fr kkstschutz ist 5elbftfd|vfz ikichsluftfihu6bim6 Das eindrucksvolle Plakat, das der Reichslustschutz- bund herausgab, um für den |o notwendigen Lufl- schutzgedanken unter der deutschen Bevölkerung zu werben. ©äs Gchtageterhaus inBerlin eingeweiht. Die nationalsozialistische Kriegsopferversorgung, die grobe Einheitsfront der deutschen Kriegsopfer. weihte am Samstagnachmittag ihr Ver- waltungsgebäude in Berlin, Rolanduser 6. auf den Namen „Albert Leo Schlagete r". um sich dadurch dem ersten Soldaten des Dritten Reiches symbolisch verbunden zu zeigen. An der feierlichen Veranstaltung, der eine nach Tausenden zählende Menschenmenge beiwohnte, nahmen einige hundert SA-Leute teil. Das Gebäude zeigte die Hakenkreuzfahne und grünen Schmuck. Lange Wimpelreihen zogen sich durch die Straße, um das Gebäude. Das Wehrkreiskommando III hatte eine Ehrenkompanie gestellt. Linier den prominenten Persönlichkeiten aus dem politischen Leben waren anwesend als Vertreter des Reichswehrministeriums Major G r ä v e n i h. Polizeivizepräsident Dr. M o s l e, als Vertreter des Reichsarbeitsministers Seldte Ministerialrat Christophen, Reichsorganisationsloiter Abgeordneter Oberlindober, Vertreter des Hauptversorgungsamtes und der Versorgungsämter u. a. m. Die Weiherede hielt der stellvertretende Gauleiter G ö r l i h e r. Der Freund Schlageters, Heinz Hauenstein, erinnerte daran, daß Schlageter 1922 einer der ersten und unermüdlichsten Vorkämpfer der RSDAP. in Berlin gewesen sei. Die Feier klang aus in das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied. ©er Aufmarsch der Blauhemden abgesagt. Dublin, 12. Aug. (WTD.) General O'Duffy erklärte auf eine Frage, ob er angesichts des Verbots die angesehte Parade abzuhalten gedenke, dah er sich im Interesse der Aufrechterhaltung des Friedens und der Ordnung entschlossen habe, die Parade abzusagen. ySSte r korrekt. wrch bein 7= »litt " »»ft mi ioS,l<' hr lmm,r »iN bi* ^uatb»- 'hn tief 8r_ Nr. 1«8 Svüharrssabe 183. Jahrgang Montag, l4-August 1933 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Dmrf und Verlag: vrühl'sche Untversttätr-Vuch. und Stetnöruderei N. Lange in Stetzen. Schrifllettung und Seschäftrstelle: Schulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zom Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig; für Ne. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undsür denAn. zeigenteil i. D. TH.Kümmel sämtlich in Biegen. Eriche,ni täglich, autzei Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Siebener Famllienblätter Heimat im Bild Die Scholle * Monalr-Vezugrpretr: Mi, 4 Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanschlüfte unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zranksurt am Main 11686. ©ie Grundfragen der deutschen Wirtschaft. Eine bedeutsame Rede des Reichswirtschaftsministers Schmitt. ©enkt an den Luftschutz. litt tt ilummtriS1 lOfl5 N ''a”K**N.n ? ^wünscht. (Biauv^ eiÄ--ia'mennbu Än anb»n und habch gegeben - Z Ic’ Wen. äber ftj .nun9 aufgeben, £ "le&e Zu erringen. Lu Sonne, Schönheit, Leben roeit gewidmeten Dasein' öu aus! Womit ich dich I« Gedanke beim (La. Mdj afen. Alles will ich 'l |! Jagte er mit unbe- oUit fmgen, so viel du' Unterricht nehmen, wenn - '|t — nur gehe nicht von n deine Liebe werben - »rum hosse ich 5- es gehört nur meiner nicht teilen-und deshalb ig folgt.) ier H-B Ä ö I n , 13. Aug. (TU.) Am Sonntag fand in der grohen Messehalle in Köln auf Anregung des Treuhänders der Arbeit, Professor Berger, der crfte Kongreß der Deutschen Arbeit am Rhein statt. Rach dem Einmarsch der Fahnen hielt Gauleiter Staatsrat Grohe eine kurze Begrüßungsansprache. Von stürmischem Beifall begrüßt, nahm dann RetchswlrlfchastsministerSchmltt das Wort zu grundsätzlichen Ausführungen. Er sagte u. a.: Cs soll nicht mehr von Haß und vom Kampf eines gegen den anderen die Rede sein, sondern es soll die deutsche Arbeit geehrt werden, und diese Ehrung führt zu der Zusammenarbeit und dem Erfolge, den wir brauchen, um Deutschland wirtschaftlich wieder herzustellen. Ohne das einige nationale wollen ist eine wirtschaftliche Erhebung und Erholung nicht möglich. Es ist das große Werk des Führers Adolf Hitler, daß er durch die nationale Erhebung die Voraussetzung geschaffen hat, um den wirtschaftlichen Wiederaufbau in Angriff nehmen zu können. Wir müssen den wirtschaft- kichen Ausbau gründlich anpacken, die Ursachen erforschen und wirklich beseitigen, die zum Riedergang der Wirtschaft geführt haben. Wenn man heute in Deutschland trotz der großen Arbeitslosigkeit mehr Arbeiter in Arbeit hat, als vor dem Kriege, so will ich damit nicht sagen, daß wir uns damit zufrieden geben. Es ist die Grundausgabe, die A r b e i t s - .losigkeit zu beseitigen. Ich bin überzeugt, dah wir im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und im Kampf gegen den wirtschaftlichen Riedergang großo^ Erfolge erzielen und einen Rückgang der Arbeitslosigkeit erreichen können. Cs ist unmöglich, durch Arbeitsbeschaffungsprogramme des Staates unsere Wirtschaft allein in Gang zu bringen. Wir sind uns darüber klar, daß Arbeit beschafft werden muß und daß es auch ohne Arbeitsbeschaffungsprogramm nicht geht. Aber diese Arbeits- b c s ch a s s u n g s p r o g r a m m e werden immer nur eine Zündung bedeuten, immer nur einen Anfang. Sie werden niemals auf die Dauer wirken können und niemals zu einer völligen Belebung der deutschen Wirtschaft führen. Die tausendfältige Wirtschaft unseres 65- Millionenvolkes in Gang z u bringen, ist die eigentliche und grobe Aufgabe, die gelöst werden mufj. Die Arbeitslosigkeit muh organisch bekämpft werden- Das wird uns durch die künstliche Arbeitsbeschaffung erleichtert. Aber wir dürfen uns nicht auf die künstliche Belebung allein festlegen. Ls ist unbedingt erforderlich, dah die Zeit der künstlichen Arbeitsbefchaffung benutzt wird, um gleichzeitig die übrige wirtschaft wieder zu wirtschaftlicher Selbsttätigkeit zu bringen. Man muh sich wieder auf das Einfache, Unkomplizierte besinnen. Ls müssen die Boraussetzungen geschaffen werden, damit der einzelne wieder Erfolgsmöglichkeiten sieht, jr.n Glaube und sein Vertrauen ständig wächst. Ein Appell an die Volksgenossen, Aufträge zu geben, kann feinen Erfolg bringen, wenn dahinter nicht für jeden elnjelnen die Ucberjeugung steht, richtig und jer- niinftig zu handeln. Wir müssen daran denken, daß in der vergangenen Zeit in wirtschaftlicher Berken nung oft viel zu wenig getan und unternommen öiirbe. Hinweisend auf den ersten Rückgang der Arbeits- losigkeit erklärte der Minister unter Anerkennung, dcß der erste Schritt immer der schwerste sei, daß teir erst vorsichtig und dann auf dem schrittweise erzielten Erfolg weiter aufbauen müßten. Das find die Grundsätze einer vorsichtigen Wirtschaftsführung. ISir haben unter allen Umständen heute einen wirklichen Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen, ohne den konjunkturellen Rückgang. Wir müssen weiter daran bauen, den ge- junben Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verstär- k e n. Wir dürfen keinen Rückschlag erleiden und da- h,r keine Denkfehler machen. Ein zweiter, außerordentlich wichtiger Punkt, der yur organischen Belebung der Wirtschaft führt, ist b-ie Pflege unseres Geld- und Kapital- miarktes. Der Kapitalmarkt in Deutschland ist zweifellos außerordentlich knapp. Aber nicht so tiapp, wie allgemein angenommen wird. Eine wesentliche Ursache der Knappheit liegt darin, daß sowohl das deutsche, wie das in Deutschland fest- liegende fremde Kapital erschreckt und mißtrauisch isst und sich nicht in Unternehmungen hineintraut. Auf dem Kapitalmarkt besteht durch die vielen theoretischen und f i n a n z w i r t s ch a f t - lachen Diskussionen immer noch ftarte Beunruhigung. Wit dem läge, wo es uns möglich ist, den Kapitalmarkt wirklich zu beruhigen und den Glauben in das Volk hineinzubringen, daß eine Anlage in Deutschland nicht gefährdet ist, wird das Kapital der Sparer und Geldbesitzer bereit fein, auf den Markt zu gehen, und das drückt auch auf den Zinsfuß. Dann wird das Geld auch wirklich billiger werden. 3n feinen weiteren Ausführungen hob der Minister hervor, daß wir daneben alles tun müßten, was überhaupt nur denkbar ist, um diese organische ‘Belebung herbeizuführen. Wir müssen alle Mittel auf- wenden, die heute dazu dienen können, im n ä ch - st en Winter und für das nächste Jahr die Arbeitslosigkeit zurückzudrängen. Alle diese Dinge dürfen nicht mit roher Gewalt dort aufgezwungen werden, wo sie von der Wirtschaft nicht ertragen werden können. Kurz befaßte sich der Minister dann mit der Frage des Exports. Entscheidend sei auch hier das G e s a m t w o h I. Cs ist Aufgabe des Staates und der Regierung, abzuwarten, inwieweit man in Rücksicht aus das Interesse der Gesamtheit unseren Export fördern kann und wieweit man zurückstehen muß. Wenn auch die Situation für uns außerordentlich erschwert ist, gibt es für uns doch auch in der Zukunft für den Export große Möglichkeiten. Sie können versichert sein, fuhr der Minister fort, daß wir im Interesse unserer gesamten Volkswirtschaft auch auf dem Gebiete des Export unser Menschenmögliches tun. An dem Ausbau der wirtschaft muß die wirtschaft vor allen Dingen selbst mithelsen. Sie wird das tun durch ihre Vielfältigkeit, durch die Konkurrenz, die den Markt bestimmt und beeinflußt. Ohne Konkurrenz wird es niemals eine gesunde wirtschaft geben, wir müssen daran festhalten, dah die auf Jahrtausende gewachsene deutsche wirtschaft in ihren großen Einzelheiten nicht nur möglichst sich selbst verwaltet und kontrolliert — und zwar gibt hier das neue Reich die Parole und die Möglichkeiten organisatorisch hierzu —, sondern wir müssen dafür sorgen, dah wir durch den freien Markt eine leistungsfähige und konkurrenzfähige wirt- schäft haben. Das soll nicht heißen, daß wir in Deutschland alles laufen lassen, sondern im Gegenteil, die Reichs- regierung hat die Wege geschaffen, um überall dort, wo Mißstände auftreten, ein zugreisen. Man glaube nur nicht, daß die Reichsregierung, abgesehen vom Arbeitsbeschaffungsprogramm, nun nichts weiter unternehmen wird, sondern die Wirtschaft sich selbst überläßt mit der Einschränkung, daß sie Auswüchse beseitigt. Ich kann eines sagen: Wir sind ganz energisch an der Arbeit. Ich kann Ihnen versichern, dah wir noch in diesem Jahre, und hofsentlich in sehr baldiger Zukunft, auch grohe Mahnahmen treffen tonnen, die der wirtschaft helfen, und zwar gerade von dem Standpunkt der grundsätzlichen Bekämpfung des Hebels und nicht der äuheren Symptome aus. Zu allen grohen Fragen hat die Reichsregierung Stellung genommen, und infolgedessen ist es nicht richtig, wenn hierzu nun örtlich ober von einzelnen verbänden usw. besondere Stellung genommen wird. Alle Dinge müssen den berufenen Regierungsstellen anvertraut und überlassen bleiben und, es muh sich jeder, der nicht dazu berufen ist, enthalten, hier einzugreifen. Die grohe Idee unseres neuen Deutschland ist ja der Führergedanke, die eiserne Disziplin. Ich muh deshalb auch vom Standpunkt des Relchswirtfchastsministers und der wirtschaslsverbände das Führer- prinzlp und die Anerkennung der Autorität, allerdings auf der anderen Seite auch die Verantwortung, in der schärfsten weise proklamieren. Ls gibt in dem grohen Führerring nur eine einheitliche, ehrliche und offene Zusammenarbeit unter dem Kanzler Adolf Hitler. Wenn das neue Deutschland seine Wirtschaft wieder aufbaut und seine Dinge in Ordnung bringt, kann die übrige Welt ihm dafür nur dankbar sein. Denn es nimmt den anderen Völkern damit viel Sorge ab. In diesem Sinne gilt für uns das Wort: Deutschland, Deutschland Über a l l e s I Für uns steht das Gesamtwvhl über allen anderen Interessen. Zum Schluß ergriff noch kurz der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Rheinland das Wort. Mit dem Deutschland- und dem Horst- Wessel-Lied schloß die eindrucksvolle Kundgebung. Ständischer Ausbau und Aeulsche Arbeitsfront. Eine ZRcfrc des Führers der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley. Berlin, 12. Aug. lCRD.) Der Stabsleiter der Politischen Organisation der RSDAP. und Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley hielt vor den Gaufachberatern der RSDAP. für den ständischen Ausbau in der Reichsiührer- schule in Dernau eine Rede. Er teilte insbesondere mit, daß vom 15. September bis zum 1. November von der Deutschen Arbeitsfront eine neue große Propagandawelle angelet)! worden ist. Im Rahmen dieser Propagandawelle soll von den Führern und Rednern der Deutschen Arbeitsfront Betrieb um Betrieb ausgesucht werden. Cs sollen überall Pflichtversammlungen abgehalten werden. Dem Llntemehmer und dem Arbeiter soll klar gesagt werden: Was ist ständischer Aufbau, was ist Arbeitsfront. Dr. Ley begründete in feiner Rede diese Maßnahme wie folgt: In dem Betrieb müssen die Menschen erst zu- sammengesührt werden, die sich jahrzehntelang als Feinde gegenübergestanden haben. Der eine nannte den anderen vaterlandslosen Gesellen, der andere sagte Kapitalistenhund. Das Mißtrauen muß weg. Hier muß man sich wieder das Schicksal der letzten vierzehn Iahre vor Augen halten. Wenn ihr nicht freiwillig wollt, wird euch das Schicksal dazu zwingen. Cs läßt sich nicht narren. Wenn ihr auch heute noch nicht erkannt habt, daß das Schicksal des Arbeiters von dem des Unternehmers und das des Unter- nehmers von dem des Arbeiters a b h ä n g t, dann geht ihr unter. Vertrauen i st das beste Arbeitsbeschaffungsprogramm. Wir von der Arbeitsfront wollen dieses Vertrauen schaffen, und ich glaube, wir haben schon sehr viel dazu beigetragen, Dr. Ley führte weiter aus: „IBer hingcht und einen Unternehmer- oder Arbeitnehmerverband organisiert, wer den Profitgeist organisiert, der muß fort, das ist ein T o d f e i n d d e r R a t i o n. Wer Lohndrückerei oder De t r i e b s v e r he h u n g organisiert, muh augenblicklich vernichtet werden. Man muß Organisationen schaffen, die im Gegenteil die Zerklüftung, die natürlicherweise vorhanden ist, die wir nicht leugnen können und nicht leugnen wollen, mit klammern und Bändern umgeben und immer mehr umschlingen, wir werden einen gemeinsamen Renner für die Arbeit an sich finden. Es wird keinen Unternehmer, Arbeiter und Angestellten mehr geben, es wird den Begriff des Arbeitsmenschen geben, den deutschen Arbeitsmenschen. Und do wir die Menschen nicht, in einen Topf hineinwerfen können, ohne eine Einreihung in eine Gliederung zu haben, werden wir sie nach B e - rufsschichten und -verbänden gliedern, Verbänden der Chemiker, der Aerzte, der Juristen, der Schlosser, der Schreiner usw. Zu dem seelischen Aufbau und der weltanschaulichen Fundierung des Menschen werden wir als nächste Hauptaufgabe die geistige Fortentwicklung im Beruf nehmen. Das Ziel muß die Fachausbildung fein. Aus diesem Grunde will ich auch die Gesellenvereine erhalten als in die Tat umgejetzte Organisation der Fachausbildung. Ich werde versuchen, diese Gesellenvereine neu zu formen." Dr. Ley führte dann weiter aus: „Während der ständische Aufbau die neue Wirtschaftsordnung formt, formt die Arbeitfront die neue Gesell- schastsfront, die heute noch in Schichten und Klassen auseinanderstrebt. wir wollen den Menschen nicht in einem Wohlfahrtsstaat von Wohlfahrt zu Wohlfahrt, von Bettelei zu Bettelei führen, nein, wir wollen ihm erst einmal das organische Wachstum der Welt klarmachen und dann schauen, ob fein Charakter in dieses wundervolle Gebilde hineinpaßt. Wir wollen ihm in seinem Lebenskampf das notwendige Wissen mitgeben, und dann wollen wir immer überprüfen, ob das, was wir ihm vermittelt haben, erhalten geblieben ist ober im Alltag unterging. Wenn es vom Alltagsdreck schmutzig geworden ist, wollen wir den Dreck wieder wegfegen und seinen Blick von den Alltagssorgen Hinwegnehmen, wollen ihn wieder Hinweisen auf das Kost- barste, was er hat, was ihn befähigt, diesen Kämpf 3u führen, nämlich zu feiner Seele. Das soll die Arbeit der Arbeitsfront fein, die große Schulungs- aufgabe. Italien verfolgt das Gleiche in feiner Feierabend-Organisation, die im Auslande leider sehr wenig bekannt ist, die aber in Italien ungeheure Bedeutung hat. Die Arbeitsfront wird den deutschen Gemeinschaftsmenschen mit hoher fachlicher Ausbildung schaffen. Förderung der Seele und des Geistes ist ihr höchstes Ziel, damit daraus die wahre national- fozialistische Gesellschaftsordnung unseres Volkes werde. Dann werden diese neuen Menschen sich eine neue Wirtschaftsordnung geben, die die Wirtschaft zur höchsten Blüte treibt und damit auch bas materielle Glück bes Einzelnen garantiert. Das ist ber stönbische Aufbau unserer Wirtschast Und beide zusammen, Arbeitsfront unb stänbischer Aufbau, holen ihre Kraft unb ihre Führung allein aus ber Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. KommuMche Zrnlrale in Wen antzederki. Lieber 200 Personen festgenommen. Essen, 12. 2lug. (WTB.) Der Kampf gegen den kommunistisch-marxistischen Staatsfeind hat im Polizeibezirk Groß-Essen in den letzten Tagen em beachtliches Ergebnis gebracht. Nach langwierigen Beobachtungen konnte von der Politischen Polizei eine illegale kommunistische Nachrichten- und Kurierzentrale aufgedeckt und unschädlich gemacht werden. Umfangreiches Druck- und Schriftenmaterial wurde beschlagnahmt. Das Material enthält u. a. Pläne und Anweisungen für Len Wiederaufbau der KPD. im Nh ein - und Ruhrgebiet, ferner Landkarten mit Einzeichnungen, Anweisungen für die Verschlüsselung geheimer Nachrichten und eine Liste mit Deckadressen. Aus Briefschaften gehl hervor, baß vom Auslande, insbesondere vom Saargebiel aus, enge Verbindungen zu dieser Zentrale bestanden. So enthalten einige Schreiben Aufträge, sich an Beamte und Angestellte von Behörden heranzu- machen und die erforderlichen Unterlagen, wie Lagepläne, Schlüssel, Dienstpläne, Verzeichnisse der Privakwohnungen leitender Beamten u. a. m. für ein späteres gewaltsames Vorgehen zu beschaffen und sicherzustellen. Ferner sollten Listen über die vorhandenen Schießmeister und Sprengstofflager in den einzelnen Bezirken ge- sammelt und registriert werden. Daß diese Anweisungen auch bereits befolgt wurden, ergab die Auffindung entsprechend hergestellter Listen mit zahlreichen Photographien von Pol-.zei- beamten und Führern der SA. und SS. Sogar ein Gruppenbild der Essener weiblichen Polizei konnte beschlagnahmt werden. Von besonderer Bedeutung war die Sicherstellung einer umfangreichen Kartei mit über 500 Aktenblättern, die Aufschluß über „Denunzianten" und „Spitzel", sowie den Vertrauensmännerapparat der illegalen Organisation gibt. Aus aufgefundenen, auf bestimmte Namen ausgestellten Parteibüchern der NSDAP., teilweise mit längerer Mitgliedschaft, geht eindeutig hervor, daß organisierte Spitzel- und Provokateur-Gruppen in der nationalen Bewegung unterhalten wurden. Der Leiter der Nachrichtenzentrale und weitere sechs Personen wurde festgenommen. In diesem Zusammenhang ist es bedeutungsvoll, daß vor einigen Tagen ein etwa 1 Meter langes Kantholz beschlagnahmt worden ist, in das 165 Sprengkapseln eingebaut waren. In Essen-Steele wurde vor einigen Tagen ein kommunistischer Spitzelfunktionär, der von Berlin ins Ruhrgebiet entsandt worden war, erkannt und hinafeft acmndit. Insgesamt inb tn den letzten zehn Tagen irn^P^sidialbezirk Groß-Essen über 200 Personen wegen kommumstiicher Umtriebe f e st- genommen worden. Geheimbüros in Berlin entdeckt. Berlin. 12. Aug. (WTB) Wie da^ Geheime Staatspolizeiamt mrtterlt, konnte in P o t s- d a m ein Berliner Personenkraftwagen mit großen Wengen kommunistischer Flugblätter beschlagnahmt werden. Die Begleiter des Transportes, führende Berliner Kommunisten, wurden verhaftet. Damit ist die Geheime Staatspolizei einem neuen Geheimbureau der KPD. auf die Spur gekommen. Vier Personen, die in dem dringenden Verdacht stehen, an dem Vertrieb dieser Flugblätter beteiligt zu sein, wurden festgenommen. Gleichzeitig konnten vier Kommunisten verhaftet werden, die ein Geheim- Bureau errichtet hatten, in dem ein Ersah der ..Boten Fahne" gedruckt werden sollte. Sämtliches vorgefundene Material wurde beschlagnahmt. Den Kommunisten gelang es, noch vor ihrer Verhaftung einen großen Teil des illegalen Druckschriftenmaterials zu verbrennen. Ins Konzentrat onsla "er verb acht. Darmstadt, 12. Aua. (WSN.) Nachdem bereits vor einigen Tagen der berüchtigte Exbürgermeister und Landfriedensbrecher Karlo Neff aus M i ch e l st a d t durch Beamte des Hessischen Staatspolizeiamts festgenommen und ins Konzentrationslager verbracht worden war, fand gestern in Michelstadt erneut eine Reihe von F e st - n ahm en statt. Auf Anordnung des Hessischen Staatspolizeiamts wurden insgesamt 11 ehemalige Angehörige der SPD. durch die Gendarmerie verhaftet und durch das Sonderkommando sofort nach O st Hofen verbracht. Auf dem Marktplatz, vor dem alten historischen Rathaus, in Michelstadt hatte sich eine riesige Menschenmenge angesammelt, die durch lebhafte Beifallskundgebungen ihrer Genugtuung über den Abtransport der Marxisten Ausdruck gab. Bei den Schutzhaftgefangenen handelt es sich fast durchweg um Personen, die an den bekannten L a n d f r i e d e n s b r ü ch e n in Michelstadt beteiligt waren und bisher dafür keinerlei Strafe verbüßt haben. Dies hatte ihnen den Mut gegeben, sich auch jetzt noch gegen die nationale Regierung zu betätigen und bei jeder Gelegenheit gegen den Führer Stellung zu nehmen. Präsident Machado« Kuba geflohen. neUyork, 13. Aug. (BJIB.) Wie „Associated preß“ aus 71 asfau auf den Bahama-Jnseln meldet, ist 2N a ch a d o , der bisherige Präsident von k u b a, mit vier Begleitern auf der Flucht im Flugzeug dort eingetroffen. Der neue Präsident. H a b a n n a, 12. 2lug. (WTB.) (Reuter.) Durch einen Salut von 21 Kanonenschüssen, die von der Festung Cabana abgescuert wurden, ist der Bevölkerung bekanntgegeben worden, dah die Armee die Ernennung von Carlos Manuel Cespedes y Ortiz zum Präsidenten von Kuba anerkannt hat. Cespedes y Ortiz leistete heute den E i d auf d i e Verfassung als vorläufiger Präsident von Kuba. Er erklärte, daß er eine nationale Regierung aus allen politischen Parteien bilden werde. Der Präsident hat den Kongreß und den Obersten Gerichtshof aufgelöst. Die Armee verhinderte weitere Kundgebung. Der Kriegszustand bleibt vorläufig bestehen, doch ist das Land ruhig, nachdem während der Freudenfeiern in Havanna schätzungsweise 40 Personen, darunter 20 Mitglieder der Geheimpolizei, getötet und 200 verwundet, in Santiago drei Personen getötet und 25 verletzt worden waren. Unter den 50 zerstörten Wohnungen befinden sich auch die des Staatssekretärs Ferre r a und des Vorsitzenden des Obersten Gerichts Gutierrez. F e r r e r a , der Kuba mit seiner Frau im Flugzeug verlies, ist in Miami in Florida eingetroffen. Amerikas Rotte. Washington, 12. Aug. (WTB. Reuter.) Präsident Roosevelt ist, von Hhdepark im Staat Reuyork kommend, wieder in der Bundeshauptstadt eingetroffen. Staatssekretär Hüll hat seinen Plan, nächste Woche in Tlrl aub zu gehen, vorläufig aufge» schoben, weil er mit den Ereignissen in Kuba in engster Fühlung bleiben will. Der Staatssekretär hat die Erklärung abgegeben, dah der kubanische Handel durch die Zolltarifpolitik der Vereinigten Staaten er - st i ck t worden sei. Amerika werde in Zukunft alle Anstrengungen machen, um diesem von ihm nicht gewollten Hebel abzuhelfen. ______________ Sei Timmermans im schönen Lier Von Erich Grisar. Im schönen Lier, am blanken Nethefluß, sitzt der Dichter Felix Timmermans, läßt die Beine in das Wasser baumeln und dichtet. Vom dicken Pallieter und dem Beginchen Symforosa dichtet er. Dom Blutsbruder Breughel und dem Licht in der Laterne. Manchmal malt er auch, und das ist die Ursache, warum ich, kaum daß der Omnibus, mit dem ich von Antwerpen gekommen war, mich auf dem Marktplatz abgesetzt hatte, schon einen alten Bekannten traf. Es war der hohe Belfried, der seit dem Jahre 1369 wie ein Lanzenreiter auf dem Dach des Rathauses sitzt. Gleich vorn im Buch vom schönen Lier, dem der Dichter ein Dutzend oder mehr eigene Zeichnungen beigegeben hat, ist er abgebildet, und wie ich dann durch die alten Straßen der stillen Stadt wanderte, erkannte ich bald hier ein Türmchen, dort ein Eckchen, hier ein Gäßchen, dort ein Wetterfähnchen wieder, und ich sah, daß hier ein Dichter wohnt, der seine Stadt gut kennt. Ob wohl die Stadt auch ihren Dichter so gut kennt? Ich ging in einen Buchladen und fragte nach dem Hause, in dem der Dichter wohnt. Man schickte mich zum Flusse hinunter. Gleich neben dem alten Kapellchen ist sein Haus, hatte man mir gesagt, aber neben dem alten Kapellchen hatte sich eine ganze Reihe Häuser aufgestellt, und keinem war von außen anzusehen, daß in ihm ein Dichter wohnt. Später, wenn er tot ist, wird das anders sein, da wird das Haus, das heute ohne jede Auszeichnung mit den andern Häusern in einer Reihe steht, einen Orden erhalten. Und jeder kann lesen, daß hier der Dichter Timmermans gelebt hat. Zum Glück kam gerade der Briefträger des Weges. Der nahm mich mit, und weil er sowieso einen Brief abzugeben hatte, gab er mich gleich mit ab. Ein junges Mädchen nahm mich ein wenig verwundert in Empfang und hieß mich warten, denn der Dichter lag gerade auf dem Ohr und schlief sich eins. Ich murmelte etwas von später wiederkommen, aber das sollte ich nicht, und so saß ich denn allein in dem großen Zimmer neben der Tür und sah mir die Bilder an, die überall an den Wänden hingen. Sie waren in der Art, wie Schiestl seine Bilder malt, aber leuchtender in den Farben und naiver im Strich. Es war nicht schwer zu erraten, daß der Dichter sie gemalt hatte, der bald darauf, ein wenig verschlafen noch und mit nach allen Himmelsrichtungen fortstrebenden Haaren in die Stube trat und mich begrüßte. Nun war es mit dem Bilderbetrach- teu aus. Als wir jedoch nach einer Weile auf die Bilder zu sprechen tarnen, die ja im Leben des Dichters eine ebensogroße Rolle spielen wie seine Bücher, fragte ich ihn, ob auch Bilder von ihm im Handel seien. Leider nicht, bedauerte er. Er habe $u wenig Zeit zum Malen. Und er sagte das, wie ein Bauer es sagen würde, der mit Kummer im Herzen zugeben muß, daß sein Acker nicht groß genug ist, um mehr als den eigenen Bedarf zu decken. Besser steht es ja mit den Büchern. Aus einem Buche macht der Drucker tausend und aus einem Tausend viele Tausende, die dann in der ganzen Welt dem, der sie geschrieben hat, Freunde werben. (Die dann eines Tages ankommen und ihm die Bude vollspucken.) Ich erinnerte den Dichter daran, daß gerade in Deutschland seine Bücher viel gelesen werden. „Dats god von die Deutschen", sagte er und lachte mit beiden Backen. Und was für Backen! Das waren noch Backen, mit denen zu lachen sich lohnt. Und doch hindern sie nicht, daß der Kopf des Dichters, der schon sehr angegraut ist, den Eindruck starker Verinnerlichung macht. Man spürt, daß hinter dieser Stirn eine Kraft lebt, die im Aufbegehren gegen den Lebensverdruß dem ringenden Geiste ein heiteres Bekenntnis zu den Kräften des Lebens abrang. „Humor ist die Lebensfreude, die über dem Lebensverdruß aufblüht", bekennt der Dichter, als ich ihn bitte, mir ein Wort mit auf den Weg zu geben. Wir sprechen noch ein wenig über das letzte Buch des Dichters, in dem er das Leben des heiligen Franziskus schildert. Ich wage den Einwand, daß das asketische Leben dieses Mönches nicht recht zu den säst- und kraftvollen Tollereien des freß- und sauflustigen Pallieter und des Blutsbruders Breughel zu passen scheine, aber da wehrt der Dichter ab. Er will nicht immer nur mit seinem Pallieter identifiziert werden, und er nennt mir eine Reihe Bücher, die er geschrieben hat, deren Haltung, so blutvoll und erlebnisreich auch ihre Sprache ist, doch schon auf den Franziskus hindeutet. Ehe ich Timmermans verlasse, mahnt er mich noch, ja nicht zu versäumen, mir den Beginenhof anzusehen, der die Perle Flanderns sei. Dann bin ich wieder allein in den stillen Straßen Siers. Ein paar Nonnen wackeln vor mir her. Sie haben nichts von den jungen, leichtfüßigen Beginchen an sich, die in den Büchern des Mannes leben, den ich eben verließ. Hinter dem Beginenhof, durch dessen schönes Portal ich hindurchgegangen bin, fand ich eine Reihe gleichförmiger Häuser, die die Nähe der Beginchen so fromm gemacht hat, daß sie, eins wie das andere, auf die Knie gesunken sind. Eingeschüchtert von soviel Demut suchte ich einen Weg aus dieser Gasse. Ich fand ein Tor und schritt hindurch. Da lag die blanke Nethe vor mir, und unter den Bäumen eines kleinen Wäldchens sah ich weiße Wäsche schimmern. Das Valdo-Geschwader wieder in Men. Trmmphzug nach Hom. Die Autofahrt nach Rom gestaltete sich für die Transozeanflieger zu einem wahren Triumph- z u g. Die Begeisterung der unabsehbaren Massen erreichte ihren Höhepunkt, als die Flieger sich auf der Piazza Colonna, wo sie nach über einstündi- ger Fahrt eintrafen, auf einem großen Balkon der seit Stunden auf sie wartenden Menge zeigten. .Richt geringer war der Jubel zwischen der Pauls-Kirche und dem Pauls-Tor, durch das die Flieger bei Einbruch der Dunkelheit ihren Einzug in Rom hielten. Während der Fahrt entlang des Tiber flammte auf dem Gianicolo vor dem Garibaldi-Denkmal in 18 Meter hohen Riesenlettern das Wort „Dux“ auf. Dann folgte der Gruß des von starken Lichtgarben umfluteten capi- tolinischen Turms, von dessen ragender Höhe die italienische Trikolore die Heimkehrenden grüßte. Rur mit Mühe gelangten die Kraftwagen zum Altar des Vaterlandes mit dem Grab des Unbekannten Soldaten. Heberalt wollten Tausende und Abertausende Balbo und seine Flieger begrüßen unb Mussolini, den eigentlichen Schöpfer der italienischen Luftfahrt. Der große Tag der Rückkehr der italienischen Transozeanflieger ist in Rom mit einem unbeschreiblichen Empfang zu Ende gegangen, wie er wohl auch in der italienischen Hauptstadt inmitten einer bis zur Weißglut gesteigerten Begeisterung der Volksseele noch nie dagewesen fein Dürfte. Als Balbo endlich gegen 21 Uhr mit den Transozeanfliegern auf dem großen Balkon der Piazza Colonna erschien, kannte der Jubel der Massen keine Grenzen mehr. Erst, nachdem zum Zeichen, daß Balbo sprechen will, wiederholt Fanfaren ertönt waren, legte sich der Jubel Balbo beschränkte sich bei seiner Ansprache aus wenige Sätze, um mit klarer Stimme dem römischen und italienischen Volk im Namen der Transozeanflieger für den grandiosen Empfang zu danken. Er wie seine Kameraden wollten sich aber durch diesen Empfang nicht blenden lassen, sondern eingedenk bleiben der Tatsache, daß sie nichts anderes als bescheidene Soldaten eines großen Führers seien, in dessen Namen es herrlich und leicht sei, jeden Sieg zu erringen. E s lebe Mussolini, die Menge stimmte in diesen Hochruf begeistert ein und ergänzte ihn mit brausenden, nicht endenwollenden Hochrufen auf Balbo und feine Kameraden. Bejubelte He mkehr. Rom. 12. Aug. (WTB.) Das transatlantische Geschwader B a l b o s ist um 18.05 Hhr über Ostia, dem Lido di Roma, in vollkommen gestaffelter Ordnung eingetroffen, von hunderttausend Stimmen begrüßt, die Mussolini und Balbo zujubeln. Kurz nach 17 Hhr gab Balbo beim ersten Anblick der noch fernen Küste Italiens in einer Radio-Meldung an seine Kameraden seiner tiefen Ergriffenheit Ausdruck, sein Vaterland Italien nach 42 Tagen wieder begrüßen zu dürfen. Am Landungssteg, wo in einer Stunde etwa die Flugzeuge niedergehen werden, steht Mussolini im Schwarzhemd, steht der italienische Kronprinz, stehen tausend Fliegeroffiziere in weißer Hniform zur Begrüßung des siegreichen Geschwaders bereit. 18.20 Uhr ertönt in Rom der laute Freuden- r u f der S i r e n e n; die gewaltigen Menschenmassen, die seit einer Stunde auf Straßen und Plätzen und auf den römischen Hügeln das zweite italienische atlantische Geschwader begrüßen wollen, ersaßt ungeheurer Jubel. Einige Flugzeuge kreisen in Erwartung der Heimkehrer hoch über Rom. Seit 15 Minuten kreist das Geschwader über dem Lido di Roma, von frenetischem Beifall begrüßt, der sich nach wenigen Minuten in den Straßen Roms beim Erscheinen des Geschwaders wiederholt. Nachdem um 18.35 Uhr (MEZ.) als erstes Flugzeug die Maschine Balbos gewassert war, gingen um 18.38 UhralleFlugzeugedesGeschwa- ders auf dem Wasser nieder. Ein Mädchen saß dabei und las in einem dicken Buche, während ein anderes Mädchen über den Fluß sich beugte und Wasser schöpfte. Von drüben grüßte der dicke ©ommarus herüber. Hell klang die Melodie seines Glockenspiels. Kaurn war der letzte Glockenschlag verhallt, so begann von einem andern Turme eine neue Melodie zu klingen. Als auch die verklungen war, schlug eine Einzelglocke dreimal. Eine andere Glocke nahm den Ton auf und sagte ebenfalls die dritte Stunde an. Als auch diese verhallt war, begann auf dem Gammarus das Glockenspiel von neuem. Eigentlich müßten ja die Glocken alle zugleich ihre Zeit ansagen, aber dann ginge der Stadt viel verloren. So sind die Kirchen denn dahin übereingekommen, dah die eine ein wenig vor, die andre ein wenig nach der Zeit schlägt. Die übrigen Uhren rangieren sich ein. Natürlich ist auch eine Uhr in der Stadt, die ihre Zeit genau ansagt, aber das ist in dem Gedränge und ohne genaue Ortskenntnis nicht festzustellen: denn ehe die letzte Glocke glücklich drei geschlagen hat, rüstet die erste sich schon, um die erste Viertelstunde nach drei anzusagen. Zwischendurch härt man einen Zeitungsboten auf sein Horn blasen, mit dem er die Leute an die Türen lockt, damit sie ihre Zeitungen, die er ihnen nicht in das Haus hin- aufträgt, in Empfang nehmen. Dom anderen Ende der Stadt antwortet mit leiserem Horn ein Kollege. Drüben über dem Fluß ertönt das Hämmern einer Axt. Ein Wasserwerk schnauft, und ein Karren holpert über das rumplige Pflaster. Eine Pumpe knarrt, und hinter den Mauern des Beginenhofes quietschen Schweine, die hier aus den Schlachttag warten, vor dem sie alle Heiligkeit jbes Ortes nicht bewahren wird. Für eine Weile habe ich mich auf eine Bank gesetzt, um den Frieden dieser Stadt, die in der fruchtbaren Mulde des Landes sanft sich bettet, zu genießen. Ein Angler sitzt nicht weit von mir und wartet auf die Fische, die im Silbevfluß schwimmen. An der Schleuse unter der Brücke fischt ein anderer Mann nach einem Ball, der sich im Gebüsch des Ufers verfing. Zwei Kinder spielen dicht vor meinen Füßen. Nun kommt von drüben, da wo ein Dutzend Jungens laut und lärmend Fußball spielen, ein alter Pater herangeschnauft. Er grüßt mich und fragt dann die beiden Kinder, die sich beeilen, ihm die Hand zu küssen: Seid ihr auch artig gewesen? Die Kinder sind verlegen. Sie wissen nicht, ob sie ja sagen sollen oder nein, denn so artig waren sie natürlich nicht, daß, sie, ohne lügen zu müssen, ja sagen könnten. Und nein möchten sie erst recht nicht sagen. Aber der Pfarrer wartet nicht auf eine Antwort. Mit freundlichem Lächeln greift er in die Tasche und zieht ein paar bunte Heiligenbildchen heraus, die er Den Kindern gibt. Dann geht er weiter. Als das Geschwader um 18.21 Uhr in Ostia zum Wassern ansetzten, ertönten alle Sirenen, und vom Janiculus bornierten die Geschütze den Empfangssalut. Gleichzeitig brachen über 100 000 Menschen in ungeheuren Jubel aus, der kein Ende nehmen wallte. Als erster ging Mussolini, als Balbo an Land stieg, den Heimgekehrten entgegen und begrüßte sie. Unterdessen wasserten die anderen Flugzeuge. <)Um Empfang hatte sich auch der italienische Kronprinz, der mit dem Flugzeug aus Neapel gekommen war, sowie die Botschafter von Argentinien und Amerika und der deutsche Geschäftsträger eingefunden. Ein besonders ergreifender Augenblick war die Landung Balbos, auf den sofort Mussolini zuging, um ihn zu umarmen. Um 19.15 Uhr waren bereits sämtliche Apparate zu Wasser gegangen. Damit ist der zweite italienische Transatlantikflug, bei dem in 13 Etappen und 42 Tagen rund 20 000 Kilometer zurückgelegt worden sind, beendet. Balbo und feine Flieger fuhren in Begleitung von Tausenden von Automobilen nach Rom. Mussolini unterhielt sich sehr lange mit Balbo. Der Duce begrüßte jeden der Flieger und ließ sich von ihm Bericht erstatten. Empfang durch den König. Rom, 13. Aug. (TH.) Am Sonntagvormittag begaben sich die italienischen Ozeanflieger im Kraftwagen zum Quirinal, wo sie vom König empfangen wurden. Als die Flieger den Palast verließen, begab sich der König mit dem Herzog von Aosta auf den Balkon des Palastes, wo ihm die Menge eine große Ovation bereitete. Rach einer Huldigung am Denkmal des unbekannten Soldaten gingen die Flieger zu Fuß durch die Straße des Imperiums, von der Bevölkerung jubelnd begrüßt. Den Höhepunkt bildete der Durchmarsch durch den Triumphbogen des Constantin, wo sich die faschistischen Verbände und die Abordnungen der einzelnen Truppenteile des Heeres ausgestellt hatten. Salutschüsse und die Klänge der Kapitolsglocke empfingen hier die Flieger. Anschließend begaben sich die Flieger auf den Palatin-Hügel, wo Mussolini den großen Rapport abhielt. 1 Um 10.30 Uhr traf Mussolini auf dem Palatin ein. Balbo ging ihm entgegen unb sprach in militärischer Haltung bie Worte: .Ich habe die Ehre. Ihnen bas zweite Ozeangeschwaber vorzustellen. Ich hoffe, baß Sie als Belohnung für bas, was wir getan haben, eines Tages unser Leben forbern werden." Mussolini hielt daraus folgende Ansprache: „Vier Monate sind vergangen, seitdem ich bei einer Rede auf Euer Unternehmen anspielte und meiner Zuversicht Ausdruck gab, baß es gelingen würbe. Als Balbo sich von mir verabschiebete, sagte ich ihm, baß ich sicher sei, er werbe zurückkehren. Meine Freude ist jedoch getrübt durch die Zwischenfälle von Amsterdam unb den Azoren. Das Andenken an jene Gefallenen wird immer in unseren Herzen lebendig bleiben. Ich habe die Entwicklung Eures Unternehmens aufmerksam verfolgt. Heute, nach dem Gelingen, erkläre ich, daß Ihr Euch verdient gemacht habt um Italien, um bie Revolution und um die Luftfahrt. Als Chef der Regierung umarme ich Euren Chef, umarme ich in Gedanken jeden von Euch." Anschließend verlas Mussolini das Dekret der Ernennung Balbos zum Luftmarschall. Zugleich überreichte er ihm die Mütze mit dem Abzeichen und heftete ihm einen goldenen Adler auf die Brust. Dann wohnte Mussolini noch der Verlesung der Beförderungsurkunden für bie übrigen Teilnehmer am Geschwaderflug bei. * Am Sonntagnachmittag wurden die italienischen Ozeanflieger im Parteigebäude, dem Palazzo Lit- torio, vom Parteidirektorium und dem Parteisekretär S t a r a c e begrüßt. Um 18 Uhr fand im Konseroa- toren-Palast auf dem Capitol der Empfang durch den Gouverneur von Rom statt. Auf bie Begrüßungsworte des Gouverneurs antwortete Balbo mit einem kurzen Dankwort. Am Montag werben bie Flieger ihre Apparate nach Orbetello zurück- bringen. Auf dem Gesicht der Kinder leuchtet die Freude. Stolz zeigen sie der herankommenden Mutter das schöne Geschenk, und doch dauert es nicht lange mehr, da werden sie heimlich vor den zerrissenen Plakaten an den Zäunen der Stadt stehen, die ebenso bunt sind wie die Heiligenbildchen, bie sie in ihren kleinen Hänben halten. Von Wunbern berichten sie unb stolzen Taten, bie nicht erst der Mund des Pfarrers zu erklären braucht, sondern die man an jebe^i Sonntagabend für wenige Franken im Kino der Stabt sehen unb miterleben kann. Unb was bie Kino- bilber nicht erzählen, bas werben bie erzählen, bie jeben Tag mit bem Autobus von Antwerpen kommen unb von ber Welt berichten, bie von braufjen her in bie Stille biejer Stabt hineinbricht: beren Frieben wirb halb nur noch in den Büchern ihres Dichters fortleben, in benen es keine Kinos und keine Schießereien, keine Autos unb keinerlei Unrast gibt, lauter Dinge, bie ber schönen Stabt am Nethefluß schon bebenklich nahe auf ben Leib gerückt sinb. Oes Wikingers letzte Sofort Kürzlich ist in Laangtora in Mittel-Schweden ein neuer bedeutsamer Grabfund aus der Wikingerzeit gemacht worden. Es handelt sich um die letzte Ruhestätte eines Kriegers, der vor etwa einem Iahrtausend augenscheinlich einen hohen Rang als Führer und Häuptling einnahm. Der Kämpe war in seiner Rüstung beigeseht, und neben ihm lag sein Schwert, eine schöngearbeiteto Waffe, deren Klinge mit Silberschmuck verziert und mit einigen Zaüberrunen versehen war. Auch ein großes Messer in einer Lederscheide, die reich mit Bronzeschmuck beseht war, hatte man ihm mitgegeben und ein Bündel Speerspitzen. Außerdem waren in dem Grabe zwei eisenbeschlagene, hölzerne Kisten untergebracht, die wahrscheinlich Rahrungsmittel enthielten, damit der Held auf seiner letzten Reise in jene unbekannten Gefilde, aus deren Bezirk kein Wanderer wiederkehrt, nicht Hunger litte. Ferner fand man eine Anzahl merkwürdiger Glasstücke, die wohl zu einem Spiel gedient hatten: es sollte also auch für die Hnter- haltung des Dahingeschiedenen auf der Reise nach Walhall gesorgt werden. Am Fuße des Grabes waren augenscheinlich seine Pferde und sein Hund beigesetzt, die ihm als Totenopfer dargebracht worden waren: in der Rähe dieser Tiere lag ein gröberes Schwert, eine große Speerspitze und dabei waren einige Würfel aus Knochen eingegraben. Man vermutet, daß diese Würfel sowie die Waffen das Eigentum eines Dieners waren, der mit seinem Herrn zusammen bestattet wurde, um ihm auch im Tode hilfreich zur Seite zu fein. (N°chdru-t' - plato hat • Die BibZ Glasgow/§ erhalien- . D Das 8'" 5 ell fophen glundllch Welte " man 9ePuÄ Venjch ung rüdgeben W ober doch. Som unb Schuldigte Oer Eml Der Mann, Kerzen defucht nes Zeichens London. Er oe Nachtwächter, als Wäscherin, bleiben die Die ber armseligen ber böse Einbre brechen. Ein ei ober von der war wirklich nie -weiter Bück a Kleinen. Und b muß man schon die Kinder schön stiftete sein gan; rung"! 21(5 die kamen, waren si ertragreichen Ei herzlich gern di geschüttelt... Em ßlefati Name: Queen sant. Standort: bäume, der S)au lonie Victoria. Queeng ist sei gestellt" und I Rücken Kinder 1380 000 unmü: reiches und de 21 000 Meilen.! Edezu phanta my ist zwei) seines Geschlechte Al> -es Hei Der Staate Hessen gibt Reichsstatthai drei gleichbrc unb tot. In findet sich i Reichsadler. Behörden un Polizei, Gend uniformierten bände) haben Halters zu gn Das Glück i Es hockt in bei um, es ist tööi D-erzehi ^herrscht und Hungers und J _Der deutsche ®*ud «Uu ulmen wir, feit "us wissen, tej Pfauen haben SMdertz N°rung, die tzew. Lieder Oberen Ztztz Säe ^"endlich b öfts Noch ni'et$ eic zu i5 g em btautotUn? denn —ka« onierinnflt ift. oje Ss'sj uhbet lOoÄiongs. der kein A?'">n 4 H o I i n j "ehllien ^rten entoeo.? $Qlbo ‘rfen bi? ffn Unb be> l>ch auch b?/2 Slug. »ugau7L7'lL 5n%r von A ll,! . he @cfd)äff,Lr-9ent'nien Wifenber ein' M sich |ehr ffobl,en Hbtn Ä-,Qn®e wit Mn.b Flieger unb Kinder leuchtet di- rnnkommenden Mut - - *x nnuert er nicht lang* eimlid) vor den 7r Stobt s,ehend.-e enbildchen, s'e m 'hr« »"--rr:7-r Ms.r 0^ ‘"/feine Mos ® ^r^önig. al, iso iJJJ*» im । 3?J“ durch die SMJ1 Möllerung ju. Wunft bildete brr 'den Lriumphbv. Nch die faschisiischry 2er. 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Aus die Je- oerneurs antwortete Ms wort. Am Montag werde" rate nach Drbetello jurud- gtora vn > Grabfund 2 D Ä-sSr« cy 5 Oie Uhr des poltyfrofed. Osfett, eine Stabt in der englischen Grafschaft Dort (West Riding), weist Tuchfabriken, Wollspin, nereien unb ansonsten keine besonderen Merkmale auf. Daß ein Flüßchen vorhanden ist, war wirklich kein Ereignis von welterschutternder Bedeutung, und auch die bedauerliche Tatsache, daß ein übereifriger Angler namens Fred Hetkins bei Ausübung seines Sports vor einiger Zeit seine Taschenuhr einbüfjte, regte die Gemüter nicht weiter auf. Um so mehr ärgerte sich Mister Hetkins über den ‘Belüft des Kleinodes: es handelte sich um eine ausnehmend feine, kostbare Taschenuhr mit einem wertvollen Präzisionswerk. Nichtsdestotrotz blieb Hetkins (einer Soortleidenschaft treu und angelte mit Todesverachtung weiter. Seine Ausdauer sollte endlich belohnt werden: Er fing kürzlich einen Fisch Genauer eine schöne vollfette Forelle. Diese mußte daran alauben, daß Hetkins ein Feinschmecker war. In der Küche ereignete siH sodann die Sensation von Dffett: Im Magen der Forelle fand Hetkins feine verlorene Uhr. Und die Uhr mit dem „ganz besonderen" Werk ging immer noch: nur knappe drei Minuten nach! So melden es die englischen Zeitungen. Soll man ihnen Glauben schenken? Krüh übt sich . . . Die Tochter des in Manchester wohnhaften Fabrikanten Jack Kelly benötigte einen Zahnarzt. Papa ließ einen kommen, und dieser erklärte, einen operativen Eingriff vornehmen zu müssen. Die Patientin hatte nichts dagegen, die Eltern waren ebenfalls einverstanden, unb in einer 23iertelftunbe war alles glücklich überftanben. Der Doktor ist aber ein ge- rabczu berühmter Mann geworden durch diesen einen Fall! Das Fräulein Kelly war nämlich bei dem Eingriff genau 24 Stunden alt Das Baby kam komischerweise mit einem gutentwickelten Milchzahn xur Welt, unb man befürchtete, es könnte ben Zahn leicht verschlucken. Aus biescm Grunde kam der Zahn- arzt zur seltenen Ehre, einen eintägigen Patienten behandeln zu dürfen. Das Oudelsackpfeifer-Oerrlmal. In Skye in Schottland ist soeben ein in der Welt wohl einzig dastehendes Denkmal enthüllt worden. Es besteht aus einem mächtigen Granitblock, der auf der Vorderseite im Relief das Bild eines schottischen Dudelsacks trägt, unb ist nicht etwa einer einzigen Persönlichkeit, sondern gleich einer ganzen Fannlie Maccrimmoy, gewidmet. Die Maccrimmons waren seit Jahrhunderten die berühmtesten Dudelsackpfeifer, Dudelsackkomponisten unb Dudelsacklehrer Schottlands. An der Stelle in Skye, wo sich jetzt bas Denkmal zu ihrem Gedächt nis erhebt, sind noch einige alte Ruinen zu sehen: die Ueberbleibfel eines stolzen Gebäudes, in dem sich seit dem sechzehnten Jahrhundert die „Hochschule für Pseiserkunst^ der Maccrimmons befand. Die Familie ist inzwischen ausgestorben. Die Enthüllung des Denkmals nahm Mister Maccleod vor, der heutige Familienälteste eines uralten schottischen Clans, in dessen Diensten die Maccrimmons drei Jahrhunderte lang gestanden haben. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten?) Plato hat feine Schuldigkeit getan . .. Die Bibliothek der St.-Andreas-Universität zu Glasgow erhielt kürzlich ein sauberes Buch: Platos „Theätet" (Erkenntnislehre). Hübsch gebunden, gut erhalten. Der Bibliothekar war hocherfreut über bas Geschenk. Unb wollte sich bei dem Stifter bebauten. Das ging aber nicht, denn ber Absender hatte seinen Namen nicht angegeben. Dafür fügte er der Sen- düng ein Brieflein bei, aus dem heroorging, daß bas Buch nicht gestiftet war, sondern das Eigentum der Hochschule bildete. Bor einem halben Jahrhundert! Damals holte sich der damalige Stubent bas Werk und er kam erst nach fünf Jahrzehnten dazu, die Erkenntnislehre des großen griechischen Philosophen gründlich durchzulesen. Das Studium vermittelte bann unter anderem bie Erkenntnis, daß man gepumpte Bücher als ethisch hochstehender Mensch unbedingt dem rechtmäßigen Inhaber zu- rudgeben müsse. Wenn aych erst nach 50 Jahren, aber doch. Somit hat Plato vorbildlich seine Pflicht und Schuldigkeit getan ... Der Einbrecher mit dem goldenen Herzen. Der Mann, den ber Einbrecher mit dem goldenen Herzen besuchte, heißt Harry McMichel und ist seines Zeichens z. Z. arbeitsloser Elektrotechniker in London. Er verdient gelegentlich eine Kleinigkeit als Nachtwächter, unb feine brave Frau betätigt sich als Wäscherin. Wenn bas Ehepaar arbeiten geht, bleiben die vier kleinen Kinder ganz unbewacht in der armseligen Zimmerküchen-Wohnung. Nun kam der böse Einbrecher und wollte, wie denn anders, einbrechen. Ein einziger sachlicher Blick überzeugte ihn aber von der Nutzlosigkeit feines Borhabens: Da war wirklich nichts zu holen. Da fiel des Einbrechers zweiter Blick auf die vier friedlich schlummernden Kleinen. Und da wurde ber Ritter der Nacht, das muß man schon sagen, reichlich unsachlich. Er deckte die Kinder schön zu, leerte bann seine Taschen und stiftete sein ganzes Baroermögen für „Kostaufbesserung"! Als die Eltern nach Mitternacht nach Hause kamen, waren sie nicht wenig verwundert über den ertragreichen Einbruch. Sie hätten dem Einbrecher herzlich gern bie ausnahmsweise „biedere" Rechte geschüttelt... Ein Elefant verdient ein Vermögen. Name: Queeny. Alter: unbestimmt. Beruf: Elefant. Standort: Der zoologische (Barten von Melbourne, ber Hauptstadt ber britisch-australischen Kolonie Victoria. Queeny ist seit rund fünfunbzwanzig Jahren „an- gestellt" unb trägt auf seinem ausgewachsenen Rücken Kinder spazieren. Bisherige Leistung: 1 380 000 unmündige Söhne unb Töchter des Insel- reiches unb besten Kolonien. Zurückgelegt genau 21000 Meilen. Allerhand Weg für so ein Tier! Unb geradezu phantastisch sein,,‘Berbienft": 16 500 Pfund. Queeny ist zweifellos der bestverdienende Vertreter seines Geschlechtes! Englischer Bilderbogen Don unserem Londoner VK.-Korrespondenten. Ans der Provinzialhanpisiadi. Oie Oiensiflagge des Reichsstatthalters in Heffen. Der Staatskommissar für das Polizeiwesen in Hessen gibt bekannt: „Die Dienstflagge des Reichsstatthalters in Hessen zeigt ein Rechteck mit drei gleichbreitcn Querstreifen in schwarz, weiß und rot. 3n der Mitte des weißen Streifens befindet sich der in schwarzer Farbe gehaltene Reichsadler. 3m Dienst befindliche Vertreter der Behörden und sämtliche Uniformträger (Landespolizei, Gendarmerie, Gemeindepolizei, sowie die uniformierten Mitglieder der nationalen Verbände) haben die Dienstflagge des Reichsstatthalters zu grüßen." Glück für Alle! DaS Glück der Eigensüchtigen ist niederträchtig. Es hockt in der Höhle und verpestet die Luft rings- um. eS ist tödlich für die Gemeinschaft der Men- schen. Vierzehn 3ahre lang hat es in Deutschland geherrscht und unser Volk an den Abgrund deS Hungers und der Verzweiflung getrieben. Der deutsche Rationalsozialismus will das G l ü ck aller im wohlgeregelten Staat. Schon atmen wir, seit wir die Hand des Führers über uns wissen, freier in Deutschland, schon erfüllt uns wieder Stolz auf den Hamen unseres Volkes. Zutrauen haben wir wieder gefaßt zu der Gerechtigkeit der Gesetze, wir wissen, daß wir der Zerstörung, die uns bedrohte, entronnen sind, und schreiten freudig in jeben neuen £ag fiinein. Lieder singt unsere 3ugend wieder mar» chierend auf den Straßen, und das Alter lernt wieder lachen. Aber ein Gedanke trübt noch unser Glück. DaS sind die Millionen Volksgenossen, die noch ohne Arbeit sind. Sie stehen, wie Schatten einer trüberen Vergangenheit, immer noch vor den Schaltern der Arbeitsämter, in ihren Stuben sitzt noch die Rot, ihre Faust hungert umsonst nach dem Werkzeug. Unb sie fiebern doch alle unb mochten mitbauen an ber Zukunft bes Reichs. Unendlich viel hat Abolf Hitler bereits zu- rückgeführt in bie Arbeit. Straßen werben gebaut, Moore trocken gelegt, geschlossene Fabriktore taten sich auf. Aber bie Mittel bes Staates finb heute noch beschränkt unb genügen noch nicht, um alle zurückzurufen. Hier beginnt unsere heilige Pflicht, uns ber großen Tage toürbig zu zeigen durch eigene Opfer, burch bereite Herzen unb Hände. Eine „Geldlotterie für Arbeitsbeschaffung" der RSDAP. wendet sich an uns alle. 3ede Mark, für bie wir ein Los erstehen, wirb zu einem Hammerschlag, zu einer Pflugschar, zum Morgenruf einer Fabriksirene, der tausend Arbeiter folgen. 3ebe wuchert mit tausendfältigen Zinsen im Voll. 3ede Mark wird Glück für alle. Dann erst ist auch die Zeit wirklich gekommen, uns unseres eigenen Glückes zu freuen. Rach einem noch nie dagewesenen Gewinnplan verspricht diese Lotterie 200 000 Mark auf ein Doppellos, 100 000 Mark auf ein Einzellos, fast 300 000 Gewinne zu 1,5 Millionen Mark werden ausgelost. Wir werden uns des Gewinns hier nicht zu schämen brauchen, denn das ganze Voll gewann dabei. Mißbrauch der Stahlhelmuniform und des Stahlhelm-Abzeichens strafbar. Der ..Stahlhelm - Pressedienst" teilt mit: 3mmer wieder einlaufende Klagen geben Veranlassung, erneut ausdrücklich darauf hinzuweisen, daß die Stahlhelmuniformen und die Abzeichen durch die Verordnung deS Reichspräsidenten zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung ber nationalen Erhebung vom 31. März 1933 einen betonteren gesetzlichen Schutz erlangt haben. Rach dieser Derorbnung wird jeder, der unberechtigterweise die Uniform eines hinter ter Regierung ter nationalen Erhebung stehenden Verbandes auch nur im Besitz hat, mit Gefängnis bis zu zwei 3ahren bestraft. (Fabrikanten und Handelsgeschäfte dürfen aber auch nicht ohne weiteres, sondern nur mit Einverständnis des Stahlhelm B. d. F., vtahlhelmuniformen Herstellen ober auf Lager halten, eine Bestimmung, burch bie unzuverlässige Firmen ausgeschaltet werten.) Desgleichen wird mit Gefängnis nicht unter einem Monat bestraft, wer unberechtigterweise die Uniform ober bas Abzeichen eines ber oben genannten Verbände trägt. Zuchthausstrafen treten sogar ein. wenn Unberechtigte in Uniform ober mit Abzeichen geschmückt, strafbare Handlungen begehen. Es ist aber in jebem Falle bie Möglichkeit zu strafrechtlichem Eingreifen gegeben, wenn nicht im Besitz eine- Ausweises Befindliche in Stahlhelm-Uniform ober mit Stahlhelm- Abzeichen angetroffen werten. Borrrotizen. — Tageskalenber für Montag. Licht- spielhaus (Bahnhofstraße): „Das Abenteuer ter Thea Roland". • •* Zum Gedächtnis Albert Leo Schlageters. Aus Anlaß ter Albert-Leo- Schlageter-GedächtnisauSstellung in Berlin beabsichtigt ter Deutschlandsender. in einer Gedenkstunde aus den hinterlassenen Briefen eines deut- schen Volkshelten vorzulesen. AuS diesem Grunde wird gebeten, im Privatbesitz befindliche und bislang nicht veröffentlichte Briefe, Zuschriften usw. zur Verfügung zu stellen. Die Abschriften dieser Briefe sind zu senden an bie Vortragsabteilung 1/F teS Deutschlanbsenbers. Derlin-Sharlotten- burg 9. Haus des Runbsunks, Masuren-Allee. *• FahrpreiSvergün ftigung für erwerbslose Hanbwerker. Wie baS VDZ.- Büro meldet, hat bie Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft eine Fahrpreisvergünstigung für ertoerbS- lose Handwerksgesellen zugestanten, die die Äurfe ter Handwerks- und Gewerbekammern besuchen. Aus bie Eingabe des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages hat bie Reichsbahn mitgeteilt, bah den erwerbslosen Handwerksgesellen die Fahrpreisermäßigungen der SchülcrmonatSkarten und Schülerrückfahrkarten zugängig gemacht werten sollen, wenn bie Kammern dieS unter Angabe ter Kursusdauer. ter Unterrichtstage und ter Orte, aus denen die erwerbslosen Kursusteilnehmer kommen, bei den örtlich zuständigen Reichsbahnbirektionen beantragen. “ Fürsorge für Geistes- unb De- rnü tSkranke. Personen, die an Geiste«- und DemütSstörungen leiden, forme deren Angehörige können unentgeltlich Rat unb Auskumt in allen mit ter Erkrankung zusammenhängenden Fragen in ter für ben Krei« Gießen eingerichteten Für- forgefprechstunte erhalten. 3nStefontere werten auch Auskünfte über Vererbung. Sterilisation, Eheeingehung. Versorgung. Unterbringung in Anstalten ober Familienpflege unb Arbeitsvermittlung erteilt. Die Sprechstunde wird einmal im Monat, unb zwar jeden zweiten Mittwoch, von 16 bis 17 Uhr. von Medizinalrat Dr. Frank im Gebäude te« Wohlfahrtsamt«. Lonystraße 2, Zimmer 12, abgehalten. * 3ntcrnationale Hundeausstellung in Frankfurt a. M. Dom .Verein Huntesport für Gießen unb Umgegend" wirb mitgeteilt, daß am 26. und 27. August eine internationale Ausstellung von Hunden aller Rassen in Frankfurt a. M. (auf dem Festhallengelände) ftattfintet. Diese Ausstellung verspricht sehr lehrreich zu werden. Alle Hunderassen der Welt werten dort vertreten sein. ES empfiehlt sich für Huntetesiher, dort auszustellen. Auch ein Besuch ter am 2. Tag ber Ausstellung stattfintenden Dorsührung von Polizei- unb Diensthunben bürste sich lohnen. Äirchftdie Jlorfirichkn. Katholische Gemeinden. Montag, den 14. August. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Dienstag, den 15. August. Mariae Himmelfahrt. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte: 7: Messe: 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt, 14: Fcstandacht mit Segen. — (Brünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — (jungen. 8: Hochamt mit Predigt, vorher Kräuterweihe. — Cid). 10: Hochamt mit Predigt, vorher Krautcrweihe: 14: Andacht mit Segen. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. ÖJl.-tfpOTt Mord-Leichtathleük-Meisterschasten. Bereits drei neue Rekorde am ersten Tag. Der erste lag der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Köln verlief in jeder Beziehung befriedigend. Enttäuscht konnte man nur über den etwas schwachen Besuch von 3000 Per- onen fein. Dafür gab es aber umso erfreulichere portliche Leistungen. Der anwesende Reichssport- Ührer von Tschammer-Qsten wird an den Großtaten unserer Leichtathleten seine Helle Freude gehabt haben. Der erste Rekord war schon im Vorkampf zum Hammerwerfen fällig. S e e g e r - Oßweil überbot die alte Höchstleistung von Thing- Regensburg mit 46,05 Meter um 1,44 Meter. Mit 47,49 Meter sicherte er sich auch den Titel vor Grimm-Paderborn, der es auf 45,22 Meter brachte unb Niemeier-Dresden mit 45,12 Meter. Mang- Regensburg wurde mit 43,43 Meter nur Fünfter. Den zweiten Rekord gab es am Nachmittag im Weitsprung, wo das neue mitteldeutsche Talent Lang- Leipzig 7,65 Meter und damit einen Zenti- mcter weiter als der alte Rekordhalter Dobermann- Köln sprang. Hans Sievert kam im Diskuswerfen auf 49,32 Meter. Mit dieser neuen Rekordleistung ließ er alle seine Konkurrenten um fünf und mehr Meter zurück. Zweiter wurde hier der vorjährige Meister H i r s ch f e l d mit 44,68 Meter. In den übrigen Dorkämpfen und Entscheidungen gab es zwar feine Rekordleistungen mehr, aber auch hier sind die erzielten Zeiten und Weiten als vorzüglich anzusprechen. lOO-Meter-Meister wurde nach dem bedauerlichen Ausscheiden von Jonath, der sich im vorlauf eine Muskelzerrung zugezogen hatte, Borchmeyer (Bochum) in der Dettrekordzeit von 10,3 Sekunden. Im 400-Meter-Houf mußte der Frankfurter Metz- n e r seinen Meistertitel an den Berliner Boigt abgeben, der ihn im Endspurt in 48,4 Sekunden hinter sich ließ. Metzner benötigte 49,1 Sekunden. 10OOO-Meter-Meister wurde erwartungsgemäß Syring (Wittenberg) in 31,38 Minuten. Im Marathon- Lauf nahm auch der in Neuyork lebende Titelverteidiger Paul de Bruyn teil. Er konnte jedoch nur Dritter werden und mußte Sieg und Titel dem alten Berliner Brauch überlassen, der fast die ganze Strecke über führte und in 2:35,46 Stunden mit zwei Minuten Vorsprung vor dem Münchener Zeilnhofer einkam. In der ersten Staffelentfcheidung, der 4 X 1500 - Meter - Staffel, siegten die Stuttgarter Kickers in 16:31,2 Minuten vor BSC. Berlin und Viktoria Hamburg. Hans Sievert kam im Zehnkampf am Samstag auf folgende Leistungen: 100 Meter 11,2 Sekunden, 400 Meter 53,8 Sekunden, Wcitfprung 6,78 Meter, Hochsprung 1,85 Meter, Kugelstoßen 13,28 Meter. Er erzielte damit eine Punktzahl von 4330,74, die bereits 90,17 Punkte über dem entsprechenden Stand bei seiner Hamburger Rekordleistung liegt. Rekorde auch am Sonntag. wenigen Fällen bie alten Meister ihre Titel Dcrtcibigcn. Das Wetter war am Hauptkampstage ausgesprochen sommerlich Schon am Vormittag stellten sich zu ben weiteren Vorkämpfen 2090 Zuschauer ein unb am Rachmittag waren es über 10 000. Pünktlich um 15 Uhr marschierten bie Aktiven unter Führung von Ritter v. H a 11 in bas Stabion ein. Borchmeyer trug voran bie schwarzweißrote unb Hirschfeld die Hakenkreuzflagge. Dor ber Tribüne marschierten bie Aktiven auf, um bem Reichssportsührer von Tschain iner unb Osten ben Deutschen Gruß barjubrinacn. Dann nahmen gleich bie Kämpfe ihren Anfang. Unserem Zehnkampsweltrekordmann Hans Sievert gelang es leider nicht, seinen Weltrekord erneut zu verbessern. Er fiel am Vormittag beim zweiten Teil der Uebungen zurück und verpaßte dann am Nachmittag durch einen mäßigen 1500- Meter-Laus den Anschluß vollends. Tiit 8435,36 Punkten blieb er um 32,26 Punkte hinter feinem Hamburger Weltrekord zurück. Den zweiten Platz belegte Wolrad Eberle Im 110-Meter-Hürdenlausen kam Wegener» Berlin in 14,8 Sekunden zu einem leichten Sieg, da sein Hauptkonkurrent, der Frankfurter Welscher, bei der vierten Hürde stürzte. Meter 800 Mieter fiel Dr. P e 11$ e r feiner eignen Taktik zum Opfer, er bummelte anfänglich zu sehr und konnte trotz seines mächtigen Endspurts nur den sechsten ptah belegen. Sieger blieb der junge Hamburger König in 1:55,2 Minuten. Einen neuen deutschen Rekord stellte Bornhöft- Limbach im Hochsprung mit 1,94 Meter auf. Neue Bestleistungen gab es auch im Schleuderball durch Groß-Fengels (Berlin) mit 65,74 Meter und durch Blaok - Königsberg im Steinstoßen mit 11,07 Meter. Diese beiden letzteren Wettbewerbe wurden bislang in ber deutschen Rekordliste nicht geführt. Das Speerwerfen hotte sich W e i m a n n - Leipzig mit 69,25 Meter. Im Dreisprung kam mit Sälzer- Hamm Sieg (13,80 Tiefer) wieder ein neuer Mann in Front, Der bisherige Meister Drechsel-Thalheim konnte nur Dritter werden. Wie Peltzer und Drechsel, so wurde auch S y - ring über 5000 Meter aus der Meisterschaft verdrängt. Der junge Gebhardt- Chemnitz siegte in 15:03,5 Minuten vor dem alten Meister Syring. Die 200 Meter brachten einen packenden Endkampf zwischen dem 100-Meter-Sieger Borch- meyer-Bochum und dem Hamburger Schein^ aus dem Borchmeyer in 21.4 Sek. nur mit Handbreite Vorsprung als Sieger heroorging. Die 1500 Meter wurden von K a u f m a n n-Hannover in 4:00.1 Min. knapp vor Würker-Magdeburg, Schil- gen-Darmftabt und Göttmann-Hamm gewonnen. Alle vier Läufer lagen im Ziel dicht beisammen. Sehr zu kämpfen hatte auch N o 11 b r o ck - Köln, ehe er sich die Meisterschaft über die 400-Meter- Hürden in 54.6 Sek. mit geringem Vorsprung vor Scheele-Altona gesichert hatte. Einen Höhepunkt bildeten die Staffelkämpfe. sich der stets in Führung liegende Hamburger SD. in 3:19.6 Min. vor dem ASD. Köln und der Polizei n. Die erfreulichste Tatsache der Deutschen Leicht- athletik-Meisterschasten in Köln war auch am zweiten Tage da« Gmporkommen der jungen Rachwuchsleute. Wenn eS auch nicht überall Rekordleistungen gab, so sah man doch in fast allen Wettbewerben viel junge« lieber 4 mal lOO-Tleter siegte überraschend Preußen- Krefeld in 41.5 Sek. knapp mit Brustbreite vor Tus. Bochum. Bochum wurde erst 10 Meter vor bem Ziel durch den famos laufenden Hendrix vom ersten Platz verdrängt. Den dritten Platz belegte die Frankfurter Eintracht. Die 4 ma 1400 Meter-Staffel hotte Element, das über kurz oder lang zu Spitzen- s leistungen befähigt sein wird. Wie schon am | in 3:19.6 Min. vor bem ASl Samstag, so konnten auch am Sonntag nur in • Berlin. Die Ergebnisse folge M Kamps um die Mermeisterschasten in Vreslau Oie Vorrennen. Bei schönstem Sommerwetter begannen am Samstag auf dem Breslauer Flutkanal bie Meisterschaften bes Deutschen Ruder- Derbandes. Da der Kanal nur den gleichzeitigen Start dreier Boote zuließ, zog sich die Abwicklung der Kämpfe sehr in die Länge. In den Dorrennen gab es im allgemeinen die erwarteten Ergebnisse. Im Achter waren bei der großen Zahl der Teil- nehmer nicht weniger als drei Dorläufe nötig. Im ersten triumphierte erwartungsgemäß die RG. Ger- mania/RC. Hamburg vor Mainz/Kastel, im zweiten siegte die Gießener Rudergesellschaft 18 7 7 unb ber Berliner RC. ließ sich ben dritten Dorlauf nicht entgehen. Jrn ersten Dorlauf des Vierer „ohne" siegte Sturmvogel-Spindlers- seid überlegen unb im zweiten Treffen schonten sich die beiden großen Favoriten Amicitia-Mannheim und Mainz/Kasteler RG., da beide in die Entscheidung kommen. Im Vierer „mit" siegten Der lirter RC. vor Etuf-Essen und dem weit zurückfol- genden Mainz/Kastel sowie Amicitia-Mannheim über ben Berliner RC. Gebr. Arentz (Godesberg) und Rosmann/Wällert (Frankfurt a. b. 0.) siegten im Doppelzweier erwartungsgemäß. Im Einer zeigte sich im ersten Lauf ber Tangermünder Deutsch dem Magdeburger Krakau überlegen und der Titelverteidiger D o h m e - Guben kam gegen den Frankfurter Paul nie ernstlich in Gefahr. Oie Zwischenläufe. Die Zwischenläufe zur 22. Deutschen Meisterschafts-Regatta in Breslau waren am Samstag sehr gut besucht. 3m Einer qualifizierte sich ter Frankfurter Paul durch einen Sieg in 7:32,2 gegen den Magdeburger Krakau für den Endlaus, in dem er mit Deutsch-Tangermünde und Dohme- Guben zusammcntrifst. Hilden Stange gewannen den Zwischenlaus im Zweier .ohne" gegen Gebr. Schröder-Königsberg. Die Westdeutschen treffen in ter Entscheidung auf Braun Möller (Berlin) und Günther. Dender (Mannheim). 3m Doppel-Zweier war kein Zwischenlauf nötig, da die Gubener Dohme Glaubich abgemeldct hatten. Doll Horn, Gebr. Ahrenh-Gotesberg und Rosmann Wollert /Frankfurt a. d. O.) bestreiten den Endlauf. 3m Vierer „Ohne" kam die Mainz-Kasteler RG. durch einen sicheren Sieg über Alemannia Berlin in die Entscheidung, die sie mit Sturmvogel Spindlersfeld und Amicitia Mannheim zusammensührt. Dritter Teilnehmer im Vierer »mit“ ist (Stuf Essen, das RK. am Wannsee ausschaltete. Berliner RE. und Amicitia Mannheim sind die Endlaufgcgner der Essener. Für den Achter qualifizierten sich erst zwei Teilnehmer, Germ. Königsberg und Würzburger RD. Richt so einfach war es, die drei Teilnehmer am Endlauf für den Achter festzustellen. 3m ersten Zwischenlauf siegte Germania Königsberg in 6:42,6 sicher vor der Hamburger Äenngemein- schäft — Club-Germania — in 5:53,1 und dem zweiten Boot des Schlesischen Regatta-Tereins. Den zweiten Zwischenlauf gewann der Würzburger R D. 1875 in 6:37,7 vor der Gießener RG. 1877 in 6:41,4 und der Berliner RG. 1884 in 6:45. Wohl den schönsten Kampf des Tages lieferten sich im dritten Lauf der Berliner RC. und Blainz- Kastel, in dem nach spannenden Rennen der „Club" in 6:36,3 mit nur einer halben Länge siegreich hervorging. Mainz-Kastel ist damit ganz ausgeschiedcn, der Berliner RC. hat am Sonntagvormittag sich seine Teilnahme am Endlauf noch in einem weiteren Borrennen gegen die Hamburger Renngemeinschaft und Gießen 1 8 7 7 zu erkämpfen. Bereits in der Entscheidung standen am Samstag Germania Königsberg und Würzburger RB. Oie MeisterschastSrennen. Bei Sonnenschein und doch nicht heißem.Wetter umsäumten Zehntausende von Zuschauern die idyllisch gelegene neue Regattastrecke auf dem Flulkanal bei Breslau. Die harten und bis zum Schluß spannenden Kämpfe des Sonntags sorgten für eine glänzende Stimmung. Selbst ein kurzer Regenschauer wurde nicht als Störung empfunden. Im ersten Teile der Wettbewerbe herrschte ein starker Gegenwind, der k?n Mannschaften viel zu schaffen machte. Zum Gluck i^te sich später der Wind, und die restlichen Prüfungen konnten bei ruhigem Wetter ausgetragen werden. Im Einer verteidigte Meister Willy D o h m e (Guben) erwartungsgemäß seinen Titel erfolgreich. Rach dem Start der Boote zog zunächst der Junior Hans Deutsch (Tangermünde) mit hoher Schlagzahl davon und führte bald mit einer Lange. Aber schon bei 500 Meter übernahm Dohme die Spitze, und in ruhigem eleganten Stil steuerte der unbeirrt als sicherer Sieger dem Ziele zu. Paul (Frankfurt- Sachsenhauseo) war schon nach 500 Meter zuruck- gefallen und gab das für ihn aussichtslose Rennen auf. Einen bedeutungsvollen Kampf gab es im Vierer ohneSteuermann, in dem „Sturmvogel" Spindlersfeld seinen Titel an Amicitia Mannheim abgeben mußte. Bei 500 Meter lagen Amicitia, Sturmvogel und Mainz-Kastel noch auf gleicher Höhe. Dann zogen die Mannheimer in Front und führten nach der Hälfte des Weges mit einer halben Länge vor Sturmvogel. Die Berliner schalteten zu einem Zwischenspurt ein, konnten aber nicht verhindern, daß die Mannheimer noch weiteren Vorsprung gewannen und klares Wasser zwischen beide Boote legten. Eine Länge zurück kam Mainz-Kastel an. Roch faszinie'render war dann der M e i st e r - schaftsvierer mit Steuermann. Rach gutem Start lag zunächst der Berliner Ruderklub in Front. Er wurde aber nach hartem Bord-an-Bord von Amicitia, Mannheim, von der Spitze verdrängt. Ganz allmählich kamen dann die Berliner wieder heran und auf den letzten 500 Meter entspann sich ein Ringen, aus dem der Berliner Ruderklub mit einer halben Länge als glücklicher aber verdienter Sieger vor Amicitia, Mannheim, hervorging. Packender war auch der Endkampf im Doppelzweier. Dem Godesberger Meisterschaftspaar Gebrüder Arends standen Rosmann-Möllert gegenüber, die bis zum letzten Schlag die Favoriten hart bedrängten. Die verzweifelt ringenden Godesberger konnten sich nur mit einem knappen Vorsprung den Sieg retten. Irn Zweier ohne Steuermann war Arni- citia, Mannheim, mit der Führung abgegangen. Die Berliner Wickinger Braun und Möllert lagen aber schon bei 1000 Meter auf gleicher Höhe, gingen bei 1500 Meter glatt vorbei und siegten unangefochten. Die Krönung der Meisterfchaftskämpfe war dec Achter, hier erlitt der Berliner Ruderklub eine schwere Niederlage, die dadurch erklärlich wird, daß die Reichshauptstädter noch am Dormittag im letzten Zwischenlauf gegen die Hamburger Renngemeinschaft (Club und Germania) einen sehr schweren Kampf zu bestehen hatten. Ein besonderes Berdienst gebührt der Mannschaft des Ruderklubs „Germania" Königsberg, die dem neuen Meister Würzburger Ruderverein 1875 im Endlauf einen Kamps auf Biegen und Brechen lieferte und ehrenvoll unterlag. Bei 800 Meter war Würzburg leicht in Führung vor Berlin. Die Ostpreußen kamen auf, während die Berliner bereits eine Länge verloren. Die Würzburger und Königsberger lieferten sich sodann den mörderischsten Endkampf der Regatta. Mit wenigen Zentimetern rissen die Süddeutschen ihr Boot durch das Ziel. Die Berliner lagen l1/« Länge zurück. Oie Ergebnisse: Einer. Deutscher Meister Willy Dohme (Gubener RC. 05) 8:25,5; 2. Hans Deutsch (Tangermünder RC.) 8:32,5; 3. Eduard Paul (Frankfurter RG. Sachsenhausen) aufgegeben. Zweier ohne Steuermann. 1. Deutscher Miister RG. Wiking, Berlin (Herbert Braun, Hans Möller) 8:04,4; 2. Amicitia Mannheim (Eugen Gunther, Heinrich Bender) 8:10,8; 3. RV. Beyer, Leverkusen 8:19,9. _ Doppel-Zweier. Deutscher Meister WSV. Godesberg (Gebr. Arends) 7:24,5; 2. Frankfurter RC. icoo jcrauffurt a d.Oder (Willibald Rosmann, Heinz « WöllÄ' z RG Homburg (3-Boll, Rolf Horn) 7:48,3. Vierer mit Steuermann. Deutscher Meister Berliner RC. (Klaus Werber, Joachim Sprem- berg, Dr. Herbert Buthz, Ernst Heiser.ch; St.:.5.$. Reumann) 7:31,3; 2. Amicitia Mannheim 7:33,1; 3. (Stuf Essen 7:48,7. Achter. 1. Deutscher Meister Würzburaer RV. 1875 (Willibald Rheinhard, Hans Hegner, Max Zip- velius Adolph Wolz, Martin Karl, Tom Rom, Ru- dolvh Eckstein, Willi Menne, St. Hans Pfadenhauer) 6:28,6; 2. RC.Germania Königsberg 6:28,7; 3. Berliner RC. 6:33,8. . Vierer ohne Steuermann. 1. Amicitia Mannheim (Maier, Heidland, Gabe, Dr. Aletter) 7:25,7; 2. Sturmvogel Spindlersfeld Berlin 7:30,8; 3. Mainz-Kasteler RG. 7:35,1. Erste Entscheidungen bei den deutschen Tennismeisterschaften. Die erste Entscheidung bei den internationalen deutschen Tennismeisterschaften in Hamburg fiel am Samstagnachmittag im Darnen-Einzel. Mit einem 6:2-, 6:1-Siege über die Französin Henrotin wurde die Essenerin Hilde Krahwinkel deutsche Meisterin. Außerdem wurden folgende Sieger ermittel: Her- ren-Einzel: Gottfried v. Cramm. Gemischtes Doppel: Hilde Krahwinkel / v. Cramm (Deutschland). Herren-Doppel: Satoh/Runoi (Japan). Damen-Doppel: Frau Pittmann / Frl. Stam- mers (England). Wirtschaft. * Neueinstellungen im Stahlverein- Konzern. Die zum Interessenbereich der Vereinigten Stahlwerke gehörenden Bergbau-Hutten- 21(9. Friedrichshütte, Herdorf, konnte, wie bereits bekannt wurde, vor kurzem den Betrieb in ihrem Hochofenwerk wieder aufnehmen und auch die Erzgrube in San Fernando wieder in Förderung setzen. Wie wir hören, hat die Gesellschaft infolge wesentlich gebesserter Beschäftigung und vermehrter Aufträge die Belegschaft in den letzten Wochen beträchtlich erhöhen können, so daß rund 200 Leute wieder Arbeit fanden. Auch auf den Erzgruben und den Hüttenwerken der Gruppe Siegerland der Vereinigten Stahlwerke konnten in jüngster Zeit erneut 250 Arbeitskräfte wieder eingestellt werden. Damit ist seit etwa Jahresfrist die Belegschaft der Gruppe Siegerland um etwas mehr als 40 v. H., die der Erzgruben der Vereinigten Stahlwerke um annähernd 40 o. H. erhöht worden. ' Die Indexziffer des Großhandels. Die vom Statistischen Reichsamt für den 9. Qlug. berechnete Indexziffer der Großhandelspreise stellt sich auf 94,3; sie ist gegenüber der Borwoche unverändert. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Rgrarstoffe 87,8 (-f- 0,3) Prozent, industrielle Rohstoffe und Halbwaren 89,8 (— 0,3) Prozent, industrielle Fertigwaren 113,2 (unv.), davon Produktionsmittel 114,0 und Konsumgüter 112,6, beide unverändert. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 12. Qlufl. Das Geschäft war in der abgelaufenen Woche zufriedenstellend; das anhaltend warme Wetter kam dem Absatz fördernd zugute. Die Zufuhren waren weiterhin sehr knapp, insbesondere deutsche Landeier sind vom Markt fast verschwunden; der Handel griff daher stärker auf holländische Ware zurück. Die Preise stellten sich durchweg etwas höher, und- zwar verlangte man für deutsche Frischeier 8,75- bis 11, für deutsche Landeier 8,75 bis 9,25 uni), für holländische Frischeier 9,25 bis 10,5 Pf.' per Stück franko Frankfurt a. M. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 12. Aug. Die feste Haltung an den Buttermärkten hielt zwar weiter an, das Geschäft hat jedoch eine starke Schrumpfung erfahren, so daß die infolge der ungewöhnlichen Hitze nur geringen Anlieferungen von deutscher Butter vollkommen den Bedarf decken. Holländische Butter ist zwar gleichfalls knapp, aber für die derzeit schwache Rachfrage immer noch genügend angeboten. In Fachkreisen glaubt man kaum mehr an weitere Preissteigerungen. Für die abgelaufene Woche traten indessen nochmals Erhöhungen ein, und zwar kostete deutsche Markenbutter 138 bis 142 und holländische Markenbutter 140 bis 142 Mark per 50 Kilo franko Frankfurt am Main. Buntes Allerlei. Oie Kunst des Gepäckträgers. Bei dem Hochbetrieb der Reisezeit haben die Gepäckträger viel zu tun und arbeiten im Schweiß ihres Angesichtes; wer ihnen mit sachkundigem Blick zuschaut, kann beobachten, welche Methoden sie beim Tragen anwenden. Ein amerikanischer Gelehrter, Prof. Williams, hat sich viele Fahre mit diefem Problem beschäftigt und besonders bei primitiveren Böllern beobachtet, wie sie beim Heben und Tragen zu Werke gehen. „Der chinesische Kuli", schreibt er, „befördert schwere Lasten, in dem er sie auf zwei Gepäckstücke verteilt und an den Enden einer langen Stange befestigt, die er auf den Schultern trägt. Auch der moderne Reifende tonnte bei einer solchen Teilung größere Gewichte fortbrintzkn, wenn er z. D. seine Sachen statt in einen schweren Koster in zwei leichtere Koffer packt. Um große Gewichte zu heben, bedarf man vielmehr der Geschicklichkeit als der Muskelkraft. Man sieht manchmal einen tüchtigen Gepäckträger ohne große Mühe mit einem Koffer hantieren, der dreimal so schwer ist wie sein Körper. Er weiß eben die richtigen Muskeln dabei zu verwenden. Die kräftigsten Muskeln, die wir besitzen, sind die Muskeln des Oberschenkels; sie sollten daher beim Heben soviel wie möglich benutzt werden. Auch die Schultern haben eine sehr tragfähige Muskulatur- Ganz falsch ist es, wenn man sich bückt und die Armmuskeln, die nur vom Rücken unterstützt werden, dazu verwendet, um eine schwere Last hoch, zubelommen, denn das Gewicht ist dann am Ende eines langen Hebels, der von den Armen gebildet wird. Um eine Last zu heben, soll man den Rücken ganz gerade halten, dann den Gegenstand ergreifen und Heraufziehen, wobei die Hauptarbeit von den Beinen geleistet werden muh. Man halte eine Last so eng wie möglich an den Körper; ist sie vom Körper entfernt, dann erfordert das nur nutzlose Mehr* arbeit. Ein Handkoffer wird bequemer getragen, wenn man den Arm im Ellbogen beugt, so daß die Mus» kein des Unterarms nicht die ganze Last zu spüren bekommen, sondern die des Oberarms Mitarbeiten. Der erfahrene Gepäckträger strengt niemals seinen Rücken an, weil das feinen Zweck hat". Der Gelehrte gibt folgende goldenen Regeln: „1. Halte den Koffer beim Heben nahe an den Körper. 2. Benutze die Beine und Schenkelmuskeln. 3. Teile die Last und balanciere sie aus. 4. Denke daran, daß ein kleiner Fehler beim Heben den ganzen Körper schädigen kann". Roms neue Llniversitäts-Giadi. Die Universitäts-Stadt, die jetzt in Rom im Entstehen begriffen ist, soll nicht nur der geistige Mittelpunkt des neuen Italiens werden, sondern sie wird unter allen Universitäten Italiens und des Auslandes die größte und modernste Anlage darstellen. Durch dieses großartige Unternehmen will Italien der Welt zeigen, wie sehr der neuen Regierung die Förderung und Pflege der Wisten- schaften am Herzen liegt und daß trotz aller wirt- schaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten das geistige Element nie vernachlässigt werden darf. Uber die Einzelheiten dieser „Cittä universitaria di Roma“ berichtet Dr. Ferrari in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift". Die altberühmte Universität der ewigen Stadt, die vom Papst Alexan- der VI. im Jahre 1660 errichtete „Sapienza", erwies sich schon seit vielen Jahren als zu klein. Der Dau einer neuen Universität war daher unbedingt notwendig; er soll in zwei Jahren, am Geburtstag der Stadt Rom, vollendet sein. Die Baukosten belaufen sich auf etwa 70 Millionen Lire. Der Aame „Stadt" für diese Anlage ist keineswegs übertrieben, denn die Fläche, auf der die neue Univerfi- tät errichtet wird, umfaßt die Hälfte des Gebietes, das die Datikan-Stadt einnimmt, nämlich 210000 Quadratmeter. Die Leitung der Arbeiten, die nach den Plänen Muffolinis durchgeführt werden, liegt in den Händen des römischen Architekten Piacen- tini, dem wieder eine Anzahl junger Baumeister aus allen Teilen des Landes zur Seite steht. Da- durch will man zum Ausdruck bringen, daß die neue Universität nicht nur eine römische, sondern eine nationale Angelegenheit darstellt und dem schöpferischen Willen der ganzen Ration entsprun- gen ist. Um eine Art Forum, einen Platz von 240 Meter Länge und 68 Meter Breite, werden sich die 12 großen Hauptgebäude gruppieren. Der monu- mentalste, das Ganze beherrschende Dau ist das Rektorats-Gebäude, das sich mitten in der Stadt in einer Höhe von 11 Stockwerken erhebt. Hier werden nicht nur die Amts- und Repräsentations- Räume des Rektors untergebracht, sowie die notwendigen Düros, sondern hier findet sich auch eine große Bibliothek und ein Bortragssaal, der 3000 Personen fasten soll. Mehr als die Hälfte des weiten Geländes wird mit schönen Parkanlagen und Baumreihen bepflanzt. An einem besonders günstigen Platz ersteht ein Freilicht-Theater, auf dem klassische Dramen aufgeführt werden follen. Besonders interestant ist der Plan des Studenten- Hauses. Die Studierenden, die einen weiten Weg nach Hause haben, können in der „Casa dei studenti“ ihre Mußestunden verbringen. Außer der Mensa beherbergt dieses Studentenhaus eine Anzahl kleinerer Studierzimmer, eine Bibliothek, Sportplätze, ein Schwimmbassin, einen Turnsaal usw. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bie 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Anzelgenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st eile zu richten. Gewfimauszug 5. Klaste 41. Preußisch-Süddeutsche (267. Preuh.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 4. Ziehungstag 12. August 1933 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 »etoinne au 50000 M. 118269 14 Gewinne za 5000 M. 42832 135053 212024 231670 282520 287159 293120 24 Gewinne -u 3000 M. 38221 52267 69811 72375 151316 179488 219120 256015 277727 287652 324924 398075 52 Gewinne zu 2000 M. 3765 8968 13852 24958 30105 48449 52172 71523 78915 81583 109725 125103 140208 182665 205621 210649 232650 233465 268230 272895 281403 336647 340058 361409 388369 396621 110 Gewinne zu 1000 M. 7683 9705 20712 24480 26476 29041 31350 33109 40902 44372 45148 53115 56676 75447 78441 80711 84961 85012 92595 94378 99121 103485 104178 110436 135543 147907 160862 161606 165709 171509 183191 194119 201667 207993 214946 222514 233354 241312 243069 243359 250574 260354 269376 318770 327666 333633 344336 345562 356471 369361 369648 378234 381038 381408 386017 190 Gewinne,u 500 M. 929 12645 12915 16564 17006 27999 40798 40832 47705 47856 54624 56233 63086 67336 76578 78601 85148 93886 95349 96947 99562 100421 100424 101236 101970 118351 121068 131885 133212 137984 139653 144340 151722 162087 162340 163602 173989 175041 176231 176712 184731 185086 186108 211909 217785 218519 219266 223140 225030 227405 229926 229972 233644 239634 244394 246360 251393 256187 256802 258142 266691 272117 278536 286215 293540 295240 298642 301546 303728 305600 308958 314832 315505 319032 334977 336608 337828 340397 344711 348491 364530 354561 357135 363628 365995 367423 372944 374939 373868 382442 385695 390260 391075 392030 399122 8n der heutigen Nachmittagszichung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinn, an 10000 M. 231519 6 Gewinn« zu 5000 M. 64159 204390 338300 34 Gewinn, an 3000 M. 693 8288 32701 33578 45290 46435 55523 61889 88118 93827 99608 • 122109 125354 176364 225810 285090 350254 -- 43 Gewinne zu 2000 M. 9194 13390 13821 31600 33410 36797 47684 71264 74152 80585 87834 140975 177988 180972 209981 231715 278770 295889 321816 323937 358935 376764 379149 394900 108 Gewinn, zu 1000 M. 10114 16388 21354 30158 37239 41038 42323 62277 62517 78797 92201 103434 104143 110050 126044 135620 138681 168970 189104 194765 212126 215131 221118 226947 240488 244723 257957 260689 262440 268318 269924 276346 289516 291208 297580 305012 306407 317444 322908 327613 329440 335108 336240 339779 342778 349287 358672 361052 371945 372130 372262 384702 390723 398532 194 «Gewinne au 500 M. 3979 4691 6113 11063 18857 18923 27065 28776 38161 39155 43878 46997 68807 60765 62646 66439 69139 71616 73110 92812 93013 93100 94247 94611 97674 103882 106413 107228 116157 116852 124739 125350 132164 133776 134024 157343 174869 175019 181866 186542 190994 216235 221019 225792 232050 236831 243250 245982 246683 249049 259913 261689 261965 262268 266833 270273 277837 280840 282773 287646 287736 287792 290577 291638 293790 306026 307149 310159 311287 312578 313800 314041 316093 320137 321956 324527 327566 328126 329318 333289 337478 344133 349929 351439 351965 358470 361717 366769 379816 385691 387609 388799 390733 392321 392854 396943 398948 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000 und 100 Prämien zu je 3000, 2 Gewinne zu je 50000 J, 2 zu je 300000, 2 zu je 200030, 4 zu je 102000, 6 zu je 75000, 10 zu je 50000, 30 >u je 25000, 172 zu je 10000, 438 zu je 5000, 814 zu je 8000, 2540 zu je 2000, 5138 zu je 1000, 8480 zu je 500, 25468 zu je 400 M. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe der zuletzt belchlosjenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H.. Lombardzinsfuh 5 o. H. Jrdn(iuri a. JJI. 3erli:i Schlußkurs Schluß,. Abend- börlc Schlußkurs Schluß,. Mittag» börse Datum 11.8 12.8. 10.8 | 11.8 6% Deutsche Reichsanleihe u. 1927 6% ehern.7% 2t. Reichsan!, v.1929 5’/s% Doung-Anicihe von 1930 .. 83,9 83.5 83.13 83,5 100 100 99,5 100 84,25 85 84.25 Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 77,4 77.9 77,5 77,25 Tcsgl. ohne Auslos.-Rcchte...... 6% eficm.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold M. 12.................. 11,1 11.05 11 11 74,5 74,25 74,25 75 81,25 81,25 81,25 81 5’4% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Llaul......... 84 _ Oberhessen Provinz-Anleihe mit Ausios.-Rechten ............. — _ Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 70,25 70,5 71 70,5 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 81,5 81,75 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unlündbar bis 1936 81,5 81,75 _ b'/-% ehern. 4'4% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbrtese....... 5y2% ehein. 4'/z% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpse..... 84,75 85 _ t-5,5 85,6 _ _ 6% ehe»,. 8% Pr. LandeSpsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 82,5 82,5 83,4 82,5 6% ehern. 7% Pr. Landcspfand- bricsanstall, Pfandbriefe R. 10 83,25 83,25 86-, 13 84 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. 86,13 86,13 86,13 4% Oesterreichische Goldrenie.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 11,5 — — — — —— 0,8 0,8 4% Ungarische Goldrenie....... — —— 4,5 4,5 4% Ungarische Staatsrente v. 191( 4,25 4,25 4,25 — 4'.% desgl. von 1913.......... 4,3 4,6 4,25 4,75 5% obgell. Goldmexikaner von 99 6.75 — 7,25 7 4% Türkische Zollanleihe von 1911 5 5,05 5,2 5,1 4<: ^2«mische Bogdadbahn-Anleihe 4,85 5 5 — Frank,un a.M. Berlin Schlußkurs Schluß,. Abmdbörse Schiuß- ,urd Schlußk. Miilag- börle Datum 11.8- 12.8 10.8 11.8- 4% desgl. Serie II ........... 5 5,05 5,2 5,05 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4 3.9 4!4%Rumän.verelnh.Rentev.l913 7,25 7,3 — 4% Rumänische vereinh. Rente 3,5 3,55 3.6 i.45 214% Anatolier ............. 24 24,13 24,4 24 Hamburg-Amerika-Paker ..... 0 12,25 12,4 12,4 12 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — • 21,5 20,5 Hansa-Dampsjchtfs........... 0 — — 18,75 Norddeutscher Lloyd ......... 0 13 13,25 13 12,65 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 42,75 43,5 43,25 42,65 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 85,5 85 85,75 85 Commerz, und Privat-Bonk ... Deutsche Bank »nb Disconto- 0 48 48 48,25 48,25 Gesellschaft............. 0 52,25 52,25 53 52,6 Dresdner Bank.............. 0 44,65 44,65 44,75 44,65 Reichsbank ................ 12 152 152,5 151.25 151.9 A.E.G...................... 0 19,5 19,75 19,75 19,75 Bekula..................... c 108,75 109 108,4 108,75 Elcktr. Lieferungsgelellschast... 6 85 84 85 84 Licht und Kraft ............. 6 97 96,5 96,5 97 Fellen L Guilleaume......... 0 46,75 47,25 46,25 47,25 Gesellsch.f.Elektr.Unternehniung 6 81 80,5 79,75 8L25 Rheinische Eleklrizilät ........ 5 87 86 Schucker« & (So............... 5 97 99 99 98.76 Siemens S Halske............ 7 154 155 154 154,4 124 LahmeyerLEo............. 10 124 123,13 125 Buderus ................... 0 69 69 68 69 Deutsche Erdöl.............. 4 108,5 109,25 108,25 108,25 Gelsenkirchener.............. 0 58,5 59,25 57,4 59 Harpencr................... c 90 90,4 89,25 90 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen . c — — 60,4 61,75 Ilse Bergbau ............... t 140 139,5 137 140 Ulfe Bergbau Genüsse........ 6 101,25 101 99,25 100,5 Klücknerwerke ............... c 54 .54 53,25 Mannesmann-Röhren........ 0 60,25 60 59,75 60,25 Franciun a. 2)1. 3erhn Schlußkurs Schlußk. Abmd- börsc Schlub- kurs Schlußk. Minag- börse Oaium 11-8. 12.8. 10.8 11.8. ManLsclder Bergbau....... .. 0 25 24,75 25 24,75 Kokswerke................ .. 0 — — 78,75 79 Phönix Bergbau........... .. 0 36,75 36,75 35 36,75 Rheinische Braunkohlen .... . 10 196.5 194,13 195,5 193 Rheinslahl ................ .. 0 89 89,5 87,75 89 Vereinigte Stahlwerke...... .. 0 36 36 34,25 36 Otavi Minen ............. .. 0 12,5 13 12,5 12,5 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 121,5 121,5 122 121,5 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 125,5 170 127 125 Kaliwerke Salzdetfurth..... iyt 170 125,5 170,75 171 I. G. Farben-Jnduslrie..... 131,65 132 130 132 Scheideanstalt............. .. 9 173 173 — — Goldschmidt .............. .. 0 44,75 46,25 45,5 45,13 Rüigerswerke ............. .. 0 57.75 57,75 57,5 58 Metallgesellschasl........... .. 0 51,75 51,5 52,5 52 Philipp Holzmann......... .. 0 49,5 50,5 50,25 _ Zementwerk Heidelberg .... .. 0 80,75 80,5 — Eementwerk Karlstadt....... .. 0 - — Schultheis Payenhoser ..... .. 0 — — 105,25 105 Akii (Allgemeine Kunstseide) .. 0 30,25 30,5 30,5 30,65 Bemberg................. .. 0 48 47,75, 48,25 47,25 Zellstoff Waldhof .......... .. 0 42,13 42 40,25 41,13 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 21,25 21 — 22 Dessauer Gas ............. .. 7 — —— 114,13 114,75 Daimler Motoren.......... .. 0 28,4 28,25 28,25 28,13 Deutsche Linoleum......... .. 0 41 41,5 40,5 40,25 Orenstcin & Koppel ........ .. 0 — — 31,5 31,25 Leonhard Tietz............ .. 0 14,5 14,5 14,5 14,65 Ehade .................... ..10 154 155 155 155,5 Accumulaloren-Fabrik...... .. 0 166,5 166,5 169 165,5 Eontt-Gummt............. .. 0 155 156 156,5 157.5 Grttzner........... .. 0 20,5 20,25 Mamkraftwerke Höchst a.M.» .. 4 60 58.25 Süddeutscher Zucker ....... .. 8 157 ; 156,5 158 — Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M. 10.August 11.August Amtliche Notierung Geld | Srici Amtliche Dotierung Geld Brie HelsingsorS.. 6,144 47,45 12,42 6,156 47,55 12,44 6,144 47,45 12,42 6,156 47,55 12,44 Budapest ... 3,047 169,68 69,98 62,09 3,053 170,02 70,12 62,21 3,047 169,68 69,98 62,09 3,053 170,02 70,12 62,21 Sofia...... Holland .... Oslo....... Kopenhagen. Stockholm... 71,68 71,82 71,63 71,82 London ..... 13,90 13,94 13,90 13.94 Buenos Aires 0,928 0,932 0,928 0,932 Reuyork.... 3,097 3,103 3,097 3,103 Brüssel..... 58,59 58,71 58.59 58,71 Italien..... 22,08 22,12 22,08 22,12 Paris ...... 16,445 16,485 16,445 16,485 Schweiz .... 81,23 81,39 81,20 81,36 Spanien.... 35,11 35,19 35,09 35,17 Danzig..... 81,67 81,83 81,67 81,83 Japan...... 0,839 0,841 0,837 0,839 Rio de Ian. . Jugoslawien. Lissabon.... 0,244 0,246 0,244 0,246 5,195 12,67 5,205 12,69 5,195 12,67 5,205 12,69 Banknoten. Berlin, 11.August Gelb »rief Amerikanische Roten.............. 3,05 3,07 Belgische Roten.................. 58,43 58,67 Dänische Roten ................. 61,83 62,07 Englische Roten ................. 13,86 13,92 französische Roten............... 16,405 169,26 16,465 169.94 Holländische Roten............... Italienische Roten............... 21,96 22,04 Norwegische Noten .............. 69,81 70,09 Deutsch Oesterreich, i 100 Schwing Rumänische Noten............... _ Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. 71,51 81,02 71,79 81.34 Spanische Noten................. 34.96 35 JO Ungarische Noten................