Nr. 2H1 Erstes Blatt 185. Jahrgang Samstag, 14-Mober 1933 eridjetnt tägltd), nutz« Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustriert« Giehener Familienblättei Heimat im Bild Die Scholl» monats=Be}ugsprets: Mit 4 'Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. üernfprechanschlüsf« unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten. postschecttonto: Frankfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universttüts-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: 5chulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 °/„ mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfür denAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Giehen. Genfer Zwischenbilanz. Die 14. Vollversammlung des Völker« b u n d e s ist abgeschlossen worden und auch der Völkerbundsrat hat wenige Tage später seine Arbeiten beendet. Greifbare Ergebnisse sind bei den Beratungen beider Körperschaften nicht herausge- sprungen. Das konnte auch gar nicht anders fein, nachdem gewisse Kreise unter der Führung Frankreichs das Minderheitenproblem, das berechtigterweise von jeher im Mittelpunkt der Genfer Debatten zu stehen pflegt, zu sehr durchsichtigen agitatorischen Mätzchen gegen das neue Deutschland zu mißbrauchen sich nicht scheuten. Die mittelamerikanische Negerrepublik Haiti als Verfechter des Minderheitenschutzes gegen Deutschland, das feit seinem Eintreten in den Völkerbund überhaupt erst diesen Minderheitenschutz politisch aktiviert hat, schon diese Gegenüberstellung sollte allen ehrlich Denkenden es deutlich machen, wie hier mit einer heiligen Aufgabe internationaler Politik grober Unfug getrieben wurde, lediglich um sich an Deutschland zu reiben, weil dessen neues Gesicht manch einem nicht paßt, der das Deutschland des Zusammenbruches für seine politische Arbeit bequemer empfunden haben mag. Die Behandlung des Judenproblems durch das nationalsozialistische Deutschland mußte dazu herhalten, um einen moralischen Entrüstungsfeldzug unter französischer Regie zu inszenieren. Haiti als aufrechter Verfechter der Menschenrechte machte natürlich eine klägliche Figur, aber auch der französische Oberregisseur B6renger mußte sich von dem deutschen Delegierten von Keller in klug maßhaltender Rede eine spürbare Abfuhr gefallen lassen. Er bekam zu hören, daß gerade Frankreich, das sich bisher mit Rücksicht auf seine eigenen zahlreichen nationalen Minderheiten in der Normandie, der Bretagne, im Elsaß, in Flandern, in den Pyrenäen und Seealpen jeder Ausdehnung des Minderheitenschutzes auf alle Staaten stets widersprochen hat, zu allerletzt Anspruch darauf hat, als wahrer Freund der Minderheiten zu gelten. Blieb so schon der agitatorische Erfolg der französischen Aktion gering, so ist praktisch durch diese gänz einseitig gegen Deutschland gemünzte Art der Verhandlung für die Minderheiten überhaupt nichts herausgesprungen. Alle wesentlichen Anträge für die Fortbildung und Verbesserung des Minderheitenschutzes mußten zurückgestellt werden, aber auch von dem französischen Agitationsantrag sand nur der Absatz Annahme, der eine schon vor zehn Jahren gefaßte Entschließung erneuert, in der sich auch alle nicht durch Minderheitenschutzverträge gebundenen Staaten zur Innehaltung der gleichen Grundsätze verpflichten. Die Annahme des Absatzes, der diesen Schutz auf alle Staatsbürger ohne Unterschied der Nationalität, der Rasse und des Glaubens erstrecken wollte, scheiterte indessen an dem deutschen Einspruch. Daß Deutschland sich damit lediglich eine Einmischung in seine eigenen, rein inner-politischen Angelegenheiten verbitten wollte, belegt die entgegenkommende Haltung des deutschen Delegierten bei der Behandlung des Flüchtlingsproblems, die es ermöglichte, daß ein in feiner Arbeit vom Völkerbund unabhängiger und daher auch aus der politischen Atmosvhäre herausgehobener Komissar für die wirtschaftliche Betreuung der deutschen Emigranten eingesetzt wurde, die in den Deutschland benachbarten Ländern auf den Arbeitsmarkt drük- ken. Von andern Punkten, die seit langem auf der Tagesordnung des Völkerbundes eine Rolle spielen, ist keiner wesentlicher erledigt worden. Weder der neugeschaffene 15. Ratssitz wurde besetzt, noch ein neuer Danziger Dölkerbundskommissar ernannt, von gerinafüaigen Angelegenheiten ganz zu schweigen. Der Völkerbund- muß seine Arbeiten abbrechen, um der Abrüstungskonferenz Platz zu machen. Deren Hauptausschuß soll am kommenden Montag zusammentreten, ohne daß es für die Oeffent- lichkeit erkennbar geworden wäre, ob die vertraulichen Gespräche der letzten Tage und der Meinungsaustausch von Regierung zu Regierung bereits zu einer Klärung und eindeutigen Formulierung der Auffassungen ober gar zu einer irgendwie gearteten Angleichung der Meinungen geführt hätten. Eben erst sind die Hauptdelegierten Deutschlands und Frankreichs nach Hause gefahren, um dort Bericht zu erstatten und sich für die nun beginnende entscheidende Phase der Abrüstungsverhandlungen die Gewißheit zu holen, daß ihre Auffassung mit der ihrer Regierungen übereinftimmt. Zur Beratung stünde, wenn nicht inzwischen das Störungsfeuer der französischen Diplomatie ein gewaltiges Durcheinander angeridjtet hätte, der englische A b« rüftungsptan, den Macdonald Mitte März der Konferenz vorgelegt hatte und der von ihr auch vor ihrer Vertagung als Derhandlungsgrundlage angenommen worden war. Es ist Ironie des Schicksals, daß jetzt grade die Väter dieses Planes am wenigsten von ihm wissen wollen. Die Engländer, namentlich Sir John Simon und die Herren des Foreigki Office, haben ' ieber einmal wie so oft schon den Einflüsterungen Frankreichs nur allzu willig ihr Ohr geliehen und sich anscheinend für eine 'Formulierung breitschlagen lassen, die von einem „Verbot der Wiederaufrüstung Deutschlands" Inricht, damit aber offene Türen einrennt, denn Deutschland denkt ja, wie alle Aeußerunaen des Reichskanzlers und seiner für die Außenpolitik verantwortlichen Mitarbeiter eindeutig belegen, gar nicht an eine Wiederaufrüstung, sondern ausschließlich an die Herstellung gleicher Sicherheit für alle Nationen. Wird diese durch eine Abrüstung der bis an die Zähne bewaffneten Nachbarstaaten bewirkt, um so besser für Deutschland bas Gelb unb Kraft lieber in den moralischen imb wirtschaftlichen Aufbau steckt unb damit in Vgenbringenber Friebensarbeit bauernde Werte schasst, als sie in unproduktivem Kriegsmaterial cnlegt. Deutschland hat sich weiter als Beitrag zur Das Präsidium der Abrüstungskonferenz tritt zusammen. Keine angelsächsisch-französische Einheitsfront. - Norman Navis widersetzt sich jedem ultimativen Schritt. - Simon spricht nur für England. Genf. 13. Ott (121.) lieber die am Samsfagoor- millag zusammenlrelende zweite Sitzung des Präsidiums der Abrüstungskonferenz sind am Freitag noch eingehende Besprechungen zwischen der konserenzleitnng und den Großmächten geführt worden. Der ursprüngliche Gedanke, nach dem von Frankreich, England und den vereinigten Staaten ein gemeinsamer Schritt unternommen werden sollte, ist infolge des amerikanischen Widerstandes endgültig fallengelassen worden. Der englische Staatssekretär Simon wird daher, wie jetzt feststeht, in der Sitzung nur im eigenen Barnen reden. Man nimmt an, daß der Präsident Henderson sich darauf beschränken wird, gleich nach Eröffnung der Sitzung dem englischen Vertreter das Wort zu erteilen. Es wird sich nun zeigen müssen, ob die englische Regierung überhaupt noch ernsthaft eine gemeinsame Lösung sämtlicher Mächte anstrebt, oder ob ein Zusammenprall der Gegensätze herbeigeführt werden soll, der die weiteren konserenzarbeiten in Frage stellen würde. Auf italienischer und amerikanischer Seite besteht der dringende Wunsch zu einer Verständigung zwischen sämtlichen Großmächten einschließlich Deutschland über die Hauptrichtlinien der künftigen Abrüstungsregelung zu gelangen. In der Präsidiumvsihung wird Botschafter Nadolny durch Staatssekretär von Rheinbaben 0 er treten sein. Auf deutscher Seite beabsichtigt man, in der Sitzung nur dann eine Erklärung abzugeben, wenn sich aus den Verhandlungen die Notwendigkeit ergibt. * Damit hat sich bestätigt, baß b i e „Einheitsfront", von der man aus taktischen Grünben auf der Gegenseite so viel gesprochen hat, in Wahr- heit nicht de st eh t. Der Erkenntnis von der Unmöglichkeit irgendwelcher ultimativer Forderungen an Deutschland konnte sich schließlich niemand verschließen. Eine Entscheidung darüber, wie nun die weiteren Abrüstungsverhandlungen auf der Basis der Gleichberechtigung Deutschlands wirksam und praktisch fortgeführt werden können, wird in der heutigen Sitzung des Büros zu treffen fein. Die Tatsache, daß der englische Außenminister dabei eine Erklärung abgeben wird, läßt die Stellung Englands deutlich werden, das die Hauptve.antwortungsfrage trägt, weil es die Führung der Verhandlungen in dieser Woche offiziell übernommen hat. Es muß leider festgestellt werden, daß gerade die englischen Staatsmänner sich in den entscheidenden Punkten stärker gegen Deutschland ausgesprochen haben, als die Vertreter der anderen Mächte. Sie haben es auch zugelaffen, daß ohne weiteres die ganze Grundlage der Diskussion verschoben worden ist. Man versuchte, das moralisch und juristisch einwandfrei berechtigte Verlangen Deutschlands nach gleichen Möglichkeiten zur Herstellung seiner nationalen Sicherheit mit dem ad hoc erfundenen Schlagwort von der „Ausrüstung" Deutschlands abzutun. Man muß immer wieder mit aller Eindringlichkeit gegenüber solchen Versuchen, die die ganze Atmosphäre vergiften, und damit einen Erfolg von vornherein ernsthaft gefährden, feftfteUen, daß Deutschland nichts weiter verlangt als das, was ihm nach Jahren des Zögerns endlich vertraglich zugesichert worden ist. Amerika gegen jedes Llttimatmn. Washington, 13. Oft. (WTB.) Die amerikanische Regierung verfolgt die Genfer Bemühungen um Erzielung einer Einigung in der Ab- rüftungsfrage mit starker Anteilnahme, legt jedoch Paris, 14. Okt. (WTB. Funkspruch.) In Paris ist man wegen des Umschwunges, den die Dinge in Genf genommen haben, offensichtlich betreten. Die Presse, die noch gestern triumphierend verkündet hatte, Laß Deutschland jetzt endlich gezwungen würde, Farbe zu bekennen, sieht sich genötigt, den Rückzug anzutreten. Die offiziösen Organe versuchen den Schein zu wahren und behaupten deshalb, daß die französisch-englisch-amerikanische Einheitsfront weiterhin f e ft b le i b e unb daß nur taktische Erwägungen die Zurücknahme des vielgerühmten Entschließungsentwurfes veranlaßt hätten Doch gestehen einige Blätter ehrlich ein, daß bas Manöver, durch bas man Deutschland ein Diktat aufzwingen wollte, gescheitert ist, weil die Amerikaner und auch die Engländer sich in letzter Minute eines anderen besonnen haben. Das der Umschwung in Genf einem Rückzieher gleicht, wie „La Victoire" feststellt, will der offiziöse „Petit Parisien" natürlich nicht wahr haben, und fein Genfer Berichterstatter ist unverfroren genug, die von der gesamten Presse zugegebene Tatsache, daß man einen Entschließungsentwurf ausgearbeitet hatte, in Abrede zu stellen. Einen ganz anderen Ton schlägt der Außenpolitiker des „Echo de Paris" an. Der Entschließungsentwurf ist fallen gelassen wordenntz.üJRRp ßungsentwurs ist f a l l e n g e l a s s e n worden. Norman Davis habe erklärt, daß durch die Bildung eines Blockes der drei Delegationen nichts erreicht werden würde. Nach seiner Ansicht sei es besser, geduldig mit den deutschen Delegierten weiter zu verhandeln, um ihnen nicht den Eindruck eines Diktats oder Ultimatums zu geben. Norman Davis habe auch Sir John Simon umgestimmt. „L'Ordre" ruft aus: Die berühmte Einheitsfront hält bei der ersten Probe nicht stand! Das großen Wert darauf, daß keinerlei Druck auf Deutschland a u s g e ü b t und nichts be« schlossen wird, was mit berechtigten deutschen Wünschen im Widerspruch steht. Im Staatsdepartement wurde nachdrücklichst verneint, daß irgendwelche Nachrichten über eine deutsche Aufrüstung vorlägen. Botschafter Dr. Luther hatte längere Unterredungen mit dem Staatssekretär Hüll über die Abrüstung. Nadolny erstattet dem Mhrer Bericht. B e r l i n, 13. Okt. (TU.) Botschafter Nadolny, der deutsch Delegationsführer auf der Genfer Abrüstungskonferenz, hat alsbald nach seiner Ankunft in Berlin dem Reichskanzler Adolf Hitler über die Lage in Genf Bericht erstattet. Schlimmste aber fei, daß man ohne zu zögern zugebe, daß der Rückzieher von gestern zweifellos durch die energische Haltung verursacht wurde, die Botschafter Nadolny bei seiner letzten Besprechung mit Sir John Simon angenommen hatte. Und dann wage man noch zu behaupten, daß Deutschland isoliert feil Kommt England zur Besinnung? Londoner Pressestimmen znr neuen Lage. London, 14. Okt. (WTB. Funkspnich.) Die Besprechung des deutschen Hauptdelegierten auf der Abrüstungskonferenz, Nadolny, mit dem Reichskanzler über die Abrüstungsfrage steht in fast allen Morgenblättern an der Spitze der Meldungen über die Abrüstungsverhandlungen. Unmißverständlich geht aus allen hervor, daß Deutschland entschlossen sei, sich weiteren deutschen Dorsch u tz- lei st ungen zu widersetzen. — „Daily Telegraph" will wissen, daß sowohl Washington, als auch Rom der Ansicht sind, daß im gegenwärtigen Augenblick das Zustandekommen einer antideutschen Vereinigung der übrigen führenden Mächte hö ch st unklug sein und möglicherweise einen Zusammenbruch der Abrüstungskonoention beschleuni- qen würde. Ueberdies glaube Rom, daß eine solche Bereinigung eine krasse Verletzung der Ziele und des Gei st es des Viermächtepaktes sein würde. Nach Ansicht der amerika- nischen Diplomaten würde eine Abrüstungskonvention, die Deutschland nicht unterzeichnet, nutzlos unb eine Farce sein. Der Genfer Korrespondent der „Times" meldet, daß gegen den Abschluß einer Konvention ohne Deutschlands Zustimmung ernste Einwände bestünden. Solch ein Vorgehen könnte die Konferenz in zwei Lager teilen: England, Gedrückte Stimmung in Pans. Eine gescheiterte Aktion. - Die Isolierung Deutschlands mißglückt. Herstellung einer Atmosphäre internationalen Vertrauens feierlich bereit erklärt, in jede weitere Abrüstung über feinen kaum nennenswerten Rüstungs- ftanb hinaus und in jede Kontrolle zu willigen, der sich auch die anderen Nationen unterwerfen werden. Es ist nicht denkbar, daß ein großes Volk feinen Friedenswillen wirkungsvoller und vorbehaltloser unter Beweis stellen könnte, als es hier das deutsche durch den Mund seines Führers getan hat. Um so fadenscheiniger find auch die Vorwände, mit denen man in England den Rückzug vom Macdo- naldplan zu bemänteln sucht. Sir John Simon erklärt, die Gleichberechtigung sei „einem anderen Deutschland" zugesagt worden, die veränderte politische Lage mache es ratsam, die praktischen Schritte nicht zu übereilen. Darf man in London daran erinnern, daß es gerade englische Tradition ist, den außenpolitischen Kurs nicht von innenpolitischen Ereignissen und Entwicklungen beeinflussen zu lassen? Im übrigen war es derselbe Herr von Neurath, mit dem das Londoner Fünf- mächteabkommen in der Gleichberechtigungsfrage am 17. November 1932 abgeschlossen wurde, der heute verantwortlicher Leiter der deutschen Außen- Politik ist. Und der Macdonaldplan wurde in Genf vorgelegt und nach langem Disputieren als Verhandlungsgrundlage angenommen, nachdem die nationalsozialistische Regierung in Deutschland schon monatelang am Ruder war. Das sind also Ausflüchte, die niemand ernst nehmen kann. Deutschland hält sich an den Macdonaldplan gebunden, es hat schwerwiegende Einwände gehabt, aber seine Bedenken zurückgestellt und mit feiner Zustimmung erneut seinen Friedenswillen und seine Verständigungsbereitschaft unter Beweis gestellt. Es sieht keinerlei triftigen Gründe, jetzt hinter den Macdonaldplan zurückzugehen und sogar die im Gleichberechtigungsabkommen eingegangenen Verpflichtungen in Zweifel zu ziehen. Es hält an diesen beiden Grundlagen für jede künftige Abrüftungskonvention fest. Wenn nun anscheinend auf britische Initiative die Delegierten Englands, Amerikas und Frankreichs in Genf sich zusammengetan haben, um einen neuen Entwurf auszuarbeiten, her den Macdonaldplan grundlegend verändern würde, so müßte daraus eine Situation entstehen, die Deutschland im Interesse einer schnellen Wiederherstellung des Vertrauens durch den baldigen Abschluß einer tatjäch- lich wirksamen Abrüftungskonvention nur bedauern könnte. Das haben die Amerikaner auch bald begriffen unb wenn die Pariser Presse so tat, als ob zwischen den drei Mächten alles im Reinen sei, als ob man sich schon auf einen auch im Einzelnen formulierten Entwurf geeinigt habe, den man nun Deutschland zum Zwecke der Annahme oder Ablehnung präfentieren wolle, so war hier wieder einmal der Wunsch der Vater des Gedankens, abgesehen davon, daß die Politik der Diktate und ultimativer „Entweder — oder" im national- sozialistischen Deutschland nicht mehr verfängt. Unter der gespielten Sicherheit, mit der die Pariser Presse, soweit sie der französischen Rüstungsindustrie hörig ist, den deutschen Kontrahenten zu bluffen suchte, verbarg sich die ganze Nervosität des betrübten Lohgerbers, der seine Felle wegschwimmen sieht, sobald die Abrüstung Tatsache wird. Wir haben gewiß damit zu rechnen, daß England sehr weitgehend auf die französische Linie eingeschwenkt sein wird, aber es ist unwahrscheinlich, daß Amerika und Italien sich die französische Auffassung zu eigen machen werden ohne beträchtliche Modifizierungen, die den berechtigten deutschen Forderungen gerecht zu werden versuchen. Worin diese bestehen ist bekannt. Deutschland hat in die stufenweise Angleichung der Rüstungen gewilligt, es fordert indessen schon für die erste Periode, die den Umbau der Heeresorganisationen bringen soll, für sein zwar auf 200 000 Mann verstärktes, aber auf kurzfristige Dienstzeit eingestelltes Volksheer eine Bewaffnung, die nicht nur zahlenmäßig ausreicht, sondern auch qualitativ dem Nerteidigungsbedürf- nis in einem modernen Materialkrieg entspricht, also vor allen Dingen Luftabwehrgeschütze und leichte Jagdflugzeuge, die am notwendigsten sind, da heute fast das ganze Reichsgebiet jedem Angriff eines feindlichen Luftgeschwaders schutzlos preisgegeben ist. Der neue aus der französischen Küche stammende Entwurf wollte aber anscheinend nicht nur Deutschland diese notwendigsten Verteidigungswaffen vorenthalten, sondern Frankreich in dieser ersten Periode das gesamte Kriegsmaterial belassen, das es in vierzehnjährigem Rüsten aufgehäuft hat. Erft in der zweiten Periode sollte, nachdem eine Kontrolle die scharfe Beobachtung der Abrüstungsbestimmungen durch Deutschland sichergestellt hat, eine tatsächliche Angleichung des Kriegsmaterials erfolgen, indem Frankreich feine Bestände herabjetzt und Deutschland die im Abkommen für alle Mächte erlaubten Defensiowaffen ebenfalls erhält. So wäre der ursprüngliche Macdonold-Plan durch die französischen „Verbesserungen" so durchlöchert worden, daß selbst die Franzosen nicht im Ernst an eine Zustimmung Deutschlands glauben konnten. Wenn Deutschland schon zum Zweck der Vereinheitlichung der kontinentaleuropäischen Heeressysteme, in der Frankreich heute das Heil sieht, auf sein zwar kleines, aber ausgezeichnet geschultes Berufsheer zugunsten eines Volksheeres mit abgekürzter Dienstzeit verzichten soll, so muß es als wenigstens teilweisen Ausgleich für die dadurch eintretende Verringerung seiner nationalen Sicherheit, die die zwar zahlenmäßig verdoppelte, aber nur kurzfristig ausgebildete Truppe gegenüber der jetzigen Reichswehr bedeutet, zumindest die Zubilligung der zur wirksamen Verteidigung gegen überraschende Angriffe namentlich aus der Luft, unentbehrlichen Abwehrwaffen fordern. Auch die Kontrolle ist in der Form, wie Frankreich sie sich denkt, für uns gänzlich 11 n» diskutabel. Wenn schon solche Maßnahmen für notwendig gehalten werden, um das französische Bedürfnis nach Sicherheit zufrieden zu stellen, können sie nur gleichmäßig auf alle Staaten angewandt werden. Jede Forderung nach einer einseitigen Kontrolle müßte Deutschland als einen Anschlag auf feine nationale Ehre scharf zurückweisen. Kein anderer als Lloyd George weist immer wieder darauf hin, daß Deutschlands Recht auf gleiche Sicherheit und Erfüllung des im Versailler Vertrage feftgelegten Abrüstunqsversprechens unerschütterlich ist. Der ehemalige britische Premierminister ist ja als einer der Väter und Unterzeichner des Versailler Vertrages geradezu ein Kronzeuge für die richtige Auslegung feiner Bestimmungen. Er erklärt, Frankreich fetze den Versailler Vertrag außer Kraft, wenn es die Abrüstung weiter hin- ausfchiebe, unb gebe damit Deutschland das Recht, sich auch seinerseits nicht mehr daran gebunden zu erachten. Das ist eine klare Logik, gegen die es keine Einbände gibt. Die Mächte, die heute immer noch sich einer gerechten Behandlung entgegen aller vertraglich übernommenen Verpflichtungen widersetzen, müssen sich über die Folgen ihrer gesal'r- lichen und kurzsichtigen Taktik klar werden. Deutsch- land wird nicht a'ifhören, für die Herstellung feiner nationalen Sicherheit zu kämpfen- | Die Erziehung der Landfrau im neuen Staat. Frankreich und die vereinigten Staaten auf der einen, Deutschland. Italien und Japan auf der an- deren Seite, eine Losung, die niemand wolle. Lin neues französisches Giftgas. Pari», 13. Oft. (TU.) Zwei Professoren In Clermont-Ferrand haben angeblich ein neue» Gift- gas entdeckt, das alle bisherigen Entdeckungen auf diesem Gebiet in den Schotten stellen soll. Gegen dieses Gas sott nach ihrer Ansicht kein Schutz bestehen, da es durch die Kleidung direkt I n die Haut etndringt und unbedingt töd» Wien, 13. Oft Au» Rom kommende Nachrichten über ein« Massenaudienz ö st erreich«- scher Adliger bei der Exkaiserin Zita erregen in Wien und Budapest größte» Aufsehen. Unter Führung des Herzogs Max von Hohenberg, des Sohnes Erzherzog Franz Ferdinands, erschie- nen die Fürsten und Fürstinnen Montenuooo, Thun- Hohenstein, Troutmannsdorff, Lobkowltz, Walden- bürg, Fürstenberg, Odescalchi, die Grasen und Gräfinnen Nostiz, Wimpsfen, Kinsky, Kalnoky usw, zusammen 75, die sich an einer Wallfahrt der Vereinigung katholischer Edelleute Oesterreichs beteilig- ten. Erkaiserin Zita fuhr schwarz gekleidet beim Hotel Imperial vor wo im Saal ein oom Malthe- serorden gesandter Thronseisel autycftellt «vor. Zwei Stunden lang hielt die Exkatserin (Tour ob. Zito, die mit ihren Hofdamen an einer vom Papst zelebrierten Messe in der Kirche Santa Mario Maggiore an ausgezeichneter Stelle teilnahm, wohnt in einem Kloster bei Via Reggio. Sie soll dem italienischen Königspaar einen Besuch abgestattet und danach mitMussolinieine Begegnung gehabt hoben. In Budapest wird versichert, es sei wieder von der Heirat ihres öllesten Sohne» Otto mit der jüngsten königlichen Prinzessin M a - r i a die Rede, wofür Mussolini elntrete, während der König selbst noch zögere, angeblich mit Rücksicht auf England, wo man wegen der Lag« in Mittel- europa der Rückkehr der Habsburger ablehnend gegenüberstehe. Ein Mitglied der großösterreichischen Adelsdelegation hat demgegenüber in Rom erklärt: ,Lhre Majestät hat den ausdrücklichen Wunsch ausgesprochen, daß von der Audienz, di« wir bei ihr hatten und die privaten Charakter trug, so wenig als möglich gesprochen wird. Weder die öfter- reichtsche noch die ungarische Gesandtschaft waren von dem Besuch der Exkaiserin verständigt worden. Daß di« österreichischen Aristokraten, die 75 an der Zahl versammelt nxircn, die Gelegenheit benutzten, der Exkaiserin Zita zu huldigen, kann nur jedermann natürlich finden, ebenso, daß wir sie über die in Oesterreich herrschenden Verhältnisse und über die dem legitim! st ischen Gedanken günstigere Stimmung unterrichteten." Weitergechende Kombi- klch wirkt, versuche, die mit ganz geringen Men- oen flüssigen Gases der gleichen Zusammensetzung an Tieren gemacht worden seien, hätten in dieser Hinsicht entscheidende Ergebnisse gezeiat. Die txv> den Erfinder des neuen Gases sollen sich weigern, feine Zusammensetzung bekamHuaeben. St« be- tonten, daß a u ch d a s f r o n z 5 s < s ch e K r, e g s- mintst-rium erst dann etwas davon er- fahren würde, wenn Frankreich angegriffen werden sollte und sich verteidigen mutzte. Acht Tage würden genügen, um große Mengen dieses neuen Giftgases herzustellen. Nationen, insbesondere Heiratsplän« des „Thronerben Otto" mit der königlichen Prinzessin Maria von Italien werden von demselben Delegierten a l s unzeitgemäß und jedes tatsächlichen Hintergrundes entbehrend bezeichnet. In Budapest verweist man im Zusammenhang mit den Nachrichten aus Rom auf die letzte Kundgebung des Reichsoerwesers Horthy, der in einer Rede verlangte, „alle heute unlösbaren Fragen auszuschalten , und des Ministerpräsidenten Gömbös, der den 6. Oktober, den Tag der Hinrich- tung von elf ungarischen Freiheitsgeneralen, die 1848 gegen Habsburg gekämpft hatten, zum nationalen Trauertag dekretierte. Preffeempfang der österreichischen Legitimisten. Wien, 13. Okt. (WTB.) Die Vertreter der legi- timistischen Bewegung in Oesterreich haben zum ersten Male seit dem Umsturz einen Empfang der in- und ausländischen Presse veranstaltet. Ihr Wortführer Oberst a. D. Wolff erklärte, daß die legi- timiltiscke Bewegung in Oesterreich schon sehr weit fortgeschritten lei, weiter als in Ungarn, und daß die österreichischen Legitimisten hofften, den Kaiser in Wien früher begrüßen z u können, als den Ungarn der Empfang ihres König» gegönnt fein werde. In Wien sei die Stimmung so, dah von der Regierung nur ein Schritt gemacht §u werden brauchte, und die koiser- liche Familie könnte anstandslos nach Oesterreich zurückkehren. Die programmatischen Forderungen der kaisertreuen Volkspartei wurden in einem den Pressevertretern mitgeteilten Schreiben an Bundeskanzler D r. Dollfuß niedergelegt. Der Bundeskanzler wird erfocht, auch nach außen hin die Stellungnahme Der Legitimisten zu ver- treten, die es als unvereinbar mit der Würde eines souveränen Staates betrachten, sich einem Auslanddiktat über die Anerkennung oder Ablehnung der vom Volk gewünschten Dynastie fügen zu müssen. Berlin, 13. Okt. (Ddz.) Heber di« Ausbildung der Landfrau im neuen Staat äußert sich die '.Referentin der Landfrauenorganisation, Frau O. G. Fo erster. Eie bezeichnet die Landschul- Erneuerung als das Kernstück des neuen Schul- und Erzichungsprogramms. Drei Formen des neuen Landschullebens seien vor allem von ausschlaggebender Bedeutung für die Mädchenbildung: Schalkin- öergarten, Schulküche und Schülergarten. Im K i n • vergärten lerne das Landmädchen unter Leitung des Lehrers ober der Lehrerin zum ersten Mal seine späteren Aufgaben als Mutter kennen und bewältigen. Dazu kamen noch besondere Unterrichtsstunden über Fragen der Säuglingshygiene und Kleinkindpflege. Rassenhygienische und erbge- sundheitliche Zusammenhänge würden auch in der männlichen Volksschule ausführlich behandelt. In vielen Landschulen bestände bereits eine Schulküche, worin die werdende Hausfrau die Geheimnisse der Kochkunst kennen lerne. Die Grund- lagen einer gesunden, einfachen Ernährung und die Kunst, auch in beschränkten wirtschaftlichen Verhältnissen nahrhafte Kost zu bereiten, werde dort gelehrt. Der Nadel- und Handarbeitsunterricht in der Landschule gewinne ebenfalls an Bedeutung in einer Zeit, in der es gelle, auch Eisenach, 14. Okt. (TU.) Auf der Eisenacher Lutherwoche setzte sich R e i ch s bischof Ludwig Müller in einer längeren Rede mit den Freunden einer germanischen Religion und Erneuerung der völkischen Religiosität auseinander. Dabei sagte er u. a.: Es ist unverständlich, daß heute in manchen Kreise^ unserer deutschen Freiheitsbewe- flung von Gefährdung des Staates durch kirchliche Aktivität gesprochen wird. Man malt sogar da» Gespenst kirchlicher Bekämpfung der völkischen Erneuerung an die Wand und spricht von einer Germanenverfolgung. Solche Nach- richten sind irreführend, unwahr und gefährlich. Der Staat Adolf Hitlers steht auf d e m B ob e n positiven C h r i st e n t u m s. Er hat den Kirchen feinen Schutz versprochen, aber auch selbstverständlich verlangt, daß die Kirchen mithelfen am Aufbau von Volk und Vaterland. Wer der Ansicht ist, den Boden positiven Christentumes nicht betreten zu können, wird von unserer Kirche auch dann sicher nicht belästigt und bestimmt nicht „verfolgt" werden. Wenn jemand sich eine christuslose Weltanschauung zurechllegt, wird er auf seine Weise erleben, wohin das innerlich führt. Positives Christentum arbeitet durch Verkündung, nicht durch Gewalt. Wer die Mission der Kirche aber so hinstellt, als fei sie der völkischen Erneuerung hinderlich, der entstellt die Wahrheit. Durch solche Unwahrhafttgke-it wird in die Reihen in der Kleidung Sparsamkeit und Einfachhell walten zu lasten. Haussleitz und volkstümliche Wohnungskultur sollten im deutschen Dorf wieder zu» Gellung gelangen Die Landschule wolle den tünftb gen Hausfrauen die Fertigkeiten hierzu vermitteln. Die Landfrau müste heute jedoch mehr als je auch landwirtschaftliche Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen als Bäuerin, Siedlersfrau, Frau des männlichen Arbeiters und Handwerkers usw. Im Schulgarten sollten die Landmädchen für diese Schaffensgebiete ertüchtigt werden durch planmäßige Naturbeobachtung und Bodenarbeit. Jeder Junge und jedes Mädchen fall« in den Schülergärten fein eigenes Beet, feine eigene Scholl« erhallen, auf der jeder allein schaffen und ernten dürfe. Daneben sei Gemeinschaftsarbeit an Gemein- schaftsbttten vorzusehen, damit die Werte der ländlichen Schassensgemeinschast offenbar würden. Di« planmäßige Durchführung dieser Aufgaben neuer ländlicher Mädchenbildung erfordere organisatorisch« Maßnahmen, die nach Auslassungen maßgebender Stellen in_ naher Zukunft zu erwarten seien. E» müste ermöglicht werden, daß an allen Landschulen eine Lehrerin tätig fei, die sich den beförderen Ausgaben der Mädchenbildung widme. der deutschen Freiheitsbewegung Unruh« f>i ne ingetragen, die überflüssig und sicher nicht nützlich ist. Die deutsche evangelische Kirche hat die Aufgabe, das Evangelium Christi so im deulschn Lande zu verkünden, daß der deutsche Mensch unserer Tag« die Lebensnähe dieser frohen, innerlich befreiten Gemeinschaft verspürt und erlebt. Manch« unserer Kameraden der deutschen Freiheitsbewegung sehen die Dinge de» Kirchlichen und Religiösen deshalb falsch, weil sie zu sehr verstandesmäßig an die Fragen und das Geheimnis des Innenlebens Herangehen. So sagen sie, Christus mar ein Jude, darum ist auch das Christentum oerjubet Wir wollen nichts davon wissen. Diese Denkungsart ist deswegen irreführend und innerlich unrichtig, als sie den schnellen und oberflächlich Denkenden eine objektiv unwahr« Linie zeigt, denn nach seiner Gedankenführung- sieht es so aus, als ob das Christentum aus dem Judentum h e r a u s g e w a ch s e n wäre. Ich muß meinen Kameraden der Freiheitsbewegung, die so denken, herzlich empfehlen: Nehmt einmal d i e Evangelien zur Hand und lest das, was Christus gesagt hat. Lest es aber m i t demHerzen und mit innerlich ehrlichem Suchen. Ihr werdet es selbst erleben: Das Christentum ist im Kampf gegen das Judentum geworden, das alle feine Wahrheitszeugen und auch Christus vernichtet hat. Exkaiserin Zita macht von sich reden. Oesterreichische Legitimisten huldigen der Kaiserin in Rom.- Avlehnende (Stimmung in Lingam. Kirche und völkische Erneuerung. Eine Hede des Reichsbischofs auf der Eisenacher Luiherwoche. Auftakt zum Tag der deutschen Kunst. Alfred Bosenberg spricht über die Wiedergeburt deutschen Kulturwillens. München, 13. Okt. (TU.) Der Tag der Deutschen Kunst fand einen eindrucksvollen Auftakt durch eine feierliche Kundgebung des Kampfbundes für deutsche Kultur Im Odeon. Das selten gehörte Concerto Grosso von Händel, mit prächtigem Schwung vorgetragen vom Reichssinsonie-Orchester, dem Kapellmeister Franz Adam seine meisterhafte Führung lieh, leitete den Abend ein. Der Reichs- sührer des Kampfbundes, Alfred Rosenberg, hielt die Festrede. Da» deutsche Volk kämpft einen schweren Kampf um die Einheit seines Wesens, Gebilde, die für Jahrhunderte gegründet schienen, zerschmolzen vor dem Hauch einer neuen Zeit. Reue Lebensformen regen sich überall. Die kommunistische Bewegung und der Marxismus sind nicht durch Gewalt niedergerungen worden, sondern durch die Macht einer neuen Wella nsckjauung. Millionen Menschen, die mutlos geworden waren, haben wiederMutgeschöpst. Die heroische Haltung de» Millens, die Schicksalsbejahung und das Blut- beroußflein sind bi« drei Punkt«, bi« bas Fundament des nationalsozialistischen Staates abgeben. Der Nationalsozialismus will nicht die Freiheit der Forschung vernichten. Wir haben manche Professoren davongejagt, weil sie die Freiheit der Forschung mit der Freiheit der Be- schimpfung des deutschen Menschen verwechselt haben. Die SA -Männer hoben mehr für die deutsche Kultur getan, als mancher Hochschulprofessor. Heute vollzieht sich nicht nur eine Wiedergeburt des Deutschtumes, sondern eine Wiedergeburt der Antik«. Die Kunst ist in großen Zeiten eine elementare Lebensnotwendigkeit gewesen. Das Kunstwerk ist die lebendig dargestellte Religion. Wir hatten den Tag der Arbeit und den Tag des deutschen Bauern, den Tag von Potsdam und den Nürnberger Parteitag. Dazu tritt der Tag der Deutschen Kun st. Wir haben nach 14jähriger Schmach da» Recht, zu feiern. Diese großen Tage waren notwendig. Deshalb ist auch der Tag der Deutschen Kunst notwendig. Er soll zeigen, daß dieses Deutschland sich bewußt ist, nicht nur einen politischen und sozialen Kampf zu kämpfen, son- dem auch einen seelischen und kulturellen Kampf. Es ist unser Bestreben, dem DrUten Reich weltanschaulich ein unerschütterliches Fundament zu geben. Dieser erste deutsche nationale Staat soll e i ne echte große Volks- lultur als die Erfüllung des Traumes von Jahrhunderten, als eine Verpflichtung für uns und für die kommenden Geschlechter gestalten. Dann erst glauben wir, unsere Pflicht auf dieser Welt erfüllt zu haben, wenn wir diesem höchsten Werke dienen. Das Presseamt des Tages der deutschen Kunst teilt mit: Die (9 e ft c [ l u n g der Ehrenwache der Reichswehr zum Empfang des Führers anläßlich der Feier der Grundstein- legung zum Hause der deutschen Kunst am 15. Oktober unterbleibt auf ausdrücklichen Wunsch de» Führers, da er diese hohe militärische Ehrung nur dem Herrn Reichspräsidenten und den hohen militärischen Vorgesetzten Vorbehalten roiffen will. Sie Vereinigung beider Mecklenburg. R o st o ck, 13. Okt. (TU.) Am Freitag, den 13. Ok- lober, wurden die beiden Länder Mecklenburg- Schwerin und M e ck l e n b u r g - S t r e l i tz noch über NOjährlger Trennung wieder vereint. Am Donnerstag bereit» trafen die Spitzen ber Behörden und die Vertreter beider Länder- regierungen in der festlich geschmückten alten See- ßabt R o st o ck ein, die als die größte Stadt Mecklenburgs den Anspruch daraus erheben kann, al» treftort für den feierlichen Staatsakt gewählt zu werden. Dieser Ehre ist sich Rostock wohl bewußt. E» gibt wohl kaum ein Haus, da» nicht die Fahnen und Farben des neuen Deutschlands ober der engeren Heimat Aeigt. Der Donnerstagabend vereinigte alle Ehrengäste darunter den Reichsstatthalte r, den G r o ß h « r z o g, Herzog A d o l s F r i e d- rich und die Minister zu einer Fest Vorstellung Im Stabltbeater, wo der .^Fliegende Hol- känder" zur Ausführung gelangte. Am Freitagvormittag fanden von acht bi» neun Uhr an ver- ichiedenen Plätzen der Stabt S t o n d k o n z e r t e der Reichswehr-, Lanbespolizei-, SS- und SA.- KapeUen statt. Gegen neun Uhr sammelt« sich auf dem Marktplatz ein« große Menschenmenge, ba ber Verlauf ber beiben historischen Sitzungen im Rat- haus durch Lautsprecher aus den Markt übertragen wurde. Pünktlich um 9 Uhr versammelten sich die Abgeordneten des Mecklenburg -Strelitzer Landtag«» Im Fürstensaal be» Rathaul.-s zur Landtagssitzung, bie al» einzigen Punkt ber läge» Ordnung da» Gesetz über bk Seremigung derber Mecklenburg zu erledigen hatte. Landtagspräsident Schernau eröffnete die Sitzung und führte u. a. aus, daß es der Iniiiattve des Reichsstatthalters Hildebrandt zu verdanken fei. wenn in richtiger Erkenntnis der Lage der Zusammenschluß beider Mecklenburg vollzogen würbe. Die Regierung sei sich bewußt, daß es mancherlei Schwierigkeiten rech- nischer Einzelheiten zu überwinden gebe. Diese müßten zurückstehen gegenüber dem großen Gan- zen. Dann wurde das von der Staatsregierung eingebrachte Gesek verlesen, worauf zur Begrün- düng Staatsmini ter Stichtenot erklärte, der einzige und wicht gste Punkt ber nationalsozialistischen Weltanschauung besage: Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Auch bei dem heutigen Werk müßten Eirmelwüniche vor Volk und Reich zu- rückstehen. Das Gesetz wird in allen drei gefunden einstimmig angenommen, was die Abgeordneten zweimal durch Erheben von ihren Plätzen bekunden. Darauf schloß der Präsident die bedeutungsvoll« Sitzung. Gegen 10 Uhr trat im Stabtoerorbnetenfaal des Rathauses der Landtag von Mecklen- bürg-Schwerin Mifammen, um ebenfalls das (besetz über die Bereinigung der beiden Mecklen- bürg zu verabschieden. Die «itzung. bie kaum zehn Minuten dauerte, wurde vom ßonbtagspräfibeuten Krüger eröffnet, der u. a. ausführt«: Was vor Iahrhunberten aus bynastifch«n (Brünben geprägt worden fei, solle aus dem freien Willen des Volk«» heraus wieder zusammen. I gefügt werden. Er sprech« dem Relcysstatthatter * den Dank aller dafür aus, baß er sofort nach seinem Amtsantritt die enDgültige Vereinigung der beiden Länder in Angriff genommen habe. Die Abgeordneten handelten im Sinne Adolf Hitlers, wenn sie mit der Annahme des Gesetzes ihre Pflicht erfüllten. Ministervräsident Engel! betonte, die Regierung glaube in Anbettacht dieser Feierstunde, auf eine Begründung des Gesetzes verzichten zu können. Er fordere die Abgeordneten auf, in die dargereichte Hand einzufchlagen. Die drei Lesungen wurden geschlossen behandelt und das Gesetz einstimmig angenommen. Die Abgeordneten beider Landtage begaben sich sodann zum Ständehaus zum feierlichen Staatsakt. Vor dem Ständehaus hatten Ehren- fompagnien der Reichswehr, der Landespolizei, der SA. und SS. Aufstellung genommen. Eine unübersehbare Menschenmenge hatte sich um das Ständehaus eingefunden. Kurz vor 11 Uhr erschien Reichs st atthalter Friedrich Hildebrand. Der Reichsstatthalter schritt unter den Klängen des Präsentiermarsches mit dem Wehrkreiskommandeur aus Stettin, dem Infanterieführer Generalmajor Schwandtner aus Schwerin, und den Stäben die Front der Ehrenkompagnien ab und begab sich in das Ständehaus, wo die Abgeordneten und Ehrengäste bereits versammelt waren. Unter den Ehrengästen bemerkte man neben den Angehörigen der Regierungen und den Spitzen der Behörden u. a. noch Großherzo g Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin, Herzog Adolf Fried- rich zu Mecklenburg, SA.-Gruppenführer Fust, den regierenden Bürgermeister von Lübeck, Dr. Drechsler und General d. I. a. D. Graf von der Schulenburg. Reichöstaiihalier Hildebrand wies auf die Bedeutung dieser geschichtlichen Stunde hin, die bestimmt sei, die Vereinigung von Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Sttelitz feierlich zu verkünden. Dabei zieme es sich wohl, einen Rückblick zu werfen auf bie Jahrhunderte, die beide Länder gemeinsam durchmessen haben, bald staatsrechtlich zusammengefaßt, bald getrennt und dennoch immer ein Mecklenburg bildend. Der große Leitgedanke bei dem Zusammenschluß der beiden Länder waren die Worte unseres Führers Adolf Hitler: „Deutschlands Kraft liegt in den Ständen und Stämmen". Es kam mir daher darauf an, Im nationalsozialistischen Deutschland die Stände in den mir unterstellten Gebieten auch wirklich innerlich zu einen. Darüber hinaus aber war es unsere Pflicht, das Kulturgebiet, das wir zu verwalten haben, wieder zur vollen Geltung zu bringen. Von verschiedenen Seiten ist der Gedanke vertreten worden, das vereinigte Land in Re- gierungsbezirke «inzuteilen und diese als Landesmittelbehörden zwischen Landratsämter und Regierung einzubauen. Der Vorschlag ging da- hin, drei Regierungsbezirke einzurichten. Rach reichlicher Prüfung hab« ich diesen Gedanken ablehnen müssen. Unsere ßanbratsämter sind heute so ge- stattet, baß sie den Erfordernissen des Landes genügen. Die Vereinfachung und Verbilli. gung der Verwaltung wird nach einigen Uebergangsjabren erst voll zur Auswirkung kommen und bann bem Lande Ersparnisse bringen, die es in bie Lage versetzen, bie Canbesabgaben auf allen Gebieten zu senken. Wir haben geglaubt, ber mecklenburgischen Wirtschaft durch unsere Verwattungsmaßnahmcn eine wesentliche Erleichterung verschallen zu müßen, um den wirtschattlichen Aufstieg nicht durch unnötige Latten der Verwaltung zu hemmen Zum Schluß erklärte der Reichsttotthotter: Unserem Volke ist «in großer Führer erftanben. ein Baurn elfter, wie ihn bie Weltgeschichte bisher nicht gesehen hat. Stehen alle Stänoe, alle Menschen deut» scheu Blutes in unseren Stämmen fest und cut- mütig hinter diesem Mann, bann wird aus der Nacht der letzten Jahre ein leuchtendes, stolzes Deutschland erstehen. Ich für meine Person und mit mir alle Nationalsozialisten bekennen freudig und offen, wir wollen in unermüdlichem Fleiß und steter Aufopferung unsere Pflicht tun unter der Führung Adolf Hitlers für Volk und Vaterland. Zer Zusammenschluß der mecklenburgischen Landeskirchen. R o st o ck, 13. Okt. (TU.) Während die beiden Cairbtaae im Rathause ihre Tagungen abhielten, traten nach vorangegangenem Gottesdienst in ber Marienkirche die Mecklenburg-Schwerinsche Landessynode und anschließend der Mecklenburg-Strelitzer Kirchentag nacheinander zusammen um Beschluß zu fassen, über bas „Kirchengefetz über bie evangelisch-lutherische Landeskirche Mecklenburg", da» von beiden Institutionen angenommen wurde. Auf Anordnung de» Can- desktrchenführers Schultz wurden in ganz Mecklenburg aus Anlaß des feierlichen Zusammenschlusses die Glocken geläutet. Um 15 Uhr versammelten sich die Vertreter der beiden Landeskirchen, sowi» die Oberkirchenräte zur feierlichen Verkündung des Zu- fammenschlusses im Ständehaus. Hindenburgs Wünsche für das deutsche Handwerk. Berlin, 13. Okt. (DDZ.) Reichspräsident von Hindenburg hat telegraphisch dem Reich»- ftanb des deutschen Handwerks anläßlich ber am 15. Oktober beginnenden Werberoodje für da» deutsch« Handwerk seine wünsche wie folgt ausgesprochen: „Die am 15. Oktober 1933 beginnend« Reich»- Handwerkswoche begleiten meine herzlichsten wünsche. Ich begrüße, daß nach Zähren de» Darnleberllegen» das deutsche Handwerk seine Kräfte regt und In enger Volksverbundenheit den weg zu neuer Geltung befchreilel. Möge biefem Unternehmen ein (Erfolg befchieden fein, würdig der altüberlieferten Bedeutung des Handwerk» Im deutschen Wirtschaft»- und ftulfurleben! ge;.: von Hindenburg, Lhrenmeister de» deutschen Handwerk».' Zusammenarbeit zwischen Industrie und Handwerk. Berlin, 13. Oft. (TU.) Anläßlich der Hand- werkerwoche sind bem Präsidenten des Reichs- ftanbes Dr. v. 9t e n t e I n aus allen Teilen de» Reiches und von allen Berussgruppen Begrüßungsschreiben zugesandt worden. Der Präsident des Reichsstandcs der Deutschen Industrie, Krupp v. Bohlen-Halbach hat ebenfalls in einem Schreiben den Wunsch nach engster Zusammenarbeit zwischen den beiden Ständen zum Ausdruck gebracht. In diesem Schreiben heißt es u. a.: „Dem Reichsstand des Deutschen Handwerk» übermitteln wir zu ber beoorstehenben Hanbwerkerwoche unser» besten Wünsche. Der Reichsstanb der Deutsche« Inbusttie ist sich bes hohen Wertes bes Deutsche» Hanbwerks für unser gesamtes Volkstum immer bewußt gewesen und fühlt sich mit ihm auch ÄH mehr ähneln. rs ufa, maim< «st unb ®„s n durch » K7Z uns eigen. Lb ,n *2%?e arbeit JLym e ®erh m?,n' nä5 M CvQnb^ulen ^sonderen 2lu? 'N Woche. » Jä m» w öie Lufgubi, M^n ßanbt jU W unjerer Xaae ^lich befrei Manche unserer sb.emequna (ti^n ■elWn bes^aVb anbesmä^w nnis bes innere Gbnftus war ein tum oerjubet Dir :n irreführend und lchnellen und ober- eltiv unwahre ' Tedankenfühnmg. 5 Christentum ausgewachsen aden der Fieiheitr» ) empfehlen: Nehmt jur -and und lest Lest es aber mit 4 ehrlichem Tuchen, .as Wstenkun ist udentum gewor- tszeugen und auch £”>■ öan^l', fe? iiJ fl^n®»arü6un^’ prupPfI’(nrf n* 6e* ■ sW ä'- [l4*‘ Wünsche )anbwrf. ptjifd) dem aW b«am die für das deaW it ausgesprochen, donnende «ech»- eine W SÄ* »-«* hte bisher nicht ße> iüe Menschen beui- nen ftft unb eb in wirb aus btt achtendes, ftotys eine Person und betennen fteudia Mchem Fleiß und djt tun unter der unb Vaterland. W her möeWtii Nährend die beiden ungen adhielten, tra> lesdienst in der Ma> a.Lchwerinsche iließend der Meck« chentng nachun' ,u fassen, über das b-ailherische Landes- beiden Institutionen Lnardnung des m« en in gan) Meälen- n ^ufamnienMes hr oersammellen fich ^skirchen, ßerfünbung des ou für bte Zukunft fchickfalsverbunden. Möge die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den beiden Wirtschastsständen wie bisher so auch künftig beherrscht sein von dem Grundsatz, daß die Interessen der einzelnen Wirtschastsstände s i ch stets dem Gemeinwohl und damit den Notwendigkeiten unseres Vaterlandes unterzuordnen haben." — Dr. v. Ren- teln hat dieses Schreiben zum Anlaß genommen, Herrn Krupp v. Bohlen-Halbach persönlich für seine Bereitwilligkeit zur Zusammenarbeit zu danken. Deutsches Jugendtreffen in Kaiserswerth. Baldur von Schirach entzündet die ewige Flamme zum Gedächtnis Schlageters. Düsseldorf, 13. Okt. (WTB.) Tausende von Hitlerjungen und deutschen Mädels trafen sich heute in der alten Kaiserpfalz zu Kaiserwerth, um der Weihe der Gedenkstätte und der Anzündung der ewigen Flamme in der alten Barbarossa-Pfalz beizuwohnen, in der auf granitenen Tafeln die 21 Namen der im Kampf für Deutschlands Erneuerung und Befreiung gefallenen Hitlerjungen verzeichnet sind. Don der Golzheimer Heide aus brachten Stafettenläufer der Hitlerjugend mit Fackeln das Feuer, mit dem der Reichsjugendführer auf der Ruine die ewige Flamme anzündete, die wie das Kreu^ auf der Heide den Namen Albert Leo Schlageter trägt. Auf der obersten Krönung der trutzigen Ruinen ruht auf großen Blöcken, die dem Rhein entrissen sind unb die unzweifelhaft aus den Trümmern der Pfalz stammen, die bronzene Schale, die nur den Namen Albert Leo Schlageter trägst und aus der die glutrote Flamme emporsprüht. Während die ewige Flamme zum ersten Male in die dunkle Oktobernacht leuchtet, spielte die Musik das Lied vom guten Kameraden und die Fahnen senkten sich. Reichsjugendführer Baldur von Schirach wies die deutsche Jugend auf die ewige Flamme hin, die sie auch leuchtend im Herzen tragen müsse, um das vollenden zu können, was unser großer Führer begonnen hat. Die nationalsozialistische Jugend sei die junge Garde der deutschen Erhebung und des geeinten Volkes, die sich über Klassen- und Konfessionsgegensätze hinweg zu einer unbedingten Einheit verschmolzen habe, und die die Pflicht habe, zu einem Leben von der Klarheit und Reinheit solcher Flamme und von der Größe und dem Bekennermut ihrer Toten. DieHttlerjugendunddasAusland Eine Nnterredung mit dem Reichsjugcndführer. A m st e r d a m, 13. Okt. (TU.) „Allgemeen Handelsblad" veröffentlicht den zweiten Tal der Unterredung seines Berliner Korrespondenten mit Reichsjugendführer Baldur von Schirach. Auf die Frage, ob Deutschland noch auf Jahrzehnte hinaus aus rein innerpolitischen Gründen ein Heer von Millionen politischer Soldaten nötig haben werde, erklärte der Reichsjugendführer u. a., Hauptziel sei die Erziehung der deutschen Jugend zu dem Bewußtsein der Zusammenge- yörigkeit auf Grund der Bande des Blutes. Die Hitlerjugend habe stets in dem Bewußtsein gelebt, eine Gemeinschaft zu politischer Erziehung zu sein, die den Klassengegensatz in der Jugend überwinden wolle. Dies Ziel sei w e d e r kriegssüchtig noch aufhetzend. Es stehe vielmehr int Zeichen der allgemeinen großen Versöhnungsgesinnung, durch die die Jugend beherrscht werde. Dies finde auch seinen Ausdruck in dem freiwilligen Beitritt zahlloser deutscher Jugendbünde zur Hitlerjugend. Die körperliche Erziehung habe durchaus keinen militärischen Charakter. Dagegen treffe es zu, daß auch in der deutschen Jugend der moderne Sportgei st lebe, den man bei der Jugend aller Völker der Erde beobachten könne. „Ich glaube", erklärte Baldur von Schirach, „daß gerade der Eifer, mit dem die Hitlerjugend nach Freundschaft mit den Jugendorganisationen anderer Länder strebt, der beste Beweis für die Bereitwilligkeit zur Annäherung ist, die man als für diese Jugend bezeichnend betrachten darf. Die Auslandreisen, die die Hitlerjugend in diesem und im nächsten Jahre organisiert, haben dies deutlich bewiesen und werden, wie ich hoffe, immer mehr davon überzeugen, daß unsere große Losung nicht Krieg heißt, sondern Arbeit. Wir predigen nicht den Haß gegen an« b-re Rassen, fonbern'b i e Liebe zur eigenen Rasse. Alles, was die Jugenb zur Liebe für das eigene Volk erzieht, ist von erzieherischem Wert unb auch zweckmäßig. Denn es gibt nichts cbleres als die Vaterlandsliebe. Den Kameraden vom We^r- ffahlhelm zum Abschied! Frankfurt a. M., 13. Okt. (WEN.) Der Führer bes Lanbesverbandes Groß-Hessen bes Stahlhelms, Bunb ber Frontsoldaten, erläßt fol- genben Ausruf: Kameraben! In biesen Tagen verlaßt Ihr enb» gültig unfern Bunb, um in bie braune Armee Aböls Hitlers, bes Deutschen Reiches Volkskanzlers, eingegliebert zu werben. Nachdem ich Euch bereits am 15. September aus meinem Befehlsbereich entlassen habe, wirb Euch Euer Obergruppenführer in feierlicher Form übernehmen. Wir alle stehen noch unter bem gewaltigen Gin« brück bes historischen Erlebens in Hannover unb ber unvergeßlichen Worte unseres gemeinsamen Führers unb seines Stabschefs Röhm. Wir Stahlhelmer banken ihnen für bie Anerkennung unserer langjährigen nationalen Arbeit unb sinb stolz barauf, bem Führer unsere festgefügten, felbgrauen Wehrstahlhelmeinheiten zuführen zu können zur Förberung unb Vollendung seines beulten Befreiungswerkes! Kameraben vom Wehrstahlhelm! Seib Euch bewußt, baß bas in Euch gesetzte Vertrauen nur durch höch ste Pflichterfüllung unb rest - lose Hingabe gerechtfertigt werben kann. Ich erwarte, baß Ihr auch fernerhin Eurer Stahlhelmerziehung Ehre macht! Das bisherige Banb ber Kcimerabschaft aber soll uns auch weiterhin fest umschließen, benn Trennenbes gibt es im neuen Reich nicht! Für uns alle, ob im Wehrstahlhelm ober Stahlhelm, gibt es nur eines: In eiferner Entschlossenheit hinter dem gemeinsamen Führer stehen! Wir alten und jungen Feldgrauen in den Gauen Groß- Hessen sind ihm verbunden auf Gedeih und Verderb, bereit, sein großes Befreiungswerk zu fördern und wenn es not tut, zu schützen! Und nun im alten Stahlhelmgeist an die neuen Der Prozeß gegen die Reichsiagsbrandsiister. Das Ergebnis des Lokattermms. — Oie Zeugenaussagen über den Brand im Plenarsaal. Berlin, 13. Okt. (WTB.) Im Reichstagsbrand- ftifterprozeß erklärte der Vorsitzende zur gestrigen Augenscheinnahme am unb im Reichstagsgebäude, daß öie Zeugen zum Teil in Abweichung von ihren früheren Aussagen nicht bekunben können, daß es mehr als einer gewesen ist, ber eingestiegen ist, auch nicht, daß mehr als einer im Erdgeschoß hinter den Glasfenstern entlanggelaufen ist. Der Oberreichsanwalt behält sich vor, später darauf zurückzukommen, ob es wirklich als bereits feststehend angesehen werden kann, daß unten nur ein Mann gelaufen ist. Der Verteidiger der drei Bulgaren, Rechtsanwalt Dr. T e i ch e r t, überreicht bann eine Reihe von Beweisanträgen. Es sollen verschiedene Zeugen neu geloben werden, die Dimitroff gleichzeitig an verschiedenen Stellen ber Stadt gesehen haben wollen, womit bewiesen werbe, baß eine Verwechslung der Person Dimitroffs auch praktisch v o r gekommen ist. Der nächste Zeuge ist Polizeiwachtmeister L o s i g - k e i t. Er erinnert sich daran, daß Polizeileutnant Lateit sofort Befehl zum Großalarm gegeben hat, und zwar bereits 21.17 Uhr. Weitere Bra n d st ifter ober irgendwelches Brand- material wie Werg ober mit Flüssigkeit getränkte Lappen hat ber Zeuge nicht gesehen. Auch SA. oder SS. waren nicht im Reichstag. Auch ber Zeuge Wachtmeister Pöschel hat kein Brand- material gesehen unb bestätigt, daß die Feuerwehr schnell zur Stelle war. Die Festnahme des Angeklagten van der Lübbe schildert der Zeuge in folgender weise: Ich hatte schon vorher die Pistole schuhfertig gemacht. An der Tür zum Umgang stieh i ch aus van derLubbe, der offenbar von links nach rechts laufen wollte. Als er mich entdeckte, stuhteer erschreckt und trat einen Schritt zurück. Ich tief „Hande hoch!", und dieser Aufforderung kam van derLubbe sofort nach. Ich ging an ihn heran, fühlte ihm die Hosentaschen nach, fand aber nur ein gewöhnliches Taschenmesser und ein Portemonnaie. Außerdem nahm ich ihm aus der Gesähkasche seinen Pah. Er leistete gar keinen widerstand. (Er hatte nur eine Hose und Schuhe an, weiter nichts, auch kein Hemd. (Er war schweihüberströmt und vollkommen nah. Die haare hingen ihm ganz wirr ins Gesicht. — Vorsitzender: (Er soll eine gewisse befriedigte Miene gezeigt haben, als wenn er sich freute, dah ihm die Brandstiftung gelungen sei. — Zeuge: Das kann ich niu,i sagen. Als ich ihn mit dem Polizeigriff abführte und zur Vrandenburger-TorWache brachte, zeigte er einen gleichgültigen Ausdruck. Angeklagter Torgler: Haben Sie beobachtet, bah Lateit bie Tür 3um Plenarsaal aufgemacht hat? IU Zeuge: Ich weiß nicht, wer bie Tür aufgemacht lch selbst habe es nicht getan. Die Tur war wett geöffnet. Angeklagter Torgler: Als Sie aus dem Settengang in ben Plenarsaal hineinschauten, haben Sie ba einen merkbaren Luftzug gespurt? Zeuge: Nein. Angeklagter Torgler: Haben Sie außer bem Paß irgenb etwas bei van ber Budde gefunben, was man als Mitgliebsduch ober Mitgliebskarte ansehen könnte? Zeuge: Nein, ich habe nur ben Paß gefunben. Ich habe aber nicht in bie Hosentaschen hineingegriffen, sondern habe sie nur abgetastet, ßanbgericbtsbireftor Parisius: Es kann also möglich sein, baß er in ber Hosentasche irgenb em zusammengefaltetes Flugblatt gehabt hat? Vor- sitzenber: Den Paß haben Sie nicht aufgemacht. Ist es ba nicht möglich, baß zwischen einer Seite noch ein Schriftstück gelegen hat? Der Zeuge nickt zustimmenb. Der nächste Zeuge, Nachtpförtner Wenbt, erklärt: Ich habe um 20 Uhr meinen Dienst angetreten. Nach etwa 20 Minuten mürbe mir vom kommunistischen F r a k t i 0 n s z i m m e r aus bc ft eilt, wenn ein Anruf für bie Fraktion kommt, möchte ich ben Slbgeorbneten Sorg- l e r benachrichtigen. Nach einiger Zeit kam auch ber Anruf. Der Abgeorbnete Torgler führte in meiner Anwesenheit ein Gespräch. Ich erinnere mich nur, baß er babei Jagte, man wolle sich auf ber entgegengesetzten Seite treffen. Torgler ging bann roieber nach oben, unb kurze Zeit kamen bie Abgeorbneten Torgler unb Koenen unb bie Sekretärin Frau Rehme herunter, um ben Reichstag zu verlassen. Sie gaben bie Schlüssel zu ihrem Fraktionszimmer ab, etwas Auffälliges habe er nicht bemerkt. Es komme oft vor, baß Abgeorbnete erst nach 20 Uhr bas Ge- bäube verlassen, auch wenn keine Sitzung ist. Ob ber Angeklagte Torgler eine Aktentasche bei sich gehabt habe, könne er nicht sagen. Zehn Minuten nach 21 Uhr fei er bann von einem Schupobeamten benachrichtigt worben, baß ber Reichstag brenne. Darauf habe er bas Portal abgeschlossen. Der Polizeibeamte habe ihm gesagt, baß bie Feuerwehr schon alarmiert sei. Gleich barauf fei biefe apch schon erschienen. Vorsitzenber: Das war also Schlag auf Schlag. Wieviel Minuten können ba wohl vergangen sein? Zeuge: Etwa zwei Minuten. Aus bie Frage bes Vorsitzenden, ob in biefer Zeit vielleicht ein Zivilist in bas Haus ober aus bem Haus geschlüpft sei, sagt ber Zeuge: Nein. Auf eine Frage, ob ber Abgeorbnete Torgler fluchtartig ben Reichstag verlassen habe, antwortet biefer: baß er genau wi e f 0 n ft ben Reichstag verlassen habe. Auf weitere Fragen Dr. Sacks gibt ber Zeuge an, baß er ba« mals ben Nationalsozialisten nahegestanben habe, baß er aber nicht zur Partei gehöre, wie er benn auch früher niemals parteipolitisch organisiert gewesen sei. Dec hausinspeklor bes Reichstages, Obervec- waltungsfekretär S c r a n 0 w i h , schildert ausführlich feine Eindrücke beim Betreten des Gebäudes, nachdem er zu Haufe erfahren hatte, daß der Reichstag brenne. (Er habe die Tür zum Plenarsaal aufgerisfen und in diesem kurzen Rloment gesehen, dah d i e d r e i P 0 r t i e r e n hinter dem P r ä f i d e n t e n p t a h hell brannten. Die Holzverkleidung selbst hatte noch nicht Jeuer gefangen. Rechts und links von dem Stenographenplatz brannten die Portieren ebenfalls lichterloh. Zur Rechten und Linken in den ersten drei Reihen der Abgeordnetensitze brannten etwa 2 0 bis 25 kleine Feuer von etwa 25 Zentimeter Breite, sie waren alle ungefähr gleichmähig geformt und unter sich abgetrennt. Auch auf dem Platz des Präsidenten und auf dem Tisch des Hauses flackerten ruhige Flammen. Als kurze Zeit darauf die Feuerwehr gekommen fei, da habe schon der ganze Saal gebrannt. In einem Klubsessel habe eine brennende Fackel gesteckt, die er ftiit dem Fuß weggesiohen habe. Ungefähr unter dem Kronleuchter habe er van derLubbe getroffen, der gerade von einem Wachtmeister festgenommen worden sei. Auf seine Frage, warum er das getan habe, habe dieser nur gesagt: Protest! Protest! Oberreichsanwalt: Sie sollen geäußert haben, baß unten noch weitere Täter seien. Haben Sie etwas gesehen? Zeuge: Ich habe gesagt, bas könne doch nicht einer getan haben, bas müßten minbeftens sechs bis acht gewesen ein, bas war aber nur eine Vermutung. Ge- ehen habe ich nichts. Der Zeuge wirb bann geragt, ob er vorzeitig Beamte an bem Tag entlassen habe. In ber Presse habe ge- ftanben, baß bies in außergewöhnlicher Weise geschehen sei unb bah bie Beamten sogar bagegen protestiert haben. Zeuge: Dazu habe ich gar feine Befugnis. Ich habe auch nicht gehört, baß irgenb jemanb anberes Angestellte ober Arbeiter an jenem Tage beurlaubt hat. Rechtsanwalt Dr. Sack stellt bann noch eine Ergänzungsfrage an ben Polizeileutnant Lateit. Es werbe behauptet, Lateit hätte bie brei Polizeibeamten, mit benen er zuerst in ben Reichstag kam, befonbers zusammengestellt. Der Zeuge verneint bas unb betont, baß es sich um Beamte hanbelte, bie gerabe am nächsten ftanben. Dr. Sack: Also nicht brei Tage vorher oerabrebet? Der Zeuge lacht unb verneint. Die Verhanblung wirb bann auf Samstag vertagt. Aufgaben mit bem Ruf: „Nichts für uns, aber alles für Deutfchlanb!" Es lebe ber Füh- ter! Frvntheil! Heil Hitler! gez. Keßler, Hauptmann a. D., Lanbesführer. Wettere 18 Millionen für die Arbeitsbeschaffung bewilligt. Berlin, 13. Okt. (TU.) In biefer Woche finb, wie vom Reichsarbeitsministerium mitgeteilt wirb, von ber Deutschen Gesellschaft für öffentliche Ar- b-iten AG. (Oeffa) im Arbeitsbeschaffungsprogramm vom 1.Juni 1933 weitere Darlehen im betrage oon runb 18 Millionen Reichsmark bewilligt worben. Davon erhielten die „Königsberger Hafengesellschaft" 460000 RM., für Erneuerung ber Uferbefestigung am Pregel unb bie frie unb Hansestabt Bremen 500 000 RM. für Modernisierung ber Hafenanlage. Der Elb - strombauverwaltung würbe für Herstellung Des Saaledurchstichs bei Gnölbzig.Trebnitz unb bei Rumpin ein Betrag von über 600 000 RM. zur Verfügung gestellt. Für Bauten an ber Donnersberger Brücke mürbe ber Stabt München ein Darlehen von runb 2,1 Millionen RM. bewilligt. Weiterhin erhielten bie Stabt Essen für Kanalisationsarbeiten 480 000 RM. unb die Stabt Wuppertal für Erneuerung unb Ausbau von Derforgungsbetrieben 500 000 RM. für Jnstanb- fetzungs-, Ergänzungs- unb Umbauarbeiten an öffentlichen Gebäuden. Dem Lande Württemberg wurde ein Darlehen von runb 900000 RM. gewährt. Daneben wurden für eine Reihe kleinerer Maßnahmen in notleidenden Gebieten namhafte Beträge zur Verfügung gestellt. Oie Reicbsvost als Funkheffer. Fast 150000 Rundfunkstörungen beseitigt. Berlin, 13. Okt. (VdZ.) Die Deutsche Reichspost hat jetzt ihre erste Bilanz in ihrer noch jungen Eigenschaft als Funkhelfer aufgestellt. Die Bilanz umfaßt die ersten neun Monate ber Funk- hilsetätigkeit ber Reichspost. In biefer Zeit hat bie Reickspost runb 148 000 Störungen bes Runbfunk- empsanges beseitigen können. Von ber Gesamtzahl ber erlebigten Störfälle kam ber größte Teil mit 26 0. H. auf Störungen, bie burch Kleinmotors unb elektrische Geräte in Gewerbe, Lanbwirtschaft unb Haushalt verursacht würben. Dabei handelt es sich um Motoren, Signalanlagen, Bügeleisen, Heizkissen, Staubsauger, zahnärztliche Maschinen, Näh- unb Zu- schneibemaschinen, Haarschneibemaschinen, Kühlschränke, Fahrstühle usw. Fast ebenso groß jeboch, nämlich 25 v. H. aller Fälle, war ber Anteil jener Störungen, bie auf Fehler in ber eigenen Anlage bes Beschwerbeführers zurückgeführt werben konnten, hervorgerufen burch schlechte Kontakte, lose Stecker, Drahtbrllche, alte Rohren, verbrauchte Anobenbcttterien, schabhafte Lautsprecher unb burch bie Art ber Antennenanlage. Mehr als verboppelt hatten sich bie Störungen, bie durch die eigenen Rundfunkanlagen entstanden, nicht zuletzt ein Zeichen dafür, baß viele Ge- rätemitbenJahren veraltet sind. Kleine politische Nachrichten. Gegen bie beutsche Gesandtschaft in Bukarest warfen Kommunisten in rote Tücher gewickelte Steine unb Flaschen, in denen sich eine rote Flüssigkeit befand. Zwei der Attentäter würben festgenommen. Der beutsche Geschäftsträger würbe im rumänischen Außenministerium vorstellig. Die Wiener Polizei hat den Kampfbunb für Deutsche Kultur mit sofortiger Wirksamkeit aufgelöst. Der Kampfbunb wollte Samstag unter Leitung des Generalmusikdirektors Reichwein ein Konzert veranstalten. * Die Deutsche Kali-Synbikats GmbH., Berlin, hat für bie Winterhilfe einen Betrag von 250 000 Mark gefpenb’t. * Der Herr Reichspräsibent hat feinen Aufenthalt auf Gut Reubeck beenbet unb ist wieder in ber Reichshaupistabt eingetroffen. * Bei einem Empfang ber höheren Beamtenschaft ber Provinz Bozen im Palazzo Venezia hat Mussolini erklärt, baß er im faschistischen Jahre 12, also in bem am 28. Oktober beginnenben Jahre, Stabt unb Provinz Bozen selbst besuchen werbe. In Berlin finb Vertreter ber polnifchen Regierung eingetroffen, um eine Derstänbigung mit Deutschland über bie beiberfeitige Roggenaus- fuhr burchzusühren. Die Verstänbigung soll bazu bienen, künftig gegenseitige Preisunterbietungen beim Absatz oon Roggen am Weltmarkt auszuschließen. Aus aller Wett. kriminalpolizeiral Schlotter, Lharloktenburg, verhaftet. Der bisherige Leiter ber Kriminalinspektion Char- fottenburg, ber 55 Jahre alte Kriminalpolizeirat Heinrich Schlotter würbe in seinen Diensträumen verhaftet unb mit sofortiger Wirkung feines Amtes enthoben Schlotter hat in ben Jahren 1920 bis 1924 bas Spielerbezernctt geleitet. Er wirb beschulbiat, in biefer Eigenschaft bestimmte Spielklubs begünstigt unb ihre Inhaber unb bie bort verkehrenben Gäste vor devorstehen- ben Polizeiaktionen gewarnt zu haben. Schlotter unb feine Freunbe, bie sich ben wohlklingen Namen „ßa Taragona" zugelegt hatten, haben von ben Klubs Gelbzuwenbunaen bekommen, ebenso auch bie berüchtigte Frau Daisy Grzesinski unb ber Bruber bes ehemaligen Polizeivizepräsibenten Kon- rab Weiß. Jleue Führung im Reichskuratorium für Technik in der Landwirtschaft. 3n einer außerordentlichen Mitgliederversammlung bes Reichskuratori ums für Technik in ber ßanbwirtschaft würbe bie Aenberung ber Satzungen im Sinne bes Führerprinzips beschlossen. Der erste Vorstanb auf ©runb ber neuen Satzung wirb vom Reichsernährungsminister eingesetzt, um sich künftig mit Zustimmung bes Ministers selbst zu ergänzen. Die Führung bes neuen Vorstanbes wirb bem Vernehmen nach ber bisherige mecklenburgische Ministerpräsibent Gran- zow übernehmen. Schwere Bluttat in Innsbruck. — Zwei Tote, ein Schwerverletzter. Eine schwere Bluttat ereignete sich in Innsbruck. Der 35jährige Rechtsanwalt Dr. Walter ß e 0 n a r b i gab auf feine beiben Gläubiger, ben Rechtsanwalt Dr. Karl Nieberwiefer unb Frauenarzt Dr. Felix Kröll Schüsse ab. Dr. Kröll würbe am Oberschenkel schwer verletzt. Dr. Nicderwieser erhielt mehrere Schüsse in ben Unterleib unb ft a r b auf bem Transport ins Krankenhaus. Nach der Tat flüchtete Dr. Leonardi unb verübte in bem Dorf Patsch noch einen Revol- veranschlag auf ben Innsbrucker Kaufmann Reb - lich, dem er gleichfalls Geld schuldete. Der Schuß ging fehl. Der Täter kehrte später nach Innsbruck zurück unb erschoß s i ch auf einem Friedhof. Der Grund zur Tat ist in finanziellen Schwierigkeiten Dr. ßeonarbis zu suchen, der kurz zuvor eine Zusammenkunft mit seinen Gläubigern hatte. Diese lehnten seine Vorschläge jedoch ab. Außerdem rosten sie nicht dazu zu bewegen, oon einer Straf- anzeige gegen Dr. ßeonarbi Abstand zu nehmen. Ehrung des Reichskanzlers durch die Akademie der bildenden Künste in München. Die Akademie ber bildenden Künste in München hat ihre Ehrenmedaille erstmalig, unb zwar in goldener Ausführung, bem Reichskanzler Adolf Hitler verliehen. Nachdem der Führer, wie der „Völkische Beobachter" meldet, sich bereit erklärt hat, diese Ehrung entgegenzunehmen, findet die lieber- reichung ber Mebaille aus Anlaß bes Tages der Deutschen Kunst statt. Die Verleihungsurkunbe hat folgenden Wortlaut: „Dem Führer des deutschen Volkes, bem Kanzler bes Reiches Adolf Hitler, ber ben nationalen Gebauten als Brennpunkt bes geistigen Bebens und Richtschnur ber Künste in sein altes Recht einsetzte unb in weitschauenden Plänen ber Kunst ihre eigene Aufgabe, Sprache bes Volkes zu [ein, erneut zuweist, verleiht bie Medaille für Verdienste um die Kunst bie Akademie ber bilbenben Künste in München." — Die Mebaille ist ein Werk bes Akabemieprosefsors Hermann Hahn. Amerikanische „Teufelsinsel" für Schwerverbrecher. Die amerikanische Regierung hat beschlossen, nach französischem Muster eine „Xeufelsinfel" für Schwerverbrecher bereitzustellen, wo 600 ber gefährlichsten Banbiten untergebracht werden sollen. Die amerikanische Teufelsinsel Alcatras Island befindet sich in der Bucht von San Francisco. Sie ist von außerordentlich gefährlichen Strubeln umgeben, so baß jegliche Fluchtversuche ber Verbrecher hoffnungslos finb. Vsettervsransfage. Ein Hochdruckkern mit Barometerständen von über 770 mm Luftdruck lagert über Deutschland unb be- stimmt bie Wetterlage. In seinem Bereich kommt es zur Bildung verbreiteter Frühnebel, bie aber infolge der abfintenben ßuftberoegung tagsüber aufgelöst werben. Die Temperaturen erfahren babei zwischen Tag unb Nacht stärkere Gegensätze unb kommen nachts in Gefrierpunktnähe, in srastgefährbeten ßagen sogar etwas darunter zu liegen. Späterhin bürsten aber Ranbstörungen bes nördlichen Tiefs unter Zufuhr ozeanischer Luft sich vorübergehend bemerkbar machen. Aussichten für Sonntag: Nach kalter Nacht und Frühnebel tagsüber aufheiternd unb trocken. Aussichten f ü r Montag: Weiterhin Frühnebel tagsüber teils wolkig, teil beiter, noch trocken. Lufttemperaturen am 13. Oktober: mittags 13,1 Grab Celsius, abenbs 6,1 Grad: am 14. Oktober: morgens 1,6 Grad. Maximum 16,3 Grad, Minimum 1,3 Grab. — GrStemperaturen in 10 cm liefe am 13. Oktober: abends 10,4 Grad; am 14. Oktober: morgens 7,8 Grab Celsius. — Niederschlage 0,2 mm. — Sonnenscheinbauer 6% Stunden. ODO1W ERPROBT • BEWAHRT- SPARSAM 6379 D Gießen (Schulstraße 4), Oktober 1933. «»73 v mieten. 05974 Rodbeimer Str. ,50 3m städtisch. Haus Welkerstr. 41 ist ab Für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme, die uns beim Heimgänge unseres lieben unvergeßlichen Entschlafenen Herrn Karl Stroh zuteil wurden, sprechen wir hiermit unseren herzlichsten Dank aus. Katharine Stroh im Namen aller Hinterbliebenen. Donnerstag, den 12. Oktober, entschlief nach langem schweren Leiden unsere liebe, gute Mutter. Schwiegermutter u. Großmutter Frau Marie Kuppel Wwe. im Alter von 79 Jahren. 4-Zimmer-Woßng. mit fonwl. Bad, Balkon, 1. Stock, z. verrn. Näh. Haas, Schubcrfstr.211 osqts Mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Otto Echternacht staatl. preuß. Hegemeister 1. R. wurde heute nachmittag 2 Uhr im Alter von 66 Jahren von uns in die Ewigkeit abberulen. Im Namen der Hinterbliebenen: Auguste Echternacht, geb. Sünner Krofdorf, den 13. Oktober 1933. Die Beerdigung findet Montag, den 16 Oktober, nachmittags */,3Uhr in Kroldort vom Trauerhaus aus statt. Beileidsbesuche dankend verbeten. Zm NU res MlNls Nach langjähriger Tätigkeit beim städtischen Elektrizitätswerk stelle ich meine Erfahrungen nunmehr der Allgemein- heit zur Verfügung. Elektrische Anlagen aller Art werden sachkundig ausgeführt, insbesondere halte ich mich alsÄe, Im tiefem Schmerz: Emst Ruppel und Frau Else Binchen Ruppel und Enkelkinder Gießen (Frankfurter Str. 175), Rodhelm a. d B., 14. Oktober 1933. Die Einäscherung findet in aller Stille statt 6347 D Meine Villa 5 Räume, Bad, gr. Cbft* u. Gemtiseg., ganz herrl. Lane, direkt a. Walde, fof. od. spät. bill. z. vm. Zu erfr. i. d. Ge- ffböf tsft.b.03.91.0344P Schöne 5-Zmrtohmg Der 1. 11. 1933 zu vermieten. oeoos Asterweg 47 p Sonnige 4 Zim.-WobnuDg mit Badezimmer, evtl, mit Lager und Stallung zu Verräter für Haus- und Küchengeräte empfohlen. Zeder Auf- trag, ob groß oder klein, wird gut und preiswert erledigt. Gießen, Grünberger-Straße 52, Feinsprecher 2383. 1. 11,. 1933 eine Wohnung beit. aus 4 Zimm., Küche m. Sveisek., Balk., Diele, Bad, Borvl., 2 Dachk. u. 6359 D Oeffentliche Versteigerung. Kunhemütter Oipl.Zng. Freitag, den 20. Cftobcr 1933, nachtn. 17.30 (5.30) Uhr, auf meinem Büro, Horst-Wessel-Wall 9er. 6, versteigere ich im Auftrage der Eigentümer die nachstehend bezeichneten Grundstücke: Grundbuch für Gießen Blatt 1295 Mur: II 9h. 118 Wiese auf dem Sand in der Schwarzlach, 2012 qm XXII ,, 85 Acker über dem Rodt auf die Rodtgärten, 781 qm XXII „ 86*/n Acker daselbst, 3003 qm XXII „ 3 Acker am Galgernvea, 1865 qm XXII „ 14 Acker zwischen der Marburger und der Kasseler Straße, 2312 qm XXH „ 18sAo Acker aus der Warte auf dem Wartweg, 1443 qm XXII „ 93 Acker aus dem Rodt auf die Rodtgärten, 4700 qm XXII n 140 Acker I Sandgrube) in der Lechenau, 6347 qm XXVII „ 1128/io Acker auf dem Wartweg, 2334 qm XXXIII „ 14V|0 Grabland am Läufcriorödcr Weg, 979 qm (Grundbuch für Gießen Blatt 3962 Ohne X 9h. 121 Acker am Hasenkovvelsweg am halben Zehnten, 5976 qm Grundbuch für Giesren Blatt 3431 Ölur XXXIII 9h. 12* Ao Acker am Läusertsröder Weg, 1509 qm 6S57D OlrundbuchSauöztig und nähere Bedingungen sind aus meinem Büro einzuschen. Schneider, Hessischer Notar. Bekanntmachung. Dienetag. den 17. Oktober 1933. findet in Gießen Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt. Auftricbszeit von *;8 bis 549 Uhr vormittags. Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft Der nächste Schweinemarkt findet Mittwoch. den 1. November 1933, statt. Gießen, den 14. Oktober 1933. (6327D Bürgermeisterei Gießen. I. V-: Dr. Scib Habe mit meinem Klavier - Unterricht wieder begonnen! M7,d Martha Wagner Hofmannstr. 4 p. — »tt,t. des Betchsverb. deoticber Toskünstler and Mnsixiehret Neuanmeldungen jeden, möglich Jetzt Horst-Wessel-Wall 1 (Westanlage 1) Ecke Frankfurter Straße Dr. med. Storck Facharzt für Haut- und Harnleiden HMl | Vermietungen | Herrschaft!, geraum. 7-Mm.-Mn. mit Bad, Balkon, Etagenheizung. frankfurter Str.34, lutn 1 Dft. evtl, früher zu vertu. miD MIlA. Becker. Keplertir.9. Schöne geräumige Z-Zimm.-Wohng. 1. Etage, Bad, gr. Veranda, m. Gart, u. all. Zubehör, m ruhigst. Lage, Südviertel, zu vermiet. 2. 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Aus Grund der 1 unb 2 der Verordnung zur Preisüberwachung vom 8 Juli 1933 (Darmstädter Zeitung vom 10. 3uli 1933) bestimme ich hiermit: 8 1. m Preiserhöhungen für Fleisch- und Wurst- waren dürfen nur oorgenommen werden, nachdem sie durch die Preisüberwachungstelle zuvor genehmigt worden find. Die Genehmigungspjlicht gilt vorerst so lange, bis eine einheitliche Regelung über bie Höhe der Fleisch- und Wurstpreise durch die Preisüberwachungsstelle ergangen ist. Die Bestimmung des Absatz 1 gilt nicht bei solchen Wurstwaren, die als Feinkostware zu betrachten sind. 8 2. Preiserhöhungen, die bei Fleisch- unb Wurstwaren seit dem 1. September 1933 oorgenommen worben finb, bebürfen ber nachträglichen Genehmigund durch bie Preisüderwachungsstelle. Die Genehmigung ist innerhalb einer Woche nachzuholen. Dies gilt nicht für Wurstwaren, Die nach § 1, Abs. 2, als Feinkostware zu gelten haben. AmtSvettündigungen aus den oberhesflscheu Kreisen. Kreis Gießen Das Kreisamt Gießen macht auf bie nachstehende Verordnung, betr. bie Fleisch- und Wurstoreisc vom 6. Oktober 1933, aufmerksam. Preiserhöhungen, die seit dem 1. September 1933 ftattgefunben haben, ind dem Kreisamt umgehend, spätestens innerhalb 8 Tagen, zu berichten. Fehlanzeige ist erforderlich. Seiest U. 6 Schriftl. Ana. unt.löerlci Oü'Jbü ü. b. GH. 3U. * Das Kreisschulamt mußte in letzter Zeit wieberholt feststellen, daß entgegen ben Bestimmungen des Artikels 17 des Volkschulgesetzes in Gießen beschäftigte Fort- bildungsschulpflichtige aus den Kreis- gemeinden die Fortbildungsschule ihrer Heimatgemeinde besuchen. Das Kreisschulamt weist auf die Vertilgung des Kultusministeriums vom 24.September 1929, Nr. KM II 6535, hin und empfiehlt den Schulvorständen der Land- lemeinden des Kreises Gießen die in Frage kommenden Fortbikdungsschulpflich- tigen ausnahmslos ber Berufsschule zu Gießen zu überweisen. 6368C Es,besteht ferner Veranlassung, bie Verfügung bes Kultusministeriums 00m 27. Dezember 1929, Nr. II 10211, in Erinnerung zu bringen. Hiernach müssen fortbildungsschulpflichtige Mädchen aus Gemeinden, die den 3. Jahrgang ber Mädchenfortbildungsschule nicht eingerichtet haben, die Fortbildungsschule auch im 3. Jahre besuchen, wenn sie nach Orten mit dreijährigem Schulbesuch übersiedeln ober bort Beschäftigung finden. (Verfügung 00m 24. Januar 1927, Nr. LB. 37846/26, betr. Bescheinigung über erfüllte Schulpflicht.) Den in Frage kommenden Schulvorstän- den wird empfohlen, umgehend durch Befragen ber an Ostern 1923 nach zweijährigem Schulbesuch entlassenen Mäbchen festzustellen, ob eine Ucberroeifung in eine Berufsschule vorzunehmen ist. Gegen Schuloorstandsvarsitzende, bie die ihnen hiernach obliegenden Pslichten vernachlässigen, wirb das Kreisschulamt mit Ordnungsstrafen einschreiten. 8 3. Die durch § 3. Abs. 1, ber Ausführung«- oerorbnung 00m 18. Juli 1933 ausgesprochene Aussetzung ber Anwendung des 8 2 der Verordnung zur Preisüberwachung vom 8. Juli 1933 gilt hiermit für Fleischund Wurstwaren nach § 1 dieser Verordnung als aufgehoben. 8 4. Wer vorsätzlich oder fah^ässig gegen die Vorschriften der §§ 1 und 2 dieser Der- Ordnung verstößt, macht sich strafbar nach §6 der Verordnung zur Preisüberwachung vom 8. Juli 1933. § 5. Diese Verordnung tritt mit dem Tage ber Veröffentlichung in ber Darmstäbter Zeitung in Kraft. Darmstabt, ben 6. Oktober 1933. Der Hessische Staatsminister. Gez.: Jung. 1000 qm Ackerland an der Hardt zu verkaufen. Schriftl. Ang. unt. 06009 an d. G. A. Gutgehendes Jtino Nahe Gießens billig auf 6-8 Jabre bei hoben Zinsen unb vuvotb. Sicherung nef. Sckr. Ana. unt. 06013 a. d. Gh. Az. Jfcir at Ig. Mann, 30 I., ev. (Hotelfach), nng.