gelassene und mit Vergnügen aufgenommene Schlager vom Schoße der Familie, vom Opapa und vom Paddelboot, vom Frühling und vom Küssen mit schwungvollen Rhythmen in Musik gesetzt hat. Die Aufführung unter Hubs Regie war mit einer Laune inszeniert, die jeder Silvester- oder Faschings-Vorstellung zur Ehre gereicht hätte. Am Dirigentenpult wirkte Franz Kerzisnik, der Kollos Partitur straff und sauber akzentuiert zur Geltung brachte. Dazu eine lustige Dekoration von Löffler, der sich insbesondere einen mit den Emblemen des Stückes geschmückten Zwischenakt- oorhang gleichsam als Plakat für die kommenden Ereignisse ausgedacht hatte, während Herr Keim mit wirkungsvollen Beleuchtungseffekten zum Erfolge beitrug. Auch das Ensemble war in großer Fahrt und ließ sich keine Pointe der mit verblüffenden Zwischenfällen gewürzten Handlung entgehen. Allen voran Heinz-Albrecht Marcks, der Rechtsanwalt als Spreewälder Amme. (Das Gegenteil einer Hosenrolle sozusagen.) Herr Marcks fand sich nut schlagfertigem Humor in das ungewohnte Kostüm und in die abenteuerlichsten Situationen. An den dialektischen Höhepunkten seiner Verzweiflung brachte er unwiderstehlich komische Effekte zustande. Herr Hub und Frau Schubert-Jüngling erschienen mit drastischen Sprüchen als Opa und Oma aus der Provinz und feierten ein erhebendes Fest „im Schoße der Familie". Das Elternpaar, Fräulein Flemming und Herr Wrede, erfreute mit einer ehelichen Szene gleich zu Beginn der Feierlichkeiten. In der Partie der unternehmungslustigen und oeränderungssüchtigen Adele zeigte sich Fräulein Erna Renz, die bereits im „Schwarzwaldmädel" das Bärbels und in „Wo die Lerche singt" die Margit gegeben hatte, als eine muntere Soubrettenbegabung: mit dem ungeschickten goldbebrillten Liebhaber, Herrn Fierment, sang sie das durch sportliche Effekte belebte Duett vom Alexander. Fräulein Perry spielte mit unbeschwertem Temperament die Rolle der heiratsfähigen Margot: Fräulein Tippmann als Agathe und Herr Kühne als Herr von Hahn fügten sich mit hübschen Episoden dem heiteren Reigen ein. Das Haus war gut besetzt, unterhielt sich aufs Beste und spendete angeregt Beifall. hth. „Gchönheitssalon" der Tiere. Wohl sorgen manche Tiere auch in der Freiheit eifrig für die Pflege ihres Körpers und die Schönheit ihres Aussehens, aber bei den Insassen der Zoos muß das in der Regel von dem Personal besorgt werden. So gibt es in jedem Zoologischen Garten eine Art Schönheitssalon, dessen Arbeiten mit dem Waschen und Säubern der Tiere am Morgen beginnen. Allerlei Einzelheiten von den dabei vorzunehmenden Arbeiten erzählt aus über 40jäh- riger Erfahrung der Oberwärter des Londoner Zoos, George Blore, in einer englischen Zeitschrift. Die meisten Vögel putzen sich selbst am Morgen; sie legen auch in der Mauser ihr Kleid ab und dasselbe tun viele Schlangen mit ihrer Haut. Doch diese selbständigen Herrschaften sind in der Minderzahl. Eine Hille bei der Morgentoilette wird in der Regel verlangt und gern angenommen. Der Riesentiger schnurrt wie ein vergnügtes Kätzchen, wenn sein gestreiftes Fell tüchtig gebürstet wird. Die Elefanten lassen sich bereitwillig auf ihre Knie nieder und schauen vergnügt zu, wenn die Wärter mit einer langgriffigen Bürste eine Schutzhaut von Oel gegen Wind und Kälte über ihre rissige Haut ziehen. Die Gorillas haben es auch gern, wenn sie mit einer Mischung aus Wasser und Petroleum abgerieben werden, um ihre Haut glänzend und bakterienfrei zu machen. Doch nicht immer ist die Schönheitspflege bei Tieren eine so sichere und angenehme Arbeit. Die Giraffen z. B. lassen sich trotz ihrer scheinbaren Gleichgültigkeit nur mit Widerwillen mit Wasser und Seife behandeln und es ist ein Glück, daß sie gewöhnlich schon an und für sich sauber und glatt aussehen. „Ein höchst unangenehmes Erlebnis", schreibt Blore, „hatte ich einmal mit einem Taschita, einem Jagdleoparden. Das feinneroige Tier, das schon an und für sich an diesem Morgen recht unruhig war, wurde durch den Lärm einiger benachbarter Affen so in Mut versetzt, daß es blitzschnell nach mir schnappte und meinen Arm bis auf den Knochen durchbiß. Der nähere Umgang mit Schlangen ist auch nicht stets ein reines Vergnügen, besonders wenn man bedenkt, daß Kobras ihr Gift bis zu einer Entfernung von 2 Metern weit spritzen. Don Zeit zu Zeit müssen die'Häute der Reptilien mit einem Tuch abgewischt werden, das vorher in eine desinfizierende Lösung getaucht ist, und wenn die Schlangen ihre Haut abwerfen, muß ihnen in der Gefangenschaft diese Arbeit dadurch erleichtert werden, daß man sie mit Olivenöl einschmiert. Das Baden mancher Insassen des Reptilienhauses erfolgt in der Weise, daß man den Glaskasten oben öffnet, und, während der Bewohner noch nichts Böses ahnt, ihn mit einem Schlauch tüchtig bespritzt. Ich kann allen Ernstes versichern, daß Baumfrösche bei dieser Gelegenheit — fingen. Die Fußpflege macht manchmal Schwierigkeiten, so besonders bei Elefanten, deren Sohlen allmählich verdicken und brüchig werden; wenn in die Risse Fremdkörper eindringen, kann es leicht zu Geschwüren kommen. Drei Männer arbeiten zusammen, um Jumbos Füße in Ordnung zu halten. Zunächst wird der Fuß des Riesen aus einen Schemel gehoben, und während ein Mann das Bein festhält, sind die beiden andern mit Bürste, Feile und Messer tätig, um die Fußnägel zu beschneiden und herauszuziehen, was sich an der Sohle angesammelt hat. An jedem Fuß wird mindestens eine halbe Stunde eifrig gearbeitet. Nicht selten ist mit der Pediküre eine kleine Operation verbunden, denn Nägel, Münzen, Federmesser, ja sogar Teelöffel sind schon an den Soblen gefunden worden. Eine besonders 'schwierige Aufgabe harrt häufig des Zoo-Zahnarztes, da die Tiere, ebenso wie die Menschen bei Zahnschmerzen in unfreundlicher Stimmung sind. Es ist keine Kleinigkeit, auf einer hohen Stehleiter die Backzähne einer Giraffe zu untersuchen oder einem höchst ungebärdigen Flußpferd einen Zahn zu ziehen. Hochfcbulnacbrichten. Der Amtliche preußische Pressedienst teilt mit: Die Durchführung des Berufsbeamtengesetzes hat eine umfassende Umwandlung des Lehrkörpers an den preußischen Hochschulen zur Folge. Das preußische Kultusministerium wird in den nächsten Tagen laufend die Berufungen zum Win- tersemester veröffentlichen. Von den juristischen und nationalökonomischen Berufungen sind bereits folgende bekannt: Nach Frankfurt a. M.: Professor Böhmer, Halle (deutsches und römisches Recht); Privatdozent von Hippel, Frankfurt am Main; Privatdozent Forsthoff, Freiburg (Staatsrecht); Privatdozent Henkel, Frankfurt am Main (Strafrecht); Professor Skalweit, Kiel (Nationalökonomie). — Nach Marb u r g: Professor E n g i s ch , Gießen (Strafrecht); Professor G i e s e ck e, Berlin (Handelsrecht), Professor Herr, fehrdt Greifswald (Staatsrecht); Professor Wehrle, Karlsruhe (Nationalökonomie). ne. Sgs unb eri?renauf- 'es unb hl ®ie x nn der ein ooiL?- 5 H kden lej^Mer nblag es bl ber L M t.s-3* 1930 WEIH .WEIH. r^aofbau des ir das deutsche T'ült, d. h. es inben als er- en Nachkriegs» "ender @ebur- Aorkriegsjahr- ksten, während >e geringer an fbau glich also nen der Jahr- L-eute ist das Doll Letzt sich fort, dann ist utftien Volkes n tymmibtn •ibtnbtm Gelinder weiter ) in 70 (baute einer dwuchs wird tr sein als die deutsche Volk sen. Das Ziel Politik, wie sie ltkäftig tinge- uh ober sein: n einem kachle jn machen. lievattion. |7 M Somilnfl ieferbar kstraße12 ,Dr .WfL— ---- ÖOJD Mtz MMS SRjtHü MU , . Bildet ^täSch|u6ra W 011°^ hlerfel an dem neues Leben überall einsetzen wird. — Die Tage werden kürzer. Ueberall mischt sich in ter. Rauch der Kartosselfeuerchen der feuchte Herbstnebel. Mit langen Schleiern bedeckt er Wald und Feld, und schnell kommt der Abend. Wie es da noch auf den Straßen lebendig ist! Da kommen die letzten Wagen mit den Rüben und dem Gemüse, Säemaschinen rattern daher, und dort hält mitten aus der Straße die Dreschmaschine. Auch sie hat jetzt ihre Arbeit getan. Sie fährt weiter in das Nachbardorf. Nirgends ist Ruhe, überall gibt es noch zu richten und zll ordnen. Schwere Wagen, hochbeladen mit Kartoffelfäcken, fahren zu den Bahnhöfen. Polternd füllen die dicken Knollen die Eisenbahnwagen. Sie Von der Presse-Abteilung des Oberbannes IV (Oberhessen) der Hitler-Jugend geht uns folgender Aufruf zu: „Ist es nicht Wahnsinn, einen Teil eines Körpers abzuschnüren und ihn in dieser Abschnürung jahrelang sich selbst zu überlassen? Noch mehr, zu versuchen, ihn einem artfremden Körper anzugliedern? Ist es nicht Wahnsinn. rein deutsches Land dem Volkskörper auf fünfzehn Jahre zu entreißen, noch mehr, mit allen Mitteln zu versuchen, es einem fremden Volkskörper einzuverleiben? Nie und nimmer wird es Frankreich gelingen, sich das Saargebiet anzueignen, das ein Gewaltpakt ihm zur Verwaltung gab, damit es seine Kohlengier befriedige und Deutschlands Le- bensinteresse untergrübe. Nie und nimmer wird es ihm gelingen, wenn es auch lockt und droht. Das Saarland war und ist und bleibt deutsch, was die Abstimmung 1935 schlagend beweisen wird, trotz des heimlichen und offenen Kampfes der Franzosen. Doch wie man das Blut des lange Zeit abge- schnürten Gliedes erst mit dem des Körpers in Be- rührung bringen, es von ihm durchdringen lassen muß, um diesen Teil des Körpers wieder lebens- und funktionsfähig zu machen, genau so notwendig ist es, das Blut, d. h. die Jugend des abgetrennten Volksteils in lebendigen Kontakt mit der Jugend des Mutterlandes zu bringen. Nur so ist die Gewähr gegeben, das Grenzland für Deutschland gesund zu erhalten. Es müssen Opfer gebracht werden. Die Hitlerjugend bringt dieses Opfer. Seit Jahren arbeiten die Franzosen daran, in Verfolg des Satzes: „Wer die Jugend hat, hat die Zukunft", im Saargebiet der deutschen Jugend ranzösischen Geist einzuimpfen. Sie haben der deutschen Schule Kampf angesagt, versuchen mit Gewalt, )en Kindern ihre Muttersprache zu nehmen, indem ie die Bergleute zwingen, ihre Kinder in französische Schulen zu schicken, andernfalls sie selbst brotlos würden. Allerlei Vergünstigungen — lange Ferien, Straffreiheit der Schulversäumnisse, Schulprämien und Geschenke — dienen als Lockmittel, die französischen Schulen den deutschen vorzuziehen. Besonders der deutschen Familie gilt der Kamps, und den gesunden Familiensinn sucht man durch alle möglichen Schikanen zu vergiften. Dagegen helfen nicht Worte, dagegen Helsen nur Taten. Die Hitlerjugend schreitet zur Tat. Tausend Saarkinder werden noch im November in Oberhessen von der Hitlerjugend untergebracht, um hier in innige Verbindung mit der deutschen Jugend zu treten und um deutschem Denken und Fühlen wieder nahezukommen, zum Heil des Saarlandes, zum Heile Deutschlands. Das ist wahre nationale und soziale Tat. Kein Volksgenosse darf abseits stehen, wenn die Hitlerjugend aufruft, sie in diesem Werk zu unterstützen. Deutscher Volksgenosse zeige hier, ob du durchdrungen bist von nationalsozialistischem Geist und es auch wagst, diesen Nationalsozialismus im Sinne unseres Führers und zum Besten unsres Volkes in die Tat umzusetzen. Hitlerjugend OberhessensansWerk! E. R. Eine große Anzahl Mitbürger und Sangesfreunve brachten ihre Glückwünsche gleichfalls dar. Georg Todt wurde am 12. Oktober 1853 zu Gießen geboren, besuchte die hiesige Fortbildungsschule und erlernte das Schuhmacherhandwerk. Im Frühjahr 1871 ging er auf die Wanderschaft, die durch kurz Tätigkeit in Wiesbaden, Karlsruhe, Straßburg, Konstanz und Zürich unterbrochen wurde. Als lebenslustiger und sangesfreudiger junger Mensch ließ er es sich nicht nehmen, schon damals den Gesangsabteilungen der Arbeiterbildungs- vereine in Zürich und Konstanz anzugehören. Die Militärpflicht führte ihn 1873 wieder nach Gießen zurück, wo er in das 2. Hess. Infanterie-Regiment eintrat. Noch im bunten Rock ließ er sich 1874 als aktives Mitglied in den Bauerschen Gesangverein aufnehmen, dem er bis heute als aktiver Sänger angehört. Im Jahre 1893 wurde er in den Vorstand gewählt und war zunächst Bibliothekar, bis er 1901 zweiter Vorsitzender wurde. Im Jahre 1908 übertrug man ihm das Amt des 1. Vorsitzenden, das er umsichtig unb mit viel Geschick verwaltete. Anläßlich der 60jährigen Vereinsgründungsfeier 1924 wurde er in Anerkennung feiner 50jährigen Zuge- Hörigkeit zur aktiven Sängerschar zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Gleichzeitig wurde dabei der Grundstock der „Georg-Todt-Stiftung" gelegt, aus deren Zinsen in Not geratene aktive Sänger Unterstützungen erhalten. Nach 55jähriger aktiver Zugehörigkeit wurde er, der im vorhergehenden Jahr keine Singstunde versäumt hatte, mit der goldenen Sängernadel ausgezeichnet. Der Jubilar ist infolge feiner langjährigen Sängertätigkeit auch in befreundeten Sängerkreifen eine bekannte und geschätzte Persönlichkeit. So wurde er in den letzten Jahren von dem Gesangverein „Liedertafel" Marburg und dem „Harmonischen Kränzchen" Schlitz zum Ehrenmitglied ernannt und es wurden ihm alle ootn Deutschen Sängerbund zu vergebenden Ehrungen zuteil. Trotz aller dieser verdienten Anerkennungen ist Georg Todt ein einfacher, schlichter Mensch mit gutem Gemüt und warmen Herzen für die edle Sängerfache geblieben. Ein deutscher Sänger von echtem Schrot und Korn, der allen zum Vorbild dienen sollte. Am Sonntag, 15. Oktober, wird der Bauersche Gesangverein im oberen Saale des Gewerkschaftshauses einen Familienabend abhalten, an dem nochmals des greifen Jubilars gedacht werden soll. Polizeibericht. Die Kriminalpolizei st eile Gießen teilt mit: Durch die Aufmerksamkeit des Personals eines hiesigen Warenhauses gelang es gestern nachmittag, vier „Langfinger" dingfest zu machen. Es handelt sich hierbei um die Gebrüder Hermann und Otto Groß, den Landwirt Albert Pfeifer und den Maurer Adolf Jakob, sämtlich aus Erd a. Sie waren durch ihr verdächtiges Benehmen aufgefallen, auch war beobachtet worden, daß sie allerlei Dinge in die Tasche verschwinden ließen. Von der herbeigerufenen Polizei konnten sie festgenommen werden. Ihre Beute, bestehend aus Tabak, Seife, Rasierklingen, Geldbörsen, Schuhsohlen, Hausschuhen, Brieftaschen usw., wurde ihnen abgenommen und dem Geschädigten zurückgegeben. Es stellte sich hierbei heraus, daß die Diebe in einem anderen hiesigen Warenhaus die gleichen Diebstähle ausgeführt hatten. Die Täter sind geständig. Gestern gegen 11 Uhr ereignete sich an der Straßengabelung Marburger Straße-Wiesecker Weg ein Verkehrsunfall. Der Handlungsgehilfe Ernst Braun aus Wiefeck fuhr mit feinem Kleinkraftrad in Richtung Gießen. An der Strahengabelung stieß er mit dem Personenkraftwagen des Kaufmanns Friedrich Scholl aus Hermannstein zu- fammen. Braun, der hierbei einen Bruch des linken Unterschenkels erlitt, wurde von der Freiwilligen Sanitätskolonne in die Chirurgische Klinik verbracht. Scholl wurde nur leicht verletzt. Das Motorrad des Braun wurde fast völlig demoliert, während der Wagen des Scholl fast unbeschädigt blieb. Die polizeiliche Untersuchung über die Schuldfrage ist noch im Gange. Bei der hiesigen Kriminalpolizeistelle ist eine Autostecklampe sichergestellt, deren Eigentümer nicht (Siebener Siadttheater. Hatton und Kollo: „Die Männer sind mal so .. Na, wie sind sie denn, die Männer? Hal ton, ier Verfasser des Textbuches, hat es schon im Titel »erstanden, eine knisternde Spannung zu erzeugen, unb er hat sich denn auch im Lause der drei Akte rid)t gescheut, gehörig auszupacken. So sind sie — unb einige Exemplare biefer Gattung sinb schon bei früheren Gelegenheiten gebührend bloßgestellt worden —: jener rüstige und unternehmungsfreu- iige Großvater aus der Provinz zum Beispiel, mit einer kleinen Schwäche für Steinhäger und Kognak; er kommt zur Taufe feines Enkelkindes in die Reichshauptstadt und beschließt die selten gebotene Gelegenheit energisch auszunutzen. Oder jener schüchterne und weltfremde Mediziner, dem die Beschäftigung mit der Psychoanalyse, mit den Hormonen und den Vitaminen leider wenig Talent zum Umgang mit heiratsfähigen jungen Damen verliehen hat, der sich dementsprechend benimmt, aber trotzdem mit verblüffender Plötzlichkeit »om Frühling und von der Liebe zu fingen anfangt * Aber diese beiden sind noch nichts gegen den jungen Rechtsanwalt, welcher unter furchtbarem Getose den Schauplatz in Unterhosen betritt, weil ihm schon am frühen Morgen beim Rasieren Schreckliches widerfahren ist: ein Tobsüchtiger drang mit gefährlichen Drohungen in seine stille Junggesellenklause, so daß der verstörten und mangelhaft bekleideten Juristen nur eine eilige Flucht in eine gänzlich fremde Wohnung das Leben retten kannte. Hier kommt er wider Erwarten wie gerufen; hier fehlt nämlich zur Kindtaufe nur eine Spreewälder Amme, weil man sich kurz zuvor durch die übereilte Kündigung einer frech gewordenen Hausangestellten in die peinlichste Verlegenheit gebracht hat. Also wird der fassungslose Anwalt in die zurückgelassene Spreewälder Tracht gesteckt und ihm ein Kinderwagen, eine Milchflasche und der Säugling Gustävchen zur Wartung überantwortet. So sind, in großen Zügen, die Männer in dieser Lustspiel-Operette, ober sagen wir lieber: Schwank mit G-sang und Tanz, in drei Akten von Hal- ton, Musik von Walter Kollo, der einige aus- zu ermitteln gewesen ist. Die Lampe wurde etwa Mitte Juli aus einem Personenkraftwagen, der vermutlich in der Kaplansgasse stand, von einem 7 Jahre alten Jungen entwendet. Eigentumsbereck- tlgte werden gebeten, ihre Ansprüche bei der hiesi- gen Kriminalpolizeistelle. Zimmer 67, geltend zu machen. Der wegen Erpressung vom Amtsanwalt in Reinheim zur Festnahme ausgeschriebene Johann Emst Reifschneider aus Wolfenborn wurde in unserer Stadt festgenommen und dem Amtsgericht Gießen zugeführt. Taten für Sonntag, la.Cttober. 70 v. Ehr.: der römische Dichter Publius D. Maro Virgilius in Andes bei Mantua geboren; — 1804: der Maler Wilhelm von Kaulbach in Arolsen geboren; — 1844: der Philosoph Friedrich Nietzsche in Rocken bei Lützen geboren. Vorno Uzen. — Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 16 bis 18.30 Uhr. „Die Hermannsschlacht". — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Moral und Liebe" mit Eamilla Horn. Grete Mosheim. — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Die letzten Tage von Pompeji". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr. ..Schwarzwaldmadel". — Handwerks-Werbewoche: 9.30 Uhr. Feftaottes- dienst in der Dolkshalle: 14 Uhr. Festzug; 20 Uhr. Festabend in der Bolkshalle. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: 11.15 Uhr. ,Zalu"; ab 15 Uhr „Moral und Liebe". — Astoria-Lichtspiele. Selters- weg: „Die letzten Tage von Pompeji". — Deutscher Verband für psychische Hygiene: 11 Uhr, Hörsaal der Neroenklinik. Am Steg 18, öffentlicher Vortrag über Landarbeit und Kopfarbeit". — Bauerscher Gesangverein: 20 Uhr, Gewerkschaftshaus, Familienabend. — Bienenzüchteroerein: 15 Uhr, bei Kraft, Versammlung. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 16 Uhr, Schüleroorstellung: „Die Hermannschlacht". Ende 18.30 Uhr. — Morgen, Sonntag, zum letzten Male die Operette: „Schwarzwaldmädel". Soielleitung Paul W r e d e. In der Rolle der Bärbele die Nachfolaerin von Wefel Beling Frl. Erna Renz. Die Vorstellung ist endgültig zum letztenmal, daher außer Abonnement und zu kleinen Operetten-Preisen von 0,50 bis 2,50 Mark. Spieldauer von 19.30 bis 22 Uhr. — Dienstag, 17. Oktober, 20 Uhr, dritte Vorstellung im Dienstag-Abonnement: „Die Freundin eines großen Mannes" von Möller und Lorenz. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. — Mittwoch, 18. Oktober, Erstaufführung des Schauspiels: „Am Himmel Europas" von Schwenzen- Malina, Spielleitung: Anton Neuhaus. Dritte Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 19.30 bis 22 Uhr. — Frei- tag, 20. Oktober, dritte Vorstellung im Freitag- Abonnement „Die Hermannsschlacht ; Spielleitung Intendant Hanns König. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr. — Vielfachen Anregungen aus Kreisen der Theaterbesucher ent- sprechend hat die Intendanz die „Vier Nachrichter" mit ihrem Ensemble für Sonntag, 22. Oktober, zu einem nochmaligen Wiederholungsgastspiel Der- § stichlet. Zur Aufführung gelangt das Stück mit iusik in 9 Bildern: „Der Esel ist los" nach dem Altgriechischen des Plagiates. Das Gastspiel ist außer Abonnement und zu kleinen Operetten- Preisen von 0,50 bis 2,50 Mark. Gicstcncr Wochen Marktpreise. * Gießen, 14. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,25 Mark, Kochbutter 1,— bis 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 12 bis 13, Wirsing (grün), das Pfund 7 bis 10 Pf., der Zentner 7 Mark, Weißkraut, das Pfund 5 bis 8 Pf., der Zentner 3,50 Mark, Rotkraut das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 7 Mark, Gelbe Rüben das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 10, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 15 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 25 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Kürbis 6, Pilze 30, Kartoffeln, das Pfund 3H Pf., der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Preißelbeeren, das Pfund 30 Pf., Aepfel 10 bis 18, Birnen 8 bis 15, Zwetschen 12 bis 15, Honig 40 bis 50, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 70, Tauben, das Stück 40 bis 60, Nüsse, das Pfund 40 bis 60, Blumenkohl, das Stück 5 bis 40, Salat 10 bis 15, Salat- gurten 10 bis 25, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 6 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 25, Radieschen, das Bund 10 Pf. Univerfitätspersonalie. Wie wir soeben erfahren, hat Pros. Dr. Karl Engisch von der hessischen Landesuniversttät in Gießen einen .nuf auf den Lehrstuhl für Strafrecht an der Universität Marburg erhalten. •• Bortrag von Geheimrat Pros. Dr. Sommer. Besucher der „Braunen Messe" werden auf den Vortrag über „Handarbeit und Kopfarbeit" am morgigen Sonntag um 11 Uhr in dem Hörsaal ber Nervenklinik hingewiesen . J8'„juchszeiten der Museen. Das Ober- hessische Museum (Altes Schloß), das Völkermuseum sowie das Kriegsmuseum (Neues Schloß) sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. •• Umtauschrecht der S t a d 11 h e a t e r - Abonnenten. Für die Abonnenten des Stadt- theaters Gießen besteht die Möglichkeit, im Ver- hmderungsfalle nichtbesuchte Vorstellungen gegen einen Gutschein gutschreiden zu lassen. Die Inten- banj macht leboch darauf aufmerksam, daß die Kasse nur bis 13 Uhr des jeweiligen Vorstellungs- tage» Meldungen über den Nichtbesuch von Abonnement».Vorstellungen entgegennimmt. Später vor- h )leu ®unI<5,e. werden in Zukunft auf keinen Fall mehr berücksichtigt. *e Der nächste Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt findet am Dienstag, 17. Oktober, der nächste schweinemarkt am Mittwoch, 1. November, statt, «uf tue heutige Bekanntmachung sei besonders auf- merksam gemad)t. 1 •• Zusammenschluß der Dersiche- rungs-vertreter. Don unterrichteter Seite wird uns mitgeteilt, daß der Reichsbund deutscher Versicherungsvertreter zur Zeit damit beschäftigt ist für die hauptberuflich tätigen Versicherungsvertreter eine Stanbesoertretung als Körperschaft öffentlich, rechtlichen Charakters zu schaffen, um dadurch den bis jetzt Im argen liegenden Belangen der deutschen Verstcherungsvertreter eine würdigere Basis zu schaffen. U n. wird als erstes eine Konzefsionspflichi für die Versicherungsvertreter ins Auge gefaßt und vieles andere mehr. Für jeden hauptberuflich tätigen Versicherungsvertreter ist es jetzt unerläßliche Pflicht, sich dem RVV schnellmöaiichst anzugliedern, denn wer jetzt nicht mitkämpst, darf aus dem Siege keine Rechte für sich ableiten, und fein Betseileschieben dürste die DerzichlleistunS auf Konzesston.wleauf die übrigen erstrebten Standeseinrichtungen genügend zum Ausdruck gebracht haben. Am nach'ten Mittwoch soll in Gießen eine Denammlung der Pep. sicherungsverlreter stattfmden (siehe heutige An- ,eÄe)Der .Hubertus" Verein weidge- rechter Jäger, Sitz Gießen, hielt - wie man uns berichtet - am vergangenen Mittwoch feine gut besucht Oktoberversammlung im ,Hess, chen fiof" ab Nach Erledigung von Neuaufnahmen teilte der Vorsitzende mit, daß in diesem Winter wieder em Wanderoortrag des Institutes für Jagdkunde dem der Verein angeschlossen ist, ftattf.nben roirb. Er erstattete ferner den Bericht über Verlauf und Ergebnis der Jubiläumsgebrauchsprusung, die am 29. und 30. September zusammen mit Gau Hetzen des Vereins Deutsch Drahthaar veranstaltet wurde. Es konnten dabei ganz hervorragende Ergebnisse fest- gestellt werden, wobei besonders erfreulich ift, daß di« Gebrauchshundezucht unseres einheimischen Gebietes an der Spitze marschiert. Mit 299 Punkten (von 308 überhaupt erreichbaren) errang den la- Preis „Eiko vom Geyerstein" D. D. (Hart m a n n, Beilstein,Westerwald). Es folgte Jtlaus II 0. Hama D. D. (Hegemeister i. R. Mannß, Krofdorf) mit 293 Punkten. (Dieser brave Rüde errang 14 Tage später in Fulda den la-Preis mit 308 Punkten, also einer ganz hervorragenden Leistung, die seither nur ganz vereinzelt erreicht worden ist!). Mit 281 Punkten errangen weiter hohe erste Preise: „3utta von Haina" (Hegemeister Mannß), und „Rex vom Hüttenberg" (Hauptlehrer Frölich Lützellinden). Der Zwinger des Vorsitzenden beider Vereine stellte In J)era" (Dutenhofen, den Träger eines ersten, in ,Hupp" (Dutenhofen) eines dritten Preises (in Fulda 1. Preis). Aus der Zucht des Reoierförsters Metzler (Dünsberg) trug „Waldo vom Dünsberg" den Ila-Preis davon, während „Stoffe von Krofdorf" (Wilhelm Fries, Krofdorf) den Ild-Preis errang. Diese außerordentlich guten Ergebnisse waren der Lohn dafür, daß der Verein Hubertus buchstäblich vom ersten Tage seines Bestehens an im Rahmen des Verbandes zur Prüfung von Gebrauchshundcn zur Jagd sich für den deutschen Gebrauchshund ein- setzte und auch in finanziell schweren Zeiten unter hohen Opfern Prüfungssuche veranstaltete, um das wertvolle Material herauszusuchen und zum Aufbau einer wirklichen Leistungszucht zu verwenden. So wurde die Iubiläumssuche auch ihrem Namen in ihren Ergebnissen gerecht. Das Wertvollste daran aber ist, daß unsere einheimischen Züchter jederzeit der Lage sind, dem einheimischen Weidmann den Hund zu liefern, der den wirklich weidgerechten Säger erst kennzeichnet, den deutschen Gebrauchshund. — Die Hubertusfeier findet am 4. November im Hotel „Hindenburg" statt. Es wird lebhaft Klage über die außerordentlich niedrigen Wildpreise geführt, die mit der Höhe der Pachten, der Steuern und der Munitionspreise nicht in Einklang zu brin- aen sind. Sie enthalten die Gefahr, daß unter Umständen in manchen Revieren mehr abgeschosien wird als sich mit einer osleglichen Behandlung verein- baren läßt. Im Anschluß an den geschäftlichen Teil sprach der Vorsitzende, Aug. Pascoe (Dutenhofen), über ,Herbstjagd", woran sich ein reger Meinungsund Erfahrungsaustausch anschloß. Das Programm zum Reichshandwerkertag in Gießen. Der morgige Reichshandwerkertag bringt in unserer Stadt folgendes Programm: Oer Zestgotteeldienst. Von 9.30 bis 10.30 Uhr findet in ber Volks- Halle ein Festgottesdienst statt, bei dem Pfarrer Müller (Gießen) die Predigt halten wird. Im Anschluß daran werden die Fahnen des Handwerks geweiht. Die Weiherede hält der Präsident der Hessischen Handwerkskammer, Pg. M ü 11 e r (Darmstadt). Im weiteren Verlaufe dieser Veranstaltung werden nach einer Ansprache des Handwerkskammerpräsidenten Müller (Darmstadt) die Meisterbriefe durch den Kreis-Hago-Führer Neumann (Schotten) überreicht. Zum Jeflgottesbienft marschieren die einzelnen Innungen mit ihren Fahnen geschlossen zur Dolkshalle. Oer Kestzug. Um 13.30 Uhr erfolgt die Aufstellung ber Fest- mag en im Wetzlarer Weg bzw. in ben Seitenstraßen. Um 13.45 Uhr formiert sich dort ber Fest- zug und marschiert um 14 Uhr ab. Der Festzug wird sich durch folgende Straften bewegen: Frankfurter Straße, Alicenstraße, Ludwigstrahe, Ludwigs- platz (hier wendet ber Festzug und marschiert durch die Ludwigstrahe zurück, damit auch den Festzugs- teilnehmern Gelegenheit gegeben ist, ben Zug zu sehen), Ludwigsfrafte, Bleichstraße, Hindenburawall, ©artenftrafte, Neuen Bäue, Sonnenstraße, Land- graf-Philipp-Platz, Hillerwall, Walltorstraße, Kir- chenplatz, Schulstrafte, Sonnenstraße, Kreuzplatz, Seltersweg, Horst-Wessel-Wall, Bahnhofstraße, Neu- stabt zum Oswclldsgarten, wo sich ber Zug auflöst. Oer Festabend. Um 20 Uhr wird in ber Vol kshalle ein Festabend abgehalten. Schriftleiter und Gauredner Dr. Röder (Gießen) und der Vorsitzende des Gewerbevereins Gießen, Bäckerobermeister L 0 e - ber, werden Ansprachen halten. Der musikalische Teil des Abends wird von der SA.-Kapelle unter Leitung von Pg. N i e b e r g a 11 bestritten. Die vereinigten Männerchöre werden unter ber Leitung von Gauchormeister H. Blaß verschiedene Lieder zum Vortrag bringen. Der Intendant des Stadttheaters, Hanns König, bringt mit Mitgliedern des Ensembles des Stadttheaters einige Überraschungen. Der Heimatdichter Georg Heß (Leihgestern) hat ebenfalls seine Mitwirkung zugesagt und wird mit verschiedenen seiner Dialektdichtunaen und mit Volkstänzen einer Trachtengruppe aus ber Kirchhainer Gegend zur Bereicherung bes Abends beitragen. Die Bodenturner-Riege des Bataillons wird neuzeitliches Bodenturnen zeigen. Das Programm des Abends verspricht einige sehr unterhaltsame Stunden. Oie Arbeiter des graphischen Gewerbes und der neue Staat. Im Saale des Gewerkschaftshauses zu Gießen fand gestern abend eine von Männern und Frauen des graphischen Gewerbes in Gießen und Umgegend stark besuchte Versammlung statt, die von dem stellvertretenden Kreisleiter K r e u d e r (Gießen) geleitet wurde. Als erster Redner sprach Äezirksleiter May-Frankfurt a. M. Er wies zunächst auf die Uebernahme der Gewerkschaften durch die NSBO. am 2. Mai hin. Im Verwaltungsbereich der graphischen Verbände des Bezirks Frankfurt a. M. habe man wohl eine mustergültig aufgezogene Organisation übernommen, bei der Einsichtnahme in die Verwaltungsarbeit habe sich aber manches herausgestellt, das im Interesse ber Arbeiterschaft nicht gelegen sei. Die früheren Führer wären mit den Arbeitergroschen nicht so verfahren, wie es hätte sein müssen. Deshalb sei in Frankfurt der ganze stühere Verwal- tungskörper der graphischen Verbände beseitigt worben. Man habe Ausgabeposten oorgefunben, die eine grobe Vergeudung der Arbeitergroschen darstellten. U. a. Hobe man Ausgaben für fiaffeegefeU- schaflen. Torten, Aepselweinzechen ufro. in den Büchern der Derbönde verzeichnet gefunden. Jene Leute in der Derbandsführung hätten mit dem vertrauen der Arbeiterschaft Schindluder getrieben. Gaufunktionäre der früheren Ber- roaltung j. B. hätten aus zwei verschiedenen Positionen ihre Gehälter bezogen, die sich monatlich auf 800 Mark und mehr beliefen. Dazu hätten sie noch feste Reisespesenfähe erhallen. Auf einen Zuruf aus ber Versammlung bemerkte der Redner: „Das waren Buchdrucker." Auch bei der Spesenberechnung hätten die früheren Führer nicht so gewirtschaftet, wie sie es hätten verantworten können. Die neue Führung des Verbandes ver- walte ihre Aemter so, daß sie jederzeit zufrieden- stellende Rechenschaft ablegen könne. Sie sei nicht um ihrer selbst willen gekommen, sondern um zu retten, was im Interesse der Arbeiterschaft noch zu retten war. Die neue Verwaltung erfolge nach dem Führerprinzip. Der Redner wies sodann mit Genugtuung auf den von der neuen Führung vorge- nommenen Zusammenschluß aller graphischen Ar- beitnebmerorganifationen in einen einzigen Verband hin und betonte dabei, daß bas früher nicht möglich gewesen sei, well damals die Beibehaltung der einzelnen Verbandsoosten ausschlaggebend war. Er verurteilte bann die frühere Art der Tarif- kämpse um viertel, halbe ober ganze Pfennige unb verkündete bas Bestreben der neuen Führer, dem Arbeiter einen Lohn, nicht aufgezogen auf Shin- denlahnen, sondern auf ber Basis eines Wochen- lohne», zu verschaffen, der ein anständiges Dasein der Familie ermögliche. Wetter wie, er auf die Wichtigkeit einer gemeinsamen Front ber deutschen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Interesse de, deutschen Bolte» bin unb erbat für die neuen Führer ba» gleiche [ B erfreu en. rote es von der Arbeiterschaft ftühcr den damaligen Führern entgegengebracht wurde. Die neue Führung werde den Verband nach bestem Wissen und Gewissen unter Einsatz ihrer ganzen Kraft verwalten. Er erbat ferner die Unter- tützung der Führer durch alle Verbandsmitglieder, orderte die Eingliederung aller Unorganisierten in >en Verband und rief auf zum Zusammenstehen und zur gegenteiligen Hilfe Im Interesse aller Arbeitskameraden. (Beifall.) Bezirksorganisationsleiter Hermanns-Frankfurt bat die Arbeitskameraden und -famerabinnen, die Organisation zum Besten aller Berufsangehörigen weiter zu stärken. Er wies dann auf die Kämpfe hin, die von den alten Gewerkschaftern seit den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts um die Interessen und den Zusammenschluß aller Arbeiter geführt wurden und erklärte hierzu: .Leine sechs Wochen hat es gedauert und das, wofür wir 60 Jahre lang vergeblich gekämpft hatten, war von uns fertiggebracht." Für den Niederbruch und die schlechte Lage der Arbetterschasl machte er die früheren Führer der Gewerkschaften als Schuldige verantwortlich, weil diese Führer vergessen hatten, bah sie auch aus dem Arbeilerstanbe hervorgegangen waren. Als Bdfpiel bafür wies er auf den früheren sozialdemokratischen Gewerkschaftsführer C e I - pari hin, der sich ein monatliches Gehalt von 3200 Mark verschaffte, dazu monatlich 400 Mark Landtagsdiäten unb außerdem noch 25 Mark täglich Anwesenheitsgelder bei den Landtags- fihungen bezog. Dieser Mann hatte ebenfalls vergessen, daß er einst Arbeiter gewesen war. Vor einem Mann, der so handelt, könne der Arbeiter keine Achtung haben. Die neue Führung stehe dagegen auf dem Stand- vunkt, daß sie für die Arbeiter da sind unb nicht die Arbeiter für sie. Er begrüßte sodann, daß jetzt ein Mann an der Spitze der Regierung fei, der, auch aus dem Arbeiterstande hervorgegangen, die Nöte und Sorgen des Arbeiters aus eigener Anschauung kenne. Zu diesem Mann, dem Führer Adolf Hitler, könnten die Arbeiter Vertrauen haben. (Lebhafter Beifall.) Gauredner Sch ster Frankfurt a. M. sprach hierauf über das Thema „Der Arbeiter Im neuen Staat". Er wies zunächst auf die Zusammenfassung der deutschen Arbeiter in der Deutschen Arbeitsfront hin und betonte dabei, daß die Gewerkschaften für die unter dem Schutze des Hakenkreuzes zusammentzeschlossenen deutschen Arbeiter ein sicherer Hort seien. Es sei bas Große, bas jeden Einzelnen beseelen müsse, daß endlich der Tag komme, an dem jeder deutsche Arbeiter sein Bekenntnis zum deutschen Volke wieder errungen habe. Dem deutschen Arbeiter müsse der Glaube an sich selbst unb die Ueberzeugung wiedergegeben werben, daß er genau so viel wert sei wie ein Prinzensohn 3m nationalsozialistischen Staat werde ber benl- sche Mensch nur gewertet nach seiner Arbeitsleistung unb nach feinem deutschen Eharakler. Oentt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Reichskrcdttgcftllfchaft vertta W 8, vehrensstraße 21 22, sowie auf deren Reichsbankgirokonto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: „Stiftung für Opfer der Arbeit". Der einfache deutsche Arbeiter sei unbedingt mehr wert, als ein ausländischer König, den man in den Jahren der angeblichen sozialen Revolution mit allen Ehren empfangen und gefeiert habe. Der deutsche Arbeiter wolle frei sein auf dieser Erde, jeder Bruder und jede Schwester deutschen Blutes müsse das Recht haben, als Mensch leben zu können. Um diese Freiheit au erringen, sei es aber notwendig, einen neuen deutschenMen- schen zu formen, der die Weltanschauung des Nationalsozialismus begreife. Adolf Hitler habe uns diese Weltanschauung gegeben, und er wolle auch dem deutschen Arbeiter das Selbstbewußtsein wieder verschaffen und ihm die Erkenntnis geben, daß er ein anderes Recht auf das Leben habe, wie die Hottentotten unb Neger. Der Redner nahm sodann unter kurzer Formulierung der Grundlagen der nationalsozialistischen Wettanschauuna Stellung gegen das Judentum unb die Parasiten der Arbeit, die bisher den deutschen Arbeiter zu einem willenlosen Subjekt der internationalen Hochfinanz herabwürdigten. 3m nationalsozialistischen Staat dagegen stehe an erster Stelle der deutsche Mensch, ber Nationalsozialist. Alle seien Nationalsozialisten, die die Stimme bes deutschen Blutes und die Ber- bundenheit mit ber Heimat anerkennen. Der Nationalsozialismus fei besonders darum bemüht, den bisher in die Irre gegangenen deutschen Arbeiter wieder in die deutsche Volksgemeinschaft zurückzuholen. Denn leben sei nur möglich in der Gemeinschaft, diese aber sei nur ein Leben im Opfern für bi: Gesamtheit. Der Redner erinnerte sodann an den deutschen Front- g e i ft von 1914, der auch den einfachen deutschen Arbeiter getrieben habe, mit aller Hingabe die deutsche Heimat zu schützen. Jener Front- g e i st sei der wahre deutsche Sozialismus, der alle Kameraden verbinde, die eines Blutes seien. Dieser Sozialismus müsse wieder zur Vollendung gebracht werden. Der Wea dahin gehe- über Opfern unb Dienen, und Dienen sei die höchste Ehre.derer, die nicht den Geist des Anspruchs predigen, sondern den Geist der Volksgemeinschaft und der Opfer freudig ke i t in den Mittelpunkt stellen. Jeder deutsche Mensch müsse klar erkennen, daß alle deutschen Brüder und Schwestern zusammengehören. Deshalb wolle auch der Nationalsozialismus die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer in der großen deutschen Gemeinschaft zusammenführen. In den Betrieben müsse es auf- hören, daß s i ch die Menschen mit Haß gegenüber ft eben, denn sie alle eine die Schicksalsverbundenheit des deutschen Volkes. 3m neuen Deutschland habe jeder als Bekenntnis das Deutschlandlied zu singen. Wer glaube, die Internationale fingen zu können, der solle dahin gehen, wo ber Pfeffer wachse unb wo die „glorreiche" Sowjetrepublik existiere. Wir müßten erkennen, bah wir alle Brüder und Schwestern eines Bolkes feien, daß der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber ehrlich die Hand reiche zu treuer Gefolgschaft. Der Arbeitgeber im nationalsozialistischen Staate müsse aber seiner Gefolgschaft ein leuchtendes Beispiel sein im Sinne des Nationalsozialismus: Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Künftig dürfe es nur noch dendeutschen Menschen geben; der Einzelne bedeute nichts, das deutsche Volk bedeute alles. Wenn jetzt das neue Reich aufgebaut werde, in dem sich auch der deutsche Arbeiter als Mitgründer heimisch fühlen solle, io müsse unser Volk zurückkehren zu der alten Einfach- heit und der völkischen Blutsverbundenheit und handeln nach dem Grundsatz Adolf Hitlers: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz! Nur auf der Grundlage der deutschen blutsmäßigen Volksgemeinschaft sei die Rettung unseres Volkes möglich. Alle deutschen Volksgenossen müßten sich die Hand reichen zur gemeinschaftlichen Arbeit an dem großen Ziele: 3n ber Vergangenheit Deutschland, In der Zukunft immer nur Deutschland! Dann werde jenes große heiligeReich deutscher Nation erstehen, das der Baumeister Adolf Hitler errichte und bei dem alle deutschen Volksgenossen Mitarbeiten müßten. (Langanhaltender lebhafter Beifall.) Anschließend folgte ber gemeinsame Gesang des ersten Verses des Deutschlandliedes. Der Versammlungsleiter flreuber brachte sodann dreimalige Sieg-Heil-Rufe auf den Führer unb Volks- kanzler Adolf Hitler aus, in die die Versammlung lebhaft einstimmte. Strafkammer Gießen. Ein Mann aus Saasen wurde seinerzeit vom Amtsgericht in Grünberg wegen Beleidigung unb Nötigung zu 30 RM. Geldstrafe evtl, sechs Tagen Gefängnis verurteilt. Die gestrige Berufungsoer» Handlung ergab, daß der Angeklagte den bei seinem Vater mit Pfändung beauftragten Gerichtsvollzieher persönlich beleidigte und ihm den Zutritt zum hau» verwehrte, indem er die Tür verschloß. Nachdem der Staatsanwalt eine Geldstrafe von 50 RM. beantragte, erkannte das Gericht auf sechsTage Ge- f ä n g n i s. Von der Nötigung wurde der Angeklagte freigesprochen. Die Kosten fallen ihm zur Last. In einer Prioatklage des Landwirts R.L. von Geiß-Nidda gegen den dort wohnenden Landwirt W. ft. verurteilte das Amtsgericht Nidda den Angeklagten K. zu 6 0 R M. Geldstrafe, Hilfsweise 12 Tagen Gefänanis. Gegen dieses Urteil legte ber Angeklagte Berufung ein, die insofern von Erfolg gekrönt war, als die zweite Instanz die Geld- strafe auf 5 RM. herabsetzte. Der Angeklagte, ber das Amt eines Zellenleiters versieht, sollte die Ehefrau L- insofern beleidigt haben, als er ihr anläßlich einer Versammlung der Molkereigenostenschaft Hungen zum Vorwurf machte, trotz des seinerzeit von der Reichsregierung angeregten Boykotts bei einem Juden ihre Einkäufe gemacht zu haben. Das Gericht hielt in Anbetracht dessen, daß er gewissermaßen auf höheren Befehl handelte, ander- setts aber nicht erwiesen war, daß die L. an dem 1 fraglichen Tag wirklich etwas bei dem Juden ein» kaufte, die obige Strafe als ausreichende Sühn«. Mo 'g: jJJ* 120 fr de?^"S>°hr *47 3*.Ä s:L tst*. d er m’Jbe uns 'bewubtsein A. ^n*s geben, 6q6 tn h°be, wie öjeB fJW Sormu» 15 Judentum und Nb,r *■ Mgmstrhean der national. Mm, die die ™d die Her. werfen nen. )ers darum be« "genen deutschen wlkgemeinlchaft c Malich in iur em Leden t)eit Der M. ^chrn Front« t einfachen beut' iit aller Hingabe 2ener Front- ch.e Cozialis. rbinde, die eines müj|e wieder zur t Weg dahin gehe, tuen fei die höchste des Anspruchs Dolksgemein- digkeit in den sche Mensch müsse schen Brüder und Deshalb wolle auch rbeilgeber und die itschen Gemeinschaft den müsse es auf« »schen mit haß sie alle eine die it des deutschen her als Belrnnl- m. Wer glaubt, innen, bet foUe chse und voo die fiere. Dir müh. ider und 5chwe- »er Arbeitnehmer Hand reiche zu ntgeber im nafio- e aber seiner ®e« piel sein im Sinne meinnah geht vor deutschen Men- bedeute nichts, das "üchauch'der'deutsche u'ch fühlen foUe. io ,u der alten lrinW' rounöen'peit und Han- lf , jnjf der Gninotozr 5D1,sy?ainti2n oalidi Alle beutln e -°nd «Wrnr ?m großeno^- olschland, 'm der )eulschla°d! /-gleich deu' )ge |einem :■ ia I ®urb Mir Last. len ig.JJ jl2. o->" Landrot^ ^ndn»rl K-KL e 5^ LngeÄe- L »Lö *5 * 5*^ ,iy Der Ruf des deutschen Handwerks. Das ehrbare Handwerk wirbt durch eine Jieichs-Werbewoche um Arbeit und Anerkennung. Das deutsche Handwerk hat viele Jahre lang im Schatten unserer wirtschaftspolitischenEntwicklung gestanden. Schon vor dem Weltkriege war zahlreichen Handwerksmeistern der sprichwörtliche goldene Boden des Handwerks ohne eigenes Verschulden verloren gegangen. In den Kriegsjahren wurde den Meistern, die lange im Felde standen und daheim keinen geeigneten Ersatz hatten, die Existenzgrundlage sehr erheblich oder sogar völlig zerstört. Die bitterste Enttäuschung erlebte unser Handwerk aber in den Nachkriegsjahren, als eine grundfalsch orientierte Wirtschaftspolitik in ein« se'tlger Weise die großmdustrielle Entwicklung und $!.e fabrikmäßige Herstellung von Serienartikeln begünstigte, die handwerkliche Qualitätsarbeit, sowie die berechtigten Wirtschaftsinteressen des Handwerks außer Acht ließ und hierdurch den handwerklichen Mittelstand in gro- tzem Umfange zum wirtschaftlichen ß । 'rx iC.fi.?5a^e' Die steigenden Zahlen der Konkursstatlstlk der letzten Jahre, aber auch die notgedrungene Inanspruchnahme der Hilfe der Wohlfahrtsämter durch Handwerksmeister reden nach die- fer' Richtung hin eine sehr deutliche Sprache. Diese bedauerliche Entwicklung ist auch in Gießen und in Oberhessen in vielen Fällen in Erscheinung getreten. Zahlreiche Handwerksmeister, die mit Recht auf ihre beruflichen Leistungen stolz sein konnten, und die niemals daran gedacht hotten, ihren Betrieb zusammenbrechen zu sehen, oder die Wohlfahrtshilfe in Anspruch nehmen zu müssen, blieben als bedauerliche Opfer einer verständnislosen Staatsführunq auf der Strecke. Erft der Durchbruch der nationalsozia- lytischen Revolution und die damit verbundene grundsätzliche Neuordnung der deutschen Wirtschaftspolitik, die auch dem Handwerksmeister den gebührenden Schutz und die gebotene Forderung durch den Staat ver- kündete, brachte dem Handwerk eine erfreuliche Wen- Lung zum Besseren. Die ersten bedeutsamen Ergebnisse dieser Wandlung brachten die großzügigen Ar- ^^Ä^offungsmaßnahmen der nationalsozialistischen Regierung. Das Handwerk fand durch die umfangreiche Finanzierung von Jnstandsetzungsarbeiten an privaten und öffentlichen Gebäuden lang entbehrte Arbeitsgelegenheiten, andere an diesen Arbeiten nicht unmittelbar beteiligte Handwerks- und Gewerbezweige konnten durch gesteigerten Verbrauch der Bevölkerung besseren Absatz und lohnenden Ertrag ihrer Arbeit gewinnen. Reue Hoffnung und tatfrohe Schaffensfreude haben infolgedessen in weiten Kreisen des Handwerks wieder Platz gegriffen, und wenn auch noch viel zu tun übrig bleibt, bis das Handwerk wieder völlig frei aufatmen kann, so ist doch schon jetzt die feste Zuversicht begründet, Laß die Regierung des Volkskanzlers Hitler auch weiterhin tatkräftig für das Handwerk sorgen wird. Man ist sich in Handwerkskreisen natürlich darüber klar, daß man sich nicht mit verschränkten Armen nur auf die Hilfe der Regierung verlassen darf, sondern in emsiger Weise auch die eigenen Kräste und alle handwerklichen Fähig k e it e n r e g e n muß, um aus der Tiefe der bisherigen Not wieder herauszukommen. Von dieser Erkenntnis geleitet und von der verständnisvollen Förderung durch die nationalsozialistische Regierung getragen, tritt nun das deutsche Handwerk mit einer W e r b e w o ch e auf den Plan, die den Zweck verfolgt, alle deutschen Volksgenossen stärker als bisher auf die Güte d e r h a n d w e r k l i ch e n Arbeit hinzuweisen und damit den Rus nach neuer Ar- beitsbeschaffung für d i e Handwerksmeister und ihre Gesellen zu verbinden. Jeder aufrichtige Freund Les handwerklichen Mittelstandes wird mit uns den Wunsch hegen, daß dieser Werbung des Handwerks ein voller und dauernder Erfolg beschieden sein möchte. Das Handwerk fördern heißt Mitarbeit am Wiederaufbau unseres Volkes lei st en. Denn durch das Handwerk und mit ihm gemeinsam kann für viele weitere deutsche Volksgenossen Ar- bei und Brot beschafft werden, zugleich kann man aber auch die großen ideellen Kräfte im Handwerk zum Nutzen der deutschen Volksgesamtheit stärken, aus die von der nationalsozialistischen Staatsführung mit Recht ebenso großes Gewicht gelegt wird, wie auf die Beschaffung ausreichender materieller Existenzgrundlagen für alle Glieder der großen deutschen Volksfamilie. Erfreulicherweise ist in den letzten Monaten auch in Gießen viel getan worden, um dem Handwerk Arbeit und Absatzsteigerung zu verschaffen. Wer aufmerksam beobachtend durch die Straßen unserer Stadt ging, konnte ein so erhebliches Ausmaß von Jnstandsetzungsarbeiten an privaten und öffentlichen ' Gebäuden feststellen, wie man es vorher Jahre lang nicht wahrnehmen konnte. Hier haben sich die von der Reichsregierung zur Verfügung gestellten glln- stlgen Darlehen für die Instandsetzung von Häusern und Wohnungen in segensreicher Weise ausgewirkt. Wir glauben gut unterichtet zu sein, wenn wir die Höhe der auf diesem Wege in die Gießener Handwerkswirtschaft geleiteten Darlehensmittel des Reiches auf rund 100 000 Mark veranschlagen. Hinzu kommt noch die Aufwendung von Eigenkapital des privaten Hausbesitzes, Las man nach Maßgabe der Darlehensrichtlinien des Reiches wohl nicht zu hoch mit 400 000 Mark veranschlagen kann, so daß insgesamt im Verlaufe der letzten Monate die ansehnliche Summe von rund 500 000 Mark zur Arbeitsbeschaffung in Gießen mobilisiert wurde. Den Nutzen dieser anerkennenswerten Anstrengungen hat nicht allein das unmittelbar beteiligte Handwerk, sondern durch die Wiedereinstellung von Arbeitskräften und durch verstärkte Kaufkraft eines erheblichen Teils der Bevölkerung die Gesamtwirtschaft unserer Stadt. Der erfreuliche Erfolg der bisherigen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wird und muß allenthalben den Entschluß zeitigen, auf diesem Wege weiter voranzuschreiten. In jedem Haushalt sollte Umschau nach Arbeitsmöglichkeit für das Handwerk gehalten werden. Zweifellos wird sich dabei in vielen Wohnungen zeigen, daß durch Reparaturen oder Erneuerungen, die vielfach an sich den einzelnen Haushalt nicht allzu sehr belasten dürften, dem Handwerk Gelegenheit zu verdienstvoller Tätigkeit geboten werden kann. Wenn es sich dabei häufig auch nur um verhältnismäßig geringe Arbeitsmöglichkeit handeln wird, so ist doch nicht zu bestreiten, daß die Gesamtheit derartiger Aufträge im Rahmen einer Gemeinde dem ortsansässigen Handwerk zu einer bedeutsamen wirtschaftlichen Belebung verhelfen kann. Besonders ist dabei zu fordern, daß jede Schwarzarbeit vermieden wird. Wenn unser Handwerk wieder gesunden und der Gesamtwirtschaft erneut eine starke Stütze werden soll, dann ist es notwendig, alle handwerkliche Arbeit nur den Hand- werksmeistern zuzuweisen, niemals aber einen Schwarzarbeiter heranzuziehen, für dessen Versorgung mit den notwendigsten Dingen des Lebens die Allgemeinheit bereits einzustehen hat. Die Arbeitsbeschaffung muß aber auch in umfassender Weise von der öffentlichen Hand vorgenommen werden. Mit Genugtuung hat man in der Gießener Bürgerschaft von der Rede des nationalsozialistischen Fraktionsführers H a h y im Gießener Stadtrat vom 29. August Kenntnis genommen, aus der hervorging, daß die maßgebenden Stellen unserer Stadt eifrig um die Erschließung neuer Arbeitsmöglichkeiten bemüht sind, aus denen auch das Handwerk beachtenswerten Nutzen ziehen kann. U. a. handelt es sich dabei um die Fertig- stellung der Schule in den Eichgärten, um die Erweiterung und Erneuerung unserer Kläranlage, um Kleinwohnungsbauten, Rohrverlegungsarbeiten usw. Die hessische Staatsregierung hat in dankenswerter Weise die Vorschläge des Gießener Stadtrats und der Stadtverwaltung bei der für die Finanzierung öffentlicher Arbeiten zuständigen Stelle in Berlin befürwortet. Eine Entscheidung aus Berlin liegt bis jetzt zwar noch nicht vor, man darf aber die Hoffnung hegen, daß auch auf dem von den Gießener zuständigen Stellen gewiesenen Wege bedeutsame Arbeitsbeschaffungsmöglichkeiten erschlossen werden. Von dem G l e i ch k l a n g der verständnisvollen privaten Bereitschaft zur Förde- rung des heimischen Handwerks und der verantwortungsbewußten Initiative der kommunalen Körperschaften werden unsere Handwerksmeister jedenfalls jetzt, unter der Vorherrschaft der auf das Gemeinwohl besser als früher eingestellten Grundhaltung der Bevölkerung, erwarten können, daß ihnen in Zukunft vielfältige Arbeits- Möglichkeiten an die Hand gegeben werden. Die W e r b e w o ch e des deutschen Handwerks zur Arbeitsbeschaffung auch im Kleinen muß von der Gesamtheit der Mitbürger in Stadt und Land dahin verstanden werden, daß hier das Handwerk an das staatsbürgerliche Gewissen und an das Gefühl der Volksverbundenheit aller deutschen Menschen einen dringenden Appell zur nationalen und völkischen Pflichterfüllung gegenüber dem deutschen Handwerksmeister und seinen Mitarbeitern richtet. Es darf nach diesem Appell auf Seiten derer, die Arbeitsmöglichkeiten, auch in kleinem Ausmaß, erschließen können, kein ängstliches Zagen und fein Feilschen um den gerechten Lohn einer guten Handwerksarbeit geben. Der private Auftraggeber darf ebenso wie die öffentliche Hand auch vor dem Opfer nicht zurückschrecken, erst für einen späteren Zeitpunkt geplante Aufträge schon früher zu erteilen, wenn es dadurch ermöglicht wird, den deutschen Volksgenossen im Handwerk beschleunigt neue und verstärkte wirtschaftliche Kraft zuzuführen und damit zugleich der Kardinalforderung unserer Zeit zu ent- svrechen: Beschaffung von Arbeit und Brot für alle deutschen Volksgenossen! Möchte der Appell des Handwerks mit dieser Zielsetzung, den wir unseren Mitbürgern in Stadt und Land angelegentlichst zur Beherziaung empfehlen, überall Verständnis und Bereitschaft zur helfenden Tat finden! Deine Hand dem Handwerk! Von H. SieinhÄtser, Zftefennt der NS-Hago, Kreis Gießen. Das deutsche Volk ist aus jahrzehntelangem Traum erwacht, aus tausend Wunden blutend, die es in unseliger Verblendung während dieser Zeit sich selbst geschlagen hat. Wie zersetzendes Gift hatten sich die Irrlehren ausgewirkt, die das deutsche Volk bewußt vernichten sollten. Jene Lehren internationaler Schädlinge, denen das deutsche Volk in seiner stolzen Eigenart, seinen kernhaften deutschen Sitten, seinem Arbeitsfleiß, seinem Volkswohlstand und seinem Wehrwillen gegen fremde Unterdrückung schon lange ein Dorn im Auge war. Als die Flammen aus der Kuppel des Reichs- tagsgebaudes zum nächtlichen Himmel emporloderten, da mag manchem zum Bewußtsein gekommen sein, wie Haarschars wir am Rande des Abgrundes standen. Noch nicht zum Bewußtsein gekommen ist hingegen großen Teilen des deutschen Volkes, welch tief beklagenswerte Verwüstungen der fremde Zer- fetzungswille in der Seele des deutschen Volkes angerichtet hat und die hauptsächlich darin bestehen, daß man, urdeutschem Empfinden zuwider, den Individualismus zu ungunften des Gemeinschaftsgedankens propagierte, volkstümlich ausgedrückt, indem man dem Einzelnen zugestand, für s i ch die größtmöglichen Vorteile herauszuholen, selbst wenn andere Volksgenossen dadurch geschädigt wurden, verkümmerten ober ganz zugrunde gingen. Ferner sind sich viele deutsche Volksgenossen noch nicht bewußt, daß der Wiederaufbau von Staat und Wirtschaft von uns die Ueberwindung der eigennützigen I ch - Sucht und Opfer allergrößten Ausmaßes verlangt, und daß diese Opfer gern und freudig getragen werden müssen, wenn Staat und Wirtschaft bestehen und wieder zu früherer Blüte kommen sollen. Das deutsche Volk als großes Volk auf kleinem Raum ist auf Gedeih und Verderb auf sich selbst angewiesen. Keine fremde Macht, kein Gesetz und kein Mensch kann und wird uns helfen, wenn wir uns nicht gegenseitig f e I b ft helfen. Solange wir dem deutschen Bauern nicht zuaestehen, daß er auf eigner Scholle sich selbst ernähren und darüber hinaus durch Steuern zu den Lasten des Staates beitragen kann, solange wir nicht begreifen lernen, daß wir die Verpflichtung haben, 3 u e r ft d e n deutschen Menschen zu beschäftigen und dann erst die kapitalistische Maschine, solange wir nicht bewußt alle fremden Erzeugnisse ablehnen, deren Herstellung im Jnlande und von deutschen Volksgenossen möglich ist, so lange werden wir vergeblich darauf warten, daß es auch uns wieder besser geht. Der Nationalsozialismus verkündet als eines feiner ersten Gebote, daß der G e m e i n n u tz vor dem Eigennutz zu stehen hat. Im Zeichen der Reichs-Handwerkerwoche sollte dieses Wort zu be- sonderem Nachdenken anregen, damit wir nicht nur gemeinnützig denken, sondern auch gemeinnützig handeln fernen. Sinn und Zweck der Reichs-Handwerkerwoche ist die Arbeitsbeschaffung. Noch sind Millionen deutscher Volksgenossen, darunter viele Handwerker, ohne Arbeit und Brot. Ihnen Arbeit zu geben, sie aus Almosenempfängern wieder zu tragfähigen Gliedern der Volksgemeinschaft zu machen, ist das dringendste Gebot der Stunde. Darum ergeht heute durch alle deutschen Gaue der Ruf: Deine Hand dem Handwerk! Nur durch Zuweisung von zlrbeitsaufträgen wird das Handwerk in der Lage sein, seine Gesellen wieder zu beschäftigen. Wir sollen nicht sagen, daß die Erzeugnisse des Handwerkers vielleicht etwas höher im Preis sind als das Massenerzeugnis der Maschine. Wo dies der Fall ist, wird auch bestimmt die höhere Qualität den Ausgleich für den höheren Preis bilden. Eben- sowenig sollte für uns die Erwägung maßgebend sein, ob eine Anfertigung oder eine Reparatur nicht noch hinausgeschoben oder gar ganz entbehrt wer- den könne. Denn wir vollbringen mit jedem Auftrag, auch dem kleinsten, den wir dem Handwerk geben, eine gemeinnützige s 0 - z i a l e Tat. Wir werden damit auch im edelsten Sinne des Wortes eigennützig handeln. Denn im gleichen Maße, wie wir die Arbeitslosigkeit bekämpfen helfen, werden die Opfer, die heute noch von uns verlangt werden müssen, geringer werden. Darüber hinaus wird, wenn erst aus vielen Hun- derttausenden heute verarmter, weil systematisch bekämpfter Handwerksmeister wieder steuerkräftige deutsche Volksgenossen geworden sind, weitgehende steuerliche Entlastung eintreten, weil sich die Lasten des Staates dann auf eine größere Zahl tragfähiger Schultern verteilen. Deswegen lehnt der Nationalsozialismus auch die städtischen und staatlichen Regiebetriebe ab, da diese einerseits selbständige Einzelexistenzen vernichten, andererseits nicht zu den Lasten des Staates beitragen und weil bei ihnen der Wettbewerb fehlt, die Voraussetzung jeglicher Aufwärtsbewegung der qualitativen Leistung. Der Nationalsozialismus bekennt sich zu einem straff organisierten Handwerk, in dem Führerprinzip und Leistungsprinzip wieder Geltung erlangen sollen. Wettbewerb muß zu allen Zeiten sein, wenn nicht die Kultur stillstehen, ober ^urückgehen soll. Nur darf der Wettbewerb nicht dahin zielen, daß an Stelle der tüchtigen Leistung die minderwertige Leistung tritt und an Stelle des angemessenen Preises der bewußt unterbotene Preis. Der Nationalsozialismus lehnt deswegen auch die Submissionen auf bas entschiebenste ab. Denn jegliche auf Preisunterbietung a b g e ft eilte Erwerbsentlohnung muß notroenbig zur Verschlechterung ber qualitativen Leistung unb zum Verfall ber Sitten eines Berufs stanbes unb bamit eines Teiles ber Volksgemeinschaft führen. Das Hanbwerk fordert eine angemessene, vom Staate kontrollierte, aber unabdingbare Preisstellung. Es fordert damit nichts anderes als das, was andere Berufs stände in bezug auf sich als richtig und selbstverständlich an- sehen. Wettbewerf darf nur erfolgen durch die höhere Leistung, beim Handwerk also durch die sorgfältigere und geschmacklich bessere Arbeit. Der Handwerker, der dies nicht kann ober nicht will, darf sich nicht rounbern, wenn er im künftigen Wettbewerb unterliegt. Man sollte bem deutschen Hanbwerk auch zuqe- stehen, baß es seine einstige volkswirtschaftliche Be- beutung wiebererlangt. Der ungewöhnliche Zustrom zu den akademischen Berufen war nichts Zufälliges. Er entstand in fast allen Fällen aus der harten Tatsache, daß die heimische Scholle, oder der väterliche Handwerksbetrieb das bescheidenste Eristenz- Minimum vermissen ließ. Im gleichen Maße, wie der Handwerkersohn im väterlichen Betrieb wieder ein sicheres Auskommen findet, wird auch ber unnatürliche Slnbrang zum Stubium zurllckqehen. Andererseits wirb bas Hanbwerk, wenn es roieber Zukunstsmöglichkeiten bieten kann, auch Söhnen aus Nichthanbwerkerkreisen, sofern diese Neigung und Berufsveranlaquna zum Handwerk haben', gesicherte Erwerbsmöglichkeiten eröffnen können. Es ist unbestreitbar, daß im gewerblichen Mittelstand heute unendlich viel nationalsozialistische Erziehungsarbeit zu leisten ist. Jahrzehntelange lihera- listische Volksvergiftung hat viel kostbares deutsches Volkstum in ihm vernichtet. Es ist dies um fo beklagenswerter, als das Handwerk in vergangenen Zeiten ein wertvoller Volksbestandteil war, aus dessen Schoße einst eine hohe Kultur hervorginq. (Es muh eines her vornehmsten Ziele der nationalsozialistischen Bewegung fein, das deutsche Handwerk, bas neben bem beutschen Bauernstand stets eine gesunde Quelle deutscher Dolkserneueruna war, zu seiner ehemaligen Bedeutung z>"-ückzuluhren. Dazu bedarf es der bewußten Mitarbeit iedes deutschen Volksgenossen. Ein Weg zu diesem ."Riel, den wir uns immer vor Augen halten müssen, ist zum Ausdruck gebracht in dem Ruf der Reichsregierung: „Deine Hand dem Handwerk!" Handwerk — Werk der Hände Zfton Theodor Riegler In dieser Zeit, da in Deutschland ein neuer Geist seinen Einzug hält, da sich überall neue Hoffnung und neues Leben regt, da ein neuer Glaube die Menschen zu neuen Taten aufrüttelt, verdient bas deutsche Handwerk besonders gewürdigt zu werden. Der Nationalsozialismus hat mit allem aufgeräumt, was einer gefunden Entwicklung des deutschen Menschen im Wege stand. Er hat die Werte der Vergangenheit wieder lebendig gemacht, soweit sie für die Gegenwart fruchtbar sind, und den alten deutschen Lebensformen neuen Atem eingehaucht. Die alten Ueberlieferungen, die von den Männern des vergangenen Systems verachtet wurden, sind neu erstanden. Aus ihren unerschöpflichen Kraftquellen soll der deutsche Mensch neu geformt werden. Zu diesen Kraftquellen deutschen Lebens unb deutscher Kultur gehört nicht zule' . das deutsche Handwerk. Als bas deutsche Handwerk in feiner höchsten Blüte stand, ist es der Inbegriff ber schönsten Tugenden gewesen, die sich ein deutscher Volksgenosse für fein Volk nur wünschen kann. Alles, was den schaffenden Menschen ziert und ihn zum Träger eines Kulturgedankens macht, alle Werte, die eine mit Fleiß unb Liebe ausgeführte Arbeit besitzt, waren in ber Jbee bes beutschen Hanbwerks enthalten. Das Hanbwerk war immer ein treuer unb zuverlässiger Hort bes Familienlebens, ber Geselligleit unb ber Pflichterfüllung. Gerabe jene Eigenschaften, burch bie sich bas deutsche Volk von enberen Nationen unterscheidet und die ihm ein ßepräge besonderer Art verleihen, sind nicht zmetzt Durch das Handwerk maßgebend bestimmt worden. Der biedere Handwerker war in gewissem Sinne Las Idealbild des schaffenden deutschen Bürgers. In der Art und in dem Wesen dieser Berufschicht ist alles enthalten, was den Menschen zu einem nützlichen Glied ber völkischen Gemeinschaft macht. Was heute ber Nationalsozialismus vom deutschen Menschen fordert, hat das Handwerk, als es noch ein lebenswichtiger Bestandteil der Nation war, erfüllt. Hitler und die Seinen loben die Arbeit ber Hänbe, sie bekämpfen ben Bilbungswahn, ber zwischen bie Schichten bes Volkes einen trennenden Keil schiebt, und sie verkünden den Wert ber hand- werklichen Arbeit, bie um nichts geringer ist als bie Sebeutung der geistigen. Sie setzen bem überlegenen Dünkel bes Weltbürgers, ber innerhalb seiner Nation ein ge-fonbertes Scheinleben führt, bie schaf- fenbe Gemeinschaft entgegen, bie keine Arbeit scheut, wo sie dem Volke und seinen Interessen dienen kann. Der Zukunftsgedanke mit seiner Gliederung in Lehrlinge, Gesellen und Meister muß wieder stärker lebendig werden, als bisher. Diese Gliederung allein verbürgt eine gesunde, natürliche Entwicklung. Der anonyme Unternehmer, ber meist unsichtbar ist unb von seinem Schreibtisch aus bas Kom- manbo gibt, muß roieber abgelöst werben von ber verantwortungsbewußten, aufrechten Persönlichkeit, die für bie Erhaltung bes von ihr Geschaffenen ihr Leben einsetzt unb zu ben Arbeitern in einem patriarchalischen Verhältnis steht. Der ethische Wert bes Hanbwerks liegt in" ber starken, persönlichen Beziehung, bie ber Meister zu seiner Arbeit hat: „Was bu ererbt von beinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!" Jene fegenbringenbe, unlösbare Verbunbenheit mit bem geschaffenen Werk gehörte von jeher zu den ebel- sten Vorzügen deutschen Wesens. Aus dieser Ver- Ibunbenheit sinb bie besten Werte entstauben: üßerte bes Willens unb ber Erziehung. Es war das höchste Streben jedes Meisters, sein Werk, dem er sein ganzes Leben in aufopfernder Tätigkeit widmete und mit dem er sich verwachsen fühlte, seinen Erben rein und makellos zu erhalten unb ihnen zu treuen Hauben zu überlassen. So war oft das Verhältnis Zwischen Meister und Gesellen ein durchaus familiäres, und für die Zusammenarbeit war einzig unb allein bie innere Autorität maßgebenb, bie burch Erfahrungen, Gebensreife und Leistungen bedingt war. Ausschlaggebend waren eigener Fleiß, eigene Zähigkeit, eigne Tüchtigkeit. So war in der Blütezeit des Handwerks der echte soziale Gedanke stärker begründet, als es im Zeitalter des sogenannten Sozialismus ber Marxisten jemals der Fall sein konnte. Auch hier zeitigte ber Führergebanke im Kleinen bie schönsten Früchte. Wenn dieser schöpferische Sozialismus, der auf dem Wert und der Leistung des Einzelnen beruht, roiebergeroeeft werden soll, muß das Handwerk wieder entscheidenben Einfluß auf unsere Kultur gewinnen. Vor allem bebarf ber Kulturgebanke einer grünblichen Erneuerung. Anstelle eines über- pikten Tempos muß roieber jene fruchtbare Beschaulichkeit Raum gewinnen, bie allein eine moralisch wertvolle Arbeit garantiert. Die fragroürbige Mobemisievung bes öffentlichen Lebens unb bes beutschen Haushaltes ist nicht zuletzt fchulb nm Verfall bes beutschen Hanbwerks. Haus unb Familie müssen roieber die Träger völkischer Entwicklung werben. In biesem Zusammenhang ist bie Wahrung ber alten beutschen Heim- unb Wohnkultur besonders wichtig. Auf diesem Gebiete haben vor allem die modernen „praktischen" Erfindungen großen Schaden angerichtet. Eine öbe Sachlichkeit vernichtete ben Sinn für bas Gemütliche. Der architektonische Stil, ber in ben letzten Jahren modern wurde, war ber Ausbruck einer nüchternen, seelen- | losen Zeit, die sich in ber reizlosen Erfinbung ber I Stahlmöbel befonbers charakteristisch ausprägte. 1 Dieser neue Geist, ben man zu Unrecht fortschrittlich I nannte, zeigte sich auch im Häuserbau in einer Wir» | kung, welche die Arbeit des Handwerks stark be» einträchtigte. Wenn auch manchmal hygienische Gesichtspunkte maßgebend waren, so spürte man doch hinter allen diesen Experimenten die Sucht, alles zu verwischen, was irgendwie mit der guten alten Tradition zusammenhing. Das ganze öffentliche Le- den stand im Zeichen dieses phantasielosen Erneue- rungswahnes. Der Handwerker, der für die Ge- ftaltung deutschen Familienlebens von größter Wichtigkeit ist, wurde immer mehr in den Hinter- grunö gedrängt und fristete schlecht unb recht sein Dasein. Man roanbte sich nur an ihn, wenn man ihn unbebingt brauchte, unb bie Aufträge, bie er erhielt, waren klein unb nichtssagend) unb trugen ihm höchstens ein paar Groschen ein. Lehrlinge und Gesellen mußten entlassen werben, und ber Meister selbst saß einsam in feiner Werkstatt unb wartete vergeblich auf bie Kunben. Die Warenhäuser vernichteten bie Werkstätten, das laufende Band war schneller als die Arbeit der Hände, die Suggestion der „kleinen" Preise verfehlte nicht ihre Wirkung. An Stelle der soliden, handgefertiqten Ware wurden Serienerzeugnisse gekauft. Es ist kein Wunder, wenn das deutsche Handwerk auf diese Weise immer mehr verkümmerte. Es war hoch an der Zeit, daß die nationalsozialistische Bewegung dem Treiben gewissenloser Kon» lunfturunternehmer Einhalt gebot. Der geistige Gehalt des Nationalsozialismus, seine Moral und die Durchschlagskraft seiner schöpferischen Energien sind die stärksten Bürgen für bie Rettung bes beutschen Handwerks vor dem endgültigen Zusammenbruch. Dies um so mehr, als schon im Handwerksgedanken an sich die schönsten und reinsten Absichten jeder echten nationalen Bewegung verkörpert sind: Ehrfurcht vor bem Erbe ber Väter unb ber voll- erhaltenben Arbeit ehrlich schaffender Hände! Handwerk und deutsche Kultur. Don Ministerialdirektor Dr. Wienbeck, Der Reichsstand des deutschen Handwerks ver- anstaltet vom 15. bis 22. Oktober eine Werbrwoche für das Handwerk unter dem Stichwort „Segen der Arbeitsbeschaffung im Kleinen". Es ist sicher, daß die zahlreichen Werbemaßnahmen, die selbstverständlich weitgehende Unterstützung durch amtliche Stellen gefunden haben, fast alle unsere deutschen Volksgenossen dazu anregen, über die Gegenwart und die Zukunft des deutschen Handwerks nachzudenken. Man wird hierbei entdecken, daß auch das deutsche Handwerk bei dem Umschwung zur nationalen Regierung eine wesentliche Rolle spielt. Dies ist schon aus der nüchternen wirtschaftlichen Umsatzzisfer von mehr als 10 Milliarden RM., oder aus der Zahl der Handwerksbetriebe von etwa 1,3 Millionen zu schließen. Viel höher aber als jeder Geld- und Zahlenwert muh die kulturelle Bedeutung des Handwerks für ucher deutsches Volk und Vaterland beachtet werden. Wir leben heute der Ueberzeugung, daß die praktische Lebenserfahrung und die Erziehung zum Kampf mit dem Leben mindestens eben so viel gelten müssen, als eine hoch gezüchtete wissenschaftliche Ausbildung. Wenn wir daher hören, daß immer noch 770 000 Lehrlinge im Handwerk gezählt werben und daß in Deutschland 4 750 000 gelernte Handwerker etwa je zur Hälite in der deutschen Industrie und in der Handwerkswirlschast tätig sind, so geht daraus die ungeheure B e d eu - tung des Handwerks für d i e deutsche Dolkserziehung hervor. Es ist bekannt, daß das Lebensalter vom 14. bis 18. Geburtstag, also das Lehrlingsalter, für die Erziehung des ganzen Menschen ausschlaggebend ist. Infolgedessen hat der Lehrmeister im Handwerk eine schwere, aber dank- bare Aufgabe, und er braucht dazu volle Autorität gegenüber dem Lehrling. Der neue Staat wird die BedeutungdieserMeisterlehrernit allen Mitteln schützen und erhöhen. Dazu gehört aber auch, daß das Amt des Lehrmeisters nur Persönlichkeiten von untadligem Charakter und bestem Können zuqestanden werden darf. Je höher der Nome „Meister", um so höher muß auch der Wert der Meisterarbeit angsehen werden. Es führt also eine gerade Linie von einer tiefgründigen Erziehung der Lehrlinge zu einer steigenden Einschätzung aller Handwerksarbeit. Für diese Handwerksarbeit, die den wesentlichen Teil der deutschen Qualitätsarbeit bildet, muß wieder Liebe und Achtung im deutschen Volk geweckt werden. Es handelt sich dabei nicht nur um das Kunsthandwerk, das am aller- mnsten vernachlässigt worden ist, sondern auch um die Stückarbeit aller Art, die auf den Geschmack des einzelnen Bestellers zugeschnitten werden kann. Gewiß haben die Massen, die kürzlich in Nürnberg unter dem Banner des Hakenkreuzes marschierten, einen hohen und unvergeßlichen Eindruck bester deutscher Handwerkskultur der mittelalterlichen Blütezeit des deutschen Kunsthandwerks empfangen. Reichslommissar für den Mittelstand. 2Iber auch allen anderen Handwerken, die nach Maß und auf persönlichen Bedarf hin arbeiten, wie z. B. Schneider, Schuhmacher, Spengler, Schreiner, Maler, Tapezierer, Maurer, Zimmerer, Schmiede und Schlosser bedürfen einer guten all- gemeinen und einer sehr großen technischen Ausbildung, um den höchsten Anforderungen an Hand- werkslettung gerecht zu werden. Spricht man also vom deutschen Handwerk, so muß man damit eine klar erkennbare, kulturelle Oberschicht des deut- scheu Gewerbes bezeichnen, die nicht auf Massen- wäre, sondern auf Einzelbestellung einer zahlungsfähigen Kundschaft arbeitet. Die Gefamterziehung des Handwerks von der Lehrwerkstatt über die gewerblichen Schulen und während der Gesellenjahre bis zur Meisterprüfung muß auf dieses Ziel gerichtet sein. Ja, man muß das alte Goethewort, daß aller Kunst und allem Können das H a n d - werk vorauszugehen habe, auf die eigentliche hohe Kunst, Architektur, Plastik, Malerei usw. anwenden. Diese Ueberzeuaung hat sich in Künstlerkreisen schon Bahn gebrochen, und sie wird immer wieder dadurch gestützt, daß deutsche Künstler höchsten Ranges vielfach aus dem Handwerk hervor- gegangen sind. Gerade die „Arbeitsbeschaffung im Kleinen" führt zu dem hohen Ziel, das hier gezeigt wird. Es muß in jeder deutschen Familie ein dringendes Streben erwachsen, einzelne vollendete Leistungen der H a n d w e r k s a r d e i t zu erwerben und zu besitzen. Mag es auch nur ein einzelnes Möbelstück, ein Bucheinband, ein Schmuckoder ein hochwertiger Gebrauchsgegenstand sein, er wird stets, wenn er die höchste Handwerksleistung darstellt, eine Auszeichnung für den Her- steller, wie für den Besitzer und oft ein wertvolles Erbstück für Generationen bilden. Aber auch wenn man nicht so weit gehen will, muß doch gute Handwerksarbeit, etwa in Kleidung und Wohnung, der Wunsch aller derer sein, die sich als Kulturmenschen fühlen wollen. Neben die Erziehung des Handwerks muß also die Erziehung des Dolksgeschmacks treten und die Ueberzeugung, daß gute Handarbeit auf die Dauer gesehen noch immer a m billigten und beften ist. Don diesem Ziele sind weite Dolkskreise ohne Rücksicht auf ihre Vorbildung leider noch weit entfernt, und zwar lediglich deshalb, weil ihnen jegliche kulturelle Schulung gefehlt hat. Man möge daher das Handwerk in die Lage versetzen, immer wieder durch Ausstellungen, Messen und Vorführungen, durch Belehrung an allen Bildungsstätten seine Kunst und sein Können nachzuweisen, vor allem auch bei öffentlichen Aufträgen! Man möge den besten deutschen Handwerksmeistern hohe soziale und gesell- schaftliche Bedeutung zumessen, und man möge sie zur Mitwirkung an den wirtschaftlichen und kulturellen Aufgaben von Staat und Gemeinde berufen. Es wird bann die Handwerksarbeit, die immer im wesentlichen im Einzelauftrag, alfo in der Arbeitsbeschaffung im Kleinen bestehen wird, eines der Mittel werden, welches Deutschland auf friedlichem Wege an die Spitze aller Kulturvölker führen wird. Kunst und Wissenschaft. Tagung der Deutschen Akademie in München. Die Akademie aut wissenschaftlichen Erforschung uno Pflege des Deutsch- Iums — Deutsche Akademie — veranstaltete in München ihre 7. Hauptversammlung. Der I. Präsiden, Geh. Rat Prof. Dr. von Müller, wies auf die gefährdete Lage hin, in der sich gegenwärtig die Akademie befinde. Es habe den Anschein, als ob sich alle Länder nach außen hin abschliehen wollten, während es doch auf geistigem Gebiete nur gegenseitigen Austausch der Güter und Errungenschaften geben könne. Da die Deutsche Akademie sich grundsätzlich von der Politik fernhält, ist auch ihr Wirken befreit von dem Verdacht jeder politischen Tätigkeit. Der von der Akademie der bildenden Künste vollzogenen Wahl der folgenden Künstler zu Ehrenmitgliedern der Akademie, nämlich des Malers Professor Josef Dornberger in München, des Bildhauers Prof. Wilh. Gerstel in Berlin, des Architekten Dipl.-Ing. h. c. Hans Hertlein in Berlin, des Bildhauers Prof. Richard Knecht in München, des Malers Prof. Hert- lein in Berlin, des Bildhauers Prof. Ulfert Jansen in Stuttgart, des Malers Prof. Dr. phil. h. c. Artur Kampf in Berlin, des Malers Hans Lichtenberger in München, des Bildhauers Pros. Hubert Netzer in Düßeldorf-München, des Malers Prof. Bernhard P a n k o k in Stuttgart, des Malers Prof. Paul P l o n t k e in Berlin, des Architekten Prof. Dr. ing. h. c. Paul Schmitt- Henner in Stuttgart, des Malers Prof. Eduard Thöny in Holzhausen und des Architekten Prof. Paul Ludwig Tro ost in München, ist vom Staatsministerium für Unterricht und Kultus die Bestätigung erteilt worden. * Die Deutsche Akademie ernannte folgende Senatoren: Reichsstatthalter General Ritter von Epp, Dr. Eckener, Friedrichshafen: Professor Junkers, Dessau; Reichsbischof Müller, Berlin; Vizeadmiral von Trotha, Berlin; August van Finck, München; Oberkonsistorialrat D. H e k - kel; Bischof Berning, Osnabrück; Dr. Ludwig Klages; Geheimrat Prof. Dr. Karl von Kraus, München; Dr. Guido Kolbenheyer, München; Dr. Oswald Spengler, München; Verleger Gustav Fischer, Jena; Pfarrer Dr. h. c. Pinck, Hambach (Lothringen); Prof. Dr. von Srbik, Wien; Geheimrat Prof. Dr. Voh 1 er, München; Staatsrat Prof. Dr. Wiegand, Berlin. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 15. Oktober. 18. Sonntag nach Trinitatis. Sladkkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Mahr; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfr. Mahr; 18: Pfr. Becker. — Zohanneskirche. 9.30: Pfarrassistent Dörfern; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfarr- assistent Dörfern; 18: Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Iohannessaal; Pfr. Lenz. — Kapelle des Alten Friedhof». 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Lmheracmeinde; Pfr. Lenz. — petrus top die. 9.45: Pfr. Ausseid; 18: Pfarrassistent Surfer.— Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Jo» hannesgemeinde; Pfr. Ausfeld.— wiefeck. 9.30: Fest- gottesdienst; Chorjchule; Kollekte. — Altcn-Luserf. 9.30. — Großenduserf. 10.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst. — Albaw. 12.30; Pre- digtgottesdienst. — Steinbach. 9.30: Gottesdienst und Abendmahl für die Alten; Kollekte. — ftlein-Cinben. 10: Festgottesdlenst; 11: Kindergotlesdienst. — Heuchelheim. 10: Gottesdienst in der Turnhalle aus Anlaß der Handwerker-Werbcwoche unter Mllwir- tung eines Kinderchores; Kollekte. Das Abendmahl findet eine Verlegung auf den 22. Oktober. 13. Erster Kinderaoitesdienst für die Sechs- bis Achtjährigen; 13 45: Zweiter Kindergotlesdienst für die Neun- bis Elfjährigen. — Lollar. 9: Feldgottesdienst anläßlich des Beginns der Handwerkerwoche. — Kirchberg. 10.15: Feldgottesdienst anläßlich des Beginns der Handwerkerwoche; 11: hl. Abendmahl für die jungen Männer und Frauen von Lollar. — Mainzlar. 13: Erntedankfeft-Gottesdienst, hl. Abendmahl für die alten Gemeindeglieder. — Garbcnteich. 10. — hausen. 13. — Watzenborn-Steinberg. 13.15: Haupt- gottesdienst; Kandidat Schemel; 14.15: Kindertirche; Kandidat Schemel. — Gröningen. 10: Hauptgottesdienst; Kandidat Schemel. — Lich. 9.30: Stistsdechant Kahn; Kirchen- und Posaunenchor; Kollekte; 20: Erntedankfest der Kinderkirche; Erntedankfestspiel; Kollekte. — Langsdorf. 11: Adendmahlsseier für die Alten; 20: Predigtgotlesdienst. — Dettenhausen. 9: Predigtgottesdienst; 10: Adendmahlsseier für di« Allen. katholische Gemeinden. Samstag, 14. Oktober. Gießen. 16.30 und 19 Uhr. Beichte. Sonntag, 15. Oktober. 19. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt zur Eröffnung des Deutschen Handwerkertages; U.- Messe mit Predigt; 17.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt.— Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. — Lich. 9.30: Hochamt mit Predigt; 20: Dortrog und Andacht. Gießen. An den Werktagen ist die Rosenkranzandacht Montag, Mittwoch und Freitag um 20 Uhr; Dienstag, Donnerstag und Samstag um 18 Uhr. Mittwoch, 18. Oktober. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. veffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244'45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Frau Dr. Marx, Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr. meci. Petsch. Apotheke: Engelapotheke. Zur Me des deutschen Bandwerks Mißt das Uhrmacher- und Goldschmiede-Handwerk die Leistungen seines Faches in bestem Lichte. — Die Schaufenster der uns angeschlossenen Fachgeschäfte bieten das Neueste an zuverlässigen guten Uhren, edlem Schmuck und Bestecken und damit auch die rechte Auswahl für Geschenke, die Freude bereiten. — Ihre Werkstätten empfehlen sich für sorgfältige Ausführung von Reparaturen und Umarbeitungen lilliiiiiiiillUIiiiiiillllllillliilllliliBIinBIlillllllillilliiiiliiUIIiilllllliiliillliiiUIIIIIIIIIIillliilllliiiiiillliliiiillillliililillililiillliliilillllill 6353D Freielönung Her Gtirmacher undfiolilscliniieile Bieden nn Flugbelr.eb im FLegorloger Marburg (Lahn) Dr. Müllers Privatlehranstallen Ingenieurschule Jlmenau Me.chm«n-u F.lrktrotedinik Auto-U-Flufirugl LehrVebrxk füfPnktikanten.Wtrkmetilerebteih Schale und Schftlerbeln in gcs. Waldinge. UKuv. Erziehung u. Schulung VLOI.Vor- bcuffunggeg Zeitverlust.Oll-Reifeu Abitur. 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