Dienstag, November 1935 185. Jahrgang Nr. 267 Erstes Blatt Das Echo des Auslands einviertel Jahrhunderten zu den Engländern unterhalte, mit denen es Jahrhunderte hindurch ganz andere Duelle ausgefochlen habe. Paris, 14. Koo. (TBIB. Funkfpruch.) Der Gedanke einer direkten deulfch-franzöfifchen Aussprache tvicb — abgesehen von einigen Unentwegten — von den Blättern immer mehr in den Bereich der Möglichkeit gezogen. Daß dies mit allen Vorbehalten und zum Teil recht gewundenen Begründungen geschieht, braucht nicht zu verwundern, da dem französischen Bott bis in die jüngste Zeit eingehämmert wurde und noch wird: eine deutsch-französische Aussprache wird mit einer Katastrophe enden. „211 a t i n" führt aus: Die Bündnisse der Bölterbundspolitik haben Frankreich nur Enttäuschungenund Vertu sie eingetragen. Folglich bleibe nur die direkte Aussprache mit Deutschland ohne einen Dritten und ohnevermittler. Diesen Weg habe Briand in Thoiry beschreiten wollen. Kun erscheine unter den heutigen Umständen der Weg der direkten Asusprache der einzig mögliche zu sein. Das Reich sei zu Verhandlungen bereit, schreibt „O e u v r e", v e r h a n d e l n wir also! — „volonte" erklärt: Wir dürfen nicht warten, bis die deutsche Glocke auss neue ertönt. Paul-Boncour muh sich heute bereit erklären, unter bestimmten Bedingungen mit Hitler zu verhandeln. Jeder Tag, der vergeht, kann den Vorteil einer solchen Initiative nur verringern. — „Republique" schreibt: Da der Reichskanzler immer wieder seine friedliche Absicht beteuert hat, würden wir uns ins Unrecht setzen, wenn wir uns den Anschein geben, a l s lehnten wir von vornherein jede Aus- spräche mit Deutschland ab. Auch die katholische „Aube" ist der Auffassung, daß Frankreich aus diplomatischem Wege Verhandlungen mit Deutschland aufnehmen könnte, „he r v 6" regt an, Deutschland aus eigener Initiative zu fragen, ob man nicht ein gut nachbarliches Verhältnis zu einander finden könne, wie Frankreich es feil ein- 3h Paris wächst dir Siinmmng für eine biretle Aussprache mit SruiWmd. Erschein, rügltch, außer Sonntags und Feienag» Beilagen. Vie Illustriert» Giessener Familienblättei Heimat im Bild Die Scholl» Ulonats>Be$ugsprds: Mit 4 ‘Beilagen RM 195 Ohne Illustrierte . 1 80 Zustellgebühr . --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höhere, (Bemalt Hernsprechantchlüsfe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Siesten. poftschecktonto: $rardfurt am Main 11686 für eine Herabsetzung der Weltrüstungen a u f das niedrig st mögliche Niveau. Wir müssen kämpfen, daß eine Begrenzung der Rüstungen in jedem Lande erreicht wird durch ein Abkommen, dem die Länder freiwillig beitreten können. Wir können sagen, daß wir mit Energie und Mut diesen Weg verfolgt haben, daß wir ihn weiter verfolgen werden und daß wir keinen Stein unberührt lassen werden, um der Welt den großen Nutzen zu verschaffen, den die internationale Abrüstung durch em Weltabkommen liefern kann. Das Mitglied der Arbeiteropposition Wedge- wood nahm in überaus gehässiger Form gegen Deutschland Stellung. Der Redner ließ sich zu der gänzlich abwegigen Bemerkung hinreihen, daß Deutschland beschlossen habe, aufzurüsten, um der Welt zu zeigen, daß es wenigstens gefürchtet werden solle, wenn es nicht geliebt werden könne. Don diesem Entschluß könne keine Revision der Friedensverträge Deutschland abhalten. Im übrigen erlaubte sich Wedgewood, über rein innerpolitische Fragen Deutschlands abfällige Werturteile abzugeben. Bei der A b st i m m u n g wurde der Tadelsantrag der Arbeiteropposition mit 409 gegen 54 Stimmen abgelehnt. Die liberalen Anhänger Sir Herbert Samuels enthielten sich der Stimme. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« Klameanzeigen von 70 mra Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20u , mehr. Chefredakteur Dr Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den An« zeigenteil i. D. TH.Kümmel sämtlich >n (Bienen. Versöhnung oderalfeZwiettacht? Ein italienischer Appell an die Vernunft der europäischen Mächte. Rom, 13. Nov. (TU.) Gayda betrachtet im Leitartikel des halbamtlichen „G i o r n a l e d ' I t a Ito die mögliche internationale Wirkung der deutschen Volksabstimmung, die er die plastische Demonstration der nationalen Solidarität nennt und stellt sofort fest, daß durch sie keine neuen Tatsachen geschaffen werden. Alles, was mit dem „3a" der über 40 Millionen Abstimmenden gesagt ist, sei schon in präziser Form von der Regierung Hitlers in Gens und den Hauptstädten Europas gesagt worden. Es gibt deshalb — wir sprechen nicht zum faschistischen Italien, sondern zu anderen Ländern und politischen Kreisen — fei ne neuen Grund zum Alarm. Dagegen muß man mit dieser lebendigen und organisierten Wirklichkeit der deutschen Nation und ihrem auf einen Frieden mit Ehre und Gleichberechtigung gerichteten Willen rechnen. Man muh sich auch vollkommen klar machen, daß es hinfort unmöglich ist, von Deutschland ein Zurückweichen aus dieser Stellung zu erwarten. Deutschland wird in einem durch die nationale Einigung noch gesteigerten europäischen Verantwortungsgefühl seinen Standpunkt sicher nicht bis zum äußersten überspannen. Aber kein Land Europas wird dessen Bedeutung übersehen ober entwerten dürfen. Ein neuer entscheidender Augenblick in der Geschichte Europas zeichnet sich heute ab. Er läßt sich dahin zusammenfassen: „Entweder Versöhnung oder schwerer endgültiger Bruch der europäischen Eintrach t." Zum Schluß appelliert Gayda an die Vernunft der anderen europäischen Mächte, die einzige beunruhigende' Tatsache des Augenblicks bestehe gerade dann, daß gewisse politische Kreise mit der Deutung der deutschen Volksabstimmung als eines neuen er(d3roeren* den Elements der Berliner Politik zu spekulieren versuchten. 2Tlan müsse abroarfen, wie sich bas gestrige Wahlergebnis in Deutschland auswirken werde. 3m gegenwärtigen Augenblick werbe bas Unterhaus wohl keine Erklärung über bie Absichten der britischen Regierung verlangen. Großbritannien stehe rnitFrankreichundJta- Hen in enger Fühlung, und die vereinigten Staaten würben ständig aus bern Lau- senben gehalten. Aber auch mit anberen Kationen, insbesondere kleineren europäischen, stehe Großbritannien in verbinbung. Da auch diese Staaten in Gens vertreten seien, so werde eine Besprechung der schwebenden Fragen sehr leicht sein. „WirersuchenDeutschlan d", so suhr der Premierminister fort, „sichanbie - (e n Beratungen ,u beteiligen, und zwar jetzt und nicht erst zum Schluß, w.r wollen, daß Deutschland sein eigner Wortsührer ist." 2Nan verfolge mit ihnen den Zweck, dem Frieden zu dienen, und ziele nicht etwa auf „Bestrafung ab Großbritannien stelle sich der Anschauung entgegen, daß man den Völkerbund beseitigen müsse, um die gegenwärtigen Schwierigkeiten zu beheben. Großbritannien sei dagegen, daß die Abrüstungsarbeiten aus dem Grunde unterbrochen wurden, weil Deutschland die Abrüstungskonferenz verlassen habe. Der britische Konven- tioiisentwurs bleibe auch weiterhin die Grundlage für die Genfer Beratungen. Der Liberale Sir Herbert Samuel erklärte, um in der Abrüstungsfrage weiter zu kommen, mutze man einen Vorschlag ausarbeiten, den Deutschland annehmen könne, den aber auch die einsichtsvolle Oeffentlichkeit sowohl in Großbritannien als aud in der ganzen Welt billigen könne Zwei Dinge müssen den neuen Beratungen zugrunde gelegt werden' nämlich, daß eine „Aktion" gegen Deutschland nur unternommen werden dürfe, wenn sie moralisch sehr stark fundiert sei, zum anderen aber sei es in höchstem Maße wünschenswert, daß man eine Rückkehr Deutschlands in den Vol- f e r b u n b ins Auge fasse. Der Konservative Lord Dinier ton erklärte, er komme soeben aus Deutschland zurück. Bei objektiver Betrachtung der Sachlage sei Macdonatd fordert Deutschland zur Teilnahme an neuen Verhandlungen auf. Abrüstungsdebatte im britischen Ltnterhaus. - Ein Tadelsvotum der Arbeiteropposition mit großer Mehrheit abgelehnt. Macdonalds Erklärung, daß die Gleichberechtigung im Prinzip bereits gewährt sei, enthält richtiges und falsches zugleich: unter Mitwirkung Macdonalds wurde vor 11 Monaten die berühmte Fünfmächteerklärung ausgearbeitet, aber die Konferenz hat sich so wenig an diese Erklärung gehalten, daß schließlich nicht einmal d i e grundsätzliche Anerkennung der Gleichberechtigung Deutschlands gewahrt blieb. Macdonalds gestern formulierter Vorschlag, eine neue Si ° cherheitsgarantie dadurch zu schaffen, daß die Mächte in feierlicher Form den Verzicht auf Gewaltanwendung aussprechen, ist bekanntlich nicht neu; die Frage bleibt aber offen, ob die französischen Sicherheitswünsche, die weder durch den Völkerbundspakt noch durch Locarno noch durch den Kelloggpakt zu befriedigen waren, durch diese neue Erklärung endgültig erledigt werden können. Am wichtigsten in der Rede Macdonalds aber ist das an Deutschland gerichtete A n ° gebot zu Verhandlungen mit den anderen Mächten, für die er, soweit ersichtlich, keine Klauseln oder Vorbedingungen aufstellt. Auch hier wird es wichtig und interessant sein, zu beobachten, wie die französische Politik darauf reagieren wird. Schon die oben angeführten Pariser Morgenblatter sind auf den Ton gestimmt, daß es besser wäre, unmittelbar und allein mit Deutschland zu verhandeln. So sehr das französische Publikum an diesen Gedanken auch noch geroöhnt werden muß, eine direkte deutsch-französische Aussprache erscheint gerade nach der Rede Macdonalds dem größten Teil der französischen Presse als das „kleinere liebel" gegenüber einer Beratung im Streife der Großmächte, wo Frankreich, wenn nicht isoliert so doch stark in die Defensive gedrängt wäre. Polen. Warschau.». N°°. (WTB.) Das R-gl-rungs. blatt Gazeta Palska nennt das Wahlresnltat für bie Regierung ungewöhnlich günstig. Obgleich bie Wahlpropaganba überall bie öffentliche Met« GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drrtf vnd verlaa: vrühl'fche Univerfitäts-Vuch- Md Stetnöniderei K. Lange in Gießen. Zchrifttettung und Geschäftsstelle: 7. festzustellen, baß in Deutschlanb jeb ermann, gleichgültig, ob Mann, Frau ober Kinb, gegen jebe Ausrüstung sei. Das Mitglied der Arbeiterpartei Sir George G i l l e 11 gab zu, daß Deutschland Grund Habe, in der Handhabung der Abrüstung durch die übrigen Staaten Veranlassung z u Beschwerden zu sehen. GirFohu Simon wandte sich gegen die Beschuldigung, daß England nicht abgerüstet habe. Die britische Regierung sei nicht der Urheber der Abänderungen an dem Mac- donald-Plan gewesen. Es wäre äußerst irrig, anzunehmen, daß man Deutschland Vorschriften machte. 3n erster Linie z. B. fei die sogenannte Bewährungsfrist nicht eine Inspektion nur für Deutschland gewesen; alle anderen Lander würden verpflichtet, ihre Rüstungen in keiner Weise zu erhöhen mit dem Ergebnis daß F r a n k r e i ch seine militärische Starke sehr beträchtlich h e r a d s e tz e n wurde. Wir wünschen, so schloß Sir John Simon, eine Abrustungs- konoention. Dies ist stets unser Ziel gewesen. Wir hoffen, daß eine Gleichheit für Deutschland hergestellt wird durch eine sehr nahe an das gegenwärtige deutsche Niveau herankommende h e r a b- s e tz u n g d e r R ü st u n g e n. Wir müssen kämpfen Die Pressestimmen des Auslandes, die bisher vorliegen, können selbstverständlich nicht das Ergebnis der Wahl umfälschen. Es geht auch nicht an, wie es das „Echo de Paris" tut, zu behaupten, eine Regierung, die ein solches Vertrauen geschenkt bekommen habe, müsse einfach auf Grund dieser Tatsache als kriegslüstern betrachtet werden. Die Mehrzahl der französischen Zeitungen ist noch aus den Ton des Mißverständnisses gestimmt, auch wenn sich alle französischen Blätter in einer Tatsache einig sind: unerhörte Stärkung der Regierung und erhöhte Stoßkraft für die Durchsetzung der außenpolitischen Forderungen. Die englische Presse sieht die Dinge bereits weitaus nüchterner. Es liegt dem englischen Sinn für Realpolitik nicht, Illusionen nachzujagen oder eine auf Wunschbilder gestützte Politik zu treiben, wenn die Wucht der Tatsachen eine ein= heutige Sprache spricht. Die englische Oeffentlichkeit wird zweifellos auf das Stärkste beeindruckt sein und es ist zu hoffen, daß Macdonald nun auch in die bargebotene Hanb Deutschlanbs em= schlagen wirb. ... Daß bie ostpolitischen Vasallen Frankreichs nur ben Widerhall von Paris barftellen, war zu erwarten. Aber gerabe auf Frankreich kommt es Deutfch- lanb an. Frieben unb Gleichberechtigung sind nicht möglich, wenn ' Frankreich nicht bie Vernunft siegt. Deutschland und Frankreich dagegen Hand in Hand sichern ben Weltfrieben wie niemals zuvor. Eine der wenigen Zeitungen, die dies erkannt hat ist die „Victoire" Gustave Herväs, der ben Mut hat zu schreiben: „Anstatt Deutschlanb zu Der- fluchen, sollten wir ihm lieber für das herrliche Beispiel des Mutes, der Vaterlandsliebe ^ der Disziplin und der politischen Klugheit danken! So- lanae in Frankreich allerdings bie alten Parteien im Stile ber halb korrupten 3ntrigantenpolitif bes 19.Iahrhunberts ben Ausschlag geben, mürb em solcher Dank in Gestalt ber Nachahmung bes beut» Ichen Beispiels kaum möglich em. Hier kann man nur an bie eherne Unerbittlichkeit geschichtliche.r Entwicklungen glauben: bie autoritative Demokratie ber Jugend wird sich, wenn auch gleicht unter allen europäischen Volkern zuletzt, auch in Frank reich durchsetzen. Die Wett hat das Wort. Der überwältigende Wahlsieg des Führers hat bewiesen, b«nß Nationalsozialismus und Deutschland eines sind. Es gibt auf ber ganzen Welt keine Regierung mehr, die eine solche Einmütigkeit des Volkes vorzeigen konnte. Bei der faschistischen Wahl 1929 in Italien handelte es sich weniger um eine parlamentarische Abstimmung, als um eine Entscheidung für die Liste der Korporationen und ständischen Selbstverwaltungen. Die andern diktatorisch regierten Staaten, Rußland und die Türkei, Haden bisher noch niemals eine solche freie Wahlentschei- bung ermöglicht, wie sie in Deutschland tatsächlich stattgesunden hat. Die Kanzlerschaft Hitlers ist in Zukunft gleichzeitig vollendete Demokratie im altdeutschen Sinne unb autoritatives Führerturn nach ben politischen Lebensgesetzen bes 20. Jahrhunberts. Gestützt auf biefe Ibentität von Volk und Staat, von Volkswillen und Führerwillen, kann nun Adolf Hitler daran gehen, den Kampf um die außenpolitische Gleichberechtigung Deutschlands aufzunehmen und durch einen vollen Erfolg zu frönen. Denn die Bedeutung der Wahl liegt vorwiegend auf außenpolitischem Gebiete. Das deutsche Volk bedurfte biefer Abstimmung nicht mehr, um fein unbedingtes Vertrauen zum Führer zu beweisen. Wer in den letzten Monaten die Zuversicht des Volkes beobachten konnte, der war nicht darüber im Zweifel, daß wirklich bis auf verschwindende Reste die innere Gleichschaltung der deutschen Nation vollzogen war. Dieses deutsche Wunder der Nationw r- dung aber kann nur derjenige verstehen, der wenigstens einen Teil des trostlosen Jahres 1932 und das aanze Jahr 1933 in Deutschland selbst erlebt hat. i)ies trifft nur auf einen ganz geringen Kreis von Ausländern zu, von denen gerechterweife gejagt werden muß, daß sie es an Versuchen zur Aufklärung nicht fehlen ließen. Planmäßig ist jedoch die Weltmeinung vergiftet worden. Sprach man seither einen Franzosen, Engländer oder Amerikaner, aber auch einen Norweger, Spanier ober Rumänen, stz, wurde einem stets die groteske Meinung vorgehalH ten, Deutschland stöhne unter dem Schreckensregiment einer kleinen militaristischen Minderheit, Deutschland bereite freventlich einen neuen Krieg vor unb sei vom Taumel ber Rüstung ergriffen. Fremde Staatsmänner wie Herriot, Paul-Boncour, Simon wie auch der frühere englische Außenminister Sir Austen Chamberlain hielten es mit ihrer staatsmännischen Würde für vereinbar, Öffentlich solche Derdächtignngen gegen Deutschland auszusprechen und immer abwechselnd das deutsche Volk und die deutsche Regierung der Dummheit und der Niedertracht zu zeihen. .,, . Das Deutschland Adolf Hitlers aber will ben Frieben. Unb weil ber Frieben nur gesichert sein kann, wenn er unter gleichberechtigten Staaten abgeschlossen wird, so forderte das völlig abgerüstete Deutschland entweder die Abrüstung der andern oder die Gleichberechtigung auch auf wehrpolitischem Gebiet. Niemals hat Adolf die Aufrüstung gefordert, niemals verirrten sich feine Reden in das Gebiet außenpolitischer Drohungen, die sich fast in allen Reden anderer europäischer Staatsmänner nachweisen lassen. Um den deutschen Friedenswillen und die Einmütigkeit des deutschen Volkes in der Gleichberechtigungsforderung vor der Welt zu dokumenrieren, sind diese Wahlen burch- qeführt worden. Es waren außenpolitische Wahlen, es war ein Appell Deutschlands an die Welt und jetzt, wo Deutschland nach einem so gigantischen Bekenntnis schweigend die Wirkung dieses Appells abwarten kann, hat die Welt selbst das London, 13. Nov. (WTB.) Im Unterhaus wurde von der Arbeiteroppochion ein Tadelsvotum gegen die Regierung in der Adrüstungssrage eingebracht. Der Arbeiterführer Morgan Jones erklärte dazu u. a., der gesamte Beitrag der britischen Regierung zu der Abrüstung während bes Jahres 1932 liefe auf die Aufgabe keines einzigen britischen Tanks hinaus. Als Jones erklärte, eine schwere Verantwortung für den Mißerfolg der Abrüstungserörterungen im letzten Jahr liege beim britischen Staatssekretär bes Aeußeren, protestierte die Regierungsseite durch laute Nein- und Schande-Rufe. Die Verhandlungen in Gens über die Lustabrüftung hätten ein allgemeines Gefühl der Depression erzeugt, besonders bei den deutschen Delegierten. Was innerhalb Deutschlands geschehe, sei Sache des deutschen Volks. Das Wesentliche sei, das deutsche Volk zu überzeugen, daß es von den anderen Nationen und vom Völkerbund gerecht behandelt werde. Was Deutschland gerechte Behandlung nenne, sei vollkommen präzis. Deutschland bestehe daraus, auf dem Fuße der Gleichheit behandelt zu werden. Morgan Jones legte anhand der Erklärung vom 11. Dezember 1932 hierauf bie Berechtigung des beutfchen Anspruchs dar. Der Redner forderte schließlich tue Abrüstung der anderen Nationen und die Annahme des Planes der Arbeiteropposition als Grundlage und Ziel der englischen Abrüstungspolitik. Premierm n Her Macdonald orderte unter großem Beifall der Anhänger der Regierung den von der Arbeiterpartei eingebrach- ten Vorschlag, eine internationale Polizei aufzustellen, abzulehnen. Großbritannien könne keine neuen internationalen Verpflichtungen auf sich nehmen, die mit dem Abrüstungsproblem im Zusammenhang stünden. Im Prinzip fei die Gleichberechtigung bereits gewährt; praktifch solle sie, nachdem auch auf diesem Gebiet eine Einigung erzielt worden fei, in Etappen durchgeführt werden. Die hochgeruste- ten Staaten sollen abrüsten und die unbewaffneten Mächte eine größere Sicher h e i ts- gar a n t i e übernehmen. Die Erhöhung der Sicherheit solle darin bestehen, daß die in Frage kommenden Mächte eine Erklärung abgaben, m a h - renb mehrerer Jahre auf das Mittel ber Gewalt zur Durchsetzung ihrer Beschwerden zu verzichten. Diese Dinge seien bereits im März erörtert worden, als er den Konventionsentwurf eingebracht habe. Der deutsche Vertreter habe damals keine Bedenken geltend gemacht Seit damals habe sich die Lage jedoch verändert Alle diejenigen, die dazu beigetragen hatten, baß sich bas Bild gewanbelt habe, hätten bannt weber dem Abrüstungsgedanken noch Deutschland gedient. nung unter moralischen Druck gesetzt hätte, müsse doch angenommen werden, daß Die absolute Mehrheit des deutschen Volkes hinter der Regierung stehe. Die nationaldemokratische Gazeta War- szowska spricht von einem imponierenden Sieg Hillers. Die ganze Nation stehe hinter der Politik der Regierung. Holland. Amsterdam, 13. Nov. (WTB.) „Nieuws van den Dag" schreibt, das Wahlergebnis werde auf die Erfüllung der deutschen Forderung noch Gleichberechtigung von erheblichem Einfluß sein. Es sei zugleich aber auch von größter Bedeutung für die Innenpolitik der Nationalsozialisten. Diese Partei, die eine legale Revolution durchgeführt Habe, könne jetzt in Uebereinstimmung mit ihrer Alleinherrschaft auf legale Weise einen neuen Reichstag zusammenstellen, ein Parlament, das in jeglicher Hinsicht den zustandegekommenen totalen Staat zum Ausdruck bringen und allen Maßnahmen der Regierung den Stempel der Gesetzlichkeit aufdrücken werde. Auch das sozialdemokratische „V o l k" hebt in den Ueberschriften hervor, daß die Nationalsozialisten mehr als 90 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten haben und versucht dieses Ergebnis lediglich mit der Behauptung abzuschwächen, daß auf vielen Wählern ein starker moralischer Druck gelegen habe. Der Berliner Korrespondent des Blattes muh aber zugeben, daß von einem „Wahlterror" keine Rede sein könne. Niemand habe den Wählern in den Wahllokalen über die Schulter gesehen um zu kontrollieren, wie sie ihre Stimmscheine aussüllten. Er muß ferner zugeben, daß diejenigen, die mit Nein stimmten, keinerlei unangenehme Folgen davon gehabt hätten. Oänemaik. Kopenhagen, 13. Nov. (WTB.) Das Ergebnis der Wahlen in Deutschland hat einen tiefen Eindruck gemacht. Berlingske Tidende führt aus, daß das Führerprinzip, nach den Zahlen zu urteilen, gestern vom deutschen Volk in so überwältigendem Maße anerkannt worden sei, daß die Regierung Hitlers darin recht bekommen habe, wenn sie erkläre, sie sei mehr demokratisch verankert als irgendein anderes Regierungssnflem der Welt. Es habe zwar niemand daran zweifeln können, aber die Zahlen hätten sicher doch viele aufs höchste überrascht. Stimmen aus dem Reich. Berlin, 13. Nov. Der überwältigende Wahlsieg der Reichsregierung wird von der gesamten Presse im Deutschen Reiche einmütig in seiner vollen Bedeutung gewürdigt. So schreibt u. a. die „Kölnische Zeitung": Das Ergebnis ist eine Erklärung zum wahren Frieden und eine Absage an die Gewaltanwendung, an den „Krieg als Mittel der nationalen Politik", ein Rus nach einem neuen, echten Völkerbund, allerdings auch ein Verdammungsurteil gegen das Gebilde, dem in D. failles jener Wahn beigelegt wurde. Die „M ü n ch e n e r Neuesten Nachrichten" schreiben u. a.: Der 12. November 1933 hat den entscheidenden Durchbruch zum neuen Reich gebracht. Er hat mdgültig und siir immer die letzten Reste der November- Republik zertrümmert. Der „Bayerische Kurier" spricht von einem einzig dastehenden Vertrauensvotum. Der „Völkische Beobachter" (Süddeutsche Ausgabe), bemerkt u. a., Adolf Hitler hat mit dem Ergebnis vom 12. November so unumschränkte Vollmachten erhalten, wie sie kaum ein anderer Staatsmann auf der ganzen Welt zur Zeit besitzt. Die „Frankfurter Zeitung" erklärt: Es ist gar kein Zweifel, daß diese innerpolitische Entscheidung, die von manchem bestandenen Gewissenskamps zeugt, nur möglich war, weil diese Entscheidung zugleich die Anerkennung enthielt der schicksalhaften Bedeutung, die der Persönlichkeit Adolf Hitlers innewohnt. Ihm haben die Ziffern des 12. November bestätigt, daß er der Führer der Nation in ihrer Gesamtheit geworden ist. Die „Leipziger Neue st en Nachrichten" sagen: Das deutsche Volk hat gesprochen. Ob die Völker dieser Erde einschlagen werden, in die ihnen dargebotene Hand? Wir zweifeln nicht daran, daß der 12. November ein Tag sein wird, der das Gewissen der Welt weckt. Das Ja der Nation hat das Nein des Führers in Genf bestätigt, und dieses Wort steht wie ein Flammenzeichen im Nebelmond. Das „Hamburg er .Fremdenblatt" stellt fest: Der 12. November 1933 hat den Schandfleck des 9. November 1918 ausgetilgt. Das „Hamburger Tageblatt" bemerkt: Das Ziel unseres Kampfes ist nicht nur ein freies, gleichberechtigtes Deutschland, sondern eine Völkerfamilie, die aus freien, gleichberechtigten Mitgliedern besteht, und weiter: Die Kraft unserer Idee hat den Rahmen der Partei gesprengt. So kann der 12. November nicht nur als würdiger Abschluß einer Kampfepoche unserer Bewegung gelten, sondern auch als der verheißungsvolle Anfang eines neuen Zeitabschnittes. — Der „Deutsch e , das Blatt der Deutschen Arbeitsfront bezeichnet den 12. November nicht als das Ziel, sondern als die Voraussetzung. „Alles was wir Schönes gesehen hätten seit dem 30. Januar, das müsse jetzt wiederkehren doppelt und dreifach vom Volk selbst aus. Oeffentlich gebrandmarkt werden solle derjenige, der jetzt den Versuch macht, seines Profits wegen Löhne zu senken. Unter gar keinen Umständen dürften jetzt Arbeiter entlassen werden. Jetzt halle doppelt und dreifach der Ruf: „Keiner solle hungern und keiner solle frieren! Heraus mit den Spenden für die Volksgenossen, die von dem früheren System von den Maschinen vertrieben wurden, und die auch die gigantischsten Anstrengungen dieses Jahres nicht mehr in Arbeit bringen konnten." Der neue Reichstag. - Ein Spiegelbild der Volksgemeinschaft. Berlin, 13. Nov. (TU.) Wenn auch die Zutei- hing der Mandate des neuen Reichstags noch einige Zeil in Anspruch nehmen wird, so steht doch schon jetzt fest, daß fast sämtliche Kandidaten des Einheits- wahloorschlages der NSDAP, in den Reichstag ein- ziehen werden. Damit wird die deutsche Volksvertretung zum erstenmal ein wahresSpiegelbild der Volksgemeinschaft sein. Da sind zu- nächst neben dem Führer und Volkskanzler fernst etwa 50 Reichs- und Staatsminister, Reichsstatthal- ter und andere hohe Beamte. Als Vor- und Mitkämpfer für die deutsche Revolution schließen sich an etwa 100 Vertreter der Parteiorganisation der NSDAP, mit den Gauleitern an der Spitze, der SA., der SS. und des Stahlhelm sowie der wirtschaftlichen Organisationen der NSDAP. Die B e» amtenschaft wird, abgesehen von den höchsten und hohen Beamten, weiter durch rund 40 höhere, mittlere und untere Beamte vertreten sein. Entsprechend der Bedeutung der Landwirtschaft werden dem neuen Reichstag auch zahlreiche Bauern und andere in der und für die Landwirt- schaf tätigen Personen, so auch Landarbeiter, angeboren, nämlich mehr als 80. Selbstverständlich sind auch die Arbeiter überhaupt in starkem Umfange berücksichtigt. Rund 40 Kandidaten sind als Arbeiter im Wahlvorschlag gekennzeichnet. In dieser Zahl kommt aber die wahre Vertretung der Arbeiterschaft im neuen Reichstag bei weitem noch nicht zum Ausdruck, da ja zahlreiche Vertreter der politischen und wirtschaftlichen Organisationen der NSDAP., der SA. usw. gleichfalls dem Arbeiterstande angehören. Neben der Landwirtschaft stellt die gewerbliche Wirtschaft in allen ihren Gliederungen ein- schließlich Handel und Industrie im neuen Reichstag eine große Zahl von Abgeordneten, die etwa auf 200 geschätzt werden kann. Unter ihnen werden etwa 40 Handwerker vertreten sein. Der Rest der Abgeordneten verteilt sich auf die übrigen Stände und Berufe. Da in allen Wahlkreisen nur eine Einheitsliste gewählt worden ist, so wird die Mrteilung der Mandate auf die einzelnen Wahlkreise etwas mehr Mühe machen als bei früheren Wahlen. Trotzdem rechnet man aber damit, daß die Vorbereitungen für den ZusammentrittdesneuenReichstages etwa 16 Tage dauern wird. Der neue Reichstag würde demnach schon Ende November oder Anfang Dezember zu seiner ersten Sitzung einberufen werden können. Die Unterbringung der Abgeordneten in Dem Kroll Gebäude am Königsplatz wird keine Schwierigkeiten bereiten. Der ehemalige Theatersaal hatte 1200 Sitzplatze Durch den Einbau von Gängen ist zwar ein Teil dieser Sitze fortgefallen, immerhin waren aber nach dem Umbau 670 Plätze für Abgeordnete vorhanden, von denen bann ein Teil wieder entfernt wurde, weil die Kommunisten ausfielen Jetzt wird es nötig sein, die drei letzten Sitzreihen wieder einzubauen, eine Arbeit, die in wenigen Tagen erledigt werden kann. Bis auf werteres keine rein politischen (Sendungen im Jhinitfunf. Berlin, 13. Nov. (TU.) Reichsminister Dr. Goebbels hat an die Intendanten des Deutschen Rundfunks folgende Aufforderung gerichtet: Die Vorbereitungen zu dem 12. November haben eine außerordentliche Inanspruch, nähme des deutschen Rundfunk» durch die Wahlkampagne nötig gemacht. Um einen gewissen Ausgleich zu schaffen, ordne ich hiermit an, daß bis auf weiteres alle rein politischen Sendungen im Rundfunk zu unterbleiben haben. Uebertragen tperben demgemäß nur solche Kundgebungen rein st a a ts- politischen Charakters, die ein allgemeines öffentliches Interesse voraussetzen und deren lieber- tragung einer besonderen Anweisung durch das Reichspropagandaministerium bedarf. Der Reichspräsident beglückwünscht den Führer. Berlin, 13. Nov. (TU.) Amtlich wird mil- geteilf: „Reichskanzler Adolf Hitler begab sich heute (Montag) zum Reichspräsidenten von Hindenburg, um ihm das amtliche Wahlergebnis zu melden und im Anschluß hieran politische Fragen zu besprechen. Der Reichspräsident sprach dem Herrn Reichskanzler in sehr herzlichen Worten seinen tief empfundenen Dank und seine aufrichtige Anerkennung für die nun durchgeführte politische (Einigung desdeutschen Volkes aus, und gab der sicheren Hoffnung Ausdruck, daß auf der nunmehr geschaffenen Grundlage die Arbeiten im Innern und nach außen mit Erfolg f o r t g e s e tz t werden können, zum Segen des Vaterlands und des deutschen Volkes." • Der Reichskanzler wurde auf der Rückfahrt vom Hause des Reichspräsidenten zur Reichskanzlei von einer großen Menschenmenge begeiffert b e - grüßt. Or.Lky an die Amtswalter der PO. und an die Arbeitsfront. Berlin, 12. Nov. (TU.) Der S t a b s l e i t e r der PO. und Führer der Deutschen Ar- beitsfront, Dr. Robert Ley, hat folgen^ den Aufruf an d i e Amtswalter der Politischen Organisation der NSDAP, erlassen: „Amtswalter der PO.! Wie immer habt Ihr Eure Pflicht getan. Der Sieg, größer als selbst von uns erwartet, ist errungen. Wie in allen den früheren Kämpfen standet Ihr auch diesmal wiederum in vorderster Linie der Partei. Unermüdlich war Euer Eifer und unerhört waren die Opfer. Landauf und landab habt Ihr in Tausenden und Abertausenden von Der- sammlungen gepredigt. Spät nachts kamt Ihr nach Hause, um frühmorgens neue Anordnungen und Befehle für den Kampf zu geben. Aber was am meisten die Welt bewundert: Ihr seid ein so einheitliches Korps von gleichem Fühlen und Denken geworden und so mit dem Führer, unserem Adolf Hitler, verwachsen, daß Ä)r befähigt seid, die Gedanken des Führers in vollendeter Weife dem Volk zu vermitteln. Führer und Volk sind eins geworden und Ihr seid die besten Prediger und oolbaten zugleich. Vorwärts mit . Hitler für Deutschland!" Weiter hat Dr. Ley folgenden Ausruf an bit s Arbeitsfront erlassen: Kameraden der Ar- | beitsfront! Ihr habt das Vertrauen, das der Füh- I rer in den deutschen Arbeiter setzte, mehr als gerechtfertigt. Ihr habt chrn, Adolf Hitler, Die Jahre Eurer marxistischen Verirrung abbinen wollen. Habt Dank'für Eure Treue und Anständigkeit. Die Arbeitsfront, noch vor Monaten ein Wagnis und Experiment, ist heute bereits neben der Partei das stärkste Fundament des neuen Staates. Volk marschiere, marschiere für Hitler! Der Reichsinnenminister dankt den Wahlhelfern. Berlin, 13. Nov. (WTB.) Der Reichsinnen- Minister gibt folgendes bekannt: „Reichstagswahl und Volksabstimmung haben über 43,5 Millionen deutscher Männer und Frauen an die Wahlurne geführt. Vorbereitung und Durch- führung, sowie die Feststellung des Endergebnisses von Wahl und Abstimmung haben an das O r - g a n i s a t i o n s a e s ch i ck und die Arbeits- traft der Behörden in Stabt und ßanb, so- wie an die Arbeitsfreudigkeit der W a h 1- Vorstände, denen die Entgegennahme des geschichtlich einzigartigen Volksbekenntnisses oblag, b e - sonders hohe Anforderungen gestellt. Den zahlreichen Männern und Frauen, die in den Wahloorständen oder sonst bei Durchführung der Wahl ehrenamtlich tätig gewesen sind, spreche ich Dank und Anerkennung aus. In diesem Dank schließe ich neben sämtlichen beteiligten Reichs-, Landes- und Kommunalbehörden die Deutsche Reichsbahngesellschaft, die deutschen Schiffahrtsgesellschaften wie alle übrigen Derkehrsunternehmungen ein, die zur Erleichterung der Stimmabgabe wesentlich beigetragen haben." Wie wählte die polnische Minderheit? M e s e r i tz, 13. Nov. (CNB.) Während i n W e st- preußen die Polen fast durchweg mit „Nein" gestimmt und zur Reichstagswahl ungültige Stimmen abgegeben haben, hat die polnische Minderheit in der mittleren Grenzmark Posen- West preußen sich mit ganz geringen Ausnah. men bei der Volksabstimmung mit „I a" eingesetzt und bei der Reichstagswahl für d i e Liste der NSDAP, gestimmt. In mehreren polnischen Min- derheitendörfern in den Kreisen Meseritz und Bomst, so u. a. in Groß-Posemukel, hat die polnische Wäh- lerschaft sogar hunderprozentig für Volksabstimmung und Reichstagswahl gestimmt. Die Polen in der mittleren Grenzmark haben also die von den polnischen Minderheitenführern in der polnischen Presse in Deutschland ausgegebene Parole der Wahlenthaltung nicht befolgt. Kommunistischer Flugblativerteiler erschossen. Berlin, 13. Nov. (WTB.) (Amtlich.) Der Er- laß des preußischen Ministerpräsidenten vom 4. Oktober d. I., in dem alle Polizeibeamte angewiesen wurden, gegenüber Flugblattoerteilern, die sich Polizeibeamten auf Anruf nicht stellen, sofort rücksichtslos von der Schußwaffe Gebrauch zu machen, ist von Beamten der Staatspolizeistelle Dortmund in der Nacht zum Wahlsonntag mit Erfolg anaemenbet worden. In' Dortmund wurde der 47jährige Konrad Dwo- ratzek, der 28mal wegen schwerer Einbruchs- Delikte und Widerstands gegen die Staatsgewalt mit hohen Gefängnis- und Zuchthaus stra- fen vorbestraft ist, von Beamten erschossen, nachdem er, beim Verteilen kommunistischer Flugblätter ertappt, auf Anruf nicht st e h e n geblieben war. Neue marxistische Korruptions- Affäre. B e r I i n , 11. Nov. (CNB.) Bei der Deutschen Beamte n-Versicherung, einer öffentlich- lich-rechtlichen Lebens- und Rentenoerficherungsan- ftalt, ist eine Korruptionsaffäre größten Ausmaßes aufgedeckt worden. Das frühere, aus Sozialdemokraten bestehende Direktorium Stuckmann, Steinbrecher und Kofanke bezog ungeheuerliche Einkünfte, die zur Vertuschung in Grundbezüge, Dienstaufwandsentschädigungen, Repräsentationszulagen und Gewinnbeteiligungen untergeteilt wurden. Um der Kürzung ihrer Gehälter zu entgehen, haben die Direktoren ihre Beamte ,- st eilen in Ange st eilten st eilen u m gern a n ö e 11. Außerdem haben sie sich hohe Pensionen von 20000 RM. jährlich bewilligt und diese zur Vertuschung in Leibrenten- Versicherungen umgewandelt. Als man den damaligen Ministerialdirigenten des preußischen Innenministers Seoering Steinbrecher in der Gesellschaft unterbringen wollte, wurde ein früherer Oberst durch Bewilligung erheblicher Abfindungssummen zum Rücktritt veranlaßt. Eine auf seinem Grundstück eingetragene Hypothek von 120 000 RM. wurde ohne Gegenleistung gelöscht. Außerdem wurden ihm beroiUiqt für drei Jahre eine Leibrente von je 36 000 RM. bis zu seinem Tode jährlich 30 000 RM. und ein Betrag von 10 000 RM. Schließlich erhielt der Verlag Mosse statutenwidrig einen Kredit von 500000 R M., als er 1932 in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Auch den „ehrenamtlichen" Verwaltungsratsmitgliedern wurden Aufwandsentschädigungen gezahlt. Trotz dieser Vorkommnisse steht das Unternehmen vollkommen sicher da. Das neue Direktorium wird außerdem Sorge tragen, daß die der Anstalt entzogenen Vermögenswerte ihr wieder zugeführt werden. Für ihre Sicherstellung ist bereits in weitem Umfang gesorgt. Oie deutsche Beamtenversicherung finanziell gesund. Berlin, 13. Nov. (TU.) Die in der Meldung über Den Korruptionsskandal bei der Deutschen De- amten-Versicherung mitgeteilten Vorkommnisse reichen, wie von unterrichteter Seite verlautet, b i s in das Jahr 1927 zurück. Sie sind bereits s e i t d e m M a i d. I. auf Veranlassung des Preußischen Justizministeriums im Einvernehmen mit dem preußischen Wirtschaftsministerium zum Gegenstand eines staatsanwaltslbaftlichen Ermittlungsverfahrens gemacht worden. Bei den Vorwürfen handelt es sich in erster Linie nicht um Maßnahmen der Direktion der Beamtenoersicherung, sondern um politische U e b e r g r i f f e des alten Regimes. Im übrigen betreffen sämtliche Vorfälle in keiner Weise die Sicherheit der Anstalt. Die Deutsche Beamtenversicherung steht vielmehr nach Auffassung der Aufsichtsbehörde f i - n a n 3 i e ll völlig gesund und leistungsfähig da. Der gegen die Mitglieder des Dermal- tungsrats erhobene Vorwurf, satzungswidrig laufende Zuwendungen erhalten zu haben, beruht auf unrichtigen Angaben ehemaliger Angestellter der Anstalt, denen gegenüber hieraus auch die notwendigen Konsequenzen gezogen worden sind. Die Aufgabe einer deutschen Reichskirche. Eine Entschließung her (MaubcnSbcroegung Deutsche Christen. Berlin, 13. Noo. (TU.) Auf einer Generalmitr gliederverfammlung des Gaues Groh-Berlin-Bran- benburg der Deutschen C h r i st e n sprach der Reichslester Bischof Hossenfelder über den Kampf für die evangelische deutsche Kirche. Diese werde nicht eine Kirche des Herrschens und der Politik, lonbern des Dienstes sein. Kyfshauser und Wartburg seien die Inbegriffe deutschen Ehristen- tums. Gauobmann Dr. Krause sprach über die Aufgabe einer deutschen Reichskirche im Geiste Dr. Martin Luthers. Inmitten der VolkswerdunG dieser Tage werde jetzt die völkische Sendung des Refvr- mators klar. Dem deutschen evangelischen Volk sei es nicht um eine neue Verfassung der Kirche und Kirchenämter zu tun gewesen, sondern um die Vollendung der völkischen Sendung Martin Luthers in einer deutschen Reforma- tion deren Ergebnis eine deutsche Dolkskirche sein werbe. Nachdem Pfarrer Tausch 70 Fahnen der Belegung geweiht hatte, wurde eine -i l i e - ßung angenommen, in der betont wird, daß ein dauernder Friede zwischen Gemeinden und Geist- sichen nur geschaffen werden könne durch Berte 6 u n g ober Amtsenthebung aller ber Pfarrer, die entweder nicht willens ober nicht fähig feien, bei ber religiösen Erneuerung unseres Volkes unb der Vollendung der deutschen Reformation aus dem Geiste des Nationalsozialismus führend mitzuwirken. Es wird von ber Lanbeskirche erwartet, baß sie die A r i e r Paragraphen schleunigst ohne Abschwächung durch- führt, daß sie darüber hinaus alle frembblütigen evangelischen Christen in besonderen Gerne inben ihrer Art zusammenfaßt und für die Begründung einer judenchristlichen Kirche sorgt, baß die Landeskirche als eine deutsche Volkskirche sich von allem Undeutschen im Gottes- öienft und Bekenntnis freimacht und daß die deutsche Volkskirche Ernst macht mit der Verkündung einer heldischen Jesus- g e ft a 11 als Grundlage eines artgemäßen Christentums, in dem an die Stelle der zerbrochenen Knechtsseele der stolze Mensch tritt. Die Bewegung betont schließlich, daß der einzige wirkliche Gottes- dienst für sie der Dienst am Volkstum sei. Eine Reichsorganisation der deutschen Hochschulen. Berlin, 13. Nov. Der Verband ber Deutschen Hochschulen, bie Deutsche Rektorenkonferenz, bie Kulturpolitische Arbeitsgemeinschaft beutscher Hochschule lehrer, der Bayerische Hochschullehrerbund unb bie - Gesellschaft „Deutscher Staat" haben sich freiwillig zur Schaffung einer umfaffenben Reichsorganisation der gesamten deutschen Hochschulen unb ber deutschen Hochschullehrerschaft zusammengeschlossen. Die neue Organisation soll unter ber Aufsicht des Reichsinnenminifteriums bie gemeinsamen kulturellen Belange ber deutschen Hochschulen auch gegenüber dem Auslände wahren und bei der Erneuerung des deutschen Hochschulwesens im Sinne der natio- nalsozialtstischen Weltanschauung wie bei ber organischen (Einfügung ber Hochschulen in die deutsche Volksgemeinschaft Mitwirken. Zu diesem Zwecke ist eine enge Zusammenarbeit in die Wege geleitet. Auf Anregung der beteiligten Hochschullehreroerbände hat der Reichsminister des Inneren den Pg. Pros. Dr. Herwart Fischer, Rektor der Universität Würzburg, zum Führer der neuen Einheitsorgani- ation bestellt und ihn beauftragt, umgehend bie er- orberlichen Vorschläge in organisatorischer unb per- oneUer Hinsicht vorzulegen. Entsprechend dem Der- hältnis von Studentenschaft und NSDStB. bleibt die „Reichsfachschaft Hochschullehrer und Wissenschaftler" im NS Lehrerbund als Glied der natio nalsozialistischen Bewegung selbständig neben ber neuen Reichsorganisation ber Hochschulen bestehen. Bevorzugung der Werkabiturienten. Berlin, 13. Nov. (TU.) Reichsinnenminister Dr. Frick hat an bie obersten Reichsbehörden unb Lanbesregierungen ein Schreiben gerichtet, in bem er ausführt, baß die Abiturienten, die ihr Werk- Halbjahr hinter sich haben, eine besonders aufgeschlossene Haltung gegenüber den nationalen und sozialistischen Aufgaben in Volk unb Staat bekundet und sich in der Erziehung des Arbeitsdienstes für diese Ausgaben besonders geschult haben. Infolgedessen hat der Minister im Einvernehmen mit dem Reichsarbeitsminister und ber Reichsleitung des Arbeitsdienstes die beteiligten Stellen ersucht, bie Werkabiturienten beider B e - Werbung von Stellen im öffentlichen Dienst bevorzugt zu berücksichtigen. Insbesondere soll bie Sperre vo,« Laufbahnen, soweit sie seit dem 1 April 1933 verhängt ist, für Werksabiturienten außer Kraft gesetzt werden, damit diese nicht gegenüber ihren Mitabiturienten, bie am Werkshalbjahr teilgenommen haben, benachteiligt werben. Sachleistungen an Hilfsbedürftige. Berlin, 11. Nov. (TU.) Das Gesetz zur Ver- Minderung der Arbeitslosigkeit vom 1. Juni 1933 (Reinhardt-Programm) sieht bekanntlich u. a. die Gewährung von Sachleistungen an Hilfsbedürftige vor. Die Bezirksfürsorgeoerbände erhalten danach durch Zuteilung von Bcdarfsdeckungs- s ch e i n e n (B) die Möglichkeit, neben ihren bisherigen Regellei st ungen den Hilfsbedürftigen — deren Kreis möglichst weit gezogen werden soll — durch Zuweisung von Kleidern, Wäsche unb Haushalts- gegenständen zusätzliche Hilfe zuteil werden zu lassen. Wie ber Reichsminister der Finanzen mitteilt, sind die Vorarbeiten für die Aufgabe dieser Bedarfsdeckungsscheine soweit gefördert, baß die Durch- lührung ber Hilfsaktion, für die 50 Millionen Mark ausgeworfen sind unb die nicht zuletzt auch bem Zweck ber Arbeitsbeschaffung dient, Anfang Dezember beginnen kann. Die Bebarfsdeckungsscheine B werben nur an D e - zirksfürsorgeoerbänbe gegeben unb zwar durch die Länderregierungen, denen die entsprechen- den Beträge vom Reich zugewiesen werden. Mit Rücksicht daraus bittet der Reichsminister ber Finan- zen alle sonstigen mit Fürsorgeaufgaben betrauten -teilen von Anträgen auf Zuteilung solcher Be- darfsdeckungsscheine abzusehen. van OSRAM Van der Lubbe wird gesprächig sind Sie nach Henningsborf gegangen und haben Aus aller Welt die mit Der Wandergenoffe van der Lübbes. Zwei SA.-INänner erschossen. In Hochneukirch bei Gladbach-Rheydt kam es in einer der letzten Rächte zu einer Schießerei. Der 22jährige SA.-Mann Heinrich Esser aus Otzenrath wurde durch einen Bauchschuß so schwer verletzt, daß er in der Nacht im Krankenhaus st a r b. Der Ortsgruppenleiter der NSDAP, in Hochneu- kirch, Abels, wurde durch einen Schuß an der Hand verletzt. Der Täter, ein Mann aus Otzen- rat, wurde verhaftet. Er ist geständig. * In der letzten Zeit waren verschiedene Ortscha-f- ten Oberbayerns häufig von Einbrechern heim- gesucht worden. Zum Schutz wurden von der SA. Wachdienste eingerichtet. Als in einer der letzten Nächte eine dreiköpfige Patrouille von SA.-Män- nern bei Mühlhausen Dienst hatte, kamen ihnen auf der Straße zwei verdächtige Radfahrer entgegen. Auf Anruf sprangen sie von ihren Rädern und flüchteten hinter einen Zaun, von wo sie drei Schüsse abfeuerten. Der 25jährige SA.-Mann Clemens Df finger wurde tödlich getroffen. Die Täter find entkommen. Ein Sterbender stimmte mit „3a“. Leistung der Zahlungen nach dem Ausland abhängig ist. * Bei dem Welfenfonds handelt es sich um die Ausgleichsentschädigung, die dem K ö n i g Georg von Hannover für seinen -b h r o nver- zicht vom preußischen Staat gewährt, von Bismarck aber beschlagnahmt worden war, um die Verwendung der Gelder zur Wiederaufrichtung der Welfenherrschaft in Hannover zu verhindern. Der rund 40 Millionen Friedensmark ausmachende Betrag war zunächst in Preußischen Konsols angelegt, dann aber aus verwaltungstechnischen Gründen in das Preußische Staatsschuldenbuch eingetragen worden und so der Entwertung durch die Inflation anheimgefallen. OerReichsbund der deutschenBeamten, d e amtlich anerlannte Beamten emheitSor^amsaiion. B e r I i n, 11. Nov. (VDZ.) Reichsinnenminister Dr. Frick hat die Satzung des neugegründeten Reichsbundes der deutschen Beamten genehmigt und ihn zu der amtlich anerkannten B e - arnteneinheitsorganisation im nationalsozialistischen Volksstaat bestimmt. An der Spitze des Reichsbundes steht als Führer Hermann Neef. In einem Aufruf spricht Neef dem Reichsinnenminister den Dank für die Neuordnung der Be- amtenorganisationsverhältnisse aus. Er betont, daß Im Stimmbezirk 98 Berlin-Hermsdorf ereignete sich am Sonntag eine erschütternde Wahlepisode. Ein Schwerkranker, seit langem erwerbslos und Wohlfahrtsempfänger, der im Sterben liegt, wollte aufgrund eines Stimmscheines durch seine Frau seine Stimme fürAdolfHitler abgeben. Als diesem Wunsche nicht entsprochen und der Stimmschein auch an seinem Sterbelager nicht entgegengenommen werden konnte, verlangte er, ins Wahllokal getragen zu werden, da er vor seinem Tode seine Stimme noch dem Führer geben müsse. Seinem Wunsche wurde entsprochen. Auf einer Krankenbahre brachte man ihn ins Wahllokal. Das Erscheinen des Sterbenden wirkte erschütternd. Unter Totenstille gab er seine Stimme ab. Als die Bahre wieder hinausgetragen wurde, erhoben sich alle Anwesenden und ehrten den berbenden ir.it lief) beigewohnt hat? Die Brandstiftung. B e r l i n, 13. Nov. (WTB.) In der heutigen Verhandlung des Reichstagsbrandprozesses erregt das Aussehen des Angeklagten van der Lübbe allgemeines Aufsehen. Zum ersten Male wahrend ganzen Hauptverhandlung hält van der Lübbe Kops aufrecht. Er blickt auch zum ersten Male die Zeugen im Saal. Der Friseurmeister Grawe aus Hennigsdorf er klärt, Hennigsdorf fei immer eine Hochburg der Kommunisten gewesen, ihr geistiger Führer em ge- wisser Schmidt, der in der letzten Woche erneut verhaftet worden sei. Am Morgen des 27. oder 26. Februar hat der Zeuge im Flur seines Hauses van der Lubbe im Gespräch mit der Schwester des Schmidt und drei anderen, I dem Zeugen unbekannten Männern gesehen. Dan der Lubbe erklärt, er sei in das Haus gegangen, weil er Essen haben wollte. Er habe auch Essen bekommen. Er sei nach Hennigsdorf von Spandau her gewandert, wo er einer öffentlichen Demonstration der Nationalsozialisten beigewohnt hatte. Warum er nach Hennigsdorf gegangen ist, kann der Angeklagte nicht angeben. Oberreichsanwalt: Wie sind Sie mit der S ch w e - ft er des Schmidt zusammengekommen? — Van der Lubbe: Die habe ich auf einem Hof gesehen. — Oberreichsanwalt: Hat Sie jemand zu dieser Frau geschickt? — Van der Lubbe: Nein. — Dr. Teichert: Wo hat van der Lubbe das Essen von der Frau in Henningsdorf bekommen. In der Wohnung ober auf dem Hof? — Van der Lubbe: An der Tur. — Rechtsanwalt Dr. Pelkmann: Er hat gesagt, daß er auch Geld bekommen bat. — Van der Lubbe: Ich habe kein Geld bekommen. — Vorsitzender: Haben Sie irgendetwas von den Mannern bekommen? — Van der Lubbe: Nein. — Dr. Pelkmann: Haben Sie Empfehlungen an andere Leute bekommen? — Dan der Lubbe: Nein. — Dr. Pelkmann: Wie lange hat er sich mit den Mannern unterhalten? — Van der Lubbe: F ü n f M i n u t e n. Der Zeuge Grawe erklärt, daß könne stimmen, denn er habe ihn höchstens ein paar Minuten beobachtet. — Vorsitzender zu van der Lubbe: Nehmen Sie an, daß die Männer Kommunisten waren? — Van der Lubbe: N e i n , das kann ich nicht sagen. Dann stellt der Angeklagte Dimitroff Fragen an van der Lubbe, die Lubbe prompt beantwortet. Seine Antwort erfolgt manchmal noch ehe die Frage beendet ist. Dimitroff: Haben damals im Februar 1933 in Henningsdorf nicht auch viele Nationalsozialisten gewohnt? Van der Lubbe: Es sind dort schon Nationalsozialisten gewesen. Vorsitzender: Woher wissen Sie denn das? Lubbe: Weil ich sie dort gesehen habe in Uniform. Dimitroff: Meiner Uebergeugung nach ist die Brücke zwischen van der Lubbe und dem Plenarsaal des Reichstages über Hennigsdorf gegangen ... Vorsitzender unterbrechend: Das sollen Sie nicht sagen, denn dadurch könnte die objektive Aussage des Angeklagten van der Lubbe beeinflußt werden. Dimitroff: Ich frage den Angeklagten van der Lubbe, ist es richtig, daß es kein Zufall ist, daß er am 26. Februar in Henningsdorf übernachtet hat? Vorsitzender: Sie fr'len keine 'solche Fragen stel- Kabinetiskrisiö in Auman en. Bukarest, 12. Nov. (TU.) Sonntag um 12 Uhr überreichte Ministerpräsident Vajda dem König im Stadtschloß das Rücktrittsgesuch des Kabinetts, das angenommen wurde. Der Präsident der Altliberalen Partei, Duca, wurde mit der Regierungsbildung betraut. Der König legte allerdings Duca nahe, die Regierungsbildung gemeinsam mit Ooga und der Neuliberalen Dissi- bentenpartei Georg Bratianus vorzunehmen. Es handelt sich offenbar darum, der Neuliberalen Dissidentenpartei Georg Bratianus, der sich zur Bekundung der besonderen Loyalität gegenüber dem König seinerzeit von Duca getrennt hatte, Genugtuung zu geben, während Goga als besonderer Vertrauensmann des Königs ihm bei der Regierungsbildung besonders genehm wäre. Es ist schwerlich anzunehmen, daß die gemeinsame Regierungsbildung zwischen Duca und Georg Bra- tianu, die sich in scharfem Gegensatz gegenüber« ftchen und von denen jeder sich Führer der Liberalen Partei nennt, zustande kommen könnte. Hingegen erscheint eine Zusammenarbeit zwischen Duca und Goga eher möglich. Oer Welfenfonds muß mit 20 Prozent aufgewertet werden. Leipzig 10. Nov. (WTB.) Das Reichsgericht verwarf im Welfenfonds-Prvzeß die Revisionen beider Klageparteien, des Gesamthauses Braun chweig-Lüneburg, sowohl wie des preußischen Staats. Auch das Reichsgericht erachtet die bereits vom Kammergericht zugesprochene Aufwertung von 20 v. H. — das entspricht nach früheren Berechnungen einer Summe von rund 8 Millionen Mark - für gerechtfertigt. Weiter wurde die über den Sah von 4 v, H. hm- ausgehende M e h r f o r d e r u n g a n Z i n s e n abgewiesen. Soweit jedoch eine ^.Abzahlung des Aufwertungsbetrags berührt wird, mußte die Sache ausgesetzt werden, bis die E n t schei - düng der D e v i s e n b e w i r ts ch a f t u n g s- u «r t - nnn hsrprt fflenehmiauna die Als QeUge wird der Hilfsgärtner Müller, der Wanderkollege des bereits vernommenen Zeugen Oraanistka, vernommen. Dem Zeugen wird die Aus- faae Dranniftfas vorgehalten, wonach Mitte Okto- ! ” Snr ST> n h o nnn ff n ti ft n n j p i n i flut die Fruchtfarmer um 40 000 Pfund Sterling. Ferner wurden hier zwei Eingeborene durch den Blitz getötet. In Lichtenburg tötete der Hagel Tausende von Schafen, Rindern und Eseln. In Natal stehen viele Dörfer und Straßen unter Wasser. Zahlreiche Brücken wurden von den Fluten hinweggeschwemmt. Lin Notizbuch Amundsens gefunden. Die Akademie der Wissenschaft in Moskau teilt mit, daß eine russische Polar-Expedition in der Nähe der Alexei-Insel ein N o t i z b u ch des Polarforschers A m u n d s e n mit dem Datum vom 20. Mai 1919 aufgefunden hat. Das Notizbuch ist in norwegische^ Sprache geschrieben und schildert feine Forschungen in der Arktis. Das Winterlager des Polarforschers Willem Barents aus dem 3ahre 1597 entdeckt. Wie die Telegraphenagentur der Sowjetunion in Moskau drahtet, wurden in der Nähe von Eishafen an der Nordostküste von Nowaja Semlja U e b e r r e ft e des Winterlagers gefunden, das der holländische Seefahrer Willem Barents im Jahre 1597 nach der ersten arktischen lieber« Winterung aufgeschlagen hatte. Die Forschungsfahrten von Barents gehören zu den ersten Großtaten der arktischen Entdeckungsgeschichte. Auf drei Polarfahrten in den Jahren 1594 bis 1596 suchte er die nordwestliche Durchfahrt und entdeckte 1596 Spitzbergen und die Bäreninsel. Nach ihm sind die Barents-Jnsel Östlich von Spitzbergen und die Ba° rents-See, ein Teil des Nördlichen Eismeeres, benannt. — Gefunden wurde eine acht Meter lange und fünf Meter breite Hütte. Daneben lagen Eisenreifen und Dauben eines Fasses, das Barents und seine Gefährten wohl als Waschgelegenheit benutzten. Ferner sand man Geschirrscherben und Reste von ledernen Ausrüstungsstücken, sowie eiserne und hölzerne Gebrauchsgegenstände. Unmittelbar an der Küste entdeckte man die Ueberrefte eines Bootes, ein zerbrochenes Ruder und eine Eisenharpune nebst unversehrtem Holzstiel. Sämtliche Fundstücke wurden nach Leningrad verfrachtet, um dem dortigen arktischen Museum überwiesen zu werden. Nach Ansicht des Polarforschers P i n e g i n muß sich in der Nähe der entdeckten Hütte auch das Grab des verunglückten holländischen Seefahrers befinden. Das Arktis-Institut wird im nächsten Jahre eingehende Nachforschungen anstellen, um das tragische Schicksal dieses Pioniers der Arktisforschung nun nach über 300 Jahren restlos aufzuklären. Rechtskräftiges Todesurteil. Das Reichsgericht verwarf die Revision des früheren Reichsbannerangehörigen Fick, der zusammen mit seinem Gesinnungsgenossen Kaehding in der Nacht zum 31. Juli 1932 in Lübeck den SA.« Mann Willy Meinen erstochen hatte: die Reichsbannerleute waren deswegen zum Tode verurteilt worden. Das Todesurteil ist damit rechtskräftig. Kaehding hatte sich zwei Tage nach der Urteilsverkündung in seiner Zelle erhängt. Die Berolina wird wieder ausgestellt. Im Zuge der Arbeiten zum Umbau der Alexan- derplatzes in Berlin war damals die Berolina, seit Jahrzehnten ein Wahrzeich en der Reichs- h a u p t st a d t, von ihrem Standplatz entfernt und in einem Schuppen untergebracht worden. In den letzten Tagen wurde das mächtige Erzstandbild von einem Riesenlastwagen wieder abgeholt, um auf dem Alexanderplatz neu aufgestellt zu werden. Diesem Akt wohne eine große Menschenmenge bei. Wettervoraussage. Während aus dem sich weiter aufbauenden Finnlandhoch kontinentale Kaltlustmassen ausfließen, treibt die Jslandstörung ozeanische Luft östlich vor. Das Zusammentreffen der verschiedenartigen Luft führt weiterhin zu einer nebligen Wolkendecke, ohne daß dabei stärkere Niederschläge auftreten. Die Temperaturen kommen nachts in Gefrierpunktsnähe zu liegen. Aussichten für Mittwoch: Neblig-wolkig, Temperaturen nachts um den Gefrierpunkt, meist , trocken. Aussichten für Donnerstag: Keine i wesentliche Aenderung der Wetterlage. i Lufttemperaturen am 13. November: mittags 1,9 Grad Celsius, abends 3,9 Grad: am 14. November: ! morgens 3,3 Grad. Maximum 4 Grad, Minimum 1,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am : 13. November: abends 3,7 Grad: am 14. November: morgens 3,4 Grad Celsius. — Niederschlag 0,1 mm. der Reichsbund fein „Gegenspieler der Verwaltung fein könne, sondern daß es sich von vornherein ausschließlich und vorbehaltlos um freudige verständnisvolle Mitarbeit an den Ausgaben und Zielen der Reichsregierung handeln soll und muß. Als Mitglieder des Bundes form der Führer Neef jeden aktiven und inaktiven Beamten aufnehmen. Ausgenommen sind nur die Beamten der kasernierten Polizei, eine Regelung, die sich aus der besonderen Stellung und den besonderen Aufgaben dieser Beamtengruppe ergibt. Oie O.enstgebäude flaggen am Aeu- jahrStageunöamAeichsgründungökage Berlin, 11. Nov. (TU.) Vor dem Kriege bestand für die Behörden des Reichs die Anordnung, am Neujahrstage zu flaggen. Diese Anordnung ist von den zivilen Behörden seit dem Kriege nicht mehr befolgt worden. Die Reichsregierung läßt den alten Brauch aufleben und hat angeordnet, daß a m 1. Januar jedcnJahres auf allen Reichsdienst- qebäuden die Flaggen zu setzen sind. — Ferner sind nach Anordnung der Reichsregierung alle Reichs- bienftgebäube in jedem Jahre am Reichsgrun- dungstage (18. Januar) zu beflaggen. — Der Reichsminister des Innern hat die Landesregierungen gebeten, für die Landes- und Kommunalbehörden eine entsprechende Anweisung zu erlassen. beigerm^en6tro« Asten gM. dort übernachtet? Van der Lubbe schweigt zunächst, und der Dol- der I metscher übersetzt dann seine Antwort dahin: Weil den ich dort gut schlafen konnte (Heiterkeit). Di= auf mitroff: Dort konnte man also gut schlafen. Ist es richtig, daß er von dort nach Berlin gefahren ist, I daß an diesem Abend ein Brand im Reichstage gewesen ist und daß er dieser Brandlegung person- dem Hitlergruß. Burg Mindelheim als Bauernführerfchule. Die auf Burg Mindelheim im nördlichen Allgäu errichtete Bauernführerschule wurde vom Reichsbauernführer und Reichsminister R. Walther D a r r 6 geweiht. Hier lebte einst Georg von Frundsberg, der „Vater der Landsknechte", dessen Name als kaiserlicher Kriegsrat und oberster Feldhauptmann im ganzen Heiligen Römischen Reich und weit über dessen Grenzen hinaus bekannt war. Deutschlands größte Kautabakfabrik baut um. Deutschlands größte Kautabakfabrik Grimm & Tripel in Nordhausen erfährt in diesen Tagen große bauliche Veränderungen. Die alten Räume sind für die 1200 Arbeiter und Angestellten zu eng geworden. Ein gewaltiger 6 Schosse hoher Eisenbetonbau schießt neben dem alten Bau in die Hohe. Hoch in der Luft werden zwei Brücken die Verbindung zwischen den Gebäuden Herstellen. Bis zur Fertigstellung, die Weihnachten erfolgt sein soll, haben 60 Bauarbeiter Brot und Arbeit und werden dem gerade im Winter belasteten Arbeitsmarkt eine nicht unbedeutende Erleichterung schassen. Eine soziale Tat der Fabriksleitung ist es, daß das abgerissene Lagerbauholz kostenlos a n Werkangehörige als Brennholz verteilt wird. Zur Materialunterstellung ist vor kurzem ein großer Lagerschuppen gebaut worden, an dem 12 Zimmerleute beschäftigt waren. Geplant ist ferner eine große Heizungsanlage, die die ganze Fabrik mit Wärme versorgen soll. Aus alledem ergibt sich, daß die Firma ihr Teil zum Kampf gegen die Arbeitslosigkeit beiträgt. Verheerende Unwetter in Südafrika. Mindestens 20 Personen wurden durch verheerende Gewitterstürme getötet, die die südafrikanische Union nach mehrmonatiger Trockenheit heimsuchten. In Nustenburg, einem Bezirk in Transvaal, wurden sechs Eingeborene aus der Stelle durch einen Blitz getötet. Die Flüsse, die bisher teilweise ausgetrocknet waren, sind plötzlich zu reißenden Strömen angeschwollen, die Tiere und Menschen mit sich sortreißen. In verschiedenen Bezirken gingen ungeheure Hagelstürme nieder. Teilweise wurden Hagelkörner von Apfelsinengröße beobachtet, die einen ungeheuren Schaden anrichteten und selbst starke Decken durchschlugen. In einer Johannisburger Vorstadt schädigte die Sturm- Vorsitzender: Ich will noch einmal fragen. Van der Lubbe, haben Sie die Brandstiftung ausgeführt? Lubbe: Ja. Vorsitzender: Das ist die Quint« b^ 1932 "in "d7 r "N a'h e"v o n C"o"n stanz e’i’ne I essenz der ganzen Untersuchung. muß es aber B e a e g n u n g m i t v a n d e r L u b b e und einem ablehnen, Dimitroff, nun gewissermaßen unter Ihrer anderen Wanderburschen stattgefunden hat, bei der I Direktive nochmals das ganze De f h Z ÄÄSÄ& r°*k- Der Angeklagte van der Lubbe wird nun vor Lubbe. Ja. Borsitzenoer. -w den Richtertisch geführt. Er steht auch hier aufrecht, Lubbe: Nein, ^o^chender. Und h hÄen?ZeL7^e7e ^TnÄ d7r Nb fi ZS^r g lt: Ich bitte die Frage an w7 d°:"D-°r«°rsitz-nd7r>L° ÄÄiÄ'jÄ L Sienas °°r. ler will van der Lubbe nicht kennen. Auch in Con- tagt. ________ stanz will er zu der angegebenen Zeit nicht ge- - z» "L" Ä hierauf her nationalem«.!!* Reich-' AvIoNl«"- VerfaffUNgS- tagsabgeorbnete ßanb= und Volkswirt Dr. Al- ttl lettlanD. brecht vernommen. ’ , ,,.r, „ r Vorsitzender: Der Zeuge Pförtner Wendt hat Riga, 11. Nov. (WTB.) Das lettische Parla- schon bekundet, daß während des Reichstagsbrandes ment| die Seima, beschloß mit 60 gegen 30 noch jemand aus dem Portal 5 gelau- Stimmen den von der Bauernpartei emge= f en und von der Polizei zurückgeholt brad)ten Antrag auf Aenderung der Ber- toorben ist. Sie haben schon früher gesagt, baß Sie fai ung den zuständigen Ausschüssen zu uver- bieser Mann gewesen sinb. Was können Sie bazu weisen. In der Aussprache mies ber Führer oer noch sagen? Bauernpartei, ber ehemalige Ministerpräsident Karl Zeuge Dr. Albrecht: Ich lag damals in einer uimanis, die Behauptung zurück daß die bean« Pension, nur etwa 50 Meter vom Portal 5 des trQqte Verfassungsänderung den freiheitlichen Joe- Reichstages entfernt, wegen einer Grippe alen ber Demokratie feindlich sei uni) unterstrich im Bett. Das Hausmädchen rief durch die Tür: öie Notwendigkeit, b i e Fehler wie Vergüt- Der Reichstag brennt!" Darauf bin ich , umachen, die feiner Zeit bei der Ausarbeitung sofort aus dem Bett gesprungen, weil in meinem bsr gegenwärtigen Verfassung nach der Unab- Wandschrank im unteren Umgang neben dem Pie- hängigkeitserklärung Lettlands gemacht rooroen narsaal wichtige F a m i l i e n p a p i e r e von feien „Die Volker sind im Begriff, zu verstehen, m i r aufbewahrt waren, die ich unbedingt retten ber Sinn ihres Daseins nicht bas Wohlergehen wollte. Am Portal 5 rief man mir zwar zu: „Halt, einzelner ober einiger Klaffen ist, sonbern bte Ber- hier kommt niemanb mehr herein!", aber als id) b e H e r u n g ber ße b e n s b e b i n g u n g e njur meine Abgeorbnetenkarte vorzeigte, würbe id) ein« bas ganze Volk als Einheit. Wir erblicken g e l a s s e n. Ich riß schnell bie Papiere heraus und überall einen instinktiven Widerstand gegen stürmte in größter Eile denselben Weg zurück und bie Auswüchse des P a r l a m e n t a r i s- aus dem Reichstag heraus. So habe ich tatsächlich, mu5i und daher bedeutet unser Plan den ersten wie es nachher in der Zeitung hieß, fluchtartig den Schritt auf dem Wege zu einer wahren Demokra- WS'K|;"' Ä . EbBtiE%6rd)6 ba ? »Jt? ,e U«: Der Besuch in Henmngsdors -un^d°r^°fu,*n° ' Parlamentsarbeit auf das Gebiet der Gesetzgebung sind bie Hauptgrunbsätze, bie verwirklicht werden müssen. Wir als Urheber des Planes erstreben die Verfassungsresorm nur auf ber Grundlage ber Demokratie, aber wir sinb entschlossen, biesen Weg mit unerschütterlichem Willen bis zum Ziele zu verfolgen." — Alle bürgerlichen Gruppen bes Parlaments anerkannten bie Notwenbigkeit einer Ver- faffungsreform, brachten jedoch verschiedene Aenbe» rungswünsche zu bem Plan ber Bauernpartei vor. Die Sozialbemokraten unb Juden nahmen eine entschieden ablehnende Stellung ein. Doktor Grudes Ehe. Originalroman von 3- Schneider-Zoerftl. 13. Fortjegung Nachdruck oerboienl Die Kranke horchte auf. „Ein Grund mehr, daß ich rasch nach Hause komme und sie im Auge behalte. Ich lasse ihn nicht zugrunderichten durch Madien. — Ach Mutter! — Mutter!" Ihre Arme streckten sich hilfesuchend nach der leidgeprüften Frau. „Wie soll ich das Leben weitertragen?" „Es wird alles wieder gut werden, mein Kind", tröstete die Geheimrätin. „Nie wieder!" dachte Christa, legte den Kopf in die Kissen zurück und schloß die Lider. Träne um Träne rieselte darunter hervor. Grudes sonst so stilles, friedliches Heim, in das nur zur Zeit der Sprechstunde Unruhe getragen wurde, glich nun Tag für Tag einem summenden Bienenschwarm. Madien hatte auf einmal über Einsamkeit und Langeweile geklagt und sich Gäste geladen. Zum Mittagstisch zum Tee, zum Abendbrot. Mochte Grude hein..ommen, wann er wollte, seine Frau war immer in Gesellschaft. Line kunterbunte Gesellschaft. Meist junge Leute aus Film- und Theaterkreisen. Sie drängten sich in den Zimmern und verwandelten sie in eine Art Heerlager. Er fand auf dem Gardcrobeständer kaum noch ein Plätzchen für seinen Mantel. Das Lachen der Gäste hallte sogar durch die Dop- peltür seines Ordinationsraumes, so daß Lena mehr als einmal erschrocken auffuhr und sich verwunderte, mit welcher Ruhe er das ertrug. Er schüttelte nur den Stopf. Zwei- oder dreimal hatte er sich sogar beherrscht und sich an den Tisch gesetzt, an welchem seine Frau ihre Gäste bewirtete. Er kannte die Leute kaum dem Namen nach. Dann empfand er, daß seine Schweid' samkeit eine gewisse Depression schuf und aß für bie Folge allein. Nur wenn das Mädchen meldete, die gnädige Frau habe keinen Besuch, kam er in das Speisezimmer und nahm seine Mahlzeiten mit ihr ein. Sie war dann sehr ungnädig und verdarb ihm den Appetit mit Sticheleien. „Den ganzen Tag läßt du mich allein. Und wenn ich mir Freunde lade, ist es dir auch nicht recht. Für jeden bist du da. Aber ich bin ja nur deine Frau, nicht wahr!" Er war zu müde, sich mit ihr in ein Wortgeplänkel einzulassen. Er haßte allen Streit. Aber sie ließ nicht locker und quälte ihn mit Vorwürfen, wie verlassen sie sei. „Da hast ja immer Gäste um dich", wehrte er apathisch, erhob sich und ging nach seinem Sprechzimmer. Denn er früher eine schwere Operation vor oder hinter sich halle, war Lena immer darauf bedacht gewesen, daß alles um ihn voll Ruhe und Frieden war. Sie halle die Rolladen des Schlafzimmers her- abgelassen und die Klingel im Flur nach ihrem Zimmer umgestellt, damit er nicht gestört wurde, wenn es nicht dringend notwendig war. Nun aber ging es rücksichtslos treppauf, treppab, Tür auf und zu. Und wenn Madien schlechter Laune war, krachten sie nur so in die Schlosser. Grude fand kaum mehr eine Stunde ruhigen Schlafes und schrak schon auf, wenn nur das Telephon surrte. Zum erstenmal war es ihm gestern passiert, daß ihm bei einer schweren Darmoperation die Hand unsicher geworden war. Das durfte nie wieder Vorkommen. ,Lch werde nervös, Lena! Können Sie mir ein bißchen Ruhe verschaffen?" Er zeigte auf die Chaiselongue in feinem Sprechzimmer. Als er sich nach einer Weile vom Schreibtisch erhob, hatte sie bereits Kissen und Decken zurecht- gelegt. „Ich werde alt, Lena! Finden Sie nicht auch? --Nein? — Sie sind sehr rücksichtsvoll, Lena! Wissen Sie vielleicht, woher ich einen Chauffeur nehmen könnte?" Verwundert blickte sie zu ihm auf. In seinem Gesichte stand ein verlegenes Lächeln. ,^Jd) wäre heute beinahe dem Auto des Polizeipräsidenten in die Flanke gefahren. Er hat mir nur mit dem Finger gedroht. Das nächste Mal werde ich ausgeschrieben." Sie erhob sich und stand nun im Schattenkegel der grünbeschirmten Schreibtischlampe. So konnte er nicht sehen, wie sehr ihr Gesicht vor Schrecken erblaßt war. „Soll ich eine Annonce aufgeben, Herr Doktor?" „Eine Annonce?" Er war mit feinen Gedanken schon wieder weit fort gewesen. „Wegen eines Chauffeurs." „Ach, ja!--Ich weiß aber doch nicht, Lena —* „Oh, bitte!" drängte sie. „Das bedeutet sicher eine große Entlastung für Sie, Herr Doktor. Und dem Wogen wird es auch gut tun." Er streckte sich auf dem Diwan aus und hatte eine Spur der Schelmerei im Auge, die sie früher so sehr an ihm erfreut hatte. „Also dem Wagen zuliebe", sagte er lächelnd. Aber er muß ein sicherer Fahrer fein. Betonen Sie das ausdrücklich! Ich kann keinen brauchen, der nicht Wien bis in den letzten Winkel kennt, und dem ich erst die Straßen und Plätze zeigen muß, nach denen er mich bringen soll." „Natürlich, Herr Doktor." „Und nehmen tzie mir die Vorstellung ab", bat er, während er den Kopf bereits in die Kissen drückte. „Sie haben so einen guten Blick für Menschen. Trinken soll er womöglich auch nicht viel. Am besten gar keinen Alkohol. Sie wissen ja selbst, Lena! — Gute Nacht!" „Gute Nacht!" Im Flur wurde Lena von Madien abgefangen. Aus dem Herrenzimmer kam das Kreischen eines Lautsprechers und das Lachen von einem halben Dutzend angeheiterter Menschen. „Wo ist mein Mann?" .Herr Doktor sind eben weggefahren." ,Lch hörte ihn aber gerade noch mit Ihnen sprechen." „Dor ein paar Minuten, ja. Er wurde rasch zu einer Operation gerufen." „Gott, wie ärgerlich! Immer, wenn ich ihn brauche, ist er nicht da." Sie schlüpfte wieder ins Zimmer zurück und ließ die Tür heftig ins Schloß fallen. Lena war empört. So weit war es also schon, daß man ihn verleugnen mußte, wenn er einer Stunde ungestörter Ruhe bedurfte. Sie halle vergessen, das Telephon nach ihrem Zimmer umzuschallen und schlich sich noch einmal in das Sprechzimmer hinein. In rastloser Verblüffung starrte sie nach Grude, der vor dem Instrumentenschrank stand und eben eine Spritze aus seinem Oberarm zog. Er fühlte sich gleichfalls betroffen und bekam ein hilfloses Lächeln um den Mund. ,Hch konnte absolut nicht einschlafen, Lena." Sie drückte die Tür leise hinter sich zu und kam zu ihm herüber. Gegen die Wand gelehnt, flehte sie: „Tun Sie es um Gotteswillen nicht wieder, Herr Doktor!" Er schüttelte den Kopf und wandte den Blick von ihr ab. Sie nahm die Spritze an sich und legte sie mit spitzen Fingern in die Vitrine zurück. „Sie müssen unbedingt das Licht löschen, Herr Doktor. Ich habe der gnädigen Frau gesagt, daß Sie weggefahren sind." „Sie sind sehr gut." Einen Augenblick zögerte er, dann nahm er ihre schmale Linke hoch und legte seine Stirn dagegen. „Sie müssen sich mehr Ruhe gönnen", beschwor ihn Lena. „Sie sind zuviel in Anspruch genommen gewesen in letzter Zeit." „Und es reicht trotzdem nicht", wehrte er müde. „Haben Sie in den Büchern nachgesehen?--Wir haben Schulden." „Kaum von Belang! — Bille, schlafen Sie jetzt, Herr Doktor!" Er hielt sich nur noch mühsam auf den Füßen. Noch ehe sie das Licht gelöscht halle, lag er wieder in den Kissen. Das Mädchen, welches in der Küche mit Schüsseln und Tellern hantierte, horchte auf, als sie den Be- scheid bekam: „Ich habe noch einen Gang zu tun, Luise. Wenn das Telephon schellt, geben. Sie Bescheid, daß der Herr Doktor nach auswärts gerufen wurde." Auf dem Gang horchte sie nach den Zimmern Madlens, schlüpfte dann in ihren Mantel und überlegte: Tram ober Auto. Und entschied sich für das letztere. Dien konnte endlos fein, wenn man Elle hatte. Dick Montrey war eben nach Hause gekommen und hatte cs sich bequem gemacht, als ihm ein Klopfen wieder vom Stuhle aufipringen lieh. „Lena Sie?" fragte er und nahm schnell feinen Rock vom Tisch. Es war nicht eben feudal bei ihm. „Ist etwas passiert?" war die nächste Frage. „Noch nicht, Herr Hauptmann!--" Mit hasten- den Worten berichtete sie. Er iaß ihr gegenüber und hielt das Kinn trotzig vorgeschoben. „Also, einen Chauffeur braucht der Felix?" „3a! — Ich bitte Sie recht herzlich darum, Herr Hauptmann." Er zog ihre gefalteten Hände herab und sah sie kopfichuttclnd an. „Das geht doch net, Fräul'n Lena! Sehn's denn das net em? Ich kann doch net mit meinem Brotherrn auf du und du stehn. Das wäre ja g'lachl." „Das ist doch völlig nebensächlich." „Nebensächlich? So! Bitte schon! Und wann ich bann ben Wag'n putzen will und was halt sonst noch alles zu bem G'schäft gehört, dann ist der Felix der erste, der bas nicht bulbct." „Sie werben Ihren Wagen bestimmt putzen bürfen, Herr Hauptmann." Und als er noch immer ein ab- weisenbes Gesicht machte, legte sie bie Stirn auf ben Tisch unb weinte lautlos. „Ja, aber Fräul'n Lena! Bitt schon, wann's benn in Gottes Namen gar net anbers geht, bann komm ich hall." „Dor einer halben Stunbe", sie hob bie Stirne unb beherrschte sich so weit, sprechen zu können, „habe ich ihn überrascht, wie er sich Morphium einspritzte" unb, Montreys Erschrecken gewahrend, gc- stand sie: „Ich vermute, daß es nicht das erstemal gewesen ist." „Iesias, na! Morphium! Selber hab ich's ja noch net probiert — ober ja — ein einzigs Mal. Eher aus Uebcrmut. Aber ba ist mir so schlecht darauf word'n. Zwei Tag lang hab ich mich nimmer auskennt, vor lauter Uebelfein.“ „Bei Ihnen hat es eben anders gewirkt, Herr Hauptmann. — Sie kommen also?" „Ja, fteilich! — Und ich mach meine Aug'n schon auf, Fräul'n Lena. Da durf'ns Gift drauf nehmen. Und der Madien, der muck ich was^ Grad schuun muß sie wann ich in der Mariahilfer Straß'n Einzug hall." „Unb Sie mclben sich sofort, Herr Hauptmann, wenn ich heute bie Annonce einrücken lasse?" „Gleich, ja! — So ein Angebot wie bas meinige, kriegt ber Felix kein zweites Mal nimmer." Die große Hoffnungslosigkeit, mit ber sie hierher- gekommen war, fiel non ihr ab. Er begleitete sie noch bie Treppe hinunter unb brachte sie bis an die Haltestelle der Trambahn. „Nur ben Kopf hoch hall'n, Fräul'n Lena, bann wirb's schon roieber!" sagte er beim Abschieb. (Fortsetzung folgt.) Zur Bereitung vorzüglicher Fleischbrühe nimmt man MAGGI5 Fleischbrüh -Würfel Zwanasverstmeruna 37/33 Am Freitag, bem 8. Dezember 1933, vormittags 10 Uhr, wirb im Amtsgerichts- gebäuOc zu Gießen, Zimmer 112, bas im Grundbuche von Gießen bem Kaufmann Theodor Oppenheimer in Gießen zuge- jchriebene Anwesen Neustadt 7 Flur 1, Nr. 948 = 731 qm hofreite, geschätzt 28 310 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgchängt. 6946V Gießen, den 10. November 1933. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. MO. 3 Simmet Küche, Balkon, Bad mit Einrichtung zum 1. Dezember zu vermiet. Monatsmiete 57 RM. Schriftliche Angebote u. 6949d an den Gieß. Anz. Möbllimmer zu vermieten, oeroo Stcvlianstr. 24 p. ist was Schönes. Ueberall, wo so eine Menschenmenge beieinander sitzt, tanzt, singt oder trinkt, da ist es lustig und alles guter Laune, wenn — nun ja. wenn eben auch alles recht gut wann ist, z. B. in der Kirche, im Versammlungslokal, in der Wirtschaft, im Laden, einfach überall wo viele Menschen in einem Raume friedlich und einträchtig nebeneinander sind, da ist jetzt im Winter die Wärme der einzige Punkt, um den sich alles dreht. Davon hängt der Erfolg ab! Oefen ttir so grolle Räume müssen schon ganz hervorragende Wärmespender sein, und da stehen weit im Vordergrund die allbekannten Oranier Großraum Oefen.^ Die Kerle sollten Sie mal brennen sehen. So ein Oranier bringt ein paar tausend Menschen in beste Laune. Dabei schiebt er aber sehr wenig an Brennstoff ein. Er braucht gar nicht mehr, weil er eben praktisch gebaut ist. Also ein sparsamer Ofen unter den Oefen. Wie eigens dazu entwonen. fügt »ich seine Form in jeden größeren Raum wunderbahr ein. Der Besitzer eines Oranier-Gioßraum-Ofens steht hoch im Ansehen.--Und Ihr nächster Schritt — natüilich zum Oranier mit seinen günstigen Preisen. Bitte um zwanglose Besichtigung. J. B. Häuser • Gießen Am Oswaldsgarten mioA Ruf Nr. 2145—2146 Bettvorlagen in größter Auswahl bei H. Hochstätter Am Brand mzga Jünger., schulfreies i Tagesmädchen gesucht. omm Frau Schmid Löwengasse 2. junges Weil für etwas Hilfe im Hausb. gesucht. 0«50* | Hor«t-W>»s.-Wall48! | Verkäufe | MlrM. Rinö 6730 A Diesjährige^ f Ernten in \ Pfefferminztee' Kamillentee > V Alle ) \ Heilkräuter/ =ytPfund SS Pf. =^Pfund45Pf. Drogerie Krens platz 18 Frische Fische. Mittwoch, Tonnerätag und Freitag tt. Schellfische o.K. Pld. 35 40, Pa. Sa helfen n. Seelachs o. K. PId. 30 36, Gold* haisch o. K. P d. 28, Brattische grüne Heringe, Frische Fischfilets Pfd. 40, 50 nnd 55, Kronsardinen nnd kleine Bla- marckheringe lose das Pfd. 45. üeMJ# Frische Bückinge Pfd. 30 Pf Richard Grünewald Bahnhofstraße 27 Fernsprecher 3631 Mietgesucne Gesucht von venllon Beamten o. Kinder 4-3lmm u.zmant oder 5-ZlM.ll.1Mnl. mit Zubehör in mb. Hause. Beziehbar vor Ollern 1934. Schr. Ang. u. 06497 a. d. Gieß.Anzeiger. 4-Zim.Wohnonfi mit Bad und Mans, für sofort von Beamten zu mieten gesucht. Sehr. Angeh. unter 06499 an den Gießener Anzeiger. 3 4-Zimmer Wohnung mit Bad u Heizung zum 1. März 1934 gesucht ^chriftl.Angeb.unf. 1 6958Da.d.Gieß.Anz. Für Gießen unb Umgebg. i. Lebensmittelgeschäften gut emge führten Vertreter für £elfnrbtnen unb «vischkonferven gc- fucht.Ret'erenzen erwünscht. 2 dir. Ang. u.6956D a. d.G.A. Zu sofort ob. fväter ein gewandteö,folid. IffliHcta mit gut. Zeugnissen gesucht. 6950d Iran Streutet, Wilhelmstraße 21 Erfahrenes Tagesmädchen gesucht wuD Iheringllraßc 7 I, l. u. 2 jung. Siegen zu verkaufen, ne«» LaunöbachNr 132. Gutgehendes Kaffee- Spezial'Geschäft in bester Lage von Gießen -.verkaufen. Schristl. Ang. unt. 6962D an b. G. A. Meines taHle in guter Lage l Eckhaus) preiswert zu verkaufen. Srfniftl. Angebote u. 6955D an den Gieß. Anzeig. WsllieiiMll für ca. 15—1600 Fl. spottbillig für nur $11.30 zu verkaufen. Kann auch in 2 Teil, aufgellelll werden. Kaiserallee 1 h. oeaoi Wergibt noch g.erb. Kassenschrank bill.ob? Schr. Ang. Auz. [Verschiedenes | Gegen Rheuma, Sicht, Ischias, HexenachuS, Nerven.chmerren und Relllen aller Art hilft unweigerlich Heilit Tuben 0.12 u. 1.14 Flasch. 1.11,1.57,2J1 Nur bei »mA Drogerie Elges Seitenweg Ma Reicht das? Das ist sehr unsicher. Besser Sie wiegen das,was Sie Im Hauehalt brauchen, mtt einer Küchenwaage ab. Diese und auch alle anderen Küchenmaschinen, Fleischhacker, RelbemOhle, Kaffeemühle uaw. bekommen Sie orelswert bei J.B.Häuser Am Oswaldsgarten flieBen- Ruf 2145 2146 Billige Seefische Schellfische 2L Pfd. von du .> an Filet, Marke „Fifi" Pfd. von 40 a an l.Karvfen,Pfd.l.00 l Schleien, Pfd.1.20 Heilbutt i. Ausschn. e...D Pfd. 1.00 Schollen, Rottung, sowie alle anderen Sorten billigst. rägl.fr.Räucherw. A.KocbNachflg. ■lasban 1> Toi. MU + S«menban «Genchtsbaarel u.a..all.Haarewerd. nur d.die v mir angewandte, emz. sich. Methode unt.Gar.i. immer mit d.Wurzel ichmerzloS entfernt. 12 r>abrePrari- m Berta Gulden Svrecbllunde icöen j>reitag, Gießen. Hlndenburgwall 15. 9-7 Ubr durchgebend Volkshochschule Heute (Ticnotag), 20' 4 Ubr, beginnt: 1 Von dentacbem Formen, Bll-sj, Bauen and Bestallen. (Prof. Ranch). Kunllwifsentch. Institut, Ludwigllr. Ä4. 2. EagUseb. Oberknrs (Graf). <»«id । Universität, Horfaal I 34, 1. Stock, ImkS. I ————— Bekanntmachung. Betr.: Straßenbahn-Fahrpreise. Ab Mittwoch, den 15. November 1933, kommen außer den bereits vorhandenen Fünserkarten zu RM. 0,65 Knipskartcn mit 10 Fahrten zum Preise von RM. 1,20 zur Einführung. Diese Zehnfahrtenkarte ist ohne Rücksicht auf die Streckenlänge im Stadtgebiet wie auch für die Strecke Gießen, Marktplatz—Wieseck und umgekehrt gültig. 6967D Gießen, den 13. November 1933. Direktion der Städtischen Straßenbahn. Braubach. Maurer-, Weißbinder-, tol'a ioos-irbeilen zu vergeben gegen Lieferungoon ^direinerorbeit. ob. Möbcl.Neflekt.woll. sich unter 6952D d. Gieß. Nnz. melden. Stadttheater Garten (Ceibgeftemerlöeg) ui verpachten, owi KaiseralleeLKVart. Gleit II Ihl» Mittwoch, 15.9loV., 19.80 bis 22 Ubr 7 Mittwoch -Abonn. Gewöhnliche Preise . - Ter Traum VnfofflllhP derBiimaKelemen vuu/iuuvv (Das Märchen vom entflogen.