Nr. 136 Erstes Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, l^.Zuni (955 Lrlcheini tägltd), autz« Sonntag» und feiertags Beilagen; Die Illustriert, Gieflener Familienbtätter Heimat im Bild Die Scholl» Dlonat$-Be$ug$pret$; Mit 4 Beilagen NM 1.95 Ohne Illustriert» . 1.80 Zustellgebühr . . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt Hernfprechanschltjste anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: Kronkfvri om Main 11686 GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Drnbtud, auch mit Quellenangabe, verboten I London, den 13. Bunt 1933. (Durch Flugpost! Die deutsche Delegation ist in London aewiffer- masten tropfenweise eingetrofsen. Als erste Schwalbe tarn Schacht mit dem Flugzeug auf dem Flugplatz Eroyden an, und zwar zu gleicher Zeit, da der Hauptteil der österreichischen Delegation mit Do11suß an der Spitze im Flugzeug von Paris her eintraf. Es gab so etwas wie ein kleines Wettrennen zwischen den beiden Flugzeugen, und tatsächlich gelang es dem groben dreimotorigen Bunkers, einige Langen früher auf dem Boden auszusehen. Herr Dollfuß wurde von einer großen Gesellschaft in Cut und Zylinder empfangen, wahrend sich der deutsche Reichsbankpräsident seiner ganzen Art gemäß, bescheiden und unauffällig in die Büsche schlug. Der Reichsaußen- minister Freiherr von Neurath traf am Sonntagnachmittag in London ein, und hatte sofort, wie die Fama zu berichten weih, einige wichtige Unterredungen. Der eigentliche Delegationszug, der den Wirtschaftsminister Hugenberg und den ganzen Stab der deutschen Abordnung brachte, hatte ziemliche Verspätung, was sofort zu allerlei Gerüchten Anlaß gab. Es hatte aber weder Sturm aus See geherrscht, noch war es zu Zwischenfällen auf der Reise gekommen, wenn man davon abfteht, daß sich irgendwo auf einer holländischen Station einige Leutchen gesammelt hatten, die mit mehr gutem Willen als Lungenkraft den Reichsbannerschlachtruf »Freiheit" im Chor ertönen ließen. Auf dem Liverpool-Bahnhos war eine ziemlich stattliche Menschenmenge versammelt, die aber schweigend und nicht einmal unfreundlich die deutschen Gäste in Empfang nahm. An sich ist die Stimmung in London nicht g e - rode günstig. Die aegen die Deutschen neu ent- fachte Hetze wirkt sich immer noch aus, wenn man auch im Straßenbilde keine Boykottplakate gegen deutsche Waren mehr sieht. Dafür werden aber Greuelbroschüren verkauft, die für einen Penny zu haben sind und offenbar einen guten Absatz finden. An dem traditionellen Platz der Volksredner, a n her BHfon-Statue auf bem Trafalgar- \ q u a r e , fand noch am Sonntag ein großes Meeting der „Freunde der Sowjetunion" gegen Deutsch» land statt, das, obwohl fortwährend Regenschauer niedergingen, einen starken Zulauf hatte. Auch sonst merkt man eine wiedergekehrte Voreingenommenheit gegen die Deutschen, die fast noch stärker ist, als man sie unmittelbar nach dem Kriege beobachtete. Wenn es deutschen fjerren geschehen konnte, daß ihnen e i n Chauffeur die Fahrt verweigerte, weil sie Deutsche waren, so ist das immer- hi: ein Zeichen dafür, daß die deutschgegnerische Pro- paganda in den breiteren Massen wirkt. Der ge- bildete Engländer läßt allerdings nichts dergleichen merken. Er ist von der gleichbleibenden kühlen Höflichkeit, die er jedem Gast seines Landes gegenüber 3C'Sie Hotels sind anscheinend überfüllt und haben entsprechende Preise, obwohl das auch in Deutschland bekanntgewordene Gerücht, wonach sich die Wirte bereits über die allzuaroße Sparsamkeit einiger Länderabordnungen beklagt hätten, doch wohl nicht jutrifft. Die deutsche Abordnung wohnt in einem großen, neuerrichteten Hotelpalast, dem Dorchesterhaus, am Hydepark, also dort, wo einmal die vornehmste Gegend Londons war. Heute haben sich die feine Gesellschaft und wohl auch die vornehmsten Klubs mehr in die Gegend des Holland Parks verzogen. Dieses Hotel ist eine Karawanserei von selbst in Berlin unbekanntem Ausmaß. Es wird eine geraume Zeit dauern, bis sich die Mitglieder der deutschen Delegation in den vielen Gängen zurecht und zueinander finden. 9m übrigen wohnt die deutsd-e Delegation dort nicht allein. Es haben sich noch einige andere Länderab- Ordnungen dort eingefunden, die anscheinend nach der Reihenfolge des Alphabets ausgewählt sind. Ueberhaupt spielt das Alphabet eine Rolle. Auch die Plätze im großen Saal der Reichswirtschaftskonferenz, die im Royal Geographica! Insti- tute, das den Eindruck eines neu errichteten Ausstellungsbaus macht, stattfindet, sind alphabetisch an» geordnet. Dadurch sitzen die deutschen Vertreter ziemlich in de r erften Reibe, übrigens unmittelbar neben den in ihrer, malerischen Landes- tracht erschienenen Söhnen „Saudi-Arabias" (Hed- schas). Die Franzosen haben ihren Platz ungefähr in der Mitte, und die Amerikaner kommen ziemlich weit hintens Man wird unwillkürlich an eine Schule erinnert, und fragt sich, ob es hier auch wie in der Schule zugeht, wo der Herr Lehrer bekannt- lich die guten Schüler auf die letzten Plätze verweist, während er die schlechteren und die. die er bester im Auge behalten will, nach vorne zieht. Auch ganz so wie in der Schule geht es hier doch nicht vor sich Man verrät kein Geheimnis, wenn man sagt, daß d i e Pausen aller Wahrscheinlichkeit nach mehr bebeuten als bie ArbeitsstuNben in dieser großen Halle. Tatsächlich ist diese Konferenz nicht eine Konferenz, sondern ein Sammelsurium von Zusammen- fünften und Verhandlungen. Da sie vom Völkerbund berufen ist, so ist es hier — das merkt der „Schlachtenbummler" auf den ersten Blick — genau so, wie in Genf — was hinter den Kulissen vor sich gebt, ist wichtiger und wird erst recht wichtiger werden, als das, was vorn auf der Bühne geschieht. Es bleibt abzuwarten, ob und wie hier in London dieAbrüstungsfrage — um Deutschland und neben Deutschland Amerika besonders interessierendes Thema — in unmittelbaren Gesprächen von Staatsmann zu Staatsmann vorwärts getrieben werden kann. Im Vordergrund der mehr und eigentlichen wirtschaftspolitischen Erörterungen steht die große Frage, wie sich d e r g r o ß e W ä h - rungskampf zwischen England und Amerika weiterentwickelt, ob er mit einem wirk- ließen Frieden ober mit Sieg unb Bieberlage enbet. Der Einbruck ist nicht zu leugnen, baß England babei boch trotz bes von Macbonalb zur Schau getragenen Optimismus am kürzeren Arm bes Hebels sitzt. Hinein unb ebenfalls ungelöst spielt bie Kriegs- schulbenfrage, über bie sich England unb Frankreich als Schuldner unb Amerika als vorerst noch unnachsichtiger Gläubiger bie Köpfe heiß reben werben. Deutschland kann babei nicht viel tun unb bürste sich am besten auf ein ruhiges Abwarten beschränken. Herr Macbonalb hat zwar befonbers unterstrichen, baß bas Lausanner Abkommen als die Grundlage aller Verhandlungen gelten muß, aber in einer Zeit, wo Deutschland infolge seiner Ausblutung durch die Reparationen gezwun- gen ist, ein Transfermoratorium zu erklären, kann gerade diese Grundlage mit ihrer Drei- Milliardenforderung für bas beutsche Auge nur als bereits überholt und höchst brüchig erscheinen. Für Deutschland steht es jedenfalls fest, baß es ohne Währungsschutz unb Währungsfreiheit, ohne bie Möglichkeit, aus eigener Kraft unb nach ben zwin- genben Gesetzen seines eigenen Wirtschaftslebens seine Wirtschafts- unb Hanbelspolitik zu bestimmen, kaum in ber Lage sein wirb, erfolgreich an biefer Mailand, 13. Buni. (WTB.) Reichsarbeitsminister Franz S e l d t e , der an der Spitze einer Delegation am Samstag hier eingetrofsen war, um in Italien dasProblem des Straße n- baues und insbesondere das des Au tost ra- ßenbaueszu studieren, hat gestern abend Mailand wieder verlassen. Dor seiner Abreise gewährte er dem Popolo d'Btalia ein Interview, in dem er seine Anerkennung über die Leistungen des Faschismus auf dem Gebiete des Straßenbaues aussprach. Auch in Deutschland, erklärte Minister Seldte, richte sich die Aufmerksamkeit der Regierung auf dieses Problem. Als eine der ersten Regierungstaten habe Adolf Hitler das Straßenbauprogramm auf die Tagesordnung gesetzt und die Reichsregierung habe ein umfassendes Programm für den Dau von Autostraßen in Arbeit. Die Autostraßen, denen immer mehr der Derkchr zuströmen werde, seien nicht eine Konkurrenz, sondern eine nützliche und notwendige Ergänzung der Eisenbahnen. Das Programm der Re- P a r i s, 14. Juni. (CNV. Funkspruch.) Das „Echo be Paris" will antünbigen können, baß vor ber Ratifizierung bes Viermächtepaktes eine Begegnung zwischen Ministerpräsident Data ö i e r und Mussolini einerseits und zwischen D a l a b i e r und Reichskanzler Hitler anderseits stattfinden werde. Bei der Aussprache mit Mussolini werbe man versuchen, bie zwischen Italien unb Frankreich schwebenden strittigen Fragen zu behandeln und möglichst einen freundschaftlichen Modus vivendi zu schaffen. Der Londoner Berichterstatter des „Journals" hebt hervor, daß Ministerpräsident Da lädier gestern mit dem italienischen Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten Suvich eine eingehende Aussprache hatte, die ben französisch - italienischen Unstimmigkeiten gegolten habe, deren Lösung der Viererpakt erleichtern solle. Der heikelste Punkt sei immer noch die Frage des Gleichgewichts der Seestreitkräfte. Hierzu wird in Berlin erklärt: Bereits in seiner großen Senatsrede vom 7. Juni hat Mussolini den Wunsch ausgesprochen, baß zur praktischen Ingangsetzung bes Viererpaktes alsbald periodische Zusammenkünfte zwischen den unmittelbar verantwortlichen Leitern der Außenpolitik der vier Staaten vereinbart werden, ein Gedanke, der auf deutscher Seite lebhaft begrüßt worden ist, weil auch Deutschland die Zusammenarbeit der Mächte zu einer Realität der europäischen Politik machen will. Im Rahmen dieser Staatsmännerzusammenkünste hätte eine deutsch • französische Auss prache, die übrigens schon früher angeregt worden ist, durchaus nichts Sensationelles. Was das Verhältnis zwischen Italien und Frankreich betrifft, so ergibt sich aus allen Mitteilungen, die in \ bie Deffentlichkeit gelangen, baß trotz ber unzweifel- I haften Verbesserung ber Atmosphäre bie sach - I ließen Gegensätze fortbestehen, insbe- Weltkonferenz mitzuarbeiten. Die Zeiten internationaler Binbungen ohne entsprechenden Ausgleich sind für die deutsche Politik nun einmal endgültig vorbei. A m e r i k a hat bereits verschiedene Vorschläge gemacht, Vorschläge, die, wie ber Zollfrieben, mit einem allgemeinen lOproz. Zollabschlag, ober auch bie Betengung der Weizenanbaufläche doch allzusehr aus seinem eigenen Gesichtswinkel gesehen sind, als daß sie ohne weiteres allgemeine Zustimmung finden würden. Zu den Sorgen der großen Staaten treten doch auch die ebenfalls großen Sorgen der Kleinen Staaten. Da diese Konferenz nun einmal a l s ein Parlament, wenn auch mit Beschränkung der Redezeit auf zehn Minuten, aufgezogen ist, so werden gerade die kleinen Staaten reden wollen, um ihre Stimmen auch in Zeiten des Diermächtepaktes zu Gehör zu bringen. Das äußere Bild der Erössnunassihung war schlicht und würdig. Der König des britischen Weltreiches erschien im einfachen schwarzen Gehrock des Bürgers mit der Relke im Knopfloch. Die Art seines Dortrages wirkte sympathisch und hob sofort die Atmosphäre der Dersammlung, auf der sich nach Macdonalds Worten „mehr Macht und Ansehen zusammengefunden hat, als jemals in der Welt unter einem Dach zusammengebracht wurde." Das Wort mag seine Richtigketi haben. Aber man soll in Ruhe abwarten, welche greifbaren Ergebnisse bei einem solchen Dersuch, der der Größe nicht entbehrt, herauskommen. Das Ende gibt erst die Wertung, trägt aber auch die - Last. gierung umfasse etwa 4800 Kilometer Autostraßen, für deren Bau und Finanzierung die Errichtung eines besonderen Konzerns geplant sei, der in engster Zusammenarbeit mit der Reichsbahn den Verkehr gerecht über das Straßen- und Eisenbahnnetz verteilen soll. Das deutsche Programm für den Dau von Autostraßen werde vielleicht ein er st er Schritt zu einer allgemeinen Neuorientierung auf diesem Gebiete werden, auf dem Italien als Pionier vorangeschritten sei. Er denke, daß die italienischen Erfahrungen auf diesem Gebiete für Deutschland von großem Ruhen sein werden. Am Schluß seiner Ausführungen unterstrich Reichsminister Seldte die große Bedeutung, die der Bau der neuen Straßen für die Verringerung der Arbeitslosigkeit haben werde. Eine nützliche Sache schassen, schloß der Minister, wie es die Straßen sind und damit dem Dolk Brot geben, ist eine wirtschaftliche und politische Tat und vor allem von großem moralischem Wert. sondere in ber Flottenfrage, in ber Italien grunb» sätzlich bie Parität mit Frankreich verlangt, Frankreich bagegen mit Entschiedenheit an bem sogenannten Zweimächtestanbarb festhält, ber seiner Flotte bie Ueberlegenßeit über bie Vereinigten Flotten Italiens unb Deutschlands sichert. Die Verhand- lungen über biefe Frage sinb seit ber Lonboner Konferenz oon 1930, auf ber keine Einigung erzielt werben konnte, trotz aller englischen Vermittlungsversuche vor unb währenb ber Abrüstungskonferenz nicht weitergekommen. Ihr Gelingen wäre aber bie Voraussetzung einer allgemeinen Einigung über bie Flottenabrüstung auf Grund bes englischen Konoentionsenttvurfes. England mit dem Viermachte- pakt zufrieden. VeffcresVerhältniszwischenParisundRom L o n b o n , 13. Juni. (WTB.) Im Unterhaus roanbte sich Unterstaatssekretär Eben gegen bie in ber Diskussion laut geworbene Ansicht, baß ber Viermächtepakt bebeutungslos sei. Der Unterstaatssekretär erklärte, bie Vereinbarung fei ber aufgeroenbeten Mühe wert; benn sie bringe vor allem ein besseres Einoerneh» men zwischen Frankreich unb Italien zustande, worüber keine Regierung befriedigter sei als bie britische. Die Abrüstungskonferenz mache nur sehr langsame Fortschritte. Anstatt oon Sicherheit unb Abrüstung zu reben, sollte man lieber von ber französischen Forberung nach Sicherheit unb ber beutfeßen Forberung nach Gleichberechtigung sprechen. Verglichen mit diesen beiden Problemen seien alle anderen Schwierigkeiten gering. JeuWani» wird den Auwflraßenbau sördern. Reichsarbeiisminister Seldte kehrt von seiner Studienreise aus Mailand zurück. DieZngangsetzung des Viererpakts Begegnung her Regierungschefs? — Sas italienisch-französische Verhältnis. Der österreichische Presseattache in Berlin ausgewiefen Gegenmaßnahme gegen die Verhaftung Habichts. Berlin. 14. Juni (ENB.-Funkspruch.) Der Bruch bes Völkerrechtes durch bie österreichische Regierung baburd), baß sie ben ber deutschen Gesandtschaft in Wien als Presseattache zugeteilten Reidjstagsabgeoröneten Theo Habicht, der gleichzeitig Canbesinfpetteur der NSDAP, in 0 e ft e r r e 1 <ß war, verhaftet hat. hat die deutsche Reichsregierung nun zu einer Gegenmaßnahme gezwungen, nachdem trotz des eingelegten Protestes die Verhaftung Habichts unb feine Ausweisung aus Oesterreich nicht rütf- M. b. R. Theo Habicht, Lanbesinspektor ber österreichischen Nationalsozialisten, ber in Wien verhaftet wurde. gängig gemacht worben sind. Aus diesem Grunde ist der Österreichischen Gesandtschast in Berlin mik- geteilt worden, daß ihr Presseattache Dr. Erwin wasserbaeck sofort bas deutsche Reichsgebiet z u verlassen hat. Dr. wasser- baeck wird umgehend aus Deutschland abgeschoben. Dazu wirb noch folgenbes mityeteilt: Der österreichischen Regierung ist vor wenigen Wochen mitgeteilt worben, baß ber Abgeorbnete Habicht a I s Presseattache ber deutschen Gesandtschaft in Wien ungeteilt worden ist. Sie hat diese formale Mitteilung einfach beiseite geschoben unb sich dadurch völkerrechtlich schwer ins U n r e ch t g e s e tz t. Die österreichische Regierung hat weiterhin, währenb noch Verhandlungen über biesen Punkt zwischen ben beiben Regierungen schwebten, Gewaltmaßnahmen gegen ben beutschen Presseattache in Wien angewendet, inbem sie burch Polizei sein Haus erbrechen unb durchsuchen unb Habicht in Haft nehmen ließ. Habicht ist babei in ber unwürdigsten Weise behandelt und unterbracht worden, so daß er schließlich als Protest i n ben Hunger st reik trat. Obwohl die beutsche Gesanbtschast in Wien sofort schärfsten formalen Protest eingelegt hat unb barauf aufmerksam ge- macht hat, daß inan keinesfalls diese Verhaftung hinnehmen könne, hat die österreichische Regierung bisher nichts zur Bereinigung des Falles unternommen. Unter diesen Umständen blieb als einzige Antwort nur noch eine Gegenmaßnahme übrig, die nur darin bestehen konnte, daß ber Presseattache ber österreichischen Gesandtschaft in Berlin zum VerlassendesReichsgebietesgezwun- gen würbe. Der Heeresminister V a u g o I n erklärte in einer Massenversammlung im Katholischen Vereins- haus: In Oesterreich gibt es keine Revolution. Sollte aber eine Revolution bennoch versucht werben, bann würben wir noch zu einem anberen Mittel greifen. Es gibt bann noch ein S t a n b r e tß t. Aber es wirb hoffentlich gar nicht so weit kommen Unsere ©enbarmerie unb unsere Polizei erfüllen ihre Pfticht und das Bundesheer wird das übrige besorgen. Moralische Finanzwirtschast. Em Vortrag des Reichsfinanzministers. Forst. 13. Juni. (TU.) Auf der diesjährigen Wanderoersammlung des Provinzialaus- schuss es für Innere Mission in ber Provinz Brandenburg sprach Reichsfinanzminister Graf Schwerin o Krosigk über bas Thema: „Ethos ber Finanzwirtschaft'. Er gab einen Abriß oon ber beutschen Finanzpolitik seit den Tagen der Inflation, die nicht nur Volksbetrug, sondern auch eine große Dummheit gewesen sei. In den folgenden Scheinkonjunkturjahren 1923 29 habe man bann gegen bas Gebot ber wirtschaftlichen Sparsamkeit gesündigt. Mit bem heutigen Arbeitsbeschaffungsprogramm belasteten wir im voraus bie fommenben Jahre, um aus der endlosen Schraube der S t euererhöhung unb Kaufkraftvernichtung herauszukom- men. Entscheidend werde dabei sein, daß die neue geistige Einstellung sich durchsetze. Deffent- liche Gelder seien mit äußerster Sparsamkeit zu verwalten. Jeder Beamte, vom Minister bis zum letzten Beamten, müsse jeden Steuerpfennig 3 m a l herumdrehen, ehe er ihn ausgebe. „Der Staat könne nur ehrliche Steuerzahler verlangen, wenn der Steuerzahler überzeugt sei, daß der Staat ehrlich mit seinen Steuern verfahr e." — In einem Telegramm entbot schließlich die Versammlung dem Reichsbischof o. Bodelschwingh in Ehrfurcht ihren Gruß und erbat für ihn den Segen des Allmächtigen. Beschlüsse der deutschnationalen Reichstagssrattion. Berlin, 13. Juni. (TU.) Die deutschnationale Reichsta^fraktion veröffentlicht zu dem Austritt der drei Reichstagsabgeordneten folgende Erklärung: „Die deutschnationale Rcichstagsfraktion verurteilt einstimmig das Verhalten der drei Abgeordneten Spahn, Stadtler und Wilhelm Schmidt, die ohne Niederlegung ihres Mandats und damit unter Bruch ihres schriftlich gegebenen Ehrenworts und unter schwerer Täuschung ihrer Wählerschaft aus der deutschnationalen Front aus geschieden sind. Der Bruch des Ehrenworts wiegt um so schwerer, als sie ihn mit unwahren, die Haltung und Absichten der deutschnationalen Front gegenüber der nationalen Regierung in niedrigster Weise verdächtigenden Angriffen zu begründen suchen. Die deutschnationale Reichstagsfraktion überläßt ein derartiges Verhalten dem Urteil der Oeffentlichkeit." Ferner faßte die deutschnationale Reichstagsfraktion folgende Entschließung: „Die deutschnationale Reichstagsfraktion gedenkt des bevorstehenden Geburtstages des Führers Hugenberg, der an diesem Tag in vorderster Front um Deutschlands wirtschaftliche und damit politische Zukunft kämpft. Sie spricht ihm mit ihrem Glückwunsch erneut ihr Vertrauen zu seiner Führung aus und bittet ihn, allen Angriffen zum Troß auf dem Posten zu bleiben, auf den ihn das Schicksal zum Segen des ganzen deut- schen Volkes gestellt hat." Oie Krisis in der GPO. Ausschluß von Wels, Stampfer, Breitscheid und Bogel? Berlin, 13. Juni. (ERB.) Die Parteiführer der SPD. Wels und Vogel haben in Gemeinschaft mit Stampfer und B r e i t s ch e i d in Prag ein Bureau eröffnet, das sich Reichsleitung der Deutschen Sozialdemokratischen Partei nennt, und das bei der Zweiten Internationale angemeldet worden ist. Die in Deutschland verbliebenen Führer der SPD. haben sich scharf dagegen verwahrt, daß eine Reichsleitung der Deutschen Sozialdemokratischen Partei im Auslande entstände. Es ist, nachdem nunmehr trotzdem ein solcher Schritt erfolgt ist, große Stimmung dafür vorhanden, Wels, Breitfcheid, Stampfer und Vogel ausderSPD. aus- z u s ch l i e ß e n. Die Leitung der SPD. mit dem Sitz in Berlin würde vermutlich der ehemalige Reichstagspräsident L ö b e übernehmen, der in Deutschland geblieben ist und bereits seit geraumer Zeit die Geschäfte der Partei führt. Ungeklärt ist die Frage, ob Stampfer zur Herausgabe des „Vorwärts" als Wochenblatt in Prag berechtigt ist, da der „Vorwärts" Eigentum der SPD. ist, und die deutschen Sozialdemokraten nicht daran denken, das Verlagsrecht preiszugeben. Sie erstreben vielmehr die Befugnis, den „Vorwärts" wieder erscheinen zu lassen. Oie obersteReichsleituug derAGOAp. Berlin, 13. Juni. (TU.) Die NSK. meldet: In einer Verfügung vom 2. Juni hat der Führer ange- ordnet, daß folgende bisherige Amtsleiter der NSDAP, künftighin den Titel „Reichsleiter" tragen und die oberste Reichsleitung bilden: Rudolf Heß, Leiter der Politischen Zentralkom- Mission; Ernst Röhm, Stabschef der SA.; Heinrich Himmler, Reichsführer der SS.; Franz Taver Schwarz, Reichsschatzmeister; Philipp Bouhler, Reichsgeschäftsführer; Walter Buch, Vorsitzender der Reichs-Uschla; Wilhelm Grimm, Vorsitzender der 2. Kammer der Reichs-Uschla; Robert Ley, Stabsleiter der PO.; Walter Darr 6, Leiter des Agrarpolitischen Amtes; Joseph Goeb- bels, Reichspropagandaleiter; Hans Frank II, Leiter der Rechtsabteilung; Otto Dietrich, Reichs- Pressechef; Max Amann, Amtsleiter für die Presse; Alfred Rosenberg, Leiter des Außenpolitischen Amtes; Baldur von Schirach, Reichs- lugendführer; Karl Fiehler, Schriftführer des Nationalsozialistischen Deutschen Arbeitervereins.» Oie Werkjahrsaktion der Oeutfchen Studentenschaft. Berlin, 13. Juni. (CNB.) Das 21 m t f ü r 21 r - beitsdienst der Deutschen Studentenschaft teilt mit: In weiterer Verfolgung der Werkjahrsaktion der Deutschen Studentenschaft, durch die etwa 10 000 freiwillige Abiturienten des Jahrgangs 1933 erfaßt wurden, sollen auch die jetzt auf den Hochschulen befindlichen ersten bis .v i e r t e n S e m e st e r in die pflichtmäßige Gemein- schaftserziehung im Arbeitslager eingeführt werden. Die Vorbereitungen für den Einsatz der e r ft e n Gruppe von etwa 7000 Studenten während der Sommerferien auf zehn Wochen find bereits im Gange. Weitere Gruppen werden erftimßaufe des nächsten Sommers in den Arbeitsdienst eingereiht werden. , Gegen eine Falschmeldung der „Oanziger Volksstimme". (Ber! in, 13. Sunt (TU.) Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Staatsratspräsident Dr. Leh, teilt mit: „(Sin gewisser Dr. Dang, ehemaliger Redakteur des „Vorwärts", hat in der „Danziger Volksstimme" eine bewußte Falschmeldung verbreitet, die unserem deutschen Volke schadet und hat sich damit als echter Marxist und Landesverräter offenbart. Ich habe in der deutschen Pressekonferenz, in die sich Herr Dang eingeschmuggelt hatte, gesagt, es wäre geradezu unerhört und unerträglich, daß man zwei der groß ten VölkerEuropas, Deutschland und Italien, das Mandat und die Sitze in den Kommissionen beftrelte, während jeder kleine und kleinste Staat darin vertreten wäre. Daraus macht dieser Landesverräter eine Beleidigung der südamerikanischen Staaten. Ich erkläre: Ich habe niemals einen Staat beleidigt, sondern nur das Recht meines Volkes verteidigt." Internationaler Kongreß zur Bekämpfung de» Frauen- und Kinderhandel». In Berlin wurde der vom Internationalen Büro zur Bekämpfung des Frauen- und Kinderhandels einberufene 9. Internationale Kongreß durch den Vorsitzenden des deutschen Nationalkomitees Bankdirektor Roese eröffnet. Im Lause von vier Verhandlungstagen werden wichtige Fragen des Frauen- und Kinderhandels, des Bordellwesens, der Prostitution, wie überhaupt des Kampfes gegen Schmutz und Schund zur Erörterung kommen. Geheimrat Barrandon vom Auswärtigen Amt überbrachte die Willkommensgrüße der Reichsregierung, die die gemeinsamen Arbeiten des internationalen Bureaus und der Nationalkomitees stets mit warmen Interesse verfolge und nach Kräften gefördert habe. Gerade im Sinne der neuen deutschen Staatsführung liege es, tatkräftig für den sittlichen Schutz der Jugend, für die Hochhaltung der Frauenehre und die Sauberkeit des Privat - und öffentlichen Lebens Sorge zu tragen. Reichsbischof D. o. Bodelschwingh und die G r o h h e r z o - gin von Hessen hatten in Telegrammen ihre b e st e n W ü n s ch e für den Kongreß zum Ausdruck gebracht. Verband Deutscher Burschen. Der Verband Deutscher Burschen, der Zusammen- schluß der nationalen interkonfessionellen nicht schlagenden Farbenkorporationen, zu dem die studentische Reformverbindung A d el p h i a in Gießen gehört, versammelte sich an Pfingsten zu feiner 14. Iahres- tagung in Singen a.RH. Die Tagung wurde eröffnet mit einem dankbaren Bekenntnis zu dem am 30. Januar 1933 eingeleiteten nationalen Wiederaufbau des deutschen Volkes. Als äußerer Ausdruck dieses Bekenntnisses wurden Telegramme abgesandt: an den Herrn Reichspräsidenten und den Reichskanzler Adolf Hitler sowie den Reichsinnenminister Dr. Fr i ck. Zur Durchführung der für den Verband Deutscher Burschen selbstverständlichen Mitarbeit wurde eine organisatorische U m ft e l - Iunginber23erbanbsleifungim<5inne des Führergedankens beschlossen und durchgeführt. Die rege Mitarbeit aller Verbandskorporationen unter straffer Leitung ermöglichte eine einstimmige Beschlußfassung in allen entscheidenden fragen. Der äußere Rahmen der Veranstaltung gab den zahlreich erschienenen Teilnehmern Gelegenheit zu freundschaftlichem geselligem Zusammensein. Personenauto fährt in Reichswehrgcuppe. — Drei Schwerverletzte. In der Nacht zum Samstag fuhr, wie erst jetzt bekannt wird, in Göggingen ein Personenkraftwagen in eine Reichswehrgruppe. Drei Soldaten kamen unter den Wagen zu liegen und trugen schwere Verletzungen an Händen und Füßen davon. Fünf weitere Soldaten wurden leicht verletzt. Die Schuld an dem Zusammenstoß scheint den Kraftfahrer zu treffen. Großer Schlag der Hamburger Zollfahndungsstelle. Beamten der Zollfahndungsstelle Hamburg ist ein besonderer Schlag gelungen. Sie erschienen indem St.-Pauli-Ballhaus „A l k a z a r" und verhafteten den Direktor Arthur Wittkowski und dessen Begleiterin. Bei dem Verhör Wittkowskis ergab sich, daß er über das bei ihm gefundene Verzeichnis von Devisenbeständen keine genügenden Auskünfte geben konnte. Die Durchsuchungen in den drei Wohnungen des Festgenommenen brachten dann die große Ueberraschung: Es konnten 15 Goldbarren im Gewicht von 3 kg (wahrscheinlich umgeschmolzene Stücke) und für Reichsmark 2 4 Q.0 0 gemünztes Gold beschlagnahmt werden. Direktor Wittkowski, der im deutschen Vergnügungsgewerbe eine bekannte Rolle spielt, wurde fe ft genommen. HEakmgnffgMaLVMLeALssisHeii" DLD MS yunk/ fit* WaSSä&wma. iton Aus der Provinzialhauptstadt. Blumen bitten dich ... Fast jeder von uns hat irgendwann in feiner Schulzeit Johannes Trojans reizendes Gedichtchen „Laß stehen!" gelernt, das in knappen Versen zur Schonung der Blumen in Feld und Wiese mahnt. Sein letzter Satz: „Laß stehn, wo es steht, und freu dich dran! sollte in seiner eindrucksvollen Kürze vor jeder Blumenwiese und an jedem blühenden Strauch angeschrieben sein — oder noch besser: Er sollte jedem Menschen, namentlich jedem Heranwachsenden Stadtkind, zur Wanderregel werden. Blumen bitten dich... Aber noch fehlt es weit. Noch muß der Naturfreund an jedem Sommersonntag bedauernd beobachten, daß Scharen von Städtern bepackt mit dicken Bündeln von Blumen und Blütenzweigen von Ausflügen zurückkehren, muß sehen, daß Tausende von nutzlos der Mutterbrust entrissenen Kindern Floras, von müden Händen achtlos weggeworfen, im Staub der Straße verschmachten. Blumen bitten dich... Seit langem kämpft die Schule gegen diese Gedankenlosigkeit fast vergeblich. Drum sei hier versucht, einen Appell an die Erwachsenen, besonders an die Eltern, zu richten. Niemand wird es dem schönheitsfrohen Städter verübeln, wenn er sich ein Sträußchen von häufig vorkommenden Blumen pflückt. Ein Sträußchen, sagte ich, nicht einen Arm voll! Jst's denn wirklich so, daß hundert Margueriten soviel mehr Freude bereiten als zehn? Und ist ein unförmlicher Ballen Primeln wirklich schöner als ein Büschelchen? Pflückt auch nicht wahllos alles, was da blüht, be- denkt, daß sich viele Pflanzen nur kurze Zeit frisch erhalten! Hahnenfuß, Schlüssel-, Dotter- und Trollblume, Mohn u. a. m. vertragen die Trennung von ihrer Mutter Erde kaum einige Stunden. Sie welken rasch, verlieren ihre Schönheit und verfallen dann dem traurigen Los, weggeworfen zu werden. Besonders bann, wenn die Eltern den Fehler begehen, die Blumen schon am Beginn der Wanderung — allerdings ist da die Lust am größten! — pflücken zu lassen. Dagegen sind ein Büschelchen Wollgras oder ein Sträußchen Erika langlebende Erinnerungen an frohe Stunden in der Sonne. Ja, wenn sich die Unersättlichen wenigstens damit begnügten, ihre Opfer vom Rande der Wiese oder des Feldes zu holen, um weiteren Schaden zu vermeiden. Aber im Verlangen, nur das Schönste des Schönen zum Strauße zu binden, zertreten sie achtlos Gras und Korn und bis sich der Sonntag zum Ende neigt, sieht so eine Margueritenwiese oder ein mit Mohn „gesegnetes" Feld aus, daß man wohl verstehen kann, wie sehr die Bauern das Wochen- ende fürchten. Da wundern sich dann die Städter, wenn diese ihre Grundstücke durch Stacheldrähte zu schützen suchen. *■- Das Ungenügen vieler „Blumenfreunde" hat den gesetzlichen Schutz mancher Pflanzen nötig gemacht. Ein trauriges Kapitel unserer Kultur! Diese Verbote haben zweifellos bereits viel Unheil verhindert, aber ihre Geltung könnte bedeutend erweitert werden, wenn die mit Abbildungen her geschützten Blumen versehenen Tafeln häufiger zu sehen wären. So wissen z. B. viele nicht, daß die reizende, bei uns allerdings schon sehr selten gewordene weiße See- rose, dann auch Frauenschuh und Türkenbund nicht gepflückt werden dürfen. Argen Schaden richtet die Unersättlichkeit man- cher Ausflügler an blühenden Sträuchern und Säumen an. Sicher sehen Flieder, Jasmin, Weiß- und Rotdorn u. a. dem Wochenende mit Bangen entgegen — am Sonntagabend klagen sie mit ge- schändeten Aststümpfen dem Himmel ihr Leid. — Oh ihr armen Menschen, die ihr alles besitzen zu müssen glaubt! Wäret ihr nicht um vieles reicher, wenn ihr, statt einige Zweige in trüber Lache dahin- sterben zu sehen, euch immer wieder das lebens» und schönheitsvolle Bild des in strahlender Sonne prangenden Strauches vor die Seele maltet! Drum, ihr Ettern, laßt nicht ab, durch euer Bel- spiel die Kinder zur Schonung der Natur und zur Ehrfurcht vor ihrem Wesen zu erziehen! Erlaubt nie eine Blume mit den Wurzeln auszureißen! Laßt von geschützten Pflanzen keine einzige, von den übrigen nur ein Sträußchen pflücken! Erzählt zur rechten Stunde von der rührenden Klage der sterbenden Blumen, wie sie Goethe in „Der Blumen Rache" gestaltet hat! Und sorgt dafür, daß die Mahnung Trojans: „Laß stehn, wo es steht, und freu dich dran!" nicht vergebens sein! — Blumen bitten dich... A. L. / Zn Schuhhast gebracht. Der heutige Polizeibericht des Polizei- amts Gießen teilt mit: Am 13. Juni, in den frühen Vormittagsstunden, wurde der Stadtteil An der Kläranlage, genannt Marokko, in dem größtenteils Kommunisten wohnhaft sind, durch die Kriminalpolizei unter Zuziehung von Hilfspolizei, SS. und SA.-Männern durchsucht, da der Verdacht bestand, daß in dem Stadtteil wohnhafte Kommunisten sich mit der Herstellung illegaler kommunistischer Flugblätter befassen und im Besitze eines Druckapparates seien. Vereits vor Beginn der Durchsuchung war der erwähnte Stadtteil durch eine Postenkette der uniformierten Polizei und Hilfspolizei abgesperrt. Im Verlaufe der Durchsuchungen wurden an der Kläranlage u. innerhalb der Stadt acht Personen fest genommen und in Schutzhaft gebracht. Beschlagnahmt wurden eine Tube Druckerschwärze, Bestandteile eines Vervielfältigungsapparates, Uniformen des verbotenen Kampfbundes gegen den Faschismus, Bandoliere für Trommeln und Fahnen, eine Trommel, eine Schreibmaschine, sowie eine aus Heeresbeständen stammende 08-Pistole. Von den festgenommenen Personen wurden am 14. Juni sechs Mann in das Konzentrationslager Osthofen überführt. Weiter wurde ein Geschäftsführer des Holz- arbeiter-verbandes in Sch u h h a f t genommen und in das Konzentrationslager überführt, weil er sich mit den Ausführungen des für die Gewerkschaften eingesetzten Kommissars nicht einverstanden erklären wollte. Es erfolgte auch seine fristlose Entlassung aus dem Angestelltenverhältnis. Der Vorsitzende des Sondergerichtes in Darmstadt hat gegen den Steinholzleger M. D. aus Gießen Haftbefehl erlassen, weil er am 29. April 1933 zu Gießen vorsätzlich und öffentlich Behauptungen tatsächlicher Art aufgestellt und verbreitet hat, die geeignet sind, das Ansehen der Reichsregierung und der hinter ihr stehenden Rationalen Verbände schwer zu schädigen. Der unter Haftbefehl Gestellte würde festgenommen und in das Amtsgerichtsgefängnis Gießen eingeliefert. Sondergerichtsverhandlung in dieser Sache findet am 16. Juni in Gießen statt. Weiter wurde ei.c Mann aus Großen-Duseck in Schutz haft genommen, weil er ungehörige Aeußerungen gegen die Hessische Regierung in einer Wirtschaft in Beuern fallen lieft. Töpferkunst — Volkskunst. Zur Ausstellung im Reuen Schloß. In den Räumen der ständigen Kunstausstellung im Neuen Schloß wird seit gestern eine interessante Ausstellung gezeigt: Töpferwaren und Steinzeug! Es handelt sich um Erzeugnisse eines alten bodenständigen Handwerks. Die Ausstellung ist in ihrer Mannigfaltigkeit und in ihrem großen Reichtum an künstlerisch wertvollsten Stücken eine Fundgrube für den Freund der heimatlichen hessischen Kunst und eine Quelle der Freude für alle, die den Ausdruck einer überlieferten völkischen Kultur in diesen Erzeugnissen des Töpferhandwerks lieben. Die Schau gibt einen vollständigen Ueberblid über die vielen Möglichkeiten der schöpferischen Entfaltung in Form und Farbe in diesem Handwerk, das seine Gebens- nähe auch heute noch in keinem Stück zu verleugnen braucht. Leider ist die Entwicklung, die Industrialisierung über das alte ehrbare Handwerk hinweggegangen, und von den über 600 Töpfern, die noch vor fünf Jahrzehnten im Marburger Land arbeiteten, sind es heute nur noch verschwindend wenige, welche die Töpferkunst im Sinne einer künstlerischen Tradition pflegen. Um so lebhaftere Würdigung füllten die Erzeugnisse finden, die in der Ausstellung im Neuen Schloß gezeigt werden. Nicht vielen dürfte es bekannt sein, daß das Mutterland des Steinzeugs Deutschland, und im engeren Kreis das Hessenland ist. In Dreihau - s e n bei Marburg wurde in den Jahren um 1400 zum ersten Male Steinzeug hergestellt, und von dort aus nahm es seinen Weg in die Lande. Um 1600 wurde das Handwerk vom Rheinland übernommen und künstlerisch weiter entwickelt. Heute noch wird in Höher bei Koblenz Steinzeug industriell in großen Mengen und handwerklich im engen Kreis um eine Künstlerin hergestellt. Aus dem handwerklichen Kreis in Höher stammen die Steinzeugarbeiten der Ausstellung. Die eigentlichen Töpferwaren der Schau kommen aus Marburg aus den Werkstätten von John Schneider, der noch, wie der Meister Bauer aus Lauterbach, als einer der letzten Hüter töpferhandwerklicher Volkskunst zu betrachten sein dürfte Den Charakter der Ausstellung bestimmen die enge Verbundenheit der Dinge mit den praktischen Rotwendigkeiten, ferner der überall ersichtliche Wille zum Materialgerechten und die Reife der Arbeiten in Form und Farbe. In allen Stücken lebt Tradition. Die Marburger Erzeugnisse sieht man in ihrem typischen gelbroten Grundton, im hellen Gelb und dunklen Braun ihrer Verzierungen, in Farben also, die die Erde in unmittelbarer Rähe der Stadt hergibt. Dieser Umstand läftt die Dinge mit dem Boden und den Menschen verbunden sein. Schüsseln in einfachen, aber überaus harmonischen Formen, Teller, auch Wappenteller großen Formats, mit prachtvollen, bunten bildlichen Darstellungen, Kaffeekannen und Milchtöpfe, Krüge und Vasen, alle in einer herzerfrischenden bäuerlichen Einfachheit und von hohem Gebrauchswert, findet der Besucher vor. So klar wie bei aller Mannigfaltigkeit die Formen sind, so schön ist der ornamentale Schmuck, der völlig ungekünstelt, einfach gekonnt, die Gefäfte ziert. Interessant und originell sind vor allem die alten Bartmannskrüge, die man in der handwerklichen Ausführung immer seltener sieht. Die Marburger Affenmusikanten werden natürlich auch gezeigt. Die Steinzeugwaren, die aus den Händen von Friedel Dalzar-Kopp, einer Künstlerin in Höher stammen, stellen nicht weniger gute und echte Volkskunst dar, wie die Marburger Töpferwaren. Vasen, Trinkgefäftö, Krüge und Schalen verraten hohe Kultur der Form, feinen Geschmack in der Farbgebung, wie auch in der ornamentalen Behandlung der Flächen. Sämtliche Gefäfte sind wohlverstanden aus dem Material herausgearbeitet Sariiber hinaus hat man Gelegenheit, Steinzeugplastiken, plastische Arbeiten in Terrakotta und Keramik (Schöpfungen der gleichen Künstlerin) AU sehen, in denen sich ebenfalls bodenständige Künste lerschast und handwerNiche- Können glücklich verbinden. Dom Hasen in Miniatur bis zum (Stefanien in stattlichem Format sieht man Tiere in eigenwilliger, sicherer Gestaltung. Sehr bedeutsam erscheinen die Gruppendarstellungen der hei- ligen Familie in buntem Steinzeug, ferner die ernste Gruppe in Klinker, die „Schreitende Frau mit dem Kind", und nicht zuletzt eine sehr feine Sietä. Aufmerksamkeit verdienen auch die Tier- irftellungen von DZolsgang SessouS, einem Schüler der Künstlerin, unter denen besonders die Düfselgruppe auffällt. Der Freund der heimatlichen DolkSkunst darf nicht versäumen, die »Ausstellung zu besuchen, n. Bornotuzen. — Tageskalender für Mittwoch: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Eine Frau wie du". “ Vom Hessischen Sängerbund. Die Geschäftsstelle des Hessischen Sängerbundes befindet sich jetzt in Darmstadt, Rheinstraße 16, Zimmer 70, Fernruf 3500. Alle Zuschriften an die Bundesleitung und für die Hauptschriftleitung der hessischen San. gerwarte" sind an die' dortige Geschäftsstelle zu richten. •* Zwei schwere Verkehrsunfälle. Gestern abend wurde der 10jährige Schüler Karl Hein§ Balser, wohnhaft Friedensstraße 10, der mit seinem Fahrrad die Licher Straße hcrabgefah- ren kam und durch die Kaiser-Allee nach dem Lud- wigsplatz wollte, von einem entgegenkommenden Kraftwagen angefahren und zu Boden geschleudert. Der bedauernswerte Junge erlitt dabei einen Schä- delbruch und mußte sofort in die Chirurgische Sui- nit gebracht werden. Der Zustand des Kindes ist leider ernst. — Ein zweiter verhängnisvoller Ver- kehrsunfall ereignete sich heute morgen gegen 7 Uhr an der Ecke Bismarckstraße und Ludwigstraße. Der 27 Jahre alte Former Karl Link von Odenhausen, der sich mit seinem Motorrad auf der Fahrt zu seiner Arbeitsstätte (Bänninger) befand, wurde ebenfalls von einem Auto angefahren und kam dabei so heftig au Fall, daß er einen schweren Schä- delbruch und Innere Verletzungen erlitt. Die herbei- gerufene Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz brachte den bedauernswerten Mann sofort nach der Chirurgischen Klinik. Das Befinden des Verunglückten ist leider sehr ernst. Das Motorrad Denkt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Beichskredilgesellschasl Berlin W 8, Behrensstrafze 21/22, sowie' auf deren Reich»- bankgirokonlo und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Konlobezeichnung: „Stiftung für Opfer ber Arbeit". • wurde bei dem Zusammenstoß schwer beschädigt. Die polizeilichen Ermittlungen sind in beiden Fällen im Gange. •• Sonntags - Rückfahrkarten zum Kriegerfest in L i ch. Am 17. und 18.Juni findet in Lich ein Bezirks-Kriegerfest statt. Dazu werden Sonntagsrückfahrkarten — auch in Blankoform — von allen Bahnhöfen der Strecken Lollar— Bad-Nauheim, Gießen — Nieder-Ohmen, Gießen — Stockheim, Stockheim—Gedern, Friedberg—Nidda— Schotten und Friedberg—Hungen ausgegeben. Die Karten aelten zur Hinfahrt vom 17. Juni 0,00 Uhr bis 18. Juni 24 Uhr, zur Rückfahrt vom 17. Juni 12 Uhr bis 19. Juni 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt.) Taten für Mittwochs 14.Zuni. 1929: Unterzeichnung des Konkordates zwischen Preußen und dem Vatikan: — 1931: Untergang des französischen Dampfers „Saint Philbert" mit über 500 Personen vor der Loire-Mündung. Luftschutz tut not! Bei künftigen Kriegen wird Gesamt vol,k gegen Gesamtvolk unter Einsatz aller finanziellen, technischen, wirtschaftlichen und moralischen Kräfte kämpfen. 3m besonderen wird an diesem Kamps die Luftflotte beteiligt fein. Wohl yestattet uns der Versailler Vertrag, wenig- stens einige Land- und Seestreitkräste zu unterhal- ten, er verurteilt uns aber zur Ohnmacht hinsichtlich der aktiven Abwehrmittel (Jagd- und Bombenflug, zeuge, Flugabwehrkanonen). Wir lesen von g e - waltigen Ausrü st unaen uns umgeben- der Staaten gerade auf dem Gebiete der Luftwaffe, von ständigen großen Luftmanövern dieser Staaten. Wir beobachten schon seit Jahren, daß sowohl die kleineren luftgerüsteten Länder, als auch die großen Militärstaaten in weitgehendstem Maße sich mit Arbeiten des zivilen Luftschutzes abgeben. Unser Vaterland ist das luftgefährdetste und iuftempsindlichste Land der weit. 3m Herzen Europas gelegen, ist es von allen Seiten bedroht. 3nmitten von 16 000 angriffsbereiten Kriegsflugzeugen liegt Deutschland wehrlos da. Die Wirkungsradien der Bombenflugzeuge der aus- ländischen Lustmächte überschneiden sich von allen Seiten wiederholt über Deutschland. Für Luftangriffe besonders lohnende Ziele wie Industriezentren, große Städte, liegen ausgebreitet da. Der War- nungsruf des Völkerbundes hinsichtlich der Luftgefahr hat gerade für Deutschland die aller- größte Bedeutung. Er lautet: „Line wirkliche Gefahr, eine Todesgefahr wird es für eine Ration bedeuten, wenn sie im Vertrauen auf internationale Vereinbarungen ein- fchläft, um schutzlos einer neuen IDaffe gegenüber aufzuwachen." Wir müssen diese Gefahr aus der Luft erkennen. Die Bevölkerung muß wissen, was ihr bei einem Luftangriff b e o o r st e h t, sie muß aber auch erfahren, w i e man s i ch schützt und sich zu verhalten hat. Der Herr Reichsminister der Luftfahrt Göring hat erst kürzlich in einem an deutsche Männer und deutsche Frauen gerichteten Aufruf ausgesprochen, daß der Luftschutz zu einer Lebensfrage für unser Volk geworden ist. „L u f I s ch u h tut not!" Der zivile Luftschutz beabsichtigt, das Leben der Bevölkerung zu schützen, Störungen des öffentlichen Lebens und in lebenswichtigen Betrieben infolge von Luftangriffen auf möglichst kurze Zeit zu beschränken, damit also zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung beizutragen und elngetrelene Schäden aller Art so schnell wie möglich zu beseitigen. Die Träger aller Luftichutzarbeiten sind die staatlichen Polizeibehörden. Die örtliche Leitung liegt in den Händen des mit der Sicherheitspolizei beauftragten örtlichen Polizeiverwalters. Zu feiner Beratung und Unterstützung bedient er sich einer Arbeitsgemeinschaft aller ört- licken Kräfte, die an dem Aufbau des zivilen Luftschutzes beteiligt sind. Heben der Behörde Hal abee die ganze Bevölkerung der Stabt die Pflicht, mitzuhelfen und mit- zuarbeilen an dem Ausbau des zivilen Lustschuhes als Akt der Selbsterhaltung und der elementarsten Vorsorge und Fürsorge des Lebens, der Gesundheit, der INoral und der Sachgüter jedes einzelnen Volksgenossen und der Gesamtheit des deutschen Volkes. Wer sich dieser Pflicht, dem Dien st am Näch - sten und dem Dien st am Vaterland entzieht, der muß gewärtig fein, daß er alle die Folgen, die sein Abseitsstehen heraufbeschwört, zu tragen hat. Oie Aufklärungsarbeit in Gießen ist nunmehr in großzügiger Weise in Angriff genommen worden. Zunächst findet ein e r st e r L u f t- schutz-Jnformationskursus für rund 350 Lehrer und Lehrerinnen der Stadt Gießen statt, um diesen Personenkreis mit den Ausgaben des zivilen Luftschutzes vertraut zu machen. Don dieser Basis aus soll dann im Laufe der Zeit die Aufklärungs- und Belehrungsarbeit immer weiteren Umfang annehmen, damit die gesamte Bevölkerung unserer Stadt die große Bedeutung des zivilen Luftschutzes nicht nur für die ganze Bürgerschaft, sondern auch für jeden einzelnen Einwohner selb st zur Sicherung seines Lebens und Eigentums erkennt. Man kann nur dringend wünschen, daß alle Mitbürger sich für diese Aufklärung über die Wichtigkeit des zivilen Luftichuhes aufnahme- willig zeigen, damit im Falle der Luftgefahr jeder einzelne Mann und jede Frau, ja jedes Kind sofort genau weih, was sie zu tun haben und wie sie sich zum eigenen Schuhe, aber auch zum Dohle der anderen Mitbürger verhalten müssen. Der gegenwärtige Jnformationskursus wurde am Montag abend im Saale des Studentenheims von Polizeidirektor Dr. Kayfe r, unter dessen Leitung der gesamte zivile Luftschutz in Gießen arbeitet, er- öffnet. Hierauf hielt Polizeihauptmann Leyerer, der Luftschutzsachoerständige und mit der Durchfuhr rung dieser Maßnahmen betraute Sachbearbeiter beim Polizeiamt Gießen, den ersten Vortrag über das Thema „Ziviler Luftschutz". Weitere Vorträge sind für heute und die folgenden Tage vorgesehen. Oer Hassia-Verbandstag in Nidda. (Zweiter lag. — Eigener Bericht des „Gieß. Anz.") < Nidda, 11. Juni. Der graue Wolkenhimmel und der am Frühmorgen niedergehende Regen lähme» etwas die Festfreude. Aber um die Mittagszeit wird das Gewölk lichter, der Regen hört auf, so daß die auswärtigen Festleiinehmer eintreffen und das Tagesprogramm sich ungestört abwickeln kann. Gegen >510 Uhr wird der Verbandstag der Kriegerkameradschast Hassia in der Turnhalle von dem 1. Präsidenten, Exz. Generalleutnant a. D. von Dibtman (Darmstadt), mit herzlichen Grußworten eröffnet. Er weist darauf hin, daß nach einer Besprechung mit politischen Führern des Gaues Hessen die notwendig gewordene Gleichschaltung i m Präsidium Der Hassia durchgeführt fei. Nach dieser bleibe er erster Führer, Staatssekretär Jung sei zweiter Führer der Hassia. In den engeren Vorstand sei außerdem berufen: Stabsleiter S) ü g c r von der SA., Hauptmann a. D. Wassung und Scharführer Graf von der SS. Aus dem Präsidium ausscheidende Kameraden, deren verdienstvolles Wirken für die Krietzerkameradschaft Hassia hervorgehoben sei, sollen später an anderen Stellen Verwendung fin- den. Don Oibtman begrüßt es mit befonberer Freude, daß nunmehr Kriegeroereine, SA., SS. und Stahlhelm Schulter an Schulter marschieren und eine geschlossene nationale Front verkörpern. Die hassia-3ugend wird in die SA. überführt, die Kriegsbeschädigten- und Kriegerhinterdliebe» nenorganifation der Hassia dem NS.-Kriegsopfer- bund überwiesen. Die Gleichschaltung innerhalb der Bezirke und Vereine müsse unverzüglich durchgeführt werden. Der nationalsozialistische Einfluß müsse dadurch zur Geltung kommen, daß mindestens die Hälfte der Vorstandsmitglieder der NSDAP, angehöre, ins- besondere die Bezirks- und Vereinsvorsitzenden und ihre Stellvertreter. Sämtliche Vorstandsmitglieder müssen Kriegsteilnehmer gewesen sein, wobei dieser Begriff nicht mit Frontkämpfer gleichzusetzen ist. Im abgelaufenen Jahre wurden 18 000 Mark für Unterstützung notleidender Kameraden verausgabt. Ich Voranschlag für das laufende Jahr sind 20 000 Mark vorgesehen. Der Hassia floß eine Rückvergütung aus abgeschlossenen Versicherungsverträgen in Hohe von 68 000 Mark zu, von der Allianz allein 60 000 Mark. Der seitherige 2. Präsident, Landes- finanzamts-Direktor Linden st ruth (Darmstadt), gibt einen Rück- unj> Ausblick auf das Versicherungswesen und erörtert den Plan einer Sterbegeldversicherung für den ganzen Verband. Nach Einholung der nötigen Unterlagen soll ein späterer Verbandstag eine Entscheidung herbeifuhren. Da die Kriegerkameradschaft Hassia im kommenden Jahr ihr 60jähriges Bestehen feiern kann, wird der Verbandstag für 1934 nach Darmstadt verlegt. Die Tagung soll zu einer großen vaterländischen Kundgebung ausgebaut werden. Gegen 12.30 Uhr wird der Verbandstag der Hassia von dem Führer Exz. von Oidtmann geschlossen. Um 13 Uhr stellt sich in der Ludwigs- und Bahn- hofsstraße der Festzug auf, der 74 Abteilungen aufweist. 12 Musikkapellen sind in den Zug eingeordnet. Der Reiterverein Nidda und Echzell in der schmucken Uniform der ehemaligen Kavallerie, eröffnet den Zug. Es folgen im strammen Marschtritt die Kolonnen der braunen Bataillone, SA. 22, SAR. 22, SA. 21, an die sich Ehrenausschuß und Ehrengäste in Autos und Wagen anschließen. Der Stahlhelm Friedberg mit eigener Kapelle, sowie die Arbeitsdienstwilligen des Lagers Nidda machen einen vorzüglichen Eindruck. Die Kriegeroereine einer weiten Umgebung marschieren mit wehenden Fahnen und in bester Marsch- oisziplin in dem farbenfrohen Festzuge. Tausende stehen am Straßenrand, das ungewohnte Bild in sich aufzunehmen. 3nmitlen der Stadl hält der Festzug, um in feierlicher Stille der Toten zu gedenken. Die Glocken läuten, die Musikkapellen spielen das Lied vom guten Kameraden, während die SAR.» Schießabteilung drei Ehrensalven abgibt. Auf einer Empfangstribüne an der Niddabrücke haben sich die Ehrengäste eingefunden, darunter der Großherzog, sowie der Erbgroßherzog nebst Gemahlin, von der Menschenmenge lebhaft begrüßt und gefeiert. Mit „Augen rechts" ziehen die Festzugsteilnehmer vorüber. Auf dem Festplatz begrüßen in herzlichen Worten der Vorsitzende des Iubiläumsvereins, Kamerad Helfrich, sowie der Bezirksvorsitzende, Kamerad Seum, die hohen Ehrenaäste und Gäste und richten Worte treu-oaterländilchen Denkens und Fühlens an die Tausende, die sich auf dem Festplatz eingefunden batten. Das Deutschland- und Horst- Wessel-Lied schließen sich an. Nach dem Schaureiten des Reiteroereins Nidda, das besondere Anerkennung verdient, entfernen sich die hohen Gäste, während die Menge den Gastzellen zuströmt, die in langen Reihen errichtet sind. Frohes Festtreiben beginnt. Dem Bericht über den Degrühungsabend aus Anlaß der Hassia-Tagung ist nachzutragen, daß der Dorsihende des Mannergesangvereins .Eängerkranz" 1 839 Nidda im Namen aller auf nationalem Boden stehenden Niddaer Vereine dem scstgebenden Verein die Glückwünsche zu seinem Jubiläum auSsprach. Herr Bechtold übergab sodann dem Vorsitzenden deS Kriegerver- einS Nidda zur Erinnerung an den Ehrentag ein gesticktes Zahnenband. Koloniale Frauenarbeit. Am Samstag versammelten sich, wie am Mon- tag schon kurz berichtet, in den Räumen der Universität Frankfurt a. M. Frauen aus allen Gauen Deutschlands, die seit Jahren in der kolonialen Arbeit stehen, und zwar die Vorsitzenden und Mitglieder des Frauenbundes der Deutschen K o l o n i a l g e s e l l s ch a f t, um hier ihre diesjährige Hauptversammlung abzuhalten. Nachdem die Führerin, Frau von Boemcken, die Versammelten begrüßt und den Vertretern der Behörden und zahlreichen anderen Gästen sür ihr Erscheinen gedankt hatte, fand sie eindringliche Worte dafür, wie notwendig cs sei. den schwer um ihr Volkstum ringenden Afrikadeutschen nach besten Kräften beizustehen und ihnen immer wieder zu zeigen, wie die Heimat an sie denkt und ihnen zu helfen bemüht ist, damit sie stets von neuem Kraft und Hoffnung aus diesem liebevollen Gedenken und dieser tatkräftigen Hilfe schöpfen können Daß es echt frauliche Arbeiten sind, die der Bund feit mehr als 26 Jahren leistet, ging aus dem Bericht hervor, den die Geschäftsführerin, Fräulein von Steinmeister, gab. Im Vordergründe der Tätigkeit steht die Sorge, den deutschen Kindern in Afrika eine deutsche Schulausbildung zu ermöglichen. Afrikanische Jugend, die zur Berufsausbildung nach Deutschland kommt, wird liebevoll betreut, damit das Heimatgefühl in ihr ebenso stark wird, wie es in den Eltern drüben lebt. Junge Mädchen und Frauen, denen der Bund zur Auswanderung nach Afrika verhilft, werden von den afrikanischen Abteilungen wieder herzlich aufgenommen, und freundliche Fürsorge hilft ihnen, unter Landsleuten schnell heimisch zu werden im Sonnenlande. Auf einsame Farmen und Pflanzungen wandern Zeitschriften und Bücher, die hier gesammelt wurden und drüben große Freude auslösten. Wie wertvoll gerade die Pflege des geistigen Zusammenhanges der Kolonialdeutschen mit der alten Heimat ist, darüber sprach, als besonders berufen, die Vertreterin des Gauverbandes Südwestasrika, Frau M a a g. Zuerst aber erzählte sie von der großen allgemeinen Freude der Deutschen in Afrika über die nationale Erhebung, wie sie auch drüben einig hinter dem Führer ständen, und sie die Kraft und Hoffnung aus dem Gedanken schöpften, nun in seinem Sinne arbeiten zu Dürfen. Sodann sprach einer der alten Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung, Professor Kuhn, Gießen, der seit mehr als zehn Jahren der Partei angehört. Er wies Darauf hin, Daß Die Arbeit Des Frauenbunds Der Deutschen Kolonialgesellschaft von Anfang an bewußt völkische Arbeit gewesen sei. WurDe Der BunD mit auf seine Veranlassung hin Doch vor 26 Jahren gegrünDet mit Dem ausdrück- lichen Ziel, aus allen Kräften Die AuswanDerung von geeignete!. Frauen unD Mädchen nach Afrika zu förDern, Damit Die Männer Drüben und ihre Nachkommenschaft nicht dem Volkstum verloren gingen, wie es überall dort geschehen ist, wo ausländische oder gar eingeborene Frauen Mütter eines neuen Geschlechts wurden. Durch die Arbeit des Bundes erstand auf afrikanischem Boden ein rassebewußtes deutsches Geschlecht. Und diesen rein deutschen Menschen muß geholfen werden, daß sie ihre deutschgeborenen Kinder auch deutsch erziehen können. Deshalb richtet sich die Arbeit des Bundes neben den anderen Aufgaben auch ganz besonders auf die Schulerziehung der Kinder. Hier kann und muß noch viel geleistet werden, denn augenblicklich steht es noch so, daß hunderte deutsche Kinder in Afrika ohne jeden Schulunterricht aufwachsen. Daß diesem Zustand ein Ende bereitet werden muß, darüber sind sich die versammelten Frauen einig, und ebenso in dem festen Willen, alles zu tun, was in ihren Kräften steht, um diese große und wichtige Aufgabe zu erfüllen. Durch die Gleichschaltung, von der die Vorsitzende wie auch von einigen dadurch bedingten Organisationsänderungen Kenntnis gab, ist eine tätige Mitarbeit all der Kreise zu erhoffen, die völkische Arbeit als besonders wertvoll und wichtig zu fordern bereit sind. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. (Erfolg SHELL AUT immer unter Plombe« hoben, heißt eine Leistung vollbringen. Sonderleistungen gleich welcher Art, die Sie mit Ihrem Kraftfahrzeug erreichen wollen, hängen von der Zuverlässigkeit Ihres Motors ab, die im wesentlichen von der Schmierung bestimmt wird. Machen Sie sich die oft teuer erkauften Erfahrungen anderer zunutze und verwenden Sie die auf der ganzen Welt bei den schwersten Konkurrenzen erfolgreichen, hochwertigen SHELL AUTOOELE, die in deutschen Fabriken nach zum Teil einzig dastehenden Verfahren hergestellt werden RHENAN1A-OSSAG MINERALÖLWERKE A.-G. ELE schütz l SMtll AUTOOCl I doaefldeifg jntLL SHELL AUTOOIL2X mltteHIOislfl HochleUtungsoel sheil autoohsx d i « k ii o .. i e SHELL AUTOOlldX Hark dickfl. SHELLVOLTOL SHELL AUTOOHSX extro,io,k<:kfcfl. do« Elnheltsoel nus-nin «u»d» d«o shell-fuhee« NkMlMkkW Ein valerländischerRoman vonHansDietzKe Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister. Werdau. 22 Fortsetzung .u c^örud verbotenl „Ich mußte dich sehen, Joachim! Seit jenem Abend fand ich keine Ruhe mehr — obwohl mich deine Grüße durch den schmied erreichten." „Meine Gedanken waren immer bei dir — ich fürchtete für Euch, nach dem, was vorgerillen war," Döllnitz' Stimme wird unwillkürlich rauher, „nachdem diese Spürhunde mich bei Euch aufgestöbert hatten, mußte ich immerfort daran denken, daß Ihr auf dem Schloß vor allem der Wut meiner Verfolger ausgesetzt seid." Maria sieht ihn lächelnd an. „Wenn nur du in Sicherheit bist! Sie werden uns ch t b i l d e r v o r t r a g gehalten, der zeigen sollte, wie günstig eine Fütterung der Haustiere mit einem Zusatz dieses Präparates wirke. Im Anschluß daran zeigte der Vortragende Filmaufnahmen aus den großen Tagen der nationalen Erhebung, und gern zahlten die Zuhörer, die die schönen Aufnahmen sehen konnten, in die Teller- sammlung ihr Scherflein. So weit war die ganze Sache einwandfrei. In seinem Vortrage hatte der Vertreter der Firma erklärt, daß er im Dorfe eine Niederlage errichten werde, in der man in kleinen Quantitäten seine Ware kaufen und probieren könne, da es nicht seine Absicht sei, die Leute hineinzulegen. Als er am anderen Tage bei Privatleuten trotzdem versuchte, Ware zu verkaufen, wurde er auf diesen Widerspruch gegen seine Aeußerungen gelegentlich seines Vortrags aufmerksam gemacht. Nun begab er sich zu einem Mann, den er unter der falschen Angabe, daß er schon Bestellungen an einer Stelle empfangen habe und er von einer bestimmten Persönlichkeit im Dorfe geschickt worden sei, veranlaßte, weit über 1 Zentner Öes Viehnährungs- mittels z u be st eilen und sofort einen W e ch- s e l über die Kaufsumme auszustellen. Leider ließ sich der betreffende Einwohner, der in geringen Verhältnissen lebt, durch die unrichtigen Angaben des Vertreters der Magdeburger Firma zur Ausstellung des Wechsels bewegen und hat jetzt natürlich alle möglichen Scherereien, wenn er nicht zu Schaden kommen will. Denn ein Verkauf der ihm aufgedrängten Ware ist in dem Umfang, daß der Wechsel gedeckt werden könnte, ein Ding der Unmöglichkeit. Dieses Geschäftsgebaren sei der Oessent- lichkeit zur Warnung mitgeteilt. (Wie wir auf Anfrage bei der Gendarmerie st ation Gründe r g hören, ist gegen den Vertreter Anzeige erhoben und die Angelegenheit von der Gendarmerie zur Strafverfolgung roeitergeleitet worden. D. Red.) Tagung der hessischen Ileischbeschauer. w Alsfeld, 12. Juni. Am vergangenen Sonntag fand im großen Saale des „Deutschen Hauses" dahier die Landesoerbandsver- [am’mlung der hessischen Fleischbe- schauer und Trichinenschauer unter der Leitung des Verbandsvorsitzenden Reidel- Nie- der-Saulheirn (Rheinhessen) statt. Zu Beginn der Tagung hieß Kreisdirektor Dr. Stammler die Teilnehmer namens des Kreises Alsfeld willkommen. Bürgermeister Dr. Völfing überbrachte die Grüße der Stadt Alsfeld und des Derkehrsoereins. Dor Eintritt in die Tagesordnung wies der Vorsitzende auf den Anbruch der neuen Zeit für Deutschland hin und legte namens des Hessischen Fleisch- beschauerverbandes das Gelöbnis zu treuer Mitarbeit im neuen Staate im Geiste o. Hindenburgs und des Reichskanzlers Adolf Hitler ab. Der sodann von dem Vorsitzenden vorgetraaene Geschäftsbericht gab ein anschauliches Bild über die im abgelaufenen Jahre vom Verband geleistete Arbeit Von Interesse war dabei die Mitteilung, daß der Verband den Antrag auf obligatorische Einführung der gesamten Fleischbeschau und Trichinenschau, also auch für die Haus- schlachtungen, stellen werde. Don feiten des Hessischen Verbandes sei der Anschluß an die NSBO. geplant. Der von dem Verbandsrechner oorgelegte Kassenbericht wurde ohne Aussprache genehmigt. Hierauf folgte ein Vortrag von Kreisveterinärrat Dr Ohly- Alsfeld über die Aufgaben des Fleisch- und Trichinenbeschauers. Als Ziele der Fleischbeschau bezeichnete der Vortragende den Schutz des Menschen gegen Übertragung von Krankheiten, die Ermittlung von Seuchenfällen und die Vernichtung von Krankheitsstoffen. Gewissenhaftigkeit und Gründlichkeit seien die ersten Voraussetzungen für den Fleischbeschauerberuf. Dr. Ohly gab alsdann noch auf Grund seiner langjährigen praktischen Erfahrung Belehrungen für die praktische Durchführung der Fleischbeschau. Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Alsdann referierte Herr H o r st - Godelau über das Verhältnis der Fleischbeschauer z u r Ang e ft elltenversicherung und erläuterte dabei die neuen Gesetzesbestimmungen. Soweit hierbei Härten geschaffen worden seien, wäre es Sache des Reichsverbandes, einzugreifen. Die vom Vorstand gestellten Anträge rourbti. ohne Aussprache angenommen. Sie betrafen die Gleichstellung der hauptberuflichen Fleischbeschauer in Steuerangelegenheiten, reichsgesetzliche Regelung der gesamten Fleischbeschau, Rückgängigmachung der Nachuntersuchung, Herabsetzung der Wartezeit in der Angestelltenoersicherung, Vertretung des Berufs in der Versicherung und in den Verbänden. Der nächstjährige Reichsverbandstag, mit dem die Landesoerbandsversammlung verbunden werden soll, wird in Oppenheim am Rhein stattfinden. Mandatsniederlegung sozialdemokratischer Gemeinderäte. Friedberg, 13. Juni. (WSN.) In den Kreis- orten Weckesheim und Oberwöll ft adt haben die fazialdemvkrat i f ch en Gemeinderatsmitglieder ihre Mandate n i e- bergelegt. xiaiiotvete OJu’focn X Wiefeck, 13.Juni Die „Oabelsberger Stenvgraphenoereinigung und D a - menabteilung W i e f e ck" hatte auf der „Karlsruhe" zu einer ordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen, in der die Gleichschaltung vollzogen wurde. Der Vorsitzende, cand phil Kling begrüßte in einleitenden Worten die Versammlung, in denen er auf die Bedeutung des Abends für die Vereinsgeschichte hinwies und in denen er das weitgehende Interesse und die große Förderung der Einheitskurzschrift betonte, die die neue Regierung schon in der kurzen Zeit bewiesen hat. Der Vorsitzende gab dann eine Erklärung des Vorstandes bekannt, in der dieser seine Aemter zur Verfügung stellte. Die Versammlung wählte hierauf den schon lange auf nationalem Boden stehenden Vorstand in seiner alten und erweiterten Form wie folgt wieder: 1. Vorsitzender cand. phil. Kling, 2. Vorsitzender und Kassenwart Otto Deibel, Schriftführerin Frl. Emmy Schäfer, Schrift- und Bücherwart August Frank, Beisitzer Frl. Frieda D ö r i n g e r und Adolf Schmidt. Dieser Vorstand wurde inzwischen vom Verbandsoorsitzenden und Kommissar für das Kurzschriftwesen K. H. K u h l bestätigt. Der Vorsitzende dankte in warmen Worten und gab den neuen Vereinsnamen bekannt: „Deutscher Steno- graphenbunb, Ortsgruppe Wieseck", auch setzte er die Mitglieder von den neuen Bestimmungen in Kenntnis, nach denen die Ortsgruppe korporativ dem Nationalsozialistischen Lehrerbund angehört und nach denen die Satzungen allgemeingültig vorn Deutschen Stenographenbund festgesetzt werden. Nach Erledigung weiterer Punkte der Tagesordnung (Neuaufnahmen, Verbandstagung in Friedberg) wurde die denkwürdige Versammlung mit dem gemeinsam gelungenen Horst-Wessel-Lied geschlossen. <£ Reiskirchen, 13. Juni. Am Sonntagvormittag sand durch Kreisseuerwehrinsvektor Bouffier eineBesichtigung der hiesigen P f l i ch t f e u e r- w e h r statt. In einer Ansprache mahnte er die Wehrleute, immer zum Wahle der Allgemeinheit zu arbeiten. Er bedauerte, daß in unserem großen Dorfe noch keine Freiwillige Feuerwehr besteht. Er wolle fein möglichstes tun, daß auch hier die Gründung in nächster Zeit ins Auge gefaßt werden könne. Anschließend fand eine Hebung größeren Stils an der Wieseck statt. Die Wehr machte einen guten Eindruck Kreis Schotten. □ Laudach, 13. Juni. Das Kuratorium der hiesigen Christian-Otto-Stiftung konnte im abgelaufenen Rechnungsjahre etwa 1100 Mark als Ausbildungsbeihilfe für Laubacher Bürgerskinder verwenden. Der diesjährige Voranschlag sieht 900 Mark zur Verteilung vor. Auch werden aus den Erträgnissen der Stiftung Beträge zur Anschaffung von Lehrmitteln für die hiesigen Schulen gegeben. Das aus 7 Mitgliedern bestehende Kuratorium führt unter dem Vorsitz des jeweiligen Bürgermeisters die Verwaltung der Stiftung ehrenamtlich. l'ieiräen. Neuer Gauinspekteur der NSDAV. Dillenburg, 13. Juni. (WSN.) Der Kreis- (eiter der NSDAP, für die Kreise Biedenkopf und Dill, Thiele, ist zum Gauinspekteur ernannt worden. Als solchen ist ihm die Oberleitung über 10 Kreise des Gaues übertragen. Wirtschaft. Frankfurt »eicht schwächer. Frankfurt a. M., 14. Juni. (WTB. Drahtmeldung.) Die bisher nur langsam fortschreitende Londoner Konferenz bewirkte im Einklang mit der Ab- schwächung an der Neuyorker Börse an der heutigen Mittagsbörse weitestgehende Zurückhaltung, zumal von einer nennenswerten Publikumsbeteiligung nichts zu bemerken war. Die aus der Weltwirtschaftskonferenz in Aussicht genommene Währungsstabilisierung fand eine sehr unterschiedliche Aufnahme und hat die abwartende Haltung der Kulisse noch verstärkt. Bei sehr geringem Umsatz neigten die ersten Kurse überwiegend um 1 v. H. zur Schwäche. Etwas stärker gedrückt roar^n Licht & Kraft mit minus 2,5 v. $)., Chadeaktien mit minus 2,25 RM., Reichsbank mit minus 1,75 v. H. und Akkumulatoren mit minus 1,5 v. H. Am Chemiemarkt gaben IG. auf etwas größeres Angebot um 1 v. H. nach, die übrigen Chemiepapiere verloren von 0,25 bis 0,5 v. H. Montanaktien lagen nahezu gefdjäftslos, Har- pener gingen um 1 v. H. zurück. Niedriger eröffneten außerdem Zement Heidelberg (minus 0,5 v. H), Daimler (minus 0,25 v. H.) und Bank für Brau- inbuftrie (minus 1,5 v. H.). Fester notierten Aku (plus 0,90 v. H.) und Deutsche Linoleum (plus 0,75 v. H.). Im Verlaufe bröckelten die Kurse bet fast völliger Stagnation meist um 0,25 bis 0,5 v. H. ab. Am Rentenmarkt zeigte sich bei Börsenbeginn erhöhtes Interesse für Deutsche Anleihen, von denen Altbesitz insgesamt 1,25 v. H. und Neubesitz 0,25 v. H. anzogen. Später gingen sie jedoch um 0,5 v. H. bzw. 0,13 v. H. zurück. Späte Reichsschuldbuchforderungen und Stahlvereinbonds lagen bis zu 0,65 o. H. höher. Am Pfandbriefmarkt gaben Goldpfandbriefe 0,25 bis 0,5 o. H., Liquidationspfandbriefe bis zu 1 v. H. nach. Kommunalobligationen waren etwa behauptet. Staats- und Stadtanleihen lagen ruhig, jedoch vereinzelt angeboten und schwächer. Am Auslandrenten- markt zeigte sich Nachfrage nach Mexikanern und Türken. Tagesgeld war zu 3,75 v. H. unverändert. Gchwememarkt in Gießen. Auf dem heutigen Schweknemarkt in Gießen standen 184 Ferkel, 4 Läufer, 2 Einleger zum Verkauf. Man bezahlte für Ferkel bis sechs Wochen alt 14 bis 16 RM., sechs bis acht Wochen alt 16 bis 19, acht bis dreizehn Wochen alt 19 bis 24, Läufer 40 bis 50, Einleger 50 bis 55 RM. — Tendenz: Geschäft mittel, verbleibt Ueberftanb. Wettervoraussage. lieber dem Aordmeer und Skandinavien baut sich hoher Druck auf, der durch seine Südseite unser Wetter beeinflussen und mehr kontinentale Luft zusühren wird. Es kommt daher wieder mehr Aufheiterung zustande, wobei die Sonnenstrahlung Temperaturanstieg verursachen dürfte. Beim Austausch der Luftmassen kommt es aber noch zu vorübergehenden Störungen, die sich zum Teil in Gewitterbildung äußern werden. Aussichten für D o n n e r s t ag : Teils wolkig und teils aufheiternd, ziemlich warm und meist trocken. Aussichten für Freitag: Bei stärkerer Aufheiterung weitere Temperaturzunahme, aber noch nicht ganz beständige Wetterlage. Lufttemperaturen am 13. Juni: mittags 21 Grad Celsius, abends 17,6 Grad; am 14. Juni: morgens 16,2 Grad. Maximum 22,4 Grad, Minimum 9 Grad. 3939 D Schöne 5-Z.-Wohnung mit Bad, Balkon, Marburger Str.491, sofort zu Derrn, oaeio Näh.H.Becker,Kev- lerftr. 9, Tel. 3804. 4-Zirnm -Wobna., mit Bad u. Balkon, zu vermieten, (oauo Haas,Schubertstr.2 [Vermietungen | Große, sonnige 6-Zimmer-Wohn. mit Bade-Zimmer, Balkon u. Zubehör i. 3. Stock, i. Zentr., zu RM 95.— zum 1. Juli ob. später zu oerm. Schr Ang. u. 03608 a.b. Gb. Az. Nach langen, bangen Tagen und Stunden ist nun doch unser lieber, unvergeßlicher, einziger Junge Heinrich im jugendfriscben Alter von 12 Jahren durch einen Unglücksfall in der Klinik zu Gießen heute Irüh 5.40 Uhr in die Ewigkeit abgerufen worden. In tiefer Trauer: Familie Ludwig Launspach IV. Familie Philipp Debus HL Reiskirchen, den 13. Juni 1933. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 15. Juni, nachmittags 2 Uhr. in Reiskirchen statt. Ausländ. Mieter jg.Ehep.mit7jähr. Jungen, Mann in gesich. Pos., sucht in gutem Hause 3-Zimmer-Wolin. mögt m. Bad. od. Balk. 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Hinter- legungsscheine der Vezirkssparkasse Gießen find abhanden gekommen: 3947D Reichsmark-Sparbuch Nr. 17 553, lautend auf Namen Kath. Schön, Lollar. Reichsmark-Sparbuch Nr. 17 730, lautend auf Namen Klaus Bischoff, Alsfeld. Reichsmark-Sparbuch Nr. 19 056, lautend auf Namen Albert Leun, Großen-Linden. Reichsmark-Sparbuch Nr. 22 195, lautend auf Namen Marie Reiber, Gießen. Reichsmark-Sparbuch Nr. 25 399, lautend auf Namen Gg. Herpel, Gießen. Aufwertungs-Sparbuch Nr. 11 047, lautend auf Namen Eleonore Hannes, Frischborn. Aufwertungs-Sparbuch Nr. 25 039, lautend auf Namen Luise Gelhar, Gießen. Auswertungs-Sparbuch Nr. 34 764, lautend auf Namen Ottilie Hennings, Gießen. Aufwertungs-Sparbuck) Nr. 46 537, lautend auf Namen Rudolf Hennings, Düffel- dorf. Hinterlegungsschein zu Sparbuch Nr. 8633, lautend auf Namen Johannette Volkmann, Heuchelheim. Hinterlegungsschein zu Sparbuch Nr. 22043, lautend auf Namen Johanna Dolberg, Wiesbaden. Verwahrungsfchein zu Depot Nr. 389A, lautend auf Namen Otto Grünebaum, Gießen. Verwahrungsfchein zu Depot Nr. 1911, lautend auf Namen Otta Täubert, Gießen. Die Inhaber der genannten Sparbücher bzw. der Hinterlegungsscheine sowie Ver- wayrungsscheine werden hiermit aufgefordert, ihre Ansprüche an diese btgnen drei Monaten, vom Erscheinen dieser Bekanntmachung an, bei uns geltend zu machen, andernfalls die Kraftloserklärung erfolgen wird. Gießen, den 14. Juni 1933. Der Vorstand der Bezirkssparkasse Gießen. Z a ch e i s. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Beltershain für Rj. 1933 liegt vom 14. bis 20.1. ZU. auf unserem Bureau zur Einsicht der In- tereffenten und etwaigen Erhebung von Einwendungen offen. 3933D Beltershain, 12. Juni 1933. Bürgermeisterei Beltershain. Hartmann. Mehr bietet Ihnen Köhler. Was immer Sie auch brauchen, vergessen Sie nicht den hohen Stand der Qualität und Verarbeitung unserer Bekleidung. 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