Montag, 15. Mai 1955 185. Jahrgang Nr. 112 svühauSsaVe Vizekanzler von Papen über die deuische Aufgabe Blut und Boden vollkommenes Rätsel geblieben. Helms eine unpolitische. Er führte etwa folgendes inneren Erhebung sollten 'Menge. Seine Rede stürmen unterbrochen, aus: beim Dauern ansetzen. Das neue bäuerliche Erbhofrecht, daS jetzt angetündigt wurde, trennt mit Recht den! Degrisf des Dauern von dem der Landwirtschaft. Dauer ist, wer persönlich seinen $of ohne Vor- wcrke bewirtschaften kann und auf ihm die Older» nahrung findet, nicht aber der Latisundienbesihec, der dem Inhaber eines Aktienpakets zu vergleichen ist. Seine Dindung an den Boden ist nicht so stark wie die des Dauern im ursprünc« lichen Sinne des Wortes und im Sinne des neuen Gesetzes. Der Latifundienbesiher wird Der geistige Ausbruch, in dem wir stehen, und der uns innerlich erfüllt, ist der Umwelt ein Der Kriegsminister einer fremden Macht hat dieser Tage von Sanktionen gesprochen, das G e- döchtnis der Welt und dieser Staatsmänner scheint e r st a u n l i ch kur;. 3n Lausanne beglückwünschten sie mich und sich selbst, bafo nach 14 Jahren die Irrtümer auf der Siegerseite, daß nun endlich der Wahnsinn der Reparationen beseitigt sei, und daß mit dem Ende des Traums, Deutschland werde alles zahlen, nun auch der phantastische Gedanke ein Ende gesunden habe, man könne Zahlungen mit militärischen Sanktionen erpressen. Diesem Kriegsminister ist es offenbar nicht bekannt, welche hypokrafie darin lieg«, den Völkerbund zu Sanktionen aufzufordern gegen eine Macht, die nichts tut als einen moralifchen Kampf gegen unfittlicheverträgezu führen, während dieser gleiche Völkerbund es nicht einmal fertigbrachte, irgendeine Maßnahme gegen solche Mächte zu ergreifen, die zu den Waffen griffen und Krieg führten. Gegenüber dieser Lage werden wir fortfahren, nichts zu tun, als unser Recht auf gleiche Sicherheit unter den Rationen zu fordern, d. h. die Abrüstung der anderen gemäß dem Versailler Vertrag, nichts anderes, wir werden zeigen, daß die Ration von heule mit eifern disziplinierten Reroen jeder Provokation gegenüber nur den Standpunkt des gleichberechtigten Ariedens für alle verfechten wird. Icr v. Papen zu Genf wariei auf Hitlers Erklärung Oie Fortsetzung der Konferenzarbeit bis Donnerstag vertagt. Münster, 13. Mai. (WTD.) Auf einer gemeinsamen Kundgebung der RSDAP. und des Stahlhelm von Westfalen-Rord in der Münster- Halle in Münster sprach heute abend Dizekanz- einer vieltausendköpfigen wurde oft von Beifalls- Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Rcichspfennig, Platzvorschrist 20°, mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfürdenAn- zeigenteil i.D. Th. kümmel sämtlich in Gießen. Der Bizekanzler streifte dann die Frage, was die politische Lage von jedem einzelnen verlange, und betonte, daß der Kampf gegen den Pazifismus niemals gleichzusehen sei mit dem Willen zum Kriege. Aus dem Pazifismus sei eine unkämpferische Lebensanschauung erwachsen. Statt die Energien zum Lebenskampf aufzupcitschen, wollte man jedem gewissermaßen Teppiche unter die Füße breiten. Die pazifistische Kriegsliteratur tat so, als ob der eines unnatürlichen Todes gestorben sei, der auf dem Feld der Ehre gefallen sei. Der Gei st von Langemarck und der Geist der nationalen Revolution sind e i n u n d dasselbe. Ihre Träger sind die soldatischen Menschen, die in der Seele und im Körper, kämpferisch bleiben. Ob SA. oder Stahlhelm, cs ist derselbe Geist der Lebensbejahung, der Bejahung des Opfcrtodes. der sich durch bitter« Jahre hindurch erhält und dann hindurchbricht, um eine neue heroische Zeit zu begründen. Trotzdem find die Aufgaben der beiden Formationen nicht die gleichen, weil das politische Gesetz untet dem beide angetreten sind, Der- schiedenheit »ufweist. Wohl ist auch die SA. eine Truppe, die vom Wehrhaftigen durchgluht ist, die Stoßkraft ihres Willens ist aber eine vornehmlich nach innen gerichtete, eine politische. Der Stahlhelm setzt von jeher die Traditionen der aUen Armee fort. Die alte Armee war der Ausdruck des völkischen Behauptungswillens nach außen. Es gab keine innerpolitischen Probleme. Deshalb ist die Aufgabe deS Stahl- Genf, 13.Mai. (TU.) Der Präsident der Abrüstungskonferenz, Henderson, veröfsentlichte am Samstagabend eine amtliche Rote an sämtliche Konferenzmächte, in der mitgeteilt wird, daß die zu Montag nachmittag einberufene Sitzung des Hauptausschusses, in der die General- aus sprach e über die Hauptpunkte des Abrüstungsabkommens stattfinden sollte, auf Donnerstag nachmittag verschoben worden sei. In der Note des Präsidenten heißt es, daß Botschafter N a d o l n y den Präsidenten Henderson von seiner Mreise nach Berlin unterrichtet habe und daß Staatssekretär z. D. vonRheinbaben die Führung der deutschen Abordnung übernehme. Von weheren Abordnungen sei ihm darauf milgeteilt worden, daß gewisse Mächte nicht in der Lage feien, die ursprünglichen Dispositionen ein- zuhalten, nach denen am Montag dem Hauptausschuß grundsätzliche Erklärungen zu der gegenwärtigen Lage auf der Konferenz abgegeben werden sollten. Als Grund werde die Reichstagssitzung angegeben, in der die deutsche Regierung eine Erklärung über d i e deutsche Ab rüst ungspolitik abgeben werde. Präsident He n - derson teilte daraufhin mit, daß er unter diesen Umständen sich entschlossen habe, die Sitzung auf Die deutsche Arbeiterschaft habe uns in jener denkwürdigen Sitzung am vergangenen Mittwoch ein heroisches Beispiel gegeben von dem Willen zur neuen Bolkswerdung. und der Kanzler prägte an diesem Tag das Wort, daß er keinen größeren Stolz besitzen werde als den, am Ende seiner Tage sagen zu können, ich habe den deutschen Arbeiter erkämpft. Mit gleichem Recht wird er am Ende seines Lebens sagen dürfen: Ich habe deutsches Soldatentum mit seinen unsterblichen Eigenschaften des Pflichtbewußtscins, des Muts, der bedingungslosen Hingabe an bas Canb feines Blutes, an bic Heimat seiner Väter wieder in den Mittelpunkt des Denkens der deutschen Ration gestellt. Ich habe dem deut- schen Volk das Vorbild des deutschen Soldaten gegeben. Die Ausführungen des Dizekanzlers wurden mit stürmischem Beifall ausgenommen. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied beschlossen die Deranstaltung. Das Echo in Frankreich. Paris, 14. Mai. (TU.) Die Rede des Dize- kanzlers von Papen in Münster läßt den Paris s o i r" eine vollkommene Unna ch g i e b i g k e i t Hitlers befürchten. Weiin dem so sei, würde selbst die Vertagung der Genfer Verhandlungen auf Donnerstag der Qtb- rüstungskonserenz nicht aus der Sackgasse Helsen. Das „Journal des Debats" bezeichnet die Aussührungen von Papens als eine Apologie des deutschen militaristischen Geistes und als eine unverschämte Antwort auf die Erklärungen Lord Hailshams. Die übrigen Blätter beschränken sich darauf, die klaren Worte des Vizekanzlers m ausführlichen Auszügen wiederzugeben. In politischen Kreisen ist man allgemein der Ausfassung, daß die Münster-Rede Papens als ein Dor- zeichen für die Haltung der Reichs- regierung vor dem Reichstag aufzufassen sei. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild - Die Scholle monats=Be$ug$prei$: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. §enisprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Kranksurt am Main 11686. SwischseiMche Kundgebungen in London Feindselige Ruse unter der roten Fahne. Geschwistern gegenüber Verpflichtungen in einer Höhe übernehmen, die sie nach dem Vermögens- I teert gemessen ihm gegenüber nicht allzusehr benachteiligen sollten. Die Auszahlung war in der Regel nur möglich, wenn der neue Besitzer seinen Hof hypothekarisch verschuldete. Das neue Erbhofrecht geht von dem Gedanken aus, daß der Mensch im Leben auf sich gestellt sein soll, wenn er seine Ausbildung erhalten hat. Die 'JDliterben werden künftig nur den Anspruch auf einen angemessenen Unterhalt und eine angemessene Erziehung bis zu ihrer Volljährigkeit und auch das nur | gegen eine entsprechende Arbeitsleistung haben. Für । den kapitalistisch gesehenen Anspruch auf Auszahlung ihrer Quote nach römischen Recht gewinnen sie aber etwas, was nach der sittlichen und tatsächlichen Bedeutung viel mehr ist, den H e i m a t s cb u Y. In ihm findet die Idee besonders stark ihren Ausdruck, daß der Hof Besitz und Verpflichtung der Sippe ist. In ihm wird die Verbindung von Blut und Boden in besonderer Weise verwirklicht. Der Abkömmling eines Bauernhofes, der im Leben unverschuldet in 'Rot gerät, darf auf den väterlichen Hof zurückkehren, und es muß ihm — natürlich wieder nur gegen die entsprechende Arbeitsleistung — Unterkunft und Unterhalt gewährt werden. Wenn der Hof durch Beseitigung der früheren anerbenrechtlichen Bestimmungen von der Gefahr der Verschuldung und Ueberschuldung befreit werden soll, so muß er darüber hinaus grundsätzlich gegen hypothekarische La sten gesichert werden. Das neue Gesetz will einen unbelasteten Besitz, eine schuldenfreie bäuerliche Erde schaffen, um den eigentlichen Schöpfer und ursprünglichen Träger des Staates ganz fest an die Scholle zu binden/ und so das ganze Volk wieder stärker in feinem Boden zu verwurzeln, um die völkischen Quellen des staatlichen Gemeinschaftslebens immer offen zu halten. Die unverkennbare Einstellung gegen den Latifundienbesitz wird mit großer Wahrscheinlichkeit zur Folge haben, daß aus dem Bereich des rein nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geleiteten Großgrundbesitzes sich zunehmend erweiterte Flächen herauslösen, die der Siedlung zur Verfügung gestellt werden können, die also zu einer zahlenmäßigen Verstärkung des deutschen Bauerntums führen wer- den. w Als Adolf Hitler auf dem Tempelhofer Feld den Bauernschutz an die Spitze seiner Thesen stellte, da mochten Zweifler noch denken, daß er auf eine agrarische Interesfenpolitik ziele. Was jetzt verwirklicht wird, ist ganz etwas anderes. Dieses urdeutsche Gesetz will zu der Lebensoerbundenheit des deutschen Rechtsdenkens zurückjühren, die völkischen Grundlagen des Staates sichern und eine gesunde Verteilung von Bolk und Land bewirken. Es wird oft die Frage an mich gerichtet, ob die Partner, die am 30. Januar die Regierung der nationalen Erhebung bildeten, nicht gleichberechtigt find und die gleichen Aufgaben hätten. Schon am 21. Februar habe ich erklärt, daß unser vornehmstes Ziel fein wird, die drei großen Heeressäulen der nationalen Bewegung — den Nationalsozialismus, den Stahlhelm und die Kämpfer der konfervativen Idee — geistig zu verschmelzen und dem Staat alle geistigen und freien Energien dienstbar zu machen, die in den harten letzten 14 Jahren für eine bessere Zu- kunft gekämpft haben. Wir können der nationalen Bewegung nicht gedenken, ohne die Augen auf den Mann zu richten, der die Sturmfahne voraustrug, der die Hoffnung der ganzen Ration ist: Adolf Hitler. Zu den wichtigen Aufgaben, die jeder zu erfüllen hat, darf es keinen anderen Wettbewerb geben als den, sich in der Hingabe an Volk und Vaterland gegenseitig zu übertreffen. Eine kluge Führung wird die Aufgaben abgrenzen und Formen finden, in denen die beiden großen Wehrorganisationen sich ergänzen und nebeneinander arbeiten können. Rur ein Volk ist seiner geschichtlichen Mission gewachsen, das versteht, die inneren Reibungen auf ein Mindestmaß herabzusehen und die ganze Ration auf die außenpolitischen Bedürfnisse e i n z u st e l l e n. Dazu bedarf es aber der Selbstdisziplin und der inneren Zucht. Ein erhebender Gedanke sei es, den unseligen Streit zwischen Kapital und Arbeit und zwischen Arbeitgeber unb Arbeitnehmer aus der Welt zu schaffen, den Arbeiter zu einem vollberechtigtenMitgliedder neuen V olksgemeinsch a f t zu machen. Wenn jemals in der Geschichte, dann müsse jetzt der Geist über die Materie siegen. London, 14. Mai. (WTD.) Alfred Rosen- berg ist heute vormittag nach Berlin ab- g e r e i st. Bei seiner Abfahrt kam es zu Kund- gebungen auf dem Bahnsteig. Nachdem Rosens berg im Zug Platz genommen hatte, erging sich eine Anzahl Personen in feindseligen R u - fen auf das neue Regime in Deutschland. Ein Mann, der eine rote Fahne schwenkte, wurde von der Polizei vom Bahnhof entfernt. Die Rufe erneuerten sich, als sich der Zug in Bewegung setzte. Alfred Rosenberg spricht zur englischen presse. London, 13. Mai. (WTD.) Der Leiter des Außenpolitischen Amts der RSDAP. Alfred Rosenberg erklärte in einem Interview gegenüber einem Vertreter des Reuterbureaus, daß man die deutsch-englischen Beziehungen unter dem Gesichtspunkt der politischen Hot» Wendigkeiten und nicht der persönlichen Gefühle betrachten müsse. Die Anerkennung der deutschen Gleichberechtigung würde sicherlich zur Herstellung eines dauernden Friedens dienen. Rosenberg erklärte, er sei mit dem Ergebnis seiner Londoner Reife zufrieden. Es sei immer am wertvollsten, die Anschauung eines anderen Landes GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Drud nub Verlag: Vriihl'sche Untversilülr-Vvch- und Zleindruckerei K Lange in Gießen. Zchnstleitung und Geschäftsstelle: Zchulttrahe 7. Donnerstag nachmittags zu verschieben Bis dahin soll auch keine Sitzung des Präsidiums stattjinden. Botschafter R a d o 1 n y ist Samstag um 18 Mr nach Berlin abgereist. Aus der von Henderson veröffentlichten Erklärung geht deutlich hervor, daß die Vertagung nicht auf Wunsch der deutschen, sondern anderer Delegationen stattfindet. Botschafter R a d o l n y hat Henderson heute vormittag ausdrücklich erklärt, daß die deutsche Delegation zu der Debatte am Montag bereit fei, und er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Konferenz während seiner kurzen Abwesenheit von Gens ihre Arbeit sortsehen werde. Hen- der son war mit Radolnh derselben Meinung. Die für die Vertagung nunmehr angegebenen Gründe zeigen, welch große Bedeutung man auf der Abrüstungskonferenz der angekündigten außenpolitischen Erklärung des Reichskanzlers beimißt. Tatsächlich nimmt die Einberufung des Reichstags schon jetzt das Interesse der Konferenz völlig gefangen. Das Rätselraten über den mutmaßlichen Inhalt ist groß. Roch nie sah man hier in Genf einer deutschen Regierungserklärung mit so großer Spannung entgegen wie jetzt. in aller Klarheit kennenzulernen, zumal in einem Augenblick, in dem die wichtigsten Probleme auf der Tagesordnung ständen. Auf die Frage, ob er gefunden habe, daß das britische Volk der neuen Regierung in Deutschland sympatisch gegenüber» stehe, erklärte Rosenberg, die Ansichten seien je nach den Personen, mit denen er gesprochen habe, verschieden gewesen. Rosenberg fügte hinzu, daß diejenigen Dinge, die man in Deutschland nach 14jährigem Kampf als selbstverständlich und bedeutsam erkannt habe, in ihrer vollen Tragweite in England nicht gewürdigt worden seien, wohl wegen der Verschiedenheit der politischen, wirtschaftlichen und geographischen Voraussetzungen. Lr hoffe jedoch, daß bei genauerer Kenntnis der Lnlwicklungslinien der deutschen Revolution, Deutschland auch in Großbritannien wachsendes Verständnis finden werde. Auf weitgehendes Verständnis im Interesse beider Länder hoffe er, ebenso ro* er darauf vertraue, daß die deutschen Wünsche, die in so enger Berührung mit den europäischen Problemen stünden, i m 0 e i ft d e s Friedens und der Freundschaft durch Zusammenarbeit im Interesse aller gelost würden. Wir, die wir uns losgemacht haben aus den Jdeengängen der letzten 'anderthalb Jahrhunderte, werden nicht verstanden von denen, die mit ihrer Staatsform und ihrem soziologischen Denken noch in den Spuren der französischen Revolution weiterwandeln. Aus diesem Nichtverstehen und aus der Unfähigkeit, die Größe des geistigen Umbruchs, der sich in Deutschland vollzieht, zu begreifen, hat sich ein außenpolitischerRingumuns gezogen, der vollkommen den Augusttagen des Jahres 1914 gleicht. Es wäre kindlich und der Stunde, in der wir leben, -------- ----- . . nicht würdig, wenn wir aus Ueberhebung oder aus darum nicht den Schuh und die Fürsorge gc- schwäche die Augen vor der Gesahr verschließen nießen, die das neue Recht dem Hofbesitzer an- sollten, die unser nationales Leben zu bedrohen gedeihen läßt. Die sichere und dauernde Ver- scheint bindung von Blut und Boden ist aber dann kommenden Mittwoch wird die deutsche Volks- nicht vorhanden, wenn der Bauernhof den Cha- ^retung zusammentreten, damit die Umwelt er- ralicr der Ware hat, der ihm vom römischen wg Reichsregierung und das deutsche Recht gegeben wurde. Im ^ermamschen Recht über öie gage denken und welchen Weg sie zu hatte er ihn nicht. Der Grundgedanke bed deut . entschlossen sind. Die Welt darf dann aufhor- schen Rechts wird am besten gekennzeichnet m! feststellen daß ein großes Volk und der der Feststellung bes Sachsen p.cge s: -Der Bauer nur für eine kurze Zeit- bat nur em Kinb . Damit sollte gejagt sein, fpan9ne mit materiellen Mitteln der Lebensrechte be- daß nur einer der Rachkommen Erbe IP^ merben kann, die ihm nach der göttlichen des ÄvseS lern dürfe, der so vor Zersplitterung Ordnung der Dinge genau jo zustehen, wie allen bewahrt blieb. anderen Mächten der Welt. Reste des alten Rechtes haben sich m ganz Preußen mit Ausnahme des Rheinlanbes und von Hessen-Rassau als Sitte erhalten. Die geschlossene Vererbung der Bauernhöfe wurde durch Vertrag. Vereinbarung oder Testament bewirkt. In Westfalen und Riederdeutschland, wo der mittelgroße Bauernhof in der Landwirtschaft überwiegt, gab es sogar noch ein Anerben recht. Aber auch dieses Anerbenrecht war so stark von den Ideen des römischen Rechts durchtränkt, daß es den beabsichtigten Zweck nur sehr unvollkommen erreichte. Der Alleinerbe eines Bauernhofes mußte seinen Adolf Hitler hat in seiner Rede auf dem Tempelhoser Felde gesagt, daß die Arbeit am deutschen Wiederaufbau beim Bauern beginnen müsse. Diese Ausfassung ist erft in zweiter Linie von dem wirtschaftlichen Gedanken bestimmt, daß die ganze Welt Geld habe, wenn es der Bauer hat. Der tiefere Grund für den Arbeitsbeginn beim Bauern liegt in der Erkenntnis, daß bei ihm bic Keimzelle des Staates und die ständige Quelle i In den Tagen der ________ seiner Erneuerung zu suchen ist. Die -Wer- to-r fog alten Soldatengrundsahes nicht Verbindung eines Volksstammes mit einem geogra- „en un(cre Lagekühlundkritischzu phischen Raum wurde erst möglich, als vieh- f> c t r’a d) t e n. So wie wir es einst gewohnt züchtende und jagende Romaden zu seßhaften toQrcn ,m um uns wieder einmal klar zu Bauern wurden. Hier ist der Ursprung der ©icm- werden, daß große Siege und Entscheidungen nieten und Rationen gegeben. Hier allem bleibt ma[g unverdient in den Schoß fallen, sondern daß auch die sichere Verbindung von D o l k und errungen werden müssen mit dem Einsatz der D o d e n. Der Arbeiter und Angestellte in ben ganzen Seele und der ganzen Persönlichkeit, mit Städten ist in seiner Existenz nicht unbedingt gcr D0[[cnbetcn Hingabe des Kämpfers, der gc- an den Ort gebunden, er kann innerhalb der j>en Sieg aus den Sternen zu holen. Landesgrenzen und ohne entscheidende Hemmungen auch über sie hinauswandern. Ein Staat, der 'sich aus völkischer Grundlage erneuern und sichern will, muß aus diesen Erwägungen heraus Erfolglose Generalstreikhetze in Danzig. Danzig, 13. Mai. (TU.) Die Gauleitung Danzig der NSDAP, teilt mit: Die Gleichschaltung der Gewerkschaften in Danzig ist vom ADGB., dem auch die Danziger Gewerkschaften unterstehen, angeordnet worden. Die Durchführung dieser rechtmäßigen Anordnung haben die marxistischen Führer in Danzig zu sabotieren versucht. Infolgedessen hat der neuerannte Führer der Gewerkschaften in Danzig einen Gerichtsbeschluß zur Durchführung seines Auftrages erwirkt. Daraufhin erfolgte die Uebergabc, die auf absolut rechtlicher Grundlage mit Hilfe des Gerichts oorgenommen wurde, ordnungsgemäß und ohne jeden Widerstand.Die abgesetzten marxistischen Gewerkschaftsführer benutzten diese in jeder Beziehung rechtlich begründete Maßnahme zu einer unerhörten Hetze, ine in der Aufforderung an die friedliche Danziger Arbeiterschaft zum Generalstreik gipfelte. Die Danziger Arbeiterschaft hat dieser Aufforderung zum Generalstreik jedoch kein Gehör geschenkt, sondern hat Samstag früh die Arbeit ausgenommen, wie an jedem anderen Tage. Von einem Generalstreik ist nirgends etwas zu bemerken. Gestreikt habep lediglich die abgesetzten marxistischen Gewerkschaftsführer. Die Danziger Arbeiterschaft hat ihnen die Gefolgschaft versagt und sich freudig der neuen Gewerkschaftsführung unterstellt. In der ganzen Stadt Danzig herrscht Ruhe und Ordnung. Die in der ausländischen Presse verbreiteten Meldungen von Unruhen in Danzig sind unwahr und finden ihre Begründung lediglich in den lügenhaften Behauptungender abgesehten marxistischen Gewerkschaftsführer, die die rechtlich einwandfrei durchgeführte Gleichschaltungsaktion bei den Danziger Gewerkschaften zu einer landesverrä- terischenHehe benutzen, wie sie verwerflicher nicht gedacht werden kann. So wurde z. B. die Ostpreußenfahrt des ADAC., die am Freitag Danzig auf der Durchfahrt berührte, von ihnen als Einmarsch reichsdeutscher (5QI. und Reichswehr bezeichnet, die angeblich die Gewerkschaftshäuser beseht haben sollen. Qllle derartigen Gerüchte und Meldungen, die frei erfunden sind, werden bewußt von den Marxistenführern lediglich deshalb verbreitet, um nicht v orhandene LInruhe künstlich zu inszenieren. Die GPN.-Führer rufenpolen zu Hilfe. Danzig, 13. Mai. (TU.) In einer sozialdemokratischen Wahlversammlung in Danzig hielt der Parteivorsitzende Brill eine Rede, die eine einzige Beschimpfung und Verleumdung des nationalen Deutschlands war. Der Redner wiederholte alle längst widerlegten Greuelmärchen und behauptete u. n., daß die Nationalsozialisten in Deutschland Tausende von sozialdemokratischen Gewerkschaftsfunktionären ermordet hätten. Der sozialdemokratische Listenführer, Abgeordneter Gehl, entwickelte dann em Programm, wie die Sozialdemokratie m > t H ilfe der Polen verhindern könne, daß die Nationalsozialisten in Danzig an die Macht kämen. Er erklärte, daß die SPD. alles Material über angebliche Uebergriffe der Nationalsozialisten in Danzig sorgfältig gesammelt habe und diese Denkschrift Polen übergeben werde, damit dieses den Völkerbund zu einem Einschreiten in Danzig zugunsten dec Sozialdemokratie veranlasse. Die Danziger Polen hätten gleichartiges Material gesammelt. Es würde zusammen mit dem sozialdemokratischen Material in Genf oorgelegt werden. Obwohl Gehl selbst zugab, daß bisher die Ruhe und Ordnung noch nirgend gestört sei, meinte er, daß dies aber vielleicht in Zukunft möglich sei. (!) Aus diesem Grunde müsse oorgebaut werden. (!!) Aus diesen Mitteilungen des sozialdemokratischen Führers ergibt sich vollkommen klar, daß es sich um einen gemeinsam mit den Polen organisierten sozialdemokratischen Landesverrat handelt. Die Danziger Bevölkerung ist gegen diesen Verrat des deutschen Danzig an Polen außerordentlich erregt. Es wird energisch die Verhaftung und Aburteilung der sozialdemokratischen Dolchstößler gefordert. Im Gebiet der Danziger Altstadt kam es am Freitag verschiedentlich zu Ansammlungen und Kundgebungen. Als die Polizei einschreiten wollte, flüchtete ein Teil der sozialdemokratischen Demonstranten in das Gebäude der Polnischen Post, während die Demonstranten das Gebäude der Polnischen Post ohne weiteres betreten dursten, wurde den Danziger Polizeibeamlen, die die Demonstranten verhaften wollten, der Zutritt zur Polnischen Post verweigert. Aus den Fenstern des Gebäudes der Polnischen Post riefen die Sozialdemokraten dann Schmährufe auf die Polizei aus. U. a. wurde gerufen: „Polen gibt uns die Freihei t!" und „Polen gibt uns die internationale Polizei!" Auch in Danzig Korruption bei den Gewerkschasten. Das Ergebnis der Nachprüfung durch die RSBO, Danzig, 14. Mai. (TTl.) Sn einer überfüllten Massenversammlung in der Messehalle teilte der Leiter der R SD O. in Danzig, K e n d z i a. mit, daß die sozialdemokratischen Leiter der Danziger Gewerkschaften noch einen Tag vor dem völlig fehlgeschlagenen Generalstreik erklärt hätten, sie ließen nicht zu, daß das Vermögen der Danziger Freien Gewerkschaften beschlagnahmt würde. vielmehr sei bereits der Versuch gemacht worden, sich von den deutschen Gewerkschaften loszulösen und sich den polnischen Gewerkschaften anzugliedern. Diesem landesverräterischen Treiben sei die RSBO. zuvorgekommen und habe durch Gerichtsbeschluß die ordnungsmäßige Uebergabe des Hauses der Freien Gewerkschaften an die JISBO. erwirkt. Der Danziger Gauleiter der RSBO., Qllbert Forster, schilderte sodann die unglaubliche Korruptionswirtschaft, die bei den Danziger Gewerkschaften geherrscht habe. Ganze Kartotheken seien fortge- schleppt, die meisten Qlkten vernichtet gewesen. Bargeld sei bei der TIebernahme nicht gefunden worden. Die Kassenbücher seien seit Monaten nicht mehr geführt worden, ebenso waren keine Kassenbelege vorhanden. Ls sei ferner zweifelsfrei feslgeslellt worden, daß sich die Danziger Gewerkschaften mit den polnischen Berufsorganisationen zusammenschließen und sich dem polnischen Gewertschaftsring unterstellen wollten. Diese Mitteilungen riefen in der Versammlung ungeheure Empörung und stürmische Rufe wie .Landesverräter". „Pfui Teufel" usw. hervor. Es wurde, wie Gauleiter F o r st e r weiter bekanntgab, auch eine ilrfunöe gefunden, daß der Deutsche Baugewerkschastsbund, Bezirksverband Danzig, im Süll 1930 der sozialdemokratischen Zeitung, der .Danziger Volksstimme", über 20 000 Gulden zur Verfügung gestellt und dieses Geld somit in ein Unternehmen gesteckt habe, das pleite war. Ferner ist festgestellt worden, daß die sozialdemokratische „Danziger Volksstimme" 60 000 Mk. von der Qlrbeiterbank in Berlin geliehen erhalten habe. Oluf Grund dieser unglaublichen Schulden werde jetzt privatrechtlich gegen die „Danziger Dolksstimme" vorgegangen werden. Wenn die „Danziger Volksstimme" nicht zahlen könne, so werde ein Gerichtsbeschluß bzw. eine Beschlagnahme der Zeitung erwirkt werden. Die Riefenversammlung nahm die Mitteilungen über den erneuten Landesverrat und die ungeheure Korruptionswirtschaft der Danziger Gewerkschaften mit großer Erregung auf. AlleBetriebe in Danzig arbeiten wieder Danzig, 15. Mai. (WTB. Funkspruch.) Montag früh ist die Arbeit in den am Samstag vom Generalstreik betroffenen Danziger Betrieben wieder' voll ausgenommen worden. Auch die Schriftsetzer, die der Generalstreikparole am Samstag gefolgt waren, arbeiten wieder. Thüringer Bauernführer gegen Hugenberg. Meiningen, 14. Mai. (WTB.) Eine große Thüringer Landvolkführerversammlung faßte auf ihrer am Sonntag in Meiningen abgehaltenen Bundestagung nach einer programmatischen Rede des Reichsbauernführers Walter Darre folgende Entschließung, die an den Reichspräsidenten von Hindenburg, den Reichskanzler Qldolf Hitler und den Reichsminister Göring telegraphisch abgesandt wurde '■ »Die Tauernführer aus allen Teilen Thüringens haben heute anläßlich ihres diesjährigen Bauern- kongresies einmütig ein T r e u b e k e n n t n i s SU der unter Qldolf Hitler stehenden Regierung abgelegt. Die Thüringer Bauern haben jedoch nicht das Vertrauen zu der von Reichsminister Hugenberg geführten Qlgrarpolitik. Sie fordern daher einstimmig die Ersetzung von Reichsmini st er Hugenberg durch den nationalsozialistischen Reichsbauernführer Ein Reichsgesetz über Zwecksparunternehmungen. Berlin, 12. Mai. (ERB.) Das Reichskabinett hat ein Reichsgeseh über die Zwecksparunter- nehrnungen verabschiedet, das besonders dazu dienen soll, eine scharfe Unterscheidung zwischen den sogenannten Z w e ck s p a r k a s f e n und den a l l- gerneinenSparkassenzu schaffen. Die Bezeichnung der Zwecksparunternehmungen als Sparkassen ist bei der oft nicht ganz geklärten! finanziellen Lage der Zweck- und Bausparkassen geeignet, das Vertrauen zu den Sparkassen allgemein zu untergraben. Dieser Gefahr beugt der neue Gesetzentwurf dadurch vor, daß allen Zweck- sparkassen die Bezeichnung „Sparkasse" verboten wird. Die Unternehmungen müssen hch künftig als Zwecksparunternehmungen bezeichnen. Es wird ein Reichskommissar für die Zwecksparunternehmungen eingesetzt werden, der diese Unternehmen scharf überwacht. Sn Zukunft können Zwecksparunternehmungen nur in Form einer Aktiengesellschaft, einer Kommanditgesellschaft auf Aktien oder einer GmbH, gegründet werden. Das Kapital muß m i n d e ft e n s 5 0 000 Mark betragen und in bar voll eingezahlt werden. Bei bestehenden Unternehmungen muß zumindest die Hälfte dieses Aktienkapitals voll eingezahlt werden, also zumindest 25 000 Mk. Um eine größere Publizität für diese Unternehmen zu schaffen, müssen künftig die Bilanzen im Reichsanzeiger veröffentlicht werden, ferner werden sehr weitgehende Aevi- sionsbestimmungen über die Zwecksparunternehmungen verhängt. Schilder zur Bezeichnung deutscher Geschäfte. München, 12. Mai. (WTB. Funkspruch.) Ru- dolf Heß, der Stellvertreter Adolf Hitlers in der Führung der NSDAP., hat folgende Bekanntmachung erlassen: Van geschäftstüchtiger Seite wird versucht, unter ^^ufung auf alle möglichen Instanzen der NSDAP., Schilder zur Bezeichnung deutscher Geschäfte in den Handel zu dringen. Es wird hiermit ausdrücklich festgestellt, daß die rur alle Fragen des Handwerks, Handels und Gewerbes allein zuständige Stelle der NSDAP., die Reichsführung des Kampfbundes' d e s g e w e r b l i ch e n Mittelstandes, den Vertrieb derartiger Schilder nicht genehmigt hat. Es kommt daher solchen Schildern kein parteiamtlicher Charakter zu. Allen Dienst- Ilellen der NSDAP, und ihren Untergliederungen wird untersagt, den Vertrieb solcher Schilder zu unterstützen. Aus aller Welt. vom Reichsverband Deutscher Tonkünstler und rNusiklehrec. Im „Reichsvcrband Deutscher Tonkünstler und Musiklehrer" E. B. (gegr. 1903), dessen Ehrenvorsitz Generalintendant Professor D r. Max v. Schillings führt, traten an die Spetze des Hauptoor- standes als Vorsitzender der bekannte nationalsozialistische Führer der deutschen Musiker, Prof. Dr. Gustav Havemann, und der bisherige Vorsitzende, der Komponist Arnold Ebel, dem die Geschäftsführung des Verbandes obliegt. Stellvertretender Geschäftsführender Vorsitzender ist Kapellmeister H. E. I h l e r t (NSDAP.). Der Reichsver- band, der etwa 10 000 Mitglieder und 200 Ortsgruppen zählt, soll zur einzigen Standesorganisa- tion der Unterricht erteilenden deutschen Tonkünstlqr ausgebaut werden, um in dem neugeschafseneir „Reichs kar teil berufstätiger M usi - f e r" die Standesvertcetung der Musikerzieher zu bilden. Dhv. und Kampfbund für deutsche Kultur. Der Bund der Lobedasänger, Bund der Männerchöre im Deutschnationalen Hand- lungsgehilfen-Derband^ hat dieser Tage seinen korporativen Beitritt in den Kampfbund f ü r deutsche Kultur erklärt. Der Bund ist einer der wenigen Sängerbünde, der seit feinem Bestehen den Qlrierparagraphen in feiner Satzung verankert hat. Der Bund hat mit feinem Beitritt die Aufgabe und die Absicht, seine besonders von der Sugenö getragenen Ziele und die des Kampfbundes für deutsche Kultur im Deutschen Sängerbund durchzusetzen und wird, wie wir hören, nunmehr die Verhandlungen in diesem Sinne mit dem Deutschen Sängerbund ausnehmen. Das Ringen um neue Ausdrucksformen der deutschen Kultur, die Schaffung neuen deutschen Liedgutes, der Kampf um Reinigung der Chorliteratur von allem Kitsch beschäftigt den Bund der Männerchöre im Deutschnationalen Handlungsgehilsen-Verbande, aus dem die Lo- beda-Bewegung erwuchs, seit Sahren. Als stärkste und kampfesfrohe Sugendgruppe im Deutschen Sängerbund bedeuten seine Chöre in den Reihen aller Sängerschaften ein belebendes Element, ohne das der Wille zur Erneuerung im deutschen Chorleben kaum an Boden gewonnen hätte. War das Singen nach Lobeda idem Lobeda- Singebuch für Männerchöre) ursprünglich nur für die Kreise des DHV. gedacht, so trug das Buch doch dazu bei, daß die Gemeinschaften, die sich um Lobeda scharten,' und die den Kamps gegen Schund und Minderwertiges aufnahmen, wuchsen. Qln manchen Plätzen wurden Lobeda-Arbeitsgemeinschaften ins Leben gerufen. Gießener Gtavttheaier. Gastspiel des Mainzer Stadttheaters: „Trrstan und Isolde" von Richard Wagner Roch während der Komposition der „Walküre" wurde Richard Wagner durch einen dramatischen Entwurf seines Freundes Karl Ritter auf den ihm schon von früher her bekannten -^riftanftoff aufmerksam gemacht. Er schreibt noch im selben Sahre (1854) an Franz Liszt: „Da ich im Leben nie das eigentliche Glück der Liebe genosien habe, so will ich dem schönsten aller -L-räume noch ein Denkmal sehen, in dem vor., Anfang bis zum Ende diese Liebe sich einmal jo^ recht sättigen soll. Sch habe im Kopfe einen „Ariston und Ssolde" entworfen, die einfachste, oder vollblütigste musikalische Konzeption; mit per schwarzen Flagge, die am Ende weht, will ich mich dann zudecken, um — zu sterben." Sn demselben Briefe berichtet er seinem Freunde üon dem Studium von Arthur S ch o p e n - h aue r s „Die Welt als Wille und Vorstellung", auf das ihn Georg Her weg h verwiesen hatte' Hauptgedanke, die endliche Verneinung des Willens zum Leben, ist von furchtbarem Ernste aber einzig erlösend. Mir kam er natürlich nicht neu, und niemand kann ihn überhaupt denken, m dem er nicht bereits lebte; aber zu KKr Klarheit erweckt hat ihn mir erst dieser Philosoph." ' Solcher seelischen Verfassung Richard Wagners wurde die letzte innerliche Kraft gegeben durch seine geistige Freundschaft mit Mathilde W e s e n d'o n k per Gattin des Züricher Seidenhändlers, deren täa- Uche Nahe ihm zum künstlerischen Leitstern wurde Sem zehnen nach dem Besitze der Frau, die ihm niemals angehorcn durfte, wurde der Urgrund aus dem die Tristanstimmung erwuchs. Er selber äußert sich seiner Schwester Clara gegenüber: „Da zwischen uns nie von einer Vereinigung die Rede sein konnte gewann unsere tiefe Neigung den traurig wehmüti- gen Charakter, der alles Gemeine und Niedere ferm W n“r in dem Wohlergehen des andern den Quell der Freude erkennt... And diese Liebe die stets unausgesprochen zwischen uns blieb, mußte sich endlich auch offen enthüllen, als ich vorm Jahre den Tristan dichtete und ihr gab. Da zum ersten Male wurde fie^ machtlos und erklärte, nun sterben zu müssen ... Somit resignierten wir, jedem selbstsüchtigen Wunsche entsagend, litten, duldeten, aber — liebten uns." So ergriff den Meister im Sommer 1857, nachdem er die Arbeit am „Ribelungen-Ringe' im zweiten Akt des „Siegfried" abgebrochen hatte ein ekstatischer Schaffensrausch, bestärkt durch die Zusage des Verlages Breitkopf & Härtel für bie Annahme einer einfachen Oper. Dazu kam, daß der Kaiser von Brasilien, ein Verehrer | seiner Werke, ihn um eine Oper für das italienische Theater in Rio de Saneiro gebeten hatte. Diese letzte Aussicht wie auch sein Vorhaben, die Oper mit Qllbert Riemann als Tristan in Straßburg, der Heimat des Dichters des mittelalterlichen Epos, aufzuführen, verwirklichten sich spater nicht. Die Partitur des ersten Aktes wurde Zürich im „Äshl auf dem Grünen Hügel" vollendet und sofort an Breitkopf & Härtel aus- gehefert gegen Zahlung des halben Honorars den zweiten Auszug vertonte er in Venedig, im „Schweizer Hofe" zu Luzern reifte der dritte Akt Die verschiedenen Pläne zur Aufführung des Werkes in Karlsruhe (trotz starker Bemühungen Eduard Deorients) und in Wien scheiterten; erst das Eingreifen L u d w i g s II. überwand alle Hemmnisse und sicherte die Uraufführung in München unter 5)0115 von Bülows Leitung mit einer geradezu ctri3igartig prädestinierten Besetzung der Rollen. Glaubte Wagner nun in Schnorr von Carolsfeld den Verkorperer seiner Helden gefunden zu haben- wenige Wochen spater wurde Schnorr dem Leben entrissen; in ihm verlor ich den großen Granitblock, welchen ich für die Ausführung meines Baues hatte Cme men9C DDn Backsteinen zu ersetzen ^-^reng der Idee des Werkes folgend, entwarf Nichard Wagner eine Handlung von größter Einfachheit und stärkster Folgerichtigkeit, dabei selbst rein epische Momente in das Geschehen einbeziehend Der Welt Tristans und Isoldens steht im scharfen Kontrast die Gruppe der Außenstehenden, an ihrer Spitze Marke, gegenüber; als vermittelnde Bindeglieder erscheinen Kurwenal und Brangäne, die ergebenen Vertrauten der beiden Helden. Das Werk der Liebessehnsucht ließ das Weib an NH 3ii höchster Entfaltung und heldischer Größe sich erheben. In allen Stadien der seelischen Entwicklung, von glühender Rachsucht zum Liebesrausch hin zur Verklärung des Liebestodes, überall beherrschte die Sphäre des Gefühls das Werk. Da ken Gefühl des Sehnens. Nicht Vorgänge äußeren Nibelungen hinaus lebensnah durch den Endreim, „der als eine Nothilfe zur Herstellung des Verses erscheint, zu deren Gebrauch der gewöhnliche Sprachausdruck sich gedrängt fühlt, wenn er sich in erhöhter Erregtheit kundgeben will." Sprache und Musik erwachsen aus der Wurzel eines bis ins Tiefste erlisten Gefühls; ja, erst die Musik allein vermag das, was dem Worte unaussprechlich bleibt, bis zum letzten Grunde restlos zu enthüllen. Sind im „Ring" noch die Motive charakterisierende geistige Symbole und Ausdruck darstellender Gebärden, in der musi- kalischen Handlung ersteht hier das Geschehen aus dem Grunde des Musikalischen, aus dem überstar- fen Gefühl des Sehnens. Nicht Vorgänge äußeren Geschehens werden hier verdeutlicht, sondern der Gesühlsablauf, völlig identisch mit dem Geschehen, mirb hier zur eigentlichen Handlung. So erscheint dieses Werk wie kein zweites ganz aus der Musik heraus geboren in einer Tiefe dec Verinnerlichung, die selbst Richard Wagner nur in der Einmaligkeit möglich war. Hatte die Bekanntschaft mit den Werken Franz Liszts sich überaus stark bei Wagner ausgewirkt, »war er doch als Harmoniker ein ganz anderer Kerl geworden". So drängte die große Cntwick- lungslinie in der Fruchtbarmachung der Chro- , matif, wie wir sie seit den Meistern des Hochbarock beochbachten können, hier zu einem letzten Höhepunkt stärkster Ausdrucksfähigkeit hin, zu einem höchsten Gipfel, der nicht mehr Überboten werden konnte. Mochte die Chromatik des Liebesmotivs schon früher, so bei Spohr, vorgeahnt fein zum unmittelbaren Ausdruck in höchster Differenziertheit und Sntenfität wurde sie erst bei Wagner. Das prägt sich aus in der symphonischen Verwebung der Themen- tote auch in der Durchbildung der Orchestersprache, die ebenso zu höchster Leidenschaft aufglüht, wie sie in solistischer Thematik der Snstrumentalsarbe charakteristische Gefühlstöne abgewinnt lz. B. Englisch Horn, Baß- Harinette). Bei dieser Gelegenheit sei der Anteil Mathilde Wesendonks nicht übersehen, den sie mit ihren Gedichten zum Werden des Werkes gab. Zwei_Bertonungen davon nennt Wagner Studien 3U »Tristan und Ssolde"; „Träume" zeichnet die große Duettszene im zweiten Akt vor; „Sm Treibhaus" steht in engster Verwandschaft "mit Dem Kareol-(„Einsamkeits"°Motiv) zu Beginn des dritten Aktes. Das Klangerleben der Partitur wurde richtunggebend für die Snszenierung von Tristan und Ssolde" zum Gedächtnis des 50. Todesjahres Richard Wagners durch das Stadttheater Mainz * « 3 V 6 1 eer hob die Gegensätzlichkeit der Geschehens- und Personenkreise ebenso her- vor, wie er dem stummen Spiel, „der Kunst des tonenden Schweigens", plastische Gestaltung verlieh. Gebärde, Haltung und Bewegung, alles floß aus der gleichen Wurzel, in Einheit und 007"!^" wirkender Kraft; es war ein Erblühen und Wachsen aus dem Melos unter lebensnaher Betonung der Kraft der Szene. . iE hat bei den ersten Aufführungen des „Tristan den Gedanken des „Kunstfestes" ge° auhert und nur bei forgfältigft durchgearbeiteter Aufführung und bei leistunasfähigster Besetzung vermag das Werk die voll hallende Auswirkung zu finden. a Sie Gestalt der Ssolde ist eine der höchsten Auf- gaben überhaupt in der Geschichte der Oper. Die Verdeutlichung ihrer Charakterwandlung ist nur Wenigen restlos erreichbar. Elsa L i n k war ihrer Partie durch stimmliche Größe, Durchschlagskraft rn /^7,§vhe des Affektes voll gewachsen. Breite melodische Bogen erfüllte sie mit innerer Wärme. (Stets gab sie sich den jeweiligen Anforderungen der Szene mit starker Einfühlung und verinnerlichtem Mitgehen hin, mit den großen Momenten heldenhaft wachsend. Sm Verein mit Tristan ließ sie die große Szene des zweiten Aktes, nach Wagners Bekenntnis sein „größtes Meisterstück in der Kunst des feinsten allmählichen Aeberganges", in voller Tiefe sich ausbreiten und „vom überströ- mendsten Leben in feinen allerheftigsten Affekten" rang sie sich durch „zum weihevollsten, innigsten Todesverlangen". Letztes Erschüttern des Hörers weckte sie mit der visionären Verklärungsszene des Schlusses. Groß war Fritz Perrons Tristan durch die Kraft vergeistigter Durchdringung. Die tragischen Höhepunkte des dritten Aktes zeigten ihn zu höchsten stimmlichen und darstellerischen Akzenten wachsend. Sein Bestreben, die organischen Mittel zu sieghaften Klängen zu erheben, ließ sich nicht völlig mit den kantablen Anforderungen im zweiten Akte verbinden. Brangäne, Luise Strauß, war bedeutend als Gestalterin, zumal in der Gebärde des stummen Spiels. Mit ihrem Turmgesang verklärte sie die Nacht- ftimmung des zweiten Aktes mit vollem Einsatz stimmlicher Schönheit. Kurwenal, Franz L e r f e n s , gab sich rauh und trotzia als Necke. In treuer Besorgnis dienend, hob er sich im Dritten Akt stark über seine Eindrücke Der ersten Szenen hinaus. Joseph N i c l a u 5 vom Staatsthcater in Kassel verlieh Dem Marke WürDe uiiD menschliches MitempfinDen. Er war erfolgreich bemüht, gesanglich-musikalisch die ihm gestellte Aufgabe mit besonderer Note zu erfüllen. Melot, Hirt und Steuermann und die hchöre fügten sich charakteristisch ein. Hans Schwieger als musikalischer Leiter weckte das geistige Erleben Der Partitur, geführt Durch ein starkes Temperament, Das besonders Das Vorspiel Durchdrang und ständig den völligen Kontakt zwischen Musik und Szene verbürgte. Durchweg hatte aber der Orchesterklang mehr gedämpft werden müssen, damit er nicht zuviel vom Otimmklang ab- orbierte und womöglich die Sänger zur Ueberschrei- tung ihres stimmlichen Ausmaßes verleitete. Daß gerade die klangdynamische Anpassung in Den Räumen des Gießener Theaters auch beim vollbesetzten Orchester Wagners möglich ist. Das haben selbst die „Ring"-Aufführungen in früheren Jahren erwiesen. Ueber kleinere Entgleisungen (Hörnerfanfaren im 2. Akt und die verunglückte Freudenweise des Hirten) wird man gern angesichts Der Geschlossenheit Der Aufführung hinwegsehen. In vollem Einklang zum Werk ftnnDen Die Bühnenbilder (Karl Löffler), deren wechselnde Beleuchtung (Ludwig Keim) Dem Geschehen ftimmungsangemefferi folgte. Die Gießener Hörer roerDen sich Der Intendanz Znnz besonders verpflichtet fühlen, Die in diesem xjaljre mit Den Dperngaftfpielen außerordentlich Erlesenes geboten hat. Dr. H. Aus der Provinzialhauptstadt genossen gesl. zu Buntes Allerlei Hochachtungsvoll, ergeben Dr. Werner. an der Versorgung der Truppen. So flogen ^a- schinen etwa 30 Meter über dem Boden h'n und liehen verschiedene Kisten fallen, kreisten umher und kehrten wieder zurück, bis etwa zwölf Kisten abgeworfen waren. Diese enthielten Proviant für die Truppen, 'der dann durch Autokolonnen noch vorn gebracht wurde. Jede Kiste wog etwa 50 Pfund und war aus Holz mit Zinnverstärkung. In ihnen befanden sich Täfelchen, von denen ein jedes genug Nährwerte enthielt, um einem Mann für einen Tag die nötigen Kalorien zuzuführen. Italien feiert Ariosto. Die nationalen Festlichkeiten für die Feier bc* 400. Todestages des großen Dichters Lodovico Ariosto, der in den Juli dieses Jahres fallt, hoben in Ferrara, wo er den größten Teil seines Lebens verbrachte und gestorben ist, schon jetzt begonnen und sollen bis zum Oktober dauern. Tie einleitende Feierlichkeit galt der Eröffnung der verschiedenen Ausstellungen, die ein anschauliches Bild von der Kunst und Kultur seiner Zeit darbietcn sollen. Die wichtigste Veranstaltung ilt ein ileberblid über die Malerei von Ferrara in der Zeit der Renaissance, die -im Palazzo dei Diamant! gezeigt wird und so vollständig zusammen» gebracht ist, wie das bei den weithin zerstreuteir Kunstwerken vorher noch nie gelungen ist. Eine Bücherschau findet im Palazzo del Paradiso statt, wo besonders die Erstausgaben und anderen ältesten Drucke seines Hauptwerkes, des „Rasender» Roland", vereinigt sind. Bronzen und Medaillen sind im Palazzo Schifanoia vereinigt, und e-.ne ikonographische Schau findet im Hause des Ariosto statt. Festzüge in den Kostümen der Zeit, die Veranstaltung eines Wettrennens, des ..Palio das in Ferrara einst so berühmt war wie jetzt noch in Siena. Kongresse und Konzerte sollen sich cmschließen. GA.-Lastwagen im Taunus verunglückt. Zwei LA.-Leute tot.—Elf verletzte. WSR. Königstein i. T.. 14. Mai. Sonntag gegen 5 Uhr ereignete sich auf der steil abfallenden Limburger Chaussee am Eingang nach Königstein eine folgenschweres L a st w a g e n u n g l ü ck. Der SA.-Trupp 3 vom Sturm 10/81 aus Frankfurt o. M. hatte mit einem Lastkraftwagen mit Anhänger eine Fahrt zu einer nächtlichen Hebung in den Taunus unternommen und befand sich in den frühen Morgenstunden auf der heimfahr«. Auf den beiden wagen waren insgesamt 93 Mann untergebracht, während der Talfahrt entstand auf dem Motorwagen auf bis fehl ungeklärte weife ein kleiner Brand, der die wageninsossen in große Hnruhe brachte, zumal die Geschwindigkeit der Fahrt zu- nohm und hierdurch der Anhänger, der überdies ohne jede Brems- und Sicherungsvorrichtung war. ins Schleudern geriet. Die SA.-Leute versuchten sich durch Abspringen zu retten. Dabei kam der 24jährige Willi vürkert aus Frankfurt a. 217., Kölner Straße 3. unter die Räder des Anhängers und wurde sofort gelötet. Ferner wurden noch zwei Mann schwer und zehn leichter verletzt. Die sofort alarmierten Aerzle Dr. Steib und Dr. Herrmann jun. und die Königsteiner und höchster Sa- nitätskolonnen leisteten die erste Hilfe und sorgten für die Heberführung der verletzten in die Krankenhäuser Königstein und höchst. Der Anhängcrwagen hatte sich durch die Schleuderbewegungen vom Motorwagen losgcrissen und fuhr mit großer Wucht gegen einen Telegraphenmost, der völlig zersplitterte. Der SA.-Trupp trat den Heimweg mit der Bahn an. Leider hat das Hnglück noch ein zweites Todesopfer gefordert. Der in das höchster Kranken- Haus eingelieserte schwerverletzte SA.-Mann Fritz R e x r o t h aus Frankfurt a. 217., Schneidhainer Straße 13, ist im Lause des Sonntags g e st o r b e n. Einführung des kommissarischen Bürgermeisters in Lauterbach. A Lauterbach, 13. Mai. Am Donnerstag wurde unter Anteilnahme der ganzen Bevölkerung der von der Regierung ernannte kommistarlsche Bürgermeister Dr. M a h r aus Darmstadt von Kreisleiter Dr. Lang feierlich in sein Amt ein- geführt und die neu bestimmten Beigeordneten und Gemeinderäte verpflichtet. Unter Dorantritt der Musikkapelle marschierte ein stattlicher Zug vom Nordbahnhof zum Marktplatz, dort schloß sich der im Rathaussaal versammelte Stadtvorstand und die Beamten der Stadt dem Zug an; begrüßt von einer großen Menschenmenge ging es zur Turnhalle, die mit den Symbolen des neuen Staates unb nut einem Bild des Volkskanzlers geschmückt war. Roch nie war der große Turnhallesaal so überfüllt. Ein Zeichen für die innere Verbundenheit der Bevölkerung in den Ideen des Nationalsozialismus. Nach dem Einmarsch der SA. und HI. sprach der Ortsgruppenführer Dr. Kissel herzliche Worte der Begrüßung; er feierte in seinen Ausführungen den Ausbruch der Nation und bat zum Schluß die Be oölferung, sich einmütig hinter das neue Stadtober. Haupt zu stellen, damit auch in Lauterbach die Volksgemeinschaft bis zur letzten Konseguenz durch- geführt werde. Kreisleiter Dr. Lang sprach über die Entwicklung des Nationalsozialismus, kam dann auf die Amtsperiode des gewesenen Bürgermeisters zu sprechen, die nicht im Sinne des wahren Sozialismus gewesen sei, und führte zum Schluß den neuen Bürgermeister durch Handschlag in sein neues Amt ein mit dem Wunsche, daß er den alten, verlorenen Lauterbacher Frohsinn wieder wecken möge und getreu dem obersten Führer seine Pflicht erfülle. In das dreifache heil stimmte die Bevölkerung begeistert ein. Dann wurde die feierliche Verpflichtung der Beigeordneten und der Gemeinderäte von Bur- qcrnicifter Dr. Mahr vorgenommen. Alle gelobten, nach bestem Wissen und Gewissen für die Belange der Stadt einzutreten, getreu dem Wahllpruch des" Führers ..Gemeinnutz geht vor Eigennutz!' Selbst die drei SPD.-Räte, die sich bei all der Se geiftcrung nicht so recht wohl fühlen konnten sprachen das vom Bürgermeister vorgesprochene Gelöbnis nach. Worte echter deutscher Art, die von einem Willensstärken Charakter zeugten, sprach bann der neue Bürgermeister Seine Rede, durchdrungen non wahrem hitlergeist ließ er ausklingen in die Worte: Alle«; für Deutschland und nur für Deutschland., woraus das Deutschlandlied und das Horst-Wessel Lied begeistert gesungen wurde. Die feierliche 23er- pflichtung war ein Treubekenntnis der ganzen Bevölkerung zu den neuen Männern, die für die Zu funft berufen sind, die Geschicke Lauterbachs zu lenken. Verschönt wurde die Feier noch durch den Vortrag des nationalsozialistischen Männerchor, der den Chor ..Wir richten Deulsd)land wieder am" schön zu Gehör brachte: außerdem wirkte die vereinigte Stabtkapelle mit gegangen: Gerne nahm und nehme ich Kenntnis von Gruß und Gelöbnis der Gemeindebeamten des Kreises Gießen und danke Ihnen dafür. Ich bitte Sie, diesen Gruß und Dank Ihren Berufs- übermitteln. angehören, in ihr Amt eingeführt und durch Hand» schlag verpflichtet. > Bettenhausen, 13. Mai Der neue G e m e i n d c r a t setzt sich aus folgenden sieben Mitgliedern der NSDAP, zusammen Maurer- meister Johann Balser. Landwirt Adolf Ulrich. Reichsbahnjekretär i. R Hans streck. Landwirt Edmund B o m m c r s h e i m . Landwirt Hermann Stark. Landwirt Karl SV a m m c r c r und Landwirt Heinrich Müller. Die vier ersten ge hörten bereits dem früheren Gemeinderat an. Am Antrag des Bürgermeisters Lcidncr wurden tu der ersten Sitzung des Gemeindcrats Rcichsprali dent von Hindenburg, Reichskanzler -ldol' Hitler, Staatspräsident Pros. Dr. Werner und Staatsminister Dr. Muller einstimmig zu Ehrenbürgern der Gemeinde Bettenhausen er nannt. Landkreis Gieren. z Großen-Linden, 13 Mai. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde u. a. das Walzen der oberen Iunkcrgasse, und die Instandsetzung der Obergasse beschlossen. Der Antrag über die kom munalc Sonbergcbäubcfteucr 1932 unb 1933, die Durchführung ihrer Erhöhung nach Art. 13a des Sondergcbaudesleuergesetzes wurde einstimmig angenommen. Der Anbau an ein Gemeindewohnhaus wurde nach einiger Diskussion genehmigt unter der Bedingung, daß vorher ein Kostenvoranschlag vor- gelegt und mit dem Mieter ein Mietvertrag ein- gegangen wird. Nichtöffentlich waren Unterstützun- gen. 0 Eberstadt, 11 Mal. Dieser Tage wurde nach einleitenden Worten des Bürgermeisters über bie Pflichten unb Aufgaben sowie über bas Arbeitsgebiet des Gemeinderats die neuen Gemeinderatsmitglieder, bie sämtlich der NSDAP. *• Umtauschgutscheine des -stabt- theaters unb Spielzeit! Die Intenbanz bes Stabttheaters macht nochmals darauf aufmerk (am, daß die Gültigkeit der für nichtbesuchte Abon nement&DorfteUungen ausgegebenen Gutscheine mit Ende der Spielzeit am 31. Mai erlischt. •• Alicefrauenoerein vom Roten Kreuz. Man berichtet uns: Am Donnerstag fand im Durgerhos-Casö im Namen des Hauptvereins, vom Roten Kreuz Darmstadt, bie Auszeichnung von 5 Hausangestellten statt, die 20 Jahre und mehr in einem Hause gedient hatten. Es waren dies: Frau- lein Scanne Nußbaum bei Frau Proseffor Leu- tert, Frau Emma Wallbot bei Herrn Professor Markert, Fräulein Helene S a n n i s ch bei Herrn Fabrikant Senner, Fräulein Christine Kurz bei Herrn Oberingenieur Kurz, Frau Marie Lohn, Hausverwalterin im Adelphia-haus. Die Vorsitzende überreichte die Geschenke: eine schöne silberne Brosche unb ein Diplom. Mit ihren Glückwünschen betonte sie mit Genugtuung eine Gleichschaltung ber 1. Mai- Ziele (Ehrung ber Arbeit) mit ben Zielen bes Roten Kreuzes, baß man bie Hochschätzung ber Arbeit unb Arbeitnehmer für seldstoerstänblich angesehen habe, eine schöne Pflicht, Ehrung und Anerkennung, wie heute, feierlich .zu gestalten. Der Vorsitzende des Zweigvereins vom Roten Kreuz. Herr Oberstubien- direktor Dr. Baur sprach liebenswürdige, geistvolle unb anerfennenbe Worte zu ben Jubilarinnen unb ein vergnügter Kasseetisch sprach bas Schlußwort. "• Was ist Kulturbolschewismus ? Oie Aufgaben der deutschen Bühne. Don Hanns J