend Schriftleiter Dr. Röder (Gießen) über das Wesen der Kunst. Seinen Ausführungen fei das Wesentlichste entnommen: Kunst sei einzige Möglichkeit eines Volkes, sich seelisch zu offenbaren, fei Brücke zu einer inneren Gemeinschaft. Mit dieser Einstellung breche man die Schranken der Kunst als einer ästhetischen, wissenschaftlichen und ständischen Angelegenheit, fühle sie vielmehr als das. was sie fei: Gabe, die Geheimfchönen Wieuenliede Marias aus. Da» Krippenspiel, das durch Sebärbe durch Lied und bas gereimte Wort recht lebendig, außerdem durch die sehr feine und verständnisvolle Kostümierung überzeugend wirkte, wurde von den Kindern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Nachdem dann ein Weihnacht»- lied gemeinsam gelungen war, kam der erwartete Nikolaus, der gleich in zweifacher Person erd-ien und außerdem noch einige Zwerge als Gehilfen mitgebracht hatte Lin großer Wagen wurde von ihnen in den Saal gefahren, Körbe wurde nuchae- tragen, und bald begann das große Austeilen, für das sich viele Hände zur Verfügung stellten muhten, denn der Nikolaus hätte es allein gar nicht schaffen können. Jedes der Kinder erhielt einen stattlichen Beutel aus Buntpapier mit allerlei Deihnachlsback- werk angefüllt. Hoch befriedigt von dem Erlebten und erfreut über das Geschenk machten sich die Kinder dann auf den Heimweg. Nachdem die erste Bescherung von 14 bis 16 Uhr abgehalten worden war, fand am Mittwoch gegen Abe ich eine zweite und am Donner stagnachrnittaa die dritte Bescherung statt. Insgesamt nahmen 2200 Kinder daran teil; alle konnten mit Backwerk bedacht werden. Ein Luchs einwandfrei festaestellt. Im Gießener Anzeiger Nr. 281 vom 30. November veröffentlichte Herr General a. D. Rudolf Mohr in Gießen unter der Ueberschrift „Ein Luchs in Oberhessen?" einen Artikel, in dem er sich mit einer Untersuchung der großen Verluste an Rehwild in den Waldungen unserer engeren Heimat durch ein bis dahin nicht genau feftgeftelltes Raubtier während der letzten Monate beschäftigte und der Vermutung Ausdruck gab, daß man es bei diesem „Der Gternenbaum"von Friedrich Schnack so heißt unser neuer Vornan, der die Ledensgeschichte eines am Weihnachtstag im tief verschneiten Äayerischen Wald geborenen Kindes schildeit - die innige, vom Zauber des Christ« festes umwobene Erzählung eines bedeutenden deutschen Dichters heute in den Gießener Kamilienblätietn niste unseres Werdens zu schauen und schöpferisch Seftalten zu dürfen. Kunst fei fo verbunden mit dem rftrom des fiel.ns, fei religiöse Angelegenheit. Wie aus der Hand des Schöpfers Völker mit oer- schiedensten Anlagen geworden feien, so sei dieser Funke der göttlichen Majestät in der Seele des Menschen schlummernd bewahrt. Alles was um uns sei, könne diesen Funken auslösen und Verbindung von Leben zu Leben schassen. Das Kind, das zum ersten Male am Waldrand auf besonntem Stein einen farbigen Schmetterling Die Flügel breiten sehe, trage einen Abglanz aller Wunder des Sonnentages in feinen eigenen Augen. Der Mensch früherer Tage, dessen Auge und Seele noch nicht stumpf gewesen seien, erschauerte vor dem Geheimnis des Tieres, eines Pferdes vielleicht, das ihm den Kopf zuwende. Befreie sich die menschliche Seele so gewaltig von der Selbstsucht, bringe sie so tief In das Alleben ein, daß tue Wunder dieses gemeinsamen Lebens sich auftun, fo zwinge diese Fülle des Jn-sich-Erlebens zu einer Tat: der Mensch ge st alte das ihn innerlich Er- füllende. Er verkünde die Kräfte, die ihn mit dem All verbinden in der Schöpfung seines Werkes. Er schaffe dann das Kunstwerk. Die liefe, mit der diese Kräfte ergriffen würden, hingen ab von der Fähigkeit der Hingabe und der Möglichkeit der Selbstentäußerung. Damit sei das Maß seiner inneren Wahrheit und Größe Gradmester und Zeugnis der sittlichen Kraft eines Volkes. In feinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner nach dieser grundsätzlichen Auszeigung de» Wesens der Kunst überhaupt, mit den schöpferischen Kräften deutscher Kunst und ihren vollendeten Ausdrucksformen. An Hand von vielen Lichtbildern von der Katharinenkirche zu Oppenheim (an der zwei Jahrhunderte deutschen Erlebens ihren Ausdruck sanden) gab der Redner einen Ueberblicf über deutsches Kunstschaffen im Mittelalter. In Bildern von Einzelheiten des Baues ließ er die feinen Maße, die klaren Verhältnisse, den reinen Ausdruck gerade in dem erwähnten Bauwerk lebendig werden und brachte so auch den Geist, aus dem heraus dieses Kunstwerk geschaffen wurde, seinen Zuhörern nahe. Der Vortrag wurde mit großer Aufmerksamkeit und dankbarem Beifall aufgenommen. Kinderbescherung der AS ^rauenschast Der Saal im CafL Leib war am Mittwoch und am gestrigen Donnelvlugnuchmittug von der viel- stimmigen Unruhe vieler Kinder erfüllt. Die vier Ortsgruppen der Ns.-Frauenschaft in Gießen hatten durch die Schulen die Kinder der vier unteren Klassen in dankenswerter Weise emlaben lasten. Am Mittwoch gegen 14 Uhr hatten sich die ersten Kinder eingefunden und harrten gespannt der Dinge, die da kommen sollten. Zunächst ging der Vorhang der Bühne auf, und oor den Kleinen wurde ein prächtiges Weihnachtssviel aufge'ührt, das in vielen Bildern die Geschichte der Geburt Jesu darstellt. Da sah man Maria und Joses auf dem Dog nach Bethlehem, sah sie oor dem römischen Wächter stehen, der ihnen in d>e Stadt erst Einlaß gewährte, nachdem sie ihn zu überzeugen vermochten, daß sie in Bethlehem beheimatet seien, man sah die Hirten sich vor den Toren lagern und hörte fie ihre schönen Lieder singen. Während Maria und rlosei nach langem suchen und Bitten in einem Stalle Quartier gefunden hatt-n und Jesus geboren wurde, kamen euch die drei Könige au» dem Morgenlande, um dem K.nde tu huldigen. Da; große, schone Schluß- bild zeigte dann noch die Anbetung der Könige, sowie der Hirten, und da» Spiel klang in einem vierbeinigen Mörder des Wilde» mit einem Luchs zu tun habe. Diese Vermutung ist Herrn General Mohr nunmehr al» zutreffend b e ft ä t i g t worden. Wie er uns heute mitteilt, hat er soeben die Nachricht erhalten, daß der Luchs in einem Waide bei Paderborn von zwei Jägern gesehen wurde und einwandfrei auf 100 Meter Entfernung mit dem Glase alle Kennzeichen feftge- stellt worden sind. Leider haben die beobachtenden Herren in ihrer Verblüffung zu lange beobachtet und nicht geschossen, so daß das Tier im letzten Augenblick mit einer Flucht in der Dickung verschwinden konnte. Oie Viehbestände in Gießen Bei der Viehzählung am 5. Dezember wurden in der Stadt Gießen nach den jetzt abgeschlossenen Zusammenstellungen folgende Viehbestände ermittelt: 243 Pferde, 1 Maultier, 290 Stück Rindvieh, 23 Schafe, 556 Schweine, 160 Ziegen, 10 136 Stück Federvieh, 230 Bienenstöcke mit beweglichen Waben und 29 Bienenstöcke mit unbeweglichen Waben. Billige Weihnachtsreisen auf der Eisenbahn. Wer in der Zeit von Freitag, 22. Dezember, bi» einschl. Dienstag, 2. Januar, mit der Eisenbahn reift und sich als Fahrtausweis eine Fefttagsrück- fahrkarte löst, erspart ein Drittel des sonst nötigen Fahrgelde». Die Festtagsrückfahrkarten können in der angegebenen Zeit an jedem Tag zur Hin- und Rückfahrt — also auch z u eintägigen Reifen — benutzt werden. Am 2. Januar muh aber um 24 Uhr Die Rückfahrt beendet sein. Diese verbilligten Rückfahrkarten können jetzt schon bei allen Fahrkartenausgaben der Reichsbahn und allen Stellen des Mitteleuropäischen Reisebüros bestellt werden. Das Vorausbestellen ist besonder» bei größeren Reisen zu empfehlen, da für diese meist die Fahrtausweise erst ausgeschrieben werden müssen. Dies nimmt immer Zeit in Anspruch. Durch bas Vorausbestellen erspart man sich und anderen am Reisetag das Warten am Fahrkartenschalter und damit Merger und Verdruß. Eine Eisenbahnretse als Weihnächte« gesckenk Reisegutscheine werden stet» al» ein willkommenes Weihnachtsgeschenk begrüßt. J5ie ermöglichen Reisen an Bekannte und gute Freunde zu verschenken, ohne die Beschenkten auf ein Reiseziel fest- zulegen und ihnen so zum Weihnachtsfeft die Vorfreude auf eine Winter- ober Sommerreise nach eigner Wahl zu bereiten. Die Reisegutscheine sind bei allen Reisebüro» und Übertretungen de» Mitteleuropäischen Reisebüro» bis zum Hochstbetrag von 500 Mark zu haben. Auch die Fahrkartenausgaben der Reichsbahn geben an Orten, an denen das Mittel- europäische Reisebüro vertreten ist. solche Gutscheine aus. Innerhalb eine» Jahre» können die Gut- scheine gegen Fahrkarten, Fahrscheinhefte, Platz- karten, Bettkarten, Hotelgutscheine oder versiche- rungepolicen eingetauscht werden. L»ornott;cn. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr, ..Der ström". — Turmhaus am Brand, 16 dis ls 30 Uhr. Kunstausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ..Die schönen Tage in Aranjuez". — Astona-Lichtipiele, Selter»- weg: „Lumpenkavaliere" — Au» dem Stadttheaterbureau wird un» geschrieben: Heute, 20 Uhr, al» 11 Vorstellung im Freitag-Abonnement das Drama: „Der ström* Hitler schafft Arbeit! weitere bewilligte Maßnahmen Im Arbeft». beschaffungsprogramm Tagewerke auf der Maßnahme. Baufteflr: Neubau eines städtischen Krankenhauses in Bad-Rauheim 21000 Instandsetzung»- und Ergänzungsarbeitcn an öffentlichen Gebäuden und wohn- gebäuden im Besitz der Stabt Darmstadt 6730 Verlängerung und Ausbau der Kanalisation der Gemeinde Vberkausvn- gen 8000 leilortsentwässerung in der Gemeinde Klein-Auheim 5000 Erweiterung bzw. Erneuerung von Kanalisation»- und Wasserversorgungs-Anlagen im Krei» Gießen 5100 Wasserleitungs-Erweiterungsbauten im Krei» Oberwesterwald 3200 von Max Halbe. Spielleitung: Anion Neuhaus. Gewöhnliche Preise. Ende 22.30 Uhr. — Samstag, 16. Dezember, Deutsche Bühne, Reihe 2: Gerade Mit- aliedsnummern und freier Berkaus (Tagespreise) die Operette „Wiener Blut" von Johann Strauß. Leitung: Wrede — (E u j < — B ä u l k e. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr — Sonntag, 17. Dezember, außer Abonnement und zu ermäßigten Operetten- Preisen die Operette „Die luftige Witwe" von Franz Lehär. Spielleitung Paul Wrede: musikalische Leitung Kapellmeister Fritz C u j Bewegung»- und Tanz-Regie Hannah Spohr. Die Rolle de» Eamille de Rosillon singt der Tenor Adolf Jäger (Frankfurt a. M ). Spieldauer von 19 bi» 22 Uhr. — Der BundHau» und Schule veraoftal- tet Sonntag, 17. Dezember, 20 Uhr, im Johannessaal eine Adoentsfeier, bei welcher Pfarrer Trapp die Ansprache halten wird. (Siehe heutige Anzeige.) — Eine Tagung der Funkwarte de» Kreises Gießen findet am morgigen Samstag, 19 Uhr, im Hotel Viktoria statt. Pg. Werner vom Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer wird sprechen. — Die NS. - Frauenschaft Gießen- Mitte veranstaltet am kommenden Montag. 20 Uhr, im EafL Leib eine Adoentsfeier, bei der auf allgemeinen Wunsch bas Krippenfpiel wiederholt wird. • • Gießener Polizeipersonalie. Polizeimeister Hans Diesel zu Gießen wurde mit Wirkung vorn 1. Januar 1934 ab zum Polizeihaupt. Wachtmeister ernannt. • • Vom Hessischen Fechtoerein ,.W a i - senschutz", Zweigverein Gießen, wird uns zu dem am Dienstag oerössentlichten Bericht über die Versammlung des Verein» am vorigen Freitag ergänzend mitgeteilt, daß auch Herr Schriftleiter Dr. Röder dem Vorstand des hie- figen Zweigoereins angehört. • * „W lener Blut" im Stadttheater. Die Intendanz teilt mit, daß zu der Abonnements- Vorstellung der Deutschen Bühne „Wiener Blut", Operette von Johann Strauß, am Samstag, 16. Dezember, auch Karten zum Preise von 0,50 bis 2,50 Mark an Nichtmitglieder der Deutschen Bühne ausgegeben werden. Der Verkauf dieser Karten erfolgt ab Samstag morgen, 10 Uhr, während der Kassenstunden. *• Berkehrsunfall. Gestern gegen 17.15 Uhr ereignete sich auf der Landstraße zwischen Großen- Linden und Klein-Linden ein Verkehrsunfall. Der Steuerfefretär Franz Spuck aus Glashütten (lau- mis), der in der Richtung nach Gießen fuhr, iah plötzlich im Lichte der Scheinwerfer feines Auto» zwei unbeleuchtete Fuhrwerke vor sich. Die Fuhrleute gingen neben den Fahrzeugen. Um keinen der beiden Fuhrleute umzufahren, bog er nach der Seite aus, geriet aber dabei in den Straßengraben, wobei der Wagen sich überschlug Der Lenker erlitt verschiedene, anscheinend aber nicht schwere Verletzungen. Er wurde von einem anderen Kraftfahrer in die Wohnung feiner Eltern nach Gießen gebracht. •• Fahrpreisermäßigung für Schwer- kriegsbeschädigte schon ab 2 0. D^jem- b e r. Die vom Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellschaft in einem Schreiben an die NS -Kriegsopferversorgung vor einiger Zeit angekündigte Preisermäßigung für Schwertriegsbe- schädigte sollte ursprünglich erst mit dem 1. Januar 1934 in Kraft treten. Wie da» DdZ «Büro meldet, ist e» nun möglich geworden, diese Fahrpreis- ermäßigung schon vom 20. Dezember an wirksam werden zu lassen. Don diesem Termin an können also Schwerkriegsbeschädigte, die 50 Prozent und mehr beschädigt sind, auf der Reichsbahn die 2. Wagenklaffe mit Fahrtausweis 3 Klaffe benutzen. Voraussetzung ist lediglich, daß der Arzt des jür- forgeamts bescheinigt, daß ihr körperlicher Zustand bie Benutzung der 2. Wagenklasse rechtfertigt. Prof. Or. Hauch'G eßen spricht in A Sfeld. -7- Alsfeld, 14. Dez. Die hiesige Dürer- Gesellschaft eröffnete ihre diesjährige Vortragsreihe mit einem Vortrag von Unioer- fitäts-Professor Dr. Rauch (Gießen) über „Die deutsche Kunst". Der Vortragende ging davon aus, daß die neue Staatsführung eine Pllege der künstlerischen Kräfte erstrebt, die Kunsterziehunß soll wieder vom handwerklichen Können ausgehen. Die Kunstakademien sollen in erster Linie auch Werkschulen sein. Die seitherige Massenausbildung von Künftlerakademikem habe ein ÄünfUerprole- tariat ohne feste künstlerische Grundlage und handwerkliche» Können geschaffen. Die Kunst müsse mit Raste, Blut und Boden verbunden sein. Der Bor- tragende gab dann einen Ueberblitf über die Entwicklung der Kunst von der Vergangenheit bis zur Gegenwart, wobei er die verschiedenen Gebiete der Kunst in ihren charakteristischen Grundzügen erläuterte. Insbesondere befaßte er sich mit der deutschen Bauweise und dem Fachwerkbau und mit bet Plastik. Die Ausführungen des Dorttagenden wurden von einer Reihe ausgezeichneter und überaus deutlicher Lichtbilder umrahmt. Ein fo hervorragender Dorttag, wie er den Bewohnern der Kreisstadt Alsfeld hier geboten wurde, hätte einen besseren Besuch verdient. Rauhe Haut : PenatenCreme in Apoin, D. MrOQi --QU, l< Reizen per neue national^ W Ui wickelte s' ter neue in Z-Hlrei flou/erbai bm 8ür$ rab Fri 3n Der füi neue Bür frtntle 5 8mt ein schmückt, mit Fahne Stzuna an leitet Ir. feit der i ta'ür diel' dach in werde. T dacher Ri 'Bwllen Iprod) dr (Korbrwlt Rrt iilt'üt lobte, die Führers j oor 11 3a der in ra den (Brun acordnetei Mi ihm b Mn lei T Dr. Riff RWer der Rreis Iprttfrn a yrirfifrt il r*m brrii rMarteni bas Ttuti da, die Ii «ationalti allen druck. MB*. H ^nn< «nff.unD' -runden x und Nr neu A Lau xrigtn » zum ’ dibtrige 5 lhealt.r S-rndclnr und hm-! sichte, ui irnnur no ftstn um e £ 8h fand im „ Sänger Deutschen Ludwin ' zialvvrsitz Rach t fiWanqoe len bur Bender finlfittnbt die Her Treffen tz dabei der deutschen lunn in b dürgern «ladt As Sorten ui KOt Ruinen f 21000 nro 8000 5000 5100 3200 Eiehen« i Montag, bei her auf mederM 'UhllllS. Samstag, rode Mit- Pteife) die =< Lei. Wdauer Optrttet °°n 5ranj *alif4t&i. ungs> und es Tamille r (Frank- r. veraM- Mnesfaal tapp die W-) arte des gen Toms« Werner >kt«iinehnier ^twerft ö®>fleUet ilit. 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Es ist immer noch eins der besten Lustspiele, die wir besitzen, und mit diesem Theaterstück war ein höchst bedeutsamer Schritt auf dem Wege Aum deutschen Nationaltheater geschehen. Die Aufführung war in allen Teilen auf voller Höhe, man hatte den Eindruck, daß alle Mitwirkenden ihr Bestes gaben. Das Publikum hatte feine helle Freude an dem gebotenen Genuß und spendete dankbaren Beifall. Das erste Gastspiel des Gießener Stadttheaters mit „Minna von Barnhelm" war ein sehr guter Griff, und wir wollen hoffen, daß auch die nächstfolgenden Aufführungen uns Stücke von gleichem Gehalt und literarischem Wert bringen werden. Oer neueBürgermeistervon Lauterbach & Lauterbach, 13. Dez. An Stelle des seitherigen Bürgermeisters Dr. M a h r, der bekanntlich zum Staatspresseches ernannt wurde, ist der seitherige Beigeordnete Pg. Peter zum Bürger- meister von Lauterbach berufen worden. Der neue Bürgermeister ist bewährter Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung. Er leitete über 20 Jahre lang die hiesige Bezirkssparkasse und entwickelte sie zu einem leistungsfähigen Bankinstitut. Der neue Bürgermeister hat sich darüber hinaus in zahlreichen Ehrenämtern bewährt. Mit der Stadt Lauterbach ist er auf das engste verwachsen. Für den Bürgermeister wurde der Finanzbeamte Konrad Friedel zum 1. Beigeordneten bestimmt. In der jüngsten Sitzung des Stadtrats wurden der neue Bürgermeister Peter und der 1. Beigeordnete Friedel in feierlicher Weise In i h r Amt eingeführt. Der Sitzungssaal war reich geschmückt, SA., SAR, HI. und NSBO. nahmen mit Fahnenabordnunqen an der Feier teil. Die Sitzung wurde von Stadtrat Koch eröffnet. Kreisleiter Dr. Lang schilderte sodann die Persönlichkeit des neuen Bürgermeisters, der die Gewähr dafür biete, daß das Vermögen der Stadt Lauterbach in nationalsozialistischem Geiste verwaltet werde. Der neue Bürgermeister, selbst Lauterbacher Kind, werde am besten wissen, wie er der Bevölkeruna dienen könne. In ähnlichem Sinne sprach der Krrisleiter auch von dem neuen 1. Beigeordneten. Bürgermeister Peter dankte dem Kreisleiter für feine herzlichen Worte und gelobte, die Verwaltung der Stadt im Geiste des Führers zu leiten, er erinnerte aber auch an den vor 11 Jahren verstorben Bürgemeister S t ö p l e r, der in rastloser 35jäbriqer Arbeit um den gesunden Grundstock der Stadt bemüht gewesen sei. Beigeordneter Friedel dankte für das Vertrauen, dis ihm durch die Berufung entgegengebracht worden sei. Der Führer der Ortsgruppe der NSDAP. Dr. K i s s e l, schilderte die Ernannten als echte Kämvker Adolf Hitlers. Durch Handschlag nahm der Kreisleiter den beiden Kämpfern das Versprechen ab, stets mit dem Blick auf den Führer gerichtet ihre Pflicht zu tun. Beide geloht-n es mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer. Die Standartenkapelle, die vor dem Sißunasfaale Auf- sttlluna aenommen hatte, spielte zum Schlüße noch das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied, in das die Teilnehmer der Feier freudig einstimmten. Gänq riaqunq in Aih- men einer planmäßigen Vorbereitung für den Vogelschutz und im Interesse des Obstbaues. Aus diesem Grunde wurden bereits im Herbst olle Hecken alls Strauchwer an Böschungen unb Hohlwegen auf Gemeindegelände zu V o g e l s ch u tz g e h ö l - z e n beschnitten. — Seit einigen Togen sind die Holzfällerarbeiten in den staatlichen und von Schenkschen Waldungen, sowie im hiesigen Stadtwalde in vollem Gange. Nach Beendigung der Waldarbeiten werden die Leute dem Arbeitsprozeß im Straßenbau zugeführt, so daß diesen Volksgenossen während des ganzm Winters Arbeitsmog, lichfeit geboten ist. — Nachdem der hiesige M a n • nergefangoerein ,L i e d e r k r a n z" dem Hessischen Sängerbund beigetreten war. wurde die- (er Tage die Gleichschaltung des Dereinsoorstandes durch den hiesigen Ortsgruppenleiter der NSDAP. Bürgermeister Lather norgenommen. Er be- stimmte folgende Herren in den Vorstand. 1. Vorsitzer Wilhelm Lather - Stellvertreter Karl G l e i h n e r . Geschäftsführer Heinrich Köhler II. Dem erweiterten Vorstand gehören an: Ludwig Sattler, Wilhelm Sommer. Ludwig Schorn- b e r t und Heinrich Sprankel jr. Dank gebührt dem seitherigen Präsidenten Ludwig Maar für seine langjährigen treuen Dienste. ss. Grebenau, 13 Dez. Die Sammlung vorn Eintopfgericht innerhalb der Ortsgruppe Grebenau ergab den Betrag von 110 Mark. — Da der frühere Dirigent des Gesangvereins „Ein- tracht" Grebenau Iohs. Noll aus Gefundheits- rücksichten den Dirigentenstab niederlegen mußte, hat sich Lehrer S ch ö n als Dirigent zur Verfügung ge- stellt. — In einer gutbesuchten Versammlung in der Gastwirtschaft Reibt hielt Forstmeister Dr. B a r t h , der vom Roichsluftschutzbund zum kommst- sorischen Ortsgruppenleiter ernannt wurde, einen Vortrag über Zweck, Ziele und Bedeutung des Reichsluftschutzbundes. Anschließend wurde eine Ortsgruppe gegründet. Eine große Anzahl der Gemeindemitglieder hat ihren Eintritt erklärt. Der Vortrag wurde auch in den Nachbargemeinden Wallersdorf, Bieben, Reimenrod, Eulersdorf, Schwarz unb Udenhausen gehalten und dort Ortsgruppen gebildet, die der Ortsgruppe Grebenau ange- schloffen sind. 100 Güterwagen Sekt in einer Nacht. WSN. Mainz, 14. Dez. Infolge Fortfalls der Schaumweinsteuer wurden in ber Nacht auf 1. Dezember auf fünf Bahnhöfen der Reichsbahndirek- tion Mainz nicht weniger als 300 000 Flaschen Schaumwein, bas sind etwa 100 G ü - t e r w a g e n voll, verladen, die mit den ersten Frühzügen abrollten. So konnte schon am 2. Dezember fakt überall im Reich jteuerfreierSekt getrunken werden. G.-oße Kundgebung des hessischen SaststättengewerbeS. DSN. Frankfurt a. TO., 14. Dez. Der Gau 10 im Reichseinheitsoerband des Gast- ftättengeroerbes, der Hessen-Nassau und Helfen umfaßt, hatte zu einer großen Kundgebung in Frankfurt a. TO. eingeladen. Der Lerbondsgauverwalter Döring- Darmstadt behandelte Organisationsfragen. Nach den Zahlen, die aus dem Gaustaat Hessen oorliegen. Das Kind ist die Zukunft der Ration — nimm dich seiner an, werbe Mnlerhilfspale? sind von 6000 Gaststätteninhabern 5500 berufsständisch erfaßt, so daß nur noch etwa 500 außen stehen, die den Weg zum REV. noth finden müssen. Die Sperrverfügung in der Konzessionserteilung sei nicht ausreichend. Verschwinden könnten unb müßten viele der Gaststätten, die in ber Inflationszeit wie Pilze aus der Erde schossen. Ein weiteres Mittel zur Steuerung der Not fei eine gesündere Preiskalkula t i o n. Die Preise mühten so sein, daß der Gaststättenbesitzer seinen Verpflichtungen nachkommen könne. Witer müsse gefordert werden, daß für Turnhallen usw. die Konzession verweigert oder zurückgezogen wirb. Nach Begrüßungsworten des Vertreters des Reichsstatthalters und des Frankfurter Dberbürger- meisters sprach Direktor G e i st h o r d t - Berlin über „Die Zukunft des Gaststättengewerbes". Jeder Gastwirt sei verpflichtet, dem RED. beizutreten. Wer das nicht tue, riskiere nach der Mitglieder- sperre doppelt scharf unter die Lupe genommen zu werden. Der Redner teilte mit, daß eine Novelle zum Gaststättengesetz in Vorbereitung sei, die besonders die Frage der Konzessionen, der Strauß- wirtschaften, der unberechtigten Zimmervermietung usw. regeln werde. Die Verhandlungen mit dem Brauereiverband hätten schon gute Resultate geliefert. Nur eine gesunde unb gerechte Preispolitik könne dem Gewerbe helfen unb die Existenzen sichern. In der Tonsetzerangelegenheit schwebten zur Zeit Verhandlungen in und mit der Reichskulturkammer. Auch in der Frage der L u st - barteitsfteuer seien Verhandlungen im Gange. Die gesamten Steuerfragen seien dem Reichsfinanzminister unterbreitet worden. Das nächste Ziel werde die Aufhebung der ©emeinbebier- unb ber Gemeindegetränke st euer fein. Diese Steuer werde im neuen Steuerprogramm nicht mehr vorhanden sein. Mit den Arbeitnehmern sei vereinbart worden, baß am We ihnachtsheilig- abend die Gaststättenbetriebe um 17 Uhr geschlossen werden. Ausnahmen sind zulässig. Der Redner schloß mit der Versicherung, daß der REV. nach wie vor bestrebt fein werde, die Interessen de- Gewerbes nach Straften zu vertreten, im Zusammenarbeiten mit den verwandten Berufen. Die Hunbgebung schloß mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und mit dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes. Preußen. Gn Augenzeuge von Napoleons Gefangennahme gestorben. WSN. Kirchhain, 14. Dez. Im nahen Dorfe Niederwald starb der letzte Altveteran aus dem deutsch-französischen Kriege 1870'71, Landwirt Heinrich S t a u b i tz, im Alter von 89 Jahren. Der Verblichene, ein Soldat von altem Schrot und Korn, nahm noch bis in feine letzten Tage regsten Anteil an dem gegenwärtigen Wiederaufstieg der deutschen Nation und intereflierte sich besonders für Schilde- rungen von Kampfhandlungen des Weltkrieges, welche er noch ohne Brille lesen konnte. Er machte den Krieg 1870/71 bei dem 14. Husaren-Regiment mit unb war in ber Schlacht bei Sedan an eine Stelle kommandiert, von welcher er die Degen- Übergabe und bic Gefangennahme Napoleons III. beobachten konnte. Kreis Biedenkopf. 0 Schlierbach, 13. Dez. Das Fällen des Gemeindeholzes wurde vergeben. Es sollen 550 Festmeter gefällt werden. Die Unternehmer erklärten sich bereit, bas Holz für die vorgesehenen Richtlöhne zu fällen. Buntes Allerlei. Ein neues Bier. In den heiligen Veden der Inder nimmt die Dar- stelluna ber Bräuche bei der Bereitung des Soma- geträntes einen ebenso breiten Raum ein, wie die Lobpreisung seiner heilsamen Wirkung. Es fällt dabei auf, «bafj nirgends die Hefegärung ermähnt wird, und daß das Somagetränft im Zustand der frischen, trüben Gärung genossen wurde. Beobachtungen von Prof. Dr. P. Lindner, über die er in ber Zeitschrift „Der Naturforscher" berichtet, haben ihn auf den Gedanken gebracht, daß bas Soma, wie es bei den allen Indern hergesttllt wurde, durch das im Agavensaft in Mexiko gefundene Termobacterium mobile gebildet worden ist, also durch einen Spaltpilz, der in Zuckerlösungen besonders rasch gärt und bis 10 v. H. Alkohol ahne Fuselöl erzeugt. Dabei bildet sich reichlich Kohlensäure, die das Getränk prickelnd und erfrischend macht. Die inzwischen ausprobierte Reinkultur dieses neuen Gärungserregers hat die Möglichkeit seiner Fortzüchtung auch in nördlichen Gebieten gegeben, so daß dieses heilkräftige Somagetränk mm auch bei uns herzustellen ist. Eine Brauerei bei Wien hat diese Herstellung jetzt praktisch durchge- führt unb bic Heilwirkung bes Neosoma benannten Getränks bestätigt gesunden. Neosoma hat durch- aus Biercharakter unb ist wohlschmeckenb. Das mit bem Spaltpilz reichlich versehene trübe Bier ist ein vorzügliches Heilmittel gegen Darmstörungen, währenb bas burch einen Filler gebrachte, also t on ben Spaltpilzen befreite klare Bier diese Wirkung nicht hat, sich aber als ein besonders erfrischendes, kräftigendes und bekömmliches Getränk auszeichnet. Oie Llnfall-Siunden des Taoes. Manche Einzelheiten einer vom Englischen Ver- kehrsministerium veröffenttichlen Unfallstatistik sind als Vergleichsgrundlaae auch für die deutschen Vcr- hällnisie von Interesse. Diese neuesten amttichen Erhebungen über die im Straßenverkehr eingetretenen Unfälle in Großbritanien erstreckten sich auf die ersten 6 Monate dieses Jahres, während welcher Zeit über 3000 Personen tödlich verunglückt sind. Die Mitteilungen über die Unfallstunden geben wertvolle Ausschlüße über den Verlauf der Ge- fahrenkuroe wahrend eines durchschnittlichen „53tr- kehrstages". In ben ersten Morgenstunden, in denen der Verkehr noch seht spärlich ist, treten naturgemäß nur eronig Unfälle ein; sic werben mit 0,4 Prozent angegeben. Diese Zahl jteigt jeboch in ber Zeit von 7 bis 9 Uhr vormittags, wahrend die meisten Menschen ihre Arbeitsstätten aufsuchen, auf 3,4 Prozent, sie beträgt zwischen 9 unb 10 Uhr 2,6 Prozent unb wachst bann in ber wieder sehr Der- kehrsreichen Zeit von 12 bis 1 Uhr auf 7 Prozent. Den höchsten Stand bes Tages erreicht die Unfall- Häufigkeit mit 9,4 Prozent in ben Nachmittags- stunden von 5 bis 6 Uhr, während welcher Zeit dec Engländer von ber Arbeit nach Haufe zuruckkehrt. Es wirb gewiß mit Recht vermutet, daß ein gewisser Ermübungszustanb nach Beenbigung ber Tagesarbeit an diesem hohen Unfalfftonb mit Schuld trägt. In ben Abenbstunden von 10 bis 11 Uhr, also wenn bas Publikum von ben Vergnügungsstätten heimkommt, erreicht ber Prozentsatz mit 73 ben zweithöchstten Stand des Tages. Der Einfluß bes Alters auf die Unfallhäufigkeit ist deutlich aus dieser Statistik abzulesen. Die meisten Unglücksfälle geschehen bei Kindern unter 10 Jahren und in noch stärkerem Maße bei alten Leuten, über 60 Jahren Es ist übrigens bemerkenswert, daß sich die Mehrzahl der Unfälle bei klarem 'Setter ereignete unb nicht bei bem gerobe in bestimm ten Teilen Englanbs nicht feiten en hiesigen Wetter mit starker Nebelbilbung Damit erfährt die schon schon häufig gemachte Feststellung, daß die geringe Sicht die Fahrer zu überdurchschnittlicher Vorsicht anspornt, eine Bestätigung. M. W. Taten für Samstag, 16.Dezember 1742: Gebhard Leberecht Fürst Blücher von Wahlstatt in Rostock geboren (gestorben 1819); — 1770: Ludwig van Beethoven in Bonn geboren (gestorben 1827); — 1836: ber Chirurg Ernst von Bergmann in Rujen (Livland) geboren (gestorben 1907). a. Ärzte verordnen IDEE-Kaffee rx (Bohnen-Kaffee) wegen seiner Unschädlichkeit Das 200 gr. Paket kostetnur 122 Pfg. Deutsdic h)eihnacftt &eutscfie Gaben Kleiderstoffe in Wolle, Seide, Baumwolle. 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