ä >(♦. Me Rr.189 Krübaussave 185. Jahrgang Dienstag, 15. August 1955 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Dnid und Verlag: vrühl'fche Universttäls-Vuch- und Steinörudcrei H Lange in Stehen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7. Annaymr von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorjchrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh Lange. Bcrantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i. D. TH.Kümmel sämtlich in Gießen Lrfchetnl tügltch, autze, Sonntags und Feiertag» Betlagen: Die Illustrierte (Biebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vejugspretr: Mi, 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . , 80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. sfernfprechanschlitste unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- rid)ten: Anzeiger Lietzen, poftscheckkonto: $ranffurt am Main 11686. ORonOnoieu. Wie ein Triumphator ist Jtalo B a l b o nach seinem ruhmreichen Flug,in Rom eingeholt wor- den. Das römische Imperium hat schon viele Triumphzüge gesehen, vielen Feldherren und Staatsmännern zugejubelt, aber Balbos Heimkehr nad) einer Leistung ohnegleichen ist nicht nur ein Triumphzug, sie ist eine denkwürdige Tat. Der Atlantische Ozean ist schon nach allen Richtungen überflogen worden, wie in den Annalen der Luftfahrt auch verzeichnet steht, daß wagemutige Flieger in wenigen Tagen den ganzen Erdball umkreisten. Im Oktober 1924 führte Hugo Eckener den „Zepoelin" nad) Neuyork, wobei er den Weg über die Azoren wählte, um für diese Leistung als Pfadfinder in die Geschichte der Luftfahrt einzu- gehen. Auch die Fahrt über Island und Grönland, über Labrador und Sianaba ist von dem Deutschen Wolfgang von Gronau vorgeflogen worden, um so den Weg zu bahnen für den kommenden Luftverkehr zwischen Europa und Nordamerika. Es bleibt aber der unvergängliche Ruhm Jtalo Balbos, daß er ein Geschwader von 23 Flugzeu a e n sicher und unbeirrt nach Neuyork und zurück führte, wobei er sorgfältig alle Erfahrungen aus- uutzte, die die atlantische Luftfahrt bisher gesammelt hatte. Aber auch diese Erfahrungen reichten nicht aus, denn es ist etwas anderes, sportgerecht über den Ozean zu fliegen, als mit einem Geschwader den Weg zu suchen. B a l b o hatte diesen Geschwaderflug in engen Grenzen schon einmal aus- probiert, als er mit einigen Flugzeugen nach Südamerika flog, um nach Feststellung der lufttechnischen Ergebnisse den Rückweg zu Schiff anzutreten. Ununterbrochen hat bann Balbo auj Grunb bicfcr Erfahrungen ben Geschwaberflug nach Neuyork vorbereitet, bcnn es galt nicht nur die geeigneten Maschinen zu bauen, es galt auch, eine Mannschaft heranzubilden, bie biefcr noch niemals 'gewagten Leistung in jeder Hinsicht gewachsen war. Beides ist B a (b o glänzend gelungen, ein Beweis dafür, baß er nicht nur ein Flugtechniker e r ft e n Ranges, sonbern auch ein wirklicher Luft- marschall ist. Der Duce hat Balbo nach seiner Heimkehr verdientermaßen mit dieser Würde bekleidet, die damit zum ersten Mal an einen Wegbahner des Luftverkehrs vergeben worden ist. Balbo hat den Beweis erbracht, daß nid)t nur einzelne Flugzeuge, daß vielmehr dicht aufgeschlossene Geschwader den Weg über den Ozean finden können, um in absehbarer Zeit noch größere Entfernungen und nod; größere Schwierigkeiten zu überwinden. Damit rückt der Luftverkehr entscheidend in den Bor- dergrund, was insofern für Deutschland bedeutsam ist, daß es nicht mehr länger aus der Reihe der Völker ausgeschlossen werden darf, die sich der Eroberung der Luft widmen. Je stärker und unaufhaltsamer sich bie Technik des Flugwesens entwickelt, desto weniger wahrscheinlich ist es, daß dieses überragende Berkehrsmittel noch länger für militärische Zwecke Verwendung sinden kann und darf. Aber das setzt voraus, daß das Flugwesen allen Völkern freigegeben wird, denn es ist klar, baß nur der eifrige Wettbewerb bie Entwicklung der Luftfahrt beschleunigen kann. ' Der Geschwaberflug Balbos ist e i n e L e i st u n g für ben Frieden gewesen, aber auch ein Brückenschlag über bie Meere, so daß bie Völker sich künftig nicht nur verkehrstechnisch, sondern auch geistig und politisch näherkommen werden und näherkommen müssen. Sicher würde aud) das deutsche Flugwesen schon Leistungen dieser und ähnlicher Art vollbracht haben, wenn nicht die Bestimmungen des Versailler Diktats hindernd im Weg stünden. Das deutsche Volk grüßt in Jtalo Balbo nicht nur den wagemutigen P i - loten, sondern auch den Bahnbrecher für Freiheit des Flugwesens. Das deutsche Volk versteht auch aus eigenem Erleben heraus sehr gut und mit aufrichtiger Mitfreude den stolzen Jubel der Italiener, denn Deutschland hat vor 15 Jahren die ersten Flüge des Grafen Zeppelin mit dem gleichen Hochgefühl verfolgt Oer ganze Ehrgeiz des amerikanischen Generalstabes ist darauf abgestellt, die A r m e e d e r V e r - einigten Staaten z u motorisieren. Von der vollkommenen Motorisierung der Truppen versprechen sich die amerikanischen Heerführer ben sichersten Erfolg für jede kriegerische Auseinandersetzung, die die Zukunft vielleicht bieten könnte. Dabei ist nicht allein an die Luftfahrt gedacht, für die Amerika schon sehr zeitig besonders große Mittel aufgebracht har, um sie zu einer "schlagkräftigen Waffe zu entwickeln. Der Typ des Soldaten, der im Felde kämpft, ist nad) Ansicht des amerikanischen Generalstabs aud) für bie weitere Zeit noch sehr nutzbringend zu verwenden, wenn es nur gelingt, die'Truppenverbände aud) in ihrer Gesamtheit, nicht nur in einzelnen bevorzugten Abteilungen, mit allergrößter Beschleunigung für die jeweils geplante Kampfhandlung, oder für die notwendig werdende Abwehrakkion ein- zusetzcn. Ursprünglich hatte man Lastkraftwagen benutzt, um einzelne Formationen ohne Rücksicht auf bie Zufälligkeit von gerade vorhandenen Eisenbahnlinien schleunigst an ben Kampfort zu bringen. Dann ging man zur Verwendung von Großkampftanks über, die aber bei allen Vorzügen zwei Nachteile hatten: sie konnten nie in ausreichendem Maße Truppen unterbringen, und sie waren dazu nicht beweglich genug, um der schnellen Entwicklung von Kampfhandlungen zu folgen. Als Ziel schwebte den Waffentechnikern der Vereinigten Staaten ein Kamps wag e n vor, der so sicher wie ein Tank ist und uubei so schnell wie ein sehr guter Kraftwagen. Noch besser, wenn er bie Geschwindigkeit eines Flugzeuges vielleicht er- Oer neue Abschnitt in der Danziger Geschichte. Oie Neuorientierung der Beziehungen zu Polen. Von unserem ständigen ^.-Berichterstatter. (Bachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Danzig, 13. August. Jedem häufigen Besucher des polnischen Seehafens' G d i n g e n mußte es auffallen, daß der Ausbau der Hafenanlagen fortgesetzt wurde, ohne auf die für die polnische Ein» und Ausfuhr 'über See durchaus genügende Um» schlagssähigkeit des Danziger Hafens Rücksicht zu nehmen. Es mußte im Hafen von Gdingen so zu Umschtagszifsern kommen, die den überaus bedrohlichen Charakter dieses polnischen Verfahrens für Danzig klar und deutlich bewiesen. Cs seien nur einige Zahlen genannt. Am 18. Juli dieses 3ahrcs erreichte der Gesamt - Tagesumschlag in Gdingen die Rekordhöhe von 28 585 Tonnen Die seit Jahrhunderten über Danzig gehende Heringseinfuhr fiel im 3ahresumschlag von 10? 662 Tonnen im Jahre 1929 auf 49 930 Tonnen im Jahre 1932 und erreicht im ersten Halbjahr 1933 nur die geringe Menge von 13 857 Tonnen. 3m Kohlenumschlag überflügelte Gdingen den Danziger Hafen im ersten Halbjahr 1933 um fast 2 000 000 Tonnen. Aur 33 Prozent der polnischen Kohlenausfuhr über See gingen noch über Danzig, dagegen 76 Prozent über Gdingen. Dom Strande der Danziger Bucht aus, deren schöne Bäder jetzt oft von deutschen Landsleuten besucht werden, konnie jeder auch nicht in die ernste Lage Eingeweihte deutlich sehen, wie vor dem polnischen Hasen Gdingen reger Berkehr herrschte, dagegen es vor dem Danziger Hasen meist leer blieb. Um größere Gefahren abzuwenden, mußte gehandelt werden, und zwar ohne den in Danzig allzu gut bekannten schleppenden Apparat von Konferenzen, Sachverständigen usw. Unter Ber- mittlung des Bölkerbunds(ommifsars in Danzig ist es am 5. August zwischen Danzig und Polen zu vorläufigen Abmachungen gekommen, die der Präsident des Danziger Senats am 8. August im Dolksiage und damit vor der Oesfentlichkeit erläutert hat. Rach diesen Ausführungen wird die Danziger Bevölkerung im Vertrauen auf die nationalsozialistische Regierung abwarten müssen, wie sich Polen in der Praxis einstellen wird. Hoffnung ist vorhanden, allein es fehlt noch der Glaube. Denn Danzig hat selbst bei dem besten, auf Danziger Seile vorhandenen Willen zu viel Enttäuschungen auf diesem Gebiet erlebt. Es sei nur an das Danziger Entgegenkommen in der Frage des An- legerechts polnischer Kriegsschiffe im Danziger Hasen vom August v. 3. erinnert, das später auf Seite der Polen in keiner Weise erwidert, vielmehr völlig übersehen wurde. 'Nach den vorläufigen Abmachungen vom 5.August d. I. soll die polnische Regierung unver - züglid) alle notwendigenMaßnahmen ergreifen, um den Rückgang des seewärtigen Verkehrs über den Danziger H - s e n unter Berücksichtigung der Quantität und der Qualität zu verhindern. An der Zunahme dis Verkehrs im Danziger Hafen wird man also sehr Salb feststellen können, ob die polnische Regierung diesmal die Sache ernst nimmt. Ferner soll die polnische Regierung in Zukunft dem Hafen von Danzig „soweit es in ihrer Macht liegt", eine gleiche Betätigung an dem seewärtigen Verkehr (Einfuhr, Ausfuhr und Durchfuhr), unter Berücksichtigung der Quantität und Qualität sichern. Da cs bisher in der Macht der polnischen Regierung gelegen war, den Verkehr über Gdingen in jeder Weise zu steigern, darf mit Recht nicht daran gezweifelt- werden, daß diese Macht auch bei Danzig, dem sog. freien Zu gang Polens zum Meer, vorhanden sein muß. Die erwähnten Abmachungen find zunächst aus drei Monate befristet: außerdem ist in einem Schlußprotokoll festgelegt, daß jede der Parteien bis zum 15. September das Recht hat, das Verfahren wieder aufzunehmen, das in dem Beschluß des Döl- kerbundsrates vom 10. Mai 1932 in Aussicht genommen ist. In diesem Verfahren ist die Lage für Danzig nach den verschiedenen vorhandenen Gut- achten der Völkerbund- und Haager Instanzen günstig. Neben diesen Abmachungen rein wirtschaftlicher und darum materieller Art stehen die ideellen, für das Danziger Deutschtum besonders wichtigen Abmachungen über die Behandlung polnischer Staatsangehöriger und anderer Personen polnischer Herkunft ober Sprache auf dem Gebiet der Freien Stadt Danzig. Zu einer nationalsozialistischen Regierung darf und kann man dabei das Vertrauen haben, daß es hier klare Warnungsstriche gibt, über die auch nicht ein Zentimeter weit hinausgegangen werden kann. Dabei sei an die Schlußworte des politischen Testaments des Reichskanzlers Adolf Hitler, des Führers des Deutschen Volkes, in feinem Buch „Mein Kampf" erinnert. Die Worte lauten: „Vergeßt nie, daß das heiligste Recht auf dieser Welt das Recht auf Erde ist, die man s e l b st bebauen will, und das heilig st e Opfer das Blut, das man für diese Erde oergie ßt!" — Ein neuer Abschnitt der Danziger Geschichte kann mit den vorläufigen Abmachungen beginnen. Wieder einmal hat Danzig die Hand des Friedens ausgestreckt. Es fehlt nicht an Anzeichen, als ob Polen einschlagen will. Dazu gehört z. B. die Einladung von Danziger Hitlerjungen in ein polnisches Iugendlager nach Zakopane und die Einladung von Danziger Pressevertretern zum Besuch Polens. Zum Schluß will ich noch folgendes erwähnen, das beweist, wie die Wellen der Weltpolitik auch an den Danziger Strand schlagen. Der seither über acht Jahre in Danzig tätige russische Genera I- konsul soll abberufen worden sein. Heber feinen Ersatz hört man noch nichts: dagegen will nach Pressenachrichten Rußlandeinkonsulot in Gdingen e i n r i ch t e n. In dem Danziger Seebade Glettkau badete einige Tage eine Anzahl von Japanern. Ob sie nur der schöne Strand an das Ufer der Danziger Bucht gelockt hat?! Auf einem der vielen englischen Touristendampfer, d.e Danzig in den letzten Sommermonaten ausgesucht haben .befand sich nach Danziger Pressenachrichten auch ein s i a in e s i s ch e r K ö n i g s s o h n. In einer Unterredung, die ein Danziger Journalist mit diesem Prinzen hatte, erzählte der Prinz, daß er ein in Siam weit verbreitetes Buch über Friedrich den Großen geschrieben habe. Beim Lesen dieses Gesprächs fühlte ich mich an ein anderes Gespräch erinnert, bei dem es sich auch um Siam und Japan handelte. Ein in Bangkock 30 Jahre ansässiger, mir bekannter deutscher Kaufmann erzählte mir in Danzig, daß er ebenso wie die meisten Europäer gezwungen wäre, sein Geschäft in Bangkock auszu- geben, weil die Japaner ihn durch eine mit allen Mitteln arbeitende Konkurrenz wirtschaftlich erledigt hätten. Beruhiguna in Frankreich. Paris, 14. Aug. (WTB.) „Icmps* beschäs- tigt sich in seinem heutigen Leitartikel mit der politischen Lage in 'Nordosteuropa, insbesondere mit der Stellung Polens. In diesem Zusammenhang Ruhige Lage auf Kuba. Havanna, 14. Aug. (WTB.) Präsident Cespedes hat die Bildung seines Kabinetts beendet. Er hat das 3nnenministerium selbst übernommen. Abgesehen von einigen Fällen von Plünderungen und Brandstiftungen, die die Behörden veranlaßten, den Truppen zu befehlen, auf alle Ruhestörer zu schießen, die 20-ilhr-Polizeistunde einzuführen und das Waffentragen zu verbieten, ist die Lage wieder normal. Tausende von Streikenden haben die Arbeit wieder ausgenommen. Die Kaufläden werden wieder geöffnet. Herrera hat seine Familie nach Jamaica bringen lassen. Die Angehörigen M a ch a d o s sind auf der 3nsel Key West (Florida) eingetroffen. Ein weiterer amerikanischer Kreuzer nach Havanna. Washington, 14. Aug. (WTB.) Das Marine- । bepartement hat den Kreuzer „Richmond" I nach Havanna abgesandt. Das Marinedepartement i betont, daß bie amerikanischen Kriegsschiffe nur mit ber Einwilligung von Cespebes abgefanbt wor 1 ben sind. Carlos b e Cesvebes, der neue Präsident von Kuba. reid)te. In der Tat ist es ihnen nunmehr auch gelungen, einen derartigen Kampfwagen herustellen. Er ist fo konstruiert, daß er sowohl auf Rädern, wie auch auf Raupenketten laufen kann. Mit diesen Raupenketten vermag er eine Geschwindigkeit von hundert, mit den Rädern eine von 165 Kilometer zu erreichen. Aber weil das im Ernstfall immer noch nicht ausreichen könnte, ist ber Wagen von vornherein daraufhin konstruiert worden, daß er ohne weiteres und in Minutenschnelle von einem Flugzeug aufgenommVn werden kann, das ihn mit Höchstgewinbigküt zu dem Kampfort bringt, an dem gerade besonders Bedarf für Spezialwaffen ist. Der Kampfwagen if; durch besondere Panzerung gegen Beschuß gesichert: er selbst trägt nach den besonderen Anforderungen jede Art von Schnellfeuerwaffe, die im Handumdrehen aufmontiert werden kann. Wenn ein Flugzeug den Wagen befördert, fo ist es der Mannschaft durch besondere Vorrichtungen möglich, aus der Höhe Brand- oder Gasbomben zielsicher abzuwerfen. Mit dieser Kombination aller möglichen Waffen- und Transportarten, die bereits ausprobiert worden ist, glückte dem amerikanischen Generalstab eine Aufgabe, die bisher unlöslich erschien. Die zahlreichen Vorzüge des fliegenden Kampfwagens haben denn auch schon Veranlassung gegeben, dieses übermoderne Kampfmittel in so großer Zahl in Auftrag zu geben, daß es am laufenden Band hergestellt werden kann, wodurch sich wieder der Vorteil der Preisoerbilligung ergibt. Deutsche evangelische Kirche und Weltprvtestanttsmus Berlin, 14. Aug. (ERB.) Unter dem Vorsitz des Erzbischofs von York trat dieser Tage ein Kreis von führenden Persönlichkeiten der ökumenischen Bewegung in Paris zusammen. Die wichtigsten Zweige der alle christlichen Kirchen, mit Ausnahme der katholischen, umspannenden Einigungsbewegung waren vertreten. Als deutscher Vertreter nahm Reichswart D. Stange, Kassel, an den Verhandlungen teil. Er war von dem Bevollmächtigten des Reichskanzlers, Landesbischof Müller, beauftragt, das Interesse der deutschen Evangelischen Kirche an ber A r - beit b e 5 ökumenischen Rates zum Aus- bruck zu bringen. Der Bericht, ben D. Stange über bie neue kirchliche Lage in Deutschlanb erstattete, begegnete baher starkem Interesse. Die Aussprache gab Gelegenheit zur grünblichen Aufklärung von Mißoer st änbnissen u n b Falsch melbungen, wie sie auch heute in maß- gebenben kirchlichen Kreisen bes Auslanbes das Bild der deutschen Lage verfälschen. Mit besonderem Dank nahm man die im Auftrage des Bevollmächtigten des Kanzlers übermittelte Erklärung entlegen, daß auch die neue Deutsche Evangelische Kirche der ökonomischen Arbeit volles Verständnis entgegenbringt. Drmit ist von maßgebender Seite allen Gerüchten dir Spitze abaebrvchen, als ob die neue Deutsche Evangelische Kirche nicht auf eine enge Fühlungnahne mit den Kirchen des Auslandes Wert lege. Katholisches Treubekenntnis zum Staat. Eine Kundgebung des Kardinal- Erzbischofs Bertram. Berlin. 14 Aug. (CRD.) Der Breslauer Erzbischck Kardinal Bertram, unter dessen Leitung auf der letzten Fuldaer Bischofskonferenz der »eutsche Episkopat den bekannten Hirtenbrie erließ, der seine positive Einstellung zur neuen Staatsordnung bestätigte, >at in einer Schrift für die katholischen Theohgiestudenten die leitenden Gesichtspunkte geistlicher Kirchenpolitik noch einmal verdeutlicht. „3n der staatlichen Ql u t o r i t ä t", so betont der Kardinal, „sieht der Katholik eine Gottesgabe, deren Wert unabhängig ist vom Wechsel in der Person ihres Trägers. Daraus folgt mit Rotwendigkeit der G e h o r s a m gegen die staatliche Autorität als Gottes Wille. Als kostbare Gottesgabe wird ebenso alles das bezeichnet, was Gott Großes und Kraftvolles gegeben habe in Vaterland und Stainrnesart." „Wir schätzen diese Gottesgaben um so selbstbewußter", erklärt der Kardinal, „je törichter die Anwürfe sind, als fehle es uns am rechten nationalen (Sinn. Die Arbeit der katholi- schon Organisationen für Volkswohlsahrt in der Friedenszeit und die Statistik der Opfer in der Zeit des Weltkrieges gibt die rechte Antwort auf so überhebliches Gerede" Kardinal Bertram verwahrt sich entschieden gegenüber Vermutungen. als sei es der Kirche nicht recht ernst mit ihrem Eintreten für die neuerstandene staatliche Ordnung. Die Kirche trift ihr mitGo11es- vertrauen entgegen in dem freudigen Bewußtsein, daß gerade jetzt das treu kirchlich gesinntekatholischeVolkgroßeAus- gaben zu erfüllen habe. Verkauf oder Geschenk von NGOAp.- Abzeichen an Ausländer verboten. München, 14. Aug. ITU.) Der stellvertretende Führer R. Heß hat folgende Anordnung erlassen: „Hiermit wird das Verschenken oder der Verkauf von Abzeichen der Bewegung an Ausländer grundsätzlich untersagt. Das Recht, in besonderen Fällen Ausländern Abzeichen zu überreichen, steht lediglich der Reichsleitung oder den hierzu Beauftragten zu. R. Heß." 2 De- Aus aller Welt in verantwortlich für Politik: i. 93.: Ernst Blumschein Das Luftschiff „Graf Zeppelin" überflog der letzten Nacht auf seiner Heimfahrt Sevilla. Auflösung des Balbo Geschwaders. Ganz Ostpreußen von Arbeitslosen frei. Berlin, 15.Aug. (TU.) Der „Völkische mieden werden konnte. Die Besetzung ist ganz auf Kontrastwirkung gestellt: Lil Dagover, sehr zart und fast auf die jugendliche Rcnve hin spielend, neben Hans R e h m a n n, der als Boxer und englischer „Bobby" ausgiebig Gelegenheit hat, einen etwas ungeschickten, kraftstrotzenden Naturburschen, nicht ohne Humor übrigens, auf die Beine zu bringen. Dom Ensemble: Paul Bildt, Margarete Kupfer, Ernst Senesch, Heidemann und Steinke ck. — 2m Beiprogramm sieht man u. a. einen Kabarett-Film der Äafa und die neue Wochenschau. ..Graf Zeppelin" legt eine weitere Südamerikasahrt ein. Die günstige Entwicklung des Luftverkehrs zwischen Deutschland und Südamerika hat zu dem Entschluß geführt, jetzt eine in dem 2ahres- plan nicht vorgesehene Fahrt einzuschalten. Am 19. August wirb das Luftschiff „Gras Zeppelin" zu einer weiteren Südamerikafahrt starten. „Das Abenteuer der Thea CRolanb.* Aach dem Borspann hatte man den Eindruck, daß dieses „Abenteuer der Thea Roland" (Aafa- Film: seit gestern im Lichtspielhaus) eine kriminalistische Angelegenheit sei. Aber der Szenenausschnitt war irreführend: es handelt sich vielmehr um eine Licbesgesch.chte nicht ganz alltäglicher Art, um die Erlebnisse einer Bito- hauerin, die auf der Suche nach einem männlichen Modell an einen Boxer gerät. Infolge einer Fülle höchst sonderbarer Mißverständnisse und Verwicklungen findet sich die junge Frau alsbald im Mittelpunkt einer halb heiteren, halb rührenden Geschichte, wobei zuletzt ein Kinderwagen und ein rundliches Baby die Hauptrolle spielen. Der Regisseur Hermann K o st e r l i tz hat die Abwicklung der im Drehbuch (nach einem Roman von S- de C a l l i a s) festgelegten Begebenheiten ein wenig in die Länge gezogen. Am besten gelangen ihm einige ungetrübt heitere Episoden wie die Kinderszene am Anfang, wobei jeder Beigeschmack von Peinlichkeit zwanglos ver- Der wrhige Maler. Der große amerikanische Maler Whistler, seit dessen Tode jetzt drei Jahrzehnte vergangen sind, war bei Lebzeiten durch seine originelle Persönlichkeit noch berühmter als durch seine Werke. Durch sein exzen! risches Auftreten erregte er überall Aussehen und ebenso durch seine überaus witzigen Bemerkungen. Er zeigte sich stels in der gepflegtesten Toilette, m einer weihen Locke in seiner kunstvollen Frisur, oer er des Morgens ebenso lange Zeit widmete wie dem Binden der Krawatte, die ein Farbenwunder war. Seine Modelle brachte er dadurch zur Verzweiflung, daß er ihnen stundenlang nicht die geringste Bewegung gestattete. Carlyle, von dem er ein berühmtes Bildnis geschaffen hat, erklärte ihn für die „absurdeste Kreatur auf Gottes Erdboden". Während seines Aufenthaltes in London verkehrte er viel mit Oskar Wilde und übertraf diesen Meister des Epigramms oft an scharf pointierten Bemerkungen. Er behauptete nicht mit Tlnrecht, daß der Schriftsteller eine Menge der Apercus, durch die er berühmt wurde, von ihm bezogen habe. Eines Tages sitzen die beiden beieinander, und Whistler sagt ein gei -sprühendes Paradoxon. „Schade," meint Wilde traurig, „daß ich das nickt gesagt habe." Whistler sieht ihn scharf an und bemerkt trocken: „Trösten Sie sich. Sie werden es noch sagen." Whistler hielt den großen Künstler für einen Schöpfer, der der Ratur überlegen sei, und dieser Anschauung gab er öfters grotesken Ausdruck. Als ihn der Forschungsreifende Sooage Landor zu einem Spaziergang im Hyde-Park aufforderte, wo das Gras so schön grün sei, sah er ihn mitleidig an und sagte: „Gehen Sie alleinl Ich brauche kein Grünfutter." Eine Dame, die ihn mit den Worten begrüßte: „Heute früh sah ich eine herrliche Rebellandschaft, die mich an ihre Bilder erinnerte," blickte er sie spöttisch an und meinte dann in seiner langsamen pointierenden Sprechweise: „Ja ja, die Ratur macht sich; sie kommt mir so allmählich nach!" obachter" meldet aus Königsberg: Wie wir erfahren, sind die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in Ostpreußen nunmehr soweit fortgeschritten, daß im Laufe des Dienstag auch der letzte Arbeitslose Ostpreußens aus den Listen des Königsberger Arbeitsamtes verschwinden und seinen Arbeitsplatz zugewiesen erhalten wird. Damit wird also heute, wie angekündigt, die ganze ProvinzO st Preußen frei von Arbeitslosen. Roch in den letzten Tagen wurden alle Kräfte zusammengefaßt, um die Unterbringung der letzten Erwerbslosen zu ermöglichen. Die ostvreuhischeWirtschaft hat freudig das Ihrige dazu beigetragen, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Ganz Ostpreußen rüstet sich nun am Mittwoch, wenn die sieghaften Fahnen von allen Giebeln wehen, einen Festtag zu begehen, an dem nicht ein erwerbsfähiger Ostpreuhe „feiern" wird. MU Von Ob« -Tagesta spielhnus (Bahch *♦ Derlei d-r feil schäft (D Vom W fchen Lebens-Re mit Mut und E gesahr ausgesuh Rumänien stellt die Schu dzah'ung an das Ausland ein. Bukarest, 14. Aug. (TU.) In dem am Montagnachmittag abgehaltenen Ministerrat wurde beschlossen, die rumänischen Schuldenzahlungen an das Ausland, also die Zahlung der Auslandkupons, ab 15. August einzustellen. Dieser Beschluß wird Dienstag der Presse amtlich bekanntgegeb^r. wichtiges Geschäftsgeheimnis nicht verraten wollte, so daß also immer nur er selber Bescheid um seinen Most wußte. Ganz weitab und ausschließlich in nüchternes Sprachgebiet hinüber lenkt eine andere Deutung des alten Dolksworles, nach dem sich das Wort Barthel nicht auf einen Menschen namens Bartholomäus, sondern vielmehr einfach darauf beziehen soll, daß „Barthel" ursprünglich dem internationalen Verbrecheridiom, dem Rotwelsch der Diebe und Einbrecher, entstammt. In dieser aus allen erdenk.ichen Zungen zusammrngebrau- ten Sprache soll nämlich die Bezeichnung „Barthel" so viel wie ein Einbruchswerkzeug, also wohl ein Brecheisen, bedeuten, und das Wort „Most" soviel wie Geld. Diesem Sinne nach hieße somit das Sprüchlein, daß das Brecheisen wohl wisse, wo es Geld finde. Aber an diese Deutung läßt sich dennoch schwer glauben. Um so weniger, als die deutsche Volkssage ja noch ein paar Barthel kennt, die wußten, wo sie ihren Most holten. Wunderlicherweise hat der Barthel, von dem die folgende Geschichte berichtet, auch wieder In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts gelebt. Rur der Schauplatz ist diesmal ein anderer. In Küstrin wer es und zur Zeit, als Markgraf Johann, Hans von Küstrin genannt, der zweite Sohn des Kurfürsten Joachim von Brandenburg sein Land ebenso sparsam wie musterhaft verwaltete. Und in feiner Sparsamkeit auch stets die billigsten und dementsprechend wenig verführerische Wein! trank. Da hatte denn eines Tages sein Geheimer Rat, der Herr Barthel von Mandelsloh, ein graßes Gastmahl gegeben und dazu natürlich feiren hohen Herrn eingeladen und ihm zu Ehren eiten süßen Wein in die Gläser füllen lassen, der cklen wie Feuer durch die Adern floß. Jeder war entzückt von dem feurigen Tropfen, nur dem Vark- grasen, der die nicht glänzenden Geldverhälmisse seines Geheimrats wohl kennen mochte, kan das Ding nicht geheuer vor, weshalb er dem gefragt haben soll, woher Barthel den „süßenMost" habe. Da gestand der Geheimrat, daß den Wein zum Geschenk erhalten hätte. Gin französischer Diplomat, der beim Markgraser vorgelassen werden wollte, habe ihm das Fäßchen gespendet, damit er die Audienz vermittln solle. Aber es fei, weil der Markgraf den Franzosen durchaus nicht habe empfangen wollen, doch nichts daraus geworden. Den Wein habe er jedoch auch nicht mehr zurückgeben wollen, weil er gar so gut schmecke. Und siehe dal Der Mackgraf wurde nicht böfe, sondern lachte nur hellaul .,Run weiß ich also, wo mein Barthel seinen Most holte. Der soll mir nun doppelt munbenl" Montag früh sind die italienischen Ozeanflieger in ihre eigentliche „Heimat" DrbeteUo zurückgekehrt. Um 7 Uhr wurde der Apparat B a l - b o s gesichtet, und eine halbe Stunde später war das Geschwader gelandet. In der Nacht war König Viktor Emanuel im Sonderzug einaetroffen, und kurz nachdem die Besatzungen an Land gegangen waren, nahm er selbst die Parade ab. Anschließend begaben sich die Flieger in feierlichem D Sßeru löl 's g straf (raut ” gerunrfU fcenti stellt in timollers ? lotterten ,r beainte" «"Vunb »“lor SP11* raten sur E Jtönig 31 L'L s-* -» Ajaccio geboren z. D in Stettin um fast ein Drittel, in Greifswald von 7900 auf 1500, in Stargard von 6500 auf 1250. Cs ist selbstverständüa), bah die Arbei.sbeschaf- fung verbunden wurde mit einer Hilfe für die Arbeitslosenangehörigen der alten Garde. In Pommern haben alle Parteigenossen bis zur Mitglieds rummer 100 000, die in den Jahren des Kampfes infolge von politischer Schikane ihre Stellung verloren hatten, heute wieder Arbeit. Grenzmark Posen-Westpreußen. Berlin, 14. Aug. (WTB.) Als erstes Arbeitsamt des Landesarbeitsamtbezirks Brandenburg meldet das Arbeitsamt Schlochau (Grenzmark Posen-We st Preußen) die Einstellung des letzten Arbeitslosen. Im Laufe der letzten zwölf Tage wurden in diesem Ar- bcitsamtsbezirk 1300 Arbeitslose in den Wirtschaftsprozeß wieder eingegliedert. dem ersten Einbruch entkommen konnte, nachts erneut in das Juweliergeschäft eingedrungen und hat nicht nur die dem Arnold abgenommene Beute im Werte von 20 700 Mark gestohlen, sondern noch für weitere 20 000 Mark Schmucksachen geraubt. Von dem zweiten Einbrecher fehlt bisher jede Spur. Schweres Unwetter über Oftthüringen. Bei einem schweren Gewitter trat in Pößneck eine heftige, etwa eine Viertelstunde dauernde Windhose auf, die große Verwüstungen anrichtete. Im Park des alten Oppurger Schlosses wurden mehrere über 103 Jahre alte Bäume umgebrochen oder entwurzelt. Die umstürzenden Bäume zerschlugen die elektrische Leitung, so daß verschiedene Ortsteile ohne Beleuchtung waren. Am Ortseingang von Kolba wurden die mächtigen alten Kaiserllnden vom Sturm umgelegt und sperrten die Landstraße für längere Zeit. Bei Oppurg traf das Unwetter eine Schafherde. Mehrere Tiere wurden emporgewirbelt, verschiedene verletzt und ein Schaf getötet. Grauenhaster Raubmord eines Achtzehnjährigen. Unweit von Dresden sand ein Spaziergänger in einem Kartoffelfeld bei Klotzsche eine männliche Leiche. Es ergab sich, daß es sich um den kaufmännischen Angestellten Kurze aus Dresden handelte. Er hatte sich dieser Tage mit mehreren Freunden und Freundinnen in einem Lokal in Klotzsche aufgehalten und war dann mit dem 18jährigen Bäckerlehrling Karlheinz Graf aus Klotzsche ein Stück spazieren gegangen. Graf wurde von der Polizei vernommen und legte schließlich ein Geständnis ab. Er gab an, daß er von einer Baustelle einen schweren Schlüssel mitgenommen habe-, auf einem Kartoffelfeld forderte er Kurze auf, zu sehen, ob die Kartoffeln reif seien. Dabei schlug er ihn mit voller Wucht über den Kopf, so daß Kurze zusammenbrach. Er versetzte ihm später noch einiae Schläge und raubte ihm bann aus seiner Geldtasche 20 Mark. Graf wurde festgenommen. Abenteuer blinder Passagiere. Küstenwächter und Polizei an der englischen Südküste wurden benachrichtigt, daß von dem deutschen Dampfer „Rorbenham" zwei blinde Passagiere im Aermel-Kanal verschwunden sind. Die Beiden wurden bald darauf von dem britischen Dampfer „E. Rose" gesichtet und geborgen. In Rewhaven wurden sie an Land gesetzt. Einer soll Kanadier fein, der andere Brasilianer. Sie berichteten, daß sie sich an Bord eines deutschen Dampfers in Bremerhaven verborgen hatten, um womöglich Amerika zu erreichen. Sie seien aber auf der Höhe der Azoren entdeckt und auf den auf der Heimreise nach Deutschland befindlichen Dampfer „Rordenham" gebracht worden. Sie haben sich dort, als sich das Schiff zwischen Beachy Head und Dungeneh befand, ins Wasser hinabgelassen, sind die ganze Rächt umhergetrieben und wurden am andern morgen vom Wachtposten des britischen Schiffes entdeckt. Die letzte Erklärung des Wortes ist weniger heiter. Das Vorkommnis, auf das es sich bezieht, soll sich auch erst im Verlauf des dreißigjährigen Krieges begeben haben, also wohl mehr als ein Jahrhundert später. Eines Tages, so erzählt die Syge, sei ein bereits völlig ausgeplündertes Dorf in der Rheinpfalz von neuem von einer Schar beutegieriger Feinde Überfällen worden, die, Erschöpft und durstig, von den Bauern Wein oder Most verlangten. 2iun soll da ein Bauer namens Barthel gewesen sein, ter in einem Keller versteckt, wirklich noch ein Fäßchen Most gerettet, hat, es aber nicht zugeben wollte, bis ihn die/Feinde mit der vor geyalte:.en Pistole dazu zwangen. Als er nun das Fäßchen mit Zornes- tränen in den Augen aus dem Keller brachte, da soll es denn auch wieder geheißen haben: „Run weiß-man doch, wo Bgrthel seinen Most holteI" An alle diese alten Geschichten denkt der Dauer, der am Bartheltag sein letztes Grummet eirholt, weil das Gras nunmeyr „rückwärts wichst", seinen Hafer schneidet, damit er nicht „ip. die Knie finkt" und seine Aepfel und Dirnen syüttelt, weil St. Dartholomäus seinen Ehrentag besonders segnet, längst nicht mehr. Sie sind vergessen und haben ja auch mit dem Jünger Christi, dem der Tag geweiht ist, nicht das mindeste zu tun. Aber sie sind und bleiben altes deutsches Volksgut, und deshalb soll die Erinnerung wieder aufleben an den Darthel, der so gut wußte, wo er seinen Most holte. Ser Kampf gegen die Arbeitslosigkeit Guter Fortgang in Pommern. geht das Blatt auf das kürzlich zwischen Polen und der Freien Stadt Danzig abgeschlossene Abkommen ein. „Temps" gibt zu, daß die B e f ü r ch t u n- g e n, die gelegentlich der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Danzig über die Beziehungen Danzigs zu Polen geäußert worden seien, nichteingetroffen sind. Jin Gegenteil habe die n a t i o n a l s o z i a l i st, s ch e R e g i e- rung in Danzig in ganz kurzer Zeit jahrelange Streitigkeiten mit Polen m ü h e l o s geregelt und damit eine Lage geklärt, die in den letzten Jahren stets einen beunruhigenden Charakter gehabt habe. Bei der Regelung der Streitigkeiten seien von beiden Seiten Opfer gebracht worden. »Temps schließt seine Betrachtungen mit folgender Feststellung: Dieses Abkommen ist von aller» größterBedeutung. Alle zwischen Polen und Danzig seit Jahren schwebenden Schwierigkeiten sind geregelt. Diese Tatsache wird nicht verfehlen, zur Beruhigung im Nordosten Europas beizutragen „Das unheilvolle Problem." Englische Beklemmung wegen der deutschpolnischen Grenze. London, 13. Aug. (CAD.) 2n einem Aufsatz des „Obf erb er" führt Sisley Hudle- st o n aus, bei der europäischen älnruhe handele es sich tatsächlich um eine deuts ch -o l n 11 ch e Spannung. Frankreich gelte als einer der Kämpfer, aber in Wahrheit spiele es eher die Rolle eines mächtigen Sekundanten. Alles wogegen sich Deutschland wende - Verlust der Kolonien und der militärischen Gleichberechtigung und Zurücksetzung in wirtschaftlicher, finanzieller und politischer Deziehung —, lasse sich schnell in Ordnung bringen. Das unheilvolle P r o - b l e m sei die Frage der d e u t s ch - p o l n i s ch e n Grenze. Wenn England es mit ferner zur Schau getragenen Friedensliebe ernst meine, so müsse es sich bemühen, einen deutsch-polnischen mockus vivencki zu entdecken. Solange dieser nicht erreicht sei, werde Pie europäische Spannung anhalten. Die Geheimniskrämerei in Rußland. S t o ck h o l m, 14. Aug. (CNB.) Unter der lieber» fdjrift „Voller Aufruhr in Rußland. — Ukraine und die südlichen Teile Unruhezentren" berichtet „Aston blad et": ... . „Die sehr mystische Maßnahme gegenüber den ausländischen Zeitungskorrespondenten in Moskau, sich innerhalb des Weichbildes der Hauptstadt aufzuhalten, steht jetzt vor ihrer Aufklärung. Es herrscht voller Aufruhr in der Ukraine und den angrenzenden Teilen Südrußlands. Die Arbeiter und die Bauern gehen dgs Militär an, das s ch a r f s ch i e ß t. Alle Eisenbahnlinien sind von Militär besetzt worden, und Die Züge sind mit Soldaten überfüllt, welche in die bedrohten Gebiete befördert werden. Alle näheren Nachrichten fehlen im Moment noch. Aber man behauptet, großen Ereignissen gegenüberzustehen." nn russisches Dementi. Moskau, 14.August. (TU.) Von hiesiger amtlicher Seite werden die Meldungen über einen Aufstand in der Ukraine als frei erfunden bezeichnet. In der Ukraine herrsche Ruhe. Amerika w il te ne deutschen „E rgranten". Berlin, 14. Aug. (TA.) Das amerikanische Konsulat in Paris verlangt neuer» dings von Deutschen, die das Einreisevisum für die Vereinigten Staaten beantragen, den ftrif.cn Nachweis, daß sie ihren ständigen Wohnsitz in Deutschland haben. Eine Ausnahme von dieser Regel soll nur dann gemacht werden, w:nn der Antragsteller eine von einer deutschen Behörde ausgestellte Bescheinigung beibringt, daß er nicht politischer Flüchtling ist. Es ist bezeichnend, daß auch die Vereinigten Staaten sich bedanken, die deutschen „Emigranten" bei sich aufzunehmen. Stettin, 14. Aug. (TU.) In der pom- merschen A r b e i t s s ch l a ch t ist eine°neue Etappe erreicht. Soeben angestellte Zahlungen haben ergeben, daß die A r b e it s losig - kei t gegenüber dem Höchststand im Winter auf ein Drittel herabgedrückt worden ist. Geaen 150 000 Arbeitslose im Winter sind es im Augenblick nur noch rund 55 000 — und diese QaM ist weiter im Sinken! Das Tempo der Arbeitsbeschaffung hat sich gegenüber dem Monat Juli verdoppelt! Heute meldet der Kreis Schlawe, daß dort der letzte Arbeitslose wieder eingereiht worden ist. Damit ist der zwölfte pommersche Kreis völlig frei! Am 2. August berief der Gauleiter von Pommern, Staatsrat Karpenstein, die Landräte und Kreisleiter der Provinz zü einer Wirtschaftskonferenz nach Stettin. Aus Grund der dort von ihm ausgegebenen Richtlinien wurde als das nächste Ziel erklärt, innerhalb von zwei Wochen zunächst sechs Kreise frei zu machen. Erreicht ist das Doppelte! In zwölf Tagen mürben zwölf kreise frei! Darüber hinaus ist schon jetzt gesichert, baß in dieser Woche drei neue kreise alle ihre Erwerbslosen wieder in Arbeit und Brot bringen. Ferner gibt es schon jetzt im Gebiet von drei weiteren Kreisen nur noch in einzelnen Städten Arbeitslose, während das Land frei ist, und auch der Kreis Franzburg-Barth wird noch in dieser Woche frei, zunächst mit Ausnahme der Stadt Barth. Dem Arbeitsbeschaffungsplan nach sollte Rügen seine Erwerbslosen beim Bau des Rügendammes einsetzen. Auch hier sind die Erwartungen übertroffen worden. Rügen hat schon jetzt vor Beginn des Baues keine Arbeitslosen mehr. Der pommersche Wiederaufbau ist vor allem durch eins gekennzeichnet: Alle N e u e i n st e l l u n g e n erfolgen ausnahmslos zum vollen Tariflohn. Die dadurch entstehende echte Kaufkrafterhöhung wird auf alle Zweige der Wirtschaft befruchtend einwirken und die natürlichen Auftriebstendenzen, die sich bemerkbar machen, weiter fördern. Der bisherige Terraingewinn ist durch enges Zusammenwirken der privaten Initiative mit der öffentlichen Arbeitsbeschaffung erzielt worden. Man hat überall dafür Sorge getragen, daß ein Rückströmen der eben untergebrachten Erwerbslosen nicht erfolgen wird. Roch nicht befreit von bet Arbeitslosigkeit sind u. a. die kreisfreien Städte Stettin, Stargard, Stralsund und Kolberg. Aber auch dort ist eine erhebliche Senkung der Arbeiisl fenyffe«: erreicht. Kunst und Wiffenschast. Gedenkfeier für Schillings in der Städtischen Oper Berlin. In der Städtischen Oper in Berlin fand eine Gedächtnisfeier für deren verstorbenen Intendanten Professor Dr. Max von Schillings statt, an der außer der Witwe des Heimgegangenen und deren Tochter u. a. Reichswehrminister von Blomberg und Familie sowie Oberpräsident Kube teilnahmen. Außerdem hatten sich das ge- sainte künstlerische Personal der Oper, viele Akademiemitglieder sowie Oberbürgermeister S a h m eingefunden. Eingeleitet wurde die Feierstunde, in der nur Musik des verstorbenen großen Meisters erklang, mit dem Symphonischen Prolog zu Sophokles „König Oedipus", gespielt vom Orchester der Städtischen Oper unter der Stabführung von Professor Hans P f i tz n e r. Als Solisten wirkten mit Rosalind von Schirach und Gerhard H ü s ch. Wuchtig und ergreifend wirkte das von Ludwig SB ü ll n e r mit Orchesterbegleitung vorgetragene Melodram „Das Hexenlied" von Ernst von Wilde n d r u ch. Die schlickte Gedenkstunde fand ihren Abschluß mit dem Vorspiel zum dritten Auszug der Oper „Der Pfeifertag". „WoBarcheldrnMosihoit.. /' Von M. A v Lü gensorff Jeder kennt das alte deutsche Wort. Wenn einer mehr weih, als er zeigt und wissen lassen möchte und dazu gewandt und findig ist, wo es gilt, etwas zu erreichen, so heißt es: „2a, der Barthel weih, wo er den Most holt!" Wer aber der Barthel ist, wo und warum er seinen Most holt, darüber wissen wohl die Wenigsten Bescheid. Tlnd das ist denn auch nicht erstaunlich. Gibt es im alten deutschen Sagenlcben doch seltsamerweise nicht nur einen, sonvern mehrere Barthel, die allesamt wußten, wo sie ihren „Most holten", und von keinem von ihnen wissen wir, ob er der rechte war. Eine dieser Sagen führt nach der sächsischen Stadt Meißen, wo es zu Beginn des 16. Jahrhunderts einen Weinw.rt namens Bartholomäus Zimmer gegeben haben soll, der, aus Heidelberg stammend, ein vorzüglicher Weinkenn.r war und daher seine Weine nicht nur gut zu behandeln verstand, sondern sie wohl auch stets aus den berühmtesten Weinkellern bezog. Fragte man ihn aber, woher er denn seine blumigen Weine und den Most, der den Meißenern ganz besonders gut schmeckte, her habe, so lächelte er immer und meinte: „Laßt's Euch gesagt sein, wo der Wein wächst, den ich ausschenke, das ist meine Sache. Euch braucht er nur zu munden!" ilnb da kam dann bald das Wort auf: „Barthel weih schon, wo er seinen Most holt", wenn einer nicht damit herausrücken wollte, wie er zu einem Erfolg gekommen war. Run soll es aber in Meißen noch einen Barthel ?legeben haben, auf den sich das Wort beziehen ieße. Schon vor dem Barthel Zimmer soll sich nämlich ein Weinwirt, ein gewisser Peter Knoll, den seine Freunde „Partei" nannten, in Meißen dadurch verdient gemacht haben, daß er seine Gäste mit besonders guten Weinen und Most versorgte. Dieser Partei soll sogar den kühnen Versuch gemacht haben, echte Burgunderreben in seiner Heimat anzupflanzen. Da er aber niemand in seinen Weingarten hineinlieh, ja, wo es anging, ihn überhaupt verschwieg, sagte man auch von ihm: „Rur Partei weih, wo er seinen Most holt!" Run liegt hier allerdings der Gedanke nahe, daß es sich bei Knoll und Zimmer schließlich doch nur um ein und dieselbe Person gehandelt haben mag. Der Ursprung der Sage wäre dann jedenfalls so zu erklären, dah ein Weinw.rt, der guten Wein ausschenkte, seiner Konkurrenz ein Alljährlich am Stäöten unD Dorf blutigsten aller Sä von Anloy'Mai,,i schichte meldet, das 340 Unteroffiziere und tapfere Kam «türmen für dos ! Name Anloy sollt hessischen Heimat und Dorschen, in wäre: ,Vei Anloi Name auch zum 22. August gewori bas Regiment in ist der Kranz vor welken." Mik bief Regimenksgejchich während das ' ziehenden Gegner die,em Tage und Die 7. und ein D abkommandiert. Ui die toten Kämpfer Bilder aus jener Z M Ruhe gebettet, tiw M dn weich zeijkreuüu Mim meinsamn FcM gen des Doimaif von der deutscher Provinz Luxemb Einzel- und San nehmen mit den Heranziehung vo Kräften durchgefi belgien in den I Höfe, auf denen d ten, Deutsche uni Ruhestätte finden nach Vollendung Verwaltung den Haltung übergebe Bier Friedhöfe und die noch lel 25. Inf.-Division sie es seither geh Anloy und M land kennen ihr etwas von ihrer lrchem Schicksal. Toten der fieffi Kämpfer, 175 ß * °°°> M'Sgl 316 vom Regime: ,be'Nigen mir t Herten. Oer ®0| ti* - toom an der G fische und 37 noch die Traber S!wunb,ini den Gräbern d uns d'e en Seit inä™*r nant 9cr, h0r ÄuitSr S tt .Us der S £s !4bhln9Qn Zug, eingerahmt von den faschistischen Verbänden der gesamten Umgebung, in den Ort selbst, wo sie vom Bürgermeister empfangen wurden. Zum Schluß fand ein feierliches Tedeum in der alten zur Feier des Tages besonders geschmückten Kathedrale statt. Damit hat der italienische Ozeanflug seinen Abschluß gefunden. Das zweite transatlantische Luftgeschwa- der ist nach der Parade vom Luftmarschall Balbo im Namen des Königs aufgelöst worden. Die Mitglieder des Geschwaders haben einen kurzen Erholungsurlaub angetreten. Die ganze italienische Presse widmet der Rückkehr der Transatlantikflieger lange Spalten und veröffentlicht mit besonderer Ge- nungtuung die Anerkennung der fliegerischen Leistung und der italienischen Luftfahrt überhaupt durch die gesamte Weltpresse. Frecher 3uroelenraub in Mannheim. In einer der letzten Nächte ist einer der gefährlichsten Juwelenräuber Deutschlands, der 34jährige Erich Arnold beim Einbruch in ein Juweliergeschäft in Mannheim gefaßt worden. Nach dieser Verhaftung ist der Komplize des Arnold, der nach Aus der Provinzialhaupistadi ur- wir anwiderlegten Greuelmärchen wieder aufleben, so dah uns Selbstachtung und die Ehre unserer gefallenen Kameraden verbieten, auf den an sich begrüßenswerten Dorschlag einzugehen. Eine gemeinsame Arbeit an den Gräbern der Toten deS 22. August 1914, ohne Rücksicht auf die Rationalität der Gefallenen, setzt unseres Erachtens neben der Unterlassung von böswilligen Entstellungen auch den Willen voraus, jedem Dersuch zu derartigen Entgleisungen in den eigenen Reihen mit Energie entgcgenzutreten. (Schluß folgt.) Das Los zu einer Mar.. 3n den nüchternen Alltag fällt ein Hoffnungsstrahl; es kann Dir das Glück die Zukunft mit Geld vergolden. Der Schlüssel dazu ist ein Arbeitsbeschaffungslos zu einer Mark. Das deutsche Wunder. Notizen auf einer Fahrt über die deutschen Landstraßen Von Heinrich Hauser. Tode des Ertrinkens das „Ehrenzeichen", die höchste Auszeichnung, die die DLRG. verleihen kann. Der Führer des Bezirks Oberhessen der DLRG. überreichte ihm die Auszeichnung vor der Front des mal und die seitwärts aufgestellten Hochkreuze weisen mehrfach schadhafte Stellen auf. hier bedarf es alsbald der Ausbesserung, damit die außerordent- lich eindrucksvoll wirkende Anlage in ihrem sprünglichen Charakter erhalten bleibt. Gerade 116er sollten uns dieses Friedhofes besonders Von den Gräbern der Gefallenen von Anloy Von Oberleutnant a. O. Or. W. Lmey, Oaimstadi (ehemals Adjutant des 11/116). Kunst und Wissenschaft. Lin deutsches Buch vor den Augen der Dell. Auf der Weltausstellung in Chikago steht neben den Spitzenleistungen der deutschen Technik, dem Riesendampfer, dem Riesenluftschiff und den Riesenflugzeugen, neben den augenfälligsten Zeugnissen der deutschen Arbeit ein Buch: Hans Grimms aufrüttelnder Roman »Volk ohne Raum". Es hätte der Welt nicht anschaulicher gezeigt werden können, wes Geistes das neue Deutschland ist. Tut in dieser Ehrung des deutschen Ruches sich doch unmißverständlich der feste Wille des Deutschen Reiches tund, das geistige Leben, dns dichterisch« und künstlerische Schassen machtvoll zu fördern. Ein besonders glücklicher Gedanke war es, nicht eine allgemeine Dücher- ausstellung zu zeigen, sondern aus dem gesamten deutschen Schrifttum ein Duch als den Repräsentanten herauszuheben. Und wahrhaftig, welches Duch wäre besser geeignet, als eben Hans Grimms »Volk ohne Raum", mit dem das deutsche Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda und damit die deutsche Reichsregierung die Augen der Welt auf die Kernfrage des deutschen Lebens lenkt. Graphische und statrstische Darstellungen unterstützen die Wirkung des ausgestellten Buches. Sie zeigen den Raum- verlust Deutschlands durch das Versailler Diktat und die räumliche,Enge des heutigen Deutsch- i land, verglichen mit der Weite des Lebensraumes anderer Völker. 1 Gegen die Verunreinigung der Lahn. Die Polizeidirektion hat schon mehrfach darauf .-hingewiesen, daß vorsätzliche und fahr- lässige Verunreinigung des Lahn- wassers strafbar ist. Das Wersen von Unkraut, Kadavern und Gegenständen, sowie das Gießen von verunreinigenden Flüssigkeiten aller Art in die Lahn stellt eine strafbare Verunreinigung des Fluhwassers dar. Die Polizei- und Feldfchutz- beamten werden in der Folge auf die Verunreini- gung des Lahnwassers ein besonderes Augenmerk richten und verkommendenfalls unnachsichllich Anzeige erstatten. Daten für Dienstag, 15.August. 1686: König Friedrich Wilhelm I. von Preußen in Berlin geboren (gestorben 1740). — 1740: der Dichter Matthias Claudius in Rheinfeld geboren (gestorben 1815). — 17t0: Sieg Friedrichs des Großen über die Oesterreicher unter Laudon bei Liegnih. — 1769: Rapoleon I. in Ajaccio geboren (gestorben 1821). Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Licht- Wffp (Bahnhofstraße): „Das Abenteuer der Thea daß der Friedhof am 17. Juni 1918 feierlich geweiht und von der Gemeinde Anloy zur dauernden Er- hallung und Pflege übernommen wurde. Gleich bei dem Rundbau, noch vor dem großen Gräberfeld, sind die Grabstätten der gefallenen Offiziere des 2. und 3. Bataillons unseres Regiments, Oberleutnant Ebel 6/116, Hauptmann v. Weltzien 10/116, Hauptmann Mattel 11/116. Von hier hat man den besten Ueberblick über die gesamte, in den Wald eingebettete Friedhofsanlage. Das Gelände steigt nach dem anderen Ende zu leicht an. Kreuzreihen hinter Kreuzreihen werden sichtbar, sich nach beiden Seiten immer mehr verlängernd. Insgesamt 642 deutsche und 411 französische Soldaten ruhen auf diesem Friedhof, von unserem Reglment nicht weniger als 277 Kameraden, ausschließlich Angehörige des 2. und 3. Bataillons. Vom Leibgarde- regiment sind hier 102 Gefallene beigesetzt. Im Anschluß an die Reihen der deutschen Gräber ziehen sich diejenigen der Franzosen. Eigentümlicherweise ist vor jedes Steinkreuz, das genau wie bei Den deutschen Gräbern die Angaben über den Toten aufweist, ein weißes hölzernes Kreuz gestellt, wodurch der ruhige Gesamteindruck empfindlich gestört wird. Das Mauerwerk am Eingang, das Rundbaudenk- Alljährlich am 22. August wird in hessischen Städten und Dörfern der Gefallenen der ersten und blutigsten aller Schlachten des Weltkrieges, der Toten von Anloy-Maissin gedacht. Unsere Regimentsgeschichte meldet, dah an diesem Tage 13 Offiziere und 340 Unteroffiziere und Mannschaften, aljo 353 brave und tapfere Kameraden, im sieghaften Vorwärts- |türmen für das Vaterland ihr Leben gaben. „Der Rame Anloy sollte einen schrecklichen Kiang in Der hessischen Heimat erhalten. Da war kein Städtchen unD Dörfchen, in das nicht die Nachricht gedrungen wäre: »Bei Anloy gefallen!' Aber darum ist Der Name auch zum Ehrennamen der Kämpfer des 22. August geworden. Von allen Kränzen, die sich das Regiment in diesem großen Krieg errungen, ist der Kranz von Anloy der schönste. Er wird nie welken." Mit diesen Worten schließt der Bericht der Rcgimentsgejchichte über den 22. August 1914. Während das Regiment am 23. August dem ib» zieycnden Gegner nach Westen nachstietz, wurden an diesem Tage und den folgenden die Toten bestattet. Die 7. und ein Teil der 8. Kompanie waren hierzu abkommandiert. Ueberall auf dem Schlachtfeld lagen die toten Kämpfer. Sie wurden, wie Berichte und Bilder aus jener Zeit ergeben, meist an den Stellen zur Ruhe gebettet, wo sie gefallen waren. Groß war die Zahl der weithin üocr das ganze Kampfgeiände zerstreuten Gräber. An die Schaffung größerer gemeinsamer Friedhofsanlagen dachte man in den Tagen des Vormarsches natürlich nicht. Erst später ist von der deutschen Zioilverwaltung in der belgischen Provinz Luxemburg die Zusammenlegung der Dielen Einzel- und Sammelgräber angeregt und im Einvernehmen mit den beteiligten Bürgermeistereien unter Heranziehung von besonders bewährten künstlerischen Kräften durchgeführt worden. Es entstanden in Süd- bclgien in den Jahren 1917 und 1918 Kriegerfried- höfe, auf denen die Toten der verlustreichen Schlachten, Deutsche und Franzosen, ihre gemeinsame letzte Ruhestätte finden sollten. Im Jahre 1918 wurden sie, nach Vollendung des Ausbaus, von der deutschen Verwaltung den Gemeinden zur Pflege und Unterhaltung übergeben. . Vier Friedhöfe sind es, für die die hessische Heimat und die noch lebenden Kameraden der ehemaligen 25. Ins.-Division sich mehr interessieren sollten, als sie es seither getan haben. Es sind die Friedhöfe bei Anloy und Maissin. Nur wenige im Hessenland kennen ihre Lage und ihr Aussehen, wissen etwas von ihren Gräbern und deren voraussichtlichem Schicksal. Auf diesen Friedhöfen liegen die Toten der Hessischen Division, fast 1000 wackere Kämpfer, 175 Gefallene des Leibgarderegiments, 348 vom Jnf.-Rgt. 116, 113 vom Jnf.-Rgt. 117 und 316 vom Regiment 118. Zu Ostern 1931 besuchten wir die Friedhöfe zum erstenmal, und seit jener Zeit beschäftigen wir uns näher mit ihren Angelegenheiten. Der Waldsriedhof bei Anloy ist etwa 2 Kilometer südwestlich des Dorfes, unmittelbar an der Straße nach Jehonville gelegen, am Saume des Waldes, der vom I./116 gestürmt wurde. Nach der doppelsprachigen Inschrift auf dem Gedenkstein am Eingang wurden im Jahre 1918 dort 103 Deutsche und 373 Franzosen deigesetzt. Heute sind noch die Gräber von 111 Deutschen und 147 Franzosen vorhanden. Die Anlage ist in drei Abteilungen eingeteilt, ein lang gestrecktes im Grundriß rechteckiges Grundlinienfeld mit Gräbern von Franzosen und zwei in sich geschlossenen, von immergrünen Wänden eingefaßten Seitenabschnitten, der eine mit den Gräbern der deutschen, der andere wiederum mit Gräbern französischer Soldaten. In diesen Seitenabschnitten ziehen sich zur Rechten und zur Linken des Besuchers die einzelnen Gräber in zwei Reihen hintereinander zum anderen Ende hin, wo sie sich hinter einem Hochkreuz in einem Bogen vereinigen. Auf jedem Grab erhebt sich ein niedriges graues Steinkreuz. Man lieft Namen, Dienstgrad und Truppenteil vielfach auch nur „Ein tapferer deutscher Soldat". Mehr als die Hälfte der Hl Gräber trägt die Regimentsnummer 116: es find die Toten des 1. Bataillons, die hier ruhen unter ihnen Oberleutnant d. R. Meinberg, Leut- nant v. Ehrhardt, Leutnant d. R. M u h l b e r - ger, sämtlich 1/116 und Hauptmann v. Nor- mann 4/116. Der Heidefriedhof von Anloy auch Anloy-Bruyöres bezeichnet, ist von An- loy aus auf der Straße nach Framont zu erreichen. Auch er ist etwa 2 Kilometer vom Dorfausgang ent- fernt am Waldrand angelegt. Sein.Grundriß gleicht dem Sektor eines Kreises, in dessen Mittelpunkt, gleich am Eingang, sich ein Denkmal in Gestalt eines Rundbaues erhebt. An seinen Innenwänden sind Gedenktafeln angebracht, auf denen zu lesen ist, angetretenen Sturmes mit Worten hoher Anerkennung. Nach einer Ansprache Des Sturmführers ehrte der Sturm seinen Kameraden mit einem dreifachen Sieg-Heil. Es ist seit Bestehen des Bezirks Ober- kessen der DLRG. (8 Jahre) das erstemal, daß diese Auszeichnung verliehen wurde. ** Die ArbeitsgemeinschaftderMili- t ä r • und Reaiments-Vereine Gießen veranstaltet zur Erinnerung an Die Feuertaufe Der hessischen Regimenter im Weltkriege am Sonntag, 20. August, 16 Uhr, auf Der „Liebigshöhe" ein großes Militärkonzert, ausgeführt vom gesamten Musikkorps Des hiesigen Reichswehr-Bataillons unter Leitung Des Obermufikmeifter Krau (je. Oberstleutnant a. D. Wegeli wirb Dabei einen kurzen Vortrag über Diesen großen Tag Der hessischen Trup- pen halten. Da Der Eintritt für Die MitglieDer mit Familien der angeschlossenen Vereine frei ist, ist mit einem großen Besuch zu rechnen. Auf Die heutige Anzeige sei besonDers hingewiesen. it. JeW bisher i,?0?bl r Die umfh- ?n'che gjh on Dom S^bie *a6e Unwetter ein-"8°"ger in • N IS* ein er DonehSS ®e" 1« Jhitje „A.•«' 1 "°ps.,l° daß iune w Ningiete. Mt, dah von dem el'Kanalverschwun- Dürfen bald daraus von Ue" gesichtet und wurden sie an Land«. ' aufere Dra- M sie sich an Dord eines Bremerhaven verborgen Erika zu erreichen. Sie .der Azoren entfedt und lse nach Deutschland be- rdenham" gebracht wvr- , als sich das Schiff zwi- . Dungeneß befand, ins >nd die ganze Aacht um- i am anfern morgen vorn en Schiffes entfedt je Ml«. yKfiSs ;sgss cregte er uW ^mcI. überaus »W ftv Lode in $i> en6e^bVem35fl;ben; :tKrawalle,»' lodelle brj^ nlang et ihnen von 5*5?^ ÄÄ Ä- sjSfäÄ ** Verleihung Des Ehrenzeichens der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG.). Der Sturmmann ß i b a u vorn SS.-Motorsturm Gießen erhielt von der Deutschen Lebens-Rettunas-Gesellschaft (DLRG.) für die mit Mut und Entschlossenheit unter eigener Lebens- gesahr ausgeführte Rettung eines Mannes vom nehmen. Der Terraffenfr edhof Maissin (Maissin I-Transinne) etwa 800 Meter nördlich von Maissin an der großen Straße nach Villayce gelegen, erhielt diesen Namen wegen des stufenförmigen Aufbaus der Gräberfelder. Während auf den Friedhöfen bei Anloy nur Einzelgräber angelegt sind, überwiegend hier die Sammelgräber mit durchschnittlich 6 bis 8 Toten. Sie sind mit kurzgcschorenem Rasen überzogen und mit einem dreieckigen Gedenkstein bestanden, den ein Kreuz aus Eisen krönt. Auch dieser Friedhof — flächen» mäßig der kleinste — ist in seiner Raumgestaltung äußerst zweckvoll angelegt und in einem verhältnismäßig guten Zustand. Zwar ist der massig wirkende, kapellenartige Torbogen, mit Der Inschrift: „Ehre Den tapferen Kriegern, Die ihr Leben für Das Dater- lanD opferten“, Den man früher gleich nach Betreten des Friedhofs durchschreiten mußte, heute nicht mehr vorhanden (die Einwohner von Maissin berichteten, er fei baufällig geworden und zusammen- gestürzt), aber der Daum- und Sträucherbestand, die Wege und Gräber verraten Ordnung und Pflege. Insgesamt 329 deutsche Soldaten und 91 Franzosen ruhen hier, davon 7 vorn Leibgarderegiment, 41 vom Jnf.-Rgt. 117 und 121 vom Jnf.-Rgt. 118. Hundbaufriedhof Massin (Ma sfin onale). Der weitaus größte Friedhof, auf dem die meisten Gefallenen des 22. August 1914 beigesetzt sind — allein etwa 3000 Franzosen —, ist der Rund- bausriedhof, am Wege von Maissin nach Redu. Sein Boden deckt außer der bereits genannten Zahl französischer Soldaten die Gebeine von 429 Deutschen, davon 65 vom Leibgarderegiment, 3 vom IR. 116, 63 vom 2R. 117, und 182 vom 2R. 118. Dieser Friedhof ist seiner großen Bedeutung wegen das Wallfahrtsziel vieler Franzosen. 3a man hat im 3ahre 1932 unter groben Feierlichkeiten ein altes bretonisches Steinkreuz aus der Dendee, der Heimat eines Großteils der gefallenen Franzosen, dorthin transportiert und es unter Anteilnahme der Bevölkerung, der Abordnungen Der Kämpfer der französischen 21. Divifion, der offiziellen Vertreter Frankreichs und Belgiens, als Wahrzeichen auf diesem Friedhof am 21. August 1932 aufgerichtet. Die Vereinigung Der Angehörigen Des französischen Infanterie-Regiments Rr. 19 hat aus Diesem Anlaß ihre Rachrichtenblätter, Die in Wort unD Bild ausführlich über diese Vorgänge unD ihre Vorgeschichte berichten, Den hessischen Regimentsvereinen zuleiten lassen und zur Zusammenarbeit bei Der Gräberpflege auf- geforDert. BeDauerlicherweise enthalten jeDoch manche Der in Den Heften abgedruckten ReDen, insbesonDere Die Des Vertreters Der ehemaligen Mitkämpfer des französischen XL Korps, Des Oberstleutnants Laurent, auf dem FrieDhvs von Rossignol ungerechtfertigte und beleiDi- genDe Angriffe auf Den Deutschen Soldaten und Die deutsche Kriegsführung und lassen die längst Gast sein im Auto kann für Den Selbstfahrer ein reiner Genuß fein — wenn Der Mann am Steuer ein guter Fahrer ist. Schlechte Fahrer machen nervös, wenn einer selbst „vom Fach" ist. Diesmal ftimmts; Der Fahrer steuert wie ein alter Lotse, Der Wagen läuft wie Die Feuerwehr — endlich einmal Fann man entspannen, Die LanDschaft sehen, Die Menschen am Wegrand, endlich kann man ungestört seinen Gedanken nachhängen: Kein Telephon, kein Besuch — herrlich. Herrlich besondes, seit wir in einem ebenmäßigen Tempo zwischen 90 und 100 Kilometer dahinsausen, begleitet von einem unzufriedenen tiefen Motorbrummen. Habe ich überhaupt jemals die Heide so gesehen wie heute? — Ein Dutzend Mal bin ich Die Strecke gefahren, immer am Steuer, immer Das Straften- vanD im Auge, immer gespannt, gehetzt. Zum ersten Male kann ich mich freuen an Den strengen Formen Der Wacholderbüsche, an ihrem tiefen, beinahe schwarzem Grün. An den gedämpften Farbtönen der Heide von Braun ins Lila, an dem wundervoll zarten Grau des regnerischen Himmels, an Den blauen Tupfen Der Wolkenlöcher, an Dem schil- lernDen Moir6 Der vorbeihulchenDen Kiefernstämme. Es ist sehr wahr, leiDer seyr wahr. Daß jedes Verkehrsmittel uns von der Erde trennt je schneller es ist, um so mehr trennt. Wie schön wäre es, jetzt auf Pferderücken querfeldein zu traben! Ich beneide selbst die Radler, die, den Tornister über das Hinterrad geschnallt, mit wippenden Rücken Die Chaussee abhaspeln: ich beneibe sie, genau so wie sie wahrscheinlich mich beneiDen. J«y beneiDe Die junge WanDeroogelmannschaft, Die da im Straßengraben lagert. Der Rauch ihres Kochfeuers weht über die Straße: man sieht Den berußten Aluminiumtopf über Den hellen Flammen: man bekommt einen angenehmen Hauch von Erbsensuppe in Die Nase — einer winkt uns mit einem Brotlaib zu — vorbei. Es ist lange her, feit ich LanDstraßen richtig beob- achten konnte. Sie haben sich verschlechtert, seit ich zum letzten Male hier fuhr. Stark verschlechtert in Der Krisenzeit. Die Armut kommt von Der Powerteh, meint Reuter. Recht hat Der Mann. Die Vernachlässigung Der kleinen Reparaturen müssen wir jetzt mit vollständigem Neu-Aufbau teuer bezahlen. Ein Gutes aber hat Die Sache: Die neuen Straßen werden von Leuten gebaut werden, die im Zeitalter Des Autos groß geworden sind. Die eine Ahnung haben von überhöhten Kurven, Die wissen, wie ihre Reisen von Der zu starken Wölbung ruf» jchen, Die selbst einmal in Den „Sommerweg" geraten find. Schon liegen Die Steine unD Die Teerfässer am StrafjenranD. Es kann losgehen, es soll losgehen, es roirD losgehen, Mangel an Arbeit in Deutschland? In Deutschland, für Deutschland gibt es Arbeit, daß einem Die Augen übergeben können. Arbeit: In beinahe allen Dörfern begegnet man kleinen Trupps von jungen Menschen in der tleiD- {amen unD vor allem brauchbaren Uniform Des FAD. Wie gut sieht diese Jugend aus.joie gesund, wie braun, wie sicher in Der Haltung. Sind das Die gleichen Menschen, Die wir noch vor Jahresfrist als zerlumpte WanDerburschen mit müden Füßen und gesenkten Köpfen über Den harten Asphalt wandern sahen? Sind Das Die gleichen Menschen, Die in Düsteren Klumpen vor Den Toren der Stempelstellen standen? Sie sind es. Ein Wunder ist geschehen — ein Wunder für Die Zuschauer, eine planmäßig erreichte Stellung, ein mit absoluter Sicherheit vorausberech- netes Ziel für die Führer. Das Wunder wird dadurch nicht verringert. Daß eine vierzehn Jahre lang gehegte Vision Gestalt gewinnt, Wirklichkeit wird —, das ist Das größte WunDer, Das man sich denken kann. Der Abend sinkt. Die Sonnenstrahlen treffen schräg Die Felder, deren Frucht von Sturm und Regen gebeugt DarnieDerliegt. Die Dauern werden schwere Arbeit haben. Man wird Das GetreiDe mit der Hand mähen müssen, die Maschine versagt hier. Wir leben wieder wie im Krieg, wo Der StäDter mit prüfender Sorge Die FelDer betrachtete, ob sie wohl Brot hergeben würben für Das ganze Volk. Nur so: Durch AufeinanDerangewiesensein von S t a D t unD Land kann Die Volksgemeinschaft roieDererftetjen, Die mir im Kriege nur gewonnen hatten, um sie gleich wieder zu verlieren. Die Landschaft ändert den Charakter. Die Dörfer zeigen sich aus Der Ferne wie Schachbretter. Weiß- Ernst fBlumldiein__ 'sirWMg'w'flä'i jflfÄÄSs ff* ST»T gekalkte Felder Des Mauerwerks in Fachwerk eingeschlossen. JeDcs Haus, ieDer Hof steht an feinem selbstgewählten Ort. Die Landstraße kam später. Es gibt keinen Bauplan, keine „Fluchtlinien!" Eigenwilligkeit, organisches Wachstum, Hang am alten, Formgefühl, Das ist es, was diese Dörfer kennzeichnet. Die Bauten Des neunzehnten Jahrhunderts, besonders in den Städten, bilden einen bösen Gegensatz. Wo liegt Die Dauer? — Ich möchte wetten, Daß die alten Fachwerkhäuser weiterleben werden, wenn Der Mörtel Des neunzehnten IahrhunDerts längst zerbröckelt ist. Für Die Wiederbelebung Des Heimat- g e f ü h 1 s, für Die Erhaltung Der „Art", hat Die nationale Erhebung Größeres bewirkt als alle Kunsthistoriker. Denn es geht nicht Darum, Das Alte, Schöne zu erhalten als Museumswert, fonDcrn I e b e n D i g muß es erhalten roerDen, wenn sein BestanD Sinn haben soll. Allen, Die Die Vision Der technisierten Landschaften Der Zukunft gehabt Haden — es waren nur Die Dichter, Den JnDustriellen ermangelte die Phantasie —, hat vor dieser Vision ge- Ö. Nicht in Der Einsamkeit Der Heide geht Der . ) zugrunde, fonDern in Den Revieren einer übersteigerten JnDustrie. — Panne: Das BanD eines Stoßdämpfers ist gerissen. Nichts Schlimmes, aber eine Sache, Die man besser repariert, ehe in Der nächsten Wasserrinne eine FeDer bricht. Dörfliche Werkstatt. Im Schuppen stehen lanDwirtschaftliche Maschinen. So ein Dorfmechaniker muß mehr verstehen als Der alte HufschmieD. Mit primitiven Hilfsmitteln roirD Die Reparatur schnell unD sachgemäß ausgeführt. Der grauhaarige Meister sagt: „Wenn Sie wieder mal was haben: zu jeder Tages- und Nachtzeit — und wenn es nachts um eins ist — ich stehe auf und arbeite." Sein Geschäft geht gut. Ein solcher Arbeits- geift spricht sich herum. Hier liegt Die Ueberlegenheit, Die handwerkliche Betriebe vor großen Fabriken haben. Weiter: Feierabend. Der Verkehr der heim- kehrenden Radfahrer und Der Bauernwagen hat aufgehört. In Dörfern und Städten aber trifft man Die Trupps Der SA. zu Hebungen oder Appell versammelt. Deutschlands Jugend — die beste Jugend irgendeines Volkes. Eine Jugend, Die aus ihrer Not eine TugenD gemacht hat, Die sie vor allen Völkern auszeichnet. Verantwortlich kann das nur einer sagen. Der anDere Völker kennt —, ich scheue nicht Davor zurück. Man muß Diese JugenD in Der Not ihrer Ziellosigkeit, ihrer Arbeitslosigkeit, in Dem verzweifelten Gefühl ihres Ueberflüffigfeins gekannt haben, um zu begreifen, was es für sie beDeutcL ein großes Ziel zu Haden, eine Aufgabe unD eine Ehre. Der Mann neben mir am Steuer kann aus einer reichen Erfahrung sprechen. Er hat Die große Dreißig-Tage-Fahrt auf Dem Nürburgring organisiert, zu Der sich Menschen aller Schichten unD aller Berufe zusammenfanDen. „Der Querschnitt Durch Die Anschauungen aller Dieser Menschen ergab Den nationalen Sozialismus. Seit Dieser Zeit ftanD Der Erfolg Der Bewegung für mich fest", fugt er. Toller Sonnenuntergang hinter vulkanischen Bergkuppen. Gewitterstimmung, graue Wvlken- bänre, von roter Glut Durchleuchtet. Das Asphalt- banD Der LanDstraße leuchtet naß in tieflila Tönen. Wir roerDen langsam müDe nach fast oierhunDert Kilometer Fahrt. Zeit, Nachtquartier zu suchen. Aber wir wollen nicht in Die Stadt. Es sollte einen neuen Reiseführer für Autofahrer geben. Die Der wunDervollen Quartiermöglichkeiten zwischen Den StäDten enthält. Der Mann am Steuer neben mir hat Diesen BaeDeker im Kopf. Eine Burg liegt ganz in Der Nähe. Machen wir einen kleinen Abstecher. Es ist Dunkel geworden, die Scheinwerfer sind eingeschaltet. Junghäschen hoppeln, hypnotisiert vom Licht, vor uns her, bis wir abblenDen und sie ins Feld entkommen lassen. Vorbei an einem lichtstrahlenden Elektrizitätswerk. Einen Serpentinenweg hinauf Dringen wir ein in das Schneckengehäuse uralten Mauerwerks. Der Motor verstummt. Stille umfängt uns — Wind- faufen und Mondlicht zwischen eilenden Wolken, lieber Den Söller Der Burg gebeugt, blicken wir auf Den silbernen Schild des Stausees. Gut schmeckt Das Abendbrot in weichem Nachtwind auf offener Terrasse. Gut ist das breite, altmodische Feldbett. Gut ist es, Die SeitenpfaDe der großen LanDstraßen zu kennen. NG.-LehrerbunD. Kreis Gießen. Petr.: Die Bildung eines Mannerchors im RS.-Lehrerbund. Stimmlich gut begabte MitglieDer des NS-Leh- rerdundes fordere ich auf, unter Angabe Der Stimme, Die sie fingen, ihre Bereitwilligkeit zur Mitwirkung in einem Männerchor schriftlich bei mir zu erklären. Betr.: Uebersührung des Dermögcnsbeftanbes Der aufgelösten Ccbrerorganifatlonen an Deo RS.cehrerbunD Ich ersuche die Bezirksobleutc, mir umgehend, soweit das noch nicht geschehen ist, ihre Berichte zu obigem Betreff einzusenden. — Fehlanzeige ist zu erstatten. Betr.: Blifglicbcrbciträgc für 3. Quartal (Juli bis September) 1933. Ich ersuche, die noch rückständigen Mitgliederbei« träge für Das 3. Quartal umgehend abzuführen. (Postscheckkonto Nr. 35110 Frankfurt a. M.) Betr.: Lrziehertagung in Darmstadt. Alle Philologen, Lehrer und Erzieher des Kreises Gießen (auch die Nichtmitglieder Des NS -Lehrerbundes) melden mir bis zum 20. August, ob sie an Der Erziehertagung in Darmstadt am 8. und 9. Juli teilgenommen haben. Nichtteilnehmer melden Den Grund ihres Fernbleibens. Betr.: Mitarbeit im Aufbau Der Organisation. MitglieDer Des NS.-LehrerbunDcs aus Dem Be- zirk StaDt-Gießen, die gut stenographieren und Schreibmaschine schreiben können (auch eine solche besitzen), fordere ich auf, sich schriftlich bei mir zu melden. Betr.: Bezirksfamilienkonferenzen. Am kommenden Samstag, dem 19. August, oder übernächsten Samstag, Dem 26. August, find in sämtlichen Bezirken Des Kreises Gießen Familienkonferenzen abzuhalten. Für ein wirkungsvolles Programm haben die Bezirksobleute Sorge zu tragen. Der Kreisobmann: Dr. Hen h. -.-fvxv Allerdings ist^cne Wissenschaft. für Schillings jen Oper Berlin. per in Berlin sand eine j r Deren verstorbenen In- | Max von Schilling; itoe Des Heimgegangenen KeichswefemWer von ie sowie Dbetpräfibenl lern hatten sich das f 1 der Oper, Mt W« erbürgerMistrr «ahm urde die Feierstunde, in itbenen großen Meist«- jonijdjen Prolog zu So> gespielt vom Drdjejter ter der Ltabsührung von er. Als Solisten roirlten rach und Gerhard Hüsch. wirkte das von Ludwig terbegleitung vorgetragene eb" von Ernst von W>1> e- Gedenkstunde sand ihm iel zum dritten Auszug der 9.A.-$^OTi Aufruf. Wer gibt Turn-, Sport- und Gymnastikunterricht? Der Reichsverband Deutscher Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer e. V. in der Rcichsfachschaft für körperliche Erziehung, Berlin C 25, Alexanderplatz 4, hat den Auftrag, alle bisher noch unorganisierten Turn-, Sport- und Gymnastiklchrer und -lehrerin- nen und die staatlich geprüften Schwimmeister zu ermitteln und außerdem festzustellen, wo diese Haupt- oder nebenamtlich beschäftigt sind. Diese Feststellungen sind notwendig und gehen mit den Maßnahmen der Regierung Hand in Hand. Es ist eine Namhaftmachung aller Persönlichkeiten notwendig, die sich an der Erziehung der Jugend im turnerischen und sportlichen Sinne beteiligen, weil eine Gewähr dafür gegeben werden muß, daß die Arbeit den Richtlinien des Rcichssportführers entspricht. Im Interesse der großen künftigen Erziehungsaufgaben werden deshalb alle Turn- und Sportvereine, Hallen- und Freiluftbäder aufgefordert, auch die gegen Spesen oder ehrenamtlich tätigen Turn-, Sport-, Gymnastiklehrer und staatlich geprüften Schwimmeister namentlich und mit Adresse zu melden. Alle im freien Beruf tätigen Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer geben gleichzeitig ihre Anmeldung beim Reichsoerband direkt ab. Wer sich nicht freiwillig der Organisation seines Berufsstandes anschließt, wird von der bevorstehenden zwangsweisen Angliederung erfaßt werden, oder aber vielleicht überhaupt zu spät kommen. Es geht nicht mehr an, daß Einzelne von der Gemeinschaftsarbeite der Gesamtheit den Nutzen ziehen, ohne ihrerseits tatkräftig mitzuarbeiten und Opfer zu bringen. Für den Bezirk II, Gießen, im Gau Nordhessen sind die Angaben an den Bezirksleiter Rudolf F i - scher, Gießen, Asterweg 63, schriftlich abzugeben. Gießen, 15. August 1933. Reichsoerband Deutscher Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer e. 23. i. NS.-Lehrerbund. Rudolf Fischer, Bezirksleiter. ÄfB. Liga — VsB. Kmheffen Marburg 0:6 (0:3). Das Spiel brachte eine Enttäuschung. Die Grünweißen vermochten den Marburgern in ihrem ersten Kampf dieser Saison nicht den Widerstand zu leisten, den man eigentlich erwartet hatte. Die Marburger waren allerdings mit einer ausgezeichneten und in allen Teilen vorzüglich besetzten Mannschaft zur Stelle. Das Spiel begann mit einer deutlich fühlbaren Ueberlegenheit der Gäste, die durch ihr sicheres Spiel, durch ihre gute Ballbehandlung die BfBer vor hohe Anforderungen stellten. Schon bald nach Beginn vergaben die Marburger zwei klare Chancen, während auch die Gießener nach einer sehr kritischen Situation vor dem Marburger Tore eine gute Gelegenheit ausließen. Becker hatte aber in der Folge verschiedentlich Gelegenheit, einzugreisen und tat es mit viel Sicherheit. Eine Ecke für VfB., zwei Ecken für Marburg brachten nichts ein. Fischer-Marburg schoß einmal sehr knapp daneben, machte dies aber für seine Mannschaft bald durch einen entschlossenen Schuß aus ziemlicher Entfernung — haarscharf in die untere linke Ecke placiert — wieder gut. Der Tormann war gegen diesen Ball machtlos. Fehling versah dann eine zwingende Chance, als er zu Sauer abzugeben verpaßte, der in günstigster Position stand. Fehling selbst schoß daneben. VfB. war inzwischen in Fahrt gekommen und bot dem Gegner vorübergehend eine gleichwertige Partie. Aber es war nicht zu verhindern, daß der Halblinke der Gäste zum Schuß kam, in die rechte untere Ecke Zielte, während Becker im Tor links stand und den Ball auch im Fallen nicht mehr erreichte. Sehr deprimierend wirkte sich ein Selbsttor Wilhelms aus. Mit 0:3 wurden die Seiten gewechselt. Die Grünweißen glaubten nach der Pause nicht mehr daran, daß sie an dem Ergebnis etwas wesentlich ändern könnten. Wohl wurde unvermindert eifrig gekämpft, alle Aktionen der Einheimischen scheiterten aber an der unzulänglichen Aufbauarbeit und an dem geringen Verständnis der Stürmer unter sich. Die Marburger behielten ihre Vormachtstellung und erhöhten nach Wiederbeginn des Spieles auf 0:4. Der Linksaußen trat, fast'von der Spiel- fcldgrenze aus, einen Ball so geschickt, daß er halbhoch die Torlinie passierte und den Tormann völlig überraschte. Noch zwei weitere Erfolge der Marburger besiegelten die eindeutige Niederlage der Hiesigen. Hervorzuheben war, daß beide Mannschaften mit berounbersrocrter Fairneß spielten. Es kam nicht zum geringsten Zwischenfall, lieber die Mannschaft der Grünweißen (Haupt und Bingel fehlten) ist nicht sehr viel zu sagen. Trotzdem mit viel Eifer gespielt wurde, mußten die Erfolge, in Anbetracht der Zu- sammenhanglosigkeit des Spieles innerhalb der Mannschaft, versagt bleiben. Der Schiedsrichter Köhler amtierte sehr gerecht und fidjer. Nachdem vor Beginn des Spieles zwischen Vertretern der beiden Vereine herzliche Worte freundschaftlicher Verbundenheit gewechselt worden waren, zeigte in der Pause eine Mädchenaruppe aus Garbenteich unter der Leitung von Herrn Koenen einen Reigen, der viel Beifall fand. Sportfreunde Wehlar I — BfB. II 3:7. Die VfBer errangen einen verdienten Sieg auf Grund ihrer besseren Leistungen. Sportfreunde Wchlar II — DsB. III 2:3. Auch hier war der Sieg der Gießener verdient. DfB.-fL Warburg 1. 3gb. — VfB. 1. 3gd. 3:1. Die neu zusammengestellte Jugend läßt für die Zukunft Gutes erhoffen. Ihre Namensvetter aus Marburg mußten sich dem einwandfrei besseren Gegner beugen. VfB.'K. Marburg Schüler — VfB. Schüler 1:4. Diese Niederlage hätten sich die Kleinen ersparen können, wenn sie vollzählig angetreten wären. Ausscheidungsspiele um den Jubiläumspreis der Stadt Gießen. Wieseck I — Leihgestern I 3:5 (2:1): Beide Mannschaften lieferten sich einen erbitterten Kampf, der von den etwas besseren Leihgesternern verdient im Endspurt gewonnen wurde. Schiedsrichter Kunze amtierte gut. Watzenborn-Steinberg I — Garben- teich I 9:1: Hier siegten die Teutonen wie sie wollten gegen die kleinen und körperlich schwächere Garbenteicher Mannschaft. Lobend muß der Eifer der Garbenteicher hervorgehoben werden. Unermüdlich und unerschrocken kämpften sie gegen eine bessere Elf. Oas EntscherdungsspieS. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg I — Leihgestern I 7:1. Dieses Spiel begeisterte die stattliche Anzahl der Zuschauer. Man sah einen flotten Kampf, der mit aller Erbitterung und doch sehr anständig durchgeführt wurde. Allerdings ging es um den schönen Preis der Stadt Gießen, der sehr wohl allen kämpferischen Einsatz wert war. Die Teutonen führten ein Spiel vor, das technisch auf ganz ansehnlicher Stufe stand. Sie spielten ausgezeichnet zusammen, stellten sich verständnisvoll frei und setzten auch ihren Körper im gegebenen Rahmen ein. Die Leih- gefterner spielten eifrig, konnten ober gegen ihren besseren Gegner nicht aufkommen. Erfeulich war der schöne Endspurt, den sie in der zweiten Halbzeit vorführten. Die Mannschaft verlor etwas zu hoch. Zum Schluß des Spieles überreichte Herr Overbeck, der Führer des VfB., den Teutonen mit herzlichen Dankesworten den Jubiläumspreis. Leihgestern erhielt ein Blumengebinde. Herr Jung von der Kreisleitung der NSDAP, sprach für den Sieger Dankesworte an den VfB. Im Verlauf seiner Ansprache hob er hervor, daß der FußbaUsport, genau wie die Idee des neuen Deutschland, einen dornenvollen Weg zurückgelegt und sich trotz aller Anfeindungen durchgesetzt habe. Die Spieler ermahnte er, treu der ölten Sitte, in erster Linie Kamerad und Kämpfer zu fein, ein Vorbild für die Heranwachsende Jugend, damit sie Männer werden, wie sie das neue Deutschland brauche. Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900. Die 1900er bei den Deutschen Leichtathletikmeislerschaften. Die auf die Deutschen Leichtathletikmeisterschaften nach Köln entsandten Vertreter der Spielvereinigung 1900 kämpften unter keinem glücklichen Stern. Die beste Figur gab noch Eugen E l d r a ch e r ob, bei dem eine kleine Formverbesserung seslzustellen war. Seinen Vorlauf gewann er glatt. Im Zwischenlauf wurde er trotz seiner Zeit von 10,9 Sekunden nur Dritter, schlug hier aber bekannte Leute wie den süddeutschen Meister M ä h r 1 e i n und Biebach (Halle). Die beiden Ersten des Laufes und damit Endlaufteilnehmer waren Lammers (Oldenburg) und Buthe- Pieper (Bochum). Die Finalisten über 200 Meter wurden in 3 Vorläufen ermittelt. Eldracher lief in dem (einigen aufopfernd, mußte aber schließlich Borch meyer (Bochum) und K ü st e r s (Krefeld) den Vortritt lassen. Im Marathonlauf, dem zahlenmäßig am stärksten besetzten Wettbewerb, vermochte der Gießener Vertreter Gerhardt die in ihn gesetzten Erwartungen nicht ganz zu erfüllen. Er verfiel in seinen alten Fehler, ein zu langsames Anfangstempo anzuschlagen und hatte dadurch keinen Anschluß an die Spitzengruppe. Wenn er nun in 3 Stunden und 55,1 Sek. den 15. Platz belegte — unter nahezu 60 Teilnehmern — so stellt das immerhin noch eine respektable Leistung dar. Die beiden 1900er-Werfer A. Kilo und Unterfeldwebel O. Gugel (1. Komp. Jnf.-Rgt. 15) waren nicht sonderlich in Form und konnten sich daher für die Endkämpfe nicht qualifizieren. Kilo erzielte im Diskuswerfen 41,20 Meter. Als Sechster kam hier Hirsch seid (Allenstein) mit 42,47 Meter in die Entscheidung, der dann allerdings seine Leistung wesentlich verbesserte. Gugel blieb sowohl im Kugelstoßen (13,11 Meter) als auch im Schleuderballwerfen -unter feinen Leistungen der letzten Wochen und vermochte daher keine Rolle zu spielen. Oie Neuordnung im deutschen Sport. Für den Gau Mittelrhein ist jetzt die Zusammensetzung der neuen Gauliga eingeteilt worden. In der Gauliga spielen folgende Mannschaften: Sülz 07, Mülheimer SV., Koblenz 06, Kölner SC. 99, VfR. Köln, Kölner CfR., Bonner FV., Fortuna Kottenheim, SC. 1900 Koblenz, Eintracht Trier, Westmark Trier. Die Gauliga des Gaues Niederrhein setzt sich aus folgenden Vereinen zusammen: Fortuna Düsseldorf, VfL. Benrath, Schwarz-Weiß Essen, Hamborn 07, Duisburg 99, FV. 08 Duisburg, Alemannia Aachen, Schwarz-Weiß Barmen, Rheydter Spielverein. Ein zehnter Verein muh erst noch bestimmt werden. Oie Radweltmeisterschasten in Paris. Die Rad-Weltmeisterschaften brachten am Sonntag bereits die ersten Entscheidungen. Bei den Berufsfliegern siegte Scheerens - Belgien vor Mi- chard-Frankreich, Richter-Deutschland und Marti- netti-Jtalisn. Bei den Amateuren siegte van E g - mond-Holland vor Ulrich-Frankreich. Für den Endlauf der Steher-Weltmeisterschaft qualifizierten sich auch die Deutschen Erich Möller und Erich Metze. Dos Endspiel um die Zweier-Radball-Welt- meisterschost bestreiten Wonderlust Frank- f u r t und die Mannschost der Schweiz. „Wanderlust" Frankfurt Weltmeister. Der Frankfurter Titelverteidiger der Zw-eirr-- Radball = Weltmeisterschaft Wanderlust Frankfurt, konnte seinen Titel auch diesmal wieder erfolgreich verteidigen. Die Frankfurter schlugen im Endspiel die Schweiz überlegen mit 7:4 Toren. Deutschland führt im Schwimm- Länderkampf gegen Ungarn. Auf dem Programm des Budapester Schwimmländerkampfes Ungarn gegen Deutschland stand am Montag als einziger Wettbewerb das 150>Meter-Crawl- schwimmen, das sich natürlich unser dreifacher Rekordmann Raimond Deiters nicht entgehen ließ. Er schwamm gegen seinen Gegner G y o j e ein ganz überlegenes Rennen und siegte in der glänzenden Zeit von 21:29,6 Min. mit großem Borsprung. Deiters holte mit seinem Erfolge für die deutschen Farben eine Führung von 15:13 Punkten heraus. Turnen und Sport bei der „Saarkundgebung". Aus Anlaß der großen Saar-Kundge- b u n g, die am 27. August am Rationaldenkmal auf dem Riederwald stattfindet, gehen am Rachmittag auf der Horst-Wessel-Kampfbahn in Bingen turnerische und sportliche Wettkämpfe in Szene. Mittelpunkt der Veranstaltung ist das Fußballtreffen „Saar gegen Main-Hessen", das von Radballspielen, Geräteturnen, Volkstänzen usw. umrahmt wird. Reichssportführer von Tschammer-Osten wird voraussichtlich eine Begrüßungsansprache halten. Während der Feier findet auf dem Rhein eine Ausfahrt von 1000 Paddlern des Oberrhein- und Mainkreises des Deutschen Kanu-Verbandes statt. Kurze Sportnoüzeu. Manfred von Brauchitsch stellte beim Würgcmer Bergrennen mit seinem Mercedes-SSK. einen neuen Bergrekord auf und fuhr die beste Zeit des Tages aller Kategorien. Sieger im Berliner Fußball - Jubiläumsturnier wurde Hertha-BSC. Der Berliner Meister spielte gegen den Deutschen Meister Fortuna Düsseldorf unentschieden 1:1, während München 1860 am zweiten Tage den VfB. Pankow 4:2 schlug. Hertha-BSC. hatte zum Schluß 3:1 P. vor München 60 und Fortuna mit je 2:2 und Pankow mit 1:3 Punkten. Die Gauführer des ADAC, legten in Berlin ein Bekenntnis zum Einheits-Automobil- Club ab. Wirtschaft. Frachtermäßigung für Rauhfutter. Aus Grund einer Eingabe des Deutschen Land- handelsbündes hat sich die Deutsche Reichsbahn entschlossen, den kürzlich abgelausenen, verbilligten Ausfuhrtarif für Stroh in der alten Form mit Wirkung vom 14. August wieder in Kraft zu sehen. Die Fracht für ins Ausland gehende Strohsendungen ermäßigt sich hierdurch um 35 Prozent. Auch bei den Inlandsrachten für Heu und Stroh wird mit dem 14. August eine seit Jahren vom Handel und von der Landwirtschaft geforderte Verbilligung eintreten, und zwar wird die Berechnung nicht mehr nach den Sätzen der Taris- klasse F, sondern nach denen der Tarifklasse Q vorgenommen, die eine Ermäßigung um rund 21 Prozent gegenüber dem früheren Tarif F gewährt. Der Bescheid über die vom Deutschen Landhandelsbund eingebrachten Anträge auf Ermäßigung der Standgelder und der Deckenmiete sind in Kürze zu erwarten. Alm Mißverständnissen vorzubeugen, weist der Deutsche Landhandelsbund daraus hin, daß die Ermäßigung bei den Jnlandfrachten effektiv nur 6 Prozent beträgt, da der Rachlaß auf Grund des bisherigen Ausnahmetarifs' 19b I bereits 15 Prozent ausmachte. * Südwestdeutsche M'ö b e l m e s s e, Frankfurt a. M. Zur Südwestdeutschen Möbelmesse, die in der Zeit vom 17. bis 20. September in Frankfurt a. M. in der Festhalle und in dem anschließenden „Haus der Moden" stattfindet, hat in den letzten Tagen eine rege Nachfrage nach Ständen eingesetzt. Dies dürste in erster Linie darauf zurück- zusühren sein, daß in nächster Zeit die Ehestandsdarlehen zur Auszahlung kommen und sich die Möbelindustrie dadurch einen erhöhten Absatz verspricht. Frankfurter Mendbörse. Frankfurt a. M., 14. Aug. Die Abendbörse litt sehr unter Auftragsmangel und war fast nahezu geschäftslos. Da auch sonstige Anregungen fehlten und die Auslandsbörsen überwiegend schwache Kurse meldeten, neigte die Tendenz eher nach unten. IG.-Farben kamen 0,25 Prozent unter Berlin zur Notiz, wie überhaupt die Schlußkurse fast ausnahmslos Brief waren. Im Verlaufe ergaben sich keine Veränderungen von Belang, Harpener Bergbau lagen 0,50 Prozent über Berlin. Am Rentenmarkt blieben Neubesitzanleihe auf dem erhöhten Niveau behauptet, auch Altbesihanleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen waren kaum verändert. Dagegen gingen öprozentiae Stahlverein- Bonds um 0,25 Prozent zurück, Reichsbahn-VA. lagen 0,13 Prozent höher. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 11,15, Altbesitzanleihe 77,50, 6proz. Stahl- verein-Bonds 60,75, Reichsbahn-VA. 99,65, Schutz- gebietsanleihe alle Serien 6,80, Reichsdank 151,25, Gelsenkirchen 58,50, Harpener 90, Kali Westeregeln 125,75, Phönix 35,25, Rheinstahl 86,25, AKU. 29,50, Daimler 28, Scheideanstalt 172,50, JG.-Farben 130,13, Gessürel 80,50, Holzmann 49, Rütgerswerke 57, Siemens 153, Schöfserhof 158, Hapag 12, Lloyd 12,75 Prozent. cankfurtcr LHetrcivcbörse. Frankfurt a. M., 14. Aug. Am Probukten- markt lag nach wie vor starkes Angebot in neuem Getreide vor, so daß die Preise für Weizen und Roggen infolge der nur sehr geringen Rachfrage weiter nach ließen. Die Mühlen bekundeten auf Grund des nur schwachen Mehlabrufs starke Zurückhaltung. Die Mehlpreise gingen ebenfalls erneut um 0,50 Mk. je Doppelzentner zurück. Futtermittel lagen sehr ruhig und nachgebend. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mk.: Weizen neue Ernte 188,50 bis 190,00, Roggen neue Ernte 152,50, Sommergerste für Drauzwecke 177,50 bis 180,00, Hafer alt 147,50 bis 150,00, Weizenmehl Spez. 0 mit Austauschweizen 28,25 bis 29,25, dasselbe ohne Austauschweizen 27,25 bis 28,25, Roggenmehl 0- bis COprozentige Ausmahlung 22,75 bis 23,00, dasselbe südd. Spez. 0 23,00, Weizenkleie 7,40 bis 7,50, Roggenkleie 8,00, Soyaschrot 8,15 bis 8,70, Palmkuchen 8,50, Erdnußkuchen 9,90, alles ohne Monopolzuschlag, Treber getrocknet 13,75, Heu neue Ernte 5,00, Weizen- und Roggenstroh draht- gepreßt neu 1,60, dasselbe gebündelt neu 1,40. Kartoffeln, frühe hiesiger Gegend 1,80 per 50 Kilo bei Waggonbezug ohne Sack. Tendenz: ruhig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern Heben die Höhe der zutetzi beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o H., Lombardzinsfuß 5 o H. Franksur a. .LH. “7? rr Frankfurt a.M. Berlin Schluß« lurd Schlupf. Abend« börle Schluß« kurs Scvlußk. Mittag» börsc Schlußkurs Schlußt. Abend- börlc Schluß« kurs Schlupf. Millag- börsc 'Datum 12-8 । 14-3 11.8 । 14.8. Zlatum 12-8. 14.8 11.8. 14-8. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 83,5 83.25 • 83,5 83,75 lu„ ocSfll. Serie II ............. 5,05 _ 5,05 _ 6% ehem. ,% Dt.Reichsanl. v.1929 100 100 100 100,25 5% Ruman. vereinh. Rente v. 1903 3,9 3,9 _ 6’/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 85 85,25 — 85 ■112%Rumän.vereinh.Rentev.l913 7,3 7,5 — _ Deutsche Aal-Ablös.-Schuld mit Auolos.-Rechten ............. 77,9 77,5 77,25 77,4 11,2 4"o Rumänische vercinh. Rente .. 3,55 24.13 3,13 23,75 1.45 24 3,2 23,75 Tcsgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% efyem.8% Hess. Bolksstaat 1929 11,05 11,15 11 (cückzahlb. ........ 74,25 74,75 75 Hamdurg-Anterika-Pakel .....0 Hamburg Südam. Dampfschiff. 0 12,4 12 12 12 6% Hess. Landesbank Darmstadt 20,5 Oiolb >Ii. 12............... 81,25 81,25 81 81 Vanfa-Dain pfschiff........... 0 Norddeutscher Lloyd ......... 0 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 _ —— _ 18,13 12,75 6/2% Hess. Landes-Hypotheken- 13,25 12,7!) 12,65 bank Darmstadt Ligui......... 84 43,5 85 45 85 42,65 85 44,25 85 Lberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. — 67,5 (Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconw« 48 48 48.25 48,25 Deutsche Komm. Sammclabl. 9ln- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 70.5 70,65 70,5 70 Gesellschaft................ 0 52,25 52,5 52,5 52,5 6% ehern. 8% Franks. Hnv-Bank Dresdner Bank.............. 0 44,65 44,65 44,65 44,65 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank 81,75 81,5 Reichsbank ................ 12 152.5 151,25 151.9 151,25 Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 81,75 81,25 — _ A.E.G...................... 0 19,75 109 20 19,75 108,75 20 108,4 6’z2% ehem. -P'2% Franks. Hyp.- Bank-Ligu.»Psandbriese....... 85,13 Bekula.................... 0 108,5 85 _ tSIcltr.Lieferungsgeselsschaft... 6 Lilin und Straft ............6 5’/,% ehern. i‘/2% Rheinische 85,6 82,5 84 96.5 97 14 97 47 81 Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 6% ehem. 8% Pr. Landespsand- briesanftalt, Pfandbriefe R. 19 86 82,5 82,5 83 Felten L Guilleaume.........0 Gesell,ch.f.EIektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 5 47,25 80,5 86 47 80,1 85.5 47,25 81,25 6% ehern. 7% Pr. Landcspsand- 83,25 Schuckert «Sv.......... 5 99 98,75 154,4 124 bricsanstall, Pfandbriefe R. 10 83,25 —» 83 Siemens L Halske...........7 Slcuergutsch. Verrechnungskurs.. 86,13 86,13 86,13 86,13 LahincyerLCo. ........ 10 I23J3 124^5 124Ji 4% Oesterreichischc Goldrentc.... — — — __ fiq 69 108,25 4,20% Oesterreichische Cilberrcnte 4% Üngarische Goldrente....... — 4,4 0,8 4,5 4,65 Deutsche Erdöl ..............4 Gelsenkirchener..............0 Harpener....... . 0 109,25 59,25 90,4 108 107^4 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4,25 58,5 90 59 58,25 89,5 4'/2% bcvfil. von 19t3.......... — 4,75 7 5,1 5,1 - Hocsch Eisen—Köln-Ncuessen .. Ö Ilie Bergbau ............... 6 Ulfe Bergbau Genüsse........ 6 nlöcknerwerke ... 0 6% abgest. Goldmexikancr von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... 5,05 6,8 4,95 139,5 101 54 138 103,4 53,5 61,75 140 100,5 54 60,65 137,25 102,75 53,25 4,9 Manne. ntann'Rvbren........0 60,25 60 58,5 58,75 Jranffurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Schlußkurs Schlußt. Abend« bört'e Schluß« lurd «schlugt. Mittag- dürfe 11. August 14-August Amtliche Notierung Geld I Brie« Oatum 12-8. 14 8- 11.8 14-8. Geld Brie> Hcljingfors.. Wien....... Manssclder Bergbau......... 0 Kokswerke............ 0 Phönix Bergbau............. 0 Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinftahl ..................0 Bereinigte Stahlwerke........0 Slavi Minen ............... 0 Kaliwerke Aschersleben........ 5 Kaliwerke Westeregeln........ 5 Kaliwerke Salzdetfurth..... iy2 I. G. Farben-Inbustrie.......7 Scheideanstalt............... 9 Goldschmidt ................0 Rütgerswerke......;........0 Metallgesellschafi............. 0 Philipp Holzmann...........0 Zementwerk Heidelberg ......0 Cementwerk Karlstadt.........0 Schultheis Payenhoser .......0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 0 Zellstoff Waldhos............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........0 Orenstein & Koppel..........0 Leonhard Tieh .............. 0 Eliade......................10 Accumulatoren-Fabrik........0 Conti-Gummi...............0 Griyner....................0 Mainkrastwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker.........8 24,75 36,75 194,13 89,5 36 13 121,5 170 125.5 132 173 46,25 57,75 51,5 50,5 80,5 30,5 47,75 42 21 28,25 41 Ji 14,5 155 166,5 156 58,25 156,5 25,25 35,25 196 86,25 35 12,5 121 125,75 170,5 130,13 172,5 46,75 57 51,9 49 "•2 29,5 47 41 21 28 43 >4,5 153,75 168,5 155,65 58,25 157,75 24,75 79 36,75 193 89 36 12,5 121,5 125 171 132 45,13 58 52 : 105 30,65 47,25 41,13 22 114,75 28,13 40,25 31,25 14,65 155,5 165,5 157.5 20,25 25.25 77,5 35,4 196,25 86,25 35 12,5 126 170 130,4 46.75 57,5 48,5 104 29,75 47 41 22,5 113 28,75 43 32 14,5 154 168.5 155,75 20,5 157 47,45 12,42 3,047 169,63 69,98 62,09 71,68 13,90 0,928 3,097 58.59 22,08 16,445 81,20 35,09 81,67 0,837 0,244 5,195 >2.67 v. lob 47,55 12,44 3,053 170,02 70,12 62,21 71,82 13,94 0,932 3,103 58,71 22,12 16,485 81,36 35,17 81,83 0,839 0,246 5,205 12,69 3 entknoten b, 144 47,45 12,42 3,047 169,68 70,03 62,09 71,73 13,90 0,928 3,112 58,60 22,09 16,45 81,12 35,12 81,67 0,836 0,244 5,195 12,67 b, IDb 47,55 12,44 3,053 170,02 70,17 62,21 71,87 13,94 0,932 3,118 58,72 22,13 16.49 81,28 35,20 81,83 0,838 0,246 5,205 12,69 Prag....... Budapest ... Sofia...... Holland .... Colo....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Oieunork.... Brüssel..... Italien..... Paris ...... Schweiz .... Spanien.... Danzig..... Japan...... Rio de Jan. . Jugoslawien. Lissabon.... Berlin, 14. August Geld Bries Amerikanische Roten.............. Belgische Roten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, S 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten ................ 3,065 58,44 61,83 13,86 16,41 169,26 21,97 69,86 71,56 80,94 34,99 .3,085 58,68 62,07 13,92 16,47 169,94 22,05 70,14 71,84 81,26 35,13