Ur. 268 Zweites Blatt______________Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen)__________Mittwochs 5 Novrmder 1955 Aus der Provinzialhauptstadt vermissen. Letztes Laub. Der Himmel hat nur noch Nebel und ab und zu einen kühlen Glanz. Der Wind geigt auf einigen kahlen Aesten eine schwermütige Weise. Als die Blüten fielen, hörten wir bieje Melodie nicht. Und doch hatten sie uns mehr entzückt an ©e» geboren Aber bei ihrem Tode jauchzten die Sögel Liebesstrophen und das Land stand im Ueberfluß und Letztes Laub. Don Peter Bauer. Nasch sind die Blätter der Bäume abgestorben. Sic verloren ihre Farbe, schrumpften und welkten. Manche begannen vom Rande her zu zerfallen, sahen wie von Rost zerfressen aus und raschelten bei jedem Windstoß wie die vertrocknete Haut eines Insekts, aus der das Leben entschlüpfte. Andere wurden schöner im Todeskampf und leuchteten auf wie von einem inneren Feuer durchglüht. Ihr matt und stumpf gewordenes Grün verloderte zu neuen Farben. Zitronengelb und purpurn prangten die Wipfel. In ihnen fieberte etwas wie in den Unter- gangsfarben der scheidenden Sonne und des Abend- Erste Sitzung des Landesbauern standes Hessen-Nassau. Der Siedlungsgedanke habe in Hessen-Nassau in zweierlei Hinsicht den Weg zur Neubildung deutschen Bauerntums eingeschlagen. Bei der Durchführung der Landesplanung in den drei Provinzen Starkenburg, Rheinhessen, Oberhessen werden wir 2 3 100 Hektar Neuland zur Besiedlung gewinnen. 3 9 neue Dörfer mit ca. 4 0 0 0 Bauern können entstehen. Die Ordnung des Milchmarktes habe weite Kreise der Bevölkerung am einschneidendsten berührt. Die Gesundung könne nur gelingen, wenn der Markt nach jeder Richtung der bäuerlichen Erzeugung geordnet und grundsätzlich umgestaltet wird. Die nationalsozialistische Regierung habe die Umgestaltung bereits in Angriff genommen und die Härten so weit wie möglich gemildert. Der Landesbauernführer schloß seine Rede mit einem Appell an die Bauern, alle Kräfte für die Neugestaltung des Standes einzusetzen und einem begeistert ausgenommenen Heil auf den Reichskanzler Adolf Hitler, den Reichs- ernährungsminister Walter Darrt* und den Reichs- stattyalter Sprenger. der Bewegung ist. Ich glaube, daß es notwendig ist in dieser Stunde, gerade dieses Bekenntnis des Bauerntums herauszustellen, das Bekenntnis zu dem gesamten deutschen Volk. Der hessische Bauernstand hat in dem großen Wirtschaftsgebiet Hessen, nicht bloß in den engen Grenzen des ehemaligen Großherzogtums, seine beste Führung in dem Landesbauernsührer Dr. Wagner, der in enger Zusammenarbeit mit dem Herrn Reichsstatthalter und Gauleiter das Werk der Einigung in unserm Wirtschaftsgebiet vollenden will. Landesbaueruführe« Or. VZaqner führte dann, nachdem er dem Gauleiter Reichsstatt- Halter Sprenger für seine tatkräftige Förderung des Bauernstandes gedankt hatte und kurz auf die geschichtliche Entwicklung des Bauernstandes eingegangen war, etwa aus: Unsere Arbeit müsse auf die Erkämpfung folgender Forderungen gerichtet ein: Die bedingungslose Erhaltung der noch vorhandenen echten Bauernsamilien auf ihrer angestammten Scholle, lieber- sührung des Siedlungsgedankens in den Grundgedanken, daß Siedlung nur einen völkischen Sinn hat, wenn sie Neubildung deutschen Bauerntums bedeutet. Der Erbhof müsse vor Teilung und Der- mende Decke im Winterfrost umkommen würden Und es rettet überdies noch vielem kleinen Getier das Leben, das in seinem dichten Schutt geborgen und gebettet überwintert. Selbst kleine, zusammengekringelte und verpuppte Raupen, die den Sommer über wüst in den Wipfeln hausten, finden unter dem Blätterteppich eine Schlafstätte. Unter den Straßen- und Alleebäumen wird das Laub zumeist auf Haufen gekehrt und fortgefahren, um zwischen Müll und Erde irgendwo zu verwesen oder zu Asche verbrannt zu werden. Auf beide Weifen gehen dis abgestorbenen Blätter in die aroße Werkstatt der Natur ein, wo nebeneinander Tod und Leben gewirkt werden. „Eine Hand voll Erde ist eine Hand voll Welt" sagt ein Wort von Hippel. Verwesung, Verbrennung muß sein, da- mit Licht und Leben werde. Zwecklos ist jede Geste, die diesen Kreislauf aufhalten möchte oder sich ihm gar entgegen- stemmte. Was will das welke Blatt, das sich noch krampfhaft an feinen Zweig klammert? Warum folgt es nicht freiwillig dem Weg der unzähligen andern Blätter, die mit ihm das grüne Haus der Wipfel gebaut und sich an Sonne und Volgelfang berauscht, warum raschelt es häßlich im Winde wie ein Fetzen zerknülltes Papier? Was tot ist, gehört der Erde. Kein Frühling wird aus dem verknitterten Wimpel noch einmal ein saftvolles, lebenstrotzendes Blatt erwecken. Aber an feiner Stelle wird ein neues aus der Rinde ersprießen, in der gleichen Jugendform, und sich zu derselben reifen Gestalt entwickeln, mit der vor Monaten noch das verschrumpfte Ding prunkte. Niemand wird in der künftigen Laubkugel des Baumes auch nur ein Blatt Himmels. . Nun flattern und kreiseln die Blätter, vom Winde losgezerrt, in der Lust. Es ist trotz des langsamen Gleitens kein Flug, sondern ein Fallen. Wie jedes Wesen, dem Gottes Wille das Ende geschehen läßt, so suchen die niederwehenden Blätter den mütterlichen Schoß der Erde, die sie gebar. Sie können den Bäumen nichts mehr nützen. Eher würden sie in den kalten Monaten des Winters deren Leben gefährden, als es zu neuer Entfaltung führen. Sie wären nur lästige Mitzehrer an dem bißchen Feuchtigkeit, das die Wurzeln mühsam der hart und frostig werdenden Erde entsaugen, und würden schließlich den Zweigen und Aesten, ja dem ganzen Stamm ihr eigenes Schicksal bereiten, das sich un- aufhaltsam erfüllte. So sterben sie den Opfertod für die Erhaltung der Art, wie wir es zu gewissen Zeiten auch im Tierreich sinden. Heroisch ist beispielsweise der To- deszug der hamstergroßen Lemminge, die in Jahren des Nahrungsmangels ihre Berghöhlen in den skandinavischen Gebirgen verlassen und in ungeheu- ren Scharen und tagelangen Märschen nach dem Meere wandern, in dessen Fluten sie sich wie von einer magischen Gewalt gezogen hineinstürzen, um den wenigen Zurückgebliebenen das Durchhalten aus dem heutigen Durcheinander langsam und organisch auf Grund natürlicher Auslese ein echtes deutsches Bauerntum erstehen. Er schilderte sodann die durch die Bewegung getragene Organisation des hessen-nassauischen Bauernstandes und kündigte die in nächster Zeit stattfindende Weihe eines eigenen Heimes für den gesamten Land st and durch den Reichsbauernsuhrer an. i statt, Farbe und Duft und tausendmal mehr für zu'ermö'gttch'cn.'Das fallende Laub deckt aber auch das Fortleben ihrer Art getan: sie hatten die Früchte gleichzeitig die auf dem Boden verwehten Früchte und Samen zu, die ohne feine schützende und war- I WEN. Frankfurt a M., 14 Nov. Im Bür- gerfaal des Frankfurter Rathauses fand Dienstagnachmittag die erste Sitzung des Landesbauernstandes Hessen - Nassau statt. Nach einer musikalischen Einleitung begrüßte der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt a. M. Dr Krebs die aus dem ganzen Rhein-Maingebiet zahlreich erschienenen Bauernführer. Reichsstatthalter uni) Gauleiter Sprenger wies sodann darauf hin, daß das Werden des Reichsnährstandes in dem Werden der National- fozialistischen Deutschen Arbeiterpartei ihren Grund und Ursprung gefunden habe. Mit dem Eintritt des heutigen Reichsministers für Volksernahrung, Darre in die Reichsleitung habe allmählich auch für das gesamte Bauernvolk ein neues Werden von Grund auf begonnen. Bei der Machtübernahme fei wohl feine Vorbereitung besser getroffen gewesen als die Vorbereitung Walter Darres zur Eingliederung des 'Bauernooltes in den Staat zunächst und als Vorbereitung zur Gründung des Standes der deutschen Bauern, dem Reichsnährstand. In der weiteren Fortentwicklung nun sei es eine Freude festzustellen, daß gerade der Reichsnährstand immer stiel- und folgerichtig der Zeit gefolgt fei. Auch hier in unserem Gebiet sei es zunächst einmal symbolisch, daß die Partei s i ch über Main und Rhein hinweg er st recke, daß die Gegensätze vordem und die Zerrisienhett überbrückt seien durch einen einheitlichen Gau Hessen-Nassau. Und als einer der ersten Stände, die praktisch die politische Linie der Partei in die Tat umgesetzt haben, ist der Reichsnährstand gefolgt Die Entwicklung werde zweifelsohne inbezug auf die Zusammenlegung dessen, was zusammengehört, ihr Ende noch nicht gesunden haben. Dem Führer und der Reichsregierung müsse es Vorbehalten bleiben, d i e endgültige Regelung, d. h. die Reichsreform, zu treffen. Er habe wiederholt betont, daß er niemals 3 u I a f f e n werde, daß von irgend einer Seite vorgegriffen wird, ober auch nur Forderungen gestellt werden. Am letzten Sonntag habe Jugend in Begeisterung die Grenzen zu überbrücken versucht, wie es sich eben nur die Jugend denken könne, unbekümmert und unbedenklich, wem diese Grenzpfähle gehören, ob sie hessisch oder preußisch seien. Die Jugend habe sie verschwinden lassen in jenem revolutionären Anflug, der immer das Recht der Jugend sei. Wie oft war jugendlicher Ueberschwang Ausgangspunkt historischer Dinge. So wollen wir nicht richten darüber, sondern wir wollen ver- st e h e n , und das Volk selbst hat uns den Weg zu diesem Verstehen gegebne!. Der Reichsstatthalter bat dann den Landesbauernführer Dr. Wagner, die Führung des Reichsnährstandes Rhein-Main- Neckar durch alle Zukunft zu tragen, , fie fo zu tragen, daß er sie getrost unserer Jugend, unserer Zukunft übergeben könne Der hessische G^aatsminister Iuna führte darauf u. a. aus: Zum erstenmal wohl in Der tausendjährigen Geschichte des Deutschen Reichs ist der Bauern st and eins, einig durch dir NSDAP. Und Has Erhebende und Wunderbare dabei ist. daß der Bauer, der heute zum Nationalsozialismus gekommen ist, weiß, daß er nicht etwa hoffen darf, nur feine eigenen I n - t e r e H e n in der großen Bewegung durchsetzen und vertreten zu bürten, jonbern er weiß, baß er mit feinem Eintritt in biete Bewegung nur ein kleines Rab in bem großen Räderwerk chuldung, aber auch vor landwirtfchaftlichen ich- üchtigen Gewinnwünschen seines jeweiligen Beißers grundsätzlich geschützt sein. Dadurch werde Zum 75. Geburtstage von Selma Lagerlö Selma L a g e r l ö f, die weltberühmte Dichterin Der Romane „Gösta Herling" und „Die Herrenhofsage", begeht am 20. November ihren 75. Geburtstag. Selma Lagerlöf, die auf ihrem Gute Marbacka in Südschweben ein sehr zurückgezogenes Leben führt, würbe im Jahre 1909 mit Dem Nobelpreis gekrönt und 1914 als erste Frau in die schwedische Akademie berufen. Ueberschwang der Frühlingstage. Und immer neue Blüten- und Laubwunder wurden und wuchsen Aber nun fällt das letzte Laub und nichts tommt mehr noch. Da hören wir b>e melancholische Weise im Wind lind werden nachdenklich Der kaiserliche Philosoph Marc Aurel dichtete ihr folgenden Zweizeiler: „Bald — und du hast alles vergessen Bald — und alles hat dein vergessen." AS'OAP G ii Die NS. -Frauenschaft G i e ß e n - O st hat Zellenabend der Zelle 2 am heutigen Mittwoch, 20.30 Uhr, im Schützenhaus. Die Mitgliedskarten sind mitzubringen. ASLB. Gießm-Land Eine Bezirkskonferenz des NSLB. Gießcn-Land findet am kommenden Samstag, 15 Uhr, im Hotel Köhler zu Gießen statt. Einem Vortrag über „Landschule und Landschulreform" werden Bekanntmachungen folgen. Der Bezirk Lollar hält am kommenden Samstag, 15 Uhr, in Lollar bei Petrasch eine Bezirksversammlung ab, die einen Vortrag über „Das Führerproblem in der Erziehung" bringen wird. Tagung der NG>-Heiipraktiker. Am Sonntag, 19. November, wird die erste Gaufachschaftstagung der NS. - Heilpraktiker des Gaues Hessen-Nassau in Frankfurt stattfinden. Die erste Tagung findet um 10 U.'.r im Volksbildungsheim, die zweite um 15 Uhr un großen Saal des Saalbaues statt. Es werden prominente Herren sowohl der Aerzttschaft, wie der Heilpraktiker bas Wort ergreifen Die Tagung roU ein Grunbstein für eine zukünftige Zusammenarb it werben. „Unsichtbare Gegner/' Das Lichtspielhaus brachte ben Pan-Film „Unsichtbare Gegner" (Verleih ber Märkischen Film GmbH.) zur sübwestbeutschen Uraufführung. Das ist ein Kriminalfall nach einer Ibee von Ludwig v o n Wohl, der sich durch eine phantastische Fabel, bedeutende Spannung und den Einsatz sowohl namhafter Schauspielkräfte als auch der raffinierten Errungenschaften neuzeitlicher Technik auszeichnet. Wmke, wmke—Dred§r?ehn! Von Peter Mattheus Jettepohis hatten ein nettes schwarzes Klavier; das beinahe wie Ebenholz aussah. Es war zwar nicht mehr ganz neu, und wenn darauf gespielt wurde, verhedderten sich manchmal die Saiten, so daß ganz merkwürdige Töne herauskamen. Immerhin — es war ein hübsches Klavier, dem man das Atter nicht, ansah. Jettepohis hätten es ja vielleicht nicht gebraucht, denn Frau Icttepohl spielte nicht, und Iettepohl selbst machte sich nichts aus Musik. Aber es war nun einmal da, und außerdem sah es vornehm aus. Jettepohis und das Klavier lebten in Frieden, bis eines Tages ein musikbeslissener Bekannter kam und zu spielen versuchte Jawohl, versuchte! Denn schon nach den ersten Tönen schlug er den Deckel zu, und Jettepohis vernahmen staunend, wieviel Fehler ein einzelnes Klavier in sich vereinigen kann Die bescheidene Bemerkung, daß es doch bisher — usw. . . wurde im Keim erstickt, und Jettepohis beugten sich dem Urteil des Fachmanns und beschlossen unter dem Druck der Autorität, das Klavier reparieren zu lassen. Am nächsten Tag kam ber Stimme!. Er ruckte das Klavier ab und klappte vorn und hinten die schwarze Holzbekleidung auseinander. Und nach eingehender Untersuchung des Innenlebens stellte er fest, daß es im ganzen einen halb-m Ton zu tief sei und auf den Kammerton gebracht werden müsse. Er zückte einen ins Mammuthaftc vergrößerten Ofenschlüssel und begann, die Saiten hochzuziehen. Als er dreiviertel fertig war, gab es einen gewaltigen Knall mit verschiedenen pfeifenden und rasselnden Nachwirkm ;en Der Rohmen war geplatzt. Auch Klaviere wollen ihre Ruhe haben' Als nach zwei Tagen der Rahmen genietet und geschient vom Klempner kam, erschien auch der Stimmer wieder und machte sich von neuem ans Werk Der Rahmen wurde eingesetzt — die Saiten aufgezogen. Und als sie auf bem Kammerton waren, unb bas Klavier fix unb fertig an ber Wcmb ftanb, gab es roieber einen Knall, unb der Rahmen war wieder kaputt. Diesmal nahm ber Klempner eine bickere Schiene unb stärkere Nieten, was sich auch im Preis aus- drückte Das Mißtrauen bes Stimmers war jebach nicht mehr zu besiegen. Er riet beschwörenb vom Kammerton ab unb stimmte bie Sotten einen Hal- ben Ton tiefer. Man weiß bei solchen Dingen nie mie man dran ist. Diesmal hielt ber Rahmen Unb ber Stimmer bewerkstelligte einen überstürzten Ruckzug, um noch vor bem Knall braußen zu sein. Die nächsten Tage waren für Jettepohis aufrei- benb. Sogar im Schlaf glaubten fie es knallen zu hören, unb in ber Nähe bes Klaviers gingen sie nur auf Zehenspitzen. Es blieb aber ziemlich ruhig. Allerbings konnte man es im Gehäuse arbeiten hören. Es knarrte unb flirrte manchmal beängstigen!), unb blecherne Seufzer lösten sich. Erst als auch das vorüber war, wagte es Iettepohl, ein paar Töne anzuschlagen. Er hätte es nicht tun sollen, beim bteje Tone waren leibst für (ein ungeschultes Ohr zu schl'mm. Ein schwerer Fluch würbe auf bas Haupt bes musik- bellissenen B kannten herabbeschworm und ein Hönbier gesucht unb qefunbm, ber Jettepohis von dem Klavier befreite. Er zahlte einhunbertunbcs Dichters, nur episodenhaft, was aber bie Güte ihrer Leistung nicht minberte Der Sorgfalt ber Inszen e- rung unb Darstellung galt vorwiegend ber herzliche Beifall, der alle Beteiligten wiederholt hervorrief. Dr W. Wertschriften —D i e K u n st (Verlag F. Bruckmann AG. Nisin- chen) gibt im Nvvemberheft dem künstlerischen Sch. s' fen Bernhard Bleekers breiten R.i Walther Darr6 geprägt hat, ist von gleichgroßer Bedeiitung für die Weiterentwicklung ber eii.zelnen ,hv.i,.e. Die Führer der Kleingärtner si.'iien dem Kleinsiedler bei der Beratung in Obst- 11 ■J t'i.imiicbau ebenso willig zur Verfügung, als *'’c Kleinsiedler den Gedanken ber eigenen Heim- fta'ie in die Reihen ber Kleingärtner tragen. Die« jelbe lli.terstiitzung durch die Kleintierzüchter und Geflügelhalier Der Reichsbund ber Kleingärtner unb Kleinsiedler Deittschlands e. V., Berlin, hat gelegentlich einer Führerringbesprechung in Berlin bcrc.is iestgestellt, »aß die Aufbauarbeit unb ber ,mi»mim iichluß im Gau Hessen-Nassau im ganzen Reiche mit an erster Stelle steht. Es bars beshalb i o.1i einmal bi -ont werben, daß bieser enge Bunb suchen den einzelnen Fachschaften bas Verbienst ber Gauleitung ber NSDAP. Frankfurt a. M. ist. ^cutfche Christen un? Luthertag Tu Glaubensbewegung „Deutsche Ü l) r i ft e n", Wau Hessen-Darm st abt (Gau- Obmann Sattle. - Wieseck», erwartet von ihren Mitgliedern, bie 'Hunbfuntgeäte besitzen, baß sie ihre „guten Freunde unb getreuen Nachbarn", bie bekanntlich Martin Luther in der Auslegung der vierten Bitte des Vaterunseres mit zum täglichen Brot rechnet, am Ü u t b e r t a g, 19. Novern« b e r. bei den liebertragungen aus Berlin zu sich lad-n Wo es die örtlichen Verhältnisse gestatten, soll um 16.30 Uhr ber offizielle Festakt aus ber Philharmonie in Berlin In die Kirchen unb geeignete Säle übertragen werben Bei ihm sprechen der Reichsbischos Ludwig Müller unb der Reichsminisler Dr. Frick, die Festrede hält der De« kan ber Berliner Theologischen Fakultät, Professor D- Erich S e e b e r g. „England, Z on smus und Arabertum^ Vortrag im (Bau Ausland des JISCB. Der Gau Ausland im Nationalsozialistischen Leh« rerbunb hielt am Montag in der Pestalozzischule eine Versammlung ab. Pfarrer Dr Kaufmann sprach über bas ^hema; „England, Zionismus und Arabertum". Der Vortragende ging von der englischen Politik in Palästina aus Nach dem Kriege sei ber Orient verteilt worben unb Palästina unter englische Man- datsherrschast gekommen; verschiebene andere Lander wuiden Vasallenstaaten. Palästina zu beherr- scheu sei ein altes Ziel englischer Politik mit dem Öroerf, den Suezkanal unb damit den Landweg nach Indien zu sichern. England beherrsche gegen- ivartig in Vorderasien riesige Gebiete von großer wirtschaftlicher Bedeutung (Del in Mesopotamien) Palästina sei, geographisch betrachtet, ein „Brücken- lanb", dienend dem Austausch kultureller unb wirt- schaftlicher Werte seit Iahrtausenben. Das ‘IQanb.U Palästina sei aber für England durch zwei verspre- chungen schwer belastet. Den Arabern sei ein groß- arabisches Reich versprochen worben als Anerkennung für den Aufstand gegen die türkisch-deutsche Armee während bes Weltkrieges Den Iuben var bie Errichtung einer Nationalheimstätte in Palatina zugesagt. Das sei geschehen, um die Juden währenb bes Weltkriegs für bie englische Kriegsanleihe zu interessieren. Ans beiben nicht gehaltenen Versprechungen refidtiere alle Unruhe in Palästina. Sobann wandte sich ber Redner dem Zionismus zu. Zionismus bedeute bie völkische Auffassung bes Judentums. Bisher habe bas Mische Volk bie Voraussetzungen für ein „Volk" nicht erfüllt. Der Zionismus wolle aber — nach 2000jähriger Zerstreuung — bie Iuben völkisch roieber vereinigen. Dem Zionismus stehe bas Prinzip der Assimilation gegenüber, das m Deutschland, getragen vom Zentral- verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, viele Anhänger gehabt habe. Der Zionismus gehe auf den Wiener Journalisten H e r z l zurück, der ein leidenschaftlicher, idealgesinnter Kämpfer der völkischen Idee des Judentums gewesen sei. An bie Verwirklichung ber zionistischen Idee sei lange nicht geglaubt worben. Verwirklichung fand sie aber doch burch bie bekannte Balfour-Erklärung vom 2. November 1917. Don 1920 bis 1932 feien baraufhin etwa 80 000 Juden nach dem Land Israel einge- wandert, so daß bas Land mit den vorher dort ansässigen Juden jetzt von 160 000 Juden bewohnt werbe. Mit außerorbentlicher Energie sei nun Pa- lästina aus türkischer Verwahrlosung herausaerissen worben, allerbinas unter Angleichung an bie vor- bildliche Arbeit der deutschen Schwaben. Siedlun- §en und Orangenoflanzungen entstanden in frucht- aren Ebenen. Arader schlossen sich ber Aufbauarbeit an. Allerdings fei den Juden, im Gegensatz zu den aus religiösen Gründen eingeroanberten Deutschen, manche große pekuniäre Hilfe zuteil geworben. Das Lanb gehöre ihnen in Erbpacht. Industrie habe sich angesiedelt upb sei zu einiger Bedeutung gelangt. Das Judentum habe eigene Verwaltung, es sei Staat im Staate. In der Schule werde die Jugend völkisch und auch religiös erzogen. Hebräisch werde als Umgangssprache gepflegt. Interessant fei, daß sich eine bestimmte Form einer Gemeinfchaftswirtschaft entwickelt habe Innerhalb bes Zionismus seien verschiedene politische Richtungen entstanden, bie sich aber als große Schwäche auswirkten. Unter Den Zionisten gebe es außerdem nicht wenige Atheisten unb Kommunisten. Die schwierigste Stellung habe ber Zionismus aber dem Arabertum gegenüber. Der Eng- länber stehe zwischen beiben. Die Araber verlangten von ben Engländern bas Verbot weiterer Jubenein- roanberungen unb bas Verbot bes Landkaufs durch Juden. England könne diese Forderung mit Rücksicht auf die feierliche Verpflichtung in ber Balfour- Ertlörung nicht erfüllen. Der Araber jeboch fürchte, von ben europäisch gebildeten Juden aufgejogen zu werden. Der Zionist in Palästina sehe ber Einwanderung ber beutschen Iuben mit Mißtrauen entgegen, denn für den beutschen Iuben gebe es außer in ber Landwirtschaft keine Betätigungsmöglichteit. Die Gegnerschaft bes Arabertums bedeute für ben Zionismus eine schwere Gefahr. Die Gestaltung des Verhältnisse zwischen beiden sei bie Kernfrage. Es gebe keine anbere Möglichkeit, als bie Verständi- gütig von Volk zu Volk. Der Zionismus habe in bieser Hinsicht bisher viel versäumt. Wenn bas 23er- ffänbnis nicht hergestellt werde, bleibe Palästina ein ständiger Unruheherd. Im Interesse des Heiligen Landes sei es wünschenswert, daß Friede an den ehrwürdigen Stätten ber christlichen Geschichte einkehre. In seinen abschließenben Ausführungen beschäftigte sich ber Rebner mit bem Verhältnis Deutsch- lanbs zu Palästina und wies besonders auf Vinen vorbereiteten Hanbelsvertrag, einen Austauschvertrag hin, ber für Deutschland bedeutungsvoll fein könne. Dem Redner wurde für seine Ausführungen starker Beifall zuteil. Im Verlaufe einer kurzen Aussprache wurden noch einige spezielle Fragen behandelt. Schulrat Dr. H e n ß schloß die Versammlung mit einigen organisatorischen Mitteilungen. Gaarkmber kommen nach HessenAaffau Am heutigen Mittwoch kommen um 13.20 Uhr 900 Saarkinder im Frankfurter Hauptbahnhof an, die von ber Hitler-Jugend zur Erholung im Gebiet Hessen-Nassau untergebracht werden. ’-Vor notigen. Tageskalender für Mittwoch: Stabttheater, 19.30 Uhr bis 22 Uhr, „Der Traum der Wilma Kelemen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Unsichtbare Gegner". — Aus bem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute 19.30 Uhr 7. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement, Erstaufführung ber Ge- sellschaftskomödie: „Der Traum ber Volma Stele» men von Franz Molnar unter ber Spielleitung bes Jntenbanten. Gewöhnliche Preise. Enbe nach 22 Uhr. — Am Freitag, 17. November, als 7. Dorstel- lung im Freitag Abonnement nicht: „Wenn der Hahn kräht" s o n b e r n bie Operette: „Wiener Blut" von Johann Strauß. Operetten-Preise. Spielbauer von 20 bis 22.30 Uhr. — Am Samstag, 18. November, Luther-Gebenkfeier mit einem Vortrag bes Pg. Prof. W. G. Freytag: Luther, ber Führer, der Stampfer, ber deutsche Mensch"; ferner wirken u. a. mit ber Bauersche Gesangverein unb ber Akabernische Gesanaverein, beide unter Leitung von Universitäts-Musikdirektor Pros. Dr. t e m e 5 d a r i). Dauer der Veranstaltung von 20 bis 22 Uhr. Preise der Plätze von 0,50 bis 1,50 Mk. — Sonntag, 19. November, außer Abonnement bas Schauspiel: „Am Himmel Europas" von Schwen- zen-Malina, Spielleitung: Anton Neuhaus Ermäßigte Sd)aufplelpreifc Spielbauer von 19.30 bis 21.45 Uhr — Volkshochschule. Der Lehrgang über „Die Weltanschauung des Nationalsozialismus" von Rektor N e b e l i n a beginnt heute Der Beginn des Kursus über „Deutsche Musik" muß wegen Erkran- kuna des Musiklehrers Bauer leider verschoben werden. Näheres siehe heutige Anzeige. — Jtunbaebung im Studentenhaus. Heute um 20.30 Uhr findet im Studentenhaus (kleiner Speisesaal) eine Kundgebung statt, bei ber die ANSt.-Kreisleiterin Eva N e ß l e r (Freiburg) über bas Thema: „Die Aufgaben unb Pflichten ber deutschen Stubentin“ sprechen wirb — Oberhessischer Geschichtsverein. Die Winterarbeit bes Oberhessischen Geschichtsvereins ist biesmal ganz auf bas Rhein-Main-Ge- biet abgestellt. In dieser Vortragsreihe spricht am Donnerstag, 16. Nov, Dr. Hävernick vom Museum für Hamburgische Geschichte über „Das mittelalterliche Münz- unb Geldwesen im Rhein- Main-Gebiet" Der Dortrag, ber im Hörsaal bes kunstwissenschaftlichen Instituts ftattfinbet, wirb durch eine Anzahl Lichtbilder unterstützt sein. (Man ver- gleiche die gestrige Anzeige.) — Der D W A , Verband der weiblichen A n g e ft e (11 e n, veranstaltet am Donnerstag, 16. November, 2015 Uhr, im Singfaal bes Realgymnasiums, Ludwiasiraße 11. einen Deutschen Abend, zu ''em alle Mitglieder herzlich eingeladen sind' Gäste kernen eingefflhrt werden Es wird ein Dor- trag gehalten über „Die Frau im nationalsoziali- HHdjen Staat" Lieder unb Gedichte vervollständigen bas Programm bes Abends. Es wird erwartet, daß die Mitglieder es als Ehrenpflicht betrachten, diese Veranstaltung zu besuchen. Auf die heutige Anzeige fei besonders hingewiesen •• Der erite Schnee. Nachdem heute früh vor 6 Uhr bereits ganz leichter Schneefall eingetre» len war, wirbelten gegen 9 Uhr größere Flocken, allerdings noch vereinzelt, herab und kündeten damit den Beginn der Herrschaft des Winters an. Die Flocken blieben aber noch nicht auf den Straßen liegen. Auf dem Hoherodskopf liegt der Schnee, wie wir heute früh auf Anfrage hörten, etwa 1 Zentimeter hoch; bei Rauhreif sank in der letzten Nacht die Temperatur auf 6’/« Grad minus. •• Heute keine Sparkaffen-Kundge- bung. Eine für heute nachmittag nach Darmstadt einberufene Kundgebung der Sparkassen bes Wirt- schastsgebiets Hessen ist auf den 2 4. November verschoben worden. “ Kurzschriftlehrerprüfung in Hef - s e n. Das Staatspresseamt teilt mit: Die nächste (zehnte) staatliche Prüfung für Kurzschriftlehrer sin- bet Mittwoch, 24. Januar 1934 unb folgenbe Tage in Darmstadt statt. Meldungen sind mit ben durch Punkt 5 der Prüfungsordnung vom 1. März 1930 vorgeschriebenen Nachweisen unb ben Stempelmarken im Betrage von 1,50 RMk bis 20. Dezember b I. bei bem geschäftsführenden Vorsitzenden des Prüfungsamtes, Kammerftenograph Winkler, Darmstadt, Landtag, einzureichen. Winterhilfe im An a le Ortsgruppen und Zer en- walter der 7lGV. des Kreises Gießen. Es sind sofort die rückständigen Meldungen bett, fiartoffdlieferung nach Offenbach unb Gießen nachzuholen. Die Meldungen müssen enthalten Nummer unb heimatstalion des verladenen waggosts, Ladegewicht unb Absender der Waggons. Letzter Termin 16. November 1933. äarwffelversorgung Die Ortsgruppen- und Zellenwalter werden ersucht. bis zum 16. November 1933 zu berichten, welche Mengen an Kartoffeln nach den Richtlinien des Landesbauernführers pg. Wagner in ihrer Zelle dzw. Ortsgruppe aufzubringen waren. Gleichzeitig ist zu berichten, welche Mengen bereits ab- geliefert wurden und welche Mengen noch nachzuerheben sind. heil Hitler! Klöß, Kreisführer des whw. ” Sprechstunden ber Furforaestekki für Lungenkranke in ber Mcbinniichen Po« liklinik finden für bie Besucher aus den Landge» meinben des Kreises Gießen jeden Montag von 16 bis 17 Uhr statt. Lungenkranke und Krank» heitsgefährdete, die in ärztlicher Behandlung sind, bedürfen einer Uebenncifung des Arztes tn die SungenfürforgefteQe. Unbemittelte werden unentgeltlich beraten. * Erledigte Lehrer st eilen. Erledigt sind eine Lehrerftelle für einen katholischen Lehrer an der Volksschule in Mühlheim, Kreis Offenbach, eine Lehrerftelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Wölfersheim, Kreis Friedberg, (hier ist Dienstwohnung vorhanden und wird demnächst frei), eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in B a u s ch h e i in Kreis Groß-Gerau, (geräumige 5-Zimmerwohnung steht zur Verfügung). • • Mehr als 4,6 Millionen Rundfunkhörer. Die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich betrug am 1. November 4 635 537, gegenüber 4 524 M3 am 1 Oktober. Hier- nach ist im Lause des Monats Oktober eine Zunahme von 110 894 Teilnehmern (= 2,45 o. H.) eingetreten. Unter ber Gesamtzahl befinden sich 503 420 Runbfunkteilnehmer, denen die Gebühren erlösten sind, gegenüber 515 693 am 1. Oktober. Die Zahl ber gebührenfreien Teilnehmer (Hauptfach- sich Arbeitslose) ist mithin um 12 273 zurückgegangen. Kreise Gießen. Die Kleider» und AZäschesammlung in Gießen-Süd. Die Ortsgruppe Gießen-Süd der NS.« Volkswohlfahrt sammelt am Donnerstag Kleider und Wäschestücke in folgenden Straßen: Am Riegelpfad, Am Steg, An den Bahnhöfen, An der Kläranlage, An der Margarethenhütte, Auf der Weißerde, Aulweg, Buchnerstraße, Budbestrahe, Bergwerk, Deethooenstraße, Crednerstraße, Edel» straße, Erdkauterweg, Frankfurter Straße, Freiligrath» straße, Gaffkystraße, Glaubrechtstraße, Günthers» graben, Händelstraße, Heegstrauchweg, Hillebrand» straße, Hofmannstraße, Hollerweg, Jheringstrahe, Klinikstraße, Körnerstraße, Ccigefterner Weg, Liebig- straße, Mittelweg, Richarb-Wagner-Straße, Röntgen- strahe, Rodhohl, Sandkauterweg, Schiffenberger Weg, Schlangenzahl, Schubertstraße, Studentensteg, Thea- terstraße, Uhlandstraße, Wartweg, Welkerstraße, Wetzlarer Weg, Wilhelmstraße, Wilsostraße. m Die Mineralquellen Oberhessens und deren Nutzung. Vortrag im Kampfbund der Architekten und Ingenieure. In einer Versammlung bes Kampfbundes der Architekten unb Ingenieure, bie gestern abenb bei gutem Besuch im Easä Ebel stattfand, sprach Oberbaurat Berck, Bad-Nauheim über das Thema „Die Mineralquellen Oberhes- fens unb deren wirtschaftliche Nutzung". Es gebe, so führte der Redner u. a. aus, wohl kaum ein zweites Gebiet in Deutschland, das so reich an Bodenschätzen sei, wie unsere engere Heimat. Fruchtbarster Ackerboden, fischreiche Bäche, mächtige Lager an Braunkohlen unb Eisenerzen, Basalt-, Kalkstein- unb Quarzitbrüche seien vorhanden, viele Mineralquellen, Solequellen treten zutage, Kochsalz werde gewonnen, unb ben Quellen wohne heilenbe Kraft inne. Ergiebige Süßwasserquellen bei Jnheiben, Queckdorn unb Lauter versorgen bas Land mit bestem Wasser. So verfüge unsere Heimat über viele wertvollste Naturgeschenke. Diese für bas Volksganze zu schützen unb zu erhalten, sei unsere große Ausgabe. Besonders reich an natürlichen unb künstlichen Austrittsstellen von Mineralwässern unb Kohlensäure sei bie Dctlerauer Senke. Der Rebner charakterisierte die Unterschiede zwi- scheu Mineralwässern unb Sauerbrunnen. Eine besondere Gruppe bildeten die Sauerbrunnen. Mineralwasser, bas mindestens 15 Gramm Natriumchlorid enthalte, bezeichne man als Sole. Im Wet- teraucr Becken treten oft dicht beieinander bie ver- schiebensten Quellen auf. Ein wesentlicher Faktor unserer Mineralquellen sei bie Kohlensäure. Für bas Vorkommen ber Sprubel unb bereu Ergiebig- feit sei sie bie Treibkraft. Die Tatsache, baß Kohlensäure auftrete, zwinge im Interesse ber Sprudel unb Quellen zur sorgfältigsten Ueberwachung auch der geringsten Austrittsstelle. Die gegenwärtigen Funbpunkte liegen durchweg in ben Tiefenlimen ber Bachtäler ber Nibba, Wetter, Ufa, Nibber und der Horloff. Die Bab-Nauheimer Quellen traten ursprünglich bei rund 145 Meter Meereshöhe aus. Grohauischlüsse von Kohlensäure seien aber nur durch Tiefenbohrungen erzielt worden Dir Quellgebiete unb die Heilquellen bebürsten im öffentlichen Interesse eines verständigen Schuhes. Die Gefahr, die den Quellen durch unrechtmäßige Eingriffe im Quellgebiet, z. B. durch Raubbau, drohen könne, habe man rechtzeitig erkannt. In feinen weiteren Ausführungen kam der Redner auf die rechtlichen Grundlagen des hessischen Heilquel- lenschutzes zu sprechen unb umriß die Schutzgebiete nach räumlicher Ausdehnung und liefe In ihrer gegenwärtig bestehenden Form. Eine letzte '.Regelung des befischen Quellenschutzrechtes gliedere Die freie, chemisch nicht gebundene jtohlmiaure bem Berggesetz als ein bem Staate vorbehaltenes Mineral ein. Damit sei ein besonderes unb wesentlich verstärktes Interesse des hessischen Staates an Umfang und Art ber schon vorher bestehenben Kohlen- saure-Nutzungen gegeben. 3m volkswirtschaftlichen Interesse habe der Staat weitgehende Vorkehrungen getroffen, um die oberhessilchen Mineralquellen zu schützen und zu erhalten Trotz umfangreicher Forschungen sei es bisher nicht gelungen, bie zweifellos vorhandene gegenseitige 'Beeinfluffung der Quellen und Brunnen untereinander völlig zu klären. Die gesamte »ohlensäuremenge, die jährlich in Oberhesten dem (Erblnnern entströme, könne man auf etwa 2 bis 2,5 Millionen Kubikmeter, also etwa 4 bis 5 Millionen Kilogramm schätzen. Die Quellenkohlensäure werde tn Oberhesten zum Teil am Fundort zur Mineralwasserfabri- k a t i o n verwendet und dabei nur wenig komprimiert. Für ben Transport werde sie in Werken bei 60 bis 70 Atmosphären verflüssigt unb in Stahlflaschen oersanbt. Der müßte Teil der in ben Handel gebrachten flüssigen Kohlensäure werde für ben Bierausschank oerwanbt; kleinere Mengen für Eisenwerke unb Kühlanlagen. Kür die Wirtschaft- lichkeit der Kohlensäure seien die Frachtkosten von überwiegender Bedeutung. Entsprechend diesen Koten sei der Aktionsradius einer solchen Verslüssi- jungsanlage begrenzt. Die Verarbeitung der Qutl- enkohlensäure sei an die örtliche Lage gebundsn. Durch die Häufigkeit des Vorkommens bzw ber Erzeugung sei ber Wert ber Kohlensäure nicht über- ragenb. Unter den bestehenden Verhältnissen könne die Nutzung des Kohlensäureoorkommens in Ober- Hessen keinen allzu großen wirtschaftlichen Faktor bilden. Die Gesamtproduktion an flüssiger Kohlensäure in Oberhessen betrage pro Jahr etwa 800 000 Kilogramm. Gin Werk, das einen jährlichen Kohlensäure • Umsatz im Betrage von 200 000 Mark habe, komme mit 6 bis 7 Arbeitern aus. Dabei sei aber die Unterhaltung eines umfangreichen Flaschenparks notwendig Größere Bedeutung für unsere engere Heimat sei ber Mineralwasser-Industrie zuzumessen. Am stärksten sei diese Industrie in Vilbel vertreten. Dort gebe es 30 Brunnenbetriebe. Die Gesamtproduktion der hessischen Mineralwaster-Jndustrie schätze er auf jährlich 30 bis 35 Millionen Füllungen, ben Wert derselben am Quellort auf 2*/t Millionen Mark. Viele Volksgenossen fänden in der Mineralwasierindufkrie Beschäftigung Es sei allerdings auf bem Minerolwasiermarkt ein scharfer Konkurrenzkampf entstanden. Ohne Rücksicht auf die Gestehungskosten sei die Ware oerschleubert worden Zu ben wichtigsten Mineralwässern zählten die Solewässer. Don ben bekannten Solquellen gehörten mit zu ben ältesten die im Ufatal bei Bad- Nauheim zutage getretenen Quellen, mit denen sich der Redner ausführlich beschäftigte. Er schilderte besonders den Aufschwung, den die Bad-Nauheimer Saline unter Waiy von Eschen unb Mainhard nahm, wobei er befonbers die Geschichte der tief- bobrungen berücksichtigte. Daß man die ersten Bohr- löcher an ben richtigen Stellen angesetzt habe, sei ein reiner Zufall gewesen Mit besonderem Interesse hörte man von dem Durchbruch eines mächtigen Sprudels, der in der Nacht zum 22. Dezember 1846 zutage trat weit bedeutungsvoller als die Nutzbarmachung der Sole zur Salzgewinnung sei die verwer- lung jur Bäderbereltung. Die Verschiedenartigkeit der Solequellen sei außer- ordeuttich, unb es sei zu betonen, daß jede bestehen und zu Nutzen gebracht werden könne, ohne baß begründeter Anlaß zu Neid und Eifersucht bestehe. Der Redner schilderte nun die Bedeutung der einzelnen Quellen und ihre Heilwirkungen. Von überragender Bedeutung sei bas Weltbad Bad-Nouheim mit feinen vielen unb mannigfaltigen Quellen und Eigenschaften. Bis nahezu 500 000 Bäder würden jährlich verabreicht Die Ergiebigkeit der drei große« Sprudel sei so groß, baß schon bis zu 4800 Bäd« täglich verabreicht werden konnten. ^Nachdem der Vortragende Aufschluß über die Frequenz des Weltbades gegeben hatte, wandte ek sich noch verschiedenen rein wissenschaftlichen (Erörterungen über physikalische Zusammenhänge der Sprudel und Quellen zu. befchaffungsprogramm: 4500 2400 AOLahre MZ. in Gießen 3200 2200 1000 1475 1475 3700 10400 7800 Oberheffen 1100 500 1400 1080 Tagewerke aus der Baustelle Am 19. November sammelt die Hitlerjugend für das Winterhilfswerk! Erweiterung der wasserversorgungsanlage in den Gemeinden Kirchberg, Griste und Freudenthal Entwässerung und Kultivierung von Ge- meindeslächen in Fischborn Entwässerung von Gemeindewiesen mittels offener Gräben in der Gemeinde Niedermittlau Regelung von Wasserläufen in Gemeinde Altenhaßlau Ausführung einer Ackerdränage in der Gemeinde Oberahr Lndabschnilt der Kuhbachregulierung in Lorbach Ackerdränage in der Gemarkung Altenkirchen Wiesenentwäsferung in der Gemeinde Neuenschmilten Oedlandkultivierung In Düstwillenroth Wiesenentwässerung in Gondsroth Dränung von Gemeindewiesen in Hailer Instandsetzung der Lichtleitung und Erweiterung der Kanalisation und Wasserleitung in der Gemarkung Nordhausen Dasserleitungserweiterungsbaulen für 12 Gemeinden des Oberweflerwaldkreifes Ausführung von Arbeiten zwecks Ersah von unzureichenden Gaseinführungsleitungen in Wiesbaden Werde Theaterbesucher durch Erwerb der „Zwölferlarte^. Hitler schafft Arbeit! Weitere bewilligte Mahnahmen Im Arbeit». Der außerordentlich interessante und aufschlußreiche Dortrag wurde mit großem Beifall ausgenommen. 3n der Aussprache wußte Prof. Diß Harasfo- witz interessante Aufschlüsse «der das Herkommen der Solen zu geben. Der Leiter des KDAI.-Bezirks Oberhessen, Dipl.- Ingenieur Kurz, beendete nach einem kurzen Schlußwort den offiziellen Teil des Abends mit einem dreifachen „Sieg-Hell!" auf den Dolkskanzler Adolf Hitler. Münchholzhausen und Pg. Schnorr als venrit« ter der Arbeitsfront. Mit dem Liede „Ich harr einen Kameraden", schloß die Feier. Eine hundertjährige Wählerin. WSN. Biedenkopf, 14. Nov. Eine der ältesten Wählerinnen Deutschlands suchte am Sonntag in Biedenkopf das Wahllokal auf, um dem Führer ihre Stimme zu geben. Frau Sophie Plitt ließ sich auch trotz ihres hohen Alters von 100 Jahren nicht davon abhalten, ihrer Wahlpflicht zu genügen. Nach Osthofen gebracht. WSN. Mainz, 14. Nov. Don den aus Anlaß der Verteilung von illegalen Flugblättern am Tage vor der Wahl verhafteten 35 SPD. - und KPD.» Funktionären, die laut einer Anordnung der hessischen Regierung im Falle der Nichtermittlung der Täter inhaftiert werden müssen, sind 1 8 n ach Osthofen in das Konzentrationslager gebracht worden. Bemerkenswert ist, daß der größte Teil der in haft genommenen Funktionäre in den sog. Spielhallen bzw. Sporthallen angetrof- fen wurde, wo man meist die letzten Groschen auf den Spieltisch wirft. Schweres Berkehrsunglück bei Hüffelsheim. Rüsselsheim, 14. Nov. (WSN.) Drei in Den Opelwerken beschäftigte Arbeiter, der 30jahrige Schlosser Heinrich Grebe aus Trebur, der 25- jährige Dörr aus Mainz-Ginsheim und der 40- jährige Arbeiter Keller aus Ginsheim, befanden sich heute früh zu Rad auf dem Wege nach ihrer Arbeitsstelle. Beim Rüsselsheimer Schutzenhaus fuhr aus bisher unaufgeklärter Ursache der mit Opel- Arbeitern aus Urberach besetzte Omnibus des Kraftverkehrsunternehmers Herberich-Oberroden in d i e Radfahrergruppe hinein. Heinrich Grebe kam unter den schweren Wagen und wurde auf der Stelle g e t ö t e t. D ö r r und K e l l e r wur- den umgerissen und schwer verletzt, Dörr insbesondere am Kopfe, während Keller einen Ober- schenkelbruch erlitt. Sie kamen beide nach dem Stadtkrankenhaus in Mainz. Die Polizei »st mit der Klärung der Schuldfrage beschäftigt. Aus der Hitlerjugend. DHV.-Jugend kommt zur Hitlerjugend. Die Iugendgruppen des Deutschnationalen Hand- lunqsgehilfcnverbandes in dem Bereich des Obergebietes West HI. haben sich in die Hitlerjugend Hilfe bei dem Uebergang in den Beamten- usw. Beruf zu gewähren. Schwer und verantwortungsvoll war der Kampf des Bundes und seiner Untergliederungen bis hinunter zur Ortsgruppe um deswillen, weil die Führer mehr als oft in einen seelischen Konflikt gebracht wurden dadurch, daß sie selbst, fast zu 100 v. h. als Beamte, gegen ihre innerste Grundeinstellung zur Disziplin der Staatsautorität gezwungen waren, gegen die Behörden und oft gegen die eigene Behörde für ihre Kameraden klagend vorgehen mußten, um die im Gefetz verbrieften Rechte der Berufssoldaten durchzusetzen. Und nur, weil den zuständigen Stellen andersgerichtete politische Gesichtspunkte gar zu leicht den klaren Blick trübten für die staatspolitische Notwendigkeit der deutschen Wehrmachtsoersorgung. Doch nichts konnte den entschlossenen Willen der im RdZ. zusammengeschlossenen ehemaligen Berufssoldaten, für das Recht und damit zugleich für die junge deutsche Wehrmacht zu kämpfen, erschüttern oder erlahmen. Im Dritten Reich, dem Reiche unseres Führers Adolf Hitler, dürfte, nein, muß dieser Kampf um die Wehrmacht und die Zioilversorgung zu Ende sein; denn ein Staat, der sich selbst bejaht, wird und muß es als seine vornehmste Ausgabe betrachten, für feine Wehrmacht als solche und auch für deren Angehörige nach dem ehrenvollen Aus- scheiden aus dem Militärdienst in verständnisvoller Weise zu sorgen. Der beste Garant hierfür ist unser Reichskanzler Adolf Hitler selbst. In diesem Geiste wird daher auch die Ortsgruppe Gießen am 18. November im Caf6 Leib zu Gießen in würdiger Weise den Tag ihres 30jährigen Bestehens begehen, zu dem alle Behörden und Verwaltungen eingeladen worden sind. Der alte Soldatengeist lebt noch! Die Kameraden des alten und des neuen Heeres sind heute mehr denn je stolz darauf, Träger des deutschen Wehrwillens , gewesen zu sein, und sie werden es auch heute und immerdar bleiben! Von dem Ortsgruppenführer des Reichsbun- des der Zivildien ft berechtigten (RdH.), Ortsgruppe Gießen, Herrn Schwenker, wird uns geschrieben: Im Zusammenhang mit den in letzter Zeit tn den Tageszeitungen erschienenen Artikeln über den RdZ. erscheint es angebracht, zum desseren Verständnis dieser Artikel in kurzen Zügen der Oeffent- lichkeit das Wesen und die Bedeutung des RdZ. klarzuleaen. Der Reichsbund der Zivildienstberechtigten wurde in seiner ursprünglichen Form als Bund deutscher Militäranwärter gegründet. Sein Zweck war die Ersassung aller zwölfjährig- oder langjährig gebienten Soldaten des alten Heeres zu einem Kame- radenbunde, mit dem Ziele, die Treue zum Soldatentum und zum Deutschen Reiche auch über die Militärdienstzeit hinaus zu pflegen und zu vertiefem Erst in zweiter Linie lagen noch Aufgaben auf beamtenpolitischem Gebiete, nämlich die Betreuung und Unterstützung der Militäranwärter beim Heber- gang vom Militärdienst in die zivile Beamten- laufbahn. Der Kriegsausgang mit seinen verheerenden Folgen brachte das neue — alles andere, aber nur nicht deutsche — Wehrsystem und zugleich auch ein politisches System, dem man allzu großes^ Der- ständnis für deutsche Wehrfragen nicht nachrühmen kann. Mit diesen beiden Neuerscheinungen wurden naturgemäß auch dem Bunde deutscher Militäranwärter neue und schwere Aufgaben gestellt, die eine Umorganisation des seitherigen Bundes notwendig machten. Aus dem seitherigen Bunde wurde daher der Reichsbund der Zivildienstberechtigten e. V. mit Sitz in Berlin. Schwer und verantwortungsvoll waren die Aus- gaben, die der nunmehrige Bund, jetzt RdZ-, zu lösen hatte. Seine Hauptaufgabe war von nun ab darauf einzustellen, den aus dem Reichsheer, der Reichsmarine und der Schutzpolizei nach zwölfjähriger oder auch kürzerer Dienstzeit ausscheidenden Kameraden in treuer Kameradschaft Schutz und Versammlung. Kreis Wetzlar. * Launsbach, 14. Nov. Beim Ausputzen eines Nußbaumes stürzte gestern der 26 Jahre alte Arbeiter Otto Pfeiffer von hier so unglücklich von dem Baume ab, daß er mit schweren inneren Verletzungen in die Chirurgische Klinik nach Gießen verbracht werden mußte. < Bieber, 14. Nov. Auch in unserem Orte wurde in würdiger Weise des Tages vom 9. N o - vember 1923 gedacht. Eine Abordnung der NSDAP, begab sich am 9. November zum Friedhof, um dort einen Kranz am Kriegerdenkmal nie- derzulegen. Der Zellenleiter der NSBO., Süß, hielt eine kurze Ansprache, in der er auf das Opfer der vor zehn Jahren in München gefallenen Hel- den der Bewegung hinwies. Mit dem Deutschen Gruß und dem stillen Gedenken zu Ehren der Gefallenen fand die schlichte Feier ihren Abschluß. 1 # Kinzenbach, 14. Nov. Entsprechend einem Beschluß der Gemeindevertretung soll im Flurbezirk ,Lahn" das zur Ouellensassung der projektierten Wasserleitung erforderliche Wiesengelände angekauft werden. Der Kaufpreis beträgt 1,70 Mk. je Quadratmeter. — Der freiwilligen Feuerwehr wurde zur Beschaffung von Uniformen aus Ge- meinöemitteln ein Zuschuß von 70 Mk. bewilligt. # Atzbach, 14. Nov. Aus der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung ist folgendes zu berichten: Für die Anlage des neuen Friedhofs soll van dem zu diesem Zwecke bei der Kreissparkasse angelegten Kapitalvermögen ein Betrag von 1500 Mark abgehoben werden. Einem Antrag der Kirchengemeinde entsprechend, wurde der Pflanzung einer Luthereiche zugestimmt. Vorgesehen wird eine Stelle auf dem bei der Kirche liegenden alten Friedhof. Die Anschaffung einer 400-Liter-Motorspritze und des erforderlichen Schlauchmaterials wurde beschlossen. Die Anschaffung soll unter den durch die Nassauische Brandversicherungsanstalt gestellten günstigen Bedingungen erfolgen und die Bestellung noch im Laufe des Kalenderjahres 1933 ausgeführt werden. * Groß-Rechtenbach, 14. Nov. Der 40 Jahre alte Landwirt Wilhelm Hartmanns- Henn #on hier verunglückte beim Holz- fahren schwer. Der bedauernswerte Mann muhte mit inneren Verletzungen in die Chirurgische Klinik in Gießen eingeliefert werden. O Münchholzhausen, 14. Nov. Der auf der Heimfahrt von der Göring-Kundgebung in Frankfurt bei Garbenheim von einem Kraftwagen überfahrene und tödlich verletzte SA.-Mann Robert Weller, wurde unter starker Beteiligung der Gemeinde und seiner Kameraden von der SA^ der SS. und der HI. zu Grabe getragen. Der Kinderchor sang vor dem Trauerhause ein Lied, die NS.-Kapelle spielte einen Choral, sodann marschierte die SÄ. am Sarge vorbei. Am Grabe hielt Lic. Müller die Trauerrede. Nach einem Liede des Kirchenchores wurden Kränze niedergelegt. Der stellvertretende Kreisleiter Haus würdigte die Verdienste des verstorbenen SA -Mannes. Brigade- fiihrer Schütze hielt eine kurze Ansprache und gab bekannt, daß der SA.-Trupp I, Wetzlar, von jetzt ab den Namen des toten Kameraden führe. Es sprachen ferner Sturmbannführer Stubtmann (Wetzlar), Pg. Rau für den Stützpunkt Groß- Rechtenbach, Pg. Walter Kirstein (Wetzlar) für bis SA.-R., Pg. Ernst Drumboch für die HÄ. meister, sowie von Bürgermeister Rullmann wohlverdientes Lob und volle Anerkennung aus- gesprochen. Abends sand im „Gambrinus" Konzert und Feuerwehrball statt. v Schott n <> Klein-Eichen, 14. Nov. Dieser Tage wurde hier unter großer Beteiligung von nah und fern der Altbürgermeister Wilhelm Heinrich M u l - ler zu Grabe getragen. Der Verstorbene, der im 73. Lebensjahre stand, war von 1902 bis 1911 Bürgermeister und gehörte seit 1908 der Kirchengemeindevertretung an. AireAlsield. ll Mücke, 14. Nov. Dieser Tage wurden hier einige Eisenbahnwagen Kartoffeln verladen, die nach Offenbach abgingen. Plakate an den Eisenbahnwagen gaben der Verbundenheit zwischen Stadt und Land Ausdruck. ll. Merlau, 14. Nov. Die hiesige Jugend stiftete aus dem Ueberschuß der diesjährigen Kirmes den Betrag von 25 Mark für das Winter- Hilf s w e r k des deutschen Volkes. 0 Ober-Ohmen, 14. Nov. In unserer Ge- meinbe wurden für das Winterhilfswerk insgesamt 170 Zentner Kartoffeln und 18 Mark Bargeld gezeichnet. An den bisherigen Eintopfge- rickt-Sonntagen wurden insgesamt 145 Mark auf» gebracht. —Homberg, 14. Nov. In der hiesigen Stadthalle wurde dieser Tage der Unterricht in erster Hilfeleistung bei der Freiwilligen S a - nitätsrolonne ausgenommen. Außer dem Vorstand und den Mitgliedern waren noch 16 Berufstätige als Kursiften erschienen. Der Vorsitzende eröffnete den Unterricht mit einer Ansprache. Er wies auf die besondere Bedeutung des Kursus hin, kennzeichnete das zu bewältigende Pensum und gab bekannt, daß der Kursus durch eine Prüfung seinen Abschluß finden werde. Er forderte dazu auf, mit Luft und Liebe an die Arbeit zu gehen, feine Stunde zu versäumen und das Gelernte zum Segen für die leidenden und verunglückten Volksgenossen zu verwenden. Die Arbeit solle unter dem Gedanken stehen: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz!" Sodann begann der leitende Arzt Dr. Luft den t Nidda, 14. Nov. Dieser Tage hielt die ge- samte Pflicht- und Freiwillige Feuer- wehr ihre Schlußübung in Anwesenheit des 5 nsfeuerwehr-Jnspektors Gockel (Büdingen), sowie des Vorsitzende des Kreisverbandes der Freiwilligen Feuerwehren, Oberbrandmeister Schnei- der (Büdingen), ab. Die Stadtverwaltung war durch Bürgermeister Rull mann und Beigeord- neten Lupp vertreten. Auch die Freiwillige Sani- tätstolonne Nidda hatte sich angeschlossen und mit der Wehr auf dem Marktplatz Ausstellung genommen Während die Feuerwehrkapelle den Prosen- tiermarfd) spielte, schritten die vorgenannten vier Herren die Front ab. Die Hebungen der Wehrleute und der Hilfsmannschaften im Exerzieren und mit den Geräten fanden bei den zahlreichen Zuschauern großen Beifall. Vorzüglich wurde em sehr schwieriger Brandangriff ausgeführt. Die Samtatskolonne führte Verband- und Transportubungen mit dem Krankentransportautv in großer Ruhe und Gewandtheit aus. Für die ausgezeichneten Leistungen wurden der Wehr und der Sanitätskolonne vorn Kreisfeuerwehr-Inspektor und von dem Oberbrand- eingegliedert, womit wieder ein großer Schritt vorwärts auf dem Wege zur Einheit der deutschen Jugend getan ist. Das Jugendmitglied des DHV. ist vollständig in den HI.-Betrieb eingereiht worden. Die berufsständische Ausbildung wird wie bisher fortgeführt, aber nur von durch die hillerjugend anerkannten Führern. Gefchloffener Eintritt in die Hitlerjugend. Sämtliche Lehrlinge des Bosch-Zünderwerkes in Feuerbach sind geschlossen in die Hitlerjugend eingetreten. Dies besagt umso mehr, als früher die Bosch- AG. eine bekannte rote Hochburg war. Es handelt sich um mehrere hundert neue hitlerjungen. Singkreise der Hitlerjugend werden augenblicklich mit besonderem Nachdruck in Südostpreußen aufgezogen. Die Singscharen werden sich lediglich aus der Hitlerjugend bilden und ergänzen und nicht etwa irgendwelche außerhalb der HI. stehenden Gruppen übernehmen. Große Strafkammer Gießen. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit verhandelte die Kammer gegen den 68jährigen Martin E i ch aus Ober-Erlenbach, der sich in zwei Fällen des Verbrechens gemäß § 176 Z. 3 RStGB. schuldig gemacht hat. Das Gericht erkannte unter Zubilligung mildernder Umstände auf eine Gefän an i s - strafe von 9 Monaten, abzüglich 6 Wochen I Untersuchungshaft. Der Vertreter der Anklage hatte ein Jahr Gefängnis beantragt. Der Altbürgermeister Georg I ö ck e l aus Grünberg wurde im September d. I. von dem Gießener Schöffengericht zu einer Geldstrafe von 5 0 Mark verurteilt, weil er in einem Briefe an den ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Prof. Dr. Werner den jetzigen Bürgermeister von Grünberg, Dr. Mildner, beleidigte, indem er ihm vorwarf, er sei Marxist gewesen und sei auf Umwegen zu seiner jetzigen Stellung gelangt. In der gestrigen Berufungsoerhandlung wies das Ge- I richt, entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts, die Berufung des Angeklagten zurück. Das Gericht war, ebenso wie das Vorgericht, der Meinung, daß irgendein Anhaltspunkt dafür, daß der Nebenkläger Bürgermeister Dr. Mildner Marxist ge- wesen sei, nicht erbracht worden ist. Amtsgericht Gietzen. Der 25jährige Maurer Alfred Ludwig Planke aus Bremen bestieg am 2. Oft. in Frankfurt einen kD-Zug, ohne eine Fahrkarte gelöst zu haben. Der Angeklagte beabsichtigte, nach Bremen zu fahren. Je- doch schon in Bad-Nauheim erfolgte seine Festnahme. Wegen Betrugs im Rückfall beantragte der I Amtsanwalt eine Gefängnisstrafe von einem Jahr. Das Gericht erkannte in Anvetracht des geringfügi- I gen Betrags, es handelte sich um etwa 6,30 Mk., um den die Reichsbahn geschädigt wurde, auf n e u n Monate Gefängnis, abzüglich fünf Wochen der erlittenen Untersuchungshaft. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagte. Der Staufmann Th. K. aus Gießen hatte seiner Zeit von einem hiesigen Geschäftsmann einen Brennaborwagen unter Ratenzahlung gekauft. Als später der Angeklagte seinen Verpflichtungen nicht nachkam, verstand er es, den Verkäufer zu bewegen, ihm gegen Verpfändung einer Zimmereinrichtung den Wagen zum Gebrauch zu überlassen. Diese Möbel waren aber schon vorher für eine Kostenforderung zweier Rechtsanwälle übereignet roorben. yn Kenntnis des fremden Eigentums verfügte der Angeklagte also über die Einrichtung, wofür er gestern eine ® e f ä n g n i 9 ft r a f e von sechs Wochen erhielt. Es erging jedoch Beschluß, dem Angeklagtem bedingten Strafaufschub auf fünf Jahre zu gewähren. Außerdem muß er dem Verkäufer den Kaufpreis ersetzen. Di-Kosten des Verfahrens tragt der Angeklagte, Oie erste Gau-Geflügel-Ausstettung in Butzbach. Die erste G a u - ® e f I ü g e I f ä) a u für ®c- flüqelzucht findet am kommenden Samstag und Sonntag in Butzbach statt. Die Gau-Ge- flügelausfteUung ist die frühere Landes-Geflugel- fchau in vergrößerter Form. Die Durchführung der Schau ist dem Geflügelzuchtverein Butzbach übertragen worden unter Mitwirkung der Hessischen Bauernkammer, des Geflügel-Herdbuchs Hessen und der verschiedenen Fachschaften, lieber 2000 Nummern Geflügel sind gemeldet worden, eine wohl nie erreichte Zahl. Von den anerkannten Wirt- schaftsrassen sind allein 45 Zuchtstämme gemeldet »Kirn Die Schau in Butzbach verspricht also in jeder Beziehung ein Erfolg zu werden. Das Pro- tektorat der 1.'Gauschau hat Neichsstatthalter und Gauleiter Sprenger übernommen. Arn Sonntag werden in einer großen Kundgebung die maß- geblichen Führer der Geflügel- und Kleintierzucht, sowie der Landesbauernführer Dr. Wagner sprechen. Xinnötrcie (Hicttcn. ■-=.= Watzenborn-Steinberg, 15. Nov. Unser Mitbürger Johannes Häuser, Bahnhofstraße 29, wird heute 92 Jahre alt. Er ist geistig noch recht rege, bei seinem hohen Alter von bewundernswerter körperlicher Rüstigkeit und verrichtet noch leichtere Arbeiten im landwirtschaftlichen Betrieb seiner Angehörigen. Am vergangenen Sonntag erfüllte er seine Vaterlandspflicht und suchte verhältnismäßig rüstigen Schrittes zu Fuß das Wahllokal auf. _ . X Göbelnrod, 14. Nov. Dieser Tage wurdF in unserem Dorfe eine Hitler-Linde gepflanzt und geweiht. Die Weihefeier fand abends statt und wurde mit einem Fackelzug nach der Linde unter Dorantritt der SA. eröffnet. Die Ansprache hielt Lehrer A l l e n d ö r f e r, der den Opfertod der Ge- faUenen vom 9. November 1923 würdigte. Ehren wurde von den Schulkindern ein Sprechchor vorgetragen und das Lied vom „Guten Kameraden gesungen. Umrahmt wurde die Feier von entsprechenden Liedern, die der Gesangverein und die Schulkinder vortrugen. Zum Schluß wurden das Horst- Wessel-Lied und das Deutschland-Lied gesungen. Stützpunktleiter Stüh ler dankte allen Stiftern und freiwilligen Helfern an diesem Werk. Bürgermeister Weber nahm die Linde in den Schutz der Gemeinde. — Die Sammlung vom Eintopf- Gericht ergab in unserem Dorfe den Betrag von 20 Mark. Für das W i n t e r h i l f s w e r k wurden 92 Zentner Kartoffeln geliefert. Kreis Büdingen. Unterricht. _ _. ft Kirtorf, 14.Nov. Die Svenden-Ein- z e i ch n u n g der dem Hessisch-Nassauischen Bauernstand angeschlossenen hiesigen Bauern Jur das N S - Winterhilfswerk hatte nachstehendes Ergebnis: Kartoffeln: 173,22 Zentner, Brotgetreide: 69,98 Zentner. In dem benachbarten L eh rb ach betrug biefe: Kartoffeln: 103 Zentner, Brotgetreide: 34,06 Zentner. Bei der Sammlung für das Eintopfgericht am 5. November ging em Betrag von 37,60 Mark ein; in der Nachbargemeinde Lehr- bad) betrug das Ergebnis der Sammlung für das Eintopfgericht 21,90 Mark. - Der vor kurzem hier gegründeten Ortsgruppe d er N S. - V o l k s - Wohlfahrt traten 24 Mitglieder de», davon acht Mitglieder von Lehrbach, die der hiesigen Ortsgruppe angefchloffen find. Drtsgruppenroalter wurde Pg. Lehrer E r o m a n n. Preußen. NSLB.'Kundgebung in Wetzlar. (D Wetzlar, 14.Nov. Die im Nationalsozialistischen Lehrerbund geeinte Lehrerschaft des Kreises Wetzlar hielt dieser Tage in dem mit den Farben der nationalen Erhebung geschmultten Saale Des „Schützengartens" in Wetzlar eine Kundgebung ab, die, von klassischer Musik umrahmt, zu einem wuch. tigen Bekenntnis für Führer, Volk und Vaterland wurde. Nach Begrüfeungsworten durch den Kreis- obmann Lehrer Gaß ergriff Landrat Trillo das Wort, um für die Einladung zu danken, der zu folgen ihm eine selbstverständliche Pflicht gewesen fei, Der nationale Umbruch habe auch für die Lehrerschaft die letzten Hemmungen gegenüber dem Nationalsozialismus beseitigt. Der Zusammenschluß aller Dolkserzieher im NSLB. fei die Gewähr für die rechte zukünftige Aufbauarbeit im neuen Staat. In einem einstündigen -interessanten Lichtbildervortrag I sprach Studienrat Dr. Schroeter über die aftu- I eilen Probleme der Rassenkunde und Erbschaftslehre. Im Verlaufe der Tagung trafen der Gauobmann im NSLB. Ministerialrat Ringshausen und der stellv. Gauobmann Pg. Hadig ein. Während letzterer allgemeine organisatorische Mitteilungen | machte, hielt Ministerialrat Ringshausen einen Vortrag über „Grundsätzliches zur neuen deutschen Schule . Er führte u. a. aus, daß anstatt des Lehrers der Erzieher nunmehr zu wirken habe. Mehr als Wissen gelten beim jungen Menschen seine Charaktereigenschaften, seine Tugenden. Anstelle einseitiger Wissenspflege des vergangenen Staates müsse kernhaft deutsches Wesen treten, das Begriffe wie: Innerlichkeit, Mutter, Muttersprache, Heimat- sehnsucht, Vaterland und Scholle in sich birgt. Ein Dem neuen Staate freudig dienender Erzieherstand habe die Jugend mit den ewigen Werten: Gott, Glaube, Tugend und Gewissen zusammenzubringen. Wenn die deutsche Lehrerschaft mit in vorderster Front für Adolf Hitler marschiere, dann werde das Deutschland der Zukunft feststehen für immer. Gro- feer Beifall und ein dreifaches Heil auf den Redner offenbarten Den Dank und die Verbundenheit der Ein Danknotenfälscher verhaftet. KatscheHundertmarkscheme äusser,en abgeseht.-Oie Gauner waren auch in Gießen WSN Frankfurt a. M, 14. Noo. Am Sams- tagnachmtttag machte der Schlosser Wilhelm Höke ap, Ottbergen (Westfalen) in einem hiesigen Geschäft einen Einkauf von Bedarfsartikeln für seinen Jtraftwagtn im Werte von ca. 16 Mark Er gab hierfür eine Banknote von 100 Mark in Höhlung. Da der Geschäftsinhaber auf diesen Schein nicht herausgeben konnte, schickte er einen Angestell- ten mit dem in Zahlung gegebenen Schein zum nächsten Postamt jum Wechseln. Hier wurde der Schein zwecks Nachprüfung auf seine Echtheit angehalten. Der Käufer wurde von dem Geschäftsinhaber oufgesordert, sich den Gegenwert der Banknote persönlich auf dem Postamt abzuholen. Hoke kam dieser Aufforderung auch nach. Zn^wlschen war beim Postamt der Schein einwandfrei als falsch erkannt worden Als Höke sich den Gegenwert der Banknote auf dem Postamt obholen wollte, wurde er f< fl genommen. Bei seiner Vernehmung gab er an, daß der den in Zahlung gegebenen Schein in BuenosAires in einer Bank gekauft habe. f). ist Ende Dezember oyn Buenos-Aires, wo er mit feinem Bruder ein Kino hotte, nach Deutschland zurückgekehrt. Die sofort eingeleiteten (Ermittlungen ergaben einwandfrei, daß Höke auch an anderen Orten gleiche Fälschungen in den Verkehr gebracht hat. Er nannte sich hierbei Heinrich Meyer. Auf Grund des Belastungsmaterials aab Hoke bann an, mit feinem Bruder Heinrich Hoke vor ihrer Abreise aus Buenos-Aires falsche Hundertmarkscheine berge ft eilt zu haben. Seit ihrer Rückkehr nach Deutschland bereiften sie mit einem Kraftwagen Nord- und Mitteldeutschland. Auf ihren Fahrten haben die beiden Brüder eine Anzahl gefälschte Scheine abgesetzt. Von einer er- folgreichen Fahrt kehrten sie bann an ihren Stand- ort, ben sie in Homburg unb Dttbergen unterhielten, zurück. Ihre letzte Fahrt führte sie nach Naumburg, Gießen, Friedberg, Vilbel unb Frankfurt. Der Bruber bes festgenommenen Höke, ber Kinooorführer Heinrich Höke, ist flüchtig. Nach Angabe seines Bruders hat er noch eine Anzahl gefälschte Scheine bei sich. Es besteht ber Verdacht, baß bie beiben ©rüber weitere Fälschungen in Frankfurt a. M. unb weiteren Orten abgesetzt haben. Fußball: VfB. Liga gegen 1900 Liga Berbanddspiel-Lolaltrcffen am kommenden Sonntag. Am kommenden Sonntag haben die Ligamann- schosten der beiden hiesigen Sportvereine zum Aerbandsspiel einander gegenüber zu treten. Für das Gießener Fußballpublikum dürfte das Spiel *-iii Höhepunkt in der Vorrunde ber diesjährigen Verbanbsspiele fein. Än welchen Aufstellungen bie Mannschaften antreten werben, ist nicht zu sagen. Wir werden am Samstag darauf zurückkommen. Als Schiedsrichter ist Ketterer (Hanau) bestimmt. Er leitet zum ersten Mole in Gießen. Wie bas Spiel ausgeht, ist biesmal weniger benn je voraus- zusagen. Bride Mannschaften kämpften zu unterschiedlich, als baß eine verglcichenbe Uebersicht möglich wäre. Daß es aber zu einem harten Kampfe kommen wirb, unterliegt kaum einem Zweifel. Das Spiel finbet auf bem Walbsportplatz statt £X5<£. neunmal in der Bestenliste des DGV vertreten. Auch für das Jahr 1933 ist bie Leichtathle - t i k - B e st e n l i st e bes jetzigen Gouverbonbes DSD. erschienen. Ueberroschcnb konnte der OSC. feftstellen, daß er neunmal in ber Liste verzeichnet ist Es find feine beiben bekannten Leichtathleten 1Ö. Mohl unb 0. L u h, bie burch ihre guten Leistungen dem 0SC. Eingang in biefe vielbeachteten Listen verschafften. Die Leitung bes 0SC. Hot ben Kampf um bas Dasein bes Vereins erfolgreich geführt. War schon ber Besuch von 21 Deronstoltun- gen in ber vergangenen Saison für ben 0SC. ein großer Erfolg, so schätzt jeboch bie Leitung ben inneren Zusammenhalt unb ben Komerobschaftsgeist ber Mitglieber höher unb wertvoller ein. Gerobe ber Geist ber Tot, der Opferwillen oller Aktiven war es, der bie Rennmannschaften bes OSE. bereits nach einjährigem Bestehen in bie oorberfte Reihe ber Athletik-Dereine brachte. Währenb Mohl ein alter Sportsmann ist, hat ber junge Luh erst in bie- sem Jahre den Anschluß an die Spitzenklasse erreicht Die beste Leistung Mohls ist sein Hammerwurf von 37x46 Meter. Er hofft, seine Leistungen noch wesentlich zu steigern. Bei Luh fällt sein Kugelstoß von 13.98 Meter auf, aber auch sein Weifsprung von 6.73 Meter stellt eine vielversprechende Leistung bar. Nachstehend bie Leistungen der beiden OSCer. (Die Zahl in Klammern bedeutet die Stellung in der Liste): Hammerwerfen: W. Mohl 37.46 Meter (2), 0. Luh 30.18 Meter (11). Schleuderbollwerfen: W. Mohl 58.80 Meter (2), 0. Luh 55.24 Meter (9>. Äugel ft often: 0 Luh 13.98 Meter (6), W. Mohl 13.37 Meter (12). S t e i n st o ß e n: W Mohl 8.90 Meter (9), 0. Luh 8.47 Meter (21). Weitsprung: 0. Luh 6.73 Meter (11). Deutsches Eishockey muß schneller werden! Der kanadische Trainer bei ber Arbeit. Der letzte Abschnitt bes Olympiavorbereitungskur- fus bes Deutschen Eislous-Berbonbes, ber am 17. November beenbet wirb, steht im Zeichen er- hcihter Lehrtätigkeit. Die Eishockeyspieler arbeiteten ,)um ersten Male noch ben Anweisungen des kanadischen Ämateurtroiners Francis Vernarb H e j i • mer. dem Paul Martin unb Dr. Holsboer zur Seite stauben. Der Kanobier, selbst eft her- uorragenbier Spieler, ist mit bem ihm anoertrauten Material sehr zusrieben. Obwohl er bie Spieler erst kurze Zeit beobachten konnte, hotte er bereits festgestellt, baß es unseren Vertretern an Schnelligkeit mangelt. Ein großer Fehler finb bie viel zu langen Schritte unserer Spieler. Aus biefem Grunde legte Heximer großen Wert auf eine grünbliche Laufarbeit. Im weiteren praktischen Teil folgte eine systc- matischeSchulung im Dribbeln, Kombinieren, lieber- fetzen unb bem Zu- unb Abspiel ber Scheibe. Mit dieser Aufbauarbeit werden unsere Eishockeyspieler in ben nächsten lagen noch voll beschäftigt sein, daneben sind noch technische Feinheiten unb vor allem bie Anwendung der neuen Spielregeln zu erlernen. Der Kanadier versteht sein Fach unb man konnte schon nach ben ersten Uebungsftunben sogen, daß unsere Eishockeyspieler bei ihm in guten f)änben finb. Damit der Kompscharokter zu seinem Recht kommt, ist für ben heutigen Mittwoch ein Rückspiel ber Gaumannschaften von Brandenburg unb Bayern angesetzt, bas um 20 Uhr im Berliner Eis- stabion am Friedrichshain beginnt. Am morgigen Donnerstag werben sich die Nationalmannschaft und bie durch Hesimer verstärkte B-Mannschaft gegen- überstehen. Die Äunftläufer und - läuferinnen sind weiterhin unter ber Leitung bes deutschen Meisters Ernst Baier sehr fleißig und lasten sich selbst durch bas Regenwetter die Stimmung nicht verderben. Bei allen Teilnehmern finb daher auch schon gute Fortschritte erkennbar Geistige Arbeit im Sport. „Eine gute Körperlichkeit ist ber Unter- grunb aller Kultur, aller Bildung, olles Menschenglücks überhaupt.. ." Sport ist in erster Linie eine Sache ber Körperlichkeit. Wieviel geistige Arbeit aber mit ber Ausübung bes Sportes oerbunben ist, wissen bie Fern- stehenben meistens nicht, sie sehen von ber Leistung nur bas Aeußere, bas Meßbare aber nicht bie inneren Kräfte bes Willens, bie seelischen unb geifti- §en Funktionen, bie jebe hervorrogenbe Leistung em Menschen aboerlangt. UJas ist ber tote Punkt im Sport, der bei jeder größeren Leistung eintrift, anderes, als bie Erschöpfung der physischen Kräfte, die burch Anspannung bes willens, burch die geistige Beherrschung des Körpers neu belebt werden müssen. 3n gleicher Weise zwingt ber Sport zur geistigen Regsamkeit. Wo bas Hirn nicht arbeitet, ist es schlecht um bie sportliche Leistung bestellt. Man frage einmal unsere Spitzenkönner, wieviel Ge- banken sie sich über ihren Sport machen, wie sie an ber Verbesserung ber Technik arbeiten unb immer wissenschaftlicher an ihre Aufgaben Herangehen. Der T i e f ft a r t bei ben Kurzstreckenläufen ist bas Ergebnis geiftiger Arbeit unb nicht minder bie einzelnen Techniken beim Hochsprung. E s aibt keine Verbesserungen der Leistungen ohne intensivste geistige Mit- a r b e i t. Die ungeheure Steigerung ber Leistungen, bie bei ben letzten Olympischen Spielen so beredt in die Erscheinung trat, ist auf bie immer stärkere Erforschung unb Durchbringung ber sportlichen Mate- rie zurückzuführen. Gcm; besonders rege muß die geistige Arbeit beim Mannschaftssport fein. Ohne bas Hineinbenken in bie Absichten feiner Mitspieler ist eine gute Mannschaftsleistung nicht möglich Unb je besser biefe geistige Durchbringung, um so besser, reichhaltiger unb inbioibueüer wirb bie Spielweife fein. Man spricht oft von einem ibeenreichen Spiele unb meint bamit bas von ber Schablone abweichenbe Spiel. Aber bas ibeenreiche Spiel eines Einzelnen ist zur Unfrucht, barkeit verurteilt, wenn es nicht oerftanben dzw. auf basselbe nicht eingegangen wirb Das bebingt geistige Mitarbeit ber anberen Spieler, bie laufend notwendig ist, wenn ein Spiel von Niveau Zustandekommen soll. Wer einmal Gelegenheit gehabt hat, bie Spitzenspieler irgend eines Sportes kennen- zulernen unb sich mit ihnen zu unterhalten, wirb erneut erstaunt gewesen fein über bie geistige Beweg- lichkeit biefer Leute, die neben hervorragenben körperlichen Fähigkeiten auch Intelligenz besitzen, die nicht nur andere befruchtet in Spielauffassung unb Können, sonbern geeignet ist, sich selbst in fremde Auffassungen hinemzubenken, sie sofort aufzuneh- men und zu verarbeiten. Der Durchschnillsspieler Hal es schwer, sich mit Mitspielern abzufinden, die er nicht kennt, der intelligente Spieler wird nach kurzer Zeit im Bilde sein und den Kontakt mit den übrigen Spielern Herstellen können. oport treiben hrißt also auch geistig arbeiten. Selbstverständlich scheiben sich aUd)‘ hier bie Manschen nach ©oben unb Anlagen Ohne ein Mindestmaß geistiger Arbeit wird aber kein Sportler, d-r es ernst mit feinem Sport meint, ausfommen können. Die Höherentwicklung ber persönlichen wie der absoluten Leistung ist mehr eine Frage des Verstandes unb Willens als ber Körperlichkeit ttunst und Wissenschaft. Schauspieler und Theater im neuen Reich. Anläßlich ber ersten Reichsobmännerkonferenz der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger (Au- glied der Reichstheaterkammer) sand in Berlin eine Versammlung ber Berliner Schau spieler statt, bie außerordentlich stark besucht war, unb bie eine besondere Bebeutung auch burch bie Anwesenheit bes Ehrenmitgliebs ber Bühnen aenostenschaft Gerhart Hauptmann bekam Der Präsibent ber Bühnengenossenschaft Otto fi a u b i n- g e r begrüßte Hauptmann ganz befonbers, worauf alle Anwesenben sich erhoben unb bem Dichter stürmische Ovationen ba.brachten. Gleichfalls lebhaft begrüßt würben Arthur Krausneck unlbber ftelloertretenbe Präsident ber Reichstheaterkammer Werner Krauß, von bem ßaubinger sagte, baß er erst kürzlich in London durch feine große Kunst das Ansehen ber deutschen Buhnenkunst wieder vor einem Weltforum auch gegenüber gehässigen Angriffen behaupten und dokumentieren konnte. In biefem Zusammenhang stattete Caubinaer einigen aleichfalls anwesenben englischen Schauspielern ben Dank dafür ab. baß bie Schauspieler in Conbon sich durch pöbelhafte Angriffe nicht von dem künstlerischen Zusammenwirken mit Werner Krauß haben abbringen lassen. In einem großangelegten Refe- rat schilderte Präsident ßaubinger bann bie so be- beutungsvolle Aufgabe des Neuaufbaues bes deutschen Theaters im nationalsozialistischen Sinn. Nachdem Eugen Rer im Nomen der Schauspieler dem Schauspielerführer gedankt hatte, wurden Ergeben- heits- unb Danktelegramme an den Reichskanzler Adolf Hitler, ben Reichspropaganbaminister Dr. Goebbels unb ben preußischen Ministerpräsiden ten Göring abgesandt. Svrecu itt« vcn Der Redaktion. 11 JO bis 12JO Uhr 10 bis 17 Uhr Sam.ios aochmiltaa geschloffen (Braue Wäsche wird wieder weih unb frisch (Einmaliges kurzes Kochen in kalt aufgelöstem Sil — unb ber schöne, klare und reine Ton der Wasche überrafcht Sie. 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