Nr M Keübaussabe 183. Jahrgang Mittwoch. 14. Juni 1933 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i. V.TH.Kümmel sämtlich in Biegen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drutf und Verlag: vrühl'fche Univerfitäts-Vuch- und Stcinöruderei R. Lange in Giehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrafte 7. Lrschetnt täglich, nutzer Sonntags und FeieNags Beilagen: Die Illustrierte Giegener Familienblättei Heimat im Bild Die Scholl» Monats-Bezugspreis: Mi« 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsvrechanschliisse nnter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Liehen Postscheckkonto: Sranffurl am Main 11686. beginn der Generaldebatte London, 13. Juni. (WTB.) Die Sitzung Der Weltwirtschaftskonferenz begann heute mit einer Vermahnung des Präsidenten, Premierminister M a c donald, an einige säumige Delegierte, die sich frivolerweise zum Sitzungsbeginn verspätet hatten Er bat sie, sich in Zukunft größerer Punkt- lichkeit zu befleißigen. Dann machte er M>t- teilung von den Beschlüssen, die das Bureau der Konferenz gestern gefaßt hat. Auch in ihnen tritt der Wunsck) zutage, die Verhandlungen sich nicht ins Uferlose verlaufen zu lassen Oer französische Ministerpräsident Oaladier wies dann als erster besonders aus die Not der Landwirtschaft hin, auf die verfehlte Kreditpolitik nach dem Kriege und die InsIa - tion und machte dann folgende Borschläge Zuerst müsse dem Währungskrieg ein Ende gesetzt werden. Die Wiederaufrichtuna der Freiheit der Goldbewegung sei unvermeidli^. Es sei unmöglich, den Warenumlauf wieder zu beleben und dauerhafte Handelsabkommen abzuschließen, wenn der Wertmesser von den Launen und dem Zufall abhange. 2. Es müßten kontrollierte Vertrüge zwischen den Produzenten abgeschlossen werden, um ihre Bemühungen rationell zu gestalten bzw genau den Bedürfnissen des Verbrauchs anzupassen. Solche Abkommen seien bereits zwischen verschiedenen nationalen Industrien für wichtiae Produkte, Erze, chemitalische Erzeugnisse und andere abgeschlossen. Diese Methode müsse verallgemeinert und auf die hauptsächlichsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse ausgedehnt werden. 3. Gleichzeitig müsse eine große Bemühung zur Organisierung der Arbeit erfolgen, und zwar in erster Linie durch die 40 - Stunden - Woche und 4. die Durchführung großer öffentlicher Arbeiten, wobei Daladier auf das von der Internationalen Arbeitskonferenz herausgegevene Programm hinwies. Oer italienische Finanzminister Jung leitete feine Rede damit ein, daß die Aussprache mit dem Geist der Wirklichkeit erfüllt sein müßte, der die Handlungen der faschistischen Regierung beseele. Er unterstützte dann die Auffassung Macdonalds, daß die Kriegsschuldensrage gelöst werden müsse und wandte sich gegen die Gefahren der unstabilen Währungen. Arbeits- losigkeit ließe sich kaum allein durch linanzielle Maß. nahmen beheben, wobei er seine Zweifel an dem Wert einer Kreditinflation aussprach. Notstandsmaßnahmen könnten nur zeitweilige Wirkung haben. Eine wirtschaftliche Isolierung bedeute Selbstver- ftümmelung Die individuellen Anstrengungen der Nationen seien fedoch keineswegs überflüssig, sondern in gleicher Weise notwendig, wie die internationale Zusammenarbeit. Es müßten Maßnahmen getroffen werden, um zur Anlage von Geldern wieder au ermutigen. Voraussetzung dazu fei u. a., die wirt- schaftliche Leistungsfähigkeit auf einen hohen Stand zu bringen. In Italien habe die korporative Organisation wirksamen Erfolg bei der An- gleichung der produktiven Tätigkeit unter gleichzeitig ger Sicherung der Vorteile von Ersparnissen des Volkes gezeitigt. Oer Führer der südafrikanischen Abordnung/ General Smuis, wies u. a. auf die verheerenden Folgen des Versailler Vertrages hin. Mit Srofitcr Befriedigung habe er von Macdonald ge- ört, daß das Lausanner Abkommen bestehen bleiben werde. Smuts schlug vor, daß ein wirtschaftlicher und ein finanzieller Sachverstän- digenausschuh gebildet werde, um die Einzelheiten der Wirtschafts- und Finanzprobleme der Konferenz zu behandeln und genaue Entschließungen zu fassen. Die Konserenz könne nur erfolgreich sein, wenn alle Länder eine gemeinsame Front bilden. Oer Führer der japanischen Abordnung Gras Zshii erklärte u. a.: Ein Fehlschlag der Weltwirt- schastskonfercnz würde eine Katastrophe bedeuten. Die wichtigsten Probleme mühten zuerst in Angriff genommen werden, nämlich Währungsstabilisierung, Revision der Kreditpolitik, Zoll- Herabsetzung und Herabsetzung oder Abschaffung der Handelsschranken sowie die Erhöhung der Großhandelspreise. Besonders wichtig sei die Wiederher st ellungdesGold st andards. Als eine vorläufige Maßnahme vor der Wiederherstellung des Goldstandards müßten geeignete Schritte für die Vermeidung von Währungs- schwankungen ergriffen werden. Angesichts seiner Handelsbeziehungen mit Silber benützenden Ländern werde Japan die Vorschläge für eine geeignete Lösung des Silberproblems gebührend in Erwägung ziehen. Japan hoffe ferner, daß die Konferenz ein endgültiges Abkommen zur Herabsetzung der Handelsschranken und Zölle erreiche. Japan nehme den Zoll- Waffenstillstand an. Schließlich setzte sich Ishii für eine unbeschränkte Anwendung der Meistbegünstigungsklausel ein. da die wirtschaftliche Entwicklung in großem Maße von einem freien Austausch der Waren auf einer Grundlage der Gleichheit abhänge. Dabei spielte Ishii auf die englischen Maßnahmen gegen die Einfuhr japanischer Baumwolle und anderer Waren nach Indien ' und anderen britischen Staaten an. Ohne wirtschaftlichen Frieden könne es keinen politischen Frieden geben. Zu Beginn der Rachmittagssihung verlas Sir AtulEhatterjeedieBotschaftdesIn- ternationalen Arbeitsbureaus in Gens, in der die Notwendigkeit einer unverzüglichen Lösung der Arbeitslosensrage zum Ausdruck gebracht wird. Die Botschaft enthält eine Entschließung, in der die folgenden Aufgaben als die dringendsten bezeichnet werden. Währungsstabilisierung. Verhinderung katastrophaler Preisschwankungen durch internationale Zusammenarbeit, Beseitigung der Handels- und Währungsbeschränkungen, Hebung der Kaufkraft des arbeitenden Voltes und Heranführung einer angemef- I*"*" -.vvvnvyuuuiiy, •VVllUVIlVUliy VX. V UlUU/UV' genden Kapitals, insbesondere für öffentliche Arbeiten. In allen Ländern, so wird im einzelnen ausgeführt sollen sofort großzügige öffentliche Arbeiten in Angriff genommen werden, die einen wirtschaftlichen Nutzen versprechen Zwischen den Gläubigerstaaten und den verarmten oder Schuldnerstaaten soll eine Z u- sammenarbeit zur Inangriffnahme großer Arbeiten in den Schuldner st aalen ftatt- sinden, damit die letzteren ihren ausländischen Sch u I de nv e r pf I i ch tu n g e n besser nachkommen können. Diese Maßnahmen müßten auf internationaler Grundlage erfolgen. Ohne Herstellung des politischen verstauens keine Lösung der Wirischastskrisis. Reichsaußenmimster Freiherr von Neurath erläutert die deutsche Austastung. Der Führer der deutschen Delegation, Außenminister Freiherr von Neurath erklärte fobann: Wir stehen alle unter dem Eindruck der bedeutungsvollen Worte, die Seine Majestät der König gestern an uns zu richten geruhte. Die deutsche Delegation entbietet Seiner Majestät ihren ehrerbietigen Dank dafür und die Versicherung, daß die deutsche Delegation im Geiste seiner Worte in die Konferenzarbeiten eintreten wird. Ich nehme in der Generaldebatte Abstand davon, die Gründe zu untersuchen, die zu der heutigen Zerrüttung der Weltwirtschaft geführt haben. Diese Gründe liegen ja nicht lediglich auf wirtschaftlichem Gebiet, und es wird dadurch nicht leichter, daß einer den anderen zu einer veränderten Auffassung zu bekehren versucht. Wir müssen die Aufgaben der Konferenz vielmehr darin erblicken, praktische Arbeit für die Zukunft zu leisten. Als Vertreter der deutschen Regierung sehe ich deshalb auch ganz davon ab, über öie besondere Notlage Deutschlands Ausführungen zu machen. Ich werde mich vielmehr nur auf einige allgemeine Bemerkungen über die deutsche Haltung zu den die Konferenz beschäftigenden Problemen beschränken. Wir erblicken in bet Zusammenkunft bei Regierungen aller Staaten ber (Erbe gerabe ben Borteil, bei vorbehaltloser Darlegung der eigenen Schwierigkeiten für sie Berstänbnis zu wecken So wirb man auf ber (Brunblagc ber roieber in Orbnung gebrachten nationalen Wirtschaften bie Bausteine für bie Verbindung m i I den übrigen Völkern ber Well schaffen. Wir müssen uns ebenfalls auf den Stanbpuntf stellen, bah nurbieriditige Einsicht in bie Lage bes um Wiebergejun- bung im eigenen hause ringenben beutschen Volkes bie zutreffenbe (Einstellung für bie Wahl der Mittel geben kann, bie erforberlich finb, um die Notlage bei uns zu meistern Es wird in unseren Beratungen noch genügend Raum gegeben fein, im einzelnen die Materie ausführlich zu behandeln. Für die Generaldebatte möchte in den allgemein anerkannten und auch in dem Bericht der Experten aufgenommenen volks- wirtschaftlichen Grundsatz erneut betonen, daß i n • ternationale Schulden letzten Endes nur durch Waren- und Dien ft lei ft ungen abgetragen werden können. Dieser Grundsatz wird für uns bei der heutigen Notlage der deutschen Wirtschaft den Ausgangspunkt bilden müssen. Es ist klar, daß zwischen den die Konferenz beschäftigenden finanziellen und wirtschaftlichen Problemen eine innere Verbundenheit besteht. Immerhin liegt mir daran schon jetzt mit aller Deutlichkeit auf folgendes zu verweisen: Nach unserer Auffassung werden die wirtschaftlichen und insbesondere die handelspolitischen Probleme erst bann einer Lösung zugeführt werden können, wenn man sich zuvor über die fundamentalen Grundsätze der Kredit- und Finanzfragen befriedigend beschäftigt hat. Die Welt hat bisher angenommen, daß bei allen diesen Problemen die Interessen der hier vertretenen Staaten nicht gleichliegen In der Tat scheinen, wenn wir jedes dieser Probleme für sich an- sehen, die Interessen gegensätzlich zu sein. Die Staaten mit landwirtschaftlichem Export haben scheinbar andere Interessen wie die Länder, die landwirtschaftlich sich genügen oder wenigstens einen großen Teil ihres Bedarfes im eigenen Lande produzieren. Die ©laubiger* länber haben scheinbar andere Interessen als die Schuldnerländer, die Länder mit Goldwährung andere als die Länder, die den G o l d - ftandard verlassen haben ober ihre Währung durch Devisenregelung schützen müssen. So könnte ich noch andere Interessengegensätze aneinanderreihen. Aber diese Konferenz in ihrem überwältigenden Willen zur Erkenntnis ber gemeinsamen Interessen ist ber schlagende Beweis bafür, baß es sich bei allen bie,en Gegensätzen nut um scheinbare Gegensätze hanbelt. Die 3nbuftrie kann nicht leben, wenn bie Landwirtschaft nicht lebt, unb umgekehrt ber Gläubiger kann nicht leben, wenn ber Sdjulbner nicht lebt. Die Gold- währung hat keinen Sinn, wenn bie Freizügigkeit bes Golbes nicht gewährleistet ist. Nachdem biese Konferenz ber lebenbige Ausbruck biefer Einsicht ist, werben wir auch ben Mut aufbringen müssen, bie sich hieraus ergebenden Lösungen durchzuführen. Freilich werden die Völker und Regierungen sich dazu nur durchringen, wenn das Vertrauen und ein friedliches und verständnisvolles Zusammenleben d e r 03 5 l f c r to i c ö c r f>cr- gestellt wird, wenn die großen politischen Aufgaben geregelt werden, die immer noch der Lösung harren. Der Herr Präsident hat gestern auf eine dieser politischen Ausgaben hingewiesen. Daß das andere große politische Problem, um dessen Lö2er Konferenzsaal im Geologischen Museum. — In der ersten Reihe der Mittelsitze die -Führer der deutschen Delegation, die Reichsminister FreiherroonNeurathundHugenberg. WU M-'M sung wir seit Jahren ringen, vor dieser Konferenz nicht mehr gelöst werden konnte, war eine herbe Enttäuschung Die deutsche Regierung kann von sich sagen, baß sie ihr Teil bazu bei getragen hat, bas vertrauen wieberherzustellen. Selten wohl ist eine Regierungserklärung in ber Welt mit gleicher Spannung erwartet worben wie bie kürzliche Erklärung bes Reichkanzlers Hitler vor bem Deutschen Reichstag. Selten wohl ist eine Regierungserklärung mehr geeignet gewesen als biese, Beruhigung zu schaffen unb der Wiederkehr des vertrauens die Wege zu ebnen. Der wert dieser Regierungserklärung kann nicht dadurch gemindert werden, daß gesagt wird: Das sind Worte, wir wollen die Handlungen abwarten. Die deutsche Regierung h a t gehandelt. Sie hat ihr volles Teil dazu beigetragen, um die große, von staatsmännischer Weisheit eingegebene Initiative des italienischen Regierungschefs zu verwirklichen und denpaktoonRomzu schaffen. Sie hat der Abrüstungskonferenz in Genf einen neuen Impuls gegeben, indem sie dem plan des Herrn Macdonald als Grundlage der zukünftigen Konvention angenommen hat. Sie hat das getan, obwohl die Erfüllung ber Versprechungen, auf bie Deutfdjlanb einen Anspruch hat, noch nicht sichtbar ist. vergessen wir nicht, baß ohne eine Lösung ber großen schwe- benben politischen Fragen bie Beratungen dieser Konferenz zu keinem befriedigenden (Ergebnis führen können. Gegen soforiige Einführung der 4V-G«nnden-Woche. Beschluß der Internationalen Arbeils- konfercnz. Genf, 13. Juni. (XU.) Die Internationale Arbeitskonferenz lehnte nach einer mehrtägigen bewegten Debatte mit 69 gegen 55 Stimmen einen Vorschlag ab, im Dringlichkeitsverfahren sofort die Ausarbeitung eines internationalen Abkommens über die Einführung der 40-Stunden- woche oorzunehmen. Die Konferenz beschloß dagegen mit 86 gegen 22 Stimmen, auf ber Konferenz lediglich durch uen Ausschuß für bie Arbeitszeitverkürzung einen Fragebogen auszuarbeiten, der den einzelnen Regierungen zur Stellungnahme zugehen soll und der die Grundlage für die Aus- arbeitung eines internationalen Abkommens über die Arbeitszeitverkürzung auf der nächstjährigen Konferenz bilden soll. Die deutschen Regierungs- Vertreter, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, stimmten gescklossen gegen das Dringlichkeits- verfahren und für die Verschiebung der Entscheidung auf die nächstjährige Konferenz. Die Ar- beitergruppen der anderen Länder stimmten auf der Konferenz für das Dringlichkeitsvcrfahrcn zur sofortigen Ausarbeitung des 40-Stundenabkommens, während die Arbeitgebergruppe und die Mehrzahl der Regierungsoertreter entsprechend dem deut- schen Standpunkt die jetzt angenommene Verschiebung der Frage auf die internationale Arbeitskonferenz von 1934 forderten. ©er Katholische Gesellentag in München. Vizekanzler V.Papen beim Reichskanzler. Berlin, 13. Juni. (TÄ.) Amtlich wird mitgeteilt: Der Vizekanzler v. Papen berichtete dem Reichskanzler über den Verlauf der Münchener Tagung der katholischen Gesellenvereine und die Vorgänge, die zu seiner vorzeitigen Schließung geführt haben. Herr v.Papen betonte, daß die ^3 r essemeldungen falsch seien, denen zu- olge er von der Leitung des katholischen Ge» ^Ilenvereins irregeleitet worden sein sollte. Der Reichskanzler nahm dankend davon Kenntnis, daß die Tagung der katholischen Gesellen e i n Bekenntnis der Treue zur Regierung und zum neuen Reich abgelegt habe. Er sprach die Ansicht aus. daß Die Vorkommnisse im Anschluß an Die Tagung bedauerlich seien und daß von allen Seiten dahin gewirkt werden müsse, die Atmosphäre der gegenseitigen n£nn^Un9Cnr überwinden, da sonst eine Abhaltung solcher Tagungen unmöglich gemacht werde. Eine amtliche Feststellung. ® e..r l l n, 13. Juni. (WTB.-Funkspruch.) Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Anläßlich des Katholischen Gesellentages in M ü n d) > n hat sich herausgestellt, daß zurzeit die Abhaltung derartiger Veranstaltungen nichtals zweckmäßig angesehen werden kann. Daß bie katholischen Gesellen auf den Kundgebungen dieser Tagung basLekenntniszum neuen Staat und Reich zum Ausdruck gebracht haben, sei dabei gern anerkannt. Wenn trotzdem der Verlauf der Tagung die Bedenken gerechtfertigt hat, die aegen eine Genehmigung bestanden hat, so hat sich Damit gezeigt, daß die Zeit für 'olche Veranstaltungen noch nicht reif ist. DersannnlungSverboi in Bayern. München, 13. Juni. (TU.) Im Auftrage des otaatsminifters des Innern hat die bayerische politische Polizei zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe. Ordnung und Sicherheit folgende Anordnung erlassen: Bis auf weiteres find öffentliche und geschloffene Vers am m l u n . gen sowie Versammlungen und Aufzüge unter freiem Himmel jeglicher Art verboten. Ausnahmen von diesem Verbot können nur im Benehmen mit der bayerischen politischen Polizei gewährt werden. Von dem allgemeinen Versammlungs- und Umzugsverbot werden selbstverständlich die Fronleichnamsprozessionen nicht betroffen , die von der Regierung nach jeder Richtung hin geschützt werden. WehrkreispsarrerMüllerSchirmherrfür den Luthertag der „Deutschen Christen" Berlin, 13. Juni. (VDZ.) Der Vertrauensmann des Reichskanzlers in kirchlichen Angelegenheiten, Wehrkreispfarrer Müller, hat die Schirmherrschaft für den von der Glaubensgemeinschaft .Deutsche Christen" a in 1 0. N o o e rn b e r d. I. l m ganzen Reichsgebiet geplanten großen Lutheraedenktag übernommen. Die organisatorische Gestaltung des Gedenktages liegt in den , Händen des Reichskulturreferenten der Glaubensbewegung. In dem Festausschuß, der zur Zeit in der \ Bildung begriffen ist, werden führende Ver - i treter der NSDAP, und der Glaubens- I Oie Lage in Scharfer deutscher Protest gegen | die Verhaftung Habichts. Berlin, 13.3uni. (TU.) Dem deutschen Gesandten in Wien ist auf seine Rückfrage von der österreichi- schen Regierung bestätigt worden, daß der Presseattache bei der deutschen Gesandtschaft, Habicht, und sein Gehilfe Lohrs in Zusammenhang mit den letzten Ereignissen in Oesterreich verhaftet worden sind. Der deutsche Gesandte hat daraufhin s ch ä r s st e n formellen Prolest erhoben und sich die weiteren Schritte der deutschen Reichsregierung vorbehalten. Die österreichische Regierung hat erklärt, daß sie die Reichsdeutschen nach ihrer Verhaftung vernehmen und sie nach dem dort üblichen Ausdruck „abschaf- fen“, also ausweisen werde. Gegen die Ausweisung ist nach dem bestehenden Recht eine Rekursmöglichkeit gegeben, die innerhalb dreier Tage angewendet werden muß, so daß die Ausweisung wahrscheinlich erst nach Ablauf dieser Frist erfolgen wird, lieber die weiteren deutschen Schritte kann zur Zeit nach nichts gesagt werden. Der Abg. Habicht ist vor einigen Wochen der deutschen Gesandtschaft in Wien als Presseattache zugeteilt worden. Die österreichische Regierung hat seinerzeit diese Zuteilung nicht zur Kenntnis genommen und vor einigen Tagen mitteilen lassen, daß der Abgeordnete Habicht persona in- grata sei. Ein Ausruf -es Gteierischen Heimatschutzes. Engste Kampfgemeinschaft mit derNLDAP. Graz, 13. Sunt (Sil) Der deutsch-österreichische (steierische) Heimatschuh hat folgenden Führerbefehl erlassen: „Die Regierung Dollfuß hat heute die nationalsozialistische Deutsche Freiheitsbewegung Adolf Hitler für „staatsgefährlickz' erklärt. Die Führer der NSDAP, sowie die Führer der SA. und SS. wurden verhaftet. Die Austromarxisten haben sich in ihrem Linzer Parteiprogramm gegen den Staat gestellt. Niemals wurde dieses Linzer Programm zurückgezogen. Bomben, Nähren und Handgranaten, die überall zu Tausenden gefunden wurden, zählen zum programmatischen Ideengut dieser staats- und wirtschaftsfeindlichen Partei. Während die austromarxistische Partei nach wievor besteht und sich des Wohlwollens und der Dul- Blühendes Italien. Don Mariha von Jobeltih. Blumenmarkt in San Remo, in Florenz, auf der Spanischen Treppe zu Rom! Versuchung der Fremden, die Arme voll einlaufen und nachher nicht wissen, wohin damit. Rausch an Düften und Farben, der sich von den Groß-Gärtnereien bis in jede Kleinstadt ergießt und auf den Landstraßen vertröpfelt, wo heiße Kinderhände die wilden Cyclamen und grünen Maiglöckchen, die Ginsterbüsche und Sternblümchen der Wegabhänge, mehr gerauft als gepflückt, in d-ie vorüberrollendenWagen schleudern. Blüten als Schmuck des geschlachteten Lammes, des Limonadenkrugs, des ausgehängten Barbierbeckens, der hundertförmigen Makkaronis in den Auslagen. Blumen auf jeder Wirtstafel, zwischen den Tintenfischbeinen, hinter den Ohren der Weichensteller an den Trambahnkehren, in tausend bunten Topfscherben auf den Fenstervorsprüngen der engen Gassen, in Petroleumkanistern und ausrangierten Spülwannen auf den flachen Dächern. Blumen zu Haus vor den Altären und zu allen Kirchenfesten. Rur in den Fremdenheimen und Hotels beschränkt man sich auf Flur und Eßsaal, sonst ist jeder, aber auch wirklich jeder Raum von dem blühenden Reichtum belebt, den Flora dem Land in den Schoß wirft. Freilich so ganz ohne Mühe geht es auch in diesem paradiesischen Klima nicht ab. Wohl wuchern Geranien und Olander wild an den Wegen, aber in den Gärtnereien rühren sich unter dem zitternden Olivenschatten fleißig die Hände: der Lehmboden ist schwer, die Sonne brennt oft unbarmherzig, und was am Morgen noch knospte, steht oft am Mittag „geschossen" und welk. Die Dlumenfelder von San Remo sind besonders im Frühling das Entzücken der Besucher. Veilchen, Goldlack und die hundertfarbige Levkoje, Nelken und Narzissen duften betäubend zwischen den einfassenden Alleen mit Mimosenbäumchen, die ihre gelben Kügelchen aufplustern. An den Orangenbäumen drängen sich Knospe, Blüte und Frucht zur gleichen Zeit, ihnen zu Füßen sind in Streifen Puffbohnen gebaut, eine besondere Leckerei für den Gärtner selbst, denn diese Bohnen kommen mit einem angeborenen Orangendufst zur Welt und in den Kochtopf. Don Ventimiglia bis Genua reißt das blühende Band nicht ab. Cs zieht sich dann von dem Meeresufer mehr ins Innere: Florenz hat nicht um- Oesterreich. buna der heutigen Parteiendiktatur erfreut, geht man gegen die NSDAP, in dieser Weise vor und verhaftet Hunderte von Führern. Wer die fir- chen- und religionsfeindlichen Marxisten und die führenden demokratischen Systemparteien verstehen einander! ., Die Führung des DeutschfOesterreichischen (Steieriscken) Heimatschutzes, die mit der verfolgten NSDAP, in engster Kampfgemeinschaft steht, erhebt in aller Oeffentlich- teit leidenschaftlichen Einspruch gegen die Vergewaltigung einer nationalen Partei Gerade in den Stunden, in denen die NSDAP, so arg bedrängt wird, versichert die Führung de« Deutsch-Oesterreichischen (Steierischen?/ Heimat- schutzes allen Führern und Kameraden der NSDAP, treue Kameradschaft und tiefe Schicksalsverbundenheit. Die im nationalen Lager stehende Heimattreue Bevölkerung Oesterreichs aber wird gerade in dieser politischen Notzeit sich mehr denn je hinter die nationalen Kampfver- bände stellen. gez. Kammerhofer. Eine nationalsozialistische Abordnung beim Bundespräsidenten. Wien, 13.Juni. (WTB.) Gauleiter Frauenfeld und die Landtagsabgeordneteir Dr. Riehl und Dr. H a n k e gaben heute dem Vizekanzler Winkler die Erklärung ab, daß sie mit den Vorfällen der jüngsten Tage in keinem Zu Jam - menhang stehen. Sie erhoben ferner Einspruch gegen die Sperrung der Br au - neu Häuser und der SA.-Heime. Vizekanzler Winkler teilte mit, daß er die Erklärungen demBundeskanzlerzurKenntnis bringen werde. Die Nationalsozialisten sprachen darauf auch beim B u n d e s p r ä s i d e n t e n vor, der sie gleichfalls auf die Rückkehr des Bundeskanzlers Dr. Dollfuß verwies. Einsetzung von Sicherheitsdirektoren in den Bundesländern. Wien, 13.3uni. (WTB.) Der Ministerrat beschloß zum Zwecke einheitlicher und strafferer Exekutive die Bestellung von „S i ch e r - heitsdirektore n", die der Bundesregierung unmittelbar unterstellt sind. Ferner soll unter Heranziehung regierungstreuer Verbände eine sogenannte Sichecheitsexekutive gebildet werden. Die Landesregierungen wurden aufgefordert, auch den Landes- und Gemeindeangestellten die Zugehörigkeit zur NSDAP, zu verbieten. Die Sicherheitsdirektoren vereinigen die gesamte Sicher h e i t s e x e k u ti v e des bemegung |id) beftnben bie’bot aUem au* auf kulturellem Gebiet hervorgetreten sind. Der Luthertag am 10. November wird begangen anläßlich des 450. Todestages des großen Reformators Er soll in gewissem Sinne auch als ein protestantisches Gegenstück zu den Katholikentagen em großer P r o- teftantentag werden. Eine Bodelschwingh -Kundgebung in Lübeck verboten. Berlin. 13. Juni. (TU.) Die Kanzlei des Reichsbischoss teilt mit: In Lübeck sollte am kommenden yreitag eine Kundgebung für den Reichsbischof D. von Bodelschwingh staAmden. Die Redner der Veranstaltung sowie die Themen dcr Vorträge waren der Polizei ordnungsgemäß mitgeteilt Eine Aussprache war nicht vorgesehen. Als der Einberufer der Kundgebung Domprediger « ch mt d t beim Polizeisenator eine ausdrückliche G e - nebmiqung einholen wollte, wurde ihm von einem Beamten mitgeteilt, daß d,e Versammlung durch polizeiliche Verfügung für den angesetzten Termin und für den weiteren Zeitraum einer Woche verboten sei und jede Werbung sofort eingestellt werden müsse. Auf weitere Fragen des Veranstalters wurde erklärt, daß das Verbot w eg e n Gefährdung der öffentlichen Sicherheit erfolge. Landes, in dem sie besteckt sind, in ihrer Hand und haben gleichzeitig dafür zu sorgen, daß ms in die Gemeinden hinunter in Angelegenheiten des Sicherheitswesens nach einheitlichen Grundsätzen vorgegangen wird und daß me von der Zentrale erlassenen Weisungen gleichmäßig an alle an der Exekutive Beteiligten weitergegeben werden. Zu Sicherheitsdirektoren wurden bestellt in Wien der gegenwärtige PoU- zeipräsidcnt in Niederösterreich und Burgenland, der Landesdirektor von Niederösterreich, in den übrigen Bundesländern hohe Offiziere des Bundesheeres oder der Gendarmerie. Landesrat S t e i d l e, der schon seit einiger Zeit das Amt eines Sicherheitskommissars in Tirol inne hat, wird während seiner Dienstunfähigkeit infolge des Anschlags durch einen Landesgendarmeriedirektor vertreten. Rücktritt des Salzburger Landeshauptmanns. Wien, 13. Juni. (TU.) Der Landeshauptmann von Salzburg, Dr. Rehrl, hat dem Vizekanzler Winkler mitgeteilt, daß er sein Amt als Landeshauptmann von Salzburg niedergelegt und die Dienstgeschäfte bereits seinem Stellvertreter, dem Landeshauptmann - Stellvertreter N e u r e i t h e r übergeben habe. Den Grund für den Rücktritt Rehrl bildet die Ernennung des Sicherheitsdirektors entsprechend den Beschlüssen des Ministerrates vom Dienstag, durch welche die Funktionen des Landeshauptmannes stark eingeschränkt sind. Der Rücktritt des Landeshauptmanns Rehrl bildet bei der hervorragenden Stellung, die der Landeshauptmann innerhalb der Christlich-Sozialen Partei einnimmt, den denkbar schärfsten Protest gegen die Innenpolitik der Regierung. Terror macht stark. Die NSK. zum Kampf der NSDAP, in Oesterreich. Berlin, 13. 3uni. (TH.) 3n einem Artikel der Nationalsozialistischen Korrespondenz „Zur Lage in Oesterreich" wird festgestellt, daß die sofortige Freilassung der nationalsozialistischen Führer und die sofortige Wiedereröffnung der nationalsozialistischen Parteidienststellen die Voraussetzung einer Klärung der innerpolitischen Wirren in Oesterreich ist. Zum Schluß heißt es: Wer in diesem Ringen am Ende der Sieger bleiben wird, ist nicht zweifelhaft. Wir Nationalsozialisten im Reiche haben denselben Terror und die gleichen llnterdrückungsmaß- nahmen erlebt. 3m Feuer dieser Verfolgungen sind wir hart und stark geworden. Sie schufen erst die Voraussetzungen für die Kraft, mit der wir das alte System zertrümmert und den neuen deutschen Staat aufgerichtet haben. Die Herzen der deutschen Nationalsozialisten und damit — wie wir heute mit Stolz sagen dürfen — der ganzen deutschen Nation, schlagen mit denen unserer verfolgten Dvüder in Oesterreich. Wir wissen, daß auch ihr Kampfesmut durch nichtsgebrochen wird und daß am Ende dieses schweren Kampfes auch über Oesterreich das Banner der nationalen Erhebung und sozialen Befreiung stehen wird. Kunst und Wiffenschast. Professor volhard nach Berlin berufen. Der Leiter der Medizinischen Klinik am Städtischen Krankenhaus Frankfurt a. M., Professor V o l h a r d, hat einen Ruf nach Berlin als Nachfolger von Professor Hiß in der Leitung der Ersten Medizinischen Universitätsklinik dcr.Berliner Charite erhalten. Eine Entscheidung, ob er dem Rufe Folge leisten wird, hat Professor Volhard noch nicht getroffen. Einführung des Frankfurter Generalinlendanlen. Der zum Leiter der Frankfurter städtischen Bühnen verpflichtete bisherige Intendant am Stettiner Stadttheater Meißner ist von Oberbürgermeister Dr. Krebs in sein Amt eingeführt worden. Dabei entwickelte der neue Generalintendant in kurzen Umrissen sein Programm, das in der Schaffung des deutschen Nationaltheaters bestehe. Mit der Erfonft die Lilie im Wappen: dazu Maiglöckchen und Tulpen, wenn auch nicht in gleicher Ausschließlichkeit wie Holland. 3n Mengen werden die großen hell-lila gefüllten Veilchen gezogen, die als Parmaveilchen in die ganze Welt wandern. 3n den lichten Wäldern beftemen Ine Erdbeerblüten den Boden: ihre rote Frucht kommt in kleinen Binsenkörbchen in die Städte. Die Tuberrose gehört in diesem Land nach wie vor in jedes Smoking- oder Frackknopfloch. Die Gladiole — bei uns ein Herbstblüher — steht fast das ganze 3ahr unter den Baumwollschirmen des Grun- markts von Verona, auf den winzigen Verkaufshöfen von Genua und Neapel. . Aber wenn die Herrschaft der Rose beginnt, sie ist fast gewalttätig in ihrer Schönheit. Dann sind die Häuser mit gelben und roten Kletterros- chen überwuchert, dann steht in jedem Jungmad- chenfenster die blaßrosa, im Frauenfenster die öun- felrote Blumenkönigin — denn hier hält man noch an einer gewissen Dlumensymbolik fest, dem Fräulein das Zarte, der Frau das Leuchtende. Unbeschreiblich ist die Kamelienzeit an den ober- italienischen Seen und bis Mailand herunter. Hier handelt es sich nicht so sehr um Verkaufskulturen, wie um die Privatgärten, die in 3talien stets immergrüne Pflanzen bevorzugen. Reben den Rhododendronbüschen sind die Magnolien und bald darauf die Kamelien die frühesten repräsentativ^ Dlüher, so wie der strenge und doch liebliche Geschmack der klassischen italienischen Landhäuser sie zwischen den Chpressen verlangt. Später kommen zwischen den Tuffsteinen die weißen und violetten Schwertlilien und in riesigen Büschen die tausendsternigen Margareten, die in diesem blumenreichen Land als Schnittblumen verachtet sind. , . 3n vielen Gegenden bringt der Herbst noch einmal eine Wiederholung des Frühlings, kürzer und herber. Dazu treten die Dahlien, die der 3taliener wegen ihrer Duftlosigkeit nicht so liebt, trotz ihrer pompösen Form, und die Chrysanthemen. Seltener sieht man Orchideen, ganz selten unseren schönsten Frühlingsgast, den Flieder. Palmen, wie der Nordländer sie m ganzen Waldern erwartet, halten sich nur an geschützten Stellen. an der Riviera, an sonnigen Städteplätzen wie in Genua, in Rom und natürlich am Golf und auf Sizilien. 3n dem furchtbaren Winter vor vier Fahren erfroren aber auch in Mondello bei Palermo und selbst in Cagliari auf Sardinien die Palmen. Galerie englischer Sonderlinge. England ist das klassische Land des „Spleens". Es scheint, daß die Abgeschloffenheit des 3nfel» reiches der Entwicklung persönlicher Eigenarten bis ins Krankhafte Vorschub leistet, und das Leben auf eine besondere Art zu leben, ist sehr verbreitet. Eine Galerie aller Absonderlichkeiten, die in englischen Hirnen aufaestiegen sind, bietet die bekannte Schriftstellerin Edith Sitwell in einer in London erscheinenden Sammlung „Die englischen Exzentriks". Da hören wir z. D. von einem sonderbaren Beruf, der sich im 18. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Mode des englischen Gartens ausbildete. Für die gotischen Häuser und verfallenen Ruinen, die man in den Parks anlegte, brauchte man auch eine lebendige Staffage, und so wurden „Eremiten" angestellt, die hier den Besuchern ein asketisches Einsiedlerleben vortäuschen sollten. Anwärter auf diese Stellen wurden durch Anzeigen gesucht und es wurde z. D. gefordert: „Gin Mann, der sich verpflichtet, sieben Jahre in der Eremitage meines Parkes zu Haufen, wo er mit einer Bibel, einer Brille, einer Matte für feine Füße, einer Decke als Kiffen, einem Stundenglas, Wasser zum Trinken und Nahrung aus der Hauslüche versehen werden wird. Er muß ein Kleid aus Kamelhaar tragen, darf sich unter keinen Umständen seine Haare, Bart oder Nä- jel schneiden, die Grenzen des Parkes nicht verlasen und mit niemandem ein Wort wechseln." Da- ür wurde nach Ablauf der sieben Jahre die Sum- me von 14000 Mark versprochen. Es gab aber nicht nur große Herren, die sich solche Einsiedler in ihren Gärten hielten, sondern manche füllten auch selbst den Platz aus. So wohnte ein Lord Rokebh in der Ruine seines Parks: er war ein leidenschaft» kicher Waffersreund und schenkte jedem, den er was. sertrinkend fand, eine halbe Krone. Unter den Einsiedlerinnen wird eine Frau Celestine Collins erwähnt, von der es heißt: „Sie war eine so große Freundin von Ungeziefer aller Art, daß ein Nest mit Mäusen in ihrem Bett gefunden wurde." Eine besondere Abart des englischen Sonderlings ist der Dandy, der in der Biedermeierzeit seine Extravaganzen in Kleidung und Lebensführung am reich, ften entfaltete. Einer suchte den andern zu über, trumpfen, und besonders eifersüchtig waren auf. einander Lord Scarborough und Lord Effingham. Lord Scarborough war stolz darauf, daß er sechs Friseure beschäftigte, die feine andere Sorge als die Gestaltung seiner Frisur hatten, während es Effingham nur auf fünf brachte. Die weibliche^ Dandys trugen Ausbauten von Federbüschen auf Haltung der Oper stehe und falle er. Als Chef- Dramaturg ift Friedrich Bethge, der Autor der Dramen „Reims" und „Hungermarsch der Veteranen", verpflichtet worden. Als neuer Opern- direktor soll der Generalmusikdirektor der Staatsoper in Berlin, Erich Kleiber, gewonnen werden. Zu diesem Zweck hat sich Generalintendant Meißner nach Berlin begeben. Ein Reichsverband Deutscher Schriftsteller. Zur Schaffung eines alle deutschen Schrift«' steiler zusammenfassenden Verbände-, der die bisherige Spaltung in verschiedene Berufsvereine Überbrüden soll, wurde unter dem Vorsitz von Goetz Otto Stoffregen der „Reichsverband Deutscher Schriftsteller" gegründet. Aus aller Welt. Adolf-Hitter-Lpende der deutschen Wirtschaft. Die Spihenverbände ' der deutschen Wirtschaft haben sich zusammengeschlossen, dem Führer der nationalsozialistischen Bewegung Tldolf Hit- I e r einen Fonds zur Verfügung zu stellen, die der NSDAP, die Durchführung des nationalen Wiederaufbauwerk es ermog- lichen soll. Zu diesem Zweck ist die »Adolf- Hit l e r - S P e n d e der Deutschen Wcrt- s ch a f t“ ins Leben gerufen, deren Leitung in den Händen eines Kuratoriums aus den beteiligten Wirtschaftszweigen unter dem Vorsitz des Herrn Dr. Krupp von Dohlen-Hallbach liegt. Weltflieger Blattern umgekehrt. Der amerikanische Weltflieger, der Montag um 22.20 Uhr (Moskauer Zeit) von Chabarowsk nach Alaska ge st artet war, ist heule — Dienstag — um 18.20 Uhr (Moskauer Zeit) ro t e- ber nach Chabarowsk zurückgekehrt. Die Gründe für die Umkehr Matterns sind noch unbekannt. Schweres Unwetter über dem Murgtal. Das badische Murgtal wurde in der Gegend zwischen Rotenweiler und Weisenbach von einem chweren Unwetter heimgesucht, lieber eine Stunde lang ergossen sich r ie s i g e W a s s e r m a s s e n über die Gegend. In kürzester Zeit waren die Heinen Büche zu reißenden Flüssen angewachsen. Ganze Bäume, Sträucher, Felsblöcke und Mauerstücke wurden mitgeschwemmt. In Hoerde wurde die Murgtalstraße in kurzer Zeit derartig von Geröll übersät, daß der Verkehr für mehrere Stunden unterbrochen war. Die Eisenbahngleise wurden unterspült, so daß die Züge große Verspätungen erlitten. In Hoerde stehen sämtliche Keller unter Wasser. Viel Kleinvieh ist ertrunken. Auf den Feldern und Wiesen hat das Unwetter großen Schaden angerichtet. In Staufenberg und in Seelbach schlug der Blitz in das Transformatorenhaus ein, so daß die beiden Gemeinden die Nacht über ohne Licht waren. Schwere Zuchlhausflrafen im Prozeß Thielfch. 3m Prozeß wegen der Tötung de sS A. - Mannes Thielsch wurde der bei Begehung der Tat minderjährige Angeklagte H. Beils uh wegen gemeinschaftlichen Mordes zu 10 3 ähren Gefängnis, der Angeklagte Schoel wegen gemeinschaftlichen Totschlages z u 1 5 3 a h- ren Zuchthaus verurteilt. Beiden Angeklagten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre aberkannt. Die Angeklagten Behling und Holzer erhielten wegen Beihilfe zum gemeinschaftlichen Totschlag je eine Zuchthausstrafe von sechs 3ahren. Beiden wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf sechs 3ahre aberkannt. Vollstreckung zweier Todesurteile. Nachdem der preußische Ministerpräsident sich entschlossen hat, von dem Recht der Begnadigung keinen Gebrauch zu machen, sondern der Gerechtigkeit freien Lauf zu lassen, sind heute um 6 Uhr morgens auf dem Hose des Sträfgefängnisses Plötzensee bei Berlin der 26jährige Wächter Paul R o h r b a ch aus Niederschönhausen und der 23jährige Bäcker Hermann W i 11 st o ck aus Berlin-Buchholz von dem Scharfrichter Gröpler-Magdeburg mit dem Beil hingerichtet worden. Rohrbach und Wittstock waren wegen gemeinschaftlichen Mordes an dem Kraftwagenführer Kurt Pohl zum Tode verurteilt worden. Die gegen dieses Urteil bei dem Reichsgericht eingelegte Revision wurde verworfen. ihren Köpfen, die so groß waren, wie ihre ganze Figur, und es kam vor, daß diese Federgebirge bei einem starken Sturm von ihren Häuptern fortgeweht wurden. Ein Original war auch ein gewißer Porson, der auf einer Reife durch Deutschland die folgenden Verse schrieb: „Ich kam nach Frankfurt und nahm einen Truitk mit dem hochgelahrten Professor Brunck: ich kam nach Würzburg und wurde noch mehr betrunken beim Zechen mit dem noch gelahrteren Profeffor Runden." Bogenschießen als Krauenspori. So eifrig die Frauen bei uns sich heute an allen Sportformen beteiligen, so haben sie doch bisher einer Leibesübung ihre Aufmerksamkeit entzogen, die in angelsächsischen Ländern geradezu als der ideale Frauenfport gepriesen wird. Dies ist das Bogenschießen, eine romantische Betätigung, bei der wir an die Knappen des Mittelalters oder an die Indianer denken und die uns vielleicht in fernen Kindheitstagen einmal Spaß gemacht hat. Aber in Amerika, in England, in Australien wird dieser alte Sport in immer steigendem Maße von den Damen ausgenommen und gepflegt. 3n den Vereinigten Staaten gehört das Bogenschießen zu den Hebungen, die in vielen Frauenschulen regelmäßig gelehrt werden. 3n Sydney gibt es ein starkes Korps weiblicher Bogenschützen, und in England sind die Klubs von Frauen, die mit Bogen und Pfeil sich vergnügen, zahlreich über das ganze Land verstreut. Die Handhabung des Bogens erfordert keine großen Körperkräfte, ist daher dem weiblichen Geschlecht besonders angemeffen. Dor allem aber wird dadurch eine anmutige Haltung gefördert. Das Augenmaß wird geübt, Oberkörper und Arme erhalten Geschmeidigkeit, die Nerven werden gestärkt. Bei der Jugend wird die Brust geweitet, das Tastgefühl wird.verfeinert. Benutzt wcrden Frauen-Bogen, die ein nicht zu großes Gewicht haben. Die Sehne, die gewöhnlich von Hans ist, muh jedesmal geprüft werden, bevor man den Bogen benutzt, damit nicht durch ein Zerreißen Hnglückssälle entstehen können. Die rechte Hand, die den Bogen spannt, wird nach dem Kinn zurückgezogen, nicht nach dem Auge. Man zielt auch nicht mit Hilfe eines Visiers, wie beim Gewehr, sondern blickt direkt nach der Schieß-Scheibe. Zur Ausrüstung gehören neben dem Bogen und dem Pfeil ein Köcher, ein Handschuh, der die Finger beim Bogenspannen schützt, und ein Armschutz. Hm die Waffe richtig zu handhaben, ist natürlich eine eingehende Ausbildung durch einen tüchtigen Lehrer notwendig. Aus der Provinzialhauptstadt. Oie Ai-beitslosmeldung. Dom Arbeitsamt Tiehen wird uns mit« geteilt: Durch die kürzlich erfolgte Neuorganisation des Auhenbezirks des Arbeitsamts Gießen haben die Ar. .itslofen z.T. weitere Wege als seither zu chrer zuständigen Neben- oder Hilfsstelle zurückzulegen. Aus diesem Grunde ist die Zahl der wöchentlich zu erfolgenden Kontrollmeldungen erheblich einae- schränkt worden. Da im übrigen die Hilfsstellen nicht täglich besetzt sind, mühten die Arbeitslosen, um sich nach erfolgter Entlassung sofort arbeitslos melden zu können, eoll. den weiteren Weg zur nächsten Nebenstelle zurücklegen. Das Arbeitsamt macht deshalb darauf aufmerksam, dah für alle Fälle dann eine schriftliche Arbeitslosmeldung erfolgen kann, wenn auf die erfolgte Entlassung hin eine sofortige Arbeitslosmeldung bei der Nebenoder Hilfsstelle infolge der festgesetzten Sprechtage nicht möglich ist. Als Tag der Arbeitslosmeldung silt der Eingang des Schriftstücks bei der Nebentelle, oder dem Hauotamte. An Hilfs- oder Melde- teilen sind Arbeitslosmeldungen schriftlich nicht zu richten. Oie Znstandsehungspflicht ausländischer Hausbesitzer. Der Reichsarbeitsminister hat in einem Rundschreiben an die Regierungen der Länder daraus hingewiesen, dah insbesondere ausländische Hausbesitzer notwendige Instandsetzungen an ihrem deutschen Grundbesitz unterlassen. Er hält daher in derartigen Fällen ein Eingreifen der öffentlichen Hand für erforderlich, wozu die Dorschristen des Reichsmietengesetzes und die baupolizeilichen Bestimmungen der Länder eine genügende Möglichkeit bieten. Die Länderregierungen sind gebeten worden, den in Frage kommenden Behörden entsprechende Weisung zu erteilen und dem Reichsarbeitsminister über das Veranlaßte zu berichten. VornoNzcn. — Tageskalender für Mittwoch: Oberhesi. Kunstoerein, Turmhaus am Brandplwtz, 15 bis 17 Uyr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Eine Frau wie du" mit Liane Haid und Georg Alexander. — Neues Schloß, Land- araf-Philipp-Platz: 10 bis 13, 15 bis 18 Uhr, Werbe- Ausstellung hessischer und rheinischer Kunsttöpfereien. ** Hackfleisch im Sommer. Das Kreisamt Giehen macht in einer Verfügung an die Bürgermeistereien der Landgemeinden und die Gendar- merieftationen des Kreises darauf aufmerksam, dah mit Rücksicht auf die Bedeutung, die dem Hackfleisch bei der Entstehung von Fleischvergiftungen zu- kommt, in die Fleischverkaussordnung das Der- b o t ausgenommen worden ist, Hackfleisch während der wärmeren Jahreszeit auf Vorrat herzustellen. Ferner ist in der Fleischverkaussordnung. vorge- schrieben, dah Hackfleisch bei Bedarf stets frisch zu bereiten ist. Das Kreisamt ordnet an, die Durch- führung der Vorschrift streng zu überwachen und dabei besondere Aufmerksamkeit den Pferdemetzge- reien zuzuwenden. Gtaaiskommiffar Or. Wagner im oberen Vogelsberg. Eine Besichtigungsfahrt des Führers der hessischen Landwirtschaft. D a r m st a d t, 12. 3uni. (WSR.) Die Staats- Pressestelle teilt mit: 3m Anschluß an eine große Dauer nversamm- lung in Lauterbach, bei der der Herr Staatskommissar für die Landwirtschaft in Hessen in einer äußerst interessanten Ansprache seine Pläne für den bereit- begonnenen ständischen Ausbau deS hessischen Bauernstände- entwickelte, und an eine Besichtigung mehrerer oberhessischer Landwirt- schastsämter veranstaltete Herr Staatskommissar Dr. Wagner zusammen mit seinen beiden engeren Mitarbeitern, Vertretern der hessischen Bauern, der Landwirtschaftsämter und der Beispiel-Wirtschaftskommission eine Rundfahrt durch die von dem hessischen Staate und der hessischen Bauernkammer vor vier 3ahren eingerichteten Deispiel-wirtschaftenimoberenDo- g e l s b e r g, die durch Verfügung deS Herrn StaatskommifsarS nunmehr unter der Oberleitung der Bauernkammer einheitlich zusammengefaßt sind, und die ein Vorbild geben sollen für die beste Anpassung deS DauernbetriebeS an die durch das ungünstige Klima deS Vogelsberg- gegebene Lage. Alle Teilnehmer überzeugten sich davon, dah in den Betrieben schon manche Erfolge erzielt wurden, die zum Teil auch von anderen Bauern- betrieben der betreffenden Gemeinden nachgeahmt wurden. Der Herr Staatskommissar beauftragte die mit der Beratung der Betriebe beauftragten Stellen, auf dem begonnenen Wege fortzuschreiten, der sicher zu einem günstigen Ergebnis fuhrt, wenn es gelingt, die Grundlagen der bäuerlichen Wirtschaft, die Viehwirtschaft und Milchwirtschaft, wieder rentabel zu gestalten. Die tatkräftigen Maßnahmen des Staatskommissars auf diesem Gebiet berechtigen uns hier zu den besten Hoffnungen. Während der Rundfahrt stattete der Herr Staatskommissar auch dem Versuchsgut der Landwirtschaftskammer im Dogelberg, dem Selgenhof, seinen Besuch ab, wo er fich besonders lobend über den ausge- zeichneten Zustand der Vogelsberger Rotviehherde äußerte. Der Herr Staatskommissar bringt den von der Landwirtschaftskammer aus dem Selgenhof durchgeführten Maßnahmen lebhaftes Interesse entgegen. Das Versuchsgut hat die Aufgabe, für die Grünlandwirtschast und die Vieh- zücht im Vogelsberg praktische Ziele und Wege zu zeigen. Mit großem Interesse besichtigte der Staatskommissar auch einige Gemeindeoieh- weiden, deren Bedeutung für die Hebung der Viehzucht leider bei den beteiligten Bauern heute noch nicht genügend erkannt wird. Die Bauern unterschätzen häufig den Gewinn, den ihnen eine richtig gepflegte und gedüngte Weide bringen kann, und bevorzugen die alte Hutweide, bei der sie ohne Aufwendungen nur ernten wollen, und die daher schon nach wenigen Wochen, sobald im Frühjahr der erste Wuchs von dem Vieh abgefressen ist, zur Hungerweide wird. Der Herr Staatskommisfar hat den Grünlond- sachoerstandigen der Laudwirtschaftskammer zum Vorsitzenden der hutweldenkommisfion ernannt und erwartet von ihm, daß er In Zusammenarbeit mit den Landwirtschaftsämtern und vor allem auch mit den beteiligten Bauern im Vogelsberg bei den Gemeindeweiden alsbald eine Wirtschaftsform einführt, die zu einer wirksamen Förderung der Rindviehzucht des Vogelsbergs tatkräftig beiträgt. Die ganze Rundfahrt hat das Verhältnis unseres Äffischen Dauernführers und des Leiters unserer landwirtschaftlichen Staatsverwaltung zu den einzelnen Bauern noch enger gestaltet. Alle Teilnehmer der Veranstaltung und alle ausgesuchten Landwirte haben aus der Rundfahrt neue Hoffnungen geschöpft für das Wiederaufleben unseres, in den letzten Jahren leider so schwer bedrückten heimischen Bauernstandes. Zukunstsfragen des Einzelhandels. Mitgliederversammlung des Landesverbandes des Hessischen Einzelhandels. Der Landesverband des Hessischen Einzelhandels hielt in Darmstadt seine diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung ab, die insbesondere von den auswärtigen Vereinen gut besucht war. Der kommissarische Vorsitzende, Herr Franz E t a b e l, Mainz, wies in seiner Dcarüßungs- ansprachc auf die grundlegende Umwälzung hin, die seit der nationalsozialistischen Revolution auch auf wirtschaftlichem Gebiete sich vollzogen habe. Lin neuer Geist habe auch im Einzelhandel Einzug gehalten, und es gelte nun, im neuen Staate im Sinne der Volksverbundenheit unter Hintansetzung persönlicher Wünsche und Interessen mitzuarbeiten. Gerade dem von den früheren Regierungen stark vernachlässigten Mittelstand seien besonders wichtige Aufgaben gestellt. Die neue Regierung werde sich mit aller Macht für den Mittelstand einsetzen und habe in dieser Beziehung schon eine ganze Reihe von Maßnahmen in die Wege geleitet, auf die vom Vorsitzenden im einzelnen hingewiesen wurde (Errichtungssperre für neue Geschäfte, Zugabegesetz, Arbeitsbeschaffung usw.). Es gelte nun, vertrauensvoll miteinander zu arbeiten, um zu dem großen Ziele der deutschen Volksgemeinschaft zu gelangen, die auch dem Einzelhandel ein Aufleben und eine sichere Existenz ermöglichen werde. Ganz besonderer Dank gebühre auch den früheren Mitarbeitern im Vorstand des Landesverbandes des Hessischen Einzelhandels, insbesondere Herrn Ä a I b - f u ß, der in aufopfernder und mühevoller Arbeit 25 3ahre lang den hessischen Einzelhandel in selbstloser Weise geführt und gefördert habe. Anschließend erstattete der Verbandssyndikus Dr. M o e ß n e r den Geschäftsbericht über das abgelaufene 3ahr. Organisatorisch sei mit Erfolg gearbeitet worden, so daß sich der Mitgliederbestand beträchtlich erhöht habe. Die Ilmsätze im abgelaufenen Jahre waren nicht befriedigend, vielmehr muhten erhebliche Ausfälle festgestellt werden. Die schlechte wirtschaftliche Lage de» mittelständischen Einzelhandels war insbesondere hervor- gerufen durch die drückende Konkurrenz der Warenhäuser und Einheitspreisgeschäfte, Groh- filialbetriebe und Konsumvereine. Zu den Hauptaufgabengebieten der Geschäftsführung habe auch im vergangenen Jahre die Behandlung von Steuerfragen, Rabatt- und Zugabewesen, unlauterer Wettbewerb, illegitimem Handel und die Kreditbeschaffung für den Cinzel- bandel gehört. Auch in der näheren Zukunft seien insbesondere die Warenhaus-, Filial- und Konsumvereinsfrage, sowie ein gerechter Steuer- auSgleich zu regeln. Rach der Gründung des Reichsstandes des deutschen Handels werde nunmehr auch dem Einzelhandel in dem zukünftigen ständischen Staat die ihm gebührende Stellung zutei. werden. Zum ersten Vorsitzenden wurde Franz S t a b c I • Mainz einftimmig gewählt. Den Kassenbericht erstattete Friß Becker - Darmstadt. Dem Vorstand wurde auf Antrag der Kassenreviso- ren Entlastung erteilt. Nach Beschlußfassung über verschiedene Satzungsänderungen und Diskufsion über die eingebrachten Anträge wurde eine Entschließung angenommen, in der angesichts b r Unwirksamkeit der bisher vom Reichswirtschaftsministerium ergriffenen Maßnahmen als besonder» dringlich eine gestaffelte Umsatz besteuerung der Warenhäuser, Grohfilialbetriebe und Konsumvereine, ein vollständiges verbot der Rabatte, Zugaben und Rückvergütungen und eine Aufhebung der Lebensmittelabteilungen und Erfrischungsräume in Warenhäusern und Einheitspreisgeschäften verlangt wurde. Zur Frage des Butterpreises wurde eine Erklärung angenommen, in der die vollkommen unberechtigten Vorwürfe gegen den Einzelhandel zurückgewiesen werden Diese Erklärung hat folgenden Wortlaut: „Anläßlich der Vorgänge auf dem Buttermarkt sind gegen den Lebensmitleleinzelhandel Vorwürfe erhoben worden, als ob die Ursache der Erhöhung der Butterpreise in einer Steigerung des Aufschlags beim Einzelhandel zu suchen sei. Gegen solche irrigen Vorwürfe muß sich der Einzelhandel auf das I schärfste verwahren. Die Aufwärtsbewegung der I Butterpreise war eine notwendige Folge der durch 1 das Reich ergriffenen Maßnahmen zur Stützung des Fettmarktes und der landwirtschaftlichen Er- zeugerpreise. Auf Grund des vom Einzelhandel vor- gelegten einwandfreien Materials wurde behördlicherseits feftgefteQt, daß dem Einzelhandel angesichts der außerordentlichen Steigerung feiner Einkaufspreise keinerlei Vorwürfe gemacht werden können, sondern der Anteil des Einzelhandels am Butterpreis prozentual am allerwenigsten gestiegen ist und der Einzelhandel sich angesichts feiner Unkosten (Fracht, Auswiegen, Stenern und allgemeine Geschäftsunkosten) mit einer Spanne begnügt hat, die unter der Deckung der wirklichen Spesen liegt." Bezüglich der Saisonschlußverkäufe wurde beschlossen, einer Späterlegung des Termins und einer Verkürzung der Dauer auf 14 Tage zuzuftimmen. Die Versammlung wurde mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf unseren Volkskanzler Hitler und dem Abfingen der ersten Strophe des Horst-Wessel- Liedes geschlossen. Bücher zur Zeitgeschichte. — Professor Dr. Carl Schmitt: Der Begriff des Politischen. Kart. 1 Mark. Hanseatische Verlagsanftalt Hamburg. — (185.) — ttari JSdjmitt, der Inhaber des Kölner Lehrstuhles für Staatsrecht, war im Leipziger Prozeß des Reiches gegen Braun-Severina der „Kronjurist des Reiches und einer der Mitsiböpfer des Reichs- tatthaltergefetzes, das die jahrhundertealte Idee >er Einheit nicht nur politisch, sondern auch formal- urrftifd) löste. Prof. Schmitt stellt in der vorliegen, den Schrift die Freund-Feind-Lehre als die Grundlage des Politischen auf. Jeder konfessionelle, öko- nomische und moralische Gegensatz wird au einem politischen, wenn er tief genug ist, die Menschen nach Freund und Feind zu gruppieren. Als Feind wird nicht der Konkurrent, nicht irgendein privater Gegner, sondern eine um ihre Existenz ringende Gesamtheit von Menschen angesehen, die einer eben- olchen gegenübersteht. Prof. Schmitt faßt diese Ge- amtheit von Menschen in dem Begriff der Politiken Einheit zusammen, deren Wesen darin besteht, innerhalb ihrer selbst die äußersten Gegensätzlich- teilen auszuschließen. So ersteht durch die neue Begriffsbestimmung ein Staat, der auf der Ge- schlossenheit seines völkischen Lebens beruht und die Bezeichnung des „totalen Staates" erfahren hat. Ohne Zweifel, dieser totale Staat verlangt Opfer, Hingabe und Verzicht, und es ist dieses Verlangen, was ihn gerade handlungsfähig macht, ihn aber auch am stärksten vom liberaliftifdjen Staat unterscheidet, der ja zum obersten Gesetz den Schutz der individuellen Freiheit erhob und sich darum jeder politischen Handlungsfreiheit begab. — Wilsrid Bade: Joseph Goebbels. Mit neun Abbildungen. Verlag Charles (Sole- man, Lübeck. Preis 1.50 Mk. (174.) — Die erste biographische Skizze über den Reichspropagandaminister verdiente höchstes 3ntereffe, wenn sie auch nicht, wie die vorliegende von einem der engsten Mitarbeiter des Ministers stammte. Goebbels und der unerhört zähe und erfolgreiche Kampf des Rationalsozialismus um Berlin sind eins, deshalb ist auch diese Schrift im wesentlichen eine ungeheuer fesselnde und hinreißende Schilderung dieses Kampfes um Berlin, in der der junge Rheinländer Joseph Goebbels zum Meister der politischen Propaganda und getreuestem Paladin seines Führers Adolf Hitler wurde. — Eugen Hadamovsky: Propaganda und nationale Macht. Die Organisation der öffentlichen Meinung für die nationale Politik. Der lag Gerhard StaUing, Oldenburg i. £)., kart. 3,20 Mark. — (162.) — Der Verfasser, Vorsitzender des Reichsverbandes Deutscher Rundfunkteilnehmer, wurde von der nationalen Regierung zum Sendeleiter des Deutschlandsenders berufen und ist als Mitarbeiter von Dr. Goebbels in der Reichspro- paganbaleitung der Nationalsozialistischen Berne- gung tätig. Ausgehend von dem schöpferischen Wort als dem Urelement des menschlichen Genius und der Propaganda als der ersten Kunst der Gemeinschaftsbildung zeichnet der Verfasser ein umfassendes Gemälde der Möglichkeiten, Aufgaben und Pflichten nationaler Propaganda. Die Drgani- sationsmöglichkeittn der öffentlichen Meinung werden mit klaren Linien umrissen Das Werk enthält außerdem eine Fülle Materials über Organisationen und Institutionen der öffentlichen Meinung, die amerikanischen, englischen, französischen, rufst- schen und italienischen Zeitungen, die Presiekon- zerne, die Berufsoerbände und Jnteressenorganisa- tionen, den Einfluß von Kirche, Schule, Universität, Presse, Film, Bühne, Rundfunk und die nationalsozialistischen Massenkundgebungen. — „Die berufsständische Wirischasts- unb Sozialordnung." Von Dr. Karl Dor- werck, Herausgeber der berufsständischen Monatsschrift „Werk und Beruf". Verlag: Buchholz & Weißwange, Verlagsbuchhandlung GmbH., Berlin- Charlottenburg 2. Preis 1,20 Mark. — (159.) — Um der in weitesten Kreisen noch herrschenden großen Unklarheit über Sinn und Form der beruts- ständischen Wirtschafts- und Sozialordnung zu begegnen, werden in dieser Schrift die einzelnen Fra- gen des berufsständischen Aufbaues noch einmal zusammenfassend Umrissen. Die verschiedenen Bei- träge sind von namhaften Führern der berufsftän- dischen Bewegung verfaßt. Neben der wirtschaftspolitischen Seite wird auch die sozialpolitische ein- gehend behandelt. Drei beigefügte Pläne über den berufsständischen Aufbau der deutschen Industrie und des Handwerks tragen außerordentlich zur Veranschaulichung bei. Das Büchlein ist durch feine sachliche Klarheit dazu angetan, eine gründliche Klärung der Fragen und Probleme des berufs- ständischen Aufbaues der Wirtschaft herbeizuführen und gleichzeitig als Grundlage für letzte (Erörterungen zu dienen. — Dr. Earl Lüer, Organische Wirt- schastsauffassung — (Nr. 171). — Der vom beauftragten Präsidenten der Industrie- und Han- delskammer Frankfurt a. M. Ende April gehaltene Vortrag ist nunmehr zum Preise von 1,— Mark im Verlag Nationalsozialistische Arbeitsgemeinschaft für berufsständische Wirtschaftsgestaltung, Frank- furt a. M. (Börse), als Broschüre erschienen. — Dr. Erich Müller: Nationalbolschewismus. Hanseatische Derlagsanstalt, Hamburg (Preis kart. 1,50 Mark). — (Nr. 69) — Die sogenannte nationalbolschewistische Bewegung verfolgt die Verbindung des nationalen Gedankens mit dem der entschlossenen Wirtschaftsplanung und der Verlegung unseres politischen Schwergewichts auf die Ostrichtung, auf die offene Tür nach dem Osten als Trumpf des endgültigen Freiheitskompfes gegenüber dem Westen. Eine knappe Darstellung aller Männer und Gruppen, die sich innerhalb der nationalbolschewistischen Bewegung einen Namen gemacht haben, hat Dr. Erich Müller in dieser klaren Schrift über den „Nationalbolschewismus" gegeben. — Franz Seldte. Ein Lebensbericht von Wilhelm Kleinau. Gebunden 95 Pfennig. Stahlhelm-Verlag G.m.b.H., Berlin, 1933. — (202.) — Dieser Lebensbericht über den Stahlhelm-Bundesführer ist gründlich und sachlich geschrieben. Daß er trotzdem nicht trocken ist, sondern packt und mit- reißt, liegt daran, daß Franz Seldtes Leben ein ewiger Kampf gewesen ist, den er ohne die absolute Hingabe an sein Werk niemals hätte bestehen können. Dieses Buch will seinen Teil dazu bet- I tragen, auch in allen, heute dem Bunde noch fernstehenden Kreisen des deutschen Voltes Verständnis und Gefolgschaft für die Arbeit und die Ausgaben des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten, und seinem Führer zu wecken. — „Der Stahlhelm muß sein" von *•*, mit einem Vor- und Nachwort, Neuordnung im Stahlhelm, von Hans Henning Freiherr Grote, Verlag Buchholz & Weißwange, Verlagsbuchhandlung G. m. b. H., Charlottenburg 2, Preis 0,75 Mark. — (Nr. 189). — Der Stahlhelm wurde in letzter Zeit häufiger in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Wir begrüßen daher diese auf- Iwlußreiche Schrift, die, mit Herz und Wärme geschrieben, Klarheit gibt über das Wesen und Wirken des Stahlhelms. Zur rechten Zeit erscheint diese aufschlußreiche Schrift aus Deutschlands größter Wehrbewegung, die heute in treuer Bundesgenos- senschast mit den Nationalsozialisten die Wacht über das neue Reich hält. Jeder, der noch wenig vom Stahlhelm weiß, erlebt hier den schweren, aber erfolgreichen Weg des Frontsoldatenbundes, der die besten Eigenschaften des Weltkriegskämpfers in die neue Zeit hinüberrettete. Wer weih noch etwas von den oft blutigen Kämpfen des Stahlhelm in Mitteldeutschland. Aber auch von der Neuordnung im Stahlhelm nach dem 27. April 1933 berichtet dieses Buch. Diese Schrift ist vor allem geeignet, über das Wesen des großen Wehroerbandes die notwendige Aufklärung zu aeben. — Hans Asmussen: Reichskirche? Hanseatische Derlagsanstalt, Hamburg. Preis 80 Pfennig. — (142.) — Der Altonaer Pfarrer, der sich durch seine Mitarbeit am „Atonaer Bekenntnis" als einer der aktivsten Kämpfer um die protestantische Sache in der Gegenwart erwiesen hat, sieht die Notwendigkeit, daß gerade in den Monaten der durchgreifenden Politisierung aller Lebensgebiete und ihrer Ausrichtung nach Forderungen und Bedürfnissen des Staates der Derkündigungscharakter der Kirche rein erhalten bleibt und der religiösen Forderung an den Menschen durch die auftretenden politischen Bedürfnisse nichts an ihrer Unbedingtheit genommen wird. Das bedeutet nicht, daß nicht auch die Kirche die Notwendigkeit erkannt hat, durch eine grundlegende organisatorische Neuordnung zu einem einheitlichen Kirchenwesen, der Einheit der Nation entsprechend, zu kommen. Aber nicht ein politisches Programm, sondern das Wort Gottes muß stets erste Grundlage aller kirchlichen Tätigkeit und Haltung sein, es darf nicht so werden, daß sich das Wort Gottes und feine Verkündigung den Ansprüchen und Bedürfnissen menschlicher Vernunft beugen muß. Gerade dem neuen Staat muß daran liegen, daß die Bezirke einer echten Gläubigkeit und einer echten Gottesfurcht nicht verschwimmen und bagatellisiert werden. Ausmussen kommt aus freudiger Bereitschaft zur Mitarbeit am neuen Staate zu beachtlichen Vorschlägen einer Einigung der evangelischen Kirchen zu einer umfassenden lutherischen Kirche deutscher Nation und trägt so in die Disi kussion um die „Reichskirche" fruchtbare Gedanken, die sich organisch aus dem Leben der Kirche und des Protestantismus ergeben. — Dr. Hans Beyer: Deutschland ohne Protestantismus. Preis 1,50 Mark. Will). Gottl. Korn Verlag, Breslau. — (163.) — Der Verfasser bejaht diese Frage und zeigt, welche Be- beutung heute dem Bekennntis, der Lehre, der sozialen Arbeit und der Massenpsychologie zukommt. Er spricht von der Verzauberung und Entzaube- rung der Massen durch Rundfunk, Film und Massenversammlung. Der junge, dem Kreise der Altonaer Pastoren nahestehende Theologe gibt die Stellungnahme der jungen protestantischen Front im Streit um die Reichskirche. — Die nationale Erhebung 1933. Ein Gedenkbuch für das deutsche Volk. Mit über 130 Bilddokumenten aus der Zeit vom 30. Januar bis 21. März 1933. (Verlag Gerhard StaUing, Oldenburg i. O. 2,85 Mark. — (161.) — Eine Fülle innenpolitischer Ereignisse von geschichtlicher Bedeutung hat sich in den letzten Wochen abgespielt. Es ist der Sinn dieses Buches, alle für unser Volk so überaus wichtigen Geschehnisse für immer im Bilde festzuhalten. In mehr als 130 sorgfältig aus- gewählten Bilddokumenten erleben wir noch einmal alle Ereignisse von der Berufung Adolf Hitlers zum Reichskanzler bis zur Eröffnung des Reichstages in der Garnisonkirche zu Potsdam. — An der Fülle der interessanten Bilder wird jeder Leser seine Freude haben. — Rolf Brandt: Der Weg durch die Hölle, sieben Kapitel deutscher Geschichte 1918 bis 1933, Brunnen-Verlag Willi Bischofs, Der-- Im SW 68, Preis geh. 3,75 (177., — Der bekannte Reporter, dem wir schon mehrere glänzende zeitgeschichtliche Bericht-Bücher verdanken, faßt hier Die reiche Fülle seiner Erlebnisse und Beobachtungen als Teilnehmer aller großen politischen Geschehnisse seit Versailles in ungemein packend geschriebenen Bildern zusammen, deren jedes eine Leidensstation auf dem Passionsweg des deutschen Volkes von Versailles bis ßaufanne darstellen. Das Buch wird namentlich in der Hand unserer 3ugend seine aufrüttelnde und mahnende Wirkung nicht verfehlen. — Curt Hotzel: Geld macht Geschichte. Das Werk politischer Bankiers. Gebunden 2,80 Mk. Verlag Das Reich, Berlin. (149.) — Das Geld ist die stärkste politische Macht. Völker, Könige und Staatsmänner müssen den Befehlen der politischen Bankiers gehorchen, denen das Geld und damit — heute noch — die Erde gehört. Wie Fugger durch sein Geld die Wahl Karls V. bewerkstelligte, wie Rothschild die Befreiungskriege im Auftrage Englands finanzierte, wie das französische Bürgerkönigtum auf dem Geld der Pariser Bankiers ausgerichtet wurde, wie Rapoleon III. Spielball der Geldinteressen wurde, wie Europa unter dem internationalen Dankiersystem vom Stile der Rothschilds in den Weltkrieg taumelte und wie es sich unter der gleichen Herrschaft rrach dem Weltkriege vergeblich vor dem völligen Zusammenbruch zu retten sucht: diese verhängnisvolle Entwicklung eines nicht zur Herrschaft berufenen Typus wird an einer Fülle anekdotischen Materials charakterisiert. 9Jl.-$pott Lokalkampf 1900 - VfB. Zum Abschluß der Saison und unmittelbar vor der Sommersperre im Fußball veranstalten die beiden | hiesigen Vereine 1900 und VfB. noch einmal eine Begegnung ihrer ersten beiden Mannschaften. Das Spiel findet morgen abend auf dem Waldsportplatz statt. Wie das Treffen ausgeht, ist unter den gegenwärtigen Umständen nicht zu sagen. In den letzten Begegnungen konnten die DfBer die Oberhand be- hglten. (Wir kommen auf das Treffen noch zurück.) Handball: 1900 - 2. Komp. Unmittelbar vor der Sperre haben die 1900er noch einen interessanten Spielabschluß getätigt. Sie empfangen am Donnerstag auf dem Waldsportplatz vor dem Spiel VfB. — 1900 den Bataillons-Handball- meister, die 2. Kompanie. Es dürfte außer Frage stehen, daß sich hier die derzeit besten Gießener Mannschaften gegenüberstehen und man mit einem auch technisch hochstehenden Spiel rechnen kann. Nach dem Abschneiden gegen die Meistermannschaft des Polizeisportoereins Darmstadt dürsten beide Vertretungen als gleichwertig angesehen werden. Die 1900er müssen zwar auf Fischer und Hamann verzichten, beide Spieler dürften jedoch bestens ersetzt sein. Die Aufstellungen lauten: 2. Kompanie: Kern Fischer Hof Preß Nees O. Schmidt Pracht H. Schmitt Langenohl Hamann Krämer Schott II. Krüger Betz Steines Wolf Schwalm Hofmann Mann Birkenstock Schott I. 19 0 0: Enders Handball der 1. Kompanie 15. Z.-R. Die 1. Mannschaft der Kompanie konnte, nachdem sie den Meistertitel in Nauborn und Büdesheim in den dortigen Blitzturnieren erringen konnte, auch das Blitzturnier am vergangenen Sonntag in Poylgöns gewinnen. In der Meisterklasse spielten folgende Vereine-- Spielvereinigung 1900 Gießen, Turn- und Sportverein 1846 Butzbach, Turnverein Lützellinden, Turnverein Kirchgöns, Turnverein Groß-Rechtenbach, 1. Kompanie 15. J.-R. Im Endspiel 1. J.-Rgt. 15 — Turn- u. Sportverein Butzbach konnte die Kompanie mit einem 2:1-Sieg den Meistertitel nach Hause bringen. Zußball in Hessen-Hannover. Germania Fulda und Sport Kassel steigen auf. Am Sonntag gab es in Hessen-Hannover nur eine magere Ausbeute an Fußballspielen. Im letzten und entscheidenden Spiel um die Kasseler Stadtmeisterschaft standen sich Spielverein und Kurhessen gegenüber. Das Spiel endete 1:1 und muß, da der niedergehende heftige Regen eine Verlängerung unmöglich machte, wiederholt werden. Die Aufstiegsspiele wurden am Sonntag beendet. VfB. Gießen, der so weit zurückgefallen war, daß ihm keinerlei Chancen mehr verblieben, zog es vor, gegen seinen Namensvetter aus Northeim zu verzichten, so daß die Northeimer zu zwei weiteren Punkten kamen, die ihnen noch Aussichten gaben für den Fall, daß Sport Kassel gegen Germania Fulda verlieren würde. Die Kasseler Elf zeigte sich aber von der besten Seite und kanterte die Gäste aus Fulda mit 7:1 glatt nieder. Sport und Germania Fulda steigen nunmehr zur ersten Klasse auf. Gpielvereinigung 1900 Gießen. 1900s zweite Elf hatte sich zum letzten Spiel in der Saison die 1. Mannschaft der Spielvereinigung 1926 Leihgestern verpflichtet. Es handelte sich um ein längst fälliges Rückspiel. Leihgestern blieb, ohne Angaben von Gründen, aus. Als Entschädigung dafür wird nunmehr 1900s Ligareserve am Mittwochabend doch noch ein Spiel austragen. Gegner ist die SA.-Fußballmannschaft des Sturmes 1 der Standarte 222 Butzbach. Die Spielstärke der Gäste ist nicht bekannt. 1900 wird in stärkster Aufstellung antreten, was einen guten Sport verbürgt. Die 3. Mannschaft besiegte Hermannsteins 1. nach schönem Spiel 4:2 (0:0). Bei 1900 klappte es im Zusammenspiel sehr gut. Die Gäste, die nur neun Spieler im Feld hatten, wehrten sich tapfer. Pflichtklubkampf OSC. Gießen gegen VfL. Wetzlar. Der OSC. Gießen konnte auch seinen zweiten Pslichtklubkamps gewinnen. VfL. Wetzlar wurde mit 8488 gegen 8099 Punkten, also mit einem klaren Vorsprung von 398 Punkten geschlagen. Das Die deutsche Nationalelf für den Fußballkampf gegen Oesterreich wurde jetzt wie folgt au-fgestellt: Jakob (Regensburg): Haringer (München), Busch (Duisburg): Breindel, Goldbrunner (beide München), Oehm (Nürnberg): Trumpler (Frankfurt), Krumm, Rohr, Lachner (alle München), Lindner (Frankfurt). Westdeutsche Tenms-Meisterschasten. Die diesjährigen Westdeutschen Tennis-Meisterschaften sind dem Barmer Tennis-Club zur Durchführung übertragen worden. Die Titelkämpse finden im Herren- und Damen-Einzel, sowie im Herrendoppel an den Tagen vom 15. bis 18. Juni statt. größte Verdienst am Sieg hat wieder Luh der mit drei 1. Siegen 22-52 Punkte errang. Die Wetzlarer schlugen sich besser als am Vortage. Die Ergebnisse: 100 Meter: 1. Siegmund, OSC., 12,4 Sek.: 2. Jakob, VfL., 12,4 Sek.: 3. Happ, VfL., 12,5 Sek.; 4. Kirchheimer, OSC., 12,6 Sekunden. Siegmund gewann mit Brustbreite. i Hochsvrung. 1. Kapello, VfL., 1F0 Meter; 2 Best, VfL., 1,46 Meter: 3. Jakob, OSC.. 1,37 Meter; 4. Knetsch, OSC, 1,32 Meter. O«C. mußte auf Rafon und Endres verzichten und kam so m 1. OSS., iMter; 2 Mohl OSC, 12,63 Meter: 3. Franz, VfL, 11,61 Meter: 4. Jakob, VfL, 10,58 Meter Diskuswerfen: 1. Luh, OsC, 38 Meter; 2 Mohl OSC, 35,30 Meter; 3. Franz, VfL, 32,85 Meter; 3. Kuhlmann, VfL, 30,50 Meter. Auch hier waren Luh und Mohl die besseren. Weitsprung: 1. Luh, OSC, 6,49 Meter; 2. Jakob, VfL, 5,82 Meter: 3. Jakob, OSC, 5,69 Meter: 4. Ludwig, VfL, 5,61 Meter. Hier wiederholte Luh, OSC, seine Leistung von Weilburg. 8 0 0 M e t e r : 1. Werner, VfL, 2:16,4 Minuten; 2. Simon, OSC, 2:17,8 Minuten; 3. Fischer, OSC, 2:21 Minuten; 4. Deppisch, VfL, 2:24,4 Minuten. 3000 Meter: 1. Heberling, VsL, 10:21,8 Minuten: 2. Sobezak, OSC, 10:37,1 Minuten: 3. Kuhlmann, VfL, 10:46,2 Minuten: 4. Becker- OSC, 10:47,7 Minuten. Die beiden OSCer haben sich in letzter Zeit wesentlich verbessert. 10X/^Runden-Staffel: 1. OSC, 4:28 Minuten: 2. VfL, 4:29,6 Minuten. Beim OSC. waren besonders gut Siegmund, Simon, Fischer und Luh. Turnstunde des 7. Bezirks der OT. Am Sonntag fand in Wieseck die Turnstunde des 7. Bezirks statt. Von den 35 Vereinen des Bezirks waren 32 Vereine vertreten. Nach einem Turnerlied fanden Laufübungen statt, denen die Freiübungen zum Bezirksfest in Reiskirchen folgten. Ferner wurden die Gerätepflichtübungen durchgeturnt. Bezirksführer D a u p e r t, Wieseck, hielt eine kurze Ansprache, in der er noch besonders auf organisatorische Fragen einging. Zum Schluß wurden die Freiübungen und Geräteübungen für das Gaufest in Alsfeld unter Leitung von Bezirksturn- wart Reuter vom 2. Bezirk durchgenommen. Sportabteilung des Tv. Wieseck. wieseck I — Heuchelheim I 4:1 (2:0). Am Sonntag hatte die 1. Mannschaft des Turnvereins Wieseck die gleiche des Tv. Heuchelheim zum Gegner. Das Treffen wurde von den Einheimischen verdient gewonnen. Die Gastgeber spielten in bester Form. Die Gäste schlugen sich tapfer. Schon in der 8. Minute ging Wieseck in Führung, kurz darauf erhöhte der Mittelstürmer aus 2:0. Nact^ der Pause holte Heuchelheim ein Tor auf, aber bald war durch einen schönen Kopfball die Tordifferenz wieder hergestellt. Kurz vor Schluß siel das 4. Tor. Der Gästetormann verhinderte eine höhere Niederlage seiner Mannschaft. Die 2. Mannschaft konnte die gegen die 2. von Heuchelheim ebenfalls einen Sieg erringen. 3:2 lautete das Ergebnis. Die 3. Mannschaft trug ihr erstes Spiel aus, war in Klein-Linden au Gast und kehrte mit einem ehrenvollen Unentschieden (2:2) nach Hause. Die Jugend weilte mit 9 Mann in Watzenborn-Steinberg und mußte den Gastgebern mit 0:2 Toren den Sieg überlassen. Deutschland - Oesterreich findet statt. Die Zweifel an der Durchführung des Fußball- Länderkampfes Deutschland — Oesterreich, der am 25. Juni im Frankfurter Stadion ausgetragen wird, sind behoben. Der Vorsitzende des österreichischen Verbandes hat bei der zuständigen Regierungsstelle die Ausreise-Erlaubnis der Oesterreicher erwirkt, so daß das Spiel bestimmt zustandekommt. Kurze Sportnotizen. Versöhnt haben sich wieder die beiden holländischen Sechstagefahrer Pijnenburg und Piet van Kempen. Sie werden gemeinsam nach Amerika reifen und dort zusammen Mannschaftsrennen bestreiten. Die Schirmherrschaft für den am 9. Juli auf der „Avus" zum Austrag kommenden Großen Preis von Deutschland für Motorräder hat Reichspräsident bx>n Hindenburg übernommen, während Reichskanzler Hitler für die Veranstaltung einen Ehrenpreis gestiftet hat. Der deutsche Tennissport ist bei den bevorstehenden großen Tennisereignissen in England, den Londoner Meisterschaften und den Weltmeisterschaften in Wimbledon, durch die Herren von Cramm. Lund, Rourney und Dr. Kleinschroth und die Damen Auh em. Krahwinkel. Horn und Schneider- P e i tj vertreten. Sie Heimreise nach Deutschland hat Max Schmeling am Dienstag mit der „Rew-Vork" angetreten. „Max" will im September wieder zu- rückkehren und hofft, im Februar 1934 in Miami den Revanchekampf gegen Max Baer austragen zu können. Keinen Cent von den ihm zustehenden 25 000 Dollar soll Max Baer nach seinem Kampf gegen Schmeling erhalten haben, da ihm ein Gerichtsvollzieher nach dem Kampf einen Zahlungsbefehl über 31 000 Dollar überbracht habe. 10 000 Dollar beanspruchte fein früherer Manager und 21 000 Dollar beanspruchte eine Frau für ein nicht gehaltenes Eheversprechen. Wirtschaft. Sranffurfer Abendbörse sehr still. Frankfurt a. M, 13. Juni. Die heutige Abendbörse entbehrte jeglicher Anregung und war daher wiederum nahezu geschäftslos. Die bessere Tendenz der Auslandsbörsen blieb auf die Kurs- gestaltung ohne Einfluß. Gegenüber dem Berliner Schluß traten nur geringprozentige Veränderungen ein; IG. Farben bröckelten bei Eröffnung um 0,5 Prozent ab und gingen im Verlauf weiter leicht zurück, um schließlich gegen Schluß der Börse auf kleine Rückkäufe wieder leicht anzusteigen. Am Rentenmarkt blieb die Reubesitzanleihe unverändert, während die Altbesihanleihe 0,5 Prozent anzog. Späte Reichsschuldbuchforderun- gen waren mit etwa 79,63 Prozent kaum verändert. Tl. a. notierten: Reubesih 12,60, Altbesitz 75,63, Schuhgebietsanleihe 7,95, 5proz. äußere Goldmexikaner 11,25, Dresdner Dank 58,50, DD-Bank 59,50, Reichsbank 139, Harpener 106, Mannesmann 70,50, Phönix 41,50, AEG. 25,75, Eonti Gummi 160,50, Licht & Kraft 113,75, IG.-Farben 133 75 bis 133,63 bis 134, Siemens 166,50, Reichsbahn-VA. 98,88, Hapag 18, Rordd. Lloyd 18,75. Frankfurter Pserdcma^t. Frankfurt a. M., 13. Juni. Auf dem gestrigen Pferdemarkt fetzte der Handel sofort nach Eröffnung lebhaft ein. Besonderes Interesse zeigte die Landwirtschaft für aus Ungarn importierte Tiere; es sind abgerundete, mittelschwere Arbeitspferde, langschweifig und von gutem Bau. Schlachtpferde waren nur wenig zugeführt und die Preise hielten sich durchweg auf bisheriger Höhe. Das Geschäft war flott und der Umsatz in Pferden aller Gattungen zufriedenstellend. Der nächste Pserdemarkt findet am 10. Juli statt. Die Arbeilsmarkllage in Hessen nndHessen-Aassau Rund 9900 Arbeitssuchende in der zweiten Maihälste weniger. F r a n k f u r t a. M., 12. Juni. (WSN.) Die Zahl der verfügbaren Arbeitsuchenden im Bezirk des Landesarbeitsamtes Hessen ging von Mitte bis Ende Mai u m 9908 ober 3,2 o. H. des Standes von Mitte Mai zurück. Die Entlastung des Arbeitsmarktes war damit in der zweiten Mai- Hälfte wesentlich stärker als in der ersten, in der sie nur 3404 oder 1,1 o. H. betrug. von dem Rückgang von insgesamt 9908 entfielen 8916 auf die Männer und nur' 992 aus die Frauen. Der Anteil der Frauen an der Gesamtzahl der Arbeitsuchenden ist daher auch von Mitte zu Ende Mai von 16,3 auf 16,5 v. H. gestiegen. In sämtlichen Arbeitsamtsbezirken ging die Zahl der Arbeitsuchenden zurück: die Abnahme war verhältnismäßig am stärksten in den Bezirken Hersfeld (12,1 v. H.), Niederlahnstein (9,5 v. H.) und Dillenburg (8,7 o. H.). Die Zahl der Arbeitslosen nahm um 9599 ab gegenüber nur 3212 in der ersten Maihälfte. Die berufliche Gliederung der Arbeitsuchenden zeigt in fast allen Berufsgruppen mit Ausnahme in den Gruppen Forstwirtschaft, Papiererzeugung und -Verarbeitung, Veroielfältigungs- und Reinigungsgewerbe, eine Abnahme der Zahl der Arbeitsuchenden. Die Abnahme der Zahl der Arbeitsuchenden war am erheblichsten auch weiterhin in den Auhenberufen, d. h. in der Landwirtschaft, in der Industrie der Steine und Erden und am stärksten in der Gruppe Baugewerbe, die allein eine Abnahme um 1648 aufweist; die Gruppe der ungelernten Arbeiter ging um 1378 zurück. Eine stärkere Aufnahme von Arbeitslosen ist aber auch in den Konsumgüterindustrien erfolgt. Die Abnahme betrug im Nahrungs- und Genußmittel- gcroerbe 342, im Bekleidungsgewerbe 497, in der Gruppe Ledererzeugung 268. Jrn Holz- und Schnitzstoffgewerbe war ein Rückgang um 782 zu verzeichnen. Die Zahl der Angestellten nahm um 922 ab. In der Berichtszeit zeigte sich bereits deutlicher als bisher die Auswirkung der Arbeits- beschaffungsmaßnahrnen, in der Hauptsache des Sofortprogramms der Reichsregierung, wo insbesondere langfristig Erwerbslose, d. h. Wohlfahrtserwerbslose, Beschäftigung finden sollen. 3m Monat Mai Hal die Gesamtabnahme der Arbeitslosen etwas über 12 000 betragen. In der gleichen Zeit ging die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge um fast 4400 und die der Wohlfahrtserwerbslosen um etwas über 7600 zurück. Wie die Zahl der Beschäftigten nach der Krankenkassenmitgliederstatistik zeigt, ist die Entlastung des Arbeitsmarktes im Frühjahr dieses Jahres bereits in stärkerem Maße erfolgt, als dies in den Zahlen der Arbeitsmarktstatistik zum Ausdruck kommt. In den^Monaten März und April wurden die Arbeitsämter um rund 26 000 Arbeitsuchende entlastet, während die Zahl der Beschäftigten nach der Krankenkassenmitgliederstatistik eine Zunahme um rund 77 000 aufweist. Hierin kommt eine Abnahme der nicht von den Arbeitsämtern erfaßten Arbeitslosen, also der unsichtbaren Arbeitslosigkeit, zum Ausdruck. Man muß jedoch dabei berücksichtigen, daß die Entlastung der Arbeitsämter an sich bedeutend höher wäre, wenn sich nicht in den letzten Monaten ein erheblicher Zustrom an Arbeitsuchenden ergeben hätte, die bisher die Arbeitsämter nicht in Anspruch genommen haben, nun aber besonders auch bei der Landhilfe, bei Notstandsarbeiten und Arbeitsbefchafffungsmaßnahmen Beschäftigung finden wollen. In den vorstehenden Zahlen sind die Ergebnisse für den Monat Mai noch nicht berücksichtigt, da die Zahlen der Krankenkassenmitgliederstatistik für diesen Monat noch nicht vor- liegen. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung ist von Mitte zu Ende Mai um 1241, die in der Krisensürsorge um 1042, in beiden Unterstützungseinrichtungen zusammen um 2283 zurückgegangen. Es wurden Ende Mai in der Arbeitslosenversicherung 22 852, in der Krisenfürsorge 68 299, in beiden Unterstühungseinrichtungen zusammen 91151 hauptunterstühungsempfänger gezahlt. Die Zahl der anerkannten Wohlfahrtser- werbslosen betrug nach dem Stande von Ende Mai (vorläufiges Ergebnis) 108 860 Männer, 12 780 Frauen, zusammen 121 640 gegenüber 129 260 insgesamt nach dem Stande von Ende April. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinden. Mittwoch, den 14. Juni. Gießen. 16.30 bis 19 Uhr: Beichte. Donnerstag, den 15. Juni. Fronleichnamsfest. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte: 7: Messe: 9: Hochamt; 9.45: Prozession durch Wilhelmstraße, Ebelstraße, Liebigstraße; 11.30: Messe; 14: Festandacht mit Segen. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Cid). 10: Hochamt mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Freitag, den 16., und Samstag, den 17. Juni. Gießen. 20 Uhr: Sakramentalische Andacht. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzl beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o H., Lombardzinsfuß 5 o. H. ;*rrant:ur u. -Ul. 25erlm Gchluß- hird Schluß!. Abend, börse Gchluß- kurs Schlußk. Mittag, börse Datum 12.6. | 13.6. 12.6. 13.6. 6% Deunche WeichMnietbe v. l»2i 84,5 84,5 84,13 84 6% etjem.7% Dt.Reichsanl. v. 1929 90,65 90,65 90,75 90,75 b^,% Doung-Anleihe von 1930 . Seutidjc Anl.-Ablül.»Schuld ml 76.65 78 76,65 78 Auslol.»Rechten ........... 75,65 75,65 75,75 75,25 DeSgl. ohne AnSloj.»Rechte..... 6% cbem. 8% Heil. Bolkestaat 1929 12,75 12,6 12,75 12,6 srückzahlb. 102%)........... Obcrhellen Provinz»Anleihe ml 80,5 79,5 81 79,5 AuSlvl.-Rechten ............ 6% Heil- Landesbank Darmstadt 69 68 — — toolb R. 12....... cy2% Hell. Landes Hypotheken. 82,5 85.25 82,5 — 82,5 bank Darmstadt Staut ... 86,25 — — Deutsche Komm. Sammelab l.An leihe Seriel mit AuSlol.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyo.-Ban! 70,25 69,25 70 69,65 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ebem. 7% Franks. Hhp.-Baw 84 83,75 — — Otolbpfe. 16 unkündbar bis 1936 6%% ehem. 4’/,% yranks. Hyp. Bank-Liau.-Pfandbriese ..... 84 83,75 — — 86,25 86,25 — 6'/,% ehem. 4'4% Rheinische Hhp.-Bank-Liqn..Goldpse. ... 6% ehem. 8% Pr. LandeSpsand 85,75 85,75 — — briesanliali, Psandbriese R. 19 84.5 84 85 85 6% ehem. 7% Pr. LandeSpsand brirfanftalt. Psandbriese flt K 34,75 84,5 84 Verrechnungskurs ............. 85,5 35,65 85.5 85,65 4% Oestcrrcichilche Goldrente... 18 4,20% Lesterreichische S Überreizte — — — 1,4 4% Ungarische Goldrente...... *• —- — — 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 —• — — •— 4Yt% desgl. von 1913........ — — — — 6% abgcsl. Goldmextkaner von 99 10,13 11,13 10,13 11,25 4% Turki'che Zollanleibe von 1911 4% Türkische Bagdadbalm-Anlech 6.3 6.25 6,25 6,25 (Serie l..................... 6,25 6,25 6,2 6,25 Frankfurt a. 271. Berlin Schluß« kurs «Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Dllttag« bör«e Datum 12.6. 13.6. 12.6. 13.6. 4% desgl. Serie ll ........... 6,25 6,25 6,3 6,3 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6 5,75 5,75 — 4'/z%Rumün.vereinh.Rentev.l918 10,8 10,5 10,6 10,75 4% Rumänische vereinh. Rente 5,05 4,95 5,13 4,9 3%% Anatolier ............. 28,7 28,25 28.75 27,75 Hamburg-Amerika-Paket ..... ( 18,4 18 18,13 17,75 Hamburg-Südam, Dampsschiss. 0 29,5 27,5 Hansa Dampsschiss........... 0 — 25,5 26 Norddeutscher Lloyd ......... 0 19,13 18,75 19 18,9 91.®. für Verkehrswesen 9ttt. .. 0 51.5 51,5 51,9 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 93 93,25 92,25 Commerz, und Privat-Bank ... 0 51 51 51 51,5 Deutsche Bank und Dieronto- Gelcllschast........... ( 59,75 59,5 59,75 59,5 Dresdner Bank............. 1 49 48,5 49 48,5 139 139 139,25 139,25 A.E.G...................... ( 26 25,75 5,9 25,75 Elektr. Liesen,ngSgelelllchaft ... k 91 92 91 92 Licht und Kraft ............. f 114 113,75 115 114 Felten & Guilleaume ........ 0 57,5 57 57.65 56,25 Gesellschaft für Elektrische Unter- nehmungen............... 4 94 94 94,75 94,13 Rheinische Elektrizität ........ 6 98,75 — 98 96 Schlickert &Co. ........... 0 113 —— 113,13 113.75 Siemens & Halste ........... < 167,25 166,5 167,9 167 Lahmeyn L4Lo............. 10 125 126,5 125,5 126,65 Budemr ................... ( 75,75 75,75 75,75 76 Deutsche Erdöl ............ 4 120,5 119,4 119,75 119,25 Geilenkirchen«.............. 0 63,5 63,75 63,5 64,13 Harpener ................ 0 107 106 106,75 105,65 Hoelch Eilen—Koln-Neuellen.. 0 —- — 69,5 70 Ilie Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse........ ßlettnenuerfe............ 7 — — 163,75 163,75 7 123 — 124 123,25 0 59 59,5 59 59,75 Mannesmann-Rühren........ 0 69,75 70,5 69,9 1 70,65 1 Iranliun a. M. | Lerlln Schluß« kurs Schlußk. Abcnd« börse Schluß« kurs Schlußk. Mittag- börse 'Datum 12.6. 13-6. 12.6. 13.6. Manstelder Bergbau...... ... o 25 25 25,5 25,13 Kurswerte............. ... o — — 84,5 85 Phönix Bergbau.......... ... 0 41,5 41,5 41.25 41,65 Rheinische Braunkohlen ... ...10 210 212 212,5 212 Rbeinstabl ........... ... o 95,25 40,75 — 95,5 96,25 Vereinigte Stahlwerke..... ... 0 41,5 40,75 41 Ötavi Minen ............ ... 0 18,5 18.5 18.25 18,75 Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 132,25 129,75 133 132 Kaliwerke Westeregeln..... ... 6 136,5 135 135 135 Kaliwerke Salzdetsurth .... ... ? 179 178,5 180 176,5 I G. Iarben.Industrie .... ... 7 134,5 134 134,4 134,25 Scheideanstalt............ ...10 173 171 — Goldschmidt ............. ... 0 53,5 51,4 53,5 51,5 Rütgerswerke ............ ... 0 61 61 60,9 60,9 Metallgesellschaft.......... 39,25 — 39,65 39,13 Philipp Holz mann........ Zementwerk Heidelberg .. Cementwerk Karlstadt...... ... 0 59 58 59 57,4 :::$ 81 78 81,5 78 - Schultheis Patzenhoser..... ... 0 — _ 128,5 126,4 ölku «Allgemeine Kunstseide) ... 0 39 39,5 39,4 39,9 Bemberg................ ... 0 49,25 — 48,25 48 Zellstosl Waldhos......... ... 0 52 51,5 51 50,65 Hellsloss Aschaffenburg .... ... 0 24 23,5 23 23 Dessauer ®a5 ............ ... 7 — —— 116,75 117,5 Daimler Motoren......... ... 0 31,5 31 31,4 31,25 Deutsche Linoleum ....... ... c 50 49,25 50 49,25 Qrenstein & Koppel ...... Leonhard Dietz . ........ ,.. 0 ... 6 24 23,5 48,75 24 48,25 23,25 168 175 169 173 Grihner............ ... 0 27,5 27 27,6 26,25 Mainkraftwerke Höchst a.M. ... 4 70 69 - Süddeutscher Zucker ..... ... e 155,25 154,5 155,25 155,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 12-Juni 13.Juni Amtliche Datierung Amtliche Notierung Geld Brie' Geld 3ric Helsingfors. 6,329 6,341 6.329 6,341 Wien...... 46,95 47,05 46,95 47,05 Prag...... 12,64 12,66 12,64 12,66 Budapest ... — — — — Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland ... 170,33 170,67 170.43 170,77 £61o....... 72,28 72,42 72,28 72,42 Kopenhagen. 63,84 63,96 63,84 63,96 Stockholm... 73,73 73,87 73,78 73 98 London..... 14,32 14,36 14,33 14,37 Buenos Aires 0,898 0 902 0,898 0,902 Neuyorl ... 3,412 3,418 3,462 3,468 Brüssel .... 58,94 59,06 59,06 59,18 Italien..... 22,04 22,08 22,06 22,10 Paris ..... 16,62 16,66 16,62 16,66 Schweiz... 81,67 81,83 81,77 81,93 Spanien.... 36,16 36.24 36,21 36,29 Tanztg.... 82,62 82,78 82,62 82,78 Japan...... 0,884 0,886 0,889 0,891 Rio de Jan. 0,229 0,231 0,229 0,231 Jugoslawien 5,195 5,205 5,195 5,205 Liji'-bon.... 13,02 13,04 13,04 13,06 Banknoten. Serlln, 13. Juni Selb Amerikanische Roten.............. 3,425 3.445 Belgische Roten.................. 58,90 59 14 Dänische Noten .............. . *8,47 63,73 Englische Noten ................. 14,29 14,35 Französische Noten............... 16,58 16,64 Holländische Noten............... 170,06 170,74 Italienische Noten................ 21,94 22,02 Norwegische Noten .............. 72,11 72,39 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... 2,46 2,48 Schwedische Noten............... 73,60 73,90 Schweizer Noten................ 81,59 81,91 ccaniirtie Noten................. Ungarijche Noten ................