Kr. 295 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Donnerstag, (4-Dezember (935 Aus der Provinzialhauptstadt. Kindes-Opfer zu Weihnachten. Es sind schon viele Bücher über Erziehung geschrieben worden, aber die besten Erzieher sind oft diejenigen, die nicht eine Zeile davon gelesen baden. Anfeuerndes Beispiel und erschütternde Erlebnisse wirken mehr als lange Reden. Das gebrannte Kind scheut das Feuer mehr, als das belehrte. Das Kind lernt spielend, und es kommt nur darauf an, daß es das Richtige lernt. Ich kannte einmal einen armen Maler, der es niemals unterließ, eine Scheibe Brot als wichtigsten Schmuck an den Werh- nachtsbaum zu hängen. Das haben sich seine Kinder gemerkt, und sie haben daraus gelernt, das kleinste Stückchen Brot hoch zu halten. Nationalsozialismus bedeutet: Opfern können! Auch dazu kann das Kind am leichtesten durch das Beispiel erzogen werden. Niemals ist die Kinderseele so weich und aufgeschlossen, wie zur Weihnachtszeit. Die Weihnachtserlebnisse der Kindheit haften unauslöschlich in der Erinnerung. Man opfert am leichtesten für das, was man liebt. Aber man liebt auch das, wofür man Opfer gebracht hat. Eine kluge Mutter pflegt an jedem Heiligenabend ihren Kindern etwa folgende Rede zu halten: „Das Christkind ist in diesem Jahre sehr arm. Aber es hat es mit euch besonders gut gemeint und euch viele schöne Sachen mitgebracht. Es gibt aber andere Kinder, die genau so brav sind wie ihr, und zu denen es nicht kommen konnte. Wollt ihr ihnen nicht etwas von euren Sachen abgeben? Bei dieser Gelegenheit konnte man die merkwürdigsten Beobachtungen machen. Die kleine Else, die jetzt schon eine große, schöne Frau ist und selber Kinder hat, ging stets mit gesundem Menschenverstand an diese Aufgabe heran. Sie erkundigte sich danach, was die armen Kinder wohl am besten gebrauchen könnten, und entschloß sich dann meistens dazu, den Inhalt ihres „Bunten Tellers" zu stiften, denn die Hauptsache ist, daß man erst einmal etwas zu essen hat. Einmal verschenkte sie auch eine Puppe, weil sie schon mehrere hatte, die „noch ganz gut waren". Ihr Bruder Kurt dagegen erklärte sich bereit, die Hälfte seiner neuen Bleisoldaten zur Verfügung zu stellen. Der gutherzige kleine Erwin war über die Not der armen Kinder so gerührt, daß er einmal sein schönstes Geschenk, einen Steinbaukasten, den er sich schon lange gewünscht hatte, opfern wollte. Weniger gebefreudig zeigte sich dagegen Heini. Er überlegte immer sehr lange und kam zu keinem rechten Entschluß. Dieser Junge hat seinen Eltern viel Sorgen gemacht; erst nachdem er als junger Mann einmal eine Zeit lang schwer krank war, änderte er sich etwas. Das diesjährige Weihnachtsfest bietet eine willkommene Gelegenheit, ähnliche Versuche auch in anderen Familie zu machen. Manche Eltern werden ihre Kinder dabei von einer ganz neuen Seite kennenlernen, die Kinder aber werden die Erfahrung machen, welche tiefe Befriedigung darin liegt, ein freiwilliges Opfer zu bringen. Kaust Wohlfahrtsbriefmarken! Die Wohlfahrtsbriefmarken, die in diesem Winter als Teilaktion des großen Winterhilfswerks vertrieben werden, find durch die NS.-Volks- Wohlfahrt und die übrigen amtlich anerkannten Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege zu haben. In Anknüpfung an das Richard-Wagner- Gedächtnisjahr find als Markenbilder Motive aus den Mujikdramen dieses deutschen Meisters verwandt. Neun verschiedene Werte von 3 Pf. bis 40 Pf. gelangen zur Ausgabe. Szenen aus „Tannhäuser", „Fliegender Holländer", „Rheingold", „Meistersinger", „Walküre", „Siegfried", „Tristan und Isolde", „Lohengrin" und „Parsifal" nach Entwürfen von Professor Alois Kolb schmücken die Marken. Die Wahlfahrtsaufschläge betragen — besonders bei den kleineren gangbaren Werten — nur wenige Pfennige, die jeder aufbringen kann. Neben den Marken erscheint auch eine Wagner- Postkarte mit eingedruckter 6-Pf.-Marke (Verkaufspreis 10 Pf.), die das Porträt Wagners im Markenbild trägt und eine Ansicht des Bayreuther Festspielhauses zeigt. Die Benutzung dieser besonders gut gelungenen Karte bedeutet kaum ein Opfer, denn es gibt schwerlich für 10 Pf. eine schönere Ansichtspostkarte. Die postalische Gültigkeit der Marken läuft bis 30. Juni 1934. Durch die glückliche Wahl der Motive aus dem wertvollsten deutschen Sagengut, ebenso wie durch die hochwertige Ausführung in Stahlstich, werden die Marken viel Beifall finden und eine wirksame Waffe gegen Hunger und Kälte bilden. NS-Vo1kswoh1fahrt§esKreisesGießeu Betr.: Einziehen der Hlifglicösbcifräge jur J15.« volkswohlfahrl der Beamten. Angestellten ufw. Bei dem Erheben der Mitgliedsbeiträge zur 516.= Volkswohlfahrt begegnen die Erheber noch vielfach der Ansicht, daß die Beiträge, besonders der Beamten, Angestellten ufw., durch die Dienststellen vom Gehalt abgezogen würden. Der Abzug geschah nur erstmals bei der Aufnahmeerklärung und wird für die Folge grundsätzlich von den Kassenwaltern der NSV. der Ortsgruppe erhoben, in welcher das betreffende Mitglied wohnt. Heil Hitler! gez. K l ö s, Kreiswalter der NSV. WHW. Stadt Gießen. Betr. Lebensmittelgutscheine. Die verausgabten Lebensmittelgutscheine müssen bis spätesten 15. Dezember 1933 mit ausgestellter Rechnung an die Kreisführung, Landgraf- Philipp-Platz 3, Zimmer 19 eingereicht werden. Bei späterer Einreichung kann Berücksichtigung nicht mehr erfolgen. gez. Klöß. F. d. R. M o h a u p t. An die Hitlerjugend im Bann 116. Es ist unbedingt erforderlich, daß die Oeffent- lichkeit über Zweck und Ziel der Hitler-Jugend aufgeklärt wird. Zu diesem Zwecke gibt das Obergebiet West der Hitler-Jugend die „Fanfare" heraus, die 14tägig erscheint und sich in ihrer lebendigen und vielseitigen Ausstattung überall Freunde erworben hat. Jeder Hitlerjunge hat die Pflicht, sich für den Vertrieb dieser als einzigen im Obergebiet West der Hitler-Jugend herausgegeben amtlichen Jugendzeitung restlos einzusetzen. Wir verweisen auf die diesbezügliche Anordnung des Obergebietes West in der letzten Ausgabe der „Fanfare", in der es unter anderem heißt: „Von verschiedenen Seiten wird seit einiger Zeit der Versuch gemacht, andere Blätter, die mit uns gar nichts zu tun haben, als amtlich hinzustellen und vor allen Dingen auch in der Schule den Pflichtbezug irgendeines mehr oder weniger reaktionären Presseerzeugnisses zu verlangen. Jeder deutsche Junge und jedes deutsche Mädel liest nur das amtliche Zeitschriftenmaterial, das allein Gewähr echter nationalsozialistisckier Haltung und amtlicher Berichterstattung bietet/ Diese Anordnung tritt auch für den Bann 116 der Hitler-Jugend mit sofortiger Wirkung in Kraft. Es ist somit allen Mitgliedern der HI. des DJ. und des BDM. im Bereich des Bannes 116 untersagt, andere als die amtlich von der Führung der Hitler-Jugend herausgegebenen Jugendzeitungen zu kaufen, oder sich mit deren Vertrieb zu befassen. Der Führer des Bannes 116 gez.: Rudolf Buß, Geff. Der Leiter der Abteilung K. Walter Krömmelbein Schf. i. St. Der Dichter. Dem Andenken Stefan Georges. Von Dans Carossa. Wir entnehmen diese Erinnerung dem im Insel-Verlag erschienenen, kürzlich von uns besprochenen Lebensgedenkbuch „Führung u n d -G e l e i t" von Hans C a r o s s a. An einem wolkigen Tage, während ich lesend in Bertrams* Stube auf den Tee wartete, vernahm ich aus dem Nebenzimmer die klare volltönende Stimme eines Mannes, eine Stimme von eigentümlicher Tragweite, die zum Mithören gleichsam verpflichtete. Nicht jedes einzelne Wort unterschied ich, er- kannte aber, daß hier ein Unbeirrbarer die Stellung des geistigen Menschen in der gärenden Gegenwart zu bestimmen suchte. Ich sah Bertram fragend an; er sagte nichts, bestätigte mir aber durch sein Lächeln, daß es George war, der da unserem Freund Glöckner ein Privatissimum gewährte. Ohne zu horchen hörte ich weiter, und wenn mich auch das meiste nicht erreichte, so fühlte ich doch die Sinnesart des Ganzen, die mir vorn „Stern des Bundes" her vertraut war Der sichere Ton des berühmten Lehrers, die bescheidenen Zwischenfragen des Jüngeren, während auf der Straße, unter leisem Flammenfall des Herbstlaubes, immer neue Soldatenkolonnen mit Marschmusik 3um Bahnhof zogen, geschmückt mit Blumen für die Flandernschlacht, — all dies traf doppelt bedeutungsvoll in mir zusammen, da ich ja im Vorhof des Kreises blieb und stärker als sonst meiner Einsamkeit, aber auch meiner Freiheit inne wurde. Sooft ich später von Dichterakademien spreche- hörte, fiel mir jene Stunde wieder ein. und immer war mir dann, als müßte eine solche Anstalt von derartigen Zwiegesprächen ihren Ausgang nehmen. Und in der Tat, wie viel hochbegabte junge Männer hat George durch beratende Unterhaltungen auf ihrem Wege bekräftigt, wie viele zu ihren Aufgaben gelenkt! Wären die darstellenden Bücher der Gundols, Bertram, Kantorowicz, Wolfskehl und Max Kommerell, der Heinrich Friedemann und von den Steinen auf anderem Wege geworden, was sie sind? Und wenn unserem Ernst Glöckner heute die schönsten, klarsten Handschriften glücken, wenn er sie mit so reinen kostbaren Miniaturen ziert, wie sie sonst nur im frommen Mittelalter möglich waren, so führt gewiß ein Se- gen solcher Stunden auch ihm die Hand. — „Und wer je von ihm gegessen, den wird immer nach ihm hungern", dieser Vers eines verloren gegangc« * Ernst Bertram, Dichter und Literarhistori- ker an der Universität Köln nen Gedichts möchte sich wieder melden, wenn ich die prägenden Kräfte des Meisters bedenke; denn auch jene Jünger, die ihn später verließen.und ihn scharf bekämpften, wurden durch feinen großen Bann genötigt, ihr Leben lang für ihn zu zeugen oder heimlich dem Orakel nachzusinnen, das er in den Jahren früherer Verehrung für sie gewesen. Was mich betraf, so hatte ich mir schon als eingeschlossener Zögling bald den jungen, bald den alten Goethe zum Freund und Führer gewählt. Ihm kann man folgen, ohne ihm zu verfallen, und wer ihm verfällt, bleibt immer noch frei genug. Er beleuchtet jedem seine Bahn und weiß um den Weg der Irrwege. Durch seine Heiterkeit und Unbefangenheit scheint er es jedem leicht zu machen und doch ist sein Anspruch an den gestaltenden Künstler nicht weniger hoch als der aller andern und sein Geheimnis das tiefste. Nicht immer merkt man dies im Augenblick; denn meistens, wenn er das größte ausspricht, klingt es so, als hätte man es in einer guten Stunde selbst sagen können. Als ich Georges Dichtung zu erfassen begann, war ich nicht mehr jung genug, um noch als echter Lehrling beginnen zu können und niemand erwartete das von mir. Aus Bereichen kam ich, von denen man in jenen Kreisen nichts wußte, ich wünschte, ihnen zu entrinnen, und war bereit, jede mir gemäße Hilfe anzunehmen. George spendete mir die seine, seit dem Tage da ich, durch einen Hinweis Hofmannsthals bewogen, den „Teppich des Lebens" zu lesen begonnen; sein Ton klang längst in meinen Vers hinein und wenn ich in den „Blättern für die Kunst" solche knappe Leitsätze das, wie sie auf der ersten Seite der Neunten Folge stehen, so fand ich mich besser unterwiesen, als durch die längsten Abhandlungen anderer. „Die schönen Tage in Aranjuez/- Dieser Ufa-Film, dem der berühmte Eingangs- vers aus dem „Don Carlos" den Namen gab, ist in einem großen Rahmen gemacht. In bestechender Photographie wird ein so malerisches Bilderbuch spanischer Landschaft vor den Augen des Beschauers aufgeblättert, daß man sich stellenweise in einen Kulturfilm oder einen Reisebericht versetzt glauben könnte Aber diese südliche Szenerie bildet nur den Schauplatz und Hintergrund für eine abenteuerliche und aufregende Kriminalgeschichte: Peter F r a n ck e und Walter Wassermann haben ein ebenso filmgerechtes wie phantasievolles Drehbuch geschrieben, und die Jagd nach der kostbaren Perlenkette, die mit einem verblüffend komischen Trick von einem mit allen Wassern gewaschenen Hochstaplerpaar aus Paris über die spanische Grenze entführt wird, ist Weihnachtsfeier der Gießener SA. Die SA. des Standortes Gießen wird am kommenden Samstagabend eine gemeinsame Weihnachtsfeier aller Stürme in schlichter Weise unter Mitwirkung des SA.-Musikzugs 116 in der Gießener Volkshalle begehen. Strompreisvergünstigung für Ladengeschäfte mit Schaufenstern. Um den Inhabern von Ladengeschäften mit Schaufenstern in der jetzigen Zeit besonders entgegenzukommen, hat das städtische Elektrizitätswerk beschlossen, die Sperrzeit für den Strombezug statt, wie bisher, um 22 Uhr, zunächst versuchsweise schon um 20 Uhr endigen zu lassen. Durch diesen Beschluß wird den Geschäftsleuten für die abendliche Beleuchtung ihrer Schaufenster eine ansehnliche Preisermäßigung gewährt. Hoffentlich machen möglichst viele Geschäftsleute von dieser Strompreisvergünstigung Gebrauch und beleuchten nun ihre Schaufenster auch nach Geschäftsschluß zur Besichtigung und zur Werbung. Berichtigung des Gaupreffeamtes. Das Gaupresseamt bittet alle Zeitungen um die Aufnahme folgender Berichtigung: Die in der Presse für den 16. dieses Monats angekündigte Führertagung d^r Bann- und Oberbannführer der Hitler-Jugend im Gebiet Hessen-Nassau findet nicht statt. Es handelt sich um eine Verwechslung mit der Führertagung des Gebietes Hessen-Nassau, die bereits am 6. Dezember stattgefunden hat. Gießener Wochenmnrktvreise. * Gießen, 14. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,40 Mark, Kochbutter 1,20 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 15, Wirsing, das Pfund 20, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 25, Unterkohlrabi 6, Grünkohl 12 bis 20, Rosenkohl 30 Pf., Feldsalat 1,20 Mark, Meerrettich 50 bis 60 Pf., Schwarzwurzeln 25 bis 30, Aepfel 12 bis 16, Birnen 10, Nüsse 50 bis 55, Gänse 65 bis 70, Tauben, das Stück 45, Endivien 10 bis 15, Lauch 10, Sellerie 15 bis 30 Pf. «ornolizen. — Tageskalender für Donnerstag: Stadttheater, 20 bis 22 Uhr, „0-Boot 116". — Goethe-Bund, 20 Uhr, Neue Aula, Agnes Miegel lieft aus eigenen Werken. — Turmhaus am Brand, 16 bis 18.30 Uhr, Kunstausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die schönen Tage in Aranjuez". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Lumpenkavaliere". — Ortsgruppe Gießen-Ost, 20.30 Uhr, „Stadt Lich", Zelle 1, Zellenabend. ■ — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, Deutsche Bühne, Reihe 1: Ungerade Mitgliedsnummern und freier Verkauf (Tagespreise) das Schauspiel: „U-Boot 116" von Karl ßerbs unter der Spielleitung von Kurt Lüpke. Ende: 22 Uhr. — Freitag, 15. Dezember, als 11. Vorstellung im Freitag-Abonnement das Drama: „Der Strom" von Max Halbe. Spielleitung: Anton Neuhaus. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr. ** KIeinfeuer. Gestern gegen 10.45 Uhr entstand in einem Haufe am Kreuzplatz ein kleiner Kellerbrand, der von der alarmierten und rasch herbeigeeilten Feuerwache in kurzer Zeit gelöscht wurde. Auf dem Grundstück Rodheimer Str. 38 geriet gestern gegen 22.30 Uhr ein kleiner Holzschuppen, in dem ein Kaninchenstall untergebracht war, in Brand. Die Feuerwache war auch hier sehr rasch zur Stelle und konnte den Brand löschen, so daß größerer Schaden vermieden wurde. ** Studentenschaft und Vortrag im Goethe-Bund. Das Amt für Aufklärung und Werbung der Gießener Studentenschaft empfiehlt den Studierenden den Besuch des heutigen Vortrags im Goethe-Bund, bei dem. die ostpreußifche Dichterin Agnes Miegel aus eigenen Werken lesen wird. Verbilligte Eintrittskarten für Studenten find bei cand. rer. nat. Schuster, Kame- radfchaftshaus, ßeigefterner Weg 16, zu haben. Iacharbeit im AaüonalsoziaWschen Lehrerbund Von dem Kreisarbeitsleiter für die höheren Schulen Or. Adolph. ii*. Oie geistigen Grundlagen. Die höhere Schule der liberalistifchen Zeit litt daran, daß sie weder ein Erziehungsideal, noch ein organisches Geftaltgesetz oder auch nur eine echte Tradition pädagogischer Formung besaß. Zwar hatte der deutsche Idealismus die Humanitätsidee gezeugt, die beherrschend über dem ßeben der Gebildeten und auch über der Welt der Schule stehen sollte. Aber dieses aus dem Geist der Antike geborene Bild menschlichen Seins erfuhr im 19. Jahrhundert nur allzu rasch eine bourgeoise Verflachung und übte tatsächlich eine sehr geringe bildnerische Wirkung aus. Für die Schule bestand der Ertrag der humanistischen Epoche in nichts weiterem als dem sehr blassen und lebensfernen Ideal einer allgemeinen Bildung. Man brachte an den jungen Menschen, um ihn „allgemein" zu bilden, eine möglichst große Schwemm-Maxe von Bildungsstoffen Hera n, die in keiner Weise organisch einverleibt und zum Aufbau einer geistigen Wesensgestalt verwandt werden konnten. Und man suchte, da man inhaltlich nichts zu sagen hatte, wenigstens die formalen Fähigkeiten des Verstandes zu entwickeln, damit sich der Zögling im ßeben an irgend einer Stelle einmal weiter helfen könne. Die Schule glich einem Warenhaus, das jedem etwas bot. Sie stellte zu beliebiger Auswahl anheim, aber sie gestaltete nicht. Sie war kein in sich geschlossener Organismus mit durchgreifendem Formgesetz. In zahllose Typen zer- * Teil I in Nr. 289 vom 9. Dezember. mit ungewöhnlicher ßebenbigfeit und Konsequenz von Station zu Station verfolgt und eingefangen wovden. Gegen Ende hin steigert und kompliziert sich die in der Fabel gegebene Spannung durch die Einflechtung einer ßiebesgeschichte; dies führt zugleich zur ßöfung, die das berühmte Zitat des Titels beziehungsvoll und ein wenig romantisch abwandelt. Spielleitung: Johannes Meyer. Er gibt klare und zugleich malerische Photographie; geschickte Ausnutzung der ihm zur Verfügung stehenden großen Mittel; Spannung, Tempo und Stimmung — also alles, was ein so abenteuerlich entworfener Film braucht. Wiedersehen mit Brigitte Helm: sie spielt ihre große Rolle elegant, knapp, kühl und konzentriert, sieht sehr gut aus und findet in ein paar kurzeü ßiebesszenen eine schöne und überzeugende ßoeterung der gesammelten, beherrschten und gleichsam immer sprungbereiten Haltung, die ihre Rolle verlangt. Neben ihr Gründgens, der, wie geschaffen für derartige Aufgaben, eine ausgezeichnete ßeiftung bietet: kühle Berechnung, halblaut sich äußernde Energie, nahezu allen Ueberraschungen gewachsene Wendigkeit, ßiebeneiner als sympathischer junger ßiebhaber, Tiedtke und Gül - ftorff in zwei komischen Episoden, Vespermann,Hardt und D u m rf e vervollständigen das gepflegte Ensemble. — Der Film läuft mit einem hübschen Beiprogramm seit gestern im ßicht- spielhaus. Zeitschriften — Das Nooemberheft der „Süddeutschen Monatshefte" ist einer umfassenden Ueberschau über die Probleme der heutigen Schweiz gewidmet. Der „Blick in die Schweiz" soll uns einen Eindruck von der Schweiz vermitteln, wie sie wirklich ist So kommt als Erster der bekannte Historiker Dr. Hektor Ammann zu Wort, der uns „die Schweiz als politische Sonbergeftalt" vor Augen führt. Ammann betont vor allem, daß die politischen ßeitgedanken der Schweizer Geschichte, der föderalistische Staatsaufbau und die außenpolitische Neutralität, sehr weit zurückreichen und sich mit dem Schweizer Volk so verschmolzen haben, daß sie ein Stück von jedem Schweizer geworden sind. Er übersieht freilich nicht, daß gerade in den letzten Jahren sowohl von der wirtschaftlichen wie von der politischen Seite her auch für die Schweiz neue drängende Probleme aufgetaucht sind, deren ßöfung durch den politischen Traditionalismus des Schweizer Volkes nicht unwesentlich erschwert ist. Er spricht offen von den Nachteilen der bis zum äußersten durchgeführten Demokratie und von der Gefahr für bas Schweizer Volk, sich in Atome aufzulösen und darüber die cill- fplittert war sie zu einer bloßen Uebermittelungs» stelle von Wissen geworden. Die lebendige Prägung ging über ihre Kraft. Ihre Arbeit erschopfts sich im methodischen Betrieb. Wie in manchen Kliniken die Patienten als bloße Versuchskaninchen für medizinische Verfahren gedient haben fallen, so stand das Kind in Gefahr, zum bloßen Objekt methodischer Experimente zu werden. Der ßehrer hatte seine Rotte als Führer und Erzieher ausgespielt. Er war zum Methodenkünstler geworden. Einst war die Methode bloßes Mittel zu einem höheren Zweck gewesen, jetzt hatte sie sich längst zum Selbstzweck aufgeschwungen. Wer das Instrument der Methode am gewandtesten handhabte, immer neue Theorien und Finessen erfand, der war der v,gute" ßehrer, der große Mann .. Der Nationalsozialismus hat hier Wandel geschaffen. Er hat die Schule aus der Ungeftalt ihres Wesens, aus Chaos und Zersplitterung, Versandung, Intellektualismus und formalem Methodenbetrieb erlöst. Er hat ihr wieder ein bezwingendes Hochziel menschlichen Seins geschenkt, das als geheimer ßeitftern über allem Unterricht steht. Er bindet die Unterrichtsfächer wieder zu einer organischen Gesamtform zusammen und durchdringt sie mit dem Gesetz sinnvoller Ordnung. Er überwindet den ßeer- lauf methodischer Künsteleien durch den Führergedanken, der sich im Unterricht genau so fruchtbar erweisen wird wie im Volksleben. War die Gestalt des ßehrers im liberalistifchen Staat zuletzt fragwürdig geworden, so hat es jetzt wieder Sinn, ßey- rer zu sein. Der ßehrer darf das Bewußtsein haben, an einem lebendigen Werk-Ganzen meisterlich mit» gemeinen Interessen zu kurz kommen zu lassen. Georg Jürgens führt in das besondere Verhältnis von Staat, Volk und Wehrmacht der Schweiz ein, das eine eigenartige Mischung von demokratischem Traditionalismus („Der General wird erst im Kriegsfälle gewählt!") und modernen Heeresgedanken ergibt. Josef Nadler gibt einen Uederblick über die Literatur der deutschen Schweiz, über ihre historische Entwicklung und moderne Ausformung. Eine Novelle des Schweizer Dichters Alfred Huggenberger vermittelt gleichzeitig einen schonen Eindruck lebendiger deutscher Dichtung. Schließlich sei noch ein Aufsatz des Baslers Franz Pcchota über die Wirtschaftslage der Schweiz erwähnt, deren Betrachtung bei einem „Blick in die Schweiz" nicht fehlen darf. — Der Reichsausschuß für Volksgesundheitsdienst wurde am 20. November 1933 gegründet. Anläßlich dieses Tages berichtete Reichsminister Frick über die Aufgaben und Ziele der nationalsozialistischen Regierung auf dem Gebiete der Rassenhygiene. Diese bedeutsame Aussprache wurde im Dezemberheft der Monatsschrift „Volk und Rasse (I. F. ßehmanns Verlag, München 2 SW, Preis 0,70 Mk.) veröffentlicht. Der Reichsausfchuß wird vor allem dazu beitragen, die Aufklärung über Erbgesundheitspflege und Rassenkunde zu fordern. Die Kenntnis der eigenen Persönlichkeit und ihrer erblichen Beschaffenheit erlaubt es, das ßeben bei Ausnützung der erkannten Anlagen bewußt und erfolgreich zu gestalten. Hierfür ist eine Sippschaftstafel notwendig. Zu ihrer Anfertigung gibt Dr. K. Astei eine Anleitung mit praktischen Beispielen. — In einem Aufsatz von Dr. A Bluhm ist die Sippschaftstafel der Dichterin Ina Seidel wiedergegeben. Das Geschlecht Seidel hat eine Reihe bedeutender Dichter hervorgebracht. Es zeigt wieder aufs Neue die Bedeutung der Pfarrerfamilien, die — hervorgegangen aus dem Bauerntum — häufig Quelle deutschen Dichtertums sind. Die Arbeit beweist zugleich die Erblichkeit geistig-seelischer Merkmale. Das reichhaltige Dezemberheft bildet einen würdigen Abschluß des 8. Jahrganges der Monatsschrift. öocbfdnilnocbricbfctL Die philosophische Fakultät der Universität F r a n k f u r t a. M. hat den Direktor Dr. 51 r ä n z- lein von dem Werk Höchst der IG.-Farbenindustrie zum Ehrendoktor ernannt „in Anerkennung seiner vorzüglichen ßeiftungen auf dem Gebiete der organischen Farbstoffe und seiner Der- bienfte um die Ausbildung der jungen Chemiker« generation in der Technik". ßu arbeiten. Seine Arbeit Hal Form, inneren Gehalt und damit Würde. Er kann seiner Sache wieder froh werden. Da5 Schiff der Schule trieb müde in seichten Gewässern. Nun hat es die Flut der oölki- schen Bewegung mit fi -ne< gung drängt bin nach neuer Bindung an die tragen. Das Problem der Zweisprachigkeit. Vortrag im Gau Ausland des AS.-Lehrerbundes den Urfprungsmöchte alles Seins. -ie will rin en neuen Mythos schaffen. Sie entdeckt tief im Grunde der Dinge eine ewige Schäpfungsordnung, die kein Mensch und keine Kultur ungestraft durchbrechen kann Sie kettet uns im Letzten an den Ursprung aller Wirklichkeit, an Gott Wir alle haben diese Tiesenordnung der Dinge, die im Liberalismus verschüttet lag, erst wieder erkennen muffen. Die Schule soll -chon dem jungen Menschen den Sinn für die allen Wechsel überdauernden Grundgestalten der Welt wecken und sie in Ehrfurcht an sie binden. Die Volksschule hat ihre Aufgabe, bas Kinb in das Leben unb Weben der Heimat rinzuführen, schon früh begriffen. Aber auch die höhere Schule muß die Kruste des Intellektualismus durchbrechen unb wieder Anschluß gewinnen beim Wurzelgrunb bes Seins. In Biologie, Geschichte, Deutsch unb Religion sinb reiche Möglichkeiten hierzu gegeben. Der Schule harren unerhört neue Aufgaben. Daß sie biefe erkennen, lösen, unb ben jungen beutschen Menschen reicher hinabführen möge in bie Quell gebiete bes Gebens, wo bie ewigen Sinnbilder weben, bie Schicksalsmächte wirken unb bie göttliche Schäpfungsorb- nung fest gegrünbet ruht, ist ihre höchste Verpflichtung, bie nur aus nationalsozialistischem Geist heraus erfüllt werben kann. Die Bilbung bes Kinbes ist bann kein Problem, wenn es wie von selbst in ein allumfaffenbes Formgesetz ber Nation hineinrvachsen kann, sich von einer Gesamtgestalt getragen weiß unb sich gliebhast in Die Mitglieder des (Baues Ausland im NS - Lehrerbund des Kreises Gießen fanden sich gestern nachmittag zu einer Versammlung in der neuen Pestalozziichule ein. Der (Bauobmann, Kreisschul- rat Dr. S) e n ß, sprach zum Test an Hand eines umfangreichen Materials maßgebender Wissenschaftler und Pädagogen über „Das Problem der Zweisprachigkeit* unb setzte bamit einen seinerzeit von uns schon berichteten Vortrag fort, in bem ber große Fragenkomplex ber Schule unb Erziehung ber Ausländsdeutschen aufgeworfen worben war. Zweisprachigkeit im Sinne unserer Arbeit sei, so führte ber Redner u. a. aus, etwas anberes als bas, was man im allgemeinen barunter verstehen könne Kernproblem ber Zweisprachigkeit sei bie psychologische Auswirkung auf bie Entwicklung bes Kinbes bzw einer ganzen Volksgruppe, bie in ein ihr an sich frembes Sprachgebiet eingeschlossen sei. Ein typisch mehrsprachiges Land sei die Schweiz, dabei aber doch im Sinne ber Schule ein einsprachiges Lanb. Eine zweite Sprache werbe in ber Schweiz erst im 12. Lebensjahre an bie Schul- tinber herangebracht. Eine Schulzweisprachigkeit Don entscheibenber Bedeutung für die Erkenntnisse auf bem Gebiete der Zweisprachigkeit sei bie Luxemburger Tagung gewesen, bei der von rein pädagogischer Seite ber, unter Ausschluß politischer Rücksichten, das Problem der Zweisprachigkeit untersucht wurde. Auf dieser Tagung sei die Forderung einer gründlichen (Erhebung von Erfahrungen her- ausgestellt und deren wisfenschaftliche Auswertung angeregt worden. Wesentlichstes Ergebnis bes Äon- greües sei gewesen, baß mit Zustimmung beV meisten Teilnehmer empfohlen wurde, die Einführung einer zweiten Sprache in ber Schule nicht unter bem 10. Lebensjahr oorzunehmen. Es gebe, so fuhr ber Vortragenbe fort, die verschiedensten Arten ber Zweisprachigkeit. Sie könne iowohl von den Eltern, von der Schule, der täglichen Umwelt, vom Spiel mit anderen fremdsprachigen Kindern und vom Völkischen her kommen Weiteres Problem im Fragenkomplex ber Zweisprachigkeit bebeute bie Jnbioibualität. Wenn ein Kinb einen natürlichen Reiz zur Erlernung zweier Sprachen verspüre, könne es möglich fein, daß Schädigungen nicht in Erscheinung träten. Solche Fälle bedeuteten aber Ausnahmen. Ferner wies der Redner noch auf die praktischen Auswirkungen ber „Waliser These* hin, zeigt« gleichfalls ihre Gefahren auf unb nahm Bezug auf bie Konsequenzen für untere deutschen Minderheiten. Schließlich wurde noch die Frage „Elternrecht oder kindesrecht". soweit sie sich auf die Streitfrage: „Welche Sprache soll bas Kind lernen?" bezog, behanbelt. Mit der zusammenfassenden Betrachtung über die speziellen Verhältnisse in Ostoberschlesien, als einem typischen Beispiel für bie Probleme ber Zweisprachigkeit, fanb ber interessante Vortrag seinen Abschluß Die Vortragsreihe übe biefes Thema soll voraussichtlich mit einem weiteren Vortrag über ba» Verhältnis ber Munbartsprache zur reinen Sprache fortgesetzt bzw. beschlosien werben. Adressbuch dev Stadt und des -ttvettes Gieße« 1933 Verkaufspreis KM. IC.- bei Entnahme durch die Geschäftsstelle, Gießen, Schulstraße 1 Vovbeftellvvers «M. 6 - für im voraus verbindlich bestellte Adreßbücher nur gegen Van Zahlung bei der Zustellung frei ins Haus vom 15. Dezember an ein lebenbiges Ganzes einreiht. In allen organisch gewachsenen Kulturen gibt es keine pädagogische Frage. Der Staat ber Spartaner hat keine päba- gogischen Fachkünstler nötig gehabt, weil bie Lolks- ?eftalt ben Einzelnen wie eine Selbstverstänblich- eit umhegte unb wie selbstverstänblich nach ihrem Silbe prägte. In ben feftgegrünbeten Kulturen bes Mittelalters unb bes Astprotestanlismus war es genau so. Gelingt es bem Nationalsozialismus, reicher ein völkisches Gesamtleben von einheitlicher Prägung zu schaffen, so ist ber Schule bie Hauptlast ber Erziehung bereits abgenommen. Sie hat bann nur bie Aufgabe, in ihrer Art ein Abbilb bes völkischen Ganzen zu sein unb biefes in ihren Orbnun- gen unb Formen kinbesgemäß reiberzuspieaeln. Das Kinb atmet bann überall bie gleiche Lust, wächst von selbst in eine allgemeine Drbnung hinein unb wirb in Familie, Jugenbbunb, Schule unb Arbeitslager einheitlich erzogen. Was ber Schule als Hauptaufgabe bleibt, ist nur bies: bem heranwachsenben unb sich nach deutlicher Erkenntnis sehnenden Menschen die Volksgestalt zu Hellem Bewußtsein zu bringen unb ihm zu helfen, sich frei unb verantwortungsvoll für fein Volk zu entfdjeiben. Denn nicht durch pflanzenhaften Wuchs allein, erst durch bewußte Entscheidung wird ber Mensch wirklich (Blieb seiner Nation. Alle Lehrpläne, Stoffe, Me- thoben unb Formmitteln können zuletzt nur bem einen Ziel bienen: bas Kinb stufenweise unb feinem jeweiligen Scrftänbnis entsprechenb in bas nationale Leben mit seinen mannigfaltigen Sinnbezügen ein- zuführen unb es an ihm freubig unb entfliehen teilnehmen zu lassen. Freilich, biefe ibeale völkische Schule, bie in sich ein Abbilb bes völkischen Gesamtorganismus ist, hoben wir noch nicht. Wir leben in einer Zeit bes Uebergangs Wir müssen noch mühsam sinnen unb ringen um Gestalt, Stoss, Methode unseres Unterrichts. Wir müssen uns erst einleben in bie neue Gedankenwelt, unb selbst mit ihr burdjbringen unb prüfen, roie wir sie im einzelnen ausroerten unb für ben Schulzweck nutzbar machen. Um biefe Fragen zu burchbenken, sinb bie Fachschaften bes NS - Cehrerbunbes gegrünbet worben. Er will bie Ver- binbung Herstellen zwischen ber machtvoll strömenden völkischen Bewegung unb unserer beruflichen Facharbeit, damit hü- Schule nicht rückständig werbe und das beutsche Kind nicht in zwei verschiebenen Westen aufwachse. Wir haben heute bie allgemeinen geistigen Grundlagen ber völkischen Schule an- gebeutet. Es bleibt nun noch übria, von hem technischen Aufbau ber Fach Organisation zu berichten. die sich bas hier umriffenc Ziel gesetzt hat. Späterhin werben wir bann in bie Facharbeit selbst eintreten. Deutsche Mil, von Anfang an gebe es nicht. Die Vermischung zweier Sprachen werbe abgelehnt. L o m b a r b, ein Schweizer Päbagoge, habe sich mit bem Problem ber Zweisprachigkeit ausführlich auseinandergesetzt unb insbefonbere bie schädliche Auswirkung einer Zweisprachigkeit für bie Kultur eines Volkes gekennzeichnet. Bcsonbers weise her Verfasser in einer Schrift auf bie Fragwürbigkeit von lieber- etzungen hin, benen immer bie eine ober bie an- bete Sprache zum Opfer fallen müsse, ßombarb zeige besonders bie Schäbigungen auf, bie burch bie Zweisprachigkeit in ber Westschweiz entftünben, unb forberc im Zusammenhang bamit bie Beibehaltung bes Charakters ber einzelnen Teile her Schweiz. Zweisprachigkeit bebeute Mittelmäßigkeit her Kultur. Selbst Mundartsprache unb Hochdeutsch ergäben oft erhebliche Differenzen im Verstänhnis. Der volksschullehrer auch In unserer (Degenb habe auf ben Dörfern manche derartige Erfahrung machen können. Manche In ihrer TITunb- artssprache von Natur aus gesprächigen Kinder würden häufig, wenn sie sich hochdeutsch ausdrücken sollten, bas, was man „mundtot ' nenne. Zweisprachigkeit in deutschen Landen herrsche in Ost-Oberschlesien unb im Elsaß. Auch in blefen bei- ben Gebieten seien jeweils erhebliche Schwierigkeiten in ben Schulen erwachsen, und sie bestünden auch heute noch, weil die Schulen, besonders in den börslichen Gemeinden, nicht zweckentsprechend ausgebaut werben könnten. Vielfach seien aber auch wie besonders aus ben Aufzeichnungen eines ostobcrschlesi- schen Schulmannes hervorgehe, wesentliche psycho- logische Momente nicht berücksichtigt worben. lieber bie Zweisprachigkeit lägen auch exakte Forschungen vor. Bei methobischer Behanblung Im Einzelfalle fei festgestellt worben, baß bei gleichzeitiger Erlernung zweier Sprachen an sich kein Zeitverlust entstehe. Versuche in biefer Hinsicht könnten aber für uns nicht rnaßgebcnb fein, ba sic praktisch für eine größere Volksgemeinschaft keine Auswertung zuließen. Interessant sei bie Tatsache, baß für die Kinder von Eltern verschiedener Nationalität und Sprache die Sprache der Mutter die Sprache des Gefühls sei, während die des Vaters im Dienste des Intellekts stehe. Festzuhalten sei, baß bie Sprache überhaupt eine Angelegenheit des Gefühls ist. Die verhängnisvollen Auswirkungen ber Zweisprachigkeit seien sehr mannigfaltig. Zweisprachig- feit bebeute eine fast SOprozentige Wortschatz- beschränkung. Eine zweite Sprache könne sich nur auf bie Muttersprache grünben unb verlause stets im Denken ber Muttersprache Man könne zwar in verschiebenen Sprachen benken, gegenseitige Störungen, Hemmungen, Verlangsamung her Sprache, falsche Ausbrücke unb unterschiebliche begriffliche Bestimmungen seien aber die unbebingte Folge. Das Nedene-nanber zweier Sprachen bebeute eine Fessel bes Denkens Die Erlernung einer fremden Sprache bedeute überhaupt ein notwendiges liebel. Es müsse auf bas Nottoenbigste beschränkt werben. Waliser Forscher hätten festgestellt, baß sich zwei Sprachen, nebeneinander gelernt, gegenseitig zu verdrängen suchten. Kinder, die nur eine Sprache sprechen, seien, was den Schulerfolg anbetreffe, hinsichtlich der Intelligenz den Kindern zweier Sprachen weitaus überlegen Diese Benachteiligung reich« weit über das Kindesaster hinaus. Festgestellt sei ferner, daß zweisprachige Kinder unsicher in der Unterscheidung von links unb rechts feien. Die Verwirrung Im Sprachzentrum rufe also auch Störungen im Bewegungszentrum hervor. Neue Gesetze in Hessen. Vereinfachung des Verfahrens zur Enteignung von ttrundeiaentum zugunsten der N2TAP. Durch Gesetz bes Herrn Staatsministers vom 11. Dezember 1933, bas am 13. Dezember in Kraft trat, wirb „zur Vereinfachung bes Verfahrens zur Enteignung von (Brunbeigentum zugunsten der NSDAP." in § 1 bestimmt: „Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, hie SA. unb SS, ber angeschlosfene Stahlhelm unb bie sonstigen Neben- unb Unterglieberungen ber NSDAP. (Hit- lerjugenb, Jungvolk, BdM usw.) sinb zum öffentlichen Nutzen bienenbe Unternehmen im Sinne bes Art 1 bes Gesetzes über bie (Enteignung von Grund- eiqentum in ber Fassung her Bekanntmachung onm 30. September 1R99. Zu ihren 3ro<*cff,n kann bie Enteignung (Entziehung ober Beschränkung) von Grundeigentum gegen ooUftänblge Entschädigung ftattfinben." In den folgenden Barographen werden bie Vorschriften bes Enteignungsgesetzes vom 30. September 1899 vereinfacht unb bem Staatsminister erweiterte Vollmachten übertragen. Acndcrunq detzBrandvcrfichcrunqsgefetzcS Durch Gesetz bes Herrn Staatsministers vom 30. November 1933 werben Art. 55 Abs 2 bes Gesetzes bie Brandversicherungsanstalten betreffend vom 28. September 1890 unb Art. 9 Satz 1 bes Abänberungsgefetzes vom 11. September 1924 tu bem Brandversicherungsgesetz wie folgt ersetzt .Die Branboersicherunasbeiträge sinb in ganzen Reichs» Pfennigen ober Bruchteilen davon auf ie 100 NM. Umlagekapital auszufchlaaen unb zu erheben.* Dieses Gesetz gilt erstmals für bie Umlage des Rechnungsjahres 1933. Oberbeffen KreiS'(-?flüge1sckau, Saninchenschau und Nauernlundgebuna. Die Vorbereitungen für die 1 Kreisgeflügelfchau vom 15. bis 17. Dezember in Watzenborn- Steinberg find nunmehr abgeschlossen, lieber 400 Nummern Geflügel sind gemeldet, ein Melde» ergebnes, bas bas anberer Kreisfchauen weit übertrifft. Für bie gleichzeitig ftattflnbenbe AUg. Äa- ninchenlchau sinb annähernd 100 Nummern gemeldet. Die Bewertung her Tiere erfolat gm Freitag. Hierfür stehen den Preisrichtern reichlich Ehren- und Geldpreise zur Verfügung, die von ber Hessischen Bauernkammer, non ber Fachschaft II. Rossegetsü- aelzucht (Bau Hessen unb Kreis Gießen, von ben Kreisv-reinen und non Privaten gestiftet mürben. Das Tierseucheninstitut unb bas Tierzuchtinstirut her Universität Gießen zeigen auf einer Sonber- schau Ausschnitte aus ihren Arbeitsgebieten, bie bei ben Züchtern unb Besuchern sicherlich großen Anklang und Anerkennung finden werden Die Eröffnung her Ausstellung erfolgt Samstag nachmittag durch den Schirmherr ber 1 Kreisgc» flügelfchau, Herrn Qanbesbauernführer Dr Wagner (Darmstadt!, her auch anfchließenh auf einer großen Vauernkundgebuna sprechen mied. Ferner hat her Gaumalter für Geflüa-stwirtschast und Kleintierzucht, Herr Eckard t ((Beffügelhof Deidenmühle) (ein Erscheinen zuaesagt Die Bauern» funbgebuna findet unter Mitwirkung der Stanbar» tenkapelle R 116 statt Sonntag nachmittag kommen bie Mitalieber ber Geflügelzuchtvereine zu einer Rreisoerfammfung zusammen, bei welcher ber Kreisfachherater für Geflügelzucht, Herr Dr. Lang fGi.'ßen) unb voraussichtlich auch der (Bau- fgchlchgftsführer, Herr Ackermann (Sprendlingens sprechen werden. Werbeabend der sondorf im Llnierbonn 116/11. • Londorf, 13 Dez Trotzdem erst vor einigen Tagen in her Bolkshalle zu Londorf ein M'li'är- konzert der Reichsw'hr stattgefunden hatte, war die (tinmohnerirfiaft Londorfs am vorigen Sonntag wieder lehr zahlreich erschienen, um auch vom Leben und Treiben ber Hitler-Jugenb etwas zu hören und zu sehen. Unter den Klangen eines flotten Marsches zog bie HI unb bas Jungvolk ein unb nahm guf der Sühne Aufstellung Scharführer 0 lemotz begrüßte In kurzen Dorten die Anwesenden und besonders unteren Oberbannführer R. Hainer und Unterbannführer Wilhelm Schneider Sodann erteilte er bem Hauptredner R. Hainer das Wort. Dieser sprach in eindringlichen Dorten von bem Willen der alten, kämpfenden HI. bis zur heutigen vor- I wärtsdringenden Jugend, die eines Tages gerufen wird von ihrem Führer, ihr Amt zu übernehmen, das sie erkämpft. Zum Schluß richtete der Redner »och einige Worte an die HI. und machte sie auf ihre hohe Aufgabe aufmerksam. Hitlerjunaen aus der Schar Londorf führten dann das Theaterstück „Der Hitlerjunge" auf und zeigten später noch ein Bild aus dem Lagerleben der HI., welches mit großer Freude ausgenommen wurde. Denselben Erfolg hatte ein Weihnachtsstück des Jungvolks. Am Ende des Abends sprach unser Unterbannführer noch einige Worte zu den Eltern. Er rief sie auf, ihre Jungens zu uns kommen zu lassen, soweit sie nicht schon in unseren Reihen ständen. Wer sich heute noch verberge, sei nicht wert, ein deutscher Junge genannt zu werden. Er brachte auch zum Ausdruck, man solle nicht unsere revolutionären Taten kritisieren-, denn wir wollen einmal ein einiges Deutsches Reich übernehmen, das durch Taten errichtet werden muß. Schneider schloß unter großem Beifall mit den Worten des HJ.° Liedes. Der Abend schloß mit einem dreifachen Sieg- Heil auf unseren Führer und mit dem Horst-Wessel- Lied. Jetzt geht es wieder hinaus in den Kampf mit den Worten „Vorwärts, vorwärts" auf den Lippen. Landkreis Gictzen. "Garbenteich, 12. Dez. Zur 54. Jahreshauptversammlung versammelte der hiesige Gesangverein „Victoria" cm Samstagabend im Vereinslokal „Zum grünen Baum" seine Mitglieder. Der Vorsitzende Paul Happel eröffnete mit herzlichen Begrüßungsworten die Versammlung und dankte für den fast vollzähligen Besuch der Mitglieder zur ersten Hauptversammlung im neuen Deutschland. Mit begeisterten Worten gedachte er des gewaltigen Umbruchs in unserem deutschen Vaterlande und forderte alle Anwesenden auf, dem Baumeister des Dritten Reiches, Adolf Hitler, stets dienende Volksgenossen zu sein. Reben treuer Mitarbeit am Vaterland bat er, auch ferner dem Verein die bewährte Treue zu halten, da sich auch im verflossenen Vereinsjahr die Mitgliederzahl und besonders auch die Zahl der Sänger erfreulich erhöhte. Der vom Schriftführer L. Stein vorgetragene Jahresbericht zeugte von reger Vereinstätigkeit und Beteiligung an den Festtagen des neuen Deutschlands. Schatzmeister L. Schäfer konnte ebenfalls mit einem befriedigenden Kassenabschluß aufwarten. Zu Kassenprüfern für das Jahr 1934 wurden die Sänger Karl D r o l s - bach 11. und Ludwig Amend II. bestimmt. Hierauf bestätigte der 1. Vorsitzer die seitherigen Vorstandsmitglieder erneut in ihren Aemtern. Die alten Vereinssatzunaen wurden für nichtig erklärt und die vom Hessischen Sängerbund hcrausgegebenen angenommen. Als Tag der Feier des diesjährigen Stiftungsfestes wurde der 27. Januar 1934 festgelegt. Mit Dankesworkn an den Chorleiter Karl Sommer, der mit einigen gut oorgetragenen Liedern des Chors aufwartete, und mit einem Sieg- Heil auf den Reichspräsidenten v. Hindenburg und den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler schloß der Vorsitzende die gut verlaufene Versammlung. * Dorf-Güll, 12. Dez. Dieser Tage fand im Rathaus die A d v e n t s f e i e r der hiesigen R S. - Frauenschaft statt. Die Ortsgruppenleiterin Frau Lutz eröffnete den Abend mit einer kurzen Ansprache, es folgte der Liedvortrag eines Mitgliedes, dann sprach Pfarrer Draudt-Lich über den Sinn und die Bedeutung des Advents. Gemeinsamer Gesang von Adventsliedern und der Vortrag von Adventsgedichten trugen zur Verschönerung des Abends bei. Das Schlußgebet, der gemeinsam gesungene Vers des Deutschlandliedes und ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf den Führer beschlossen die wohlgelungene Veranstaltung. — Der hiesige BDM. hielt einen Elternabend ab, der von der Führerin, Frl. Jung, mit einer kurzen Ansprache über den Zweck und den Sinn des BDM. eingeleitet wurde. Sodann gelangten einige gut einstudierte Theaterstücke zur Aufführung, die mit starkem Beifall ausgenommen wurden. Der Mandolinenklub trug durch musikalische Vorträge zur weiteren Unterhaltung bei. Mit dem Schlußwort des Zellenwartes Sam e s und mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" der Führerin auf den Volkskanzler Adolf Hitler fand der Abend seinen Abschluß. Der Schulsaal erwies sich leider als zu klein, um alle jene zu fassen, die teilnehmen wollten. ? Reiskirchen, 13. Dez. Gestern abend fand im vollbesetzten Saalbau Gundrum durch die Kreisfilm st eile des Kreises Gießen die Vorführung zweier Filme statt. Als erster lief ein Film von einem Sportfest der Reichswehr, dann hilf der kommenden Generation — sie wird es dir danken! werde Winterhilfspate! Das Kind eines Volksgenossen betreuen helfen, heißt einen jungen Baum stützen, der dir einist Schalten spenden wird. ein Film aus der Jugendzeit Friedrichs des Großen: „Zopf und Schwert". Pg. Lehrer Rausch sprach einleitende Worte. Der Gesangverein „Harmonie" verschönte den Abend durch den Vortrag eines passenden Liedes, das sehr viel Beifall fand. Zum Schluß dankte der stellvertretende Zellenwart Pg. Rausch jun. dem Leiter der Kreisfilmstelle, Pg. Lehrer Siegfried, und allen Mitwirkenden. cxd Lumda, 12. Dez. In unserem Dorfe war am vergangenen Sonntag zu einem Deutschen Abend zugunsten der Winterhilfe eingeladen worden. Die Anregung ging von dem Kriegerver- cin aus. Hitlerjugend, RS.-Frauenschaft, Mädchenchor, sowie die Kapelle Horst wirkten freudig mit. Deutsche Jungen und Mädel führten in Gedichten durch die deutsche Geschichte bis zum großen Kriege. Alte Frontkämpfer frischten die Kriegserlebnisse auf und forderten auf, treu zusammenzustehen in dieser großen Zeit. Unser Lehrer zeichnete uns dann ein packendes Lebensbild Hermann Görings, dieses tollkühnen und treuen Kampfgefährten Adolf Hitlers. Die folgenden Gedichte galten unserem Führer und der neuen Zeit. Mädchenchor und die seit kurzem bestehende RS.-Frauenschaft sangen prächtige Volkslieder, um den Sinn des Vorgetragenen zu vertiefen. Zum Schluß forderte der Führer des Vereins die versammelten Volksgenossen auf, alles Trennende zu überwinden und in echter Volksgemeinschaft hinter unseren Führern zu stehen. Das Horst-Wessel-Lied und ein Abendlied der Mädchenvereinigung beschlossen den gut gelungenen Abend. — Rüddingshausen, 12. Dez. Seit kurzem besteht hier eine R S. - F r a u e n s ch a f t, die die stattliche Zahl von 80 Mitgliedern hat. Führerin ist Frau Gutspächter Engel, Sozialwart Frau Gastwirt Theiß, Kassenwart Frl. K a l b e r l a h. Die Zusamenkünfte finden in der neuen Schule statt und sind immer äußerst zahlreich besucht. Dieser Tage fand eitie Adventsfeier statt, bei der verschiedene Lieder gesungen wurden und von der Vorsitzenden einschlägige Stellen der Bibel und aus anderem wertvollen Schriftgut vorgelescn wurden. Eine nette Ueberraschung war es allen, als am Schluß der Nikolaus erschien und eine kleine Bescherung veranstaltete. Gegenwärtig werden von der Frauenschaft Geschenke in Form von Kleidern für die Saarkinder, die uns bald verlassen werden, vorbereitet. < Quedborn, 13. Dez. Vor einigen Tagen wurde hier durch die Kreisleiterin Frau Harth- Allendorf a. d. Lda. eine Ortsgruppe der R S. - Frauenschaft gegründet, der mehr als 50 Frauen und Mädchen beitraten. Die Leitung liegt in Händen von Frau S ch i l l i n g e r. R ö t h g e s , 13. Dez. Heute feierten Altbürgermeister Georg Meckel und seine Ehefrau Anna, geb. M e ck e l, in geistiger Frische das Fest der Goldenen Hochzeit. Kreis Friedberg. -1- Butzbach, 11. Dez. Rach einem Vortrag eines Mitgliedes des Kampfbundes für deutsche Kultur im Saale der Oberrealschule wurde hier eine Ortsgruppe der Deutschen Husten? 28ötidbofer Brust-u.Hnsten-Tee neg. alten Schleim, Katarrh usw. Tees gegen alle Leiden von 65 Pf. ab. oeess Kräuterhaus &I-JUN6 Dießen 1. d. Schnlstr. NIEDERHAUSEN schon in kleinsten Raten Bahnhofstraße7106D gegenüber Hotel Schütz. LVewrrarhts bäume frisch einoetroffcn. Verkauf: Kirchenvlatr 15 bei der Stadlkirche. Fran Schmidt, ocoes Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstraße 7 Detektiv K. 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Spies, Sattlermeisler in Gießen. 7493V Beschluß. Das Konkursverfahren wird eingestellt, ba eine den Kosten des Verfahrens entsprechende Konkursmasse nicht vorhanden ist. Gießen, den 25. November 1933. Hessisches Amtsgericht. ! J Amtliche Vekanntmachungen des Kreisamts Gießen. Gemäß Artikel 5 Absatz 3 des Gesetzes, den Ersatz des Wildschadens betr. in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juli 1899 ist von dem Kreisausschuß Gießen zwecks Feststellung von Wildschäden die aus den nachstehenden Sachverständigen bestehende Wildschadenkom- Mission für die einzelnen Teile des Kreises für die Dauer von drei Jahren ernannt worden. Bezirk I. Mitglieder: 1. Kaspar Gg. Jung, Leihgestern, Vorsitzender; 2. Ludwig Keßler VII., Großen-Linden; 3. Menges, Forstwart, Baumgarten bei Gießen. Ersahmitglieder: 1. Wilhelm Schwalm, Lollar, stellvtr. Vorsitzender; 2. Preiß, Oekonom, Gießen; 3. Karl Kolmer, Landwirt, Watzenborn-Steinberg. Bezirk II. Mitglieder: 1. Matth. Moritz Ohly, Lolzheim, Vorsitzender; 2. Knöpper, Landwirt, Dorf-Gill; 3. Gottfried Leidlich, Grüningen. Ersatzmitglieder: 1. Leinrich L oller, Ober°Lörgern, stell- vertr. Vorsitzender; 2. Findt, Forstwart, Lich; 3. August Görlach, Eberstadt. Bezirk III. Mitglieder: 1. Groß, komm. Bürgermeister, Annerod, Vorsitzender: 2. Gustav Walter, Beuern; 3. Karl Albach, Lattenrod. Ersahmitglieder: 1. Leinrich Rink, Steinbach, stellvertr. Vorsitzender; 2. Karl Pfeiffer V., Großen-Buseck; 3. Nagel, Förster, Forsthaus Baum- garten bei Lausen. Bezirk IV. Mitglieder: 1. Gustav Lubssh, Landwirt, Trais- Lorloff, Vorsitzender; 2. Rudolf Reih, Stühpunktleiter, Inheiden; 3. Gust. Sarnes, Forstwart, Langsdorf. Ersatzmitglieder: 1. Willi Koch, Landwirt, Nonnenroth. stellvertr. Vorsitzender; 2. Äermann Moog, Bürgermeister, Bellersheim; 3. Äermann Kammer, Landwirt, Bel- lersheim. Bezirk V. Mitglieder: 1. Albert, Vürg.rmeister, Queckborn, Vorsitzender; [ 2. Bürgermeister Knauß, Stangenrod; ; 3. Rudolf Ritter, Förster, Grünberg. Ersahmitglieder: 1. Wilhelm Schomber, Odenhausen, stellvertr. Vorsitzender; 2. Paulus Walter, Land- u. Gastwirt, Ettingshausen; 3. Leinrich Schmidt IV., Landwirt, Lauter. Nach der Polizeiverordnung betreffend die Bekämpfung der Schnakenplaae vom 28. November 1911 t)at jeder Grundstückseigentümer die Keller und anderen Räume, in denen erfahrungsgemäß Schna- ken zu überwintern pflegen, in den Monaten Dezember bis Februar mindestens einmal gründlich auszubrennen oder aus- zuräuchern. 199 05 3hntn öaitlcbla* größte Hutomobilfabrik1934 bietet typs eingespielt sind. - Sofort lieferbar. Preise ab Work Rüsselsheim a. M. OPELbnng^ Weihnachten Näheres sagen können. Preise ab Werk Rüsselsheim a. M. Preise ab Werk Rüsselsheim a. M. Seit Jahren hat Opel die Motorisierung Deutschlands durch den Bau wirtschaftlicher, preiswerter Qualitätswagen angesirebt. Im Sinne dieser Tradition und im Einklang mit der gewaltigen Bewegung für Deutschlands Verkehrsentwicklung eröffnet das 1934er Opel-Programm vielen die Möglichkeit, Nutzen, Vorteile und Annehmlichkeiten eines eigenen Automobils zu genießen. ___-—rTTauch- \ liehe Lösung des Transporiproblems. - Sofort lieferbar. Vas vollwertige viersitzige Volksautomobil für RMJ88O 1,2 Ltr. 4 Zyl. Limousine! Restlos erprobte Konstruktion, in der Praxis zehntausendfach bewährt. Große Kraftreserve. Allen Anforderungen spielend gewachsen. Ein geräumiger Qualitätswagen, leistungsstark, zuverlässig, wirtschaftlich - das deutsche Volksautomobil im vorbildlichen Sinne des Wortes. Neben der Limousine zu RM 1880 wird der gleiche Typ auch als Cabriolet-Limousine für RM 1990 und als Limousine in Spezialausführung für RM 2200 geliefert. Diesen überragend hohen Gegenwert zu so niedrigem Preis zu bieten, ist nur mög- lieh, weil Herstellung, Organisation und Lieferanten auf den Bau dieses erprobten Qualiiäts- Einen neuen wirtschaftlichen kintonner»Blitz« Schnell-Lastwagen, Robustes Lastwagen - Fahrgestell, leistungsstarker, widerstandsfähiger 2 Ltr. Sechszylinder. Das Chassis allein kostet RM 2450. Der schnelle, zuverlässige Kasten- oder Priischenwagen kostet nur RM 2990. - Für Betriebe, die durchschnittlich Lasten von etwa l To. zu befördern haben, bedeutet die Schaffung dieser neuen Nutzlasitype die zweckmäßige und wirtschaft- Niedrigere Preise für Lieferwagen und »BlitzLastwagen Die wegen ihrer Zuverlässigkeit, Widerstandskraft und Schnelligkeit überall beliebten, in allen Branchen bewährten 2 und 2'/2To. Blitz Schnell-Lastwagen werden jetzt schon von RM 3600 (Chassis) an geliefert. Außerdem wurde der Preis für den bekannten 1,2 Ltr. Opel Lieferwagen auf RM 2350 herabgesetzt, damit auch kleinere Betriebe in Zukunft die Möglichkeit haben, ein vollwertiges Liefer-Automobil in Dienst zu stellen. Preiw <ü> werk Rüueiiheim a. m. Zwei nme gröstere personmwagm-lWM mit umwchendmNeumWm in verschiedenen Modellen zu Preisen von RM 2500 bis RM 4500 Fahrkomfort und Fahrsicherheit dieser vollendet schönen Wagen sind durch eine seit Jahren in aller Stille entwickelte, bis ins letzte erprobte, völlig neuartige Konstruktion zu einer bisher für unerreichbar gehaltenen Vervollkommnung ausgebildet. Einzelheiten über diese Wagen folgen in Kürze. Ihr Opelhändler wird Ihnen schon vor OPEL bietet 1934 so umwälzend Neues und in jeder Beziehung Vorteilhaftes, daß es unbedingt in Ihrem Interesse liegt, sich über das nächstjährige Opel-Programm und die neuen Opel-Preise zu unterrichten. Setzen Sie sich deshalb mit dem nächsten Opelhändler in Verbindung, damit er Ihnen unverbindlich über alle Fragen Auskunft geben kann. OPEL Der Zuverlässige Bühne gegründet, der sogleich alle Anwesenden beigetreten sind. Sie verfolgt den Zweck, alle Stande des Volkes zu erfassen und auch den Minderbemittelten, denen seither ein Theaterbesuch nicht mög- lich war, für weniges Geld diese Kunststätten zugänglich zu machen Ihr Ziel ist die Schaffung einer Volksgemeinschaft, das deutsche Theater zu erhalten und zu bereichern im nationalsozialistischen Geiste. Die hiesige Ortsgruppe ift an den Kampfbund für deutsche Kultur angeschlossen. Im Laufe des Winters werden die Rhein-Mainische-Bühne und auch dos Gießener Stodttheater einige Vor- Heilungen geben Der Mitgliedsbeitrag betragt pro Jahr eine Mark. Darin sind die Vergünstigungen enthalten, die beim Besuch von Theatervorstellungen gewährt werden. > C • i» ± Groh-Eichen, 13. Dez. Nachdem in den letzten Jahren hier fast gar leine Zigeuner -u sehen waren, tauchen diese braunen Gesellen jetzt wieder öfters auf. Mit einer Aufdringlichkeit ohne- gleichen betteln sie in den Häusern und scheinen dos Wörtchen „Bescheidenheit" nicht zu kennen. Es wäre zu wünschen, daß diesen Plagegeistern schärfer aus die Finger gesehen wurde. ftreie VUerclö. • Alsfeld. 13. Dez. Beim Laufen auf der Eisdecke der Schwalm bei dem Nachbarorte Eudorf brach der sechs Jahre alte Sohn des Einwohners Federschmied an einer dünnen Stelle der Eisfläche ein und versank im Was- s e r. Der zufällig in der Nähe weilende elf Jahre alte Schüler Fritz Adam aus Saarbrücken, der als S a a r k i n d in Eudorf zur Eholung weilt, ipang rasch entschlossen hinzu, packte den kleinen Buben und brachte ihn glücklich aus dem Wasser heraus ans Ufer. Mrcie Lauterbach. £ Lauterbach. 13. Dez. Die jüngste Sammlung vom Eintopfgericht ergab in unserer Stadt den Betrog von 536,35 Mark. Gleichfalls wurden dieser Tage auch die in den hiesigen Geschäften ausgestellten Sammelbüchsen für den Zwillings Pfennig geleert. Bei der vorigen Zählung, die HO Maik ergab, waren nur 33 Sammelbüchsen verausgabt worden, inzwischen sind noch weitere 52 Büchsen in verschiedenen Geschäften aufgestellt worden. Diesmal sind aus vielen einzelnen Pfennigen 199,09 Mark zusammengekommen. Preußen. autWetzlar * Rodheim a. d. Bieber, 13. Dez. Der hiesige Kriegerverein hielt im Benderschen Lokal seine ordentliche Monatsoersammlung ab. die von 40 Kameraden besucht war. Der Vereinsführer, Kamerad M ü s s e n e r, eröffnete mit einer markigen Ansprache die Versammlung und gab der Hoffnung Ausdruck, daß nunmehr nach einer gewissen Ruhepause das Vereinsleben — und nicht zuletzt durch die Neuaufnahme von neuen Mitgliedern — wieder neue Impulse erhalten und die Sitzungen wieder bester besucht werden mögen. Alsdann vollzog der Vereinsführer in feierlicher Weife die Verpflichtung von acht neuen Mitgliedern, womit die Zahl der Vereinskameraden die Zahl 70 überschreitet. An Stelle des mit anderen Aemtern stark über- lasteten bisherigen Schriftführers Kamerad Sch n e i- der bestimmte die Vereinsleitung den Kameraden Ziehmer zum künftigen Protokollführer. Der Verein beschloß sodann, für diesen Winter von der Veranstaltung eines Wintervergnügens Abstand zu nehmen, dafür die Hauptjahresoersammlung in die Nahe des 18. Januars zu legen und diese zu einer Reichsgründungsfeier auszugeftalten. Zudem gedenkt der Verein, geschloffen im Sommer zu der Reichskriegertagung nach Frankfurt a. M. zu fahren und schon jetzt mit der Bereitstellung von Geldmitteln für leistungsschwache Kameraden zu beginnen. Nach Feststellung der Kameraden, tie 25, 40 und 50 Jahre dem Kyfhäuserbund angehören, wurde Kamerad Karl Platt zum stellvertretenden Fahnenträger ernannt. Der Verein ermächtigte alsdann seinen Führer zur Beschaffung der neuen Bundesfahne. Es wurde ferner angeregt, die Vereinschronik weiterzuführen, wozu sich die Kameraden Lehrer zur Verfügung stellten. Nachdem noch Kamerad Lehrer M e i) e r zum Pressewart bestimmt war, teilte der Vorsitzende mit, daß voraussichtlich am kommenden Sonntag im benachbarten Vetzberg ein neuer Kriegeroerein gegründet werden wird. Dadurch werden zwar vier Kameraden aus unseren Reihen scheiden, aber wir begrüßen aufs herzlichste den Entschluß der Vetzberger, und unser Verein wird, wenn irgend möglich, geschlossen an dieser Gründungsfeier teilnehmen. Es fand bann noch dn4 Tellersammlung für den Reisefonds statt, die 4,62 Mark ergab. Hierauf schloß der Vereinsführer die arbeitsreiche Tagung und gab feiner herzlichen Freude Ausdruck über den reibungslosen und erhebenden Verlauf der Versammlung. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren Reichspräsidenten und den Volkskanzler Adolf Hitler und mit dem Gesang der Nationalhymnen erreichte die Tagung ihr Ende. Bei allen Soldatenliedern blieben die Kameraden noch fröhlich beieinander, und manchem ist es vielleicht recht eigentlich erst jetzt zum Bewußtsein gekommen, daß Kameradschaftlichkeit doch mehr ist als Begriff und Name, aber auch wohl, daß es unserer neueren Zeit wieder Vorbehalten blieb, diesem Begriff ,Kameradschaft" einen neuen Inhalt und eine neue Bedeutung zu geben. i Waldgirmes. 13. Dez. Die Holzfäl« lungsarbeiten im Gemeindewald haben be« gönnen. Dreißig Wohlsahrtsempsänger und zwanzig Landwirte wechseln alle zw.i Wochen ab. Vor- Seschen ist die Fällung von 2000 Festmetern in 36 [rbeitstagen. Gleichzeitig läßt die Gemeinde 2000 Meter Steine zum Bau von Feld- und Waldwegen brechen und zum Teil zerschlagen. Diese Arbeit soll in 4500 Tagewerken erledigt werden, wozu die Gemeinde pro Tagewerk drei Mark Zuschuß erhält. — In diesen Tagen werden es 5 0 Jahre, daß der Holzhauermeister Andreas Gis» s e l von hier ohne Unterbrechung, mit Ausnahme feiner drei Militörjähre, zum Holzfällen auf Hof Bubenrod geht. indenn 7400V Vertretung und Fabrik lager: Ernxt Meyer. Frankfurt am Main. OewerNtraOe 19, Tel. 13661. Ä W _ in original- Holländerin wP^fs Deutsche 'Weibnacbd Deutsche Gaben! w W __ j Kommen Sie bitte zu mir! tlOrSt Mar k (strafte 28 Firma Carl Horn Herren-Bekleidung, Jünglings-Bekleidung, Knaben Bekleidung, Damen-Mäntel, Berufskleidung Dienstbekleidung für SA., PO., HJ., JV. Einheitskleidung für BDM. Kleiderstoffe in Wolle, Seide, Baumwolle * Wäschestoffe, Bettwäsche, Leibwäsche, Tischwäsche Baumwollwaren, Weihwaren, Buntwaren, Unterkleidung, Trachtenartikel, Trachtentücher V 7481 A y Ain 13. Dezember verschied sanft nach längerem schweren Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester. Schwägerin und Tante Minna Thormann, geb, Kästner im Alter von 73 Jalu-en. Für die trauernden Hinterbliebenen: Alfred Thormann Gießen (Wilsonstraße 6), den 14. Dezember 1933. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 16. Dezember, vormittags 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt ________________________________________________________________75160 WklSWMM? schmerzen? Jucken? stechen? Brennen ’t Dann gebrauchen Sie die icit Jahrzehnten oorsünl bewährte, schmerzstill. Heilfalbe «len'nrin^ (5rb '10 in h An"tbek .,n?v f Der gute X Wermut- Wein 7507 A verkürzt angenehm die langen Winter-Abende und kostet nur 75 Pf. das Liter Als Weihnachts - Geschenk besonders geeignet. Ital. 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