Ur.89 Svüvausgabe 185. Jahrgang Samstag, 15.2Iprif 1935 Er'lcheln» tägltd), autz« Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat m Bild Die Scholl» Monat,-Bezugspreis: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift sür Drahtnachrichten Anzeiger Sieben, potzscheckkonlo: tronlfurt am Main 11686. GietzenerAnMger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche Unioeifitäls-Vuch- und Steinörudcrci K. Lange in Siehe i. Schriftleitung und Geschästrstelle: 5chu!^trahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- hlamcan jeigen von 70 h m Breite 35 Neichspsennig, Platzvorschrift 20" mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und!ür '•cnAnzeigenteil i. D. Th.Kümmel sämtlich in Giegen. Unerhörte Angriffe gegen Deutschland im englischen Unterhaus. Konservative Führer beteiligen sich an den Angriffen gegen die nationale ^Regierung. London, 13. April. (TU.) 3m englischen Unterhaus fam es am Donnerstag zu einer bewegten Sitzung über die Revisionsfrage, den Dicrmächtepalt, den Besuch Macdonalds in Washington und über die Lage der Juden in Deutschland. 3n der Aussprache Überboten sich der frühere Außenminister Sir Austen Chamberlain sowie Churchill in maßlosen Ausfällen gegen die nationale deutsche Regierung. Die Erörterungen über den Biermächtepakt wurden durch den arbeiterparteilichen Abgeordneten A t t l e e cingcleitet, der erklärte, Mussolinis Borschlag habe überall großen Argwohn erregt. Die Friedensverträge müßten zwar revidiert werden, aber auf einer Grundlage, die durch Erörterung aller beteiligten Staaten geschaffen worden fei und au einem günstigeren als dem gewählten Zeitpunkt. Attlee nahm dann scharf gegen die Revifions- forderungen Deutschlands Stellung. Er forderte von der englischen Regierung, sie möge erllären, daß man der gegenwärtigen Führung des Deutschen Reiches das nicht zugestehen werde, was Strescmann vorenthalten worden sei. Zur Begründung feiner revisionsfeindlichen Haltung verbreitete sich der Redner über die Behandlung der Sozialdemokraten und Juden in Deutschland. Allerdings verwies er auch darauf, daß England, Frankreich und die Bereinigten Staaten infolge ihrer Politik gegenüber Deutsch- land für die Entwicklung während der letzten zehn Jahre zu einem großen Teil verantwortlich zu machen feien. Premierminister Macdonald erwiderte, daß die Kritik am Bierrnächte-Pakt und an der Gewährung der Gleichberechtigung an Deutschland sich auf unrichtigen Bor- ausseh ungen st ü tz e. Soweit eine Bertrags- revision in Frage komme, handele es sich um eine Revision im Interesse des Friedens. Die Revision erfolge innerhalb der Bölkerbundsrnaschincric, so daß ein an beftimm- ten Fragen interessierter kleiner Staat genau soviel zu sagen habe wie eine Großmacht. In Europa machten sich heute gewisse Einflüsse geltend, die einem erschrecken lassen und denen gegenüber man ni ’’ gleichgültig sein könne. Man dürfe nicht zu'.aFe.i, daß diese Einflüsse sich irgendwie den A brüst ungsbe ft rebun- gen in den Weg stellten. Die durch diese Einflüsse geschaffenen Berhältnisse müßten geprüft werden, und man müsse aufmerksam verfolgen, wie sie sich auswirkten. Der Zweck seines Besuches in Washington sei, eine A n - Näherung beider Länder nicht durch Bündnisse, sondern auf geistigem Gebiete zu schaffen. Wenn ihm das gelinge, so werde seine Mission als erfolgreich anzusehen sein. Otr Austen ßbambertam verwies auf die ungewöhnliche Zustimmung, die die Ausführungen Attlees auf allen Seiten des Hinterhauses erzielt hätten. Auch er müsse feststellen, daß alle bisherigen Schritte im Zu- sammenhang mit dem Diermüchteplan z u keiner Befriedung in Europa beigetragen hätten. Die gegenwärtige Lage sei als überaus ernst und besorgniserregend zu betrachten. Der Friede in Europa sei heute unmittelbarer denn je seit Beendigung des Weltkrieges bedroht. Seine Haltung zur Revisionsfrage kam typisch in der ' Wendung zum Ausdruck: „Wir haben Verträge revidiert und revidiert — und was haben wir dafür bekomme n?" Angesichts der Ereignisse in Deutschland sei der jetzige. Augen- blick einzigartig ungelegen, um über die Revision der Berträge zu sprechen. Der neue Geist in Deutschland sei die übelste Art des alten Preußentums, verbunden mit Grausamkeit und Rationalstolz. Auch die weiteren Ausführungen Chamberla.ns enthielten nichts als Beleidigungen und Angriffe auf das neue Deutschland. Churchill vertrat dann seine Lieblingsthese, daß Deutschland für beträchtliche Zeit keine R ü st u n g s g l c i ch- heil erhallen dürfe. Dagegen nannte Churchill Frankreich den Garanten und Beschützer der kleinen Staaten von Leigten bis Jugoslawien gegen die teutonische ZentraleEurop a s Die Rede Churchills, der anschließend sprach, unterschied sich weder im Inhalt noch in der Tonart von Den Erklärungen Eyambertains Der liberale Führer Sir Herbert Samuel und andere Abgeordnete richteten im Zusammenhang nut öcr Judenfrage ebenfalls Angriffe gegen die Reichs- regie'-ung. Der arbeiterparteiliche Abgeordnete W e d g e w o o d erklärte, er habe nach den Reden Churchills und Chamberlains nichts mehr zu sagen. „Diese Reden haben die Revision der Vertrag e g e t ö t e t." Die Aussprache wurde mit einer Erklärung des Außenministers Sir John Simon geschloffen. Die jüngsten Ereignisse in Deutschland hatten die englische Regierung beunruhigt. Die englische Regierung fühle sich aber n i ch t z u r I n t e r v e n 11 o n zugunsten oon ausländischen Staats- angehörigen in anderen Landern berechtigt. Die englischen Einwanderungsbestimmungen würden, soweit die Juden nach England kommen sollten, nicht kleinlich gehandhabt. Außerdem habe der Oberkommissar von P a - löstina die Einwanderung oon Juden aus Deutsch'and erleichtert. Juden, die mindestens 1000 englische Pfund Kapital haben, erhalten ohne irgendeine Rückfrage bei übergeordneten Stellen von der englischen Paßstelle in Berlin Einwanderungserlaubnisscheine. — Simon kündigte bann ein Weißbuch über die Viermächtepaktverhandlungen an. England habe keinerlei Verpflichtungen übernommen. Die englische Regierung wolle Pläne zustandebringen, durch die die Gefahr oon zwei sich gegenüberstehenden Mächtegruppen in Europa auf ein Mindestmaß herabgesetzt werde. Deutscher Protest in London. Berlin, 14. April. (IDIB.) Die gestrige Debatte im englischen Unterhaus über innerdeutsche Verhältnisse hat, wie wir ersahren, der Reichsregierung Anlaß gegeben, den Botschaster in London zu beauftragen, unverzüglich bei der englischen Regierung nachdrücklichst Verwahrung einzulegen. Görings und papens Ausenlhall in Rom. Oie beiden deutschen Staatsmänner erläutern derpreffe den Zweck ihres Besuches Rom, 13. April. ($11.) Ministerpräsident G ö- r i n g und Vizekanzler v. Papen empfingen am Donnerstag die Vertreter der italienischen Presse. Rach kurzen Begrüßungsworten Görings erklärte Vizekanzler v. Papen, er habe bei seinem privaten Aufenthalt in Rom Gelegenheit gch bt, mit bim hervorragenden Chef der italienischen Regierung alle Fragen zu besprechen, die beide Länder betreffen. Der Vierer-Pakt, diese geniale Idee Mussolinis, werde aus ganzem Herzen von Deutschland unterstützt. Er hoffe, daß man im Verlauf der Verhandlungen auf den O r i g i n a 1 e n t w u r f Mussolinis zurückkommen werde. Sein Freund Göring und er seien glücklich, in Rom ähnliche Gedankengänge anzutreffen. Vizekanzler von Papen hob noch aus dem Artikel Mussolinis über die Kleine Entente folgenden Satz hervor: „Der Revisionsgedanke marschiert und das zerbrechliche Bollwerk eines Protokolls wird ihn nicht aufhalten können." Wir Deutsche u n t e r s ch r i e b e n das mit ganzem Herzen. Ministerpräsident Göring dankte zunächst für die sympathische Haltung der italienischen Presse gegenüber den Ereignissen in Deutschland und für die Herzlichkeit, mit der er in Italien ausgenommen worden sei. Sein Besuch trage amtlichen Charakter und diene der Frage des Luftverkehrs zwischen Deutschland und Italien. Der weitere Zweck seiner Rede sei gewesen, Minister B a l b o einzuladen, auf dem Rückweg vom Geschwaderflug nach Amerika Gast der deutschen Regierung zu sein. Mit Freude begrüße er die Annahme dieser Einladung. Natürlich habe er bei den engen gedanklichen und gefühlsmäßigen Bez'.chungen zwischen Rationalsozialismus und Faschismus auch das lebhafteste Bedürfnis gefühlt, Mussolini zu besuchen. Sowohl Hitler als er seien für eine enge italienisch-deutsche Verbindung. Die Revolution der Braunhemden hätte nicht ohne das italienische Beispiel erfolgen können, das der Welt gezeigt habe, wie der Kommunismus siegreich bekämpft werden könne. Die einzige Kraft in Deutschland, die heute zähle und handele, sei die der Braunhemden. In Deutschland habe keine nationale Revolution, sondern eine nationalsozialisti- s ch e Revolution stattgefunden. Die neuen Kräfte wollten nicht jenes wiederaufnehmen, was am alten Deutschland schlecht gewesen sei. Sie wünschten vielmehr ein neues Deutschland, wie das der Faschismus in Italien gemacht habe. Deutschland wolle kein Land bedrohen, aber es fordere die gleichen R e ch t e, wie sie die anderen Länder hätten. Wenn daher andere Länder Sicherheit und Gerechtigkeit beanspruchten, so wünsche Deutschland dieselbe Sicherheit und dieselbe Gerechtigkeit. Göring gab dann noch der Befriedigung der Braunhemden darüber Ausdruck, daß es gerade der Duce gewesen sei, der in den letzten Jahren auf internationalen Konferenzen im Völkerbund und in der Weltpresse diese Forderungen Deutschlands zu den seinen gemacht habe. Der Pakt von Rom werde von Deutschland voll und ganz angenommen, er habe jedoch den Wunsch, daß der Geist dieses Paktes keine Veränderung erfahre. Auch Hitler habe versichert, der Viererpakt sei die einzige Möglichkeit, um Europa für einige Jahrzehnte den notwendigen Frieden zu sichern. Für Hitler und für mich, schloß Göring beim Abschied, sind die guten Beziehungen zwischen Deutschland und Italien nicht eine diplomatische Frage, sondern sie entsprechen einem inneren und aufrichtigen Gefühl. Görinq besucht die faschistische Partei. Rom. 13. April. ITiU.i Am Donnerstag um 11.30 Uhr stattete Ministerpräsident Göring dem Sekretär der Faschistischen Partei, S t ai« race, einen Besuch im Palazzo ßittorio ab. Göring. der von den Staatssekretären Milch und Körner begleitet war, wurde von der Menge mit lebhaftem Beifall begrüßt. Er begab sich zunächst zu einer Ehrung in d i e Gedächtniskapelle für die Gefallenen des Faschismus und dann ins Arbeitszimmer des Parteisekretärs, mit dem er sich einige Zeit freundschaftlich unterhielt. Anschließend fuhr Ministerpräsident Goring mit seinem Gefolge, begleitet vom Sekretär und Vizesekretär der Faschistischen Partei, zur Ausstellung der fasch isti- s ch e n Revol ution, die er eingehend besichtigte. Auch hier wiederholten sich die Beifallskundgebungen der Menge. An einem Frühstück, das der italienische Kammerpräsident gab, nahmen auch der italienische Kolonialminister de Bono, Botschafter von Hassel, die Staatssekretäre sowie die italienischen Staatssekretäre teil. Am Abend gab der italienische Luftfahrtminister General Dalbo dem Ministerpräsidenten Goring ein Abendessen, an dem ebenfalls zahlreiche Persönlichkeiten des politischen Lebens teil» nahmen. Am Freitag ist Ministerpräsident Göring mit seiner Begleitung und dem Prinzen von Hessen im Wasserflugzeug nach Syrakus geflogen und im Auto nach Taormina weitergefahren. Die d e u t- s ch e Kolonie in Rom veranstaltet am Oster- Dienstag eine vaterländische Feier, bei der Ministerpräsident Göring die F e st r e d e zum bevorstehenden Geburtstag des Reichskanzlers halten und auch Vizekanzler v. Papen das Wort ergreifen wird. Die Veranstaltung wird auf öen Berliner Sender von 20.30 bis 21.45 Uhr übertragen. Der Kampf gegen die Korruption. Oer Katt Gereke Der ehemalige Arbeucbcfchaff ngs- kommifjar des betrüge und der Untreue angeklagt. Berlin, 13. April. (WTB.) Die Staatsanwaltschaft I Berlin hat die Anklage gegen den früheren Reichskornmifsar Dr. Günther G e r e k e und den Vcrbandsoertreter Arthur F r e i g a n g erhoben. Gereke wird des Betruges in drei Fällen sowie der Untreue in einem Falle. Freigang der Beihilfe zum Betrüge in zwei Fällen und der Beihilfe zur Untreue beschuldigt. Der Angeklagte Dr. Gereke soll dem Vorstände des Verbandes der preußischen Landaerneinden. dessen Geschäftsführer er war. durch falsche Vorspiegelungen veranlaßt haben, ihm eine Aufwandsentschädigung in Höhe von etwa 75 000 R M. im Jahre 1928 auszuzahlen. Er soll ferner durch fortgesetzte unwahre Angaben über die geringe Ertragsfähigkeit der Verbandszeitschrift „Die Landgemeinde" den Verband zur Uebertragung ber Zeitschrift auf ibn persönlich veranlaßt und dadurch seit dem Jahre 1925 jährliche Einkünfte von etwa 100 000 Mark erzielt haben. Schließlich wird ihm vorgeworfen, er habe als Bevollmächtigter des anläßlich der Reichspräsidentenwahl 1932 gebildeten überparteilichen Hin - denburgkomitees durch Sammlungen aufgebrachte Wahlgelder oon mehreren hunderttausend Mark durch Vorweisung falscher Quittungen in seine Verfügungsmacht gebracht. Oie Voruntersuchung gegen Klepper eröffnet. Berlin, 13. April. (WTB.) Gegen den früheren Staatsminister Dr. Otto Klepper, gegen den ehemaligen Vorsitzenden des Vorstandes der Domänenbank Direktor Dr. Schmidt, gegen den jüdischen Schriftsteller und jugoslawischen Staatsangehörigen Raffel B e r n f e l d und andere Personen ist die D o r u n t e r s u ch u n g eröffnet worden. Klepper ließ über die Domänenbetriebs-GmbH, im ganzen 150 000 Mark in mehreren Raten an Bernfeld für die von diesem herausgegebene Wochenschrift »Magazin der Wirtschaft" als Darlehen auszahlen und übernahm, als sich herausstcllte, daß das Darlehen nicht zurückgezahlt würde, diesen Berlustpostcn auf die P r e u ß e n k a s s e. Gleichfalls auf seine Weisung hat die Preußenkasse einen Kredit von 2333000 der Kölner Görreshaus- GmbH. für die ^Kölnische Volkszeitung" zur Verfügung gestellt. Klepper hat schließlich veranlaßt, daß ein Darlehen von 13 600 Mark über die Landmannbank an den einmaligen Staatssekretär Abegg gegeben wurde. Klepper und Dr. Schmidt befinden sich zur Zeit im Auslände, der Schriftsteller Bernfeld, gegen den Haftbefehl erlassen ist, sitzt im Untersuchungsgefängnis. Mittionen-Linterschlagungen bei der Badischen Beamtenbank. Karlsruhe, 13.April. (IU.) wie die Pressestelle beim Staatsminiftcrium mitteili, hat bei der Badischen Beamlenbank eine Untersuchung stattgefunden, bei der sestgestcllt wurde, daß in den vergangenen Iahren Unterschlagungen in höhe von annähernd einer Million zum Schaden der Bank verübt und oon den verantwortlichen Persönlichkeiten gedeckt worden sind. Die Schuldigen sind seinerzeit der Staatsanwaltschaft nicht überantwortet worden. Die Leiter der Bank haben ferner Geschäfte getätigt, die über den Rahmen der Aufgaben einer Sparbank weit hinausgehen und schwere Verluste zur 3 o I g e hatten. Die Verantwortlichen» insgesamt sieben führende Persönlichkeiten der Bank, sind in Schutzhaft genommen worden. Durch die aufgedeckten Verlustgeschäfte ist der Bestand der Bank und die Sicherheit der (Einlagen nicht gefährdet. Oer Bochumer Oberbürgermeister verhaftet. Berlin, 13. April. (ERB.) Der Oberbürgermeister von Bochum Dr. R u c r ist auf Grund eines Haftbefehls der Staatsanwaltschaft in Bochum imHotelBristolinBerlrnver- haftet worden. Die Feststellungen der vom Staatskommissar für die Stadt Bochum eingesetzten Untersuchungslommission haben ergeben, daß Ruer phantastische Aufwendungen für persönliche Repräsentation zu Lasten der Stadtkasse gemacht hat. So hat er seine Wohnung mit städtischen Mitteln luxuriös und überaus prunkvoll ausstatten lassen. Fast sämtliche Anschaffungen wurden auf städtische Kosten verrechnet. Die Stadt Bochum hat bisher für die Wohnung Ruers al lein 72 0 0 0 Mark Miete gezahlt. Der Kraftwagen des Oberbürgermeisters kostete die Stadt monatlich 3000 Mark. In manchen Jahren seiner Tätigkeit verbrauchte Ruer die enorme Summe von rund 60 000 Mk. für Repräsentationsaufwand. Prüfung der personalverhältniffe bei den Arbeitsämtern. Berlin, 13. April. (WTB.) Am die Pec - fonalocr bältniffc bei allen Arbeitsämtern auf Grund des neuen Beamtengesehes zu bereinigen, hat der Reichsarbeitsminister als Vertrauensmann der RSDAP. Herrn Schuhmann. Hauptabteilungsleiter VI (RSBO.) der Reichsorganisationsleitung, und als Vertrauensmann des „Stahlhelm" Herrn Hildebrandt, Re.chssozial- referent des „Stahlhelm" und Abteilungsches der Wirtschafts- und sozialpolitischen Abteilung im Stahlhelm-Bundesamt, beim Reichsarbeitsminister und beim Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung berufen. Unter Mitwirkung der beiden Vertrauensleute sollen die Stellen bei den Landesarbeitsämtern und Arbeitsi mtern auf Grund der Bestimmungen des kürzlich erlassenen Beamtengesetzes geprüft und, soweit erforderlich, neu besetzt werden. A l l e anderen eigenmächtigen Eingriffe in die Stel- lenbefeßung bei der Reichsanstalt und ihren Organen müssen daher völlig unterbleiben. Sie würden überdies die Fortführung des Geschäftsbetriebs, namentlich die Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung gefährden. Beschlagnahme des Eigentums marxistischer Sport- und Jugend- verbände in Baden. Karlsruhe, 13. April. (CRB.) Wie die Pressestelle beim badischen Staatsministerium mitteilt. hat der Reichskommissa'' sämtliche beweglichen Vermögensgegenstände, die b e i de n a u s- gelösten marxistischen Wehr-. Turn- und Iugendverbänden polizeilich beschlagnahmt worden sind, zugunsten be£ badischen Staats eingezogen und Mobiliar, Gebäude, Anlagen usw. dem Landesausschuh für Leibesübungen und Jugendpflege zur Benutzung und Verwendung durch die SA., SS., den Stahlhelm, die Hitler-Jugend und andere Verbände, die hinter der nationalen Regierung stehen, überlassen. Erweiterung der Landhilfe. Berlin, 13. April. (CRB.) Es war darauf hingewiesen worden, daß die Landhilfe in der Landwirtschaft außerordentlich großes Interesse gesunden habe, jedoch das AngebotanHel- f ern verhältnismäßig gering sei. Der Präsident der Reichsanstalt hat nunmehr die Landesarbeitsämter angewiesen, die Alters- grenze der Landhelfer ohne Einschränkung bis zum 2 5. Lebensjahr auszudehnen. Wohlfahrtserwerbslose, die bisher nur vermittelt wurden, wenn die Unterstühungsge- mein.be sich bereit erklärte, den erforderlichen Deihilfebetrag zu zahlen, können von jetzt ab auch ohne diese Erklärung vermittelt werden. VaS (Sofortprogramm für die Arbeitsbeschaffung abgewickelt. Berlin, 13. April. (CAB.) Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, ist das Sofortprogramm für die Arbeitsbeschaffung jetzt zu mehr als vier Fünftel abgewickelt worden. Insgesamt sind bereits 410 Millionen Darlehensantrage von den beteiligten Gesellschaften bewilligt. U. a. sind durch den Kreditausschuh 2 Millionen für den Bau der Aheinbrücke bei Speyer zur Verfügung gestellt worden unter der Voraussetzung, daß der restliche Betrag der insgesamt 9,6 Millionen Mk. betragenden Bausumme von den Ländern Bayern und Baden sichergestellt wird. Ferner ist ein dem P rotz i n z i a l v e rb a n d der Rheinprovinz bereits früher aus dem Sofortprogramm gewährtes Darlehen auf 10,9 Millionen Mk. erhöht worden unter der Voraussetzung, daß der Provinzialverband die ihm neugewährten 3,9 Millionen zu unbedingt notwendigen Straßenbauten in der Nähe solcher Städte verwendet, die besonders schwer durch die Arbeitslosigkeit betroffen worden sind, deren Finanzlage aber die Aufnahme der Darlehen verbietet. Die Umstellung der Hochschulen. Em erster Beurlaubunqsichub preußischer Universitätsproseisoren. Berlin, 13. April. (WTB.) Nachdem durch das Gesetz zur Wiederherstellung des Derufs- beamtentums die gesetzliche Handhabe zur Säuberung der Beamtenschaft auch an denHoch- schulen gegeben worden ist, sind durch den Reichskommissar für das preußische Kultusministerium Rust zunächst folgende Hochschullehrer mit sofortiger Wirkung beurlaubt worden: Professor Bonn, Handelshochschule Berlin, Professor Cohn, Breslau, Professor Dehn, Halle, Professor Feiler, Handelshochschule Königsberg i. Pr., Professor Heller, Frankfurt a. M., Professor Horkheimer, Frankfurt a. M., Professor Kantorowicz, Bonn, Professor Kantorowicz, Kiel, Professor Kelsen, Köln, Professor Lederer, Berlin, Professor Löwe, Frankfurt a. M., Professor Löwen st ein, Bonn, Professor Mannheim, Frankfurt a. M., Professor M a r ck, Breslau, Professor Sinzheimer, Frankfurt a. M., Professor Tillich, Frankfurt a.M. Es ist selbstverständlich, daß es sich hierbei lediglich um eine erste vorläufige Maßnahme handelt und eine ganze Reihe weiterer Beurlaubungen usw. bevorstehen, soweit das Gesetz gemäß den Ausführungsbestimmungen in allen Einzelheiten bei den Hochschulen angewendet werden kann. Reichsführertagung der Hüter-Jugend. B ad K ö se n, 13. April. (ERB.) Die Führer der Hitler-Jugend traten am Mittwoch zu einer Reichstagung zusammen. Sie galt der Klärung der Aufgaben, die sich aus der nationalen Erhebung ergeben. Der Reichsjugendführer Baldur v. Schirach wies darauf hin, daß d i e Jugend ein Hauptbestandteil derna- tionalsozialistischen Bewegung sei. Alle gegenteiligen Meinungen müßten in Zukunft mit der allmählichen Durchdringung des gesamten deutschen Lebens mit dem sozialen Geist der Jugend beantwortet werden. Der Kampf gelte nunmehr der Reaktion. Solange diese bestehe, sei an die Verwirklichung einer reinen nationalsozialistischen Staatsführung nicht zu denken. Zwischen der Reichsjugendführung der RSDAP. und dem Vor st and des Reichsverbandes fürDeutscheJugendherbergenist in Bad Kösen eine Vereinbarung geschlossen worden, nach der die Hitlerjugend nun auch die Führung des Jugendherbergs-Derbandes des Deichsausschusses endgültig übernimmt. Der 1. Vorsitzende des Reichsverbandes tritt zurück und übernimmt den Ehrenvorsitz des Verbandes. Er behält seine bisherige.Vortragstätigkeit und sonstiges Schaffen bei. Den 1. Vorsitz übernimmt der Reichsjugendführer Baldur v. Schiroch. Die Marxisten scheiden aus Vorstand und Der- waltungsausschutz sowie aus den Gauleitungen usw. aus. Die Hauptgeschäftsstelle wird nach Berlin verlegt. öie Zusammensetzung des neuen Hessischen Landtags. Darmstadt, 13. April. (105)1.) Am Donnerstagabend beriet das wahlprüfungsgericht über die eingereichten Mahlvorschläge. Das Wcchl- prufungsgericht lehnte die Verbindungserklärung der Deutschen volkspactei mit dem Lhrlstlich-5ozialen Volks- di e n st ab, da am 5. März keine Listenverbindung im hessischen Wahlkreis zwischen diesen beiden Parteien bestand, sondern nur eine Verbindung mit dem Wahlkreisverband Hessen-Rassau. Da d i e f ü n f kommuni st ischen Mandate nicht ) u gefeilt werden, seht sich der Landtag aus 26 Rationalsozialisten, 11 Sozialdemokraten, 7 Ientrums- angehärigen und einem Abgeordneten der Kampffront 5chwarz-weiß-Rot zusammen. Wie die Deutsche Volkspartei mitteilt, hat sie nach der Sitzung des Wahlprüfungsgerichts dem Landeswahlleiter ein Exemplar der Verbindungserklärung überreicht, die für die Reichstagswahl am 5. März eingereicht worden war, und die nach ihrer Auffassung eindeutig den Beweis liefert, daß die Listenoerbindung zwischen ihr und dem Christlich-Sozialen Volksdienst nicht nur im Wahlkreisverband, sondern im Wahlkrei s selb st bestand. Ermahnung zum pünktlichen Gteuerzahlen Berlin, 13. April. (WTB.) Das Reichs- finanzministerium teilt mit: Seit Aufhebung der Steuerverzugszuschlage (Verordnung vom 1. März d. 2.) sind die Eingänge an Steuern sehr erheblich zurückgegan- g e n. Die Steuerrückstände haben sich entsprechend vermehrt. Offenbar ist, nachdem der Druck der Steuerverzugszuschläge weggefallen ist, in weiten Kreisen die Meinung verbreitet, daß Steuerzahlungen jetzt weniger dringlich geworden seien und daß es angehe, sie hinter andere Zahlungsverpflichtungen zurückzustellen. Diese Auffassung ist irrig. Einzelne Steuerpflichtige sind offenbar auch aus politischer Einstellung heraus bestrebt, mit Steuerzahlungen zurückzuhalten und sich ihren steuerlichen Verpflichtungen möglich st zu entziehen. Einem derartigen Verhalten muß schärf- stens entgegengetreten werden. Die Reichsregierung ist entschlossen, auch auf steuerlichem Gebiet Reformen durchzuführen und die Steuern wirtschaftlich tragbar und sozial gerecht zu gestalten. Voraussetzung ist jedoch, daß alle Beteiligten nach Kräften ihren steuerlichen Verpflichtungen pünktlich nachkommen, Unerbittliche Strenge wird gegenüber Kapital- und Steuerflüchtigen geübt werden. Kleine politische Rachrichten. Der Kampfbund für deutsche Kultur veranstaltet gemeinsam mit dem Landesverband Berlin des Reichsoerbands Deutscher Presse am 23. April im Plenarsaal des Preußischen Landtags eine große öffentliche Kundgebung „Deutsche Press e". Auf der Kundgebung werden der Reichspressechef der NSDAP. Dr. D i e t - r i ch und der Kommissar z. b. V. im preußischen Kultusministerium Hans Hinkel sprechen. Der neue deutsche D o t s ch a f t e r in den Ver- einigten Staaten, der frühere Reichsbankpräsident Dr. Luther, ist mit dem Lloyddampfer „Bremen" inReuyorkeingetroff en. Er wurde an der Quarantänestation durch einen Regierungsschlepper abgeholt und unter dem Schutz von Geheimpolizisten nach dem Pennsylvania- Bahnhof geleitet, weil man deutschfeindliche Die neue Krastfahrzeugsteuer. Im Reichsgesetzblatt vom 11. April wird der Wortlaut des neuen Kraftfahrzeugsteuergesetzes veröffentlicht. Danach sind von der Steuer, die für die Benutzung von Kraftfahrzeugen zum Befahren öffentlicher Wege erhoben wird, befreit: 1. Krafträder mit einem Hubraum bis 200 ccm. 2. Kraftfahrzeuge, die ausschließlich der Beförderung (Fortbegewung von Geräten) von und zur Arbeitsstätte und dem Antrieb dieser Geräte dienen, ferner diese Fahrzeuge in landwirtschaftlichen Betrieben auch dann, wenn gleichzeitig Personen oder Güter befördert werden. 3. Feuerlösch-, Kranken- und Straßenreinigungsfahrzeuge im Besitze der öffentlichen Hand. 4. Kraftfahrzeuge der Polizei und der Wehrmacht mit nicht weniger als 8 Sitzplätzen. — Personenkrasträder und Personenkraftwagen (ausgenommen Kraftomnibusse) mit Antrieb durch Verbrennungsmaschine, die nach dem 31. März 1933 erstmalig zum Verkehr zugelassen sind, sind von der Steuer befreit. Die Jahressteuer beträgt 1. für Krafträder für je 100 ccm Hubraum 8 RM. 2. Personenkraftwagen (ausgenommen Kraftommnibusse) für je 100 ccm Hubraum 12 RM. 3. Kraftomnibusse und Lastkraftwagen für je 200 kg Eigengewicht 30 RM. 4. Elektrisch oder mit Dampf angetriebeoe Kraftfahrzeuge, sowie Zugmaschinen ohne Güterladung für je 200 kg 20 RM. Der Hubraum ist gemäß näherer Bestimmung des Reichsministers der Finanzen zu berechnen. Bei halbjährlicher Zahlung tritt ein Aufgeld von 3 v. H., bei vierteljährlicher Zahlung ein solches von 6 v. H., bei monatlicher Zahlung eines von 8 v. H. hinzu. polnische Inden anmelden. Das Polizei amt teilt mit: Sämtliche Juden polnischer Staatsangehörigkeit, die in Gießen ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, werden aufgefordert, sich Mittwoch, 19. April, in der Zeit von 9 bis 12 und 15 bis 17 Uhr auf dem Polizeiamt (Paßstelle), Zimmer Nr. 40, unter Vorlage ihres Reisepasses zu melden. Theater-Sonderveranstaltung der ASDAp. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Aus Anlaß des Geburtstages des Führers Adolf Hitler hält die RSDAP. (Kreis Gießen) am Mittwoch, 19. April, im Stadt- rheater Gießen eine Sonderveranstaltung ab. 11. a. kommt das Zeitstück „Der 18. Oktober" von Walter-Erich Schäfer zur Aufführung. Der mächtige Schwung, den dieses Werk durchglüht, reißt unwiderstehlich mit. Hier spricht ein echter deutscher Dichter aus der Not der Zeit zum neuen jungerwachten Deutschland. Spannend bis zum Schluß gebaut, die einzelnen Charaktere fest umrissen, auch in den kleinsten Rollen. „Der 18. Oktober" ist ein erkenntnisreiches und bekenntnis- reiches Stück, aus der seelischen Einstellung des jungen Deutschland heutiger Tage geboren, von gutem dichterischem Gehalt und dramatischer Wucht. Die schlichte vaterländische Idee ist in Kundgebungen befürchtete, die jedoch nicht statt- fanden. Der Reichsjustizminister hat die Absicht, dem Reichspräsidenten die 'Ernennung des Führers der nationalsozialistischen Juristen Dr. Frank (München) zum R e i ch s k o m m i s s a r für die Er - neurung der Rechtsordnung und für die Gleichschaltung der Justiz in den Ländern vorzuschlagen. Dr. Frank bleibt bayerischer Staatsminister der Justiz. Auf Grund der Verordnung zum Schutz von Voll und Staat sind für das bayerische Staatsgebiet die Vereinigungen der Ern st en Bibelforscher aufgelöst und verboten worden. drei Akten wirksam, knapp und anschaulich entwickelt. Was besonders lymphatisch berührt ist die unpathetische Behandlung des Konfliktes, der sich schicksalsmäßig lößt als tragischer Einzelfall auf dem Hintergründe einer Zeitwende. Obcr- spielleiter Peter F a s s o t t hat die Spielleitung dieser dramatischen Szenen und spielt selbst die Rolle des Obersten Bauer. Beginn der Veranstaltung 20 Uhr; Ende 22.30 Ähr. Bornotizen. — Aus dem Stadttheater-Dureau wird uns geschrieben: Sonntag, 16. April, zum letztenmal als Fremdenvorstellung bei kleinen Preisen das Schauspiel „Andreas Hollmann" von Kaergel. Spielleitung: Wolfgang Kühne. In der Rolle der Frau Hollmann Frau Auguste Prasch-Grevenberg, Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters, als Gast. Spieldauer von 19 bis 21 Uhr. — Am Montag, 17. April, Ostermontag, Erstaufführung des Dolksstücks: „Die vier Musketiere", von Sigmund Graff: Spielleitung: Peter Fassott. Fremdenvorstellung außer Abonnement. Ermäßigte Preise. Spieldauer von 19 bis 21.30 Uhr. — Dienstag, 18. April, 27. Vorstellung im Dienstag-Abonnement, 20 Uhr, zu gewöhnlichen Preisen Erstaufführung des Schwankes „Hasenklein kann nichts dafür", von Mahner-Mons. Spielleitung: Karl H e y s e r. In der Titelrolle Ludwig L i n k - mann vom Reuhischen Theater in Gera als Gast. Ende 22.45 Uhr. — Mittwoch, 19. April, fällt die 26. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement aus, aus Anlaß der Sonderveranstaltung der NSDAP. (Kreis Gießen). — Freitag, 21. April, von 20 bis 22.45 Uhr 27. Vorstellung im Freitag-Abonnement mit einer Wiederholung des Schwankes: „Hasenklein kann nichts dafür", mit Ludwig L i n k m a n n als Gast in der Titelrolle. Gewöhnliche Preise. ** Neuer.Universitätsbibliothekar in Gießen. Studienrat Heinrich C l a r i u s , der seit 1925 am Gymnasium in Dieburg tätig war, ist zum Universitätsbibliothekar ernannt worden. Cla- rius ist seit langen Jahren in der NSDAP, führend tätig; er wurde im Jahre 1925 von den Franzosen aus Buchschlag ausgewiesen. ** E i n unbekannter Toter. In der Nacht zum Karfreitag wurde auf der Main—Weser-Bahn zwischen Lollar und Ruttershausen die Leiche eines 40 bis 45 Jahre alten Mannes 'gefunden. Dem Toten war der Kopf vom Rumpsc- abgesahren und dabei stark beschädigt worden. Die Personalien sind bis jetzt noch unbekannt. Der Tote trug grauen Rock und Weste mit rotblauen Streifen, graue Gurthose mit rotbraunen Streifen, weißes Trikot-Unterhemd, blaues Oberhemd mit weihen Streifen, zwei Unterhosen (eine weihe und eine graue), graue Socken, schwarze Arbeitsschuhe mit Gummisohlen aus Autoreifen, graue Hosenträger mit lila Streifen eingefaßt. Zwischen der vierten und sechsten Rippe auf der linken Körperseite befinden sich zwei Operationsnarben. Mitteilungen zur Feststellung der Persönlichkeit des Toten erbittet die Kriminalpolizei Gießen. Aus der provinzialhaupisiaiü. Wimmelndes Rom. Oie Weltstadt des Südens. Von Dr. Gustav W. Eberlein. Rom, um Ostern. Wan muh gleichzeitig in alten frommen Chroniken und in den Acta diurna Cäsars blättern, um den Geist zu spüren, der heute über der Tiberstadt liegt. Die Jahrhunderte gehen durcheinander hindurch wie Schatten, Propeller donnern in die Ohren der Imperatoren und Pilger knien vor dem Kreuze, als ob sie in der Katakombenzeit lebten. Der Duce sprengt hoch zu Roh wie Rienzi unter das Volk, der Papst spricht im Rundfunk. Am Tempel der Venus Genetrix, soeben wird er wieder aufgerichtet, halten Zeitungsomnibusse aus Deutschland. Ein chinesischer Fuhpilger trifft nach dreijähriger Wanderung auf der Straße des Imperiums ein. Und auch die Sonne, unter der die Arena im Kolosseum schmachtet und der Asphalt des Korso raucht, ist die gleiche. Roma eterna, ewiges Rom. — Am Sonntag nach dem Anbruch des „Heiligen Jahres" wälzten sich derartige Menschenmassen nach der Peterskirche, daß der gröhte Tempel der Christenheit zehnmal gefüllt werden konnte. Auf Wochen hinaus ist in der Hauptstadt keine Unterkunft mehr zu haben, selbst in Frascati, in Ostia, ja im 60 Kilometer weit abliegenden Anzio irren Reisende nach einem Obdach herum. Uno Stunde für Stunde speit der Bahnhof neue Massen aus, zu Hunderten werden Pilgeczüge gemeldet, kein Nationenschild fehlt an den Automobilen und Autobussen. „Aus allen Weltteilen, einzeln oder in Gruppen und Scharen, mit allen Verkehrsmitteln oder auch Wochen und Monate einsam zu Fuß pilgernd, strömten die Gläubigen herbei — von Island bis zum Kap der guten Hoffnung, von der skandinavischen Halbinsel bis Australien, von Kanada bis Chile. Und es waren Hundert- und aber Hunderttausende, Menschen aller Zungen und Nationen, aller Klassen und Berufe Bischöfe und Priester, Adel und Volk, Parlamentarier und Künstler, Lehrer und Erzieher, Arbeitgeber, Arbeiter, Industrielle und Bauern." So sagte Pius XI. in seiner Konsistorial- ansprache am Schlüsse des heiligen Jahres 1925, er forderte die Gläubigen auch in diesem außerordentlichen Anno Santo auf, in Scharen nach Rom zu kommen — und es ist, als ob aller Zeitennot zum Trotz niemand fehlen wolle. Mussolini will nicht ruhen, bis alle seine Italiener Rom gesehen haben, um des neuen Geistes voll heimzukehren und das stolze Bewußtsein, wieder Römer zu fein, zu übertragen und vererben auf Kind und Kindeskind. In Tausendergruppen, zu Fünftausend und Zehntausend werden herangezogen heute die Arbeiter aus den Turiner Fabriken, morgen die Weinbauern aus Neapel, die Romagnolen machen auf ihrem Zuge nach den urbar zu machenden pontinischen Sümpfen vor der römischen Wölfin halt, es ziehen die Lehrer aufs Kapitol, die Ingenieure strömen in die Ausstellungen, die Dopolavoristi (aus der das ganze Reich umfassenden Freizeit-Organisation) huldigen dem Duce auf der Piazza Venecia, er spricht zu ihnen, er führt sie zum Altar des Vaterlandes. Dort häufen sich in diesen Tagen die Lorbeerkränze am Grabe des unbekannten Soldaten, dort lodern die ewigen Flammen. Es ist viel Gebärde in den unaufhörlichen Paraden, Pose, wenn man will, in den Umzügen, es ist Reklame meinetwegen, aber es ist Staatsreklame, Volkspropaganda, wie keine andere geeignet, die letzten Reste des unter jahrhundertelanger Fremdherrschaft eingewachsenen Minderwertigkeitsgefühls zu vertilgen. Brodelndes, wimmelndes Rom! Die dreizehn Hügel herab schießen die Menschenströme in den schmalen Kessel um das alte Marsfeld, so verwirrend und so gefährlich anzuschauen sind die Strudel und Wirbel, die sich auf dein Korso, an der Post, in der Via Nazionale, unter dem Quiri- naltunnel bilden, daß so mancher Provinzler den Mut, sich hineinzustürzen, nicht mehr aufbringt. Die Autobusse scheinen nur einmal auf die Hupe zu drücken, am Morgen bei der Ausfahrt, und tosen unter diesem Dauerheulen durch die gehsteiglosen Straßenschluchten, als würden sie — nein, sie werden andernfalls bestraft: für jede halbe Minute, die der Führer zu spät an seinem Knoten- und Kontrollpunkt eintrifft, wird ihm etwas vom Lohn abgezogen. Rücksichtnahme ist verpönt, unten wie oben. Die Autosahrer kämpfen verbittert um die unzureichenden Parkplätze. Daß die Radfahrer kein Verkehrsgesetz auf sich anwenden lassen, ist schon weltbekannt. Wie die Fußgänger ihre Haut retten? Ihre Sache! Mussolini hat die Ausstellung der faschistischen Revolution bis zum 28. Oktober verlängert. Halbe Fahrpreise, wer sie besucht. Siebzig Prozent! Zu manchen Stunden will der Eintritt erkämpft sein. I Alle Hochzeitspärchen nach Rom! Achtzig Prozent Ermäßigung. So ist das Reiseziel auch für die ausländischen gegeben. Wird Venedig eifersüchtig werden? Kein Grund vorhanden, am 21. April wird die Landverbindung zur Lagunenstadt eröffnet. Hochgaragen nehmen die Autos auf. Dann aber — nach Rom! nach Rom! Im Trubel dieser Sage, im Gewühl des kirchlichen und faschistischen Jubiläumsjahres erkennt man: Rom tritt in die Spuren des antiken Imperiums, die Weltstadt des Südens ist im Werden. Ostern in einer bayrischen Dorfwirtsstube. Von Georg Britting. Wie sah die schönste Wirtsstube aus, in der ich je ein Glas roten Weines trank? Der erste Eindruck war: weiß und leer. In Weih war alles gehalten, der Fußboden aus weißen Brettern, die Tische und die Bänke weih, hellgelblichweiß, von dem Farbton, der nur entsteht, wenn Holz seit Jahren mit Sand gescheuert wird. Es gab keine Stühle in der Stube, nur Bänke, die in die Wand fest eingelassen waren, an der Wand entlangliefen, und auch bewegliche Bänke an der Tischseite, die sich zur Stubenmitte kehrt. Das ist selten geworden, und davon rührte es auch wohl her, daß die Stube gleich beim ersten Anblick sich von andern unterschied. Die Stube war niedrig, die Decke weiß gekalkt, bis zur halben Höhe waren die Wände holzgetäfelt, aber die Täfelung weiß gestrichen, weiß gestrichen wie die Türrahmen, wie die Fensterrahmen. Die Farbe saß dick auf dem Holz, es war gewiß schon Dutzende Male gestrichen worden, er sah so vertrauenerweckend sicher und haltbar aus, der Anstrich, und man mußte nicht fürchten, daß, wenn er abblätterte, darunter dann das Holz grämlich braun hervorsähe: immer wieder würde es weiß schim. niern. Es stand ein weißer Kachelofen in der Stube, und dann waren der Tische und Bänke nicht gar so arg viele, Tische standen nur längs der Wände, so daß in der Stubenmitte viel freier Platz war. Das unterschied die Stube wieder sehr von sonstigen Wirtsstuben, in denen gewinnsüchtig jeder freie Fleck zum Aufstellen von Tischen benützt ist, und gab ihr etwas Privates. An den Wänden hingen alte Stiche. Einer stellte Napoleon vor, einer den General Kleber. Wie die Wirtin erzählte, war ihr Urgroßvater Soldat in napoleonischen Diensten gewesen, von ihm stammten diese zeitgenössischen Blätter. Das Haus, in dem diese Wirtsstube zu finden ist, hatte früher zum Kloster gegenüber gehört, aber zur Zeit der Säkularisation hatte es der alte Soldat vom Staat erworben. Die Familiengeschichte der Wirtin war auch sonst merkwürdig genug. Cs war französisches Blut in der Familie, in die ein Bretone, ein Freund des Soldaten, eingeheiratet hatte. Und zum Beispiel hing da ein Stich von Meran an der Wand, aus der Zeit um 1850, da hatte eine Tochter oder Enkelin des Soldaten einen Südtiroler, einen halben Italiener, geheiratet. Und die jetzige Wirtin wieder hatte einen früheren österreichischen Major aus der Gegend von Trient zum Mann. Man sah so behaglich in der Stube. Das Verhältnis der Höye Der Bänke zur Tischplattenhöhe war wundervoll. Man bekam sofort Lust, sich zu setzen und lange sitzen zu bleiben, und Arbeitslust bekam man. Wenn man mir ein Blatt Papier auf den blütenweihen Tisch hingelegt hätte, ich hätte sicher mühelos ein schönes Gedicht gemacht. Das bildete ich mir wenigstens ein. Auch die Verhältnisse des Raumes sonst waren schön und einschmeichelnd. Ich war nur eine halbe Stunde dort, ich werde nächstens, obwohl der Ort abgelegen ist und schwer zu erreichen, wieder hingehen. Ich kann nicht sagen, woher der Wohllaut des Raumes kam, aber ich empfand ihn sofort süß und beruhigend beim Eintritt. Es gäbe noch mehr zu rühmen an der Stube. Die Fenster saßen tief in den dicken Mauern, so daß die Fensterbretter einen halben Meter breit waren, da können Katzen gut daraus schla- ,'fen. Ein schwarzer Dackel war da, fett, schwer schnaufend, ich schätze sein Alter auf zehn Jahve, aber die Wirtin, die Frau Majorin — er war nicht da, der Herr Major, war auf der Jagd — sagte, er sei erst vier Jahre alt, aber er habe wenig Bewegung und gutes Fressen, und das bekomme ihm so wohl, oder so schlecht. Heber meinem Platz am Tischende beim Fenster hing ein halbes Dutzend Hinterglasbilder, starkfarbig, viel Rot, viel Blut, Maria, von Schwertern durchbohrt, der heilige Florian, der heilige Sebastian. Der hellrote Tiroler Wein war Dünn, aber rein, der österreichische Major und Wirt wußte noch gute Lieferer aus seiner früheren Zeit. Die Wirtin wußte viel von der Chronik des Hauses, erzählte manches, brachte ein altes Stammbuch, trotzdem hatte die Stube nichts Mu- seumhaftes, dazu war sie ja zu lebendig, war ja im täglichen Gebrauch, das spürt man doch. Cs war Ostersonntag und ich saß kaum, da brachte mir die Wirtin auf einem irdenen Teller gefärbte Eier, als Geschenk, wie sie es ausdrückte und ohne Ziererei sagte. Die geschenkten Eier — wo geschieht einem das noch? — schmeckten gut, der Wein funkelte in einem altertümlichen, dicken Glas. Eine Magd ging durchs Zimmer, in dunkler Kleidung, Mieder, Wespentaille, es war wunderschön. A ,oon Dvik ftalU btm ) et6 her ,'. Wün. 'e.Cr. ° für bic ,n °orzu- '^inisler lkich ent. rührt ist Nlittti, * i>e. Obcr= Ölleitung M bie der Der- Dureau i'.ril, zum 11 Heinen nann" Don lhnc. In J Auguste glied deS Spieldauer tt- April, Wläftüdä; ti> ©raff; lenborßeU ie Preise. Dienstag, s'Äbonnc- x Erftaus. mn nichts ing: Karl ig Link- Tera als 19. April, ch-Abonne- ranstaltung steiiag, 21. tellung im holung des afür", mit Titelrolle. iothekar irius, der ölig war, ist oorben. Clo- AP. führend n Franzosen r. In der Main-De- Haufen die Cannes -gc» )m Aumvfe aotbm. Die nt. Der Tote lauen Ltrci» Greifen, wei- erhemd mit ic weihe und Lrbeilsschuhe jauc Hosen« Zwischen der ifen Körper- arbeit. Aiit- nlichkeit des Stehen. in der Fand des Sol' ,um Deisptcl c Dand, aus Tochter oder irolcr, einen > die rtjf n öherreich" Trient zum e Das Dei' Tischplatten' sofort Luft, bleiben, und rtir ein Dat sch hmM ens ein. DÄ waren M r eine obwohl der rreichen,U a woher, ich e^ anÖ n ßintr'tt- ,n der Stube. L Dauern. L L 6010111 fett. K "”3S 6°- «K Dana. 0 ■Ä* Sfjy? ÄKS tt * 7«« f-i '"“jiu« 5>- Rundsunkprogramm Verdi. Ostermontag, 17. April. verständigen die seinerzeit geführten Bücher und Belege nachgeprüft, und die sich ergebenden inneren Zusammenhänge aufgeklärt werden können. I fand Drei Mitglieder. Bei der Vorstandswahl tour- j Den als 1. Hauptmann Georg Kaiser und als , s h st e m . sowie alle ähnlichen Einrichtungen f a L l e n zu lassen. Generalversammlung der KreiSland- bund-Oenostenschast Weilar Der stärkste musikalische Eindruck in der Jugend, sei es von einem Werk selbst, sei es durch einen hervorragenden Interpreten, kann für die ganze spätere Entwicklung eines Künstlers bestimmend sein. Es ist deshalb aufschlußreich zu erfahren, welchen Eindruck führende Persönlich- [eiten des deutschen Musiklebens als ihren ersten und stärksten bezeichnen. Dr. Richard Strauß der repräsentative deutsche Komponist: Die erste Oper, die ich hörte, war der „Freischütz". Diese Aufführung vermittelte mir dre Bekanntschaft mit der deutschen Romantik. Das entscheidende Erlebnis meiner Jugend bedeutete jedoch die Persönlichkeit Hans von Bülows. Seine fanatische Wahrheitsliebe in der Kunst, sein edles Menschentum, seine Unbestechlichkeit, sein treuester Dienst am Werke — das waren Eigenschaften, die diesen Mann zu einem wahren Ritter ohne Tadel auf dem Gebiete der Kunst stempelten. Er nahm fich meiner in wärmster Weise an, obwohl er mit meinem Vater oft Differenzen in mufikalifchen Fragen hatte. Wahrend der Proben zu der von Bülow geleiteten Uraufführung des „Tristan" im Münchener Hof- theater, bei denen mein Vater das erste Horn blies, tarn es beispielsweise zu heftigen Zusammenstößen zwischen dem Dirigenten und dem Musiker von dem Richard Wagner selbst das launige Wort geprägt hat „Der alte Strauß kann mich nicht leiden, aber das Horn bläst er ausgezeichnet". profefforDr Maxv Schillings Präsident der Preußischen Akademie der Äünste: Der stärkste bewußte musikalische Eindruck meiner Jugend war der „Tristan" von Wagner, dieses in seiner Eigenart einzige Werk, unter der Leitung des unvergeßlichen Wagner- I jüngers Felix Mottl, der sich des jungen Musikers, der ich damals war. liebevoll annahm und der später auch mein Erstlingswerk „3ng- weide" aus der Taufe hob. Felix Mottl war wie kein anderer mit dem titanischen Werke des Bayreuther Meisters innerlich verbunden. Seine Tristaninterpretation, die mich so tief erschütterte, war eine Deutung der letzten und feinsten Gefühlsregungen, die in jedem Takt dieses Wunderwerks verborgen sind. Die Fieberschauer dieses Hohen Liedes von Tod und Liebe schlugen mich in ihren Bann. Schon im Vorspiel begann das Wunder. Mottls außerordentlich gedehnte Tempi, wofür er oft von der Kritik angegriffen wurde, erschienen nie zu langsam, denn jeder Takt war mit einer unerhörten Spannung erfüllt. Unbe- | schreiblich ist auch die Zartheit der lyrischen Stellen, ein Klangzauber ohnegleichen. Erschütternd dagegen die ekstatischen Höhepunkte, zer- I schmetternd die gewaltige Wucht dramatischer Auftritte, glühend der Klang der Tonsprache dieses persönlichsten Werkes des Meisters. Heute noch sind alle Nuancen und Akzente, durch die für mich der „Tristan" zu klingendem Leben erweckt wurde, in mir nach diesem jugendlichen I Erlebnis lebendig. prof.Dr. Georg Schünemann Direktor der Ltoatlichen Hochschule sür Musik in Berlin: Weister Richard Strauß war es, der mir den überwältigendsten musikalischen Eindruck meiner Jugend vermittelt hat. Allerdings nicht durch eines seiner von mir hochgeschätzten Werke, sondern als Interpret eines Meisters, den Richard Strauß stets geliebt und verehrt hat — Mozart Richard Strauß war damals Generalmusikdirektor am Königlichen Opernhaus in ‘Berlin. Ich hörte als junger Student eine ..Figaro"- Aufführung, bei der Strauß auch die Rezitative am Klavier begleitete. Die Aufführung war von letzter Vollkommenheit, und der Geist Mozarts erlebte hier seine Auferstehung. Bei der Begleitung der Rezitative pflegte der Meister am Klavier zu improvisieren, jedoch waren seine Improvisationen stets durchaus im Stile des Werks. Diese künstlerische Leistung hat auf mich einen Eindruck gemacht, der mir eigentlich erst die Augen für die Bedeutung der Kunst und der vollkommenen Darstellung eines Kunstwerkes geöffnet hat. Mreie Kevlar 0 Niederkleen. 10. Avril. Die in der hiesigen Schule veranstaltete Handarbeitsausstellung der Mädchenschulklafse erfreute sich regen Interesses. In geschmackvoller Weile hatten die Mädchen unter Leitung der bewährten Handarbeitslehrerin Haub ihre im Laufe des Schuljahres geschaflenen Handarbeiten ausgelegt. Die Ausstellung, die die Vielseitigkeit der Ausbildung der Mädchen zeigte, war recht gut besucht. Große Strafkammer Gießen. v ■ 6.30 Uhr von Hamburg: Hafenkonzert. 8.15: Cho- ralblasen 8.30 von Kassel. Morgenfeier, veranstaltet von der Ev. Landeskirche Hessen-Kassel. 9.30: Stunde des Chorgesangs. 10.30: Zehn Minuten Deutscher Almanach 10 40: Walter von Molo spricht über fein Buch „Ein Deutscher ohne Deutschland". 11: Die Meldung, eine Novelle von Max Jungnickel. gelesen vom Autor 11.30 von Leipzig: Reichssendung: Kantate von Joh. Seb Bach. 12 von Königsberg: Ost- preußische Kinder fingen Heimat-, Oster- und Früh- lingslieder. 13: Konzert der Reichswehrkapclle 14 40: Stunde des Landes. 15.30: Stunde der Jugend. 16 ^0 von Wiesbaden Konzert des Städtischen Kur- orchesters 16 50: Rugby-Spiel Sportklub 80 gegen Orford Greyhounds. 18 vom Deutschlandfender: Reichssendung: Stunde der Nation: „Parsifal von Richard Wagner. 20: Konzert des Rundfunkorchesters. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Dienstag, 18. April. 7.15 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten 12: Mittagskonzert I auf schallplatten. 13.30: Mittagskonzert II. 15 20 bis 15.50: Hausfrauen-«tunoe. 16.30: Von Trier: Nachmittagskonzert 18: „Bismarck" Persönliche Erinnerungen des Dichters Hans Hoffmann. Vorgetragen von Dr. Rudolf Hoffmann. 18 25: Englischer Sprachunterricht 19: Reichssendung: Stunde der Nation. „Der Nationalsozialismus als geistiges Problem" Bon Professor Zum Bezirksführer für den Arbeitsdienst für Hessen und Hessen-Nassau hat der Reichskommissar den Kammerdlrektor Wilhelm Faatz in Darmstadt (NSDAP.) bestimmt. Dem Bezirkssührer obliegt tue Organisation des Arbeitsdienstes, seine Haupttang- keit besteht zunächst darin, eine gründliche Schulung Der Führer für den Arbeitsdienst durchzusührcn. Das künftige Gesamtkontingent der Arbeitsdienst- Pflichtigen in Hetzen und Hessen-Nassau wird etwa 20 000 junge Männer betragen. . 2. Hauptmann Heinrich Grün IV. wiedergewahlt. Ebenso wurden durch Zuruf sämtliche Gerateführer wiedergewählt. nämlich Adam K r atz (Steigmannschaft). Lehrer Sern «c?chlauch- toagen), Heinrich Seibert «große cbn5e),Heinrich Dörr (kleine Spritze), Heinrich B ö ck (Motorspritze). Heinrich Graulich!. «Wachmann- schäft) und K- E a r l e und Otto D e d e r wurden zu Führern der Pflichtfeuerwehr bestimmt. Als Vereinsrechner blieb Otto Erb und als Schriftführer Heinrich 2 roller, ebenso Philipp Laub jahres 531 Mitglieder. Der Gesamtumsatz der Genossenschaft ging von 3,7 Millionen im Vorjahr auf 3,2 Millionen RM. im Berichtsjahr zurück. Dieser Rückgang kann wohl als mäßig bezeichnet werden, zudem von der Genossenschaft die Parole ausgegeben war: „Kauft nicht mehr an Waren, als ihr sofort bezahlen könnt". Die Genossenschaft konnte während des Berichtsjahres an Warenmengen rund 76000 Zentner umfehen. Beteiligt hieran sind Mehle mit 1700 Zentner, Futtermittel mit 27 000 Zentner, Düngemittel mit 21000 Zentner, Brennstoffe mit 20 000 Zentner, Saatgut mit 2700 Zentner, Verschiedenes (Heu, Stroh, Tors usw.) mit 3300 Zentner. Die Entwicklung des Geldverkehrs wurde | van dem Berichterstatter als eine Vertrauenskund- gebung zur Kreislandbund Genossenschaft bezeichnet. Während in der Bankenkrise im Juli 1931 andere Kredit und Bankinstitute außerordentlich stark unter der Abhebung der Einlagen zu leiden hatten, hielt die Landwirtschaft auch in dieser Zeit ihrem Unternehmen die Treue. Die Abhebungen hielten sich in durchaus erträglichen Grenzen. Selbstverständlich brachten die allgemeinen Verhältnisse steigende Abziehungen von Einlagen. Die Genossenschaft konnte ohne Inanspruchnahme von Bankkrediten oder Ueberbrückungskrcditen allen Anforderungen gerecht werden. Der Gelüverkehr an sich nahm etwas zu. Nach längerer Aussprache wurden folgende B e - s chlüsse einstimmig gefaßt: Vornahme einer Wertberichtigung in Höhe von 7000 RM. bei den Inventar- werten von Hof Richberg, Genehmigung der Bilanz und die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Verwaltung, Vorstand und Aussichtsrat erhielten einstimmig das Vertrauen für ihre Tätigkeit ausgesprochen. Der aus dem Vorstand turnusgemäß ausscheidende Hauptgeschäftsführer Dornberger wurde einstimmig auf weitere sechs Jahre wiedergewählt. Gleichzeitig wurde eine Satzungsänderung vorgenommen, die zum Ziel hat, daß für die Zukunft der jeweilige Geschäftsleiter der Genossenschaft dem Vorstand satzungsgemäß angehören soll. Die in diesem Jahr ans dem Aufsichtsrat ausscheidenden Mitglieder wurden sämtlich einstimmig wiedergewählt. ! Nieder-Ohmen. 11. April. Am Samstag fand im Vereinslokal die Hauptversammlung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr statt Aus dem Jahresbericht, den der 1. Hauptmann Kaiser erstattete, ging hervor, daß die Wehr rund 90 aktive Mitglieder zählt. Es wurden sechs Hebungen abgehalten. 2m Mai vorigen Jahres sand eine Besichtigung durch den Kreis- feuerwehrinspektor K n i e r i e m, Alsfew. statt, bei der die Wehr recht gut abschnitt. Die An- spräche des Hauptmanns klang aus m einem dreifachen Heil auf den verdienten Führer des deutschen Volkes Adolf Hitler. Der Rechenschaftsbericht ergab in Einnahme 121 Mk., . in Ausgabe 103 Mk. Das Vereinsvermogen beträgt 110 Mk. Für 25jährige Dienstzeit wurden ausgezeichnet die Wehrleute Karl K e 11 und Heinrich Seibert. Das Dienstabzeichen für 10jährige Dienstzeit erhielten Karl ® r u n 11L, Heinrich Söll 11., Konrad Carle Friedrich Katz II., Otto Kreider, W Reih!.. Ludwig Reitz. W. Reih II Neuaufgenommen wurden Mein stärkster musikalischer Eindruck in der Jugendzeit. Eine Umfrage unter hervorragenden deutschen Komponisten und Dirigenten. • (Sieben. 12. April. Die Verhandlung gegen Den ehemaligen Rechner einer Feldbereinigungs- gesellfchast wegen Unterschlagung ihm anvertrauter Gelder, die, wie wir bereits berichteten, vorige Woche unterbrochen worden war, wurde heute fortgesetzt. In der Zwischenzeit waren auf Veranlaffung des Gerichts weitere Ermittlungen über den Verbleib der Gelder und wegen Auffinden von Belegen angestellt worden. In der heutigen Verhandlung hielt die Staatsanwaltschaft ihren Antrag auf Verurteilung des Angeklagten zu einer mehrmonatigen Gefängnisstrafe aufrecht, während die Verteidigung die Freisprechung des Angeklagten beantragte, weil dieser damals dem Trünke ergeben war und in dieser Verfassung von anderer «Seite hinterga^ gen worden sei. Das Gericht konnte sich auch heute weder von der Schuld noch von der Nicht- schuld des Angeklagten ausreichend überzeugen. Die Verhandlung wurde auf unbestimmte Zeit vertagt, damit zunächst durch einen Buchsach- Professor Or. Paul Graener Komponist des „Friedemann Bach": Nicht immer ist es ein Interpret, der einem jugendlichen Qllufiter den Weg weist Die stärkste musikalische Erschütterung, die ich in meiner Jugend erlebt habe, hat ein Dirigent verschuldet, dessen Name mir heute sogar vollständig entschwunden ist Es war die Ausführung der fünften Symphonie von Beethoven in einem alltäglichen Konzert in Berlin unter der Leitung eines „normalen" Dirigenten, die mich m den Zustand einer richtigen Ekstase verseht hat Ochon bei den ersten Takten der gewaltigen Symphonie fühlte ich mich von einem unbeschreib- lichen Gefühl gebannt. Ich habe die ganze Sy,n° phonie innerlich miterlebt, die Wanderung durch Nacht zum Licht, den Kampf mit den bösen Dämonen des Lebens. Als die dunklen schatten im Finale der Symphonie verschwanden, jauchzte mein junges Herz mit dem strahlenden Triumphgesang. Nachdem die letzten Akkorde längst ver- hallt waren, löste sich erst — sehr viel später - der Bann meiner Seele Zu den Werken unseres anderen großen Meisters Johann Sebastiail Bach, die mir heute als Leitstern leuchten, bin ich viel später gekommen, aber — wenn ich mich so ausdrüden darf — um so „doller". Professor Hugo Rüdel Erster Ehordirettor der Ltaatsopcr Berlin «nd Leiter des Domchors: Als ich noch in meiner Heimatstadt Havelberg in der Mark lebte, hörte ich eines Tages unter Der Leitung meines Vaters das Vorspiel zu Wagners We.hesestspiel ..P a r s i f a l". Dieses Werk, von einem tiefen religiösen Gefühl erfüllt padte mich mit unbeschreiblicher Gewalt. Die musikalischen Symbole des Vorspiels, von dem Meister selbst so schön bezeichnet — Liebe. Glaube. Hoffnung — sprachen von einer menschlich-ethischen Auffassung der hohen Aufgaben einer Kunst, die sich nicht nach dem Publilums- gefdjmad richtet, sondern die Zuhörer zu einer Gemeinde erzieht. Ein anderes unvergeßliches Erlebnis war mir der berühmte deutsche HeldLn- tenor Albert Niemann. Es war wohl das erste Mal auf der Opernbühne, daß ein Tenor eine Partie nicht nur sang, sondern zugleich eine dramatische Rolle gestaltete. Besonders stark war der Eindrud von Niemanns Tannhäuser, der Partte. die der deutsche Sänger bei der denkwürdigen, von einem unerhörten Theaterskandal begleiteten Erstausführung in Paris kreiert hatte. Die Wiedergabe der Romerzählung war eine Meisterleistung des dramatischen Gesanges. die mir unvergeßlich in Erinnerung bleiben wird. Generalmusikdirektor Eugen Jochum Erster Dirigent der Fnntstnnde Berlin: Es ist eigentl'ch sonderbar, daß nicht der unmittelbare Eindrud einer Opern- oder Konzertausführung mir Die Wunderwelt der Musik eröffnet hat. sondern die Bekanntschaft mit einem Klavierauszug, und zwar der Auszug von Richard Wagners „Tristan", den ich bis dahin noch nie gehört hatte. Nicht nur die ungeheure Ausdruckskraft und Leidenschaftlichkeit dieser Musik. sondern auch ihre heute noch kühne Form waren es. die mich geradezu erschütterten. Tage- lang lief ich. mit Der „Tristan'-Musik im Kopf, wie ein Besessener herum. Ein anderes fugend- liches Erlebnis waren für mich die Besuche in Der Opernklasse der Bahr-Mi Idenburg in München. Diese unübertroffene Gestalterin der Opernbühne verstand es. jede Geste, jedes Wort in Einklang mit der Musik zu bringen. Die Lieber- Menschlichkeit einer Isolde, die Göttlichkeit der Brünhilde. das Leiden Der Amneris und Die harmlose Koketterie einer Agathe gewannen in ihrer Darstellung Der Rolle vor Den Schülerinnen Die Kratt IcbenDigftet Plastik. Eine Opernaul- führung. Die ich m meiner Jugend erlebt habe und die ich nie vergessen werde, war Die Erstausführung Der „6 l c f t r a" unter Der Leitung von Richard Strauß anläßlich feines 60. Geburtstages in München, bei Der Anna Bahr-Milden- bürg ihre beste Rolle — die Klylemnästra — verkörperte. 0 Wetzlar, 11. April. In der „Alten Post" ' nd die Generalversammlung der K r e i s l a n d - bundgenofsenschaft Wetzlar statt. Der Vorsitzende Allmenröder leitete die Sitzung. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, H e n o p p - Garbenheim, führte aus, daß das Ergebnis des | Geschäftsjahres 1931'32 unter Berücksichtigung der schlechten Zeitoerhältnisse als zufriedenstellend be- zeichnet werden könne, da es auch in btefem Jahre gelungen sei, einen wenn auch kleinen Gewinn zu erzielen. Ein Umsatzrückgang sei. festzustellen, der sich jedoch in bescheidenen Grenzen halte. Hierauf erstattete Hauptgeschäftsfuhrer Dornberger den Geschäftsbericht, die Bilanz und den Revisionsbericht. Er streifte in großen Zügen die politische Entwicklung. Die wirtschaftspolitische Entwicklung sei im Berichtsjahr außerordentlich ungünstig für die Landwirtschaft gewesen. Die Auswirkung komme bei der Genossenschaft im Rückgang des Gesamtumsatzes zum Ausdruck. Es fei den Der- waltungsorganen auch in diesem Geschäftsjahr gelungen, die Genossenschaft durch alle Fährnisse zu führen. Der Redner ging in seinen weiteren Ausführungen auf die verschiedenen Maßnahmen ein, die die Genossenschaft während des Geschäftsjahres getroffen hat, und gab bekannt, daß während des Geschäftsjahres ein Zugang von 51 Mitgliedern zu verzeichnen war, dem ein Abgang von 15 Mitgliedern gegeniiberftanb. Der Einzelmitgliederbestand der Genossenschaft betrug am Ende des Geschäfts- als Dereinsdiener. Preußen. Zührerwechsel im DHL. Gau Main-Weser. WLN. Frankfurt a M. 14. April. 3m Rahmen des Sleichschaltungsprozesies des Deutschnationalen Handlungsgehllfen-Verbandes mit der nationalen Regierung ist Der Gau- Vorsteher Des Gaues Main-Weser im DHV.. Heinrich Auerbach- Frankfurt a. M D0UL^“I bandsvorsteher zur Führung des größten Gaues im DHV.. des Gaues Brandenburg- Pommern, nach Berlin berufen worden. Als sein Nachfolger auf dem Frankfurter Posten wurde Bezirksgeschäftsführer Walter Pisce, bisher Berlin, berufen. Das Ende der Rabatte und Zugaben. WEN. Frankfurt a. M.. 14 April. Sie maßgebenden Persönlichkeiten des F ran k - futter Einzelhandels fanden sich gestern zusammen, um Die Frage des Rabatt- und Zugabewesens zu besprechen. 3n der vom Vorsitzenden der Einzelhandelsgemeinschaft Helfen - Nassau Süd. Karl geidert, geleiteten Sitzung wurde einstimmig beschlossen, von Dienstag, den 18 April ab, das Rabatt - und Zugabe- Oberhessen Landkreis Giesten * Lang-Göns, 13. April. Gestern gegen 23 Uhr kam es hier zwischen zwei jungen Leuten zu einer heftigen Auseinandersetzung. Der etwa 25jährige Dienstknecht Richard P o pj> lauerte dem etwa gleichaltrigen Dienstknecht Karl «uppes auf und schlug mit einer Wagenrunge so heftig auf ihn ein, daß der Ueberfallene erhebliche Verletzungen erlitt und sich in ärztliche Behandlung begeben mußte. Eine bestimmte Aeußerung des Supp es dem Popp gegenüber soll der Anlaß der gewalttätigen Auseinandersetzung gewesen sein. Popp wurde durch die Gendarmerie festgenommen und zur polizeilichen Untersuchung nach Gießen gebracht Kreis Alsselv Ofterfountag, 16. April. 635 Uhr von Bremen: Hofenkonzert. 8.25: Gekaute der Katharinenkirche in Oppenheim a.Rh. 8.30: Katholische Morgenfeier. 9.30: Geläute der Katharinenkirche in Oppenheim a. Rh. 9.40: „Die Katharinenkirche in Oppenheim in Gefahr", Vortrag von Ernst Jungkcnn. 10: Philippshaus Marburg: Stunde des Chorgesangs. 11.30 von Leipzig: Reichssendung: Kantate von Joh. Seb. Bach. 12: „Brahms und Frankfurt", Vortrag von Dr. Karl Holl. 12.30: Feierliche Enthüllung des Denkmals für Karl Benz auf den Augusta-Anlagen. Ansprachen u. a. Reichskanzler Adolf Hitler. 13: Mittagskonzert. 14.30: „Plauderei eines alten Imkers: Operierte Königinnen", Vortrag von Karl Becker, Offenhach. 15: Peler und Lau, die Geschichte einer Liebe. 15 30: Öfter- Grenzlandtreffen der Hitler-Jugend. Ansprachen: .Kultusminister Rust, Reichsführer der Hitler-Jugend Baldur von Schirach. 17 von Baden-Baden: Unterhaltungskonzert. 18: Schwäbische Ostern „Um den Hasentag". 18 30: Marienlieder, ein Zyklus von Webern für eine hohe Singstimme und Strcichquar- tet, op. 52b, von Hermann Zilcher. 19: stunde der Nation „Germanische Ostern". 20.30 aus der Mailänder Scala: „Aida". Oper, Musik von Giusepve Krieck. 20: Liederstunde. 20.30: Dortrag von Staats- kommisiar Dr. Wagner. 21: Unterhaltungskonzert des Philharmonischen Orchesters. 22.35: Karlsruhe: Virtuose Flötenmusik. 23 bis 24: Nachtmusik. Mittwoch, 19. April 7.15 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert des Rundfunk-Orchefters. 15.15 bis 16.15: Stunde der Jugend. 16.55: Nachmittagskon- zerl. 18: „Montroyal — Die Mosel Zwingburg Ludwigs XIV.", Vortrag von Dr. Hans Delling- häufen, Koblenz-Lüyel. 18.25: Hörbericht von der Rheinischen Feuerwehrschule in Koblenz. 19: Von Breslau: Stunde der Nation Sonnenberg. Hör- spiel von Arnoll Bronnen. 20.30: Freiburg: Der Verschwender. Zaubermärchen. Musik von Konradin Kreutzer. 20: Die nationale Erhebung im Lied. Ausführung: Sepp Summer. 22: Zehn Minuten Deutscher Almanach 22.45 bis 24: Nachtkonzert. Donnerstag 20. April. 7.15 Uhr: Frühkonzert erwerbsloser Berufsmusiker. 12: Mittagskonzert I auf Schallplatten. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 16.30: Konzert des Rundfunk-Orchesters. 18: „Bücher als Kunstwerke , Vortrag von Dr. Josef Theele, Direktor der Landesbibliothek Fulda. 18.25: „Heimatlose Landsknechte — Erinnerungen aus schwerer Zeit". Von Ernst Pfanschilling. 19: Berlin: Stunde der Nation. Adolf Hitler zum Geburtstag. 20: Zur Zeitgeschichte des Soldaten: Wir zogen in das Feld. Leitung: Paul I Laven. 21: Werke von Max v. Schillings. Freitag, 21. Aprii. 7.20 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Frei bürg: Mittagskonzert I. Klassische Musik. 13.30: Mittagskonzert II. 16 30: Konzert. 18: „Landwirtschaftliche Politik", Vortrag von Otto Weber-Krohse, Hann. - Münden. 18 25: „Grundzuge nordischer Rechtsgestallung", Vortrag von Rechtsanwalt Dr. Danielcif, Mannheim 19: Reichssendung: stunde der Ration, Richthofen-Feier. 20: Konzert des Rundfunk-Orchesters. 21 20: Deutsche Burgen. Burg Rothenfels. Hörfolge. 22.45 bis 24: Nachtkonzert. Samstag, 22. April 7.15 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10: Schulfunk. 12: Mittagskonzert I auf Schallplatten. 13 30 bis 14.40: Mittagskonzert II des Symphonie- Orchesters Pforzheim 15.30 bis 16.25: Stunde der Fugend. 16 30: Konzert des Rundfunk-Orchesters. 18: „Reklame als Mittel zur Belebung der Wirt- schäft", Gespräch zwischen Dr. E Stickler und Heinz Nieth. 1825: „Die deutsche Entscheidung", Vortrag von Dr. Graach, Trier. 19: Von Leipzig: Reichs- sendunq: Stunde der Nation. Richard-Wagner- Konzert 20: Lustiger Abend. 22: Flüge Erinnerungen an Fliegerschule 4. Von Richard Euringer. 22.45 bis 24: Von Leipzig: Nachtkonzert 9JL-$poit Großzügiger Ausbau der Sport- und Gesundheitspflege. Anläßlich des Rücktritts von Exzellenz von L e w a l d von der Leitung des Reichsausschusses für Leibesübungen wird dein Nachrichtenbüro des Vereins Deutscher Zeitungsverleger in unterrichteten Kreisen erklärt, daß die Frage, ob der Reichs- nusschliß auch weiter bestehen bleiben soll, zwar noch nicht entschieden sei: da jedoch im Rcichsinnen- ministerium ein großzügiger Ausbau der Betreuung des Sportwesens bevorstehe, könne angenommen werden, daß der R e i ch s a u s s ch u ß a l s Institution überflüssig sei. Mit diesem Gedankengang kann man wohl auch das Ersuchen des Reichsinnenministers in Verbindung bringen, vorläufig an Stelle von Exzellenz Lewald keinen Nachfolger zum Präsidenten des Reichsausschusses zu bestimmen. Minister Frick will absolut freie Hand für die zukünftige Pflege des Sportwesens behalten. Der Minister dürfte sich mit diesen Dingen beschäftigen, sobald die zahlreichen dringenden staatspolitischen Aufgaben ihm Zeit dazu lassen. Bei dieser Gelegenheit erfährt man noch, daß das beim Reichsarbeitsministerium errichtete Referat für Iugendertüchtigung sich ausschließlich mit dem Wehrsport bzw. der Wehrertüchtigung zu beschäftigen hat, während alle anderen Sportarten im Reichsinnenministcrium, das auch den Sportkampf verwaltet, betreut werden sollen. Weiter hört das Nachrichtenbüro des VDZ., daß bereits in nächster Zeit mit einer wesentlichen Ausgestaltung der Gesundheitspflege durch den Neichsinnenminister zu rechnen sei. Einweihung des Hornberger Fliegerlagers. Seit Ende März herrscht ein reges Treiben im Fliegerlager des Flugsportvereins Homberg. Etwa 40 junge Leute, in der Hauptsache Segelflieger und Flugschüler, sind in einem geschlossenen Arbeitslager des Vereins zur Förderung des FAD. in Hessen, mit Wegebauarbeiten usw. tätig. Neben Nasensport wird in besonderem Maße der Segelflugsport betrieben. Der Fluglehrer des Flugsportvereins Homberg hat die praktische und theoretische Ausbildung der Flugschüler übernommen. Diese Segelflugausbildung ist nur dadurch möglich geworden, daß 10 arbeitslose Mitglieder des Flugsportvereins Homberg im Rahmen des freiwilligen Arbeitsdienstes im Vorjahr die Flugzeughalle mit Unterkunfts- räumen errichtet haben. Am Ostermontag findet nachmittags die Einweihung de sselb st erbauten Fliegerlagers statt, die mit der Taufe von zwei neuen im Laufe des Winters ebenfalls selbst erbauten Segelflugzeugen verbunden fein wird. Kußball an den Feiertagen. Lebhafter Sportbeineb auf Gießener Spielfeldern. 1900 I — Germania Frankfurt I. Die Reihe der Osterspiele eröffnet die Spielvereinigung 1900 am Samstag auf ihrem Sportplatz mit dem Spiel der 1. Mannschaft gegen die 1. Elf von Germania Frankfurt. Die Gäste sind in Gießen im besten Sinne bekannt. Sie haben auf den hiesigen Spielplätzen noch kein Spiel verloren. Die Mannschaft spielt ausgezeichneten süddeutschen Fußball, jenen Flachpaß, der mit Recht gefürchtet ist. Die Gäste haben in ihrer Kreisliga Frankfurt-Offenbach starke Gegner und verfügen infolgedessen über große Spielerfahrung. Sie errangen sich in der vergangenen Saison den dritten Tabellenplatz. In der Mannschaft stehen bewährte Leute, alte Kämpen, die den Blauwoißen stärksten Widerstand entgegensetzen werden. Die Siegesaussichten sind für die Hiesigen nicht sehr groß. Folgende Mannschaften werden sich gegenüber« stehen: Germania: Knödler: Voigt. Kreher; Thum, Meier, Hannawacker; Oster, Rocher, Jßl, Gorth, Sack I. (Ersatz: Deutle.) 1 900: Schlarb II.: Zeiler, Luft: Langsdorf, Henrichs, Schlarb I.: Lippert, Arnold, Hoffmann, Heilmann, Grob. Die drei unteren Mannschaften der Spielvereinigung bestreiten an den Osterfeiertagen Spiele auf auswärtigen Plätzen. Die Reserve gastiert am ersten Feiertag in Großen-Buseck, muß dazu allerdings mit viel Ersatz antreten. Die 3. Elf wird der 2. Mannschaft von Großen-Buseck gegenüberstehen. Am zweiten Feiertag hat die 4. gegen die 1. von Grüningen zu kämpfen. VfB. I — Geisweid klafeld. .Der VfB. hat für beide Feiertage Gäste verpflichtet. Am ersten Feiertag weilt die erste Mannschaft der SpielverLinigung Geisweid-Klafeld 08 auf dem Waldsportplatz zu Gast. Gegner ist die erste Mannschaft des VfB. Die Gäste gehören dem Bezirk Siegen an und spielen in der, ersten Bezirks- klasse. In der vergangenen Saison errangen sie den dritten Platz in der Tabelle. Die Mannschaften des Siegerlandes find (mit wenigen Ausnahmen) dafür bekannt, daß sie hart und auf Erfolg spielen. Wie die Gäste am besten zu packen sind, wo sie am empfindlichsten sind, werden die ersten Spielminuten erweisen. Man sollte auf Grund des bisher gezeigten Könnens der Grünweißen einen Sieg erwarten dürfen. vfv. I — FSV. Frankfurt II. (Sin Sieg ist den Gießenern im Treffen des 3 »eit en Ofterfeiertags kaum befchisden. Ein Unentschieden wäre sehr ehrenvoll. Das Spiel wird eine Kraftprobe für die Grünweißen sein. In der Reserve-Mannschaft des Fußballsportvereins Frankfurt wirken einige ehemalige Ligaspieler mit d'.e ihr Können kaum mit dem Ausscheiden aus der Llgamannschaft abgelegt haben werden. Es verdient Mgehalten zu werden, daß die Reserve-Elf des ,-iDV. nicht weniger denn 12mal die Meisterschaft ihrer Gruppe erringen konnte. Unter diesen Umständen werden die Grünweißen alles an körperlichen und geistigen Aktiven herauszugeben haben. Die Erringung der Meisterschaft der ersten Bezirksklasse verpflichtet sie außerdem zu einem ehrenvollen Abschneiden. Die beiden Mannschaften treten in folgender Aufstellung an: V f B.: Balser: Wilhelm, Leutheuser: Feuster, Knaus, Lehrmund: Ritter, Fehling, Haupt, Sauer, Schmidt. — FSV. Frankfurt: Bleimer: Grieb, Schreiber: Fischer, Dielsch, Trepke: Hartwig, Schweinhardt, Franke, Schichardt, Sconto. Die unteren Mannschaften sind spielfrei. Lediglich eine kombinierte Elf tritt in Steinbach gegen die 1. Mannschaft des Platzbesitzers an. Iugendspiele: Die 1. und die 2. Iugendmannschaft gehen, gewissermaßen als Lohn für gute Führung, auf Oster- reisen. Die 1. Jugend wird in Wiesbaden-Dotzheim Zu Gast sein lind dort ein Spiel gegen die 1. Jugend des Platzbesitzers zum Austrag bringen. Die 2. Jugend gastiert in Biebrich und tritt dort gegen die 1. Jugend des Sportklubs 02 an. Wie die Jugend- mannschaften abschneiden werden, ist nicht vorauszusagen. Die 1. Schülerelf trägt am 1. Feiertag ein Spiel gegen die Schüler von Garbenteich auf dem Platz des Gegners aus, am zweiten Feiertag werden die Schüler von Heuchelheim auf dem Wald portplatz zu Gast sein. Zugend-Werbeiag der Sprelvereinigung. Die Epielvereinigung will die schulentlassene Jugend für das Fußballspiel interessieren. Ein großes Werbeprogramm soll diesem Zwecke dienen. Erstklassige Mannschaften wurden verpflichtet. Man wird mit guten Leistungen rechnen dürfen. Die Gastmannschaften müssen von den Jugendlichen selbst verpflegt und untergebracht werden. Man hofft, daß, wie seither, die Opferwilligkeit der 1900er alle Schwierigkeiten überwinden hilft. Die 1. Jugend spielt am ersten Feiertag gegen die 1. Jugend der Offenbacher Kickers, am zweiten Feiertag gegen jene von Univn- Niederrod. Beide Jugendmannschaften der Gäste stehen in ihren Jugendgruppen an führenden Stellen. 1900 wird in stärkster Aufstellung an- treten, die Spieler werden sich restlos der Mann- schäft einordnen müssen, wenn sie den Gegnern gleichwertige Partien liefern wollen. Für die 2. Jugend ist Burgsolms 1. Jugend für den ersten Feiertag verpflichtet worden. Der Gegner des zweiten Tages ist Germania Fulda. Die Blauweißen zeigten in letzter Zeit gute Leistungen. Man hofft auf erfolgreiches Abschneiden. Die Gäste aus Fulda werden die Hiesigen vor eine gam schwere Aufgabe stellen. Die Schüler treten ebenfalls in Aktion. Burgsolms ist der Gegner des ersten, Union Niederrad der des zweiten Feiertages. Die Kleinsten werden in Eifer und Begeisterung bemüht fein, dem Verein Ehre zu machen. Wiener Profis in Wetzlar.' Erstmalig spielt im Lahnkreis eine Wiener Berufs-Fußballmannschaft. „Liberias" Wien hat sich verpflichtet, mit kompletter Mannschaft am heutigen Samstag (15.30 Uf>r) in Wetzlar anzutreten. Gegner ist die 1. Mannschaft des Sportvereins Wetzlar. Durch diesen Spielabschluß ist den Sportfreunden in Stadt und Land Gelegenheit gegeben, Wiener Schule kennenzulernen. Die Gäste haben fünf Spieler in ihrer Mannschaft, die Oesterreich in den letzten Jahren des öfteren repräsentativ vertraten. ,, FE.Teutoma" Watzenborn-Steinberg Die Teutonen haben ein umfangreiches Oster- Programm. Die 1. Jugend tritt am ersten Feiertag gegen die Jugend von Germania Fulda an. Anschließend spielt die 1. Elf gegen die 1. Mannschaft des VfB. Friedberg. Am 2. Feiertag empfängt die l.Clf Gäste aus Geisweid. Die zweite Mannschaft hat die Erste von Nodheim-Steinheim zum Gegner. ©pieiDereinigung 1926 Leihgestern. Die Spielvereinigung Leihgestern hat sich für den ersten Osterfeiertag eine Kombination (1. und 2. Elf) des Sportvereins Wetzlar verpflichtet. Die Wetzlarer Wohlgemut h Gebr. Benner, Blech und Diehl werden in der Gastmannschaft Mitwirken. Die Platzbesitzer werden sich sehr anstrengen müssen, wenn sie ehrenvoll abschneiden wollen. Fußballklub 1926 Großen-Buseck Für den ersten Osterfeiertag hat der FC. die Ligareserve der Spvg. ICO) Gießen zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet. Die Gäste treten in stärkster Aufstellung an. Die Einheimischen müssen infolge Erkrankungen mit Ersah antreten und werden daher einen schweren Stand haben. Es müßte den Einheimischen jedoch möglich sein, ein ehrenvolles Resultat herauszuholen. Handball im Gau Hessen (O. T.) Tv. 1846 — Io. Goßfelden. Am zweiten Osterfeiertag empfängt der Tv. 1846 auf dem Universitätssportplah die 1. Mannschaft des Tv. Goßfelden. Die Gießener Turner müssen Ersah aus der 2. Mannschaft einstellen. Dia Gäste spielen in der Meisterklasse und hielten den 2. Platz in der Tabelle ihres Bezirks. Ihre letzten zum Teil hohen Siege lassen darauf schließen, daß es die Gießener mit einem Gegner zu tun haben, bei dem die Siegesaussichten sehr gering sind, zumal die Mannschaft aus Goßfelden komplett antreten wird. Garbenteich I — Mtv. Gießen I. Der Tv. Garbenteich hat für den zweiten Feiertag die 1. Mannschaft des Männer-Turnvereins Gie- , ßen verpflichtet. Die Gäste, die der Kreisklasse an« gehören, stellen eine in allen Teilen hervorragende Elf dar, und werden den Gastgeber zwingen, ihr ganzes Können aufzubieten. Das Spiel dürfte zu einem sportlichen Ereignis für Garbenteich werden. Heuchelheim — Polizei Buhbach. Der Turnverein Heuchelheim hat für den zweiten Feiertag die 1. Handballelf des Polizeisportvereins Buhbach verpflichtet. Die Einheimischen haben kaum Siegesaussichten. Man erwartet ein ehrenvolles Ergebnis. Tv. Großen-Linden I — T. u. Spü. 1860 Marburg I. Der Tv. Großen-Linden hat sich für Ostermontag in der ersten Elf des T. u. Spv. Mar« bürg einen spielstarken Gegner verpflichtet. Die Gäste, die seit Jahren in der Meisterklasse ihres Bezirks eine führende Rolle spielen, werden sich den Sieg wohl kaum nehmen lassen. Der Gastgeber sollte in der Lage sein, dem Gegner zähen Widerstand entgegenzusetzen. Tv. Treis (Lumda) — 1900 Gießen. Nach fast zweijähriger Pause tritt der To. Treis wieder einmal auf den Plan. Als Gast wurde die 2. Mannschaft der Spielvereinigung 1900 verpflichtet. Treis stellt eine vollkommen neue, verjüngte Mannschaft, die gegen die spielerfahrenen Gäste nicht viel Siegesaussichten haben wird. Lützellinden I — Ium- und Sportverein Butzbach I. Zu einem Freundschaftsspiel treffen sich beide Mannschaften am ersten Osterfeiertag. Man erwartet auch diesmal wieder ein spannendes Spiel. Handball im Lahn - Oünsberg - Gau Das Osterprogramm ist nicht sehr umfangreich. Immerhin bringen die Festtage einige bedeutsame Begegnungen. Zwei Mannschaften aus dem Main- Rodgau gastieren im Gaugebiet. Tv. Mörfelden I ist am ersten Feiertag in Atzbach zu Gast, am zweiten Feiertag trägt die Mannschaft ein Spiel in Launs- boch aus. Bei dem Aufstiegskandidaten Albach gastiert die 1. Mannschaft der TG. Rüsselsheim. Die Gäste aus dem Main werden auch in Dorlar ein Gastspiel geben. Beide Mannschaften gehören der Handballgruppe Starkenburg, Bezirk Main-Hessen der DSB. an, weil im Main-Rodgau kein Handball gespielt wird. Die Mannschaften verfügen auf allen Posten über ausgezeichnete Leute und eminente Spielstärke. Die Siegesaussichten der Mannschaften des Lahn-Diinsberg-Gaues find gering. Weitere Spiele: Wißmar — Haufen, Burkhardsfelden — Kesselbach. * Den Spielberichten vom Donnerstag ist berichtigend nachzutragen, daß Atzbach nicht gegen Ruttershausen, sondern gegen Burkhardsfelden spielte. Wirtschaft. Absatzbelebung auf dem Markt für Kraftfahrzeuge. Nach dem Wochenbericht des Institutes für Konjunkturforschung hat sich der Auftragsbestand vieler Kraftfahrzeugfabriken in den letzten Monaten stark erhöht, so daß umfangreiche Neueinstellungen von Arbeitskräften vor- genommen werden konnten. Die angekündigte Tteuerentlastung für Kraftfahrzeuge und die Stabilisierung der allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Lage haben den Absatz stark gefördert. Obwohl die Steuerentlastung noch nicht in Kraft getreten ist, haben bereits im März die Zulassungen fabrikneuer Wagen sehr stark zuge- nommen. Die Zunahme geht weit über den saisonüblichen Umfang hinaus. Arbeitstäglich wurden im März durchschnittlich 174,1 Personenkraftwagen (gegen 125,4 im entsprechenden Vorjahresmonat) und 26,1 (17,9) Lastkraftwagen neu zugelassen, d. h. also um fast 40 Prozent mehr neue Personenkraftwagen und um rund 46 Prozent mehr neue Lastkraftwagen als im März 1932. * * Frankfurter Hypothekenbank in Frankfurt a. M. Die zur Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypothekenbanken gehörende Frankfur- tur Hypothekenbank in Frankfurt a. M. schließt das Geschäftsjahr 1932 mit einem Ueberschuß von 1,43 (1,51) Mill. Mk. einschließlich des Gewinnvortrages aus 1931 in Höhe von 0,21 Milk. Mk., woraus 6 (7) Prozent Dividende verteilt, 0,66 Mill. Mk. dem Delkrederefonds zugewiesen und 0,22 Mill. Mk. auf neue Rechnung vorgetragen werden sollen. * 1 5809000 Sack Kaffee in Brasilien vernichtet. Das „National Coffee Council" gibt bekannt, daß bis zum 31. März in Brasilien 15 809 000 Sack Kaffee vernichtet worden sind. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 13. April. Die Kontingentierung der Ersatzfette wirkte sich auf den Absatz von Butter bisher günstig aus, besonders geringe Sorten waren seitens der Konditoreien und der Bäckereien gut gefragt. Erste Qualitäten waren ebenfalls beachtet, doch verlief hier das Geschäft weniger lebhaft. Das Konsumgeschäft war in den letzten Tagen zufriedenstellend. Die Zufuhren waren allgemein knapp, wobei bei holländischer Butter die schwierige Beschaffung von Einfuhrscheinen mitgesprochen hat. Die Preise blieben auf dem Niveau der Vorwoche gut behauptet. Deutsche Butter 98 bis 103, holländische Butter 102 bis 106 Mark per 50 Kilogramm im Faß. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 13. April. Das Angebot von Auslandseiern fehlt vollkommen: es werden lediglich noch Restposten, die vor der Zollerhöhung eingeführt wurden, verkauft. Die Preise hierfür lauten etwas niedriger. Das Hauptgeschäft beschränkte sich in der Osterwoche auf deutsche Eier, die im Hinblick auf die Festtage anfangs der Woche noch lebhafte Umsätze hatten, später aber merklich nachließen. Im ganzen genommen erreichten sie nicht das Ausmaß früherer Jahre. Die Zufuhren in deutschen Eiern haben eine gewisse Verknappung erfahren, doch reichen sie für die Nachfrage aus. Bulgaren 7,25 bis 7,50, Jugoslawen 7,25 bis 7,50, Rumänen 6,25 bis 6,50, Flandern 7 bis 7,50, Bayern 57 58 ff 7,75 bis 8, do. 56 57 g 7,25 bis 7,50, Deutsche Frischeier Sonderklasse 65 ff und darüber 9,50. Kl. A unter 65 bis 60 ff 8,50, Kl. B unter 60 bis 55 ff 8,25, Kl. C unter 55 bis 50 g 7,50, Kl. D unter 50 bis 45 g 7 Pfennig per Stück loco Frankfurt a. M. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse Scrlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TI. 21 21,5 22,4 53 72 | 73 73,13 90 90 90 94,25 94 90 102,5 io 129,5 129 129,5 1,2 1,2 o >.15 5,15 5,8 35 164 Sie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskoni 4 v H Lombardzinsfuß 5 v. H. I 13.1 35,13 39,25 5,7 5,7 70 61,5 139,5 30,5 134,25 35,25 39,75 76,75 13,9 85,5 6 0 o 5 6 0 60,75 104,5 65,5 36.75 70 61,5 139,5 102,5 160,65 46,5 203,5 86,4 95 53 92,5 93,75 101,75 159,75 70 61,5 138.25 30,75 91,5 108 66,25 31,5 92 109 66,25 70 61,5 139,4 2,46 75,70 81,11 35,53 4,21 58,82 63,88 14,35 16,61 170,59 21.62 73,50 89,5 88,9 90,13 165 109 62,4 n 75 27 92,5 94 103,5 161 129,5 31 134,5 31,5 92 107,5 66 .. 0 .. 0 .. 0 .. 0 .. 0 .. 7 . 0 . 0 0 .. 6 ..12 85,2 98,13 82 21,75 40,5 31 22,25 52,9 96 53,5 38,5 49,25 53 27 22 51,75 21.13 38 33 21,75 52 95,5 53,5 168 109,25 64 73,25 27 38,25 49,5 ■>2,5 26 4,8 27,9 88,5 89,5 । 90 89,5 | 63 105,75 67 86,75 31,5 92 109,13 66,5 115,65 38,75 49 53 46,13 113 34,9 39 49,9 I 31 136 | ... o ... 0 I.. 0 ... 7 ... 7 ... 0 ... 0 ... 0 ... 0 .. 0 ..10 .. V 45,75 20? 85,25 2,48 76,00 81,43 35,67 6% Deutsche Reichsanleihe v iw. ^°o,6em-7% Relchsani. v. 192» /ojDoung.iinleihe vo» 1930 . Znl-'Ablö,.-Schuld ml Auslo>.-Rechten DeSgi. ohne Ausios.-Rechte ”. 6 4 efjcm. 8% He». Bolksstaat 1929 (rüdjahlb 102%) Drovinz - Anleihe mit Auslol.-Rechten ©eutithe Komm. Sammelab i'Ä'n leihe Serie 1 mitAustos.-Rechten 6/„ ehern. 8% .Zrantj. Hnv.-Ban, ®o Jpfe. 1O unkündbar bis 1935 b^.ehem. 7% Fron». Hyp.-Banl Soldvse. 16 unkündbar bis 1936 Wz% ehern. <>/,% Franks. Hnp. Bank-LIau.-Psandbriese . bWo ehern, ty.% Rheinilche HyV.-Bank-Liqu.-Goldpse. 6% ehern. 8% Pr. Landespsand briesanstalt, Psandbriese R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landespsano btiefanfiaU, Psandbriese R 10 60,5 104,75 66.13 86,5 71,65 168,5 108.65 62,4 71,5 27,5 77,75 45.9 202.5 85,5 4% Oellerreichhche Golorente... 4,20% Oesterreichische Cilberrente 4% Ungarische Goldrente .... *% Ungarische Staaisrenie v. 1910 4V2% desgl. von 1913 5% abgcit. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zoll anleihe von 1911 <% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I . 4% bcsgl. Serie II 5% Rumän. vereint). Renke v. 1903 4'/r9i>Ruman.vereinh.Reniev.l91ö <% Rumänische vereintz. Rente .. B%% wratEr............... 63,25 105,4 66,9 87,5 73 170.5 109 63,5 72,9 27,75 78,4 46.5 203.75 86,9 33,5 J 162 1 4,8 27,5 85 । - I 82,4 | 75,5 | 13,4 । -21.6.0.......... LiesermigsgesellschA"' Licht und Kraft Selten & Guilleaume Velellichast für tilettrildje Ünttfr nehntungen ..... Rheinische Elektrizität Schucken «Co Siemens « Halske .. ...... Lahmeyer & (£0 ........ 4,19 -8.58 63,62 14,29 16,55 169,91 21,54 73,20 121 37,75 49,5 53,5 27,4 114,5 35,9 40,65 51 30.5 131,5 Datum | 12.4. 0rinnet Qi SRainlrast werke Höchst a.M. 4 Süddeutscher Zucker sj Schultheis Payenhvser..... Alu (Allgemeine ffunftfelbe) Bemberg Zellktols Waldhos Zellltoss Aschaffenburg .... Dessauer Gas ........... Daimler Motoren Deutsche Linoleum Crenflein & Koppel Leonhard Tietz Lhade................... Amerikanische Noten Belgische Noten Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, 0 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten ....... Datum Hamburg-Amerika-Pakei ..... - Hamburg.Sübom. Dampfschiff. 0 Hansa Dampfschiff........... 0 Norddeutscher Lloyd 0 A A. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 Commerz- und Priva,°Ba»k ... 0 Deutsche Bank und Discont» Gesellschas,............... 0 Dresdner Bank 0 Reichsbank .......... ****** . Buderus .. . Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener .... ™ Tilen-Köln'-Neuessew Ilse Bergbau Ille Bergbau Genüsse .i " Rlodnerroerfe Mannesmann-Rühren Mansselber Bergbau ..."**' Oberschies. Kokswerke. Phönir Bergbau Rheinische Braunkohlen Rhetaslahi..........'*'" ~l 162 < 162 I Iran,,un a. 211. Schlußkurs Schlugt. Abend» bört» ■Yiüni.ui. u. ja. tieriin Schlußkurs Schlußl. Abend» börfe Schluß» kurs Schlußl Mittag» börfe 12-4- i 13 4. 12-4. 13-4 Hranksurt a.M. Berlin Schlußkurs Schlußl. Abend- Sch uß- lure Schluß!. 2)11 tag« bör e Datum 12-4. 13-4 12-4. 13.4. Bereinigte Stahlwerke. .......0 45,5 46 45,25 46 Olavi Minen ....... .......0 18,75 18 18,4 18,5 Kaliwerke Aschersleben. .......6 136,5 139 136,5 138,5 Kaliwerke Westeregeln . ....... 6 137,5 140,5 137,5 140,5 Kaliwerke Salzdetfurth 199 200 199,5 200 I G. Farben-Industrie ...... 7 132,4 135 133,5 134,9 Schetdeaustalt........ ......10 169,5 168 Goldschmidt ......... ...... 0 58,75 60 59,4 60,25 RülgerSwerke ........ ...... 0 52 52,75 52,25 53 Metallgesellschaft...... ......(1 34,25 35 34 34,75 Philipp Holzmann .... ......0 59 59 59.13 Zementwerk Heidelberg ...... 4 88.5 69,75 Cementwerk Karlstadt -. ......0 60 65 । Wayß & Rreuiag .... ......0 — — Schluß» lurs Schluß!. Mittag» bör(c_ 12-4 i 13.4 85,75 85,5 98,4 98 81.9 82 75,7 76,75 13,45 13,9 85 85 — — 72,75 72.9 - - - - — — 90 90 - - 14,13 1,25 1,25 — ___- 6,9 - - — — '.13 5,25 5,9 3,9 5,8 ".9 5,8 5,75 9-5 9,75 4,85 4,85 27,75 27,7 12. April 13. Apul Amtliche Notierung Amtliche (Selb Rollern im Arie Wei* Arie Helsingiors. 6,334 6,346 6,334 6,346 Wien ..... 45,45 45,55 45,45 45,55 Prag...... — _ Budapest ... — — _ Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 170,28 170,62 170,28 170,62 C«io ...... 73,33 73,47 73,38 73,52 Kopenhagen. 63,94 64,06 63,99 64,11 Stockholm... 75,87 76,03 75,87 76,03 London .... 14,13 14,37 14,33 14,37 Buenos Aires 0,838 0,842 0,838 0,842 Neunork .... 4,208 4,216 4.206 4,216 Brüssel .... 58,74 58,86 58,74 58,86 Italien..... Paris..... 21,56 21,60 21,56 21,60 16,59 16,63 16,59 16,63 Schweiz... 81,42 81,58 81,37 81,53 Spanien... 35,61 35,69 35,66 35,74 Danzig .... 82,22 82,38 82,22 82,38 Japan------ 0,889 0,891 0,894 0,896 Rio de Jan. 0,239 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien Lissabon... 5,135 5,145 5,135 5,145 13,06 13,08 13,06 13,08 Banknoten. Berlin, 13. April 1 (Reib Arlet