Nr. 215 Erstes Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, 14. September 1955 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennigr für Ne» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°, mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. DerantwoNlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton vr.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Biesten. Postscheckkonto: zronlfurl am Main 11686. VrvS und Verlag: vrühl'lche Universttät§-Vuch> und Steinörudcrei R. Lange in Siehen. Schriftlettung und SeschSstsstelle: Zchulftrahe 7. Erschein« täglich, außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Giehener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» Monals^Sezllgspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, üenifprechanlchlilsse anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehen. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Randnoten. Das edelste Wollen, die private Liebestätigkeit, wie sie in den Winterhilfen der vergangenen Jahre fick ausdrückte, war doch nur aus einzelne Kreise beschrankt, und soviel auch die Not gelindert wurde, so entbehrte das Hilsswerk doch der Beteiligung aller. Der Sinn der Opsergemeinschast liegt aber darin, daß alle in Zeiten der Not ihre Lebens- haltuna herabdrücken, um die Aermsten und Arbeitslosen vor der grimmen Wintersnot zu bewahren. Die Arbeitslosen und alle Schichten, die das Opfer eines Systems wurden, das wirtschaftlich und politisch zur Berproletarisierung führte, haben einen Anspruch darauf, daß die Nation sich ihrer an- nimmt und wenigstens die grimmigste Not fernkält. Das Stück Brot, die warme Wohnung und Kleidung, können sich diese Volksgenossen nicht mehr mit ihrer Hände Arbeit erwerben. Nicht sie, sondern der Gang der Zeit ist schuld an dem Massenelend. Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit läßt sich, da das Ucbel fast eine chronische Krankheit geworden war, nicht von heute auf morgen zum Ziele führen, aber wenn schon trotz weiterer Verschlechterung der Wirtschaftslage in aller Welt es im neuen Deutschland möglich geworden ist, rund zwei Millionen in Arbeit und Brot zu bringen, dann ist das der beste Beweis für die Tragfähigkeit und Wirksamkeit einer einheitlichen Willensrich - tung und eines gutgeführten Kampfes um Wohnung, Brot und jene Grundlagen, ohne die ein Deutscher nicht zu leben vermag. Als Goethe, der betont schlicht seine Arbeitsräume hielt, aus einer Reise nach Goslar im Winter bei einem Wirt seine nassen Sachen am Ofen trocknen konnte, machte er die Bemerkung, es freue ihn, „daß der Mensch so wenig bedarf, an dem wenigen aber hängt, weil er fühlt, wie sehr er dessen bedarf". Dieses Wenige, an dem der Deutsche hängt, ihm wiederzugeben, muß und wird gelingen, wenn alle Kreise sich ein- schränken derart, daß sie auch fühlen, was Opfer Sib. Und wenn sie mit diesem Opfergefühl das issen verbinden, wie ihre Entsagung den Armen Ä kommt und ihnen das Gefühl verschafft, daß hland ein Vaterhaus für alle Deut- schen ist. Pflicht und Sache des ganzen Volkes ist es daher, im kommenden Winter nach einem genauen organisatorischen Plan die Opfer zu sammeln und gerecht zu verteilen, die gebracht werden können, wenn Einfachheit und schlichte Lebenshaltung in den Familien einzieht. Jeder Opferpflichtige und jeder gegen Win- tersnot Geschützte kann das Vertrauen und die Gewißheit haben, daß nichts umkomme und jeder gleichmäßig feine Kräfte im Kampf anzustrengen hat. Der Vorschlag des Eintopfgerichtes ist nur ein äußeres Symbol für die Einfachheit, bei der trotzdem eine zureichende Ernährung möglich ist, aber wenn n allen Haushaltungen auch nur an einem Sonntag ein Eintopfgericht auf den Tisch kommt, füllen die Einsparungen doch gegenüber dem üblichen Sonntagsessen viele hunderttausend Töpfe, die sonst leer» ständen. _ . Der ist wirklich vom Geist der neuen Zeit erfüllt, der in der vordersten Front steht und kämpft, um die Ideale der Kameradschaftlichkeit und Mitverantwortlichkeit zu erfüllen. Wenn jeder Deutsche die Gewißheit hat, daß sein Mitbruder für ihn Opfer bringt, bann wirb ein vertieftes Gemeinschaftsgefühl in ihm lebenbig unb bie Scheibungen in Schichten werben von selbst verschwinben, aus denen früher Klassenhaß, materielle Selbstsucht unb jene Kräfte aufstiegen, bie zu einem Kampf aller gegen alle, einer politischen unb wirtschaftlichen Zerrüttung unb dem Verfall aller religiösen, sittlichen unb kulturellen Werte führten. Ein einig Volk in Not, eine Nation, stolz nicht auf ihre Armut, aber auf ben Willen, Hunger unb Kälte zu wehren unb sich einzuschränken, bamit keiner vom Hungerwolf ober bem Frostriesen zu Boben gestreckt wirb. Dabei wollen wir alle Helfer sein. Auch bie Herren ber Schöpfung, bie so gern auf bie weibliche Eitelkeit herabsehen, sinb bem Geschmack unb bem Wanbel ber Mobe unterworfen. Das gilt nicht nur für bie Kleibung, bas gilt auch für bie Haar- unb Bar11racht, bie im Laufe ber Generationen wechseln. Es ist noch keine hundert Jahre her, da bedeutete der 23 o 11 b a r t in Preußen bas Zeichen bemokratischer Gesinnung unb durste infolgedessen nicht getragen werden. Es war eine der wichtigsten Errungenschaften der März- reoolution, daß der Preuße sich seinen Dollbart wachsen lassen durfte, und das Gefühl dieser neu gewonnenen Freiheit war so stark, daß es ein ganzes Zeitalter beherrschte. Bis in die Jahrhundertwende hinein war ber Vollbart bas Charakteristikum bes älteren Deutschen. Mit ber Begeisterung für bie Flotte schrumpfte ber Vollbart mehr unb mehr zusammen in ben Spitzbart, wie ihn bie Marineoffiziere trugen, würbe aber bann roieber abgelöst burch ben Schnurrbart, wie ihn Kaiser Wilhelm 11. populär gemacht hat, um schließlich ganz zu verschwinben unb bem bartlosen Gesicht Platz zu machen, das bis vor einem Jahr wenigstens in Deutschland das Ideal der männlichen unb ber weiblichen Jugenb war. Aber es ist boch nicht so, baß wie bei ber Weiblichkeit irgenbein Friseur bie neue Mobe kreiert unb bann ben Männern aufgroingt. Der Weg geht umgekehrt. Der Geschmack richtet sich auch ba gern nach einem Führer, ber auf Grund seiner starken Popularität in feinem Wesen und in feiner Persönlichkeit eine große Anziehungskraft ausübt. Kein Wunder deshalb, wenn die Form des kurzgeschnittenen Schnurrbarts, wie sie Adolf Hitler trägt, bei feinen Anhängern und zumal bei der SA. sich eingebürgert hat. Das ist nicht nur in Deutschland so, sondern überall da, wo der Führer Anhänger hat, selbstverständlich auch in Oesterreich. Aber hier be- Oie Verbindung von Partei und Volk. Reichsminister Goebbels kündigt für Oktober einen großen Propagandafeldzug der nationalsozialistischen Bewegung an. Berlin, 13. Sept. (WTB.) Der ©au Groß- Berlin der NSDAP, hielt am Mittwochabend im Sportpalast einen ©autag ab. Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels war zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder als Redner auf einer öffentlichen Massenkundgebung angekündigt. Schon lange vor Beginn der Veranstaltung war die riesige Halle mit 20 000 Menschen gefüllt. In Erwartung der Rede des Gauleiters lauschten die Massen zunächst den Klängen der SA.-Kapelle, bis minutenlange Heilrufe das Eintreffen des Gauleiters an- kündigten. Nack; dem Einmarsch der Sturmfahnen wurde die Versammlung durch den stellvertretenden Gauleiter, Staatsrat G ö r 1 i tz e r, Mitglied des Preußischen Landtages, mit ©ebenfroorten für Reinholb Muchow eröffnet, ben alten treuen Mitarbeiter ber Berliner Organisation, ber auf so tragische Weise plötzlich aus bem Leben gerissen worben ist. Bei gesenkten Fahnen erklang bas Lieb vom guten Kameraben. Staatsrat ©örlitzer mahnte bazu, ber Sache bes Hakenkreuzes weiter so bie Treue zu halten, wie ber Verstorbene sie fchon in ben Anfängen ber Berliner Bewegung Adolf Hitler gehalten hat. Dann nahm, stürmisch begrüßt, das Wort der Berliner Gauleiter, Reichsminister für Volksaufklärung unb Propaganda Or. Goebbels: Wenn man aus einer gewissen Entfernung heraus bie vergangenen sieben Monate, ba wir bie Macht besitzen, rückschauenb überprüft, bann fällt es schwer zu sagen, welche Taten eigentlich unter ben vielen Aktionen ber neuen Reichsregierung bie einschneibenbsten unb hervorragenb» ft e n fein mögen. Für uns ist es sehr schwer, über alle großen Aktionen ber letzten Monate heute schon zu urteilen, was benn eigentlich bas B 1 eiben b e, bas Ueberzeitliche unb bas Historische an ihnen sein konnte. Ich glaube aber, bas Entschei- benbfte unb auch bas historisch Wertvollste ist bie Tatsache, baß wir jetzt in Deutschlanb eine einzige zentrale Leitung haben, baß nicht mehr hunbert Instanzen burcheinanberpfuschen. Die Einigung, bie wir in Deutschlanb vollzogen haben, ist noch bedeutungsvoller für unsere Zukunft als die Bis- marckfche Einigung. Denn Bismarck einigte nur die Fürsten unb bie Cänber. Hitler aber einigte das Volk. Das ist bas Entfcheidenbe. Denn damit ist Deutschland wieder als Faktor in bie große TDeltpolitif eingeschaltet. Es gibt im Reich nur einen zentralen willen, der bas deutsche Schicksal gestaltet unb leitet. Ich will bamit nicht sagen, baß der verfassungsmäßige Umbauprozeß schon beenbet fei. Das Gesetz über bie Reichsstatlhalterschaften ist nur ein Anfang, unb biefer Anfang muh fortgesetzt werben. Der Führer hat es ja selbst in Nürnberg gesagt, baß wir nicht bie Ausgabe haben, bie Länder zu konservieren, sondern vielmehr die Aufgabe, sie zu liquidieren. (Beifall.) Es ist gut, daß wir mit dem Erreichten nicht zufrieden sind. Denn wollten wir einmal zufrieden fein, dann wäre es das Beste, wir träten von der Bühne der öffentlichen Politik ab. Menschen, die zufrieden sind, werden niemals mehr vorstürmen. Für uns war die Macht nie Selbstzweck. Wir wollten sie besitzen, um dann ein Volk frei und glücklich zu machen, wir wollten es in ben Kreis ber anberen Nationen als ehrlichen unb gleichwertigen Partner zurückbringen (Beifall). Solange bas nicht gelungen ist, darf es bei uns keinen Atemzug geben, der nicht der Bewegung, der Wiedergeburt unseres Vaterlandes, geweiht wäre. Ob wir dabei schon im Augenblick zu einem materiell glücklichen Zustande kommen, ist nicht so erheblich, denn spätere Generationen werden unser Werk nicht danach beurteilen, ob wir, die Vorkämpfer dieser Wiedergeburt genug Brot hatten, sondern sie werden uns danach beurteilen, ob wir historische Werte vollbracht haben. Und je mehr Aufgaben wir hinter uns gebracht haben, um so größer wird die Aufgabe, die vor uns liegt. Denn wir dürfen nicht nur wissen, daß wir die Macht besitzen: wir müssen auch wissen, daß wir die Verantwortung tragen, und zwar die Verantwortung vor 66 Millionen, die da sind und — ich weiß nicht vor wieviel 100 Millionen — die da kommen werden. (Beifall.) Gewiß ist es uns manchmal hart angekommen, deutsche Menschen, die als „Verführte" der kommunistischen Fahne gefolgt waren, mit harten und drakonischen Strafen zu belegen. Aber auch das war notwendig. Denn wie Deutschland im Februar und Anfang März stand, dafür ist das jüngste Buch „Bewaffneter Aufstand" ein beredtes Zeugnis. Wir waren damals im Begriff, in den bolschewistischen Umsturz hineinzuschliddern. Hätte die Regierung Hitler nicht in diesem Augenblicke zugegriffen, bann wäre bas Chaos ganz unocrmeiblid) gewesen. Heute aüerbings kann von einer kommuni st ischen Gefahr ganz unb gar nicht mehr gesprochen werben. Das sinb Sektierer, bie heute noch versuchen, im Canbe Unfrieben zu stiften unb auf Schreibmaschinen-Flugblättern bie breiten Massen zu mobilisieren. Sie werben Mann für Mann von Schlacht zu Schlacht ihre oerbiente Strafe erhalten. (Beifall.) Schlimmer ist es schon, was bie kommunistischen Hetzer betreiben, bie außerhalb unserer Lanbesgrenzen sich befinben. Wenn ich bas mir vor einigen lagen in bie hänbe gefallene „Braunbuch" burchblättere, und wenn ich ba haarscharf bewiesen sehe, baß in m e i - mem Kopf ber Plan zum ReichsHerrioi von seiner Ost-Reise zurück. Propaganda gegen die Abrüstung. — Oie französische Industrie empfiehlt sich. Berlin, 14. Sept. (CNB.-Funkspmch.) Der ehemalige französische Ministerpräsibent Herriot ist nach einer mehrwöchigen Reise, bie ihn burch Bulgarien, burch bic Türkei unb bie Sowjet-Union geführt hat, gestern nach Paris zurückgekehrt. Aehnlich wie nach seiner Amerikareise im Frühjahr scheint Herriot auch biesmal ben Wunsch zu haben, bie Ergebnisse feiner Fühlungnahme mit ben auslänbischen Regierungen als sehr bebeutungsvoll hinzustellen. Es ist jebenfaUs ein merfroürbiger Zufall, baß gerabe in biefem Augenblick ein Pariser Blatt von einem wirtschaftlichen unb militärischen Bünbnis zwischen Frankreich unb ber Sowjet- Union, bas burch Herriots Vermittlung angebahnt sein soll, sprechen kann. Hier werben bie nächsten Tage unb Wochen — wie seinerzeit nach Washington — bie notwendigen Korrekturen einer übertriebenen optimistischen Darstellung bringen. Herriot selbst hat bekanntlich während seines Moskauer Aufenthaltes ben Gebauten politischer Verhanblungen in A b r e b e gestellt unb als Zweck seiner Reise ausschließlich seine persönliche Informierung über ben russischen Aufbau unb bie Förberung ber kulturellen Beziehungen zwischen ben beiben ßänbern angegeben. Daß es ihm hierauf nicht allein angekommen ist, beweist eine Unterrebung, bie er auf ber Rückreise mit dem Außenpolitiker des „Matin" hatte. Herriot ließ bei dieser Gelegenheit burchblicken, baß er auf Orunb seiner osteuropäischen Einbrücke im Ausschuß der Kammer mit einer großen Rede heroortreten will, die den Ausschußmitgliebern neue Grundlagen für die Beurteilung des Abrüstungsproblems geben soll. Herriot will darauf hinaus, daß i n । ft e u r o p a niemand mehr an 21 b - r ü ft u n g denke, ja, daß die von ihm bereiften Länder fieberhaft mit ber Ergänzung ihrer Rüstungen beschäftigt seien, weil sie von ber Abrüstungskonferenz unb bem Volker- bunb nichts mehr erwarteten. Selbftner- stänblich führt Herriot biefen von ihm behaupteten Umschwung in Rußlanb, ber Türkei unb in Bulgarien sowie in ben anberen Balkanlänbern a u f d i e „beutsche Bebrohung" zurück. Moskau befürchte einen beutschen Angriff unb fabriziere in» folgebessen Tanks, erklärt Herriot, währenb gleichzeitig ein nationalistisches Blatt anbeutet, daß d i e französische Industrie diese Tanks liefern solle. Oie Pariser Besprechungen. London, 13. Sept. (CNB.) Premierminister Macbona 1 d wirb am Sonntag in ß o n b o n zurückerwartet. Am Montagvarmittag wirb Norman Davis mit bem Premierminister in Doroningftreet eine Unterrebung über bie Abrü- ftungsfrage haben. Morgen vormittag will Norman Davis mit bem Präsibenten ber Abrüstungskonferenz Henberfon zusammentreffen. Wäh- renb des Wochenendes wird er vielleicht Unter- staatssekretär Eben sehen, ber am Sonntag nach Paris abfährt, um dort am Montag bie britische Regierung bei ben Abrüstungsbesprechungen mit ber französischen Regierung zu vertreten. Evcning Stanbarb bezeichnet es als üderraschenb, daß nicht der Staatssekretär des Aeußern S i r John Simon seldst nach Paris gehen wird. Es fei ein offenes Geheimnis, daß die französische und die britische Regierung versuchen würden, über eine gemeinsame Politik, wenn möglich unter Mitwirkung der Bereinigten Staaten, übereinzukommen. Angesichts der großen Bedeutung, die in amtlichen Kreisen den Pariser Erörterungen beigemessen werde, fei es seltsam, baß Simon nicht persönlich daran teilnehme. Die Tatsache, so fährt das Blatt fort, daß er für bie Zeit vom 18. bis 20. September z u m bienjttuenben Minister beim König im Schloß Balmoral ernannt worben fei, fei zu bemerkenswert, als baß sie zufällig fein könnte. In amtlichen Kreisen wird die Betrauung Edens mit der Vertretung Englands in Paris mit seiner engen Fühlung mit den Abrüstungsproblemen erklärt. Aus Paris meldet Havas, daß ein diplomatischer Meinungsaustausch zwischen England, Frankreich und Italien über sämtliche schwebenden Fragen des Völkerbundes und vor allem der Abrüstungskonferenz stattfinde, über die Unterstaatssekretär Eden am 18. September mit Ministerpräsident D a l a b i e r unb Außenminister Paul-Boncour verhanbeln werbe. Eben werbe nach ber Pariser Aussprache nach Rom reisen, ehe er an ber Genfer Beratung teilnehmen wirb. ginnt ber Fall politisch zu werben. Ein besorgter Anhänger von Dollfuß ist burch bie Straßen von Wien marschiert unb hat mit Entsetzen festge- stellt, baß ber Hitler-Schnurrbart w i e eine „Seuch e" um s i ch greift. Man fühlt orbent» lich, wie ber Boben bes ganzen österreichischen Staates wankt, nur weil bie männliche Jugenb, einen Schurrbart trägt. Aber bas Staatsgefährliche babei ist ja eben, baß biefer Schnurrbart nicht als männliche Zier getragen wirb, fonbern nach ber Meinung ber Dollfuß-Detektive bas Parteiabzeichen, bas ja sonst in Oesterreich verboten ist, ersetzen soll. Deshalb wirb schon nach ber Polizei gerufen, bie biefem Unfug schleunigst ein Enbe machen soll: in welcher Form allerbings, erfahren wir nicht. Vielleicht werben bann gleichzeitig staatliche Barbiere angestellt, bie mit Seife unb Rasier- messer Oesterreich von biefer Gefahr befreien sollen! Wobei ja bann noch besondere Bestimmungen zu erlassen wären, ob jeder Schnurrbart als Hochverrat gilt ober nur eine Cippenxier, bie einen Umfang von brei Zentimeter auf jeder Seite ber Nase überschreitet. Wenn es wirklich noch wahr ist, baß Lächerlichkeit tötet, bann müßte eigentlich mit der Angst vor diesem Hochverrat bas Schicksal der Regierung Dollfuß enbgültig besiegelt fein. Völkischer Wiederaufbau in England. In diesen Tagen wurde in Springhead-Fontmell Magna (England) eine ländliche Volkshochschule eingeweiht, die bie Aufmerksamkeit bes jungen Deutschlanb beansprucht. Rolf G a r b i» n e r, ber burch sein tapferes Eintreten in Englanb für bas neue Deutschlanb in letzter Zeit auch in ber beutschen Presse bekannt geworben ist, hat ein kleines Lanbhaus gekauft, um in biefer Lanbschaft ein Sieblungsjentrum zu schaffen. Die Frage ber Rücksieblung erwerbsloser Bergarbeiter unb insbefonbere bie Wiederaufforstung der im 18. Jahrhundert umgelegten Wälder ift eine wichtige Frage in der englischen Wirtschaftskrise. Die Vorarbeiten, die in dieser Richtung in Deutschland geleistet worden sind, können in England zum Teil verwertet werden. Bekanntlich arbeitet ©arbiner seit langem mit bem Musikheim Frankfurt a. b. O. zusammen unb hat hier seine stärksten Anregungen für ben lanbschaftlichen Wieberaufbau gewonnen. Minister a. Ä. Sirfsieser der Millionenschiebung bezichtigt Essen, 14. Sept. (CNB. Funkspruch.) Wie bie Nationalzeitung mitteilt, wirb ber frühere Zentrumsminister Hirtsieser bezichtigt, öffentliche Mittel in Millionenhöhe gesetzwidrig verwanbt zu haben. Der Arbeiter-Spar- unb Bauverein Oberhausen, eine Gründung ber christlichen Gewerkschaften, ber 1930 in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, wandte sich an bie damalige preußische Regierung, um deren Hilfe bei ber Sanierung zu erhalten. Das mürbe abgelehnt. Man wurde daher bei M i n i st e r H i r t - siefer persönlich vorstellig und erreichte, daß Hirtsieser bei einem Besuch in Wen aus öffent» lichen Mitteln 50 000 Mark übermei« s e n ließ, bem geraume Zeit später weitere 97 000 Mark folgten. Eine Deckung für bie gewährten Darlehen war nicht vorhanden. Als diese Mittel nicht ausreichten, wandte man sich an den sozialdemokratischen Ministerialdirektor Meyer, der zusammen mit Hirtsieser einen Sanierungsplan entwarf, dessen Grundlage die Hergabe von weiteren öffentlichen Geldern in Höhe von einer Million Mark war. Ein Revisionsbericht erklärte, daß auch diese Million das Unternehmen nicht retten könnte. Trotzdem bestand Hirtsieser darauf, daß die Anweisungen ausgeführt wurden. Die zur Auszahlung zuständige Kreiskasse wandte sich nun an den damaligen Finanzminisker Höp - ker-Asch off, der die Auszahlung sperren ließ. Infolge dieser Sperrung war eine parlamentarische Aktion des Zentrums gegen Höpker-Afchoff eingeleitet, in dessen Verlauf dieser z u m Rücktritt gezwungen wurde. Sein Nachfolger, der Sozialdemokrat Klepoer genehmigte sofort nach Amtsantritt die Auszahlung der Gelder. Der Oberhausener Spar- und Bauverein bekam seine Million unb ging, wie ber Revisionsbericht oorausgesagt hatte, boch zu ©runde. kagsbratid entstanden wäre (Hetterkett), und daß der preußische Ministerpräsident Göring ihn praktisch durchgesührt habe, so kann ich nur sagen: „Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Ich glaube euch nicht, daß das Ausland diese Dinge ernst nimmt, ebensowenig wie das deutsche Volk sie ernst nimmt Die arbeitenden Menschen in Deutschland sehen unsere Erfolge und sie messen daran die Rüstigkeit unseres Kurses. Wenn die Revolution vor einigen Wochen ihren Abschluß fand und von einer evolutionären Entwicklung abgelöst wurde, so standen wir damit an dem Beginn einer neuen Epoche, in der Bewegung uno Staat eins geworden sind. Die Macht ist in unserer Hand. Und nicht nur besitzen wir die Macht, wir besitzen auch das Volk. Ich möchte fast sagen, daß wir sogar viel zu viele haben, mehr als wir brauchen. Denn die, die heute am überschwenglichsten sind, werden am tief st en die Köpfe hängen lassen, wenn es wieder einmal bunt wird. Wir kennen das, wir haben das so oft mitgemacht. Allerdings find sie immer da, wenn es gilt, durch heimliches Nörgeln und Biertischkritisieren der nationalsozialistischen Idee und dem Aufbau unseres Staates Abbruch zu tun. Sie sagen: Ach, die nationalsozialistische Bewegung kann nur Feste feiern! Wenn das der Fall wäre, so wäre das doch immerhin schon etwas, denn das konnte die Republik nicht. Ich denke noch mit Schaudern an die herrlichen Verfassungsfeiern mit Bockwürsten und ähnlichen Scherzen. Gewiß, Feste feiern, das verstehen wir. Aber wir feiern nicht Feste ohne Anlaß, und jedes Fest hat einen Sinn, und nach jedem Fest kommt irgendeine Aktion, die durch das Fest erst möglich gewesen ist. (Beifall.) wenn wir uns in Nürnberg zu einer einigen deutschen Ration zusammenschlossen, so ist es nur dadurch möglich, heute an die Solidarität dieser Ration zu appellieren und gegen hunger und Kälte des kommenden .winters zu kämpfen. (Starker Beifall.) Ls glaube doch niemand, daß uns so etwas zufällig einfällt. Rein! wir haben einengroh- angelegten Plan. Dieser groß angelegte Plan existiert schon seit Jahren. Dieser groß angelegte Plan wird Stück um Stückund Zug um Zug erledigt, und jeder große Tag der Ration ist nur ein Markstein auf dem Wege zur Verwirklichung dieses einen großen Planes. Diese Regierung hat ja auch auf anderen Gebieten nicht gefackelt. Wir haben nicht etwa die Korruption der demokratischen Republik so unbesehen mit übernommen, sondern wir haben immer ausgemistet und das ist noch lange nicht zu Ende, das geht immer noch weiter (Heiterkeit, Beifall). Wir brauchen uns aber bei der Darstellung der bisherigen Regierungsmaßnahmen nicht auf die Innenpolitik zu beschränken. Das wäre allein schon viel gewesen, wenn wir bisher nur politisch gehandelt hätten. Aber darüber hinaus haben wir noch grandiose Wirtschaftsprojekte in Angriff genommen. Der Ansturm gegen die Arbeitslosigkeit ist zweifellos gelungen. Kein Land kann, wie das deutsche Volk, von sich behaupten, daß seine Arbeitslosigkeit in einem Sommer um zwei Millionen gesunken sei (Beifall). Immer wieder von stürmischem Beifall unterbrochen erläuterte Dr. Goebbels noch einmal im einzelnen die Pläne des Winterhilfswerks, wie er sie am Mittag in seiner Rede im Reichspropagandaministerium entwickelt hatte und fuhr dann fort: „Das Winterhilfswerk, das wir jetzt durchführen, ist wahrer Nationalsozialismus, ist ein Sozialismus der Tat. Man hat uns in der Vergangenheit so oft vorgeworfen, wir seien Heiden. Ich glaube aber, es hat in Deutschland noch niemals eine Regierung gegeben, die so christlich handelt. Das ist praktische N ä ch st e n I i e b e , die sich nicht mit einem Lippenbekenntnis begnügt, sondern die mit der Tat eintritt. Lassen Sie mich nun, meine Parteikameraden, noch einen kurzen Blick auf unsere Berne- gung selbst werfen. Ich Hobe es Ihnen fchon zu oft gesagt, als daß ich es noch einmal wiederholen möchte: Ich fehe in der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei nicht den Ursprung, sondern die Fortdauer unserer Macht. Die Partei muß das deutsche Volk erziehen, damit bas nationalsozialistische Denken dem Volk in Fleisch und Blut übergeht. Im Auftrage des Führers habe ich heute nach- mittag für die gesamte Organisation die Anordnung herausgegeben, daß mit dem 1. Oktobereingroßer Propagandafeldzug der nationalsozialistischenBe- w e g u n g einseht. Jeder Rebner ist ausgesorbert wenn er ein hohes Staatsamt bekleidet, in zwei Monaten 15, wenn er kein Staatsamt bekleidet, in 2 Monaten 25 Termine für Versammlungen zur Verfügung zu stellen, wir werden in zwei Monaten 150 000 öffentliche Versa mmlungen abhalten, wir werden wieder mit dem Volke die lebendige Verbindung onfnehmen. Der Führer wird, wie immer, bei allen Gelegenheiten, so auch hier sich an die Spitze der Versammlungskampagne stellen. (Beifall.) Rachdem wir in den Regierungsgeschäften bas Gröbste hinter uns haben, werden wir uns bann wieder mit voller Kraft unserer Bewegung widmen. Nicht umsonst haben wir sie in Nürnberg vor der ganzen Welt fühlbar herausgestellt. Die Partei soll wissen, daß sie Die Trägerin unserer Macht ist. So bitte ick) Sie, meine Parteigenossen, sich mit ganzer Kraft und ganzer Hingabe unserer Bewegung und ihren großen Aufgaben zu widmen. Wir hoben gar keine Veranlassung, müde zu sein. Auf. gaben von gigantischer Größe war- len unferer. Wir werden noch tausend- und aber- tausendmal in unserem Leben den Ruf ausstoßen, den wir so oft in der Vergangenheit ausgestoßen haben, als wir noch um die Macht kämpften: Es lebe unser Führer, es lebe unsere Partei!" Mächtig brauste das dreifache „Sieg heil!" der versammelten Parteigenossen durch die weite Halle des Sportpalastes. Mit dem Gesang des fjorfb Wessel-Liedes und mit dem Fahnenausmarsch schloß die Kundgebung des Gaues Groß-Berlin. Oie Slowaken fordern Autonomie. Don unserem V.-Äerichterstallei. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Prag, im September 1933. Wenn Hans Vaihinger, der greife Philosoph des „Als-Ob", der der Welt zum Bewußtsein gebracht hat, wieviel im Menschenleben der Schein, die Fiktion, die Illusion ausmachen, sein Lebenswerk einmal in neuer Auflage herausgibt, dann wird er sicherlicht nicht versäumen, als ein Musterbeispiel einer böswilligen Fiktion Wort und Begriff „Tsche- choÜowakei" anzuführen. Wie die Fiktion wurde: Die Zertrümmerung der österreichisch-ungarischen Monarchie und Bildung neuer Staaten geschah bekanntlich unter dem Vorwand, daß bas Zeitalter des National- st a a t e s angebrochen sei. Aus dem Nationalitätenstaat Oesterreich-Ungarn sollten mehrere Staaten entstehen, die vom Fluch, der über der Donau-Mon- arcyie lastet und ihr ein klägliches Ende bereitete, nämlich vom Fluch, aus verschiedenen Völkern zusammengesetzt zu sein, befreit sein sollten. Der Gedanke war schön und gut, die Art, wie er in die Tat umgesetzt wurde, weniger. Nationalstaaten wurden allein Oesterreich und Ungarn. Die Tschechoslowakei und S ü d s l a w i e n , als die beiden anderen Nachfolgestaaten, bekamen Mil- l i o n e n Menschen überantwortet, die einem anderen Volk angehören als dem Staatsvolk. Die Serben als tragende Nation in Südslawien wären immerhin stark genug gewesen, einen eigenen Staat zu bilden. Den Tschechen wäre das schwerer gelungen. Sie entsannen sich daher des „unerlösten slawischen Brudervolks", der Slowaken, und schlossen mit ihnen 1917 in Pittsburg ein Bündnis, nach dem sich beide Völker darauf einigten, im Falle eines für die Entente günstigen Ausgangs des Krieges einen gemeinsamen tschechoslowakischen Staat, in dem jedes der beiden Völker auf seinem Gebiet Herr sein sollte, zu gründen. Die Mittelmächte verloren den Krieg. Die Aasgeier hatten Oberwasser. Am 28. Oktober 1918 wurde in Prag die tschechoslowakische Republik ausgerufen. 3n der Begeisterung jener Tage vergaßen die Tschechen das Wort „tschecho-slowakisch" zu kuppeln. Sie haben es b i s heute unterlassen. Mit dieser kleinen Aeuher- lichkeit vergaßen sie auch, was man in Pittsburg ausbedungen hatte. Sie betrachten das slowakische Problem nicht mehr unter dem Leitwort: „3d) Herr — du Herr!" Der Welt redeten sie ein, das slowakische Bolk sei eigentlich das gleiche wie das tschechische, die slowakische Sprache nur eine Mundart der tschechischen. So großzügig verfuhr man mit [einen slawischen Brüdern. Das slowakische Siedlungsgebiet wurde und wird genau so tschechisiert wie das sudetendeutsche oder das magyarische.Die ungarischen Beamten, die nach der Staatsumwalzung entfernt wurden, wurden nicht durch einheimische slowakische ersetzt, sondern durch tschechische. Den Boden, den man dem ungarischen Großgrundbesitz nahm, gab man nicht slowakischen Dauern, sondern tschechischen Siedlern. Fiir die Tschechen ist in der Tat die östliche Seite ihres Staates, eben die Slowakei, genau so ein Ausbeutungsobjekt, wie das sudetendeutsche Randgebiet. 3mmer sind die Slowaken in der Geschichte ihre eigenen Wege gegangen, abseits der tschechischen Politik und Kultur. Dom 3ahre 1018 bis 1918 standen sie unter der Stefanskrone. Rationale Minderheiten aber haben die Ungarn niemals besonders liebevoll behandelt. Es war kein Wunder, daß im Weltkrieg die Slowaken den tschechischen Sirenentönen erlagen. Daß sie aus einem ungarischen Regen in eine tschechische Traufe kommen würden, haben sie sich freilich nicht träumen lassen. Sie haben, seit sie zur Tschechoslowakei gehören, aus ihrer Gesinnung daher nie ein Hehl gemacht und immer wieder gefordert, daß man ihnen d i e Autonomie geben solle, die in Pittsburg versprochen wurde. Der Vertrag von Pittsburg war befristet. Als er 1928 ablief, und der slowakische Politiker Professor Tuka darauf hinwies, daß eigentlich ein rechtloser Zustand entstanden sei, antworteten die Tschechen damit, daß sie Professor Tuka 15 3ahre ins Zuchthaus schickten. Das Pittsburger Bertragswerk sah vor, daß die Slowaken eine Volksabstimmung über ihr weiteres staatliches Schicksal abhalten feilten, wenn nicht der Vertrag automatisch erneuert würde. Auf dieses Recht der Volksabstimmung warten die Slowaken immer noch. Manchmal erinnern sie die Tschechen daran, daß dieses und andere Versprechen immer noch der Erfüllung harren. Dann platzt die Fiktion von der tschechoslowakischen Nation, wie jetzt eben wieder, anläßlich der P r i b i n a f e i e r in Neutra in der Slowakei. Von Prag aus wurden die Pribinafeiern als eine große revisionsgegnerische Kundgebung organisiert. Benescb hatte eine Reihe von Rednern bestellt, die den Ungarn sagen sollten, sie mögen sich nur ja keine Hoffnungen darauf machen, daß die Slowakei je wieder ungarisch würde. Benesch hatte die Rechnung ohne den Wirt, d. h. ohne die Slowaken gemacht. Ihre Führer, die man nicht in die amtliche Rednerliste ausgenommen hatte, erzwangen sich das Wort und gaben kund, wie die Slowaken wirklich denken. Gegen Ungarn wurde aus flo- wakischem Munde selbst kein Wort gesagt, aber an die Prager Adresse wurde der schöne Satz gerichtet: „Es gibt keine tschechoslowakische Nation, es gibt nur ein tschechisches und ein slowakisches Volk". Das ist keine angenehme Musik für die Ohren der Tschechen, die sich die Fiktivn von der tschechoslowakischen Ration solange eingeredet haben, bis sie sie selbst geglaubt haben. Man träumt nicht ungestraft wachen Auges und gibt sich nicht trügerischen Illusionen hin, ohne einmal auf unangenehme Weise geweckt und art die Wahrheit erinnert zu werden. Die Fiktion, die eingebildete Welt des Scheins, tröstet über manchen Aerger hinweg, sie kann indes niemals Wirklichkeit werden. Der so überraschend in die Pribina-Feier geplatzte slowakische Redner, der greise Führer des Volkes, Pfarrer H l i n k a, hat, statt gegen Ungarn zu zetern, Autonomie für die Slow akei verlangt. Die kalte Dusche, die das für die Festversammlung in Reutra bedeutete, wird zu eiskaltem Schaudern dadurch, daß die Forderung nach Autonomie nicht nur die zwei Millionen Slowaken, sondern auch die 3,5 Millionen Sudetendeutschen erheben. Wenn in der Tschechostowakei gleiches Recht für alle gilt, müssen die Slowaken nun ebenso eingekerkert werden, wie die Sudetendeutschen. Beider Verbrechen ist das gleiche. Es leben eben in der Tschechoslowakei überhaupt nur zur Halste Tschechen und zur Hälfte Verbrecher. Das tut auf die Dauer einem Staat nicht gut. Oie Beseitigung des nationalen Kitsches. Berlin, 14. Sept. (TU.) Der stellvertretende Reichspropagandaleiter Hugo Fischer erläßt folgende Anordnung: Entsprechend dem Gesetz zum Schutz der nationalen Symbole und der Anordnung des Stellvertreters des Führers über den Vertrieb von Gegenständen, die mit den Symbolen der Bewegung bzw. sogar mit dem Bild des Führers versehen sind, hat man von feiten der Länderminisferien, Polizeidirektionen und Präsidium Warnungen an Herst ellerfirmen, wie auch Verkaufsge- schäfte erlassen, die befriftet die Entfernung in Frage kommender Artikel verlangten. Die Fristen find inzwischen abgelaufen und damit wird die gesamte Parteigenossenschaft aufgefordert, dem Gesetz und den Anordnungen der Partei Geltung zu verschaffen. Am 15. September wird im ganzen Reich schlagartig mit der Beseitigung des letzten Restes dieser unserer Bewegung unwürdigen Erscheinung begonnen. Auch der f I e i n ft e Mißbrauch unserer Symbole wird zur Anzeige gebracht und für alle Zukunft unterbunden. Die Parteigenossenschaft wird dafür Sorge tragen, daß der Eindruck unserer herrlichen Bewegung nicht mehr und nie wieder durch Konjunkturriter auf. dem Gebiete des Kitsches verwischt oder beeinträchtigt wird. Gtreik im steierischen Kohlenbergbau. Protest gegen Dollfuß »Notverordnungen. München, 13. Sept. (CNB.) Wie die Landesleitung Oesterreich der NSDAP, mitteilt, sind im west steierischen Bergbau die Bergarbeiter wegen rigoroser Lohnkürzungen durch die Alpine Montangesellschaft in den Aus stand getreten. Noch am Freitag fuhren die Bergleute im Köflacher Kohlenrevier in die Gruben. Drunten in den Kohlenflözen weigerten sie sich plötzlich, die Arbeit aufzunehmen. Im Werk der Graz-Köflacher Eisenbahn befinden sich die Arbeiter seit Freitag vormittag in den Gruben und verlangen, daß der ^Betriebsleiter zu ihnen herunter- komme und mit ihnen verhandele. Die Zahl der im Ausstand stehenden Bergarbeiter beträgt mehr als 5000. Die streikende Arbeiterschaft setzt sich in ihrer überwiegenden Mehrheit aus National- sozi allsten und den mit ihnen in Kampfgemeinschaft stehenden steierischen Heimat schütz- lern zusammen. Sowohl christliche als auch freie Gewerkschaften haben dort nichts zu reden. Die Bevölkerung unterstützt die Streikenden in jeder Weise und überweist ihnen Geldspenden und Nahrungsmittel. 3m Köflacher Kohlenrevier sind die Bergleute bereits fünf Tage in der Grube. Es verbreiteten sich unter ihnen Darmerkrankungen, so daß ein Arzt einfahren mußte. Da die Haupt- beleuchtung ausgeschattet ist, befinden sich die Bergleute meist im Finstern, weil sie mit den eigenen Grubenlampen sparen. Frauen stürmten gestern in Köflach das Direktionsgebäude und drangen in die Büroräume ein, wo sie sich in Drohungen gegen die Beamten ergingen. Einige legten ihre kleinen Kinder auf die Schreibtische und verlangten, die Direktion solle für die Familienangehörigen sorgen. Die Fohnsdorfer Werkdirektion hat das elektrische Licht ausschalten lassen und jede Nahrungsmitte lz u f u h r, auch die Zufuhr von Trinkwasser verweigert. In Seegraben wurde die Zufuhr von Wasser und trockenen Lebensrnitteln, wie Brot und Speck erlaubt. Die Gruben wurden von der Bergbehörde besichtigt, wobei der Oberbergrat erklärte, daß das Leben der Bergarbeiter in Gefahr sei, wenn sie noch längere Zeit in den Schächten verblieben. Es haben sich bereits 30 Krankheitsfälle ereignet. Die Lösung des Streiks erscheint dadurch schwierig, daß die Erfüllung eines Teiles der Forderungen, die Unternehmer in Widerspruch mit einer Notverordnung der Regierung setzen würde. Die Bergarbeiter haben sich an die Regierung um Aufhebung dieser Notverordnung gewandt. Aus aller Wett. Kundgebung für die deutsche Erhebung an Bord der „Resolute" in Reuyork. Die Ortsgruppen der NSDAP, der Hapag- Dampfer „Resolute" und „Reliance" veranstalteten gemeinsam mit dem Bund der Freunde des neuen Deutschland in Amerika auf dem Dampfer „Resolute" ein Bordfest, das sich zu einer bemerkenswerten Kundgebung für die deutsche Erhebung und den Gedanken der Volksgemeinschaft gestaltete. Die Teilnahme von fast 3000 Gästen an der Veranstaltung dürfte der beste Beweis für das stetig wachsende Interesse des Neuyorker Deutschtums an allen derartigen Veranstaltungen sein. Besonders bemerkenswert ist, daß viele Teilnehmer auch den langen Weg aus der weiteren Umgebung Neuyorks nicht gescheut hatten, um sich gerade wegen der Hetze eines Teiles der amerikanischen Presse persönlich vom Geist des neuen Deutschland zu überzeugen. Beachtenswert war auch die Anwesenheit zahlreicher nichtdeutschstämmiger Amerikaner aus den besten Kreisen Neuyorks. 3m Alter von 109 Jahren gestorben. In einer Ortschaft in der Nähe von Toulouse starb im Alter von 109 Jahren die unverheiratete Franxoise E a st e r a. Seit zehn Jahren hatte sie das Augenlicht verloren. Französischer Schifferstreik lebt wieder auf. Der Schiffer streik, der erst vor wenigen Wochen den größten Teil der stanzösischen Kanalund Flußschiffahrt zum Stillstand gebracht hatte, ist wieder aufgelebt und hat unter der Führung kommunistischer Elemente zur Bildung der ersten Sperrketten auf der Oise in unmittelbarer Nähe von Conflans Saint HonorS geführt. In einer Sitzung der Schiffer wurde festgestellt, daß die Vereinbarungen, die gelegentlich des letzten Streiks hinsichtlich der Durchschleufung getroffen worden waren, nicht innegehalten worden feien. Die Schiffer beschlossen daher, erneut in den Streik zu treten. Schwerer Einbrecher gefaßt. Nach einer aufregenden Jagd wurde in Andernach am Rhein ein schwerer Einbrecher wieder gefaßt, der vor einiger Zeit bei einem Gefangenentransport an der Bahnsperre in Koblenz entweichen konnte. Es handett sich um den 26jährigen Rudolf Gräser, der angeblich aus Köln stammt, eine fünfjährige Gefängnisstrafe zu verbüßen hatte und wegen einer Serie weiterer schwerer Einbruchsdiebstähle und Unterschlagung sich vor dem Koblenzer Gericht verantworten sollte. Er ift nunmehr in das Untersuchungsgefängnis von Koblenz eingeliefert worden. Jugend und Nation. Don F. W. Heinz. Der Staat erneuert sich aus seiner Führung. Die Führung erneuert sich aus ihrem Volke. Das Volk erneuert sich aus der kriegerischen Tugend der Män- ner und der mütterlichen Fruchtbarkeit der Frauen, die in Bekenntnis, Blut, Geschichte und Sprache seelisch eins sind. Führung, Staat und Volk in ihrer Höchstform aus herrfcherlichem Machtan- spruch und innerlicher Machtrechtfertigung bilden die Nation. Ewige Jugend, das ist: Jugend als Aufgabe, das heißt: Erneuerung und Wiedergeburt der Nation aus jenen unbedingten und geheiligten Werten heraus, die Vorrecht und Besitztum der Jugend find. ---- Welche Werte sind das? Es ist die Kraft, sich ohne Einschränkung in den Dienst der Na fi o n zu stellen. Es ist die Bereitschaft, sich ohne Rücksicht auf Umwelt oder eigenes Leben für Glauben und Gestalt des Reiches zu opfern. Es ist die Fähigkeit, jedes echte deutsche Erlebnis als eine verpflichtende Forderung zu erkennen. Es ist das unbestechliche Gefühl für Die Größe und Allgewalt des Schicksals, und es ist der unbeirrbare Willen, dieses Schicksal zu meistern. Es ist die Zuver- sicht, selber Schicksal und Vorsehung zu sein und Gottes Spruch zu vollziehen. Es ift aus dieser Zuversicht heraus die Verachtung der Gefahr und die Kühnheit des vollkommenen Einsatzes. Es ist die Freiwilligkeit zum härtesten Dienst in der soldatischen oder geistigen Vorbereitung des Werkes, es ist darüber hinaus der seelische Hunger nach Verantwortung und Führerschaft. Es ist die Unter- ftcllung aller privaten Wünsche und alles persönlichen Tuns unter das Gesetz der Ehre, das allein die Formen der Gemeinschaft bestimmt. Es ist die immerwährende Versuchung, ähnlich dem Sinn der immer wieder eingeschmolzenen und umge- schmiedeten Schwerter der llrfage, sich selbst und den bestehenden Zustand stets von neuem in Frage zu stellen, um gehärtet zu werden und sich der Zukunft und dem Ziel gewachsen zu machen. Es gibt junge und alte Völker. Die alten unterscheiden sich von den jungen dadurch, daß die Größe ihrer nationalen Aufgabe sie nicht mehr beseligt, fon» dern erschreckt. Wer aber an Aufgabe und Ziel nur eine Sekunde zweifelt, der irrt im Glauben und fällt. Und ein Volk, das vom glühenden Glauben seiner Jugend nicht mehr entflammt wird, ist verloren. Ob sich die jeweilige Staatsführung vor dem Wollen der Jugend einsetzt, ist belanglos. Staaten sind Menschenwerk, die Jugend ist jedoch das Werkzeug Gottes. Die Bewußtheit dieser Aufgabe setzt eine geistige Haltung voraus. Für die deutsche Jugend kann diese Haltung nur eine idealistisch-heroische sein. Daraus ergeben sich bestimmte Folgerungen für das Tagewerk der Pflicht. Wer sich für die unbedingten Werte der Jugend entscheidet, für den gibt es kein unverbindliches Ausweichen mehr, sondern nur noch klares Bekenntnis. Die Tiefe und Ernsthaftigkeit dieses Bekenntnisses offenbart sich allein in der Güte der Leistung und in der Zuverläs- figkeit des Tuns. Politik treiben, heißt alle Diejenigen innerhalb und außerhalb der Nation, die dem Reich im Wege stehen, durch Leistung und Werk überwinden. Ob Kriegskunst oder Staatskunst, ob Dichtung oder Wissenschaft, ob Handwerk, Bauerntum, Arbeitertum, Technik, Wirtschaft — I u- gendalsAufgabe heißt hier: wen der Glaube nicht einzubeziehen vermag, den muß die Unangreifbarkeit der Leistung und Arbeit bezwingen. Das ist möglich, wenn hinter Leistung und Arbeit des Volkes der Glaube an die idealistischheroische Haltung der Jugend stehen. Wie das Kriegs e r l e b n i 5 nicht deshalb zu den übertragbaren geistigen Mächten gehört, well die einen es haben und die anderen nicht, sondern weil Bereitschaft und Kraft zu diesem Erleben in jedem seelisch, geistig und leiblich gesunden Deutschen stecken, so ist die Uebertragung jener unbedingten Werte der Jugend auf die Gesamtnation nur dadurch möglich, daß das deutsche Volk in seiner Ueberzahl innerlich jung geblieben ift Jugend als Ausgabe heißt: das deutsche Volk zum Bekenntnis und zur Betätigung seiner Jugend zwingen! Das Element dieses Bekenntnisses und dieser Betätigung ist der Kampf. In ihm allein erneuern s i ch die Nationen aus dem Geiste der Jugend heraus, in ihm legt die Jugend selbst ihre Feuerprobe ab. Es ist hier der Kampf in der weitesten Fülle seiner Möglichkeit gemeint. Zweitausend Jahre deutscher Geschichte künden von diesem Kampf, zweitausend Jahre berichten von der kämpferischen Wiedergeburt aus dem heldischen Geiste der Jugend. Wenn das deutsche Volk zu erstarren drohte, oder wenn es seine Jugend verleugnete, bann brachen Heere wie Ideen und Ideen wie Heere in die Fragwürdigkeit des bestehenden Zustandes ein und stell- ten das Volk auf die härteste Probe. Dann aber auch standen Heere und Ideen auf und erprobten in der unerbittlichen und bis zur Grenze des deutschen Bestandes gehenden seelischen und kriegerischen Auseinandersetzung die Unüberwindlichkeit jener unbedingten und geheiligten Werte, die Besitztum und Vorrecht der Jugend des Reiches find. Bis zum Weltkrieg allerdings, und hier offenbart sich die Tragik unserer Geschichte, war die Gemeinsamkeit einer bis zum Letzten verpflichtenden Bindung immer nur von kurzer Dau^r gewesen, und hatte sich die Erneuerungskraft der Jugend fast immer nur im Einzelschicksal der großen Staatsmänner, Feldherrn, Volksführer, Dichter, Denker und Kunstschöpfer erfüllt. Vom Ausgang des Weltkrieges an kann es immer nur die Gesamtnation fein, die als Ziel und Aufgabe vor derJugend steht. Die Nation ist das deutsche Volk, ist das Reich, ist die deutsche Führung, ist die soldatische Stoßkraft der Jugend und die Schlagkraft der Männer, ist die vollkommene Bereitschaft aller Werkenden und Denkenden, ist die unzerstörbare Rüstung aus bereiter Macht. So heißt Aufgabe der Jugend um der Nation öilleiu Arbeit und Kampf! Aus der Provinzialhauptstadt Sch. 7zS//l5,nz^des Haar ^»Haarg /On rglanz« erhält das Haar qefund körper unserer Universität gerissen. Hessische Personalien. Weitere Entlastung des oberhesfischen Arbeitsmarktes. Oer Bericht des Arbeitsamts Gießen über die Arbeitsmarktlage Ende August. Günstige Aussichten für die weitere Entwicklung. Werk hat sich um Arbeitsbeschaffungsmöglichkeiten bemüht: sobald die Aufträge erteilt werden, wird für einen großen Teil Arbeitsloser dieses Bezirks Arbeitsmöglichkeit für längere Zeit vorhanden fein. Ein anderes Eisenwerk hat Former und Schlosser nach Auftragseingang zurückgerufen. Weitere Einstellungen stehen bevor. Am Stichtag wurden 1657 Arbeitslose, gegenüber 1842 des Vormonats gezählt. Bekleidungsgewerbe. Die Arbeitsmarktlage dieser Berufsaruope ist als gut zu bezeichnen. Sowohl die Schuhfabriken, als auch die oberhessischen Kleiderfabriken sind zur Zeit voll beschäftigt. Dem Arbeitsmarkt standen 250 Arbeitslose, gegen 255 des Vormonats, zu Verfügung. Baugewerbe. Ein Tell Bauhandwerker konnte auf Grund der Maßnahmen im Rahmen des Sofortprogramms untergebracht werden. Es besteht die berechtigte Aussicht, daß bei weiteren Arbeitsaufnahmen im Rahmen des Sofortprogramms der Arbeitsmarkt eine größere Entlastung erfahren wird. Die Arbeitslosenzahl betrug 1744, gegenüber 1827 des Vor« monats. Ungelernte Arbeiter. Durch die Inangriffnahme der Straßenoerbeffe- rungsarbeiten in einem Teile unseres Arbeitsamtsbezirkes fanden insgesamt 60 Arbeitslose auf vier bis sechs Wochen Beschäftigung. Durch diese Maßnahme war es möglich, einen Hilfsnebenstellenbezirk, umfassend 26 Ortschaften, bis auf 2 Arbeitslose, die ebenfalls in den nächsten Tagen untergebracht wer- den sollen, völlig von Arbeitslosen zu befreien. Bei einer Notstandsarbeit konnten sogar Arbeitslose aus einer Stadt untergebracht werden, da diese Stadt die Fahrtkosten zur Arbeitsstelle für die Arbeitslosen übernommen halte. Zu den Wegebau- und Straßenbauarbeiten in unserem Schottener Bezirk wurden 32 Arbeitslose vermittelt. Weitere Einstellungen sollen in der nächsten Zeit erfolgen. Das Personalamt des Staatsmini- ft e r i u m s gibt bekannt: Auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten treten in den Ruhestand: am 1. September 1933 der Schleusenmeister Friedrich Laun zu Offenbach a. M.; am 1. Oktober 1933 der Förster Otto Harnisch zu Forsthaus Emme- linenhütte. In den Ruhestand versetzt wurden auf Nachsuchen der Förster Konrad Schlag zu Buchschlag mit Wirkung vom 1. Oktober 1933: der Förster Franz H i h e l zu Ober-Roden mit Wirkung vom 1. Dezember 1933; am 10. August 1933 der Regierungsrat Wilhelm Jourdan beim Kreisamt Worms mit Wirkung vom 1. November 1933. In den Ruhestand versetzt wurde am 1. September 1933 auf Grund von § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. Aprll 1933 der Pfleger Michael Hübner in Goddelau mit Wirkung vom 1. November 1933 ab. Entlassen wurde: am 12. Juni 1933 auf Grund von 8 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Derufs- bcamtentums vom 7. April 1933 der Ministerialrat Dr. Rudolf 6iegert in Darmstadt mit Wirkung vom 12. Juni 1933 ab. In den Ruhestand versetzt wurden auf ihr Nach- suchen mit Wirkung vom 1. August 1933 ab der Ministerialrat Dr. Theodor Schrohe unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste, am 4. August 1933 der Oberjustizinspektor Philipp Hetterich in Wörrstadt mit Wirkung vom 1. Aprll 1934 ab; am 8. August 1933 der Ober- justizsekretär bei dem Landgericht in Darmstadt Dr. Joseph F r i ck e r mit Wirkung vorn 1. Januar 1934 ab; die beiden letzteren unter Anerkennung ihrer dem Staate geleisteten langjährigen freuen Dienste und des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinns. Ernannt wurden: am 25. Juli 1933 der Polizeihauptwachtmeister Ferdinand Kühl zu Gießen zum Kriminalhauptwachtmeister mit Wirkung vorn 1. Juli 1933; am 6. September 1933 die Studien- räte Professor Sic. Willy Gaul an der Aufbauschule 'in Bensheim zum Studienrat an der Augustinerschule (Gymnasium und Oberrealschule) in Friedberg, mit Wirkung vom 1. Oktober 1933 an, und Kurt Dames an der Oberrealschule und dem Progymnosium in Alzey zum Studienrat an der Liebigs-Oberrealschule in Darmstadt, mit Wirkung vom 9. Oktober 1933 an. . ,n n KZiL BerantmJ^ung * • Von der Landesuniversität. Von der Pressestelle der Landesuniversität wird uns mitgeteilt: Dem Assistenten am Forstinstitut Dr. Karl Rudolf Fischer wurde durch das Hessische Staatsministerium ein Lehrauftrag über Zoologische Heimatforschung erteilt. * Treffen ehemaliger Angehöriger des Hess. Res.-Jnf.-Regts. 2 5 4. Am 1. Oktober findet In Offenbach a. M. eine Zusammenkunft der „Losen Bereinigung der Angehörigen des ehemaligen Großherzoglichen Hessischen Reserve-Jnfanterie-Regiments Nr. 254" statt. Das Programm sieht eine Versammlung, Gefallenen- Heinz. Die MffynsÄ ?Q3 M den D °L s"n.Es ist die gab ” ; als eill' 1 3Vrftnnen- 6s ist yher unbeirrbare M. Men. (h ist die W. JU 'e’n und rn- ®3 ist aus bie er Au« enen Ersatzes. Es ist die m härtesten Dienst m 'gen Vorbereitung der Wer- trbilWe ^U1W nach Ntzst. Es ist die Unter. Wun che unb alles perfön- Gesetz der Ehre, das Gemeinschaft bestimmt Er e Versuchung, ähnlich dem ' emaeschmchenen und umge- öer »ksage, sich selbst unb den ets von neuem in Frage ju werden und sich der Zukunst m zu machen. alle Völker. Die alten unter« mgen dadurch, bah die Größe be sie nicht mehr befehlt, fon- . 'er an Ausgabe unb Ziel nur )er irrt im Glauben unb fällt i glüf/enben Glauben )t mit)r entflammt wirb, ist wellige 6taatsfüt)rung vor einfefii, ift belanglos. 6laa> die Jugend ift jedoch bas : Aufgabe W ernt geb is. %üs b\e deutsche ^ugenb ix eine ibeaMsch-heraiiche ch bestimmte Folgerungen für ht. Wer sich für die unbebing- ) entscheidet, für den gibt es usweichen mehr, sondern nur z Die Tiefe unb Ernsthaftig« es offenbart sich allein in ber ig unb in der Zuoer las« s Polllik treiben, heißt aje mb außerhalb der Nation, bie stehen, durch Leistung unb Kriegskunst ober Staatskunst, Disienschast, ob 6°nbMst, im, Technik, Dlttschch-2u >e helft hier: mn der ermag, den r Leistung unb Arven Lto'wi Wer MW . jer Glaube an die ideallstisch iche Volk m I als Zutsche Ml Ju,„inain! Das mpf ln Wüauftnb meint zwei« Den von d^^Men M« Idischen W ober olt zn erfta cnbflnn d verleugne», j 6je Frag' Ideen wie He stell' ;nben aber ou'? IVA-Äfiffd »W *«rfi «Muk «Ä “,m Mntn taub. I ®cr Sappe |a[j ins)« 6tubt* tob’ der ^,!°gle der <öQ(er M'£UÄtr9U 6000 to zinkt! n=r Durch den neuerlichen Erfolg in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist jetzt der Stand von Ende August 1931 unterschritten worden. Die Abnahme der Arbeitslosigkeit erstreckt sich auf alle Berufsgruppen und ist ein deutliches Zeichen für das wiederkehrende Vertrauen der deutschen Wirtschaft. Der deutsche Sauer wird Mrkenarllkel-Zabrikanl Eine führende Persönlickkeit der deutschen Ernährunaswirtschaft macyte unserem Berliner M.-Mitarbeiter gegenüber die nachstehenden Ausführungen. D. Red. Jede Ware, die in das schmucke Kleid des Markenartikels gesteckt ist, läßt sich leichter kaufen und verkaufen, als das anonyme Gut, über dessen Ursprung und Qualität man im Dunkeln tappt. Ob es Schokolade, Nähgarn, ein Füllfederhalter oder Salz ist: Wir haben uns längst daran gewöhnt, nicht die Ware, sondern die Marke zu verlangen. Das bunte Papier oder der Behälter, in dem das Gewünschte steckt, ist in Verbindung mit der Schutzmarke eine Ehren- erkläruna des Fabrikanten für feine Ware geworden, und der gute Ruf der Marke ist ihm heilig. Händler und Publikum wissen, daß sie, wenn sie nur das Stichwort aussprechen, stets die gleiche Ware in derselben Qualität auf den Tisch gelegt bekommen. Kauf und Verkauf ist einfacher geworden, es gibt keine Erörterungen über Güte und Preis mehr. Für alle Arten von Jndustrieerzeugnissen hat sich der Markenartikel durchgesetzt. In Der Landwirtschaft aber herrschte immer noch die Anarchie des „Kaufs nach Probe". Bei Getreide, Eiern, Butter oder Kartoffeln, oft genug erlebte der Landwirt das Gleiche. Der Händler kam, machte die Produkte, die der Bauer oder Gutsbesitzer gezogen hatte, in den Verkaufsverhandlungen schlecht und bot einen Preis, der dem Landwirt zu gering schien, gegen den er aber keine sachlichen Einwendungen erheben konnte, weil es ja keinen genauen Maßstab für die Güte seiner Erzeugnisse gab. Auch der letzte Abnehmer, der für besonders gute Eier oder Butter gern einen höheren Preis angelegt hätte, der auf dem Wege über den handel der deutschen Landwirtschaft hätte zugute kommen können, blieb gegenüber der unbekannten Herkunft mißtrauisch und zurückhaltend. Das soll nun anders werden. Ls sollen aus den landwirtschaftlichen Erzeugnissen Markenartikel gemacht werden! Wenn man die Jndustriewaren im Interesse von Herstellern und Abnehmern standardisiert hat, so soll mit den Bodenerzeugnissen jetzt das Gleiche geschehen, hat man einmal festgestellt, in welche Handelsklasse Der Bosten Getreide oder die Kiste Eier hineingehört, so erhält die Ware das amtliche Zeugnis und ist damit zum Markenartikel geworden. Der Landwirt weiß anhand der letzten Börsennotierungen, was die von ihm gezogenen Erzeugnisse wert sind, und die Hausfrau ist sich im Klaren Darüber, was für einen Gegenwert sie für ihr Gelb bekommt. Es gibt kein Schätzen mehr, fonbern ganz genaue Vorschriften über bie Güte. Jetzt sind bie gesetzlichen Bestimmungen Darüber in Kraft getreten. Erlassen würben sie schon in Der Verorbnung bes Reichspräsibenten zur Sicherung von Wirtschaft unb Finanzen vom 2. Dezember 1930. Bei ber gewaltigen Bedeutung, welche bie Einführung von hanbelsklassen in ber Lanb- wirtschaft für bas gesamte Wirtschaftsleben besitzt, war aber eine längere Dorbereitungszeit notwendig. Diese liegt jetzt hinter uns. Das für Deutschland überragend wichtige Gebiet des Getreidebaues ist durchorganisiert. Die Lier werden schon seit einiger Zeit nach Handelsklassen verkauft. Bei den Kartoffeln sind wir bei Der Vorbereitung der Organisation. Auf dem Gebiet der Butter hat sich die Landwirtschaft schon selbst geholfen: Die Preußische Hauptlandwirtschaftskammer schuf eine „Bauchbinde" mit der Linheitsmarke der Preußischen Landwirtschaftskammer. welche die den hochwertigen AnLiebe in Franzensbad. Goethe und Sylvie. Goethe ist immer wieder in den Bädern Deutsch- Böhmens zur Kur eingekehrt. Dicht weniger als 16 mal zog er durch fast 40 Jahre in das mit heilenden Quellen gesegnete Land. Besonders gern weilte er in Karlsbad und Marienbad, aber auch Teplitz unb Franzensbad hat er ausgesucht. Das eigentliche Goethe-Jahr für Franzensbab war 1808, also vor 125 Jahren. Damals erlebte er hier eins seiner Herzens-Abenteuer, Die er für bie Verjüngung minbestens ebenso wichtig hielt wie Bäber unb Brunnen. Diele wenig bekannte Episode hat ber verstorbene Prager Literarhistoriker August Sauer in seinen Betrachtungen über„ Goethe unb Franzens- bad" ausgehellt, bie jetzt mit anbern Aussätzen aus seinem Nachlaß unter Dem Titel .Probleme unb Gestalten" herausgegeben werben. Goethe ging im Frühjahr 1808 zuerst nach Karlsbab unb lebte hier im heiteren Familienkreis Der Familie von Ziegesar. Der Vater, Sachsen-Altenburgischer Minister, war Goethe seit langem in kollegialer Freundschaft ver- bunben, unb auf seinem Gut Drakenbors bei Jena fühlte sich ber Dichter wie zuhause unb trug gern mit seiner Kunst in anmuttg.scherzhaftem Ton zur Feier der Familienfeste bei. .Ich kannte Eltern rrnd Nachkommen bis in alle Verzweigungen," berichtet er in den .Annalen". .Für ben Vale" hatte ich immer Hochachtung, ich barf wohl sagen Verehrung empfunben. Die unverwüstbar behagliche Tätigkeit ber Mutter ließ in ihrer Umgebung nie- manb unbefriebigt. Rinber, bei meinem ersten Eintritt in Drakenbors noch nicht geboren, kamen mir stattlich unb liebenswürbig entgegen. .Die jüngste Tochter, Sylvie von Ziegesar, war es nun, ber Goethe bie liebliche Jbhlle in Franzensbab verbankte. Sie ftanb in der Blüte ihrer 23 Jahre unb ist schon Die „finnenbe Schöne", an die Goethe 1802 bas Gebicht „Sehnsucht" richtete: »Was zieht mir bas Herz so? Was zieht mich hinaus". Die Freude an dem anmutigen Kinde steigerte sich nun während der Wochen in Karlsbad unb Franzensbab zur Liebe. Sie war eine hochgewachsene Erscheinung, als .schlanke weihe Gestalt" schildert sie Goethe im Prosa und Versen. Ihr dunkles Haar unb Auge, bie etwas aufgeworse- nen Lippen lassen an südliche Schönheit benfen. 3n einem scherzhaft anspielenben Gedicht, an dem er mehrere Tage arbeitete, um es ihr zum Geburtstag zu spenden, vergleicht er „baä längste Kind" mit den hohen schlanken Lilien, preist sie glücklich ob ihrer sonnigen Heiterkeit unb begrüßt sie als Tochter, Freundin, Liebchen. Als bie Ziegesars am 1. Juli nach Franzensbab übersiebelten, läht Goethe seine andern Karlsbader Freundinnen im Stich unb reift nach. .Eigentlich bin ich entführt worden unb werbe jetzt gehalten." schreibt er. Er wohnt mit ber Familie in einem Haus und Sylvie wird nun ber Inhalt seines Lebens. Das Spiel in Karlsbab wieberholte sich ernsthafter unb inniger. Nis er sich bann losreiht, kehrt er in wunderlicher Verwirrung nach Karlsbab zurück. .Ich war in Gedanken bei Ihnen geblieben," schreibt er an Sylvie über bie Fahrt, .unb merkte nicht, bah es fortging; endlich schlief ich abwechselnd und das liebe längliche Gesicht war mit aller feiner Freundlichkeit und Nnmut gegenwärtig." 3m Stil ber Zeit tauscht er „ein armseliges Düschelchen" seiner Haare gegen bie schöne, reiche, geringelte Gabe ihre vollen Locke ein. Er senbet ihr Karisdaber Heidekraut. Er bittet um einige Worte, „besonders um ein schon gebetenes; „Tausendmal AdieuI Liebe, liebe Sylvie!" Ob Sylvie ihm das Wort gesagt, das er so dringend verlangte, wissen wir nicht. In Goethes Briefen aber zittert bie Erregung noch lange nach. Der Ort dieser reichen Erlebnisse blieb ihm dauernd lieb und wert. Als er nach einigen Wochen wieder nach Franzensbad zurückkam, sand er Sylvie nicht mehr vor, aber auf allen Wegen und Stegen ging eine schlanke weiße Gestalt neben ihm. Sylvie war und blieb ihm .bie Sonne von Franzensbab"... Pferderennen im Irak. Es ist merltoürbig, bah gerade in dem Heimatland Der arabischen Vollblutpferde, hn Irak, bie Pserberennen jetzt heftig bekämpft werben- 3m Par- lament dieses Landes ist ein Antrag eingebracht worden, diesen Sport völlig zu verbieten, und zwar wird als Grund angeführt, dah Bürger mit ben Wetten ihr (Selb verschwenden. Man geht im Lande des Königs Feisal allen Glücksspielen energisch zu Leibe und hat sogar Würfelspiele unb Dominos verboten, bie in Den Caf6s mit einem kleinen Geldeins atz eine beliebte Unterhaltung bildeten. Während des Weltkrieges hatten die englischen Truppen die Pferderennen nach dem 3rak gebracht, um ben Soldaten eine Unterhaltung zu gewähren. Nus kleinen forberungen entsprechende Butterpackung umschließt. Für deutschen Weizen sind drei Klassen vorgesehen: harter Kleberweizen, Weichweizen und Wischweizen. Jede Klasse ist außerdem noch in drei Gütegruppen unterteilt. Fuilergersle und Hafer besitzen je zwei Klassen, ebenfalls in drei Gütegruppen unterteilt, während für Roggen nur eine handelsklasse mit der Bezeichnung „Deutscher Roggen" besieht. Bald wird man sehen können, welche Mehrpreise der deutsche Bauer für seine Markenware gegenüber den bisher handelsüblichen Qualitäten erzielt. Die Börsen, die bisher schon teilweise nacy Den neuen Normen handelten, werDen von jetzt ab ftänDig Die HanDelsklasfen notieren. Unseren Bauern ist Der zu erroartenDe Mehrertrag sehr zu gönnen. Die StanDarDisierung Des (Befrei» Des ist nur ein Teil, wenn auch ein für Deutsch- lanD, Das über 8 Millionen Tonnen Roggen unb beinahe 4 Millionen Tonnen Weizen jährlich pro- Duziert, befonbers wichtiger ber Einführung moderner Marktverhättnisse in der Landwirtschaft. Bei Den Eiern, Die Stück für Stück einen Stempel aufgeDruckt bekommen. Der Güte unD „Ge- burtsDatum" bezeichnet, hat man schon sehr gute Erfahrungen mit Der UmmanDlung von Massengütern in Markenartikel gemacht. Der Konkurrenz holländischer unD Dänischer Produzenten, Die Den Wert Dieser Maßnahmen ftüher als wir erkannt hatten, ist erfolgreich begegnet worDen. Für Die AusDehnung Der StanDarDisierung auf Die Kartoffeln fehlen leDiglich noch Die sachverständigen Gutachter in ausreichenDer Zahl. Man ist eben jetzt Dabei, in Lehrgängen geeignete Gutachter heran,zubilDen. Es besteht begründeter Anlaß zu der Hoffnung, dah die Standardisierung erfolgreich fortschreitcn wird, Landwirtschaft und Verbrauchern, also der ganzen deutschen Wirtschaft, zum Besten. Die Schaffuna ber deutschen Hanbelsklassen ist Der beste Beweis Dafür, Daß organisatorische unD aDrni- niftratipe Maßnahmen allein Wirkungen Hervorrufen können, Die sozusagen aus Dem Nichts Minde- rung von Schwierigkeiten bringen. Obecheffen Schaffung eines Kriegerdenkmals in Klein-Linden. Klein-LinDen, 12. Sept. Was schon feit Kriegsende Der Wunsch unD eigentlich auch Die Pflicht Der Einwohnerschaft war, unseren Gefallenen aus Dem Weltkrieg ein Ehrenmal zu errichten, soll nun Wirklichkeit werDen. Schon waren in Den Jahren 1926—27 Pläne ausgearbeitet, auf Dem neuen oDer alten Friedhof ein Denkmal erstehen zu lassen, Doch konnten die Pläne einmal wegen der hohen Kostenooranschläge — Das auf Dem alten FrieDhof vorgesehene Denkmal sollte 16 000 bis 18 000 Mk. kosten — nicht zur Ausführung gelangen, zum anDern war auch Die Gegnerschaft gegen beiDe GeDanken recht stark. Es wurDen schon nach Kriegsende Durch Den Kriegeroerem, Dem Die Angelegenheit immer ganz befonDers am Herzen lag, GelDsammlungen Dorgenommen, aber Diese Beträge gingen infolge Der Inflation verloren. Im Winter 1926/27 wurDe aus Den DorfitzenDen Der örtlichen Vereine, Den Vertretern Der GemeinDe, Der Schule unD Der Kirche unter Führung von Friedrich Schimmel, Dem KriegeroereinsvorsitzenDen, ein Denkmals- a u s f d) u g e b i l D e t, Der es in Die HanD nahm, GelDsammlungen für Die Errichtung Des Ehrenmals Durchzuführen unD einem DenkmalfonDs zu überweisen. Mit Dem nationalen Umschwung im letzten Frühjahr übernahm Der neue Gemeinderat mit anDern Freunden Der Kriegerdenkmalssache Die felbftoer- stänDliche Pflicht, endlich die Dankesschuld unseren Gefallenen gegenüber abzutragen. In gemeinsamen Sitzungen ber mafjgebenben Stellen reifte ber Entschluß, Die Frage zu lösen. Architekt Fischer- Giehen wurDe mit Der Ausarbeitung eines Planes beauftragt. Der in Den letzten Tagen Die Genehmigung Des alten unD Des neuen Denkmalsausschusses fanD. Als Platz für Das zu erbauenDe Denkmal ist ber Raum vor Der Kirche, Der Platz vor dem Kirchenportal ausersehen. Vor Dem Kirchenportal soll eine Vorhalle von 3,10 Meter Tiefe, 3,50 Meter Breite und 4,60 Meter Höhe mit Sicht von ber freu« zenDen Steinstraße unb ber berganfteigenben Kirchstraße errichtet werben. Zu beiben Seiten sollen je vier Stufen zur Vorhalle führen, Deren Nordwand im Inneren Die Gedenktafel mit Den Namen Der Gefallenen trägt. Die Türe gegenüber im Innern Der Halle bildet ben Eingang zur Kirche, so Daß Die Kirchenbesucher bei jedem Kirchgang Die Halle durch- . schreiten und an unsere gefallenen Helden erinnert werden. Außen vor Der Vorhalle, in Deren Mitte soll auf einem Sockel von 1,80 Tleter Breite, 0,80 Meter Tiefe und einer Hohe von 0,72 Meter ein Krieger mit Stahlhelm, Der in beiden Händen vor Körpermitte das Gewehr hält, in über Lebensgroße errichtet werden. Links und rechts vom Krieger, in geringem Abstand über der Sockelhöhe, werden zwei Kränze, in Stein gehauen, bas Feld zieren. Die Den Hintergrund von Krieger unD Kränzen bilDenDe Rückwand von 2 Meter Breite und 2,70 Meter Hohe wird von 55 Zentimeter breitem Mauerrand an Den beiden Seiten umrahmt. Den oberen Abschluß bilden zwei Mauersockel von 80 und darüber von 40 Zentimeter Breite mit der in Stein gehauenen Widmung. Mit Den 2600 Mark Des Denkmalfonds wirb man einen großen Teil Der Kosten Decken können. Schon in allernächster Zeit, wenn KirchLnbLU- und Kreisbaubehörde Den Platz für Das Denkmal freigegeben und Die Errichtung genehmigt haben, roirb mit dem Bau begonnen, so baß, günstige Witterung vorausgesetzt, bas Denkmal noch in diesem Herbst in würdiger Feier Der Öffentlichkeit übergeben werden kann. Gemeinderai in Schotten. X Schotten, 13. Sept. In feiner jüngsten Sitzung setzte Der GemeinDerat Den Steuer- ausschlag für Das Rj. 1933 fest und legte diesem Die vorjährigen Steuersätze zugrunde. Er nahm ferner die vom Ministerium vorgeschlagene Ortssatzung über die Erhebung einer gihalft e u e r an, nach der ein 200proxeniiger Zuschlag zur allgemeinen Gewerbesteuer erhoben wird. Verschiedene größere Reparaturarbeiten an gemeindlichen Gebäuden, an Der Kanalisation sollen vorgenommen werDen, Die Dafür erforderlichen Geldbeträge sollen von der Gesellschaft für öffentliche Arbeiten aus Dem Arbeitsbeschaffungsprogramm 1933 angemelDet und erbeten werden. Im Beisein Des Führers Des hiesigen Arbeitslagers wurDen Die neuen Pläne über Die Errichtung Des neuen Lagers eingehenD besprochen. Bei Der zu- ftänDigen Stelle soll für baldige lleberlaffung Der GelDmittel Vorgesprächen werDen. Landkreis Gieften. z Großen-LinDen, 13.Sept. Die Spar- unD Vorschußkasse Großen > LinDen hielt am Samstag in Der Gastwirtschaft von Philipp Schaum ihre Generalversammlung ab. Bankbeamter Feller, Marburg (Lahn), der Direktor des Vorstandes leitete Die Versammlung. Anwesend waren 35 Personen. Der Rechner Wilhelm Keß- l e r erstattete Den Geschäftsbericht für Das Geschäftsjahr 1932, Der mit 28 083,96 Mark abschließt. Es war ein Reingewinn von ungefähr 4000 Mark zu verzeichnen. Der mit 8 v. H. DioidenDe verteilt werDen konnte. Es wurDe ferner beschlossen, 7 v. H. Aufwertung zu gewähren. * Aus dem Bufecker Tale, 13. Sept. Infolge Der äußerst günstigen Witterung konnte Die Diesjährige GetreiDeernte gut eingebracht unD Der AusDrusch schnell zu EnDe geführt werDen. Das Ergebnis kann in jeder Hinsicht als gut bezeichnet werben. Auch Die Grummet- ernte ging flott von statten unD fiel befrieDigenD aus. Die Kartoffelernte i ft bereits im Gange unD liefert gute Erträge von sehr gesunDer Beschaffenheit. Sehr gering fällt Die Obst-, befonDers Die Aepfelernte aus. Die Zwetschenernte Dagegen kann als sehr reichlich bezeichnet werben. Schon zeigen sich in ben Dörfern bie ersten Aufkäufer. Die Imker beginnen mit Dem Äuffüttern unb Einwintern ihrer Volker. Da Die Dickwurz- ernte auch gute Erträge verspricht, kann Der Land- wirt mit BefrieDigung auf feine Diesjährige Arbeit zurückblicken. I Anfängen zu Basra und Amara entwickelte sich eine | bedeutende Nenn-Industrie, die von einer englischen Gesellschaft betrieben wurde und einer Menge von Menschen Beschäftigung gab. Unter Der Bevölkerung fand dieser Pferdesport Den größten Anklang, nicht nur wegen Der Gelegenheit zum Wetten, sondern auch aus Der hier seit uralten Zeiten eingewurzelten Liebe zum Roß. Jeder Wüstenfcheik richtet fein besonderes Augenmerk auf die Pferde seines Stammes, denn er weiß, dah ein Roh, das sich durch besondere Schnelligkeit auszeichnet, einen sehr großen Wert erlangen kann, wenn es zu Dem Rennen von Bagdad geschickt wird. Die Laufbahn eines solchen ausgezeichneten Arabers endet oft nicht im Irak, sondern kann auf einem ausländischen Turf zum Weltruhm werden. Dor allem werden die Tiere, die sich auf Den heimischen Rennen ausgezeichnet haben, nach Indien ausgefühn, wo sie bet allen wichtigen Rennen die Hauptrolle spielen. Tausende von Rennpferden gelangen so alljährlich nach Indien, nachdem sie ihre Feuerprobe in Bagdad bestanden haben. Man erzählt romantische Geschichten von den großen Gewinnen, die die glücklichen Besitzer solcher Rennpferde eingeheimst haben. 3m 3rat sind reiche Pferde- . besiher sehr selten; gewöhnlich sind die Pferde der kostbarste Schatz einfacher Bauern, die ihre Tiere manchmal kaum ernähren können und gezwungen waren, sich das Geld zu borgen, das für die Einführung der Pferde auf der Rennbahn notwendig ist. Solche atmen Araber haben mit einem Rennpferd Summen verdient, die für sie einen ungeahnten Reichtum bedeuten. Man erzählt von verschiedenen Fällen, bei denen Pferde, Die in Bagdad für 200 bis 300 Mark verkauft wurden, in 3nDien viele Tausende einbrachten. Manchmal sind von indischen Händlern für berühmte Rennpferde in Bagdad bis zu 40000 Mark für das einzelne Tier geboten worden und öfters wurden diese Angebote abgelehnt. Der Araber trennt sich nämlich nur sehr schwer von seinem Roh, das ihm Gefährte und Freund ist, und auch wenn der Eigentümer ein Stammeshäuptling, so wagt er doch auch einen günstigen Verkauf nichts weil seine Leute dagegen Einspruch erheben, denn das edle Tier soll durch seine Nachkommen die Pferderasse verbessern, die der ganzen Stammessamilie gehört. Es gibt im 3rak keine Buchmacher, sondern das ganze Wetten erfolgt durch den Totalisator. Die Summen, Die dabei in Umlauf kommen, sind aber recht beträchtlich und übersteigen nicht selten die eines europäischen Rennens. Die Jockeys sind alle Araber und sehen in ihren bunten Seidenanzügen sehr malerisch aus. Oer schlagfertige Wißmann. Die Erinnerung an den berühmten Afrikareisen- den Hermann von Wißmann, Der 1905 Durch einen JagDunfall frühzeitig Dahingerafst wurDe, ist für immer mit Der Geschichte Des Deutschen Kolonialreiches verknüpft. Seine wissenschaftliche unD geschichtliche Bedeutung verdankte er zum nicht geringen Teil dem Zauber seiner Persönlichkeit, der alle, die mit ihm in Berührung kamen, ob Weiße oder Schwarze, in seinen Bann zog. Wißmann besaß Die seltene Gabe, Die so schwer zu lenkenDen Eingeborenen sich blindlings gehorsam zu machen und Durch sein persönliches Beispiel zu Den größten Anstrengungen anzuspornen. Für ihren „Bana Kubwa" gingen seine Leute Durchs Feuer. Mit feiner großen Schieß- unD Reitkunst, seiner Körperkraft und Unerschrockenheit, seiner Ausdauer und Heiterkeit wußte er Den naiven Naturkindern so zu imponieren, Daß sie in ihm ein fast übermenschliches Wesen verehrten. Wie sich seine oft erprobte Schlagfertigkeit bewährte, Dafür sei ein Beispiel aus Den Anfängen seiner Laufbahn angeführt. Der junge Leutnant, Der sich schon viel mit geographischen unD ethnographiscyen Studien beschäftigt hatte, fand Gelegenheit, an Der AfrikaexpeDition Des 2)r. Pogge im Jahre 1879 teilzunehmen und lernte bei Dieser Durchquerung Des schwarzen Erd- teils Das LanD seiner Sehnsucht grünDIid) kennen. Einmal wollten die schwarzen Träger nicht mehr weitermarschieren. Der Rädelsführer, ein herkulischer Neger, hielt unter ben johlenDen Zurufen seiner Genossen eine großartige ReDe, in Der er Die beiDen ReifenDen mit Drohungen aufforDerte, ihnen zunächst große Mengen Stoff unD Perlen zu geben, bevor sie Die Lasten wieder auf iyre Rücken nehmen würden. Die Stimmung war sehr gespannt, das Schicksal Der beiDen Forscher hing an einem Faden; ein Nachgeben, ein Zeichen von Schwäche hätte mitten in der Wildnis die unabsehbarsten Folgen haben können. Der schwarze Dolksverführer hatte gerade den Höhepunkt seiner Rede erreicht. Da tritt Wißmann ganz ruhig und gemächlich auf ihn au, holt mächtig aus und gibt dem Riesen eine schallende Ohrfeige, so daß er sofort verstummt. Dadurch hatte Wißmann bie Lacher auf feiner Seite, Die Träger jubelten ihm zu, nahmen ihre Lasten auf, unD Der Marsch ging weiter ... tÄei auf ® Ser |tätf<Ürl .MH 1 8** äh» 5V,T, schM Mulle wnUnraenommen. D ei”.5. ”3 ber firiegert Wlls v-y" , Hch, bi S&CÄ SÄÄ EÄÄäi Steider WH Ertrag über die Ledeu, Hungen und Umgebung, federte über den Sinn d Ligen Berwaltungsorj 8er nieder. W Vern den sodann bestimmt, i Defonomierat Klinge reftor: M Schneide Direktor: Feld. Kamm standsmitglieder: M . Gustav Beltzer (Geifc (Hungen) Aussichtsi Vorsitzender; Wilh. P s tretender Vorsitzender; der: Adolf Dietrich Hardt II. (Robheim), Hausen), Friedrich Ke Höckel (Irais-Wr stadt), M. Eiser (W, maier (Obbornhofen), lersheim), Karl Schafe jer (Bettenhausen), Ri wühle), Heinrich Sehr Koch (Lillingen), 2Bill)t bürg). Sie (Seneralner/ai biefen Ernennungen einst benen SJlitgliebern bantte ü ihre aufopfernde Arbeit ii VW Die Versammlung sc W nUe W aus bet (Si werben 'Men. Der VeM ab auch M bie' schlossen werben sollen, i schäftsleuten Gelchästsvei Verlaus der Versammle mit der Frage der Au Landöunbes, mit der säuischen Landstandes i rung der Milchwirtschas serat gab Oberrevisor j schloß über die Verein und ging außerdem au lung nach Fettgehalt t Me „Sieg-Heil," aus Dolkskanzler unb ben toe Versammlung. -jungen, 13.6$ !.u r &a * Hanbwer bk 2i. Stober unter ! «Un,erem 6t( $e Nv.-Hago fiunaen anges-Menen Qrupper 'ne ^rbeoeranstL Ö m Sebe he Kreitz A WbeU\ta!!0.en' u stille ÜHeHnbte»etlel: 2ndn WjJtJ.u,Slenj ur »DlÄSf.W i ben Im „5 feine er' ®°Jesbfen£ utQs W Lieb: LJQn9 der 1 bntbie^Mew ^droht, o^'strrei ShJwÄ'Ü W be5 ? and. 5 8 »gehens. jTbe J/° 6eren MU haben [Annen 7 5 9ibt es'Sjur Lgs.'l d. w der n. für starrt. ", hatTüte e n man । * und „g. Kd'E ä$ ^bnahS"«r-r greich ßj früher Z^en, tonMiftet worden JF noch CT ' 2lnlah 3ü b sssqÄ V N'chts M^ 80 Jmunj. att«t nut der in für basiSSS *4*fcÄÜÄi r°f,n Schotten. X’rVtag'i*'1 J gj 1333 W unb Vjte '£» iugni* ?; Mmftenum vvrgG^nt 1 • bJ?öeiner5'IiQl- “jwwW ■rbejteuet erhoben wird Ler- eparaturarbeitenon "bauden, an der Lanali. mnen werden, die dafür trfor- foUen von der Tefellfchaft für aus dem Arbeitsbeschaffung?- gemeldet und erbeten werden, cers des hiesigen Arbeitslagers sinne über die Errichtung des hend besprochen. Lei der zu- für baldige tleberlaffung der chen werden. kreis Gießen. iden, 13.Sept. Die Spar« affe Troßen • Linden ■ der Gastwirtschaft von Wipp lerafoerjammlung ab. Bank- Marburg (ßof/n), der Direktor bie Serfammluna. Hnnefenb Der fReqner Sßifyelm fielj- eschäftsbericht für bas Seit 28 083,96 Mark abschlicht, in von unMhr Mi 'Blatt \t 8 n.S). Midendr verieiit lldr ferner dWv^en, 1 v.h. hren. Wecker Tale, 13. Sept. In- günstigen Witterung konnte treideernte gut einge- tlusdrusch schnell zu Ende ge- Ergebnis kann in jeder Hinsicht verden. Auch die Grummet- on statten und fiel befriedigend selernte ist bereits >m oute Erträge von sehr gesunder r gering fällt die Obst-, be- ernte aus. Die Zwetschenernte sehr reichlich bezeichnet werden, „den Dörfern die eesien beginnen mit dem AuM-m ^rer Wer. Da die Dickwurz räae verspricht, kann der Land risch aus. Sretis- m ^d t S uum nicht ge- Hfl °^" mersonlichkca, der über seiner PI Berührung Ursprung des Lebens". Am Sonntag und Montag wurde wie alljährlich die Kirchweih gefeiert. Hrcis Lauterbach. Q Lauterbach, 13. Sept. Dor einiger Zeit, als die Felddiebstähle wieder recht häufig wurden, hat die Bürgermeisterei durch Bekanntmachung an- gedroht, alle Namen der Felddiebe ö f • {entlieh bekanntzugeben. Dieser Tage wurde nun ein Felddieb auf frischer Tat ertappt, der gestern abend, begleitet von mehreren SS.- Leuten, in der Hand ein Schild, auf dem zu lesen war, daß er seine Volksgenossen b e st o h - l e n habe, durch die Straßen der Stadt geführt. Dieses Verfahren hatte jedenfalls mehr Wirkung, als irgend eine Geldstrafe, vor allem wirkt es abschreckend auf andere, und das war auch mit Zweck des Vorgehens. — Der Werkmeister eines größeren Webereibetriebes wurde gestern durch die Polizei in U n t e r f u • chungshaft genommen. Ihm werden gegen die Sittlichkeit verstoßende Handlungen, die er an jungen Arbeiterinnen in dem Betrieb vorgenommen haben soll, zur Last gelegt. — Auch in Lauterbach gibt es immer noch Leute, die sich nicht in die große Volksgemeinschaft des nationalsozialistischen Staates einfügen und die durch miesmacherische Redensarten Mißtrauen in die Bevölkerung tragen wollen. Schon vor einigen Wochen sind mehrere von diesen Leuten nach Osthofen transportiert worden, und in den nächsten Tagen geht em weiterer Transport dorthin ab. Einige Wochen erzieherischer Arbeit im Sinne der Volksgemeinschaft wird diese Leute hoffentlich zur Einsicht bringen. * Schlitz, 13. Sept. Unter Leitung von Bürgermeister Dr. N i e p o t h fand im nahen Rimbach eine Versammlung der Bürgermeister einiger benachbarter Orte statt, in der man sich besonders mit der Frage der Arbeitsbeschaffung befaßte. Es wurde befchlosien, in den Gemeinden Queck und Unterfchwarz, in Unter- und Oberwegfurth die Feldbereinigung durchführen zu lassen. Bürgermeister Dr. Niepoth wies auf die Unterstützung der Regierung gerade für Feldbereinigungsarbeiten hin und sprach außerdem über die hohe kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung der Feldbereinigung für die Gemeinden. Preußen. Hrcis Wetzlar. (D Krofdarf-Gleiberg, 13. Sept. Am Dienstagabend st ü r z t e aus der abschüssigen Straße im unteren Ortsteil von Gleiberg ein Radfahrer aus Gießen. Er zog sich dabei einen Schlüsselbeinbruch und Rippenquetschungen zu und mußte mit einem Auto nach Gießen verbracht werden. — In unserer Gemeinde plant man die Errichtung eines Ehrenmals zur Erinnerung an die im letzten Kriege gefallenen Söhne des Dorfes. Ob das Mal in Anlehnung an das bestehende Amts- Kriegerdenkmal von 1870/71 vor dem staatlichen Oberförstereigebäude errichtet wird, oder ob eine neue Gedenkstätte entsteht, ist noch nicht endgüllig entschieden. Kreis Westerburg. * H o h n (Westerwald), 13. Sep. Heute verunglückte hier im Bergwerk der Bergmann R ö • der so schwer, daß er in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden mußte Welcher Art die Verletzungen sind, steht bisher noch nicht fest. Der Zustand des Verunglückten ist ernst. SA-Gruppenführer Beckerle Polizei- i Präsident in Frankfurt. Frankfurt a. M., 13. Sept. (WSN.) Der S2L- Gruppenführer Beckerle in Frankfurt a. M. ist zum Polizeipräsidenten in Frankfurt ernannt worden. Er hat sein Amt bereits angetreten. Die deutsche Bevölkerung Frankfurts gewinnt in ihm eine Persönlichkeit für dieses Amt, die von revolutionärem Hitlergeist erfüllt ist und aus Lebensgang und Vorbildung heraus die denkbar beste Eignung hierfür mitbringt SA.-Gruppenführer Adolf Heinz Beckerle ist gebürtiger Frankfurter. Anschließend widmete er sich juristischen, volkswirtschaftlichen und philosophischen Studien, die er als Diplom-Volkswirt beschloß. Sein klarer Blick für wirtschaftliche und politische Realitäten wurde geschärft durch Auslandsreisen, die ihn nach Nord- und Südamerika führten. Seine aufrechte soldatische Natur bewog ihn, in den Polizeidienst einzutreten. Am 29. August 1922 trat er in die NSDAP, ein. Infolge seiner Tapferkeit und Tüchtigkeit wurde er bann Führer des Sturmes 68 der SA. Dann wurde ihm die Standarte Frankfurt a. M. anvertraut. Durch das Anwachsen der SA. wurde die SA.- Untergruppe Hessen-Nassau-Süd gebildet, die sich unter seiner Führung glänzend entwickelte. Augenblicklich ist er als Gruppenführer der Führer der SA.-Gruppe Hessen. Seit Bildung des Reichssport- kommissariats wurde er Beauftragter des Reichs- sportführers und Führer des Gaues 13 der DT. Der neue Polizeipräsident wird fein Amt im Sinne des nationalsozialistischen Aufbaues verwalten. Kommunistenverhastungen in Mörfelden. WSN. Mörfelden, 13. Sept. Gestern wurde hier eine Anzahl von Kommunisten verhaftet, die kommunistisches Propagandamaterial, u. a. die Zeitung „Der Junggardist", verbreitet Hatten. Ein Teil der Verhafteten wurde dem Gericht zugeführt, ein anderer Teil kam in verschärfte Schutzhaft nach Osthofen. 9er Hessische Tabalbaaverband im Zähre 1933. Der Hessische Tabakbauverband hielt dieser Tage unter dem Vorsitz von Oberlandwirtschaftsrat Dr. Finger (Darmstadt) in Lampertheim im „Darmstädter Hof" eine Sitzung der Ver - einsvorsitzenden ab. Dr. Finger wies bei der Eröffnung der Sitzung auf ihre ganz besondere Bedeutung hin, da es die erste im Hessischen Tabak- bauverband sei, die nach der nationalsozialistischen Machtergreifung stattfinde. Das Bauerntum müsse künftighin wieder die Grundlage der Nation werden. Die Zielsetzung Hitlers und DarrSs sei ganz klar und würde unbedingt auch zur Gesundung unserer Nation und unseres Bauernstandes führen. Wesentlich besser würden sich auch die Verhältnisse im deutschen Tabakbau zugunsten der Pflanzer gestatten. Die Grundbedingung fei jedoch der An b a u von Qualitätstabak. Die Kontingentierung werde auch ferner hin bestehen bleiben, die schlechten Pflan- zer würden ausgemerzt und der F r e i b a u komme überhaupt nicht mehr in Frage. Hierauf erteilte Dr. Finger zu dem zweiten Punkt der Tagesordnung „Der Hessische Tabakbau imJahre l93 3" dem Geschäftsführer des Hessischen Tabakbauverbandes, Landwirtschafts- Asiessor Dr. Schmidt das Wort zu seinem Referat. Der Referent ging hierbei noch einmal in kurzen Worten auf die Kontingentierung im Jahre 1933 ein und richtete bei dieser Gelegenheit an die Anwesenden die dringende Bitte, künftighin gerade hierbei tatkräftig mitzuhelfen, damit die Durchführung der Kontingentierung wesentlich vereinfacht werden könne. Im Anschluß hieran ging er auf die im Jahre 1933 vor- genommenen Bedprämlterungen und auch auf die von ihm veranstaltete Vorführung zur Bekämpfung der pilzlichen und tierischen Schädlinge ein und mies hierbei auf die noch bestehenden Mängel hin. Nach einigen Ausführungen über die verschiedenen Setzzeiten kam dann noch der Referent auf die diesjährige Ernte, ihre Handhabung und ihren voraussichtlichen Ausfall zu sprechen. Dr. Finger stellte sodann dieses Referat zur Aussprache, von der von den verschiedensten Seiten reger Gebrauch gemacht wurde. Von dem Vorsitzenden wurden dann die in diesem Jahre für das hessische Tabakbaugebiet in Frage kommenden Boni- tierer bestimmt. Die Entscheidung dieser Bonitierung ist bei der Verwiegung dieser Tabake maßgebend, sowohl für Pflanzer, als auch Käufer. In Zweifelsfällen jedoch steht dem Käufer ein Einspruchsrecht bei der amtlichen Fachberatung zu, bei der auch ein Schiedsgericht besteht. Die Kosten des Schiedsgerichts für diese Entscheidung trägt jeweils der unterliegende Teil. Nur solche Firmen werden künftighin noch zu den Einschreibungen als kaufberechtigt zuge- laffen, die eingetragene Mitglieder der Tabakgewerbeverbände sind, sich hierüber ausweisen und nur auf eigene Rech- nung kaufen. Weiterhin wurden auch die Verkaufs- bedingungen für die Einschreibungen der dem Deutschen Tabakbauverband angeschlossenen Landesverbände bekanntgegeben. Wirischast. Marktordnung in der Autobranche. Lückenlose Preisregelung. Wie in anderen Wirtschaftszweigen, fo haben auch in der Automobilbranche Ueberproduk- t i o n und Absatzrückgang einen Preis- druck hervorgerufen, der Die Ertragsfähigkeit stark beeinträchtigen mußte. Nachdem die Automobil- Industrie jetzt eine bessere Geschäftssaison hinter sich hat, und nachdem dank der Aufbaupolitik der na- tionalsozialistischen Regierung die Z u k u n f t s - a u s s i ch t e n gerade in dieser Branche wesentlich g ü n st i g e r, als in den letzten Jahren beurteilt werden dürfen, geht man nun daran, den Sumpf der Schleuderkonkurren; und der Preisunterbietung endgültig zu beseitigen. Zu diesem Zwecke haben sich Automobilindustrie und Krastsahrzeughandel zusammengLschlossen, um ae- meinsam Den Deutschen Automobilmarkt von allen Auswüchsen unD kaufmännischen Unsitten, Die sich in Den letzten Jahren breitgemacht haben, zu reinigen. Sie haben in einem Aufruf, Der von Dem Reichsverband Der AutornobilinDustrie unD Dem Reichsoerband des KraftfahrzeughanDels unD -ge- roerbes unterschrieben ist, allen Erzeugern, Exporteuren unD HänDlern Die neue MarktorD - nung für Die Autobranche zur Kenntnis gebracht unD zu ihrer strikten Befolgung ermahnt. Der Zweck Der Marktregelung ist die B e s e i t i - gungdes unlauteren unDhemmungs- losen Preiskampfes, Der bisher Der gesamten Branche ungeheuren SchaDen zugefügt unD zahlreiche wirtschaftliche Zusammenbrüche verursacht hat. Um Diesen Zustand aus der Welt zu schaffen, ist zwischen Erzeugern und Händlern ein lückenloser Preisschuh vereinbart worden. Die Preise der Kraftfahrzeuge werden künftig von den einzelnen Erzeuger- und Importfirmen in voller Unabhängigkeit festgesetzt. An diese Preise sind Erzeuger, Importeure, Exporteure und Händler unbedingt gebunden. Sie sind verpflichtet, den Käufern keinerlei irgendwie geartete Son- dervorteile anzubieten oder zu gewähren. Insbesondere sind alle versteckten Umgehungen des Preisschutzes, wie Kasiakonti, Rabatte usw. untersagt. Eine solide Regelung erfährt insbesondere die Inzahlungnahme gebrauchter Kraftwagen beim Ankauf neuer, die bisher vielfach zu indirekten unds chlecht verhüllten Preisunterbietungen benützt wurde. Auch diesem Mißbrauch wird jetzt ein Riegel vorgeschoben, indem der gesamte Handel mit gebrauchten Kraftfahrzeugen in die Preisre- g e l u n g e i n b e 3 o g e n wird. Für die außerordentlich schwierige Festsetzung der Preise gebrauchter Automobile sollen im ganzen Reich etwa 110 Schätzungs st eilen errichtet werden. In diesen werden unabhängige Sachverständige den Wert jedes zum Berkaus gelangenden Altwagens ermitteln. Als Altwagen in diesem Sinne werden auch die Dorsührungswogen der Fabriken behandelt, wenn sie mindestens drei Monate im Betrieb unb mehr als 6000 Kilometer gefahren sind. Diese Vorführungswagen werden also nicht mehr zur Bemäntelung von Unterschreitungen der Preisfestsetzung benützt werden können. Ebenso wie kein neues Kraftfahrzeug unter Dem festgesetzten Fabrikpreise, Darf künftig auch kein Altwagen unter Dem ermittelten Schätzungspreis verkauft werden. Dadurch soll verhindert werden, daß etwa auf dem Umwege über den Altwagenmarkt wieder ein Druck auf die Kraftfahrzeugpreise ausgeübt wird. Dem Automobilhandel werden ganz bestimmte Verdien st spannen eingeräumt. Die Mengenrabatte sind ebenfalls gleichmäßig geregelt. Bei Kreditgewährung muh ein Zinssatz in Höhe des Reichsbankdiskonts zuzüglich 2 Prozent festgelegt werden Vergünstigungen für Sammelbestellungen sind künftig überhaupt untersagt. Die Ueberwachung der gesamten Marktordnung für die Autobranche liegt in der Hand Der Deutschen Automobil-Treuhandgesellschaft (DATG ), der weitgehende Rechte gegenüber Uebertretern Der Regelung unD insbesondre gegenüber Außenseitern eingeräumt finD. Mit ihrer Geschäftsführung ist Direktor W. D a l ch 0 w betraut roorben, ber seit 20 Jahren ber Autobranche angehört unb sich bei ber Jnbustrie, wie beirn Han- bel allseitigen Vertrauens erfreut Ihm steht ein aus Vertretern ber Jnbustrie unb bes Handels zusammengesetzter Aufsichtsrat zur Seite. Von Der DATG. werben auch bie obenerwähnten Schätzungs- ftellen für gebrauchte Wagen eingerichtet werben. Die Organisation der Regelung bes Automobilmarktes ist vollkommen einheitlich unb in jeder Hinsicht schlagkräftig. Alle beteiligten IDirl- schaftskreise versprechen sich von ihr einen wirksamen Preisschuh und eine Gesundung Des gesamten Lraslsahrzeugmarktes. Aber auch der Verbraucher kann mit ihr zu» f rieb en sein. Das Autornobilgeschäft, bas bisher vielfach Durchaus Vertrauenssache war, bekommt eine solidere Grundlage. Das gilt ganz besonders für das Altwagengeschäft, denn die künftig von Den Taxstellen festzusetzenDen Preise ver- h'mDern jeDe Ueberoorteilung Des Käufers. Die neue Markt- unD Preisregelung ist in jeder Hinsicht geeignet, dem Käufer eines Kraftfahrzeugs, fei es eines alten oder eines neuen, den Abschluß bes Kaufs zu erleichtern. Sie wirb also zweifellos auch adsatzförbernb wirken. Maßnahmen gegen Kapitalflucht. Der Reichswirtschaftsminister hat burch einen Erlaß an bi e Devisenbewirtschaftung s st e 11 e neue Vorschriften zur Ver» hinberung ber Kapitalflucht erlassen, nadjbem in ber letzten Zeit bie Wahrnehmung gemacht worben ist, baß Kapitalflüchtige, insbeson- bere Auswanberer, erhebliche Vermögenswerte in Gestalt von Waren ober burch Verrechnung mit Warengeschäften ins Ausland zu schaffen suchen. Auswanderer, welche Waren nach dem Ausland ausgeführt haben ohne den entsprechenden Ausfuhrerlös an die Reichsbank abgeführt zu haben, müssen in ihrem Auswanderungsantrag die Mitnahme dieser Waren dzw. bie beabsichtigte Ein- ziehung ihres Gegenwertes im Auslanb angeben, wenn sie sich nicht ber Gefahr ausfetzen wollen, baß eine etwaige Genehmigung wegen unoollstänbiger Angabe wichtiger Tatsachen als erschlichen ange- sehen unb ein Verstoß gegen bie §§ 36 Ziffer 7, 37 Ziffer 3 ber Devisenocrorbnung als vorliegend erachtet wird. Ferner sind Maßnahmen getroffen roorben, um bie Bezahlung beutfdjer Ausfuhrwaren aus inlänbifcfjen Guthaben von Kapitalflüchtigen, bie sich auf Grunb biefer Zahlungen Auslanbguthaben fchafen wollen, zu unterbinden. Aus dem Ausland wird den daran interessierten inländischen Personen häufig vorgeschlagen, Zah- langen auf besondere Konten bei deutschen Banken ober unmittelbar an beutsche Ausfuhrfirmen au leisten, wofür bem Einzahler eine entsprechenbe Auszahlung im Auslanb in auslänbifcher Währung, meist unter Abzug eines gewissen Diskonts, in Aussicht gestellt wirb. Derartige Zahlungen an In- länber sind, ba sie für Rechnung von Ausländern erfolgen, nach der Deoifenorbnung verboten, sofern sie nicht mit Genehmigung ber Devisen- bewirtschaftungsstelle erfolgen.Auch bie beutschenAusfuhrfirmen haben die Pslickt, derartigen Machen- schäften entgegenAutreten, soweit sie mit solchen befaßt werden. Allerdings bedarf es nach den Devisenvorschriften keiner Genehmigung, wenn ber inlänbische Gläubiger zur Tilgung seiner Forbe- rung gegen einen Auslänber Beträge aus bem In- lanb entqegennehmen will. Der beutsche Ausführer ober sonstige Gläubiger setzt sich aber bem Verbacht einer Beihilfe zu einer bevisenrechtlich verbotenen unb strafbaren Hanblung bes Einzahlenben aus, wenn er berartige Zahlungen von unbekannten Personen entgegennimmt, mit benen er bisher in keiner Geschäftsverbinbung stank) unb bie auch offenbar nicht in geschäftlicher 23erbinbung zu seinem aus- länbischen Schulbner stehen. Der Reichswirtschaftsminister hat baher über bie wirtschaftlichen Spitzenoerbänbe bie in Frage kommenden Firmen darauf hingewiesen, daß von ihnen erwartet werden muß, baß fie berartige Zahlungseingänge ber für ben Einzahler zustänbigen Devisen» bewirtsihastungsstelle mitteilen, bamit biefe ber Angelegenheit nachgehen unb etwaige Kapitaloerschie- bungen aufbeden kann. Frankfurt fest. Frankfurt 14. Sept. (WTB.-Drohtmelbung.) Die Kräftigung bes Kursnioeaus machte an be* heutigen Mittägsbörse beachtliche Fortschritte. Ack bie Stelle ber seitherigen Verkaufsorbers sind in den meisten Fällen Kausanträge getreten, Denen sich auch die Kulisse mit weiteren Deckungen unb Meinungskäufen anschloß. Die Stimmung war zuver- sichtlich unb bie Tenbenz ausgesprochen fest. Auch bas Geschäft nahm auf manchen Marktgebieten sehr lebhafte Formen an. Aus ber Wirtschaft lagen einige gute Nachrichten vor, wobei insbefonbere bie Divibenbenaufnahme dzw. Erhöhungen bei einigen Gesellschaften günstigen Einbruck machten, ebenso wie ber letzte Konjunkturbericht über bie Gefahr einer allzu raschen Preissteigerung. Viel Beachtung sanb bie 1-Millionen-Spenbe ber IG. Farben- Jnbustrie für bas Winterhilfswerk ber Reichsregierung, ba bie Börse wegen ber Höhe biefer Spenbe einen guten Geschäftsgang bei biefem Unternehmen vermutet. So waren benn auch IG. bevorzugt unb zum 1. Kurs bei lebhaftem Geschäft 3,13 v. H. höher. Stärker befestigt waren ferner Buberus (plus 3,75 v. H ), Rheinische Elektro-Mannheim mit plus 2,50 v. H., Siemens unb Kali Aschersleben mit plus 3 v. H. Scheibeanstalt, Riitgerswerke, Deutsche Erb- öl, Schuckert unb Mannesmann gewannen von 2 bis 2,75 v. H. Auf ben übrigen Marktgebieten betrugen bie Erhöhungen von 1 bis 1,50 0. H. Schiff- fahrtsroerte, Daimler, Holzmann unb Aku konnten sich um 0,75 0. H. erholen. Am Rentenmarkt zogen Altbesitz und späte Reichsschuldbuchforderungen je 0,40 v. H. an, Neu- besitz gewannen etwa 10 Pfennig. Don Industrie- nnleihen lagen Stahlvereinsdonds 1,25 0. H. und JG.-Farbenbonds etwa 2 v. H. höher. Am Pfand- b r i e f m a r 11 lagen ebenfalls Stunbenaufträge vor, ©olbpfanbbriefc waren überwiegend von 0,25 bis 0,75 v. H., ßiquibationspfanbbriefe im gleichen Ausmaß höher, Kammunalobligationen lagen ruhiger. Sehr fest lagen Nassauische Lcindesbank-Liqui- bationspfanbbriefe auf Die bevorstehende Ziehung mit plus 1,5 v. H. Staats- und Stabtanleihen lagen Dagegen ziemlich ruhig und kursmäßig nur unwesentlich verändert. Don fremden Werten konnten sich Anatolier Eisenbahn weiter leicht erhöhen. Deutsche Anleihen zeigten im Verlaufe nur kleine Veränderungen, wobei aber Besserungen bis zu 0,25 0. H. festzustellen waren. An den Aktienmärkten roar das Geschäft im Verlaufe ruhiger, lediglich IG. unterlagen einigen Schwankungen und blieben mit etwa 114 v. H. gut behauptet. Frankfurter LHlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 14. Sept. Auftrieb: 73 Rinder, 938 Kälber, 408 Schafe, 839 Schweine. — Es wurden bezahlt: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 37 bis 42; mittlere Mast- unb Saugkälber 31 bis 36; geringere Saugkälber 26 bis 30; geringe Saugkälber 21 bis 25. Schafe: beste Schafe 24 bis 26; mittlere Schafe 20 bis 23; geringe Schafe 16 bis 19. Schweine: vollfleischige, zirka 240 bis 300 Pfunb Lebenbgewicht, 44 bis 47; vollfleischige, zirka 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht, 44 bis 47; vollfleischige, zirka 160 bis 200 Pfund Lebend- gewicht, 40 bis 46. — Marktoerlauf: Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt; Schweine ruhig, ausverkauft, Fettschroeine über Notiz, leichte Schweine vernachlässigt. Abiurnen des Tv. „Zrisch-Auf" Leihgestern. Am Sonntag fand das Abturnen des Turnvereins „Frisch auf Leihgestern 1893" statt. Mittags bewegte sich ein stattlicher Zug von Teilnehmern, bestehend aus SA., SAR., ferner der neugegründeten Damenabteilung, der aktiven Turner und Mitglieder durch die Straßen des Ortes. Das Trommlerkorps unter der Führung des Heimatdichters Heß machte eine flotte Marschmusik. Auf dem Turnplatz begrüßte der erste Vereinsführer W. Will mit einer Ansprache die Teilnehmer. Sodann begann das Turnen um den Wanderpreis, wo in den volkstümlichen Wettbewerben Willi Schäfer mit 55 Punkten und im Geräteturnen Rudolf Rohrbach mit 107 Punkten Sieger wurde. Die SA. und SAR. führte ein Gepäckmarsch über 14 Kilometer durch, wobei die Gruppe Damm als erste in der Zeit von 1:54 Std. durch das Ziel ging. Die Preisoerteilung, die für den Turnverein der Oberturnwart Volk und für die SA. Rektor Lotz vornahm, endete mit dem Deutschlandlied und einem „Sieg-Heil!" Bezirlsjugendweitkämpfe in Gedern. i. Gedern, 12. Sept. Unter stärkster Beteiligung der Bevölkerung fanden auf der Breiten Wiesen die Bezirksjugendwettkämpfe um den Wimpelwanderpreis des Herrn Reichsstatthalters statt. Die Schulklassen, die 20 Kampfgruppen des Bezirks, die Organisationen und Vereine des Städtchens marschierten geschlossen zum Kampfplatz. Rektor Riedel begrüßte die Verbände und wies in seiner Ansprache auf die zwingende Notwendigkeit der Heranbildung einer kerngesunden Jugend hin. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf die Führer des Reiches schloß er seine Ansprache. An den Wettkämpfen beteiligten sich 11 Knaben- und 10 Mädchengruppen. Die Ergebnisse: Fünfkampf'der Knaben: Ober-Seemen 42 Punkte; Gedern, Gruppe 1 (Volksschule), 41; Gedern ,(Höhere Schule), 38; Gedern, Gruppe 2 (Volksschule), 33; Oberlais 31; Steinberg 27; Rieder-Seemen 25; Mittel-Seemen 22; Glashütten 21. Vierkampf der Mädchen: Gedern, Gr. 1 (Volksschule), 36 Punkte; Ober-Seemen. Gr. 1, 35; Ober-Seemen, Gr. 2, 32; Gedern (Höhere Schule) 31; Gedern, Gruppe 2 (Volksschule), 30; Ober-Lais 27; Rieder-Seemen 25; Glashütten und Mittel- Seemen, 23; Steinberg 20 Punkte. Fortbildungsschulgruppen: Hirzenhain 12 Punkte; Gedern 11 Punkte. Den Wimpel des Herrn Reichsstatthalters haben somit errungen: Die Knabengruppe Ober-Seemen, die erste Mädchengruppe der Volksschule Gedern und die Forbildungs- schulgruppe Hirzenhain. Rach der Bekanntgabe der Siegergruppen wurde ein Handballspiel zwischen der Volksschule Gedern und der Städtischen Höheren Schule Gedern ausgetragen, das mit 1:0 für die Höhere Schule endete. „Ich rufe die Jugend der Welt > Modell der großen Glocke, die von dem Bildhauer Walter E. L e m ck e entworfen wurde, und die die Olympischen Spiele 1936 in Berlin einläuten wird. Die Glocke trägt unter dem Reichsadler, der d:e olympisä)en Ringe in den Klauen hält, die eindrucksvolle Inschrift: ,Hch rufe die Jugend der Welt!" Das Organisationskomitee hat diese Glocke zum Wahrzeichen der großen Weltveran- | staltung erwählt, das zunächst auf allen Druckschriften und Briefschaften des Komitees, die als Ein- | ladungen in die Welt hinausgehen, sichtbar sein wird. Kämpfe auf -er Aschenbahn. Erinnerungen an große Ereignisse. Wohl keine Sportart ist so reich an packenden Endkämpfen wie die Leichtathletik. Auf der Aschenbahn, dem schwarzen Band mit zwei flachen Bogen um eine satte Grünfläche, hat wohl ein jeder schon einen Kampf zwischen zwei oder mehr Läufern bei- gewohnt, die im harten Ringen um den Sieg das Letzte aus ihren Körpern herausgepreßt haben und von denen schließlich der eine mit kaum wahrnehmbarem Unterschied als Sieger das Zielband zerriß. Von solchen Sümpfen, die sich die Spitzenkönner aller Herren Länder im Laufe der Jahrzehnte geliefert haben, soll hier erzählt sein. Kampf über eine halbe englische Meile. Schon aus der Vorkriegszeit ist von einigen herrlichen Endkämpfen zu berichten, die unvergeßlich in der Erinnerung weiterleben. Wenn die alten Helden des Nagelschuhes erwähnt werden, so muß in erster Linie Hanns Braun genannt werden, der nicht nur unser bester Athlet, sondern auch der größte Kämpfer der Vorkriegszeit war. Die ganze Welt horchte aus, als mit Hanns Braun vor 24 Jahren zum ersten Male ein Deutscher eine englische Meisterschaft gewann. Von jenem denkwürdigen Tage des 3. Juli 1909 ist uns noch ein Bericht erhalten, der begeisterte Augenzeuge erzählt über den Verlauf der Halbmeilen-Meisterschaft: „Braun hat Innenseite, sein Gegner läuft auf gleiche Höhe auf. Beide sind im Gleichschritt und taktmäßig strecken sie sich in aller äußerster Anstrengung, von weitem gesehen wie e i n Mann. Eine Sekunde nach der anderen vergeht, das Tempo ist mörderisch, des Müncheners Beine scheinen immer länger zu werden, so weitet sich der Schritt, der Kopf ist scharf angezogen. Einer von beiden muß fallen ... und des Engländers Kraft bricht. Plötzlich verliert dieser den Gleichschritt. Zwischen Brauns langen Schritten sieht man ihn einen Moment trippeln, und dann hat der Unsrige freie Bahn. Mit zwei Meter Vorsprung geht er in die Kurve und obgleich der Engländer mit unendlicher Zähigkeit weiterkämpft, an diesem Vorsprung ist nichts mehr zu mindern. Der länge Spurt ist zu Brauns Gunsten entschieden.und zum ersten Male in England Ö ein Deutscher mit scharf herausgenommener ils Sieger das Band." Noch einmal lieferte Braun einen grandiosen Endkampf. Im Jahre 1912 nach den Olympischen Spielen in Stockholm stellten sich in Berlin seine Bezwinger über 800 Meter, die Amerikaner Me- redith und Sheppard zum Kampf. Der Olympiasieger Meredith wurde bald ein Opfer seines allzu schnellen Tempos. Der Olympiazweite Sheppard und Braun liefen Brust an Brust, mit seinem berühmten Zwischenspurt gewann der Deutsche einige Meter Vorsprung, aber Sheppard läßt nicht locker und knapp 100 Meter vor dem Ziel hat er Braun erreicht. Nun setzt ein gigantisches Ringen um jeden Fußbreit Boden ein. Aber nun zeigt sich erst Brauns großes Kämpferherz. Mit jedem seiner langen Schritte schiebt er sich zentimeterweise von dem Gegner fort und geht unter dem Riesenjubel als Sieger durch das Ziel. Rau gegen den Amerikaner Ramsdell. Vergessen ist auch noch nicht die famose Leistung unseres besten Kurzstreckenläufers der Jahre vor dem Kriege, Richard Rau. An einem herrlichen Sommertag rang er auf dem internationalen Sportfest seines Vereins, des SC. Cbarlottenburg, den viermaligen amerikanischen Meister Ramsdell sowohl über 100 wie über 200 Meter nieder. Roms- dell, ein kraftstrotzender Athlet, gegen den der grazile deutsche Meister fast schmächtig wirkte, war schon damals der Urtyp des schnellen Kurzstreckenläufers, wie ihn Amerika heute serienweise hervor- bringt. kolehmainen — Bouln. Auf der gleichen Bahn, die heute ein kümmerliches Dasein fristet, damals, aber der Schauplatz der größten Kämpfe der deutschen Leichtathletik war, hetzte Hannes Kolehmainen, der Landsmann und Vorgänger Nurmis, den Franzosen Jean B o u i n in einem 5000-Meter-Laufen fast zu Tode. Von Runde zu Runde verschärfte der Finne das schon unheimliche Tempo. Mit spielend leichtem Schritt lief er seinem Gegner davon. Wohl versuchte Bouin durch einige Zwischenspurts den Abstand zu Denkt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Reichskreditgesellschast Berlin W 8. Behrensslrahe 21/22, sowie auf deren Reichs- bankgirokonlo und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: „Stiftung für Opfer öer Arbeit". verringern, aber er erschöpfte sich dabei restlos und gab entmutigt auf, als der Finne das Zielband schon zerriß. 100 Bieter: Hauben — Paddock — Murchison. Nach dem Kriege war es Hubert H o u b e n, der in jenem denkwürdigen 100-Meter-Rennen in Berlin durch seinen Sieg über die beiden Amerikaner Paddock und Murchison, in die Lettern der sportlichen Weltgeschichte ausgenommen wurde. Wohl die wenigsten der damals auf dem schmucklosen Rcichswehrsportplatz in Moabit versammelten 10 000 Zuschauer hatte an einen so großen Erfolg des Deutschen geglaubt, aber Hauben machte das Unmögliche wahr. Ein blendender Start und fabelhafter Antritt brachten ihn gleich einen Meter vor den Gegnern in Front. Und nun lief er das Rennen feines Lebens. Wohl schoben sich die schon mehr als verzweifelt kämpfenden Pankees von Meter zu Meter heran, aber doch erreichten sie Hauben nicht mehr. Wer beschreibt das Glücksgefühl und den Taumel der Menge nach diesem grandiosen Siege eines Deutschen über die schnellsten Läufer der Welt. Es war einmal: Peltzer besiegt Jlurtni. Zu einem Ereignis wurde wenige Jahre später abermals in Berlin das Zusammentreffen des finnischen Wunderläufers Paavo N u r m i mit dem „fliegenden Schullehrer" Edwin W i d e und Deutschlands Hoffnung Dr. Otto Peltzer. lieber 1500 Meter ging das Rennen. Böcher machte nach dem Start das Tempo, aber bald wurde er von Nurmi abgelöst, der nunmehr mit der Gleichmäßigkeit einer Maschine lief. Von Zeit zu Zeit kontrollierte er sein Tempo mit der Stoppuhr. Nach der Hälfte des Weges fiel Böcher bereits stark zurück, auch Peltzer hatte einige Meter verloren und nur Wide folgte dem großen Finnen wie ein Schatten. In dieser Reihenfolge ging es in die letzte Runde. Fieberhaft verfolgten die Zuschauer die letzte Phase des gigantischen Rennens. Wide griff Nurmi zuerst an, ging vorbei, aber da rückt auch Peltzer auf. Der lange Stettiner überholte den Finnen, jagte dem Schweden nach und nun entspann sich die Zielgerade herunter ein schöner Kampf, aus dem । der Deutsche als Sieger in neuer Weltrekordzeit I heroorging. Neue Bücher. — DieKriseimWeltgeldshstem. Don Gustav Cassel. Derlag Buchholz & Weihwange G. m. b. S)., Berlin-Charlottenburg 2. Preis 1,90 Mk. (167.) — Das vorliegende Werk des schwedischen Nationalökonomen bringt eine auch dem Laien verständliche Analyse des heutigen Wirtschaftszustandes. Cassel sieht die Wege zur Gesundung der Weltwirtschaft in der Befreiung des wirtschaftlichen Lebens von der staatlichen Kontrolle, Einschränkung der monetären Nachfrage nach Gold auf der ganzen Welt zwecks Koustanterhaltung des allgemeinen Warenpreisniveaus (Einhalt der Deflation), ferner in der radikalen Streichung der Kriegsschulden und Reparationen, Abbau der Schutzzölle und der garantierten internationalen Bewegungsfreiheit des Kapitals. — Sunniva. Eine Novelle von Sigrid ü n d s e t. 80 Seiten Text und 9 Bilder von Gösta as Geijerstam in Kupfertiefdruck, Üeberseht von Martha Näf. In Geschenkband 2 Mk. Verlag Ios f Müller, München 13. — (6.) - In dieser Geschichte von Sunniva, der irischen Königstochter, und ihrem Zusammentreffen mit dem Könige Olav Tryggveson führt uns Sigrid älndset in die Heldenzeit ihres Landes. Ob sie von Wikingerfahrten erzählt und den Abenteuern der Könige Olav Haraldson und Olav Tryggveson oder von der heiligen Sunniva, es ist immer das Heldische in diesen Menschen, das für ihr Leben entscheidend ist. Die Landschaft, in der die Geschichte spielt, ist die der alten nordischen Sagen, herb und ernst. — Geoffrey Moh: Armer kleiner B o s k o. Roman. Derlag Ullstein, Berlin, Preis 3 Mk., Ganzleinen 4,50 Mk. — (117.) — Die Geschichte eines artigen jungen Oxford-Studenten, den eine Anzeige in einen leider ohne Betriebskapital gegründeten Golfbetrieb an der Riviera lockt. Mit der Sehnsucht des nordischen Menschen nach südlicher Luft und Sonne ist dieser Roman geschrieben; er ist die erste deutsche Heber- tragung eines englischen Erzählers, der auch bei uns rasch Freunde finden wird, wie er sie in seiner Heimat schon in großer Zahl besitzt. — 21. 2). Forum: Um einen Dukaten. Buntes Und andere geschichtliche Erzählungen. 100 Seiten. Preis 2,50 Mark. Johannes Lehrmann, Verlag, Leipzig. — (491). — Gartenbauinspektor Franz Mappes: Ratgeber für den Haus-, Schreber- und Siedlergarten. Allgemeine Derlags- anstalt München AG-, Geschäftsstelle Mannheim. (74.) — Das Buch enthält in knapper und leicht verständlicher Form viele ausgezeichnete Ratschläge mit zahlreichen Abbildungen und übersichtlichen Tabellen. Der Verfasser gibt jedem Haus-, Schreber- oder Siedlergärtner wichtige Fingerzeige für die Praxis aus eigenen langjährigen Erfahrungen. Gründlichkeit und Anschaulichkeit der Schrift ermöglichen es jedermann, seinen Garten nutzbringend anzulegen; auch der schon Erfahrene wird in Mappes einen kundigen Helfer finden, der ihn auf Dinge aufmerksam macht, an die er vielleicht noch nicht gedacht hat. Der niedrige Preis von 35 Ps. wird jedem Siedler und Gartenfreund die Anschaffung des reichhaltigen Bändchens ermöglichen. — Exkurfionsbuch zum Studium der V o g e I ft i m m e n. Von Professor Dr. A. Voigt. 10. Aufl., neu bearbeitet von Prof. Dr. E. Hesse. Leinen 4,20 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. (148.) — Auf allen Wanderungen vernehmen wir wieder den Iubelsang der Vögel und fragen uns, wie der muntere Sänger heißt. Rur ganz wenige Vögel pflegt der Wanderer an der Stimme zu erkennen. Voigts Cxkursions- buch ist ein ausgezeichneter Schlüssel, sich weitere Kenntnis zu verschaffen. Voigt hat viele Iahre der Beobachtung unserer Singvögel gewidmet und viele Reisen unternommen, um fein Exkursionsbuch von Auflage zu Auflage zu vervollkommnen. So lehrt das Buch in erster Linie den Stimmen der Vögel zu lauschen und mit Hilfe einfacher Zeichen Name und Art der Sänger zu bestimmen. Darüber hinaus widmet Verfasser auch allen biologischen Erscheinungen der Vogelwelt seine Aufmerksamkeit, so dem Flug, der Brutpflege, dem Lieblingsaufenthalt. Das schöne Werk wird jedem Vogelfreund viel Freude bereiten. Allerlei. Mnde Passagiere der Lust. Der englische Flieger Kapitän Caspar flog wie gewöhnlich mit feiner Mafchine, der „Stadt Bagdad" auf der englischen Flugstrecke über das Innere des dunklen Erdteils nach Broken Hill in Rhodesia mit einer vollen Ladung von Passagieren und Post. Dabei merkte er plötzlich, daß das Gleichgewicht feiner Mafchine irgendwie gestört war; er fühlte sich unsicher und beunruhigt, tröstete sich aber dann mit dem Gedanken, daß das Gepäck wohl schlecht verstaut sei. Glücklich langte er an Ort und Stelle an, beobachtete, wie seine Maschine in den Hangar gebracht wurde und setzte sich dann zum Esten nieder. In diesem Augenblick sab er einen schlanken blonden jungen Mann vor sich, der mit einem fremden Akzent nach dem deutfchen Konsul fragte. Cafpar lachte: „An diefem verlorenen Fleck gibt's keinen deutschen Konsul, wo kommen Sie denn her?“ „Von Mbeja", antwortete der Fremdling. Das war die letzte Station, ein Bergwerkslager im Herzen von Tanganjika. „Ich sehe aber ihre Maschine nicht im Hangar", tagte der Kapitän verwundert, denn auf andere Weife als durch die Luft konnte man hierher nicht gut allein gereift fein. Der junge Mann grinste: „Ich flog in Ihrem Flugzeug." „Aber ich sah Sie nicht?" „Ich reiste als blinder Passagier." Caspar seufzte; er wußte nun, warum er während des Fluges so unsicher gewesen war. Was sollte er mit dem Übeltäter in der Wildnis anfangen? Der „Nassauer" war ein 24jähriger Österreicher Joseph Reder, der feit einigen Monaten in den Lupa-Goldfeldern von Tanganjika arbeitete. Er halte während der langen Stunden, in der er den Boden nach Gold auswufch, eine Erfindung gemacht, von der er glaubte, sie werde eine Aevo- lulion in der Flugkunst hervorbringen. Zwei Kameraden hatte er davon erzählt, und diefe hatten sich bereit erklärt, mit feinen Plänen nach Berlin zu reifen, um sie dort zu verwerten. Als sie aber fort waren, fliegen ihm Zweifel auf. Er wollte ihnen nach, und da er kein Geld hatte, sandte er verzweifelte Botschaften an seine Eltern in Österreich mit der Bitte, ihm das Reisegeld zu schicken. Aber es kam nicht, und so hatte er schließlich al slehten Ausweg sich als blinder Pastagier in die „Stadt Dag dad" eingeschlichen. Er wurde nach Mbeja zurückgebracht. Aber der Richter wußte nicht, was er mi- ihm anfangen follte, da ihm ein solches Vergehen noch nicht vorgekommen war. Ein paar Stunden, nachdem er mit dem Flugzeug aufgestiegen, war für ihn Geld angekommen. Reder war, wie der Reisende W. 3- Makin in einem Aufsatz hervorhebt, der erste blinde Luftpastagier in Afrika. Er hat seitdem manchen Nachfolger erhalten. Ein solches Mitfliegen eines unbekannten Gastes kann schwere Gefahren mit sich bringen. Das zeigte sich bei dem ersten blinden Luftpassagier, der an einer Fahrt über den Atlantischen Ozean teilnahm. Dies war ein gewisser Arthur Schreiber, der sich auf dem „Gelben Vogel" versteckte, einer Maschine, mit der drei französische Flieger von Neuyork nach Paris fliegen wollten. Die Anwesenheit dieses uner- wünschten Ballastes störte das Gleichgewicht des Flugzeugs so, daß die Flieger eine Menge Betriebsstoff während eines Sturmes über Bord werfen muhten, und diefer Mangel hinderte sie daran, das ersehnte Endziel ihres Fluges zu erreichen. Sie mußten in Spanien notlanden Trotz dieser schweren Enttäuschung behandelten die Flieger den blinden Passagier sehr anständig und ließen ihn laufen. Schreiber gab in fpanifchen Blättern Berichte über feine abenteuerliche Tat und erlangte als „Chico Vankey", „der tüchtige Amerikaner", eine gewisse Berühmtheit, die er zu feinem Vorteil auszunuhen wußte. Der erste blinde Passagier, der überhaupt auf einem Flugzeug mitreifte, dürfte der 13jährige Herbert State aus Kanfas City gewesen fein, der sich in einem Aeroplan befand, der eine kleine Zahl von Passagieren zu einer Defprechung mit dem damaligen Präsidenten Coolidge bringen sollte. We- gen des Übergewichtes, das durch den Nassauer hervorgerufen wurde, war man zu einer Notlandung gezwungen, und die Verabredung konnte nicht eingebalten werden. Befondere Anziehungskraft auf blinde Passagiere hat der „Graf Zeppelin" ausgeübt, und der Führer Dr. Eckener mußte dagegen strenge Maßnahmen ergreifen. Wegen der großen Gefahr, die durch einen unbekannten Mitreisenden entstehen kann, wurden strenge Dorfichtsmahregeln ergriffen. Als der „Zeppelin" von Lakehurst auf 1 seinem Weltflug aufstieg, hatte ein Junge aus New Jersey versucht, sich in dem Luftschiff zu verbergen. Durch ein genaues Ableuchten mit Scheinwerfern wurde er aber entdeckt. Ein anderer junger Bursche, Albert Buschko, der im „Zeppelin" eine unentgeltliche Luftreise machen wollte, wurde dafür bestraft. Was ist Tabu? Das Wort Tabu hat sich in letzter Zeit auch in der allgemeinen Umgangssprache eingebürgert, ohne daß jeder weiß, was das eigentlich bedeutet. In der Festschrift zum 70. Geburtstag des Sprachforschers Rudolf Much hat Friedrich Pfister dem Wort einen eigenen Aufsatz gewidmet. Er will damit ein Beispiel für das Gesetz erbringen, daß „mit der Veränderung ber Kultur die Wörter ihren Sinn verändern". Das polynesische Wort „Tabu" wird gewöhnlich mit „heilig" überseht, aber der christliche Begriff des „Heiligen" deckt sich damit durchaus nicht. Vielmehr bedeutet „Tabu" in der Vorstellung der Polynesier alles, was über eine besondere Kraft verfügt, sei es im Bösen oder im Guten. Nicht nur religiöse Vorstellungen werden davon berührt, sondern auch weltliche. So findet man das Tabu auf dem Gebiet der Wirtschaft und der Technik, des Brauches im Kriege, in den alltäglichen Sitten und Gebräuchen. Nun ist es möglich, daß diese Erweiterung des Begriffes, die über das mit „heilig" Bezeichnete hinausgeht, erst nachträglich entstanden ist. Auch bei uns im Deutschen gibt es diesen Begriff des Tabu, so z. B., wenn ein Glas, aus dem bei irgendeiner feierlichen Gelegenheit getrunken wurde, nachher zerschmettert wird, weil es durch die Segenshandlung eine besondere Kraft erhalten hat und „Tabu" geworden ist. Hier ist also die Sache geblieben, aber das Wort dafür ist geschwunden. Im Germanischen hieß der Begriff, der sich mit dem ursprünglichen „Tabu" deckt, "bei» lag“; erst durch die Christianisierung find die Begriffe des Heiligen und Geweihten von der ursprünglichen heidnisch-magischen Bedeutung losgelöst worden. Wie schnell kann der Mensch laufen? Einen neuen Weltrekord über eine englische Meile hat kürzlich der junge Neuseeländer Läufer I. E. Lovelock in Amerika mit 4 Minuten 7% Sekunden aufgestellt, und er blieb dabei Sieger über den Amerikaner Louis Bonthron, der dieselbe Strecke von 1,6 km in 4 Minuten 8 7/10 Sekunden zurücklegte. Wenn man bedenkt, daß der im Jahre 1886 von W. G- George aufgestellte Weltrekord von 4 Minuten 12% Sekunden erst nach mehr als einem Vierteljahrhundert übertroffen wurde, kann man sich vorstellen, welche außerordentlichen Leistungen für einen derartigen Rekord notwendig find. Ein berühmter Trainer, der verstorbene Sam Mussabini glaubte, daß ein Läufer so trainiert werden könne, um jede der vier Runden von einer Dierlelmeile in genau 62 Sekunden zurückzulegen. Bei dem Training mit Albert Hill im Jahre 1921 steuerte er auf dieses Ziel los. Die einzelnen Rundenzeiten, mit denen Hill damals den britischen Amateur- Rekord von 4 Minuten 134/6 Sekunden aufstellte, betrugen 59%, 64%, 67%, und 62% Sekunden. Bei allen diesen Zahlen ergibt sich wie bei vielen hervorragenden Läufern vorher und nachher, daß mit einer Schnelligkeitsverminderung in der dritten Runde der Preis für eine übergroße Leistung in der ersten Runde gezahlt wurde. Der Franzose Jules Ladoumegue, der 1931 den Rekord von 4 Minuten 9% Sekunde aufstellte, kam dem Ideal des gleichmäßigen Laufes in allen Runden schon näher, denn er brauchte für jede Viertelmeile 60%, 63%, 63% und 61% Sekunden. Der neue Rekordhalter Lovelock legte bei einem früheren Lauf die englische Meile in 4 Minuten 12 Sekunden zurück und vollbrachte dabei die schnellste erste und vierte Diertelmeile und die langsamste dritte Runde, die je bei Rekordläufern erreicht wurde. Die Zeiten waren nämlich pro Runde 57%, 64%, 74 und 56 Sekunden. Bei dem neuesten Rekordlauf haben Lovelock sowohl wie Bonthron in der dritten Runde 657,o Sekunden gebraucht, durch diese geringere Schnelligkeit sich also für den Endspurt der letzten Runde Kräfte gefammelt, die Lovelock in 58%O und Bonthron in 607,„ Sekunden zurücklegten. Eine noch größere Schnelligkeit wird nur der Läufer vollbringen können, der die Gleichmäßigkeit in allen vier Runden zu folcher Vollkommenheit bringt, daß er jede Runde in genau 60 Sekunden zurücklegt und damit vier Minuten für die englifche Meile braucht. Schneller dürfte der Mensch nicht laufen können. »* #,8J • -» iUd)bei, oon E •J* infolge b *iSS> Oßen-k vom 16- * heimatliche« 3m Sinne keilen und nach E vischen Linnchlung^ Marbessecdiensles er von morgen an )U >' als große oberhesstschr - in Sichen Ist ul'kr ' und butd) DeMung Io gesichert, daß jeöei pünktlich zum mmagsh Mise wird der Siehe -er Teiizustellung am und mif einem bis zur letzten WWen- und an die Leserschaft heran die Zustimmung aller B IM An olle Zehi und Ott Am 14. September: ein Buch von so ungeh wendig ist, alle Kreise ses Werk aufmerksam „Beroaffr Ent über den kommm am Vorabend der oon Ai Diefes SBud) wirb bie beulten Voltes für b nannten „Braunen 8üd Werte werden. lis M eindeutig, n tenor die besten unseres Amtliche Mer, Ur tu kenntnisse von fommuni liche Tz-rache, wie es t Zum Ausdruck aetomm Wer dieses Tuch der munistijchen Dlutherrsck land dachten, gelesen h Januar 1933 nur du Führers Adolf Hitler entronnen ist. Das Buch ist so uw m 14 lagen wohl tau; genossen geben wird, Wenn es auch ün ist, direkt zum 1 Mlen, |o muß doch in trungen werde, SA-' und CT.-Mann «ns ,eder Angestellte' k>ie Hand bekommt. Sammelbestekl Ü? bei un*erer 2 14nbS9,au/9f6en De 1,4°JKarf, bei Abnabi ermagigfer Preis von 1 „ heil beÄi?ikr.hcr L°n 069 ^Ministeriums Propc SN - Monaten Ü?'?13 ^rousoeaek n JteDolutu tE”1 Dom ®ekr ^Mcherr Darwori beS ... Jl«uei Jur das M St We« Un95DÄ? POOO! DGH