Nr. 241 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, (4. Oktober 1933 'Zwischen zwei Zivilisationen. Don Benito Mussolini, italienischem Ministerpräsidenten. Die aufrührerische Bewegung, die unlängst auf der Tagung der , r a n z ö s i s ch e n s o z i a l i st i - s ch e n Partei zum Ausbruch kam, soll man nicht überschätzen. Bor allen Dingen gehört die französische ,ozialisti,che Partei trotz ihrer bemer- kenswericn parlameniarischen Vertretung nicht zu den handelnden historischen Kräften Frankreichs. Sie ist eine p o l i t i s ch - a d m i n i st r a t i v e Organisation, die nur geringe Einwirkung aus die Massen des französischen Volkes, besonders aus die der Landbevölkerung, hat. Der französische Wähler stinunt wohl für Blum, er nimmt aber dessen Doktrinen nicht ernst: er stimmt für Blum, um einen anderen Kandidaten zu ärgern. Immerhin — wenn auch nur in beschränktem Umsang — hat die französische sozialistische Partei noch eine gewisse Bedeutung dadurch, weil sie für ein Mini- steriuin stimmen kann oder nicht, wenn auch weit anders als zu jener Zeit, da Saures die Macht hatte. Bei dem letzten Sozialistenkongreß haben sich nun einige Redner erhoben mit dem Vorhaben, die Partei von ihren allzu dogmatischen und unausführbaren doktrinären Formulierungen abzubr-in- gen, ihnen neue Richtlinien zu weisen und sie mit den Fundamenten Staat, Nation, Autorität und Jugend zu versöhnen. Worte voller Bedeutung, die das marxistische Wörterbuch aus seinen Seiten getilgt hat. Denn für Blum ist der Staat nur der Geschäftsausschuß der Bürgerschaft, die Nation ein verspäteter Begriff, der von der Internationale übertroffen werden muß, und die Autorität ist eine antithetische Grundlehre auf die ständig „radikaleren" oder übertriebenen Forderungen des Proletariats. Daß diese Worte von sozialistischen Rednern von der Tribüne eines Sozialistenkongresses ausgesprochen wurden, hat einen gewissen Eindruck und eine beträchtliche Reihe von Kommentaren hervorgerufen. Man sprach von F a - s ch i s m u s und Neo-Sozialismus. Es haben verschiedene Auseinandersetzungen zwischen den orthodoxen Sozialisten und diesen Neo-Sozialisten oder Faschisten stattgefunden, aber es hat sich nichts anderes daraus entwickelt. Es besteht kein Zweifel, daß das Zwischenspiel der französischen sozialistischen Bewegung gewisse Schlüsse ziehen läßt und in Beziehung zu der ganzen Ideenbewegung gebracht wird, die die faschistische Revolution während der ersten elf Jahre ihrer Geschichte hervorgerufen hat ebenso wie mit der tiefen Veränderung, die sich in politischer und sozialer Beziehung in verschiedenen großen Ländern Europas vollzogen hat. Wir sind mitten hinein in einen Zeitabschnitt gelangt, den man die Uebergangszeit von einer Zivilisations- jorm zu einer andern nennen kann. Die Jdeenlehren des 20. Jahrhunderts wanken und finden keine Verteidiger mehr. Ist es nicht bezeichnend, daß es S o z i a l i st e n gibt, die des Sozialismus', der von der marxistischen Doktrin einbalsamiert war, müde sind'? Ebenso gibt es auch Demokraten, die nichts mehr von Demokratie wissen wollen und Liberale, für die die demo-liberale Phase in den Abendländischen Staaten abgetan ist. Die Beweggründe dieses Dämmerns und Untergangs der demo-liberalen Zivilisation sind von negativer und positiver Gesetzmäßigkeit. Die negativen Beweggründe äußern sich m der Entwicklung, die der anonyme Kapitalismus genommen hat und daher in gewissem Sinne schon sozialisiert und bereit ist, in die Arme des Staates zu fallen; sie zeigen sich in der Unfähigkeit der ausübenden Macht, in der Gewaltherrschaft der Parlamente, in der mystischen, in Klassen geordneten Mythologie des Proletariats. Die letzten vier Krisenjahre haben diese Merkmale besonders deutlich heroorgehoben. Aber die neuen faschistischen Ideen, die alle Völker der Welt bewegen, hätten die gegenwärtige Entwicklung nicht erreicht ohne diejenigen Beweg- [ gründe, die ich positiv nennen will. An der Spitze von ihnen steht infolge ihrer Bedeutsamkeit die Feier des zehnjährigen Bestehens der faschistischen Revolution. Millionen Menschen aus allen Ländern haben gesehen und schließlich auch begriffen. Vor allem haben drei Dinge Aufsehen unter den Intellektuellen erregt: die Schau der Revolution, der Weg der Macht und die Fruchtbarmachung der Pontinischen Sümpfe: Geschichte einer kaum vergangenen Zeit und Schöpfung neuen Lebens. Die Zehnjahresfeier war eine Offenbarung. Einige Menschen, die vielleicht nicht an die Dauerhaftigkeit des faschistischen Regimes geglaubt haben, taten so als seien sie erstaunt, daß es schon zehn Jahre siegreich bestanden hat und begannen anderen Sinnes zu werden. Viele, die den Faschismus für eine vergängliche Bewegung der italienischen Politik hielten, haben begonnen, ihn ernsthaft zu studieren. Sie alle haben aus den Ereignissen die tiefe Veränderung feststellen können, die der Faschismus nicht nur rein äußerlich, sondern auch in geistiger Beziehung bei bem italienischen Volk bewirkt hat. Wie immer hat die „vollendete Tatsache" beredter als alles andere gesprochen, und das italienische Beispiel hat nah und fern bei vielen Ländern Lust zur Nachahmung erregt. Ein allerdings nur schwaches Echo der Zehnjahresfeier und der schöpferischen Kraft des Faschismus ist in den Reden der französischen sozialistischen Bewegung zu verspüren. Das andere Ereignis, das alle Grundsätze des vergangenen Jahrhunderts in Todesgefahr versetzt hat, war der Sieg der Hitler-Bewegung in Deutschland. Ein Sieg, den die französischen orthodoxen Sozialisten, mit dem fal- schen Propheten Blum an der Spitze, für ganz unmöglich hielten. Und nun schafft Deutschland, dieses andere große Land, den einheitlichen, autoritären, totalen Staat, das heißt faschistisch mit einigen Ab- München, den 13. Oktober. München und das ganze Bayernland haben im neuen Deutschland so manche besondere Auszeichnung und tatkräftige Förderung erfahren. Nach der Zeit jahrelanger unfruchtbare Deklamationen einer unzeitgemäßen, betont weißblauen Parteiregierung über eine angeblich bedrohte, innerlich aber längst überholte bayerische Eigenstaatlichkeit und staatliche Selbständigkeit nach einer Periode des ewigen Rhaderns und Rechtens mit dem Reich über gefährdete bayerische „Belange", bie nur allzu oft identisch waren mit den Interessen jener Vertreter eines volksfeindlichen Partikularismus, konnten wir feit dem Siege der nationalsozialistischen Revolution praktische Hilfe nach den verschiedensten Richtungen einsetzen sehen. Seitens des Reiches und in harmonischer Zusammenarbeit einer gleichgesinnten und innerlich gleich gestimmten bayerischen Regierung mit dem Reiche, zu der es unter den alten Verhältnissen grundsätzlich niemals kommen konnte. Die Maßnahmen zur Behebung der Arbeitslosigkeit zeigten gerade in Bayern die schönsten Erfolge, der Fremdenverkehr nach Bayern erfuhr Heuer unter der energischen Führung des Staatsministers Hermann Esser eine außerordentliche Belebung, Hilfsmaßnahmen für die notleidende bayerische Ostmark haben in großem Umfang eingesetzt und der Bau der gewaltigen Reichsautobahn München— Salzburg, der nach dem Wunsch des Führers be- weichungen, die sich der Faschismus vorbehalten hat, da er in einer anderen historischen Umwelt handeln muß. Es ist nicht meine Sache, hier lcst- SufteUen, inwiefern die beiden Regimes überein* timmen ober abweichen. Unleugbar aber steht fest, ia6 beibe ohne jebe bemo-liberale Empfängnis handeln unb schöpfen, unb baß beibe bie bemo-sozial- liberalen Kräfte vernichtet haben. Das Wort Sozialismus wäre fortan ben Deutschen unbekannt, wenn es nicht in bem Namen ber Partei Hitlers enthalten wäre, wenn auch in ganz anberer Bebeutung. Das, was man bie faschistischen Gärungen ber politischen und geistigen Erneuerung ber Welt nennen kann, wirkt sich zur Zeit in allen Ländern, einschließlich Englanb, aus. Es besteht kein Zweifel, baß in nicht allzu ferner Zeit eines Tages auch Frankreich, bas letzte Verteibigungsfort ber „unsterblichen Prinzipien" bie weiße Fahne ber Kapitulation erheben muß. Auch Amerika gibt diese Prinzipien auf. Roosevelt rührt sich, er handelt und ordnet an ohne jede Verfügung und Einwilligung des Abgeordnetenhauses. Zwischen ihm und der Nation gibt es keine Mittelsmänner mehr. Es gibt fein Parlament mehr, sondern nur noch einen Generalstab. Es gibt keine Parteien mehr, sondern nur noch eine einzige Partei. E i n einziger Wille bringt die uneinigen Stimmen zum Schweigen. Dies geschieht vollkommen ohne jede demo-liberale Empfängnis. Der Appell an die jungen Kräfte hallt überall wider: die Nation, die der Zeit vorausgeeilt ist, da sie ein Jahrzehnt früher als die andern gehandelt hat, ist Italien. Nichts deutet darauf hin zu glauben oder den Glauben zu erwecken, daß die Jugend, die zur führenden Klasse in den faschistischen, d. h. autoritären, unitären, totalen Staaten geworden sind, den Frieden stören wird. Man kann voraussehen, daß sie den Weltfrieden sichern wird. Immerhin aber ist nichts interessanter und dramatischer als dieser Untergang einer Zivilisation, die außer vielen Irrtümern, Vernichtungen und blutigen Kämpfen eine tiefe Spur zurückgelassen hat; nichts ist glückverheißender und bezaubernder als das Morgenrot einer neuen Zivilisation. schleunigt unb bevorzugt nunmehr durchgeführt wird, erschließt das herrliche bayerische Alpenland in großzügiger Weise. Viele Tausende finden für lange Zeit Arbeit. In Bayreuth entsteht augenblicklich das „Haus der deutschen Erziehung". Daß die Reichsleitung der NSDAP, nach dem Willxn Adolf Hitlers ständig in München verbleibt — auch hierfür werden gegenwärtig großartige Bauten an der Arcis- und Briennerftraße errichtet —, und daß die uralte fränkische Hauptstadt Nürnberg für alle Zeit Schauplatz ber Reichsparteitage der NSDAP, bleiben wird, ist ein Beweis für den Sinn für Tradition, gleichzeitig aber auch für das Verständnis und Wohlwollen des Kanzlers für Bayern. Der Stadt München gehört des Führers Herz, feit er als 23jähriger Jüngling, von Wien bitter enttäuscht, hierher kam, kunsthungrig, aufgeschlossen für die Schönheit der Stadt und ihre Baudenkmäler, und entschlossen, sich hier doch noch allen materiellen Widrigkeiten zum Trotz als Künstler durchzusetzen. „Daß ich heute an dieser Stadt hänge", schreibt Adolf Hitler in seinem Buche „Mein Kamps", „mehr als an irgend einem anderen Flecken der Erde auf dieser Welt, liegt wohl mitbegründet in der Tatsache, daß sie mit der Entwicklung meines eigenen Lebens unzertrennbar verbunden ist und bleibt". Mit einem großen Malerschirm ausgerüstet, dem einzigen Schirm, den Adolf Hitler jemals besessen hat, zog dieser durch Mün- Der Führer und München. Zur Grundsteinlegung des „Hauses der deutschen Kunst". Don unserem g-Korrespondenten. chen und in die schöne Umgebung der Stadt, zweieinhalb Jahre lang, bis er sich bei Ausbruch des Krieges als Freiwilliger beim Regiment „List" meldete. Adolf Hitler bezeichnete die Münchener Jahre vor dem Kriege als die „glücklichste und weitaus zufriedenste Zeit feines Lebens". „Wenn auch mein Verdienst immer noch sehr kläglich war, so lebte ich ja nicht, um malen zu können, sondern malte, um mir ein weiteres Studium zu gestatten." Die Liebe zu München wuchs während des von hier aus geleiteten Kampfes feiner Bewegung um die Macht und als Kanzler des Reiches hat Adolf Hitler der Stadt München, mit der ihn jo unendlich vieles verbindet, die Treue gehalten. Wir stehen nunmehr am Vorabend der Grund- fteinlegung des „Hauses der deutschen Kunst", die Adolf Hitler selbst in feierlicher Weise vornehmen wird. Heute löst der Kanzler sein Versprechen ein, daß er im Besitze der Macht alles tun werde, um die inneren und äußeren Vorbedingungen zu jchaf- fen, daß echte deutsche Kunst im Dritten Reiche wieder auferstehen werde. Diesem Ziele dient der monumentale Bau des „Hauses der Deutschen Kunst". Wie oft hat Adolf Hitler in den Jahren feines politischen Kampfes öffentlich verkündet, daß sein Kampf in gleicher Weise dem undeutschen Geist und dem artfremden Wesen in der Kunst gelte. Dazu beizutragen, daß Münchens alter Ruf und Ruhm als Stadt der ernsten und der heiteren Kunst, als Kraftzentrum des kulturellen und des künstlerischen Lebens nach Jahren des Niederganges wieder hergeftellt werde, ist Adolf Hitlers sehnlich- fter Wunsch. Diese neue Tat straft eindeutig die Vorwürfe der Männer des verflossenen Systems in Bayern Lügen, daß der Nationalsozialismus gerade auf künstlerischem Gebiete einem Zentralismus huldige und die bayerische Kunstmetropole veröden lasse. Das Gegenteil ist der Fall. Die Grundsteinlegung für das von Professor Tro ost entworfene Gebäude an derPrinzregenten- ftrafje im Englischen Garten, das hier bereits ein- gehend besprochen wurde, wird zum Anlaß genommen zur Abhaltung eines „Tages der Deutschen Kunst", der Zeugnis ablegen soll für den Kunstwillen und für wahre deutsche Kunstgesinnung im neuen Reich. An den großartigen Feierlichkeiten des 15. und 16. Oktobers in München soll die ganze Welt durch den Rundfunk teilnehmen. Der Führer wird, nachdem er die Hammerschläge auf den Grundstein getan hat, eine Ansprache halten, in der er sicherlich ein Bekenntnis zu wahrer deutscher Kunst und zu der Bedeutung gerade dieses Bauwerkes in dieser Stadt von uralter künstlerischer Vergangenheit ablegen und erneuern wird. Es ist ein besonderes Glück für Deutschland, daß der ver- antwortliche Lenker des Staates gleichzeitig ein künstlerischer Mensch ist, der in seiner tiefsten Seele von frühester Jugend an ein inneres Verhältnis zur deutschen Kunst und insbesondere zu dieser Stadt der Kunst gefunden hat. München legt aus diesem feierlichen Anlaß ein Fcstgewand an. Von dem Ausmaß der künstlerischen Vorbereitungen vermag man sich kaum eine Vorstellung zu machen. Jede Straße, jeder Platz, die von dem Künstlerfestzug berührt werden, sind in der Ausschmückung in einer bestimmten beherrschenden Grundfarbe gehalten. Der „Tag der Deutschen Kunst" hat zunächst einmal Hunderten von Künstlern und Tausenden von Handwerkern und Arbeitern Verdienst gegeben. Das ist ein Erfolg, ganz unabhängig von dem Ablauf des Festes selbst, der sich jetzt schon vorwegnehmen läßt. Der Festzug selbst vom Sonn- tagnachmittag, der zahlreiche, von namhaften Künst- lern ausgeführte Gruppen bringt, die die Malerei, die Architektur, die Plastik, darstellen, wird eine Länge von zwei Kilometer haben, und ausgesprochen heraldischen Charakter tragen. Für das große Künstlerfest wurde das Löwenbräu von namhaften Künstlern in einen blühenden Garten umgewandelt. Rund um den Grundstein, nach Norden offen, wurde eine Tribüne für zehntausend Personen errichtet, die in einem kräftigen Rot gehalten ist. Der Stadt München ging von jeher der Ruf voraus, daß hier auch die Kunst, Feste zu feiern. Liebe. (Sine Anekdote von Karl Lerbs. Von dem Manne, um den es in dieser kurzen, aber seltsam ergreifenden Geschichte geht, ist uns nicht viel mehr überliefert, als daß er den herzhaft irdischen Namen Kohl führte und zur Zeit der Kaiserin Elisabeth als Professor der Sprachwissenschaft zu Petersburg roirtte; dagegen wissen wir von ihm, was man von nicht vielen Lebewesen des irdischen Werkeltages sagen kann: daß ihn das Schicksal einmal mit dem herrlichen und furchtbaren Geschenk einer Leidenschaft bedachte, die ihn aus der gewiffenhaften und nüchternen Alltäglichkeit seines Daseins emporriß und die Kraft feines Gefühls, die sonst wohl nach üblicher Menschenart in vielen trüben Feuer* chen verflackert wäre, zu einer großen und wilden Flamme brausend auftrieb. Dies widerfuhr dem Professor Kohl, als er einmal durch irgendwelche Beziehungen eine Einladung zu einer Hoffestlichkeit erhalten hatte und dabei in die Nähe der Kaiserin geriet: Da fühlte er mit wunderlich luftvollem und schmerzlichem Erschrecken, daß der Anblick Elisabeths ihn wie ein himmlischer Feuerschlag bis in unergründete I«tlfen seines Wesens traf. Der Brand freilich der da entzündet war, konnte hier nicht sogleich hell und heiß aufschießen: aber er schwelte, er griff um sich, fraß und fand ungeahnte Nahrung, und schließlich war er eine schwere und sengende und düstere Flamme, so daß der Professor Kohl verstört und mit wachsendem Entsetzen merkte, wie sehr sein peinlich geregelter Alltag ihm zur Unmöglichkeit und zum wesenlosen Schattenspiel wurde, und wie eine gefährliche und furchtbar lockende Kraft ihn in abenteuerliche Bezirke riß. Man darf glauben, daß er sich mit ernstem Vorwu zur Ordnung rief, vor der fremden und gefährlichen ßuft feiner Träume am Tage ängstlichen Abscheu empfand und sich mit aller Kraft gegen die Erkenntnis wehrte, daß er mit einer nach bürgerlich-irdischen Begriffen wahnsinnigen und sträflichen Leidenschaft die Kaiserin liebte. Ja, liebte: So daß sein seltsames und strenges Schicksal' seines ängstlichen Wehrens spottete und ihn aus allen gehüteten Bindungen trieb und ihn, einen wirren und trunkenen und von seinen ratlosen Freunden gemiedenen Mann, durch nächtliche Stra- ;en jagte über deren eisigem Dunkel ein mächtiger, ternenüberjlammter Himmel gleißte. Wir weichen )er betrüblich verwahrlosten Gestalt, die ihre sehn- sichtige Not und Beglückung mit stammelnden und äsenden und vermessenen Worten zu diesem Himmel emporschickt, nicht aus und lächeln nicht über ihr tolles Tun: Wissen wir doch, daß die hohe I Flamme in jeglichem Gefäß heilig ist unb sich ihres Ursprungs aus dem Weltenfeuer rühmen darf. Vielleicht hatte eine Ahnung den Professor Kohl gelenkt, als er eines Morgens aus blicklosem Starren erwachend, vor sich das riesig gewölbte Portal einer Kirche sah und sich inmitten einer plappernden Schar zerlumpter Bettler sand, die, von gutmütig-grimmigen Wachen zurückgehalten, die Stufen umbrängten: Denn im Augenblick, ba er feine Umgebung erkannte, sauste es mit klappernben Rä- bern unb sprühenben Hufen unb Gcfunkel und Peitschenknall durch den kahlen Vorfrühlingstag heran, war da unb hielt: blanke Karossen mit blitzenber unb sehr erlauchter Menschenlast. Dem Professor Kohl war, was sie herantrugen, ein verschwommenes Gewoge farbiger Schatten — bis auf eine Gestalt, bie er burch aufschießenbe Tränen ganz beut* lich unb mit großer, feierlicher Klarheit sah: Elisabeth. Ihm aber war es nicht die Kaiserin, die über ein Reich von märchenhaften Maßen herrschte, die gekrönte Abenteuerin, vor deren weltgeschichtlichen Affären er zu einem Nichts schrumpfte, und von der, wie wir Kundigen aus vielen Beispielen wissen, wirklich eine Welt ihn trennte: ihm war es die himmlische und irdische, die heilige und feinen zitternden Händen und Sinnen erreichbare Gestalt ber Frau, bie er liebte, lieber ben trennenben Weltenraum riß jein Sprung ihn hinweg, an verbüßten Wachen vorüber, mitten burch erstaunt zurückwei- chenbes Gefolge — nieber zu ihren Füßen, hinauf zu ihren Knien. Da lag er unb wußte nicht, baß Tränen in feinen struppigen Bort strömten, baß fein abgezehrtes Gesicht von Glut überlobert war, baß er mit stoßenbcm Atem roilbe unb tiefe unb heiße Worte stammelte, die niederzuschreiben keine Feder wagen darf. In diesen wenigen Augenblicken ergriff die Flamme der Erfüllung bie ganze Kraft feines Lebens, schoß fteilauf unb erlosch. Er sah nicht, baß rings bie Klingen aus ben Scheiben fuhren, und daß der elegant geführte Degen Schuwalows ihm am nächsten mar; er fühlte vielleicht, daß Elisabeths Hände sie mit einer schützenden Bewegung von ihm fernhielten und dabei einen Herzschlag lang sein Haar berührten; und er vernahm gewiß ben Klang ihrer Stimme, wenn er auch nicht bie Worte verstanb, die wir, da sie schön waren, hier aufzeichnen wollen: „Wenn Sie diesen Menschen töten wollen, weil er mich liebt — was wollen Sie dann mit denen tun, die mich hassen?" Wer das fernere Schicksal des Professors Kohl wichtig findet, möge wissen, daß besorgte Freunde ihn, den ausgebrannten Rest eines glühenden Erlebnisses, auf dem leeren Platz vor der Kirche fanden unb mit ängstlicher Hast nach Deutschlanb — man sagt, nach Hamburg — schafften, wo er sich selbst in einem stummen unb leiblich vernünftigen, I vom Geleucht eines sehr fernen Erlebnisses beglänzten | Dasein überlebte —einem Dasein übrigens, bas seine irbische Erhaltung einem von ber Kaiserin Elisabeth ausgesetzten Ruhegehalt verbankte. Oer Geldbriefiräger kommt. Don Hans JRiebou. Gottholb hat eine pathetische Aber. Seine Gedanken bewegen sich nicht gradlinig auf die Dinge zu, die es zu erfassen gilt, sondern sie schwingen in gewaltigen Kreisen und Spiralen darum herum. Wenn Gotthold auf die Frage, wie es ihm geht, sich zu antworten entschließt, so kommt beileibe nicht ein „Danke, gut" dabei heraus. Vielmehr knüpft Gotthold den Faden an die letzten Kriegs- ereigniffe an, bann bespricht er in einigen knappen Sätzen bie Inflationszeit, streift bie Scheinkonjunk- tur ber Jahre von 1930, kommt auf bie Blinb- barmoperation bes Jahres 1931 zu sprechen, erörtert ben burch fünf Monate sich hinziehenben Heilungsprozeß, fertigt eine Manbelentzünbung vom Mai 1933 kurz ab und gelangt schließlich, dreimal unter den Tisch klopfend, zu dem Schluß, daß es ihm in Anbetracht all des Schweren, das er so durchgemacht hat, zur Zeit — unberufen! — immerhin so geht, daß ein besonders in die Augen springender Grund zur Klage nicht ersichtlich sei. So ist Gotthold. Man kann sich die abgrundtiefe Verwunderung vorstellen, die den Gelbbriefträger Föniz ergriff, als er bei Gottholb klingelte, unb dieser, anstatt mit mehr oder weniger strahlendem Gesicht die nötigen Formalitäten zu erledigen, also anhub zu sprechen: „Ich begrüße Siel Auf Sie, verehrter Herr, habe ich gewartet. Ich habe, um es Ihnen ehrlich zu sagen und keinerlei falsche Scham vor meiner Seele aufzutürmen, feit 8 Uhr in der Frühe gezittert und gebebt, ob Sie, wie der Erzengel Michael mit dem Schwert, erscheinen würden, mich aus tiefster Not zu erretten. Und, verehrter Herr, in all dem Zittern und Beben hab ich es gefühlt: Sie kommen! Sie kommen, um mir zu helfen. Und dabei ist es mir wie eine tiefe Erkenntnis in meine Seele gedrungen, daß Sie nicht nur der Retter für m i ch sind, sondern für Hunderte Tag für Tag unb Woche für Woche. Unb es ist mir zum Bewußtsein gekommen, baß Sie, als Beamter ber Deutschen Reichspost, sich einen Beruf erkoren haben, wie ein besserer unb schönerer nicht auszubenken wäre. Sie finb, verehrter Herr, ber Heilsbote im wahrsten Sinne bes Wortes. Sie bringen bas Glück unb bie Erlösung, wohin sich Ihr Schritt auch roenbet. Unb wenn es auch nur nüchterne Zahlen zu sein scheinen, bie Ihren Lebensinhalt ausmachen, so liegt boch in biefen Zahlen Erlösung von irbischer Pein verborgen, unb man braucht Sie, verehrter Herr, nur anzusehen, man braucht nur in Ihren strahlenben blauen Augen zu forschen, um zu entbetfen, baß auch Ihnen biefer letzte Sinn Ihres wahrhaft hohen unb glücklichen Berufes nicht entgangen ist. Ich meinerseits, verehrter Herr, beglückwünsche Sie aus vollem Herzen bazu!" Der Gelbbriefträger Föniz hatte wie betäubt ba- geftanben. Er hatte sich gegen bie Wanb gelehnt, unb als Gottholb von ben strahlenben blauen Augen zu sprechen anfing, hatte er — in ber Hoffnung wohl, baß es ein wirres Traumbilb fei, bas ihn umgaukelte — eben biefe blauen Augen fest zu- gefniffen. Jetzt aber, als Gottholb schwieg unb — enblich! — einen wohlvorbereiteten unb zugespitzten Tintenstift zum Zwecke ber Unterschriftsleistung in ben Hänben hielt, faßte sich Föniz. Er öffnete bie Augen, warf einen scheuen Blick auf Gottholb, holte tief Atem, unb bann sagte er: „Aljo bann bitte: Eine Nachnahme über Vierunb- siebzig Mark fünfzig". Zeitschriften. — Mit bem Oktoberheft ber „D e u t s ch e n Z e i t - schrif t", bes früheren „Kunstworts" (Verlag Call- wey, München) beginnt der 47. Jahrgang des um deutsche Kultur- und Kunstpflege verdienten Blattes. Das vorliegende Heft, das zum Hauptteil der Betrachtung deutscher arteigener Geistesrichtung gewid- met ist, bestätigt den Ernst unb bas Verantwor- tungsbewußtsein, mit bem die Zeitschrift ihren Dienst an ber beutschen (Erneuerungsarbeit auffaßt. Ulrich Christoffel gibt u. a. eine einbringlidje Analyse bes „Deutschen Formgefühls" in ber bilbenben Kunst. Paul Alverdes gibt angesichts bes heute fo nach- brücklich erhobenen Rufes nach „nationaler Dichtung" zu überlegen, baß eine Dichtung sich nicht burch äußerliche stoffliche Merkmale als national erweisen könne, sondern daß jede innerlich wahrhaft deutsche Dichtung diese Forderung erfülle. Edgar Dacguä weist darauf hin, daß nur in der wahrhaftigen Entfaltung bes eigenen deutschen Erbgutes Sinn unb Aufgabe beutscher wissenschaftlicher Arbeit erfüllt werben können. Von weiteren Beiträgen finb noch zu nennen: „Die Außenbeutschen unb ihr Vo- terlanb" von Gerhard May, der die Tragik des außendeutschen Schicksals erschütternd klar zeichnet; ferner „Die Entstehung der isländischen Saga" von Joseph Dünninger; „Die Malerfamilie Faber du Four" von Ulrich Christoffel, mit mehreren, auch farbigen Bildern. Eine schöne Bereicherung desHef- tes bilden zwei dichterische Beigaben: die Erzählum gen „Veronika" von Ernst Wiechert und „Der Fremde" von Paul Alverdes. besonders ausgeprägt ist. Dieses Fest wird im Ausmaß und gediegener Ausgestaltung olle früheren Feste weit in den Schallen stellen. Dabei handelt es sich gerade hier um eine wahrhaft ernste An- «elehenheit, um ein Bekenntnis zu den höheren Serien des Lebens inmitten des Kampfes gegen die materielle Not, eine Bekundung des Willens zu kultureller Ällätfgung und schöpferischer künstlerischer Arbeit, ein Protest gegen alle Absichten, durch politische und wirtschaftlich« Dedängnis unser Volk auf ein niedrigeres Niveau herabzudrücken und seinen Sinn für ideelle Güter abzulöten. Denn nach den Worten des Führers ist die Kunst „eine erhabene zum Fanatismus verpflichtende Mission", und sie soll und wird im Dritten Reich ihre Auferstehung feiern. Diesem schönen 3iele dient der „Tag der Deutschen Kunst", dient das .Haus der Deutschen Runfr in München. lieber Grenzen vorwärts. Dom Staatspresseomt Darm- st a d t gehen uns folgende Ausführungen zur Veröffentlichung zu. Noch zittern die letzten Töne des meisterhaft oor- Sietragenen Haydnschen Kaiserquartetts durch ben erlaben schönen Raum des Festsaales im Mlten Paals zu Darmstadt, noch klingen diese wunderbaren Variationen der Weise unseres Deutschlandliedes in den Obren nach und noch liegt es wie ein Bann, der sich erst allmählich löst, über den hier versammelten Volksgenossen, die der feierlichen Gründung des „Lanbesoerkehrs-Verbandes (spenden für die AS -Vollswohl^ahrt werden eingezahlt auf Konto Nr 4513 NS -Volkswohlfahrt des Kreises Gießen bei der Beztrksfparkasfe Gießen. Rhein-Main" beigewohnt haben, da wird es einem allmählich bewußt, daß es uns vergönnt war einen Augenblick von weittragender historischer Bedeutung miterleben zu dürfen. In den Zeitläuften der letzten zwei Jahrhunderte, die ganz der durch die große französische Revolution geschaffenen Idee, dem Liberalismus, huldigten, wurde die Geschichte immer mehr in den Börsen- hallen gemanaged bzw. glaubte man damals, daß die Geschäfte, die hier gemacht wurden, Geschichte seien. Ein wahrhaft würdiger Rahmen für die „Geschichte" dieser instinktlosen Meute internationaler, volksfremder Geld- und Goldmänner: die Hallen, die dem Götzen Mammon geweiht waren, wo man kreischend und mauschelnd Die Werte des deutschen Dolksoermögens, seien es nun die Produkte des Dauern oder die Anlagen der Qnbuftrie, Der- Öerte und glaubte, damit auch gleichzeitig die he Seele zu verkaufen. Wenn es ihnen auch gelungen ist, das erste zu erreichen und das deutsche Volk auszupowern, die deutsche Seele zu verschachern, war ihnen nicht möglich. Und wie ist es heute? Heute wird tatsächlich wieder Geschichte gemacht, unb zwar von einem Volk, dessen Führer unb Gefolgschaft, da volks- unb blut- verbunden, in sich das Walten der deutschen Seele spüren und hierdurch zur Erfüllung einer großen Mission bestimmt sind. Folgerichtig spielen sich daher derartige Augenblicke, in denen geschichtliche Entscheidungen bekanntgegeben werden, in einem anderen Rahmen als früher ab: Nicht Börsenhallen, sondern die im Kerzenlicht schimmernden Festsäle alter deutscher Bauten, Zeichen deutschen Geschmacks geben solchen Augenblicken die äußere Weihe. Und wenn derartige feierliche Tagungen mit Werken alter Meister deutscher Musik eröffnet werden, die immer von neuem die deutsche Seele sich daran erbauen lassen, so ist dies für diese Feierhandlung richtungweisend, indem alte Ewigkeitswerte beut- schen Schassens unb Könnens sich mit dem in diesen Augenblicken sich anfünbigenben geschichtlichen Werden vermählen. Welches sind nun die geschichtlichen Momente, die wir hier in unserem Gebiet in den letzten Wochen aufzuzeichnen haben und wie wirken sich biefe aus? Die letzte Frage ist vorwegzunehmen: Eine Entwicklung hat auf Grund der Initiative des Herrn Reichsstatthalters in Hessen, Sprenger, in dem ihm als Gauleiter anoertrauten Gebiet eingesetzt, die richtungweisend und vorbildlich für die Ihmmenbe Entwicklung und Gestaltung des Deutschen Reiches sein wird Ist doch hier Aum ersten Aal dazu übergegangen worden, über Ländergrenzen hinweg auf verschiedenen (Mieten eine durch wirtschaftspolitische, kulturelle und landsmannschaftliche Belange oorgezeichnete Vereinigung herbeizuführen, deren Verwirklichung sich seither die durch partikularistische und bpnastischc Bestrebungen willkürlich gezogenen Län- dergrenzen als unüberwindbares Hindernis in den Weg stellten. Der Tatkraft des Herrn Reichsstatthal- ters in Hessen war es vorbehalten, den ersten Schritt zur Vorbereitung der Neugestaltuna des Reiches zu tun und damit ben anberen Ländern wegweisend voranzugehen. Wenn es gilt, das Reich neu zu gestatten und es sinnge- wäß nach wirtschaftlichen Belangen und kultureller und stammesinäßiger Entwicklung einzuteilen, so wird hierbei nicht vor ben manchmal gerabezu widernatürlichen CänbergrenAcn Halt gemacht werden, sondern diese werden ein für allemal oer- f ch w i n b e n. Unb mit ihnen wird auch allen parti- kularistischen Strömungen und Eigenbrödeleien einiger unverbesserlicher Kirchtumspolitiker der Boden entzogen werden. Ueber Grenzen vor- wart» zur Einheit des Reichs! Dieser vorbereitenden Entwicklung diente die in Den lefiten Wochen erfolgte Zusammenfassung der hessischen und hessen-nassauiichen Bauernschaften zum r Heini sch- mainischenBauern st and. Wurde so der Nahrstand für einen großen Gebiets- teil )usammengeichlossen, so folgte bie Wirtschaft durch bie Gründung des r h e i n - m a i n i s ch e n I nb u str ' e - und Handelstages, in dem bie Industrie- unb i>anbelsfammer bes Groh Gaues Hessen-Nassau sich zusaminengefunben haben. Ebenso hat sich bie Presse dieses Gebietes unter einheitliche Führung gestellt unb sich in dem Landes- verband Rhein-Main-Weser des Reichs- oerbanbes der deutschen Presse zu gemeinsamer Arbeit vereint. Das zur Zeit jüngste Glied in dieser Entwicklung ist der Landesverkehrs-Der- b a nb Rhein-Main, der bei der eingangs ermähnten feierlichen Tagung Ins Leben gerufen wurde und in dem sich die Derkehrsoereine des Groß-Gaues Hesien - Nasiau zufammcngelchlosten habest. Zusainmenfosscnb ist festzustellen, daß der Herr Reichsstatthalter in Hesien. Sprenger, eine Entwicklung in feinem Gebiet eingeleitet ha, die bahnbrechend für die Neugestaltung desReiches genannt werden muß Deutsche KolouialpoM heute und morgen. Bon Or. Paul Rohrbach Hn Bord der „Ubena", 17. Sept. 1933. Nun liegt auch unser altes Südwest hinter mir, und ich stelle die Frage: Ist es möglich, Kolo- nialpolitit ohne Kolonien zu machen? Warum nicht, wenn nur ein koloniales Ziel besteht unb bie Möglichkeit, es eines Tages zu erreichen! Ich möchte sagen: Unsere heutige Kolonialpotttik muß darin bescehen, dafür zu sorgen, daß, wenn über kurz ober lang die politische Lage es bei- den Teilen nahelegt, die Rückgabe praktisch zu erörtern, dann am Deutschtum in unfern alten Schutzgebieten kein Schaden geschehen ist, über den bie Heimat sich nachträglich Vorwürfe machen muß. Unzählige Male bin ich von den Deutschen in Oft- wie in Sübroeftafrita gefragt worden, ob Aussicht bestände, daß sie „wieder deutsch" würden? Ich habe darauf geantwortet, sie müßten sich drei Punkte klarmachen, und diese seien: 1. Das neue Deutschland wird den Endkampf gegen d i e koloniale Schuldlüge mit aller Energie aufnehmen und unfern unverjährbaren Anspruch auf unsre Kolonien unbeirrbar weiter vertreten unb durchfechten. 2. Die nationale Regierung wird den Versuch zu einer praktischen Lösung der Äolonialfraae voraussichtlich nicht eher machen, als bis der innere Umbau Deutschlands fertig und gewisse fundamentale außen- politische Aufgaben der Losung näher geführt sind. 3. Der richtige Zeitpunkt, über die Rückgabe zu sprechen, wird dann gekommen fein, wenn Deutschland genügend erstarkt sein wird, um für England und Italien eine wertvolle und notwendige Hilfe Aur Beseitigung des französischen Drucks auf die Entschliehungsfreiheit der englischen Politik und auf den notwendigen Lebensspielraum des italienischen Volkes zu sein. Ich habe in Afrika ben durch gewisse Informa- Honen und Beobachtungen begründeten Eindruck gewonnen, daß die maßgebenden Stellen der Mandatsmächte (England und die Südafrikanische Union, Frankreich lasse ich hier aus dem Spiel) nicht mehr so wie früher die Mandatsformel a l s bloße Umschreibung der Annexion betrachten, sondern mit der Rückgabemöglichkeit rechnen. Natürlich denken sie nicht daran, aus Gewissensbissen wegen der kolonialen Schuldlüge und des Wortbruchs gegenüber dem fünften von Wilsons 14 Punkten — gerechte und unparteiische Erledigung aller Kolonialfragen — auch nicht um der schönen Augen Deutschlands willen, sondern weil sie das Gefühl haben, daß eine allgemeine Revision der Frie - densdick täte sich vorbereitet und das koloniale Problem im Sinne einer Beteiligung Deutschlands dabei nicht ausgeschaltet werden kann. Dabei macht es nicht viel aus, daß die national!- i stischen unb kolonialpublizistischen Kräfte zweiter I und dritter Ordnung die Rückgabe nach wie vor als ein Rührmichnichtan behandeln unb ihr „Nie unb nimmer" mit aufgeplusterter Leidenschaft wiederholen. Die Sache ist zur praktisch-politischen '.Bebanölung noch nicht reif, aber sie wird es in dem Augenblick fein, wo man Deutschland braucht. Ich habe in einigen Vorträgen, sowohl in Oft- afrita als auch in Südwest, in Gegenwart von englischen unb afrikanischen Zuhörern, diese (Bebauten ausgesprochen und dabei besonders betont, daß die deutsche, die englische und die italiensche nationale Lebenslinie deutlich auf den Punkt hin konvergieren, wo das gemeinsame Bedürfnis sich offenbart, vom französischen Druck frei zu werden. England ist heute keine Insel mehr, denn die dreifach überlegene französische Luftflotte ist imstande, die englische Verteidigung in der Lust niederzukämpfen und tataftro- ohale Zerstörungen in England anzurichten. Das heißt, für England ist praktisch genau derselbe Fall eingetreten, als ob eine andere Flotte die unbedingte Ueberlegenheit über die englische gewonnen hätte. Die Engländer haben sich bei sich selbst für diese peinliche Veränderung ihrer Lage — ich halte sie für bas eigentlich entscheidende (Er- g e 6 n l s des Weltkriegs — zu bedanken, aber sie müßten ihre ganze Natur, ihren nationalen Charakter geändert haben, wenn sie sich das auf die Dauer gefallen ließen. England wäre damit einfach nicht mehr England. Die Schlußfolgerung daraus für den Augenblick, wo Deutschland wieder wehrfähig ist (stüher können nur politische Utopisten unb Dilettanten daran denken), liegt auf der Hand. Ich komme zurück auf unsere „gegenwärtige" Kolonialpolitik. Man sollte zu Hause wissen, und weiß es hoffentlich auch, daß in Ostafrika unb in SÜbwestafrika die deutschen Pflanzer und Farmer, überhaupt das Deutschtum, jetzt öirt- schaftltch in sehr schwerer Lage, zum Teil direkt in seiner Existenz bedroht ist. Die Weltkrise, die schlechte Mandatsverwaltung unb bestimmte, namentlich in Sübwest direkt auf bie Zermürbung der Deutschen hinzielende Absichten wirken zusammen dahin. Man sollte wissen, und weiß es hoffentlich, daß viele deutsche Kinder von ihren Eltern nicht in deutsche Schulen geschickt werden können, weil die Eltern nicht mehr fähig sind, die Mittel dafür aufzubringen. Das noch länger ohne durchgreifende Hilfeleistung mitanzusehen, wäre für die Heimat nichts a oberes, als schuldhafte Vernachlässigung einer nationalen Pflicht. Will man zu Hause die Verantwortung dafür tragen, daß, wenn der Augenblick der Rücknahme unserer alten Schutzgebiete gekommen ist, wir e i n Ruinenfeld kolonialen Deutschtums vor uns sehen, anstatt einer seelisch und wirtschaftlich gesund erhaltenen deutschen Bevölkerung? Ich meine, bie Frage im neuen Deutschland stellen, heißt auch, sie beantworten. Geschichten aus aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Perlengcschichte in Miami. r. — Chikago. In Miami auf Florida treffen sich die reichsten Leute und die größten Verbrecher. Im Hotel Excel- sior stieg zur Abwechslung einer der reichsten ab, bas war Mr. Barry, der millionenschwere mexikanische Reeder. Dieser Mann ist nicht nur sehr reich, sondern auch sehr bekannt, obwohl er niemals Wert barauf legt, photographiert zu werden. Mr. Barry kam also nach Miami, und die Zeitungen schrieben von ihm, bah er darauf aus sei, sich unter den 10 000 Girls, die den berühmten Strand bevölkern, eine Frau auszusuchen. Unb als er den Hoteldirektor bat, ihm einen guten Juwelier zu nennen und ihn bei dem Einkauf zu begleiten, war das weiter nicht verwunderlich: Mr. Barry braucht eben schon ein Hochzeitsgeschenk. Der reiche Mann wählte unter den Kostbarkeiten, bie der Juwelier ihm vorlegte, eine herrliche Perlenkette. Er bezahlte sie mit einem Scheck und verließ mit dem Hoteldirektor das Haus. Nach zwei Stunden bereits wußte der Juwelier, daß der Scheck falsch war. Er berichtete freube- strahlend den Reportern: Er sei natürlich vorsichtig gewesen, er habe dem Kunden nur eine falsche Perlenkette gegeben, die er, wenn der Scheck richtig gewesen wäre, leicht gegen eine echte Kette hätte umtauschen können. Daraufhin schrieb Mr. Barry, der Miami längst verlosten hotte, baß er natürlich gar nicht Mr. Barrn sei unb diesen Namen nur vorsichtshalber gewählt habe. Er sei aber auch weiterhin so vorsichtig gewesen, die Perlenkette bei bem Hoteldirektor gegen 20 000 Dollar zu ver- pfänben. Daraufhin antwortete der Hotelbirektor, bie Sache sei zwar richtig, aber sein Scheck über 20 000 Dollar sei im Augenblick der Uebergabe auch schon gesperrt gewesen, derartige Dorsichtsmaß. regeln seien unbedingt am Platze. So weit ist die Angelegenheit bisher gediehen. Die Oeffentlichkeit wartet auf die Antwort des falschen Barry, besten Vorrat an Dorsichtsmaß- regeln jo zweifellos auch noch nicht zu Ende ist. Kleiner Unfall eines MeistcrboxerS. (hb) Mexiko — Stadt. Der mexikanische Leichtgewichtsmeister Manuel Villa hatte es sich gewiß niemals träumen lassen, daß er eines schonen Tages von einem schwächlichen unb kränklich aussehenben Nachtschwärmer k. o geflogen unb vor versammeltem Publikum in einem bekannten Nachtlokal ausgezählt werben würbe '•aber das Unglaubliche wurde Tatsache. Villa vergnügte sich in einem Kabarett, in dem auch fein „Bezwinger" zu Gaste weilte. Dieser lieh plötzlich einen lautschallenden Pfiff nach Art der Eselstreiber ertönen, den der Boxer auf sich bezog Das war ausreichend, um den Unbekannten zur Rede ,u stellen Ein Wort gab das andere, und bevor der Meiller es sich versah, hatte er auch schon einen woblgezielten Kinnhaken weg, der ihn wie einen Mehlsack auf dos Parkett legte. Der unbetonte „Sieger" aber nahm Reißaus, als er erfuhr welchen Gegner er kampfunfähig gemacht hatte. Das letzte AriegStelegramm. ~ . _lrv m (—) London. hranf Hüber Pennington ist ein Telegrafist wie feber andere auch Freilich erzählt man flüsternd | oo" ihm baß er vom Weltkrieg unb seinem Der- taut mehr wisse als irgend jemand sonst von den Außenstehenden. Jetzt, nachdem er in der Brighton- Post seinen letzten Arbeitstag abgetan hat und in den Ruhestand getreten ist, erfährt man von ihm, daß er es gewesen ist, der an jenem 11. November 1918 bas letzte Kriegstelegramm in die Welt hinausschickte, eines der schicksaloollsten Telegramme, bie nicht nur Frank Hilder je aufgab, sondern die überhaupt bisher durch den Aether gingen. Das Telegramm, das Lord H a i g oetfaßt hatte, lautete so: „Heute, am 11. November, um 11 Uhr hören alle Feindseligkeiten auf. Die Truppen bleiben auf der Linie stehen, bie sie zu bie,er Stunde erreicht haben, und bie bem Hauptquartier unverzüglich mitgeteilt werben muß. Defensiv-Mahnahmen werben aufrechterhalten. Mit bem Feind dürfen keinerlei Abmachungen irgend welcher Art getroffen werden, bis die Instruktionen des Generalstabs oorliegen. Weitere Richtlinien folgen." Damit war praktisch der Weltkrieg zu Ende. In den Kriegsjahren hatte Pennington Hunderte von Geheimtelegrammen hinausgeschickt, verkodet, mit Geheimzeichen verkleidet. Er kannte ihren Inhalt, er wußte bie Bedeutung aller Zeichen. Aber er schweigt auch heute noch darüber — nur über jenes letzte Telegramm, von bem er sich sogar eine Kopie anfertigte, unb bei dessen Durchgabe er zum ersten Male in seinem Lcben nervös war unb zitterte, spricht er heute, nachbem er ausgedient hat — als einfacher Telegrafist in Brighton ... LPfer der guten Erziehung» q. Manchester. Ein schottischer Edelmann kam einmal nach Manchester und stieg in einem kleinen Dorstadthotel ab. Er legte sich bald zu Bett, zündete sich eine Zigarette an unb brehte bas Licht aus. Wie er so rauchte, fiel ihm bas Feuer von seiner Zigarette auf ben Bettvorleger. Er neigte sich aus dem Bett, um das Feuer auszudrücken. Da sah er verwundert eine fremde Hand unter dem Bett hervorlangen, die ihm zuvorkam unb bas Feuer auslöschte. Der schottische Ebelmann bachte zuerst nach, ob bas nicht eine neue Einrichtung ber Hoteldirektion sei, bie ihre Bettvorleger schonen will. Dann verneinte er diese Frage aus Gründen der Sparsamkeit. Und bann griff er kurz entschlossen unter bas Bett, zerrte ben Einbrecher hervor, langte ihm rechts und links ein paar Ohrfeigen „von guten Eltern" und ließ ihn der Polizei übergeben. Bei der Vernehmung stellte es sich heraus, daß ber Einbrecher gleichfalls aus Schottlanb stammte. Dort hatte er gelernt, daß man seine Sachen schont. Und bas war ihm so in Fleisch unb Blut übergegangen, daß er sich auch als Einbrecher beeilte, frembes Eigentum vor Schaden zu bewahren. Opfer der guten Erziehung... WaS darf ein Radfahrer wiegen? (e) Kopenhagen. Die dänische Hauptstadt, die Stadt ber Radfahrer, mußte „von rechtswegen" herauskriegen, wie schwer eigentlich ein Radfahrer sein dürfte. Denn auch in dieser Großstadt wird, wie der Berliner sagt, eifrig „gebuddelt" Immer ist irgend ein Straßenzug auf- gerissen, mit irgendwelchen Röhren ober Kabeln elegt, woraus man alles wieder zuschüttet. Dieses Spiel wiederholt sich mit erstaunlicher Kürze bald in dieser, bald in jener Gegend Kopenhagens. Bei einer dieser Buddeleien legte man für die Nachtstunden Bretter über die Baustelle, Damit der Ber- kehr nicht gehindert wäre. Ein Radfahrer, der die Stelle passierte, brach ein unb wurde mit einigen Verletzungen aus ber Grube herausgeholt. Raum gesund, rannte er zum Gericht und verklagte bie Stadt auf Schadenersatz, weil sie nicht genügend feste Bretter verwendet hätte. Als die Vertreter der Stadt den Kläger bei Gericht kennenlernten, fiel ihnen besten, Leibesumfang auf. Sie verlangten, daß ber Rabsahrer amtlich gewogen werbe, unb als sich ergab, daß er immerhin gut unb gerne feine 223 Pfund Lebendgewicht besaß, wandten sie ein, dack dies bas Gewicht eines gewöhnlichen Bob- fahrers übersteige. Gegenfrage des Klägers: wie schwer darf eigentlich in Kopenhagen ein Radfahrer fein. Das war dem Gericht zuviel des Guten. Es riet bringend zu einem Vergleich. Denn 228 Pfund sind im Lande ber guten bänifchen Küche immerhin nichts Ungewöhnliches. Krieg mit Menschenfressern. (z) Amsterdam. Unbeachtet von ber großen Weltpresse vollzieht sich gegenwärtig in ber Südsee ein hartnäckiger Buschkrieg, ber schon manches Opfer gekostet hat Europäer unb farbige Hilsstruppen befinben sich dort im Kampfe mit blutdürstigen Eingeborenen unb zwar auf Rieberländisch-Neuguinea, bas ber Unterschlupf ber letzten Kannibalen ber Erbe zu fein scheint. Wir lesen herüber Im .Lava-Boden": Eine militkrische unb polizeiliche Expebition ist seit einigen Monaten ins Innere Neuguineas gedrungen, um der eingeborenen Mcmoewees habhaft zu werden, die im April dieses Jahres einen Polizisten unb seine Begleitung überfallen, ermordet unb aufgefreffen haben. Etwa hundert Angehörige dieses Kannibalenstammes sind bereits in bie Hände ber Expebition gefallen, aber gerabe die an dem Mord Schuldigen halten sich noch immer im Busch verborgen und liefern ber Expebition heiße Gefechte. Der letzte Kampf fanb breißig Meilen stromaufwärts von Otoemboewe statt, wobei sich etwa 30 Mann ber Expebition einer Uebermacht von 700 Menschenfressern gegenüberfahen. Die Ueberlegenheit ber modernen Schußwaffen siegte jedoch auch hier, unb bie Manoewees ließen weit über 100 lote auf bem Platze. D. h.: sie ließen sie nicht auf bem Platze. Denn am Abend muhten die Teilnehmer ber Expebition beobachten, wie bie Manoewees zurückkehrten unb ihre Gefallenen wegschafften. Eine nachgesandte Schleichpattouille muhte dann zu ihrem Entsetzen mit ansehen, wie die Eingeborenen ihre gefallenen Kameraden kunstgerecht an offenen Feuern brieten unb mit großem Appetit verzehrten. Tie Krau, die auf dem Dampfer wohnen wollte. (k) Pari». Die in Frage fommenben Schiffahrtsgesellschaften rieben sich fröhlich bie Hände, als sie vor einigen laaen hörten, daß eine gewisse Madame Vischer d'Assonleville, eine Schweizerin, sich entschlossen habe, den Rest ihres Lebens nur noch auf Ozeandampfern zuzubringen. Sie wollte sich gewissermaßen auf Lebzeiten ein Abonnement erster Klasse für Ozeandampfer nehmen und ihren Aufenthaltsort auf die verschiedenen Dampfer verlegen, die zwischen (Europas Küsten und Amerikas Hafen hin und her fahren. Man lachte über bie Frau, berounberte ihre Entschlußkraft unb ihre erst ganz junge Liede zum Meer unb zur Ozeanreife unb vergaß ben Fall. Unb bie Schweizerin wäre gewiß recht glücklich geworden mit ihrer Idee und ihrem Dauerabonne- ment, wenn nicht bie französische Regierung ihr einen Strich burch bie Rechnung gemacht hätte. Es gibt nämlich ein französisches Gesetz, das bestimmt, daß in einem Hafen jeder Passagier von Bord gehen muß. Und ferner muß jeder Passagier eine feste Wohnung ober ein festes Ziel haben unb nicht in ber Absicht (eben, ewig ohne feste Nieberlassuna in ber Welt herumzufahren. Und das wollte doch die Schweizerin. So kam es denn, daß man ihr von feiten ber französischen Regierung amtlich mitteilte, man könne ihren Wunsch zwar verstehen, aber nicht erfüllen. Mabame Vischer wirb also eine ßanbratte bleiben mästen ... Blinddarmoperation in Alaska. (vk) Warschau. Dr. Walkowsky heißt ber polnische Arzt, Der sich fern von seiner Heimat vor einiger Zeit in bem Dörfchen Anchorage niebergelaffen hat, um bie Bevölkerung von Alaska mit ben Wohltaten ber zeitgenössischen Medizin bekanntzumachen unb dabei, vermutlich unbeabsichtigt, eine anerkennenswerte Sportleistung zu vollbringen. Dieser durchaus moderne Jünger Aeskulaps macht seine Besuche mit einem kleinen Sportflugzeug und ist auf diese Weise immer schnell erreichbar. Neulich wurde er nach ber nörblich gelegenen Insel Kobiak gerufen, flog prompt ab, erledigte im Handumdrehen eine kleine Blinddarmoperation unb nahm bann ben Patienten an Borb feines Flugzeuges nach Anchorage mit, auf baß er einige Tage unter ärztlicher Beobachtung bleiben könne. Mehr kann man von einem einfachen Felb- unb Diesenarzt in Alaska wirklich nicht verlangen ... Küfsen ist keine Sünd' ... (av) Dien. »Küssen ist keine Sünd'", so heißt es in bem schonen Lieb Über manchmal ziemlich kostspielig, laut Gerichts- urteil. (Ein Wiener Bürger zeigte einen Taxichauffeur an, er habe ihn mit voller Absicht irregefahren. D. h. burch große Umwege zum Ziel gebracht. Der Wagen sollte normalerweise ben Weg in 10 Minuten bewältigen, währenb ber Ehaufteur ben Gast eine geschlagene halbe Stunbe spazierensuhr. Leider merkte der Ge- unb Verfahrene erst viel zu spät, was eigentlich los war. Dann begann er allerdings, üch mit dem Ehauffeur zu zanken, unb zuguterletzt landeten beide vor dem Richter. Der aber fällte folgendes Urteil: „Da einwandfrei nachgewiesen werben konnte, baß ber Chauffeur von Anfang an einen falschen Weg einschlug, ber Fahrgast jeboch erlt gegen Cnbe ber Fahrt ben Umweg beanfianbete, mbem er sich während der ganzen Zeit ,mit einer Dame küssend beschäftigt* hatte, verdient der Fahrer nur eine Rüge. Der Gast jedoch trägt bie alleinige Verantwortung. Unb so gebührt ihm fein Schabenersatz." Wiener Amtsbeutsch ist zwar ein bißchen um- stanblich. Nichtsbestotrotz kann man dem schönformulierten Urteil entnehmen, daß, wie gesagt, bas Küssen zwar keine oünb’, bafür ober gelegentlich eine kostspielige Angelegenheit ist. Für beren Folgen einzig unb allein ber Küssenbe selbst verantwortlich ist. Auch für bie Folgen eine» — Lutoumweges! Daten für Samstag, 14. Oktober. 1465: ber Humanist Konrad Peutinger in Augsburg geboren; — 1644: der Ouäfer William Denn, Gründer von Pennsyloanien, in London geboren; — 1758: preußischer Feldmarschall Keith bei Hochkirch gefallen. halten. Die übrigen Semester können das Studium an der neuen Hochschule nach den noch zu schaffenden Richtlinien fortsetzen, und es wird dabei noch geprüft, wieviel der geleisteten Semester angerechnet werden. Kurze Sportnotizen. Zwei verdiente Sportler wurden zur Mitarbeit am Ausbau herangezogen. Erich Rademacher wurde Gau-Wasserballwart in Mitteldeutschland und der Sprinter Houben Landessportbeauftragter im Regierungsbezirk Düsseldorf. A u f g e l ö lt hat sich der seit 15 Jahren bestehende Norddeutsche Ruderverband und wird seine in ihm vereinten Mitglieder geschlossen dem Deutschen Ruderverband zuführen. Damit hat wieder einer der vielen Splitterverbände sein Ende ae- funden. Das Berliner Frühjahrsreitturnier vom 26. Januar bis 4. Februar ist wieder in der alten Preishöhe wie im Vorjahre ausgeschrieben werden. Im Mittelpunkt steht diesmal der „Große Preis der nationalsozialistischen Erhebung", für den allein 30 000 Mark an Preisen ausgeworfen sind. Der Wettbewerb zerfällt in eine Olympiade-Dressur- Prüfung, ein Jagdspringen und eine Vielseitigkeitsprüfung, die wiederum drei Unterabteilungen auf- zuweisen hat und sich an die Pferde wendet, die für die große Military in Vorbereitung sind. * Die Gaugeschäftsstelle des Gaues XII (Nordhessen) im DFB. gibt bekannt, daß die Schiedsrichterblocks jetzt gegen Voreinsendung von 1,50 Mark pro Stück von der Gaugeschäftsstelle bezogen werden können. Bei allen Meisterschaftsspielen sind die vorgeschriebenen Schiedsrichter-Formu- lare, die in den Blocks enthalten sind, zu verwenden. * Olympiasieger Lauri Lehtinen (Finnland), der zugleich Weltrekordmann über 3000 und 5000 Meter ist, wurde von seinem Verband bis zum 1. Juli 1934 suspendiert, weil er bei den englisch-finnischen Kämpfen unentschuldigt fehlte. Auf Lebenszeit ausgeschlossen wurde sein Landsmann Kivi, der als Diskuswerfer wiederholt mit den Amateurgesetzen in Konflikt kam. * Italiens Großer Automobil-Preis wird auf Grund der schweren Unfälle nicht mehr auf der Unglücksbahn in Monza ausgefahren wer- den. Als neue Rennstrecke ist die bekannte Rundstrecke des Acerbo-Pokals bei Pescara ausersehen. Buntes Allerlei. Stammbaum-Fälschungen. Die Familienforschung und Familienkunde, die heute bet uns eifrig gepflegt wird, lenkt die Auf- merksamkeit auf die Bedeutung des Stammbaumes. Bisher hat man sich darum weniger aus Gründen der Raffe, als aus solchen der Eitelkeit gekümmert, und besonders die Amerikaner wollten vielfach das hohe Alter ihrer Familie beweisen, um damit vor ihren Bekannten zu prunken. Infolge dieser Bedürfnisse hat sich besonders in England ein schwungvolles Fälschergeschäft mit Stammbäumen heraus- gebildet. Wie eine Bombe schlug kürzlich in der britischen Aristokratie die Erklärung des gelehrten Genealogen Lord Raglan ein, der in einem Vortrag vor der Britischen Gesellschaft der Wissenschaften behauptete, alle Stammbäume, die bis zur normannischen Eroberung zurllckgingen, seien geschichtlich wertlos und das Werk von Fälschern, die schon in sehr früher Zeit an der Arbeit gewesen seien. Diese Ansicht wird von hervorragenden Historikern geteilt. So hat man berechnet, daß mehr als 50 000 Personen behaupten, von Karl dem Großen abzustammen, ohne dafür vollgültige Beweise beibringen zu können. Noch weniger Vertrauen dürfen Stammbäume beanspruchen, die mit „Adam und Eva im Paradies" beginnen, und doch sind solche sogar im Besitz des englischen Heroldsamtes. Zwei Wölfe töten einen Bären. Ein dramatisches Naturschauspiel, wie es nur selten beobachtet wird, wurde von zwei Reisenden, dem Ehepaar Leach, in den nördlichen Wildnissen der kanadischen Rockies wahrgenommen und von ihnen nach ihrer Rückkehr nach Montreal berichtet. Es war der Kampf zwischen einem Grizzlybären und zwei Wölfen. Die beiden Reisenden befanden sich auf einem Ritt nach dem Lager, das sie in den Assini- boine-Alpen aufgeschlagen hatten. Als sie an einem scharfen Winkel des Citabel-Berges vordeikamen, sahen sie plötzlich zu ihrem Entsetzen, daß ein riesiger Grizzlybär in wildem Lauf auf sie zukam. Sie hielten ihre Pferde an, und in demselben Augenblick machte auch der Bär Halt, weniger als 100 Meter von ihnen entfernt. Dann bemerkten sie, wie zwei große Wölfe den Bären anfielen; der eine sprang ihm auf den Kopf, der andere packte ihn am Schwanz, und beide vermieden geschickt die wilden Schläge, mit denen der Bär sich zu wehren suchte. Die Niederlage des Bären wurde immer offensichtlicher, je weiter der Kampf fortschritt. Schließlich stürzte er zu Boden, die Wölfe sprangen ihm an die Gurgel und bissen Ihn tot. Die Zuschauer dieses wilden Kampfes wählten diesen Augenblick, um sich hastig aus dem Staude zu machen, obwohl sie bemerkt hatten, daß die kämpfen- den Tiere von ihnen ober ihren Pferden nicht dis geringste Notiz nahmen. GJL-fpont 6363 D 3 »’/••« Tapezier- and Polatermeister Gießen, Neuenweg Mr. 23 0 tsjUl, (SLavvwvtwv Gebt dem Handwerk Arbeit Sämtliche Polster - Arbeiten Neuanfertigung u. Reparaturen werden in eigener Werkstatt billigst ausgeführt Möbelhaus Rudolf Leisler m Maska. t) BerfÄoiL jsche ärji. her sich tiger Zeit m btm n hat, um die ve- ßobltoten der zeit» machen und dabei, anerkennenswerte iefer durchaus nw* feine Besuche s i ist auf diese«" wurde er nach der -rus-n,sl°gpE eine kleine Mnd- den Menten °n ttastelrM 5 bit inu9enh -ss ’ntnieti essern. jMttrbam 'M« MMu 7 »tu L . sich . ®,n0*6or«nin 1 Kd- 1U ®JPeö.ti0„ Ift BÄ jjk'm btm immet tm ftromauf. W Un ”rma4f von 700 ,*'e Ueberltgen, 'e9te. /edoch au* tttii über 100 *n sie nicht aus ß!en bte Itj, dir Manor- rnrn wrtzschofs. atrouille muht, en, wir die Tin« »den kunstsierecht 1 großem Lppetit ^avchstt 0c) Vari«. - sahrtrgesellschasten lr sie vor einigen Madame Tischer ■ sich entschlossen naus Ojean« ch gewisier« ment erster Klasse ihren LusenthallS' pfer verlegen, die inenkrs Hafen hin ounderte ihre Tnt- junge Liebe zum Dtraafc den Fall. rtd)t gfütfliä) gc« 7 taueraßonm» Regierung ifjt -macht hätte. Es tz, das bestimmt, ,agier von Bord er Magier eine ii haben und nicht feste Riederlasiuna d das wollte doch mit, daß man ihr lenmg amtlich mit* ch zwar verstehen, cher wird also eine Volk an der Arbeit! Betrachtungen zu den Sportwetttämpfen des Arbeitsdienstes der NSDAP, in Wiesbaden. Don Or. Mahr, Staatspreffeamt, Darmstadt. (iv) Dien- M er in dem üg, laut Gericht- 1 er allerdings. e0° /h -uquterleSt er-, r*r-a*aetD’e|en ndirel nE an euc der ^°!eonsi°ndet'' W'l »ii‘* da» <>b,rÄ Wa & lättt ®%oren; 1 Der erste lag der Wettkämpfe ist vorüber und der zweite Tag bricht mit Nebel und Regen an. Die angefetzte Geländespielvorführung wird in den frühen Morgenstunden durchgeführt und naß und nicht ohne Spuren ihrer Tätigkeit kommen die Mannschaften von der Hebung zurück. Wetter spielt bei ihnen keine Rolle, die Stimmung ist glänzend, gilt es dock, anschließend zum Vorbeimarsch vor dem Gcrufüyrer und den Gästen anzutreten. Diese sammeln sich auf der Freitreppe des Kur- Hauses, während das Wetter aufhellt. Unter ihnen bemerkt man als Vertreter des Herrn Reichsstatthalters in Hessen und gleichzeitig als Vertreter der hessischen Staatsregierung Herrn Verwaltungsdirektor Löwer nebst dem Landespolizeiführer in Hessen Major Jacobsen, sowie den hessischen Staatspressechef Dr. Mahr, ferner Vertreter der preußischen Staats- und Kommunalbehörden. Alles ist in gespannter Erwartung, ist es doch das erstemal, daß der Arbeitsdienst vor seinem Gauführer oorbeimarschieren soll. Da hört man das Locken der Spielmannszüge. Dann werden diese selbst sichtbar. Die Kapelle fällt ein und schwenkt gegenüber der Freitreppe ein zum Vorbeimarsch der nachrückenden Kolonnen. Während des Vorbeimarsches ist Gelegenheit, festzustellen, daß diese Kapelle, aus den Kapellen der einzelnen Abteilungen zusammengezogen, trotz des alltäglichen Arbeitsdienstes eine Ausbildung und Disziplin in sich hat, die sich weit über dem Durchschnitt bewegt. Dann kommen die einzelnen Abteilungen — Kolonnen auf Kolonnen. Im strammen Schritt, die Augen auf den Gauführer gerichtet, marschieren sie vorüber. Es ist ein erhebendes Gefühl, darüber nachzudenken, welche Wandlung diese jungen Menschen innerlich und äußerlich durchgemacht haben. Dor Jahresfrist noch standen sie vor den Stempelstellen, mußten als Nichtstuer in den Straßen herumlungern; Unzufriedenheit war der Ausdruck ihrer Gesichter und ihrer Haltung. Letzten Endes kamen sie sich minderwertig und für die Volksgemeinschaft überflüssig vor. Schaut man heute in diese Gesichter, so sieht man in leuchtende Augen, die Züge sind gestrafft und ein stolzes Selbstbewußtsein prägt sich in der ganzen Haltung aus. Soldaten der Arbeit! Und es ist staunenswert, wie trotz der täglichen und nicht immer leichten Arbeitszeit noch soviel stramme Haltung und Marschausbild'mg an diese jungen Menschen (unter denen sich nicht ein einziger gedienter Soldat befindet — sie stehen ja alle erst im Alter von 20 bis 25 Jahren), herangebracht werden konnte, die nun eine äußerst disziplinierte Truppe in der Hand ihrer Führer bilden. Der Eindruck, den die vorbeimarschierenden Kolonnen hinterließen, war der eines Volkes, das in die Arbeit marschiert und in dieser und durch diese wieder Lebensinhalt findet. Nur durch Arbeit wird Deutschland wieder frei, das ist der Ausdruck allen Geschehens und Wirkens, das unter der zielbewußten Führuna des Reiches auf allen Gebieten merkbar wird. Jeder an feinem Platz hat diese Bestrebungen der Reichsführung zu unterstützen, und dann muß der Tag kommen, da in Deutschland wieder das hohe Lied der Arbeit an allen Betriebsund Arbeitsstätten summt. Arbeit adelt upd macht die Menschen von allen inneren Schlacken frei, denn keine größere Befriedigung gibt es, als für sein Volk und dessen Zukunft zu arbeiten. Das ist das Geheimnis des Arbeitsdienstes, aus Menschen, die der Verzweiflung nahe waren und sich ausgestoßen fühlten, wieder tatkräftige Helfer am Werk des Führers, dem Aufbau Deutschlands durch Arbeit zu machen. Diese Aufgabe hat der Arbeitsdienst bei seinen heutigen Arbeitsdienstwilli- gen bereits gelöst, dafür bürgen die leuchtenden Augen der oorbeiziehenden Kolonnen, die zuver- sichllich mit stolzem und berechtigtem Selbstbewußt- fein in Deutschlands Zukunft marschieren. Ein Volk marschiert an die Arbeit, ein Volk baut sich seine Zukunft. Reuaufbau der Sport-Hochschule. Reichssportführer von Tschammer und O st e n geht jetzt an die Lösung einer feiner Hauptaufgaben heran, die Deutsche Hochschule für Leibesübungen auf eine völlig neue Grundlage zu stellen und den Sport-Studenten nach Abschluß ihres Studiums eine gesicherte Existenz zu schaffen. Nach dem alten System war dies nicht möglich und nur wenige ausgebildete Diplom-Sportlehrer fanden einen Wirkungskreis, bei dem sie auch in wirtschaftlicher Beziehung sichergestellt waren. Nunmehr soll mit den alten Methoden endgültig Schluß gemacht werden. Den jetzt an der Hochschule eingetragenen Sportstudenten ist mitgeteilt worden, daß zu Ostern 1 9 3 4 die Neuordnung in Kraft tritt. Um aber keine Härten aufkommen zu lassen, sollen die im 5. und 6. Semester Studierenden noch zur Hauptprüfung zugelassen werden und nach den alten Bestimmungen zum letzten Male die Diplome erwird immer größer, wenn Sie ein schlechtsitzendes und lästiges Bruchband tragen. Brucheinklemmung kann z.Todesursache werden. Fragen Sie Ihren Arzt. Durch meine Spezial-Bandagen nach Maß und ärztl. Verordnung haben sich viele Bruch- Feidende selbst geheilt. Garantieschein Probezeit 14 Tage. Bandagen von RM. 16-an Kostenlose Besprechung In Nidda, Dienstag. 17. Oktober, von 9 bis 1 Uhr im Hotel zur Traube Mißen, Dienstag, 17. Oktober von 2 bis 6 Uhr, im Bahnhpf- hotel Xenz“. ßlarbarg, Mittwoch, 18. Oktober, von 9 bis 1 Uhr. im Hotel „Hessischer Hof*. öaooü I oihhinrion nach Maö garantiert Außerdem LulUUlllllull unübertroft Ausführung K. Rülfing, Spezialbandagist, Köln, fUcbard-Wagner-Str. 16. bod) mit Spannung erwarten, wie er sich in die Reihe der besten Bezirksmannschaften einfügt. Abturnen tm Tv. 1846 Gieven. An den nächsten drei Sonntagen veranstaltet der To. 1846 Gießen sein Abturnen. Als 1.Veranstaltung kommen am heutigen Samstagnachmittag und morgigen Sonntagvormittag die volkstümlichen Wett- kämpfe zur Durchführung. Da neben den Turnern und Turnerinnen des Tv. 1846 auch die Volksturner und -turnerinnen des Mtv. eingeladen find und sich zahlreich beteiligen, verspricht der Sonntagvormittag gute Leistungen. Am darauffolgenden Sonntag müssen alle Wetturner zu einem Pflichtgepäckmarsch antreten. Abturnen im Tv. Großen-Bufeck. Am Sonntag fand das Abturnen des Turnvereins Großen-Bufeck statt. Es wurden ein Mann- schastskampf, bestehend aus Keulenwurf, Hindernislauf, Weitsprung und Hochsprung, sowie einige Einzelkämpfe ausgetragen. Die gebotenen Leistungen standen durchweg aus beachtlicher Höhe. Den Löwenanteil an Siegen sicherte sich der Turnverein. Nachdem am Morgen die leichtathletischen Hebungen beendet waren, bewegte sich ein stattlicher Festzug durch das Dorf. Große Freude bedeutete es, eine Schüler- und Schülerinnen-Abtei- lung von etwa 100 Kinder zu sehen, die mit ihrem ©efang und der mustergültigen Ordnung manches Turnerherz höher schlagen ließen. Am Nachmittag fand dann im Vereinslokal ein Preisschießen statt. Die Ergebnisse. Mannschaftskampf der Aktiven: 1. Tv. 516 Punkte, 2. FC. 386 P., 3. Mannschaft 1 Großen-Bufeck 328 P., 4. FC. 324 P., 5. Mann- schaff 2 Großen-Bufeck 270 P. Höchstleistungen der Aktiven. Kugel- stoßen: 1. Karl Hahn 10,20 Meter, 2. Karl Rühl 9,73 Meter, 3. Wilh. Schneider 9,43 Meter. Keule n w u r f: 1. Wilhelm Schneider 68,20 Meter, 2. Otto Seipp 65,50 Meter, 3. Karl Hahn, 64,90 Meter. S p e e r w u r f: 1. Wilhelm Schneider 43,70 Meter, 2. Karl Hahn 40,80 Meter, 3. Otto Seipp 38,30 Meter. Stabhoch: 1. Otto Seipp 2,90 Meter, 2. Karl Rühl 2,90 Meter, 3. Karl Hahn Radsport im Gau XII Roröhessen im verband Deutscher Radfahrer Der Verband Deutscher Radfahrer ist mit dem 1. Oktober 1933 in Kraft getreten. Alle bisherigen Verbände sind mit dem 30. September aufgelöst worden. Zum Führer des Gaues XII (Nordhessen) ist vom Verbandssührer Sportkamerad Eggert (Speele bei Kassel) ernannt worden. Es gilt, den Bezirk Gießen nunmehr zu organisieren. Ich rufe hiermit alle Vereine, mit Ausnahme solcher, die ehemaligen marxistischen Verbänden angehört haben, aus, sich am Dienstag, 17. Oktober, 20 Uhr, im Lokck „Bayerischer Hof" in Gießen einzufinden, mindestens aber ihre Vereinsführer zu entsenden. Reisekosten können allerdings vom Gau nicht vergütet werden. Es muß im Interesse des Einzelnen liegen, sich an dieser wichtigen Besprechung zu beteiligen. Mit Sportgruß All Heil! Heil Hitler! Eggert, Gauführer. Spielvereinigung 1900 Gießen. Die für den kommenden Sonntag beabsichtigte Derbandsspielbegegnung gegen die Liga des Wetzlarer Sportvereins wurde wegen des Handwerkertages abgesagt. Die Spielvereinigung 1900 hält deshalb am heutigen Samstagabend mit allen ihren Abteilungen die zweite Geländesport-Uebung ab. Die Hebung führt diesesmal über Leihgestern nach Watzenborn-Steinberg und nach kurzer Rast über Station Schiffenberg zurück nach Gießen. VfB. Gießen. DfB.-£iga in Marburg. Die Grünweißen haben sich am morgigen Sonntag in Marburg um die Punkte zu bemühen. Die Aussichten für dieses Spiel sind nicht schlecht. Nachdem sich die DfBer am vergangenen Sonntag gegen die Gälte aus Butzbach so eindeutig durchsetzen konnten, sollte man auch in Marburg ein ansprechendes Ergebnis erwarten dürfen. Allerdings stellen die Gastgeber des morgigen Sonntags einen anderen Gegner dar als die Butzbacher. Man wird aber auch für dieses Spiel einige Hoffnungen auf den umgeftalteten Sturm fetzen dürfen, der sich ja als recht schußfreudig erwies. Die beiden Punkte, die in Marburg zu holen wären, könnten als Plus- punkte den Grünweißen recht viel nützen. Die 3. Mannschaft des VfB. tritt gegen die 2. von Heuchelheim an. Die 1. Jugend empfängt auf dem Waldfportplatz die 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 zum Derbandsfpiel. r ZC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg $<£. „Teutonia“ IDafjenbom- Steinberg (Liga) gegen Spo. Bad-Nauheim (Liga). Nach einer drei Wochen langen Pause trägt die 1 Mannschaft der „Teutonen" am kommenden Gonntag ihr viertes Verbandsspiel aus. Bad-Nau- heim ist diesmal in Watzenborn-Steinberg zu Gast. Daß die Gegner eine sehr gute Elf stellen, hat schon Io manches Resultat der letzten Spiele gezeigt. Die Hastgeber wissen, daß sie mit einem Sieg das Verbleiben in der Spitzengruppe der Tabelle erkämpfen. Die Gäste werden es zu einem Siege aber nur recht schwer kommen lassen. Auf alle Fälle ist mit einem fesselnden Kampfe zu rechnen. Watzenborn- Steinberg muß wegen Verletzung seinen Rechts- «ußen und den rechten Läufer ersetzen. Bei der «uten Hintermannschaft der Gäste ist dem einheimi- fd)en Sturm etwas mehr kurz entschlossenes Handeln zu empfehlen. Vorher spielt die II. Mannschaft gegen die gleiche aus Wetzlar ihr erstes Verbandsspiel. Die Hlatzbesitzer werden sich sehr anstrengen müffen, ■Denn sie ehrenvoll bestehen wollen. Die Schüler treten zum Pflichtspiel in Großen-Buseck an. Die Lugend ist spielfrei. Sportverein 1920 Heuchelheim. Am morgigen Sonntag greift die erste Mannschaft des SD. 1920 in Garbenteich zum erstenmal in die Verbandsspiele ein. Der Gegner, der in den zwei bisher ausgetraaenen Spielen einmal siegte und einmal unentschieden spielte, ist auf eigenem Platze schwer zu schlagen. Heber den Aus- gang des Spieles etwas vorauszusagen ist schwer, da beide Mannschaften wohl in vollkommen oer° änberter Aufstellung antreten werden. Man darf aber mit einem Kamps gleichwertiger Gegner cechnen. Die zweite Mannschaft des SD. 1920 spielt auf eigenem Platze gegen die dritte des DfD. Gießen. Hie erste Jugend hofft in ihrem Spiel gegen die gleiche des Spottvereins Sieber ihrem 4:l°Sieg über die erste Jugend des VfB. Gießen vom vorigen Sonntag einen zweiten Sieg anzureihen. Handball im Gau XII der ÖT. Srohen-Linden I — Friedberg L Zum ersten Derbandsfpiel der Bezirksklasie emp- :öngt die 1. Mannschaft des TV. Großen-Linden ;ie gleiche der Turngememde Friedberg. Die Gäste pielen feit Jahren eine führende Rolle in der Mei- "terttaffe und verfügen über eine äußerst schnelle und Iarchschlagskräftige Els. Wenn auch an einen Sieg bes Platzbesitzers nicht zu denken ist, so darf man 2,90 Meter (durch Stechen entschieden). Weit- fprung: 1. Karl Hahn 6,28 Meter, 2. Cr. Rühl 6,20 Meter, 3 Karl Rühl 6,12 Meter. Hoch- fprung: 1. Otto Balser 1,50 Meter, 2. Karl Ruhl 1,45 Meter, 3. Karl Hahn 1,45 Meter. 100 Meter : 1. Karl Hahn 11,9 Sek., 2. Karl Will 12,0 Sek., 3. Otto Nikolai 12,3 Sek. 3000 Meter: 1. Heinrich Seipp 10:36 Min., 2. Heinrich Melior 10:40 Min., 3. P. Brück 10:52 Min. Mannschaftskampf, I u g e n d t u r n e r : 1. HI. Tv. 419 Punkte, 2. II. Tv. 411 P., 3. IV. Tv. 169 P. Höch st lei st ungen Jugend - Oberstufe. Kugelstoßen: 1. Ernst Schwalb 9,99 Meter, 2. Karl Hahn II 9,57 Meter, 3. Ernst Volk 8,58 Meter. Weitsprung: 1. Karl Hahn II 5,47 Meter, 2. Ernst Schwalb 5,39 Meter, 3. Ernst Volk 5,22 Meter. Hochsprung: 1. Karl Hahn II 1,40 Meter, 2. Gustav Erb 1,35 Meter, 3. Ernst Volk 1,35 Meter. Keulenwurf: 1. Karl Hahn II 49,10 Meter, 2. Ernst Schwalb 48,45 Meter, 3. Ernst Volk 43,00 Meter. Höch st lei st ungenJugend-Hnter stufe. Kugelstoßen: 1. Karl Bonarius 8,92 Meter, 2. Fritz Müller 8,45 Meter, 3. Otto Dort 7,05 Meter. Weitsprung: 1. Karl Bonarius 5,20 Meter, 2. Erich Hochstein 4,76 Meter, 3. Otto Dort 4,71 Meter. Hochsprung: 1. Otto Dort 1,35 Meter. 2. Willi Dambmann 1,30 Meter, 3. Karl Bonarius 1,30 Meter (durch Stechen entschieden). Keulenwurf: 1. Karl Bonarius 49,00 Meter, 2. Heinrich Hofmann 45,45 Meter, 3. Karl Volk 44,50 Meter. Preisschießen: 1. Otto Nickolai 50, 2. Willi Funk 49, 3. Karl Volk 48, Karl Henß 48, 4. Heinrich Sember 47 Ringe. Keine deutsche Beteiligung am Turiner Marathonlauf. Der alljährliche Turiner Marathonlauf, der am morgigen Sonntag erneut ausgetragen wird, hat nicht die erwartete große Besetzung gefunden. Deutschland ist leider nicht vertreten, da Meister Brauch aus beruflichen Gründen abfaqen mußte und der zweitbeste deutsche Marathonläufer, Z e i l- hafer (München), wegen einer Beinverletzung startunfähig ist. Neben der großen italienischen Klasse sind als Ausländer der Engländer Morris, der Wiener Tuschek, der Prager Bena und der Belgier Vandersteen vertreten. Zum Aufwaschen, Spülen und Reinigen * für Geschirr und alles Hausgerät Der Gninberger Gallusmartt 1933. ©rünberg rüstet wiederum zum Gallusmarkt. Sind doch große Vorbereitungen der Geschäftswelt und ganz besonders der Wirtschaften und Metzgereien nötig, um genügend vorgesorgt zu haben, denn für sie ist der Markt in wirtschaftlicher Hinsicht von einschneidender Bedeutung, er ist ein großes Ereignis. Aber nicht nur für Grünberg, sondern auch für die Umgebung ist er das große Ereignis des Jahres, auf das sich Jung und Alt, Reich und Arm freut, das jeder miterleben will, sei es, um Geschäftliches zu erledigen, oder sei es, um sich dort zu vergnügen. Denn das sei vorweg gesagt, der Gal- lusmarktist nicht einMarktaewöhn- licher Art, wie sie an so manchen Orten abgehalten werden, die nur noch als schwacher Abglanz der alten Jahrmärkte ein kümmerliches Scheinleben führen und deren einzige Bedeutung meist nur im Handel mit Ferkeln besteht, wozu sich ab und zu noch vereinzelte Krämerstände gesellen. Gallus- markt ist etwas ganz anderes, etwas Doppeltes: Markt und D o l k s f e ft. Zunächst ein Markt von Bedeutung, denn von den zehn in Grünberg stattfindenden Märkten ist er der größte: ein Tag Vieh- markt mit stets sehr starkem Auftrieb — durchschnittlich tausend Ferkel — und dann zwei Tage großer Krämermarkt mit langen Reihen Verkaufsständen und einem ausgedehnten Jurplatz. In seiner Größe dürfte er von keinem oberhessischen Markte übertroffen werden, und der Name „Gallusmarkt" ist Mindestens so weit verbreitet, wie Walter Markt" in Ortenberg. Zum andern aber ist er auch ein Volksfest. Genau wie jedes Dorf seine Kirmes feiert, so tritt in Krünberg der Gallusmarkt an die Stelle dieser dörflichen Dolkssitte. Nur daß in dieser Beziehung sein Rahmen viel weiter gespannt ist. Die Kirmes in dem Bauerndorf ist eine reine Angelegenheit des Dorfes, die in der Hauptsache nur dessen Einwohnerschaft bewegt. Ganz anders zeigt sich der Gallusmarkt als Volksfest. Da zieht er seine Kreise weit über sein Heimatstädtchen Grünberg hinaus, denn die gun^e Umgebung und die auswärtigen Grünberger feiern ihn gemeinsam Der echte Grün- berger, der mit Bornbergswasser getauft ist — im Volksmunde heißt er „E griewe“ — läßt sich seinen „Gallmährt" nicht nehmen. Er feiert ihn schon tüch- tig am Dienstagabend an, und soweit ihn die ae- lchäftliche Seite des Marktes am Mittwoch nicht interessiert, kann er auf dem Iuxplatz in jeder Bezie- hung auf seine Rechnung kommen. Denn hier sieht man sich wie auf eine Messe versetzt: Karussell, Schießbuden, Schiffschaukel, Zirkus, Kabinette mit allerlei Sehenswürdigkeiten, Schausteller und Künstler aller Art, Harfenmädchen und Musikanten, dazu Bierzelte, Zuckerstände, Wassel- und Wurstküchcn u. a. sind in großer Zahl vorhanden. Und erst der Abend in der Stadt: Tanzgelegenheit in allen Sälen und Hochbetrieb in allen Wirtschaften bei bayrischen Kellnerinnen und Künstlertrupps. Sowohl die Einheimischen, als auch die Bewohner der Umgebung und ganz besonders die auswärts- lebenden Grünberger, die immer den Besuch ihrer Geburtsstadt, zum Gallusmarkte einrichten, sind gemeinsam an'diesen Feiern beteiligt. Es ist eine lat- Iache, daß selbst der knauserigste Grünberger, der onst das ganze Jahr kein Wirtshaus betritt, an die- em Tage die Hände nicht so fest auf dem Geldbeutel hält, wie sonst. Gallusmarkt ist sein Feiertag, den yält er hoch. Das ist das äußere Gesicht des Gallus- Marktes, wie er sicy im Wandel der Zeiten gestaltet hat, denn wie kaum ein anderer Markt in der weiten Umgebung kann er auf eine Jahrhunderte alte Tradition zurückblicken, ist er zu einem großen Volksfest des vorderen Vogelsberges, der Rabenau, des Busecker Tales u. a. geworden. Nun ein Wort zum diesjährigen Gallusmarkt. Schon vor einigen Tagen ging ein Aufruf durch die Zeitungen, der sich an die oberhessische Bauernschaft wandte und eine Neugestaltung des Diehmarktes zu erstreben suchte: nämlich starke Beschickung des Marktes durch die Landwirte und unter Ausschaltung des Zwischenhandels, Han- bei von Berusskollege zu Berufskollege. Außerdem ist auf Veranlassung der Bauernschaft und ihrer Fachberater für den zweiten Markttag eine große Bauernkundgebun gge plant, bei der der hessische Bauernpräsident Dr. W a g n c r sprechen wird. Besondere Bedeutung gewinnt diele Bauernkundgebung dadurch, daß auch Reichsstatthalter Sprenger sein Erscheinen zuacsagt hat. Jedenfalls erhält dadurch der diesjährige Gallusmarkt eine Bedeutung, die ihn weit über das Maß anderer Jahre hinaushebt. Ueber den Verlauf des Gallusmarktes ist noch sol- gendes mitzuteilen: Der vorausgehende Sonntag wird, ähnlich wie in den letzten zwei Jahren, mit einem Heimatabend, gleichsam als Vorfeier, den Markt einleiten. Diese Veranstaltung findet in der umgebauten und erweiterten Turnhalle statt und wird einen Vortrag aus Grünbergs reicher Geschichte bringen, wozu noch Darbietungen der Grünberger Vereine kommen. Dienstagabend wird der Markt feierlich eröffnet: Platzkonzert auf dem Marktplatz, eine Ansprache des Bürgermeisters und — einem alten Brauche gemäß — Hissung der Marktfahne. Dadurch wird bekundet, daß die totabt drei Tage unter Marktrecht steht. Dies besagt u. a. daß auf dem Markte den Anordnungen des Marktmeisters und seiner Gehilfen, die als Amtspersonen mit langem Säbel ausgerüstet sind, Folge geleistet werden muß, weiter, daß für die Dauer des Marktes die Polizeistunde aufgehoben ist. Der Mittwoch als Hauptmarkttag bringt dann Pferde-, Rindvieh- und Schweinemarkt, außerdem Krä- mermartt und Volksbelustigung auf dem Juxplatz. Für die Jugend ist an mehreren Plätzen Gelegen- heit zum Tanzen vorhanden, ebenso bieten die Wirtschaften allerlei Unterhaltungen. Der Donnerstag, der zweite Markttag, wird diesmal durch die Bauernkundgebung und durch das Erscheinen des Reichs st atthalters Sprenger und des Dauernpräsidenten Dr. Müller ganz besondere Anziehungskraft ausüben. Als Ausklang des Marktes werden am darausfolgenden Sonntag auf dem Iuxplatz noch die Abschiedsvorstellungen der Schaubuden stattfinden. Daß die Straßen und Plätze der Stadt während der Markttage wiederum reichen Flaggen- und Wimpelschmuck tragen werden, der diesmal neben den In der von der Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum an die nachgeordneten Behörden versandten Auswahl von Schulgebeten werden — außer den von uns bereits mitgeteilten Gebeten — noch folgende empfohlen: Herr! Deine Güte reicht, so weit der Himmel ist. Was wir gelernt und geleistet, dafür bauten wir bir. Gib uns nun beinen Segen, neuen Mut und frischen Fleiß. Präge uns tief ins Gemüt das frohe Recht, die fromme Pflicht, Deutsche zu sein und Christen nach deinem Sinn. Schaffe aus Deutschland ein Volk der Arbeit und des Gebets, des Vertrauens und der Bruderschaft. Hilf uns vom Schuldfluch von Versailles. Und steh uns bei zum Kampf wider die Lügen der Welt und alle Mächte des Bösen. Schirme das Deutsche Reich, daß es gedeihe und bestehe in Ehre, Freiheit, Sitte und Zucht. Amen. Du lieber Gott, zu deiner Ehre Sei unser Tagewerk begonnen! Mit Vaterhuld dich zu uns kehre, Dann ist bas Beste schon gewonnen. Laß uns nach frommer Kinder Weise Recht emsig, treu und fröhlich fein, Und senke zu des Heilands Preise Viel Kraft in unser Herz hinein! Mach tüchtig uns zu allen Pflichten Für unser Volk und Vaterland, Und lehre uns mit Ernst verrichten, Was du gebietst für Herz und Hand! Du, Gott, kannst uns ja alles schenken, Drum laß uns eines noch erstehn: Beschirme, die das Reich jetzt lenken, Und laß ihr Werk recht fest bestehn! Sei mit dem greifen Freund der Jugend, Der zeitlos durch die Zeiten geht, Und mit dem Kanzler voller Tugend, Der an des Reiches Steuer steht. Zu dem, was sie für dich gewonnen, Auch heute unfern Sinn bekehre! Du lieber Gott, zu deiner Ehre Sei unser Tagewerk begonnen! Amen. Farben der Stadt (Blau-Weiß-Rot) auch die Symbole des neuen Reiches zeigen wird, ist felbstver- stündlich. Man kann also wohl schon im voraus sagen, daß der diesjährige Gallusmarkt, der erste im nationalsozialistischen Reiche, sich würdig seinen Vorgängern an die Seite stellen kann, ja daß er sie sogar übertreffen wird. Sonderzüge und Sonntagskarten der Reichsbahn. Aus Anlaß des Gallusmarktes in Grünberg verkehren am Mittwoch, 18. Oktober, nachstehende Sonderzüge: 1. Gieße n—G rünberg, Gießen ab 9.35 Uhr, Grünberg an 10.14 Uhr. 2. Burg-u. Rieder-Gemünde n—G rünberg, Burg- u. Rieder-Gemünden ab 11,17 Uhr, Grünberg an 11.37 Uhr. Beide Züge halten auf allen Zwischenstationen. Die planmäßigen Reisezüge wer- den in Erwartung gesteigerten Verkehrs entsprechend verstärkt. Es kommen Sonntagskarten nach Grünberg zur Ausgabe auf den Bahnhöfen der Strecken Gießen—Grünberg—Alsfeld, Lang- Göngs—Fronhausen (Lahn), Gießen-Garbenteich, Gießen—Wetzlar, Burg- und Rieder-Gemünden— Kirchhain, Mucke—Hungen, Hungen—Trais-Horloff, Hungen—Inheiden, Hungen—Langsdorf und Collar—©rünberg. Diese Karten gelten für die Hin- fahrt vom 18. Oktober 0 Uhr bis 19. Oktober, zur Rückfahrt vom 18. Oktober 12 Uhr bis 19. Oktober 24 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Auf dem unbesetzten Haltepunkt Ke sie Ibach wird Fahr- kartenverkauf eingerichtet, während die Karten für die Strecke Beltershain—Grünberg durch bas Zugpersonal verkauft werben. Walte, himmlischer Vater, mit deiner Gnade über unserer Schule und der Arbeit unserer Lehrer und Erzieher und Kinder! Gib den Leitern der Geschicke unseres Reiches und allen Führern Weisheit, das Rechte zu erkennen, und Gesundheit und Tatkraft, bas Gute auszuführen zum Wohle von Volk und Vaterland! Herr, gib berfl treuen und sehnlichen Wirken dieser deutschen Männer deinen Segen! Amen. * Wir danken dir, gütiger Gott, für all das, was du uns heute wieder geschenkt hast! Hilf, daß wir alle brave Deutsche und gute Christen werden, und so dir, den Eltern und Lehrern Freude und der Stadt (Dorf) und dem Vaterland Ehre machen! Amen. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Himmlischer Vater, in deinem Namen wollen wir mit frommem Sinn den Unterricht beginnen. Erleuchte und lehre uns alle Wahrheit, damit wir als gute Christen unsere Pflichten treu erfüllen und dadurch in Zeit und Ewigkeit wahrhaft glücklich werden durch Christus, unfern Herrn! Amen. Buntes Allerlei. Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Der vorliegende 67. Jahresbericht der Deut- s ch e n Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger über das Rechnungsjahr 1932 erinnert daran, daß die Gesellschaft entstanden fei unter dem Gesichtspunkt des nationalen Zusammenwirkens des ganzen deutschen Volkes in einer Zeit, als die ersehnte politische Einheit Deutschlands noch in weitem Felde stand. Dankbar wird der Männer gedacht, die 1860 bis 1865 das Rettungswerk an den deutschen Küsten als Sache aller Deutschen verkündeten und sich schon 1860 mit einem Aufruf zu Beiträgen für die Errichtung von Rettungsstationen an das „gesamte deutsche Volk" wandten, und es als „eine Schmach für Deutschland bezeichneten, daß nicht, wie Gchulgebete. lange vorher in anderen Staaten, dieser ersten Pflicht der Humanität genügt sei". Auch in dem Aufruf des ersten Gesellschaftsvorstandes sei dann unter der Ueberschrist „Gedenket unserer Brüder zur See" das Küstenrettungswesen als eine „Nationale Ehrenaufgabe" bezeichnet: nur der freudige und ermunternde Zuruf und das wachsame Auge des ganzen Volkes vermöge in den Mannschaften der Rettungsstationen jenen hohen Opfermut zu wecken und wachzuhalten, der von ihnen jedesmal gefordert wird, wenn der Ruf „Schiff in Not" an sie ergeht. Wie das Ret- tungswerk von Anfang an als ein volkstümliches im schönsten Sinne hingeftellt worden sei, müsse cs auch in Zukunft eine breite Grundlage im ganzen deutschen Volke haben, um die selbstlose freiwillige Hingabe der Rettungsmannschaften zu würdigen und zu vergelten. Leider weist die Zahl der Mitglieder einen weiteren Rückgang im Vergleich zum Vorjahre auf. Es ist aber zu hoffen, daß im neuen Deutschland dieses in so hohem Grade gemeinnützige, nationale Werk wieder kräftigere Unterstützung findet. WtIBL 75 MÄNNL SO MIM. uooixolioo eolrolwl «0 100 200 200 »00 4CC TAU »NO MANNt Altersbäume. 1930 WtISL 2000 1910 MÄNNL. ALTERSJAHRE 1960 MÄNNL 95 , .100 90 Die Änderungen im Altersaufbau des deutschen Volkes. In der Vorkriegszeit war das deutsche Volk noch ein wachsendes Volk, d. b. cs waren mehr Kinder vorhanden als er- Ivachfene Jahrgänge. In den Nachkriegs. jähren setzte ein ganz bedeutender Gebar- tenrückgang ein. Die letzten Vorkriegsjahr- gängc blieben also am stärksten, während Die nachrückenden Jahrgänge geringer an Zahl waren. Der Altersaufbau glich also nun schon einer den Stürmen der Jahr- zehnte ausgesetzten Tanne. Leute ist das deutsche Volk ein alterndes Volk. Setzt sich der Geburtenrückgang weiter fort, dann ist der weitere Bestand des deutschen Volkes gefährdet. Die beiden unteren Vvramidcn zeigen, wie sich bei gleichbleibendem Geburtenrückgang die Zahl der Kinder weiter vermindern wird, bis schließlich in 70 Jahren das Bild des Altersaufbaues einer Totenurne gleicht. Der Nachwuchs wird bann an Zahl weitaus geringer sein als die Zahl der Erwachsenen. DaS deutsche Volk ist dann ein Volk von Greisen. Das Ziel einer gesunden Bevölkerungspolitik, wie sie vom Nationalsozialismus tatkräftig eingc- leitet und geführt wird, muß aber fein: Das deutsche Volk wieder zu einem wach- sende» jvge»dkräftige» Volke zu machen. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12 30 Uhr 16 bi» 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Volksempfänger jede Stromart sofort lieferbar 6326 a Radio RUHL, Blockstraße 12 GallrismavA Gründers 1933 Sonntag, den 15. Oktober, bis Sonntag, de« 22. Oktober h 5.5 Abends um 8 Uhr in der Turnhalle Heimatabend mit Anlprachen von Archivverwalfer Gchwetßguth und RechlsanwoltLind unter Mltwlrk. des Deutsch. Iungvolts u. des Grünberger Streichorchesters Mittwoch, 18Vormittags ab 9 Uhr Marschmusik vom Lahn- Hos durch die Straßen; Pferde-, Rindvieh- und Schweinemarkt; anschl. Krämermarkf und Volksbelustigung; in den Sälen Tanzmusik Lauernkundgebung mit Ansprachen des Herrn Reichsstatthalters In Hesse, Sprenger und des Herrn LandeS-Äaucrnpräsidenten Dr. Wagner Sonntag, 22.: Rachfeier auf dem Iuxplah gsosd RUDOLF RÖMER Sie finden dort in riesiger Auswahl; Herren-Ulster 6330 D Lederol-Mäntel sowie Anzüge Damen- und Mädchen-Mäntel Pullover. Strickwesten. Kleiderstoffe. Hemdenflanelle, Bett- Barchent, Bettücher und Damaste sowie Weibwaren aller Art WarmeWinter Sachen/Uniformsachen für NSDAP Alles strömt an dem Gallusmarkt zu HaNNkvAtag, 1Ab 9 Uhr bis abends Krämermarkt, Volks- belufhgung; um 10 Uhr vom Marktbrunnen aus Abmarsch mit Musik »um Frühschoppen im Wirtszelt; um 2 Uhr vor dem Naihaus große Dienstag, 12Abends 8 Uhr vor dem Rathaus Qröffnung des Gallusmarktes durch plahmusik, Ansprache des ÄÜrgermeisters u.Hisiung der Marktsahnc; anschl. Anfeiern des Marktes in den Lokalen der Stadt gs laden freundlichst ein Vüraerineifierei und GallnsmarttavKschuß Grünbera I. A.: vr. Mildner Hessischer Hof Grünberg ✓ Am Gallusmarkt Dienstag. Mittwoch, Donnerstag Erstklassige Stimmungs-Kapelle! Eigene Metzgerei / Bekannt gute Küche / Solide Preise / Mainzer Aktien-Bier / Beste Weine 6329D IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINIH WA WWE BEIM Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes In Bildern eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- and Pflanzenleben des heimatlich ei. *'**"*• xuf ,2S Kupfertiefdnicktafeln, dazu ein lebendiger und aufschlußreich er Emfährungstext von K-Gerhard and G. Wo11f Der Wald ist der Gesundbrunnen unseres Volkes, ist die Stätte, wo jedermann naeft des Alltags Mähen und Sorgen flöhe und Erholung findet. Seine große Lunge spendet dem erschlafften Körper neue Kraft und Frische. Sem geheimes Weben und srm stiller Zauber erheben die Seele nr Reinheit, Schönheu und Lebensfreude. Jeder Mensch hat ein Anrecht auf die Gaten des Waldes, die sich dem Naturfreund in einer unvergleichlich vielgestaltigen Lebensgemeinschaft Lier Wald ist nicht nur eine Ansammlung von Räumen, cm Stüdt Landschaft schlechthin. Er ist die Einheit eines mannigfaltigen Lebens und Webens, jedes der ungezählten Wesen, vom stoben Hirsch bis zum kleinsten Waldvögiein, von der rügenden Tanne bis zum täufn'ehen Pfeifengras, bietet dem offenen Auge und Ohr eine Fülle von Schönheit. Man muß sie nur erschauen und erlauschen. Zu solchem Schauen und Lausehen führt dieses wunderbare Buch, das jedem Menschen mit gesundem Smn viel Freude bereiten wird und deshalb vor allem in der Bibliothek eines jeden Naturfreundes nicht fehlen darf. Trotz hervorragender Ausstattung auf holzfreiem Parier in künstlerischem Ganzleinen band, Größe; 20 x 26 an, nur RM. 4.80. - Das Buch ist in jeder Buchhandlung erhllUich Bebilderte Werbeblatter kostenlos. Hugo Bermühler Verlag • Berlin - Lichterfelde lllllllllllill!IW Gallusmarkt Grünberg i. H. 17. bis 19. Oktober Hotel zum Hirsch la Weine/Münchener Biere /Bek.gute Küche / Mittagessen im Saal 13.15 Uhr I8.0ktober.20 Uhr: 6328d BALL Leitung:Tanzlehrer Schneidt, Laubach Eintritt: Herren Mk.0.75, Damen Mk.0.75 Musik: Reichswehrkapelle, lnf.-Regt.15 Im Restaurant erstklassige Stimmungskapelle. Beste Humoristik. Zivile Preise HERMANN EIERTÄNZER