"schaff. che Anleihen und späte B.‘ i erfuhren keine Veränderung nngsnweau. Togesgeld war ju nvorausjaqe. fltsit hat sich mit verschiedenen ausgebreite, und sehr schnell mlchiag eingeleitet Da an der Trucksystems über die britischen ^hlere Lustmassen abwärts ilie- Setter sich zunächst unfteundlich eiterhin Niederschläge austreten, Schauer übergehen. ür Donnerstag: Wechselnd eres Wetter, noch schauerartige. ür Freitag: Bewölkt mit ufljeiterung, Rückgang der Nie- och noch einzelne Schauer. DOL IHNPASTA °Möbel, Leder: fnwnderbor^ ttoleumB .enDau und Elel ienu& -- uuprkt r * * hirloH^. de VOB' laus öiböLNe roch Premiere ite Rundfankteno ^emTontUm , 13.Ä Crt)°lf. iben fi* &ei oetljQi, ■ ^"chte Ss^"» ba6Ph'ULalio" n. ?“,°8in k" ^orsenslunÄ 11 plus 1,651V U5 ü-f). lrlt9«biekn {r?Ju ,rn)äf)nen. ’on 0,51)15 1* i,d) Erh°. mbesiK unk ~P, 0,15 v. .6, ^ichsbahnvoÄ^°^°"ds ^ÄbneimÄlun^in nbert, fiSI Wen Tvlb. etrnnc (*2 ?il0n5'1'a^bri-ie hmö576e"^™*” Wien konnten sich Anatolier S5niEr ^'!-nbahn L Floren. 2m Berlause war besel igt, und die durchichnitt- !I beugen l v.5>.M ^. hwankungen, waren aber p« r- ^Q5 Gesckäit murh» ink.n.» m 215 Svühausgabe 185. Jahrgang Donnerstag, 14. sepfember 1955 Erfchelnr lögltd), autz« Sonntags und Feierlags Beilagen; Die 3nuftnerte ©ießener Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholl» Monatr-Bezugrpret»: -'«mit 4 ‘Beilagen RM.1.95 Ohne Jllusttierl« . > 80 Zustellgebühr . . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siehen. poftschecttonto: firanffurt am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfilälr-Vuch- unö Stdnörucferd R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Fttedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn- zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen. Des deutschen Volkes Kamps gegen Hunger und Mir. Nie Organisation des Winterhilfswerks.-Der Führer und Reichspropagandaminister Nr. Goebbels sprechen über Grundgedanken und Durchführung. Berlin, 13. Sept. (TU.) Im Thronsaal des Valais Prinz Leopold, dem Sitz des Reichsmini- fteriums für Volksaufklärung und Propaganda, fand am Mittwochmittag auf Einladung von Reichsminister Dr Goebbels ''eine Kundegbung anläßlich der Konstituierung des Ausschusses zum Kamps gegen Hunger und Kälte statt. An der Kundgebung, in der das großzügige soziale Hilfswerk für den kommenden Winter bekanntgegeben wurde, nahmen neben dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und dem Reichspropagandaminister Dr. Goebbels Bizekanzler von P a p e n . Reichsinnenminister Dr. Frick, Reichs- wchrminister von Blomberg, Reichsjustizmini- ftcr Dr G ü r t n e r, die Staatssekretäre der Reichsund preußischen Ministerien, Vertreter fast aller deutschen Länder, die Oberpräsidenten der preußischen Provinzen usw. teil. Der Kreis der geladenen Gäste setzte sich zusammen aus den führenden Männern der nationalsozialistischen Bewegung, insbesondere der NS.-Volkswohlfayrt und aller anderen Wohlfahrtsverbände, sowie der Wirt- schastsvertretungen. Staatssekretär Funk eröffnete die Kundgebung mit einem Dankeswort an den Führer, daß er die Durchführung der gewaltigen Aufgabe dem Reichspropagandaministerium zur Pflicht gemacht habe, lieber Zweck, Aufbau und Organisation des Hilfswerks sprach dann in längeren Ausführungen Recchsmimster Dr. Goebbels In einer Riefenkraftanstrengung, führte Dr. Goebbels aus, fei es der Reichsregierung gelungen, die furchtbare Ziffer der Arbeitslosigkeit um über 2 Millionen z u senken. Man müsse jedoch damit rechnen, daß für den kommenden Winter noch weiterhin eine Millionenanzahl von Volksgenossen erwerbslos bleibt. Die Regierung fei nicht gewillt, sie ihrem eigenen Elend zu überlassen; sie habe den Plan gefaßt, in einem noch nie vage wesenen grandiosen Hilsswerk schützend an ihre Seite zu treten und ihnen die Ueberbauerung des Winters ohne allzu große Not möglich zu machen. Dieses Winterhilfswerk sei keine private Fürsorge, sondern eine Aktion, die von der Regierung selbst geleitet und vom ganzen Volk getragen werde. Jeder einzelne Volksgenosse sei mit dafür verantwortlich, daß sie gelingt. Niemand werde sich davon ausschließen dürfen. Was am 1. Mai zum erftenmale demonstrativ in Erscheinung trat, das werde hier in der Tat leben- big werben: Die Schranken, bie Bürger unb Proletarier ooneinanber trennen, seien niebergerissen. Die Negierung werbe Vorsorge treffen, baß bie- ses Winterhilfswerk mit ben saubersten unb anständigsten Verwattungsmethoden durchgeführt werde, die überhaupt denkbar seien Um den Notleidenden auch äußerlich zu zeigen, daß die ganze Nation mit ihnen fühlt, soll i n jedem Monat der erste Sonntag ihnen gewidmet sein. In großen Straften- und häusersammlungen würden die Mittel für die Durchführung dieser Aktion herbeigeschafft werden. Die Regierung richte an die gesamte deutsche Oeffentlichkeit den Appell, an diesen Sonntagen mittags ledig lich ein Eintopfgericht im Preise von höchstens 50 Pfennig pro Person zu verzehren. Ein gleiches solle auch in Gastwirtschaften und Hotels durchgeführt werden. Die dabei ersparten Gelder würden ohne Abzug in die grofte hilfs- kasse hineingegeben. Der Reichsminister machte im weiteren Verlause seiner Rede nähere Angaben über die Organisation des Winterhiisswerks im einzelnen und teilte mit, daß an der Spitze des Werkes die R e i ch s f ü h r u n g des Winterhilfswerkes mit dem Sitz in Berlin steht. Bei ihr liegen die Aufgaben der Organisierung des Winterhilfswerkes. Für das ganze Reich sind einheitliche Sammelsonntage vorgesehen. Für Geldsammlungen sind mit den Angestellten und Leamtenverbänden Verhandlungen zwecks gestasfelter Abzüge zugunsten des winterhilsswerkes auszunehmen. Inhaber von Dank- und Postscheckkonten werden ausgefordert, monatlich einen bestimmten Betrag von ihrem Konto abbuchen zu lasten. Einen nicht unwesentlichen Ertrag für das winterhilss- werk ,oll eine über bas ganze Reich verbreitete 50-Pfennig-Straften-Brief-Lotte- r i e einbringen. Für Spender, die monatlich einen abgemessenen Betrag zeichnen, ist eine kleine Plakette mit der Aufschrift „wir helfen?" vorgesehen, die die Spender an ihren wohnungs- türen befestigen können und die sie von weiteren Sammlungen befreit. Bei ben Straßen- und Haussammlungen gelangen besondere Abzeichen zur Ausgabe. Plaketten und Abzeichen haben für jeden Monat eine bestimmte Farbe. Das gesammelte Bargeld soll grundsätzlich nur für den Einkauf von Lebensrnitteln, Heizmaterial usw. verwendet werden. Massenspeisungen sollen nur für diejenigen veranstaltet werden, die keinen eigenen Herd haben. Die Lebensmittelsammlungen auf dem Lande sollen möglichst in der Erntezeit Reichspropagandaminister Dr. Goebbels bei |enier großen Ansprache. In der ersten Reihe von links nach rechts: Vizekanzler von Papen, Reichsjustizminister Dr. Gärtner, Reichswehrminister von Blomberg, der Kanzler, Reichsinnenminister Dr. Frick unb Staatssekretär Dr. Lammers. E - w. ■ ..... / in........'................. .......... burchgeführt werben Die Sammlungen bei ben Lebensmittel-Großhanblungen unb bei ben kleinen Geschäften kommen in ber Form zur Durchführung, baß von ben Geschäftsinhabern Menge unb Art ber zur Verfügung gestellten Waren in Sammellisten eingetragen werben, bie bie Grunblage für bie spätere Ausgabe von Bezugsscheinen bilben. In aleidjer Weise soll bei ber B r e n n st o f f - unb Kleiberbeschafsung verfahren werben. Für bie Spenben bes Winterhilsswerkes gewährt bie Deutsche Reichsbahn Frachtfreiheit. Weiterhin werben burch bie örtlichen Ausschüsse bes Winterhilfswerkes mit Theater-, Film- unb Konzertbetrieben Vereinbarungen bahin getroffen, baß von biefen Betrieben in möglichst großem Umfange Freikarten für bie notleibenbe Bevölkerung zur Verfügung gestellt werben. Ferner sollen Vergnügungsstätten ben Reinertrag eines Abends abliefern. Als Gegenleistung dafür erfolgt die Bekanntgabe dieser Vergnügungsstätten im Rundfunk. Der Reichsminister teilte mit, daß die Reichsregierung, wie oisher, ihre repräsentativen Pflichten auf das allergeringste Mindestmaß einschränken werde und schloß mit den Worten: Einer tritt für alle ein und alle für einen. Das Volk wird eine Not - und Brotgemeinschaft fein, und das Wort, das wir im Kampf um die Macht zu unserer Parole erhoben haben, soll nun, da wir im Besitz der Macht sind, beglückende Wirklichkeit werden. Gemeinnutz geht vor Eigennutz! Re'chskanzter Adolf Hitler trat dann vor das Mikrophon, um folgende Ansprache zu halten: Meine Herren! Diele Jahre haben wir im Innern gegen den Gedanken der internationalen marxistischen Solidarität gekämpst. Wir haben in dieser vermeintlichen internationalen Solidarität nur den Feind wirklicher nationaler Einstellung gesehen, ein Phantom, das den Menschen wegzog von der einzig vernünftigen Solidarität, die es geben kann: von der Solidarität, die blutmäßig ewig begründet ist Wir sind uns aber auch immer klar darüber gewesen, daß man diese Vorstellung nicht beseitigen kann, ohne die andere an ihre Stelle treten zu lassen. Daher muß als Motto über dieser großen Hilfsaktion das Wort stehen: „Nationale Solidarität" Wir haben die internationale marxistische Solidarität innerhalb unseres Volkes zerbrochen, um ben Millionen deutscher Arbeiter eine andere, bessere Solidarität dafür zu geben. Ls ist bie Solidarität unseres eigenen Volkes, die unzertrennliche Verbundenheit nicht nur in glücklichen, sondern auch in schlimmen Tagen, die Verbundenheit nicht nur mit denjenigen, bie vom Glück gesegnet sind, sondern auch mit denjenigen, die vom Unglück verfolgt sind. Wenn wir diesen Gedanken der nationalen Solidarität richtig aufsassen, dann kann es nur e i n Gedanke bes Opferns fein, d. h. also, wenn ber eine ober anbere sagt, man würbe babei zu stark belastet werben, man müsse ja immer roieber geben, bann kann man nur erroibern: „Das ist nun einmal ber Sinn einer wirklichen nationalen Solibarität. Im Nehmen kann bie wirkliche nationale Solibarität ihren Sinn nicht haben" Wenn ein Teil unseres Volkes durch Verhältnisse, an denen alle mit Schuld sind, in Not geraten ist, unb ber anbere, vorn Schicksal bavon ausgenommen, nur einen Teil ber Not freiwillig auf sich zu nehmen bereit ist, bem ber anbere burch ben Zwang ausgeliefert ist, bann sagen wir: Ls soll mit Absicht einem Teil unseres Volkes eine gewisse Rot mit aufgebürbet werben, damit er dadurch hilft, die Rot des anderen Teiles erträglicher zu gestalten. Je größer die Bereitwilligkeit ist, ein solches Opfer aus sich zu nehmen, um so schneller wirb man bie Rot der anderen Seite dadurch mindern. Jeder muß verstehen, daß sein Geben überhaupt nur dann im Sinne ber Herstellung einer wirklichen Volksgemeinschaft einen wert hat, wenn dieses Geben für ihn ein Opfer bedeutet. Nur so kann man letzten Endes diese höhere Solidarität aufbauen, zu der wir hinstreben müssen, wenn wir die andere überwinden wollen. Wenn das ganze Volk richtig erfaßt hat, daß diese Maßnahmen für jeden ein Opfer bedeuten müssen, dann wird aus diesen Maßnahmen heraus nicht nur eine Milderung der materiellen Not eintreten, sondern es wird noch etwas viel Gewaltigeres herauskommen, es wird daraus die Ueberzeugung wachsen, daß die Volksgemeinschaft nicht ein leerer Begriff ist, sondern daß sie w i r k l i ch ein lebendiger ist. Wir benötigen in dem schweren Kampf der Nation diese Gemeinschaft mehr denn je. Weckn Deutschland vom Glück gesegnet wäre, dann könnte man vielleicht ihre Bedeutung etwas geringer einschätzen, da wir aber schwere Zeiten zu erfragen haben, müssen wir uns darüber klar sein, daß wir sie nur bann überroinben können, wenn unser Volk wie ein einziger Stahlblock zusam m e n h ä 11. Das werben vir nur bann erreichen können, wenn die Millionenmassen, die nicht vom Glück gesegnet sind, das Gefühl bekommen, daß die vom Glück mehr Begünstigten m i t ihnen fühlen unb bereif sind, freiwillig ein Opfer a u f s i ch zu nehmen, um damit vor aller wett bie unzertrennliche Verbundenheit unseres Volkes zu dokumentieren. Was das deutsche Volk dadurch heute an Opfern bringt, das wird — dessen kann jeder überzeugt sein — mit Zins und Zinseszins unserem Volk auf diesem Wege zurückerstattet werden. Denn was sind alle materiellen Opfer, die man freiwillig bringt, gegenüber dem größten Geschenk, nämlich dem Geschenk, ein gemeinsames, einheitliches Volk zu fein, das sich als zusammengehörig fühlt und bereit ist. seinen irdischen Schicksalsweg auch gemeinsam anzutreten und gemeinfam durchzukämpfen. Der Segen, der aus dieser Gemeinsamkeit, aus dieser nationalen Solidarität kommt, ist viel gewaltiger und viel nützlicher als das Opfer, das der einzelne Mensch nun dafür bringt. Diese große Aktion gegen Hunger und Kälte muß unter dem Motto stehen: Die internationale Solidarität des Proletariates haben wir zerbrochen. Dafür wollen wir aufbauen bie lebenbige nationale Solidarität des deutschen Volkes. Bereits über 2 Millionen Reichsmark für das Winterhilsswerk der Reichsregierung gespendet. Berlin, 13. Sept. (WTB.) Das Reidjsminiftc- rium für Volksaufklärung und Propaganda teilt mit: Die Kundgebung zur Eröffnung des winfer- karnpfes gegen hunger unb Kälte hat bereits am ersten Tage ein unerwartetes Ergebnis gezeigt. Es würben schon in ben ersten drei Stunden nach der Beendigung der Kund-» gebung gezeichnet: 1. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, Reichsleitung München 100 000 Reichsmark; 2. Verlag des „völkischen Beobachter". Zentralverlag Franz Eher Rachsolger, München 100 000; 3. Gau Groß-Berlin ber RSDAP. 50 000; 4. Gau München-Oberbayern ber RSDAP. 50 000; 5. Kreise unb Ortsgruppen bes Gaues Groß-Berlin der RSDAP. 100 000: 6. Daimler-Ben, AG.. Slult- garf-Untertürkheim, 50 000; 7. Reichskredifgesellschaft AG., Berlin, und deren Schwesterunternehmen 30 000; 8. (Kommen- und Privatbank AG.» Berlin, 30 000; 9. Deutsche Bank und Discontogesellschasf, Berlin, 50 000; 10. Dresdner Bant, Berlin, 50 000; 11. Deutsche Arbeitsfront 200 000; 12. Bercingte Glanzsfosfabriken, Wupperlal-Llberfeld, 50 000 13. JG.-Farbenindusfrie AG. 1 000 000; 14. Bayrische Motorenwerke, München, 50 000; 15. Bayrische Stirf- sfosswerke AG., München-Berlin, 50 000; 16. Viktoria Versicherungsgesellschaft, Berlin, 50 000 Reichsmark. Ls find somit bereits am er ft en Tage über zwei Millionen für das große soziale Hilfswerk der Reichsregierung gespendet worden. Mehrere große Unternehmungen, die mit ihren SchwesfetgeseUschaffen zusammen genannt werden wollen, haben bereits heute für den morgigen lag gleichfalls größere Summen angezeigt. Deutsche Arbeitsfront und ASBO. trauern um Muchow. Berlin, 13. Sept. (CNB.) Der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley hat anläßlich des tragischen Todes des stellvertretenden Leiters der NSBO. und Amtsleiters der Orga- nifationsabteilung ber Deutschen Arbeitsfront Pg. Reinholb Muchow für alle Dienststellen ber DAF. unb ber NSBO. folgenbes angeorbnet: 1. Alle Kundgebungen ber Arbeitsfront unb ber NSBO., die nicht durchaus ernsten a r • beitsmäßigen Charakter tragen, insbesondere also auch alle geselligen Veranstaltungen sind bis zum 1. Oktober 1933 verboten. 2. Sämtliche Fahnen haben bis zu diesem Termin Trauerflor anzulegen. 3. Sämtliche uniformtragende Mitglieder der NSBO. und der Deutschen Arbeitsfront tragen bis zum 1. Oktober Trauerflor um dis Hakenkreuzarmbinde. 4. Sämtliche Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront und der PO. haben am Beisetzungstage auf zwei Minuten den Dienst zu unterbrechen und des verunglückten Kameraden zu gedenken. SA-Gruppenführer ins preußische Kultusministerium berufen. Berlin, 13. Sept. (TU.) Der preußische Kultusminister Rust berief an bie Spitze ber Schulabteilung bes Kultusministeriums ben Stubienrat Gustav Zunke 1 aus Weimar, ber als Gruppenführer bem Stabe bes Obersten SA.-Füh- rers zugeleilt unb vom Stabschef Röhm zu bicsem Zweck beurlaubt ist. Damit hat ein alter bewährter nationalsozialistischer Kämpfer bie wichtigste Abiei- lung bes Kultusministeriums übernommen. Zunkel itanb schon seit 1929 an ber Spitze der SA. in Thüringen. 1932 wurde er zum Gruppenführer, 1933 als Vertreter der SA. zum thüringischen Staatsrat ernannt. 1886 geboren, aus einer alten thüringischen Pfarrerssamilie stammend, wandte er sich nach Ablegung seines Abiturienten- eramens dem Studium alter Sprachen zu, machte 1911 fein Staatsexamen und lehrte bis zum Kriege in Jena am Gymnasium. Während des Krieges stand er an der Front. Nach dem Kriege war er am Realgymnasium in Weimar tätig. Unter der ersten thüringischen Regierung war er Fachreferent für höheres Schulwesen. Kurhessen und die Großhessische Kirche. Der Kasseler Landeskirchentag beschließt abzuwarten. Kassel, 13. Sept. (WEN.) Hier wurde der Landeskirchentag mit einem Gottesdienst eröffnet. Die eigentlichen Verhandlungen fanden im Sitzungssaal des Rathauses statt. Es wurde bekanntgegeben, daß Präsident Dr. Bähr zum 1. Oktober 1933, ferner Landesoberpfarrer D. Möller, die Landespfarrer D. Dettmering und D. Fuchs zum 1. Januar 1934 in den Ruhe st and treten. Hierauf wurde Zum Vorsitzenden des Landeskirchentages Metropolitan a. D. Dithmar, früher in Wilhelmshöhe, jetzt in Homberg, einstimmig gewählt. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung der Sitzung war die Frage der groß- hessischen Kirche. Obwohl die Landeskirchen Hessen-Kassel, Hessen-Darmstadt, Nassau und Frankfurt a. M. schon seit Jahren bemüht sind, sich zusammenzuschließen, haben die Versuche bis jetzt zu keinem Ziel geführt. Noch am vergangenen Freitag hat Ministerialdirektor Jäger als Bevollmächtigter des Landesbischofs Ludwig Müller bei einer Zusammenkunft der Vertreter der vier Landeskirchen in Kassel einen Weg gesucht, die bestehenden Schwierigkeiten zu überwinden. Man kam jedoch dahin überein, die demnächst bevorstehende Reichsländerreform abzuwarten, um nicht durch eine Neuordnung auf kirchlichem Gebiet d i e politische Neueinteilung z u erschweren. Zur Weiterführung der Verhandlungen über die künftige Gestaltung der Landeskirche — sei es im Sinne eines Zusammenschlusses mit Nach- r barkirchen, sei es auch im Sinne einer selbständigen ' Landeskirche in einer etwa entstehenden selbständigen Provinz Kurhessen — wurde einmütig Dr. Paulmann bevollmächtigt. Dr. Paulmann vertritt die Kasseler Landeskirche auch auf der Natio- nalsynode. Die Aufgaben der Akademie für deutsches Recht. München, 13. Sept. (TU.) Einem Mitarbeiter der „Münchener Neuesten Nachrichten" stellte Reichsjustizkommissar Justizminister Dr. Frank bedeutsame Ausführungen über die Aufgaben der Akademie für deutsches Recht zur Verfügung. Bekanntlich wird die feierliche Proklamierung dieser Akademie auf dem Deutschen Juristentag in Leipzig erfolgen. Nach den Darlegungen des Ministers will die Akademie für deutsches Recht einmal d i e in a n - nigfachen Kräfte des volksverbundenen Juriftentumes zufammenfas- f e n und die gemeinsame Arbeit aller gutwilligen Sachverständigen auf dem Gebiet des Rechts und der Wirtschaft in den Dien st des Rechts und damit des Volkes st elle n. Sie wird zu diesem Zweck ihr Augenmerk auf die Heranbildung des juristischen Nachwuchses wenden und zwar durch Einflußnahme auf die Gestaltung des juristischen Hochschulunterrichts, des Prüfungswesens und des praktischen Vorbereitungsdienstes. Sie wird ferner die Träger der Wirtschaft in der Auswahl geeigneter Persönlichkeiten für die ^telleniresetzung beraten. Eine weitere Obliegenheit der Akademie für deutsches Recht wird die fortlaufende Kontrolle des Rechtslebens fein. Unzweckmäßige Wege der Gesetzgebung, Mißstände in Verwaltung oder Rechtsprechung, fühlbare Lücken im Rechte wird sie zum Gegenstand der Kritik machen. Dor allem wird sie bei den nötigen Reformen des Rechts mitzuarbeiten haben. Endlich dient die Akademie der Pflege der Rechts- und Staatswiffenschaft durch Veranstaltung Din Vorträgen und Kursen, Stellung von Preisangaben usw. Sie wird auch in Fühlung mit ähnlichen Organisationen des Auslandes treten. Lleber 10000 Eigenheime für Angestellte gesondert. Berlin, 14. Sept. (VDZ. Funkspruch.) Die Reichsversicherungsan st alt für Angestellte, die nicht nur den Wohnungsbau im großen, sondern auch den Eigenheimgedanken durch Kredit- Denkmaipsiege. Von Dr. Olga Block. Am 15. und 16. September findet in Kassel eine große Tagung für Denkmalpflege und Heimatschutz statt. Die Inflation mit ihren schwerwiegenden Folgen brachte die Einschränkung, ja vielfach Stillegung d:r Denkmalpflegearbeiten, die der deutsche Reichstag durch jene denkwürdige Verordnung „Zum Schutzs der Denkmäler und Kunstwerke" vom 8. Mai 1920 in Verbindung mit den Preußischen Aussührungsbestimmungen vom 7. Februar 1921 zu einer Reichsangelegenheit erhoben hatte. Mit Hilfe dieser beiden Gesetze, mit denen sich die seit einem Jahrhundert bei uns in Deutschland angestrebte Organisation eines staatlichen Denkmalschutzes vollendete, kann die Regierung heute in ganz besonders wirksamer Weise darangehen, die lleberrefte alter deutscher Kultur vor dem Untergänge sicherzustellen und die so wichtigen Dokumente nicht nur der Kunst, sondern auch der Geschichte zu erhalten. In diesem Sinne berief das Kultusministerium kürzlich eine deutsche Archäologin als Referentin für alle den Heimatschutz und die Denkmalpflege betreffenden Angelegenheiten. Spricht man von preußischer Denkmalpflege, so kommt wohl dem Fachmann der Name des ersten Generalkonservators der Kunstdenkmäler, Ferdinand von Q u a st ins Gedächtnis, der von Beruf Architekt war und auf Betreiben Schinkels laut jener Kabmettsorder vom l.Juli 1843 mit der Preußischen Denkmalpflege betraut wurde. Er erkannte daß die Grundlage schöpferischer Heimatforschung und Heimatpflege die Inventarisation des vorhandenen Materials, die eigentliche Aufgabe die Sicherung und Erhaltung der deutschen Denkmäler sein müße. Quasts grundlegende Pläne und Ergebnisse sind unserer heutigen Aufbauarbeit von allergrößtem Nutzen, bereits im Jahre 1885 unterstützte der Potsdamer Architekt Persius jene Gedankengänge durch die Einsetzung der Provinzialkonserva- toren, der Schaffung eines Organs, betitelt „Die Denkmalpflege", die in engem Zusammenhang mit dem „Preußischen Zentralblatt der Bauverwaliung" erschien und noch in unseren Tagen recht eigentlich das bestorientierte Organ auf dem Gebiet der Heimatpflege darstellt, das im übrigen mit allen deutsch arbeitenden Kreisen des Auslandes in Verbindung steht und über sämtliche Fragen das Auslandsdeutschtum unterrichtet. hergabe förderte, hat bisher über 10 000 Eigenheime von Angestellten mit ersten Hypotheken fördern können. Solche Hypotheken werden in einer Höhe bis zu 40 v. H. de s Gesamtwertes gegeben, sofern der Antragsteller Mitglied der Reichsoersiche- rungsanstalt für Angestellte ist und mindestens 30 v. H. Eigenkapital aufzubringen vermag. Der Kredit der Reichsversicherungsanstalt wird als erste Hypochek eingetragen, ist mit 5 o. H. jährlich zu verzinsen und mit 1 v. H. zu tilgen, so daß die Tilgung im allgemeinen nach etwa 37 Jahren beendigt ist. Diese Aktion zur Unterstützung des Eigenheimgedankens wird von der Reichsanftalt weiter fortgesetzt. Beförderungen in der preußischen Polizei. Göring legt die Uniform eines Generals der Landespolizei an. Berlin, 13. Sept. (TU.) Amtlich. Um seine enge Verbundenheit mit der preußischen Schutzpolizei auch äußerlich zum Ausdruck zu bringen, hat der Ministerpräsident Göring als Oberbefehlshaber der preußischen Polizei der ihm vorgetragenen Bitte der Mannschaften und des Offizierkorps folgend, sich entschlossen, die Uniform eines Generals der Landespolizei anzulegen. Der Ministerpräsident hat einem weiteren Wunsche der Mannschaften und des Offizierkorps Rechnung getragen, indem er dem Leiter der Polizeiabteilung im preußischen Innenministerium, Staatsrat und SS.-Gruppenführer Saluege in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um den Aufbau der Polizei mit dem Tage der Staatsratseröffnung zum General der Landespolizei und Befehlshaber der Polizei in Preußen ernannt hat. Gleichzeitig hat der Ministerpräsident in Würdigung der verdienstvollen Mitarbeit beim Aufbau der preußischen Schutzpolizei folgende Personalveränderungen verfügt: Der bisherige Chef des Personalamts im Innenministerium, Polizeioberst von Zeppelin, wird zum General der Landespolizei befördert und zum Chef der Schutzpolizei ernannt; weiter werden befördert: Zu Polizeiobersten: die Polizeioberftleutnants Wecke (Berlin) und von Oven (Ministerium des Innern, Berlin); zum Polizeioberftleutnant: der Polizeimajor Mülverstedt (Hannover) und zum Polizeimajor: der Adjutant des Reichsinnen- michsters Polizeihauptmann G a r s k i (Berlin). Das neue Bauerntum. Staatsrat Meinberg über die agrarpolitische Aufgabe im Lsten. Essen, 13. Sept. (CNB.) Auf dem von über 2000 Landfrauen und -töchtern besuchten Rheinisch- Westfälischen Landfrauentag betonte der Reichsobmann des Landstandes, Staatsrat Meinberg, in feiner Rede, daß der Bauer feinen H o f als Treuhänder zu verwalten und ihn in guter Verfassung seinen Kindern und Enkeln weiterzuvererben habe. Darum müsse die gesamte Agrarpolitik der Regierung darauf gerichtet sein, bas Bauerntum aus den Händen des mobilen Kapitals z u befreien. Eine der wichtigsten Maßnahmen zu diesem Zweck sei das Erbhofgesetz. Solange es noch liberalistische Konzerne gibt, erklärte der Redner, setzen wir der Gesellschaft in Deutschland, die uns den Preis diktiert, ein Bauernsyndikat entgegen, dessen Macht größer fein wird als die Macht des größten Konzerns, der jemals bestanden hat. Der Großgrundbesitz, fuhr Meinberg fort, soll nicht zerschlagen werden. „Aber wer kann von uns verlangen, daß wir mit dem Steuergroschen des deutschen Bauern und Arbeiters einen Großgrundbesitz entschulden, der bis über den Hals verschuldet ist und der nach der Entschuldung in zwei bis drei Jahren aufs neue verschuldet ist?" (Starker Beifall.) Man werde den Besitzern verschuldeter Güter die Möglichkeit geben, auf neuer Scholle neuaufzubauen, aber der überschießende Teil des Großgutes werde dazu benutzt werden, westfälische und rheinische Bauernsöhne im Osten bodenständig zu machen. Das sei vor allem zur Sicherung der deutschen Ost- Mit besonderem Nachdruck geht man in diesen Tagen daran, an den lebenden Denkmälern das Alte zu erhalten, in einem Sinne, daß das Alte ruhig als alt erscheinen kann und es nicht notwendig ist, unbedingt Restaurierungen oorzunehmen. Verfall und Schmutz verunstalten ein lebendes Bauwerk, aber — um ein Beispiel aus der Fülle der Probleme herauszugreifen — Patina und Schönheitsfehler wie verblichene Farbspuren am Mauerwerk, abgeschliffene Kanten an Säulen oder Kapitellen, Unregelmäßigkeiten zum Beispiel an Gewölben im Innern eines Domes läßt man im Geiste der Tradition und der Wissenschaft bestehen. Zu den schwierigen Aufgaben der Denkmalpflege gehörten schon immer die Fälle, in denen es überaus heikel war, erhaltend oorzugehen: Wo zum ursprünglichen Bau einer Kirche vielleicht im Laufe der Jahrhunderte Neubauten hinzugekommen find, Erweiterungen durch Kapellen oder Umbauten, die naturgemäß nicht im Geiste der früheren Ent- stehungszeit gehalten wurden. In unserer Gegenwart gaben unsere rheinischen Kaiserbauten, die Dome von Mainz, Speyer und Worms, der Kunstgeschichte und der Denkmalpflege allergrößte Rätsel auf. Bekanntlich gehört in Speyer die interessante Krypta mit den Kaisergräbern einer weitaus früheren Bauzeit an als das grandiose Hauptschiff, das man nun wiederherstellen ließ; in Mainz war das Wasser in die Fundamente des romanischen Domes eingedrungen und somit der Bau in größte Einsturzgefahr gebracht: der später von Deutschlands berühmtesten Barockarchitekten Balthasar Neumann geschaffene Mittelturm drohte fast in der Luft zu schweben, und gründlichstes Wissen um die schöpferische und zugleich historische Arbeit war geboten, um hier wirkliche Ergebnisse zu zeitigen. Es gilt im allgemeinen in der deutschen Denkmalpflege die Forderung, daß formale „Stileinheit" nicht notwendig, aber auch nicht zu verwerfen sei. Jedenfalls stehen in ihrem Dienste heute mehr denn zu anderer Zeit Geschichts- und Altertumsvereine. In manchen Ländern gibt es ganz besondere Denkmalschutzgesetze, so wurde in H e s s e n am 6. Juli 1902 jene denkwürdige Bestimmung getroffen, nach der rechtzeitig Maßnahmen zur Erhaltung deutscher Architekturdenkmäler getroffen werden müssen; daß Veränderungen an Bauwerken, die den deutschen Kunstwert beeinträchtigen könnten, zu unterlassen sind, usw. Vor kurzem konnte auf diese Weise in Kassel das barocke Wohnhaus des sriderizianischen Architekten Nah! vor der Abruchsgefahr bewahrt werden; die Stadt wollte an dem malerischen Platz, an dem dies Gebäude liegt, Baupläne durchführen, schließlich konnte das Denkmalpflegeamt hier tatkräftig eingreifen. grenze notwendig. Der beste Schutz des deutschen Volkes an der Ostgrenze seien niemals G e - wehre, sondern ein gesundes Bauerntum. Aus diesem Grunde müsse der Staat im Osten zwangsläufig siedeln. Der Neuaufbau -es Bankenfystems. Beratungen im Deutschen Industrie- und Handelstag. Berlin, 13. Sept. Der vorn Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelstages, D r. v. Renteln, einberufene Ausschuß für Kredit-, Geld- und Bankwesen beschäftigte sich heute unter dem Vorsitz von Baron von Schröder (Köln) mit Fragen der Neuorganisation des deutschen Bankwesens. Der Vorsitzende hielt eine Umbildung der Banken für unbedingt erforderlich. Er sah das Ziel dieser Umbildung in einer Aufteilung der Großbankfilialen in selbständige, regionale Banken, die wenigstens solange in st a a t l i ch e r Hand bleiben sollten, als nicht eine gesunde Privatwirtschaft sie wieder aus eigener Kraft übernehmen kann. Baron v. Schroder sprach sich auch weiterhin gegen Fachbanken aus. Neichsdankdirektor Hasse äußerte sich dahin, daß es ihm nicht möglich sei, angesichts des Beginns Der Bankenguöte zu den hier angeschnittenen Problemen im einzelnen Stellung zu nehmen. In der Aussprache ergab sich allgemeine Zustimmung zu den von Baron o. Schroder bargelegten Auffassungen. Hinter verschlossenen Türen. Der Internationale Gerichtshof für den Reichstagsbrand. London, 13. Sept. (TU.) Am Mittwochnachmittag fand eine einleitende Sitzung des sogenannten „Internationalen Gerichtshofes für den Reichstagsbrand" in einem Zimmer statt, in dem gewöhnlich Disziplinarverfahren gegen englische Rechtsanwälte verhandelt werden. Die Verhandlungen fanden hinter verschlossenen Türen statt und erstreckten sich auf die Art der Durchführung der eigentlichen „Gerichtsverhandlungen", die am Donnerstag beginnen sollen. Die Presse wird nicht zugelassen. Man erwartet, daß ungefähr 15 Zeugen erscheinen werden, die aber nicht namentlich, sondern mit Buchstaben wie I, P und Z bezeichnet werden sollen. Die marxistischen „Helden" werden beim Eintritt in das Gebäude und beim Verlassen tief verschleiert sein, so daß man sie nicht photographieren kann. Aus aller Welt rüchte über die deutsche Wirtschaftslage und die deutschen politischen Zustände die Ueberfüfjrung deutscher Werte ins Ausland zu beschleunigen. In Berlin arbeitete er insbesondere mit den Börsenmaklern Ernst Stroheim und Erich Michaelis zusammen, die gleichfalls fe ft genommen werden konnten. Unter dem Druck des oorgehaltenen Beweismaterials hat Dr. Wegener bereits Verfehlungen zugegeben, die in die Hunderttaufende gehen. Hierbei dürfte es sich aber nur um einen Bruchteil feiner Schiebungen handeln. Auf Grund der von Wegener selbst gemachten Angaben konnten weitere Personen verhaftet werden, darunter auch die Frau des verstorbenen Rechtsanwaltes Kallmann, welche bereits die Verschiebung von 50 000 Mark zugegeben hat. Auch ein Mittelsmann des Dr. Wegener, der schweizerische Staatsangehörige I l l y, wurde verhaftet. Gatlenmord in Paris. Die Pariser Polizei ist einem furchtbaren Verbrechen auf die Spur gekommen. In Rouen wurde der Angestellte eines Pariser Beerdigungsinstituts am Grabe seiner Tochter erschossen aufgefunden. Die Beweisaufnahme führte zu dem Ergebnis, daß Selbstmord vorlag. In den Taschen des Toten fand man einen Brief, in dem er mit» teilte, daß er feine Frau ermordet habe. Die Polizei, die sofort verständigt wurde, begab sich in die Wohnung, wo sie die Leiche der unglücklichen Frau fanden. Entsetzliche Bluttat in Klosterneuburg bei Wien. In Klosterneuburg bei Wien ereignete sich eine Mordtat von ungewöhnlicher Gräßlichkeit. Der frühere Wehrmann Karl Neubauer ermor- o e t e seine Freundin, eine 23jährige stellungslose Lehrerin, deren 15jährige Schwester und seine Wirtin, setzte das Wohnhaus in Brand und er» schoß s i ch schließlich selbst. Die Zusammenhänge der furchtbaren Mordtat find noch ungeklärt. Die Behörden glauben, durch die Obduktion der Leichen Aufschlüsse darüber zu erhalten, ob es sich um einen Lustmord handelt, wofür die Umstände, unter denen die Leichen gefunden wurden, sprechen, und ob der Täter in einem Anfall von Wahnsinn gehandelt hat. Die Wirtin, die bereits tot gesagt worden war, befindet sich n o ch am Leben. Sie war kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus in tiefe Bewußtlosigkeit gefallen; die Aerzte glauben nicht, daß sie daraus erwachen werde. Durch eine Herzoperation gelang es trotzdem, die Frau am Leben zu erhalten, obwohl die Unglückliche nicht weniger als fünf Kugeln im Körper hat. Das „haus der Deutschen Kunst" in München. In der Prinzregentenstraße am Englischen Garten in München sind bekanntlich seit geraumer Zeit die Vorbereitungsarbeiten für das „H a u s d e r Deutschen Kun st" im Gange. Wie die „Münchener Zeitung" berichtet, wird die Grundstein- l e g u n g am 15. Oktober d. I. vom Führer vorgenommen. Gleichzeitig veranstaltet der Gau München-Oberbayern der NSDAP, mit Genehmigung des Führers einen „T a g der deutschen Kunst", der in großzügigem Rahmen zur Durchführung kommen und eine gesamtdeutsche Angelegenheit werden soll. Ferner wird ein Künstler- Festzug veranstaltet, der ähnliche Veranstaltungen aus der Vorkriegszeit weit übertreffen und die ganze Stadt in ein künstlerisches Kleid hüllen wird. Mit der Ausarbeitung der Entwürfe find die hervorragendsten Münchener Künstler bereits emsig beschäftigt. Die Werbung für den Tag der Deutschen Kunst erstreckt sich über Deutschlands Grenzen hinaus; alle deutschen Geschäfte des Auslandes werden künstlerifch wertvolle Plakate aushängen. Tödlicher Absturz eines Alpinisten. Die Landesrettungsstelle Bayern des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins — Deutsche Bergwacht — teilt mit: Am 12 September gegen 11 Uhr ist Hans Böck st einer aus Kitzbühel beim Anstieg an der Südostkante des Christa-Turmes durch Ausbrechen eines Mauerhakens tödlich verunglückt. Die Leiche wurde von der Alpinen Rettungsstelle Kitzbühel zu Tal gebracht. Ein früherer Rechtsanwalt als Devisenschieber festgenommen. Den Zollfahndungsstellen ist es gelungen, Devi- senschiebungen größten Ausmaßes aufzudecken und den Haupttäter, den früheren Rechtsanwalt am Kammergericht, Dr. Wegener, feftzunehmen. Dr. Wegener, der inzwischen die schweizerische Staatsangehörigkeit erworben hatte, hat systematisch von der Schweiz aus die Verschiebung deutscher Vermögenswerte ins Ausland organisiert. In Zürich und Luzern unterhielt er Beratungsbüros für deutsche Emigranten, insbesondere solcher jüdischer Abstammung, indem er in einer von ihm gegründeten sogenannten Garantiebank gleichzeitig ein Institut für die Verschiebung ihrer Vermögenswerte ins Ausland zur Verfügung stellte. 'Gleichzeitig bemühte er sich, mit Hilfe dieser Beziehungen bas in Deutschland festliegende Vermögen von Emigranten flüssig zu machen und suchte, gestützt auf sein Ansehen als früherer deutscher Anwalt durch Ausstreuung unwahrer Ge- Diese deutschen Denkmalpflegeämter Haden erst seit 1925 wieder die Mittel, auszubauen, was infolge schwerer wirtschaftlicher Zeitläufte arg ins Hintertreffen geraten war. Es liegt deshalb eiTie beträchtliche Spanne Zeit zwischen dem Erscheinen der früheren Bände des „Jnventarisationswerkes" einer bestimmten Provinz und den betreffenden neuen Veröffentlichungen. Bücher sind es, die die meisten Menschen kaum kennen! Man muß unbedingt einmal einen Einblick getan haben, um verstehen zu können, wie hier gearbeitet wird, wie die einzelnen Konservatoren mit ihren Fachberatern, mit Architekten, Malern oder Kunsthistorikern die Materie behandeln, wie Sach-, Künstler-, Werkmeister- und Ortsregister angelegt werden, damit es ein wirkliches genaues Nachschlagewerk ergibt. Es ist überaus interessant, zu beobachten, wie die verschiedenen Gebiete im Laufe der Jahre und Jahrzehnte urbar gemacht wurden, wie man jetzt auf Dinge gestoßen ist, die in früheren Bänden dieser Publikationen unberücksichtigt bleiben mußten, weil man einfach nichts von ihnen wußte. Die neuen Erkenntnisse machen sich vor allem in der äußeren Aufmachung der Bücher geltend. Man photographierte für diese Veröffentlichungen besonders schöne und lehrreiche Denkmäler, Architekturteile, Ausschnitte aus Gemälden oder Plastiken, man gab nicht nur den Grundriß eines Baues, sondern auch einen Aufriß wieder, und man wählte für diese Wiedergaben einfarbige und mehrfarbige Lichtdrucktafeln. Alle historisch interessanten Gebiete treten lebendig vor die Seele des Lesers: Architektur und Malerei, Plastik, Textilkunst und Goldschmiedehandwerk, alles das, was an Kunst- gut und Inventarisierung wert und würdig ist. Gerade in Deutschland harren noch viele ungelöste Fragen auf Antwort, Fragen, die in engstem Zusammenhang stehen mit der immer neu bleibenden Verpflichtung: Für Heimat und Volk muß ganze Arbeit geleistet werden! „Ein Lied geht um die Wett." Der neue Terra-Film, der seit gestern im Lichtspielhaus zu sehen und zu hören ist, erinnert in Anlage und motivischem Ausbau an die beiden Kiepura-Filme, die wir vor einiger Zeit hier gehabt haben. Es ist, wie der Titel schon andeutet, ein überwiegend auf musikalische Wirkung eingestellter Film, die halb komische, halb traurige Geschichte eines Sängers, der so klein ist wie Napoleon oder noch kleiner, und über eine Stimme verfügt wie Caruso ober wenigstens so ähnlich. Wie seinerzeit Kiepura ober bie Alp ar steht hier ber bekannte Berliner Rundfunktenor Joseph Schmidt ganz im Mittelpunkt ber (an sich nicht sehr ergiebigen) Hand- lung. Er erscheint gerabeju winzig neben ben stattlichen Gestalten seiner Mitspieler, unb man muß sich wunbern, wo bei biefer Figur, die so gar nichts vom traditionellen Tenor-Umfang an sich hat, die Stimme herkommt: eine schöne, weiche und tragfähige Stimme von leicht italienischer Färbung. Das im Titel festgelegte musikalische Leitmotiv unb auch seine anberen Lieder sind diesem Stimmcharakter glücklich angepaßt; die Einführung einer Liebesgeschichte in die Hauptfabel gibt dem Ganzen gewisse opernhafte Züge mit starken Anklängen an „Rigoletto" unb „Bajazzo". Charlotte 21 n b e r ist eine schwärmerische Liebhaberin, Victor be Kowa unb Fritz Kämpers mit heiteren Pointen die guten Kameraden des kleinen Caruso. Der Regisseur Richard Oswald hat mit schönen Ausnahmen von Venedig dem romantischen Spiel einen reizvollen Rahmen gegeben. — Im Beiprogramm die Wochenschau und ein Reichsbahn-Werbefilm. Sochschulnacbrichten. Dem Leipziger Ordinarius für Geschichte der Medizin, Professor Dr. S u d h o s f, wurde die Goethe- Medaille mit einem Schreiben des Reichspräsidenten verliehen. An ber Universität Leipzig mürben auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums ber o. Professor ber Nationalökonomie Dr. Gerhard Keßler unb ber planmäßige ao. Professor ber Rabiophysik Dr. Erich Marx in den Ruhestanb versetzt. Den nichtplanmäßigen ao. Professoren in ber philosophischen Fakultät ber Universität Leipzig, Dr. Eduard E r k e s (Chinesisch) unb Dr. Karl Drucker (Allgemeine unb physikalische Chemie), sowie den Prioatdozenten in ber medizinischen Fakultät Dr. Ludwig Friebheim (Haut- unb Geschlechtskrankheiten) unb Dr. Oswei lern» k i n (Geschichte ber Mebizin) ist die Lehrbefugnis entzogen worben. Professor E. M. von Hornbostel, ber bisher ben Lehrstuhl für vergleichende Musikwissenschaft an der Berliner Universität innehatte, hat eine Berufung an die New School for Social Research in Neuyork angenommen. Im Alter von fast 67 Jahren verstarb in Hamburg ber Direktor des Instituts für Schiffs- unb Tropenkrankheiten, Geh. Mebizinalrat Prof. Dr. med. Dr. med. h. c. Dr. rer. nat. h. c. Friedrich Fü11 edorn. Mit Professor Fülleborn, der am 13. September 1866 in Kulm geboren wurde, verliert bie Wissenschaft einen verbienstvollen Forscher unb Tropenhygieniker, besten Name in ber ganzen medizinischen Welt den besten Ruf genoß. 50 Jahre deutsches Wandern. Zubiläum des Reichsverbandes Deutscher Gebirgs- und Wandervereine. Seit Mitte der sechziger Jahre des vorigen Jahr- Hunderts haben sich besonders m den Teilen Deutschlands in denen Mittelgebirge oder sonst landschaft- lich oder kulturgeschichtlich interessante Gebiete liegen Gebirgs- und Wandervereine gebildet. Sie vereinigen von jeher Angehörige aller Stände im Zeichen der Heimatliebe und der Pflege der Bolks- gemeinschast. Alle diese Körperschaften haben die gleichen gemeinnützigen Ziele: Erschließung der einzelnen Heimalgebiete, pflege und Förderung des wanderns in deutschen Gauen und Sorge um die wirtschaftliche Lage der Bewohner ihrer Arbeitsgebiete. Mittel zur Erreichung dieser Ziele sind Anlegung von Wegebezeichnungen und Wanderwcgen, Erbauung von Unterkunstshäusern, Aussichtslürmen, Unlerslandshütten, Natur- und Heimatschutz, Veranstaltung von Wanderungen unter verantwortlicher Führung, Herausgabe von Zeitschriften, Karten und Führern, Vorträge, Werbung für die betreuten Gebiete. In den Grenzgebieten erweitert sich diese Tätigkeit der Gebirgs- und Wanderoer- eine durch Mitarbeit an der Stärkung und Erhaltung des Grenzlands- und Auslandsdeutschtums, in Notstandsgebieten (z. B. Eifel, Spessart, Rhön, -Bayerischer Wald, Erzgebirge) durch Einführung von Verdienstmöglichkeiten (Heimindustrie: Spielwaren, Holzschnitzerei, Korbflechterei) für die Bewohner. Die Verkehrsoerbände sahen in den Gebirgs- und Wanderoereinen jederzeit wertvolle Mitarbeiter, die deutschen Jugendherbergen gehen in ihren ersten Anfängen auf sie zurück. Als Spitzenoertretuna der Gebirgs- und Wander- vcreine im Reich besteht der Reichsoerband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine, der im Jahre 1883 auf Anregung des Taunusklubs gegründet wurde. Damals waren es 15 Vereine mit 10 734 Mitgliedern. heule umsaßt der Reichsverband 260 000 Mitglieder in 2613 Ortsvereinen und 870 körper- schaftliche Mitglieder. Die Zahl der Jugendgruppen betrug vor ihrer Auflösung am 15. Juli 1933 236. Einige statistische Zahlen bezeugen die Bedeutung des Verbandes: die Länge der farbigen Wegebezeichnungen beträgt 67 243 Kilometer; erbaut wurden 8 0 Unterkunftshäuser, 84 Aussichtstürme, 2 4 Ehrenmale, Hunderte von Unterstandshütten. 34 Vereine geben eigene Verlagswerke (Karten, Führer, Heimatliteratur) heraus, 46 Vereinszeit- schriften haben eine Gesamtjahresauflage von etwa 3 Millionen Stück, 31 Gebietsvereine haben eigene Lichtbildersammlungen. Die Leitung des Reichsoerbandes liegt in den Händen des Reichssührers der Deutschen Ge- birgs- und wandervereine, des Herrn hessischen Ministerpräsidenten Professor Dr. Werner. Darmstadt. Don Arbeiten des Reichsoerbandes stehen z. Z. die Anlegung großer durchgehender Wanderwege (Hamburg-Basel, Hannover—Passau, Saar—Schlesien), die Schaffung von Wandererschutzpfoden zur Vermeidung des Kraftfahrverkehrs, Versiche- rungssragen, Tarisfragen bei der deutschen Reichs- bahngesellschaft, Schaffung von Vergünstigungen für die Mitglieder der Deroandsvereine im Vordergrund. Alljährlich findet die Hauptversammlung des Der- bandes als „Deutscher Wandertag" abwechselnd in verschiedenen Gauen Deutschlands statt. Von besonderer Bedeutung aus der Nachkriegszeit sind die Tagungen im besetzten Gebiet (Mainz, Neustadt a. d. h.), in der Ostmark (Außig in Böhmen und Königstein a. d. Elbe) und im vorigen Jahre im Saargebiet (Mettlach). Die diesjährige Tagung findet als goldene Jubelfeier statt in Frankfurt a. M. als der Stadt, von der aus im Jahre 1879 die ersten Anregungen zur Gründung kamen, die dann 1883 in Fulda erfolgte. Abgeordnete aus allen Teilen unseres Vaterlandes und den benachbarten Sudelenländern wer- den in den Tagen vom 16. bis 18. September d. 3. in Frankfurt a. M. versammelt sein, um in ernster Beratung die Arbeit an der deutschen Wander- und Heimatsache zu fördern. Der Begrüßungsabend im Palmengarten wird durch ein Festspiel eine besondere Note erhalten. Der Sonntag bringt dann einen Empfang im Römer durch die Stadt Frankfurt a. M. und eine Weihe st unde im Bürgersaal. Tausende von Wanderern aus den umliegenden Gebieten werden daun um die Mittagsstunde durch einen Aufmarsch auf dem Römerberg ein begeistertes Bekenntnis ablegen zur deutschen Heimat, zu unserem Volke und seinem Führer. Die Tagung wird dann mit einem Besuch der Saalburg und Homburgs und einer A u tose r n f a h r t durch den Taunus und Abschluß in Wiesbaden ausklingen. Im neuen Deutschland sind gerade für die Gebirgs- und Wandervereine mannigfache Aufgaben zu erfüllen. Sie werden mit altgewohnter Hingabe und mit unverwüstlichem Idealismus angepackt werden. Frisch auf! h. Ritter- Frankfurt a. M. auf freien Fuß gesetzt, weil kein Fluchtverdacht und keine Verdunkelungsgefahr mehr vorlog. Der Beamte wurde sofort vom Dienst suspendier!. Ein Mann aus Gießen, der auf der Kirchweihe in Annerod hinsichtlich des deutschen Grußes ungehörige Aeußerungen gemacht hatte, wurde am Mon- tag in Schutzhaft genommen. Ein Händler aus R e i s k i r ch e n wurde in Schutz- Haft genommen. Taten für Donnerstag, 14. September. 1583: Albrecht W. v. Wallenstein, kaiserlicher heer- ührer im Dreißigjährigen Krieg, geboren (vor 350 Jahren); — 1760: der Komponist Luigi Cherubini in Florenz geboren (gestorben 1842); — 1769: der Kulturaufbau unseres Theaters nur durch Oauermiete! Naturforscher Aleander von Humboldt in Berlin geboren (gestorben 1859); — 1817: der Dichter Theodor Storm in Husum geboren (gestorben 1888); — 1930: der Literaturhistoriker Friedrich Wolters in München gestorben (geboren 1876). Vornotizcn. — Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Ein Lied geht um die Welt". * *♦ Straßensperrunas - Nachrichten, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil-Klub E. D. (A. v. D.), Gießen: Die Straße Marburg — Frankenberg ist zwischen Simtshausen und Münchhausen bis auf weiteres für den gesamten Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt, da die Strecke Battenberg—Frankenberg ebenfalls gesperrt ist, über Schönstadt—Bracht—Rosenthal. Die Sperrung der Strecke Wetter — Simtshau - s e n ist aufgehoben. Kunst unv Wissenschaft. Arbeitstagung der preußischen Theaterintendanten. Im Plenarsaal des Landtages traten in Berlin ämtliche Intendanten der preußischen tädtischen Theater zu einer Sitzung zu- ammen, auf der Ministerpräsident Göring grundlegende Ausführungen über das Thcaterwescn machte. Der Leiter des preußischen Thcaterausfchuycs, Staatskommijjar Hinkel, hob hervor, daß dies« Besprechung einberufen sei, um die brennenden Fragen des deutschen Theaters zu klären und um in engster Zusammenarbeit am Neuaufbau des Theaters zu arbeiten. Ausdrücklich betonte er, daß alle Verträge der Theaterleitungen in Preußen juristisch der Genehmigung des preußischen Innenministeriums bedürfen. Ministerpräsident Göring habe grundsätzlich seine Zustimmung zu der geforderten Gesamtsumme für die Subventionen der städtischen Theater gegeben. Danach sprach Ministerpräsident Göring über grundsätzliche Fragen des preußischen Theater» wesens. Um das Führerprinzip auch für die preußischen Theater in den Vordergrund zu stellen, habe er angeordnet, daß die Berufung aller wichtigen Persönlichkeiten, insbesondere die der Intendanten, ihm Vorbehalten bleibe. Die Verantwortung des einzelnen Theaterleiters müsse klar her- ausgestellt werden. Aus diesem Grunde werde er auch die Stellung der Intendanten neu formulieren. Die Arbeit der Theaterleiter müsse in dem Geiste geschehen, der in der großen Rede des Führers zu den Fragen der Kultur auf dem Nürnberger Pärtei- tag zum Ausdruck komme. Diese Rede solle auch sichtbar in allen preußischen Theatern angeschlagen werden. Der Ministerpräsident kam dann auf die cpicl- plangeslaltung zu sprechen und betonte, daß gerade auf diesem Gebiete in der vergangenen Zeit sehr viel gesündigt worden sei. Der Spielplan habe zu berücksichtigen, daß wir heute in einer großen Zeit leben, vielleicht der größten, die Deutschland je durchgemacht hat. Aber cs solle auch der Humor und das Lustspiel nicht vergessen werden. Mit dem Starunwesen müsse jetzt grundsätzlich aufgeräumt werden. Die Etats seien mit besonderer Sorgfalt auszustellen. Pflicht der Intendanten sei es, durch äußerste Sparsamkeit die Theater weiterzufiihren. Zum Schluß richtete Ministerpräsident Göring an die Theaterleiter die Mahnung, in ihren Theatern die Kameradschaft in nationalsozialistischem Geiste zu pflegen. Anschließend fand eine Arbeitstagung der Intendanten statt, auf der in Anwesenheit von Vertretern des Ministeriums noch einmal zu den wesentlichsten Fragen Stellung genommen wurde. Staatskommissar Hinkel wies u. o. auf die neue Organisation des Vermittlungsausschusses hin und betonte, daß das paritätische System des Bühnennachweises unhaltbar sei. Selbstverständlich sei, daß an deutschen Theatern auch in Zukunft prominente ausländische Künstler beschäftigt werden. 1500Zwillinge werden untersucht. Aus der Vrovinzialyauptstadt. Besuchssperre beim Hessischen Personalamt. Das Personalamt des Hessischen Staats Ministeriums gibt bekannt: Persönliche Rücksprachen beim Personalamt sind nut in dringend st en Fällen zulässig. In allen andern Fällen sind schriftliche Eingaben erforderlich. Im Interesse der ungestörten Durchführung der Maßnahmen auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtemums vom 7. April 1933 werden ab heute bis 10. Oktober dieses Jahres keinerlei mündliche Rücksprachen vom Personalamt entgegengenommen. Eine Neunzigjährige. Morgen feiert Frau ElisabethS t r e n g, geborene Mettenheimer, Witwe des Geheimen Hofrates Professor Dr. August Streng, ihren 9 0. Geburtstag. Die Jubilarin ist am 15. September 1843 zu Gießen geboren. Ihr Vater Dr. Wilhelm Mettenheimer, ein geborener Frankfurter, entstammte einer Familie, die ihren Ursprung bis zum Jahre 1320 auf eine „Kunegundis de Mettinheim", also auf eine Ahnfrau zurückführt, die in Mettenheim bei Worms geboren war. lieber Worms, Speyer, Staden in der Wetterau kamen Glieder der Familie nach Frankfurt a. M. Wilhelm Mettenheimer übernahm im Jahre 1826 die hiesige Pelikanapotheke und habilitierte sich an der Landesunioersitäl als Dozent für Pharmakognosie, im Jahre 1849 wurde er zum außerordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät ernannt. In erster Ehe war er mit einer Tochter des Professors der Medizin und bekannten Augenarztes Balser verheiratet, am 23. April 1832 schloß er die zweite Ehe mit Luise Kempff, die einer der ältesten Gießener Familien angehörte. Lange Zeit waren Vertreter der Familie Kempff hier Post- meifte». Die heute Neunzigjährige verbrachte in der Gemeinschaft mit ihren Eltern, Geschwistern und Freundinnen eine glückliche Jugendzeit, von den im ganzen neun Geschwistern lebt heute außer der Jubilarin noch eine 86jährige Schwester. Arn 15. August 1868 verheiratete sie sich mit dem aus Frankfurt a.M. stammenden Professor der Mineralogie und Geologie Dr. August Streng, dessen Vorfahren mit der Familie Goethe verwandt waren. Streng war damals Witwer; er brachte in seine zweite Ehe drei Söhne mit, ihrer hat sich seine zweite Gattin in liebevoller Fürsorge angenommen; sie stand bis zum frühen Tode dieser Söhne mit ihnen in herzlichen Beziehungen. Am 7. Januar 1897 verlor sie ihren Ehegatten. Der Sohn Ferdinand, der Fabrikdirektor und Chemiker war, starb in Dessau, der Sohn Heinrich war Kaufmann und verschied in Malmö, er war wie sein Bruder Wilhelm, der als Arzt in Frankfurt a. M. starb, unverheiratet geblieben. Den aus der zweiten Ehe stammenden Sohn Rudolf verloren die Ehegatten schon, als er zehn Jahre alt war. Von Familienangehörigen sind der Neunzigjährigen noch die Schwiegertochter und eine Enkelin geblieben. Diese Schicksale haben die vielgeprüfte Frau nicht gebeugt, mit christlichem Gottvertrauen und in einer optimistischen Lebensauf- faffung hat sie alles ertragen. Frau Streng, die in körperlicher und geistiger Frische ihren 90. Geburtstag feiert, ist eine Repräsentantin der Kultur, die im vorigen Jahrhundert in Gießener Universitätskreisen zu finden war. Mit ihrem Ehegatten hat sie weite Reisen gemacht, von denen sie heute noch in interessanter und humorvoller Weise zu erzählen weiß. Eine ihrer ältesten Erinnerungen knüpft sich an das Jahr 1849. Im September jenes Jahres weilte sie an dem Tage, an dem Fürst Lichnowsky und General Auerswald in Frankfurt a. M. der Volkswut zum Opfer fielen, dort im Hause der Großeltern. Mit ihren Angehörigen stand si° im großelterlichen Hause am Markt hinter den heruntergelassenen Fensterläden und sah, wie man Fässer und Kisten zum Barrikadenbau heranschleppte und wie über die Barrikaden hinweggeschossen wurde. Während noch geschossen wurde, nahm bi. Mutter das sechsjährige Kind an der Hand und ging mit ihm über die Straße, indem sie sagte, ihr und ihrem Kinde werde niemand etwas tun. Für die Gegenwart, ihre politischen und kirchlichen Bewegungen, hat die Neunzigjährige noch ein lebhaftes Interesse. An dem 90. Geburtstag von Frau Geheimrat Streng nimmt auch der Alice-Frauenverein vom Roten Kreuz — wie man uns schreibt — herzlichen Anteil. Frau Streng ist das verehrte Ehrenmitglied des Vereins, dem sie seit der Vereinsgründung angehört. Die Jubilarin hat stets allen Entwickelungen und Arbeiten des Vereins das größte Interesse entge-gengebracht. UnvergeßUch ist in den Kreiesen des Vereins ihre aufopfernde Tätigkeit in der Liebesgabenabteilung während des Weltkrieges. Dort betätigte sie sich auf einem Gebiet, das ganz ihrer mütterlichen Veranlagung und ihrem mitfühlenden Herzen entsprach. Kein Verwundeter ging ungetröstet und unversorgt von ihr weg. Der Alice-Fraucnverein vom Roten Kreuz bringt ihr daher morgen die herzlichsten Glückwünsche dar. Kirchengemeinoetag in Gießen. Die Kirchengemeinden halten schon seit Jahrzehnten ihre Kirchengemeindetage, zu denen die Kirchengemeinden ihre Abgeordneten schicken. Am nächsten Sonntag findet ein solcher Kirchengern e i n d e t a g in Gießen statt. Da das Programm Veränderungen erfahren hat, so sei dessen abschließende Fassung hier mitgctcilt: Die Tagung wird um VzlO Uhr durch einen Festgotiesdienst in der Stadtkirche einge- leitet. Festprediger wird Professor D. Matthes aus Darmstadt sein. Um 11 Uhr wird Schriftsteller Wilhelm Michel aus Darmstadt im Johannes- saal einen Vortrag über „Die Stunde des Gotteswortes" halten. Um 2'/< Uhr wird Professor D. Dr. Cordier, gleichfalls im Johannessaal, einen Vortrag über „Die Bedeutung der Gemeinde für den kirchlichen Neuaufbau" halten. Oberreallehrer Frank aus Darmstadt, der Führer des Verbau- des evangelischer Männervereinigungen, wird über „Die männliche Diakonie im Dienste der Gemeinde" referieren. Das Landeskirchenamt wird durch den Superintendenten der Provinz Oberhesjen, Oberkirchenrat D. Wagner, vertreten sein. Die Kirchengemein- den entsenden ihre Kirchenvorsteber und ihre männlichen und weiblichen Helfer in der Arbeit am Ausbau der Gemeinden. Besonders den neugewählten Kirchenoorstehern wird diese Tagung Wichtiges, zumal über den kirchlichen Neuaufbau, zu sagen haben. Polizeibericht. Der Polizei war hochverräterisches Material in die Hände gefallen, das an Kommunisten in Duden r 0 d, Kreis Büdingen, gerichtet war. Aus diesem Grunde wurden am gestrigen Tage in Duden r 0 d und in ÜB 0 l f durch das Sonderkommando der Staatspolizeistelle Gießen, die Gendarmerie und SS. aus Büdingen Durchsuchungen vorgenommen, wobei kommunistische Broschüren, Bücher, Auszeichnungen usw. vorgefunden wurden. Zwei Kommunisten aus Dudenrod wurden festgenommen und m das Amtsgerichtsgefängnis Büdingen eingeliefert. Die Ermittlungen über die Herkunft des hochverräterischen Materials sind noch nicht abgeschlossen. Ein Verwaltungsbeamter und ein Schlossermeister aus Gießen wurden wegen Vergehens gegen die Verordnung vom 21. SRärf 1933 festgenommen. Sie wurden der Slaatsanwattschaft und dem Richter zugeführt. Nach richterlicher Vernehmung wurden sie Das interessanteste Gebiet derVererbungswiffenschast. - AnS dem Forschungsinstitut von Professor v. Verschuer. Don Or. Konrod Dürre. Die wichtigen erbbiologischen Erkenntnisse des bekannten Erbforschers Dr. Konrad Dürre wurden auf staatliche Anregung auch im Rahmen der „Stunde der Nation" im Rundfunk vorgetragen. Der berühmte Stratosphären-P iccard studierte mit seinem Zwillingsbruder in München. Beide hatten einen wunderbaren Vollbart. Der eine ging zum Friseur und sagte: „Bitte rasieren Sie mir den Vollbart ab, aber Sie müssen sehr scharf rasieren, denn bei mir wächst der Vollbart furchtbar schnell nach." Der Friseur tat wie ihm gewiesen und fiel vor Schrecken auf den Rasierstuhl, als nach fünf Minuten zweifellos der selbe Mann zu ihm kam und sagte: „Ich habe Ihnen ja gleich gesagt, daß mein Bart sofort wieder wächst, wenn er nicht ganz scharf wegrasiert wird." Die Gebrüder Piccard sind eineiige Zwillinge. Das soll nicht heißen, daß sie sich wie ein Ei dem anderen gleichen, sondern, daß sie aus einem einzigen befruchteten Ei entstanden sind im Gegensatz zu solchen Zwillingen, die aus zu gleicher Zeit befruchteten zwei Eiern entstanden sind. Zwischen Zwillingen und Zwillingen ist also ein gewaltiger Unterschied. Die eineiigen Zwillinge sind gewissermaßen die doppelte Ausgabe ein und des- selben Individuums, zweieiige Zwillinge sind lediglich Geschwister, die bas Glück hatten, schon vorgeburtlich einen Lebensweg von neun Monaten in engster Gemeinschaft zu gehen. Der Begriff der eineiigen Zwillinge wird am deutlichsten bei den sog. „Siamesischen Zwillingen". Diese unglücklichen Wesen sind bei der Zellteilung im frühesten Entwicklungsstadium nicht ganz voneinander getrennt worden; sie blieben miteinander verwachsen und können nur in seltenen Fällen ohne Gefährdung ihres Lebens voneinander getrennt werden. Dieselbe Eizelle und dieselbe Samenzelle haben also infolge einer Unregelmäßigkeit der ZeUteilungs- oorgänge, zwei Wesen hervorgebracht. Beide Wesen sind von ein und derselben Erbmasse aufgebaut worden. Wer dies begriffen hat, der wundert sich nicht mehr darüber, daß die eineiigen Zwillinge haargenau einander ähneln. Ja, daß diese Aehnlichkeit sogar in den Kriterien verblüffend ilt, die von der Kriminalpolizei als fast einziges Mittel zur Feststellung einer Persönlichkeit anerkannt werden, nämlich in den Papillarlinien der Daumen. Der Daumenabdruck von zweieiigen Zwillingen ist dagegen grundverschieden und er beweist, daß hier zwei erbnerschiedene Persönlichkeiten oor- lieqen. Die eine Vererbung bei Menschen betreffenden erbbiologischen Forschungen am Kaiser-Wilhelm- Jnstitut für Anthropologie, Eugenik und menschliche Erblehre in Berlin-Dahlem befassen sich unter der Leitung des bekannten Zwillingsforschers Professor Dr. F^rh. v. V e r s ch u e r z. B. vorzugsweise mit der Untersuchung erbgleidjer und erbungleicher Zwillinge. Die menschliche Erblehre steht ja deshalb vor so großen Schwierigkeiten, weil ihr nicht wie beim botanischen und zoologischen Erbsorscher Kreuzungsversuche möglich sind, die sich auf Hunderte, tausende und hunderttausende von Versuchsobjekten beziehen. Der Erbsorscher, der mit Mäusen oder gar mit der Taufliege (Drosophila) arbeitet, kann, solange er lebt, unzählige Generationen verfolgen und an ihnen den Ablauf der Vererbungsgesetze studieren. Der Erbsorscher, der Menschen beobachten will, kann während seiner Lebenszeit aller- höchstens 1 bis 2 Generationen beobachten. Denn- noch kann jetzt schon gesagt werden: Im allgemeinen wird immer noch der Umwelt viel zu starker Einfluß auf die Bildung der Persönlichkeit zugeschrieben; während die erbbiologischen Grundlagen jedes Menschen in ihrer entscheidenden Wirkung völlig verkannt werden. Natürlich wird es keinem Erbsorscher einfaUcn, die Umwelteinflüsse zu leugnen, aber er wird sie auf das richtige Maß reduzieren. Der Mensch wird stets in erster Linie von seinen Erbanlagen und erst in zweiter Linie von seiner Umwelt geformt. Diese Behauptung wird nicht nur durch die aufsehenerregenden Untersuchungen Dr. v. Bersch u e r s und Dr. D i e h l s an über 100 tuberkulösen Zwillingspaaren bewiesen, sondern auch durch die bedeutsame Arbeit des Süddeutschen Dr. Lange „Verbrechen und Schicksal", die sich auf zahlreiche kriminelle Zwillinge bzw. Zwillingspartner bezieht. Verschuer berichtet über folgenden Fall: Jetzt 26jährige erbgleiche Zwillingsschwestern wurden in einem Städtchen Westfalens geboren. Ihre Jugendzeit verlebten sie zusammen. Mit 14 Jahren zogen sie in ein Dorf in Ostpreußen. Seit dem 17. Lebensjahre leben sie vollständig getrennt. Die eine bleibt als Näherin bei der verwitweten Mutter auf dein Lande in Ostpreußen, die andere ist in Berlin als Stütze im Haushalt und als Verkäuferin tätig. Seit Herbst 1929 fühlt sich letztere sehr matt, hat Nachtschweiße und Auswurf. Im Dezember läßt sie sich trank schreiben und wird vom Arzt in das Krankenhaus cingcroie|en, wo Lungentuberkulose festge- stellt wird. Anläßlich der Zwillingsuntersuchung im April 1930 kommt Zwilling I von Ostpreußen noch Berlin; sie wußte bisher von einer Erkrankung nichts, hat sich aber' seit einer „Grippe", die sie im vergangenen Herbst durchmachte, nicht mehr erholt. Sie klagt über Husten, Auswurf und Kewichtab- nahme. Die Untersuchung ergab auch hier eine Lungentuberkulose, die der der Zwillingsschwester völlig glich, bezüglich Sitz, Ausdehnung der Lungen und Art des krankhaften Prozesses. Wenn man die Röntgenaufnahmen der Lungen aufeinanderlegte, so deckte sich das Bild der einen mit der anderen vollkommen. Trotz neunjähriger örtlicher Trennung und sehr verschiedener Lebensweise ist bei diesen Zwillingsschwestern also fast gleichzeitig ein hochgradiger ähnlicher Krankheitsprozeß ausgetreten. Hier haben wir keinen Zufall vor uns, sondern ein typisches Erbschicksa 1 Geerbt haben diese eineiigen Zwillinge von Vater oder Mutter die Widerstandslosigkeit des Körpers gegenüber eindringenden Tuberkelbazillen. Der Bazillus selbst wird natürlich nicht vererbt. Schicksalsschwer wirkte sich die Anlage zu kriminellen Taten bei den eineiigen Zwillingen aus, die Dr. Lange untersuchte. Von 13 eineiigen Zwillingen waren in 10 Fällen beide Zwillinge bestraft. In allen 10 Fällen war die vorliegende Art des Verbrechens völlig gleichartig. Diejenigen, die solchen erschütternden Untersuchungsergebnissen entgegenhalten, daß das unter» suchte Material noch zu klein sei, um endgültige Schlüsse ziehen zu können, sei gesagt, daß die Zwillingsforschung darauf bedacht ist. ihr Material unaufhörlich zu vermehren. Im Institut bei Professor von Verschuer sind bis jetzt schon 1500 erbgleiche und erbungleiche Zwillingspaare untersucht. Uebrigens: die Anlage zu Zwillingsgeburten ober zur Erzeugung von Zwillingen ist erblich. Und zwar scheint es sich bei dieser „erblichen Belastung" um eine „Vererbung nach der Seite" zu handeln. Wenn jemand eine Tante hat, die eine Zwillingsschwester hat, oder einen Onkel, der einen Zwillingsbruder besitzt oder besaß, so besteht für Neffen oder Nichten die hohe Wahrscheinlichkeit, daß Zwillinge hervorgebracht werden können. 9Jl.-$pott Neuordnung auch im Wasserballspiel. Auch an die Neuordnung im Wasserball wird man demnächst Herangehen. Nach einer amtlichen Bekanntmachung werden Runden- und Meisterschaftsspiele in Zukunft nur noch einheitlich zwischen DT. und DSD. gemeinsam unter der Aussicht des DSD. durchgeführt. Bis zum 20. Oktober sollen sämtliche Wasserball-Mannschaften der DT. und des DSV. in Liga-, A= und B-- (DOWs-Klassen eingeteilt werden. Allen Bezirken mitj)allenbädern wird die Dur ch- führung von gemeinsamen Winterrunden zur Pflicht gemacht. Ruhetag bei der patrouillen-Fernfahrt Die Patrouillen-Fahrer hatten am Mittwoch einen Ruhetag in München, den ersten der langen Prüfung, die die Fahrer von Berlin über München wieder nach Berlin zurückführt. Schon morgens um 8 Uhr unternahmen die Teilnehmer einen Rundgang durch die Stadt. Abends wohnten sie dann in der Sporthalle den Amateurrennen bei, wo sie dem Publikum in voller Ausrüstung vorgestellt wurden. Tilden und Mßlein unter den Letzten. Die Weltmeisterschaften der Tennislehrer auf den Berliner Blauweißplätzen wurden vor wieder gutem Besuch stark gefördert. Im Doppel stehen Kozeluh/ Burke, Ramillon/J. Burke und Najuch/Nüßlein bereits unter den „Letzten Vier". Das letzte Team dürfte wohl Tilden/Barnes heißen. Höhepunkt des Mittwoch war im Einzel das Zusammentreffen des Franzosen Ramillon mit Karel Kozeluh. Der harte Kampf, in dem die Zuschauer herrliches Tennis zu sehen bekamen, zog sich bis zur Dunkelheit hin, so daß das Treffen beim Stande 3:6, 6:2, 6:3, 2:6, 2:2 wegen der einbrechenden Dunkelheit abgebrochen werden mußte. In der Vorschlußrunde stehen hier Tilden durch einen Sieg über Messer- schmidt mit 6:0, 6:0, 8:6 und Nüßlein durch einen Erfolg über Barnes mit 6:3, 6:3, 6:1, sowie Altmeister Najuch. Dazu kommt noch der Sieger aus dem oben erwähnten Treffen. „ M.Teuioma" Watzenborn-Giemberg Germania Marburg — Teutonia Wahenborn- Steinberg 1:1 (0:0). Die 1. Mannschaft der Teutonen führte sich mit dem ersten Verbandsspiel recht gut in die Bezirksliga ein. Die komplette Germanenmannschaft stieß auf einen gleichwertigen Gegner. Wohl versuchten die Marburger die Gäste vom Lande im Ansturm zu überraschen, es gelang aber nicht. Der Torhüter der Steinberger war seiner Mannschaft durch feine Prachtleistungen und durch seine eiserne Ruhe ein starker moralischer Rückhalt. Die Mannschaft ließ sich während des ganzen Kampfes nicht aus der Ruhe bringen. Immer wieder trug der Gästesturm schöne Angriffe vor, und nach einem sicheren Siege der Marburger sah es nie aus. Andererseits verhinderte die Hintermannschaft des Gastgebers jeden Erfolg der Steinberger. Torlos ging es in die Pause. Nach der Pause setzte'Marburg mit verschärftem Tempo ein. Einer der wuchtigen Angriffe wurde zur Ecke abgelenkt. Im Anschluß daran landete Marburg das Führungstor. Die Platzbesitzer versuchten nun, durch stürmische Angriffe das Resultat zu erhöhen. Steinbergs Hintermannschaft war aber auf der Hut. Happel im Tor hielt außerdem die gefährlichsten Bälle. Mehr und mehr liefen dann die Teutonen auf und beherrschten das Feld. Aber erst 15 Minuten vor Schluß fiel der verdiente Ausgleich Im Anschluß an einen Eckball sandte der Teutonen-Mittelläufer überraschend ein. Noch einmal eröffneten die Marburger eine große Offensive, der aber von den Gästen ihre ureigene Stärke, das Durchhalten, entgegengesetzt würde. Die Teutonen arbeiteten sich noch einige sichere Torchancen heraus, aber der Mittelläufer, wie auch der Halblinke hatten Pech. Schiedsrichter Volkmar- Wetzlar leitete das interessante Spiel einwandfrei. Die zweiten Mannschaften der beiden Vereine trugen vorher ein Verbandsspiel aus. Bei den Teutonen ließ die Zusammenarbeit zu wünschen übrig. Man vermißte den sicheren Torschuß. So wurden-zwei Elfmeter verschossen. 4:0 lautete das Ergebnis für die Marburger. Gporiabieilung des Tv. Wieseck. Steinbach 1. Jugend Wieseck 1. Jugend 2:6 (2:3). Die 1. Mannschaft des Tv. Wieseck war am Sonntag spielfrei. Die Jugend weilte in Steinbach, um dort gegen die gleiche das Rückspiel auszutragen. Wie im Vorspiel mußte sich auch diesmal der Gastgeber eine Niederlage gefallen lassen. Die erste Halbzeit war ausgeglichen,'Wieseck war jedoch im Spielaufbau überlegen. Die zweite Hälfte stand im Zeichen der Gäste, sie liefen zu ausgezeichneter Form auf. Steinbach mußte noch drei Tore hin- nefyjnen. Handball im Bezirk Hessen der OT. Lützellinden I — Heuchelheim I 4:4 (1:3). Die Gastgeber, durch Ersatz geschwächt, spielten zuerst sehr zerfahren, und so waren ihnen die Gäste überlegen. Nach Halbzeit hatten sich die Gastgeber gut zusammengefunden und konnten kurz vor Schluß den Ausgleichstreffer erzielen. Vorher spielten Lützellinden II — Heuchelheim II 5:1 (3:0). Landesjugendwettkämpfe in Laubach. Am Sonntag wurden bei prächtigem Sonnenschein auf der „Helle" bei Laubach die Landes- Jugendwettkämpfe ausgetragen. Es betei- Am kommenden Sonntag und Montag ist Gießen der Austragungsort für den diesjährigen Städte- wettkampf der Turnergilden des DHV. im Bezirk Main-Weser. Sämtliche Gilden des Bezirkes werden ihre erprobten Kampfmannschaften nach hier entsenden, um zum Kampf um den Wanderpreis anzutreten. Die Turnergilde Gießen konnte im vorigen Jahre in Wiesbaden dem Verteidiger Frankfurt a. M. diesen Preis entreißen, in dem sie mit knappem Vorsprung vor Kassel und Frankfurt a. M. am besten abschnitt. Auch in diesem Jahre werden die 1. Mannschaften sämtlicher Gilden entscheidend mitreden. Als sehr gefährlich ist Kassel wie auch Frankfurt und Offenbach anzusehen. Es wird sich ein scharfer Kampf entwickeln, über dessen Ausgang noch nichts Bestimmtes zu sagen ist, da erstmalig 25-Kilometer-Gepäckmärsch und Kleinkaliberschießen ausgenommen sind. Die erste Mannschaft der Turnergilde Gießen befindet sich, obwohl sie in der vorletzten Woche noch eine kleine Umstellung vornehmen mußte, in ausgezeichneter Verfassung. und wird alles hergeben, um den Wanderpreis zu behalten. Die einzelnen Mannschaften werden bereits am Sonntagmorgen hier eintreffen. Für einen großen Teil der Teilnehmer, die aus der entmilitarisierten Zone kommen, wird es ein Erlebnis fein, den Einmarsch des hiesigen Bataillons, das morgens, von Wetzlar kommend, in Gießen einrückt, zu sehen. Die eigentlichen Kämpfe beginnen um 14 Uhr auf dem Universitäts-Sportplatz. Nach dem Einmarsch der einzelnen Mannschaften beginnen die Kämpfe, die sich wie folgt abwickeln: 5X100-Meter- Belastunasftaffel, Weitsprung, Kugelstoßen (beidarmig), Keulenwurf und 3000-Meter-Mannschafts- lauf bzw. (für die Jugend) 2000-Meter-Mann- schaftslaus. Es kommt bei den Kämpfen nicht auf die Leistung des einzelnen allein an, sondern ausschlaggebend ist die Leistung der gesamten Mannschaft. Diese Austragungsart ist den Turnergilden bei ihren Wettkämpfen stets zu eigen gewesen, denn sie sahen bei der Ausbildung ihrer Leute ihre Hauptaufgabe darin, eine Mannschaft und damit das Ganze gleichmäßig durchzubilden, sie zur Kameradschaftlichkeit zu erziehen, in der jeder für den anderen eintritt. Am Montag um 6 Uhr beginnt der Gepäckmarsch (Start Schützenhaus), der die Mannschaften über Rödgen, Großen-Buseck, Reiskirchen, Lindenstruth zurück über die Gansenburg nach dem Ziel Schützenhaus führt. Gleich anschließend an den Marsch hat jeder Teilnehmer eine Schießleistung, bestehend aus fünf Schuß, liegend freihändig, abzulegen. Kurze Gportuotizeu. 14 fiänbermannfdjaften aus sechs Nationen mit rund 80 Teilnehmern wurden zur Internationalen Motorrad-Sechstagefahrt gemeldet, die am Montag in Llandrindod-Wells (Wales) beginnt. Deutschland ist bei dieser schweren Prüfung durch die Fahrer Henne, Stelzer, Mauermeyer, Fleis chm a n n, Rü11chen , Oettinger, Kirchberg, Trägner und Müller vertreten. * Neun Nationen werden bei den Europameisterschaften im Gewichtheben, die am Wochenende in Essen stattfinden, mit 43 Teilnehmern vertreten sein. Im Federgewicht starten acht, im Leicht- tigten sich daran die beiden Schulen von Laubach und die von Ruppertsburg und Wetterfeld. Im ganzen bestritten 6 Knaben- und 5 Mädchengruppen die Kämpfe. Lehrer B echt hold hatte die sportliche Leitung; er begrüßte die Erschienenen und gab einen Ueberblicf über das derzeitige Schulturnen, das für die Zukunft einen wesentlichen Faktor zur Wehrhastmachung des deutschen Volkes, d. h. zur Erziehung zu Gesundheit, Kraft, Gewandtheit und Mut im Dienst am Volksganzen bilden soll. Ein Sieg-Heil" auf die Führer des deutschen Volkes leitet über zu den Hinderniskämpfen, die lebhaftes Interesse bei den Zuschauern erregten. Den Sieg und damit die Anwartschaft auf den vom Herrn Reichsstatthalter gestifteten Wimpel errangen bei den Knaben die erste Gruppe der Realschule Laubach, bei den Mädchen die erste Gruppe der Volksschule Laubach. Die Siegeroerkündigung schloß mit Dank an die hessische Regierung und dem darauffolgenden Horst-Wessel-Lied. Die Feier war umrahmt von gemeinsamen Schülerchören, Sprechchören der Realschule und Reigen der Schülerinnenabteilung der Turngemeinde. gewicht neun, im Mittelgewicht elf, im Halbschwergewicht neun und im Schwergewicht sechs Teilnehmer. * Ihre Pforten geschlossen hat die nahe der holländischen Grenze gelegene Radrennbahn in Herzogenrath, da ihre letzten Rennen wegen des holländischen Boykotts nur sehr schwach besucht waren. Eine in Holland nahe der Grenze geplante Bahn nach Herzogenrather Muster wird die Lage der deutschen Rennbahn noch weiter verschlimmern. * E i n Rugby-Städtespiel zwischen Berlin und Hannover wird am 22. Oktober in der Reichshauptstadt ausgetragen. * 6 0 0 0 Mark wurden insgesamt aus verschiedenen Wohltätigkeitsspielen im Bezirk Main-Hessen an die Spende für die Opfer der Arbeit abgeführt. Unterschlagungen bei der Gelnhäuser Krankenkasse. Hanau, 13. Sept. (WSN.) Der bei der Ortskrankenkasse Gelnhausen beschäftigte 30jährige verheiratete Kassenangestellte Heinrich Zipf hatte, da seine Eltern durch Vermögensverfall unterstützungsbedürftig geworden waren und er helfend eingreifen mußte, seit 1930 Unterschlagungen begangen, die die Höhe von 5700 Mark erreicht hatten. Wie der Sachverständige in der Verhandlung vor dem Schöffengericht Hanau bekundete, war d i e Kontrolle sehr mangelhaft, so daß die Unterschlagungen begünstigt worden sind. Der Angeklagte hatte ein monatliches Gehalt von 109 Mk. Wegen fortgesetzter Unterschlagung wurde er zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Der vom Amtsgericht Gelnhausen erlassene Haftbefehl wurde aufgehoben. Mildernd kam ihm zustatten, daß er das unterschlagene Geld nicht für sich verbraucht hatte. Der Landwirt Jakob Krämer in Aufenau bei Bad Orb hatte sich durch Fälschung einer Bürgschaftsurkunde, wodurch die Kreissparkasse Bad Orb Schaden erlitt, schwerer Urkundenfälschung schuldig gemacht. Er erhielt vom Schöffengericht Hanau vier Monate Gefängnis. Wirtschaft. Versicherungsverträge mit ausländischen Versicherungen. Unter Berufung auf Vorschriften des Volksver- ratsgefetzes wird es in letzter Zeit nicht selten als eine Versündigung an der deutschen Volkswirtschaft bezeichnet, wenn Deutsche mit ausländischen, im Jnlande zugelassenen Versicherungsunternehmen, Versicherungsverträge abschließen. Soweit solche Auslassungen nicht Entartungen des Wettbewerbs darstellen, beruhen sie offenbar auf einer Unkenntnis der rechtlichen und wirtschaftlichen Zusammenhänge. Mit der — meist auf Handelsverträgen beruhenden — Zulassung einer ausländischen Versicherungsunternehmung zum inländischen Geschäftsbetrieb ist es unvereinbar, wenn die an den Vertragsabschlüssen mit den Unternehmungen Beteiligten verächtlich gemacht ober gar durch Drohungen an ihren geschäftlichen Betätigungen gehindert werden, zudem gefährdet ein derartiges Verhalten mittelbar, wie auf der Hand liegt, das Auslandsgeschäft der deutschen Dersicherungsunternehmungen. SläMewefflampf der Turnerqilden im DM. * Neueinstellungen beim Stahlver« e i n. Auf den zur Gruppe Siegerland der Vereinigten Stahlwerke gehörenden Werken sind, wie WTB.» Handelsdienft erfahrt, im vergangenen Monat mehr als 350 Arbeiter und Angestellte neu eingestellt worden, 230 auf dem Walzwerk Nachrodt, das vor drei Wochen mit zunächst drei Walzenstraßen wieder in Betrieb genommen wurde. Sronrfurter Abendbörse befestigt. Frankfurt a. M., 13. Sept. Unter Bevorzugung von IG. Farben und Montanaktien, die Kurzbesserungen um und über 1 o. H. aufwiesen, verkehrte auch die Abendbörse in weiter befestigter Haltung, da neue Kundenvrders eingetroffen waren. Das Geschäft war in vorgenannten Spezialwerten ziemlich lebhaft, später ließ es allerdings nach. Klöckner erschienen mit Plus-Zeichen und gewannen 2,5 v. H., auf den übrigen Marktgebieten betrugen die Erhöhungen etwa 0,25 bis 0,75 o. H. Der Rentenmarkt war sehr still. Altbesitz lagen 0,13 v. H. höher, Neubesitz und späte Schuldbücher blieben gut behauptet. Am Pfandbriefmarkt zeigte sich etwas Nachfrage, so daß die Kurse vielfach etwas heraufgesetzt werden konnten. Neubesitz 9,75, Altbesitz 76,40, Schutzgebiete alle 6,85, Reichsbank 139,5, Buderus 61,5, Gelsenkirchen 49, Harpener 82—82,5, Klöckner 51,5, Mannesmann 51,5, Phönix 32, Rheinstahl 75, Stahlverein 31, AEG. 17,75, Daimler 25,5, Licht und Kraft 89,5—90, IG. Farben 110,13—110,40—110,25, Lah- meyer 110, Siemens 130, Hapag 11,40. F rnnt$urier ctt'c ii)cbörie. Frankfurt a. M., 13. Sept. An der Produktenbörse war das Geschäft heute nur sehr klein; die neuen Kabinettsbeschlüsse, der Landwirtschaft angemessene Preise für die neue Ernte sicherzustellen, verursachten etwas Zurückhaltung, zumal man die Entwicklung des Berliner Marktes abwarten wollte. Die Preise zeigten im Vergleich zum Montag kaum eine Veränderung, Roggen lag etwas höhrr, dagegen Weizen ruhiger. Weizen 190 bis 188, Roggen 155, Sommergerste für Brauzwecke 177,50 bis 180, Hafer (neu) 132 bis 133, Weizenmehl (Spezial 0) mit Aus- landweizen 27,75 bis 28,75, do. ohne Auslandweizen 26,25 bis 27,25, Roggenmehl 0—60-v. H.-Ausmah- lung 22 bis 22,50, do. süddeutsches (Spezial 0) 22,50, Weizenkleie 8,35 bis 8,40, Roggenkleie 8 Mark. — Tendenz: ruhig. Marburger Herbstpferdcmarkt. WSN. Marburg, 13. Sept. Dem gestrigen Pferdemarkt, der unter Ausschluß jüdischer Händler stattfand, waren 60 Pferde zugetrieben. Notiert wurden für schwere Arbeitspferde 650 bis 800 Mark, mittlere Pferde 350 bis 600 Mark, leichte Arbeitspferde 200 bis 300 Mark und Fohlen 200 bis 250 Mark. Es wurden nur wenige Pferde abgesetzt. Gewinnauszug 5. Klaffe 41. Preußisch-Süddeutsche (267. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten^ Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 30. Ziehungstag 12. September 1933 In der heutigen Schluß-Ziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinn« zu 3000 M. und 2 Prämien zu 500000 M. auf Nr. 102950 Ferner fielen: 2 Gewinn« zu 5000 M. 40949 4 Gewinn« zu 3000 M. 86330 122851 22 Gew nn« ,u 2000 M. 39062 116448 123530 143562 165325 239316 265661 274648 307678 314814 366364 48 Gewinne »u 1000 M. 20872 35345 37257 75101 109987 150933 151942 152810 175055 237705 238383 238526 277937 305026 331917 334591 334599 337814 338389 363319 376552 380276 392185 399539 86 Gewinn« zu 500 M. 1129 5324 5466 22933 31492 47283 49577 54578 58730 66918 72313 72976 75446 79288 90205 91453 101520 142900 152093 164000 178888 185294 185830 193230 208971 222487 232015 292757 302625 306507 306512 310713 313472 317101 333595 334543 347620 348823 349679 351‘,57 359066 376920 395589 Schlußprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 3000 'RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den Abteilungen I und II: 93714 108728 161808 204750 237180 252468 306137 377834 101425 131595 185052 213143 241538 272172 331226 389119 32792 90696 105417 153450 203626 234147 245070 303897 365639 98392 127890 165938 212452 240418 264688 310411 385781 103834 144717 190642 231332 241930 288793 355413 835 1999 6381 20503 26392 57081 65171 66108 77549 70621 Die Ziehung der 1. Klasse 42. Preußisch-Süddeutschen (2 >8. Preußischen» Staats-Lotterie findet am 20. und 21. Oktober 1933 statt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse: Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 5ranffun a. 2)1. Berlin Schlußkurs Schluß». Abend- börse Schluß- kurS Schlußk. Minaa- börse Datum 12.9. 13-9. 12.9. 13.9. 6% Deutsche Neichsanleihe v. 1927 6%eljem.7% 3t. Qicidjsanl. 6.1929 6)4% Young-Anleihe von 1930 .. Deutsche Ant.-Ablbs.-Schuld mit AuSIos.-Rechten ............. Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehem.8% Heg. Volles,aal 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hell. Landesbank Darmstadt Gold N. 12.................. 5)4% Hess. Landes-Hypotheken, bank Darmstadt Liaui......... Oberhelsen Provinz-Anleihe mit Auelos.-Rechien ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.»Rechten 6% ehcm. 3% Franks. Hyp.-Vank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyv.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 b'/-% ehem. 4>/.% Franks. Hyp.- Bank-Ligu^Psandbriese....... 5)4% ehem. 4)4% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpse..... 6% eben,. 8% Pr. LandeSpsand- briejanftalt, Pfandbriefe R. 19 6% eyem. 7% Pr. LandeSpsand- bricfanstalt, Pfandbriefe R. 10 Cteuergutsch. Verrechnungskurs. 4% Oefterreichische Goldrente.... 4,20% Oefterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4'/.% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I..................... 83 98,75 82 83 98,75 81,9 83,75 98,9 82,4 83,13 98.5 82,25 75,75 76.4 75,75 76,25 9.55 9.75 9,55 9 7 - - 73,25 73,75 76 — - 76 81 81 — — 66,5 66,5 — - 66,4 67,9 86.5 67,65 77 77 - — 77 76.75 - — 79,65 79 - — 82,75 83 - — 79 78,75 78,5 78 80 80,25 80,5 80,3 86.6 86,65 866 86.65 10,25 10.5 10,5 10 65 0,65 0,70 0,75 4 4 4 4 3,95 3,75 4 3,9 3,75 4 4 —— 5,5 5,4 5,1 5,5 5,13 5,15 5,1 1 5,13 ,95 5 5 5 Franksurl a.M Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börsc 'Datum 12.9. 13.9- 12-9- 13.9 4% desgl. Serie 11 ............. 5 5,1 2,9 5 5,13 6% Rutnan. vereinh. Rente v. 1903 2,75 2,85 4'/r%Rumän.vcreinh.Rentev.l913 4,75 4,25 4,65 4% Rumänische vereinh. Rente 2,5 2,5 2,4 2,5 2 J4% Anatolier ........... 23,9 10,5 24,25 11,4 23,75 10,5 23,25 24 Vamburg-Amerika-Paket ..... Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 0 10,65 26,25 Hansa--Danipfschiss........... 0 — — 19,25 Norddeutscher Lloyd ......... 0 11,4 11,75 11,4 11,13 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 38,13 41,25 38 40,25 Berliner Handelsgesellschast ... i 82 82 82,5 82.5 Commerz, und Prtvat-Bank ... Deutsche Bank und DiSconto- 0 48.5 48 48,25 48 Gesellschaft................ 0 48,75 42,5 134,5 48,75 42,25 139,5 48,75 42,5 135 48,75 42,25 139 Dresdner Bank.............. 0 Reichsbank ................ 12 A.E.G...................... 0 16,4 102 17,75 103,75 70 16,65 102 66 17,5 103,75 70 Bekula............... Dektr. Lieferungsgelellschast... 6 Licht und Kraft ............. 6 84,5 90 84 88.5 Felten L Guilleaume......... 0 39 41 38,5 41,25 Gesellsch.f.EIektr.Unternehmung 5 36,25 70 66.25 70 Rheinische Elektrizität ........ 6 _ 73,75 74 74 Schlickert L Co............... 5 82,5 81.5 84 Siemens L Halske............ 7 127,5 105 130 110 126,5 105 129,5 109 Lahmeyer LCo............. 10 Buderus ................... 58 61,5 58 60,5 93,75 Deutsche Erdöl .............. 4 91 93,75 91 Gelsenkirchener.............. ( 14,5 49 44,13 78,5 47,75 81.25 Harpener................... 0 82 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 —— — 49.9 52.75 Ilse Bergbau ............... 6 — —— 129,5 130,5 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 4,75 — 95,5 96 Klocknerwerke ............... 0 46,5 51.5 46,5 49 Mannes m ann-Röbre»........ 0 48 51.5 48,25 51,5 Sranlfun a. 2)1. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß« turs Schlußk. Mittag« börse Datum 12.9. 13.9. 12.9. 13.9. Mansselder Bergbau....... .. 0 21,75 23 21,75 23,25 .. c _ — 59 62,4 Phönix Bergbau........... .. 0 28,5 32 28 31 Ryeinische Braunkohlen .... 10 171 176 173 175 Rheinstahl ................ .. 0 71,75 75 71 74,25 Vereinigte Stahlwerke...... .. 0 27,25 31 27,13 30,25 Otavi Minen ............. .. 0 10,25 11,5 10,25 11.4 Kaliwerke Aschersleben...... .. b 106 — 105,75 107 Kaliwerke Westeregeln...... .. b 105,5 107 105,75 106,5 Kaliwerke Salzdetsurth..... ?'/- 145 145,5 144,75 147 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 106,75 110,25 106,5 109 .. 9 164 166 _ .. 0 38,5 41 38.5 41 95 43.75 46.75 43 ? 5 Metallgesellschast........... .. 0 52 51 45L5