Nr. 65 Erstes Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, 15. Marz 1Y55 Erschein» täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte (Bicßener Familienblätter Heimat >m Bild - Die Scholle Monat, Sezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251. Anfchrift für Drahtnach- rtchten: Anzeiger Stehen. Poflfd)cd!onto: fronlfurt am Blain 11686. Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Drrtf vnd Verlag: vrützl'sche Univerfitätr-Vuch' vnd Sfehtönitferei H. tanqe in Gießen. §chriftlettung und Geschast5^trlle: 5chul^traße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» dlarneanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Plahvorfchrist 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Frtedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undkürdenAn. zeigenteil i.V.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen. Der Ordnungsruf für polen. Die Polen haben sich ganz ohne 2lot eine diplomatische Schlappe geholt. An den verantwortlichen Berliner Stellen nimmt man aber die schnelle und erfreuliche Regelung des Danziger Zwischenfalls durchaus noch nicht zum An» lah, um nach dem Albdrücken der letzten Zeit den außenpolitischen Horizont wieder durch die rosenrote Drille zu ^trachten. Daß die Polen nur auf eine günstige Gelegenheit warten, um ihre strategische Position gegenüber Deutschland zu verbessern, das haben sie jetzt allzu deullich enthüllt. Zurückgewiesen werden konnten sie zunächst nur da, wo sie die Grenzen der vertraglichen Rechte und Pflichten überschritten haben. Man kann sie aber nicht zwingen, die auf ihrem eigenen Boden vor genommenen Truppenkonzentrationen mit der dvrhenden Front gegen Deutschland rückgängig zu machen. Zumindest von Genf aus ist das nicht möglich. Hier können nur andere Druckmittel eingesetzt werden, die auf der Linie von Berlin nach Moskau zurückzugewinnen find. Auf der Westerplatte sind die Polen übereifrig vorgeprescht und sie haben dafür einen Dämpfer bekommen. An ihrer außenpolitischen Einstellung und an ihren dunkeln, friedengefährdenden Plänen hat sich nichts geändert. Immerhin haben die Machthaber In Warschau es jetzt zur Kenntnis nehmen müssen, daß die englischen Staatsmänner doch auch sehr energisch werden können, wenn dem europäischen Frieden ernste Gefahr von Brandstiftern droht. M a c - donald und Simon dürften vielleicht selbst etwas erstaunt gewesen sein, als sie sahen, wie schnell sie sich durchsetzen können, wenn sie wirklich einmal ein deutliches Macht- wort sprechen. 3n dec Downingstrect hat sich feit 1918 eine Tradition der Weichheit und der Rachgiebigkeit gegenüber Frankreich und seinen Trabanten herausgeblldet, die das Gefühl der eigenen Stärke zu sehr unterdrückt hat. Die französischen Staatsmänner mögen zwar die Zähne zusammengebissen haben, weil sie den Polen nicht wirksam sekundieren durften, aber sie haben sich in die gemeinsame Front der Großmächte eingereiht, als England und Italien sich entschlossen gegen die Verletzung der Verträge und gegen eine ernste Bedrohung des Friedens zur Wehr setzten. Die pflaumenweiche englische Außenpolitik war solange für England ohne Gefahr, wie man darauf rechnen konnte, daß Deutschland ohne ernsten Widerstand hinnehmen würde, was man ihm zu bieten wagte. Ietzt ist man sich darüber klar geworden, daß die Geduld des deutschen Volkes unter feiner neuen Führung erschöpft ist, und man scheint daraus - die entsprechenden Folgerungen ableiten zu wollen. Run stimmt Lloyd George ein Klagelied an. daß die früheren Verbündeten die Auferstehung des militaristischen Geistes in Deutschland selbst verschuldet hatten, well sie selbst den Vertrag nicht eingehalten hätten. Er vergißt, sich an die Brust zu schlagen, denn er war es doch, der in Versailles gegenüber Clcmenceau die Linie des elastischen 'Ausweichens angebahnt hat. Wichtiger aber als rückwärts gerichtete Betrachtungen ist jetzt die Frage, wie England künftig gegenüber Deutschland und den kontinentalen Dingen Stellung nehmen will. Die Feststellung Lahtons im „Rews Chronicle" können wir als zutreffend bezeichnen, daß Hitler kene Wohlfahrt im Innern ohne Frieden nach außen zu schaffen vermag. Hiller trifft sich durchaus mit Mussolini in der Auffassung. daß kriegerische VerwiLungen ebenso wie die Spaltung Europas in zwei bis an die Zähne bewaffnete Heerlager die Zivilisation in Gefahr bringen. Deutschland will den europäischen Frieden nicht stören. Wir fordern zunächst nur die Befreiung von außenpolitischen Drohungen und Sicherheit. Die Engländer müssen endlich zu der von Mussolini längst gepredigten Auffassung gelangen, daß die dauernde Störung der friedlichen Zusammenarbeit sich aus der Ungleichheit der Rüstungen und der Sicherheit sowie aus der Erbitterung einer selbstbewußten Ration über offenbares Unrecht und über die Verstümmelung des Reichsgebietes im Osten abzuleiten ist. Deutschland verlangt durchaus nicht, daß alles von beute auf morgen geschieht, was geschehen muß.'Wir müssen aber erkennen, daß der Weg in der notwendigen Richtung entschlossen und kraftvoll beschritten wird und daß auf ihm Verzögerungen und Abirrungen nicht mehr geduldet werden. Macdonald und Mussolini haben es durchaus in der Hand, die widerstrebenden Mächte auf diesen Weg zu drängen. Der Erfolg ihres entschlossenen gemeinsamen Auftretens gegen Polen sollte ihnen zeigen, tote stack sie sind. Die neue deutsche Regierung würde ftcher zufrieden sein,-wenn sie sich zunächst ganz dem inneren Aufbau widmen kann, wenn gleichzeitig durch eine Konvention über die effektive Abrüstung das Ziel der tatsächlichen Gleichberechtigung nähergerückt wird. Wir w:ssen, daß die Kräftigung im Innern und t)ic_ äußere Gleichberechtigung Voraussetzungen für die Beendigung des Unrechts im Osten sind. Spannung in Moskau. Unbegrenzte Vollmachten für die LGPU. Moskau, 14. März. (XU.) Das Präsidium des Dollzugskomitees der Sowjetunion hat beschlossen, die am 15. Ro- vember 1923 festgelegten Rechte und Vollmachten der OGPH- angesichts der zunehmenden Sabotage zu erweitern- Das Kollegium der OGPU. erhält letzt das Recht, allen Das Ausland und der Umschwung in Deutschland. Italien lehnt jede Aktion gegen Berlin ab. Paris, 15.März. (WTB.-Funkspruch.) Die Annahme, daß die französische Regierung wegen der vorübergehenden Besetzung einer Kehler Kaserne durch nationalsozialistische Gruppen versucht hat, sich die Unterstützung der britischen Regierung zu verschaffen und daß ihr diese verweigert wurde, wird durch einwandfreie Zeugen bestätigt. „Petit Iournal" erklärt, daß A l o i f i gestern in Genf Macdonald die Ansicht Mussolinis zu der Besetzung einer Kaserne in Kehl durch Rationalsozialisten bar- gelegt habe. Danach lege der italienische Ministerpräsident den Locarnovertrag so aus, daß sogar die Möglichkeit einer gemeinsamen Aktion Englands und Italiens ausgeschlossen sei, falls England in Berlin Schritte unternehmen wolle. Mussolini sei der Ansicht, daß die Erläuterung, die die Reichsregierung über den Vorgang in Kehl gegeben habe, diesen beilege. Was die Einstellung von Rotionalsozialisten als Hllfspolizei betreffe, so vertrete Mussolini den Standpunkt, daß die revolutionäre Lage in Deutschland diese Maßnahme rechtfertige. Englische Blätter mahnen zur Gerechtigkeit gegenüber Deutschland. Lo n d o n, 13. März. (WTB.) Ernste Besorgnis spricht aus den Leitartikeln, in denen sich die Abendpresse zu den Ereignissen in Deutschland äußert. Der liberale Star warnt die Signatarmächte des Versailler Vertrages, Deutschland gegenüber ungerecht zu handeln. Lloyd George habe die Wahrheit enthüllt, daß durch die Haltung, die die ganze Welt gegenüber dem deutschen Volle einnahm, und durch die Richteinhaltung der Abrüstungsllausel des Versailler Vertrages durch Frankreich, England und andere Mächte Deutschland zu den Ereignissen der letzten Wochen getrieben wurde. — Eveuing Rews wiederholt ihren warnenden Rat an die britische Regierung, in dem „Sturm Über Europa" s i ch um ihre eigenen Angelegenheiten zu kümmern. Rur durch die Fernhaltung von allen Entwicklungen könne die Regierung das Vertrauen des englischen Volkes bewahren. — „Daily Expreß" schreibt: Deutschland sei eine machtvolle Einheit. In fünf Tagen habe Hitler das getan, was Bismarck 40 Iahre lang umsonst versucht habe. Hitler habe Deutschland geeinigt, während Bismarck es in autonome Staaten geteilt zurückgelassen habe. — Die „SundahTime s" schreibt, die Gefahr einer roten Revolution werde als endgültig beseitigt angesehen. Durch die Gründlichkeit der Hitler-Regierung sei die Gefahr eines Bürgerkrieges vermieden worden. — Im „Obferver" wird die außerordenlliche Geschwindigkeit der Maßnahmen der Deichsregierung bewundert. Berliner Blätterstimmen zur französischen Demarche. Unbegründete E nmischung in deutsche Angelegenheiten. Berlin, 15. März. (CNB.) Die Blätter, die zur Zurückweisung der Beschwerde des französischen Botschafters durch den Reichsaußenminister Stellung nehmen, geben ihrer Genugtuung über die Haltung des Frhrn. v. Neurath Ausdruck. Die D. A. Z. zitiert den vom französischen Botschafter angezogenen Artikel 43 des Versailler Vertrages, in dem die Unterhaltung oder die Zusammenziehung einer bewaffneten Macht in der entmilitarisierten Zone verboten ist. Das Blatt sagt: Wir können beim besten Willen nicht verstehen, wie die französische Regierung ihren Schritt mit diesem Artikel begründen will. Der ganze Vorgang des Erscheinens des französischen Botschafters im Auswärtigen Amt muß auf die übertriebene Berichterstattung in der französischen Presse zurückgeführt werden, die keineswegs im Einklang mit den tatsächlichen Vorfällen steht. — Der Berliner Lokalanzeiger schreibt: Es bleibt wieder einmal Paris vorbehalten, aus einem unerheblichen Anlaß „Vertragsverletzungen" herauszudichten und künstliche Entrüstung über Vorgänge rein innerdeutscher Natur vorzutäuschen. Immerhin wird durch diesen Versuch, aufdie innerpolitische Entwicklung in Deutschland Einfluß zu nehmen, die französische Geisteshaltung wieder einmal völlig klargestellt und wieder einmal die Aufmerksamkeit auf den Skandal gelenkt, daß wir in einem Teile unseres eigenen Landes in unseren Hoheitsrechtenso weitgehend eingeschränkt sind, daß eine andere Macht daraus den Anspruch auf Kontrolle deutscher Polizeimaßnahmen ableiten zu dürfen glaubt. — Die Kreuzzeitung erklärt: Die ganz unverständliche Auffassung der französischen Regierung ist mit Recht vom Auswärtigen Amt zurückgewiesen worden. Man darf nur hoffen, daß die französische Regierung aus dieser Ablehnung die Lehre zieht, uns ferner mit Einmischungen in innerdeutsche Verhältnisse, die sie nichts angehen, zu verschonen. Ein französisches Llrieil. Paris, 14. März. (ERD.) Der Berliner Vertreter der Agencc Havas versucht eine Bllanz aus dem, wie er es bezeichnet, „sechswöchigen fa- schlsttschen Regime" in Deutschland zu ziehen. Diese sechs Wochen, so schreibt der Korrespondent, hätten genügt, das Gesicht Deutschlands völlig zu verändern. Mit einem Willen und einer Zähigkeit, um die ihre Gegner sie beneiden könnten, fei es Hitler und feinen Anhängern gelungen, sich im Reiche, das sie jetzt völlig beherrschten, festzusetzen. Der Einfluß der fo- ziallstischen und der kommunistischen Gegner sei vernichtet. Der Korrespondent rechnet mit einer Zweidrittelmehrheit im Reichstag für die Regierung der nationalen Wiedererhebung, so daß sie jetzt die Organisation des Dritten Reiches in Angriff nehmen könne. Diese Ausgabe werde ihr durch die 'Begeisterung des weitaus größten Telles des deutschen Volkes, der sich auch die gemäßigten Parteien kaum entziehen könnten, erleichtert werden. Bezeichnend nach dieser Richtung sei die Haltung des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei. Iedenfalls werde sich nichts an dem Ziel ändern, das Adolf Hitler sich vorgezeichnet habe: ein mächtiges Deutschland zu schaffen, das von den hemmenden Folgen des verlorenen Krieges befreit fei. Oie Vorgänge in Oesterreich. Sozialdemokratische Generalstmkpläne in Innsbruck. Hcimwchr wird als Notpolizci eingesetzt Innsbruck, 15.Mär;. (MTV. Funkspruch.) Die Stadt Innsbruck gleicht einem Heer lager. Die Tiroter Landesregierung hatte erfahren, daß derRepublikanischeSchuhbundauf. geboten fei und daß von sozialdemokratischer Seite die Inszenierung eines General- streiks geplant werde. Die Tiroler Landesregierung hat sofort Polizei und Militär aufgeboten und ein Angebot der Tiroler Heimatwehr, diese als Rotpolizei zu erklären, angenommen. Seit 4 Uhr befindet sich die heimwehr in Bereitschaft. Sie erhält fortgesetzt Zuzug vom Lande. Ls heißt, daß ein Teil nachwien transportiert werden soll. DerLandtag von Äiederösterreich fordert Amtsentsehung des Kabinetts Dollfuß. Wien, 14. März. (TU.) Am Dienstag trat der Riederösterreichische Landtag auf Wunsch der Oppositionsparteien zu einer Sitzung zusammen, um zu der Lage Stellung zu nehmen, die durch die Rotverordnung der Regierung geschaffen worden ist. Die nationalsozialistische Fraktion forderte in einem Antrag die f o f o r - tige Amtsen thebung der Bundesregierung wegen Dersassungs- b r u ch e s. Einen ähnlichen Antrag brachten die Sozialdemokraten ein. Der nationalsozialistische Fraktionsführer, Landesrat Leopold, erklärte, 1 daß die innerpolitifchen Geschehnisse, die sich gegenwärtig in Oesterreich entwickelten, einen außenpolitischen Hintergrund hätten. Schon lange beschäftige man sich in Oesterreich mit der ungarisch-kroatisch-österreichischen Staatsidee, die Görnbös und Mussolini befürworteten. Dieses Projekt fei von den Christ- l!ch-Soz1ckken und der derzeitigen österreichischen Regierung aufgegriffen worden. Mit diesem Plane hänge auch die Hirtenberger Waffenangelegenheit zusammen. Die Waffen sollten nach Ungarn und Kroatien transportiert werden. Der Redner machte auf die Gefahren außenpolitischer Streitfälle aufmerksam und behauptete, daß tschechoslowakisches Militär an der österreichischen Grenze zum Einmarsch versammelt fei. In der Stadt Prehburg seien bereits „Evakuierungen" vorgenommen worden. An der Rord- grenze Südslawiens feien 60000 Mann südslawische Truppen zusammengezogen, um in Kärnten und Südsteiecmark einzufallen. Der Landtag nahm den nationalsozialistischen Antrag auf Amtsenthebung der Regierung Dollfuß wegen Verfassungsverlehung an. In dem Antrag wird u. a. erklärt, daß die Regierung auf Grund der Bundesverfassung in Anklagezustand versetzt werden müsse. Weiter wird die sofortige Auflösung des Rationalrates und die Ausschreibung von Reuwah - len verlangt. Ein ähnlich lautender sozialdemokratischer Antrag wurde gleichfalls angenommen. Wird Macdonald mit Muffolini zusommentreffen? London, 15. März. (MTB. Funkspruch.) In der konservativen Londoner Presse wird heule allgemein von der Möglichkeit einer Zusammenkunft Macdonalds und Mussolinis gesprochen. Der üorrespondent der „Morning Poft" in Rom sagt, Mussolini würde einen Gedankenaus- Fällen von Sabotage und Schädigung des sowjet- russischen Staates und seines Eigentums mit den allerschärfsten Maßnahmen entgegenzutreten. Ihm sind unbegrenzte Vollmachten erteilt worden. Der Beschluß ist von dem Vorsitzenden des Vollzugslomitees der Sowjetunion, Kalinin, und dem Vorsitzenden des Rates der Vollskommissare der Sowjetunion, W o l o - t o w, unterzeichnet. Die Sabotage und die gegenrevolutionären Bestrebungen sind jetzt so mächtig geworden, daß die ordentlichen Gerichte nicht mehr in der Lage sind, sie ausreichend zu bekämpfen. Wie verlautet, werden sich Regierung und Partei mit Hilfe der OGP11. besonders gegen die Mißwirtschaft in der Versorgung mit Lebensmitteln wenden, unter deren Knappheit jetzt die gesamte Bevölkerung der Sowjetunion zu leiden hat. Schüler sammeln Geld für den Ausbau der Lufiwaffe. Aus Presseberichten aus Rußland, Polen, Italien, Frankreich und den Vereinigten Staaten geht hervor, daß in diesen Staaten Schüler G e l d f am m lu n g en zum Ausbau der Luftwaffe ihres Landes veranstaltet haben. Die gesammelten Beträge werden in der Regel zum Bau eines Flugzeugs verwendet, welches den Rainen der Organisation trägt, die den Betrag zu seinem Bau gestiftet hat. Die Schüler verfolgen selbstverständlich mit besonderem Stolz und Interesse die Flüge „ihre r“ Maschine. Zwischen ihnen und den Führern dieser Maschine entstehen freundschaftliche Bande. Die Schüler sind dadurch gefühlsmäßig mit der neuen Waffe aufs engste verbunden und werden auch in ihrem späteren Leben nachhaltig für die Entwicklung der Luftwaffe eintreten. In Rußland, Polen und Italien betätigt sich die Iugend gleichzeitig in ausgedehntem Maße auch im Luftschutz. Die verantwortlichen Führer verfolgen in diesen Ländern systematisch das Ziel, zunächst die Iugend für den Luftschutzgedanken zu gewinnen und ihn durch sie in die Gesamt- bevölkerung hineintragen zu lassen. Sechs neue Kardinale. Eine Ansprache des Papstes. Rom, 13. März. (XU.) Am Montagvormittag fand das angekündigte geheime Konsistorium statt. Papst Pius XI. hat dabei die sechs neuen Kardinäle ernannt. Es find folgende: Der Erzbischof von Turin, Fos- s a t i, der Erzbischof von Quebeck, V i l l e n e u v e, der Erzbsschof von Florenz, Salla Costa, der Apostolische Delegat in den Vereinigten Staaten. Fumasoni Diondi, der bisherige Run- tius in Bukarest Solei, und der Erzbischof von Wien, Sr. Innitzer. Außerdem hat der ^apst zwei weitere Kardinäle „in pectore“ reserviert d. h. zwei Kirchenfürsten zu Kardinä- len gemacht, ohne diese und die Oefsentlichkeit von ihrer Ernennung in Kenntnis zu sehen. Ihre Ramen dürfte der Papst erst bei einer späteren Gelegenheit bekanntgeben. Wie wir hören, soll es sich um den Runtius in Paris, Maglione, sowie um den am päpstlichen Hof sehr einflußreichen Sekretär im Vatikanischen Staatssekretariat. P i z z a r d o, handeln. Der Papst hielt eine feierliche Ansprache, iq der er die internationale Lage als kritisch bezeichnete. In der alten und neuen Welt klirrten die brudermordenden Waffen. Auch die Weltkrise bereite ihm Schmerz, da sie Millionen von Arbeitern arbeitslos mache und von den Feinden der politischen, sozialen und religiösen Ordnung zu ihren Zwecken ausgenützt werden. In diesem Zusammenhang erwähnte der Papst Rußland, Mexiko und Spanien. Bis vor wenigen Tagen sei seine, des Papstes, Stimme die einzige gewesen, die auf die schwere Bedrohung der christlichen Kultur in allen Ländern hingewiesen habe. Satz die erklärten Gottesfeinde in der Religion und der Kirche die stärksten Pfeiler dessen sähen, was sie bekämpften, beweise ihr immer stärker werdendes gotteslästerisches und ketzerisches Vorgehen. Ferner betlagte der Papst, daß die Taufe de rTochterdesbulgarifchenKönigs- Hauses nicht nach katholischem Ritus erfolgt fei, entgegen den formalen und ausdrücklichen Versprechungen, die von der Hand des Königs niedergefchrieben und unterzeichnet worden seien. Er wisse jedoch die Verantwortung dafür zu unterscheiden. Seshalb wolle er auch nicht den apostolischen Segen einer schon tief betrübten und ihre Unschuld an dem Vorgefallenen beteuernden Mutter verweigern. Sann kam der Papst noch auf das Heilige Iahr zu sprechen und bestimmte die Kardinallegaten für die Oeffnung der 5)L Pforten in Et. Paulus, in St. Iohannes im Lateran, Santa Maria Maggiore. In St. Peter wird der Papst selbst die Hl. Pforte offnen. Sarauf schritt der Papst unter den gewohnten Formeln zur Kreierung der schon genannten Kardinäle. tausch mit rNacdonald fehrbegrühen. eine Zusammenkunft in der nächsten Woche sei möglich. „Daily Telegraph" nennt bereits Stresa am Lago Maggiore als wahrscheinlichen Ort der Begegnung. „Times" widmet der Möglichkeit einen Leitartikel und sagt, je eher die Zusammenkunft stattfindet, d e st o besser sei es. Denn der Augenblick sei kritisch. Mussolini sei für die Rolle eines Ratgebers besonders geeignet, weil er deutlicher als irgendein anderer europäischer Staatsmann von der Jlolrocn- digkeit allmählicher Abänderungen der Friebensoer- träge gesprochen habe und Verständnis für die Empfindungen aller Deutschen gegenüber dem Versailler Vertrag habe. Anknüpsend an diese Bemerkungen fordert „Times" die anderen europäischen Regierungen auf, sich darüber zu entscheiden, welche Forderungen Deutschlands als berechtigt zu betrachten seien und welche nicht, und dann die berechtigten ohne 11 m- stände zu bewilligen und die für unberechtigt gehaltenen abzulehnen. Reue Hoheitszeichen für die Wehrmacht. Wieder Schwarz-Weitz-Rot ohne Gösch. Berlin, 15. März. (WTB. Funkspruch.) Der Herr Reichspräsident hat mit Gegenzeichnung des Herrn Reichskanzlers und des Reichswehrminislers für die Wehrmacht eine Aenderung der Hoheitszeichen verordnet. Rach dieser Verordnung ist die Reichskriegsflagge wie bisher fchwarz- weitz-rot mit dem Eisernen Kreuz in der Mitte u n - ter Wegfall der schwarz-rot-goldenen Ecke. Der Herr Reichspräsident hat ferner verordnet, baß die Wehrmacht an der Dienstmütze im Eichenlaubkranz die Reichskokarde in den Farben schwarz-weih-rot und an der Feldmütze nur die Reichskokarde zu tragen Hal. Am Stahlhelm wird an der Stelle des bisherigen landsmannschaftlichen Abzeichens das gleiche Schild in den Farben schwarz-weih-rot getragen. Der Herr Reichspräsident hat dazu folgenden Erlah an die Wehrmacht gerichtet: Durch meine Verordnungen über die Aenderung der Reichskriegsflagge und über die Wiedereinführung der alten schwarzweihroten Kokarde habe ich der inneren Verbundenheit der deutschen Wehrmacht mit den wiedererstarkten nationalen Kräften des deutschen Volkes auch einen sichtbaren Ausdruck gegeben. Die deutsche Reichswehr hat, trotz aller äuheren Fesseln, durch schwere Rachkriegsjahre dem deutschen Volke den wehrgedanken erhalten. Mögen diese äuheren Zeichen innerer Verbundenheit dem ganzen Volke stets vor Augen führen, dah eine bessere Zukunft nicht ohne den willen zur Verteidigung der Heimat errungen werden kann. 3m Dienste der alten Sol- dalentugenden, getragen vom einheitlichen willen des Volkes soll die Wehrmacht auch künftighin Sinnbild und Stolz der Ration bleiben. Der Reichspräsident: gez. von Hindenburg. Der Reichswehrminister: gez. von Blomberg. Das Programm für die Reichstagssitzung in Potsdam Potsdam, 14. März. (LU.) Das Programm für die Reichstagssitzung in Potsdam a m 21. März sieht vor, dah die Gottesdienste in der Nicolaikirche und in der katholischen Stadtpfarrkirche von 10.30 bis 11.30 Uhr Wie sie ihn bezwang jDriginalroman von J. E>chneiSer»Ioerst1. Urheberrechtsschutz: Verlag D. Meister, Werdau i. S. 23 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Er schlief herzlich schlecht, von Träumen verfolgt, und erwachte erst spät. Hans Jörg stand bereits etzen. Daß ber Gartenbesitzer sich bie Rcfträubcreienv frember Katzen nicht gefallen zu lassen braucht unb bie Räuber fangen bars, ist klar. Drum achte jeder auf Hund unb Katze, wenn er sie lieb hatl öfubienrof Or. Blank in das Kultusministerium berufen. Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, ist Studienrat Dr. B l a n k (Gießen) von dem hessischen Kultusminister und Staatspräsidenten Professor Dr. W e r n e r als Referent in das Hessische Kultusministerium berufen morbenÄStubienrat Dr. Blank hat seinen Dienst im Ministerium heute vormittag bereits angetreten. ** Eine Polizeiwache an ber Klär- a n 1 a g e. Vorn Polizeiamt Gießen wirb uns mitgeteilt: Seit gestern nachmittag ist für bas Stabt« gebiet an ber Kläranlage eine besondere Polizeiwache zum Schutze der dortigen Gegend durch das Polizeiamt eingerichtet worden. Die Wache, die sich auf dem Weimerschen Lagerplatz befindet, ist mit einem Polizeihauptwachtmeister als Führer und acht Hilfspolizeibeamten zur Tag- unb Nachtzeit besetzt. Je vier Beamte versehen abwechselnd zweistündlich ben Dienst unb halten sich in dieser Zeit an den Wohn- barocken unb bei ben Benzintanks auf. I n ben Ruhestanb verseht. Oberbaurat Otto Derth von bet staatlichen Hochbauverwaltung Gießen wurde auf fein Rach» suchen mit Wirkung vom 1. April ab in den Ruhestand verseht. •’ E i n Fünsundachtzigjähriger. Am morgigen Donnerstag kann Herr Kunz im Katholischen Schwesternhaus seinen 85. Geburts- tag feiern. Der Jubilar war 44 «Jahre lang im Bahndienst tätig. Seine Laufbahn begann cr in Bad Ems, nahezu ein Jahrzehnt war er Stationsvorsteher in Abendstem und im Bahnhof Kinzenbach. Zuletzt war er bei der Stationskasse des Bahnhofes Gießen bedienstet. Der Hoch- betagte Mann lebt seit seiner Versetzung in dem Ruhestand im hiesigen Katholischen Schwesternhaus. •• Schwerer Unfall auf der Landstraße. In der Rähe des Dorfes Climbach ereignete sich gestern abend ein schwerer Anfall. Der 24zährige Emanuel Benner aus Elimbach fuhr gegen 21 Ahr mit seinem Fahrrad auf der Landstraße so heftig gegen ein unbeleuchtetes, mit Pferden bespanntes Fuhrwerk, daß ihm die Deichsel in den Leib drang unb ben unglücklichen jungen Mann schwer verletzte. Die Freiwillige SanitLtskolonne vom Roten Kreuz Gießen brachte ben Verunglückten, bem zuvor erste Hilfe burch Dr. Kunz von Allenborf zuteil würbe, nach ber Chirurgischen Klinik. Der bedauernswerte junge Mann wurde noch im Lause des Abends operiert. Dein Befinden ist sehr ernst. •• Der Bund Hessischer ßeibgarbi- sten veranstaltet am kommenden Sonntag, 15 Ahr, im großen Saale des Cafe Leib einen Leib- aardistentag, zu dem bie Kameraben aus allen deutschen Gauen ihre Teilnahme zugesagt haben. Die musllalische Ausgestaltung der Feier ist bem Obermufifmeifter Krautze mit bem Musikkorps bes hiesigen Bataillons übertragen worden. Auherdem wird bie Veranstaltung Ge- sangsbarbietungen unb turnerische Aufführungen bringen, so bah bie Teilnehmer gut unterhalten werben bürsten Der Leibgarbistentag soll allen Kameraben, bie ben Waffenrock bes Hessischen Leibgarberegiments getragen haben, Gelegenheit zu einem kamerabschaftlichen Wieber- Die Zeppelin-Serie von 264 gestochen scharfen Bromsilber-Fotos in Groß-Format enthält: Historische Aufnahmen der ersten Luftschiffe, nie veröffentlichte Kriegs-Bilder, Innen-Auf- nahmen und herrliche Bilder der weltumspannenden Fahrten des »LZ 127« gve ITD Deutschlands weitaus CLUJS beste 3/j Pfg-Ziga rette Tauschzentrale: Bild erstelle Lohse, Dresden-A. 24, Nossener StraBe % 1666v Aur in M Wohl f 1'4 nicht tDi Dauer - f. in der wichtigst Taus tut g und jeder ( flehout fein, braucht und SÄunii Aussen, dch Dar nicht L?-"det Das wird er»- Aadiei ^cnet 3U Ä8e&en - N gefchi £c‘™ Knn, ..Die fchtz, leh Ä!nöcr leben des t ?ur Laturl Tehein glichen. 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J. hielt ein hier fremder Arzi auf einer Äutofahrt bnrd) Gießen auf der rechten Sette bco 6c(tcreroeflo vor dem „.Hotel Prinz (£arl“, Nlchlung Frankfurter Strafte, und zwar hinter einem anderen '2hito, das ebenda schon Ausstellung flcnonnncn hatte. Ihn seine Fahrt In der nnflcgebenen Richtung sorizulcßen, muhte er diese« '2luto überholen. Er berührte hierbei da« dort befindliche Schienenaeleio in demselben Augenblick, ül ein 1 taen bei ti aß« nbahn ble nämlich« Stelle von dem .hiillcpnnrt Selteromeg-Goethestrnße aus In langsamer Fahrt passierte. Eo kam zu einer Karambolage. Der Straßenbahnwagen könnt'' weiter fahren, bn.i Vliito wurde aber be|d)iiblgl Der Arzt durste zwar da« Auto Überholen, doch hatte er, be» nor v** seinen Pingen )» Bewegung segle, versäumt, lich davon zu übrr,)ft ule .Fahrbahn Hintec Ihm frei sei, bzm Ihm imn dort an« kein Hindernis drohe. f)ätfi ci die" ge-t an und vor der Anfahrt sich um ein einzigec> 'JJlul umgesehen, dann mußte er unbedingt ba> stermmahen der Straßenbahn wahr- nehmen und sht; sagen, baß eine .Kollision eintreten könne. So aber überholte er bas Auto, anstatt noch kurze Zeit wegen ber durch ble Straßenbahn drohenden Verengung der Fahrbahn hinter Ihm zu hallen, und veranlaßte aus diese Weise durch Fahrlässigkeit den noch glücklich verlaufenen Zusammcn- slos,. Den Wagenführer, ber vorschriftsmäßige Läute- Zeichen gegeben hatte, traf kein Verschulden. Zubern stehl einer Straßenbahn wegen Ihrer (üebnnbentjelt an den Schienenstrang, ble kein Ausweichen zulaßt, im Verkehr ein höherer Anspruch auf Schuß zu, als anderen Fahrzeugen, wie dies auch die einschlägigen Verkohrvverordnungen zum Ausdruck bringen. 4)a keinerlei Handlung oorlag, welche die Anwendung der gesetzlichen Bestimmungen über fahrlässige (Ye- sahrbnng eine» Ctsenbahntranoportes — auch die elektrischen Straßenbahnen gehören hierher — rechtfertigen konnte, erkannte das (Yericht lediglich auf Grund der Borschristen für den Verkehr und Schuß der elektrischen Straßenbahn bi (Bitften nenn S. 1. 1009 auf eine verhältnismäßig geringe C9 e l 0 • indem es strafmildernd di« A' ■ Angeklagten mit den Gießener Verkehrsverhältnissen zu Betracht zog. Oer freiwillige Arbeitsdienst im Biebertal. Nachdem In der Zeit vom 8. Februar 1932 bis zum 17. Februar 1933 unter Führung de« Jung- deutschen Orden«, D r u d«..r sch ast Di ebertal, ohne Unterbrechung 5 F2lD.-Maß- nahmen mit zusammen 21285 Tagewerken, für die in dieser Zeit 37 680 Mark ausgezahll wurden, durchgeführt worden sind, ist ab 15 März 1933 eine weitere Maßnahme mit 2200 Tagewerken genehmigt. 3tocl weitere Maßnahmen WegeauSbau- ten - und zwar für die Gemeinde 91 ob beim a. d. D mit 3850 Tagewerken, die anbk te für die Gemeinde Krumbach mit 3500 Tagewerken, liegen dem Bezirkskvmmissar für den freiwilligen Arbeitsdienst zur Genehmigung vor. Del den obengenannten, bereits durchgcsuhr- ten 5 Maßnahmen wurden solgende Arbeiten avSgcführt: Dportplahherstellung für die Gemeinde Fellingshausen, begonnen am 8. Februar 1932, beendet am 14. Mai 1932, Straßenbau mit Kanalisation für die Gemeinde R o d h e i in a. d. V., begonnen am 28. April 1932, beendet am 30. Juni 1932, dcsgl. begannen am 1. Juli 1932, beeirdet am 30. Sept. 1932; Hochwassers.eler Ai «b u d:s H Ina-und Dieberbaches, begonnen am 11. Mai 1932, beendet 30. Aug. 1932, Fortsetzung ber Gtraßenausbauten für Aodheim, begannen am 3. Oktober 1932, beendet am 17. Februar 1933. wobei die Werteschaffung mit 64 500 Mark nach den den einzelnen Projekten zugrunde l.egenden Koftcnanschlägcn einzufehen ist, und wobei die Dachausgaben der Gemeinde Fellingshausen nur etwa 500 Mark und für Aodheim nur 6680 Mark betragen. Hier muß ober weite» bemerkt werden, daß auch Mefr. gerinnen Dummen als überhaupt nicht entstanden nn/jUh. Öen. sind, wenn man berücksichtigt, daß die Gemeinden diese Gelder an WohlsahrtLunter- stühungen sparten, für die Gemeindeglieder, die vor dem 31. Juli 1932 im FAD. beschäftigt werden konnten und so nicht in die Wohlfahrts- unterstützung kommen konnten. Möalich wurde die überaus niedrige Gestaltung der Sachausgaben in der Hauptsache dadurch, daß die Mitbürger und Fuhrwerksbesitzer die 'Anfuhr der Gestückstetne größtenteils kostenlos in Fronsahrten besorgten. ES ist zu hofsen, daß dies auch für die noch genehmigten bzw geplanten Maßnahmen ebenso freudig getan wird. Oer Kukmpiker als Kapiialausleiher. DDA. ^Marburg, 14 März. Trotzdem in den Zeitungen so oft vor 5kapitalausleiheschwind- U rn gewarnt wird, sind wiederum etwa 4 0 kleine Landwirte und Handwerker aus der Gegend von Gandersheim, Homberg/Esze und Fritzlar von einem solchen Schwindler erheblich geschädigt worden. Aus Grund von Zeitungsanzeigen, in welchen Kapitalausleihung zu billigSv Zinssätzen angeboten wurde, kamen sie mit dem etwa 30iährigen, auS Wihenhausen gebürtigen Kuhmelker Erich Arnold in Verbindung, der sich jeweils in den Orten, wo er inserierte, aus kurze Zeit als Kapitalausleiher niedergelassen hatte. Arnold gab bei den ihn besuchenden Interessenten an, daß eine in Göttingen wohnende Gräfin oder Daronin ihr seither in der Schweiz befindliches Kapital gegen 5 bis 6 Prozent Zinsen in Deutschland anlcgcn wolle und ihn mit der Vermittlung betraut habe. Er verstand es, durch sein sicheres und gewandtes Auftreten ausgezeichnet, die Kapitalbedürftigen einzuwickeln und ließ sich von ihnen nach Ausstellung eines Antragformulars „Vergütung gen" im Betrage von 10 b i S 50 M k.. je nach Höhe der beantragten Anleihe, im voraus au-zahlen- Die Interessenten haben niemals etwas von Geld, das in spätestens acht Tagen bei einer bestimmten Dank aus Sperrkonto deponiert werden sollte, gesehen und sind natürlich die Dorausvergütung los. Als einer der Geschädigten in einer Kasseler Wirtschaft mit dem Schwindler zusammentraf, konnte dieser unter Zurücklassung von Hut und Aktenmappe entwischen. Er wurde erst nach längerer Zeit bei Berlin verhastet und stand gestern wegen Betrugs in fortgesetzter Handlung vor dem hiesigen Schöffengericht. Da bereits mehrere einschlägige Vorstrafen Vorlagen, lautete das Urteil auf ein Jahr Gefängnis. Tödlicher Verkehrsunfall in Offenbach. WSA. Offenbach, 14. März. In der Aohr- strahe wollte am Montagnachmittag ein sechsjähriger Junge über die Straße laufen. Dabei lief er gegen ein Auto, dessen Führer den Wagen nicht mehr rechtzeitig zum Halten bringen konnte. Das Kind wurde um"eworsen und mit anschei- ne d nur leichteren 03;rl Hunzen .in die elterliche Wohnung gebracht. Dort ist eS kurze Zeit später gestorben. Wettervorauslage. Don Westen her hat sich erneut hoher Druck über Frankreich und Deutschland ausgebreitet. Infolge- dessen bleibt bas Wetter im wesentlichen aufheiternd und trocken. Allerdings kommt durch Randstörungen der im Norden vorüberziehenden Tiefdruckgebiete vorübergehend Bewölkung oder Dunstbilduna auf. Aussichten für Donnerstag: Zeitweise dunstig und bewölkt, sonst aufheiternd und trocken, mild. > lSchluß des redaktionellen leite.) Universität Köln. Das Sommer-Semester 1933 beginnt am 1. Avril. Dorlesungsbeginn: Donnerstag, den 20. April. Nähe' res siehe Anzeige. 1788V Denken Sie an Stoffe, denken Sie Speifezimmer Hellerau bei Dresden 1797 V Werbeschriften kostenlos. Neuer gr. Möbelkatalog RM.1.50. ___I DEUTSCHE WERKSTÄTTEN neue billige Möbel Gelegenheilskauf. I» K. W.-Block 200 ccm komplett, steuer- und führet- fdicinfrci nur 400 km gcl. wen. An sch. ein.Wag. svf.günstig iibAitn. Schr. Ann. 11.1)1627 n. b. (M. A. Mtn Sie offene M? 2chmerzen? Jucken? Sterilen? Brennen'! Dann gebrauchen Sie die tnufeubfarb be- währte Itiiivcrfnihrilfnlbr „Okitinrin". Wirkung überraschend. Preise herab- Ubr gef. Mu crfv.i. d. (steschst des Gieh/Anz. ,.io,s |Sf cllciigesiiche, Abiturient incin Volontärllelle in 'jfmttbauö Schrlstl. 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SONDERGRÜPPE: SPORT UNIj) REISE AUSl AND Nr. 65 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderhessen) INittwoch,l5.Mär;l933 Aus dem Reiche der Krau. Baby am Morgen. Don Elisabeth Lindemann. Vorbedingung zur Erziehung eines gesunden Säuglings ist, daß die Eltern vernünstig genug sind, um das Kind unter allen Umständen zur ungestörten Vachtruhe anzuhalten. Es schadet nichts, wenn ein Kind schreit, es liegt durchaus nicht immer etwas Schlimmes oder gar eine gesundheitliche Störung vor. Wird ein Kind richtig gepflegt, genährt und sauber gehalten, so wird es schon in der zweiten, dritten Rächt, in der man es seinem Schicksal überläßt, ruhig werden. Kinder merken alles. Vimmt man sie nur ein einziges Mal während der Rächt hoch, verlangen sie es gebieterisch auch in Zukunft. 2m allgemeinen wird das Kind von abends 10 Uhr bis morgens 6 Uhr durchschlafen, dann legt man es trocken und gibt ihm zu trinken. 2e nachdem, ob das Kind gestillt wird oder Flafchennahrung erhält, richten sich die Vorbereitungen. 2n beiden Fällen ist größte Sauberkeit Voraussetzung. Bekommt das Kind die Flasche, darf die Mutter niemals mit ihrem Mund kosten oder vielleicht versuchen, ob der Sauger richtig zieht. Wir haben stets Bakterien an uns, und können sie so auf das noch nicht widerstandsfähige Kind übertragen. Die Milch darf stets nur bis zu dem gewünschten Grad im Wasserbad e- hiht werden. Kochen tötet die lebenswichtigen Bestandteile der Nahrung, und man unterstützt dadurch die Entstehung des Rachitis. Wird das Kind gestillt, muß die Brust vorher mit einer desinfizierenden Lösung gewaschen werden. Vach der Wahlzeit wird das Kind wieder hingelegt und muß weiterschlafen. Morgens um 10 Uhr wird es gebadet. Man richtet das Bad aus 35 Grad Celsius und legt vorher ein sauberes Hemdchen und Jäckchen, in leicht angewärmtem Zustand zurecht Vor dem Baden darf Baby ein wenig strampeln, man befreit es dazu von Windel und Wickel und legt es auf den sauber vorbereiteten Wickeltisch. Besonders gern liegt es auf dem Bauch, und man soll dieser Veigung ruhig nachgehen. Man kann das Strampeln auch durch ein wenig Gymnastik unterstützen. Man unterrichtet sich darüber am besten durch die überall käuflichen Schriften über Säuglingsgymnastik. Die flanke Prozedur des Turnens und Badens muß in einem gelüfteten, zugfreien Zimmer vorgenommen werden. Nach dem Waschen wird das Kind gut abge» trocknet, leicht gepudert und frisch gewindelt. Qleuglein und Gesicht werden in lauwarmem Wasser mit einem Extraläppchen gewaschen. Das Baby darf niemals zu fest gewickelt werden. Vielfach verzichtet man sogar auf die Decke, in die man es früher fest einschlug und mit Wickelbändern befestigte und läßt es nur mit der Windel, Hemdchen und Jäckchen befleißet, unter einer leichten, aber warmen Wolldecke im Leineneinschlag ruhen. Natürlich muß man im Gefühl haben, ob das Kind warm genug ist, Kälte würde ihm sehr schaden. Nach der '.Reinigung erhält es seine Morgenmahlzeit, wieder unter Beachtung aller Hygieneregeln. Jede Selbständigkeitsregunq des Kindes soll man unterstützen und ihm nicht zuviel Hilfe erteilen. Vielfach besteht eine gewisse Abneigung dagegen, den Kops des Säuglings fest zuhalten, er baumelt ein wenig hilflos in der Welt herum, aber keine Angst, er ist nicht so zerbrechlich wie es scheint. Die Genick- und Nackenmuskeln stärken sich schnell, und das ind bekommt später eine gute, freie Kopshaltung. Die schöne Wohnung. Don Irma Lohse. Nur in einer schönen Wohnung kann man sich wohl fühlen .. Kein Heim, in dem man sich nicht wohl fühlt, wird — wenigstens auf die Dauer — schön erscheinen. Die „neue Sachlichkeit" in der Architektur und im Hausrat stellt als wichtigstes Prinzip die Forderung auf, das Haus im ganzen, jede Wohnung, jeder Raum und jeder Gegenstand müssen zweckentsprechend gebaut fein. Das bedeutet aber keineswegs, braucht und darf nicht bedeuten, daß künstlerische Gesichtspunkte nicht mehr berücksichtigt werden müssen, daß es auf Schönheit nicht mehr an- Kinder arbeiten im Garten. Don Elly Petersen. Gar nicht früh genug kann man damit anfangen, Kinder spielend im ©arten helfen zu lassen. DaL wird jeder erfahren, der je ein Kind das erste Radieschen ernten sah. Das erste Radieschen eigener Zucht! Wie stolz wird es den Eltern übergeben — geschenkt! Eine Gabe, selbst erzielt, selbst geschaffen. Nicht große Laten später im Leben können diesem ersten Erfolg gleichen. Wie schön ist es auch für die Erwachsenen, daß die Kinder durch diese Arbeit, durch das Erleben des Wachsens die erste wirkliche Beziehung zur Natur bekommen. Eine Beziehung, die später im Leben gar so schwer wieder einzuholen ist. Das Geheimnis der Natur wird sich dem empfänglichen, einfachen aber um so aufnahmefähigeren Kinde unauslöschlich einprägen. Wird bleiben, bis das Kind groß geworden, bis das Kind wieder Kinder hat und sein Erlebnis weitergeben kann. Wieder so ein Samenkorn legen in einen neuen und guten Boden... Wie wenig wissen die Stadtkinder, wissen die Großen, die einst auch so arme Kinder waren, von all dem Werden draußen! — Gemüse wird gegessen. Blumen werden in den Läden, werden in' den Gärten im Vorbeigehen bestaunt. Wie eine Blume aber entsteht — wie eine Mohrrübe, ein Radieschen — das begreifen nur die, die es unter den Augen, unter den Händen haben wachsen sehen. Sie haben die wahre Beziehung zur Natur. Die unverlierbare, die erlebte. Gebt den Kindern ein ©ärtlein. Ein Kinder- gärtlein. Laßt es ein kleines Stückchen Land, ein paar Meter Boden bearbeiten.- Laßt ihnen hiese Arbeit selbstverständlich werden. Sie haben ein Plus im Leben. Eifrig und emsig gießen und spritzen die Kinder. Geschickt und vorsichtig hüten sich die kleinen Füßchen, eine Blume niederzutreten. — Und die Kinder denken auch bei dieser Arbeit mehr, als komme. 3m Gegenteil, gesunde Ueberlegung wird stets zeigen, daß die eine Forderung der an» deren nicht nur majt widerspricht, sondern mit ihr geradezu übereinstimmt. Was ist schön? Schön kann nur fein, waS unseren Sinnen wohl tut, und so individuell unsere Augen, Ohren und Nasen auch beschaffen sein mögen, in den Grundlagen ihrer Arbeitsweise stimmen sie natürlich überein und werden sie von bestimmten Gesehen beherrscht. Bekanntlich tut es unserem Auge wohl, wenn sich Linien in einem bestimmten Verhältnis schneiden oder anstoßende Linien in bestimmtem Verhältnis zueinander stehen. Schon die Künstler des Altertums kannten die Lehre vom „goldenen Schnitt" und verwerteten häufig diese Kenntnis. 3n der Tat empfindet unser Auge es als angenehm, wenn die anstoßenden Seiten eines Rechtecks (z. B. eines Bildes oder eines Möbels) im „goldenen Verhältnis" zu einander stehen, d. h., daß die eine Linie sich zur anderen verhält, wie die andere zur Summe beider. Bestimmte Farbenzusammenstellungen sind unserem Auge sympathisch. Gewisse Farbenkompositionen können geradezu dem Auge weh tun. Aehnliche Gesetze gelten für die Akustik: Disharmonien und Lärm finb immer unschön. Vie wird daher eine Wohnung für schön gelten können, die nicht mindestens in einem Teil ihrer Räume die Möglichkeit gibt, sich dem Lärm zu entziehen und Ruhe zu genießen. Vie wird eine Wohnung schön genannt werden können, in der nicht Stühle, Sofas, Betten bequem genug sind, daß man sich darin von des Tages Arbeit wirklich erholen kann. 3n einer schönen Wohnung müssen Wände, Fußboden, Möbel leicht zu reinigen sein. Diese wähle man daher möglichst glatt und ohne viel Verzierungen. Eine schone Wohnung muß sich leicht und ausgiebig lüften lassen, denn auch Vase und Lunge haben ein Anrecht auf Erfüllung ihrer Wünsche nach Erholung und Beglückung. Besonders wichtig ist es. daß im Speiseraum Auge, Ohr und vor allen D ngen die Vase in keiner Weise belästigt werden, denn das in angenehmer Umgebung und daher in behaglicher Stimmung verzehrte Essen schmeckt doppelt so gut. Eine schöne Wohnung darf auch von der Hausfrau kein Uebcrmaß an Arbeit verlangen, denn abgearbeitet und abgehetzt wird sie für Schönheit kein Empfinden haben. 3st es dir möglich, dich mit ein paar schönen Bildern oder auch nur Drucken und hübschen Vasen zu umgeben, so betrachte eine solche Anschaffung nie als Luxus! Ein Blick auf ein Bild, das man liebt, kann ablenken von Sorgen, wohltun, beglücken. Kannst du dir nichts dergleichen leisten, so tun es auch ein paar Blumen in einer einfachen Schale. Kinderkleidung heute und vor sechzig Zähren. Nach einem Gespräch mit Pros. Or. Leo Längstem, Sireftor des Kaiserin-Auqusta-Dirtoria.Sauses zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit im Deutschen Reiche „Erft in den letzten Jahren haben wir gelernt, in Kindern nicht nur kleine Erwachsene zu sehen. Diese Verschiebung zeigt sich auch deutlich bei einer Betrachtung alter und neuer Kinderkleider. Kinderkleidung vor 60 Jahren: wo war da ein Unterschied zu der allgemein herrschenden Mode? Die Kunst der Schneider mag ja recht erfreulich gewesen sein. Die Kinder aber, die man in diese schonen Sachen steckte, waren nicht gerade zu beneiden. Trug die Dame eine Krinoline, so mußte auch das Dreijährige in ein weites und gesteiftes Röckchen schlüpfen. Schrieb die Mode eine eng- anliegende Halskrause vor, so wurde auch das Kind — ein halber Säugling noch — in solch einen Kragen gesperrt. Heute wissen wir: Körper und Organe, die wachsen und sich gesund entwickeln sollen, dürfen nicht allgemein modischen Gesetzen unterworfen werden. Sondern sie verlangen — auch in der Kleidung — eine besondere und individuelle Aufmerksamkeit und Pflege. Diese Umstellung zeigt sich schon beim Säugling. Stickkissen und Wickelbänder sind — wenigstens in den Städten — völlig verschwunden. Vorbei sind die Zeiten, in denen man Babys so fest verpackte, daß sie sich kaum rühren tonnten. Heute sind Ober- und Unterkörper nur noch locker von Stoff umgeben, die Gliedmaßen haben volle Bewegungsfreiheit. Für die Bekleidung der Ein- bis Zweijährigen läßt sich grundsätzlich sagen, daß sie desto besser sein wird, je freier der Körper sich bewegen und je mehr Luft an ihn heran kann. Vatürlich müssen hier starke Unterschiede — je nach Entwicklung und Widerstandsfähigkeit — gemacht werden. Eine besondere Rolle spielt in dem Babyalter die Unterkleidung. Stets sollte sie aus leicht durchlässigen und bequem waschbaren Stoff fein. Seinen oder Halbleinen ist gut im Sommer, im Winter Wolle. Es ist ein weitverbreiteter Aberglaube, daß gehäkelte Wollsachen zu luftdurchlässig seien, um gut wärmen zu können. Sie halten wundervoll warm und gestatten dabei einen guten Luftdurchgang. Allerdings muß berücksichtigt werden, daß — vor allem nicht ganz gute — Wollstoffe gelegentlich Hautreizungen Hervorrufen. Es empfiehlt sich, bann ein dünnes Hemdchen darunter zu ziehen, ©ummuüge zum Halten von Höschen und Röckchen sind für die Entwicklung der leicht verletzlichen inneren Organe gefährlich. Man lasse Kinder daher stets Leibchen tragen, an die dann Hose ober Rock angeknüpft werden können. Diese Leibchen müssen über der Brust recht weit und über dem Rücken die ©roßen annehmen. Ein Beispiel: Ein kleines erst dreijähriges Mädchen sah zu, wie ein Erwachsener Pflanzen — es war Löwenmaul — pikierte. Und bas Kinb wollte helfen. Da bekam es auch ein Kistchen mit Erbe unb ein kleines Pflanzholz. Aber statt der noch sehr zarten Sämlinge erhielt es ausgezupftes ©ras. Eine Zeillang arbeitete bas Kinb ruhig. Dann hörte es aber ärgerlich auf unb wollte bie „richtigen" Blumen haben! Dasselbe Kind hat tagtäglich zum Umtobten bie alten Blumentöpfe ganz sauber in einem Schafs mit Wasser unb einer Bürste gewaschen unb zum Trocknen hingestellt. Unb babei wohnte bieses Kinb stets in ber Stabt unb war nur über Sommer in einem ©arten. Dieser ©arten schuf ihm unenbliches Vergnügen. Immer aber wollte bas kleine Kind „arbeiten". Es sah so verständig beim Unkrautzupfen zu, daß man spüren konnte, wie dieses Kind bald Wichtiges und sogenanntes Unkraut unterscheiden lernte. — Gibt es etwas schöneres, als Kinder beim Erb- beerpflücken?! Vie wird eine Frucht in den Mund gesteckt werben. Das Körbchen muß voll werden, das ist bie Losung. Unb emsig arbeiten die kleinen Händchen, pflücken Deere um Beere... Winke für dasgroßeAeinemachen Don Edith Loheyde, Meisterin der Hauswirtschaft. Mit den ersten Frühiahrssonnenstrahlen kommen für bie allzu besorgte Hausfrau schwere Wolken gezogen! Recht gesehen sind es nur winzige Staubwölkchen bes gefürchteten Großreinemachens. Wir möchten einige Winke geben unb alle Wolken damit verscheuchen! • Dicht bie ganze Wohnung mit einemmal Umstürzen! Wenn die Raumoerhältnisse es zulassen, wenigstens ein Zimmer freihalten von aller Reine- macherei! Ein stilles Plätzchen für den Haus- eng gearbeitet sein. Sonst wirken sie bei rasch wachsenden Kindern leicht umgekehrt wie Ge- radehalter: sie biegen die Wirbelsäule nach vorne. Auch müssen Hänger unb Unterleibchen stets breite Trager haben. Schmale Träger, die nur am äußeren Ende des Schulterblattes aufliegen, schieben dieses oft allmählich nach innen und vorne unb führen so eine ungünstige Haltung herbei. Recht ungesund sind bie runben ©ummistrumpf- bänber, benn sie stören bie Dlutzirkulation. Werben lange Strümpfe getragen, die nicht aus einer so guten Wolle finb, baß sie von selber halten, so bringe man die Strumpfhalter senkrecht nach unten verlaufend auf der Innenseite ber Schenkel an. Für die Kinder zwischen drei und zehn Jähren gibt es die verschiedensten Formen gesunder Kleidung. Sehr beliebt ist bas Spielhöschen. Hals, Arme unb Deine bleiben frei. Der Körper hat volle Dewegungsfre'cheit und ist nirgendwo von der Lust abgeschlossen. Für Mädchen sind auch bie losen Hängerchen praktisch und hygienisch ejrttoanbfrei. Eie werden jetzt oft mit in ber Taille angelegten unb unter bem Rock sitzenden Höschen gearbeitet; das ist eine saubere unb nette Lösung. Doch muß barauf geachtet werden, daß die Deine dieser Höschen nicht durch einen ©ummizug fest um die Schenkel gehalten werden. Denn das würde die gleichen nachteiligen Folgen haben, die wir bei runben ©ummiftrümpf» bändern feststellen. Für Jungen sind Sweater oder Dluse mit darunter sitzendem oder ange- knüpftem Höschen nett und gesund. Auch für Mädchen lassen sich ähnliche Kombinationen mit Rocken Herstellen. Die Dekleidung ber Füße sollte von ber indivibuellen Entwicklung abhängig gemacht werden. So sind in manchen Fällen etwas höhere 'Absätze besser. Deim Wandern sind hohe Schuhe oft empfehlenswerter als Halbschuhe. Ein unbedeckter Kopf ist für die Kinder meist ausgezeichnet. Rur bei starker Kälte sollte man ihnen Wollmützchen aufsehen. Stets muß Kinderkleidung einfach unb möglichst leicht zu reinigen fein. Vicht nur, weil Kleider kein Gegenstand fein sollen, auf den das Kind beständig achten muß, sondern auch, weil komplizierte Kinoerkleider eine völlig unnötige und also auch ganz unökonomische Belastung der Hausfrau bilden. Kinderfachen können nicht oft genug gewaschen unb gelüftet werden. Sorgfältigste B^andlung ist ara Platze, denn durch bie Wäscherei verdorbene — besonders aber auch verfilzte — Unterwäsche ist keineswegs gesundheitsfördernd. Herrn, ein fröhliches Gesicht, wenn er nach Hause kommt! Vach einem sesten Arbeitsplan arbeiten, für das Mittagessen Vorsorgen! Oben angefangen! Gardinen herunter, alle Dinge im Zimmer, wie Teppiche, Decken, Polstermöbel, Kissen, Vasen usw., die einstauben, heraus! Die Bilder ab! Dann die Wände von oben heruntersaugen oder mit einem Besen, den man mit einem Tuch umwickelt, allen Staub herunterfegen. Beim Fensterputzen darauf bedacht sein, daß die Leiter gesichert ist. Die Rahmen abwaschen, klar nachwischen. Beim Putzen ber Fenster keine Soba verwenben. Um Tücher zu sparen, zunächst mit Zeitungspapier nachreiben, das zugleich eine stark reinigende Wirkung hat. Teppiche nach bem Klopfen bzw. Saugen mit einer Essiglösung, auf Liter Wasser 1 Eßlöffel Essig, abbürften, um bie Farben aufzufrischen. Auch Großmutters Sauerkraut bewährt sich oft, obwohl Teppichfachleute zuweilen bie Behandlung mit Essigwasser vorziehen. Teppiche, bie mit einem der üblichen Sauger behandelt werben, bie nicht zugleich Hopfen, müssen unbebingt geklopft werden. Dorraisschränke nach der Reinigung mit einer schwachen Lösung von übermangansaurem Kali und Wasser auswaschen. Dei der Reinigung ber Schränke im Schlafzimmer an das Einmotten denken! Konnten bie coachen den ganzen Sommer hindurch geklopft, gesaugt und gesonnt werden, so würde sich ein Einmotten erübrigen. Da es jedoch selten möglich sein wird, so müssen die Wintersachen zweckmäßig eingemottet werden. Zunächst auf Flecke nach» sehen unb diese entfernen, bann Hopfen unb bürsten, auch bie Taschen lücht vergessen! Dunlle, angeschmutzte Stellen werMn von Motten zur Eiablage bevorzugt. Die Sachen in mottensichere Kisten packen, d. h. in solche, bie vor Luftzug geschützt finb! Mottensichere Wittel bazwischenlegen bzw. streuen! Gardinen ausstauben, bann in immer zu er» Ein Punkt, der häufig beim Ankleiden der Kinder nicht genügend beachtet wird, ist bie Witterung. Würben bie Mütter genauer achtgeben, ob es wohl regnen wird, oder ob die Sonne scheint — sie würden ihren Kindern manche Krankheit ersparen können. Vicht empfehlenswert zum Schuh gegen Regen sind Kleidungsstücke aus Gummi ober Kaullchuk. da sie kaum Lust burch- laTfen. Man nehme lieber „imprägnierte“ Stoffe, ©egen zu starke Sonne bieten weiße ober hellgelbe Kleiber ben besten Schutz. Auch der Kopf sollte bann durch ein Helles, locker sitzenden Strohgeflecht geschützt werden. Wärmende Äki« düng muß stets über den ganzen Körper verteilt sein. Oben ein dicker Pelzmantel unb dazu bloße Knie, das ist ein mobischer Unfug, ber schon manchem Kinde böse gesundheitliche Schädigungen eingebracht hat. Eine natürliche, das heißt ben Debingungen des Wachstums und Luftwechsels angepaßte Kleidung ist nicht nur die gesündeste, — bei geschickter Machart ist sie auch die kindlichste unb schönste. P. E. Erprobte Rezepte. Lieberbackenes Gulasch. @ut abgehangenes ©ulaschfleisch wird geklopft, in Stücke geschnitten unb mit Pfeffer unb Salz gewürzt. Man legt bie Stücke in bie Backform unb gießt zu V, bis 3/t Pfunb Fleisch V« Liter frische Milch, Die mit einem Ei verrührt wurde. Dies wird in ben sehr heißen Bratofen geschoben, unb nach knapp einer Stunde hat man ein zartes, weiches, mit einer gelbbraunen Kruste versehenes Fleischgericht. Linsen auf Mecklenburgische Wan weicht bie Linsen einige Stunben ein und kocht sie bann mit kleingeschnittenen Pvreestangen und einer halben geraspelten Sellerieknolle mit Maggibrühe weich. Einen Löffel Wehl läßt man in einem Löffel Fett unter Zutat von geriebener Zwiebel hellbraun anbünften unb schüttet die Linsen dazu. Es muß ein „Löffelgemüse" fein, das trotzdem, mit ber ©abel gegessen wirb. Man gibt Bratwürstchen ober Halberstädter Würstchen, auch Scheiben von gebratenem Speck dazu unb stellt bereits in ber Küche abgeschälte Pellkartoffeln neben die ©c- müseschüssel. • Einfaches Fischgericht. (Für 4 Personen.) Zutaten: 1 Kilogramm Seefisch, 3 Zwiebeln, 50 ©ramm Margarine, 1 Kilogramm Kartoffeln, V3 Liter Fleischbrühe aus 2 Maggis Fleischbrühwürfeln, etwas Essig, Gewürz, Bindemittel. Zubereitung: Der Fisch wird sauber vorbereitet, in Portionsstücke geschnitten, die man mit ben geschälten, seingeschnittenen Zwiebeln und den geschälten, in Scheiben geschnittenen rohen Kartoffeln mischt. Wau brät alles kurz in bet heißen Margarine an, gibt bie Fleischbrühe darüber und läßt das Fischgericht ganz langsam gar werden; es muß mehr ziehen als kochen. Hat es zuviel Flüssigkeit, wird diese mit etwas kalt angerührtem Kartoffelmehl gebunden unb das fertige Gericht zuletzt mit etwas Essig unb Gewürz abgeschmeckt. Gefüllter Kohlkopf: Einen festen Kohlkopf bwanchieren (bas heißt kurz kochen). Aus- einanberbiegen, das Innere herausnehmen, fein hacken und mit Zwiebel, Fett, Stückchen Zucker, und Salz sowie Pfeffer braun rosten. Das Gehackte dann mit 50 Gramm halbweich gekochtem Reis, einem Ei, 100 Gramm gehackten Champignons (eventuell Pökelfleifch) vermischen, in den ausgehöhlten Kohlkopf füllen, in eine 'Serviette locker binden und eine Stunde im Wasserbad kochen. • Käseschnitten. (Besonders zu Spinat und Salat.) 5 bis 6 weiße Brötchen werden in fingerdicke Scheiben geschnitten, kurz durch Milch gezogen und sofort wieder leicht ausgebrückt. 125 ©ramm geriebener Käse, 2 Eier, 2 Löffel Milch, 2 Löffel Mehl unb Salz werden zusammengerührt. Mit dieser Masse werden die Weißbrotscheiben auf einer Seite bestrichen, bann werden sie in gutem Butterschmalz zuerst auf der bestrichenen Seite und bann erst auf ber unbestrichenen goldgelb herausgebacken. neuernbem Wasser den Staub nach Möglichkeit herausspülen. Vach bem Auskochen spülen, zuerst heiß, bann kalt, bis sie ganz frei von aller Seife finb. Es ist von großer Wichtigkeit, Da sich bei ungenügendem Spülen in dem kalkreichen Wasser die Seifenreste mit bem Kalk zu Kalkseife verbinben und mit der Zeit zur Zerstörung des Gewebes führen würden. Lim beim Klopfen der Polstermöbel bas Auf» wirbeln von Staub zu verhüten, ein feuchtes Laken barüberlegen! Mngeftricßene Holzmöbcl entlang ber Maserung scheuern, ebenso bie Holzgeräte in der Küche. Küchenmöbel, lackiert, lasiert ober gestrichen — nicht abseifen, sondern mit Kleielösung abwaschen. Har nachwaschen, abtrocknen unb nachpolieren. Parkettfußböden zunächst von Flecken befreien! Gründliche Reinigung mit Spänen, dann leicht einwachsen und träftig nachpolieren! Wenn bas Entfernen ber Flecke indessen immer regelmäßig geschieht, wenn regelmäßig aufgerieben wird, so ist der Fußboden immer gut erhalten. Linoleum bei gründlicher Reinigung mit lauwarmem Wasser unb einer neutralen Seife abwaschen, sofort, nicht zu naß, klar nachwischen und zum Schluß, wenn der Fußboden ganz trocken ist, dünn einwachsen und gut nachpolieren. Je schwerer bet Bohner» besen ist, desto weniger eigene Kraft ist beim Auf reiben nötig. Vasen unb Karaffen werben von ihrem Satz mit rohen Kartoffelstücken und Schalen befreit Diiberrahmen nicht naß behandeln! Goldene Samen mit Zwiebeln abreiben, dunkle nur polieren ^w. leicht einwachsen! Porzellansachen aul der Vitrine mit einem in Terpentin getauchten Flanellappen polieren. Verzierungen an Meißner Porzellan ober dergleichen mit einer kleinen Bürste (alte Zahnbürste) reinigen! Wenn bie Arbeit des FtühjahrshauspuheS übertounben ist, wenn blütenweiße ©arbinen von Hausfrauenarbeit erzählen, dann mag die Hausfrau den Frühling genießen! Hier wird der Reichstag endgültig tagen. Die Hauptfront der Krolloper, in der auf Beschluß der Reichsregierung der neue Reichstag sein. Sitzungen abhalten wird. ä MM ■ÄKS S "........ ■ - *' . . j MDW MS W - < ■- ..... Der Jnnenraum der Krolloper. Obecheffen. Landkreis Gietzcn r. Grohen-Linden, 14. März Am Samstag hielt die hiesige Freiwillige Feuerwehr bei dem Chrenkommandanten Phil. Schaum ihre Generalversammlung ab. Nachdem die Rechnung geprüft und dem Rechner Entlastung erteilt worden war. wurde der gesamte Vorstand wiedergewählt. Ebenso behielten sämtliche Obleute ihre Aemter. Die Wiederwahl pes seitherigen Zeugwartes Wilhelm Schmidt. Obergasse, erfolgte einstimmig. Ferner wurde beschlossen, daß in diesem Jahre vier Übungen stattfinden sollen. 3. A l l e n d o r f (Lahn), 14. März. Am Sonntag ift_ der Storch wieder angekommen. Lieber die Rückkehr des Vogels ist man allgemein erfreut. z Rödgen, 14. März. Im L e s e o e r e i n hielt Pfarrer Bönning seinen zweiten Vortrag über die Ortsgeschichte von Rödgen. Er begann mit dem Zeitalter der Reformation und berichtete dann über die Drangsale und Rot des 30jährigen Krieges. 1635 starben hier 80 Menschen an der Pest. Balser, Keßler, Belwf und andere Namen treten auf, Familiennamen, wie sie heute noch im Orte vorkommen. 1637 war eine Teuerung gewesen. Brennnesseln wurden gegessen, und Tote fand man mit Brennesseln im Munde hinter Hecken. Anschließend kam der Redner noch auf die Geschichte des Pfarrhauses, der Kirche und der Schule zu sprechen. Den Zuhörern wurde klar, daß auch ihre Vorfahren oft durch schwere Zeiten mußten, und daß sie dennoch nicht verzagten. Lehrer Leisenheimer dankte dem Redner für seinen interessanten Vortrag und gab bekannt, daß voraussichtlich am 25. März Eisenbahnbetriebsassistent Rocker über das Thema sprechen wird: „Was der Reisende von der Eisenbahn nicht sieht!" s. Deuern, 13. März. Eine unserer ältesten Einwohnerinnen, die Witwe Katharine Henh, feierte dieser Tage ihren 8 5. Geburtstag. Die Greisin erfreut sich noch guter Gesundheit. Linser ältester Einwohner überhaupt ist zur Zeit der Sparkassenrechner Kaspar Walther, der im 90. Lebensjahr steht und kürzlich das Fest der goldenen Hochzeit begehen konnte. * Queckborn. 14. März. Am Sonntag hielt Lehrer Weis Haupt in Görnerts Saal einen Vortrag mit Lichtbildern. Der Redner hatte an einer Reise nach den französischen Schlachtfeldern teilgenommen und erzählte in lebendiger Weise von seinen Eindrücken. An Hand zahlreicher, zum Teil selbst aufgenommener Photographien (darunter viele von den deutschen Kriegergräbern) gewann man ein anschauliches Bild der Schlachtfelder und der deutschen Heldengräber. Eine Tellersammlung zum Besten des Dolksbundes für Kriegsgräberfürsorge ergab 9,50 Mk. • Lich. 15. März. 3n der letzten Rächt gegen 1 Llhr wurden hier zwei Hakenkreuzfahnen das Opfer eines Anschlages. Eine Fahne wurde heruntergerissen und verbrannt, eine andere Fahne wurde h e r abgerissen, blieb aber sonst unversehrt. Von der hiesigen SA., die sich sofort auf die Suche nach den Tätern machte, wurde beim Gießener Polizeiamt das Rotrufkommando angefordert, daÄ bald daraus an Ort und Stelle war. Ein junger Mann von hier wurde unter der Anschuldigung der Täterschaft von der Gendarmerie verhaftet und dem Amtsgerichtsgefängnis zugeführt. Die weiteren Ermittelungen durch die Gendarmerie sind im Gange. k. Hungen, 14. März. Anläßlich der Ernennung des seitherigen Landtagspräsidenten Prof. Dr. Werner zum hessischen Staatspräsidenten veranstaltete die Ortsgruppe Hungen der NSDAP., unter Vorantritt eines Spielmannszuges, mit dem hiesigen Sturm 15 der Standarte 116 gestern abend einen Fackelzug. Von einer dichten Menge umsäumt, marschierten die SA.-Formationen nach dem alten Marktplatz. Hier wies Ortsgruppenleiter Kirchhöfer in einer Ansprache auf die Bedeutung dieses Tages hin und schloß mit dem Wunsche, daß es dem neuen Staatspräsidenten vergönnt fein möge, das Hessenland einer besseren Zukunft entgegenzuführen. Mit dem Deutschlandlied fand die eindrucksvolle ftunbgebung ihr Ende. — Zum Gedenken berieten des Weltkrieges fand nach einem gemeinsamen Kirchgang der hiesigen Ortsgruppe der NSDAP., einschließlich der SA., der Frauenschaft, sowie des Bundes deutscher Mädchen und der Hitlerjugend, am vorigen Sonn- tag am Kriegerdenkmal eine schlichte Gedenkfeier statt. Ortsgruppenvorfitzender Kirchhöfer gedachte mit ehrenden Worten der im Weltkriege gefallenen Kameraden, sowie der toten SA.- und SS.- Kameraden, und legte zu deren Gedenken im Namen der Ortsgruppe einen Kranz am Denkmal nieder. Anschließend widmete Pfarrer B o ck in einer eindrucksvollen Rede den Toten ein ehrendes Gedenken. Mit dem Liede vom guten Kameraden fand die feierliche Ehrung ihren Ausklang. s. LItphe, 13. März. Heute wurde eine unserer ältesten Einwohnerinnen, die Witwe Sophie Dornmann, im Alter von 85 Jahren zu Grabe getragen. Sie hätte in Kürze, am 21. März, ihr 86. Lebensjahr vollenden können. Kreis Hrievbcrg. pb Butzbach, 13. März. Unter dem Vorsitz des Aufsichtsratsmitglieds Wilhelm Brücke l l., Pohl-Göns, fand gestern nachmittag im „Hessischen Hof" die Hauptversammlung der Der - einsbank fürBuhbach und Umgegend statt Dem Geschäftsbericht des Vorstandes über das Jahr 1932 ist zu entnehmen, daß der Umsatz infolge der Wirtschaftskrise zahlenmäßig zurückgegangen ist. derselbe betrug insgesamt 33,5 Millionen Mark. Der Reingewinn beträgt 11 097,73 Mk., er ist, bedingt durch die Zinssenkung und die Erhöhung der Steuern von 5000 auf 8670 Mk. ebenfalls gegen das Vorjahr gesunken. Die Mitgliederzahl betrug am 31. Dezember 1931 529, der Zugang belief sich auf 36, der Abgang auf 29, so daß am Schluß des Geschäftsjahres 1932 536 Mitglieder eingetragen waren. Die Umsatzbilanz schließt ab mit 16 749 413,87 Mk., die Vermögensbilanz mit 1 427 285,51 Mk., die Gewinn- und Verlustrechnung mit 53 494,61 Mk. Die Verteilung des Reingewinns wurde wie folgt genehmigt: 7428,35 Mark als 5prozentige Dividende, 1000 Mk. für den Reservefonds, 1000 Wk. für die Detriebs- rücklage und 1669,38 Mk. als Vortrag auf neue Rechnung. Die ausscheid-mden Aufsichtsräte Wilhelm Brücke! L, Landwirt, Pohlgöns, Konrad Phil. Diehl, Bürgermeister, Hoch-Weisel, Rob. Schneider, Landwirt, Kirch-Göns, und Herm. Steinhäuser, Wehgermeister, Butzbach, wurden einstimmig wiedergewählt. Kirche und Schule. Landkreis Gießen. O Grünberg. 14. März. Gestern fand hier eine Konferenz der evangelischen Geistlichen des Dekanats Grünberg statt. Pfarrer G u ß m a n n. Ober-Ohmen, hielt die Gröffnungsandacht. Sodann begrüßte Dekan Schmidt die Erschienenen, besonders Professor Keller aus Friedberg, der einen Vortrag über das Wesen der Aufbauschule in Friedberg hielt. preuheu. Kreis Wetzlar. O Groß-Rechtenbach, 14.Marz. Das Landesarbeitsamt in Frankfurt hat die Anerkennung für die zweite Maßnahme im freiwilligen Arbeitsdienst (Entwässerung von Ackerland und Wiesen durch Dränung, Rodungs- und Planierungsarbeiten) unserer Gemeinde anerkannt. Die Zahl der erforderlichen Tagewerke beträgt 3000, die Förde- rungsfumme 5250 Mark. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf 9200 Mark. Mit den Arbeiten soll sofort begonnen werden. O Lützellinden, 14. März. Am Samstag fanden hier zuEhrender Toten des Weltkrieges zwei Veranftattungen statt. Die Gemeinde versammelte sich zunächst am Kriegerdenkmal. Die Musikkapelle des Gießener Reichswehr-Bataillons unter Leitung von Dbermufitmeifter Krauße spielte den Choral „Wir treten zum Beten!" Der Ortsgeistliche Pfarrer Koch hielt die Gedächtnisrede. Gemeindevorsteher S t o r s ch legte für die Gemeinde einen Kranz nieder. Der Kriegeroerein, der Turnverein und der Gesangverein ließen durch ihre Vorsitzenden ebenfalls Kränze niederlegen. Mit de n Lied vom guten Kameraden und dem Gebet des Geistlichen fand die Feier ihren Abschluß. Im Anschluß daran fand im Franzschen Saale ein Militärkonzert statt. 1b G. A -Sport. Oaö Jtoöfporfprogromm 1933. Am Sonntag sand in Gießen im Hotel-Restaurant „Bayerischer Hof", der diesjährige Fahr- Wartetag des Gaues Lahn im Bund Deutscher Radfahrer unter dem Vorsitz des Herrn Gau- ehrenstratzenfahrwart Marr (Gießen) statt. Derselbe begrüßte die zahlreich erschienenen Fahr- Warte und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich in diesem Jahre der Sportbetrieb auch in unserem Gau wieder etwas heben wird. Sodann wurde das folgende Programm für die kommende Sportsaison ausgestellt: 23. 4.33. 50-Kilometer-Gaurennen und Gausaalmeisterschaften in Wehlar-Riedergirmes. 7.5.33. I. Gauwgnderfahrt nach Braunfels. 14.5.33. 100-Kilometer-Gaurennen in Gießen. 18.6.33. 150-Kilometer-Gaurennen in Gießen. 1.7.33. II. Gauwanderfahrt (Nachtfahrt) nach Gießen (Karlsruhe). 30.7.33. 2er Mannschaftsfahren in Gießen. 20.8.33. Wanderfahrt der Kraftfahrer nach Wiesbaden. 10.9.33. III. Gauwanderfahrt nach Laubacher Wald. Die Veranstaltungen für die Jugendmitglieder sollen erst auf dem Gautag, der am 2. April in Gießen stattfindet, festgesetzt werden. Nachdem der Gausaalsahrwart Göbel (Wetzlar-Niedergirmes) die Ausschreibungen für die Gausaal- meisterschaften bekannt gegeben hatte und noch einige kleine Anfragen erledigt worden waren, schloß der Vorsitzende die Sitzung. danöbo« im Gau Hessen (O T.) Lützellinden I — Lang-Göns 1 9:4 (5:1). Zu einem Freundschaftsspiel trafen sich beide Mannschaften. Die Gäste zeigten großen Eifer und ließen sich keineswegs durch die Lleberlegen- heit des Gastgebers entmutigen. Sie Pahren sich vielmehr der schnelleren Spielweise des Gastgebers an und konnten deshalb in der zweiten Halbzeit noch drei Tore erzielen. Vorher spielten Lützellinden II gegen Lang-Gons II mit dem Ergebnis 6:2 (3:0). Handball im Labn - Dünsbera - Gau. hausen komb. — Watzenborn I 12:3 (7:0). Zu einem Gesellschaftsspiel trafen sich beide Mannschaften am Sonntag in Hausen. Watzenborn beitritt in diesem Tressen das erste Spiel und trat mit nur 8 Spielern an. Es fehlt de«. Mannschaft noch an der nötigen Erfahrung. Die Plahbesitzer waren stets überlegen und gewannen nach Belieben. Wirtschaft. Berlin uneinheitlich. Berlin, 15. März. (WTD. Funkspruch.) 2m Gegensatz zu den zuversichtlichen Erwartungen des Dorbörsenverkehrs machte sich bei heutigem Dör- senbeginn eine gewisse Llnsicherheit bemerfbar, die sich dann im Dörsenverlauf zu einer allgemeinen Abschwächung entwickelte. Daß das Geschäft kleiner war als in den letzten Tagen, kam nicht so überraschend wie die unregelmäßige Kursentwicklung. Man wußte zwar, daß das Publikum weiter tauschen will, beispielsweise aus den Tarifwerten herausgeht und am Mon- tanmarkt ansteigt, war aber doch enttäuscht, als die Verkaufsorders überwogen. Besonders am Farbenmarkt bildete die Grenze von 125 Proz. ein schwieriges Hindernis, da auf dieser Basis größere Derkauflimite Vorlagen. Bei den Tarifwerten und den übrigen Favoriten der letzten Tage wie Maschinenaktien und BMW. gingen die Verluste bis zu 2,63 Prozent. Aschaffenburg Zellstoff büßten auf neue Zusammenlegungsbefürchtungen nach anfänglicher Minus-Minus-Notiz 3 Proz. ein und Reichsbankanteile gaben wieder um 2 Proz. nach. Demgegenüber sind nur weniger Werte mit Kursgewinnen bis zu 2 Proz. zu nennen, wobei sich das Interesse auf Montanpapiere, Salzdetfurth, HEW., Chemische Heiden und Stöhr beschränkte. Bei letzteren konnten die kürzlich konvertierten Aktien bis auf 103 Prozent anziehen. Die weiter zunehmende Beruhigung in LISA, und die Festigkeit des Dollars hatten arw hiesigen Anlagemarkt ein zunehmendes Interesse der Kundschaft zur Folge. Besonders Deutsche Anleihen waren gebessert, auch Jndustrieobligationen erfuhren überwiegend Befestigungen, während Reichsschuldbuchforderungen und Goldpfandbriefe unverändert genannt wurden. Nach den ersten Kursen wurde die Tendenz einheitlich schwächer. Der Außenhandel für Februar brachte eine weitere Schrumpfung des Exportvolumens, allerdings hat sich der Ausfuhrüberschuß dem Januar gegenüber um 4 Millionen gebessert. Ausgehend vom Montanmarkt wurde es dann gegen 12.45 Llhr wieder fester, die Anfangskurse wurden größtenteils wieder erreicht, teilweise sogar noch bis zu 1 Prozent überschritten. Am Geldmarkt blieben die Sähe trotz des heutigen Medios unverändert. In Privatdiskonten hielten sich Angebot und Nachfrage etwa die Waage. Frankfurter Börse freundlich. Frankfurt, 15. März. (WTB. Drahtnzssl- dung.) Infolge des nur spärlichen Ordereingangs herrschte zu Beginn der heutigen Börse bemerkenswerte Geschästsstille. Die Kulisse neigte auf Grund der letzten innen- und außenpolitischen Vorgänge eher zu Realisationen, doch erwies sich das Kursniveau als ziemlich widerstandsfähig. Die ersten Notierungen zeigten eine uneinheitliche Gestaltung, wobei die Veränderungen nach beiden Seiten etwa 0,5 bis 1 Prozent betrugen. Später war die Stimmung fester, zumal auf einigen Marktgebieten kleine Kauforders eintrafen. Durchweg fester eröffneten Montanwerte mit plus 0,5 bis 1 Prozent. Harpener gewannen 1,75 Prozent, von Kupfer- werten konnten sich Otavi-Minen um 1,50 Mk. befestigen. Am Aktienmarkt erhielt sich Nachfrage für Salzdetfurth, die 4,50 Prozent anzogen. Am Elektromarkt lagen Bekula erneut unter Druck und 2 Prozent schwächer, während die übrigen Werte dieses Marktes gut behauptet waren. Von Chemiewerten setzten JG.-Farben unverändert, Deutsche Erdöl 0,91 Prozent, und Metallgesellschaft, 0,50 Prozent höher ein, wogegen Scheideanstalt 1 Prozent nachgaben. Schiffahrtsaktien verloren bis zu 0,39 Prozent, AG. für Verkehrswesen 1,25 Prozent. Durch schwache Haltung fielen wieder Reichsbank auf, die zunächst etwa 3,25 Prozent einbühten und bann weitere 1 Prozent nachgaben, um aber später 2 Prozent ihres Verlustes wieder aufzuholen. Im übrigen eröffneten u. a. Deutsche Linoleum 1,50 Prozent. Daimler 0,75 Prozent niedriger, dagegen konnten sich Contigummi 1,50 Prozent und Aku 1 Prozent erhöhen. Deutsche Anleihen eröffneten meist unverändert, Schutzgebiete waren lebhafter. Neubesitz bröckelten aber später etwa 0,13 Prozent ab. Stahlvereinbonds gewannen 0,50 Prozent, Reichsbahnvorzugsaktien 0,25 Prozent. Am Pfandbriesmarkt waren Goldpfandbriefe gesucht und bei etwas größerem Geschäft etwa 0,5 bis 0,75 Prozent fester. Im Verlaufe war die Grundstimmung ausgesprochen freundlich. Das Interesse wandte sich mehr einigen Rentenwerten zu, insbesondere Neubesitz zogen bü lebhaftem Llmsatz etwa 30 Pf. an. Tagesgeld war zum Medioi etwas gefragt und erhöhte sich auf 4 Prozent. le kann Lachen,, denn, Jie kauft richtig ö/z. PFEILRING S&wtin-SEIFE Ä? Die grüne Packung mit dem Pfeilring - verbürgt stets gleiche Quahtätl ' Der nebenstehende Pfeil veranschaulicht die Ausgaben eines normalen Haushalts. Der geringe Betrag, den der Pfeil zqjat, entfällt auf Körperpflege und ein kleiner Teil hiervorrauf Seife. Sie sollten dafür aber nur eine gepackte Markenseife kaufen, die Ihnen eine Gewähr für stets gleichbleibende gute Beschaffenheit bietet und Ihre Haut schont und pflegt. Pfeilring-Lanolin- Seife enthält neben edelsten Pflanzenölen hautaufbauendes, cholesterinhaltiges Pfeilring-Lanolin. Ein Stück Pfeilring-Lanolin-Seife reicht einen Monat lang. ’e»