Nr. 65 Kvühausgabe 185. Jahrgang Mittwoch, 15. März M5 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle monats=Bejngsprei$: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüfle unter Sammelnummer 2251. Anschrift sür Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnlck und Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gietzei. Zchriftlritung und GrschäftzfteAe: 8ch«vtraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und lür den Anzeigenteil i. D. Th. Kümmel sämtlich in Biegen. Oie neue hessische Regierung übernimmt die Geschäste Staatspräsident Or. Werner stellt sich vor. Darmstadt. 14. Marz. (WSD.) Staatspräsident Dr. Werner übernahm heute früh die Dienstgeschäfte im Staatsministerium. 3n seinen Begrüßungsworten an die Beamten hob er hervor, daß ihm eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Wohle des Landes besonders am Herzen liege. Er bat, unabhängig von der politischen Einstellung, die Pflichterfüllung unter den Gesichtspunkt zu stellen, daß das vaterländische und allgemeine Volkswohl allem vorauszugehen habe. 3n dem Geschäftsgang und Personalbestand des Staatsministeriums habe er insofern eine 2lenderung eintreten lassen, als Ministerialrat Dorne- mann mit sofortiger Wirkung beurlaubt und Legationsrat Dr. Heinemann mit der Wahrnehmung seiner Dienstobliegenheiten beauftragt worden ses. Legationsrat Dr. Heinemann dankte im Damen der Beamten dem Staatspräsidenten für seine herzlichen Begrüßungsworte. Er beglückwünschte ihn zu seiner W"hl als Staatspräsident und zu der Führung seines hohen Amtes. Er versicherte ihn der Vertrauensvollen und tatkräftigen Mitarbeit der Beamten, die den festen Willen hätten, ihm sein schweres Amt nach besten Kräften erleichtern zu helfen- Das durch die schweren Besatzungsnöte besonders stark betroffene Hesscnland und insbesondere das ehemals besetzte Gebiet bedürften auch in Zukunft einer besonders pfleglichen Fürsorge. Den hierwegen in erster Linie mit der Deichsregierung auch weiterhin zu führenden Ver- handlungen möchten, wie er zuversichtlich hoffe, in reichem Maße Erfolg beschieden fein. Am Montagvormittag verabschiedete sich Staatspräsident Dr. Adelung von den Beamten des Staatsministeriums. Er wies in einer kurzen Ansprache auf das Bertrauensverhältnis hin, das zwischen ihm und seinen Mitarbeitern stets bestanden habe und sprach ihnen seinen Dank und die besten Wünsche aus für weitere gedeihliche Arbeit unter den veränderten Verhältnissen zum besten des Landes und für ihr persönliches Wohlergehen. Die Beamten erwiderten diese Wünsche herzlichst und brachten Dv. Adelung den Dank zum Ausdruck für das große Verständnis, daß er ihnen jederzeit gezeigt habe. Hessens Finanzlage an der Jahreswende. Darmstadt, 14. März. (WSN.) Nach dem erst heute veröffentlichten Ausweis des Finanzministeriums gestaltet sich die finanzielle Lage des Landes am 31. Dezember 1932, also nach Ablauf von | des Etatsjahrs, wie folgt: 3m ordentlichen Haushalt betragen die Einnahmen 35,988 Mill, und zwar aus Steuern 35,393 Mill., aus der Rechtspflege 2,243 Mill., aus Schulwesen, Wissenschaft und Kunst, Kirchen 0,245 Mill, und aus der übrigen Landesoerwaltung 11,351 Mill. Bei den staatlichen Betrieben ist noch ein Vorschuß von 0,244 Mill. an= gekreidet. Die Gesamtausgaben beziffern sich auf 58,269 Mill, und zwar im einzelnen für allgemeine Verwaltung einschl. Polizei 8,646 Mill., Rechtspflege 5,702 Mill., Verkehrswesen 0,186 Mill., für Schule, Wissenschaft, Kunst, Kirchen 18,321 Mill., soziale Maßnahmen 3,545 Mill., den Schuldendienst 3,261 Mill., Ruhegehälter 11,2 Mill, und sonstige Ausgaben 7,43 Mill. Der ordentliche Haushalt weift also ein kastenmäßiges Defizit von 9,281 Milk, auf. Der außerordentliche Haushalt verzeichnet bei 1,224 Mill. Einnahmen und 2,623 Mill. Ausgaben einen Fehlbetrag von 1,439 Mill. Welche Waffen muffen in Hessen abgeliefert werden? Ansführuiigöbcstimmungen des Staate* komnnssars für die Polizei. D a r m st ad t, 14. März. (WSD.) Zur Ausführung der Ziffer 3 der Anordnung des Staats- kommissars sür das Polizeiwesen in Hessen vom 13. März über die Ablieferung von Schußwaffen wird heute ergänzend mitgeteilt: 1. Dicht abzuliefern find Schußwaffen, die nicht unter das Schußwaffengesetz vom 12. 4. 1928 fallen, z. B. Gewehrmodelle bis zum Produktionsjahr 1870 einschließlich (Waffen von historischer Bedeutung aus Waffensammlungen usw.). 2. Der Besitz von 3 a g dw affen im Sinne des Schußwaffengesetzes, d. h. von Schußwaffen, die zur Verwendung bei der 3agd auf jagdbare Tiere bestimmt sind und hierbei üblicherweise verwendet werden, ist, auch wenn der Besitzer augenblicklich keinen Waffenschein oder 3ahres- jagdschein besitzt, vorläufig noch anzumelden: sie können eingezogen werden. 3. Dicht anzumelden und abzuliefern sind Scheibenbüchsen im Kaliber von nicht mehr als 5,6 Millimeter. 4. Die Polizeibehörden sind ermächtigt, Befreiung von der Ablieferungspflicht eintreten zu lassen, wenn glaubhaft gemacht wird, daß die Waffen ausschließlich zum Schutz des umfriedeten Besitztums Verwendung finden, und Gewähr dafür besteht, daß eine mißbräuchliche Benutzung außerhalb desselben ausgeschlossen ist (z. B. Waffen, die für den Schuh öffentlicher Gebäude, Banken, Sparkassen usw. erforderlich find). Ausdrücklich wird darauf hingewiefen, daß von der Anmeldungs- und Ablieferungspflicht befreit sind Waffen, die auf Grund eines Waffenscheins oder eines 3ahresjagd- scheines geführt werden dürfen. Die Polizeibehörden sind aber bereits beauftragt worden, sämtliche noch gültigen Waffenscheine daraufhin nachzuprüfen, ob nicht die Voraussetzungen für ihre Einziehung vorliegen. Weitere Beurlaubungen bei der hessischen Polizei. Darmstadt, 14. März (WSN.) Der Staats- fommiffar für das Polizeiwesen in Hessen, Dr. B e st, hat folgende Beurlaubungen vorgenommen: Kriminalrat Günther, Major Hornberger, Oberleutnant Krauth, Hauptmann Bayer, sämtlich in Darmstadt, Oberinspektor W a h l i s ch , Bens- beim, Gendarmeriekommissar Trautmann, Friedberg, Gendarmeriemeister D a m b e g , Echzell, Gendarmeriehauptwachtmeister Steinmann, Bingen, Gendarmeriehauptwachtmeister Mahr, Londorf (Oberhessen). In den letzten Wochen sind von der Regierung Adelung-Leuschner noch 60 Polizeianwärter eingestellt worden, die, von wenigen Ausnahmen abgesehen, alle entweder der SPD. oder dem Zentrum angehören. Der Staatskommissar für das Polizeiwefen in Hessen hat die sofortige Entlassung dieser Polizeianwärter verfügt. Mit sofortiger Wirkung ist der seitherige Pressechef des Innenministeriums, der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Dr. M i e r e.n - dorff entlassen worden. Handel und Gewerbe des Mittelstands beim Staatspräsidenten. D a r m ft a d t, 14. März. (WSN.) Staatspräsident Dr. Werner empfing Vertreter der rnittelständi- schen Wirtschaft, und zwar den Vorsitzenden Kunkel, den stellvertretenden Vorsitzenden Becker und den Direktor Schüttler von der Hessischen Handwerkskammer, den Vorsitzenden des Hessischen Handwerks- und Gewerbeoerbandes Diether sowie den Abgeordneten Renz, den Sägewerksbesitzer Neumann und Stapel als Vertreter des Einzelhandels und der mittleren Industrie. Nach einführenden Worten des Staatspräsidenten sprach der Präsident der Handwerkskammer die Glückwünsche des Handwerks aus, das dem neuen Kabinett do lies Vertrauen entgegenbringe. Er knüpfte hieran die Hoffnung, daß nach der vollzogenen Umstellung nunmehr auch der Wendepunkt in den Geschicken des Handwerks gekommen sei. Die mittelständische Wirtschaft werde jetzt wohl die Erfüllung lange gehegter Forderungen erwarten dürfen. Besonders erfreulich sei es, daß die Geschicke Hessens einem Manne anvertraut seien, der durch seine langjährige parlamentarische Tätigkeit mit den Bedürfnissen des Mittelstandes vertraut sei und als geborener Hesse auch die rein hessischen Verhältnisse vollkommen beherrsche. Ein umfangreiches Programm, enthaltend die Forderungen des hessischen Handwerks, das neben allgemeinen großen Ausgaben die Forderungen auf Arbeitsbereitstellung, Hebung der Stellung des Sachbearbeiters, Berufung einer ehrenamtlich tätigen Vertrau^nsperson des Handwerks oder Schaffung eines Wirtschaftsbeirats begehrt. wurde an den Staatspräsidenten überreicht mit der Bitte, sich für Verwirklichung einzusehen und den zuständigen Ressortminister zu veranlassen. die Bearbeitung unter Zuziehung der Handwerksvertretung in die Wege zu leiten. Die Herren Renz und Stapel brachten Forderungen des Einzelhandels vor. die noch im einzelnen schriftlich eingereicht werden sollen, insbesondere die vordringliche Forderung aus Errichtung vonEinzelhandels- k a m m e r n. Abg. Renz ersuchte den Staatspräsidenten dafür einzutreten, daß vier besonders benannte Handwerksmeister in dieHandwerkskammerzugezogen werden sollen, worüber bereits eine Verhandlung mit der Leitung der Handwerkskammer stattgefunden habe. Eventuelle gesetzliche Bedenken ließen sich wohl durch ein Ermächtigungsgesetz regeln. Staatspräsident Dr. Werner dankte für das ihm ausgesprochene Vertrauen und dafür, daß die Vertreter verschiedener Wirtschaftsgruppen gemeinsam ihre Wünsche vortrugen. Er Jagte Prüfung der vorgetragenen Wünsche durch hie zuständigen 3nstanzen zu und versicherte, daß er sich in jeder Weise für die Erfüllung im Rahmen des Möglichen einsetzen werde. Kundgebung des Hessischen Beamtenbundes. Darmstadt, 14. März. (WSD.) Der Vorstand des Hessischen Beamtenbundes, der anerkannten Vertretung von 10 000 Staatsbeamten, Polizeibeamten und Lehrern, erläßt am Tage nach der Regierungsbildung zugleich auch im Damen von 6500 berufsständisch organisierten hessischen Gemeindebeamten folgende Kundgebung: Der Bund begrüßt die neue Reichs- regierung, die Dauer, Festigkeit und Gewähr für vaterländischen Aufbau verspricht. Er begrüßt ebenso die neue hessische Staatsregierung, deren Führer sich schon am ersten Tage mit Dachdruck a l s unbedingter Anhänger eines gesunden Berufsbeamtentums bekannt hat. Geschloffen und rückhaltlos stellt sich die Beamtenschaft der Regierung zur Verfügung und erklärt sich bereit zu vertrauensvoller Mitarbeit an dem Werk der deutschen Erneuerung. Oer Generalintendant des Hessischen Landestheaters zurückgetreten. Darmstadt, 14. März. (WSN.) Der Generalintendant des Hessischen Lanüestheaters Gustav Hartung (May) hat in einem Schreiben an den hessischen Staatspräsidenten den Rücktritt von seinem Posten ausgesprochen. Die Leitung der Jntendanzgeschäste führt Intendanzrat Baumei- fter, der sie seither schon innehatte, weiter. — Wie verlautet, wird die Stelle des Intendanten ausgeschrieben und durch einen Theaterfachmann besetzt werden. Entscheidungen über weitere Personalveränderungen am Landestheater sind im Augen- blick noch nicht getroffen. Sondersteuer für Warenhäuser. Eine Maßnahme der Länder. Berlin, 14. Marz. (TU.) Die die „Telegraphen- Union“ erfährt, wird Preußen demnächst Z u - schlüge 3 n r Gewerbe ft euer bei waren Häusern, Einheitspreisgeschäften und Großfilialen erheben. Ls ist nicht daran zu zweifeln, daß auch die übrigen Länder in gleicher weife oorgehen werden. Das Reatsteuergefetz läuft am 31. wär; ab. Die Gewerbesteuer ist £än- dersteuer. Diese neue Maßnahme ist nicht zu verwechseln mit den im Jahre 1930 beschlossenen Sonderzuschlägen für d ie Umsatz st euer bei einem Umsatz von mehr als effer Million Mark. Ls ist nicht ausgeschlossen, daß diese Umsatzsteuer- Zuschläge durch die neuen Zuschläge zur Gewerbesteuer für die obengenannten Geschüftskalegorien a b g e I ö ff werden. Ls ist nicht an eine grundsätzliche Besteuerung aller Jilialbekiebe gedacht, sondern nur an die sog. Filialgroßbelriebe, deren Geschäftsgrundlage das Filialwesen bildet. Das Aufkommen aus der neuen Steuer soll teilweise zur steuerlichen Entlastung der Kleinbetriebe verwendet werden. Wunsche des Einzelhandels. Berlin, 15. März. Der Hauptausschuh des R e k o f e i, Reichsverband Deutscher Kaufleute des Kolonialwaren-, Feinkost- und Lebensmittel- Einzelhandels, und der Generalrat der Edeka, Verband Deutscher kaufmännischer Genosfenfchak- ten, haben in einer Entschließung ihre Wünsche und Forderungen an die neue Reichsregierung zur Schaffung neuen Lebensraums für den z. Z. schwer um seine Existenz ringenden selbständigen Lebensmitteleinzelhandel zum Ausdruck gebracht. 3n der Entschließung wird die Absicht begrüßt, das bisherige Reichskommissariat für Handwerk und Kleingewerbe im Sinne der Wünsche des gewerblichen Mittelstandes auszugestalten. 3m Rahmen dieser Deuordnung wird die sofortige Erfüllung nachstehender vordringlicher Forderungen erwartet: 1. Zugabeverbot ohne jede Beschränkung. 2. Durchführung der seit langem geforderten Steuerreform und Senkung der öffentlich en Gebühren und Abgaben. 3. Progressiv gestaffelte Besteuerung der großkapitalistischen und der kollektivistischen Einzelhandelsbetriebe jeder Art, insbesondere sofortige progressive Staffelung und beschleunigte 3nan» grifsnahme der Phasen Pauschalierung der Umsatzsteuer. 4. Bedürfnisnachweis für Warenhäuser, Großfilialunternehmungen, Einheits- und Kleinpreisgeschäfte, Konsum- Vereine, Werkkonsumanstalten, Großversandge- schäfte, Direktgeschäfte und den ambulanten Han- del. 5. Verbot jeglichen Beamten-Waren- Handels. 6. Verbot von Werkkonsum- a n ft a 11 e n in subventionierten Unternehmungen. 7. Fortführung der Schutzmaßnahmen für den durch den landwirtschaftlichen V o l l - streckungsschutz notleidend gewordenen selbständigen Mittelstand. 8. Verleihung des öffentlichen Rechtes an den mittelständischen Einzelhandel nach dem Vorbilde der Handwerkergesetzgebung. Eine Erklärung des Reichsbunds der oberen Beamten. Berlin, 15. März. Der Reichsbund der Oberen Beamten hat dem Reichskanzler eine Entschließung überreicht, die Erklärungen, in denen die Reichsregierung ein sauberes, pflichttreues Berufsbeamtentum als zum staatlichen Ausbau unentbehrlich bezeichnet und den Schuh seiner Rechte gewährleistet, begrüßt toeröen. Die auf berufsständischer Grundlage zusammengeschlofse- nen Fachverbände der eueren Beamten stellen fich der Regierung für das große Werk des Aufbaues vorbehaltlos zur Verfügung. Sie hegen die Zuversicht, daß die Maßnahmen der nationalen Regierung auf dem Gebiete des Beamtenrechts dem Berufsbeamtentum deut* scher Prägung wieder eine sichere Grundlage geben. Die obere Beamtenschaft wird nach besten Kräften dazu beitragen, daß das Berufsbeamtentum das Vertrauen der Volksgemeinschaft fich in vollem Umfange wieder erwirbt. Eine Kundgebung des Deutschen Beamtenbundes. Berlin, 14. März. (DDZ.) Der Deutsche Beamtenbund verbreitet folgende Kundgebung: Die am 30. 3anuar 1933 vom Herrn Reichspräsidenten berufene Regierung des nationalen Aufbaues ist durch die Wahl vom 5. März bestätigt worden. Die Reichsregierung kann nunmehr, nachdem auch in den Wahlen vom 12. März für die Verwaltungen der Gemeinden und Gemeindeverbände der politische Wille des Volkes eindeutig zum Ausdruck gekommen ist, an ihre Aufbauarbeit Herangehen. Ein neuer Abschnitt deutscher Geschichte hat begonnen. Dach den Worten des Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg und des Herrn Reichskanzlers Hitler soll fich die ruhmreiche Vergangenheit des Deutschen Reiches mit der kraftvollen Wiedergeburt der deutschen Ration verbinden. Wie das Berufsbeamtentum in der Vergangenheit an Deutschlands Gröhe uneigennützig mitgearbeitet hat, so will es auch an dem Wiederaufstieg der Ration tätigen Anteil haben. Der Deutsche Beamtenbund als die überparteiliche Berufsorganisation der deutschen Beamten wird bei dem staatlichen und wirtschaftlichen Deubau des Reiches tatkräftig Mitarbeiten, getreu seinem Programm- fatz, daß das Allgemeinwohl den Einzelinteressen voranzugehen hat. Der Deutsche Beamtenbund dankt der Reichsregierung dafür, daß sie unmißverständlich alle eigenmächtigen und ungesetzlichen Eingriffe in den Gang der öffentlichen Verwaltung unterdrückt hat, um damit Recht und Ordnung zu sichern. Für den deutschen Berufs- beamten kann es nichts anderes geben, als daß er sich willig und mit voller Hingabe zur Verfügung stellt und die Regierung durch treue Pflichterfüllung unterstützt. DieRegiermigsbildung ilwayem Der Reichskanzler verhandelt noch in München. München, 14. März. (TU.) Der national- sozialistische Fraktionsführer Dr. B u t t m a n n teilte der Fraktion der Bayerischen Volkspartei mit, daß vor Mittwoch nachmittag nicht verhandelt werden könne. Anscheinend sind die Beratungen innerhalb der DSDAP. noch nicht abgeschlossen. Staatskommissar Hermann Esser gab zur^Re- gierungsbildung bekannt: »Reichskanzler Adolf Hitler hielt heute noch verschiedene Besprechungen über die Regierungsbildung in Bayern ab. Es hat sich heraus-, gestellt, daß im Hinblick auf die großen Entscheidungen, die in der nächsten Woche erfolgen werden, es durchaus zweckmäßig ist, auch in Bayern in diesen Tagen noch alle mit der Regierungsbildung zusammenhängenden Fragen so gründlich zu klären, daß eine solide Lösung herbeigeführt werden kann. Mit einem Zusammentritt des Landtags ist deshalb in den nächsten Tagen noch nicht zu rechnen." Der badische Staatspräsident derAttenverschleppuna beschuldigt Karlsruhe, 14. März. (TU.) Die Pressestelle beim Staatsminifterium veröffentlicht eine Mitteilung, wonach bald nach Uebernahme der Regierungsgewalt durch den Beauftragten der Reichsregierung die Feststellung gemacht worden sei, daß sehr wichtige politische Akten des Staatsministeriums fehlten. Die sofort eingeleitete Untersuchung habe ergeben, daß die Akten noch am 10. März — also einen Tag vor der Einsetzung des Reichskommissars — in einem mit dem Dienstsiegel des Staatsministeriums mehrfach versiegelten Paket als privates Depot des Staatspräsidenten Dr. Schmitt auf dem General- landesarchio unter besonders schriftlich niedergelegten Bedingungen hinterlegt worden seien. In dem fraglichen Vertrag sei zum Ausdruck gekommen, daß der Hinterlegende und seine Nachkommen bis zum 1. April 1963 jederzeit die Herausgabe des Pakets verlangen könnten und die Papiere nach diesem Tage in das E i g e n t u m ö e s badischen Staates übergingen. Die Direktion des badischen Landesarchivs habe sich in dem Vertrag verpflichtet, die Deffnung des Pakets unter keinen Umständen ohne Einwilligung des Hinterlegenden oder seiner Nachkommen vor dem 1. April 1963 vorzunehmen oder die Vornahme der Oesf» nung irgendwem zu gestatten. Die fraglichen Akten, so heißt es in der Presseveröffentlichung weiter, seien auf Weisung des Neichskommissars durch Polizei und SS.-Leute ermittelt worden. Der Reichskommissar fei zur Zeit mit der Sichtung der Akten beschäftigt. Als Vertreter der Deutschnakionalen Volkspartei ist Abgeordneter Dr. Schmitt- Henner als politischer Kommissar mit Sitz und Stimme in das kommissarische Kabinett eingetreten, als Vertreter des Stahlhelms Major a. D. Hildebrand, ebenfalls mit Sitz und Stimme, als Kommissar für Gasschutz und für Freiwilligen Arbeitsdienst. Die Hilfspolizei als „belvaffnele Sireiikrast". Frankreich beschwert sich über Verletzung der entmilitarisierten Zone. Diplomatischer Schritt Frankreichs in Berlin. Der Reichsautzenmmister verweist die die Beschwerde zurück. Berlin. 14. März. (TU.) Amtlich wird initgc- teili: „Der französische Botschafter Francois Poncet hat am Dienstag den Reichsnnnislcr des Auswärtigen, Frei Herrn von Neurath aufgesucht, um im Auftrage der französischen Regierung wegen der Vorgänge in Kehl und dec Verwendung von Hilfspolizei in der entmilitarisierten Zone unter Hinweis auf Artikel 43 des Versailler Vertrags B e - f ch w e r d e zu führen. Der Reichsaußenminifler hat diese Beschwerde als unbegründet zurückgewiesen. Weder die Vorgänge in Kehl noch die Verwendung von Hilfspolizei falle unter die Bestimmungen des Versailler Vertrages über die entmilitarisierte Zone. Die im übrigen nur während 36 Stunden in der Poliz e i kaserne in Kehl untergebracht gewesene S A.- TN a n n s ch a f t. von der höchstens jeder zehnte Wann mit einem Jagdgewehr oder Revolver ausgerüstet gewesen sei. noch die Hilfspolizei könnten als bewaffnete Streitkräfte angesehen werden. 3m übrigen handele es sich hierbei u m i n n e r p o l i t i s ch e Maßnahmen, die der Aufrechterhaltung der gefährdeten Ruhe und Sicherheit dienten." Ruhige Auffassung in England London. 14. März. (TU.) Heber die Ereignisse in der entmilitarisierten Zone, wo S A.- T r u p p s d i e 23 ü r g e r m e i ft c r eingesetzt hatten, sind beim englischen Außenministerium nunmehr informatorische Aufklärungen eingegangen, auf Grund deren die englischen Stellen die Vorgänge jetzt i n einem etwas anderen Licht beurteilen. Es wird anerkannt, daß die Besitzergreifung dxr Macht in den verschiedenen Städten wie Köln, Speyer, Kehl usw. durch die SA. eine innere Angelegenheit Deutschlands ist, und daß eine vorsätzliche Verletzung von Verträgen durch die deutsche Negierung nicht beabsichtigt roar Immerhin bestehe noch die Möglichkeit einer technischen Verletzung der Vertragsabmachungen. Die Auffassung, daß die englische Regierung ein „Ultimatum" Frankreichs an Deutschland nicht ungünstig aufnehmen werde, in dem eine Wiederbesehung von de urschen Gebieten durch französische Truppen im Falle der Richtzurückziehung der nationalsozialistischen Sturmtruppen angedroht werden sollte sl!), entspricht keinesfalls den englischen Ansichten. Die englische Politik geht vielmehr auf eine baldige völlige Bereinigung der Angelegenheit und weist im übrigen darauf hin, daß auf Grund der Vertragsabmachungen einseitige Schritte unzulässig sind und etwaige Klagen zunächst beim Bölkerbundsrat vorgebracht werden müssen. Gs wird aber nochmals betont, daß eine Verlautbarung über die außenpolitischen Ziele der neuen deutschen Regierung wohltuend auf die europäische Atmosphäre wirken könnte. „Daily Telegraph" führt aus, daß man den Vorgängen im Rheinland und Danzig viel zu wenig Bedeutung beigelegt habe. Es habe dies aber gezeigt, wie stark die Besorgnisse in Europa seien. Es bestehe die moralische Rotwendigkeit einer Zusammenkunft zwischen Macdonald und Mussolini, die in ihrer Eigenschaft a l s Garanten des Lvcarnovertrages einen entscheidenden Einfluß auf die internationale Atmosphäre aus- üben sollten. „Daily Expreß" hält diese Zusammenkunft ebenfalls für wichtig, um Frankreich über die Möglichkeit einer italienisch-deutschen Vereinbarung zu beruhigen. Oer Landrat des Kreises Wetzlar beurlaubt. WER. Wetzlar, 14. März. Der seit 1929 amtierende Landrat des Kreises Wetzlar, Konrad Miß, ist vom preußischen Innenminister beurlaubt worden. Mit seiner Vertretung wurde Regierungsassessor Dr. E n g f e r beauftragt. Lanorat Miß war seinerzeit an die Stelle des Landrats Geheimrat Dr. Sartorius getreten. Seine Wahl stieß auf heftigen Widerstand der bürgerlichen Fraktionen des Kreistags^ die ihn in einer Kreistagssitzung demonstrativ ablehnten. Trotzdem wurde Miß vom damaligen Innenminister Severing bestätigt. Miß war gelernter Müller .ging bann zur Handelsmarine und schloß sich der gewerkschaftlichen Bewegung an. Er war Sekretär in Flensburg, dann in Köln Dezirkssekretär der SPD. des Aheinlandes. Erne halbe Million Stadtbürgschast für das Kieler Gewerkschastshaus. Kiel, 14. März. (TU.) Wie das Presseamt der Stadt Kiel mitteilt, wurde bei der Sichtung des i n den Amtszimmern der entlassenen sozialdemokratischen Stadträte vorgefundenen Materials festgestellt, daß die Stadt Kiel für das Gewerkschaftshaus eine Bürgschaft in Höhe von 500000 Mark übernommen hat. Eine kommunistische Zahnengruppe verbrennt ihre Zahne. Berlin, 14. März. (ERB.) 3n Berlin- chen (Renmark) hatte sich auf dem Marktplatz die frühere kommunistische Fahnen- gruppe mit ihrer zusammengerollten, gesenkten Fahne vor der Front der SA., SS. und Gießener Stavttheater. Bruno Frank: „Nina". Bruno Frank, aus Stuttgart gebürtig, bitte nicht zu verwechseln mit Leonhard Frank aus Würzburg und dem Mecklenburger Hans Franck, ist hier schon früher mit feinen Stücken — „Zwölf tausend", „Perlenkomödie", „Sturm im Wasserglas" — zu Wort gekommen und auch mit Gedichten, Novellenbänden und dem abenteuerlichen Lebensroman von Trenck, dem Günstling und nachmaligen Gefangenen Friedrichs des Großen, in der Literatur bekannt geworden. „Rina", uraufgeführt 1931 am Dresdener Staatstheater, ist eine Geschichte vom Film und übrigens einer sehr bekannten Berliner Schauspielerin auf den Leib geschrieben. Rina —: das ift der. vor den Jupiterlampen im Atelier geborene, lebendig gewordene Erfolg, die Inkarnation des Ruhmes, strahlender Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit und internationale Popularität. Rina ist schon geradezu ein Begriff und also wiederum so unpersönlich geworden, daß er mühelos gespalten und in seine Bestandteile zerlegt werden kann. Es stellt sich heraus, daß Rina etwas Doppeltes ist: die große Schau- spielerin nämlich und ein kleines anonymes Girl aus der Statisterie. Der Star und sein Double. Das Double ist in der Praxis geschlechtslos, obwohl es natürlich männliche und weibliche gibt. Das männliche springt meinetwegen für Harry Piel mit einem Fallschirm ins Wasser oder vom Fabrikschlot auf ein Flugzeug: das weibliche dient beispielsweise zur Entlastung für Marlene Dietrich, — in diesem Falle für Rina Gallas. Es darf sich für ein paar unwichtige Rückenanfichten „die Deine in den Bauch stehn" und heißt eigentlich Trude Mielitz. Das Stück hat also eine Doppelhandlung: es zeigt nebeneinander: den Abstieg des Stars vom Grpfel des Ruhms ... ins Privatleben: und den Aufstieg des Doubles aus den finstersten Atelierwinkeln, aus den Machtbezirken des kleinen Hilfsregisseurs auf den Gipfel des Ruhms. Am Schnittpunkt dieser auf- und absteigenden Daseinskurven ergeben sich interessante Einblicke sowohl in die Psychologie als auch in die Welt des Films. (Daß dabei sachlich etliche Einwände und dramaturgisch einige Hilfskonstruktionen schwer zu umgehen sind, fallt angesichts der amüsanten, lustspielhaften und manchmal ganz des Stahlhelms aufgestellt, woraus der Stahlhelmführer eine Ansprache hielt, in der er seine Freude darüber aussprach, daß die verführten Landsleute den kommunistischen Irrsinn eingesehen hätten und wieder in die Gemeinschaft deutscher Menschen ausgenommen werden wollten. Die Kommunisten entrollten hierauf ihre rote Fahne, tränkten sie mit Spiritus und zündeten sie an, worauf das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gemeinsam gesungen wurden. Diesem symbolischen Vorgang wohnten fast die gesamten Bewohner der Stadt bei. Oer Reichsiagsbraridstister nicht ohne Mittäter. Berlin, 14.März. (WTD.-Funkspruch.) Die Iustizpresfestelle teilt mit: In verschiedenen Zeitungen wird die Rachricht verbreitet, daß van der Lübbe das Feuer im Reichstag allein angezündet habe. Das trifft nicht zu. Die Ermittelungen des Pintersuchungsrichters beim Reichsgericht haben zuverlässige Anhaltspunkte dafür ergeben, daß van der Lübbe die Tat nicht aus eigenem Antriebe begangen hat. Zur Zeit können Einzelheiten im Interesse der Unter- suchung nicht mitgc^eilt werden. 90000 Mann werden bei Reichsbahn- arbeiten neu eingestellt. Berlin, 14.März. (WTD.-Funkspruch.) Pin- mittelbar mit Beginn des Frühjahrs hat die Reichsbahn ihre Oberbau-Erneuerung s- und Plnterhaltungsarbeiten im vollen Umfange aufgenommen. Die Reichsbahn hat hierfür die Einstellung von etwa 7 00 00 Z e i t a r b e i t e r n angeordnet. Diese Arbeiter werden bis in die Herbstmonate hinein bei den nachdenklichen Handlung nicht übermäßig ins Gewicht.) * Die Anregung ist verblüffend: die für die Öffentlichkeit zum Schein geschaffene Identität von Star und Double wirkt mit ihrer Imaginationskraft bis ins Privatleben hinein. Rinas Gatte hält das zufällig in der Wohnung anwesende Double (von hinten gesehen) wahrhaftig für seine Frau. Und da er seine Frau liebt und längst aus ihre Popularität eifersüchtig ist, und weil er außerdem nicht nur der Mann seiner Frau, der Prinzgemahl einer verwöhnten Diva ist, und da endlich diese große Schauspielerin ihren Mann ebenso liebt (mehr als ihren Beruf und ihren Ruhm) — liegt es für beide nahe, sich in eine stille Häuslichkeit an die Isar zurückzuziehen. Um Skandal, Kontraktbruch und Konventionalstrafe zu vermeiden, setzt Rina das Double an ihre Stelle: diese armselige kleine Trude, die vom Hilfsregisseur in der Hitze des Ateliers eine „Gewitterziege" genannt worden ist. die dem Kerl dafür eine runtergehauen hat und hinausgeschmissen worden ist: diese Trude wird Rina, wird ein Star, ein Begriff, nimmt den von Rina abgelehnten Heiratsantrag des Regisseurs an, spielt ihre ganz große Rolle, kommt nach rauschendem Erfolg aus Hollywood zurück, wo sie nun selber ein Double hat, besucht die richtige Rina im Münchener Privatleben und schreibt dem Hausmädchen den schönen Spruch vom höchsten Glück der Erdenkinder ins Stammbuch. — Eine Paraderolle für Edith Berger. Komödiantischer Wettlauf mit dem Schatten: amüsante theatralische Doppelgängerei: sie ist abwechselnd Rina und Trude . .. oder Rina in dreifacher Maske und Gestalt. Die echte Rina: mehr Frau als Schauspielerin, ohne Launen, ganz beherrscht von Liebe und Zärtlichkeit für den Gemahl und von Sehnsucht nach Ruhe, Privatleben, Glück. Das Double: Häufchen Unglück, soziale Anklage, ordinäre Schnoddrigkeit, losheulende Angst um Stellung und „Familie": bis die Verkündung eines märchenhaften Wunders im Handumdrehen aus dem Häufchen Unglück und armen Luder eine gefährlich auftrumpfende „Arrivierte" macht. Zuletzt hat sie's geschafft: Rina aus Hollywood, große Rümmer, aufgedonnert, kauderwelschend, Talmi von oben bis unten. Den Ehemann spielte Hauer: tüchtiger Kerl mit gesundem Gefühl; immer etwas bubenhaft »Bahnunterhaltungstrupps der Reichsbahn beschäftigt werden. Darüber hinaus werden die Privatunternehmer, die von der Reichsbahn zu Oberbauarbeiten herangezogen werden, in die Lage versetzt, über 20000 Arbeiter hierfür einju ft eilen. I>rs- gefamt finden also durch diese Oberbauarbeiten der Reichsbahn etwa 90 000 Köpfe vom Frühjahr bis Herbst Arbeit und Brot. Mit den Reueinstellungen ist bereits begonnen worden. * 3m Zusammenhang mit der Reueinstellung bei der Reichsbahn stellt der „Völkische Beobachter" fest, daß die Verhandlungen über ein großzügiges Arbeitsbesch affungspro- g r a m m bei den maßgebenden Stellen in letzter Zeit lebhaft weitergeführt worden sind. Wie verlautet, soll voraussichtlich die von der Reichsbank als Kredit in Aussicht genommene Summe für das Arbeitsbeschaffungsprogramm, wie es in dem Programm ursprünglich vorgesehen war, auf etwa zwei Milliarden erhöht werden. Oie Biervorlage vomRepräseniarrten- hause angenommen. Washington, 14. März. (TU.) Das Repräsentantenhaus hat die Bieroorlagc angenommen. Die Vorlage sieht den Au s s ch a n k v o n B i e r und ähnlichen alkoholischen Getränken mit einem Alkoholgehalt bis zu 3,2 Gewichtsprozent vor, ferner eine Bundessteuer in Höhe von 5 Dollar je Faß. Weiter wird bestimmt, daß die einzelnen Bundesstaaten die Vertriebart regeln. Biersendungen nach trockenen Staaten sind verboten. Zuwiderhandlungen werden Gefängnisstrafen bis zu einem Jahr und 1000 Dollar Geldstrafe geahndet. Die Vorlage erhält 15 Tage nach ihrer Unterzeichnung durch den Präsidenten Gesetzeskraft. Reue amerikanische Botschafter. Washington, 13. März. (ERB.) (Eigene Meldung.) Die heute ernannten drei amerikanischen Botschafter für London., Paris und Mexiko, die Herren Bingham, Straus und Daniels, haben alle drei, besonders jedoch Straus, der Ehef des großen Reuyorker Warenhauses Mach and Co., beträchtlich zumWahl- kampagne-Fonds der Demokraten b e i ge ft cuert, und es ist hier üblich, großzügige Wahlhilfe durch Betrauung mit einem diplomatischen Posten zu belohnen. Auch 3ames Gerard, der bis zum Beginn des Weltkrieges Botschafter in Berlin war, hat eine größere Summe gestiftet und bewirbt sich um einen Posten, allerdings nicht um denjenigen in Berlin. Kleine politische Nachrichten. Der Oberpräsident der Provinz Hessen-Rassau hat den „Nassauer Bote n“ in Limburg und pte in Marburg erscheinende Zeitung „Hessisches Tageblatt" bis einschließlich 17. März 1933 verboten, weil der „Rassauer Bote" in einem Artikel den Reichsminister Göring beschimpft und böswillig verächtlich gemacht hat und das „Hessische Tageblatt" in einem Artikel bie Reichsregierung beschimpft und verächtlich gemacht hat. * Das Erscheinen der Druckschrift „Die Weltbuhne", ist mit sofortiger Wirkung bis 13. September 1933 einschließlich verboten worden. ♦ Der Republikanische Richterbund hat seine Auslosung beschlossen und durchgeführt. Der Dresdner Oberbürgermeister Dr. Külz ist seines Amtes enthoben worden. * « Professor Dr. A. V. K n a ck, der ärztliche Direktor des Hamburger Krankenhauses Barm- b e ck. ist mit Wirkung ab Montag, 13. März, b e > urlaubt worden. * Der deutsche Botschafter in Washington von P r i t t w i tz hat um Enthebung von seinem Posten gebeten. trotzig: ironisch und ernsthaft: sympathisch noch in seiner Inkonsequenz. Hcyser gab den Regisseur Hyrkan als den eigentlichen Gegenspieler der Rina: ein explosives Temperament, zapplig vor Rervosität, deutlich bis zur Grobheit: es ist nicht ganz leicht, an eine älmkrempelung dieses robusten Typus zu glauben, wie sie der Schlußakt verlangt. Ein paar ergötzlich ausgetüftelte Chargen: Fräulein W i e I a n ö e r als Sekretärin, an eine frühere Rolle bei Shaw erinnernd; Herr Volck als gemütlicher Münchener Grundstücksmakler: Frau Walt her-Leder er als Zofe Charlotte. Das Ganze von Hey ser geschickt und witzig infzeniert. Die reichen theatralischen Möglichkeiten wurden genießerisch (gegen Ende des Mittelaktes etwas zu ausführlich) ausgeschöpft. Auch der anderwärts merklich abgefallene Schlußakt verfügte noch über Spannung und heitere Pointen. Von den Dekorationen (Löffler) verdient der elegante 3nnenrauin der beiden ersten Akte besondere Hervorhebung. Das Publikum ging angeregt und unbeschwert mit; starker Applaus. hth. Oer Neffe als Onkel. Der Reffe erhielt die traurige Nachricht, daß fein guter alter Onkel gestorben fei. Traurig war der Neffe hauptsächlich deshalb, weil der Verblichene kein Erbonkel war, sondern ein armer alter Mann, der von 46 Mark monatlicher 3n- validenrente sein Dasein fristete und ansonsten nichts hinterließ als kümmerlichen Hausrat, Hose, Mantel und Hut. So ging der Neffe in das Heim des Verstorbenen, um den Nachlaß zu ordnen und das Erbe anzutreten. Neben den Ausweispapieren des Verstorbenen fand er einen Stapel von Rentenzetteln, die der Onkel sorgfältig aufbewahrt hatte. Nun, dachte der Neffe, diese Erbschaft ist immerhin etwas wert. Er führte denselben Vor- und Vatersnamen wie fein Onkel, und die Glatze des Onkels ist ohnehin Erbgut für die männlichen Angehörigen der Familie. So verwandelte sich der Nesse in seinen verstorbenen Onkel, zog dessen alte Hose an, ließ sich beim Friseur die Haare scheren, kaufte sich einen langen weißen Bart, wie ihn der Selige trug, und ging mit zitternden Schritten und alterskrummem Rücken zum Postamt, um dort die Rente abzuholen. Der Beamte am Schalter erkannte die Maske nicht, er sah nur die Glatze des Alten aufleuchten, prüfte die Ausweispapiere und zahlte das Geld aus. Das ging lange Zeit so, sieben Monate hindurch bekam der Neffe regelmäßig die Rente des verstorbenen Onkels im Betrage von 46 Mark ausbezahlt. 3m- mer schlürfte er am Ultimo als müder Greis und bettelarm zum Postamt, um es quicklebendig mit 46 Mark in der Tasche zu verlassen. Mit 46 Mark spielte er den Kavalier und hatte eine Freundin, die, als die Liebe zu Bruch ging, die Geschichte an die Polizei verriet. Da der Nesse schon vorbestraft war, muß er jetzt wegen Betruges und Urkundenfälschung auf fünfzehn Monate ins Gefängnis. Aus aller Well. Das Präsidium des ADAC, beim Reichskanzler. Wie der ADAC, mitteilt, hat Reichskanzler Adolf Hitler den ADAC.-Präsidenten Fülle, den Sportpräsidenten Kroth und den Vizepräsidenten F i I f e r zu einer längeren Unter-- rebung empfangen. Reichskanzler Hitler, der s e i t 3ahrenMitglied des ADAC, ist, gab zu erkennen, daß er die Entwicklung des deutschen Kraftfahrwesens und des deutschen Kraftfahrspor- tes mit größter Aufmerksamkeit verso l g t hat und in Anbetracht der Wichtigkeit und Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges alles tun toill, um ihn zu neuer Blüte zu bringen. Hierzu müsse es aber auch eine selbstverständlich e P f l i ch t eines jeden Deutschen sein, deutsche Fabrikate zu,fahren. Bankier Hintzes Verteidiger legt sein Mandat nieder. Am zweiten Tag des P/ozesses gegen den Bankier Wilhelm Hintze in Berlin wurde die Beweisaufnahme mit der Zeugenvernehmung unter unvermindert starkem Andrang des Publikums fortgesetzt. Die Schwester der Kammersängerin, Therese Bindernagel, schilderte Frau Bindernagels erste Ehe als sehr glücklich, bis Hintze in das Leben .ihrer Schwester getreten sei. Auf sie, die Zeugin, habe Hintze gleich bei der ersten Begegnung einen ganz abstoßenden Eindruck gemacht. Als Hintzes Verteidiger, Rechtsanwalt Bahn, während der Verhandlung mit zwei Journalisten sprach, wurden diese von dem Vorsitzenden, Landgerichtsdirektor Dr. Truppner, befragt, was sie mit dem Anwalt besprochen hätten. Rach Protestrufen des Verteidigers erklärte der Vorsitzende, daß er den Argwohn einer unzulässigen Fühlungnahme zwischen Verteidiger und Journalisten gehabt habe. ^Hierauf verlangte der Verteidiger eine formelle Entschuldigung des Vorsitzenden, da das Verhalten des Vorsitzenden eine Beleidigung des Anwaltsstnndes darstelle. Der Vorsitzende entzog dem Verteidiger das Wort und erklärte, daß er keine Veranlassung ZU einer Entschuldigung habe. Richt er habe den Anwaltsstand beleidigt, sondern der Verteidiger habe sich durch fein Verhalten einer Beleidigung schuldig gemacht. Rechtsanwalt Bahn legte darauf die Verteidigung nieder. Dem Bankier Hintze soll nun zur nächsten Sitzung ein Offizialverteidiger gestellt werden. Großer Bücherdiebstahl im Göttinger Mathematischen Institut. Das Mathematische Institut der llniversität Göttingen hat festgestellt, daß aus der Bibliothek, die eine der wertvollsten mathematischen Bibliotheken der Welt ist, seit Weihnachten v. I. etwa 2 0 0 sehr wertvolle Werke gestohlen worden sind. Das Institut übt, wie hierzu bemerkt wird, über seine Bibliothek eine sehr scharfe Kontrolle aus. Wenn es trotzdem gelungen ist, den Diebstahl auszuführen, so kann das nur möglich gewesen sein, wenn die Bände, einzeln durch die Kontrolle geschmuggelt wurden.' Ein Einbruchsdiebstahl liegt nicht vor. Die Auswahl der gestohlenen Bände ist sehr sachkundig getroffen. Theaterbrand in einer mexikanischen Stadt. — 41 Tote. 60 verletzte. 3ni Theater der Stadt Ahualnlco in Mexiko brach ein Brand aus, der sich so rasch verbreitete, daß eine große Anzahl von Personen nicht mehr in Sicherheit gebracht werden konnte. Die Zahl der Todesopfer beträgt 41. Die meisten Toten wurden in den Korridoren gefunden. Biele Besucher waren im Gedränge zu Boden gestürzt, und der Strom der Flüchtenden ging über sie hinweg. Ungefähr 60 Personen wurden verletzt. Eisenbahnunglück in Algerien. Bei offener Eisenbahnschranke stieß ein Lastkraftwagen unweit einer kleinen Station im östlichen Algerien mit einem Güterzug zusammen. Fünf Eisenbahnwagen, die eine Ladung Benzin mit sich führten, entgleisten und fingen Feuer. Der Brand griff auf die übrigen Wagen über, in denen Vieh transportiert wurde. Von dem Zugbegleitungspersonal und den Insassen des Kraftwagens wurden insgesamt sieben Personen verletzt. Zwei Personen werden vermißt. Man befürchtet, daß sie verbrannt sind. Die „Himmelsschnst" der Chinesen. Wie die übrigen ältesten Kulturvölker haben auch die Chinesen schon sehr früh eine reiche Kenntnis des gestirnten Himmels besessen, und dieser andächtige Blick in die Höhe hat ihr ganzes Denken aufs Tiefste beeinflußt. Da ist es nicht verwunderlich, daß ihr Himmelsbild sich auch in ihrer Schrift ausprägt, wie P. 3. Becker in der bei Hugo Bermühler in Berlin erscheinenden Monatsschrift „Der Naturforscher" näher ausführt. Die chinesische Schrift stellt in ihrer ursprünglichsten Form, ähnlich wie die Keilschrift der Aegypter, Gegenstände und Dinge der alltäglichen .Umgebung dar, um sie auf diese Weise zu bezeichnen, aber bei der Wiedergabe der Begriffe werden die Formen und Vorgänge des Himmels verwendet. Sonne und Mond spielen eine große Rolle in den Scheiben- und Sichelformen, die so vielfach in den Schriftzeichen auftreten. Für die meisten begrifflichen Bezeichnungen sind solche „himmlischen" Zeichen benutzt. Das entspricht dem Weltbild der Söhne der Mitte, die im Polarstern den herrschenden Gott sahen, dem auf Erden der Kaiser, der „Sohn des Himmels", gleichgestellt wurde. 3ndem der Herrscher zum Vertreter des Polarsternes, der Himmelsmitte, wurde, erhielt China seine Bedeutung als Mittelpunkt der Erde und des Weltalls, als „Reich der Mitte". Wie das höchste Wesen am Himmel, so hat der Kaiser auf Erden Ordnung zu schaffen, und wie der Polarstern vom Norden aus den Himmel regiert, so muh der herrschende Himmelssohn nach Süden schauen. Infolgedessen müssen die Amtsgebäude und die Hauptseiten der kaiserlichen Schlösser nach Süden gerichtet fein. Auch im Privatleben muß her Hausherr als der Befehlende immer nach Süden sehen, während der Untergebene nach Norden schaut. Diese Bedeutung der Himmelsgegenden und der am Himmel sich darbietenden Bilder spiegelt sich in unendlich vielen Einzelheiten in der chinesischen Schrift. ! M fll 3"^’5 IN“ tes> 15- ®ö5LLrft^r Die W i her ftlich'" Die Ersahru s-ir BW, As [eiten W y gj| 4500 b's E Mkn kommen bis ZU IM Einwendungen gei qerfteuer sind nach Preußen und Mn jpruchs binnen l Bürgersteuer bei bei cmzulegen. Soweit । das der W.r'teue Einkommen |ei unzul Einwendungen, wenr gegen ihn ergangen oen den Einkommer Wege des Einsprtichs ziehungsbescheid gelle - Tageskale Alice-Schule, Turms 18 Uhr, Ausstellung Kurse und gachschul - Aus dem uns geschrieben: ® „Vor Sonnenunterc Intendanten i ■jn der Rolle des (i Uhr (Ende: 22.15 Mittwoch - Abonner Freitag, 17. März, Ser S» Der Jahresbericht ner Tierschutzoerein- Sie Mitgliede 31. Dezember 1932: Mitglieder - Rückgang Wärme und Eindrii sitzende deshalb wie Vorstandes, eifrig für dm Di die Hol der Zxil erneuter । Sie Gesamte 1453,78 Mark: die *«rt Sa5@!fan Mark (also 28,66 M 2er Verein hielt i 110)061' Hauptoersan Berflojfene Vereinsjo Mener Tiers. R?^rückbljch pachte der Vorsitze un Cafe Echw'inn. Entwickln ^hrzehnten genomn S Verein bzw. de S an °>I das, w, Zlage von Fu M AbschL? €,W und oieks UW Öen «t das Gewiss« «tia! 3Nl Alz u •ft,? ft 1 Aus der Provinzialhauptstadi Ae Börse der abgelegten Zilmkostiime lalhkmalischcn Der Gießener Aerschntzverein im Zähre 1932 Buntes Allerlei Ge- Lm Arbeitslager Herrnhaag Don Pfarrer Köhler, Tübingen. garten bei Büdingen) geleistet wird. Nicht hat man das vollkommen verfallene große ■ Ico in Mfilo so rasch vei- von Personen icrten tonnte, tagt 41. Sie imboren ge- Gedränge zu •x Flüchtenden 60 Personen nur Ge- auch im neuen Vereinsjahr mutig und guten wissens an die Arbeit gehen. müssen bie Oes en und das Licht gelöscht sein. Die Stimmung im Lager ist gut. ebenso d i c 21 r - beitsfreudigkeit. Die Leute sind zu ctroa 15 Mann in großen, luftigen Räumen untergc* bracht, die militärisch eingerichtet sind. Cs herrscht mustergültige Ordnung in den Stuben Elektrisches Licht und Wasserleitung haben sich die Arbeitsfreiwilligen selbst gelegt. Der ganze Betrieb ist vorbildlich organisiert. Wer Gelegenheit bat. nach Büdingen zu kommen, dem kann der Besuch des Lagers nur empfohlen werden. Zwischen dem £?agcr und den umliegenden Orten besteht das beste Verhältnis Die Bevölkerung freut sich, wenn sie die stramm dahermarschierende Abteilung kommen sieht. Verschiedene Gemeinden haben sie schon zum Essen eingeladen. Glicht vergessen möchte ich. daß auch von verschiedenen Seiten aus Vorträge aller Art gehalten werden, die für geistige und seelische Anregung der Arbeitsfreiwilligen sorgen. Man möchte nur hoffen und wünschen, daß nach dem Muster dieses Lagers recht viele im Hessenland und im Reich errichtet werden möchten. bäube aus eigener Kraft und mit eigenen Opfern wieder herge stellt und wohnlich eingerichtet, vielmehr wurde nebenher auch sofort mit der eigentlichen Arbeit begonnen, die im Straßenbau für die Gemeinden Diebach a. Haag, Haingründau und Mittelgründau besteht. Werfen wir einen kurzen Blick in das Leben des Lagers! Es werden darin junge Leute im Alter von 18 bis 25 Jahren ausgenommen. Alle Berufsstände sind vertreten vom jungen Mann von der Walze bis zum Studenten. Das Lager ist zur Zeit 150 2Hann stark. Geführt und geleitet wird es nach den Grundsätzen der militärischen Disziplin. Zucht und Ordnung, Gehorsam, Kameradschaft, treue Pflichterfüllung gegen sich und die Allgemeinheit werden gefordert. „Wir fordern Idealismus statt Materialismus und pflegen den Gemeinschaftsgeist", In einem alten Geschäft im Zentrum Berlins kann man die Kleider kaufen, die man eben noch auf der Bühne und Leinwand an den Stars bewundert hat. Hier werden die Stars oft kopiert und — auch manchmal erreicht. Denn bekanntlich machen Kleider Leute. Zwar kann man auch umgekehrt sagen, daß erst die Trägerin die Wirkung eines Kleides entscheidet. Trotzdem ist es sicher für romantisch Veranlagte, die sich nichts sehnlicher wünschen, als einmal in der Haut Brigitte Helms zu stecken, schon ein kleiner Trost und Vorgeschmack, wenigstens eine Saison lang in ihrem Kleid zu steclen. 51 nb bieses Vergnügen läßt man sich bann auch etwas kosten. Eine „Massary mit Schleppe" kostet im Durchschnitt etwa 75 .Mark. Ein „echtes Gitta Alp ar" kostet 50 Mk. Aber man muß wohl bebenfen, daß man hier doppelte Markenware kauft. Einmal also hat man den Rainen des Modehauses, in dem das Kleid gekauft ist, zu bezahlen, und einmal den Ramen des Stars. Ohne Zweifel ist es auch weit aufregender, ein Kleid von einem angeschwärmten Star zu besitzen, als ein Autogramm, für das promi- nententolle Backfische beiderlei Geschlechts und jeden Alters oft stundenlang durch Feuer und Vorzimmer gehen. Sehr verlangt werden in der letzten Zeit Kleider von der Helm, Mady E h r i st i a n s . der zukünftigen Kaiserin in dem neuen Harvey-Film, und Lee Par'ry. Leider gibt es beim Kaufen und Anprobieren dieser Kleider oft schreckliche Enttäuschungen. „Ich bin aber bestimmt nicht stärker als die Helm!" Trotzdem aber ist man dem Ersticken nahe, wenn die Verkäuferin das Kleid zuhaken will. Wie gehl das zu? Und seufzend muß man sich mit einem Maria-Paudler- ober Vera-Schwarz-Kleib zufrieben geben. Welch eine Freube aber umgekehrt, wenn einem ein Kleib von ber zierlichen Darsony ober bet überschlanken Anny Ahlers, bie, bevor sie nach London ging, ihre gesamte Garberobe in Berlin verkaufte, wie angegossen sitzt. Man kann ein für allemal sagen, bah man genau biefelbc Figur wie die Barsony hat. Unb welche beste Freunbin würde das nicht vor Reid erblassen machen? 21 ber es gibt auch noch eine ganze Menge praktischer Samen, die weniger ber abgelegte Sex- appeat an den Kleidern der Stars reizt als bie gute Qualität. Und während bie einen ihren Ehrgeiz barem sehen, baß ihnen bas Kleib ganz ohne Qlenberung paßt, bemühen sich bie anderen, das MrM Töt- Wiotyt, die v 'ilblio^den troa 200 jekjr i worden find, wird, über seine aus. Wenn es auszufuhren, |o oenn die Lande , uggelt wurden. ' l. Die Auswahl indig getroffen. en Stabt - Kleid so umzuändern, daß nichts mehr an die einstige Trägerin erinnert. Diese Damen verdecken den tiefen Rückenausschnitt mit einem biederen Einsatz. Denn ein schöner Rücken kann nur entzücken, wenn man ihn hat. Und so kann es Vorkommen, daß ein extravagantes Abendkleid, in dem die Helm als Gräfin von Monte Christo geliebt, gehochstapelt und aus und außerhalb der Leinwand den Männern die Köpfe verdreht hat, heute in einem braven Kaffeekränzchen eine untergeordnete Rolle spielt. Aus einem weiten Tanzkleid der Barsonv kann eine gute Hausfrau bie ganze Dallgarderode für sich und sämtliche Töchter herausschneiden. Die häufigsten Kunden aber sind bie kleinen Schauspieler, bie oft extra von auswärts Herkommen, um wenigstens vom Ruhm ber Großen bie Garderoben zu erben - auch Filinstalisten und Choristinnen, die, wenn sie ohne ein Kleid im Original kaufen wollten, mindestens die Gage von drei Monaten dafür anlegen müßten. Eintänzer, Musiker und Kellner fonunen her. um abgelegte Fracts zu kaufen. Diese Fracks stammen meist nicht von schauspielern, sondern aus der „Hinterlassenschaft" von Hotelgästen, bie in großen Hotels neben einer unbezahlten Rechnung ihre Koffer zurücigelassen haben. Hebrigene sinb die Männer in diesem Ausvcr- kauf kein bißchen besser als bie Frauen. Bei ihnen mischt sich in bie Bewunderung für bie Filmschau- spieler meist eine Kleinigkeit gekränkter Eitelkeit. Man kann diese Citelleit nicht ganz befriedigen, indem'man die Zigarre schief im Mund trägt wie Kortner, dämonisch mit den Rasenflügeln zittert wie Conrad Beidt, sonnig lächelt wie Willy Fritsch ober Schal und müde Augen- Über trägt wie ber vielbewunderte F o r st e r. Besser ist es schon, wenn man sich gelegentlich bie Illusion verschaffen kann, genau jo angezogen zu sein wie bie Prominenten. Das Kostüm, bas in diesem Jahr in einem ber größten Verleihgeschäste nm meisten verliehen würbe, war ber Rasputin-Anzug, den Veibt im Rasputin-Film getragen hat. Man bekommt hier basfelbe Russenhemd, dieselben roten Schaftstie^l, in benen Rasputin geliebt hat und gestorben ist. Sogar etwas von dem künstlichen Schnee ber russischen Winterlandschaft haftet noch sichtbar an ber Weste. Ob bie Ersvlge ber Pseudo Rasputins bem entsprechend waren, ist leider nicht bekannt und soll auch nicht zur Diskussion gestellt werden... tien. h ein Lasckaji- m im östliche zusammen, ing Leuzin mit Feuer. Der über, in denen Wegleitungs- wagens wurden hl. Zwei Pcr- el, dah sw v e r- WaS kosten die getragenen Kleider der prominenten? Don £eni Rhan. erklärte mir der zielbewußte und unermüdliche Führer des Lagers. Hauptmann Zimpel. Das ist Ausbauarbeit im edelsten Sinn und Geist, wie sie mittlerweile auch für das Ganze unseres Volkes in Angriff genommen worden ist. Ilm 6 ilbr wird auf gestanden. Der größte Teil rückt zur Straßcnbäuarbeit aus, die zum Teil in drei Steinbrüchen geleistet wird. Reoenher werden Formübungen gemacht und Sport getrieben. Rachmittags wird aus zwei großen, modernen Kesseln in sauberer Küche ein gutes und reichliches Mittagessen gegeben. Ieder Mann bekommt außerdem alle zwei Tage einen 2pfün- di-cn Laib Kommißbrot, lieben der Hauptmahlzeit gibt es morgens Kaffee und zweimal Frühstück mit Wurst und abends noch eine Abendkost. Die Verpflegung ist reichlich und gut. Die Leute werden im Lager auch vollständig eingekleidet mit Schuhen, Strümpfen, Wäsche, zwei ArbcitsanzuZen und einem guten Ausgehanzug. Sie sehen tadellos aus in ihrer feldgrauen Uniform. Um 21 Uhr ist Zapfenstreich. Jeder hat dann in seinem Zimmer zu sein. Um 21.30 Uhr Papageien-Gchule. Es gibt in Berlin eine Schule, deren Zöglinge keine Menschen, sondern Vögel aller Art sind, hauptsächlich Papageien, aber auch Stare. Wel- Vsittiche, Elstern und Eichelhäher. Sie werden von einem „Professor" im Pfeifen, Sprechen und Singen unterrichtet, und es ist eine mühevolle Aufgabe, die der Lehrer zu verrichten hat. Papageien fällt es zwar nicht schwer, menschenähnliche Laute hervorzubringen, aber ein richtiges Sprechen, das zahlreiche Morte und Sähe umfaßt, wird erst nach langen Mühen erzielt, und manchen Tieren ist überhaupt nichts beizubringen. Jedenfalls gehört zu diesem Unterricht viel Erfahrung und pädagogische Begabung. Wie aus einer Schilderung dieser Papageienschule in „Reclams Universum" zu Entnehmen ist, müssen die Vögel zuerst eine Vorprüfung bestehen, durch die festgestellt wird, ob eine Ausbildung überhaupt Zweck hat. Dann werden die geflügelten Studenten allmählich in die einzelnen Unterrichtsfächer eingeführt. Sie müssen erst richtig zahm gemacht und an eine gewisse Bewegungsfreiheit gewöhnt werden; sie müssen sich in der Gesellschaft zurechtfinden und lernen, sich gut zu benehmen. Erst wenn der neue Schüler sich mit seinen Kollegen und dem Professor ordentlich verträgt, kann er an dem Unterricht teil- nehmen; es wird ihm dann der Lehrstoff" systematisch vorgetragen. Die Papageien-Akademie bedient sich der modernsten Verfahren, Wörter, Sätze und Lieder werden den Vögeln auf Schall- platten vorgeführt, und diese Platten können unbegrenzt wiederholt werden. Der Lehrer selbst würde bald die Geduld verlieren, wenn er das alles selbst vorsprechen müßte. Vögel, die schnell lernen, vergessen das Gelernte auch meist schnell wieder, und es muß ihnen stets von neuem ein- geprägt werden. Ein Lehrgang, bei dem die Vögel etwa 20 bis 30 Worte und viele Lieder sowie gepfiffene Melodien sich einprägen, nimmt etwa ein Vierteljahr in Anspruch. Hat der studierende Papagei diese Zeit nützlich angewendet und naht die Entlassung aus der Akademie, dann muß er vorher ein Abschluß-Examen ablegen. Der Pro- sessor stellt hohe Anforderungen und stellt erst nach genauer Prüfung das Znugnis aus, in dem genau vermerkt wird, welche Kenntnisse und Fähigkeiten der Zögling besitzt. In diesem Dokument ist der gesamte Wortschatz verzeichnet, über den der fertige „Akademiker" verfügt, werden die erlernten Satze und Lieder angeführt. Diele Pflegeeltern finden sich mit ihren gefieberten Lieblingen in dieser Schule ein und freuen sich dann an den mannigfachen Künsten, die sich die Tiere erworben haben. Ein allzu blendender Zaubertrick. Eine Gerichtsverhandlung, die jetzt in Paris stattgefunden hat, zeigt wieder einmal, daß sich „eines nicht für alle schickt" und daß der Schuster bei feinen Leisten bleiben soll. Jedenfalls ist einem braven Pariser Kaufmann der Versuch, einem Zauberkünstler seine Tricks abzulauschen, sehr übel bekommen. Der Kaufmann de Hancy verklagte den „Illusionisten" Pierre de Rocroy auf einen Schadenersatz von 20 000 Mark, und zwar deswegen, weil dieser ihm eins feiner Geheimnisse verraten hatte. Der Zauberkünstler, ber gegen Ende des vergangenen Jahres an einem Pariser Variete mit großem Erfolg auftrat, versetzte feine Zuschauer in große Begeisterung, in dem er von seinen Fingerspitzen leuchtende Flammen ausstrahlen ließ. Der Kaufmann, der diesem Wunder beiwohnte, war davon so gefesselt und begeistert, daß er hinter die Bühne stürzte, bis zur Garderobe des Zauberers vordrang und ihn durch Geld und gute Worte nach langem Sträuben dazu überredete, ihm das Geheimnis dieses Tricks zu offenbaren. Der Wundermann überließ ihm schließlich eine kleine Flasche, in der sich eine Mischung von zwei Pulvern befand, nämlich chlorsaures Kali und Phosphor, und gnb ihm die nötigen Anweisungen, wie et damit die Flammen hervorbringen könne. De Hancy gab ara Reujahrstage ein Fest, bei dem er seine Gäste nach dem Essen mit der Vorführung dieses Tricks überraschen und in Staunen sehen wollte. Sein Plan gelang ihm nur zu gut, oder vielmehr sehr schlecht. Denn die Flammen, die er hervorbrachte, führten zu einer Explosion, bei der ihm drei Finger abgerissen wurden und alle Fenster des Zimmers zersprangen. Der unglückliche Zauberlehrling hat nun den Meister verklagt, und zwar unter der Begründung, er frabc iym zuviel von dem Pulver gegeben. Tor Gericht erklärte der Beklagte, daß das Pulver, richtig angewendet, vollkommen harmlos fei, und daß er den Trick ohne jede Schädigung schon 10 Jahre lang ausführe. Er schlug dem Richter vor, doch selbst einmal die Flammenerzeugung auszuprobieren. Ader dieser sah es lieber, nachdem er seine Fingerspitzen ängstlich betrachtet hatte, daß der Zauberer feinen Trick vor Gericht vollzog. Dieser entzückte afft durch ein prächtiges Finger-Feuerwerk und ließ den Gerichtshof in tiefem Rachdenken zurück, in dem er beschloß, das Urteil später zu verkünden. Ks Seren » tlet, b»? let* Ae’t ' .e/stL ''e>n.deut. n fllanbai (Wesen. iroöltcr habe" reiche Kennt en, und dieser kW2*? s nichts auch lAenDonats- rfptiingU<^ Der AegyM chnen, £2 Md«: aielsachinben -r:.K • IS'särtJ; mel Süden n "LZäude ‘".Sn C1UI riven^r na» de SS- ■ ÄÄJ. Xäs 'S« , S^Ntis 'n bas lieben Tönung einen W $Qf>n, «allsten tznden, Land. 'N. was lie M Protest- Mrnde, daß tMungnahine ".Habt |)abe. 'formelle M Verhalten des Inwaltsstandes m Bmcidiger Aeronlastuna habe den An. Leidiger habe igung schMg 'arouf die iankier Hinge stoloerteidiger Art gemeldet. Der Vorstand tat alles, helfend einzugreifen, wo es am Platze war. Der Presse wurde Dankbarkeit gezollt für ihre Hilfe, ihre Aufklärung und ihre anerkennenswerte Mitarbeit überhaupt. Der Verein bezoa für die Gießener Schulen insgesamt 2700 Tiersthutzkalender; die Schillerschule stand mit 640 Bestellungen an der Spitze. Von der Hauptversammlung des Tierjchutzvereins wurde Herr Müller am 15. September 1932 zum Ausschußmitglied des Vereins gewählt. Der Vorstand begrüßte diese Wahl aufs herzlichste. Ausführlich befaßte sich der Vorstand in seinen Sitzungen mit der Frage des betäubungslosen Schlachtens. Herr Schlachthofdirektor Dr. Keller sprach über die verschiedenen Arten des Schlachtens und erklärte die Betäubungsmethoden vom Holzhammer bis zur elektrischen Betäu- bunysoorrichtung. Da inzwischen ein Erlaß des Hess. Ministeriums des Innern, datiert vom 27.1.1933, über die Kontingentierung beim betäubungslosen Schlachten herausgekommen ist, will der Verein — ehe er weitere Aufklärungsarbeit unternimmt — die praktische Auswirkung dieses Erlasses abwarten. Line dringende Aufgabe sieht der verein in der Errichtung eines Tierheimes in Gießen, für die sich in selbstloser Weise neben dem gesamten Vorstand vor allem die Herren Univ.-Professor Dr, ftrnemer, Oberveterinärrat Dr. Monnard und Schlachthofbirektor Dr. Keller einsetzten. Man will, mit Unterstützung der Presse, an die Oeffenllichkeit werbend herantrcten. Wie stets in bdn Vereinsjahren vorher, so setzte sich der Vorstand auch in diesem Jahr mit aller Leidenschaft dafür ein, daß alles geschehe, was möglich ist, um die Jugend zum Kamps gegen bie Tierquälerei auf prüfen. Alle Erzieher sollen sich in ben Dienst ber Aufklärung unb Belehrung stellen. Der jnnge Mensch soll die Heiligkeit alles Lebens erkennen. Er soll Pflanze wie Tier achten. So wird er erst voll und ganz auch das Leben seines Mitmenschen achten. Durchdrungen von der Große und ber Wichtigkeit seiner Ausgabe, wirb ber Gießener Tierschutzverein Als ich vor einigen Jahren zum ersten Male bie ölte Zinzendorsgründung Herrnhaag bei Büdingen sah, konnte ich ein wehmütiges Gefühl nicht los werden: Wie Öde und tot find diese Stätten, in denen einst Menschen aus aller Welt zur Gemeinschaft glutvollen Christenglaubens zusammenkamen! Ist denn keine Möglichkeit, bie historisch so überaus interessanten Gebäulichkeiten vom drohenben Verfall zu retten? Vergeblich schien mir ber warme Appell des bekannten Heimatforschers Lehrer H e u- fo h n - Büdingen, ber in Wort unb Schrift für ihre Erhaltung sich einsetzte. Da kam unerwartet Hilfe. 3m Spätherbst vorigen Jahres wurde ein geschlossenes Lager des freiwilligen Arbeitsdienstes Im alten „Grafenhaus" eingerichtet. Ich habe Gelegenheit gehabt, des öfteren dieses Lager äu besuchen und halte es für meine Pflicht, auch die breitere Oeffentlichkeit auf die ausgezeichnete, Arbeit hinzuweifen, die gerade hier (unb ebenso in dem Lager im Tierhinbuixf) bekam >z verstorbenen asbezahll 3m- der Greis unb lidlcbenbig mit Mit46Mark ■ine Freundin, die Geschichte sse schon vor- Betruges und tonale W Bürgersteuer-Ariforderungen nachprüfen! In ben vom Wirtschaftsprüfer und Steuersyndikus "Hermann Will zu Gießen herausgegebenen „Aktuellen cteuerfragen" (Rundschreiben Nr. 6) vom '15. März lesen wir folgendes: Die Bürgersteuer 1933 wird bei Arbeitnehmern durch einen auf der Steuerkarte angebrachten be- sonderen Bermerk, bei sonstigen Steuerpflichtigen durch einen besonderen Steuerbescheid angefordert. Ihre Veranlagung und Erhebung liegt ausschließlich in ben Händen der gemeindlichen Steuerverwaltungen. Die Erfahrung lehrt, daß leider nicht immer mit der notwendigen Sorgfalt bie Veranlagungen vorgenommen werden. Jeder Steuerpflichtige sollte deshalb die an ihn gerichtete Anforderung nachprüfen. Die Bürgersteuer wird auf Grund des im Kalenderjahr 1931 erzielten Jahreseinkommen errechnet, von dem aber bie Werbungskosten und die Sonder- Jciftungcn — nicht jedoch die Familienermäßigungen — ab^uziehen sind. Bei Arbeitnehmern ist in jedem Falle ein Betrag von 1300 Mk. für Wcr- .bungsfoften und Sonderleiftungen ohne Rücksicht jauf deren tatsächliche Höhe abzuziehen, was nicht ,selten von den gemeindlicheß Steuerbehörden übersehen wird. Hat also ein Arbeitnehmer im Jahre 1931 5500 Mk. Brutto-Arbeitslohn erhalten, so sind hiervon 1300 Mk. abzuziehen, so daß 4200 Mk. verbleiben. Er ist deshalb nicht in die Einkommensstufe 4500 bis 6000 Mk., sondern in die Stufe von Einkommen bis zu 4500 Mk. einzureihen. Einwendungen gegen die Heranziehung zur Bürgersteuer sind nach Landesrecht zu verfolgen. In Preußen unb Hessen ist bas Rechtsmittel des Ein spruchs binnen 4 Wochen nach Anforderung ber Bürgersteuer bei ber gemeindlichen Steuerbehörde cinzulegen. Soweit der Steuerpflichtige behauptet, das der Büraersteuer-Berechnung zugrunde liegende Einkommen sei unzutreffend berechnet, kann er diese Einwendungen, wenn ein Einkommensteuerbescheid gegen ihn ergangen ist, nur durch Rechtsmittel gegen den Einkommensteuerbescheid, nicht aber im Wege des Einsprüchs gegen den Bürgersteuerheranziehungsbescheid geltend machen. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Alice-Schule, Turmhaus am Brandplatz, 14.30 bis 18 Uhr, Ausstellung von Schülerinnenarbeiten der Kurse und Fachschule. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Gerhart Hauptmanns Schauspiel „Vor Sonnenuntergang" unter ber Spielleitung des Intendanten und mit Intendant Dr. Prasch in ber Rolle bes Geheimrats Clausen heute 19.30 Uhr (Ende: 22.15 Uhr), als 22. Vorstellung im Mittwoch - Abonnement. Gewöhnliche Preise. — Freitag, 17. März, von 20 bis 22 Uhr, erste Wiederholung ber Komödie „Rind" von Bruno Frank; Spielleitung: Karl H e y s e r. 23. Vorstellung im Freitag-Abonnement, gewöhnliche Preise. — Am Samstag, 18. Marz, zum 14. Mal und am Sonntag, 19. März, zum 15. Mal (vorletzte Ausführung!) bie Operetten Revue „Im weißen Rößl". Beide Vorstellungen (Samstag von 20 bis 23 Uhr; Sonntag von 18.30 bis 21.30 Uhr) außer Abonnement und zu kleinen Operettenpreisen. Vorzugsgutscheine haben Gültigkeit; Schülerkarten auch Samstags. ** Fahrplanänderungen bei ber Reichsbahn! Infolge veränderter Wohnungs- verhäimisse der in ben Werken Bänninger, Gail usw. tätigen Arbeiterschaft muß der neue Zubringerzug zum Haltepunkt Erdkauterweg ben Anschlußzug aus Richtung Marburg, Gießen an 7.36 Uhr, abwarten. Der Zug fahrt beshalb erst um 7.40 Uhr in Gießen ab und trifft um 7.47 Uhr am Haltepunkt Erd- kauterweg ein. Der Personenzug Gelnhausen— Gießen, Erdkauterweg an 17.13, ab 17.14 Uhr, hält dort nur werktags. *• Iuristischer Vortrag i rn D H V. Dieser Tage veranstaltete der DHV. — wie man uns berichtet — einen Vortragsabend. Iustizinspektor Hillenbrand sprach über bas Thema: „3d) erbe — Streifzug durch bie Testamentsbestimmungen bes BGB". Bei ber Testamenterrichtung finb viele gesetzliche Punkte zu beachten. Ein Testament kann nur errichten, wer bas 16. Lebensjahr vollendet hat. Wer keine besonderen Bestimmungen trifft, wird von den gesetzlichen Erben beerbt. Mündliche Wünsche haben keinen Zweck, sie werden nach dem Tode nicht berücksichtigt, es sei denn, daß sämtliche Erben sich darüber einig sind. Bei der Abfassung eines Testamentes hat der Erblasser besondere gesetzliche Bestimmungen zu berücksichtigen, deren Verletzung das Testament ungültig machen würde. Zunächst ist zu beachten, daß ein Testament nur persönlich vom Erblasser gemacht werden kann. Das Privattestament, das im Gegensatz zu dem öffentlichen Testament ohne Zuhilfenahme eines Richters oder Notars aufgestellt wird, muß vom Erblasser eigenhändig geschrieben sein. Es muß die eigenhändig geschriebene Angabe des Ortes unb bes Tages enthalten, ferner bie volle Unterschrift mit Vor- unb Familienname. Es empfiehlt sich in vielen Fällen, ein richterliches ober notarielles Testament zu machen, zumal diese Testamente auch amtlich in Verwahrung genommen werden. Auch private Testamente kann man bei jedem Amtsgericht zur Aufbewahrung einliefern. Grundsätzlich kann ein Erde auch ausgeschlagen werden, wenn dieses z. B. nur aus Schulden besteht. Wer ein Erbe an- nimmt, hastet auch für die Schulden. Der Redner ging weiterhin eingehend auf das gesetzliche Erbrecht unb die Erbfolge ein, unb gab an Hanb von kurzen Skizzen einige praktische Beispiele. Der Vortrag würbe mit großer Aufmerksamkeit aufgenommen. Der Jahresbericht über die Tätigkeit des Gießener Tierschutzoereins im Jahre 1932 teilt mit: Die Mitgliederzahl des Vereins betrug am 31. Dezember 1932: 339 (1931: 368). Es ist also ein Mitglieder - Rückgang zu verzeichnen. Mit aller Wärme unb Einbringlichkeit wandte sich der Vorsitzende deshalb wiederholt an die Mitglieder des Vorstandes, eifrig für den verein zu werben, auch wenn die Rot der Zxil viele Volksgenossen zu immer erneuter Einschränkung zwinge. Die Gesamteinnahme 1932/33 beträgt 1453,78 Mark; bie Gesamtausgabe 1430,17 Mark. Das Gesamtoermögen beträgt 1503,49 Mark (also 28,66 Mk. Zuwachs gegenüber 1931/32). Der Verein hielt im Laufe bes Jahres, einschließlich ber Hauptversammlung, fechs Sitzungen ab. Das verflossene Vereinsjahr war beoeutfam badurch, daß der Gießener Tierschutzverein auf sein 50jährigcs Bestehen zurückblicken konnte. In einem Vortrag gedachte der Vorsitzende der Gründung bes Vereins im Cafe Schwmn. In fesselnder Weise berichtete er, welche Entwicklung ber Verein in biefen fünf Jahrzehnten genommen hat, unb machte u. a. bar auf aufmerksam, baß Herr Spitz seit bieser Zeit dem Verein bzw. bem Vorstand angehöre. Er erinnerte an all das, wofür der Verein gekämpft hat: Anlage von Futterplätzen, gute Behandlung der Pferde, Abschaffung der Vivisektion, Pflege der Singvögel und vieles mehr. Aus Anlaß des 50jährigen Bestehens des Vereins fand am 25. August im Singsaal des Real gyrnnasiums ein Vortragsabend statt. Nach einem Rückblick auf die Geschichte des Vereins, Gegeben vom Vorsitzenden, sprach als Redner bes_ Abends anschließend Oberbürgermeister Maas (Schwerin) über die Aufgaben des Tierschutzes. Sein Vortrag, der getragen war von starker Liebe zur Kreatur, war ein Appell an jeden einzelnen, im Geschöpf den Schöpfer zu ehren, um bergeffalt das Gewissen ber Menschen immer roieber aufzurufen. Wie in den vergangenen Jahren, wurden auch in diesem Jahr dem Vorsitzenden ober einzelnen Vorstandsmitgliedern Tierquälereien mannigfacher SJ.-fpor/ Zahlen vom Deutschen Turnfest 1933. 9188 Wettkämpfer und Wettkämpferinnen an einem Tage turnen beim 15. Deutschen Turnfest in Stuttgart ihre Wettübungen durch. 3000 waren es in Los Angeles innerhalb 14 Tagen. 2 00 Sonderzüge werden zum 15.Deutschen Turnfest in Stuttgart erwartet. Außerordentliche Vergünstigungen der Reichsbahn haben die Anmeldungen zu den Sonderzügen in den letzten Wochen erheblich vermehrt. 4 0 0 0 Schweizer Turner werden schätzungsweise an dem 15. Deutschen Turnfest in Stuttgart teilnehmen. Von Zürich ab wird ein Son- derzug einen Teil der Schweizer Turner nach Stuttgart bringen. Ein Schweizer Abend wird beim 15. Deutschen Turnfest in Stuttgart stattfinden, der durch sein Eigengepräge 7. Preußischen» Staats-Lotterie findet am 21. und 22. April 1933 statt. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt ^beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 0.5)., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a. 3)1. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß- lurs Schluß!. Mittag- börse Dalum 13.3. 14.3. 13.3. 14-3. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1021 — 78 78,25 78 6% ef)em.7% Dt. Retchsanl. v. 1929 96 96.5 96 96,5 5yz% Doung-Anleihe von 1930 .. 81,5 81,5 81 81 Deutsche Anl.^iblos.-Schuld mli Auslos^Rechten ......... .. 69,4 69,75 68,5 69,13 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 9,8 10,15 9,5 9,65 6% ehern. 8% Hess. Bottsstaat 1929 srückzahlb. 102%) ........... 76,5 77 76,5 77 Oberhessen Provinz.Anleihe mli Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammclab I.An leihe Seriel mit Auslos.-Rechten 64,13 65,25 64,13 65,65 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 85,5 86,5 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Ban! Goldpse. 1C unkündbar bis 1936 85,13 86.5 y/2% ehem. 4>/z% Franks. Hyb- Bank-Liqu.-Psandbriese ..... 87,5 87,5 6'/2% ehem. 4'/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 87,4 87,5 6% ehem. 8% Pr. Landespfand briefansiail, Psandbriese 9L 19 85,5 85,25 85,25 85,25 6% ehem. 7% Pr. LandeSpsand briefanitalt, Pfandbriefe R. 10 85,25 35,25 4% Oesterretchische Goldrente... 13 13 — _ 4,20% Oesterretchische Silberiente ,25 1,25 — 1,3 4% Ungarische Goldrente ....... — — 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 —- —- — — 4’/.% desgl. von 1913 ...... 5% abgest. Goldniextkaner von 99 — — — — 6,4 6,25 6,5 6,5 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anieihe Serie! ................. 5,3 5,25 5,3 5,4 5,6 4% desgl. Serie II ............ 6% Rumän. vereint). Rente v. 1903 — 5,5 — 5,5 — 6,9 — 4'/,%Ruman.veretnh.Renkev.l913 4% Rumänische vereint), fllente .. 10,25 10,4 — 5,25 5,6 5,6 5,5 8%% Anatolier............... 25 13 24,75 24.8 24.75 ;yrani:un a. jjl Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß- !urS Schluß!. Mittag, börse Datum 13.3. 4.3. 13-3. 14.3. Hamburg-Amerika-Pakei ..... 1 18.25 18,25 17,9 17,9 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa Dampfschiff ........... Norddeutscher Lloyd ......... 0 — — — — 0 18,25 18.4 18 18,4 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 45 46 46 45.75 Berliner Handelsgesellschast.... 4 93,5j 93 93,5 92.75 Commerz- und Prival-Vank ... 0 53 53 53,5 53,5 Deutsche Bank und DtSconto» Gesellschaft................ 0 70,5 70,25 70,5 70.25 Dresdner Bank.............. 0 61,5 61.5 61.5 61,5 Reichsbank .................. 1 139.9 140,75 139,9 140 A.E.G...................... 9 33,4 32,25 33,25 32,5 Elektr. LteferungSgesellschaft ... 6 93 93 93,25 92 Licht und Krast ............ 6 103,25 100,25 102,5 100 Felten & Guilleaume ........ 0 59,75 60,75 60 61 Gesellschaft für Elektrische Unter- nehmungen............... ■i 89,5 89,5 89,9 90,25 Rheinische Elektrizität ........ f> — 100,5 — Schuckert & Co.............. 0 97 97,25 97,4 96,75 Siemens & Halske........... 9 154 151,5 153 150,5 Lahmeyer & So.............. 10 133 134,5 132 133,25 Buderus ................... 0 56 58 55,25 104,25 58 Deutsche Erdöl ............. 4 104,75 104,65 104,9 Gelsenkirchener.............. 0 65,25 66 64,75 65,65 Harpener................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen.. 0 93,5 92,25 92,5 91,5 0 — 67.5 69,25 Ilse Bergbau ............. 7 — 154 154 Ilse Bergbau Genüsse........ 7 114,25 115,75 113,5 115,75 Klöcknenverke ..... 0 57,5 60 57,5 60 Mannesmann-Röhren........ 0 70,75 72,5 70,4 71,75 Marisfelder Bergbau ......... Oberschles. Kokswerke......... 0 27 27,5 27,75 0 78.75 79,9 Phönix Bergbau............. 0 38.5 39,25 379 38,9 Rheinische Braunkohlen ...... 10 207.25 207 206 209,5 Rhelnstahl.................. 0 85 85,5 85,25 85,5 Frankfurt a.M. Berlin Gchluß- kurS Schlußl. Abenb- börse Schtuß- iurS Echlußk. Mittag- bör e Datum 13.3. 14.3. 13.3. 14.3. Bereinigie Stahlwerke .'....... u 38,9 39,5 38,751 39,5 Otavi Minen ............... 0 16,65 17,5 17 17,75 Kaliwerke Aschersleben........ 6 137,5 137,5 137 133,5 Kaliwerke Westeregeln........ 6 141 140,65 141 140 Kaliwerke Salzdetfurth....... 9 200 201,5 200 201,5 i) G. Farben-Industrie....... 7 124,4 125 124,5 124,65 Scheideansialt............... IO 172 174 Goldschmidt ................ 0 42,75 43 43 43,13 Rütgerswerke ............... 0 51,9 52,4 36 52,9 36 Metällgesellschast............. 0 36,5 Philipp Holzmann.........z. Zementwerk Heidelberg ...... Zementwerk Karlstadt......... 0 53,5 52,5 53,25 53,5 4 0 62 61 Wahß & Freytag ............ 0 3,75 3,75 — — Schultheis Dayenhofer........ 0 114 113 Atu (Allgemeine Kunstseide) ... 0 36 34,25 35,75 34 Bemberg................... 0 46 44 44 42 Zellstoff Waldhof .. 33,4 54 53,4 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 25,75 26,5 _ Dessauer GaS ............... 7 — 113,25 113 Daimler Motoren............ Deutsche Linoleum .......... 0 31,65 32,25 31,4 31,9 0 37.25 37 37 36,75 Orenstein & Koppel .......... 0 48,5 50 Leonhard Tietz.............. 6 34 35,5 34,5 35,13 Chade...................... 12 128,5 128,75 127,75 Gritzner.................... 0 29,25 32 30,75 31 Mainkraftwerke Höchst a.M. .... 4 73 - Süddeutscher Zucker ......... 161,5 — 161 160 Devisenmarkt Berlin - - Frankfurt a. HL 13. März 14.März Amtliche Notierung Amtliche Dlolicrung Gew Brie Geld | Brie- Helstngsors.. 6,424 6,436 6,404 6,416 Wien....... 48,45 48,55 48,45 48,55 Prag....... — — __ Budapest ... — — — _ Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 69,68 170,02 169,68 170.02 Oslo....... 74,18 74.32 73,98 Kopenhagen. 64,59 64,71 64,54 64,66 Stockholm... 76,62 76,78 76,47 76,63 London ..... 14,48 14,52 14,45 14,49 Buenos Aires 0,823 0.827 0,823 0,827 Neuhork.... 4,146 4,154 4,196 4,204 Brüssel..... 58,74 58,86 58,74 58,86 Italien..... 21,43 21,47 21,44 21,48 Paris ..... 16.56 16,60 • 16,55 16,59 Schweiz .... 81,39 81,55 81,42 81,58 Spanten... 35,06 35,14 35,11 35,19 Danzig 82.37 82,53 82,32 82,48 Japan ...... 0,919 0,921 0,899 0,901 Rio de Jan. 0,239 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien 5,554 5,566 5,554 5,566 Lissabon... 13,18 13,20 13,16 13,18 Banknoten Senin, 14.Marz Geld Brief Amerikanische Noten...... 4,18 4,20 Belgische Noten........... ....... 58,59 58,82 Dänische Noten ......... Englische Noten .......... 14,41 14,47 Französische Noten........ 16,51 16,57 Holländische Noten........ 169,31 169,79 Italienische Noten........ Norwegische Noten ...... 21,37 73,80 21,45 74,1V Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten........ 2,46 2,48 Schwedische Noten........ 76.30 76,60 Schweizer Noten.......... 81,24 81,56 Spanische Noten........... oa ao Ungarische Noten ................ —