m. 268 Erstes Blatt 183. Jahrgang Mittwoch, 15. November 1935 Eriche««, । ugltO), außo Sonntags unb ^tiertag» Beilagen; Die 3üuftTtert» Gießener Familienblättei hennat im Bild Die Scholl» monatsBcingsprets; Mit 4 Beilagen NM 1.95 Ohne Illustriert. . I 80 Zustellgebühi . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höher« Gewalt Zernsprechanschlüsse anter Lamme lnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger fliehen. poftscheckkonw: granffurt am Main 11686. MetzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Brief in» »erlog: vrühl'lche Unioerfttäts.Bn*’ in» Steinörutfetei 8. Lange in Sieben. Schriftleitung un» SeschSftsftelle: Schulitr-ile r Annahme von anjeigea für bis Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm ■Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspienmg, für Ne- klamean-eigen von 70 m ‘Breite 35 Reicbspsennig, Platzvorichrift 20' mehr. Übefrebahteui Dr (ynebr Will) Lange. Verantwortlich für 'Politik Dr 51 Wilh. Lange, 'ü* Feuilleton Di Ibqr oi; für ßen übrigen Teil Trust Vlumschein und'ür >enAn. leiqenteil t V Th.Kümmel mtlich 'i Hie t Geburtstag der Aentenmark. 103abre Festwährung Der 15. November 1923 ist als der Geburtstag der deutschen Festmark anzusehen, denn an diesem Tage wurden die ersten Rentenmarkscheine ausgegeben. Man kann heute nur noch mit Schrecken und fassungslosem Staunen an die deutschen Währungszustände zurückdenken, die vor dem 15. November 1923 herrschten. Die Papier- mark war ins Bodenlose gefallen. 4,2 Billionen Papiermark galten zuletzt nur noch einen Dollar. Man mußte schon astronomische Zahlen, Ziffern mit 12 und mehr Nullen zu Hilfe nehmen, um überhaupt Goldwerte in Papiermark umrechnen zu können. 60 Druckereien mußten damals Tag und Nacht mit Hochdruck arbeiten, um die für den Warenaustausch erforderlichen Papierscheine herzustellen. Daneben waren aver noch ungeheure Mengen von Notgeldscheinen und allen möglichen Ersatzzahlungsmitteln im Verkehr. Niemand konnte den Wirrwarr unserer Währunasverhältnisse mehr übersehen, niemand Ordnung in oas Chaos hineinbringen. Es schien aber auch, als ob niemand mehr die Papiermarkflut, in der Deutschlands Wirtschaft zu ertrri- ken drohte, aufzuhalten und einzudämmen in Oer Lage war. Schon drohte diese Flut auch die bisher aus dem Zusammenbruch von 1918 gerettete Reichseinheit zu gefährden. Im Rheinlande tauchten Pläne zur Schaffung einer rheinischen Währungsbank auf, deren Verwirklichung mit großer Wahrscheinlichkeit zur Lostrennung des Rheinlandes Dom Deutschen Reich geführt haben würde. Da trat, als die Not am höchsten war, Helffe- r i ch als Retter der deutschen Währung und damit auch als Retter von Volk und Reich auf den Plan. Helfferichs Währungsplan war auf dem Gedanken aufgebaut, einen festen, beständigen Wert wie den des Getreides zur Grundlage einer neuen, stabilen Währung zu machen. Er knüpfte dabei an die Tatsache an, daß eine Reihe öffentlicher rnb privater Unternehmungen, aber auch kommunale Körperschaften schon in der Zeit des Währungsverfalls Anleihen ausgegeven hatten, die nicht mehr in Mark, sondern in bestimmten marktgängigen Sachwerten, so z. B. in Roggen, Kohlen, Zucker, Kali, aber auch in bestimmten Mengen Goldes bemessen waren. Diese Anleihen waren wertbeständig, weil sie ja nicht auf schwankende Markbeträge, sondern auf so und so viel Zentner Kohle oder Getreide bzw. auf so und so viel Gramm Feingold lauteten. Auf Gold konnte die neue Festwährung freilich nicht aufgebaut werden. weil das Reich ja nicht mehr genügend Gold besaß. Aber Roggen war damals ein allgemein geschätztes Gut. dessen Wertbasis stabil genug erschien, um die Grundlage einer neuen Festwährung bilden zu können. Darum veröffentlichte Helfferich schon im Sommer 1923 den Plan einer Währungsreform, die in der Schaffung einer Roggen- mark gipfelte. Es hat lange, viel zu lange gedauert, bis der Plan Helfferichs sich gegen alle Widerstände, Gegenpläne und Verzogerungsversuche durchsetzen konnte. Die parlamentarische Maschine arbeitete allzu langsam und mit ungeheurem, die sachliche Behandlung lebenswichtiger Fragen nur schädigenden Geräusch Kostbare Zeit ging so oerlor-'n. Wahrscheinlich hätte der Markkurs niemals in die Milliarden und Billionen abzusinken brauchen, wenn die damalige Reichsregierung kurz entschlossen an die Verwirklichung des Helfferichschen Planes herangegangen wäre. Aber erft nach dem Abbruch des Ruhrkamvfes und dem Sturz des marri- ftifchen Finanzministers Hilferdings rourbp her Währungsneubau in Angriff genommen. Helfferich war freilich von vornherein bavon überzeugt, baß eine Roggenwährung und eine SachwertwöHrung überhaupt nur eine Notlösung sein könne, und daß man früher ober später ro i e b e r z ,i r Golbwährung werbe zurückkehren müssen. Aber zunächst galt es, überhaupt roieber eine Festwährung in Deutschland zu schaffen um zu ver- hindern, baß bas deutsche Volk bei vollen Scheuern verhungerte. Um diese große Gefahr abzuwenden, war eine Roggenwährunn das gegebene Hilfsmittel. Um die Ausgestaltung und die praktische Verwirklichung des Helfferichschen Währungsplans haben sich der Reichsbankpräsident Dr Schacht .mb der damalige Reichsfinanzminister D r. Luther, jetzt Botschafter Deutschlands in USA., große Verdienste erworben. Nach dem ursprünglichen Projekt Helfferichs sollten die Landwirtschaft unb die Industrie für je 2 Milliarden Goldmark Garantien übernehmen, und zwar die Landwirtschaft in Form einer Grundschuldbelastung des Bodens. Industrie und Handel durch Uebereignung non Schuldoerschreibungen. Aus Grund dieser Sicherheiten sollte die neue Währ ngbanf auf Roggenmark lautende Rentenbriese ausgeben, und diese sollten dann die Deckung für 3'/- Milliarden Goldmark Festmai k- noten bilden. Unter Mithilfe von Luther und Schacht wurde dieses Helfferich-Projekt in einigen wichtigen Punkten verändert. Vor allem wurde der der Name des neuen Geldes, der ursprünglich Roggenmark lautete, in „R e n t e n m a r f" umge« wandelt. Trägerin der neuen Festwährung wurde die Deutsche Rentenbank, die mit einem Grunö- fnnital von 3,2 Milliarden Rentenmark ausgestattet wurde, wovon die Hälfte die Landwirtschaft in Gestalt 6 prozentiger g°ldverzmslicher Grundschu - den, die andere Hälfte Industrie, Handel und Gewerbe in Gestalt gleichfalls fiPro^nhger galdoer- zjnslicher Schuldverschreibungen aufbrachten. 3 Die Ausgabe der Rentenmark war vor zehn Jahren angesichts der weit vorgeschrittenen Vertrauens- zerstörung sicherlich ein Wagnis Nur wenige glaubten damals an sein Gelingen. Man hat darum ©arraute Antwort an Hitler. Frankreich verhanblungsbereit aber in.vollem Rampenlicht und auf norm"'«"-- Paul-Boncour antwortet den Interpellanten. Paris, 14. Nov. (TU.) Der französische Außenminister Paul -Boncour hielt am Dienstag nachmittag in Beantwortung der außenpolitischen Interpellationen eine l'/rstündige außenpolitische Rede, die ziemlich alle Gebiete der französischen Außenpolitik streifte, vor allem die gegenwärtigen Ereignisse müßten objektiv betrachtet werden, ohne daß man die Kraft und die Freunde Frankreichs vergesse. Die Kräfte, auf die die französische Annäherungspolitik gerechnet habe, seien in Deutschland durch die nationale Revolution vernichtet. Man müsse dem Rechnung tragen. Welcher Art aber auch die Versicherungen seien, die von der anderen Seite des Rheins her im Sinne der Friedensbereitschaft abgegeben würden — die Konzeption, die gegenwärtig die deutsche Außenpolitik beherrsche, vor allem die grenzenlose Verherrlichung des nationalen Gefühls — schaffe Gefahren, gegen die die benachbarten Völker sich beizeiten sichern müßten. Das werde sie aber nicht daran hindern, jeden greifbaren neuen Vorschlag, der ihnen unterbreitet werde, zu prüfen. Deutschland habe unbestreitbar seine Auf» r ü ft u n g beschleunigt. Es sei also nicht zu verwundern, wenn die Nachbarn beunruhigt seien. Paul-Boncour erklärte, zur Rechten gewandt, man habe sich in Frankreich über die französische Abrüstungsbereitschaft beschwert. Wenn man aber der Konferenz gar keine Zugeständnisse habe machen wollen, hätte man gar nicht erst hinzugehen brau- chen. Welche Regierung aber hätte sich dem Zu- fammtritt der Abrüstungskonferenz widersetzen tonnen, von der alle Völker eine neue Sicher- h eit erwarteten? Die Sicherheit entspringe dem Verhältnis der Kräfte. Wenn Deutschland aufrüfte, was würde dann mit der Spanne der Ueberlegenheit Frankreichs werden? Wenn Deutschland aufrüfte, würde Frankreich auch aufrüsten müssen und das würde zum Wettrüsten führen. Man habe wählen müssen zwischen einer Politik der (Bemalt und einer Politik der Zusammen- arbeit. Frankreich habe gewählt, wolle aber, daß die Zusammenarbeit, der es so viele Opfer gebracht habe, nicht nur ein leeres Wort bleibe. Der Friede müsse durch bestimmte Garantien gesichert fein. Der Artikel 213 (3 n o e ft i g a 11 - onsartikel) des Versailler Vertrages könne den Vorteil einer allgemeinen Abrüstungskon- vention nicht ersehen. Eine Berufung auf diesen Artikel halte er für unzweckmäßig, weil die öffentliche Meinung der anderen Mächte Frankreich auf diesem Dege nicht folgen würde. Frankreich bleibe, indem es für die Fortsetzung der Abrüstungskonferenz eintrete, dem einzigen Wege treu, der zu einer Einigung der Mächte führen könne. Die französischen Vertreter hätten die Errichtung der Kontrolle als Vorbedingung für alle von Frankreich zuzugeftehenden Abrüstungs- beftimmungen gefordert. Man habe den Verzicht auf die Forderung nach gegenseitiger Unterstützung kritisiert. Wenn aber die öffentliche Meinung der Welt tatsächlich reif gewesen wäre für die Organifatio n einer international 1 e n Streitmacht im Dienste des Völkerbundes, so wäre dieser vor gewissen V-rsagern b'wahrt geblieben, die seinen Kredit erschüttert habrn. Heute sei die Politik der 'afh w ästig. vor allem der Locarnopakt, dr voll unb ganz in Kraft bleibe, sowie die damit zus mmmhängenden Garantien, Vrm Wirksamkeit Paul-Bon^'"- besonders unteistrich unb baran erinnerte, baß England um der belgischen Neutralität w'llen in den Krieg gegangen sei Der Minister verteidigte auch den Viermächtepakt, in dem er auf die Besserung des italienisch-französischen Verhältnisses hinwies und bestritt, daß der Viermächtepakt den Beziehungen Frankreichs zur Kleinen Entente und zu Polen abträglich gewesen sei. Frankreich habe die Bedeutung des Donauproblems erkannt. In Ueber- einftimmung mit Italien unb Südslawien betrachte Frankreich die Unabhängigkeit Oesterreichs als ein wesentliches Element des Gleichgewichts Mitteleuropas. Auf die Besserung der Beziehungen zu Rußland eingehend, erklärte Paul- Boncour, es geschehe alles, um den mit Rußland unterzeichneten Pakt zu erweitern. Gegen Schluß dieser von der Kammer mit geteilten Gefühlen aufgenommenen Uebersicht ging paul-Boncout auf die Frage der künftigen Gestaltung der deutsch-französischenBe- Ziehungen ein. Lr verwahrte sich gegen den Vorwurf einer Einkreisungspolitik gegen Deutschland. Frankreich bemühe sich nur. die Völker einander näher zu bringen unb zu stärken, die bereit seien, für den Frieden zu arbeiten. Paul-Boncour belonteFrcmkreichsV e r- handlungsbereitfchafl mit Deutschland, wobei er allerdings unterstrich, daß das (Ergebnis im Rahmen öss Boiler >< . v e 5 liegen müsse. Denn nullt eine diplomatische Vorbereitung der Verhandlungen wünsche, so sei er, Paul-Boncout, nicht dagegen. Frankreiä . e einen Botschafter in Berlin d Deutschland einen in Paris. ~ec.t vorsch.ag, öer auf diesem Dege überrolle i wurde, muri e bereitroiUigft geprüft werden. Hitler habe erklärt, daß Deutschland und Framreich nichts trenne außer das Saargebiet. -e.ost bus Saargebiet trenne die beiden Lander nicht. Ztlc.i werde sich über die Saarfrage unterhalten müssen. Aber Frankreich suhle sich nicht berechtigt, eine Konvention zu mißachten, die einem ♦ Volk dasRecht der Selbstbestimmung gebe. Die Rolle der französischen Regierung bestehe in dem Schuh ihrer Staatsbürger :m Saargebiet, in der Vertretung ihrer wirtschaftlichen Interefsen^ Es sei Aufgabe Frankreichs, die Aufrichtigkeit der Volksabstimmung sicherzvslellen. Der Völkerbundsrat habe die Pslichl, für d e Volksabstimmung der BeoöHerung die freie Meinungsäußerung zu garantieren. „SleichverechlWna aber auch Sicherheit." . In der Nachtfitzung der Kammer machte vor der Abstimmung Ministerpräsident S a r r a u t längere Ausführungen. Er erklärte, die Aufgabe der Regierung sei zuerst, kaltes Blut zu bewahren, 40 Millionen Franzosen kennten keine Furcht. Die Mütter in Frankreich mühten wissen, daß Frankreich neben der moralischen Macht noch seine ma- teriellen und militärischen Kräfte zur Dcrfüaung hat. Frankreich hat niemals den Wunsch gehabt, zu diktieren. Er, Sarraut, werde von den Rechten Frankreichs, das vier Jahre lang in einem aufgezwungenen Krieg verwüstet worden fei, nichts nachlassen, und er sei von diesen Rechten Frankreichs überzeugt. Frankreich habe in seiner Edelmütigkeit und in seinem Willen zur Annäherung bei öer Organisierung des großen menschlichen Werkes „Frieden" die (Bremen der Vorsicht er- reicht. Es wolle weiter am Aufbau des Friedens Mitarbeiten. Weshalb auch nicht? Was gebe es denn Neues oder Unerwartetes? Er wolle nicht etwa behaupten, daß die Abstimmung eines 60- Millionen-Volkes ohne Bedeutung wäre-, aber habe man sich etwa vorgeftellt, daß die Abstimmung hätte anders ausfallen können? Man müsse den Gedanken eines Panikfriedens an Stelle eines Sicherheitsfriedens, an dem Frankreich immer arbeite, zurückweisen. Frankreich werde heute noch weniger als gestern das in Genf verankerte Terrain aufgeben, das Terrain des Völkerbundes, der Abrüstungskonferenz und der Zusammenarbeit aller Völker für die Verteidigung des Friedens. Frankreich müßte mit feinen Freunden alle Anstrengungen machen, um eine Verständigung zu erreichen. Nur die Einigung aller Völker könne die Gefahren beschwören. Könnte man etwa zur Verhütung der Gefahren einen Präventivkrieg ins Augen fassen? Die Organisierung des Friedens, so wie Frankreich ihn sich vorstelle, werde vielleicht nicht alle Konllikts- aussichten aus der Welt schaffen. Frankreich werde nur unter Bedingungen obrüften, und zwar wenn die unerläßlichen Gegenleistungen gewährt würd"n. Es wolle für seinen Teil die Hoffnung bewahren, daß Deutschland in Gens ein Abrüftungsabk^mmm unterzeichnen werde, wenn es wahrhaft dem Frieden dien"n wolle, so wie der Reichskanzler es erklärt habe. D's französische Regierung habe übrigens dadurch, daß sie in der Regierungserklärung betonte, die '21 iißen- Politik ihrer Vorgängerinnen zu verfolgen, zu-a Ausdruck gebracht, daß sie gegenüber keinem Vorschlag taub bleiben werde, der aufrichtig im Interesse des Friedens und in der Sorge um die internationale Zusammenarbeit gemacht werden würde. Auf die Erklärungen, die Reichskanzler Hitler im Namen der deutschen Regierung abgegeben habe, antworte er freimütig, klar und entschieden: Sie betonen Ihren Friedens- und 23er- ständigungswunsch. Dieser Dunsch i st auch der Wunsch Frankreichs, Frankreich hat ihn seit langem vorgebracht. Frankreich hat diesem Wunsche Opfer gebracht, einem Wunsche, der stets die Politik Brianös beseelte. Frankreich wünscht weiterhin die Verständigung, die Einigung und die Annäherung mit einem Lande, das Frankreich weder erniebrigen noch bedrohen und mord n will. Frankreich wünscht mit dem ihm eigenen Adel, daß Deutschland f e i n en richtigen (j u s t e) Platz itn Konzert der Rationen habe. Es ist gegenüber den deutschen Leiden nicht unempfindlich. Es hat niemals der deutschen wirt chc-fluchen Ausbreitung seine Türen geschlossen und hat die Zusammenarbeit bei gewissen großen internationalen Arbeiten gefördert. Frankreich hat die Pflicht, einen aufrichtigen 23er- ständigungswillen zn verlangen: n^r müssen loyal unb ehrlich die T rare der G l e ' ch- beredjtigung regeln. Deut'chland fordert die Gleichberechtigung, indem es erklärt: Frankreich hat sie ihm versprochen. Gleicht,ei', a, aber auch Sicherheit! Dle'es Wort sind"! sich in der Erklärung, auf die Deut'chland sich beruft. Die Vertreter Frankreichs und die anderen Unterzeichner haben b'e'er (E*-flärung nur unter der Bebinqun-’ der Sicherheitsgarantie 3 u g e f! i m m t. Deut'chland verlangt nur Gleichberechtigung es lägt die Sicherheit beiseite und hat die Ab- III iri 17 • IHT---- - im Auslande nachher, als sich die Rentenmark wider Erwarten als stabil erwies, von dem Rentenmarkwunder gesprochen. Nicht mit Unrecht Aber Wunder ereignen sich immer nur dann, wenn menschlicher Wille und menschliches Genie Höchstleistungen vollbringen. Diese wurden sowohl von dem geistigen Urheber des neuen Wahrungsplans, Helfferich, als auch von Dr. Schacht und Dr. Luther zum Gelingen des großen Werkes beiqe- steuert. Denn damit die neugeschaffene Festmark wertbeständig bleiben konnte, muhte sie vor allem knapp genug gehalten werden. Reichsbankprastdent Schacht hat' damals alle Versuchungen zu einer von vielen Seiten geforderten Kreditausweitung rücksichtslos abgewiesen. Dem Reichsflnanzminlster ßutber aber ist es zu verdanken, daß das Reich trotzdem feine Finanzen wieder in Ordnung brachte und in feinem Haushalt, von verhaltlusmaßig geringen Fehlbeträgen abgesehen, das Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben wiederher- stellte. Beide Leistungen schufen d i e ne u e -o e r • trauensgrunblage, auf der die Rentenmark sich stabil erhalten konnte Erst das Zusammenwirken der drei Männer Helfferich, Schacht und Luther ermöglichte das Rentenmarkwunder Manche Gefahr hat auch nachher noch die Sta- bilität der Rentenmark bedroht. Sie ist aber lebes- mal glücklich überwunden worden. Als spater Deutschland auf Grund des Dawesplans eine aus- ländifche Goldanleihe erhiett, wurde die Rentenmark wieder in die Reichsmark ubFrgeleitet. Heute sind nur noch einige hundert Millionen Renten- markscheine im Umlauf. Aber die deutsche Währung ist nach dem großen Rettungswerk unerschüttert geblieben. Jetzt, zehn Jahre nach der Währungsstabilisierung, fiept den abgewerteten Währungen Englands, der Bereinigten Staaten und vieler anderer Länder die fest und vollwertig gebliebene deutsche Mark gegenüber. Dankbar darf das deutsche Volk am Jubiläumstage der Währungsstabilisieruna der Männer gedenken, deren Erfindergeist und Tatkraft damals das Rentenmarkwunder haben Wirklichkeit werden kaffen. Reue $orbe des SA-Oienftanzuges. Berlin, 14. Nov. (TU.) Der Chef des Stabes hat, wie die NSK. berichtet, eine Verfügung er- lassen, in der es u a. heißt: „Ab 15. November 1933 wird für die Dienst- mütze, den D i e n st r o ck und die Kiesel- Hose eine neue Farbe eingeführt. Muster liegen ab lö.November 1933 in der Reichszeugmeisterel bereit. I Die bisher in brauner (Heller ober dunkler) Farbe hergestellten Dienstanzüge (Dienstmütze, Dienstrock unb Stiefelhose) können weiter und ausgetragen werden. Ebenso ist es gestattet, Stücke verschiedener (alter unb neuer) Farbe $u(am« menzutragen. Jedoch müssen Dienstrock unb Dienstmütze in ben Farben überein ft immen. Darüber hinaus werben einengenbe Bestimmungen mit Rücksicht auf bie wirtschaftliche Lage der SA.- Männer nicht erlassen werden." Dank an die Ahe^-Mam sche Ich habe vor der Volksabstimmung öffentlich darauf verwiesen, daß neben der RSD2.P. nunmehr die gesamte Presse Gelegenheit habe, zur unitt crheb- lichen und ernsten Wahrung der naionaler El re und zur Ermöglichung eines auch die kühnsten Erwartungen übertreffenden Ergebni es des 12. November. Die rhelu-mainische Pres e ist der vollsab- stlmmung nichts schuldig geblieben c n Raum und Aufmerksamkeit. Sie hat sich voll und eindeutig positiv eingesetzt und die Verbundenheit zwischen Volk und Führung festigen helfen. Der Erfolg des 12. Rovember ist auch ihr Erfolg. Ich weiß, daß ohne die allgemein zu beobachtende Bereitwilligkeit der Redaktionen der Erfolg des Zu- fammenarbeitenb zwischen Partei und Presse nicht im vorllegenden Umfang möglich gewesen wäre. Darum gebührt der Presse auch verdienter D a n k, den ich hiermit zum Ausdruck bringe. Der Führer des Landesverbandes Rhein-INain Im Reichsoerband der Deutschen Presse gez.: w o w e r i e s. rüsfungskonferenz verlassen. Der Glelchberech- ligung ohne Gegenleistung seht Frankreich das Hein entgegen. Die anderen Unterzeichner der erwähnten Erklärung können nichts anderes sogen als Frankreich. Frankreich ist bereit, zu verhandeln, aber unter zwei Bedingungen: 1. bah die Verhandlungen In vollem in* ternationalen Tageslicht geführt; 2. bah diese Verhandlungen a u f n o r m a - lern Wege vorbereitet werden. Frankreich werbe mit Deutschlanb oder ohne Deutschland das Werk der 'Organisierung des Friedens sorljelzen, und die Welt wird die Loyalität Frankreichs erkennen. Die Regierung wünscht ein Vertrauensvotum nicht um ihrer selbst willen, sondern damit die Welt und Deutschland dos Gesicht eines starken Frankreich sehen, das für den großen Frieden arbeitet, der für die Sicherheit aller Gewähr gibt. Annahme des Vertrauens- votums für Garraut. Große Mehrheit für die Außenpolitik der Regierung. Als Abschiuh der außenpolitischen Debatte hat die Kammer in der Nachlsihung eine Tagesord* nung Deibos (Gruppe der radikalen Republikaner und Sozialistisch-Radikalen) angenommen, für die die Regi rung Sarrout d i e Vertrauensfrage gesellt hatte. Diese Tagesordnung enthalt zwei Teile, über die getrennt abgestimmt wurde. Der er ff e Teil: „Die Kammer macht sich zum Dolmetsch L r friedlichen Gcsühle des Landes und beteuert ihre Treue zu den Grundsätzen des Völkerbundes, der die Freiheiten und das Recht wahrt, ist besorgt, die Freundschaften ausrechtzuerhaltcn und zu erweitern" wurde mit 5 4 4 gegen 11 Stimmen angenommen, während der zweite Teil mit 395 gegen 19 4 Stimmen angenommen wurde. Dieser lautet: „Die Kammer billigt die Erklärungen der Regierung und vertraut ihr, damit sie, ohne aus ihrer Wachsamkeit herauszutreten, eine Politik der ii Itrnolionnlen Solidarität weilerverfolgt, die darckbf abzielt, allen Völkern eine gleiche Sicherheit zu gewährleisten dadurch, bah eine kontrollierte unb garantierte Abrüstung verwirklicht wird." oi; droht mit seinem X,;(f.r ft Genf, 14. Nou. ((T'Ji'B.) Der Präsident der '21 b- rüjtuug konferen,z, Henderson, erklärte Presse- v rtriti.ii au o*ü9l11 über Gerüchte, Daß er jein A m t als Präsident der Abrüstungs- k r> n s e i e n z uiederzulegen beabsichtige. Die . ..jinmupnl . . . om ^reiiag und Samstag hätten ihn peinlich berührt. Er erhalte nicht die notwendige U n t e r st ü tz u n g. Er könne unter diesen Umständen nicht auf unbestimmte Zeit in Gens bleiben. Wenn sich kein Wille zeige, tatsächlich Fortschritte zu verwirklichen, sei er gezwungen, sein Mandat als Präsides der Ab- ri'stungskonserenz dem 'Völkerbund zur Verfug u n g 3 u {teilen. In einer amtlichen Erklärung an das 'Jieulerbüro und in persönlichen Unterredungen macht Henderson die italienische Negierung für den gegenwärtigen Stillstand der 'Berbanblung verantwortlich. In französischen Streifen wird daher die Rücktrittsdrohung Hendersons eindeutig In der Richtung ausgenutzt, daß man jetzt bereits die Schuld frage für den etwaigen Zusammenbruch der Konferenz aufwirft und Deutschland, Italien unb Ungarn hierfür verantwortlich zu machen sucht Rach anderer Meinung richtet sich jedoch die Drohung Hendersons in erster Linie an die englische Adresse. Die seit langem schon stark gespannten, persönlichen V e - .Ziehungen zwischen Henderson und 'M n b ii n n I b sind bekannt. In Konferenzkreisen inirb die Haltung Hendersons verurteilt. Man wirft ihm vor, das; er als Präsident als Letzter das Recht habe, das sinkende Schiff zu verlassen und doü keinerlei Veranlassung für ihn vorliegt, jetzt seinen Posten auszugeben. Angesichts der geringen politischen Bedeutung des Konferenzpräsidenten dürfte jedoch die Rücktrittsdrohung nur als eine G e st e aufzufassen sein England erweiiertfemKloiien- bouvrogramm. London, 14. Roo. (TU.) Eine Revision des englischen Flottenbauprogramms für das Jahr 1933 ist, wie der Erste Lord der Admiralität, Sir B o l - ton E h r e s » M o n s e l l im Unterhaus mitteilte, von der englischen Regierung beschlossen worden. „Rach sehr sorgsäliigen Erwägungen und mit großem B dauern' habe die Regierung beschlossen, zwei Kreuzer eines neuen Typs von je rund 9000 Tonnen mit verstärkter Bewaffnung und einem Kreuzer des Arethufa-Typs von 5200 Tonnen in dos Programm 1933 einzuschließen. Das ursprüngliche Programm umfaßte einen Kreuzer der Leander blasse von 7250 Tonnen und drei Kreuzer der Arcthusa>Klasse von je 5400 Tonnen mit einer Bestückung von 20 Zentimeter» bzw. 15 Zentimeter Geschützen Der jetzt beschlossene Bau von zwei Kreuzern zu je 9000 Tonnen bleibe im Rahmen des Londoner Flottenvertrages und bringe voraussichtlich keine Erhöhung der ursprünglich angesetzten Kosten. Die Regierung werde sich weiter bemühen, durch gemeinsame Abkommen sowohl die Zahl der «chiffe von großer Tonnage als auch die Höchsttonnage der in Zukunft zu bauenden Kreuzer soweit mie möglich einzu- schränken Oie Krisis Europas. Eine Betrachtung Mussolinis zur Lage. Rom. 11 'Roo. (MTB) Im Korporationsrat machte Mussolini auhcnpolitisch interessante Ausfüh- rungen. Das eigentliche politische Problem steht er darin, daß Japan mit Riesenschritten nach Westen vor rückt Europa ist nicht mehr der Kontinent, der die zivilisierte Menschheit leitet, wie das einmal der Fall war. Es kann noch versuchen. das Steuer der zivilisierten Menschheit wieder an sich zu reißen, vorausgesetzt, daß es wieder ein Minimum von politischer Einheit erlangt. Diese politische Verständigung in Europa kann iedoch nicht erreicht werden, wenn nicht zuvor große Ungerechtigkeiten wiedergutgemacht werden. (Stärkster Bei- fall.) Der 'Völkerbund hat alles verloren, was ihm politische und geschichtliche Bedeutung geben könnte, wie denn auch lein Erfinder ihm gar nicht Treugelöbnis des Reichskabmeiis für den Führer. Oie erste Kabineitssihung nach den Wahlen.—Oas deuische Volk bekannte sich am 12. November zu feinem unbekannten Soldaten. Berlin, 14. Roo (WTB.) In der heutigen Sitzung des Reichskabinetts hielt vor (Eintritt in die Tagesordnung Vizekanzler von Popen folgende Ansprache an den Reichskanzler Adolf Hitler: Herr Reichskanzler! Im Namen aller Mitglieder der Reichsregierung habe ich die Ehre, in der ersten Sitzung, die das Kabinett nach dem denkwürdigen 12. November vereint, folgendes auszuführen: Wir, Ihre nächsten und engsten Mitarbeiter, stehen noch vollkommen unter Dem Eindruck des einzigartigsten, überwältigend- st en Bekenntnisses, das jemals eine Nation ihrem Führer abgelegte hat. In neun Monaten ist es dem Genie Ihrer Führung und den Idealen, die Sie neu vor uns ausrichteten gelungen, aus einem innerlich zerrissenen und hoff- nungslofen Volk ein in Hofsnungund Glauben an seine Zukunft »geeintes Reich zu schaffen. Damit ist die nationalsozialistische Bewegung zum totalen Staat geworden, mit allen Rechten und Pflichten, die sich daraus ergeben. Auch die, die bisher noch abseits standen, haben sich nun eindeutig zu Ihnen bekannt, weil sie fühlten, daß es Ihr großer Wunsch war, alle Volksgenossen — gleich wo sie früher standen — unter Ihrer Führung zu vereinen. Gleich wie die anderen groben Völker nach dem Weltkrieg dem unbekannten Soldaten als Symbol Ihrer Tapferkeit, Ehre unb würde ein Denkmal errichteten, hat das deutsche Volk gewünscht, vor der Welt ein unüberhörbare» Bekenntnis seiner eigenen Ehre und würde ab- julegeu, indem es seinem unbekannten Soldaten. der einst bei Ce Barque für sein Volk blutete unb nun sein Führer geworden ist. einen überwältigenden Vertrauensbeweis darbrachte. Die Sehnsucht unseres Feldmarschalls und großen Führers aus dem Weltkrieg, das Vaterland in Einigkeit zusammenstehen zu sehen, ist durch Sie, Herr Reichskanzler, erfüllt worden. Wohl noch nie in'der Geschichte der Nationen ist einem Staatsmann ein solches Maß gläubigen Vertrauens entgegengebracht worden. Das deutsche Volk hat damit zu erkennen gegeben, daß es den Sinn d e r Zeitenwende begriffen hat und dem Führer auf feinen Wegen zu folgen entschlossen ist. Aus historischer Perspektive dieser läge betrachtet. wird der 12. November ein Wenbetag der deutschen Geschichte fein, weil von hier aus innere, soziale Wirkungen im Kamps für die abendländische Kultur weit über die deutschen Landesgrenzen hinaus ausstrahlen werden. — Aber auch well die Notwendigkeit einer frieb^ lichen Neuordnung Europas nach dem Gesetz von Recht und Gerechtigkeit nunmehr in ein entscheidendes Stadium getreten ist. Der Traum von den zwei Deutschlands, die man gegeneinander ausspielen könne, ist endgültig ausgeträumt. Die Umwelt findet an besten Stelle eine Nation, die mehr wie je entschlossen ist, f ü r ihre Weltgeltung, für i h r Recht und für den Frieden wie die Wohlfahrt Europas zu kämpfen. Wir wissen, daß Sie, Herr Kanzler, den alten Worten huldigen: „N a ch dem Sieg binde den Helm fester". In diesem Sinne ist das Kabinett glücklich, in einer solchen Stunde unter des Feldmarschalls und Ihrer Führung für Deutschland arbeiten zu dürfen. Reichskanzler Adolf Hitler dankte in bewegten Worten den Mitgliedern des Reichskabinetts, die sich in einer spontanen Kundgebung von den Plätzen erhoben hatten, für die treue Mitarbeit und das unerschütterliche vertrauen, das man ihm in den verstossenen Monaten entgegengebrachi hat. Der Reichskanzler gedachte in diesem Augenblick ebenfalls in Worten herzlichen Dankes des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg, der durch die 'Berufung dieses Kabinetts die Voraussetzungen für den gewaltigen Sieg der deutschen Einigkeit geschaffen habe. Die allerschwerste Arbeit des Reichskabinetts, die innere Formung des Volks selbst, sei jetzt, wie das Ergebnis der Volksabstimmung und der Wahl des letzten Sonntags zeige, gelungen. ®e- nu$t auf dieses Ergebnis, konnten nun die weiteren Arbeiten im Innern und nach außen leichter und bester in Angriff genommen werden als früher. Beschlüsse des Neichskabinetts. Einschränkung her Eide. — Beseitigung von Mißbräuchen im Hamilienrecht. — Schärfste Bekämpfung her Gewohnheitsverbrecher. Sodann wurde ein kabinettsbefchluh herbeigeführt. wobei Vizekanzler o. Popen zum Saarbeoollmächtigten der Reichsregierung ernannt wirb. Als solchem sind Herrn v. Popen die Sachbearbeiter ber Saarfrage in ben einzelnen Ministerien unterstellt, und er hat bas Recht bes unmittelbaren Geschäftsverkehrs In diesen Angelegenheiten. Erledigt wurde im weiteren Verlauf der heutigen Beratungen des Reichskabinetts ein Gesetzentwurf zur Aenderung des Gemeindeumschuldungsgesetzes vom 21. September 1933, das eine Verlängerung der Fristbestimmungen und einige Ergänzungen vorsieht, ferner der Entwurf eines Gesetzes über Außerkraftsetzung d e s M i n e- ralwasser-Steuergesetzes und des Schaumwein-Steuergesetzes. Das letztere geschieht lediglich aus dem Grund, um den drohen- den Entlastungen einer größeren Zahl von Ar- beitem vorzubeugen und um neue Arbeitsmöglich, feiten zu erschließen. Aus Grund einer Denkschrift des Reichsarbeitsministeriums und des Reichswirtschaftsministeriums beschäftigte sich das Reichska- binett mit den in diesen beiden Ministerien ausgestellten Grundsätzen in der Frage des Doppel- v e r ö i e n e r t u m s, bie gut geheißen wurden. Angenommen wurde ferner ein Gesetz über Preisnachlässe (Rabatte), bas die auf diesem Gebiete zutage getretenen Mißstände beseitigen soll. Den grötzlen Raum in ben Beratungen des Reichskabinetts nahmen brei Gesetzentwürfe des Reichsjustizministers ein, bie Einschränkung ber Elbe im Strafverfahren, bie Befeltlgung ber Mißbrauche bei ber Ehe unb der A nnahme an Kindes- statt, sowie Maßnahmen gegen gefähr- lidje Gewohnheitsverbrecher zum Gegenstand haben. Hierbei handelt es sich einmal um eine Beseitigung des Ausmaßes der Eide in Strafverfahren, bas nicht ber Wahrhettsforschung dient, sondern sie schä- bigt. Es soll bie Vereidigung aller Zeugen in Fällen von aant untergeordneter D e - beutung und bei belanglosen Privat- klagen nicht mehr obligatorisch sein. Das gel- tende Recht zwingt vielfach dazu, einen Zeugen $u verteidigen trog der klaren Erkenntnis, daß ber Zeuge sich in offenbare Widersprüche verstrickt hat. Diesem Zustand soll durch das am Dienstag be- schlostene Gesetz ein Ende bereitet werden. Das zweite Gesetz bezweckt bie Bekämpfung von Verfallserscheinungen auf familienrechtlichem Ge- biet. Danach soll grundsätzlich jede Ehe nichtig sein, wenn sie ausschließlich ober vorwiegend zu dem- Zweck geschlossen ist, der Frau die Führung eines Familiennamens zu ermöglichen, ohne daß eine eheliche Lebensgemeinschaft gegründet werden soll. Ebenso soll bie Bestätigung einer An- nähme an Äinbesftatt überall da versagt werden, wo begründeter Zweifel daran besteht, daß durch bte Annahme ein bem Eltern- unb Kinesver- haltnis entsprechendes Familienbanb berge- stellt werden soll. Das Gesetz gegen gefährliche Gewohnheitsverbre- cher schafft die gesetzliche Grundlage für eine wirksame Verbrechensbekämpfung, deren Erfüllung bis zum Inkrafttreten des neuen Deutschen Strafgesetzbuches nicht mehr hinausaeschoben werden kann. Es sieht eine wesentliche Strafverschärfung für gefährliche Gewohnheitsverbrecher, sowie unter der Maßregelung der Sicherung und Besserunge auch bie Entmannung gefährlicher Sittlichkeitsverbrecher, bie Untersagung ber Beruf»* ausübung, bie Sicherungsverwahrung unb bie Arbeitspflicht ber Untergebrachten, sowie schließlich eine Reichsverweisung vor. Nach biefem Gesetz werden ferner Straftaten, bte in Trunkenheit begangen werben, voll geabnbet werden. — Schließlich stimmte das Reichskabinett gi-undfätzttch einem Gesetzentwurf zum Schuü berliereju, ber für Tierquälerei in jeher Form strenge Bestrafung unb befonbere Strafen für bie Vivisektion festlegt. erst beigetreten ist. (Große Heiterkeit.) Um ben Vierer-Pakt ist in ber letzten Zeit ein großes Schweigen eingetreten. Niemand spricht von ihm, aber alle denken an i hn. (Langer lebhafter Beifall.) Und gerade deswegen haben wir nicht die Absicht, Initiativen wiederaufzunehmen ober bas Tempo einer Lage zu beschleunigen, bie logisch unb mit der Sicherheit eines Naturgesetzes heran- reifen mutz. Oas „Ja" der Tai. Reichsminister Leldte zum 15. Gründungs- tag des Stahlhelm. Berlin, 14. Nov. (TU.) Die .Freuzzeitung" veröffentlicht einen „Das Ja der Tat übertriebenen Leitartikel bes Bundesführers des Stahlhelm und Reichsarbeitsministers Franz Seldte. Darin heißt es u. a.: Am 13 November sind 15 Jahre vergangen, daß in einem Magdeburger Fa- ev Der Bundesführer bes Stahlhelms, Reichsarbeitsminister Seldte, hat all denjenigen Stahl- Helmleuten, die dem Bund feit seiner Gründung angehören, ein besonderes Ehrenabzeichen verliehen. briklaboratorium an einem düsteren Morgen, ben keine Sonne aufhellen wollte, einige Frontsoldaten zusammentraten, um aus leidersüllten, aber ungebrochenen Herzen einen Bund für bas heben unb Deutschlanbs Befreiung zu schließen. Denk ich an meine Grünber-Kameraben, so erfüllt tiefer Dank mein Herz für bie Treue unb Tapferkeit, bie sie in srieblicher Arbeit geschaffen ober notfalls mit der Adwehrwaffe in der Faust mit dem Wort auf den Lippen, mit dem Einsatz ihres Lebens unb ihrer ganzen Persönlichkeit ein jeber nach seinen Gaden 15 Jahre lang für ben Stahlhelm und damit für Deutschland durch- gehalten haben. Jetzt hat ein ganzes Volk sich zusam- m e n g e t a n unb für das Programm seines Führer» und seiner Regierung für Freiheit unb Ehre, Die Grundsätze über das Doppelverdienerlnm. Wesentliche Beschränkung auf besonhers krasse Fälle. Berlin, 14. Nov. (WTB.) Zu ben in ber heutigen Kabincttsfitzung gebilligten Grunbsätzen über das Doppeloerbtenertum erfahren wir noch folgenbe Einzelheiten: Die Schwierigkeiten, die in bem Kampf gegen das Doppelverbienertum liegen, ergeben sich bereits aus ber Begriffsbestimmung. Will man einen Dop- peloerbienst erfassen, so muß man bie Vorfrage klären, was als einfacher Berbienst anzu- sehen ist. Das führt aber zwangsläufig zu einer Aufstellung von Einkommenssätzen für jeben Men- schen unb jebe Arbeitskategorie, für eine Art B e- folbungsorbnung, beren Unsinnigkeit auf ber Hand liegt. Ohne eine derartige Einkommensbegrenzung ist die Handhabung des Doppelverdiener- begriffs aber unbrauchbar, da lediglich bie äußere Tatsache eines Doppeloerdienstes das entscheidende Problem nicht erfaßt. Der Übliche Kamps gegen bas Doppeloerbiener- tum hat ferner bie Gefahr herausbeschworen, bah ba» Leistungsprinzip immer mehr In ben Hintergrund gedrängt wirb. So sind es gerade oft die besten unb l e I ff u n g s f ä h i g st e n M e n s ch e n. die auf bem weg über ben Doppeloerbienff versuchen, durch erhöhte Anstrengungen sich einen erhöhtenLebensstanbarb ober ihrenKinberneinebefsereAusbil- b u n g zu verschaffen. Manche Familien konnten erst überhaupt baburch gegründet werben, bah Mann unb Frau weiterhin einen Beruf ausfüllten. Wenn bie Tatsache, baß ein Vater noch im Berufsleben steht, entscheibend dafür fein soll, baß ein Sohn ober eine Tochter keine Arbeit mehr an- nehmen darf, so werden hier ben Äinbern i erufliche Entwicklungsmöglichkeiten für bie Zukunft verdaut. Der Kampf gegen bas Doppelverbienertum ist auch unsozial, insoweit er ben erhöhten Leistungswillen eines Menschen ober einer Familie bestraft, währenb ber Dop- perverbienst, ber mit Kapitaleinlagen oerbunben ist, unberücksichtigt bleibt unb aus Gründen ber Ka- oitalbilbung unberücksichtigt bleiben muß. Der Kampf gegen bas Doppelverbienertum beschreitet ost auch wirtschaftliche Irrwege. Es gibt zahlreiche Tätigkeiten (wirtschaftliche, schriftstellert- sche, künstlerische Arbeiten), bie nur im Zusammenhang mit einem Hauptberuf nebenberuflich ausgeübt werben können. Bei einem Verbot ber Doppeloerbienfte märe auch nicht zu erwarten, baß stets anbcrc, bisher er- roerbslofe Personengruppen bie ousfaUenben Funk- tionen übernehmen könnten. Das Verbot würbe nur zu einer weiteren Schrumpfung der Beschäftigungs- Und Einkommen»- oerhältnisse führen. Schließlich ist -u bea* ten, baß ber Kampf gegen ba» Doppelverbienertum oft nur an ber Oberfläche hasten bleibt unb lebiglidj äußere Symptome erfaßt bzm. verschiebt. Au» dieser Befrachtung be» Doppeloerbimet- fum» ergibt sich, daß eine gefehliche, also behördliche Regelung mehr Schadenal»Nutzen bringen würde. — Die Entscheidung darüber, ob im Linzelsall ungerechtfertigter voppeloerdienst vorliegt, hat bei Behörden allein der Leiter, In der Privatwirtschaft allein der Befriebsinhaber. Vie Frage wird in der Regel nur anstauchen, wenn Iteuelnftellungen ober Entlassungen von Arbeitnehmern notwendig werden. Dabei ist e» Pflicht be» Arbeitgeber», bei Neuelnstellung erroerbebebürf- tige Dolk»genossen z u bevorzugen und auch bei wirtschaftlich gebotenen Entlastungen diesen sozialen Gesichtspunkt in den Vordergrund zu stellen. Line Auswechslung von Personen ihr es D o p p e l o e r b lene r t u m e • wegen wird sich auf b e f o n > bete krasse Falle beschränken mästen. Jeder Eingriff unberechtigter Stellen, mögen sie auch von den besten Absichten geleitet fein, hat ab unvereinbar mit den Grundsäßen des neuen Staates In Zukunft zu unterbleiben. für Frieden und ®leidjbcred)tiQung fein allumfasten- des ,Ho" in die Waag« des Schicksals gelegt. Auf den klaren Appell an seine Ehre hat das deutsche Volk mit einem Aufmarsch ohnegleichen geantwortet. IePer Deutsche kann von heule ab seinen Stopf höher tragen. Eine große Stunde, eine Schicksalsfrage traf eine geeintearoßeNakion. Unser deutsches Volk kann nach tiefem Beweis der Einigkeit leine Aufgabe erfüllen, die ihm das Schicktal gestellt hat: Sich selbst zur geeinten Nation zu entwickeln unb diese Nation zum Hort be» FriebenH in Europa unb in der Welt zu machen. Dankbar sehen wir alten Frontsoldaten, daß da» „3a" de» Volke» bas Tor ber Freiheit roieber öffnet Größeren Dank al» die Tat gibt es nicht. Nach dem „3a" bes Worte» von ber ganzen Nation soll darum jetzt ba» „3a** ber Hrbett unb Ceiftung, ber Tat folgen. Dos sei ber Dank aller Deutschen an Hindenburg, da» Reichsoberhaupt unb an AbolfHitfer, ben Führer Interesse auch in Zukunft tätig zum Ausdruck brin- n»n mprhp AnlcklieKend überaab Staatskommissar Die neue rumänische Regierung wurde vereidigt Auf der Ministerliste erscheinen u. a.: Duca, Ministerpräsident: Titulescu, Auswärtiges: General Uika, Krieg: General Anghelescu, Rüftungswefen: Dino Bratianu, Finanzen. Das Ministerium für Minderheiten ist nicht wieder besetzt worden. Schutz der Familie Voraussetzung des völkischen Ausbaus. Sitzung des Sachverständigenbeirats zur BevölkerungS' und Raffenpolitil. Der neue deutsche Botschafter bei der Sowjetunion, Radolny, hat die Reise nach Moskau zur lieber- nähme seines neuen Postens angetreten. Der Marinekriegsrat von Riederländisch-Indien hat sein erstes Urteil gegen die Meuterer des Panzerkreuzers „Sieben Provinzen" gefällt. Von 19 angeklagten Matrosen und Heizern wurden fünf als Rädelsführer zu Gefängnisstrafen von 18 Jahren verurteilt. Die übrigen Meuterer erhielten 6 bis 16 Jahre Gefängnis. Die Kommunisten Kämpfer und Kasper als Zeugen im Reichstagsbrandstisterprszeß. ODOL £shtna ERPROBT - BEWÄHRT SPARSAM LnZnnerasien verschollen. Sin Bericht des schwedischen ForschersDr.Amholt von der (Sven Hedin-Sxpedition im Stich lassen. Diese konnten jedoch später von einer Hilfsexpedition aufgefunden werden. Nachdem beinahe alle Tiere eingegangen waren, kam die Expedition schließlich in Gegenden, wo es Wiesen und Wasser gab. In Dalli Kurghan wurde eine neue Karawane zusammengestellt. In Ost-Turkestan herrschte jedoch ein Gouverneur, der große Schwie- rigkeiten bereitete. Monatelang mußte Dr. Ambolt ohne Verbindung mit der Außenwelt aus Antwort warten, ob er Weiterreisen dürse. Inzwischen brach die Revolution aus und jetzt bekam er die Erlaubnis, sowohl von dem alten wie von den neuen Herren. Die Revolutionäre statten ihm dann aber einen Besuch ab, und vor dem Hause versammelten sich 500 Menschen, die zusehen wollten, wie Dr. Ambolt hingerichtet wurde. Man tat ihm aber nichts, sondern ließ ihn weiter wandern. In Chotan wurde für den schwedischen Forscher später sogar eine Militärparade abgehalten, und die dortige Regierung unterstützte ihn mit Geld und allem Nötigen. Als man ihn aber bat, ein Zeugnis für die englische Negierung über die gute Behandlung auszustellen, konnte Dr. Ambolt eine private Mitteilung über sich einschmuggeln und dadurch zum ersten Male ein Lebenszeichen von sich geben. Erst am 16. August 1933 erreichte er Leh in Klein-Tibet, wo er die Möglichkeit hatte, ein Telegramm aufzugeben. 9er ReichSbischos für die Wahrung der Lehre des Evangeliums. Eine Erklärung zur Sportpalast-Kundgebung der Glaubensb« Deutsche Christen. Maßnahmen des Evangelischen Oberk Berlin, 14. Nov. (TU.) Der Evanaeti,cye O b e r k i r ch e n r a t hat Den Studienassessor Dr. Krause wegen seiner den Bekenntnisgrundlagen der evangelischen Kirche widersprechenden Rede auf der Sportpalastkundgebung der Deutschen Christen am 13. November mit fosortiger Wirkung von teinen sämtlichen kirchlichen Aemtern uspendiert. Gleichzeitig haben eine Reihe von Utglidern des evangelischen Oberkirchenrates und der Reichsleitung der Glaubensbewegung „Deutsche Christen", die Erklärung abgegeben, daß sie gegen den Inhalt der Rede der Herrn Dr. Krause und Arendsee durch Bischof Peter schärf st en Pro- test eingelegt haben. Sie wiederholen diesen Protest hiermit vor äller Oeffentlichkeit. (Gez.) Friedrich Peter, Bischof der Provinz Sachsen. Dr. Werner, Präsident des Eo. Oberkirchenrates. Dr. F ü r l e, Dbertonfiftorialrat und Dirigent im Eo. Oberkirchenrat, Dbertonfiftorialrat D. Freitag. Reichspresseleiter der Glaubensbe- wegung „Deutsche Christen", Dbertonfiftorialrat Nöbiling, Reichspersonalreferent der Glaubensbewegung „Deutsche Christen", sowie die übertön- fiftorialräte Dr. Friedrich K o ch, B a n k e, Dr. Wal- ter Koch und Dr. Thummel. gen werde. Anschließend übergab Staatstommissar Dr. Lippert den Ehrenbürgerbrief seiner Heimatstadt, des Taunusbades Schmalbach, dem Kanzler, der auch hierfür sichtlich erfreut bantte. Bersin, 14. Nov. (TU.) Der Reicksbischof übergibt durch den Evangelischen Pressedienst folgende Ertlärung der Oeffentlichkett: Auf der Kundgebung des Gaues Groß-Berlin der Glaubensbewegung „Deutsche Christen" hat der Führer dieses Gaues eine Rede gehalten und eine Entschließung durchgesetzt, die mit Recht in weiten Kreisen unserer Kirche tiefste Beunruhigung und Erregung hervorgerufen hat. Ich gehe hier nicht ein auf die Forderungen des Redners zur Verfaffungsreform der Landeskirche, denen ich weitgehend zustimme und denen Rechnung getragen wird. Ebenso überlasse ich es der Reichsleitung der „Deutschen Christen", zu den gegen ihre Mitglieder erhobenen Borwürfen Stellung zu nehmen. Ich spreche hier als der für die Wahrung des Bekenntnisses vor Gott verantwortliche Führer der Kirche und wende mich deshalb gegen die Angriffe auf die Sud- stanz unferer evangelischen Kirche. In der Rede ist in einer unerhört agitatorischen Weise gegen das Alte Testament gespro- chen und sogar das Neue Testament einer kirchlich unmöglichen Kritik unterzogen worden. Das bedeutet nichts anderes, als die A u f h e b u n g d e r Bibel als der einzigenunv unverrückbaren Grundlage der Kirche. Es sind weiter Anschauungen vorgetragen worden, die einer Ablehnung d e r reformatorischen Lehre von der Rechtfertigung allein aus dem Glauben gleich kommen und durch die ein rationalistisches Iesusbild aus den länaft verklungenen Tagen des Liberalismus wieder hervorgeholt wird. Es soll sogar, was ich kaum für möglich halten kann, das Kruzifix abgelehnt worden fein. hierzu erkläre ich: Solche Anschauungen und Forderungen sind nichts anderes als e i n unerträglicher Angriff auf da» 23 e - untnls der Kirche. Solchen Geist lehnt Leitung und Führung der deutschen evan- en Kirche mit aller S ch ä r f e ab, wie ^erzeugt bin, daß auch die lebendigen Glie- unserer Gemeinden mit solchem Gei st l s zu tu i haben wollen. Ich werde e und nimmer zu lassen, daß der- rüge Irrlehren sich in der evangelischen Kirche breit machen. Ich ersuche die obersten Behörden der evangelish » Landeskirchen, deren Geistlichen und Gern. indeverordneten unverzüglich in einem besonderen Erlaß von dieser meiner Kundgebung Kenntnis zu geben und sich außerdem insbesondere anläßlich der bevorstehenden Feiern des Luthertages in scharfer und klarer Form an ihr Ürdi- nations- und Amtsgelöbnis zu erin- nern, welches sie verpflichtet, f u r d i e R e i n - heit der Lehre mit allem Nachdruck einzutreten. Nur eine Kirche, die das wahre und unverfälschte Evangeli um lebendig verkündigt, kann der Volksgemeinschaft des Dritten Reiches fo dienen, wie es vor Gott gefällig ist. Berlin, 14. Nov. (WTB.) Der Sachverstand igenbcirat für Bevallerungs- und Rassenpolitik ist vom Relchsmmister des Innern Dr. Frick Ium 14. und 15. November zu einer Beratung einberufen worden Staats- (etretär Pf undtner teilte mit, daß Staatsrat Dr Thyssen (Mülheim-Ruhr) und Himmler, der Reichsführer der SS., in den Beirat berufen worden seien. Heute stünden Fragen der Ausbildung und Erziehung derIugend in rajsenpolitischer Hinsicht zur Beratung, um auch auf diesem wichtigen Gebiet dem Reichsministerium des Innern für die weiteren Ent- schiüsse gesetzgeberischer Art Anregungen zu geben. Außerdem solle am zweiten Tage der Beratung die Durchführungsverordnung zum Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses besprochen werden. Ministerialrat Dr. (Bütt führte dazu u. a. aus: Da der Führer immer wieder betone, daß er die Rassenpolitik, das heißt die Sorge für die Vermehrung der wertvollen deutschen Volksgenossen, die Erb'gesundheit und Rassenreinheit des Volkes als die Hauptsache ansehe, sei es Pflicht aller berufenen Stellen, auch im eigenen Leben mit gutem Beispiel voranzugehen und d i e Lebensbedingungen für d i e deutsche Familie oerbe ff er n. Die Reichsregierung sei sich klar darüber, daß es mit der Ausmerze und Auslese der Erbkranken und Fxembrassigen nicht getan sei, wenn es nicht gelinge, den bluts« mäßig wertvollen Volksteil zu fördern und ihm die Erziehung einer ausreichenden Kinderzahl zu ermöglichen. So wie die nationalsozialistische Bewegung mit Mut und Entschlossenheit den neuen Staat geschaffen habe, müsse der nationalsozialistische Staat nunmehr auch die Voraussetzung für den völkischen Ausbau schaffen. Neben die berufliche Leistung müsse die Verpflichtung zur biologifchen Leistung für Volk und Staat treten. Im Anschluß daran hielten dann Regierungsrat Dr. U i a b e l vom Reichswirtsckaftsministerium des Inneren ein Referat über die Erziehungsfragen bei der Hitlerjugend, Senator v. Hoff über die beabsichtigte Schulreform und der Rektor der Universität Würzburg Professor Dr. Fischer über die Wege einer Reform der Hochschulen. Am Nachmittag-des ersten Sitzungstages wurden Vorschläge beraten, die Prof. Spiethoff als Leiter der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten zur Aenderung des gleichnamigen Gesetzes machte. Sicherung eines gesunden Nachwuchses. Berlin, 15. Nov. (VdZ.) Der neue Präsident des Reichsgesundheitsamtes Professor Dr. med. H. werden. Der Schneidermeister Eßner äußert sich über die Telefongespräche, die der Angeklagte Torgler am Morgen nach dem Brande bei ihm geführt hat. Er fei mehrmals durch das Zimmer gegangen und habe dabei vernommen, daß Torgler mit einem Rechtsanwalt, mit dem Polizeipräsidium und feiner Frau gesprochen hat. Mit S cherheit habe er gehört, daß Torgler äußerte, er wolle s i ch bei der Polizei melden, aber mit dem Beistand des Rechtsanwaltes. Der frühere kommunistische Reichs- tagsabgeordnete Kasper, der sich jetzt in einem Konzentrationslager befindet, soll nach den Bekun- düngen des Zeugen Kuntschak gemeinsam mit Torg- ler an kommunistischen Sprengversuchen in der W uhlheide teilgenommen haben. Er erklärt, Kuntschaks Aussage fei, soweit sie ihn betreffe, von A bis Z unwahr. Er habe nie mit (Spreng- versuchen zu tun gehabt und habe auch nicht gehört, daß Torgler damit zu tun gehabt habe. Aus eine Frage Torglers bestätigt Kasper, daß er mit Torgler zusammen am 19. Januar 1933 mit dem damaligen Reichskanzler v. Schleicher verhandelt habe, um zu verhindern, daß aus der nationalsozialistischen Demonstration aus dem Bülowplatz ein Blutvergießen entstehe. Dimitroff habe nach seiner Kenntnis nie an Sitzungen der deutschen Kommunisten teilgenommen. Nach kurzer Beratung des Senats verkündet der Vorsitzende folgenden Beschluß: Die Vereidigung b e s Zeugen Kämpfer wird abgelebt. Er hat durch seine jetzt von ihm selbst als unrichtig bezeichnete frühere Aussage sich d e r B e - günftigung im Verhältnis zu dieser Tat verdächtig gemacht. Er ist daher der Teilnahme an der I Tat verdächtig und kann deshalb nicht vereidigt wer- den. „Svenska Dagbladet" in Stockholm bringt eine Unterredung mit Dr. Nils Ambolt von der Sven-Hed in-Expedition. Der Forscher war monatelang in Jnnerasien verschollen und man befürchtete, daß er verunglückt fei. Dr. Sven Hedin hatte bereits eine Hilfsexpedition ausgerüstet. Dr. Ambolt berichtete, daß er sich schon im Mai 1932 an der Grenze zwischen Tibet und Turkestan von seinen Kameraden trennte. Er nahm sich vor, bas tibetanische Hochgebirge zu überschreiten unb an dem berühmten roanbernben See Lop-Nor vorbei nach Peking zu kommen. Aus bem Wege geriet er mehrfach in Lebensgefahr. Ein Wolkenbruch oerroanbelte bas Tal, in bem bie Karawane marschierte, in einen See. Infolge ber großen Kälte — das Thermometer sank auf minus 40 Grab — und der dünnen Luft in mehr als 6000 Meter Höhe, gingen die meisten Tiere ber Expedition ein, die beim Start aus 90 Eseln, 40 Pferden und drei Mauleseln bestanden hatten. Einige eingeborene Begleiter liefen weg, weil sie glaubten, baß bie Expebttian verloren sei. Dr. Ambolt führte jeboch seine wissenschaftlichen Beobachtungen weiter aus. Als aber ein Tier nach bem anberen einging, mußte er schließlich den ursprünglichen Plan auf- Sieben und sich in nördlicher Richtung nach Turke- tan in Sicherheit bringen. Er mußte die Hälfte ies Gepäcks, alle Aufzeichnungen seiner fünfjährigen asiatischen Forschungsreisen, sowie die Instrumente Reiter spricht im „Deutschen Aerzteblatt"„ über bas Thema: „Der Weg zum gesunden Volk". Die Gesetzgebung beginne, ole Frühehe zu fördern, weil nur ourch diese biologische Bekämpfungsmethode bie Geschlechtskrankheiten eingeschränkt ober verhindert werden könnten. In wenigen Jahren werde es keine in den Ehestand tretende Frau mehr geben, die nicht eine eingehende, auf bie deutsche Landwirtschaft unb bie deutschen kulturellen Verhältnisse zugeschnittene Ausbildung in Hauswirtschaft unb Ernährung burchwanbert habe. Mutterschutz unb Betreuung müßten schon vor ber Geburt bes Kinbes einsetzen unb bie werbende Jugend in den Jahren des Wachstums lückenlos begleiten bis zu ber Stunbe, in der sie sich wieder der Schaffung einer neuen Generation zuwendet. Die Pflege der Jugend werde eine Sicherung dafür geben, daß unsere Jungen wie Mädels In innerer Reinheit körperlich und geistig gesund auswach- s e n. Die Erziehungsarbeit werde bie Auslese für den Berus und die Hochschule ermöglichen. Wir ständen im Beginn einer Art biologischen Innenkolonisation von Volk unb Staat, bie zu allmählicher Unterbrüdung ber Minderwertigen und Förderung der Hochwertigen nach jeder Richtung führe. Die Frau im neuen Reich. Berlin, 15. Nov. (VdZ.) Der Reichsleiter der NS.-Frauenschaft, Dr. Krurnrnacher, nimmt Stellung zu dem Erlaß des Stabchef ber SA., Staatsrat Röhm, worin ber SA. befohlen würbe, bem Muckertum keine Hanblanger- b teufte zu leisten. Dr. Krummacher bemerkt, er bitte, ben Erlaß bes Chefs bes Stabes der SA. über bas Muckertum fo aufzufassen, baß es ber SA. naturgemäß nicht zustehe, in Frauenangelegen- beiten hineinzureden. Der Reichsleiter ber NS.- Frauenschaft fährt bann fort: „Es ist bie Auffassung ber deutschen Männer wie der deutschen Frauen, daß Frauen, die sich bie Augenbrauen abrasieren, bie sich schminken unb bie Haare färben und vor der Deffentllcbteit durch exzentrische Manieren aufzufallen suchen, wie z. B. Rauchen, Pudern usw., einer älteren Generation angeboren, deren Zeitalter im Vergeben ist. Der Hinweis, bah bie jüngere Generation derartige Dinge oblebnt, wobei Jugend nicht nach Jahren, sondern nach Herzenskräst gewertet werden muß, dürfte gerade diese Frauen in größte Verlegenheit bringen. Denn sie meinen, s i ch jung machen zu tonnen, während sie sich gerade durch solche Dinge einer vergehenden und abgewirschasteten überalterten Weltanschauung unb Weltanschauungszeit zu- rechnen. Jung sein heißt natürlich sein unb bie Mahnungen unb Anforderungen einer Zett verstehen." Berlin, 14. Nov. (WTB.) In ber Dienstags- sitzung des Reichstagsbrandprozesses wurde als erster Zeuge aus dem Konzentrationslager Brandenburg der Kommunist Kämpfer vorgeführt. Der Zeuge gab zu, daß der Angeklagte P o p o f f in den Monaten Mai, Juni, Juli und November 1932 jeweils mehrere Tage in seiner Wohnung gewesen ist. Er war ihm von der Kommunistischen Partei als Emigrant zugewiesen worden. Was Popoff dort trieb, habe er nicht gewußt, aber er habe beobachtet, daß er auf seinem Zimmer auch Flaschen hatte, und mit Flüssigkeiten arbeitete. Popoff habe einen Koffer unb eine bicke Aktentasche gehabt. Einmal sei eine Kiste angekommen, angeblich mit Büchern unb Poposf habe bann immer bie gefüllte Aktentasche aus der Wohnung mitgenommen; wahrscheinlich habe er den Inhalt ber Kiste roeggetragen. Taneff sei einmal in ber Wohnung bei Popoff mehrere Stunben gewesen. Auf Fragen erklärte ber Zeuge, baß es sich bei ben Flaschen angeblich um Likör gehandelt haben solle, Poposf habe aber einmal ein Wasserglas in ber Küche ausgegossen, und es sei dann eine Stunde lang ein benzolartiger Geruch in der Küche gewesen. Auf Veranlassung des Verteidigers Dr. Teichert wird festgestellt, daß der Zeuae Kampfer wegen«Diebstahles und Rückfalldiebstahles insgesamt zu 6V2 Jahren Zuchthaus und l'/r Jahren Gefängnis bestraft worden ist und bie letzte Zuchthausstrafe 1926 abgesessen hat. Er hat auch unter Polizeiaufsicht gestanden. Die Zeugin Frau Kämpfer wirb vom Vorsitzenden darüber belehrt, daß sie die Auskunft auf solche Fragen verweigern kann, durch deren richtige Beantwortung sie ihren Ehemann belasten würde. Die Zeugin sagte bann auf bie Frage, ob Popoff in ihrer Wohnung gewesen sei, sie glaube, daß es Poposf gewesen sei. Das ihr gestern vorgelegte Bilb bes Poposf sei ihr freilich ähnlicher erschienen als heute ber persönliche Einbruck. Sie habe bem Fremden einmal im Juli 1932 die Tür geöffnet, sie wisse aber nicht, ob er öfters als ein paar Nächte in ber Wohnung geschlafen habe. Sie habe sich um ihn nicht gekümmert. Der Angeklagte Poposf hält ber Zeugin vor, daß er nach amtlicher Auskunft im Juli Die Vereinigung der Landeskirchen im Htiein-Maingau Frankfurt a.M., 14. Nov. (WSN.) Unter dem Vorsitz des Reichsbifchofs fand heute in Berlin eine Sitzung der Bevollmächtigten der Landeskirchen Hesse n-Darmstadt, Nassau und F r a n k f u r t a. M. statt, die Mitte September ben Zusammenschluß ihrer Kirchen beschlossen hatten. An ber Sitzung nahm u. a. Mimstenal- birettor Jäger als Präsident bes Nassauischen Landeskirchentages teil. Die Beteiligung der drei Landeskirchen an ber künftigen Landessynobe der necken großhessischen Kirche wurde m bem Verhältnis 16 (Darmstadt) : 9 (Nassau) : 5 (Frankfurt am Main) festgesetzt. Die Einberufung ber Landessynode ber neuen Landeskirche Nassau-Hessen wurde auf den 2 8. N o o e m b e r 1 9 3 3 beschlossen. Die Tagung, zu der ber Reichsbischof,^in persönliches Erscheinen zugesagt hat, wird in Mainz stattfinden. Kleine politische Nachrichten. Der für bie Verteilung der Nobelpreise zuständige Ausschuß des norwegischen Stornngs hat beschlossen, für dieses Jahr eine Verteilung bes Friedens- Nobelpreises nicht vorzunehmen. Eine städtische Delegation hat dem Reichskanzler bie EhrenbÜrgerurkunbe ber Stadt Berlin überbracht. Nach einer Ansprache des Oberbürgermeisters Dr. Sahm dankte ber Kanzler in herzlichen Worten: Diese Ehrung sei ihm eine besondere Freude, da er stets ein starkes Interesse an her Fortentwicklung und künftigen -ekundet habe und dieses Sammlung am 8. Oktober 1933 63 972,55 Mk. gespendet. Diese Beweise nationalsozialistischer Gesinnung und wahrer Volksverbundenheit sind um so mehr Heroorzuheben, als gerade der größte Teil der neuapostolischen Gemeindemitglieder sich aus minderbemittelten Volksgenossen zusammensetzt. JamUienbcama in Berlin. In Berlin-Westenb erschoß ber 48jährige Professor Dr. Arthur Meyer, birigierenber Arzt ber chirurgischen Abteilung bes Krankenhauses Westend, seine 31 Jahre alte Ehefrau Charlotte. Dann beging er Selbst morb. Der 7jährige Sohn Horst war bei ber Tat in ber Wohnung anwesenb. Das Motiv zur Tat ist noch nicht geklärt: vermutlich liegt ein Nervenzusammenbruch bes bekannten Arztes vor. Professor Meyer war verheiratet mit einer Tochter des Kommerzienrates Max Schieb- mayer, bem Inhaber der bekannten Pianoforte- fabrit in Stuttgart. Schneedecke in den voralpen. Der in der Nacht zum Dienstag im Voralpen- gebiet gefallene Schnee hat, wie aus München gemeldet wird, bereits zu einer Schneedecke geführt. In den unteren Gebirgsorten liegt der Schnee 3 bis 4 cm hoch, in Mittenwald, 1000 m über dem Meeresspiegel, 8 cm, von der Zugspitze wird eine Schneedecke von 120 cm gemeldet. Wettervoraussage. Die ozeanische Störung hat sich südlich ausgebreitet und greift bereits bis über ganz Frankreich vor. Mit ihrem Weiterzug gelangen auch nach Deutschland wärmere Luftwaffen, die an der vor- gelagerten kontinentalen Kaltluft aufgleiten unb neben Bewölkung zu einzelnen Niederschlägen führen werden. Auf ben Bergen wird es babei zu Schneefall kommen. Aussichten für Donnerstag: Meist bewölkt, Temperaturen ziemlich ausgeglichen, einzeln« Niederschläge, auf ben Bergen als Schnee. Lufttemperaturen am 14. November: mittags 5 Grab Celsius, abends 3,3 Grad: am 15. November: morgens 1,2 Grad. Maximum 6,9 Grad, Minimum 0,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. November: abends 4,2 Grad: am 15. November; morgens 2,9 Grad Celsius. — Niederschlag 0,1 mm, 1932 in Rußland gewesen sei. Frau Kämpfer bleibt bei ihrer Aussage. Poposf sagt, der Zeuge Kämpfer habe heute eine falsche Aussage gemacht, um aus dem Konzentrationslager herauszukommen. Kämpfer weist diese Behauptung erregt zurück und sagt, er habe im Gegenteil bei seiner ersten Vernehmung gelogen, um nicht in die Sache hineingezogen zu Aus aller Welt. Linfturzunglück in Kassel. — Ein Toter, ein Schwerverletzter. Bei den Abbrucharbeiten in der Kasseler Altstadt ereignete sich ein schweres Unglück. Die Arbeiter Anton H o f und Gustav Lorenz, beide aus Kassel, wurden von einer umstürzenden Zimmerwand aus schweren Bruchsteinen getroffen und unter den Ge- fteinsmaffen begraben. Hof konnte nur mit schwachen Lebenszeichen geborgen werden und starb bald danach. Sein Arbeitskollege wurde mit schweren inneren Verletzungen, einer Beschädigung ber Wirbelsäule und einem Schäbelbruch in bedenklichem Zustand ins Krankenhaus eingelfcfert. Spende zur Winterhilfe. Nachdem die Neuapostolifchen Gemeinden Deutschlands (nicht zu verwechseln mit der staatsfeindlichen Internationalen Bereinigung der Bibelforscher, bie sich vielfach fälschlich ben Namen „Neuapostolische Sekte" zugelegt hatten) bereits am 23. Juli 1933 zur Förberung der nationalen Arbeit einen Betrag von 57 533,35 Mark zur Verfügung gestellt haben, wurden jetzt erneut zum Kampf gegen Hunger und Kätte auf Grund einer stattgefundenen HUhnernugcn Warzen vornbnui werden Infolge dir Tlefeewirkiij ancb in bcnbartnrid.iraU todsicher u (Garant i.ks-6 Tagen rcftl. m. Wurzel beseit, durch Hahnirengen Hapld. ürbölH. nur: i-owee- Droger e W. Kilbiegei Hecht.. 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Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Larzahlung.- 69850 1 Badeofen mit Wanne, 1 Wirtschaftsbüfett. 3 Spiegel, 1 Haarschneidemaschine, 1 Friseurloiletle, 1 Standuhr, 3 Chaiselongues, 1 Bitrinc, 2 Ladcnthcken, 1 Regulator, 4 Sofas, 6 Stühle, 5 Tische, £ Kommode, 3 Berfikos, 4 Büfetts, 7 Schränke, 3 Schreibmaschinen, 2 Bücherschränke, 1 Kollier, 1 goldene Armbanduhr, 1 Korbmabelgarnitur, 3 Gram- mophone, 1 Cautsch, 1 Flügel, 3 Klo- viere. 2 Registrierkassen. Ferner an Ort und Stelle ^Bekanntgabe n Versteigerungelokal): 2 elektrische Kühlschränke, 1 Büfett. 1 Sofa, 1 Friseurtisch, 1 kleiner Schreibtisch mit Aufsatz 20 Heugabeln. bestimmt: 1,50 m Sportflanell, 10 Stück Leib- und Seelhoscn, K Rornwlhemden, 15 Zephir- bcmden, 1 buntes Deckchen, 2,30 m Sa- lin, 1 Baumwolldecke, 1,45 m Kleider- stoss. l.lOjn Kleiderstoff, 3 m gezwirnter Stoff, 1 Stück schwarzer Stoff, 1,40 m oatin, 39 Paar Kinderstrümpfe, 3 wollene Unterröcke. Möll Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 I — Telephon 3239 6. Arbeiter-Radfahrerverein töt" Rieder-Mockstadt. 7. Arbeitersußballklub Glauberg. Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Büdingen. Auf Grund des Gesetzes über die Einziehung kommunistischen Vermögens vom 26. Mai 1933 in Verbindung mit dem Ge- setz über die Einziehung oolks- und staats- feindlichen Vermögens vom 14. Juli 1933 wird das Vermögen der nachgcnannten Vereine zugunsten des Dolksstaates Hessen beschlagnahmt und eingezogen: 1. Freier Turn- und Sportverein Alten- skadt. 2. Freie Spieloereinigung Düdelsheim. 10. Arbeiter-Turn« und Sportverein Merkenfritz. SPD. (Ardeiterwohlfahrt) Ortsgruppe Büdingen. SPD. Ortsgruppe Merkenfritz. SPD. Ortsgruppe Hirzenhain. SPD. Ortsgruppe Rieder-Mockstadt. SPD. Ortsgruppe Stockheim. Gesangverein „Liederblüte" Altenstadt. Freie Sängervereinigung Hainchen. Arbeitergesangoerein „Vorwärts" Ech- zell. Gesangverein „Eintracht" Nidda. Arbeitergesangoerein Stockheim. Arbeitergesangoerein „Bruderkette" Lindheim. Arbeitergesangoerein „vorwärts" Gelnhaar. Musikoerein Gelnhaar. Arbeitergesangoerein „vorwärts" Dü- dclsheim. Sportverein „Grün-Deitz" Merken- fritz. Spiel- und Donderklub Gelnhaar. Gesangverein „Gemischter Thor" Gelnhaar. 6973C 2Uen Personen, die Bestandteile des ein- gezogenen Vermögens im Besitz haben oder zu dieser Vermögensmasse etwas schulden, wird verboten, an die bisherigen Rechtsträger etwa» zu verabfolgen oder zu leisten. Etwaige Rechte an beweglichen Sachen und Reck)ten sind mit der Einziehung erloschen. Gläubiger, die aus Grunds solcher Rechte eingezogene bewegliche Sachen oder Urkunden über eingezogene Rechte im Besitz hoben, sind verpflichtet, diese unverzüglich an das «reis- amt Büdingen abzuliefern: sie werden hiermit aufgefordert. ihrer Ablieferungspflicht atsbalü zu itujz-rechcU. ir erfüUen hiermit die traurige Pflicht, die Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alterskameraden Wilhelm Weppler in Kenntnis zu setzen. a*g6D Der Vorstand. Die Trauerfeier find. Donnerstag, den iti.Nov., nachm.3Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. „XHdI“ Grude hielt den Brief zusammengeknüklk zwischen den Fingern. „Dick!" (Er plattete ihn und lietz den Blick versonnen über die Zeilen hinglciten. „Wenn Sie eine Referenz wünschen, bitte ich bei Herrn Dr. Felix Grude Nachfrage zu halten — Der Aermste! Er hatte nicht geahnt, wer es war, der die Annonce ausgab." Mechanisch tasteten seine Finger nach der Klingel. Lena kam und sah mit unslcheren Augen in die seinen. Er nickte ihr zu und reichte ihr das Schrei- den. „Zst das nicht zum Weinen? Und doch wieder eine wunderbare Fügung! Es fragt sich nur, wo wir ihn unterbringen. Die Wohnung ist nicht eben Krotz. Vielleicht schaffen Sie Rat, bis ich zurück- komme. 3d) fahre jetzt zu Montrey und bringe ihn gleich mit. — Und, Lena —", es war wieder der alte frische Ton, den sie von früher her gewohnt war. „Ich werde mir von jetzt ab auch das Morphium wieder abg^wahnen. Es wird schon gehen." Mit raschen Schritten war er aus dem Zimmer. Madien erschrak, als er ihr die Mitteilung machte, rr..I'irf ols Chauffeur in Stellung nehme. „Was Ist denn das wieder für ein Unsinn?" schalt sie. „Wie denkst du dir das überhauptv Do kannst du jo deinen Wagen gleich selber wieder steuern' Dick wird wenig Lust haben, des Nacht, zu jeder irbeliebigen Stunde aus den Federn zu kriech, a und gehorsam vor anderer Leute Türen zu warten, bis du von deinen Patientenbesuchen wieder zurückkommst." „Er hat mich sehr lieb." Sie hob kaum die rechte Schulter. Als er peoan- gen war, drückte sie die Finger gegen die Schlafen. „Das auch noch". Es mar schon gräßlich, dah er in Wien lebte. Und nun mutzte sie ihn noch obendrein in ihrer nächsten Nähe haben, (fr und Rolf roarm die einzigen, die um ihren Betrug wußten Aus keinen Fall durfte sie ihn reizen Vielleicht, wenn sie ihn ein bißchen umschmeichelte? Immerhin befand sie sich in einer gefährlichen Position Montrey, der auf Grude» Kommen gewartet hatte, schlüpfte eben in seinen Rock, als der Freund bei ihm anklopste. „Es ist nett, daß dich wieder einmal anschau'n laßt, Felir Alles wohlauf, z'Hau»^ Ja? Hast ein paar Minuten Zeit zum Niedersetz'n? Das ist schön." *- ..Und wie Aehts dir?" sagte Grude, sich auf den angebotenen Stuhl niederlassend, während sein Blick rasch über do» Zimmer hinging. „Du bist zufrieden?" „Ja! Alleweil' Momentan hab ich grod gar nix zum Klag'n. Zusammeng'slickt hast mich auch wieder ganz sauber, und die Stellung, in der ich setzt bin, tragt wirklich was Nächst ns fahr ich sogar wieder einmal auf den Semmering. So nobel geb ich ». --Was schaust mich denn so g'spassig an?" „Ich hätte nicht geglaubt, daß du so unverschämt lügen könntest, Dick!" Grude war aufgestanden und sah ihm ärgerlich ins Gesicht. (Fortsetzung folgt.) WkMchiile deute Mittwoch 20?« Ubr, beginnt: Die Weltaasabaarag des ■aUaaalseataUa- ■aa. (Nebeling.) Universität, Hör- laal 83, 1. Stock. Der Lehrgang über „Deeteehe ■aalV* kann wegen Erkrank, des flurf leiteici noch nicht an sangen. Der Beginn wird durch Zettungh - Ämeige rechtzeitig bekannt- gegeben. huD ——■WM hoben, Lena. Ich bin manchmal ganz am Ende. Da» ich sonst meinen Patienten gepnuigt haue, das sugge riere ich mir nun jelbfL Es geht oorüoer!--Alles geht vorüber!" Ihre Arme schoben sich hoch und schlugen wieder herab. Was sollte sie ihm denn zum Tröste sogen' Daß sie ihn liebte, |eit der ersten stunde ihres Hierseins^ Nie! Nie! Um keinen Preis der Welt durfte er darum wißen. Lieber zugrunde gehen daran. Wenn nur er den Frieden fand. „Gehen Sie jetzt!" jagte er gütig. „Morgen ist alles wieder anders. Man muß nur Den Mut haben, jein Geschick bis zum Ende zu tragen." Er fühlte, wie sie seine Finger an die Lippen hob und dann geaen ihre Stirn preßte. „Gute Rach.!" „Gute Nacht, Lena!--Und vergessen Sie /licht die Glocke umzufchalten. Als er eine Viertelstunde später nach dem Schlafzimmer hinüberging, lag Madlen in jlrümpfen, sie walzte sich wie eine Besessene unter ihrer Decke und starrte ihn aus weitaufgerifsenen Augen an. Er wußte sofort, was das zu bedeuten hatte, stürzte nach der Küche und hielt ihr eine halboerfchuttete Daße Milch an die Lippen. „Trink!" Rur durch ein rasches Zur-Seite-lreten bewahrte er die Schale vor dem Zerfd-lagenwerden. „Trink!" befahl er noch einmal. „Du mußt sterben, wenn du nicht trinkst." Sie schien die Gefahr, in der sie schwebte, zu ahnen und trank, wenn auch widerwillig, die Tasse leer. Der Brechreiz, der sich daraus einftellte, würgte sie bis in die Eingeweide. Es ging schon gegen vier Uhr, als sie endlich völlig erschöpft in die Kissen zurück glitt. Ausgepumpt bis ins Letzte verfiel Grude in schlaf. Lena, die gegen sieben yr die Post auf dem Schreibtisch zurechtlegte, hörte, wie er eintrat, wandte sich um und wünschte „Guten Morgen!" Sie bemerkte, wie bemitleidenswert er aussah und wggte eine Frage: „Herr Doktor haben nicht gut geruht?" Sein Blick lag sorschend auf ihr. „Es war eine schlechte Nacht, Lena." „Sie sollten noch ein bißchen nachholen", rief sie. „Vielleicht kann ich die ersten Patienten allein abfertigen." Er wußte nicht, was er denken sollte. „War das nun Maske oder wußte sie tatsächlich nicht? Er nahm eine runde Schachtel aus der Rocktasche und legte sie auf die Ecke des Schreibtisches. Sie nahm sie von dort weg und wollte sie in den Medikamentenschrank stellen. „Hat das Pulver der Frau Doktor geholfen?" „Beinahe, Lena!--" Verblüfft sah sie auf. „Es hat nicht gewirkt?" „Doch, doch! Aber es ist meiner Frau schlecht bekommen. Und ihr Erschrecken gewahrend, wurde er ganz Güte. „Soweit sind wir beide schon dah ich Morphium benötige und Sie die Medikamente oer- wechseln." Mit einem Satz war sie nm Schrank. Aber er war rafdjer gewesen und stand nun mit gespreizten Hän- den davor. „Seien Sie vernünftig, Lena. Es ist ja Wegen Konkurs ist die Slltale kerMuMuel ühtgalles Gießen, Bahnhofstraße »0 N gOnftlgn BedlnguDgen ja oertaulm Es bandelt sich um eine Verkaufsstelle für Wiederverkäufer der Kurz-, Sviel- und Wollwaren-Branche. Anfragen sind iu richten an den Konkursverwalter Herrn ) r. D 111 m a n n, Frankfurt am Mai«, Liebfrauenberg 31. Die Filiale kann während der Geschäft-- «it besichtigt werden. t tu Madien hatte Kopfschmerz, suhlte ein gräßliche» Uebelsein und einen Ekel, der an Brechreiz grenzte. Ungewohnt, auch nur eine Stunde krank zu sein, befiel sie eine grenzenlose Furcht. Im Bett sitzend,' riß sie an der Klingel, die nach Lena» Zimmer führte. „Meinen Mann!" rief sie ihr entgegen „Mein Mann soll kommen! Gleich! Ich suhle mich so elend!" Lena hatte in der Eile nur ihr Nachtkleid über- geworfen und schüttelte den ersten Schrecken von sich ab. „Der Herr Doktor ist noch immer nicht zurück, gnädige Frau." „Gott! 3mmer ist er bei fremden Leuten! Schicken Sie doch nach einem anderen Arzt! Oder geben Sie mir selbst etwa»! Ein Pulver oder sonstwie! Sie wißen doch, was er zu verordnen pflegt! — Warum stehen Sie denn noch immer da? Wollen Sie mich denn sterben lassen?" Lena schlupfte hinaus und kam nach einer Minute roieber zurück. Sie hatte das Pulver aus dem Sprechzimmer geholt, wo es in einem Medikamenten- ichranke verwahrt war. Grude hatte so fest geschlafen, daß er gar nicht erwachte. Mit raschen Fingern goß sie Wasser auf einen Lössel und schüttete die weiße Maße darein. „Scheußlich!--" Madien hielt es zur Hälfte ausaeschüttet, von sich ab. „Ich will nicht!" „Das halbe Pulver nützt nid)ts, gnädige Frau." „Dann geben Sie her." Ihr Gesicht verzog sich dabei. Sie spülte zwei Gläser Wasser nach und bedeutete Lena, daß sie nun wieder gehen könne. Aber letzt gleich wieder zu schlafen war unmöglich. Einen Augenblick horchte Lena an der Tür des Sprechzimmers, dann trat sie leise ein und schrak zu- jammen, al» Grude» Stimme aus dem Dunkel nach ihr hinfrug. „Wie spät ist es? Lena? „Zehn Minuten nach zwölf, Herr Doktor." „Schon! — Ist bei meiner Frau noch Hoch betrieb?" Sie knipste da» Licht an unb kam zu ihm an den Diwan. „Die Frau Doktor hat um ein Pulver gebeten. Sie sühlt sich nicht wohl." „Sie haben ihr eins gebracht? Ja? — Danke!" „Räumen Sie die Spritze weg, Lena,--" Und dl» sie keinen Finger rührte, griff er nach ihrem Handgelenk und zog sie zu sich herab. „Id, konnte nid)t ander». Die erste Dosis hat nid)t lange gewirkt. Aber vor Ihnen wenigstens nwdjtc ich mich recht- fertigen. Es ist sonst nicht mehr zu ertragen." „Rehmen Sie Urlaub." Sie kniete jetzt vor ihm und legte die Stirn gegen das Kissen, in welchem er den Ellenbogen gestützt hielt. Seine Hände ftridjen über ihr Haar, daß sie die flähne zusammenbeißen mußte, um nicht hinauszu- I meinen. „Es tut so wohl, daß Sie Mitleid mit mir I noch alles gut abgegangen. Meine Frau ahnt nicht das Ueringfte. Ich hätte Sie gern mit dem Dissen verschont, aber es darf kein zweites Mal passieren. Um unser beider willen nicht, Lena." Die Hände über das Gesicht gedeckt, taumelte sie gegen die Wand. Er strich behutsam ihren Arm herab. Als draußen die Klingel schellte, wollte sie zur Tür. Aber er hielt sie zurück. „Die können mal ein bißchen warten —Er griff nach einem Fläschchen und zählte fünfzehn Tropfen auf ein halbes Stückchen Zucker. „Nehmen Sie das jetzt brav! — Mir zuliebe, Lena! Ja? — Sie dürfen nicht schlapp werden! Sie iD.ifen doch, wie dringend ich Sie brauche!" Und als er Tränen über ihr blasses Gesicht rinnen sah, tröstete er: „Was haben Sie schon getan? — Einmal ein Pulver verwechselt. Das ist Ihre ganze Unterlaß sungssünde in fünf Jahren. — Und niemand weiß darum. Rur wir beide! — Wir wissen doch sonst auch alles voneinander, nid)t Unfähig, eine Antwort zu geben, taumelte sie aus bem Raum. Verein Dänischer Lohomotivfflhrer Ortsgruppe Gießen. Xachruf. Wir erfüllen hiermit die traurige. Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben des Kollegen Herrn Wilhelm Weppler Lokomotivführer i. R geziemend in Kenntnis zu setzen. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Der Vorstand. Die Trauerfeier findet Donnerstag, 16. d. M.. 15 Uhr in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt msm Grube hatte die Annonce, welche Lena wegen eines Chauffeurs aujgegeben hatte, sehr gut gesunden. Sdjon am nächsten Morgen lief eine Anzahl Briefe mit Chisfreanjchrift ein. Er hatte seine Assistentin zwar gebeten, die Auswahl allein zu treffen, aber da er gerade eine Viertel, stunde Zeit hatte, interessierte es ihn, wer sich alles meldete. Es war eben der fünfte Brief, den er öffnete, al» ihn dessen charakteristische Schriftzeichen stutzen machten. Diese Handschrift kannte er doch Mit einem Federmesser schlitzte er die Hülle auf. Euer Hochwohlgeboren! Bezugnehmend auf Ihre Annonce gestatte ich mir, mich um die Stelle des Ehaufseurs bei Ihnen ,ju bewerben. Führerschein und Zeugnisabschriften liegen bei. Ich bitte Euer Hochwohlgeboren mir, wenn es irgend möglich ist, die Stelle zu übertragen. Ich bin Hauptmann a. D. unb spreche vier Sprachen perfekt. Seit brei Monaten stehe ich in einem Miet- autogeschäft als Fahrer im Dienst. Da ber Posten aber nur aushilfsweise besetzt würbe, befinde ich mich wieder vor dem Nichts. Falls Sie Referenzen wünschen, bitte ich bei Herrn Dr. Felir Grude sowie Herrn Dr. Rolf Wellenberg Nachfrage zu halten. Die beiden Herren wissen über meine Person unb meine Verhältnisse Bescheid.^ Seien Sie versichert, daß ich bestrebt fein werde, durch Nüchternheit unb Zuverlässigkeit mir Ihre Zufriebenheit zu erringen. In allen vorkommenden Reparaturen unb sorgfältiger Behanblung eines Wagens bin ich erfahren. Mit nochmaliger Bitte um Berücksichtigung zeichne ich als Euer Hochwohlgeboren ergebenster Dick Montrey. Wien, Salzgasse 24 IV. 11. Deutscher Metallarbeiterbund, Ortsgruppe Hirzenhain. Deutscher Gewerkschastsbund, Ortsgruppe Altenstadt. Fußballklub des Reichsbanner» Hirzenhain. 14. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold Ortsgruppe Nidda. 15. Eiserne Front Ortsgruppe Nidda. Gießen Steinstrafte 68. den 14. November 1933. '■972 0 Rudolph Gutermuth 6981 \ Groben-Linden, den 15 November 1933. Die Angestellten und Arbeiter der Firma Krause