Nr. 268 Drittes Statt Mittwoch, 15. November 1933 Gießener Anzeiger tGeneral-Anzeiger für Gberhefsen) Lunge deuffche Nation. Oer Aufbau der Hitlerjugend * OLD in der Hitler-Jugend |Hitier-Jugend| MM.Gau aanfflB Madeischdtt Junqenschair leckere tarn R€?jchs-Jugend-Führunq Stamm «warn-» Fähnlein W N N Wandertag. Von Georg von der Vring. Oder sie tun es, indem sie vorerst ein bißchen nachgrübeln: Sie haben etwa ihre schlau verschlagenen Pläne, den künftigen Schwierigkeiten des Lebens auf jene pfiffige 2lrt beizukommen, von der sich der keck zu Eulenspiegeleien Aufgelegte etwas erwartet, wenn er als Bäcker nicht so viel Brot, sondern lieber mehr Kuchen in den Ofen schieben will — oder sie denken sich Sicherungen gegen die bösen Zufälle aus, wenn sie wie der kluge Rechenkünstler ihren Schornsteinfegerverdienst in Häuserkäufen anlegen würden — und sie gestehen wohl auch einmal hilflos verschämt wie der lang aufgeschossene Sinnierer dort, daß sie für ihre Mutter werkeln möchten. Und zum Schluß haben sie alle irgend etwas gesagt. Bunt und blank wie Seifenblasen funkeln die Wunschträume. Immerhin aber, im Hintergrund schimmert kommendes Schicksal! Denn eins haben alle jene herzhaften Aeußerun- gen gemeinsam: Ihre Hoffnungen bleiben fest und Die deutsch- Jugendfront Die nationalen Jugendverbände sind nunmehr in der Hitler-Ju- giend zusammengefaßt. Es gibt noch vier große Gruppen: Deutsches Jungvolk und Jungmädel; Organisationen, in denen die Kinder bis 14 Jahre erfaßt sind. Für die ältere Jugend ist beiden Jung-en die Hitler-Jugend und bei den Mädchen der Bund Deutscher Mädel über ganz Deutschland verbreitet. Die Untergliederung ist bei Jungen und Mädchen bis zum Oberbann bezw. bis zum Ob-ergau die gleiche. Erst bei den unteren Organ.'.a- ionen ist Hitlerjugend und Jung- n[f getrennt. zeigen. „Setz dich hm, aber gib acht! Marsch! Die Sexta jetzt sich in Bewegung. Die Sonne steht breit “in der Chaussee Ein wertloser verbeulter Mond wird noch auf Wiesen entdeckt Barkhausen hat ein Kaninchenpelzmäntelchen an, und Ulferts trägt eine gewaltige Uhrkette Es ist kalt Die Spitze marschiert zu rasch. Hinten wird Schimpfen laut. Ich gehe nach vorn und gebe Befehl: Langsamer! Später wiederholt sich dasselbe. Unterbann % W -M Gefdaenschäft Kameradschaft tee9« Mddel-iiing Madel-.Gruppe WW M Lateinische Arbeit. Einen Augenblick lang huschte ein Schatten über Brunos Gesicht. Lateinische Arbeit. Das war auch so ein Mittel, das die Pauker sich erdacht hatten im Kampf gegen die Jungen. Wenn alles nicht mehr klappen wollte, wenn jedes Mittel versagte, Den Freiheitsgeist der Jungen zu unterdrücken, dann hieß es: wir schreiben morgen eine lateinische Arbeit Und wie weggewischt war dann mit einem Schlage die Stimmung, und wie ein Bote drohenden Unheils hing das Wort Arbeit über ihren Häuptern. Aber ihn sollten " ‘ ihnen schon FUOberqebiet® 83 K B BI 6 H3Gebiet® B ffl 81 H HJOberbann B-a ö-ra® sie nicht klein kriegen würde es Das erstere befolgte Bruno Dar natürlich nicht in Frage. Während er sich den Am chein gab, als nehme er regen Anteil am Unterricht, kritzelten seine Hände auf ein Stück Papier einige Worte. Dann knitterte er das Papierstuck zusammen, ballte es in Den Fingern zu einer kleinen Kugel und als der Pauker gerade em neues Wort an die Tafel schrieb und der Klasse den Rücken kehrte, da flog diese winzige Papierkugel in hohem Bogen über die Köpfe der Klasse hinweg zur rechten hinteren Bankreihe Dort saß Gerd Anzengruber Gerd,war Brunos besonderer Freund. Schon daher, datz_ sie m derselben Straße wohnten, nur wenige schritte von einander qelrennt. Dann hatte ®erb an Ostern den Anschluß verpaßt und war in Brunos Klasse ge= Nun hatten sie ein besonderes freundschaittiches Verhältnis das sie miteinander verband, -sajon bald hatten sie die Führung in der Klasse und gaben den Ton an. . . Schon mehrere von der Klasse gehörten zu ihrem Bund. Ein Bund waren sie eigentlich nicht, ©ie hatten keine geschriebenen oder ungeschne enen Gesetze. Sie waren zusammengekommen wie man so zusammenkommt, und allmählich hatte sich dann eine Vorherrschaft von Bruno herausgebildet, weil er der Stärkste war und die andern auch mitzu- reihen verstand. Ihm gehorchten sie. Er war ihr Führer, das heißt ihr Häuptling, denn sie bildeten den mächtigen Stamm Der Urpötos-Jndianer ote bekriegten die Bleichgesichter, die mit den grünen Hemden, die sich Pfadfinder nannten. Wo sie sich begegneten außerhalb der Schule, Da gab es eine Keilerei. Während der Schulstunden merkte man wenig davon, im Gegenteil, da waren sie emig, Hatto, Jungens! Was wollt ihr denn mal werden .,.?! Von Harry Schreck. Plötzlich steht Die blanke herzhafte Frage im Klassenraum. Sie ist eigentlich ganz einfach. Aber sie hat es in sich. Man ahnt gar nicht gleich, was alles dahinter steckt. Denn sie will nicht wißen, von wann bis wann S?arl Der Große gelebt hat, ober wo man die Stadt Rio auf der Landkarte zu suchen hätte. Und sie fordert weder Auskunft Darüber, wieso Unpaarzeher etwas anderes sind als Paarzeher, noch geht sie drauf aus, sich erzählen zu lassen, wo mau ein Komma zu setzen und wo man es nicht zu setzen hat. Ja, und sie erkundigt sich nicht einmal danach, was dabei herauskommt, wenn die zwei lediglich für den Rechenunterricht erfundenen Radfahrer sich mit verschiedenen Geschwindigkeiten entgegenstrampeln, um sich nach so und so viel Meilen zu treffen. „Hallo, Jungens", fragt sie, „was wollt ihr denn einmal werden?!" Und eben das und nichts weiter fragt sie heiter und jungenhaft, wie Lehrer heutzutage eben meist selber jungenhaft und heiter sind, in eine junge und stumme Rasselbande von Elfjährigen hinein, die stupsnasig und sommersprossig, helläugig und wuschelkopfig auf ihrem Gebänk hockt. Hm, also ja: wgs man wohl spater mal jo werden will? Als ob man das heute schon genau wissen und sagen könnte! Denn nicht wahr, bis dahin dauert es doch noch ein bißchen? Aber immerhin: der ober jener weiß es doch schon ganz gut. Na ja, denkt er, dies und das mag sich ja wohl noch ändern, nichtsdestotrotz; ungefähr kennt man sich schon aus! Und schon reißt sich ein schmaler, flinkwendig gewachsener Blonder aus den Mittelreihen heraus, um mal den Anderen ringsum zu zeigen, was eine Harke ist: atemlos und blitzend vor lauter Leben flammt seine entschlossene Stimme die Meinung in Den Raum, daß es etwas ganz wunderbar Herrliches sei, ein Schiffer zu werden — ein Schiffer, der immer lustig sei, jawohl, und nicht etwa drei Tage danach, wenn es mal ordentlich losgeht, zu seufzen und knurren anfinge, daß er eigentlich lieber kein Seemann hätte werden sollen. Kurzum also, ein Schiffer, mit dem bas Richtigkeit hat! Em beifälliges Gemurmel rollt sanft burch ben Klassen- ra'nnb während es noch gar nicht verebbt ist, blinzelt ein listiger und verschmitzter Braunkopf herüber, um nun seinerseits zu äußern, baß er es nut ber Tischlerei halten möchte — mit einer Art von Tischlerei, versteht sich natürlich, bei ber man gehörig schnitzen und sägen kann, unb bei ber man Schränke baut, die etwas aushalten, unb bei ber übrigens nicht so holterdipolter kassiert werben Dürfe, daß man noch womöglich Rechnungen verliert, mit Denen einem Der Meister zu Den KunDen schickt. Mit einem Wort: ein Tischler, Der seine Sache kennt! Jawohl, so ist Das; unD so sollte Das Leben aus- febeu. Man muß bloß so auf es losgehen wie Die beiDen do eben! Aber, ach was: was Die können, wird man doch auch noch können. Und schon, geht es wie ein Ruck durch die Pultreihen weiter. Einer nach Dem andern tritt an, um auch etwas mitzuteilen. Einer nach dem andern träumt in Die Zukunft hinein. Manche tun es sehr ruhig wie jener still unb bedachtsam Umherforschende mit Den biegsam geschickten Fingern, Der schon jetzt schlosiensch bastelt unD aewiß ein neues MoDell zu erfmDen Denkt — manche behaglich unD leise vergnügt, wie jener rund- bätfige Weltkenner, Der Kellner roerDen will, weil inan'Da Doch erst mittags aufzustehen braucht unD immer ©elD in Der Tasche hat — manche mit fröhlich DröhnenDem Lärm wie jener Strubbeihaarige, Dessen Herz bereits alle Vorteile eines Fleischer-Daseins ausgekunDschastet hat, bei Dem man Doch hoffentlich so viel essen Darf, wie man bloß kann besteht aus vier Gefolgschaften, Deren jebe roieber Drei Scharen besitzt. JeDe Schar hat Drei Kamerab- ^Die Kameradschaft ist also Die kleinste Einheit. Der KameraDschaftsführer hat in feiner Ka- meraDschast 9 bis 15 Jungen. Er ist also jeberzeit in Fühlung mit feinen Kameraden unD soll einen jeDen einzelnen unD seine Verhältnisse kennen. Er hat Die Aufgabe, Dem neu hinzukommenden Hitler- jungen Die ©runDgeDanten des Nationalsozialismus klarzulegen, er hat auch Dafür zu sorgen, baß seine Kameradschaft eine festgeschlossene Gemeinschaft bildet Die Schar soll durch Fahrten und dergleichen die einzelnen Jungen der einzelnen Kameradschaften einander näher bringen. Sie besteht aus etwa fünfzig Jungen einschließlich des Scharführers. Durch Teilnahme an sportlichen Wettkämpfen aller Art sorgt Der Scharführer für Die körperliche Ertüchtigung Der ihm anvertrauten JugenDgenossen. Sie Gefolgschaft wirD in Den Ferien größere Lager veranstalten. Lager, Die Sehnsucht jeDes Deutschen Jungen. Lager, Das heißt vergessen all Dessen, was im Alltag einen nieDerDrürft unD nicht -roh roerDen läßt, Lager, Das heißt, unD sei es nur für Die wenigen Tage, Die solch ein Lager mitunter Die HitlerjugenD, heute bereits Die größte unD allein Daseinsberechtigte Deutsche Jugenborga- nisation, hat, von Dem Volkskanzler, Dessen Namen sie trägt, abgesehen, ihren obersten Führer in Dem ReichsjugenDführer, BalDur von S ch i rach. Der ReichsjugenDführung unterstehen unmittelbar fünf Obergebiete. JeDes'Obergebiet glieDert sich in fünf Gebiete, unb jeDes Gebiet zerfällt in fünf Ober- banne. Der Oberbann zerfällt in fünf Banne, unD Der Bann in fünf Unterbanne Der Unterbann Bruno und ferne Horde. von Heinrich Hübner. Die folgenbe Schilderung ist ein Vorabdruck aus Dem zu Weihnachten erscheinenden Buche „Bruno unD seine Horde" von Heinrich H ü b n e r. „Bruno!" Der Schüler fuhr hoch. „Wiederhole Den Satz!" . Bruno Rottmer nahm Das Buch in beide Hande und legte Die Stirn in Falten. Das tat er immer, wenn ihm etwas nicht paßte. Wie sollte er Den *• Satz wiederholen können, wenn er nicht achtgegeben hatte. Und er hatte wahrhaftig keine Zeit gehabt, auf Den langweiligen Unterricht zu achten. Er hatte an Wichtigeres zu Denken: an Kampf und Sieg, und er hatte Schlachtpläne zu entwerfen für Diesen Nachmittag. , Du hast roieDer einmal geschlafen. Bleib stehen. WieDerhole Du Den Satz: Gottschalk!" Als ob man im Stehen keine Schlachtenpläne zu entroerfen vermöchte! Der Lehrer beachtete ihn Den nächsten Teil Der Stunde nicht weiter. So hatte man wenigstens Zeit, über das nachzudenken, was einen interessierte. Sonst haben diese Pauker nämlich immer die Angewohnheit, einen immer gerade Dann aufzurufen, wenn man mitten im schönsten Träumen ist. Heute Mittag roürDen sie hinaus- ziehen in Das Bergwerk. Dort würDen sie spielen, würden sich vorstellen, sie seien im Jndianerterri- torium,/ und dieses verlassene Territorium sei die Wand Des Geheim isses unD Das Tal, in Dem Das Bergwerk lag sei Das Tal Des ToDes. Sie würden Dorf im Kreise sitzen, um Das Feuer geschart, und junge Krieger, Die noch keinen Namen hatten, würden ihre Mutprobe zu bestehen Hoden. UnD es würde Kampf geben, Kämpfe, wilde, blutige Schlachten und Old Shatterhand würde am Marterpfahl ftä'en und die Comantschen würden ihn befreien unb Winnetou würde kommen und die Hunde der Comantschen würden in ihre Wigwams sich verkriechen und würden erbeben vor Furcht bet Dem Klang Des Namens Winnetou Des Großen. „Rottmer!" % BUiaemäit,Ooff”n"n Sagen sogar beim Sieben. Na. warte, die Quittung wirst Du morgen «rntcn bei Der lateinischen Arbeit Dauert, frei fein von allen Sorgen Des täglichen Lebens, Lager, Das heißt Erholung, Das heißt Ausspannung. Aber Das heißt auch Dienst Lager heißt auch: roerDe Dir bewußt. Daß Du Das ©lieD einer Volksgemeinschaft bist, in Die Du hineingeboren oist. Die für Dich sorgt unD Die Dich beschützt. Die für Deinen Lebensunterhalt sorgt, Der gegenüber Du aber , auch Verpflichtungen hast. Die Gefolgschaft hat bis zu 150 Jungen. Selbstverständlich find Das nicht Die I einzigen Aufgaben Des ©esolgschaftsführers, Lager Guten Appetit! (Foto: Kröll.) und ich hatte Den ersten Dreien meinen HanDftock vor Die Brust. Darauf wirD gesungen, aber nicht be- sonDers gut. EnDlich wirD Die Räauberabteilung losgeschickt. Albers ist Unteroffizier, -es soll ein Versteck am Waldrand gesucht werden. Die Zuruckbleibenden werfen inzwischen Schleuderball. Müller blutet an Der Hand, er leckt sie ab. RuDols OhmstaDe knnn nicht jchleuDern, und sie nennen ihn: Gummi. „Gummi ist zu schlapp. Dnnen ißt schon jetzt sein Butterbrot auf. Ein alter Mann geht vorbei und ermuntert die Schleuderballwerfer. ■ . Es beginnt Die Verfolgung Der Räuber. Gefreiter Linde führt Die Spitze. Hob die ist Verbindungsmann. Haselstöcke sind schön, die Nüsse leider schon fort, rote Beeren nicht eßbar. Die Spitze gibt Zeichen mit den Mutzen. Man schleicht am Wall entlang in den Wald und über Das knisternde ©enaöel Des WalDboDens weiter. Ein Pfiff! Schwenkung nach rechts! Duden ist verlorengegangen, wird aber roiebergefunben. Es beginnt .Der Angriff über einen Graben gegen Die Räuber. Octjen hat eine Schlinge. Die Räuber roerDen sämtlich überwältigt. Sie hatten (eiDer Drei Mann verloren, sonst hatte cs leicht anDers kommen können. Albers besch mpft Die Drei. Man pfeift in den Wald, unD sie kommen zurück. LinDe trinkt Kaffee aus einer Flasche. AnDre gehen ins „Waldschlößchen". Dort kostet ein ©las „Wohl heute mittag, was?" „WirD sich finden." Bruno hatte zunächst wie entgeistert dagsssessen. Dann hatte ihn Die Wut gepackt. Kein Zweifel, Der roürDe nun Die Pfadfinder benachrichtigen. Die waren also gewarnt. Der ganze Plan war in Frage gestellt. Man mußte handeln, man mußte schnell handeln. Ein Plan durchzuckte sein Hirn plötzlich. Hei, das war ein Gedanke. Wenn Das klappte! Ja, es mußte klappen. Es war eigentlich gar nicht auszuDenken, warum Dieser Plan nicht klappen sollte, nein, es ging. Junge, Junge, mürbe bas eine Sache werben! Dann bürste aber niemanb sich an diesem Nachmittag blicken lassen, bevor Die Pfadfinder abgerückt waren. Als es schellte, gingen Kurt unD GerD auf schnellstem Weg ins Freie. Sie jähen einanDer nicht an. Sie beide wußten, daß es im Hof wahrscheinlich zu einer Keilerei kommen würde. Einige hatten den Vorgang während der Stunde beobachtet. Bald wußte die ganze Klasse davon. Zur allgemeinen Ueberraschung jedoch gab es keine Seilerei. , Bruno war schnell zu Gerd getreten. „Komm!" „Ich--" „Laß das, ich habe mit Dir zu reden." Bald stand die ganze Horde um Bruno versammelt. Der redete leise mit ihnen. Zuerst waren die Mienen ernst, dann heiterten sie sich plötzlich auf, und bann brach ber ganze Haufen in ein unbändiges Gelächter aus. Um die alte Linde im Schulhof standen in derselben Pause die Pfadfinder. Kurt sagte bas, was er aus jenem Zettel erfahren. Darauf einigte man sich, bie Dinge an sich herankommen zu lassen. Sie mürben um 15 Uhr jedenfalls im Stein druck) Jein. Sie freuten sich auf die bevorstehende Seilerei. So kam es, daß beide Parteien sich mit Machenden Mienen zum Unterricht in bie nächste Stunde begaben Es lag etwas in Der Luft. Aeußerlich waren sie freunDschaftlich zueinander währenD Der restlichen StunDen Des Vormittags. Der Vorfall mit Der Papierkugel wurde nicht mehr erwähnt. , , Heute mittag roürDe Diese Sache behandelt werden. Keiner sprach es aus, aber jeDer fühlte es. Es lag etwas in Der Luft.., wo Dungmadei Gruppe W 'S 3uÄ'j8hdr Dungmädeischaft Denn Da hatten sie gegen einen gemeinsamen FeinD I zu kämpfen: gegen Das Atter, Das sie. Die Jugend, | nicht verstand, nicht verstehen wollte oder konnte. Gegen die langweiligen Pauker, die sie zur Langeweile und Unaufmerksamkeit geradezu heraus- forderten. Neben Gerd Anzengruber jaß Kurt Eberhard. Die beiden führten auch während der Stunden, wenn der Pauker sie aus Den Augen ließ. Diesen Kampf weiter. Bruno hatte nun, als er Die Papierkugel warf, GerD zugewinkt, Daß diese Botschaft für ihn bestimmt sei. Nun wollte es Der Zufall, daß auch Kurt geraDe nach Bruno sehen mußte in Diesem Augenblick, Daß auch er diesen Blick auffing Dann sah er die Papierkugel durch die Luft fliegen, mit einem Satz war er hoch unb hatte die Kugel hi ber Hanb. Durch bas Aufspringen war bie Aufmerkiamkeit bes Lehrers erregt worden „Was ist denn los, Eberhard?" Die Stimme klang ziemlich scharf. Aber Kurt hatte sich bereits wieder in ber Gewalt. „Darf ich mal austreten, Herr Stubienrat?' „Ja Aber beshalb kannst Du Doch sitzen bleiben, bis ich Dich aufrufe." An ber Tür blickte Kurt noch einmal herum ©ah auf ©erb. Ein Triumph lag in seinem Blick. Draußen glättete er ben Zettel. Dann entzifferte er bie mit Bleistift flüchtig hingekritzelten Buchstaben mit einiger Mühe. „Achtung! Die Pfadfinder treffen sich heute mittag im Steinbruch. Wir sinb bereits um 14 Uhr bort." Kurt Eberharb pfiff leise burch die Zähne. Das war ja interessant. Das war ja sehr interessant. Das war ja geradezu großartig. Man würbe sie überfallen wollen. Gut, baß sie gewarnt waren. Sie mürben sich barauf einrichten. • Noch eine zeitlang wartete er, Dann kehrte er in Die Klasse zurück und setzte sich stumm an seinen Platz. Der Lehrer hatte nichts gemerkt. „Gib Den Zettel her!" Einen Augenblick lang zögerte Kurt. Dann gab er ihm Den Zettel hin. Der las. WarD über unD über rot. „Das ist gemein von Dir." „FinDe ich auch." „Brauchst gar nicht zu spotten. Wirst Das balD I bereuen." zu veranstalten. Es würde in Diesem Zusammenhang zu weit führen. Darauf einzugehen. Der Unter bann hat 600 Jungen. Von Zeit zu Zeit ist es nötig, Die Jungen zu einer größeren Einheit zusammenzuholen, um ihnen Die Ueberzeu- gung ihrer Stärke beizubringen unD au festigen, um Die Geschlossenheit Der nationalsozialistischen JugenD ihnen zu zeigen, eine Geschlossenheit, Die nur Dank Der mitreißenden JDee Des Führers möglich war unD ist. „ Der Bannführer hat im allgemeinen mehr verwaltungsmäßig zu arbeiten. Er hat Deshalb feinen Stab. Die Bannführung ist im übrigen im allgemeinen nach Dem Vorbild Des Oberbau nes zusammengesetzt. Der Stab Des Oberbannführers setzt sich zusammen aus Dem (Stabsleiter unb je einem Abteilungsleiter für Personalsragen, für Vermattung, Kasse, Presse, Propaganda, Schulung, Statistik, Reitsport unb anbere Sportarten. In dem Stab bes Oberbannführers sitzt ferner Der Ober- jungbannsührer als Referent über Jungoolkfragen Der Stab Des Gebiets- unb Obergebietsführers ist in seiner Zusammensetzung Dem Des Oberbannes ähnlich. Hier kommen leDiglich ent- sprechenb ben besonberen Aufgaben noch Fachreferenten für besonbere Gebiete hinzu. wacker auf Dem ErDboDen. Keine versteigt sich ins Blaue ober ins Nebelhafte. Nicht umsonst nämlich sinb jene Windbeuteligen unb Wuschelköpfigen, jene Sommersprossigen unb Vorwitzigen nicht bloß so Jungens überhaupt, son- bern Jungens aus biefer Zeit. Jungens aus Dem Arbeiterviertel einer Großstadt, wo man nur zu genau weih, Daß Das fahle Gespenst Des unfreiwilligen Feierns noch immer umgeht, unD Daß sich Daher nichts Schätzenswerteres, Herrlicheres unD Notwen- bigeres wunschträumen läßt als bie Gelegenheit, an einen Platz zu kommen, auf Dem man sich so ober so zurechtfänbe, sich so ober so auszeichnete unb sich so ober so als brauchbarer Mitmensch bewährt. Es sinb somit tapfere Träume, bie sie sich erfin- ben. Unb bennoch Träume, bie helläugig lachenb geträumt werben. Helläugig lachenb! Sanft verschmitzt! Unb sehr, sehr jung . .! । Ein Klassenraum kann mit seinen Jungens zufrie- I den sein. Nun, unb bas ist er wohl auch! ■ Waller zwei Pfennige, eine Brause 20 Pfennige. Man spielt Fußball auf der Straße. Strube tritt ein „lor". Jemanden ist der Schuh entzweigeganaen. Janssen wirft den ^chleuderball durchs Ziel. „Gummi" kann heute schon etwas besser werfen. Kropke tut zwei Würfe hintereinander, und also ist das Spiel ungültig. Die Heimkehr. Am Birkenweg weht der Wind in der Sonne. Roentgen wirft sich ins Gras, voll Leidenschaft sucht er in einer trockenen Vertiefung — nach Fischen. Albers erstürmt einen Busch und schreit dabei: Das war ein Experiment! Auf einer Bank am Wege stellt sich Oetjen schlafend, springt dann auf und telephoniert durch ein Eisenrohr, das als Steggeländer dient. Betten erzählt von seinem Gespann, mit dem er heimfahren will »köpfe springt über den Graben und prüft, zurückkommend, die Festigkeit eines morschen Steges. Alsdann werden zwei Schafe verspottet. Plötzlich hat sich eine Lerche über den Marschweg erhoben und singt. Der kleine Imhoff ist Daraus» gelaufen, aus Anast, den Zug nicht mehr zu erreichen. denn er ist ein „Auswärtiger". Hobbie ist wie ein wildes Pferd. Steine fliegen ins Wasser. Es plantscht. Doch da sind die roten Dächer, der Bahndamm, die Stadt. Auf Wiedersehen? Schön war's. J Aehnlich wie die belgische Bahn durch deutsches Gebiet, so führen zwei deutsche Straßen durch bei» aisch-s Gebiet. Der Verkehr an dieser verzwickten Grenze ist durch eine Unzahl von Sonder de- ft i m m u n g e n geregelt, die 3ufamnicn nicht weniger als hundert große Druckseiten füllen. Da all diese Bestimmungen sehr dehnbar sind und non den belgisch'N Bewohnern g^nau so geschickt ausgclegt werden wie von den deutschen liches, denn ähnliche Schmuggeldörfer gibt es an allen Grenzen: aber hier tritt nun der groteske Fall em, daß der deutsche Zoll die Anfuhr des Schmuggel- gutes über eine deutsche Straße erlauben, daß er leben Zentner Kaffee, jedes Taufend Zigaretten, das später von den belgischen Bauernhausern nach Deutschland wandern soll, erst mit einer offi - } i e 11 c n Du rchfuhrbescheinigung über eine deutsche Straße noch Lichtenbusch hereinbringen lassen muß. Es gäbe noch viel von diesem eigenartigen Dorf zu erzählen, von den Bauern, die ihre Felder auf beiden Seiten der Grenze bewirtschaften müssen, von den zahllosen Feld- und Waldwegen, die über die Grenze führen und nur teilweise versperrt werden dürfen und vielen ähnlichen Dingen mehr. Doch wenn man alle Einzelheiten dieser Grenze beschreiben wollte, dann müßte man schon ein Buch und nicht einen kurzen Aufsatz schreiben. Seit dem Vertrag von Versailles Hot Deutschland viele seltsame Grenzen. Man braucht nur an die ungeklärten Verhältnisse an der Saar zu denken oder an Oberschlesien oder auch an die unmögliche und unhaltbare Grenzziehung des polnischen Korridors. Die eigenartigste Grenze aber ist die neu» belgische Grenze vor den abgetretenen Städten (Eupen und Malmedi). Die neue deutsch belgische Grenze ist nicht lang. Sie zieht sich vom südlichsten Punkt Hollands bis zum Nordzipfel des kleinen luxemburgischen Dreiecks nur knapp hundert Kilo meter lang durch die Berge der Eifel. Aber so kurz die neubelgische Grenze ist, so verworren ist sie auch, zumal in ihrer nördlichen, dem abgetretenen Eupen vorgelagerten Hälfte Vor dem Kriege führte die Grenze vom Dreiländerpunkt, dem Punkt, an dem Deutschland, Holland und Belgien Zusammenstößen, in südlicher Richtung in zwei nach Belgien hinein vorstoßenden Halbkreisen um Eupen und Malmedy herum. 1918 wurden die beiden alten Grenzstädte belgisch und die neue Grenze wurde vom Dreiländerpunkt aus in einem Viertelkreis von nur wenigen Kilometern Durchmesser unmittelbar nach Osten um den Stadtkern von Aachen herumgeführt, und bann mit einigen grotesken Haken und Winkeln nach Deutschland hinein ... Verfolgen Sie nun bitte vom Drelländerpunkt aus die neubelgische Grenze. Sie sehen, wie sie sich in einer (Entfernung von nur wenig mehr als fünf Kilometer um den Stadtkern von Aachen legt und sich dann an die große deutsche Landstraße Monschau—Kalterherberg anschmiegt. Dabei zerschneidet sie das Dorf Lichtenbusch in zwei Hälften. Alle Häuser des Dorfes auf der östlichen Seite der Straße find, ebenso wie die Straße selbst, deutsch: die Hauser auf der westlichen Straßenseite aber sind belgisch. Schon dieses, an sich noch harmlose Kuriosum dieser Grenzziehung, hat allerlei seltsame Dinge im Gefolge, du man auf Grund des nüchternen .Kartenbildes niemals vermuten würde. Die Häuser auf der belgischen Seite' des Dorfes liegen nämlich zum größten Teile alle unmittelbar an der deutschen Straße, sind also mit Karren, Wagen und Geräten nur über die deutsche Straße zu erreichen. Natürlich wurde den belgisch gewordenen Bewohnern dieser Häuser und Gehöfte im Versailler Vertrag die Benutzung der deutschen Straße vorbehalten und zwar — wie es ausdrücklich im Grenzvertraa heißt — ohne „erschwerende Paß und Zollformalitäten". Das heißt also, daß die in der östlichen Hälfte von Lichtenbusch ansässigen Belgier alles, was sie von Belgien an Ware beziehen ober nach Belgien liefern wollen mit ausbrücklicher Erlaubnis bes beutfdjen Zolls über die deutsche Straße transportieren dürfen. Wenn man sich daran erinnert, daß seit Kriegsende ein schwunghafter, groß» organisierter Schmuggelhandel alle erdenklichen Waren von Belgien nach Deutschland verschiebt, bann gewinnt biese Grenzverkehrsbestimmung erst ihre rechte Bedeutung. Die östliche, belgische Hälfte von Lichtenbusch hat sich nämlich zu einem wahrhaften Schmugglernest entwickelt. Es gibt in ganz Lichtenbusch kein neubelgisches Bauernhaus, das nicht mit bunten Tafeln übersät wäre, die für alle erdenklichen Schmuggelartikel Reklame machen. Kaffee, Tabak, Zigarren, Zigaretten, Wolle, Seide, Butter, (Eier, Gummiartikel, Schokolade, Kakao, Tee, Mehl und Zucker sind in den durch die neue Grenze urplötzlich in kleine Warenhäuser verwandelten belgischen Gehöften und Grenzbuden zu kaufen. Der Absatz ist groß, zu Tausenden kommen die westdeutschen Schmuggler nach Lichtenbusch, um im Schutze der Nacht in wohlgesicherten Kolonnen die billige bei gische Ware nach Deutschland hinein zu schleppen. Ja, ganze Autos werden voll Schmuggelgut gepackt und brechen dann, gesichert uni) gepanzert, von einem der belgischen fflehöfte über die deutsche Chaussee in wenigen Minuten nach Aachen durch. Das wäre nun an sich noch nichts Außergewähn- Das halbierte Dorf Lichtenbusch ßm Schmuggler-Paradies an der neubelgischen Grenze Äon Martin Oey. Wenn man die Grenze von Lichtenbusch aus weiter verfolgt, dann kommt man nach ein paar Kilo» Metern an jene Stelle, wo die von Aachen ausgehende Eifelbahn in einer kleinen Schleife in das jetzt neu- belgische Gebiet vor^tößt. Born Grenzübertritt ab ist die Bahn belgisch, «ie berührt Raeren und wendet sich bann wieber der Grenze zu, überquert sie unb schlängelt sich bann in mancherlei Kehren unb Wendungen auf deutschem Boden durch die (Eifelberge, um erst dreißig Kilometer weiter bei Kalterherberg endgültig in neubelgischem-Gebiet unterzutauchen. Obwohl die Bahn also durch Deutschland führt und dabei die belgische Grenze nur noch an einigen Stellen auf ein paar Kilometer berührt, ist sie seit 1918 belgisch Der Bahnkörper ist also belgisches Hoheitsgebiet mitten im deutschen Hinterland durch Grenzsteine vom umgebenden deutschen Boden abgetrennt. Selbstverständlich sind auch die Bahnhö',e dieser eigenartigen belgischen Bahn belgisch. So kommt es, daß die rein deutschen Orte Roetgen, Lammersdorf, Eonzen, Monschau unb Kalterherberg belgische Bahnhöfe haben * mit — natürlich — belgischem Personal unb belgischen Wartesälen, in benen an jedermann belgische Ware verkauft wirb. Damit die Geschäfte der ja nach Aachen führenden Bahn nicht allzu sehr unter ber Konkurrenz ber neu eingerichteten beutfdjen Autobuslinien leiden, ist ber Verkehr auf der Bahn so geregelt, baß man von den beutfdjen Orten aus vom belgischen Bahnhof mit ber belgischen Bahn über ben belgischen Ort Roetgen ohne jede Paß- unb Zollkontrolle nach Aachen fahren kann. (Es ist unmöglich, alle bie U n - Zuträglichkeiten aufzuzählen, die mit dieser Regelung notgedrungen Zusammenhängen. Nur eines darf nicht vergessen werden, wenn man von dieser Bahn spricht. Die nächste Station nach dem heute noch deutschen Kalterherberg ist (Elfenborn, in dessen Nähe der ehemalige große beutfdje Truppenübungsplatz liegt, der jetzt von belgischem Militär benutzt wird. Um den jetzt belgischen Truppenübungsplatz Eisenborn von (Eupen aus erreichen zu können, haben die Belgier von (Eupen aus eine Anschlußbahn nach Raeren an die Eifelbahn herangebaut. Seit dem Tag, da die Ansdjlußbahn fertiggestellt ist, kann man fast täglich die belgischen Militärzüge mit Kanonen und allem was dazu gehört, durch die deutschen Dörfer nach (Elfenborn fahren sehen. Fünfzehn Jahre nach Friedensschluß belgische Truopen- transporte durch deutsches Land, das ist wohl dos merkwürdigste Kapitel dieser aus „strategischen Gründen" geschaffenen Grenze! Schmugglern, so ist es fein Wunder, daß die Grenze zu einem wahren Paradies für alle die Leute wurde, die aus Grenzvergehen ein Geschäft zu machen wissen. Und wenn die Statistik nachweist, daß sich 50 Prozent aller -chmuggeldelikte der großzügig organisierten westdeutschen Schmuggel- banden auf die kurze neubelgische Grenze vor den Toren von Aachen konzentrieren, dann beweist das mehr als deutlich, welchen Schaden diele Grenz- .Ziehung leit anbenbalb Jahrzehnten der deutschem Volkswirtschaft zufügt. Wirtschaft. Zrankfurier Börse. rNittagsdärse: Reuten fest, Aktien vernachlässigt. Frankfurt a. M., 14. Non Die freundlichen Kommentare der Auslandspresse zum deutschen Wahlergebnis, in denen eine Verhandlungsbere^t schäft erkennbar ist, verliehen der heutigen Börse eine freundliche Grundtendenz, die sich jedoch in der Hauptsache am Markte der Staatsrenten ausdrückte. Hier standen bei (Eröffnung Altbesitz wieder im Mittelpunkt der Publikums- und Spekulationsnachfrage. Bei lebhafter Umsatztätigkeit eröffneten sie um 0,75 v H. fester und zogen rasch um weitere 0,50 v H. auf 83,75 v. H. an. Neubesitz I waren etwas mitgezogen und um 5 Pf. höher, dagegen blieben späte Schuldbuchforderungen vernachlässigt und mit 89,75 v. H. kaum behauptet. Reichs- bahn-VA. gewannen 0,40 v. H., während 6 v. H. Stahloerein 0,25 v. H verloren. Der Aktienmarkt lag mangels besonderer Anregungen und auf Grund des Orbermangels sehr still und im Anschluß an die Abendbörse vielfach weiter leicht gedrückt. Besonders matt lagen Reichsbankanteile mit —1,25 v. H., Accumulatoren mit —1,50 v. H. und Mannesmann mit —1 v H. Harpener konnten sich dagegen nach dem Rückgang von gestern abend um 1,25 o. H. erholen IG. Farben eröffneten mit 112,25 um 0,13 o. H. hoher, das gestrige Slncjebot hat offenbar nachgelassen. Elektro- unb Schiffahrtsaktien bröckelten meist ab. Am Kunstseidenmarkt waren Aku unb Bemberg um je 0,75 v. H. befestigt. 3m Ber laufe standen Renten weiter im Vordergründe. Altbesitz stiegen bei allerdings kleiner werdendem Umsatz bis auf 84,75 v. H. und schlossen mit 84,25 o. H. Neubesitz zogen ebenfalls an, 13,30 bis 13,60 v. H, späte Schuldbücher galten etwa 90 d. H. Die Geschäftsstille am Aktienmarkt hielt bei uneinheitlicher Tendenz zwar an, es überwogen jedoch leichte Erholungen von 0,25 bis 0,50 v. H. Reichsbank waren mit 154,25 v. H. gut erholt, IG Farben bis 112,75, bann 112,50, Harpener 76,25 bis 77, Stahlverein 29 bis 29,50, Phönix 34,50 dis 35, Betula 111 bis 111,50. Recht matt tarnen u. a. noch zur Notiz: Siemens 125,50 (— 2 v. H.), Holzmann 53 bis 52,50 (— 2,25 v. H ), Conti Gummi 126,75 (— 1,25 v. H ), Lahmeyer zirka 103 (—1,50 v. H.) und AEG. 15,90 (—1 v. H.i. Am Kafsamarkt zogen Motoren Darmstadt auf 36,75 (4- 1,75 v. H ), Bad. Maschinen auf 120 (+ 2 v. H ), Schofferhof auf 145 (+ 1,50 v. H.) an unb von Banken lagen Commerzbank mit 39,25 0,75 v. H. unb Frankfurter Hypothekenbank mit 67 um 1 v. H. fester. 3m Freiverkehr büßten Frankfurter Handelsbank auf geringes Angebot 2 v. H ein (Kurs 10 v. H ). Arn Pfanbbriefrnarkt bestand kleine Nachfrage, besonders ßiquibationspfanbbriefe waren vielfach um 1 v. H. fester. Kommunal-Obligationen unb Stabtanleihen zogen gleichfalls 0,50 bis 1 v. H. an, 6 v. H. Dollaranleihe der Stabt Frankfurt von 26 aber gestrichen Brief, Taxe zirka 62 (zuletzt 64 v. H ). Länberanleihen lagen meist bis zu 1 v. H. fester, von Reichsanleib-n 19?7er > 1 v H. (91). Dekosma I weiter feft (81 nach 79,75 v. H ). Steuergutscheine von 1934 V 0,40 v. Sy, von 1936 und 1937 je + 0,13 v. Sy, bie übrigen unverändert Durchschnittskurs ber Gruppe I 87,80 nach 87,65 | v. Sy Industrie-Obligationen lagen uneinheitlich bei Abweichungen bis zu 1 v. Sy Bon fremben Werten gingen Ungarn unb M"xikan>'r leicht zurück. lagesgelb war 4um Medio etwas gesucht und wurde um 0,50 auf 3,50 o. H. erhöht. Abendbörse: Renten fest, Aktien sehr ruhig. An ber Abendbörse blieb der Markt der staats reuten bevorzugt und fest, auch die Umsätze waren relativ lebhaft. Altbesitz eröffnete mit 84,50 o. Sy um 0,25 v H gebessert und meg bann auf 84,65 o. H Neubesitz hatte mit 13,70 ( 10 Bf ) ebenfalls größere Umlage zu verzeich- nen. Ferner waren Dekosama 1 gesucht und mit f.efter- Städte Altbesitz lagen mit 74,50 bis 75 d. Sy im Freiverkehr ebenfalls fest veranlagt. Späte «chulbbücher blieben vernach- lassigt unb bei 90 v. Sy unverändert Rinfrermarft in (Hießen. Auf dem gestrigen Rinber-Nutzoiehrnarkt in (Bie- Ken standen 559 Stück Großvieh, 144 Fresser unb 148 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe ober hochtragende Kühe 1. Qual. 280 bis 380 Mark 2. Qual. 180 bis 220, 3. Qual. 120 bis 150 Mark, Schlachtkühe a) 100 bis 240, b) 40 bis 100 Mark, Rinder, einhalb- bis dreivierteljährig, 50 bis 100 Mark, dreioiertel- bis zweijährig 70 bis 140 Mark, tragend 150 bis 280 Mark, Kalber bas Pfd Le bendgewicht 18 bis 28 Pf Marktverlauf: Etwa» lebhafter. Mainzer Lchlachtviehmarkt. Mainz, 14. Noo. Auftrieb: 26 Ochsen, 11 Bullen, 541 Kühe ober Färsen, 300 Kalber. Ochsen al) 28 bis 30, b2) 22 bis 24. Bullen c) 22 bis 24 Kühe a) 23 bis 25, b) 18 bis 21, c) 12 bis 15 Färsen a) 28 bis 30. Kälber c) 26 bis 33, d) 22 bis 25 Schafe nicht notiert. Schweinemarkt fand gestern statt. Markkoerlauf: Großvieh schleppenb, Ueberftanb. Kälber ruhig, geräumt , Kölner Vuttcrmarkt. Köln, 14. Noo. Die Kölner Warenbörse setzte heute folgcnbe Preise feft: Deutsche Markenbutter 133 bis 136, 1 Molkercibutter 132, 2. 127. lGroß- cinfaufsprcife für 100 Pfund ab Versandstation einschließlich Faß in Mark.) Mannheimer (Hroß-BiestmarU. Mannheim, 14. Noo. Auftrieb: 159 Ochsen, 107 Bullen, 303 Kühe, 345 Färsen, 797 Kälber, 74 Schafe, 2095 Schweine, 117 Arbeitspferde, 75 Schlachtpferbe. Es kosteten: Ochsen, vollslestchige, ousgemästcle, höchsten Schlachtwerts, jüngere 28 bis 31, ältere 22 bis 25, sonstige vollfleischige 24 bis 27. Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachlwerts 26 bis 29, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 23 bis 25, fleischige 21 bis 23; Kühe: jüngere, voll fleischige, höchsten Schlachtwerts 22 bis 26, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 18 bis 22, fleischige 14 bis 1\ gering genährte 10 bis 13; Färsen: vollst., ausgerüstete, höchsten Schlachtwerts, 30 bis 32, vollfleischige 26 bis 28, fleischige 23 bis 25. Kalber: beste Mast- und Saugkälber 40 bis 42, mittlere Mast- und Saugkälber 34 bis 38, geringere Saug kälber 28 bis 32, geringe 20 bis 25. Schafe. Beste 3d>afc 22 bis 25. Schweine: Vollfleischige, 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 51 bis 53, 200 bis 240 Pfund 50 bis 53, 160 bis 200 Pfund 48 bis 52 Mk. 'Arbeitspferde 300 bis 900, Schlachtpserde 25 bis 115 Mark per Stück. Marktverlaus: Großvieh ruhig, kleiner Ueberftanb. Kälber ruhig, geräumt. Schweine ruhig, kleiner Ueberftanb. Pferde ruhig. Äet deutsche Außenhandel im Oktober. Bon September zu Oktober sind Ein- unb Ausfuhr um annähernd ben gleichen Betrag gestiegen. Die (Einfuhr hat sich von 337 auf 3-17 Mill. Mk., d. h. um runb 3 v. Sy erhöht, während bte Ausfuhr von 432 auf 445 Mill. Mk, das sind ebenfalls 3 v. H„ ^genommen hat. Mengenmäßig ist die Umfatzsteigerung namentlich in der Einfuhr großer (Einfuhr 4,8 v. H., Ausfuhr + 3,6 v H ), da die Durchschnittswerte gesunken sind. 3n der Steigerung ber Einfuhr kommt der üblich? Saisonauftrieb von September zu Oktober V m Ausdruck. Jedoch bleibt di» Einfuhrzvckahmc hinter dem Durchschnitt der Vorjahre zurück. Zu- g.'nomnien hat lediglich bie Einfuhr von Lebensmitteln, unb zwar mengenmäßig um fast ein Viertel. unb bie Fertigwareneinfuhr (um 4 v H ). Die Rohstosfeinstchr bagegen, die von 1925 bis 1932 von September zu Oktober erhöht war, ist diesmal. wenn auch nur um runb 2 v. Sy, gefallen. Dies ist hauptsächlich bamit zu erklären, daß die Rohstoff» dezüae nach ben verhältnismäßig hohen Eindockungen Im Sommer weiter eingeschränkt wurden Auch in der Ausfuhr, an deren Zunahme alle Hauptgruppen beteiligt find, wurde bie burchschnitt» liche Steigerung ber Vorjahre biesmal nicht erreicht. Bon Juni bis Oktober ist die Ausfuhr in diesem Jahre um rund 23 v. Sy gestiegen, wahrend sie in der gleichen Borjohreszeit, z. T. allerdings infolge der damals starken Schrumpfung des Russengeschäfts, nur um 13 v. Sy zunahm. Die Handelsbilanz schließt im Oktober mit einem Ausfuhrüberschuß von 98 Mill. Mk., gegen 95 Mill. Mk chn Bormonat, ab. Wie im September ist der Ausfuhrüberschuß auch diesmal höher als im gleichen Borjahresmonat (84 Mill Mk). Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hmlei den Papieren angeführten Ziffern geben bu Hohe der zuletzt beid.ioifenen Dividende an — Retchsbankdtstont 4 o f) Lombardzinsfuß 5 o H tranfu Ul 41er. i i°bP.-8anM?iau.*Oülbp|e 6% ebem. 8% Pr L'ant-e.'vlanb- briesanklait. Psandk riese Si 19 90,4 91.25 - - 88 87.75 88 88 6% ebem. 7% Pr i'anbeepfanb- briefanftalt, Psandbriele 10 88 88 88 88 Sleuergulsch Scrreduiuuaiturt 87.65 87.8 87.65 87.8 4% Oesterreichtlche i>olbn-nte 14.5 14.5 14.6 14.7 4,90% Oesierretchlsche eiltcrrenle 0.75 0.75 0.75 0,75 4% Ungarische Goldrente 4 3.95 3.9 4.05 4% Ungarische 6taat«tente v 1910 3,75 3.75 3.75 3.65 4H% bWfll. von 1913 •X abgeft. öolbmeptaner von 09 3.7 5,75 3.7 5,75 3.7 3.6) 4% iürti|d;e gollanletbe von 1911 4.65 4,8 —» 4X Dürojche SagbaBbabn-atUelbe Serie I ................ - — tranf'ur o «ernt. <-(blu6- hir« ednuH . Abend- bdri ed» uR- eure 1-ü'IURt l'itita» bdrt Datum 13.11 14-11. 13.11. 14-11 4% betffll. eene II 5 — 1.9 — 5°o mumän. Dcrctnb Ne nie v. 1903 _ 3,1 4^ '., 'himun.Derctnb.:’tentcb.i913 5.75 3,75 3,8 5.9 4% «uinchtt,che vereinb. Mente 2 ‘Änatolter 2.8 2,75 2.8 2,75 22.9 23.13 ? .8 cantbuifl.flntenta.’batei 0 9,4 9,25 9,5 9.13 ^ambuifpSubam. SumvffdnM 0 21.5 20.13 Hansa-Ian,osschtss flordoeuftcher t'lonb 0 0 i0.65 9.9 14.65 10.65 12.9 10 8l.Q> für yrrtehrlmelen Ast. 0 46,5 46 16 95 15 ?5 berliner Handel-'getelllchast 4 80.5 80,5 81 80 5 Uornmerj. und chri,-at-Bant 0 38.5 39.25 39 39.25 Deutsche Bant unb Lwconlo» ^eseNschast............... ttejbner Bant.............. Reich» bank ............. 0 0 10.5 SO.5 40.5 50.5 40,5 50.5 40.5 50.5 18 >54 155.5 153.65 155 VLÖ.»................. 0 16,9 15,9 16,4 16 Betula..................... 0 111.5 111,5 111.4 1125 (Eiehr. Lltterung-aeleMchast Licht und Kraft # 6 6 80 75 94 93.5 81.25 94 78 93.25 gellen 8 Guilleaume 0 40 39.75 40 39 5 ÄeleUsch.s.Detn Untentebaiung t> 73.75 71.75 72.75 72 «betnUdx Elektriittai ....... 5 — 79.75 80.5 79.75 ctbutfen 8tfo............ 6 84.5 83,5 84 84 Sternen« Ä Hütete.......... 7 127.25 ,25.5 127 125.25 LabtnetxrLLo............. 10 104.5 105.5 103.5 Buderus .............. 0 64,25 64 64.5 64,5 lentsche CrbiM .............. 4 90.75 89 90 89.4 GelsenNrchener.............. 0 43.75 43.25 43.5 43.65 Harvenei ............... 0 75 77 76.4 77 dc-elch i^len—Aötn-Sieucft« . - 0 — — 51,5 52 Als, Bergbau ........... alle lörrgbau 'Benttile........ • 129.25 — 130.5 127 • 95.75 — 96.25 95.5 ^'ctfnetRetfe ............ 0 50 50 43.75 49,25 Ciamitimann.Rfbtra ........ 0 50.13 49,25 50 49 Itrannur a. Jl schlug» für» e®iuüt. Abenb- b#ri- ^chlutt- ur# lav.bt ....... 0 »2 41 41.65 41 iNu'g, unierte ......... 0 47.25 46,75 47 J6 K5 eietaUgeiellschast....... 0 55 55,5 54.75 55.13 'hlrtltpo 4?ctjinunn 0 54.75 52,5 54 53.5 ftementweri Heidelberg lemeiinpeif ftad>labt 0 80 79 0 83.25 83 - Schulcheu taicnbvret 0 — 86.25 85.5 ütu (ÄUge meine Runitktbe) .. 0 2-5 30 28 5 30.25 Bemberg 0 39,5 40 39.25 39.25 SeUfuff Salbbol..... 0 11.75 31,5 32 31.25 Heüficlf Aschassenburg 0 21 21 21 21 lellauer <>□’ ...... 1 — — 104 104.75 Daimler 'Motoren...... 0 26.75 26.75 27 26.75 Deutsche Linoleum..... 0 39.75 38.5 39.25 38.5 Crenftttn S Sopoel .... 0 —- -* 26 25.75 Leon bord Die» .... ...... 0 14.5 14.5 14.5 14.65 Ibabe............... ;o •• 134.13 134.75 133.5 Rctu tnulaiorrii^Tabcfl .. 0 157 155.5 157.5 155 lonti-eummt ...... 0 128-25 126.75 126.25 125.65 Srrnner............. 0 15.65 14.75 15.9 iRai-.bafuoede HSchü a 4 63 62-75 — Lubbeurtcher Zacher ... • 163,5 163 165 162,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a kN 13.November 14 Covernder chmtvch. No- «run.» Um" 6t souernn Hellings»» 5.039 5 951 5 954 5.9s» fciten ... 48.05 43.15 48,05 M 15 ■£rei ... 12.42 12.44 12,41 12.43 SO1 Id .... i 04? 3.253 1.047 3.053 •.'i'Uanl ... 163.18 169.52 169.18 169.52 Ctlo 67.53 67.67 67.»< 67.12 R joenbagen 1 94 60.06 6C.09 60.21 ^tedbolm 69.33 69.47 69 43 69 57 l'onbon . . 13.43 13.47 13 46 13.v) Buenos Ätrre 11.963 0,957 U.9A. 0.967 Neunori.. 2.617 2.623 2.5'7 2.593 ."rüiiet..... 58.54 58 66 58.16 58.53 .Italien..... 22.07 22 11 22.09 22 13 ..... 16.40 16.44 16.40 16.44 Schweiz ... 81.17 61.33 81.12 81 -27