Samstag, lö.llpril 1935 185. Jahrgang Nr. 89 Erstes Matt deren eine Volkspersönlichkeit ebenso wie der einzelne Mensch bedarf, um wirksam sich behaupten zu können, werden wir als Volk die Rolle spielen, die wir um der Erhaltung der eigenen Ration, wie um der Erfüllung unserer Ausgabe gegenüber den andern Völkern willen, in der Welt zu spielen haben. So sehe ich denn in allem, was sich heute bet uns vollzieht, einen neuen und hoffentlich entscheidenden Schritt auf dem Wege zur Volkwerdung der Deutschen, als der unumgänglichen Voraus- setzung für die Zukunft der Ration. Ich seh« die Dinge so im Glauben an unser Volk, den ich gewonnen und behalten habe seit den Tagen von 1920 in denen ich nach allem Leid des Zusammenbruchs im Augenblick der größten Gefahr die Gnade an mir selbst erfuhr, im Abstimmungskampf meiner ostpreußischen Heimat Führer eines geschlossen denkenden und handelnden deutschen Volksteils zu fein. Was damals gelang, muß Volk in einer mächtigen Empörung abgewor- fen und statt ihrer auf seinen Schild gehoben jene höhere Freiheit, die sich in der fret- wil li g e n Bindung des einzelnen an die Erfordernisse der Gemeinschaft ihre Schranken seht. Das Werl der nationalen Erhebung steht und fällt mit der Befolgung dieses Grundsatzes, der dazu bestimmt ist, aus Deutschland wieder das Land der tiefen Gerechtigkeit, des sozialen Fortschritts, des höchsten Kultureifers und der nationalen Würde zu machen. An diesem Werk mitzuhelfen ist jeder einzelne an seinem Teile berufen- Wer sich der Mitarbeit entzieht, der stellt sich außerhalb der Gemeinschaft. Aber es ist kein Zweifel, daß dieser Gedanke Werbekraft genug besitzt, um nach und nach das ganze Volk zu umschließen. Dies ist die feste Zuversicht unserer deutschen Ostern im Jahre 1933. Die Wiederherstellung des nationalen Berufsbeamtentums unnahm« von Jtnjeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Volitih Dr Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyrwt; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein undfürdenAn- zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich m (Bieten Staat nichts zu suchen und werde kurzerhand aus dem Dienst entlassen. Vor allem träfen die schweren Rechtsfolgen des neuen Gesetzes auch diejenigen Parteibuchbeamten, die schon vor seinem Inkrafttreten in den Ruhestand getreten seien. Beamte, die nicht arischen Bluts seien, würden in den Ruhe st and versetzt, womit ein wichtiger Programmpunkt der NSDAP, seine Erfüllung finde. Die Konfession spiele hierbei keine Rolle. Da die neuen Maßnahmen schwerwiegende Eingriffe in die bisherigen Rechte des Beamten dar- ftcllten, habe man sie nur in di« Hand der oberstenReichs - undLandesbehorde gelegt, die in jedem Fall endgültig und unter Ausschluß des Rechtsweges entscheide. Auch über den letzten deutschen Beamten entscheide danach nur seinhöchsterVor- gesetzter, der Minister. Der Beamte sei verpflichtet, Auskunft darüb r zu geben welchen politischen Parteien er bisher angehört habe. Diese Verpflichtung besteh? ]e- doch nur gegenüber der obersten Stelle, dem Minister, der persönlich für die formen ihres Daseins in Politik und in Kultur und Religion, m sozialer Beziehung und in ständischer Ordnung Die Aufgaben, die auf allen di^en Gebieten harren, sind geradezu ungeheuerlich. Aber die Schicksale der Völker haben immer wieder bewiesen, daß eine Umkehr und eine entschlossene Hinwendung zum Aufbau erst dann möglich gewesen ist, wenn es gelang, einen einheit- lichen Staatswillen zu formen unö diesem Willen das Fundament einer Vo-ksstromung zu geben, die aus freiwilliger Einsicht m bte Notwendigkeiten der Schickfalsgemcinschaft den guß- rern Folge leistete. Die scheinbare politische Freiheit des überwundenen Jahrzehnts der Irrungen mußte Schiffbruch erleiden, wenn sie de? werbenden Kraft entbehrte, das Volk zu einheitlichem Wollen zu bringen- Sie erreichte das Gegenteil. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Cnid Dnö verlog: vrühl'fthe Unwetst.al5.vuch. und Sleindruckere. R. Lange in Stehet. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schu^ttafe 7. Di« nationale Revolution in Dttllschlaick) ist nicht abgeschlossen. Sie hat die erst« Phase o« Machtergreifung mit einer Schnelligkeit und Ent schlossenheit hinter sich gebracht die chren ver- blufften Gegnern jeden W.derstand unmogl^ machten. Sie hat die zweite P^e.A Emrich tung in der Macht mit einer Zielsicherheit und Klarheit durchlaufen, die es erlaubt hat, di« schwierigsten Fragen der nationalen De^un^en. um die ein Jahrzehnt erbittert gerungen wurde, geradezu als Selbstverftändl.chceiten zu behan deln und zu lösen. Sie hat in beiden Phasen eine Besonnenheit und einen Weitblick ,9ezeigh der ihr nun ermöglicht, mit schöpferischem Willen an di« eigentliche Aufgabe heranzugehen, an den Wiederaufbau der Ration in allen Srscheinungs- regierungen und Länderparlamente und zur Peinigung des Verwaltungsapparates. Im großen und ganzen wird diese Aktion in kurzerZeit beendet sein. Es beginnt nunmehr dersy st e- matische Aufbau, der die volle politische und wirtschaftliche Freiheit des deutschen Volkes zum Ziele hat. Diese Arbeit ist unendlich schwer, und es wird größter Anstrengungen bedürfen, um das hohe Ziel zu erreichen. Die Regierung r e ch n e t d a - bei auf di« tatkräftige Unter st u t - jung des gesamten deutschen V o 1 k 8. Rur in der Zusammenfassung aller Volksgenossen in einem einheitlichen kraftvollen Willen zur Selbstbehauptung und zur völkischen Freiheit ist der Aufstieg möglich. Wie der Führer, unser Volksianzler Adolf Hiller, wiederholt betont hat, ist der R e i ch s r e g i e r u n g jederzurMitarbeitwillkommen.de r sich zu Deutschland bekennt. Jeder aber, der sich gegen Deutschland wendet, soll wissen, daß er als Feind des Volkes aus der Volksgemeinschaft ausgemerzt wird. Rur wem Volk und Heimat über alles geht, ist würdig, an der heiligen Ausgabe des deutschen Freiheitskampfes mitzuarbeiten. . . „ Die Reichsregierung wird den ihr von der Ration am 5. März erteilten Auftrag ausführen und den Willen des Volkes erfüllen. Die Manner die heute mit und unter Adolf Hitler ihre ganze Kraft dem Aufbau widmen, wollen nichts für sich. Sie wollen nichts sein als Diener an I Volk und Staat. Sie haben nur ein Ziel: । Deutschland und nichts als Deutsch- I land. auf die Dauer in ganz Deutschland gelingen. Daß der Geist, den wir damals in unmittelbar bedrohten Gebieten an und um uns verspürten, heute weiteste Kreise des Gesamtvolkes berührt hat, ist das bleibende geschichtliche Verdienst der Revolution von 1933 und ihres Führers. Die besinnliche Osterruhe von 1933 sollt« icöcn Deutschen, der es ernst meint mit seinem Volk, dazu führen, die Lage zu durchdenken und f i ch bewußt und entschlossen frei z u machen von Hemmungen der Vergangenheit und sich in dem Kreis, in dem er zu wirken berufen ist, und mit den Kräften, die ihm gegeben find, in denDien st seines V o I1 c 8 zu stellen, gleichviel, ob ihm dieses gut und lenes schlecht erscheint, was heute geschieht. Rur mit gesammelter Kraft aller derer, die sich innerlich verantwortlich sühlen für ihr Volk, geht es aufwärts! Berlin, 13. April. (WTB., Der Staats- sekretär im Reichsinnenministerium Dr. Pfundt- ner sprach über den Deutschlandsender über Die Wiederherstellung des nationalen Beru.sbeamten- tums. Die neue Reichsregierung fei sich darüber klar, daß sie zur Durchführung ihrer gewaltigen Aufgaben vor allem der Kräfte des deutschen Berufsbeamtentums bedürfe, wobei dieses ledoch voll und ganz aus dem Boden der nationalen Erhebung stehen müsse. Rur durch die rücksichtslose Säuberung der B e a m t e n s ch a s t von den Ru-nießern des mar- Mischen Umsturzes von 1918 sowie von allen artfremde tr Elementen könne wieder eine nationale Beamtenschaft geschaffen werden^ die ihr höchstes Ziel in restloser, opfervoller Pflicht- ^Das^K^e/nstück des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums feien die Paragraphen, die sich auf die sogenannten Parteibuchbeamten, die Beamten jüdischer Abstammung und politisch unzuverlässig eBe amte he- zögen. Wer Beamter geworden sei lediglich auf ©ninb seines Parteibuchs, habe im nationalen Deutsche Ostern 1933. Bon Werner Beumetburg. Copyright by Rordische Gesellschaft, Lübeck. Rachdruck, auch auszugsweise, ver- boten. Es ist schwer, in diesen Tagen Deutschlanb wiederzuerkennen, wenn man sich vierzehn Bahre an das Bild gewöhnt hat, daß dieses Land sich selbst und dem Ausland bot. Es ist fast unmöglich sich über die eingetretenen Veränderungen Rechen- schaff abzulegen, über ihren Charakter Klarheit zu gewinnen, und die meisten, die sich selbst von dem Feuer der Begeisterung nicht ergriffen suhlen, ziehen sich auf die Tatsache zurück, daß eben eine Revolution stattgesunden hat. und auf Die beobachtende Haltung der Skepsis, die sich sagt: man muß eben abwarten, ob es gut gehl. Und doch ist die Erklärung eine einfache Was sich in Deutschland in den letzten Monaten ereignet hat. ist d i e unmittelbare Folge aller Fehler, die im Inland wie im Aus- Unö ein Jahrzehnt lang begangen wurden. Von Versailles angefangen, hat sich Die $ohtil Der ßiegerftaaten Daran gewöhnt, von der deutschen Politik zunächst heftigen Protest, dann aber gelinde» Rachgeben zu erfahren, ohne zu beobachten, wie sich abseits von der offiziellen deutschen Politik und in heftiger Opposition zu ihr immer größere Massen unter einer leidenschaftlichen Führung zum Protest bekehrten- In einer fast leichtfertigen Erwägung der ihr zur Verfügung stehenden Mittel der Gewalt glaubten die europäisch.n Mächte, sich ganz auf die papierenen Erklärungen und Bündnisse verlassen »u können, die in den Jahren politischer Schein« toniun.tur von 1925 bis 1928 vom Locarno-, zum Kelloggpakt, vom deu scheu Ein ritt in dcn l o.ker- buno vis zum Voung-Plan führten. Das Ausland muß sich die Folgen dieses Fehlers selbst zuschreiben. Es gibt keine Politik ohne die Beachtung der wirklichen Strömungen: es gibt keine Regierung, die sich dauernd in Widerspruch zum eigenen Volksempfinden setzen kann. Die Mächte, die den Grundsatz der Demokralie am leidenschaftlichsten vertreten, sollten sich am wenigsten wundern wenn eine Mehrheit des deutschen Volkes nun, im Gegensatz zu seinen eigenen früheren Regierungen, zu einer Politik entschlossen ist, die bei aller Friedensliebe jede Vergewaltigung im Sinne des letzten Jahrzehnts ablehnt. fam niederriß. Diese Revolution tragt ein doppeltes Kennzeichen, das für die Zukunft der Ration und des Vaterlandes die tiefste Beruhigung bedeutet. Sie vollzog sich einmal in Dollfom- mener Ordnung und D i s ziplin und gab dadurch ein historisches Beispiel gegenüber allen Revolutionen der Weltgeschichte von größter Eindruckskraft. Sie endete zum zweiten in «inet mächtigen Syniyele zw.ichen den besten traditionellen Werten Deutsch, lands aus der Der gongenhelt und zwischen dem jugendlich stur wenden Ratio n a l i s m u s. Der Tag von Potsdan^ der diese Synthese so stark und ^erlich zum Ausdruck brachte, ist nicht nur em Symbol, er hat viel liefere Bedeutung. Er will besagen, daß in Deutschland keine Staatsordnung möglich ist. die nicht auf dem Fundamente der Ver- gange n ß eit beruht. Deutschland ist nicht das Landaber Revolutionen tm üblichen Sinne, fon- bem bas Lanb. in bem bie ewigen Werte des nationalen Lebens Anerkennung verlangen von jedem, der sich dem Dienst am Staat und am Deutschland,nichisalsOeutschland! Neichsminister Srirf umreißt das Ziel der nationalen Revolution. Die wirtschaslliche Freiheit des Liberalrnrnus endete in jenem Kollektivismus, der an bie Stelle der Persönlichkeit den anonymen Verband, an die Stelle der persönlichen Verantwortung bie Möglichkeit ber Verschleierung jeglicher Verantwortung hinter alle benfbaren Formen und Grupp^ibilbungen setzte. Statt des freieften Volkes der Erde mit der freiheitlichsten Verfassung der Welt wurden to:r nach dem Zeugnis der Männer, die weltanschaulich durchaus auf dem Boden jenes Liberalismus standen, em Haufe von Interessenten, wo ieder hinter bem Vorhang bes Allgemeininteresses nur seinem Eigennutz folgte. Von dieser Art Freiheit will das neue Deutschland nichts wissen. Sie hat in den Begriffen und in den Herzen ber Besten der Ration niemals Fuß fassen können. Diese mißverstandene Freiheit hat das deutsche Sie Sünden des Auslandes sind nicht von uns zu verantworten, wohl aber die Sünden, die bei uns selbst begangen wurden und deren Masse geradezu erschreckend ist Politik und Wirtschaft ent- sernten sich immer mehr von der gefunden Beziehung mit dem Menschen selbst Ein unfinniger Kol- lektivismus, genährt durch die Verworrenheit der parlamentarischen Verhältnisse, die jede eindeutige staatliche Willensformung verhinderten, schuf einen Zustand der Verantwortungslosigkeit und der Anonymität, der den Staat auf die Dauer zum Spiel- ball aller möglichen Interessen machte. Jener einst heilig gepriesene Liberalismus wandelte sich in Die schonungslose Ausnutzung des Schwachen durch den Starken, in einen Egoismus, der umso hoher an- schwoll, je höher auf ber anderen Seite das Elend der Massen anstieg. Idealismus und Vaterlands- liebe troffen aus jeder Zeile und aus jeher Rede, aber in Wahrheit wurden sie sich immer mehr zum Deckmantel einer Interessenwirtschaft von Gruppen und Verbänden, die bas lebendige nationale Empfinden bes Volkes zu er- sticken drohten Die nationale Revolution in Deutschland hätte sich niemals so umfassend, so ausschließlich so stark und unbedingt durchsetzen können, wenn nicht durch die jahrelange verzweifelte Gegenwehr des Systems eine furchtbare Stauung imJ8ol‘5> leben eingetreten märe, die nun, im Augenblick des Dammbruchs, alle widerstrebenden Kräfte gewalt- Das deutsche Volk hat bisher manches Ostetest 1 in einer politisch bewegten Zeit begangen. Rie- t mclls aber ist dieses Fest der Auferstehung und , des Frühlings in eine Zeit von fo grunblegender Bedeutung für das Schicksal unseres Volkes gefallen. wie in diesem Jahr. Was in den Wehen bewegter Jahre sich vorbereitet hatte, ist m Den Wochen vor dem Osterfest 1933 mit überraschen- Der Schnelligkeit zur Tatsache geworden. Wir haben in Deutschland einen Umschwung aller Dinge erlebt von gewaltigem Ausmaß und unübersehbarer Tragweite, wie er nur selten in der Geschichte eines Volkes zu verzeichnen (st.,und wie er nur bann vorkommt, wenn ein geschichtlicher Abschnitt zu Ende geht und ein grundsätzlich neuer beginnt. Eine solch« Umwälzung erlebt zu haben, ist nur wenigen Zeiten und ihrer Geschlechterreihe in Der Weltgeschichte beschieden gewesen. Ueber diesen Umschwung im deutschen Volk, ferne Ursachen und seine Auswirkungen in Gegenwart und Zukunft kann man unendlich viel sagen und schreiben. Cs ließe sich feststellen, wie trotz des für unser Denken und Fühlen neuen Geschehens letzten Endes die Menschen sich gleich bleiben, wie aber einmal unter ihnen die Richtung siegt und führt, die das Wohlergehen des Einzelnen in den Vordergrund des Denkens und Handelns der Zeit stellt, und wie dann diese Epoche abgelost wird durch einen neuen Abschnitt, in bem der Ein - zelne nichts, die Gesamtheit der Ration alles bedeutet, und wie diese Zeitabschnitte auch Marksteine des Auf- und Rieder- ganges eines Volkes sein können. Ostern 1933 fällt in die Zeit des siegreichen Auf- erstehens der ethischen Forderung, daß unser Volk über jedem individuellen Ergehen und Wollen des einzelnen Volksgenossen zu stehen t>at. Dieser Gedanke ist uralt und bleibt ewig als wahre und sittliche Forderung bestehen, solange Menschen und Volker leben werden, so oft er auch zeitweise begraben gewesen zu sein scheint. Es ist auch ein wesentlicher Bestandteil, der unser Leben feit fast zwei Jahrtausenden durchdringenden christlichen Osterbotfchaft. Von hoher Warte gesehen, sehen wir auch im Laufe der deutschen Geschichte, daß schließlich alle Zeiten des Aufstiegs unseres Volkes dann begonnen haben, wenn diese Forderung das Volk in seinen Massen ergreift, und daß Der Riedergang mit der allgemeinen Verleugnung dieses Gedankens beginnt. So haben wir denn heute bte beglückende Gewißheit. daß es trotz aller unserer Rot. trotz We tkrise. trotz unausbleiblicher Begleiterscheinungen aller Revolutionen mit Deutschland wieder aufwärtsgehen wird und muß. wenn die Bewegung unserer Tage kein Strohfeuer ist. das in Kürze wieder erlischt Die Gefahr des Verlöschens ist dann vorhanden, wenn nicht alle Kräfte der Ration, die heute die ethische Forderung des Dienens an Volk und Staat wirklich bejahen, sich geschlossen hin te r bi e nationale Führung stellen und ihre Person und ihre ganze Kraft emsehen für die Aill- erstehung unseres Volkes. Es kommt heute nicht darauf an. sich mit Lippen und äu erlichen Abzeichen zur nationalem Bewegung zu bekennen. Es kommt nicht darauf an, alles zu verbrennen was man bisher angebetet hat. Es kommt nicht darauf an, daß Millionen aus Ichsucht oder um des Herdentriebes willen mitlaufen. Es kommt allein darauf an, daß die zahllosen, wertvollen Menschen unseres Volkes in allen seinen Lagern und Parteien sich einmal klar toerben Darüber baß ber Einzelne, Parteien. Berufsstande unb Klassen nichts sinb unb bie Gesamtheit bes Vo.kes alles ist. unb daß diese Erkenntnis um« gesetzt wird in lebendige Kr af t für den Aufbau eines neuen Staates der Deutschen, dessen Grundlagen das lelbftlole Dienen am Staat und eine nationale unb christlich? Einstellung zu allen Fragen des S^tend finD. Es kommt darauf an, aus diesen wahrhaft deutfch denkenden und - handelnden Menschen den Kern der Ration zu bilden, dessen Geist und Vorbild allmählich alle Kreise unseres Volkes durchdringen und heranziehen zur Arbeit an Der Gesamtheit. Wir müssen das werden, was wir im Laufe unserer wcchfelvollen Geschichte nur selten und vorübergehend schienen und was wir in Wirklichkeit noch immer nicht sind, nämlich ein einheitlich fühlend es und Han- delndesVolk. Don der Erreichung dieses Zie- les hängt die Zukunft des im Herzen Europas eingeengten und von Feinden stets bedroh.en deut- schen Volkes entscheidend ab Rur wenn wir,end- lich die innere und äußere Geschlossenheit haben, Lrlcheini täglich, außer Sonntags unb feiertags Beilagen; Die Illustrierte Gieyener Familienblätter Heimat m Bild Die Scholle monats-Be$ngsprel$: Mit 4 Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . . -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. fiern|prtd)anfd)lüfit unter Sammelnummer 2251 Anlchrisl für Drahtnach- richten Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Sronlfurl am Blain 11686. Oes deutschen Amtes Auferstehung Don Wilhelm, Freiherrn v. Gayl, ehem. Reichsminister des Innern Berlin, 13. April. (WTB.) 2m Tonfilm t richtete Reichsinnenminister Dr. Frick folgende i Ansprache an das deutsche Volk: ’ Deutsche Volksgenossen! Der überwältigende 1 Wahlsieg bes 5. März hat den ersten Teil der nationalen Revolution abgeschlossen. In einer machtvollen Willenskundgebung hat das deutsche Volk den Führer zur Freiheit Adolf Hitler beauftragt, das schwere Werk des Wiederaufbaues in Angriff zu nehmen. D'efe Arbeit hat an jenem denkwürdigen 2 1- März, dem Tag des Frühlings- anfangs, begonnen- Richt umsonst hat dieReichs- regierung als Ort für den ersten Zusammentritt bes neugewählten Reichstags die Garnisonkirche in Potsdam gewählt. Potsdam — die StaDt. von der Preußens Größe einst ihren Ausgang nahm, sollte ein Symbol fein und sollte dem Volk verkünden, daß die Tugenden die einst Preußen stark und frei machten, auch für Die Arbeit der Regierung der nationa- len Revolution als Richtf ch n u r zu gelten haben. Eiserne Sparsamkeit. Einfachheit und Sauberkeit in der Verwaltung, restlose Hingabe an Volk und Staat, treueste Pflichterfüllung auch im kleinsten, unbändiger Wille zur Wehrhaftigkeit und Freiheit, heiße Liebe zur Heimat und zum deutschen Volksgenossen, das sind die Grundsätze, nach denen Die Regierung handeln und zu denen sie das ganze deutsche Volk erziehenwill. .. . . r . I Die Gesetze und Verordnungen, die in den letzten Wochen vom Reichskabinett verabschiedet wor- l den sind, dienten in erster Linie zur Festigung i der Reichsgewalt, zur Gleichschaltung der Lander- I Entscheidung, die in jedem Fall späte st ensam 3 0. S"e ptember 1 9 3 3 getroffen sein müsse, die Verantwortung trage. Die für das deutsche Berufsbeamtentum Wohl wichtigste Vorschrift enthalte die Schluhvorschrift des Gesetzes. Sie erkläre, dah mit dem Ablauf der im Gesetz bestimmten Fristen, also in der Regel nach dem 30. September 1933, die für das Verufsbeamtentum geltenden Vorschriften wieder voll wirksam werden. Damit sei der vorübergehende Charakter des Gesetzes scharf unterstrichen. Das deutsche Veamtenrecht werde vom 1. Oktober 1933 ab in allen f einen Teilen wiederher- g e st e l l t. Die Regierung glaube, mit dem Gesetz den rechten Weg eingeschlagen zu haben zwischen dem, was einerseits die Staatsraison gebieterisch verlange, und dem, was das Verufsbeamtentum nach seinen vorbildlichen Leistungen für das deutsche Volk und den deutschen Staat verlangen könne. Karl-Benz-Feier in Ladenburg Eine nach Tausenden zählende Menge hatte sich in dem historischen Reckarstädtchen Ladenburg versammelt, um das Andenken an den Pionier des modernen Kraftfahrwesens, Dr. h. c. Karl Venz zu ehren. Aus dem ganzen Reiche und auch aus dem Auslande waren Kraftwagen gekommen. SA.-Mannschaften hielten die Ordnung aufrecht, so daß der riesige Verkehr sich reibungslos abwickeln konnte. Sn dem Hause Benz versammelten sich die Festgäste zur Enthüllung der von der deutschen Automobilindustrie gestifteten Gedenktafel. Der Direktor der Daimler-Benz AG., Kissel, hielt die Festrede und schilderte die Verdienste des 1929 verstorbenen Pioniers des Automobils als Erfinder und Mensch. Jahrelang sei die deutsche Automobilindustrie der am meisten gedrückte Industriezweig unseres Wirtschaftslebens gewesen. Der Dann sei gebrochen durch die Rede des Reichskanzlers Adolf Hitler bei der letzten Automobilausstellung. Zum ersten Male seit langer Zeit wurden von so hoher Warte aus die Leistungen der deutschen Automobilindustrie anerkannt und die Ramen Benz und Daimler wieder gewürdigt. Die Gedenkfeier fällt in den Beginn einer neuen Zeit. Möge sie eine glücklichere Zeit werden für das ganze deutsche Volk und möge sie der Beginn eines neuen Aufstiegs der deutschen Automobilindustrie werden. Dann fiel die Hülle von der Tafel, die die Inschrift trägt: „Der Schöpfer des Benz-Kraftwagens Dr.-Ing. Karl Venz, wohnte in diesem Hause von 1904 bis zu seinem Tode 1929." Der Vürgermeister verkündete die Verleihung der Ehrenbriefe der Stadt Ladenburg an den Schirmherrn des Benz-Denkmals-Ausschusses den Reichspräsidenten von Hindenburg, an den Reichskanzler Adolf Hitler und die erste Ehrenbürgerin der Stadt Ladenburg, Frau Dr. Benz. Frau Dr. Benz, sichtlich gerührt von den Ehrungen dankte den Schöpfern der Gedenktafel und der Gemeinde für die Verleihung des Ehrenbürgerrechts. Gemeinsam zogen die Festgäste zum Friedhof. Am Grabe wurden zahlreiche Kränze niedergelegt. Unerhörte Provokation der Saar-^egierungskommission. Saarbrücken, 15. April. (OB. Funkspruch.) Anläßlich des Potsdamer Staatsaktes wurde auf dem Schloßberg in Homburg eine hakevkreuzfahne gehißt. Der Staatsakt selbst wurde durch Lcrutsprecher vom Stadthaus am Marktplatz aus übertragen. Als die Regierungskommission hiervon Kenntnis erhielt, beauftragte sie den Homburger Bürgermeister Ruppersburg, die Flagge zu entfernen und die Uebertragung sofort ein- 3 u ft eilen. Bürgermeister Ruppersburg weigerte sich, diesem ungesetzlichen Auftrage nachzukommen. Er ist deshalb durch den Präsidenten der Regierungskommission seines Amtes vorläufig enthoben worden; er muß sich auf Anordnung des Präsidenten der Regierungskommission disziplinarisch verantworten. Dem Bürgermeister wird zum Vorwurf gemacht, durch Aufstellen eines Lautsprechers „aufreizende Reden" verbreitet und dadurch die Bevölkerung beunruhigt zu haben. Kleine politische Nachrichten. $ccr®an5igcr Dolkstag nahm einen Aufloi ungsantrag der Regierungsparteien mit 41 gegen 6 Stimmen bei 19 Enthaltungen an. Reichskabinett hat soeben das Gesetz über dre Durchführung einer Volks-, Verufs- und Betriebszählung verabschiedet. Die vjahlung findet am 16. Juni 1933 im ganzen Reich statt und umfaßt eine Volkszählung, eine Berufs- zahlung, eine landwirtschaftliche und eine gewerbliche Vetriebszählung. Die näheren Anweisungen an die Gemeinden zur Vorbereitung des Zähl- geschafts gehen den Gemeindevorständen in den nächsten Tagen von den zuständigen statistischen Aemtern zu. Aus aller Welt. Der TUalet Professor Eugen Kampf f. In Düsseldorf starb im Alter von 72 Jahren nach längerem Leiden der Landschaftsmaler Pro- frssor Eugen K a m p f. Mit seinen Altersgenossen Liese gang und Hermanns gehörte er in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zu den wichtigsten Stützen der Düsseldorfer Kunst. Amorganisalionen im VDA. Der Hauptvorstond des Vereins für das Deutschtum im Auslande nahm in einer außerordentlichen Sitzung eine Entschließung an, in der es heißt: Die nationale Erhebung und Erneuerung des deutschen Volkes gibt dem VDA. neue Möglichkeiten und neuen Auftrieb für die Erfüllung seiner Aufgaben und für die Gestaltung des Volksdeutschen Gedankens. Deshalb wird der Hauptvorstand ermächtigt, das Erforderliche in der Organisation, der Gesamtleitung der Landesverbände und der örtlichen Organisationen zu veranlassen, bestehende Mängel zu beheben und dringende Verbesserungen zu ermöglichen. Das Echo -er Llnierhausdebaiie. Oie Hetzreden Chamberlains und Churchills erwecken lebhafte Befriedigung in Paris. Paris, 14. April. (TU.).) Die Donnerstagsitzung im englischen Llnterhaus, besonders die Erklärungen Chamberlains und Macdonalds werden in der französischen Presse mit größter Genugtuung ausgenommen und ausführlich kommentiert. Das „Echo de Paris" stellt fest, daß man sich über die wahre Lage zwar schon vor der Machtergreifung der Rational- sozialisten hätte klar werden müssen, dah dieser späte Umschwung aber noch immer besser sei als eine dauernde Verblendung. „Paris Soir" betont, daß der englische Ministerpräsident zum ersten Male während seiner ganzen Regierungstätigkeit anerkannt habe, dah eine Revision der Verträge nur im Rahmen des Völker- bundspaktes möglich sei. Diese sensationelle Erklärung begrabe den Versuch eines Viererpaktes, denn Macdonald nähere sich der These, die Frankreich von jeher verteidigt habe. Der „Temps" weist auf den außergewöhnlichen Widerhall hin, den die Ausführungen Chamberlains, Simons und Macdonalds in ganz Europa haben würden. Die Aussprache im englischen Unterhaus trage den Charakter einer Warnung der Vertreter des englischen Volkes nicht mehr an die Adresse Deutschlands, sondern an alle diejenigen, die sich der gefährlichen Illusion hingeben, dah es möglich sei, die Geschäfte der Welt durch das Wunder einiger improvisierter Formeln zu regeln, die im Verlauf einer kurzen Unterredung zwischen verantwortlichen Ministern aufgestellt seien. Das nationalistische „Journal des Debats" weist darauf hin, dah England in den Worten Chamberlains den Ausdruck der großen britischen Ueberlieferung w i e d e r g e f u n d e n habe. Es wäre zu begrüßen, wenn so eindeutig klare Erklärungen von der französischen Regierung abgegeben würden, die wieder einmal eine Gelegenheit versäumt habe, ihren Gefühlen un5 ihrem Willen Ausdruck zu geben. „Volonte" will in der Llnterhausdebatte einen Beweis dafür erblicken, daß in der Einstellung der öffentlichen Meinung der Welt ein Umschwung zuungunsten Deutschlands eingetreten sei. Im vergangenen Herbst habe allgemein die Ansicht geherrscht, dah an der Empörung Deutschlands über die ihm durch den Friedensvertrag zugefügte Unbill sehr vieles richtig sei. An den politischen Tatsachen habe sich inzwischen nicht das geringste geändert, aber es sei eine Aenderung der politischen Atmosphäre zu verzeichnen. — „Journee Industrielle" will feststellen können, dah Rußland seine Politik gegenüber Deutschland völlig umgestellt habe. Aehnliches behauptet das Blatt von Oesterreich, wo es ein Nachlassen des Willens zum Anschluß beobachten möchte. Aus bei» dem bemüht sich das Blatt, genau so wie die bereits angeführten Zeitungen, eine Verlagerung der Einstellung der Umwelt zu Deutschland abzuleiten. In der „Illustration" schreibt der ehemalige Ministerpräsident Tardieu: Reparationen, Sicherheit und Achtung vor den Verträgen, die die französischen Regierungen seit 1920 als die Grundregeln ihrer Politik aufrechterhalten hätten, würden durch den italienischen Vorschlag eines Viererpaktes zum Tode verurteilt. Revision der Verträge, so wie sie der Pakt vorsehe, bedeute den Krieg. Der italienische Plan könne nur den Zweck verfolgen, den Großmächten eine Vormachtstellung zu schaffen, um ihren Willen den anderen Staaten aufzudrücken. Gegen diese internationale Diktatur hätten sich die Völker jedoch schon einmal erhoben. Frankreich lebe' leider in einer pazifistischen Aera, in der es glaube, niemals Rein sagen zu können. Aus -er Provinzialhauptstadt. Deutsche Oftern. Von Superintendent Lic. Borrmann. Wir feiern Ostern, dieses Siegesfest des Lichtes über die Finsternis, in jedem Jahr mit Freude als Fest des neuen Lebens. Aber in diesem Jahre wird in Deutschland Ostern mit besonderer Freude gefeiert. Regt sich doch überall in deutschen Landen n ues national s L.b.m. Run dürfen wir deutsche Ostern feiern in der Hoffnung, dah jetzt wieder ein „Deutschland hoch in Ehren" auf» ersteht. Deutsche Ostern! Wenn sie da sind, dann müssen auch die alten deutschen Tugenden Wahrheit, Gerechtigkeit, Gottvertrauen, Bruderliebe auferstehen. Wir sehen mit Freuden, daß sie Auferstehung halten in unserem Volk, in dem,^etzt mit Ernst gegen Korruption und Verwilderung der Sitten vorgegangen wird, in dem eine entschiedene Wendung zu den ewigen Gütern und Werten unseres Glaubens zu spüren ist, in dem jetzt des Dichters Wort Wahrheit wird: „Jeder echte deutsche Mann soll Freund und Bruder heißen!" Fürwahr, wenn dieser Geist sich durchsetzt und den Geist der zersetzenden und zerstörenden Zwietracht überwindet, dann dürfen wir hoffen daß Deutschland auferstanden ist zu einem neuen besseren Leben und einer besseren Zuiunft. Aber hat mit diesem deutschen Ostern jene Tatsache, die vor rund 1900 Jahren Ereignis wurde und für viele ihr ganzes Leben umstür- zendes Erlebnis wurde, die Auferstehung Jesu Christi, etwas zu tun? Gehört sein Ostern, dieses innerlichste, vom Schleier göttlichen Geheimnisses umgebene Geschehen hinein in die Auferstehung eines Volkes mit all der irdischen Gewalt, die ihr nun einmal anhaftet, und all dem äußeren Jubel, der nun einmal nicht z,u trennen ist? Ja, Christi Auferstehung gehört hinein in unser großes Volkserleben! Mehr: Deutsche Ostern können im tiefsten Sinne erst gefeiert werden, wenn Christus auch in deutschen Landen aufersteht als der Siegesfürst, der uns Deutschen im siegreichen Kampf gegen alles Gemeine und für alles Gute voranzieht als Held und Führer. So war es immer in den großen Stunden deutscher Geschichte. Schon als Christus Einzug hielt in die germanischen Wälder und gerade die deutschen Tugenden der Mannestreue, des Vertrauens, der Nachfolge in den Herzen unserer Vorfahren zu heiliger Glut entfachte als der christliche Herzog, dem seine Mannen als getreue Jünger auf Gedeih und Verderb zu Dienst und Gehorsam sich verpflichteten. Und welch herrliche Auferstehung hielt dieser Christus in den Tagen der Reformation, als nicht nur eine neue Frühlingszeit im Reich der Gnade begann, sondern auch durch diesen Geistesfrühling ein neuer deutscher Frühling anbrach. Oder, um an neuere Zeit zu denken, Christus hielt Auferstehung in jener großen deutschen Bewegung der Freiheitskriege, weil diese Bewegung durchtränkt war von echt christlichem Geist selbstloser Hingabe und opferbereiten Dienstes. Und da sollte der Auferstandene fehlen in unserer für unser Volk so bedeutsamen Gegenwart? Nimmermehr! Er ist mit uns und un- Jerer lärbeit für Deutschlands Auferstehung, wie er mit den Vätern war. Ihn bitten wir um Die rechte Weisheit um die übermenschliche Kraft zu unserm Werk und vor allem um etwas von seinem Glau- den, daß es auch im Leben unseres Volkes immer roieder durd) Nacht zum Licht, durch Leiden zur Herrlichkeit, über Golgatha zum Ostermorgen geht. 34no doch: Ostern will noch tiefer verstanden werden! Denn Ostern mutz von jedem erlebt ^rden, ganz persönlich - sonst gilt uns das Wort. Ist Christus tausendmal vom Tod erstanden und nicht in dir, bleibst du in Todes» banden! Was die Apostel einst zu Ostern er» fuhren und dann in die Worte kleideten: „Gott hat den Fürsten des Lebens von den Toten auf» ?es s'nd wir Zeugen (Apostelgeschichte 3 15) das muß unser Erlebnis werden. Damit a n,c^ chehr und nicht weniger gesagt als daß auch wir den Standpunkt jener ersten Welt gewinnen, von dem lebten L?5™ n l?tCn ?nSeIn bewegten. Sie lebten fett Ostern in und durch Christus. Es war für sie beseligende Tatsache: „Er lebt! Darum ist auch uns der Vollsinn des Lebens jetzt erst zuteil geworden denn wir haben nun Gewißheit Jaß auch wir Erben des ewigen Lebens sind Und diese Ewigkeltsgewißheit gab ihnen den bewundernswerten Mut und die einzigartige Kraft , für dieses Leben und die großen Lebensaufgaben in dieser Welt. Es war in ihrem Leben die große Wandlung eingetreten, die der Auf- erstandene bei denen durchführt, die sich in seine Gewalt begeben. Wollen wir nicht auch solche lebendigen Jünger des lebendigen Christus werden? Menschen, die tapfer, stark, weil ewigkeitsgewiß den schweren Alltag meistern und die harte Zeit überwinden und dadurch die beste Aufbauarbeit für unser Volk leisten? Wie nötig haben wir es, „des Herrgotts fröhliche Leute" zu werden! Und wie viel fehlt uns noch daran! Aber getrost! Wenn zu Ostern nur. der heiße Wunsch nach solchem wahren Leben in uns brennt, dann naht uns der auferstandene Christus und läßt uns teilhaben an seinem Ostern und segnet dadurch auch das Ostern unseres Volkes. Kirchliche Fürbitte zum Geburtstag des Reichskanzlers. Einer Anregung des Deutschen Evangelischen Kkrchenausschusses entsprechend, hat das Evangel. Landeskirchenamt in Darmstadt in einem Ausschreiben an die evangelischen Dekanate, Pfarrämter und Kirchenvorstände bestimmt, daß in den evangelischen Gemeinden im Gottesdienst am zweiten Osterfeiertag des Geburtstages des Reichskanzlers fürbittend gedacht wird. Weiter ist bestimmt worden, daß am Geburtstage des Reichskanzlers (20. April) auf den kirchlichen Gebäuden, soweit das möglich ist, die evangelische Kirchenfahne zu hissen ist. Oer Säerfog der nationalen Arbeit. Amtlich wird mitgeteilt: Die Ausführungs» beftimmungen zu dem Gesetz über den Feiertag der nationalen Arbeit werden auch die Frage der Lohnzahlung am 1. M a i regeln. Für den 1. Mai wird auch für die Arbeiter, die im Stundenlohn beschäftigt sind, der volle Lohn gezahlt werden. Der Reichsminister der Finanzen hat die Landesregierungen gebeten, die Gemeinden anzuweisen, Veranstaltungen von der Vergnügungssteuer fre: zuste11en, die am 1. Mai 1 933 aus Anlaß und zu Ehren des Geburtstages des Reichskanzlers Adolf Hitler unternommen werden. Die Steuerfreiheit soll also davon abhängen, daß es sich um eine Veranstaltung am 1. Mai 1933 bzw. 20. April 1933 handelt, die durch den Feiertag der nationalen Arbeit bzw. den Geburtstag des Reichskanzlers besonders veranlaßt ist und zu Ehren dieser Tage stattfindet. Margarine-Verwendung ist kenntlich zu machen. WTB. Die Neuordnung der Fettwirtschaft uni) die dadurch bedingte Verknappung von Margarine macht es erforderlich, diese vor allem den Bevölkerungsschichten zur Verfügung zu stellen, die gegenwärtig nicht in der Lage lind, die für den Bezug deutscher Fette erforderlichen Mehraufwendungen zu machen. Um dies zu erreichen, soll der Verbrauch von Margarine, Kunstspeisefetten usw. vor allem dort eingeschränkt werden, wo diese, ohne zu einer fühlbaren Mehrbelastung der Verbraucher- schäft zu führen, durch deutsche Fette ersetzt werden können. Dieser Aufgabe dient eine in der nächsten Nummer Des Reichsgesetzblatts erscheinende Verordnung des Reichsministers Dr. Hugenberg und des Reichsinnenministers über den Verkehr mit Erzeugnissen der Margarinefabriken und Oelmüh- len In dieser Verordnung wird bestimmt, daß in Gastwirtschaften, Schankwirtschaften oder Speisewirtschaften jeder Art durch besonderen Aushang darauf hin- aewiesen werden muß, ob Margarine, Kunstspeise, fette, gehärtete Speiseöle, Pflanzenfette oder ge- härtetsr Tran bei der Herstellung Der Speisen ver- menDet werden. Werden ferner im Kleinhandel von Bäckern, Konditoren oder Verkäufern von frischen Back- und Konditorenwaren Lebensrnittel feilgehalten oder verkauft, die unter Verwendung der ge- nannten Dele und Fette hergestellt oder zubereitet so ist dies ebenfalls durch Aushang kennt- uch zu machen. Gleiche Hinweise sind auf den Speisekarten, Preisschildern oder Preisverzeichnissen zu machen. Weiter bestimmt die Verordnung: Auf den Gesäßen und äußeren Umhüllungen, in denen Mar- 1 garine, Kunstspeisefette, gehärtete Speiseöle, Pflanzenfette oder gehärteter Tran in den Verkehr gebracht werden, ist der Gehalt an den einzelnen als Rohstoff verwendeten Deien und Fetten in Hundertteilen anzugeben. Gastwirtschaften, die sich auf Grund dieser Verordnung veranlaßt sehen, von dem Verbrauch von Margarine zur Verwendung von Butter überzugehen, wird empfohlen, die zur Zeit vorhandenen niedrigen Butterpreise jur Deckung ihres Bedarfs für die nächsten Monate auszunutzen. Im Hinblick auf die durch die Neuordnung per Fettwirtschaft in Zukunft bedingte Preisentwicklung für deutsche Fette dürfte es sogar für Gastwirtschaften zweckmäßig sein, in größerem Umfang Butterschmalz herzustellen, das auf lange Zeit hinaus haltbar ist. Mitteilung trerkundlicher Beobachtungen. Man schreibt uns: Der in der Festzeitschrift „Frisch Obi*" anläßlich des 25. Jubiläums des Zwe'.gvereins Gießen des VHC. veröffentlichte Artikel über „Beiträge zur Flora und Fauna der Umgebung Gießens und Beobachtungen über die Lurchfauna" von Dr. Karl Rudolf Fischer und Llniversitätsprofessor Dr. B. Henneberg hat größeres Interesse gefunden, als man bei der beschränkten Verbreitung der Zeitschrift erwartet hatte. Insbesondere haben sich nachträglich Stimmen gemeldet, die wertvolle Beobachtungen zur Ergänzung hätten beitragen können. Um diese wichtigen Mittelungen nicht der Wissenschaft verloren gehen zu lassen, bitten die Verfasser, alle tierkundlichen Beobachtungen, insonderheit die aus früheren Jahren, an Prof. Dr. Henneberg, Anatomisches Institut der Universität Gießen, oder Dr. Karl Rudolf F i - scher, Forstzoologisches Institut der Universität Gießen senden zu wollen. Auch an sich belanglos erscheinende Beobachtungen können wertvoll sein. (Siebener Wochenmarktpreise. * Gießen, 15. April. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 110 Pfennig das Pfund, Landbutter 110, Kochbutter 90, Matte 20 bis 25, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15 bis 25, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Unter-Kohlrabi 6 bis 8, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln 3, Aepfel 20 bis 30, Dörrobst 35 bis 40, Obstmus 40 bis 45, junge Hahne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80; Tauben 40 bis 60 Pfennig das Stück, Eier, inländische, 8, Käse 5 bis 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 20 bis 25, Salatgurken 50 bis 60, Lauch 5 bis 10; Rettich, neue, 20 bis 25 Pfennig das Bund, Radieschen 10 bis 15; Kartoffeln 2,50 Mark der Zentner. Sellerie 10 bis 30 Pfennig das Stück. Daten für Samstag, 15. April. 1632: Sieg Gustav Adolfs über Tilly bei Rain am Lech; — 1832: der Dichter und Zeichner Wilhelm Dusch in Wiedensahl geboren. Daten für Sonntag, l6. April. 1786: Der Seefahrer Sir John Franklin in Spilsbh geboren; — 1844: der französische Dichter Anatole France in Paris geboren; 1871: Verkündung der Deutschen Reichsverfassung: — 1917: Riesenschlacht an der Aisne. Der feindliche Durchbruchsversuch gescheitert. Daten für Montag, 17 April. 1774: Der Erfinder der Buchdruckschnellpresse, Friedrich König, in Eisleben geboren; — 1790: der amerikanische Staatsmann und Schriftsteller Benjamin Franllin in Philadelphia gestorben. Pornotizen. — Tageskalender für Samstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die unsichtbare Front". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der goldene Gletscher". — Tageskalender f ü r Sonntag (1. Feiertag): Stadttheater. 19 bis 21 Uhr, „Andreas Hollmann". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Drandplatz, 11 bis 13 Uhr, große Frühjahrsausstellung. — Lichtspielhaus, Bahn- hosstraße: „Die unsichtbare Front". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg: „Der goldene-Gletscher". — Tageskalender für Montag (2. Feiertag): Stadttheater, 19 bis 21.30 Uhr, „Die vier Musketiere". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die unsichtbare Front". * * Schulpersonalie. Stadtschulrat Maurer in Offenbach wurde auf sein Rachsuchen in den Ruhestand verseht. Die durch feinen Rücktritt freigetooröene Stelle soll aus Ersparnisgründen nicht wieder beseht werden. Stadtschulrat Maurer wurde 1810 zu Ober-Eschbach im Kreise Friedberg geboren. Im Frühjahr 1890 bestand er die Seminarentlassungsprüfung, zwei Jahre später die Staatsprüfung und im März 1896 die erweiterte Prüfung in Französisch und Englisch Rach einjähriger D r._ cnöung als Schnl- bertoalier an der Volksschule zu Mainz wirkte er von April 1891 bis Juni 1919, also mehr als 28 Jahre, als Lehrer an den Lehrerbildungsanstalten zu Alzey, Lindenfels und Darmstadt und half während dieser langen Zeit weit über tausend Lehrer und Lehrerinnen ausbilden; danach konnte er nahezu 14 Jahre lang als Kreis- und Stadtschulrat in Büdingen, Offenbach- West und Offenbach-Stadt über 603 Lehrer fördern und beraten. Vom August 1914 bis April 1916 war er zum Heere eingezogen. Das Hessische Kultusministerium und die neue Leitung der Offenbacher Stadtverwaltung haben dem Scheidenden ihre besondere Anerkennung für seine Verdienste um das Schulwesen in Hessen, besonders auch in Offenbach, zum Ausdruck gebracht. ** Mandatsniederlegung bei der Gießener Handelskammer. Kaufmann Leopold Mayer, Gießen, hat sein Mandat als Mitglied der Industrie- und Handelskammer Gießen niedergelegt. ** Dftermorgenmuftt vom Turm der Iohanniskirche. Am ersten Dftertage wird der Verein für christliche Musik um 7 Uhr vorn Turm der Iohanniskirche folgende Choräle blasen: „Lasset uns den Herren preisen", ,Hesus meine Zuversicht". ** Besuchszeiten der Museen. Die Museen und Sammlungen im Alten und Neuen Schloß fin an beiden Feiertagen (Sonntag und Montag) zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** S tra ß e nsperre im Vogelsberg. Wegen Ausführung von Asphaltierungsarbeiten wird die Provinzialstraßs Geder n—M erken» f r i tz vom 24. April, Merkenfri tz—H irzen - Hain vom l.Mai für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt von Gedern über Wenings, Geln» haar, Usenborn nach Drtenberg und umgekehrt. Der über den Vogelsberg führende Fernverkehr wird Obecheffen Textor. fortschrittlichen automobilistischen Geistes min JAHRE EUTSCHE 18 Mr 20 Uftr: GUAUTAT5 ARBEIT So verschieden wären die Erschütterungs• Kurven, wenn ein Meßinstrument die Stöße, denen Ihr Wagen ausgesetzt ist, vor und nach der Neubereifung mit Dunlop Supra Ballonreifen registrieren würde! Faust 11. Faust I. Der alte udfäntülprelk, ißten; - IM: ib Schriftsteller ia gestorben. 4 1 Oeffenllicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244 45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Oeffentlicher Sonntagsdienst für den 1. Ofterfeiertag. Aerzte: Dr.Hofmann, Dr.Neumann-Spengel. Zahnarzt: Zahnarzt Jäger. A p o th e k e : Engelapotheke. Für den 2. Ofterfeiertag. Aerzte: Frau Dr. Rothenberger, Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr. Kockerbeck. Apotheke: Pelikonapotheke. m'.gen Gemeinderatsbeschluß wurde Neichskanz» .. .... zum Ehrenbürger der d o r f ernannt. ■ Samstag: Die unsichtbare -lterstveg: .Der Sonntag (1- z 21 Ähr, „An- 2t Kunstvere.n, 13 Ähr, große chaus. Dahn- t". - Mona- benfr Gletscher". Montag (2- b-s 21.30 Ähr, )iclhaus, W it“. ler Wolf Hitler Gemeinde Eulers Textor. Samstag, 22. April, Anfang Sonntag, 23. April, Anfang Montag, 24. April, Anfang 'bil^uins des hoffentlich^ Fauna ^ngen über ^Fischer n1anJ6tt9 . 5^,man bei Uchrist n, '•? nachtröq. Ee Devboch, W» können. W der Dis. ^bitten die Ölungen, in. an Pros ; Wb« 1 Rudolf F j, 'er Universität n ich belang« Men wertvoll Preise. > aus dem Heu. ' HO Pfennig ter 90, Matte 'tfraut 15 bis 'en 10, Spinat Feldsalat 80 dn 10, Meer« i A 30, Äha. W\ 20 bis 30, bis 45, jung? 3 bis 80', Tau« irr, inländische, bis 60, Salat Lauch 5 bis 10; >as Bund, Aa. ',50 Mark der 3 das Stück. April. Tilly bei Dain Zeichner Ml- n. April. i Franklin in anzösische Dich« ren; 1871:Qkr« issung: -1917: endliche Durch« Exzellenz v. Hömtjeib t- Darmstadt, 13.April. (WSN.) Im Aller von 72 Jahren verstarb heute an einem Schlaganfall Geheimrat Konrad o. Römheld. Römheld war Dor« stand der hessischen Kabinettsdirektion und der Verwaltung des Großherzogs von Hessen. Sparmaßnahmen bei der Offenbacher Beamtenbesoldung. WSN. Offenbach, 12. April. Infolge der katastrophalen Finanzlage der Stadt Offenbach hat der kommissarische Oberbürgermeister Dr. Schönhals sich gezwungen gesehen, tief - greifen de Sparmaßnahmen in der Beamtenbesoldung vorzunehmen. Danach werden zwecks Angleichung der städtischen Dienst- bezüge an diejenigen der entsprechenden Reichs- und Staatsbeamten die besonderen Zulage n mit Wirkung ab 1. April 1933 gestrichen. Weiter werden in den Spitzengruppen Zurückstufungen in niedrigere Gehaltsgruppen vorgenommen. Die Kürzungen betragen teilweise bis zu 40 Prozent gegenüber dem Gehalt von 1928. Als Höchstgehalt wurden 750 Mark monatlich festgesetzt, was also für die Bürgermeister in Frage kommt. Darüber hinaus sollen alle Beamte für zuviel gezahlte Gehälter namhafte Zurückzahlungen leisten, da der frühere Oberbürgermeister die vom Kreisamt seinerzeit angeordneten Gehaltssenkungen erst ein halbes Jahr später vorgenommen hatte. _ Die unteren Beamten bleiben von den Gehaltskürzungen verschont. Der Deamtenapparat soll reduziert, eine Kürzung der Pensionen und eine Nachprüfung der angerechneten Dienstzeiten vorgenommen werden. Auf Grund dieser Sparmah- nahmen erhofft man eine Einsparung im Etat von rund 200 000 Mark. Wegen der Verbreitung von Greuelnachrichten wurde ein junger Mainzer zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte an einem Zeitungsstand behauptet, er habe vier französische Generäle mit Reichswehroffiziercn gesehen, als diese Kasernen besichtigten. Er hat dazu gesagt: „Da ha- ben wir den Salat, jetzt kommen die Franzosen wieder nach Mainz!" Ein Einwohner von Schöneberg, der in seinem Garten ein türkisches Gewehr, eine Armeepistole und 100 Schutz Munition verborgen hatte, wurde wegen verbotenen Besitzes eines Munitionslagers zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt. Drei weitere Einwohner des gleichen Ortes erhielten aus dem gleichen Grunde 6, 4 und 1 Monat G e - fängnis. Sämtliche Verurteilten wurden sofort verhaftet. Der Gewerbeinspektor Reitz in Darmstadt erhielt wegen Amtsunterschlagung 1 Jahr und 3 Monate Gefängnis, drei Mitangeklagte erhielten 7, 5 und 2 Monate Gefängnis und kleinere Geldstrafen. in oun. Ü* !Öer: fes -iS» her auf die Straften Tellers, Nidda, Schotten, Ulrichstein, Lauterbach verwiesen. •• Bctriebsratswahlbeider Firma Bänninger G. m. b. H. Die DetriebsratSwahl bei der Fittingsfabrik Bänninger G. m. b. H- in Gießen hatte folgendes Ergebnis: Abgegeben wurden 175 gültige und 8 ungültige Stimmen. Es erhielten Liste 1 der N6DO. „Rationale Sozialisten" 106 Stimmen — 4 Mandate, Liste 2 69 Stimmen — 2 Mandate. Bei der Wahl des Angestelltenrats erhielten bei 35 abgegebenen gültigen Stimmen Liste 1 H. Bogel 19 Stimmen, Liste 2 K. Müller 16 Stimmen. •• Kino-Werbetage im Lichtspielhaus Das Lichtspielhaus Bahnhofstraße veranstaltet am heutigen Samstag den zweiten Kinowerbetag. Dcn Besuchern ist Gelegenheit gegeben, Eintrittskarten unter besonders günstigen Bedingungen zu erwerben. Die Leitung des Lichtspielhauses will damit ein besonderes Entgegenkommen zeigen und es vielen ermöglichen. Stunden der Sammlung und Erholung, die der Besuch des Kinos bedeuten kann, zu genießem Auf die Anzeige vom Donnerstag, aus der Näheres ersichtlich ist, sei besönders hingewiesen. ,e Identifiziert. Der in der Nacht zum Karfreitag auf der Main-Weser-Bahn zwischen Lollar und Nut ershausen tot aufgefun eneM.nn wurde im Laufe des gestrigen Tages als der Arbeiter R. H. aus Lollar festgestellt. Es kommt Selbstmord in Betracht. • 'Zusammenstoß zwischen Auto und Motorrad. Am Donnerstag kurz vor 13 Mr fuhr ein hiesiger Autoschlosser mit seinem fast neuen Motorrad, einer Neander-Maschine mit Beiwagen, aus der oberen Bahnhofstraße in der Richtung zum Bahnhof, als plötzlich aus der Löwengasse ein Mercedes-Personenwagen eine- tirat an a u- rein Dachsuchen tch seinen 2ud- ui8 Ersparten. Sladlschul- ss« »SS ndungal-ech i Ma.aZ IE ) allo mehr als Lehrerblldungs- un» d weit über * 9ff< 603 Lehrer!^., Um* I mwlS, t«' ^antriWaBtt Iftertaß6 ® IurIu Uhr.^.M äle 6 ifVuoef’ lus mei^ 0 -nie W- allieruKken- el.nZirzeN' fri&T, aelPerT' KeiuE- iin’lÄ wirf Osterdienstag, den 18. April. wieseck. 14.30 Uhr: Osterfeier der Klemkinderkirche (bei gutem Weller im Wald). katholische Gemeinden. Samstag, den 15. April. Karsamstag. Gleften. Um 7 Uhr beginnen die hl. Weihen ; 8.30: Hochamt; 16B0 und 19: Beichte. — Liest 6.30: hl. Weihen; 7.15: Hochamt; 18: Beichte. — Nidda. 8.30: Hochamt; vorher hl. Weihen; 17 und 20: Beichte. Sonntag, den 16. April. Ostersonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: feierliche Vesper; 16.30 und 19: Beichte. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. Montag, den 17. April. Ostermontag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt; 11: Messe; 14.30: Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt, Erstkommunion der Kinder und Schulentlassungsfeier; 15: Festandacht; Gelllbde- erneuerung. — Laubach. 9: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt. hiesigen Bürgers herauskam und das Motorrad vor der Gerberei Decker ansuhr. DaS Auw ttnyrbe nur leicht beschädigt und konnte die Fahrt fortsehen. Das Motorrad und der Beiwagen wurden stark demoliert. Wie durch ein Wunder blieb der Motorradfahrer unverletzt. Die Polizei nahm den Tatbestand auf. Lernt EinheitskurAschrist. Man schreibt uns: Die I. ReichSkurzschrift-Gesellschaft und Damenabteilung e. D. Gießen eröffnet am Dienstag, 25. April, in der Pestalczzischule, Nordanlage 18, unter Leitung eines staatlich geprüften Lehrers der Stenographie für Damen und Herren wieder neue Anfängerlehrgänge in der deutschen Einheitskurzschrift. Erwerbslose erhalten besondere Dergünstigungen. Weiter gibt der Verein in seinen neu beginnenden Fortbildungs-, Redeschrift-, Praktiker« und Diktatkursen für alle Geschwindigkeiten zur weiteren Vervolllommnung reichlich Gelegenheit. 3m Anschluß an den vor einigen Tagen erschienenen Bericht über den DereinSwettkarnps sei auch an dieser Stelle nochmals auf die Wichtigkeit der Erlernung der Einheitskurzschrift aufmerksam gemacht. (Siehe heutige Anzeigei) •• Turnverein von 1 846. In der fünften Monatsversammlung hielt der Ehrenvor- sitzende Dureaudirektor Erle einen Vortrag über „Gießener Studentenleben einst und jetzt", während Turner Heinrich Kunz seine Erlebnisse auf der Wanderschaft in Wort und Bild schilderte. Beide Borträge fanden dankbare Zuhörer. Gemeinsam wurden im weiteren Verlaufe des Abends schöne, alte Turnerlieder gesungen. Die Bersammlung bewies, daß die Liebe zu Volk und Vaterland im Turnverein eine gute Pflegestätte hat. * mühungen mehrerer im Sägewerk beschäftigter Arbeiter und der schnell herbeigecillen Laubacher Freiwillen Feuerwehr gelang es, den Brand aus seinen Herd zu beschränken. Es konnte jedoch nicht verhindert werden, baft ein kleiner, vom Sägewerk abseits stehender Schuppen den Flammen zum Opfer fiel. Eine an der Brandstätte zurückgelassene Wache konnte nach drei Stunden wieder ab- rücken. Landkreis Gictzcn. 7 Großen-Linden, 14. April. Auf Beschluß des Komitees der Pilgermissions- gesellschaft Et. Ehrischona wurde Prediger Albert Meng mit Wirlung vom 1. 4. von hier nach Gießen an die Etadtmifsion versetzt. Die hiesige Stelle wurde durch Prediger I u n g « Bad Wildungen besetzt. t Treis a. d. Lda., 13. April. Der hiesige Ar« beitergesangverein „Hoffnung" und der Arbeiter-Turn- und Sportverein haben sich a u f g e l ö ft. — Auf dem freien Platz vor der allen Schule mitten im Dorf, wo einst die alle Dorflinde stand, soll am Geburtstag des Reichskanzlers eine neue Linde gefetzt werden, die Adolf- Hitler-Linde heiften soll. Der Platz soll Adols-Hitler-Platz genannt werden. Kreis Als'elv. ss. Grebenau, 14. April. Durch einstim- Spiclplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 16. April, Anfang 17 Mr: Parfifal. Montag, 17. April, Anfang 19.30 Uhr: Die Czardasfürstin. Dienstag, 18. April, Anfang 20 Mr: Dec Postillon von Lon- jumcau. Hierauf: Die Puppenfee. Mittwoch, 19. April, Anfang 19.30 Mr: Margarethe. Donnerstag, 20. April, Anfang 19.30 Mr: Festvorstellung anläßlich des Geburtstages des Reichskanzlers Adolf Hitler. Festrede: Dr. Werner Kulz, Darmstadt. Hieraus: Tannhäuser. Freitag, 21. April, geschlossen. Samstag, 22. April, Anfang 19.30 Alftr: Palestrina. Sonntag, 23. April, Anfang 17.30 Mr: Meistersinger von Nürnberg. Montag, 24. April, geschlossen. Wettervoraussage. Durch die Störung über dem Nordmeer wurde der hohe Druck über den britischen Inseln abgebaut und wärmere ozeanische Luft hat das deutsche Küstengebiet bereits erreicht. Zwar wird sich der hohe Druck vorerst noch auswirken, jedoch beeinflußt später ozeanische Luft auch unser Gebiet. wirkt auf die Temperaturen ein und bringt Bewölkung. Leichtere Niederschläge find dabei nicht ausgeschlossen, jedoch dürften sie mehr in Norddeutschland auftreten. Aussichten für Sonntag: Nochmals kalte Nacht bis zu leichtem Bodenfrost, in den Morgenstunden lokale Dunstbildungen, tagüber aufheiternd, dabei aber aufkommende Bewölkung, wärmer, trocken. Aussichten für Montag: Mehr wechselnd bewölktes Wetter mit Aufheiterung und ausgeglichenere Temperaturen, meist trocken Lufttemperaturen am 14. April: mittags 9,8 Grad Celsius, abends 4,8 Grad; am 15. April: morgens 0,6 Grad. Maximum 10,2 Grad, Minimum minus 3,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14 April: abends 13,9 Grad; am 15. April: morgens 5,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 12% Stunden. Oie Neuordnung der Handwerks» kammerverwaltung in Oberheffen. WSN. Schotten, 14. April. Wie hier in einer Tagung des Kampfbundes des gewerblichen Mittelstandes unter Vorsitz des Kampf- bundleiters Neumann mitgeteilt wurde, wird die bisherige Handwerkskammer-Ne- benstelle Friedberg zum Teil der Handwerkskammer-Nebenstelle Gießen angegl.edert, im übrigen aber als Handwerkskammer- Nebenstelle für die Kreise Schotten, Lauterbach und Büdingen mit dem Sitz in Schotten eingerichtet werden. Kommissarischer Vorsitzender wurde Kampfbundleiter Neumann. Oer Licher Ostermarkt. * Lich, 15. April. Am Osterdienstag findet der allbekannte Licher Ostermarkt statt. Erfahrungsgemäß wird zum Markt eine große Anzahl Ferkel aufgetrieben. Wer auf die Anschaffung erstklassigen Materials Gewicht legt, der komme noch Lich Mit dem Markt ist toie- b;ri m d c belieb e Tombolaverlosung verbunden, bei der für geringes ^eiö schone Gewinne erzielt werden tonn n Neben Pla.k:n'ert findet mittags und abends Tanzbelustigung in Steins Saal- bau statt. Arbeitsdienstlager im Vogelsberg. § 511 r i d) ft e i n , 13 Apr l Na:' l ng r n B r- handlungen ist jetzt die Errichtung emes Lagers des freiwilligen Arbeitsdienstes in unserer Gemeinde gesichert. Ss kommt ein Lager mit etwa 200 Arbeitsdienstwilligen hierher, zu deren Unterbringung kürzlich das am Orlsaus- gang nach Babenhausen zu gelegene sogenannte Vorwerk von der Gemeinde angekaust wurde. Damit wird das alte, massive Steingebäude wieder eine zweckentsprechende Verwendung finden. Bis vor etwa hundert Jahren, solange noch das „Amt Ulrichstein" bestand und ein fürstlicher Amtmann hier im Schloß seinen Wohnsitz hatte, diente eS als Zehntscheuer, in den letzten Jahren teilweise weiterhin als Scheuer, ein anderer Teil war als Wohnung eingerichtet. Für das künftige Arbeitsdienstlager sind bereits über 1 0 0 0 0 0 Tagewerke angemeldet, davon etwa 50 000 für die Feldbereinigung im benachbarten Stumpertenrod, an der auch noch von Groh-Felda aus gearbeitet werden wird. Träger der Arbeit ist dec Verein zur Förderung des freiwilligen Arbeitsdienstes in Hessen. , 8 Babenhausen II.. 13. April. Hier ist die Errichtung eines Lagers desfreiwilligen Arbeitsdienstes im Gange. Die am Orts- ausgang nach Hockersdorf zu gelegene frühere Molkerei ist zur Unterbringung der jungen Leute vorgesehen. Für unsere abgelegene Bogelsberg- gemeinde verspricht man sich manches Gute von der Einrichtung, eine große Anzahl von Tagewerken ist bereits angemeldet. Brand im Laubacher Stadtwald. g Laubach, 13. April. Heute vormittag ent- stand gegen >*11 Uhr in der Nähe des an der Lau- bacher Waldstation gelegenen S ch n e i d t s ch e n Sägewerks auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise ein Waldbrand. Das Feuer verbreitete sich sehr rasch über eine vier bis fünf Morgen große Fichten- und Buchenhege aus und be- drohte das Sägewerk. Dank der angestrengten Be- Kirchliche TldArichfen. Evangelische Gemeinden. 1. Ofterfeiertag, den 16. April. Stadlkirchc. 9.30 Uhr: Pfr. Mahr; 11: Kindertirche für die Matthäusgemeinde; Psi Mahr; 18: Pfr. Becker; zugleich Beichte für die Konfirmanden der Markusgemeinde und deren Angehörigen. — 3o- hanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsbeimer. 11: Kinder- kirche für die Lukasgcmcinde; Pfr. Bechtolsheimer; 18: Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kindertirche für die Luther- gemeinde; Pfr. Lenz. — Pelruskapelle. 9.45: Pfr. Ausfeld; 11: Kindertirche für die Pelrusgcmeinde; Pfr. Ausfeld. — ftlein-Cinbcn. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst: 13.30: Mittagsgottcsdienft. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte für das Krüppelheim in Nieder-Ramstadt; Mitwirkung des Kirchenchors; anschließend Beichte und Abendmahl; 13: Kindergottesdienst. — wieseck. 9.30: Hauptgottes- dienst (Frauenchor); Kollekte, 10.45: Kindertirche; 13.30: Beichte zum Konfirmations-Abendmahl — Allen-vuseck. 10: Festgottesdienst; Mannerchor; Kol- lefte; 13: Beichte. — Großen.vuesck. 10.30: Gottesdienst; anschließend Beichte und Abendmahl; Kollekte. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst, Kollekte. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: hl. Abendmahl für die alten Gemeindeglieder von Staufenberg; Kollekte; 13.30: Kirchberg, Kollekte; 13.30: Mainzlar, hl. Abendmahl für die allen Gemeindeglieder. — hausen- Garbenleich. 10: Hausen; Mitwirkung des Frauenchors; 12 45: Garbenteich; Mitwirkung des Gesangvereins Viktoria. — IDatjcnbom-Sle.nbcrg. 13.30: Hauptgottesdienst; Kirchenchor, Posaunenchor, Kollekte; im Anschluß Beichte zum Konsirmanden-Abend. mahl. — Grüningen. 9.30: Hauptgottesdienft. im Anschluß: Beichte und Feier des hl. Abendmahls; Kollekte. — Cid). 9.30: Stiftsdechant Kahn; Posaunenchor; Kirchengesangverein; Kollekte, 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftspfarrer Draudt; Kollekte. 2. Ofterfeiertag, den 17. April. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; Konfirmation der Kinder der Markusgemeinde; Feier des hl. Abendmahls; 14: Vorstellung und Prüfung der Kon- sirmanden der Matthäusgemeinde, Pfr. Mahr; 18: Missionar Walther. — 3ohanneskirche. 9.30: Psr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Iohannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 14: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden der Lukasgemeinoe, Psr. Bechtolsheimer; 18: Pfarrasfiftent Knell. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 14: Vorstellung und Prüsung der Konfirmanden der Luthergemeinde; Pfr. Lenz.-- petrusfapeüe. 9.45: Pfarrasfiftent Knell; zugleich Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden der Petrusgemeinde. — Klein-Linden. 9: Konfirmation und hl. Abendmahl. — Heuchelheim. 10: Konfirmation; anschließend Beichte und Abendmahl; Kollekte für die ausländische Diaspora. — wieseck. 9.30: Konfirmation; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls; Kollekte. — Allen-Buseck. 9.30: Konfirmationsfeier; Kollekte. — Großen-Bujeck. 10: Konfirmation; an- schließend Beichte und hl. Abendmahl; Kollekte. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst; Kollekte. — Kirchberg. 10: Kirchberg; Konfirmation; hl. Abendmahl; Kollekte für die Epileptische Anstall Nieder-Ramstadt. — Hausen-Garbenlelch. 8: Hausen; 10.30: Garbenteich. Urteile des politischen Gondergen'chts. D a r m st a d t, 13. April. (WSN.) Unter dem Vorsitz des Landesgerichtsdirektors Weift tagte das politische Sondergericht. Zunächst wurde ein junger Schneider aus Wes - sel zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte den Reichskanzler Adolf Hitler einen Landesverräter genannt. Der Angeklagte gab zu, zu mitternächtlicher Stunde und im angetrunkenen Zustande den Reichskanzler einen Hochverräter genannt zu haben, was dieser ja auch selbst im Radio gesagt habe. Ein Zeuae bekundete jedoch mit Be stirnrntheit, baft sich der Angeklagte des Ausdruckes Landesverräter bedient habe. Ein junger Erwerbsloser aus Hummetroth hatte kommunistische Flugblätter verteilt, und zwar ein Tag nachdem dies durch Gesetz verboten worden war. Da der Angeklagte nachweisen konnte, daß das diesbezügliche Gesetz in seinem Heimatort erst später bekannt geworden war, wurde er freigespro - chen. Zwei Grumstädter Kommunisten, die von einem nationalsozialistischen Zeugen mit Bestimmtheit wiedererkannt worden sind, wurden zu j e 6 Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie kommunistische Flugblätter verteilt hatten. Zwei weitere Kommunisten muftten aus Mangel an Beweisen freigesprocyen werden. Schauspielhaus. Sonntag, 16. April, Anfang 18 Mr: Faust I. Montag, 17. April, Anfang 15.30 Mr: Vorfeier zum Geburtstag des Volkslanzlers Adolf Hitler. Geschlossene Freivorstellung für SA. und 66.: Die endlose 6traße. Anfang 20 Mr: Die vier Musketiere. Dienstag, 18. April, Anfang 20 Mr: Kollege Crampton. Mittwoch, 19. April, Anfang 20 Mr: Der alte Textor. Donnerstag, 20. April, Anfang 20 Mr: Zur Feier des Geburtstages des Volkskanzlers Adolf Hitler. Gastspiel der Kampfbund-Bühne, Münster i. Wests.: „Ss brennt an der Grenze. Freitag, 21. April Anfang 20.30 Mr: Der alte Textor. 6amstag, 22. April, Anfang 19 Uhr: oder 2500 Meter Fabrikreste Sprechstunden von 8 — 8‘/?Uhr. U13D Gießen (Kaiserallee 61p), den 15. April 1933. Die Berdigung findet in der Stille statt. 42 02403 48 58 Wilhelm Kahl, Metzgermeister 58 C. Rübsamen Fernruf 3659 per Meter in guten Dessins 90 Damenkleider .98 und ■ A 2618 D Plötzlich und unerwartet verschied unser lieber Kamerad 26190 E. Mutter. 258 D 3. Osterfeiertag Einspänner-Kuliwagen (DienZtag, 18.4.33) fontpl., zu verkauf. _ .abends «Uhr: evtl. Tausch gegen! Dlnoenvurg.----- mittelschweren. Da- ■BBBESJHDHMi selbst ein kleines 2595 V 22LL 72 88 Wol mousseline Drucks,80cmbr. unzähi. aparte Must., in Massen von 2-5.50 m, für Kinderkleider, Blusen, Am 14. d. M. wurde meine liebe gute Frau, unsere treubesorgte Mutter,Tochter,Sch wiegertochter.Schwester.SchwägerinundTante kaufte ich bei einem der größten deutschen Stolfdrucker. Es ist dies eine ganz außergewöhnl. Gel. genheit, denn diese Original-Fabrikreste sind in solchen Mengen sehr schwer zu erhalten. - Die Preise liegen zirka 40 Prozent unter dem regulären Wert. Neue Existenz! 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Als ausschlaggebend bei der Beurteilung der Vorschläge Mussolinis und Macdonalds erscheint mit die Tatsache, daß durch den in Aussicht genommenen Konsultativpakt der Großmächte, die Sicherheit s f r a g e eine allgemein beruhigende Lösung findet, ohne die natürlichen und im Völkerbundspakte selbst anerkannten Entwicklungsnotwendigkeiten zu unterbinden. Wenn auch in der Frage der Gleichberechti- Niemand in der Well, der die Tatsache kennt, wird ableugnen können, daß Deutschland so vollkommen abgerüstet hat, wie es einzig in der Geschichte aller Völker und Zeiten da- steht. Diese Abrüstung, die Deutschland und mit ihm Oesterreich, Ungarn und Bulgarien vollzogen haben, sollte die Grundlage zur Abrüstung der übrigen Staaten der Erde bilden —, so ist es ausdrücklich im Friedcnsvertrag von Versailles und in der Völkerbundssatzung festgelegt und durch die Unterschrift der im Kriege gegen Deutschland gestandenen Staaten bestätigt worden. Vierzehn Jahre sind indessen ins Land gegangen, ohne daß auch nur etwas Greifbares in Hinsicht auf eine ernsthafte Abrüstung der anderen geschehen ist. Im Gegenteil! Die europäischen Festlandstaaten unter Frankreichs Führung haben in einer Weise ausgerüstet, die alles auf diesem Gebiet vor dem Weltkrieg Erlebte einfach in den Schatten ft e 111. Wir stehen vor der Tatsache, daß um die entwaffneten mitteleuropäischen Staaten herum die Staaten West-, Süd- und Osteuropas auf das Höch st mögliche Maß aufge- rüstet haben Das aber ist die größte Friedensbedrohung. die denkbar ist. und es ist die ununterbrochene Gefährdung der Sicherheit Eurovas, dessen entwaffnete Staaten zu willenlosen Werkzeugen Frankreichs und seiner Trabanten heruntergedrückt werden sollen. Es gibt heute in der Welt nur einige wenige Staaten, die tatsächlich in ihrer Sicherheit Oberfalzberg, im April. Seit Adolf Hitler sich der Politik mit Leib und Seele verschrieben hat, ist er aus der Unraft seiner Arbeit immer wieder von Zeit zu Zeit in der Einsamkeit des Berchtesgadener Landes untergetgucht. Diese äußerste Südostecke des Reiches wurde ihm zu einem Stück Heimat, seit seine Schwester sich ständig dort niederlieh und „Haus Wachenfeld" auf dem Obersalzberg bewohnt. Von Berchtesgaden windet sich die äußerst steile, schmale Bergstraße zum Obersalzberg empor. Bis auf den heutigen Tag ist diese Straße für den allgemeinen Kraftwagenverkehr gesperrt, und nur die Wagen und im Winter die neuen Raupenschlepper der Reichspost dürfen hier verkehren. Es ist das Gebiet des „Hohen G ö l l", das seit ewigen Zeiten von einem ureingesesse- nen Bauernstamm besiedelt ist. Die reichen Salz- lager, die dem Oberfalzberg den Ramen gaben, wurden schon von den Römern ausgebeutet, und heute noch betreibt der Bayerische Staat hier ein Salzbergwerk, dessen Sole bis nach Reichenhall und über die Mauthäuslstraße bis nach Traunstein geleitet wird. Diese gänzlich abgeschlossene, wilde und doch idyllische Bergwelt hat von jeher Menschen von Eigenart und Eigenwillen angezogen. Dichter und Künstler suchten in der eindrucksvollen Stimmung des Obersalzbergs Anregung zu schöpferischer Tätigkeit. Hier schrieb Theodor Storm seinen „Schimmelreiter", hier hielt sich häufig Peter Rosegger auf, und Schumann und Brahms waren Stammgäste auf dem Obersalzberg. Zwischen hochstämmigen Waldungen liegen Hunderte von uralten Bauernhöfen verstreut, der schönste Hos aber ist der Platterhof, jener Oed- Hos, der durch den Roman „Zwei Menschen" von Richard Voß berühmt geworden ist. Der Platterhof steht in mancherlei Beziehung zu Adolf Hitler und vielen Führern der nationalistischen Bewegung, und diese innere Verbindung stammt aus der ersten Zeit der Verfolgung und der schweren Rückschläge. Dietrich Eckart, der von Hitler hochverehrte Milschöpfer der geistigen Grundlage des Rationalsozialismus, suchte und fand hier als politischer Alücht- ling zuerst Zuflucht, und so mancher Rational- sozialist hielt sich auf dem Platterhof und in den gung ein rascherer Fortschritt erwünscht^wäre, muß die Initiative dieser bcidei^großen Staatsmänner doch als eine entscheidende Tat in der Geschichte der Genfer Beratungen gewertet werden. Die Unterstützung aller Staaten, die wirklich guten Willens sind, dürfte ihnen gesichert fein. Die Devise lautet: Aufrichtigkeit und guter Wille!" auf das höchste gefährdet sind, das sind Deutschland und die kleinen Staaten Oe st erreich, Ungarn und Bulgarien. Es ist für das 65 Millionenrolk der Deutschen ein unerträglicher Zu st and, in vollendeter Unsicherheit zwischen hochgerüsteten Mächten dahinleben zu müssen. Diesem Zustand e i n Ende z u setzen, ist höchste Pflicht gegenüber Volk und Reich. Dieser Pflicht wird sich die Regierung der nationalen Erhebung nicht entziehen. Wer sie beschuldigt, daß sie durch die Wiederherstellung der Wehrfähigkeit Deutschlands zum Kriege rüsten wolle, der spricht eine grobe Unwahrheit aus. Die Männer der Regierung der nationalen Erhebung kennen den Krieg, besonders diejenigen unter den Verantwortlichen, die im Weltkrieg als Frontsoldaten den Krieg in all seiner Schwere und mit all seiner Furchtbarkeit erlebten. Kein Frontsoldat wünscht den Krieg, und es wird niemand in Deutschland die Hand dazu reichen, leichtfertig einen Krieg heraufzubeschwören. Wir wissen, daß der Welt nichts notwendiger ist als der echte Frieden. Diesen echten Frieden herbeizuführen, das ist eine der entscheidend- ften Aufgaben, vor denen die Staatsmänner der Welt, besonders die Europas, stehen. Dieser Frieden wird nicht erreichbar fein, solange die Völker Europas in hochgerüstete und gesicherte und in wehrlose und sicherheitslose aufgeteilt find. umliegenden Almhütten kürzere oder längere Zeit verborgen, als der 9. Rovember 1923 die zahlreichen Verurteilungen des Hitler - Prozesses und die Auslösung der Partei zur Folge hatte. 3n diesen, patriarchalischen Hause stehen bei Rocht noch die Türen offen, und so manchesmal sand der Besitzer am Morgen im tiefen Schlaf einen Gast vor, von dem er noch keine Ahnung hatte, und der in Rocht und Rcchel von München aus den Weg zu dieser Zufluchtsstätte suchen mußte. Auch Adolf Hitler hielt sich hier mehrfach incognito auf. Seit dem 3ahre 1920 wird der Platterhof von Bruno Büchner und feiner vortrefflichen Frau bewirtschaftet. Beide tarnen damals aus englischer Gefangenschaft aus Ostafrika nach Deutschland zurück und mochten aus dem schönen alten Platterhof in Erinnerung an „Moritz" Mayer die heutige „Pension Moritz". Bruno Büchner ist der drittälteste deutsche Pilot, nahm als Flieger am Bulgarisch-Türkischen Krieg teil, bildete fast 200 deutsche Flieger aus, darunter Göring, Hai- I c r und viele andere berühmt gewordene Feldflieger des großen Krieges. 3m 3ahre 1914 war er der erste und einzige deutsche Flieger in unseren afrikanischen Kolonien. Wenige Tage nach der Mobilmachung schossen ihn die Engländer bei Daressalam ab und nahmen ihn gefangen. 3n der Einsamkeit seines Platterhofes fanden sich immer wieder die ältesten Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung, unb Bruno Büchner wußte stets noch einen Ausweg,wenn Grund bestand, sich zu verbergen oder auch über die noch drei Seiten hin nahe folzburgische Grenze zu gehen, wenn die betreffenden auf andere Weife dem Zugriff der Polizei nicht mehr entgehen konnten. Hier weilte Dietrich Eckart zuletzt noch 1923 kurz vor seinem frühen Tode, und auch fein Grab findet man auf dem Friedhof von Berchtesgaden. Dicht unter dem Platterhof, in Wald und Wiesen eingebettet, liegt „Haus Wachenseld" , ein schlichtes, anheimelndes, kleines Landhaus im oberbayerischen Gebirgsstil mit einer umlaufenden Holzveranda. Ein Kommerzienrat Winter aus Buxtehude hat es erbaut, starb aber bald darauf, und von feiner Witwe mietete es im 3ahre 1923 Frau Raubal, die verwitwete Schwester Adolf Hitlers. Hier wohnt sie bis zum heutigen Tage: Hillers Landhaus bei Obersalzberg in der Nahe von Berchtesgaden. Gleichberechligung-Sicherheil-Meden Äon Franz Seldte, Reichsminisier für Arbeit und Jugend, Erstem Äundesführer des Stahlhelm. Das Haus am Berg. Wo der Reichskanzler Adolf Hitler Ruhe und Erholung findet. Äon Dr. Alfred Oetig, München. manchmal erhält sie den Besuch ihres Sohnes, bet Lehrer in Linz an der Donau ist, und unter ihre» fürsorglichen Händen wurde Haus Wachenseid während der ganzen 3ahre die heimatliche Stätte der Erholung und Ausspannung für Adolf Hitler in feinem wechselvollen Leben. Von der bunten Dcrgwiese vor dem Hause sieht Hitler, dieser geborene Grenzland- deutfche, durchs Echellenberger Tal bis nach Salzburg und zur Feste Hohensalzburg und die Bergriesen rund um den Berchtesgadener Talkessel Untermberg, Hochkalter mit dem Blaueisgletscher, Reiterspitze und Wahmann, Hohes Brett und Hoher Göll sind zum Greisen nabe. Am liebsten aber geht Adolf Hitler den köstlichen Weg, 500 Meter über dem Berchtesgadener Tal, nach Scharitzkehl und Vorderbrand. Dort erblickt man tief unten den Königsee, den schönsten aller bayerischen Dergseen. Hitlers Urlaubstage verliefen hier von icbct denkbar zurückgezogen und in anspruchsloser Einfachheit. Seit einer Reihe von 3ahren meidet Hitler Fleisch, Alkohol und Rikotin vollständig. Mit Vorliebe trug er in den Sommermonaten die Tracht der einheimischen Gebirgsbauern, die sogenannte „kurze Wichs", die kniefreie Hose unb den Leinen- oder Lodenrock. Es gibt kaum einen nationalsozialistifchen Führer, der nicht schon auf dem Obersalzberg gewesen wäre, und im Gästebuch des Platterhofes finden wir fast alle Ramen der Männer um Hitler. Das Wandern als deutsche Kulturaufgabe. Bon Rektor Zaspert, 1. Vorsitzender desÄeichs- Verbandes Deutscher Gebirgs- und Wander- vereine. Seit einiger Zeit regt es sich in. Deutschland in großer Bewegung, ans dem Reisen, der Touristik, dem Kllometerrasen und der oberflächlichen Zerstreuung ein deutsches Wandern als Kultur- tat und Kulturaufgabe zu gestalten. Wir fühlten's alle, daß unsere hochgepriesene Zivilisation mit Radio und Flugschiff, mit Schnellfahrt und Auto nur für eine bestimmte, für eine gewisse Menschenschicht nie geahnte Lebensbedingungen schasst, für Millionen aber nichts ist als die Spitze der Pyramide des 3nhumanen. Wir empfinden schaudernd die Tiefe der Leere, die hohle Entseelung, fröstelnd die kristallene Kälte ohne Menschentum. 3m kleinsten Dorschen des Mittelalters war mehr Seele als in den gewaltigen Lichtzentren des Großstadtlebens. Der schlichte Volkstanz mit dem heiteren Volkslied war seelenvvller als der unsinnige Reger- tanz mit der 3azzmusik. Unter den Linden am Dorfborn war es anmutiger, heimeliger unb deutscher als auf dem Spiegelparkett mit Revue, Girls und Schlagern. Alle Welt beklagt den Zerfall der beutfdjen Kultur, Sitte. Sittlichkeit. Wir wissen, daß ein Hauptfaktor beim Zerstören von alten, guten, deutschen Kulturgütern die wirtschaftliche Lage, die Arbeitslosigkeit ist. Aber wir müssen, bei aller Anstrengung zur Besserung der Wirtschaftslage zugleich Erziehungsarbeit in allen Altern leisten, und wir glauben, daß auch Wirtschaft unb Finanz, Politik und Lebensanschauung erst durch bewußt deutsche, große, nationalpolitische Erziehungsarbeit wieder zur Blüte gebracht werden, ja, daß der Weg zur Wirtschaftssicherheit durch die Charaktersicherheit geht. Oswald Spengler glaubt in düsterem Pessimismus nicht mehr an eine deutsche Kultur- und Wesensauferstehung. Für ihn ist nach dec magischen, apollinischen nun der letzte Akt unserer, der faustischen Kultur, gekommen, und das Abendland ist rettungslos in Altersschwächen dem Tode verfallen. Ein furchtbares Wort, das zugleich vernichtend und zersetzend auf unseren Willen zur Tat wirken kann. Wenn dann alles dem Untergang geweiht ist, wozu dann noch Kulturarbeit: bann, herbei rasender Taumel auf dem Vesuv, nach uns das Chaos! An der Stärkung solcher Gedankenreihen wirkten gewisse Philosophen und andere Wissenschaftler stark mit. Alles Starke, Verehrte, Ehrwürdige, Heldische, Ratürllche wurde mit zersetzender Kritik begeifert. Alles bisher in ewiger Ruhe Liegende, selbst Gott, wurde relativiert. Literatur, Malerei, Musik. Vortragswefen predigten einen jämmerlich kleinen Materialismus, der über menschliche Zäune hinter dem Diesseits nichts mehr sieht, nichts fühlt, nichts glaubt. Darum fehlte der Moderne das Große. Der deutsche Idealismus lag in hartem Kampf mit Gottlosigkeit und Vergottung des Materiellen, mit Beengung im Folterstock des Mechanischen und bleiernem Druck auf allen Strömungen des Alltags. Der Titanismus des jungen Goethe, Verirrung einer jungen, frevelnden Seele, wird als Gottesdienst fürs Volk erklärt. Man vergißt, daß derselbe Goethe in „Grenzen der Menschheit" den letzten Saum seines Kleides küßt, „kindliche Schauer treu in der Brust". Die Goetheverehrer mit ihrer Vermessenheit sollten den großen, religiösen Goethe unserem Volke näherbringen und ihn selbst empfinben. Das wäre Erziehung des Volkes zur Volkskultur des Deutschen. Wir aber sind die deutschen Wanderer und haben die große, wundervolle Aufgabe, die „menschliche Tiefe der Leere" mit unseren großen Zielen und Aufgaben, mit unserer Raturbegeisterung und Heimatliebe, mit unserer Brüderlichkeit und Vaterlandsverehrung, mit unserem gesunden Sein und Denken zu füllen und unser deutsches Kulturgut der deutschen Welt unb uns selbst toiebet zu finben unb unserem Volk von Brüdern toieber zu schenken. Man hat erst ganz allmählich die wunderbare Schönheit der deutschen Landschaft gesunden. Vor Dürer war sie kaum da. Wie Wanderer tragen sie als ein unübertreffliches Gut in einem feinen unb klugen Herzen, unb unsere Seele lebt auch babon. Am frühen Sonnenaufgang, auf tau* glityernber Höhe enthüllt bie Ratur dem treuen Sohn, dem Wanderer, Ujre schönsten Reize: das Rebelmeer, die vergoldete Höhe, den erblassenden Morgenstern, die steigende Allsiegerin Sonne. Und wie einen wohlbehüteten Talisman tragen wir das Bill) auch am Schraubstock, auf bec Lokomotive, am Schreibtisch, im Kontor, an bec Theke in unserer Seele, und seine Kräftstrahlen beleuchten das stickige Feld unseres dumpfen Alltags, geben ihm Licht unb Wärme: bcnn bas Dill» vom Kreuz im Gebirge, vom Mond im Re- bel, von der Tanne im RauHreif ist trotz aller Armut ein lebendiger Schatz. Die Scholle des Heimatbodens erzählt von unserer Väter Taten. Und wenn der mittägliche Gluthauch vom Drodem des Weizenfeldes, der Ackerkrume Duft unseren Sinnen erkenntlich wird, so flüstern die Vlutwellen, die der Boden trank, von den Verteidigern der Heimat, von ihren Heldentaten, ihrem Heldenlied, ihrem Heldentod. Der feine gekräuselte Rauch heimatlichen Herdes, der vom Dörfchen in den Abendfrieden emporschwebt, beruhigt unsere vom Wirrwarr des Lebens zerfetzte See. 2m schönsten Wiesengrunde liegt meine Ruhe, liegt meine Stärke, will ich begraben sein. Die ursprünglichen, schlichten Verhältnisse des Dorfes lassen uns Rachgeborene von dem Großen alter germanischer Urzeit tief empfinden, und das Große wird unserer Seele Größe verleihen. Die in der Ferne zum Himmel ragenden Türme der Stadt weisen uns auf eine Zeit, in der das ganze Volk erglühte in einem einzigen Gedanken: Gott allein die Ehre! Und da erschuf Erwin von Steinbach das Haus, da zahlten die weltlichen und kirchlichen Fürsten, da gab jeder sein Scherslein. Da arbeitete jeder gotische Mensch an der (Belebung des Steins, der am Fundament und der an der Säule und der am Kapital und den am Schwibbogen und der an der Kreuzblume, alle Kinder eines Gedankens, alle in kultureller Eintracht. Dadurch erst entstand das wundervolle große Kulturwerk und die Kulturgemeinde. Aber der Wanderer ergreift die Gedanken, sie ergreifen ihn, und als Kulturträger gibt er dem Gedanken Weg unb Ziel im Wanderverein. Mit hellen, aber kalten Scheinwerfern beleuchten unsere Jahrzehnte höchster Technik, höchster Zivilisation unsere Erfindungen und Entdeckungen. Man leuchtet bis $um Plankton im tiefsten Meer, bis zur Stratosphäre hinauf. Aus dem Lebensrhythmus mit dem natürlichen Wechsel ist das rasende Tempo mit dem Einerlei des Vor- wärts-Vorwärts geworden. Aber doch blüht noch still und einzig in der tiefsten Seele die kleine blaue Blume des deutschen Wesens, die kleine Blume wie bas Auge unserer Mütter. Des Wanderers Kulturaufgabe ist's, jeden deutschen Bruder dahin zu führen, daß er den Müttern, Ratur und Heimat, ins Auge sehen lernt. Den Schlüssel? Der rechte deutsche Wanderer hat den Schlüssel! Bergistungser-scheinungen in einem Arbeitsdienstlager. 500 Arbeilsdienstwillige nach dem Essen erkrankt. WSR. Bingen, 13. April. Ein ungewöhnlicher Vorfall spielte sich Mittwoch im Lager Bismarck höhe des freiwilligen Ar - beitsdienstes ab. Als nach dem Wittagsessen die Mannschaft antrat, wurden mehrere junge Leute ohnmächtig und fielen in Krämpfe. Einer von ihnen fiel plötzlich hin und zerschlug sich das Gesicht unb brach den Unterkiefer. Von der ganzen Belegschaft von 50 0 Mann war nicht mehr einer gesund. Eine Untersuchung wurde eingeleitet Die Lagerverwaltung gibt über die Vergiftungserscheinungen folgenden Bericht heraus: „Hierdurch wird bekannt gegeben, daß nach den Vergiftungserscheinungen, die sich bei der Mannschaft einstellten, die Wurst und das Fe,,, wovon die Leute genossen hatten, vom Rahrungs- mitteluntersuchungsamt in Kreuznach untersucht und als einwandfrei befunden wurden. Dagegen wurde das Brot als nicht einwandfrei festgestellt. Zum Backen war stichiges Mehl verwandt worden. Rach Aussage von Sachverständigen sind die Krankheitserscheinungen bei der Mannschaft allein auf den Genuß des Brotes zurückzuführen. Das Brot wird augenblicklich vom Rahrungsmittelunter- suchungsamt in Mainz untersucht. Von Maßnahmen gegen den Bäcker wird solange abgesehen, bis das Ergebnis der Untersuchung aus Mainz eintrifft." Wie wir heute früh erfahren, sind alle von den Dergiftungserscheinungen betroffenen Personen wieder gesund. Der Verletzte wurde in das Bingener Krankenhaus überführt. Sämtliche Vorräte an Mehl und Brot wurden bei dem Bäcker beschlagnahmt teswjSodbrennen Magenbeschwerden Hotel Schütz empfiehlt für die Feiertage seine erstklassigen Mittag- u. Abendessen und macht ergebenst auf die neu hergerichteten behaglichen Restaurationsräume aufmerksam. 2609D Cafe-Restaurant „Rhein g old“ Am 2. Osterfeiertag. ab 8 Uhr abends iKOMzimr Ausgeführt von Mitgliedern der Stahlhelm• Haus» kapelle der Ortsgruppe Gießen. 02379 | Lichtspielhaus Gießen Ab heute Samstag: Das große Osterfestprogramm Der größte und sensationellste Spionagefilm, der jemals geschaffen wurde! „E 3n' deutsche Spionin im neutralen Ausland Trude von Molo jj G 30 der deutsche Gegenspion in London Carl Ludwig Diehl Der i Internationale U- Boot-Spionage-Croß» film nach wahren Begebenheiten. 2597 C Dazu Zum ersten Male wirklich echte Einblicke in das raffiniert - gefährliche Handwerk der Spione und Spioninnen Auf der Bühne Die Weltsensation 4 Corallys Phantasieakrobaten in höchst. Vollendung Die besten Springer der Welt ferner: Neue Ufa - Ton - Woche • Nicht vergessen! Anfangszeiten: 4,8 n. 8.30 Uhr Heute Kino ■ Werbetag An den leid. Oster- letertagen ab 3 Uhr B Anmeldung und Auskunft, durch: A. Karnbach Am Kugelberg 23 lernt Einheitskuizscbrift Am Dienstag, *25. April 19 Uhr, eröffnen festaloxzisohnle, Nordanlage 18, für Damen n. Herren einen netten Anfänger-Lehrgang Unterrichtsgeld: 8 RM.; Erwerbslose besondere Vergünstigungen. Gleich- zenig beg nnen m der Woche vom 2A. Apnl neue Fortbildungs-, Diktat-, Redeschrift- und Praktiker-Kurse, »amtliche Kurse werden von Praktikern geleitet. 2581D 1 Beitiskorzschriilßesellschalt e.V. Lieken Geschäfts-Drucksachen bhÄ«0*" Briefumschläge bei Brühl, Schulstraße 7 SU.. Cafä-Restaurant Bürgerhof 2 Osterfeiertag von 11 -1 Uhr Frühschoppen-Konzert Wieseck 2. Osterfeiertag Restaurant Karlsruh Bedarfshaltestelle d. elektr. Straßenbahn Grenzweg Wieseck—Giefien 2599 D wiese« 3nm fühlen Grund. Inh.: H.Hormann. Am 2. Osterfeiertag Tanz Blauiacken-Tanzorchester Gut gepflegte Biere und Weine l awD Tanz 2596 D Ludwigsburg 3. Feiertag, ab 18 Uhr Tanz _______Jazzmusik.______K. Klug. Sdenhausen! Am 2. Osterfeiertag 02m Lanz Es ladet freundl. ein Gastwirt Fr. Klinket Oster-Montag gut besetzte Tanz-Musik Es ladet ergebenst ein 02398 Wilhelm Wagner,GroBen-Buseck WMM Meiteta 1. Osterfeiertag ab 4 Uhr Konzert 2. Osterfeiertag ab 4 Uhr Tanz 02391 Halte mein Lokal Vereinen und Gesell- schasten bestens empfohlen. G. Peil. Eberverkauf. Dienstag, den 18. April, nachmittags 1 Uhr, soll auf hiesiger Bürgermeisterei ein abhängiger, gutgenährter Eber an den Meistbietenden öffentlich gegen Barzahlung versteigert werden. 2603V Hessische Bürgermeisterei Bestershain. Hartmann. Amtsverkündigungen ans den oberhessischen Kreisen. Kreis Gietzen. 1. Alle von Viehhändlern und Transportunternehmern zum Viehtransport benutzten Fahrzeuge aller Art und alle son- tigen zu oder bei einer solchen Viehbeför- lerung benutzten Behältnisse und Gerät- chaften (Kisten, Käfige, Körbe, Krippen, Tränkvorrichtungen, Latierbäume, Hürden, Ketten, Anbindestricke usw.) sind alsbald nac'. jedem Gebrauch zu reinigen und zu desinfizieren. 2607C 2. Für die Durchführung der Reinigung und der Desinfektion find die Vorschriften der Anweisung für das Desinfektionsver- fahren bei Viehseuchen (Anlage A zum Reichsviehseuchengesetz) maßgebend. Kreis Schotte«. Die Frist für die Ausstellung der Bezugsscheine für verbilligten Hühnerweizen Omnibuslinie nach dem Schiifenberg Der Omnibus verkehrt täglich ab Ludwigsplatz um 3.30 Uhr bei jeder Personenzahl. Rückfahrt 6 Uhr. — Fahrpreis 40 Pf. 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Z. herrschende Trocken- heit und das viele dürre Gras und Laub in den Wäldern das Entstehen von Waldbränden begünstigt wird, ordnet das Krüs- amt auf Grund des Artikels 65 der Kreis- und Prooinzialordnung an: 1. Jegliches Rauchen im Walde ist verboten. Desgleichen das Feueranzünden im Walde und in dessen Umkreis von 30 Meter. 2. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 90 RM. bestraft. Weiter weift das Kreisomt darauf hin, daß jeder, der einen Brand durch Vorsatz oder Fahrlässigkeit verursacht, für den dadurch herbeigeführten Schaden verantwortlich gemacht werden kann. Zur Bergschenke n Am Oster-Sonntag und Oster-Montag FEST-KONZERT der STAHLHELM-KAPELLE GIESSEN Leitung: Albert Schleufe, ehemaliger Kapellmeister des Reserve - Infanterie- Regiments Nr. 116 Eintritt 35 Pf. Anfang 4 Uhr Kein Aufschlag Bei gutem Wetter finden die Konzerte im Park statt, bei Regen in den Gasträumen 2570 A Gasthaus Volle« Morgen 1. 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Er nahm zärtlich ihre auf der Bettdecke ruhenden $)änb€. „Sei stark, Mutter, Vater hat einen so leichten und raschen Tod gehabt, dah. uns das ein Trost sein muh." Frau Bettina sagte bebend: „Ich kann mir das Leben ohne ihn nicht vorstellen, es muh grenzenlos öde sein." Er sah sie bittend an. „Ich bin doch da, Mutter, ich, dein sohn. Da zog ein Heller Schein über ihr Gesicht. „Ja, du bist ja do!" flüsterte sie mit mütterlicher Oie stummen Gäste von Zweilinden Roman vonAnnyvonpanhuys. Copyright by Belletristische Korrespondenz Bechthold. trug, in ihrem Kiosk unb hatte olle Hände voll zu tun, ihre Käuferinnen zu befriedigen. Die eine wollte Lilien, di« andere rote Rosen, und eine dntt» lieh sich ein Sträußchen von verschiedenen Blumen zusammenstcllen, das hübsch und billig sein sollte. Angelas Gesicht, das von Natur leicht bräunlich angehaucht war, als hätte es die Sonne zuviel geküßt, war voll Leben. Ihre fast zu großen Augen strahlteck alle Käuferinnen an, und für jede hatte sie ein paar verflixt unheimlich, ich glaube, wir suchen fieber einen anderen Raum aus!" Konrad Zweilinden sah seinen Baler an. Man sollte wirklich den Bankettsaal verlaßen, auch würde seinem Vater eine Tasse Kaffee gut tun, sein ®e sicht war zu dunkelrot gefärbt Frau Bettina erhob sich, rief mit bebender Stimme, aber sehr deutlich: „Wir haben alle den Spuk von Zweilinden gehört! Ich und niemand meiner Familie kann Erklärungen darüber abgeben, mir stehen selbst vor einem Rätsel! In der Kirchen- chronik von Zweilinden ist der Spuk als authentisch verzeichnet. Ich bedaure von ganzem Kerzen, wenn irgendeiner von unseren lieben Gästen Unbehagen verspürt wegen der Störung, aber wir gehen jetzt, bitte, in die oberen Räume, und ich hoffe, öie werden bald alle vergessen, was immerhin»befremdend und seltsam ist." Sie versuchte ,}u lächeln, doch jeder bemerkte, wie mühsam dos Lächeln erkämpft war. Die Gäste standen fdjon an der Tür, sie konnten den Saal nicht schnell genug verlaßen. Gegen Abend brachte der Gesangverein aus der Kreisstadt ein Ständchen und wurde gut bewirtet, bann sollte getanzt werden. Ein Klavierspieler und ein Geiger traten an. Die Jugend tanzte, die alteren Es war an einem Samstagvormittag. Um den Mervado 'Dhieno, um die Markthalle des Stadtviertels Sans in Barcelona, ging es wieder sehr laut und lebendig zu. Die Sonne schien vor Lust oben am Himmel zu tanzen, und die Menichlem unter ihr waren Frühlingstrunken. Morgen war Palmsonntag. UcbcraU wurden Palmenwedel zum Verkauf angeboten, Buden mit Bändern in allen Farben waren dicht umlagert von kaufenden Frauen. Am Palmsonntag will jede Famllie, die ein bißchen aus sich hält, ihren 'Palmenzweig in die Kirche tragen, wo er geweiht wird, damit er noch vor Ostern draußen am Balkon oder vor der Türe angebracht werden kann. Er soll das Unglück für das ganze kommende Jahr vom Hause sernhalten. Angela stand in einem rosa Kattunkleidchen, über das sie ein dünnes weißes Jäckchen aus Waschstoff freundliche Worte. , Angela war allgemein beliebt, unb die Frauen erzählten sich, daß sie mehr Navios haben könne, wie sie Finger an den Händen hätte, wenn sie nur wolle. Der Flavio ist der Bräutigam. Aber man erzählte sich weiter, keiner gefiele Angela, u£> sie rönne doch gute Partien machen. Ein lunger Backer mit eigenem Geschäft aus der Straße Massini laufe sich die Beine nach ihr ab, und so viele andere auch. Die Frauen hatten recht, viele Freier stellten sich nach unb nach ein. Die Schönheit der achtzehn- jährigen Blumenverkäuferin stieg den jungen Leuten zu Kopf, und sie streckten verlangend die Hande au» nach dem reizvollen Mädchen. Sie hatte eben einer Kundin die letzten Lilien verkauft, und es trat einen Augenblick Ruhe ein. Alle Blumen waren schon fort, außer den Rosen. Davon standen noch ein paar Dutzend in den verschiedensten Farben vor ihr in den hohen Glasern. Sie dachte, morgen war Palmsonntag, morgen konnte sie einmal gründlich ausruhen. Zwar waren auch Sonntag vormittags die Lebensmittelgeschäfte und die Markthalle offen, zwar durften morgen vormittag auch die Geschäfte verkaufen, die nut dem Palmsonntag in irgendwelchem Zusammenhang standen, also mich sie, aber sie würde ihren Kiosk zulaßen. Sie wollte morgen gar keine Blumen mehr loswerden, sie wollte ihren vollen Palmsonntag genießen, denn heute mußte sie auch am Nachmittag verkaufen. Mittags würde sie sich Blumenvorrat von zu Hause holen. Sie hatte plötzlich das seltsame Gefühl, das einen überfäüt, wenn man beobachtet wird, oic blickte auf und gerade in die Augen eines Herrn, der nur wenige Schritte von ihrem Kiosk entfernt stand, sie senkte sofort die Lider, denn der Blick des Fremden war ihr peinlich, weil sie allzu deutlich Bewundening darin las. ,, ,. . Sie machte sich an den Blumen zu schassen und ordnete die Rosen in den Gläsern gefälliger Doch als sie so herumhantierte, stand der Fremde plötzlich dicht vor ihrem Kiosk, sagte in äußerst gebrochenem Spanisch: „Ich möchte Rosen kaufen, seSorita. Sie mußte nun doch hochschauen, unb wieder blickte sie gerade hinein in die zwei Augen, die |ic bewundernd ansahen. Ueber ihre Wangen legten ich rosige Schleier, die der bräunlichen Haut einen seltenen Farbton verliehen. Sie dachte, er hatte so tiefblaue Augen und war ein Ausländer. Dielliecht war er ein Deutscher? I Fortsetzung folgt.) Gutsherrn em jähes Ende bereitet. Mit gesenktem Kopf stand der Sohn vor dem toten Vater, und langsam drängten sich ein paar Tränen aus seinen Augen. An Frau Betttnas Ohr war das Wort „tot" gedrungen, und ihr schien, das Wort war ein spitzer Stahl, der sich tief in ihr Herz bohrte und ihr grausamen Schmerz bereitete. Sie wollte rufen: „Das ist nicht wahr, das darf nicht wahr fein!" 2lbcrjl)rc Lippen klappten aufeinander, ohne daß eine, eilbc darüber kam, und bann machte sie ein paar Schritte und brach lautlos zufaimnen. — Zu Füßen des Toten, der ein silbernes Myrtensträußchen im Knopf loch trug, lag die schlanke Frau mit dem silbernen Myrtenkranz im braunen Haar bewegungslos, wie der Tote selbst. . Tiefe, wohltätige Ohnmacht hielt ihre sinne umfangen. Fluchtartig verließen die Gäste das Herrenhaus von Zweilinden, nur ein paar ganz gute Freuyde zurückgeblieben, um zu helfen, so gut sie . Als Frau Bettina aus ihrer Ohnmacht er- gedauert? Unb wieder Hangen Gläser aneinander, bann wurden Stühle gerückt, unb Schritte gingen burch StM. s°lchich'° ist I WM. “h‘w' HLÄ d°m Urten d-- „Ich halte auch noch mit!" rief der Landrat des Kreises, und Anton brachte den Kühler, wie es sein Herr gewünscht, schaffte Platz dafür auf der Tafel. In diesem Augenblick, niemand bewegte sich durch den Saal, wurden Schritte laut, die sich zu nähern schienen, gleich daraus wurden Stühle gerückt, obwohl alle plötzlich ganz still auf ihren Stühlen saßen, und trotzdem kein einziger Settleld) erhoben wurde, klangen nun laut unb helltönenb Glaskelche anein- ander. Dann war alles wieder ruhig, ganz ruhig. Die Gäste sahen starr da wie Marionetten. Die kleine Baronesie Rückert war kreidebleich geworden. Der Landrat lobte: „Ein drolliger, äußerst gelungener Scherz!" Er blickte zur Dame des Hauses hinüber, die fahl unb schweratmend in ihrem Stuhle lehnte. Sie schüttelte den Kops: „Es ist kein scherz Herr Landrat, was wir alle gehört haben, niemand von uns würde einen solchen geschmacklosen Scherz in Szene setzen." m . Kaum hatte sie das letzte Wort gesprochen, da stießen schon wieder geheimnisvolle Kelche aneinander. , Mehrere Gäste erhoben sich. Die Baronesse nahm angstvoll Konrad Zweilindens Hand, umklammerte sie, flüsterte: „Ich fürchte mich!" Der Hausherr lachte: „Das ist ja doch bloß ein bummer Schnickschnack, auf der Welt geht alles mit natürlichen Dingen zu." Anton stand hinter den Stühlen des Silberpaares wie eine Bildsäule. Seit jenem Mittagsmahl hatte er die stummen Gäste von Zweilinden nicht mehr gehört, und heute waren sie wiedergekommen. Ihm war zumute, als legte sich unter den Kleidern ein eiskaltes Laken um seinen Körper. Frau Betttna hatte die Linke auf das Herz gepreßt, das heftig schlug. Der Spuk sollte ja stets Unheil antunbigen. Als sie die stummen Gäste zum erstenmal gehört hatte, war kurz danach ihr Pflegevater erschossen worden. Als sie zum zweiten Male hier Einkehr gehallen, hatte sie erfahren müßen, daß sie einem Lug- ner ihr Herz geschenkt, einem gemeinen Menschen: auch halle es im Herrenhaus gebrannt. Was kündete der unselige Spuk diesmal nur an? War ihr Glück zu groß, hatte es schon zu lange Herrschaften plauderten. «. .. Konrad Zweilinden tanzte mit Molly Rückert, der Tochter des Gutsherrn von Karlshof. Sie schmiegte sich an ihren Tänzer und blickte andächtig zu ihm auf. Er lächelte auf sic nieder, dachte wie feine Mutter vorhin, Molly Rückert würbe ein liebes, nettes Frauchen werben: sie paßte gut zu »hm. Sein Dater unterhielt sich lebhaft mit dem Laubrat unb einigen anderen Herren. Er sprach fast zu laut, aber es 'fiel ihm nicht auf, benn laut sprachen hier fast alle, der Sekt hatte allen geschmeckt. Ottfried von Zweilinden rief vergnügt: „Ich hoffe bestimmt, nach weiteren fünfundzwanzig Jahren sehen wir uns alle hier wieder! Kemer soll dann Er"brach^plötzlich ab, sein rotes Gesicht war du och dunkler, er griff mit beiden Händen Halt und stutze suchend, vor sich ins Leere und glitt bann mit einem sonderbaren Gurgeln seitlich vom Stuhl, ehe ihn noch jemand festhallen konnte. Einige Frauen schrien auf, die Tanzmusik brach ab und die Männer faßten gleich zu, schleppten nun den schweren regungslosen Körper auf em Sofa. Frau Bettina starrte auf ihren Mann, als hatte sich ihr das Haupt der Medusa gezeigt. Sie war nicht fähig, sich zu bewegen, sie war nicht fähig, zu vrechen. Sie empfand nur die grausame Gewißheit, das Unheil, das die stummen Gäste von Zweilinden angekündigt, war schon eingetroffen. Schnell, überschnell war es nun wieder über sie heremgebrochen. Zwei Aerztc befanden sich unter den Geladenen. I Sie untersuchten den starren Körper Ottfried Zwei- I findens, erklärten beide, es wäre keine Hilfe mehr D Bildern erleben! 2590 A alles Loft noch zu haben bei: 2382 V! Stachel-und Spanndraht Ascbe’s Goldnieren Böhm’s ovale Selbe Ebstorfer Juliperle Erdgold Odenwälder blaue anerkannte Absaaten empfieht preiswert sowie sämtl. Wolf-Garten - u. landwirtschaitUcb. 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Hans MoU, Neustadt-Drogerie Hans Noll, Germania-Drogerie Seibel, Frankfurter Str. 39. »iv Schon in 2-3 Ingen I sieht man bekanntlich an der dunkleren Färbung der Saaten und an der kräftig einsetzenden Blattentwicklung den verblüffend schnellen Erfolg einer Düngung mit Kalksalpeter IG oder deutschem Natronsalpeter! Diese besonders schnelle und sichere Wirkung der Salpeterdünger ist eine Eigenart des Salpeterslickstoffs, der von der Pflanze unmittelbar aufgenommen und verwertet wird. Besonders empfehlenswert ist daher die Anwendung von Kalksalpeter IG oder deutschem Natronsalpeter L in Gegenden oder zu Pflanzen mit kurzer Vegetationszeit sowie bei plötzlichem Übergang vom Winter zum Frühjahr. 2. auf schweren, untätigen Böden oder m trockenen Lagen. , 3. zur Kräftigung zurückgebliebener oder lückenhaft stehender Saaten sowie zur Ergänzung ursprünglich zu knapp bemessener Stickstoffgaben. 4, um möglichst schnell eine geschlossene Pflanzendecke und dadurch Schattengare zu erzielen oder Unkraut zu unterdrücken. 6. zur Rübendüngung, da die Ruben besonders große Vorliebe für Salpeterstickstoff haben. Beachtenswert ist die wesentlich verbessert« Streufähigkeit dieser reinen Salpeterdunger. Kalksalpeter IG ist heute nur noch in staubfreier, körniger Form im Handel. . Deutscher Natronsalpeter wird in körniger Kristallform geliefert. Damit besitzen diese beiden Salpeterdunger als ausgesprochene Kopfdünger noch den großen Vorzug, an Pflanzen, die nicht gerade tau- oder regenfeucht sind, nicht haften zu bleiben. Frühjahrskur für 576v ■ Nervenkranke und Nervös-Erschöpfte Sp.ilalk«xaoit^t Hot>e‘» im Taunus bei Frankfurt a. M. - Prospekte durch > San.-Rat Dr,M. SdiBlze-Kahlevss, N:^tCT 1 Äuchacker Flimm Legler Neuen Säue 11 DaMsrstraße 63 Südanlage 5 WOMMM Mittlere Reife .. Privileg für Meistervrutnngen Gewerbe» und Masdimenbausdiule Gießen Lvezialkurie für Elektrotechnik, Automobilbau, Hettungsbau usw. Lctneinertachschule Malerfachschule Schuhmacherrachichule Semesterbeginn l.Mai 1933. Auskunft durch die Direktion, Liebtg- stratze 16. . . «®°D Gewerbeitudiendireklor Dr. B ünnings. in 11 — । Persil ff und t nenko ohne die zwei keine Wäsche! VI e = c *> -p oE c 58 y 5Z -ÄZ c .S) tl CCS *- S* K , V> L ^atc Mi = E^ u «i «. o c ®£“A »SÄ ‘ -öS ISE *S£ 2§E L» |Z" t'Bc . V^L t J8? t "5U Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Weimar 0?d06 Ostern 1933 Statt Karten 2545 D Ihre Verlobung geben bekannt Verlobte Gießen, Ostern 1933 Ostern 1933 02381 Martha Schmehf 02370 Heinrich Konrad Statt Karten I Verlobte Verlobte Burg (Dillkreis) Gießen, Neustadt 37 Ostern 1933 02383 Gießen (Am Steg 3). Ostern 1933 02378 Ihre Verlobung geben bekannt Erika Dolkmann Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Heinrich Neufer Verlobte Bahnhofstraße 44 Dtodheimer Straße 49 2567 D Ostern 1933 02328 Ihre Verlobung geben bekannt Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen OieGeburt einesTöchterchens gebenbekannt Wolkengasse 23 I Walltorstraße 33 Gießen, Ostern 1933 0’412 Leihgestern 62340 02382 Statt Karten! Roswith, geboren 14. April 1933 ‘Verlobte Verlobte 2581 D Lauter Wetterfeld billiger. Ostem 1933 2622D Seligenstadt (Hessen), Bahnhofstraße 20 0 300 2620 D Beste Verpflegung! »iiktktichc! 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