Kr. 162 Slsübansgave 183. Jahrgang Freitag, 14.ZulU935 GießenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick vnb Verlag: vrühl'fche Universttäl§-Buch- und Steinörudcrei K Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig; für Ne» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrist 20° , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn- zeigenteil i.V.TH.Kümmel sämtlich in (biegen. Erscheln« täglich, nutzer Sonntags und Feiertags 5tilagcn; Die Illustriert. Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl, Monatr-8ezugrpret§: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt üernsprechanschlüffe unter Sammelnummcr 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Lietzen. Postscheckkonto: Kronlsurt am Main 11686. Die Aufgaben der Wirtschaft im neuen Staat. Reichswirischastsminlster Schmitt vor den Führern der deutschen Wirtschaft. Berlin, 13. Juli. (WTB.) Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt sprach vor einem geladenen Kreis führender Persönlichkeiten aus der Wirtschaft über die wirtschaftspolitischen Aufgaben im neuen Staat. Dr. Schmitt führte hierzu im wesentlichen folgendes aus: Es kann unmöglich die Aufgabe des Staates und des Wirtschaftsminifteriums oder sonst irgendeines behördlichen Organes sein, die Vorgänge in der Wirtschaft im einzelnen verantwortlich zu bestimmen und zu regeln. Die Aufgaben, die der deutschen Wirtschaft gestellt sind, können nur von der Wirtschaft selbst, d. h. von den aus ihr herausgewachsenen verantwortlichen Führern gelöst werden. Der Staat soll vermal- t e n und mit seiner Wirtschaftspolitik die Wirtschaft führen, aber nicht s e l b st wirtschaften. Das entscheidende Problem ist die Zurück- führung von 5 Millionen Menschen in Öen Arbeitsprozeß. Die Beseitigung der Arbeitslosigkeit kann nicht allein durch künstliche Arbeitsbeschaffung erfolgen. Diese kann nur dazu dienen, d i e ungeheure Depression mit einem (9 e ro a 11 r u d aus ber Weltzu schaffen. Man kann eben nicht warten, bis die Gesundung aus der Natur heraus von selbst kommt. Es muh aber allmählich d i e ganze IDiM- schäft ersaht, belebt und so in Gang gebracht werden, dah der natürliche Aufschmung und die natürliche Aufwärtsentwicklung die Folge ist. Deshalb ist es auch die Absicht des Führers, die Arbeitsbeschaffung, soweit fie von der Regierung erfolgt, in Zukunst so weit wie irgend möglich so zu gestalten, dah nicht allein unmittelbar öfsentliche Aufträge begeben werden, sondern dah man fürbiepro- duklive Wirtschaft Erleichterungen schafft, die dadurch in Arbeit umgeseht werden. Das Entscheidende aber ist — bie Voraussetzungen dafür zu schaffen, dah so schnell wie möglich in unserer Wirtschaft der Glaube befestigt wirb, bah bie Sicherheit bes wirtschaftlichen Kalkulierens das Höchst- mah hat, das überhaupt denkbar ist. Wir sind uns darüber klar, dah ohne Rechtssicherheit und ohne wirtschaftliche Kalkulationsmöglichkeit der Kaufmann in seinen Entschlüssen auf das schwer st e gehemmt wird. Die Wirtschaft muh aber auch ihrerseits die grohen und schweren Aufgaben der Regierung unterstützen. Der Führer hat wiederholt klipp und klar ausgesprochen, dah es nicht ohne die köpfe der Wirtschaft geht, und dah jeder versuch einer Sozialisierung der wirtschaft an den Menschen scheitern muh, denn es gäbe keine Menschen, die von vornherein auf jede Lhance in der wirtschaftlichen Betätigung verzichten wollen. Was uns groh gemacht hat, ist die Ausnützung der individuellen Fähigkeiten. Wenn wir sozialisieren, würden wir als Mahstab oes Tempos der nationalen Arbeit das Tempo der langsamsten Arbeit aufstellen. Wir dürfen niemals eine Beugung der höheren Fähigkeit durch die niedere zulafsen. Der Nationalsozialismus hat die Aufgabe, überall die gröhte Fähigkeit zur ausschlaggebenden Bedeutung kommen zu lassen. Wir wissen es ja aus lausend Aussprüchen, dah der Sinn der wahren nationalsozialistischen Staats- und Wirtschaflsauffassung der ist, dah jeder, der etwas kann und jeder, der eine verantwortungsvolle Stelle zu tragen hat, von dem Staate ge st ützt und in seiner Autorität gefördert wird. Die oberste Aufgabe des Wirtschaftsministers sehe ich viel weniger in einer Aufstellung von wirtschaftlichen Konstruktionen und Plänen als vielmehr in der Organisation ber vorhanbenen praktischen realen Wirtschafts Möglichkeiten. Es ist nicht bie Aufgabe bes Wirtschaftsministeriums, in bie einzelnen Wirtschaftszweige einzugreifen unb barin herumzuregieren. Man muh aber natürlich bie Möglichkeit bazu offen halten. Der nationalsozialistische Staat muh für sich in Anspruch nehmen, baß er ben Dingen in ber Wirtschaft nicht freien Lauf läßt, baß er nicht jeben machen läßt was er will, bamit nicht jernanb aus Konkurrenzgrünben rücksichtslos Schaben stiftet, ber sich unter Umftänben a u f einen ganzen Wirtschaftszweig auswirken kann. Der Staat wirb von bieser Befugnis aber nur einen sehr weisen Gebrauch machen unb es sich genau überlegen, bevor er orbnenb ein- flreift. Die Möglichkeit bazu muß allerbings bestehen. Unb ich glaube, wir wissen alle Fälle, wo es auch in ber Vergangenheit bringenb erwünscht gewesen märe, wenn bie Regierungen biese Möglichkeit gehabt hätten. Wenn es heißt: Gemeinnutz geht vor Eigennutz, so kann bamit nur gemeint sein, daß sich ba5 selbstverstänbliche E r - w e r b s i n t e r e s s c nicht so ausbreiten darf daß man dabei das Gemeinwohl, das Staats- toohl und das Gesamtinteresse übersieht oder gar stört. Die Aufgabe, die ruhige Arbeit in der Wirtschaft zu fördern, glauben wir dadurch am besten lösen zu können, daß wir den unmittelbaren persönlichen Kontakt mit der Wirtschaft draußen suchen. Wir haben deshalb die Absicht, zunächst einmal den Wirkungskreis der Treuhänder der Arbeit auf allgemeine wirtschaftliche Fragen auszudehnen und diese bei unseren, uns unmittelbar unterstellten Organen als Verbindungsmänner zu benutzen, um Menschen aus dem Leben, die den Kontakt nach allen Seiten haben, an Ort und Stelle zu besitzen, die vermittelnd tätig werden können, wenn irgendwo Eingriffe oder Störungen vorkommen. Wir haben davon abgesehen, uns anderer Instanzen zu bedienen und vor allen Dingen davon abgesehen, eine neue zu schaffen, denn ich glaube, auf diesem Gebiete ist schon des Guten zu viel getan. Der ständische Aufbau, der in unserem Reiche selbstverständlich kommen muh und dessen Nichtvorhanbensein gerade jetzt sehr schmerzlich empfunden wird, ist im Augenblick abgeffoppt und zurückgestellt worden, nicht weil er nicht kommen soll, sondern weil die Gefahr bestand, dah eine ganze Reihe unberufener Elemente versuchte, auf diesem Gebiete Experimente zu machen, die wirtschaft zu stören, sich Einflußsphären zu schaffen, Stellungen auszubnuen, zu allen möglichen Absichten durchzuführen. Es ist deshalb der Dille des Führers, hier zunächst einmal eine klare Linie zu ziehen und den Weg der langsamen und gesunden Entwicklung zu gehen. Dem ständischen Aufbau ist bie Aufgabe zugebacht, im Volke von oben bis unten bafür zu sorgen, baß man ben Staat unb seine Absichten versteht und baß man geistig unser Volk zum Nationalsozialismus hinführt unb für bie weitere Zukunft alle Kreise bes Volkes in bem großen (Bebauten erzieht unb schult: WirsindeineEinheitunb wollen alle dasselbe. Haben Sie ben Mut unb haben Sie bas Vertrauen, baß bie beutsche Wirtschaft, bie boch eine so stolze Geschichte hat, in ihrem Reichskanzler unb in ihrem Führer einen Repräsentanten unb einen Schutz hat, ber von ihnen allen bemunbert werben muß. Helfen Sie, aus biefem Geiste heraus mit, baß wir bie Belebung unserer Wirtschaft bekommen. Ich weiß, man kann keine künstliche Belebung machen. Tragen Sie infolgebeffen ben Glauben hinaus, baß ber Könner unb Schaffer ben ffärtften Schutz im beut« s ch e n Staate von heute hat. Genau so wie biese gewaltige Bewegung bes Nationalsozialismus mit einer unerbittlichen Propaganba sich burchgesetzt hat, genau so ist es auch uns möglich, burch eine unermübliche Propaganba bas roieber zu schaffen, was verloren gegangen ist, ben Stolz auf unsere deutsche Wirtschaft. Zum Schluß, noch ein Wort über die Weltwirtschaft und unsere Einstellung zum Weltwirtschaftsproblem. Sie wissen ja, meine Herren, wie es um die mit so vielen Hoffnungen erwartete Londoner Konferenz steht. Es ist ganz klar, daß, bedingt durch die Weltkrise und die Röte, jedes Volk zunächst versucht, s i ch selbst zu helfen. Schon deshalb bleibt uns nichts anderes übrig, als diesen Weg mit aller Energie, die das neue Reich hat, zu gehen, selbst im Hause Ordnung zu schaffen und die 60 Millionen Menschen in Arbeit zu bringen und mit ihnen zu wirtschaften. Das heißt natürlich keineswegs, daß wir eine Chance, die uns geboten ist, um unsere Beziehungen zum Ausland zu fördern, auslassen. Es ist selbstverständliche Aufgabe des Reichswirtschaftsmini- steriums, alles zu tun, um d i e Verbindung mit der Welt und der Weltwirtschaft zum Vorteil unserer eigenen Ration z u hegen und zu pflegen. Im Anschluß an diese mit großem Beifall aufgenommene Rede nahm Herr Krupp von Bohlen und Halbach, ber Führer bes Reichsverbanbes ber beutfchen Industrie, bas Wort zu folgenben Ausführungen: Wir haben alle unb wollen alle ben Glauben unb bas Vertrauen zur Bewegung, zur Gefunbung, aber auch zu ben vorhanbenen Möglichkeiten haben. Den Glauben wollen wir uns erhalten unb wollen unserseits alles tun, was ben Glauben auch in weitere Kreise tragen kann. Wenn ich eines aus Ihren Ausführungen hervorheben darf, so ist vielleicht mit bas wertvollste, was Sie gesagt haben, bie Verantwortung bes Einzelnen soll erhal- halten bleiben. Herr Reichswirtschaftsminister, bas ist wohl unser aller Wunsch unb Ziel. Wenn uns bie Verantwortung erhalten bleibt, so werben wir alle an ben Zielen mitarbeiten können, bie ber Regierung, ber Bewegung, man kann wohl heute schon sagen, fast bem ganzen Volke vorschweben. Schärfste Maßnahmen gegen Saboteure des nationalsozialistischen Aufbaus Berlin, 13. Juli. (TU.) Der preußische Justiz- minifter hat mehrere Erlaße herausgegeben, in benen es u. a. heißt: Die Staatsanwaltschaften sind angewiesen, alle Fälle, bie eine Auflehnung gegen den Führer ober eine Sabotage bes nationalsoziali st i scheu Aufbaues barstellen, mit größter (Energie, Schnelligkeit unb Stärke zu bearbeiten. Jeder Versuch einer Sabotage muß mit ben schärfsten Maßnahmen gegen wen immer geahnbet werben. Jedem unbefugten Eingriff in bie Maßnahmen ber Behörben unb in bie Aufgaben ber Wirtschaft ist mit aller Schärfe entgegenzutreten. Wer unbefugt zu irgenbwelchen Fe st nahmen schreitet, soll wegenFreiheitsberaubung unbAmts- anmafcung zur Verantwortung gezogen werben. Ist bie Freiheitsberaubung in ber Absicht begangen, sich bes ber Freiheit Beraubten als Geisel im politischen Kampf zu bedienen, so kommt Zuchthaus unb unter Umftänben Todes st rase in Betracht. Werden derartige Straftaten von Provokateuren in ber Uniform ober unter bem Schutz ber Abzeichen ber nationalen Verbände begangen, so soll nach ben Sonber- vorschriften ber Verorbnung vom 31. März 1933 eingeschritten werben. Berlin, 13. Juli. (WTB.) Die Reichspressestelle ber NSDAP, teilt mit: Der Führer sprach am Mittwochabenb zu ben in ber Reichskanzlei versammelten Gauleitern, Treuhänbern ber Arbeit unb ßanbesobleuten ber B e - triebszellenvrganisation über politische unb wirtschaftliche Fragen. Die Tagung würbe geleitet vom Stellvertreter bes Führers, Rubvlf H e ß. Anwefenb waren u. a. auch Reichswirtfchafminister Schmitt und Reichsarbeitsminister S e I b t e. In feiner zweieinhalbstünbigen großen Rebe brachte Abolf Hitler einleitenb zum Ausdruck, baß bie gewaltige umwälzenbe Zeit, in ber wir leben, für unser Volk von reichstem Segen sein werbe, wenn bie weitere Entwicklung unb Aufbauarbeit ebenso planmäßig verlaufe wie bie Vorbereitung unb Durchführung ber nationalsozialistischen Revolution bisher. Im Besitz ber Macht, bie uns niemanb mehr nehmen könne, seien wir in ber Lage, nunmehr auch bie gesamte Eommenbe Entwicklung zu übersehen unb planmäßig z u bestimmen. „Wir haben burch Kampf bas Lanb erobert, jetzt müssen wiresburchFrieben b e • stelle n." Die politische Macht habe man schnell unb in einem Zuge erobern müssen, auf dem Gebiete der Wirtschaft aber wären andere Entwicklungsgesetze maßgebend, hier müsse man Schritt für Schritt vorwärts gehen, ohne das Bestehende radikal zu zertrümmern und unsere eigene Lebensgrundlage zu gefährden. Wit bureaukratifchen Konstruktionen könne man die deutsche Wirtschaft nicht aufbauen. Die Ausnützung der individuellen Fähigkeiten habe uns groß gemacht, und nu r du r ch sie könne auch unser großes Wiederaufbauwerk zum Erfolg kommen. Beugung der höheren Arbeitsleistung unter die mindere Arbeitsleitung werde nicht geduldet. Das fordere das Wohl des deutschen Volkes. Im Rahmen dieser Grundsätze, die Interessen der Gesamtheit wahrzunehmen, das fei das Problem, das uns zur Lösung gestellt sei. Wie auf politischem, so könne man auch auf wirtschaftlichem Gebiet Vefugnisse und Rechte nur Verleiten aus der Leistung. Das Tempo unserer Einwirkung auf die Wirtschaft und die Stel- lenbesehung in der Wirtschaft sei daher abhängig von der Heranbildung eines wirtschaftlichen Führernachwuchses. Die Betriebsamkeit gewisser Organisationen auf diesem Gebiet sei noch keineswegs der Beweis dafür, daß dieser Rachwuchs bereits vorhanden fei. Ls sei Grundsatz der NSDAP., eine Stelle nicht eher zu besehen, solange nicht eine fähige, durch Lei st ungen erprobte Persönlichkeit zur Verfügung stehe. Der nur an die Vergangenheit denke und sich nicht mit der Zukunft beschäftige, sei ein schlechter Nationalsozialist. Das ihn, den Führer, wirtschaftlich interessiere, sei allein die Zukunstsauf- gäbe, das deutsche Volk wieder in Arbeit zu bringen und seine volle Konsumkraft wieder herzu st ellen. Deshalb habe er auch mit Genugtuung Kenntnis genommen von der Anerkennung, die Deutschlands bisherige Leistungen in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit kürzlich in Genf gefunden habe. — Der Führer behandelte im weiteren Verlaus seiner Rede dann außenpolitische Fragen. Im Rahmen der Friedenspolitik des neuen Deutschlands sei auch das Konkordat mit der K a - tholischenKirche, die den nationalsozialistischen Staat damit offiziell anerkenne, von Bedeutung. In diesem Zusammenhang wies er auf die neue evangelischeKirchenversassung hin und erwähnte, daß am übernächsten Sonntag die evangelischen Kirchen» Wilhelm Keppler Beauftragter der ASOAp. für WirtschastSfraqen. Berlin, 13. 3uli. (TU.) Die NSK. meldet: Der Führer hat folgende Verfügung erlassen: Den Parteigenossen Wilhelm Keppler habe ich als meinen Beauftragten für Wirtschaftsfragen in bie Reichskanzlei berufen. 3d) ernenne ihn hiermit gleichzeitig zu meinem Beauftragten für Wirtschaftsfragen innerhalb der Partei. Alle wirtschaftspolitischen Organisationen der Partei sind ihm unter st eilt. Berlin, den 13. Juli 1933. Gez.: Adolf Hitler. Der als Beauftragter ber NSDAP, für Wirtschaftsfragen in bie Reichskanzlei berufene Ingenieur Wilhelm Keppler, ber ber nationalsozialistischen Reichstaasfraktion angchört, würbe am 14. Dezember 1882 in Heibelberg geboren. Nach bem Besuch bes Gymnasiums in Heibelberg unb Rastatt studierte er an ben Technischen Hochschulen Karlsruhe unb Danzig Maschinenbau. Von 1911 Ingenieur in ber chemischen Industrie, war er vom Jahre 1912 als Leiter inbustrieller Unternehmungen tätig. Ingenieur 5 pp- ler gehört ber beutschen Abordnung auf ber ßonboner Weltwirtschaftskonfe- r e n 3 an. Wahlen stattfinden würden. - - Zum Schluß kennzeichnete der Führer in eingehenden Ausführungen die verschieden gearteten Ausgaben von Regierung und Partei. Die große unb entscheibende Ausgabe ber Partei sei die Erziehung des deutschen Menschen, Aufgabe der Regierung, das Leben der Nation funktionell in Gang zu halten. Die Synthese zwischen dem idealisti- schenNationalsozialismusundden realen Erfordernissen der Wirtschaft gelte es zu verwirklichen. Er kapituliere bei allem, was er tue, nur vor der Vernunft. Er habe den Ehrgeiz, ohne Rücksicht aus Augenblicksstimmungen etwas zu schassen, wos der Kritik der Rachwelt Stand halte. Die Partei habe 14 Iahre lang keine Konzessionen an die Popularität gemacht, 14 Iahre lang an die Perspektiven gedacht und 14 Iahre lang eine beispiellose Disziplin geübt. Wenn wir auch in Zukunft nach diesen bewährten Grundsätzen der Partei handelten, bann werde der Erfolg gewaltig und ein Rückschlag für das deutsche Volk nicht mehr denkbar sein. Die Bildung der Angestellienfäule. Eingliederung der bishernichtorganisierten Angestellten. Berlin, 13. Iuli. (VDZ.) Der erste Teil der Maßnahmen, die der Reichstagsabgeordncte Pg. F o r st e r , Danzig, als Führer der deutschen Angestellten angeordnet hatte, ist beendet. Rund 1 ‘,4 Million männliche und weibliche Angestellte aller Berufe, die bisher in mehr als 103 Verbänden und Vereinen organisiert waren, sind in den Gesamtverband der Deutschen Ange- st eilten übergeführt und unter einheitlicher Leitung zusammengefaßt worden. De: Gesamtverband gliedert sich in acht Männerverbände und einen Frauenverband. Den Verbänden sind durch Umwandlung bisheriger Ersay- kassen fünf Derusskrankenkassen on- gegliedert. Der zweite Teil der im Plan des Führers des Gesamtverbandes der Deutschen Angestellten vorgesehenen Maßnahmen ist die Eingliederung der ilnorganisierten in die Deutsche Arbeitsfront. Er wurde mit einer großzügigen Aufklärungs- und Werbearbeit in Angriff genommen. Die Deutsche Arbeitsfront hat dazu durch den Führer Dr. Ley folgende, Anordnung ergehen lassen: Der Gefamtverband der Deutschen Angestellten umfaßt alle deutschen Volksgenossen, die gemäß § 1 Abs. 1 und 2 des Angestelltenversicherungsgesetzes indieAnge st eilte n- versicherung gehören, auch wenn sie infolge ihrer Einkommenshöhe nicht mehr versicherungspflichtig sind. Demgemäß haben alle deutschen Angestellten, die bisher keinem der neun Verbände angehören, ihre Eingliederung bei dem für ihren Beruf zuständigen Berufsverband des Gesamtverbandes vorzunehmen. Ausgenommen werden nur Ange st e l l t e arischer Abstammung. Oie Arierbestimmungen in der Deutschen Arbeitsfront. Berlin, 13. Juli. (VDZ.) Zur Durchführung ber Arierbestimmungen, analog bem Gesetz zur Wiederherstellung bes Berufsbeamtentums hat ber Deutsche Handlungsgehilfen - Verband als Berufsverbanb ber deutschen Kaufmanns« gehilfen in ber Angestelltenfäule ber Deutschen Arbeitsfront angeorbnet, baß bei Neu aufnah- Arbeitsbeschaffung, das Ziel aller WirischaffspolM Oer Reichskanzler spricht zu den Treuhändern der Arbeit: Nur durch Ausnutzung der individuellen Zähigkeiten kann das nationale Aufbauwerk gelingen. men und bei den von gleichgeschalteten oder auf« gelösten Verbänden überführt en Mitgliedern in jedem Einzelfall vor der ersten Beitragszahlung -folgende Erklärung abgegeben werden muß: „Ich erkläre, arischer A b st a m m u n g zu sein. Weder meine Eltern noch meine Großeltern sind nichtarischer Herkunft." Dabei wird als nicht arisch bereits anaesehen, wenn lediglich ein Elternteil oder ein Großelternteil nichtarisch ist. Die Erklärung ist schriftlich abzugeben. Man nimmt an, daß in gleicher Weise auch bei den übrig en Unterorganisationen der Deutschen Arbeitsfront vorgegangen werden wird. Diejenigen nichtarischen Mitglieder, die in früheren Organisationen aus der Beitragsleistung bestimmte Ansprüche erworben haben, dürfen im Wege des Härteausgleichs eine gewisse Ersatzleistung erwarten. Im übrigen werde man nichtarischen Arbeitnehmern Gelegenheit geben, im Rahmen einer besonderen, der Deutschen Arbeitsfront nicht angeschlossenen Organisation, sich mit Wohlfahrtsangelegenheiten zu beschäftigen. Oie Zuteilung der Behörden- Angestellten Stellen an Kämpfer für die nationale Erhebung. Berlin, 13. 3uli. (WTB.) 3m Einvernehmen mit dem Reichswehrminister hat sich der Reichsinnenministcr damit einverstanden erklärt, daß zunächst bis zum 30. September 1933 die bei den Reichs-, Länder- und Gemeindebehörde n vorhandenen Angestellten- Stellen den Bersorgungsanwärtern nur zu 50 v. Sy Vorbehalten werden. Bis zu 50 v. Sy der freiwerdenden Stellen dieser Art können also nunmehr vorzugsweise mit bewährten Kämpfern für die nationale Erhebung besetzt werden. Qualitätsmarken für die Wirtschastswerbung. Berlin, 13.3uli. (WTD.) Amtlich wird mitgeteilt: Don verschiedenen Seiten sind in der letzten Zeit auf dem Gebiet der Wirtschaftswerbung Maßnahmen getroffen worden, die in den Aufgabenbereich derzuständigen Reichsbehörde, nämlich des Reichsministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda fallen. Es werden z. B. Qualitätsmarken, ein sogenannter Wirtschaftsadler, Geschäftskennzeichnungen u. a. m. von privaten Stellen und Organisationen eingeführt, die mit dem Anspruch auf allgemeine Geltung hervortreten. Das Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda weist alle Wirtschaftskreise daraus hin, daß es für diese Art der Wirtschaftswerbung keinerlei amtlichen Auftrag erteilt hat. Diese Funktionen sind dem Propagandamini st erium Vorbehalten, das bereits die notwendigen Vorkehrungen getroffen hat, um von einer dem Reichsministerium angegliederten Zentral st elle aus im Einvernehmen mit dem Rcichswirtschafts- und dem Reichsernährungsministerium diese und alle anderen Aufgaben der Wirtschaftswerbung zu erfüllen. Die hierfür erforderliche zentrale Reichsorganisation für Wirtschaftswerbung wird bereits in absehbarer Zeit ihre Arbeiten beginnen. Erntehilfe des Arbeitsdienstes. Berlin, 13. 3uli. (WTD. Funkspruch.) Da in verschiedenen Gegenden während der Erntezeit ein M a n g e l an Arbeitskräften zu befürchten ist, sind die Arbeitsdien st lager angewiesen worden, Wünschen der Landwirte auf Hilfe bei der Einbringung der Ernte Rechnung zu tragen. Mit dem Einsatz des Freiwilligen Arbeitsdienstes darf jedoch kein Mißbrauch getrieben werden, um nicht andere Arbeitskräfte in ihren Derdienst- möglichkeiten zu schädigen. Mißbrauch wird vermieden, wenn der Grundbesitzer verpflichtet wird, Deträge in Höhe der sonst zu zah- lenden Löhne an das Arbeitsdienstlager abzuführen. Aufbruch der Erde. pontinische Sümpfe, Maremmen und Campagna Äon Or. Gustav W. Eberlein, :Rom. Urbarmachung, Getreideschlacht und Malariabekämpfung — das sind die drei Hauptbezeichnungen in den Tagesberichten des italienischen Feldzuges, des größten, der auf dem ilrboben unserer Geschichte bisher geführt wurde. Es wäre ein Hn- reebt, wenn auch den Kindern unserer Generation und den folgenden Geschlechtern in der Schule gemacht würde, die Schlachten um Görz, bei Kar- freit und an der Piave seien die wichtigeren Menschheitsetappen, so wie man uns früher die Daten und Taten des gewiß sehr verdienstlichen Leonidas, des bösen Mithridates und der schnatternden Kapitolsgänse einbläute, dabei aber zu erklären vergaß, wieso denn zum Beispiel aus der waldesdunklen Apenninenhalb n'el das Land der Orangen und Oelbäume wurde. Exotische Dinge für 3talien. mit Derlaub zu melden. Heute sind die pontinischen Sümpfe sozusagen in aller Mund weil sie zu den pontinischen Gefilden werden sollen, wer aber kümmert sich drum, wie die Versumpfung mit ihren verheerenden, auch die Kriegsgeschichte lenkenden Folgen entstand? Einst lagen dort nämlich die Getreidekammern der Dolksker. Lind jetzt geht wieder eine solche geopolitische und wirtschaftliche Verschiebung vor, verändert die Erde ihr Gesicht, müssen die Landkarten anders gefärbt werden. Venedig kann aufs Trockene zu liegen kommen, das ist denkbar, die Lagunen werden bereits da und dort zu Autostraßen, und wenn das Verschwinden der letzten Liebesgondel Aussehen erregen würde, so ist die Berechtigung da» zu doch nicht entfernt so groß wie unsere Pflicht den Wandel der Dinge zwischen Neapel und Li^ vorno ins Auge zu fassen. Dort - und in noch manchen anderen Landstrichen — ist die Erde in Aufruhr, oder besser gesagt, in Aufbruch, buchstäblich genommen. Wo seit Jahrhunderten und 3ahrtausenden die Schafe zogen, die Llrnomaden, da knattern jetzt die Traktoren — die schönsten Waffen nach Mussolini — und wo der gelbe Würger schon die Kinder in der Wiege mit seinem giftigen Atem anblies, da wogen jetzt Weizenfelder, da kann man Rosensehlinge kaufen. 3n der römischen Getreideausstellung auf dem Pincio hängt eine riesige Landkarte, auf der die Malariagebiete schwarz eingezeichnet sind, und ein solcher schwarzer Gürtel, in dem die Hauptstadt Oie Reform der Strafrechtspflege. Staatssekretär Kreisler kündigt ein nationalsozialistisch durchgearbeitetes Strafrecht an. Berlin, 13.3uli. (ERB. Funkspruch.) Der Staatssekretär im Preußischen Justizministerium Dr. Freis ler beschäftigt sich im nationalsozialistischen „Zeitungsdienst" mit der Strafrechtspflege. Er schreibt u. a.: Die Strafrechtspflege der letzten 3ahre hat wesentliche Erfolge bei der Bekämpfung der Kriminalität nicht errungen und damit bewiesen, daß sie ihrer Aufgabe nicht gerecht geworden ist. 3nnerhalb der Strafrechtspflege selbst können wir als Grundlage für das Versagen zunächst einmal das Gesetz selbst ansprechen. Ein seit 3ahrzehnten von allen Seiten als unzulänglich anerkanntes Gesetz kann in seiner Anwendung nicht Strafrechtspflege gedeihen lassen, die ihrer hohen Ausgabe, Volk und Staat gegenüber gerecht wird. Der Rationalsozialismus, der bereits in den letzten Monaten durch Sondergeseh den allergrößten Mängeln des Strafgesetzbuches in Einzelfällen abgeholfen hat, wird ein national so ziali st isch durchgearbeitetes Strafrecht schaffen. Nicht weniger aber, auch das muß mit aller Entschiedenheit hervorgehoben werden, beruht das Versagen der Strafrechtspflege auf der tatsächlichen Abänderung des Gesetzes durch die Gerichtsbarkeit. Bis weit über 80, ja bis 90 v. H. aller Verurteilungen aus bestimmten Strafnormen zeigen b i e Modifizierung des Regelfalles durch den Ausnahmefall der Anerkennung mildernder Umstände. Wenn man in Neunzehnte! aller Fälle dem Rechtsbrecher mildernd anrechnet, daß er gewissen, in ihm selbst ober in seiner Umgebung liegenben Umständen nachgegeben hat, so senkt man damit in unverantwortlicher Weise das Maß an innerer Kraft, das der gesunde deutsche Mann und die gesunde deutsche Frau und damit das deutsche Volk sich selbst zutrauen. Die gefühlsduselige Rücksichtnahme darauf, den Rechtsbrecher ja nicht scharf anzufassen, bedeutet eine Versündigung an der Pflicht der Strafrechtspflege, das Volk aufs ganze gesund und rein zu halten. Weiter aber liegt das Versagen der Strafrechtspflege an dem Obsiegen derjenigen Bestrebungen in den letzten 3ahren, die da meinten, im Strafvollzug sei die Hauptsache die sogenannte verständnisvolle, man möchte sagen liebevolle Erziehungsarbeit an dem Rechtsbrecher selbst. Don Zugendlichen abgesehen, eine meist vergebliche Liebesmühe! Richt durch Kinovorstellungen, gutes Essen, viel Lektüre, wenig Arbeit wird in der Regel der Fälle der Rechtsbrecher „gebessert", sondern dadurch, daß er sich einer strengen Behänd- I u n g gegenübersieht, daß er am eigenen Leib fühlt, daß der Rechtsbrecher in Deutschland z u einem niedrigeren Standard gezwungen wird, als ihn Millionen deutscher Erwerbsloser haben. Danach muß also der Strafvollzug eingerichtet werden, denn das wird praktisch die einzige Aussicht sein, den Rechtsbrecher selbst und andere, die mit dem Gedanken eines asozialen Lebens spielen, vor Beginn oder Wiederholung strafbarer Handlungen zurückschrecken lassen. 5ü0Mgsaschisten fahren nach Deutschland Von unserem römischen L-Korrespondenten. Rom, im 3uli. Fünf Eenturien (Hundertschaften) aus dem Dreimillionenheer der faschistischen 3ugend, dem Ba- lilla-Verbanb, sammeln sich am 21. Juli in Bozen und marschieren feldmäßig ausgerüstet ins erwachte Deutschland. Mussolini will gar kein Hehl daraus machen, daß es die nationale Revolution in Deutschland ist, die ihn bestimmt, die „Ambasciata della giovinezza“, feinen besten Botschafter, dorthin zu schicken: die 3 u g e n d. Ein erster Trupp auserwählter Avan- guardisti, das sind die Vierzehn- bis Achtzehnjährigen, der Vortrupp, wie wir am besten übersetzen, soll den Geist der Erneuerung, der dank einer glücklicheren politischen Lage zuerst von Rom ausgeyen konnte, nun auch in der zweiten großen Ration erleben. Man spürt förmlich plastisch, wie eine große 3dee um sich greift. Bisher waren die „crociere“, die Kreuz- und Querfahrten der Dalilla auf das Mittelmeer beschränkt und wenn die 3ungens so auch Tripolis und Lissabon, Konstantinopel und Barcelona ken- nenlernten, so bewegten sie sich im Grunde doch auf blutsmäßig bekanntem Gebiet, sie sahen nur die „Völkertränke" der Alten. Mit dem Hebet- schreiten der Al^en betreten sie Reuland, einen anderen Kulturboden, fremdes Sprachgebiet. Es liegt auf der Hand, was eine solche Studienfahrt für eine empfängliche 3ugenb — und damit für uns Deutsche bedeuten kann. Spukt doch in den meisten Köpfen des Südens noch als 3n6egriff des Rordens ein Deutschland, das erfüllt ist von finsteren Wäldern, ein Land, „wo es immer regnet". Hamburg scheinen sie sich überhaupt nicht anders als ncbelverhüllt vorstellen zu können. Grüße sie also gleich Münchens blauweißer Himmel, wir wollen es hoffen. Dort treffen die Schwarzhemben am 22. Juli ein unb ba erst für ben 26. Leipzig vorgesehen ist, könnte es nicht schaben. wenn sich Nürnberg mit einem Tag ba« zwischenschieben würbe. Am 28. Juli ist ber Vortrupp in Berlin unb bleibt bort bis zum 31. Für die ersten Augusttage finb Hamburg unb Frankf u r t a. M. vorgesehen, am 4. rüstet man zur Heimfahrt. Die Fünfhunbert reifen in voller Uniform: Schwarzhemd, Mantel und Alpinihut. Sie beziehen Feldlager, wo es angängig scheint. Führer finb bewährte Milizoffiziere. Außerdem machen fünfzig Offiziere ohne Kommando die Reise mit, die für sie eine Prämie ist für besonders gute Leistungen. Und auch die „Kriegsberichterstatter" fehlen nicht: einige Schriftleiter der größten italienischen Zeitungen. Führer der Dalilla-Organisation ist Unter- staatssekretär Renato Ricci, ein Feuerkopf, dem die Auffassung, der Faschismus habe nun glücklich sein Haus gebaut, er könne nichts mehr zulernen und es sei daher das Beste, sich mit einer chinesischen Mauer zu umgeben, nicht be" hagt. 3m Gegenteil: raus ran die Lust, hinein ins brandende Völlerleben, hinüber über din Grenzen! Er sieht mit Mussolini in jedem jungen Faschisten einen Träger der Ration, er glaubt an die höhere Mission einer zuchtvollen, durch und durch militärisch organisierten 3ugend. Wenn das deutsche Volk die römische Jugend mit erhobenem Arm grüßen wird, ist es nicht wie ein Symbol der viele Jahrhunderte zurückliegenden germanisch-römischen Verschmelzung, die im heiligen römischen Reiche deutscher Nation bis in die Napoleonzeit hinein ihren äußeren Ausdruck fand? Kleine politische Nachrichten. Freitag, den 14. 3uli, 22.25 Ahr bis 22.45 Ahr senden alle deutschen Sender einen kurzen Vortrag des Staatssekretärs im Reichsfinanzministerium Reinhardt zum Gesetz über Steuererleichterungen, das am Freitag im Kabinett beraten wird. * Die nationalsozialistische Reichstagsfraktion hat den Abgeordneten der Bayerischen Volkspartei, Graf von Quadt zu 3sny, der auch Mitglied der Bayerischen Staatsregierung war, als Hospitant ausgenommen. 3m Preußischen ertrunken ist, säumt die ganze Küste bis nach Livorno hinaus, die auf der cochulkarte in so lustigem 'Slau leuchtete, weil dort die Maremmeir liegen, uie fauligen Sümpfe. Dieser blau geträumte, schwarz drohende Streifen wird nun grün werden: Ackerland. Q^om ift wegen seines vermeintlich schlechten Klimas öfters von seinen Bewohnern aufgegeben worden, wie wir schaudernd gelernt haben, bis man um die 3ahrhundertwende entdeckte, daß nicht die schlechte Luft das Fieber erzeugte, wie selbstverständlich Goethe noch genau so toie der junge Mussolini glaubte, sondern die Stechmücke, die Anopheles. Den Landleuten, die es noch immer nicht besser wissen, lehrt es auf vorbildliche Weise die Ausstellung der Bonifica integrale, der Gesamturbarmachung. Die Brutstätten der Mücken, die stehenden Wasser, die Kanäle zu geringen Gefälles, die Sümpfe im 3nnem tote die Wannen des Brackwassers an der Küste müssen also weg, der Fiebergürtel um Rom, die nach allen Seiten dreißig Kilometer tiefe Steppe Dte gewaltige, in ihrer Trostlosigkeit ergreifende Campagna, dieses Massengrab der antiken Kultur muh umgepflügt werden, daß die Scholle fruchtbar werde wie die unabsehbaren Gemüsefelder und Kornfelder in der Ebene von Leipzig. ^toer' angesichts der ungeheueren Sachlichkeit der Hrbarmachung, angesichts der Trockenlegung der pontinischen Sümpfe kein Epos zu schreiben hier ist von der Poesie zur Prosa, vom Wirtlchaftllchen zum Romantischen wahrlich nur ein Schritt, wie zwischen Wahnsinn und Genie. Rachdem sich 3ahrtausende vergeblich an dem Problem versuchten, angefangen von jenem blinden Zensor Appius Claudius, der die nach ihm benannte, heute geteerte Straße, die Königin der Straßen, die Via Appia hindurchzog und mitten im Kriege den Gedanken der Entsumpfung aufwarf und durchführen wollte, über Cäsar und Augustus, Trajan und Theoderich hinweg zu den Päpsten, von denen besonders Pius VI. mit bewundernswerten Kanälen eingriff, nachdem Milanen verschlammten und Legionen dahinsiechten Städte ersoffen und Kulturen, Menschenleiber ber- Urnb besten Geister, die mehr das Ti- tanische lockte als der münzbare Gewinn, ohnmächtig erschlafften, den Kampf als aussichtslos ausgabeir nachdem ein Mussolini das Heber- menschliche vermochte, könnte man's verstehen wenn sie ihn vergöttern würden wie einst die Imperatoren - nut die eiskalte Technik ist es nur eine ausmerksamere Rechnung, die uns davor bewahrt. Denn erst heute wissen wir. daß die früheren Versuche fehlschlagen mußten, weil man den Gefällunterschied zwischen den Dolkskerbergen (deren Abholzung das Hebel gebar) und dem Meere erstens nicht richtig berechnen und zweitens die gestauten Wassermassen nicht ins Meer leiten konnte, weil sie tiefer lagen als dessen Spiegel. Erst die Pumpen vollbringen das Wunder, die Kanalisierung allein kann es nicht schaffen. Hnd dann kommt noch etwas sehr Menschliches dazu, was Mussolini die Arbeit erleichterte: er braucht niemand zu fragen. Am Parlamentarismus, an der Parteienfehde wäre auch die moderne Technik gescheitert. So aber befiehlt ein einziger Mann, einmal das Ziel erkannt: ans Werk! Hnd schon ist es im Gang. Hnd wird vollendet werden. Gemäß dem Programm, wie es der Duce verkündete, als er llirz- lich die erste Stadt der den Sümpfen abgerungenen Kolonie einweihte, die Stadt Littoria. Am 28. Oktober 1933 müssen weitere 981 Bauernsiedlungen errichtet sein, am 21. April 1934 wird die zweite Stadt, Sabaudia, eröffnet, am 28. Oktober 1935 die dritte, Pontinia. 6000 Arbeiter, 5000 Häuser und 50 000 Siedler -- so ist das Problem der 3ahrtausende zu lösen! Der 28. Oktober und der 21. April als die Erinnerungstage an den Marsch auf Rom und den Geburtstag der ewigen Stadt sind die Kalendertermine der neuen Zeitrechnung. Die im Rorden im sicheren Schuh der Alpen leben, können sich wohl kaum eine Vorstellung davon machen, um wie viel schwieriger jeder Fortschritt im „schönen Süden" sein muß, wo nur vereinzelte Provinzen malariafrei sind. Hm die ganze Gröhe der Hrbarmachung zu erfassen, muh man in die quittengelben Gesichter der Totgeweihten gesehen haben, wie man nur dann richtig verstehen kann, was die Getreideschlacht eigentlich bedeutet, wenn man die Kriegsnot hinter dem Aushungerungsgürtel der Mittelmächte erlebt hat. Die Pioniere des gigantischen Feldzuges sind die Frontkämpfer, die das Schwert in Die Pflugschar umgestalteten. Land, das Cäsar seinen Veteranen gab — wer denkt nicht an das alte Rom? Die Combattenti freuen sich über ihre Siedlungen vielleicht mehr als über ihre Kriegsabzeichen und ihre spärlichen Renten. Aber auch die großen Arbeitermassen im allgemeinen erkennen, wie sie von ihren roten Bonzen angeführt wurden. Heute ist es in 3talien bereits so weit, daß man dem Faschismus wegen seiner unermüdlichen Arbeiier- fürsorge und wegen seines harten Druckes auf die Arbeitgeber vorwirft, er sei im Grunde nichts anderes als ein Halb- oder Dreiviertelbolschewismus» Auch diesen Verweis steckt Mussolini ein Landtag wurden die drei christlichsozialen Abgeordneten Rippel, Scheele und V e i d t als Hospitanten in die nationalsozialistische Preu- ßenfraktion eingegliedert. Die noch bestehenden kolonialen Jugend- Organisationen werben aufgelöst unb inbie Hitler-Jugend überführt. In Orten, wo koloniale Jugendgruppen mit mehr als 30 Mitgliedern bestehen, werden diese Gruppen als geschlossene Kolonialscharen in die Hitler- Jugend übernommen. * Amerikas neuer Botschafter in Deutschland, Prof. W. E. Dodd, ist am Donnerstagnachmittag mit dem Dampfer „Washington" in Hamburg ein« getroffen. * Nach einer Haoasmeldung wird der D ier erst a k t wahrscheinlich am 15. Juli unterzeich- n e t werden. Kunst und Wissenschaft. Oswald Spengler lehnt den Lehrstuhl von Karl Lamprecht ab. Dem Kulturphilosophen Oswald Spengler, Verfasser der sehr bekannt gewordenen Bücher „Untergang des Abendlandes" und „Preußentum und Sozialismus", ist, wie der „Berliner Lokalanzeiger" meldet, vom sächsischen Ministerium für Volksbildung im Einverständnis mit ber Universität Leipzig der Vorschlag gemacht worben, ben Lehrstuhl für Geschichte als Nachfolger KarlLamprechts zu übernehmen. Spengler hat aber gebeten, von einer Berufung abzusehen, weil eine akademische Tätigkeit ihn von den Arbeiten ber nächsten Jahre zu sehr abziehen würbe. Gleichzeitig ist Spengler von ber wissenschaftlichen Akabemie in Buenos Aires zum korrefponbierenben Mitglieb ernannt worben. Piccard verzichtet auf weitere Stratosphärenflüge. Auf ber Durchreise nach Brüssel hat Professor Piccard in Paris bem „Ciuotibien" erklärt, er habe in Amerika sehr interessante Beobachtungen gemacht. Er plane keinen neuen Aufstieg mehr, sondern er werde seinen Ballon seinem Mitarbeiter zur Verfügung stellen, der seine Arbeit fort» setzen solle. Aus aller Wett. Nach neunjähriger Wanderung zurückgekehrt. „Associated Preß" verbreitet eim?n ausführlichen Bericht, der in Guyaquil (Ecuador) erscheinenden Zeitung „El Telegrapho", aus dem hervorgeht, daß der deutsche Chemiker Herrn a n n H u t h in diesen Tagen von eine» neunjährigen Wanderung in den Wildnissen des Amazonas zurückgekehrt ist. Hermann Huth war 1924 als Mitglied der Pharmazeutischen Expedition von Dr. Otto Schulze nach den undurchforschten Gebieten des Amazonenstromes aufgebrochan. Rachdem die Wanderer den Distrikt von Pastaza erreicht hatten, wurden sie von 3ndiancrn gefangen genommen ♦ Dr. Schulze wurde getötet, Huth dagegen nach langer Gefangenschaft von Angehörigen eines anderen 3nöiancr» stammes ger eitet. Balbo-Geschwader in Reu-Braunschweig gelandet. Das Flugzeuggeschwaber B a l b o s , baei am Donnerstag um 14.28 Uhr von Eartwright (Qabrabor) gestartet war, ist in Shebiac (Neu-Braunschweig) auf das Wasser niebergegangen. Balbos Maschine Ian« bete zuerst. * Reichskanzler Abolf Hitler hat an ben italienischen Luftfahrtminister Balbo das folgende Telegramm gerichtet: Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Überwältigenden Leistung. In Bewunderung Abolf Hitler. Reichsminister Dr. G o e b b e l s hat an den italienischen Luftfahrtminister B a l b o bas nachstehende Telegramm gerichtet: Nehme mit großer innerer Freude teil an Ihrem Sieg unb spreche Ihnen, wie bem faschistischen Italien, zu biefem großartigen Erfolg meine herzlichsten Glückwünsche aus. und — arbeitet weiter. Er hat längerlebige Zeugen für sich: die pontinischen Kornfelder, die Musterfarmen in den Maremmen, die im Aufbruch befindliche römische Campagna. Mlm-Lustspiel. Im neuen Programm des Lichtspielhauses läuft feit gestern Der Projectograph-Film „S o ein Mäbel vergißtman n i ch t". Er nennt sich im Untertitel „Musikalische Komöbie", unb es ist den Autoren in der Tat gelungen, wenigstens in Teilmotiven und szenischen Ansätzen, so etwas wie eine Komödie für Film zu schreiben, das heißt: etwas, was bis heute noch nicht allzu häufig gedreht worden ist. Der größere Teil ber Szenenfolge wirkt allerdings luftspielmäßig und manchmal auch ope- rettenhaft; immerhin hat es der Regisseur Fritz Kortner, ben man bisher nur als Schauspieler kannte, oerstanben, bas unerschöpfliche Motiv Theater mit sicherem Blick für feine filmischen Möglichkeiten zu behanbeln; er bleibt nie stecken, hat hübsche Einfälle unb Humor, unb er bewegt sich mit Geschmack auf ber schmalen Grenze von Illusion unb Wirklichkeit, auf ber bas Stück sich aufbaut. Ralph Erwin hat bas Textbuch (iebensroürbig instrumentiert. Willy Forst unb Oscar S i m a spie- len mit wienerischem Temperament, vortrefflich aufeinanber abgestimmt, bie Hauptrolle zusammen mit ber nieblichen Dolly Haas, einer kürzlich in Berlin entbedten, sehr jungen Lustspielbegabung. Dom übrigen Ensemble finb an erster Stelle Ida W ü st, Max Gülstorff, Hörbiger, Lingen unb Falken st e i n zu nennen. — Alles in allem: man wird zwei Stunben lang auf eine an» regenbe unb heitere Weise unterhalten. — Zeitschriften. — „M utter unb K i n d", Zeitschrift für Ernährung, Pflege unb Erziehung bes Kindes. Verlag Elwin Staude, Osterwieck/Harz. Vierteljährlich G Hefte) 1,65 RM. einschließlich Porto. — Das J.uliheft bringt u. a. folgende ^Beiträge: „Die Hygiene der Augen des Kindes" von Augenarzt Dr. Bab, „Geistige Unreife" von Magda Trott, „Baby sitzt" von Anni Weber, „Geldgeschenke für Kinder" von Tekla Eschwege, „Stillnöte" von Liselotte 98a- chinger, „Babys Sommerernährung" von Heti Schiller, „Gefahren um das Kind" von Toni Laux- mann-Kinzelmann, „Umgang mit Tieren — auch eine Erziehungsfrage" von Ilse o. Lagerström, „Kleine Erlebnisse im Kinderheim" von Mathilde Haenlein, „Vom Festefeiern", „Kleine Nachtmusik" usw. Fast alle Artikel sind reich bebildert. — Hessen Kegietungöta 1933, )U seinem^ statthatter in Hessen , polizei mit der D>e Präsiden!" ernannt n her Staatsregierung Polizei des M‘ld tragen. Der zum Lande! bisherige Staatskoi in Hessen, Dr. A Juli 1903 als Sof Aus Oer neue heW Zu der (Ernennuni Hard Eckert in ®ü beim überlandesgenc nalamt des hessischen Dr. Gerhard Ecke in Mainz geboren. Na der Rechte bestand bareramen und nac? < dienstes im Herbst 19 1903 bis 1904 leifteP v bem er wegen Bie-iftu 1911 bis 1913 war er ßafultäi der Landein, im gleichen Jahre 'ioa Gietzrn. v Generalstactsanw^ ragender Wijt, ver^„ rn ment mit seinem VH Willen und soziales» r sozialistischer GesinniN hing den verantwort!! wnwalis bekleidet. $e' w ortungsbewußt war tischen Verhältnissen kritischen Republik. E ck e r t von dem ihm sozialistischer Pstichter als die verflossenen s ten, ihn wegen seine- Ihren zu rechnen. Vi Federkrieg mit dem d Es juristischen Le Frage der Abschaffun eigenen Verstandessch dem Theoriker bereit Staat die Todesstrafe staalsanwalt wird als Staat in feinem nei leisten. Mische 21,19 Verfonalamt bi nums gibt bekannt: Au J* M Wiederhersi tnmsDomj. April 1933 n ^MMrungioerorb' Mo, M HM i Hier in Hessen aus «n i>er Schen in F": 3ule ber ien[[phU e^ an bei MM ’m , "V« t »Stig b “l" auf ^rentaf., -cheel lonniu,. unb *S*M5ft* uhr t c, unö in h: isl'S ÄZZ ^enschM Angler J? „6. USQjQfh ff „ Ebenen 6r, SäSsk SÄ? ää len Arbeit»! snc Nt; röe- ®leid)3eitiniitn5d,,kn onii-erenöen lm si™l«|p6ärin|lü„ ’ che Chemiker Heren Tagen von einer Änderung in ben "razonas zurückge- uth war 1924 als Mi. chen Expedition von Dr. rn undurchsorschten @e. mes aufgebiodjun. Aach- Siftult von Pastaza er» von Indianern ge» §r. Schulze wurde ge» nach langer Gefangen« eines anderen Indianer« -Braunschweig getankt. Balbos.dosam Don- n Cartwright (ßabrabor) c (9leu=!8raun$meig) auf in. Mbvs Maschine lan« itler hat an den italieni- ! a l b o das folgenbe leie» hen Glückwunsch zu Ihrer j. In Lewunderunz Aböls / Lstspiet- ebbelshat an den itolie- Balbo das nachstehende Rehme mit großer innerer ieg und spreche Hnen, wie , zu bielem großartigen Er- Glückwunsche aus._____ Er bat längerlebige Zeu- itiniBen Kml-s«' « Mremmen, die un <üu he Campagna. chnsten. iiir Er- Ms»? sKL'Lr hes Lichtspielhäuser ljectograph:5llm ' „i cfjf Er nennt |ia) M-M M-s ind manchmal auch P *• "'M* «LM »ss-,fc 'Äh- st und Os ° ^rtretsl-ch lemperamem. ^^en *;.S-äS pÄr. rss, 6°r?nl9l Alles m in zu L auf eine an- stunden tan» _ ■ije unterhalte"^ sich um eine die einschlägigen gesetzlichen Bestim« mungen nicht berührende Hausschlachtung gehandelt habe. Das Gericht war anderer Ansicht, denn die Feststellungen ergaben, daß der angeklagte Landwirt auch eine eigene Gastwirtschaft betrieb, wenn diese auch auf den Namen seines Schwiegervaters, der aber zu seiner Familie gehörte, eingetragen war. Letzteres konnte an der Eigenschaft des Angeklagten als Wirt nichts ändern. Die Haushalte von Schank-, Gast- und Speisewirten sind eben nicht als eigene Haushalte im Sinne des Gesetzes anzusehen, so daß von einer Hausschlachtung nicht die Rede sein konnte. Denkt an die „(Stiftung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an ReichskredilgefeUfchast Berlin W 8, Behrensstrahe 21/22, sowie auf deren Reichs- banfgirofonto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: ..Stiftung für Opfer de«- Arbeit" Buntes Allerlei. Oie Zagd auf den »fliegenden Holländer.'* Auf dem Atlantischen Ozean kreuzt feit etwa fünf Jahren ein Segelschiff, an dessen Bord sich kein Mensch mehr befindet. Als herrenloses Gut treibt es auf dem Wasser kreuz und quer, ein Spiel des Windes. Ein Kranz von abergläubischen See- geschichten gibt das merkwürdige Wrack. So behaupten die Seeleute, der frühere Kapitän des Schiffes soll Gott gelästert haben. Auf seiner letzten Fahrt sei er wegen widriger Winde lange ausgehalten worden, und er habe einen gräflichen Fluch ausgestohen. Daraufhin sei das Schiss verdammt worden, in alle Ewigkeit um das Kap der Guten Hoffnung zu segeln. Dos Schiff ist die amerikanische Biermastbark .Maurice «. Thurlow." Der Segler erlitt am 15. Oktober 1927 mit einer Ladung Holz in der Röhe von Kap Hatteras bei Diamond Shoals Schissbruch und wurde auf Strand geworfen. Es gelang, die gesamte Mannschaft des Seglers zu retten. Da da- Schiss aus Strand lag, ließen die Seeleute ihre Habe an Bord zurück und wollten sie später bergen. Als sie aber am anderen Morgen an den Strand kamen, war das Schiff spurlos verschwunden. Man nahm an, daß der Segler von der Flut erfaßt und dann gesunken sei. Als längere Zeit von dem Schiff nichts gehört wurde, auch keine Meldung kam, daß eS irgendwo gesichtet lei, wurde es aus dem Schiffsregister gestrichen. Aber schon kurz darauf meldete der Kapitän eines holländischen Tankdampsers, daß er die Diermasterbark gesichtet habe. Er habe den Hamen des Schiffes einwandfrei erkannt. Die Bark segelte mit etwa drei Seemeilen Geschwindigkeit gegen den Golfstrom. Bon dem amerikanischen Küstenschutz wurden sofort mehrere Fahrzeuge in der angegebenen Richtung ausgelandt, aber alle kehrten zurück, ohne das Schiff gesichtet zu haben. Seitdem ist die Biermastbark noch sechsmal Schiffen begegnet und erkannt worden. Jedesmal aber spielte das Schiff seinen Verfolgern einen Streich. Da der «Segler eine Gefahr für die Schiffahrt darstellt, denn die Möglichkeit, daß er einmal im Diebel mit einem anderen Schiff zusammenrennt, besteht immer, hat der amerikanische Küstenschutz jetzt eine besondere Derfolgungsakiion eingeleitet. Es wurde eine Flotte von sechs schnellen Torpedobootsjägern auSgesandt, die systematisch den Atlantik in den bezeichneten Gegenden absuchten, um es bei Sichtung durch Artilleriefeuer zu vernichten. Aber auch diese Verfolgung blieb ergebnislos, und so spuckt der .Fliegende Holländer" nach wie vor in den Köpfen her Seeleute herum. Dr. Zest, der hessische Landes-Polizeipräsident. W S7L D a r m st a d t, 13. Juli. Das Personal- aml des hessischen Staatsministeriums gibt bekannt: Da die zahlreichen Kommissariate nunmehr verschwinden sollen, ist der bisherige Staatskommissar für das polizeiwefen in Hessen Regierungsrat Dr. Werner Best am 10. 3uÜ 1933, zu seinem Geburtstage, vom Herrn Reichsstatthalter in Hessen zum Leiter der hessischen Staatspolizei mit der Dienstbezeichnung „Landes-Polizeipräsident" ernannt worden. Zugleich wurde ihm von der Staatsregierung die Leitung der Abteilung la Polizei des hessischen Staatsminifteriums übertragen. ♦ Der zum Landes-Polizeipräsidenten ernannte bisherige Staatskommissar für das Polizeiwesen in Hessen, Dr. Werner Best, erblickte am 10 Juli 1903 als Sohn des höheren Forstbeamten Konrad Best in Darmstadt das Yicht der Welt. Aach dem Schulbesuch in Liegnitz, Dortmund und Mainz studierte Dr. Best Rechtswissenschaf" ten in Frankfurt a. W., Freiburg und Gießen. Aach der Aeserendarzeit In Mainz promovierte er 1927 in Heidelberg und legte 1928 das juristische Staatsexamen in Darmstadt ab. Sn der völkischen Bewegung stand Dr. Best bereits seit 1919, in welchem Jahre er in Mainz, im besetzten Gebiet, den ersten nationalen Sugendbund gründete. 3m gleichen 3ahr hatte et seinen ersten Zusammenstoß mit der Desatzungsbehörde, indem er die ihm von einem- französischen Colonel zugedachte Prämie auf dem Gymnasium entschieden ablehnte. 1920 war er Mitgründer des Deutschvölkischen Schuh- und Truhbundes in Mainz. Seit 1921 forderte er im Deutschen Hochschul- ring ein völkisches Studentenrecht. Durch seine starke Aktivität im Abwehr- kam pf gegen den Separatismus im Rheinland ist Dr. B e st bekannt geworden. Er wurde zweimal in französische Gefängnisse geworfen. 3m Sahre 1924 wurde er zu drei 3ahren Gefängnis verurteilt: nach fünf Monaten Haft wurde er auf Grund des Londoner Abkommens amnestiert. Bereits im 3ahre 1925 trat Dr. Best in Fühlung mit der ASDAP., in der er seit 1930 das Amt eines Amtswalters versah. Er war Kreisleiter in Mainz und Bingen und gehört seit 1931 dem Hessischen Landtag an und ist SS -Führer. 3m hessischen 3ustizdienst batte er als Richter seit 1929 Verwendung gefunden. 3m Zusammenhang mit dem sogenannten Buxheimer Dokument wurde er am 1. Dezember 1931 aus dem 3ustizdienst entlassen und war bis 6. März 1933 mit Frau und Kind ohne Einkommen. Am gleichen Tage wurde er von dem damaligen Reichskommissar Dr. Müller zum Kommissar für das gesamte Polizeiwesen in Hessen ernannt. Unter der Staatsregierung Dr. Werner wurde er als Staatskommissar für das Polizeiwesen in Hessen zum Regierungsrat ernannt. Dr. Best hat sich durch seine unparteiische sachliche Arbeit über den Rahmen seiner Parteifreunde hinaus Achtung und Wertschätzung erworben. Aus -er provinzialhauptfta-i Amtsgericht (Sieben Wegen Bedrohung seiner leiblichen Eltern erhielt ein 21jähriger Arbeiter eine Gefängnisstrafe von 4 Wochen Der Strafbefehl, gegen den er Einspruch erhoben hatte, lautete nur auf 2 Wochen Gefängnis. Sein Verhalten zeugte aber von einer derart erschreckenden Pietätlosigkeit, daß das Gericht alle Veranlassung hatte, auf Grund der Hauptverhandlung, in der sein rohes Wesen ebenfalls zutage trat, die Strafe zu verdoppeln. Die Eltern hatten sich des Angeklagten während seiner Arbeitslosigkeit angenommen. Nichtsdestoweniger erging er sich ihnen gegenüber zu Hause in Beschimpfungen und scheute sogar seiner Mutter gegenüber nicht vor Tätlichkeiten zurück. Als eines eonntags sein Auftreten, das fast in allen Fällen auf Trunkenheit, er befand sich schon einige Zeit in einer Trinkerheilanstalt, zurückzuführen war, immer bedrohlichere Formen annahm, sah sich sein Vater veranlaßt, die Hilfe der Polizei anzurufen. Diese erschien und nahm den rabiaten Menschen in Gewahrsam. Der Vater sah sich geradezu genötigt, Strafantrag gegen feinen Sohn zu stellen, denn auf dem Wege zur Wache streß dieser gegen seine Eltern die Drohung aus, er werde ihnen die Hälse abschneiden, sobald er wieder herauskäme. Er meinte in der Verhandlung, seine Worte seien nicht ernst zu nehmen gewesen. Aber die Eltern haben sie ernst genommen und fürchteten tatsächlich, ihr Sohn werde einmal seine Drohung ausfuhren Wegen llebertretung derJj§ 1, 2, 27 des Gesetzes betr. die Schlachtvieh, und Fleischbeschau vom 3. Juli 1900 bzw. § 1 der Trichinenschauordnung erhielten ein Metzger und ein Landwirt in einem Nachbarort Geldstrafen von je 15 Mark, weil elfterer für lebte» ren ein Schwein geschlachtet hatte, das der erwähnten Schau nicht unterzogen worden war. Die beiden Angeklagten hielteu sich aber für straflos, weil rs Lehrer und Schüler. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „So ein Mädel vergißt man nicht". Schwerer Unfall im Gießener Bahnhof (Ein Postbeamter tödlich überfahren. Gestern gegen 21 Uhr ereignete sich auf dem Bahnhof in Gießen ein schwerer Unfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Der 46jährige Oben Postschaffner Heinrich Brunner aus Grüningen, der auf dem Bahnsteig II Postpakete von dem Eilzug 72 (von Kassel) übernommen und auf seinen Wagen geladen hatte, wollte, nachdem der Zug in Richtung Frankfurt wieder abgefahren war, mit seinem Wagen über die Bahnleise zum Bahnsteig I. Während der Zug ausfuhr, lief zu gleicher Zeit der Personenzug 781 von Frankfurt ein, ohne daß es der Oberpostschaffner bemerken konnte. Der Postbeamte wurde von dem einfahrenden Zug erfaßt und überfahren. Die Verletzungen des Verunglückten waren dabei so schwer, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der bedauernswerte Mann hinterläßt eine Frau und zwei Kinder ** Von der Landesuniversität. Wie das Personalamt des Hessischen Staatsministeriums mitteilt, wurden in den Ruhestand versetzt: am 4. Juli 1933 der ordl. Professor in der Medizinischen Fakultät der Landesniversität Geh. Medizinalrat Dr. Peter Poppert auf fein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober 1933 an; der ordentliche Professor in der Medizinischen Fakultät der Landesuniversität Geh. Medizinalrat Dr. Fritz V o i t auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober 1933. " Funds.achen suchen ihre Eigentümer. Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: Das Verzeichnis über die im Monat 3uni gefundenen bzw abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Landgraf- Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen. ** Die Tagung des Zentralverbandes auslanddeutscher Studenten, auf die wir gestern hinwiesen, und die in Stuttgart stattfinden sollte, ist, wie uns mitgeteilt wird, auf unbestimmte Zeit verschoben worden Oer neue hessische Generalstaatsanwalt Zu der Ernennung des Staatsanwalts Dr. Gerhard Eckert in Gießen zum Generalstaatsanwalt beim Oberlandesgericht Darmstadt, teilt das Personalamt des Hessischen Staatsministeriums u. a. mit: Dr. Gerhard Eckert ist am' 23. November 1880 in Mainz geboren. 'Nach Beendigung des Studiums der Rechte'bestand er im.Herbst 1902 das Referen- bareramen und nach Ableistung des Dorberertungs- dienstes im Herbst,1906 'Das Afsessorexamen. Don 1903 bis 1904 leistet? Dr Eckert Militärdienst, aus bem er wegen Diesisturlfall entlassen wurde. Von 1911 bis 1913 war er Assistent bei der juristischen Fakultät der ßanDeiunilocrfität Gießen und wurde im gleichen Jahre ptadieanmalt beim Landgericht Gießen. / Generalstaatsanwa^Dr. Eckert, ein hervorragender Jurist, oer'X/öet in jugendfrischem Temperament mit seinem Schmissen von jeher nationalen Willen und soziales ; Verständnis. In echt nationalsozialistischer Gesinnung hat Dr. Eckert 20 Jahre hing den verantwortungsvollen Posten des Staats- ainwalts bekleidet. Besonders mannhaft und verantwortungsbewußt war dieser Kampf unter den politischen Verhältnissen der parlamentarisch-demokra- kratischen Republik. Nicht um Handbreite ist Dr. L ck e r t von dem ihm vorgezeichneten Weg national; sozialistischer Pflichterfüllung abgegangen, auch nicht, als die verflossenen Machthaber den Versuch machten, ihn wegen seines katholischen Glaubens zu den Ihren zu rechnen. Vergessen ist ihm auch nicht sein Federkrieg mit dem demokratischen früheren Inhaber eines juristischen Lehrstuhls in Gießen über die Frage der Abschaffung der Todesstrafe. Mit der ihm eigenen Verstandesschärfe hat er als Staatsanwalt bem Theoriker bewiesen, daß und weshalb der Staat die Todesstrafe braucht. Der neue Generalstaatsanwalt wird als alter völkischer Kämpfer dem Staat in seinem neuen Amt wertvollste Dienste leisten. Hessische Personalien Das Personalamt des hessischen Staatsministeriums gibt bekannt: Auf Grund des §6 des Reichs- aeiehes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 (RGBl. I, S. 175) und der 3. Durchführungsverordnung zu diesem Gesetz vom 6 Mai 1933 (RGBl. I, S. 245) hat der Reichsstatthalter in Hessen auf Vorschlag der Hessischen Re- vierung in den bauernben R u h e st an d verseht: Die Oberstudienräte i. e. R. Prof. Dr. Heinrich Matthes, zuletzt an dem Pädagogischen Institut der Technischen Hochschule; Prof. Dr. Josts Roos, zuletzt am Pädagogischen Institut der Technischen Hochschule und Kaspar S ch m i t t zuletzt an der Oberrealschule zu Worms; die Studienrate t e R Wilhelm Bausch, zuletzt an der Oberrealschule in Mainz; Pros. Georg Borstel, zuletzt an der Oberrealschule zu Worms; Hans Herr berg zuletzt an der Oberrealschule zu Mainz; Dr. Heinrich 'Jung, zuletzt an der Aufbauschule Zu Alzey und Hermann Wämser, zuletzt an der Goetheschule (Real chule) zu Neu-Isenburg; die Studienrätinnen i. e. R Wilyelmine Welsch, zuletzt an der Aufbauschule für Mädchen in Darmstadt und Luise W i l l e n b ü ch e r , zuletzt an der Aufbauschule für Mädchen in Darmstadt: der Obereallehrerr Johann Huber zuletzt an der Oberealschule zu Worms, der Reallehrer i e. R. Karl Kissel, zuletzt an dem Realgymnasium zu Gießen; der ^abU5m^f‘=5 ‘uf^e O'hriffinn Meuchel, zuletzt an der Aufbauschute für Mädchen zu Darmstadt, sämtlich mit Wirkung "^Jn ^der? Ruhestand versetzt wurden: am 8. Juli 1933 der Direktor an der Taubstummenanstalt zu Bensheim c d. B. Karl Schott auf sein Nach- siichen und unter besonderer Würdigung des .m na- lSennWrene bekundeten Opers.nns vom 1. September 1933 an; am 7. 3uh 1933 Der totu bienrat an dem iRea19F1 "9^IU®armf^abt ftricbrifh Glaser auf sein Nachsuchen unier an erfennung der dein Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober 1933 an, iHornotitcn. — Tagesfalenber für Fre Hag : Land- graf-Ludwig-Gymnafium: 15 Uhr 'm ^estsaal Enthüllung einer Ehrentafel für im ÜLeltkrieg gefallene Alle neune! - Gut Holz! 3um 18. Deutschen Bundeskegeln in Sronffurt. — Kegeln ist Sport. Ein germanisches Spiel eroberte die Welt. —28 Millionen Kegler gibt es. (Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Das war der Drechsler Simon Gnu, Der beste Kegler im ganzen Land. Er schob, und kniff das Auge zu, „Alle Neune" mit rechter und linker Hand. Auch schob er alle Neune nach rückwärts durch die Beine! Und auch nach vorn durch jedes Bein, schob rechts und links er alle Neun. Gur Holz! (Aus einem alten Wiener Moritat) Auf 46 Bahnen . . . In Zehnerriegen sind die Repräsentativmannschaften angetreten. Vierzehn kämpfen „auf Asphalt", zehn „auf Bohle", „auf Schere" acht; neun Fünfermannschaften stehen an der „I.-Bahn". In den weitläufigen Tribünen drängt sich erwartungsvoll das Publikum, staunt herauf zu der Ehrenloge, von der aus die Festgäste auf die 46 parallel nebeneinander liegenden Bahnen blicken, auf denen alsbald der Wettkampf beginnen soll ... Aus Newyork ist Joe Thum gekommen, Präsident des Internationalen Keglerbundes, ihn begleitet Charles C. Koch. Herr Paul Schluck, der Führer des Deutschen Keglerbundes, begrüßt soeben die Vertreter Rumäniens und der Schweiz. Die ganze Welt hat ihre Vertreter nach Frankfurt entsandt, — in allen Ländern warten die Kegler gespannt auf das Ergebnis und die Lehren dieses großen Treffens. Jetzt rollen die ersten 46 Kugeln über die Bahn... Das 18. Deutsche Bundeskegeln beginnt! »Holz aus Bohle, Schere, Asphalt,3«" „Frau Paulmann will diesmal ihren eigenen Rekord überbieten!", sagt mir ein „Kegelbruder" aus Hannover — voll Stolz auf die Landsmännin. „Wieso Frau?", frage ich, „Kegeln ist doch nur etwas für Männer?" Ein empörter Blick trifft mich: „Frau Paulmann ist weibliche Bundesmeisterin auf Schere mit 691 Holz! Das sollten Sie erst mal nachmachen! Unsere Bundesmeisterin auf Asphalt ist Frau Elli B u ch w a l d mit 563 Holz bei 100 Kugeln, und auf Bohle hat Frau Fraas aus Bremerhaven 734 Holz geholt!" „Holz, Bohle, Schere, Asphalt, — was hat das eigentlich alles zu bedeuten?" „Holz — das sind die Treffer! Bohle, Schere, Asphalt und I.-Bahn sind die vier Arten von Kegelbahnen, die der Deutsche Kegler-Bund zugelassen hat. Ihre Eigenart erklärt ja schon der Name. Bei den großen Wettkämpfen muß jeder Teilnehmer 200 Kugeln in einem Gang abwerfen. Da so eine Kugel etwa 6 Pfund wiegt — ein ordentliches Stück Arbeit! Das Ziel, das erreicht werden muß, ist eine möglichst hohe Punktzahl!" Schon die alten Germanen . . . Gekegelt wird heute auf der ganzen Welt! Die Erfinder dieses Spieles aber waren die alten Germanen. Man nimmt an, daß in den Urwäldern Germaniens unsere Vorfahren etwa Schenkelknochen in den Sand steckten und mit Steinen danach warfen. Das erste Kegelspiel war also kein „Kegelschieben", sondern ein „Kegelwerfen" — eine Art des Kegelns, die auch heute noch in manchen Bezirken viele Freunde hat. Im Jahre 1157 hält das Kegeln seinen Einzug in Die Urkunden. In einer Chronik der Stadt Rothenburg finden wir das Gelöbnis eines Herrn Walter Kreilsheimer, das dieser vor seinem Onkel ablegt: Zehn Jahre lang will er nicht mehr kegeln, sondern statt dessen ein rechtes Handwerk lernen. Wenn der Neffe Walter dies Versprechen nicht hält und abermals zum Kegeln geht, — so hat sein Oheim Das Recht, ihn aus der Stadt zu verbannen und sein Vermögen zu beschlagnahmen. Man sieht also: Kegeln war damals eine recht leidenschaftliche Angelegenheit. Man spielte nämlich nicht nur, man wettete auch dabei, man trank, — ganze Vermögen wurden verspielt, so daß um das 14. Jahrhundert herum sich zahlreiche Gemeinden entschlossen, Das Kegeln zu verbieten. Friedrich Wilhelm I. hat später sogar für ganz Preußen dieses Spiel auf das strengste untersagt. Oie traurige Geschichte vom Drechsler Gnu. Allerdings ging es wohl damals manchmal reichlich hoch her beim Kegeln. Hiervon weiß das Lied vom Drechsler Simon Gnu zu berichten. Er war Kegler-König! Aber--- ,Zndes er so beim Kegeln sprang, von einem auf das andre Bein, Daheim mit Not und Hunger rang, sein Weib mit seinen Kinderlein. Sie hungerten und froren, wie Bettler vor den Toren." So ging das viele Jahre. Da — „In einer lauen Sommernacht, da trieb er's ganz besonders toll. \ Hat alle um ihr Geld gebracht und trank sich dann sternhagel voll. Nun tegelt er alleine, für sich im Mondenfcheine. — Da fühlt er eine leise Hand — ein Fremdling ihm zur Seite stand... „Gut Holz!", so spricht Der fremde Mann. „Ich bin, wie du, dem Siegeln hold. Nun seh'n wir, wer's geschickter kann, es geht um diesen Deutel Gold. Hie Gold — und hie — die Seele! — Schau jeder, was er Wähler' Und Simon Gnu schlägt ein: Er kegelte mit dem Satan! — „Er kegelt durch die Beine, hinpurzeln alle Neune!" — „Der Fremdling zieht die Stirne kraus, ihn ärgert dieser Dinge Lauf. Indes geht Simon Gnu hinaus und schreit: „3d) stell die Kegel auf!" Was glaubt ihr, was er machte? — Er stellt statt Neun nur Achte! Und denkt: wo steh'n der Kegel acht, hat keiner alle Neun gemacht... Doch der Böse läßt sich nicht überliftem, Und so kommt die Moritat zum schrecklichen Ende: „Was nimmt der Fremdling nun zur Hand? — Den Drechsler faßt es kalt beim Schopf, Es ist ein Ding, so fahl wie Sand, und grinsend wie ein Totenkopf! Es saust und flattert, rattert und knattert, streckt hin alle Acht Und prallt mit Macht Dem Gnu an die Stirn — mitten ins Hirn! Der Fremde lacht: „Es standen acht, doch hab' ich alle Neun gemacht!" — Mausetot liegt Simon Gnu. Gott schenk' ihm die ewige Ruh! Gut Holz!" Die Kegelkugel rollt um die Welt! Wohl fingen wir noch das Lied zum Gedenken an unseren unglückseligen Kegelbruder Simon Gnu, — aber so traurige Geschichten passieren heute nicht mehr! Es wird auch weder um Geld gespielt, noch wird gewettet — und auch der Alkohol hat bei unseren Kämpfen nichts mehr zu suchen: Denn Kegeln ist für uns ein Sport rote jeDer andere! In jeder Stadt und in jedem Dorf rollt heute die Kugel! Wohin auch deutsche Männer drangen — über alle Meere, in alle Winde, in alle Länder trugen sie dies deutsche Spiel. Ganz besonders wird es in Amerika gepflegt. Nach unserer Schätzung gibt es insgesamt etwa 28 Millionen Sieg-ler und Keglerinnen auf der Welt! — Und mit der Kegelkugel rollt das Geld: In Deutschland allein sind in Kegelbahnen 50 Millionen Mark angelegt, 80 Millionen Mark werden jährlich auf diesen ausgegeben! Die Zahl Der Kegeljungen, die hier Beschäftigung und Verdienst finden, übersteigt 60 000! Aus Kegelspiel ward Kegelsport! Jeder von uns Keglern hat am eigenen Leibe gespürt, welch gesunde Angelegenheit das Kegeln ist: Kegelspiel ist Sport geworden! Jenen oft allzu scharfen Konkurrenzkampf, bei dem der Ehrgeiz nur zu leicht in Neid und Zank ausartet — Den kennen wir nicht! Wir wollen uns gesund erhalten, kräftigen und freuen! Das lächerliche Vorurteil, Kegeln sei nur Sache von sogenannten „Bierbäuchen" — gilt heute nicht mehr! Kegeln ist als gesunde Sportart allgemein anerkannt. Wir hoffen auch, daß bei den kommen« Den olympischen Spielen in Berlin Das Kegelfpiel zur richtigen Geltung kommen wird!" In Diesem Sinne: Gut Holz I P- E. . SJt.-tfpOTt Die Gaueinteilung -es Deutschen Sports. Die erste Sitzung des Rcichsführer-Ninges Auf der ersten Tagung des Reichsführer-Ringes des deutschen Sports wurde nachfolgende Gau- einteilung festgelegt: Das Gebiet des deutschen Sports ist in 16 Gaue eingcteilt. Diefe Einteilung hat sich als notwendig erwiesen, weil die Ausspielung und Austragung von Meisterschaften bei dieser Zahl ohne Schwierigkeiten durchzuführen ist. Grundsätzlich sind bei der Aufteilung die politischen Grenzen berück- sichtigt worden. Ausnahmen, die sich aus vcrkehrstechnischen, politischen und spieltechnischen Gründen als notwendig gezeigt haben, sind bei den betreffenden Gauen verinerkt. Die Gaue sind weiter aufgeteilt in Bezirke, die Bezirke wieder in Kreise. Die Abgrenzungen der Kreise sind von den betreffenden Gau- bzw. Bezirksvertretern festzulegen. Gau I (Ostpreußen): Bezirk 1 Königsberg, Bezirk II Gumbinnen, Bezirk III Alienstein, Bezirk IV Danzig mit Marienwerder und Elbing. Gau II (Pommern): Bezirk I Stettin mit Stralsund, Bezirk II Köslin mit Grenzmark. Gau III (Brandenburg): Bezirk 1 Potsdam mit Berlin, Bezirk II Frankfurt (Oder) einschließlich Lausitz. Gau IV (Schlesien): Bezirk I Oppeln, Bezirk II Breslau, Bezirk 111 Liegnitz und Görlitz. Gau V (Freistaat -Sachsen): Bezirk I Leipzig, Bezirk II Plauen mit Zwickau, Bezirk III Chemnitz, Bezirk IV Dresden mit Bautzen. G a u VI (Mitte): Bezirk I Magdeburg mit Freistaat Anhalt, Bezirk II Halle-Merseburg, Bezirk III Erfurt mit Thüringen. Gau VII (Nordmark): Bezirk I Schleswig- Holstein, Bezirk II Hamburg mit Altona und Harburg, Bezirk III Mecklenburg mit Lübeck. Gau VIII (Niedersachsen): Bezirk I Bremen mit Oldenburg und Osnabrück, Bezirk II Hannover, Bezirk III Braunschweig mit Göttingen. Gau Ix (W estfalen): Bezirk I Münster, Bezirk II Minden mit Bielefeld, Bezirk III Industriegebiet, Bezirk IV Arnsberg. Die Grenzziehung für den Bezirk III muh von dem Führer des Gaues IX im Einvernehmen mit den Bezirksführern I, II und IV bestimmt werden. Eine diesbezügliche Regelung ist bereits veranlaßt worden.) Gau X (Niederrhein): Bezirk I Düsseldorf und Krefeld, Bezirk II Aachen, Bezirk III Rheinisches Industriegebiet. ® a u XI (M i t t e l r h e i n): Bezirk l Koblenz, Bezirk II Trier, Bezirk III Köln und Siegerland. Gau XII (N o r d h e s s e n): Bezirk I Kassel mit Fulda, Bezirk II Gießen. Gau XIII (Südhessen, Pfalz, Saar) Bezirk I Saargebiet, Bezirk II Rheinpfalz, Be- -irk III Hessen mit Frankfurt a. M., Wiesbaden. Gau XIV (Baden): Bezirk I Mannheim, Ludwigshafen, Ecke Tauber-Bischofsheim, Bezirk II Karlsruhe, Bezirk III Freihurg und Konstanz. Gau XV (W ürttemberg): Bezirk I Stuttgart und Heilbronn, Bezirk II Ulm und südliches Württemberg, einschließlich Siegmaringen. Gau XVI (Bayern): Bezirk I Würzburg mit Bayreuth und Koburg, Bezirk II Nürnberg-Fürth und Regensburg, Bezirk III Augsburg mit Süd- westbahern, Bezirk IV München mit Südostbayern. Radrun-fahrten -ie große Mode... Erinnerungen an Deutschland-Rundfahrten. Die „Tour de France“ war bis vor kurzer Zeit ein Ereignis im internationalen Radsport, das einzig dastand. Erst in den letzten Jahren hatte man auch in den Nachbarländern erkannt, daß eine solche Etappenfahrt nicht nur sportlich belebende Wirkungen im Straßenrennsport hat, sondern auch wirtschaftlich ausgebaut werden kann. Bald schossen die Rundfahrten in allen Ländern wie Pilze aus der Erde, in Belgien, Italien, Spanien, Ungarn, Luxemburg und auch in Deutschland war man plötzlich dahintergekommen, daß sich mit dieser rein sportlichen Veranstaltung auch eine große und gute Reklame verbinden ließ, und zwar nicht nur für einzelne Firmen, sondern für das Fahrrad als Verkehrsmittel und Sportgerät überhaupt. Aber zugleich wurde in sportlicher Hinsicht geworben: die Jugend war, ebenso wie das Alter, überall wo die Fahrer in ihren bunten Trikots durch die Lande zogen, begeistert und mancher Junge entdeckte bei dieser Gelegenheit sein Rennfahrerherz. In Deutschland wurde leider in den beiden letzten Jahren auf die Rundfahrt verzichtet, da sich niemand fand, der diese Rennen finanzieren wollte. Augenblicklich ist die Tour de France wieder im Gange und hält ganz Frankreich in ihrem Bann; deutsche Straßenfahrer kämpfen wieder in den alten Farben schwarzweißrot um die Ehre des deutschen Radsports. Das Rennfahrer-Völkchen, das mit seinen Begleitern in Stärke von etwa 100 Mann durch die Gaue zieht, lebt dann einige Wochen wie eine große Familie zusammen und trägt Freud und Leid gemeinsam. Heitere und ernste Erlebnisse wechseln blitzartig miteinander ab. Trotz der Strapazen, in Wind und Wetter, bei Staub und drückender Hitze, sind gerade die Rennfahrer stets zu Späßen aufgelegt. Auf der 1. Deutschland-Rundfahrt waren der Kölner Jean Schorn, der wegen seines robusten Aussehens und seiner Unverwüstlichkeit den Spitznamen „Klotz" noch heute trägt, der Berliner G o t t w a l d und endlich der immer fröhliche Wiener Max Bulla die größten Spaßvögel. Schorn, der nur selten eine Etappe beendete und zumeist das letzte Stück per Bahn oder im Auto zurücklegte, schlug damals einem Landjäger ein vielbelachtes Schnippchen. An einer geschlossenen Bahnschranke wurde dem Felde Halt geboten, aber dennoch konnten es einige Fahrer nicht erwarten und versuchten, sich durch Lieberklettern einen Vorsprung vor ihren Konkurrenten zu sichern. Sie hatten indes nicht geahnt, daß sich auf der anderen Seite ein biederer Landiager postiert hatte, der nun eifrig die Startnummern der Llebeltäter in sein dickes Buch notierte. Schorn wühle jedoch hier schnell Abhilfe zu schaf. sen und entwaffnete den Hüter des Gesetzes einfach damit, daß er ihm im Vorbeifahren den Bleistift enlrih. Die wilden Begleitfahrer, die sich bei solchen Gelegenheiten leider immer mehr oder minder hervortun, wurden häufig aufs Korn genommen und mancher von ihnen wird noch oft daran zurückdenken, wie er „geleimt" wurde. Wie oft wurde einem solchen angehenden „Rennfahrer" ein Fabrikvertrag mit klingendem Lohn in Aussicht gestellt, wenn er erst mal seine Fähigkeiten bewiesen hätte. Der Aermste mußte dann immer wieder spurten, bis er schließlich erschöpft die Truppe ziehen lassen mußte und mit dem Bemerken, daß er noch sehr viel lernen müsse, verabschiedet wurde. Die „Grüne Rochusflasche" war auf jeder Etappe Gegenstand des Humors. Die Fahrer be -uftragten gern die neben ihnen einherradelnden begeisterten Radsportler, ihnen doch von einem bestimmten Begleitwagen die „Grüne Rochusflasche" zu besorgen, und dieser Wunsch wurde ihnen stets gern erfüllt. Ueberall bekam aber der dienstbare Geist die Antwort, daß die Flasche schon wieder wo anders sei und so wurden die diensteifrigen Radfahrer immer wieder von der vorweg fahrenden Truppe zur Wagenkolonne und zurück gejagt, bis sie endlich gemerkt hatten, welche Bewandtnis es mit dem „grünen Rochus" hatte. Der stets gut aufgelegte Wiener Max Bulla heftete jeden Abend an seine Maschine einen Zet- tel. ihm doch einen Motor einzubauen. Er war nicht wenig erstaunt, als er sein Rad an einem Morgen mit einer riesigen Motor-Attrappe beschwert fand und nun an das „Ausbauen" gehen konnte. Gerade Bulla, der später seinen Ruhm mit einem Siege in der Einzelfahrerklasse der Tour de France begründete und in diesem Jahre weil er nirfjt rechtzeitig die Kontrolle erreichte, zum Ausscheiden aus der Deutschland-Rundfahrt gezwungen war, hat die Leiden eines Straßenfahrers zur * Genüge kennen gelernt. Er nahm sie aber immer mit Humor auf. Der Schweinfurter Ludwig Geyer, in diesem Jahre neben Buse der beste Deutsche in der Frankreich-Rundfahrt, nahm sich dagegen sein Pech sehr zu Herzen. Nach dem fünften Reifenschaden mußte er infolge Reifenmangels aufgeben und habet hätte er so gern das Ziel m seiner Heimatstadt als Sieger passiert. Unaufhörlich weinle er über die Schande, auf- gegeben zu haben und verkroch sich schließlich unter einer Zeltbahn, als man in die Nähe des Ziels kam. An der zweiten Deutschland - Rundfahrt nahm auch eine französische Ländermannschyst teil, und, sv komisch es klingen mag, die Träger der schwarzen Trikots entwickelten auf jeder Etappe einen riesigen Bierdurst. Da schließlich nicht in jedem Dorfgasthaus eingekehrt werden kann, waren die Franzosen auf eine sehr einfache Idee gekommen. Sobald die in den Vorgärten sitzenden Gäste an den Straßenrand geeilt waren, um die Fahrer vorbeiziehen zu sehen, sprangen sie von den Rädern und tranken unterdes alle nur erreichbaren Gläser auf den Tischen leer. Die Straßenfahrer haben es nicht leicht und leider werden ihre Leistungen bei uns in Deutschland nicht immer richtig gewürdigt, um so mehr muß man sich darüber wundern, mit welcher Liebe sie an ihrem Sport hängen, der nicht nur Kampfgeist, sondern auch Energie und Aufopferung im höchsten Maße erfordert, wie kaum ein anderer. Die deutschen Berufs-Straßenfahrer müssen sich heute im Auslande ihr Brot verdienen, weil sie in Deutschland keine Betätigungsmöglichkeit haben. Rian kann es ihnen nicht hoch genug anred)neiL daß sie — allein auf sich angewiesen — auch bet stärkster Konkurrenz Erfolge aufzuweisen haben. Mit ihnen muß man hoffen, daß auch auf deutschen Landstraßen bald wieder Rennen gefahren werden, wie sie vor der schweren Wirtschaftskrise gang und gäbe waren. Kurze Gporinoiizeu. G e s ch l o s s e n d e m N S K K. ist die Reichskraftfahrstaffel des Stahlhelms beigetreten. * M i t einer Beteiligung von 52 Vereinen mit 175 Booten und 970 Ruderern wird die 49. Internationale Mainzer Ruder-Regatta die in diesem Jahre zahlenmäßig am stärksten besetzte Regatta sein. Durch die Beteiligung fast aller erstklassigen Mannschaften Deutschlands und hervorragenden Klubs aus dem Ausland, werden die Rennen auch qualitativ auf hoher Stufe stehen. Wirtschaft. Oie frankfurter Großmarkthalle und der Obst- und Gemüseanbau des Rhein-Main-Gebietes. Von der Hessischen Bauernkammer wird mitgeteilt: Die Obst- und Gemüsezüchter des rhein-maini-- schen Wirtschaftsgebietes, welche die Stadt Frankfurt mit ihren Erzeugnissen versorgen, haben die Errichtung der neuen Großmarkthalle in der Art, wie sie entstanden ist, nicht begrüßt. Die Befürchtungen in bezug auf Benachteiligung des heimischen Anbaues wurden weit übertroffen, als die Stadt Frankfurt zur Deckung der Kosten der gesamten Baulichkeiten — die bedeutend über die Bedürfnisse hinausgingen — Maßnahmen ergriff, die Frankfurt zu einem Haupteinfallstor für Auslandsware machten. Eine besondere Import- Halle, Kühllagereinrichtungen und der Reexpedi- tionsverkehr für Frankfurt waren Anreiz zu erhöhter Zufuhr aus dem Auslande, obwohl die Versorgnngsbilanz für Frankfurt zeigt, daß der heimische Anbau den Bedarf an Gemüse wesentlich übersteigt. Seit Jahren kämpft der Anbau um eine den Interessen des heimischen Anbaues gerecht werdende Regelung der Markt- und Anbauoerhältnisse im rhein-mainischen Gebiete. Die trostlose Lage des heimischen Obst- und Gemüsebaues und die trotzdem weiterhin enorme Zufuhr von Auslandserzeugnissen, zwingt zu Maßnahmen, die den Berufsstand vor dem Ruin retten. Man ist sich in einsichtigen Kreisen darüber klar, daß eine grundsätzliche Umstellung der Verhältnisse in der Großmarkthalle, wie auch eine planvolle Gestaltung des Obst- und Gemüsebaues im Rhein-Main-Gebiet schnellstens in Angriff genommen werden muß. Auf Anregung des hessischen Staats- kommisfars für Landwirtschaft wurde ein kleiner Ausschuß gebildet, dem die Aufgabe gestellt wurde, Vorschläge für die Behebung der Notlage zu machen und die erforderlichen Maßnahmen zu veranlassen. Neben anderen Maßnahmen sieht der Ausschuß in der Kennzeichnung deutscherErzeug- nisse eine der dringendsten Aufgaben. Die erforderlichen Schritte zur Durchführung der Kennzeichnung sind eingeleitet. Es wird nun am kaufenden Publikum liegen, der heimischen Wirtschaft zu helfen, indem es diese als solche gekennzeichneten deutschen Erzeugnisse allein oder in erster Linie kauft. ' Deutsche L u f t s ch i f f g e s e l I s ch a f t, Friedrichshafen. In dem von Dr. E ck e - n e r auf der ordentlichen Generalversammlung der GeseUschaft vorgetragenen Bericht heißt es wie folgt: Die Verhandlungen, die Dr. E ck e - n e r in Brasilien und Spanien im Herbst vorigen Iahres und im Frühjahr dieses Iahres führte, scheinen die Hoffnung zu rechtfertigen, daß in absehbarer Zeit Luftschiffhallen uüd Luftschiff- landeplähe mit Ankermasten und Gasversorgung in den genannten Ländern entstehen werden, wodurch dann die Bedingungen für einen regelmäßigen Luftschiffverkehr zwischen Deutschland und Südamerika endlich erfüllt wären. Cs bestünde dann auch die Hoffnung, an diese erste Linie allmählich weitere anschließen zu können. — Das Vermögen der Delag weist eine nennensroerre Veränderung per Dezember 1932 nicht auf. Erst neuerdings wären die Effekteniurse ein wenig gestiegen. Die auf der GV. genehmigte Bilanz per 31. Dezember 1932 schließt mit 160 555 Mk. ab: die Gewinn- und Verlustrechnung mit 208 504 Mark. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Wahlen zum Aufsichtsrat fanden nicht statt. Sronffurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 13. Iuli. Die Abendbörfs blieb zwar mangels neuer Anregungen und Orders weitgehend geschäftslos, die befestigte Stimmung des Mittagsschlußverkehrs konnte sich aber behaupten. Kursmähig traten gegen den Berliner Schluß Veränderungen kaum ein, lediglich Rhein. Braunkohlen zogen 2,25 Proz. und Siemens 1,25 Prozent an. 21m Rentenmarkt waren spülte Reichsschuldbuchforderungen und deutsche Anleihen leicht nachgebend, die Stimmung blieb aber auch relativ freundlich. Für Goldpfandbriefe blieb die Rach-i frage erhalten, wenn auch die nachbörslichem Taxen des Mittagsverkehrs kaum überschritten wurden. Ll. a. notierten: Neubesitzanleihe 10,25, Altbesihanleihe 75,88, Schuhgebietsanleihe von 1914 6,95, 6proz. Franks. Hyp. Bank Gold Reihe 8 bis 10 80,50, 6proz. Rhein. Hyp. Bank Gold Reihe 18 bis 25 83,50, Dresdner Bank 45,25, Gelsenkirchen 58, Mannesmann 60,50, Rheinstahl 90,50, Rhein. Braunkohlen 213,25, AEG. 21.50,, Chade 183,50, Scheideanstalt 170, IG.-Farben 130,88, Lahmeyer 120,25, Siemens 153,50, Hapaq 16,13, Nordd. Lloyd 17,13. Gewinnavszug 4. Klasse 41. Preußisch-Süddeutsche (267. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten.' Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden _____________Abteilungen I ui^ II 1. Ziehungstag \ 12. Juli 1933 3n der heutigen Vormittags.tzielNing wurden Gewinne über 400 M? ge.ogen 2 ©etolmte ju 6000 M. 2(i 8311 2 Gewinns ju 3000 M. 35 3 82.6 4 Gewinn« ,u 2000 M. 74.381029 24 Gewinne ,u 1000 W. 13}/4 20722 42584 70453 70698 71871 111348 1 FS3O6 247381 306511 342738 379144 32 Gewinne ;u 800 M. 40235 73842 101941 122060 132567 144967 180320 190728 193567 196666 201558 211399 248403 270331 300082 345764 50 Gewinne nu 600 M. 10890 67587 58847 79192 93846 101263 106330 107193 113525 144862 167499 168932 170500 194748 195074 217256 251074 253424 278439 287989 293063 320751 332512 362679 395728 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne/ über 400 M. gezogen 2 Gewinns,u 100000 M. 56788 2 ® nne ju 10000 M. 50903 4 Gewinn« ju 5000 M. 102135 206229 8 Gewinne zu 3000 M. 18903 70878 249465 10 Gewinne zu 2000 M. 30117 73944 140397 242677 32 Gewinne ju 1000 M. 38438 71983 171780 174504 246312 251353 256861 265947 339084 351329 360864 377164 186426 115761 108596 261432 382936 36 Gewinne zu 600 M. 16434 32989 46603 95312 96763 100414 122502 132980 171864 177931 'Ä S 24,579 298957 309101 329302 42 Gewinn« zu 600 M. 4313 28452 32320 61807 92100 98480 103172 117343 132141 132896 145028 150692 166836 168569 183997 203083 269635 270701 358070 376270 377061 Verantwortlich für Lokales, Provinz, Wirtschaft und Sport: I. V.: H. L. N e u n e r. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben öle Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. $)., Lombardzinsfuß 5 o. 5). Frankfurt a. Dl. Berlin Schlußkurs Gchlußk. Abend- börfe Schluß« kurS Schlußk. Dliltag. börfe Votum 12-7 13-7 12.7 13.7. 6% Deutsche Reichsanleihe v. iwu 83 83 82.9 82,9 5% efjem.7% Dl. Reichsanl. v. 1929 91,5 92.5 91,75 92,75 V/i% Doung-Anleihe von 1930 . 80 80 80,25 80 Deutsche Anl.-Ablös.^chuld mli Auslos.-Rechten ............ 75,75 75,9 75,9 76 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 10,2 10,25 10,3 10,2 6% ei)em.8% Heli. Bolksslaat 1929 (rüffzahfb. 102%)............ — 76,5 Oberhelsen Provinz-Anleihe mi Auslos.-Rechten ............ 65,5 65,5 _ 6% Hess. Landesbank Darmstadt GoldR. 12.......... 79 79 79 79 6%% Hess. Landes Hypotheken, bank Darmstadt Liaui...... 85 84,5 Deutsche Komm. Sammelab l.An leihe Seriel mit Auslos.-Rechten 65,65 66,9 66,25 66,65 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bani Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 80 80,25 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bani Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 80 80,25 _ 6%% ehem. 4’/z% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Vfandbriese ..... 86 85,5 _ 6yz% ehem. 4'/2% Rheinische HyP.-Bank.Liqu..Goldpse. ... 85 85,75 _ 6% ehem. 8% Pr. Landespfand brlesanstalt, Pfandbriefe R. 19 80,75 80,75 80,5 81,25 6% eyem. 7% Pr. Landespfand briekonslalt. Pfandbriefe R. io 80,5 80,5 8u,1 80,5 verrechnuaaSkurs ... 86 86 86 86 4% Oesterretchtsche Goldrente... 4,20% Oesterreichische Stlberrente _ 14,13 14,2 1,2 1,2 1,1 1,15 1% Ungarische Golbrcnte ....... 5 5,5 5,2 5,45 1% Ungarische Staatsrente v. 1910 5,2 5,1 5,3 5,25 4-4% desgl. von 1913.......... B% abgelt. Goldmerikaner von 99 — —— — 5,1 9,75 9,5 9,75 9,5 1% Türkische Zollanleihe von 1911 5,7 5,5 5,65 5,5 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l.................... — — 5,45 5,4 FranksuN a.Dl. Berlin Echluß- kurS Schlußk. Abend« börfe Schlußkurs Schlußk. Dliltag- bÖN- Datum 12.7 13.7 12 7. 13-7. 4% desgl. Serie 11............ 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^r%Rumän.vereinh.Rcnlkv.l913 <% Rumänische vereinh. Rente . 8%% Anawlier .............. Harnburg-Amerika-Paket ...... Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Hansa Dampfschiff...........o Norddeutscher Lloyd .........o A.K. für Verkehrswesen Akt. .. o Berliner Handelsgesellschaft.... 4 Commerz- und Privat Bank... o Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................(, Dresdner Bank..............o Reichsbank ................. , A.E.G.................... , Elektr. LieserungSgescllschast Licht und Kraft ............. Felten & Kutllemime ........o Gesellschasl für Elektrische Unter- nehmungen......... 4 Rheinische Elektrizität .......6 Schliffen « Co........ o Siemens & Halske......... - Lahmeyer L Co...........‘‘‘io Buderus ............ Deutsche Erdöl .............. Gelsenkirchener..............o Harpener...................o Hoejch Eilen—Köln-Neuessen.. 0 Alse Bergbau ............... 7 3He Bergbau Genüsse........7 Klöffnerwerke ...............0 ManneSmunn-Röhre«........0 5,6 4,45 25,75 15 15,9 42,5 91,25 50,25 54 45,25 145 22,25 85,5 103 46,5 81 96,25 101,25 153 121,25 73 114 56,65 98,5 160 113 50 60,25 5,4 4,7 4,4 26,4 16,13 17,13 42,5 91,5 50,25 54 45,25 146 21,5 84,5 103 47,75 81,5 98 101,5 153,5 120,25 72,5 114 58 98 111,5 52 60,5 5,55 4,75 8,4 4,3 25,75 .4,9 17,75 15,9 42,5 50,25 54 45,25 144,75 22,4 85,5 102,75 46,5 81 96 101,5 153 121,65 73,5 113,9 56,75 98,65 59,75 160 114 50,25 60,25 5,5 4,5 8,5 4,25 26,25 16,13 22 17,13 42,13 91,5 50,25 54 45,25 145,75 21,5 84 102,5 48,25 81,25 97 101,5 152,25 120,75 72 114 58,13 98,4 61 159,5 112,25 52 60,5 Franlfun a. Dl. Berlin Gchluß- kurS Schluß!. Abend- börfe Schluß- kurS Schlußk. Dlinag- börfe Datum 12 7. 13.7 127- 13.7. Mansieider Bergbau...... ... 0 — — 21 20.5 Kokswerke ............... ... 0 — — 76,9 76,75 Phönix Bergbau.......... ... 0 33,5 33,5 32,75 33,5 Rheinische Braunkohlen ... ...10 211,5 213,25 212 211 Rheinftabl .............. ... 0 91,5 90,5 91,75 90,5 Bereinigte Stahlwerke..... ... 0 33,5 33,5 33,5 33,75 Otavi Minen ............ ... 0 16 15,5 15,25 15,25 Kaiiwerke Aschersleben..... ... 6 123 122,5 123 123 Kaliwerke Westeregeln..... ... 6 126,5 126 125 125,5 Kaliwerke Salzdetfurth .... 163 162,25 163,5 162,25 J G. Farben-Industrie .... 131 130,9 131,5 131 Scheideanflalt............ ...10 172 170 Goldschmidt ............. ... 0 43,25 43,75 43,4 44 RütgerSwerke............ ... 0 57,75 58 57,65 58 Metollgelellschaft.......... ... f 57 57 57 57 Philtvv Hohmann........ Zementwerk Heidelberg ... Cementwerk Karlstadt...... ... 0 53,5 52,5 52 52,5 ... 4 ... 0 82 - - Schultheis Patzenhoser..... Mu (Allgemeine Kunstseide) ... 0 _ _ 118,5 118,25 ... 0 36,5 38 36,75 38,75 Bemberg .. ............. ... 0 50 48,751 49,5 48,75 Zellstost Waldhos ......... ... 0 41 40 40,5 40 Zellstoff Aschaffenburg .... ... 0 20 18,75 19,25 19 Dessauer Gas............ ... 7 — — 107 106 27,75 28.5 27,75 28,13 Deutsche Linoleum ....... ... 0 39,75 41,65 39,25 41,25 Orenslein & Koppel ....... ... 0 35 36,13 Leonhard Ttetz........... ... 6 17 17,5 183,5 17,13 16,5 Chade................... ...12 173 173 184 Grtyner................. Matnkraftwerke Höchst a.M. ::il 22 63,25 63,25 22,5 23 J5 Süddeutscher Zucker ...... .. 8| 152 152 1 152 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 12.Juli 13-3U1I Amtliche (Selb Dotierung Driel Amtliche Geld Notierung Eric Heising,ors. 6,174 6.186 6,184 6,196 Wien...... 46,95 47,05 46,95 47,05 Prag...... Budapest ... Sofia..... Holland .... Oslo....... 12,54 3,047 169,53 70.03 62,24 12,56 3,053 169,87 70,17 62,36 12,54 3,047 169,*3 70,18 62,44 12,56 3,053 169,77 70,32 62,56 Kopenhagen. Sloffholm.. 71,93 72,07 72,18 72,32 London ..... 13,93 13,97 13,97 14.01 Buenos Aires 0,928 0,932 0,928 0,932 Neuyork .... 2,987 2,993 2,927 2,933 Brüssel----- 58,54 58,66 58,54 58,66 Italien..... 22,28 22,32 22,23 22,27 Paris..... 16,42 16,46 16.42 16,46 Schwei; ... 81,32 81,48 91,32 81,48 Spanien.... 35,11 35,19 35,08 35,16 Danzig.... 81,72 81,88 81,67 81,83 Japan..... 0,869 0,871 0,874 0,876 Rio de Jan. 0,234 0,236 0,234 0,236 Jugoslawien Lilsabon... 5,195 12,67 5,205 12,69 5,195 12,71 5,205 12,73 Banknoten. gerlln, 13-Juli Geld »rief Amerikanische Roten.............. 2,88 2,90 Belgische Roten.................. 58,38 58,62 Dänische Roten ................ 62,18 62,42 Englische Roten ................. 13,93 13,99 Französische Roten............... 16,38 16,44 Holländische Roten............... 169,01 169,69 Italienische Roten................ 22,11 22,19 Norwegische Noten .............. 70,01 70,29 Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten.............. _ Schwedische Noten............... 72,01 72,29 Schweizer Noten................. 81,14 81,46 Spanische Noten................. 34,95 35.09 Ungarische Note» ................ fff 162 "'•»al*««1 rs-sS H,iug$Pr< S'bS S tE.rer ®eW° 6,1,61 Vizekanzler, Dr-rd°«. L senil tausendjähriger Srinnerungar gemeinschas Kriege trüben ko diesem Augenblick v oft en nichts anben Hier eine neue lun g cingeseht hc Seibel des 2o hat und unser Golk Neugestaltung der k neuem volkli wecken wird. Man Dationalsozialismur Angelegenheit ist i osten deshalb 5eine Dazu darf 'ch iQLp! Vatikan sich Deiche unter fw Hitler ein AkT dann liegt in M Deiches durch TB Wacht der Kirn« der säkular !■ Windung delM AusrottungM gung, die Hers« lichen zundM Deiches durch ql ms. Jn den innerpii Ueberliefetfesi sen verschmölze nmg \\\ er, beide andernetV lion verlangt, mn gibt nichts Ungesä lion in ihrem Mbl man soll das Leb betrachten und nid artiger beweis vismus des Reichspräsid und der Volks gemeinsam die (3 Dort ein Edelmann der Vergangenheit, < in bies neue Zeitalt, -ölotf, hier der junge friege, der die heim sammenreißt, um m gebrochene deutsche B südöstlichen Grenzma schen Volkern die Hon g/e“ Revolution t fin. Aufstand der Mas W zwar auch eine j0. J wnte Lolksmassen !??Estumsgedanll m?iÄ^ware I^Uzurü. uni??0'Unö 6re dcr Volk ÄS' IMung bati nic bebar Kanzlers/ uj das j- Atthaltir L 5 in lution in h UsbrH(f , MH.LNig. q uV.V.Ä “«n hi, A« ‘,rn,n 1 "Mit, b,l*n ?" Mts.,fa| finnt, Sh’at™ki n°ch h U n 0V ? Mw große gJ ,Me ^f^ea Äl|d)e ' n • |Orn,(h? Uni 9leruno