Nr. 62 Erstes Blatt 185. Jahrgang Dienstag, N.Mrz 1935 (Er)d)eint tägltd), außer Sonntags und Ieiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblatter Heimat >m Bild - Die Scholle Monatr-Vezngrprelr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 180 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, zernsvrechanschlüfle unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: gtonffurt am Main 11686. MchemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnck vnd verloa: Vrühl'sche Univeisitciis-Vuch- und Steinöruderei H. tanqe tn Glehen. Zchristleitunq und Geschäftrftelle: Zchul^traße 7. Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvarschrift 20 , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und würden An- zeigenteil i.D. Th. Kümmel sämtlich in (Biegen. Kann die Abrüstungskonferenz gekettet werden? Roch keine Einigung zwischen Macdonaid und Paul-Boucour. Genf, 13. März. (TU.) QIm Montagnachmit» tag hat zum erstenmal eine eineinhalbstündige Unterredung zwischen Paul-Bon- cour und Macdonaid stattgefunden. Ueber den Verlauf der Unterredung wird von französischer Seite mitgeteilt, daß Paul-Boncour für eine Teilnahme Franlreichs an einem Maximal» oder Minimal-Abrüstungsabiommen folgende vier Bedingungen gestellt habe: 1. Einstimmigkeit der Annahme sei nicht er» forderlich (1). Jedoch verlangt Frankreich die Zustimmung E n g l a n kfs und der Der- et niaten Staaten. 2. 3n dem Abkommen müssen nicht nur die Land-, sondern auch die Flottenfragen geregelt werden. 3. Das Abtommen mutz eine festumrissene Klausel enthalten, nach der das Abkommen im Falle eines Aufrüstens Deutschlands ungültig toitb (!). 4. Strenge internationale Kontrolle der Rüstungen. Die Unterredung soll nach den gleichen Mitteilungen ohne praktisches Ergebnis verlaufen sein. Macdonaid habe sich dagegen verwahrt, auch nur eine Augenblick an eine Vertagung der Abrüstungskonferenz gedacht zu haben. Seiner Ansicht nach müsse die Konferenz alles versuchen, aus der Sackgasse herauszukommen. Eine Vertagung unter den gegenwärtigen Umständen würde die schlimmsten Wirkungen auf die öffentliche Meinung aller Länder ausüben und auch keine taktischen Vortelle bieten, da alle Schwierigkeiten weiter bestehen blieben. Deshalb seien seiner Ansicht nach alle an der Konferenz tellnehmenden Mächte um eine äußerste Anstrengung zu ersuchen. Macdonald habe anscheinend nur eine sehr vage Andeutung über den Gedanken einer mehr oder weniger beschränkten Regierungskonferenz gemacht, die entweder im Rahmen oder auherhaw der Abrüstungstonserenz zusammentreten würde. Er beabsichtige, sich an sämtliche Delegationen zu wenden. der alten angelsächsischen Formel getreu, datz dieAbrüstung an sich genüge, umdie Sicherheit zu gewährleisten. Macdonald erblicke deshalb das Mittel zur Rettung der Abrüstungskonferenz nur in der Ausarbeitung eines möglichst weitgehenden Abkommens betreffend die Rüstungsyerabsehung. Paul-Doncour soll demgegenüber den Standpunkt vertreten haben, daß Frankreich zu solchen Maßnahmen, wie sie Macdonald vorgeschlagen habe, noch vor wenigen Wochen bereit Sewesen sei. Rachdem sich aber, wie Paul- Zoncour sich ausgcdrückt haben sott, im Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz eine vollendete Koalition gegen die französischen Sicherheitsforderungen, msbesondere den Plan einer organisierten europäischen gegenseitigen Hilfeleistung herausgebildet habe, könne Frankreich im gegenwärtigen Augenblick solchen Maßnahmen nicht mehr zu stimmen. Eine Angleichung der fiegenseitigen Standpunkte der beiden Minister oll in dec heut gen Unterredung nicht herbei- geführt worden sein. Es verlautet, daß Henderson für den Fall, daß Macdonald mit seinen Bemühungen scheitert, mit einem eigenen Plan zur Rettung der Konferenz hervortreten werde. polens Vorgehen auf der Westerplatte Vertrags» -rig. Feststellung des Bölkerbundsrats. G e n f. 15. März. (ÖIB. Funkspruch.) Der VöI - ferbunbsral beschäftigte sich heute vormittag in öffentlicher Sitzung mit dem Vorstoß Polens gegen Danzig aus der Westerplatte. Die kurze Verhandlung endete damit, daß Polens vor- gehen, wie bereits in so vielen anderen Fallen, vom Rate als vertragswidrig festge- stellt wurde. Der polnische Außenminister Dr. v e ck gab eine Erklärung ab. daß Polen die Truppenoerstärkungen aus der westerplatte sofort ; u- rückziehen werde. Der Völkerbundsrat hat sich nach der Zurückweisung des polnischen Vorstoßes auf der westerplatte noch Fun mit der Frage der Hafenpolizei im Danziger Hafen beschäftigt. Die Danziger Regierung hat sich am 15. Februar gezwungen gesehen, infolge der Uebergriffe der Polen die Ordnungsbefugnisse im Danziger Hafen wieder in die eigene Hand zu nehmen. Auf den Antrag Polens, in diesem vorgehen Danzigs eine Action directe zu erblicken, ist der Rat heute nicht eingegangen, sondern hat auf den Vorschlag des Berichterstatters beschlossen, die endgültige Regelung dem ordent- lichen Verfahren vor dem Hafen aus- schuh zu übertragen. Sowohl Danzig wie Polen erklärten sich mit diesem Vorschläge, der vom Völkerbundsrate angenommen wurde, einverstan- d e n. . 3n Völkerbundskreisen erwartet man, datz nach der heutigen Stellungnahme des Völkerbundsrates, die eine einmütige Verurteilung des Vorstoßes Polens auf der westerplatte bedeutet, die polnische Rkgierung noch im Laufe des heutigen Tages die Verstärkungen von der westerplatte zurückzieht. Der Präsident der Freien Stadt Danzig, Dr. Z I e h m , ist entschlossen, solange in Genf zu bleiben, bis die polnische Regierung den heutigen Beschluß des Völkerbundsrates ansgeführt hat. Sollte irgendeine ver- zögerung In der Ausführung des Beschlusses ein treten, so wird der Völkerbundsrat alsbald wieder mit der Angelegenheit befaßt werden. Polen legt Feldbefestigungen auf der Westerplaite an Genf, 13. März. Die Danziger Delegation hat heute dem Völkerbundskommissar Rosting Mitteilung gemacht, daß die polnische Besatzung aus der westerplatte dazu übergegangen fei, B e f e ft I - gungeanlagen und Stacheldrahtverhaue zu errichten, Maschinengewehr- Übungen abzuhalten, eine Tätigkeit also, die mit dem Auftrag der Besatzung, der Bewachung der Mn n i IionstransporIe nicht verein b a r sei. Ls wird darauf hingewiesen, daß die Danziger Verfassung die Errichtung von Befefti- gungsanlagen aus Danziger Hoheitsgebiet untersagt. 3n einer zweiten Mitteilung wird darauf aufmerksam gemacht, daß bereits Störungen des Wirtschaftslebens in Danzig infolge des Vorstoßes der Polen auf der westerplatte festgestellt sind. Danziger Kaufleute, die warennieder- lagen aus der westerplatte unterhalten, haben seit zehn Tagen keinen Zutritt mehr. Oer Volksiraueriag in Berlin. Der Reichskanzler begrüßt den Reichspräsidenten bei seiner Ankunft vor dem Reichsehrenmal. R tz V ■» Die deutschen Katholiken und der Nationalsozialismus. Rom, 14. März. (TU.) Die in Rom crfdjei- nende katholische Agentur ,2 a Corr ispon» benza" , die enge Beziehungen zum Vatikan unterhält, bringt einen Artikel über die deutschen' Katholiken und den Rationalsozialismus, der für die Ansicht wichtiger Kreise im Vatikan und innerhalb des deutschen Episkopats bezeichnend sein dürfte. Unter den Ueberschriften „Ser Sieg Hitlers und de deutich^n Katholiken — Wahrschein- liche Mitarbeit des Zentrums - Haltungsum- schwung?" führt die Agentur etwa au»: Die durch den großartigen Triumph der Braunhemden in Deutschland geschaffene Lage sei vom Gesichtspunkt der Beziehungen zur katholischen Kirche besonders interessant. Aus der Haltung des Zentrums einerseits und einigen Beschlüssen des deutschen Episkopats aus der Zeit der er st en Hitlerkundgebungen andererseits seien Schlüsse gezogen worden, die nach den aus bestunterrichteten Quellen stammenden Informationen der „Corrispondenza" heute nicht zu treff en. 2m ersten Eifer der beginnenden Kämpfe und Eroberungen sei die Hitlerpartei noch nicht in ihren Programmen und in ihrem Ziel gefestigt gewesen, so daß man bei ihren maßgebenden Führern unvermeidliche Härten und unvorsichtige Vorstötze angetroffen habe, die wohl auch der Sto tzkraft in der Massenwerbung dienen sollten. Aber diese Mängel seien allmählich verschwunden und der heutige Ausbau der Partei habe einen anderen Inhalt und weit höhere Bede u- tung auch in der Wirkung aus das Ausland. Wenn daher früher das deuNche Episkopat von einem überparteilichen Standpuntte aus die Irrtümer und Gefahren ausgezeigt habe, ohne übrigens auch damals der Bewegung d i e edle Absicht und den Willen zur nationalen Wiedergeburt abzusprechen, so habe es im Verlauf der Entwicklung gewissenhaft und mit dem besten Willen jede Verschärfung der Beziehungen vermieden, die nicht nur für die politischen Führer, sondern auch für die geistlichen Interessen der Kirche schlimme Folgen hätten haben können. Die vorsichtigen Weisungen der Bischöfe anläßlich der letzten Wahl hätten die Katholiken nur an die Psi.cht erinnert, ihre Stimme ausschließlich Kandidaten zu geben, die keine kirchen- feindlichen Programme Oertreten. Die .Corrispondenza" glaubt, daß dieseRe- Vision in der Haltung des katholischen Episkopates gegenüber der Hillerbewegung noch eine weitere Entwicklung durchmachen werde, zum Vorteil des höchsten Wohles der Ration. In einer gesunden Regierungstätigkeit mit festem Programm und ttarer Disziplin werde die Hitlerpartei vor allem ein Bollwerk gegen bic Gesahr einerbolschewistischenInva- sion sein, die den endgültigen Untergang der Ration und das Chaos in Europa bedeuten würde. Maßgebende Insormationen erlaubten die Feststellung, daß das Zentrum keine Vorurteile habe, noch haben könne, außer denen, die ihm von Ratur aus gegen die traditionellen und unbelehrbaren Feinde der Religion und der sozialen Ordnung innewohnten. Es werde nicht in unfruchtbarer Opposition beiseite stehen. Die deutschen Katholiken dürften in einem so schweren und für die Schicksale ihres Landes und vielleicht ganz Europas entscheidenden Augenblick nicht fehlen. Die neuen Leiter der Ministerien. varwttadl. 14. Wär;. (WTB. Drahimel- bung.) Zum Kommissar für bas Schulwesen ist von ber hessischen Regierung bet nationalsozialistische Reichslagsabg. Lehrer Rings- Haufen- Offenbach ernannt worben. An Stelle des beurlaubten Ministerialdirektors Neuroth würbe Lanbgerichfsral Neuroth aus Gießen zum Leiter bes Justizwesens im Volksstaat Hessen ernannt. Der neue Kommissar für das Schulwesen im Kultusministerium. Friedrich R i n g s h a u s e n, ist 1880 in Ridda geboren, evangelischer Konfession, besuchte die Volksschule und das Lehrerseminar und trat 1899 in den hessischen Schuldienst- Seit 1909 ist er in Offenbach tätig. Seit 1927 ist er Gauleiter der Rationalsoziallstischen Deutschen Arbeiterpartei, seit 1929 Stadtratsmitglied in Osfenbach und Mitglied des Provinziallandtages für Starkenburg- ©eit 1930 gehört er dem Reichstag an. • Der neue Leiter des hessischen Justizwesens, Landaerichtsrat Fritz Neuroth, ist gebürtig aus Griesheim bei Darmstadt, besuchte in Darmstadt das Gymnasium, studierte die Rechte in Heidelberg, München, Berlin und Gießen, bestand die juristische Staatsprüfung 1905 mit der Note gut, wurde nach verschiedenen Verwendungen 1916 Amtsrichter in Nidda, 1919 Staatsanwalt, 1921 Amtsrichter, 1927 Landgerichtsrat, sämtlich in Gießen. Landgerichts- rat Neuroth machte den Weltkrieg als Offizier im Landwehr-Regiment Nr. 116 mit. Er gilt als her- oerragend tüchtiger auch mit Land und Leuten wohloertrauter Kenner des Rechtes und streng objektiv denkender Richter. Anschlag auf den Reichskanzler vereitelt. Graf Arco wegen der Vorbereitung eines Attentats verhaftet. München, 13.März. (TU.) Die Polizeidirektion teilt mit: „Am Sonntagabend wurde Graf Arco in S ch u tz h a f t genommen, weil er nach eigenen Angaben ein Attentat a u f den Reichskanzler vorbereiten wollte." Es handell sich um denselben Grafen Arco, der im Februar 1919 den damaligen bayer. Ministerpräsidenten Eisner erschossen hat. Graf Arco trug bei dem Attentat selbst eine Schußoerletzung davon. 3m Januar 1920 wurde Graf Arco zum Tode verurteilt, aber bereits einen Tag später zu lebenslänglicher Festungshaft begnadigt. 3m April 1924 wurde Arcos Festungshaft unterbrochen. Bei der Amnestie anläßlich des 80. Geburtstages des Reichspräsidenten sprach die bayerische Regierung Arcor volle Begnadigung aus. Die Aationalsozialisten verlangen den preußischen Ministerpräsidenten. Berlin, 13.Mär;. Der Vorstand der nationalsozialistischen preuh. Landtagsfraktion trat am Montag zu einer Sitzung zusammen, um zur politischen Lage Stellung zu nehmen. Auch Personalangelegenheiten sind besprochen worden, wie der Preußische Pressedienst der NSDAP, meldet, war der Vorstand einmütig der Aussassung, daß nur ein Nationalsozialist preußischer Ministerpräsident werden könne. Kurswechsel in Köln. Köln, 13. März. (Tll.) Am Montagvormittag gegen 11 Tlhr drängte sich zum Kölner Rathaus eine große Menschenmenge. Einige Sturmabteilungen marschierten unter Vorantritt einer Musikkapelle vor das Kölner Rathaus. Vom Balkon des Rathauses aus erklärte dann Gauleiter Drohe: „Oberbürgermeister Dr. Adenauer i st abgeseht, ebenso die sozialdemokratischen Beigeordneten M e c r f e I b und Dr. Fresdorf. Die Säuberung im Rathaus wird mit eisernem Besen erfolgen. Das Vertrauen, das die Wählerschaft uns gestern geschenkt hat, werden wir nicht enttäuschen. Als Gauleiter der RSDAP. und als Führer der stärksten Rathausfraktion bestimme ich als kommissarischen Oberbürgermeister von Köln den Parteigenossen Dr. Riesen. Die Tätigkeit des kommissarischen Oberbürgermeisters wird ehrenamtlich sein. Ferner werden mit sofortiger Wirksamkeit die bisher von den Beigeordneten Meerfeld und Dr. Fresdorf innegehabten Dezernate z u s a m,- mengelegt. Ihre Leitung übernimmt Parteigenosse RegierungsbLumeifter a.D. Brandes,^ Köln, 13. März. (LU.) Der Polizeipräsident teilt mit, daß der nationalen Erhebung Rechnung tragend, der bisherige Rathenauplatz die Bezeichnung Hindenburg - Platz, der bisherige Erzbergerplah die Bezeichnung Freiherrvom Stein-Platz und der bisherige Bebelplatz die Bezeichnung Hardenberg - Platz erhalten. Außerdem habe der Polizeipräsident einen Antrag an die Stadtverwaltung gerichtet, den Reumarkt in Zukunft Adolf - Hitler - Platz zu nennen. Ausschluß von drei SA.-Leuten aus her Partei. Köln, 14. März. (CNB. Funkspruch.) Mehrere Angehörige der NSDAP, drangen heute vormittag indieWohnungeinesjüdischen Kaufmannes ein und forderten unter Vorhaltung von Pistolen die Oeffnung des Geldschrankes, aus dem sie 800 Mark entwendeten. Drei an der Tat beteiligte Personen wurden f e st- genommen. Die SA. - Leitung schloß diese drei Leute sofort aus der Partei aus und zog ihnen die Braunhemden auf der Stelle aus. Das Strafverfahren wegen räuberischer Erpressung ist eingeleitet worden. Kommunistische Attentatspläne im Erzgebirge aufgeheckt. Annaberg. 14. März. (TU.) 3m oberen Erzgebirge gelang es der RSDAP., kommunistischen Attentatsplänen auf die Spur zu kommen. Sie verständigte das sächsische Innenministerium, daß die Kommunisten das Annabe rger Ferngaswerk, das Elektrizitätswerk nebst Umspannwerk in die Luft sprengen wollten. Schutzpolizei aus Chemnitz besetzte alsbald die betreffenden Gebäude. Cs wurden über 12 0 Funktionäre der KPD. verhaftet. Einige Führer legten eingehende Geständnisse ab, aus denen hervorging, daß Anfang März in Schönfeld eine geheime Zusammenkunft führender Kommunisten stattgefunden habe, wobei die Attentatspläne gefaßt worden seien. Rach Aussagen Verhafteter besitze die KPD. im oberen Erzgebirge über 2000 Zentner Dynamit, 350 Handgranaten und 250 Schußwaffen. Es wurde auch bereits Dynamit gefunden. Kokarhenerlaß her Reichsbahn. Berlin, 13. März. (ENB.) Die Deutsche Reichs- bahngesellschaft hat an die Reichsbahndirektion ein Telegramm gerichtet, in dem sie darauf hinweist, daß m letzter Zeit wiederholt Reichsbahnbedienstete wegen Tragens schwarz-rot-aoldener Kokarden an der Dienstmütze angegriffen und beleidigt worden seien. Sie Hal daher angeordnet, daß das Tragen von schwarz-rot-goldenen Kokarden bis auf weiteres dort unterlassen werden soll, wo dadurch Ruhe und Ordnung auf dem Bahngebiet gefährdet sind. Einige Reicysbahndirektionen haben darüber hinaus in den Ausführungsbestimmungen den Reichsbahnbedien- [toten das Tragen von schwarz-weiß- roten Kokarden an der Dienstmütze bis xut endgültigen Neuregelung der Reichsfarben und der Reichskokarden freigestellt. Gleiche Maßnahmen sind auch bei anderen Behörden in Vorbereitung, deren Bedienstete an der Uniformmütze die schwarz-rot-goldene Kokarde tragen. Wirtschaftliche Abwehr gegen die Tschechei. Berlin, 13. März. ($H.) Die Dotierung der tschechischen Krone an der Berliner Börse ist auf Veranlassung der deutschen Behörden eingestellt worden. Diese Maßnahme ist.auf das Verhalten der Tschechen zurückzuführen, die Mitte voriger Woche ein besonderes Sammelkonto für Zahlungen nach Deutschland eingerichtet haben. Man ist in Berlin davon überzeugt, daß die Tschechen damit den deutschen Ausfuhrhandel nach der Tschechoslowakei treffen wollen. Die Streichung der tschechischen Krone ist lediglich eine erste Maßnahme, der, falls sie sich als ungenügend erweisen sollte, weitere Schritte folgen dürften. Dieser deutschen Maßnahme ist in der vorigen Woche ein Schritt der deutschen Vertretung in Prag vorausgegangen, die die tschechischen Behörden darauf aufmertfam machte, daß es sich bei der von den Tschechen veranlaßten Einrichtung eines Sonderkontos für Zahlungen nach Deutschland um eine einseitige Diskriminierung Deutschlands handele, die mit den politischen Verpflichtungen der Tschechoslowakei nicht in Einklang gebracht werden könne. Kleine politische Nachrichten. Der preußische Minister des Innern hat das Verbot der gesamten sozialdemokratischen Presse, das morgen abläuft, u m 14 Tage verlängert. Der Wiesbadener Oberbürmeister Dr. K r ü ck e ist zu seiner eigenen Sicherheit in Schutzhaft genommen worden. Im sozialdemokratischen Dolkshaus wurden die Geschäftsräume der SPD., der Eisernen Front und des Reichsbanners geschlossen und versiegelt. Die Bureaus der Gewerkschaften blieben weiter geöffnet. Auch die Redaktion der sozialdemokratischen „Volksstimme" und das kommunistische Der- kehrslokal wurden geschlossen. In Bayern werden sämtliche Entlassungen und Disziplinierungen, die in den letzten Ity Jahren nachweisbar wegen der Zugehörigkeit zu Organisationen der nationalen Erhebung, insbesondere der D S D A P., erfolgt sind, mit sofortiger Wirkung außer Kraft gesetzt. Die Entlassenen sind in die Stellen einzusehen, die sie heute bekleiden würden, wenn die Maßnahmen gegen sie nicht erfolgt wären. * 3n München wurden der Hauptschriftleiter der „M ünchener Reue st en Dachrichten", Fritz Büchner, und der Leiter des innerpolitischen Teiles des Blattes, Dr. Freiherr Erwin v. Aretin, in Schutz haft genommen. Baldwin erklärte im Anterhaus, die Regierung habe beschlossen, das Waffenausfuhrverbot nach China und Japan aufzuheben, da keine Hoffnung vorhanden sei, daß man in naher Zukunft zu einem internationalen älebereinkommen in dieser Frage gelangen werde. Roosevelt empfiehlt in einer Kongreß- botschaft die sofortige Abänderung des Dollstead-Gesehes, um den Ausschank und die Herstellung von Bier und anderer verfassungsmäßig erlaubter alkoholischer Getränke zu ermöglichen. Dadurch werde eine außerordentlich erwünschte Steuerquelle erschlossen. Roosevelt brachte zum Ausdruck, daß ihm an der umgehenden Behandlung dieser Angelegenheit sehr viel gelegen sei. Aus aller Welt. Oer Prozeß gegen hen Bankier Hintze Vor dem Berliner Schwurgericht begann der Prozeß gegen den Bankier Hintze, der im Oktober v. I. seine Frau, die bekannte Opernsängerin Gertrud Dindernagel, erschos- s e n hat. Die Anklage lautet auf vorsätzliche Tötung. Hintze erklärt, nicht zu wissen, wie er zu dem Schuß gekommen sei. Bei der Schilderung seines Lebenslaufes erklärt der Angeklagte, daß ihm 1918 das EK. I verliehen und er zum Hauptmann befördert worden sei. Dach den Feststellungen der Staatsanwaltschaft ist aber weder von der Ernennung zum Hauptmann, noch von der Verleihung des EK. I etwas bekannt. Im weiteren Verlauf erklärte der Angeklagte, daß er 1925 Gertrud Bindernagel geheiratet und ihr Kind adoptiert habe. Es habe sich um eine reine Liebesheirat gehandelt. Unter Tränen schilderte er dann das Glück seiner Ehe. Dach der Mittagspause wandte sich die Vernehmung des Angeklagten der Schilderung des Tages der Tat zu. An diesem Tag, dem 23. Oktober v. I., führte Hintze aus, habe er noch einen Aussöhnungsversuch mit seiner Frau unternommen, der aber scheiterte. In der Beweisaufnahme erklärte der Sachverständige Dr. Kremer, Hintze sei im Zustand bewußten Denkvermögens gewesen. In der Zeugenvernehmung bekundete eine Freundin Frau Dindecnagels, Frau Molden- Hauer, daß Frau Dindernagel nie etwas Schlechtes über ihren Mann gesagt habe. Die Verhandlung wurde dann vertagt. Schändung eines Ehrenmals in der Rheinprovinz. In Beurig bet Saarburg wurde der Vorhof des von der Gemeinde errichteten Kriegerehrenmals, das aus Anlaß des Volkstrauertags geschmückt worden war, in unglaublicher Weile beschmutzt. Die schwarz-weiß-roten Fahnen lagen zerfetzt auf dem Platz. Die Täter sind noch unbekannt. Ortsemwoh- ner beobachteten in der Nacht ein Auto, das sich vom Denkmal aus nach der Saargrenze bewegte. Man vermutet, daß es sich um eine Tat saarländischer Kommunisten handelt. Spielende Kinder von einer Granate zerrissen. In der französischen Stadt Lens warfen Kinder polnischer Arbeiter eine Granate, die sie beim Spielen gefunden hatten, auf die Straße Es erfolgte eine Explosion. Zwei Kinder wurden auf der Stelle getötet, zwei schwer verletzt. Hinrichtung eines Mädchenmörders. Im Weimarer Gerichtsgesängnis wurde der Schlosser Walter Schwab aus Bergern (Landkreis Weimars hingerichtet. Er hatte im Juli v. 3. am Ettersberg bei Weimar seine Geliebte Grete Arnold aus Hottelstedt erdrosselt, um sich des Mädchens zu entledigen. Die Hinrichtung wurde von Scharfrichter G r ö p l e r aus Magdeburg vollzogen von einem Geisteskranken erstochen. Als dieser Tage in der Schuhmacherwerkstätte Oer Heil- und Pflegeanstalt Weißenau bei Ravensburg (Württ.) eine Wärterin ein Paar Schuhe abgab, stach ihr ein Geisteskranker, der sich zufällig in der Werkstatt befand, ein Schuhmachermesser in die Halsschlagader. Die -u>arterin wurde so schwer verletzt, daß sie kurz darauf ft a r b. immer auf dem Posten, wenn es galt, guter neuer Chormusik zur Anerkennung zu verhelfen. Gr führte die leider durch unfähige Dachahmer jetzt zu Unrecht ins Hintertreffen geratenen Chorballaden Hegars als erster in unserer Gegend ein. Ebenso warb er für Kaun und Lendvai. 3n seinem diesjährigen Konzert zeigte er wieder die an ihm stets beobachteten Vorzüge: einen runden, ausgeglichenen Chorklang, der dynamisch sehr variabel, den Verein zu einem Instrument von großer Gestaltungskraft macht. Die Vortragsfolge wurde eröffnet mit einem Chor von Johannes Händel. „Ans Werk". Der junge Komponist machte anläßlich der Nürnberger Sängerwoche besonders durch das kontrapunk- tisch sehr interessante Werk: „Lied der Islandfischer" auf sich aufmerksam. Der hier gesungene Chor hat volkstümlichen Einschlag, ist geschickt aufgebayt und somit recht wirksam. Der konzertierende Verein gestaltete ihn durch die Wucht seines Stimmgutes recht erfolgreich. Der Glottis- anschlag sollte bei Stellen, Pie große Kraft verlangen, vermieden werden. Ein stimmungsvolles Tongedicht ist Haugs: „Ewig jung ist nur die Sonne". Es wurde dynamisch und musikalisch fein gestaltet. Die oft recht kniffelige Harmonik war nur an wenigen Stellen etwas getrübt. (Sie etwas zu tiefe Terz bei den hochliegenden Mollakkorden.) Tiefen Eindruck hinterließ Wen- dels „Feldeinsamkeit", eine Perle der Männer- chorliteratur. Das fast die Grenze des Möglichen überschreitende Pianissimo war eine Leistung. Als Hauptwerk fang der Verein „Mondenschein" von Franz Schubert. Schuberts Kompositionen für Männerchor bedeuten einen Gipfelpunkt in dieser Gattung, der nicht mehr erreicht wurde. Sie Ausdeutung dieser Werke stellt hohe Anforderungen an Chor und Leiter. Ser Bauersche Gesangverein entledigte sich seiner Aufgabe mit gutem Gelingen. Der Rest der chorischen Sarbietungen war dem Humor Vorbehalten. Sie drei süddeutschen Volkslieder (der Begriff ist hier sehr weit gefaßt), von Höferer, Heinrichs und Koschat wurden von den Sängern mit sichtlicher Freude gesungen und erzielten durch den die Pointe erfassenden Vortrag großen Beifall der Zuhörer. Ebenso auch die beiden Schlußchöre: das unverwüstliche „Meister und Gesell" von dem um die Männerchorsache sehr verdienten Berliner Zelter und das musikalisch etwas derbe oberhessische Volkslied „Mädel heirat mi". Ser Sirigent, Prof. Sr. Temesvary, ift seinem stattlichen Chor ein begeisternder Führer. Er gestaltete besonders dynamisch und musikalisch sehr wirkungsvoll. Ihm fällt das Hauptverdienst am Gelingen des Konzerts zu. Das Konzert fand seine Krönung durch die Solistin Ria Ginster. Was diese gottbegnadete Künstlerin zeigte, war höchste Gesangskunst. Solch herrliche, schlackenreine Stimme wird man so leicht nicht wieder finden. Dabei eine vortreffliche Schulung. Der Ausgleich der Register ist vollendet, ebenso die vorbildliche Sprache, das Organ gehorcht mühelos im stärksten Forte und leisesten Piano, sowohl in der Höhe, wie in der Tiefe. - Saft der Ruf solchen Künstlertums bis weit über die Grenzen Deutschlands gedrungen ist, ist nicht zu verwundern. Die Herzen der Zuhörer eroberte sich aber die Künstlerin hauptsächlich durch die seelische Durchdringung, mit der sie die gewählten Lieder von Schubert. Schumann und Dxahms zu einem Erlebnis werden lieh Ser außerordentlich herzliche und warme Beifall veranlaßte sie zu einer Zugabe. Prof. Sr. Temesvary begleitete die Solistin selbst. -a- Kirchennmsikalische paffionsanhacht in her Gtahtkirche. Es ist eine gute Sitte, das Passionsgeschehen auf dem Wege über die Musik der Gemeinde nahezubringen. Diesem Ziel diente auch die ftrdjenmufifa- ttsche Passionsandacht am Sonntagabend in der Stadtkirche, die von der Männer- und Frauenoereinigung der Matthäusgemeinde getragen war. Es sollte kein Konzert sein, sondern^,eine stille, schlichte Feier, wo Glieder aus der Gemeinde ihr Können in den Dienst der Gemeinde stellen und mit ihren Kräften helfen, den tiefen Inhalt der Passion Jesu ein wenig aufleuchten zu lassen. So ist eine solche Abendfeier Gottesdienst und Verkündigung im tiefsten Sinne des Wortes, getragen von der Gemeinde als Dienst an der Gemeinde. Die Vortragsfolge war in feiner Weife zusammengestellt und verband das Gedächtnis an unsere im Weltkrieg gefallenen Brüder mit dem Passions- geschehen. Besonderen Eindruck machten Rezitativ und Arie aus der Kantate auf den Sonntag Jubilate von Ioh. Seb. Bach, von Frl. Hanna Kellner sauber und musikalisch gelungen, während der Violmpart und die Orgelbegleitung bei Musiklehrer Bauer und Organist Simon in guten Händen lagen. Es ist wunderbar, wie hier Bach beides miteinander vereint hat, Kreuz und Krone, Leid und Trost. Neben allem Schmerz und Leid bricht doch immer wieder der frohe Trost durch. Und besonders die musikalische Durchführung der letzten Teile der Arie läßt erkennen wie Bach selbst in allem Leid und Kreuz den frohen Trost in Christi Wunden gefunden hat. Einen ähnlichen Eindruck hinterließ das, was von Frl. Hanna Kellner (Alt) und Frl. Gustel Kühn aus der Passionskantate „Sehet, wir gehen hinauf nach Jerusalem" gesungen wurde. Die Ältpartie bewegt und voll stürmischen Drängens drückt die ganze Glut und Sehnsucht aus, noch am Kreuz Jesus zu umfangen, ihn nicht zu lassen, wenn alle Welt ihn verläßt. Und über diesem Drängen und Sehnen steht ruhig und klar der Choral: „Ich will hier bei dir stehen" nach der feinen Weise „Herzlich tut mich verlangen". So wie er wieder- gegeben wurde, ward er zu einem tiefen Erlebnis. Von den Sologesängen gefiel am besten: „Selig, wer an Jesum denkt" (Bach), von Frau Ilse Schmidt -Wissendorf sehr gut gesungen, wobei man sich am meisten über das feine Piano ihres Singens freute. Sehr gut auch „Mein Jesu, was für Seelenweh befällt dich in Gethsemane" (Bach), ebenfalls von Frau Schmidt-Wissendorf gelungen. Schlicht und innig, aber darum vielleicht Bach am besten interpretierend, fang Frl. Gustel Kühn verschiedene Passionslieder. Am stärksten wirkte „Sei gegrüßt Jesu gütig" und „Es ist vollbracht" Letzteres wurde besonders fein und klar gesungen. Die gesanglichen Darbietungen wurden ergänzt durch em Präludium in A-Tloll aus einer Suite von Max Reger für Geige und Orgel. Musiklehrer Franz Bauer spielte die nicht ganz leichte Geigen- partie sauber und flüssig, von Organist Heinz Simon fein begleitet. Es folgte noch ein Andante aus einer Sonate von Händel für zwei Geigen und Orgel und ein Adagio aus einer Sonate von Purcell für zwei Geigen und Orgel. Beide Sätze wurden sicher und musikalisch durchgeführt. Es wirkten außerdem noch der Frauen- und der Knabencdor der Stadt- Vom Volksiraueriag in Berlin. Reichspräsident von Hindenburg beim Abschreiten der Front der SA.- und SS.-Fonnationen auf dem Platz vor dem Ehrenmal Unter den Linden. r Aus der provinzialhaupistadt. Vom Glück hes Gebens. Jede gute Tai hat zwei Hände. Eine die gibt und eine die nimmt. Möchte die gebende Hand immer wissen, daß Geben seliger ist als Rehmen und daß Rehmen oft bitter schwer ist! And möchte jeder bewußt dem anderen, der nehmen muh, auch einmal das Glück des Gebens gönnen! Verstehen wir das alle? Ich sah, daß das Geschenk eines Apfels abgelehnt wurde, weil der Geber ein Armer war und man glaubte, ihn zu berauben. Ich sah, daß der Dank für treue Pflege und Aufopferung in Gestalt eines Blumentöpfe chens abgelehnt wurde! Man war nur gewohnt, zu geben und wußte nicht, daß man damit das Glück besah. And fühlte nicht, wie weh es tat, nicht auch mit einer Tat, einem kleinen Opfer danken zu dürfen. Aber ich sah auch anderes, sah eine in Armut geratene Frau. Sie hatte in reichen Tagen viel gegeben, mit einem Herzen, das dankte, wenn es geben durfte. Die bittere Rot findet sie jetzt nicht verlassen, und - - nicht erniedrigt. Sie hatte den tiefen Sinn vom Geben und Rehmen gekannt und gönnt nun auch dem anderen die Be- feligung des Gebens. So nimmt sie jetzt für sich und die ihrigen dankbar an, wenn ihr der Schuster unentgeltlich die Arbeit des Besohlens leistet. Wenn der Maurer, der früher viel auf ihrem Hofe beschäftigt war, ihr jetzt die Küche zu weihen anbietet. Wenn der Tischler für eine notige Reparatur keinen Lohn nimmt. Ist denn bloh Geld Re.chtum, der zum Geben verpflichtet? Wie dankbar wäre die schwächliche Frau des abgebauten Angestellten, wenn die Waschfrau, deren Hilfe sie nicht mehr bezahlen kann, ihr nun das Geschenk ihrer Arbeitskraft anböte? Wie glücklich wäre der einsame alte Herr, der bessere Tage sah, wenn ihm ein Bündel im Walde gesammeltes Holz von einem jungen Arbeitslosen mit heimgebracht würde? And ist nicht auch das bescheidenste Können, jede Begabung auf irgend welchem Gebiete Reichtum, der zum Geben verpflichtet? Richt jeder kann im Drohen geben. Mit seinem kleinen Talent kann aber doch einer dem andern dienen. Mit seiner Klampfe, seiner hellen Stimme kann ein junges Menschenkind in die freudlose Atmosphäre einer arbeitslosen Familie eine fröhliche Stunde tragen. And wenn dann die Freude darüber diesen Familienkreis lichter machte, dann wird sich dieses Licht in den Augen des jungen Sängers widerspiegeln. Eine geschickte Frauenhand, die daheim den eigenen Kindern die ersten Anfänge des Kunstgewerbes zum Spiele macht, sollte auch einmal zu andern Kindern gehen, um deren ungeübte Fingerchen zu schulen und mit ihnen zu spielen. Wer dann Die beglücktere ist, die eigene Mutter, die voll Stolz die kleinen Kunstwerke ihrer Kinder betrachtet, oder die andere Mutter, das überlassen wir dem Versuch. Wenn so das Gefühl, dah jeder Besitz an Kräften und gäfj: gleiten zum Einsetzen für andere verpflichtet, so soll man ihn, wenn Rot und Mangel da sind, ohne Dedrücktsein annehmen und dem anderen die Freude am Geben gönnen. M. v. D. $orherungen her Wirtschaft. Die Industrie- und Handelskammer Giehen bittet uns um die Bekanntgabe der nachstehenden Abschrift eines Schreibens, das sie gestern an das Polizeiamt Gießen gerichtet hat: „Untere Wirtschaft braucht heute mehr denn je zum Wiederaufbau völlige Ruhe und Sicherheit. Es kann deshalb nicht gut geheißen werden, wenn die Politik in rein wirtschaftliche Verhältnisse hineingetragen wird. In Wahrung der ihr anvertrauten Interessen hält es die Kammer für ihre Pflicht, an das Polizeiamt die dringliche Bitte zu richten, den jüngsten Erlassen des Herrn Reichskanzlers und des Herrn Reichsministers des Innern , nunmehr auch zur strengsten Durchführung zu verhelfen. Industrie- und Handelskammer Gießen. 3. V. Griehbauer." Konzert hes Bäuerischen Gesangvereins Ser deutsche Männergesang als solcher ist kaum mehr denn 100 3ahre alt. 3n dieser verhältnismäßig kurzen Zeit hat er eine fast beispiellose Entwicklung genommen. Diese konnte nur erfolgen durch hingebungsvollste Arbeit der Vereine in Stadt und Land. Heute steht dieser Männer- aesang als ein achtunggebietendes mächtiges Gebilde da. An dieser „Volkskunst" kann man nicht mehr mit einem mitleidigen Achselzucken vorübergehen, wie es lange Zeit von gewisser Seite geschah. Meister der Tonkunst haben ihr, besonders in letzter Zeit, große Teile ihres Schaffens zugewandt, gewiß nicht zum Schaden ihres Ansehens. Zu den Vereinen, die an ihrem Teile redlich dazu beigetragen haben, die Kunst des Männergesangs zu Heben, gehört unstreitig der Bauersche Gesangverein. Stets zielstrebig wirkend, war er kirche mit, die ihr Bestes gaben. Besonders fein war der einstimmige Choral: „D Mensch bewein dein Sünde groß". Ein besonderes Lob verdient Organist Heinz S i • man, der nicht nur für die Durchführung des Abends verantwortlich zeichnete, sondern aus der Orgel alle Darbietunyen in musikalischem Verständnis begleitete und bie zum Teil recht schwierigen Partien sehr sicher bewältigte. Die Passionsandacht hat bet der zahlreich versammelten Gemeinde einen tiefen Eindruck hinterlassen. GictzeuerWochenmnrktprcije. * Giesten, 14- März. Es kosteten aus dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 110 Pf., Landbutter 100, Kochbutter 80, Matte 20 bis 25, Wirsing (gelb) 10 bis 12, (grün) 20, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10, Spinat z5 biS 30, Winterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 100 bis 120, Meerrettich 30 bis 50. Zwiebeln 10, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Hüffe 40, Kartoffeln 3 (pro Zentner 2.50 Mk.), ObstmuS 40 biS 45, Suppenhühner 70 bis 80, junge Hähne 70 bis 90 Pfennig pro Pfund-, Tauben 40 bis 60 Gier (inl.) 8. Käse 5 bis 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 25 bis 30, Lauch 5 b s 10, Relt.ch 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30. Endivien 10 bis 30 Pfennig pro Stück: Radieschen 20 Pfennig pro Bund. Bornotizen. — Tageskalen b' er für Dienstag: Stadttheater, 20 bis 22 Uhr „Nina". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wenn dem Esel zu wohl ist ..." •* Einige Schlägereien ereigneten fich — wie der heutige Polizeibericht meloet — im Laufe des gestrigen Tages und der verflossenen Rächt zwischen Bewohnern der Wohnungen an der Kläranlage. Den Anlaß zu den Tätlichkeiten gaben politische Gegensätze. Zwei Personen wurden durch Schläge am Kopf und Arm verletzt, nach erster Hilfeleistung konnten sie in chren Wohnungen verbleiben. Zwei Personen wurden zwangsgestellt. Die Täter, Kommunisten, find un Laufe der Rächt flüchtig gegangen. ** Jugendsest auf dem Schiffenberg. Unter dem Vorsitz von Dberforftmeifter Nicolaus tagte am Samstagnachmittag auf dem Schiffenberg der Vorstand der Heimatoereinigung Schiffenberg mit den Lehrern der umliegenden Gemeinden, um über die Abhaltung eines Zugendfestes zu beraten. Das Fest soll am 18. Juni ftattfinben; die Jugendlichen der ^umliegenden Gemeinden sollen teilnehmen. Die Schulen aller umliegenden Landgemeinden, auch die Gießener Volks- und Höheren schulen waren vertreten. Von allen Seiten wurde die Abhaltung eines Jugendfestes gulgeheißen. Dem Fest, an dem sich in der Hauptsache die Jahrgänge vom 4. Schuljahr ab beteiligen, soll das Losungswort „Der deutsche Wald" zugrundegelegt werden. In Spielen, Reigen, turnerischen Vorführungen, mehrstimmigen Massenchören und Gedichtoorträgen soll die Jugend jju Wort kommen. Ein Ausschutz, bestehend aus einigen Vorstandsmitgliedern der Heimatvereinigung, ferner den Vertretern der Orte und Schulen von Wieseck, Hausen, Garbenteich, Watzenborn- Steinberg, Leihgestern, Klein-Linden, Steinbach und Gießen soll für die Ausgestaltung und Durchführung des geplanten Jugendfestes Sorge tragen. Oberhessen. Die Hilfspolizei in Oberhefsen. c. Schotten, 13. März. Am Samstagnachmittag war die Schuhmannschaft des Kreises, die Hilfspolizei, SA.-Abteilung, SA.-Reserve und der Stahlhelm auf dem Dockzahl zusammengezogen worden, um von dem neuen Reichskommissar für Hessen Regierungsrat Dr. Müller verpflichtet zu werden. Etwa 300 bis 400 Mannschaften waren angetreten, die nach einer Ansprache, in der der Reichskommissar mahnende Worte zur Aufrechterhaltung von Zucht und Ordnung im Staat an die Versammelten richtete, & e r eK> t g t wurden. 3m Anschluß an das auf den Führer des neuen Reichs ausgebrachte „Sieg Heil!" sprach Polizeimajor v. d. Recke, dem die Polizei in Oberhessen unterstellt ist, er bat um Vertrauen und Mitwirkung bei der Aufrechterhaltung der staatlichen Ordnung. Sein „Hoch" galt dem deutschen Vaterland. & Lauterbach, 13. März. Am Samstaanach- mittag nahm der Polizeirommissar für Hessen Regierungsrat Dr. Müller im 03eifein feines Dürochefs, des Landtagsabgeordnten Stang, des Kreisdirektors Dr. Michel und des Polizeikommandeurs für Oberhessen, Major v. d. Recke, die Verpflichtung der Hilfspolizei für den Kreis Lauterbach vor. 160 Mann SA.-, SS - und Stahlhelmleute aus dem ganzen Kreis wurden verpflichtet. 3n feiner Ansprache wies Regierungsrat Dr. Müller darauf hin, daß nunmehr die Sicherheit und Ordnung auch in Hessen garantiert fei und feierte zum Schluß nochmals die gewaltige nationale Erhebung der deutschen Ration. 3m Anschluß daran begrünte Ma'or v. d. Recke die nunmehrige Hilsslolizei. M t dem Absingen des Horst Wesselund des Deutschlandliedes wurde die Verpflichtung beendet. ^audtreis Gictzen. X Wieseck, 13. März. Lehrer Burk hatte zu einem Elternabeno eingeladen. Dec große Saal von Braun war von Freunden der Schule dicht besetzt. 3n seiner Begrüßungsansprache wies der Leiter auf Sinn und Bedeutung solcher Veranstaltungen in unserer Zeit hin: die 25 Humm?m der Vortragsfolge bekräftigten mit Gedichten, Gesängen und Reigen feine Worte. Für den der Gemeinde bereiteten „Abend voll Sonnenschein" dankte Rektor Petri dem Restor der hiesigen Lehrerschaft und feinen 57 Kindern: fein besonderer Dank galt der Gemeinde, die im letzten 3ahr eine halbe Lehrkraft bewilligt hat. Der Abend trug dazu bei, das schöne Verhältnis zwischen Schule und Gemeinde weiter zu fördern. — Der Stenographenverein hielt am Samstag bei Gastwirt Weller eine Generalversammlung ab, in der die Mitglieder des Vorstandes einstimmig wiedergewählt wurden. Der Vorsitzende, cand. phil. Kling, gab Richtlinien für eine Reugestaltung des ^Unterrichts bekannt, der um einen baldigen Anfängerlurfus und einen Sonderkurs für die Handelsiarnmerprüsung bereichert wurde. Am 23. April wird als Vor- prusung für das im Mai in Hungen vorgesehene Dezirkswettschreiben und für das Ver» bandswettschreiben in Friedberg ein lokales 03er- einswettschreiben ftattfinben, dem am Abend eine Werbeveranstaltung in Form eines Lichtbildervortrages „Gabelsbergers Leben" und „Der Mensch und die Schrift" folgen soll. Besonders begrüßt wurde die Einrichtung einer Fach- bioliothek, deren Bucher die Mitglieder kostenlos entnehmen können. Harnend des Vorstandes (Schriftführerin Frl. E. Schäfer, A. Frank, Rechner O. D e i b e l) dankte der Vorsitzende in seinen Schlußworten für die Anerkennung und bat nochmals um tätige Mitarbeit zur Gewinnung immer weiterer Kreise in unserer Gemeinde. ck. Heuchelheim, 13. März. Der Sportverein Heuchelheim hielt am Samstag in der Wirtschaft von Ludwig Schäfer seine Generalversammlung ab. Aus bem Jahresbericht bes 1. Vorsitzenben Hermann Weber ging hervor, baß sich ber Verein wieber in aufsteigender Linie bewege. Die 1. Mannschaft sei spielerisch wieber so weit, geschult, baß man mit Vertrauen in bie Zukunft blicken könne. Die Vorstanbswahl hatte soll genbes Ergebnis: 1. Vorsitzenber Hermann W e - ber, 2. Vorsitzenber Hans K r ö ck, Beisitzer Ernst Sack, Schristführer Emil Mettche, Kassierer Dito Kehr unb Ballwart Aug. Metzler: ber Spielausschuß setzt sich wie folgt zusammen: Hermann Weber, Franz Hahn, Karl Rinn, Herbert Ebe unb Ernst Sack. • Lollar, 14. Marz. Heute kann Herr Gustav Lehr von hier bei guter Gesunbheit im Streife feiner Familie seinen 7 0. Geburtstag feiern. 03g. Grohen-Buseck, 12. März. Zu dem' heutigen Trauergottesdienst waren der Gesangverein „Heiterkeit" und der Kriegerverein, dem sich eine Abteilung SA. angeschlossen hatte, mit Fahnen erschienen. Der Posaunenchor und der Gesangverein setzten durch ihre Darbietungen die große Trauerversammlung in weihevolle Stimmung Pfarrer Müller feierte in ergreifenden Worten die durch Begeisterung und später durch eisernes Pflichtbewußtsein für alU Zeiten vorbildlichen Taten der feldgrauen Helden. Rach dem Gottesdienst legten Ehr. Pfeiffer im Hamen des Kriegervereins und H. Dergauer im Auftrage der SA. unter Trauermusik des Pofaunen- chors einen Kranz am Gefallenen-Denkmal nieder. ch. Saasen, 13. März. Am Freitag fand eine Gemeinderatssihung statt, in der ein Antrag der Hationalsozialisten, den Herrn R e ichs - kanzler zum Ehrenbürger zu ernennen, angenommen wurde. Am Samstagabend veranstaltete unter starker Teilnahme der Bevölkerung die SA. einen Fackelzug durch das Dorf nach dem Schulhaus. Herr 3 u n g (Gießen) hielt eine Ansprache. Sodann sprach Bürgermeister M e n z und mahnte zur Ruhe und Besonnenheit. Rachdem das Deutschlandlied gesungen war, wurde an einem kurz vorher aufgerichteten Fahnenmast beim Klange der Kirchcnglocken die Hakenkrcuzfahne gehißt. Mit einem „Heil!" auf den Reichskanzler Hitler wurde die Feier geschlossen. Am Sonntag fand gemeinsamer Kirchgang der S A. statt. 3m Anschluß daran wurde, ebenfalls durch die SA., ein Kranz am Denkmal der Gefallenen des Weltkrieges niedergelegt. Kreis Schotten. x Schotten, 13. März. Am Sonntag waren sämlliche öffentliche unb viele private Gebäude in ben alten Reichssarben auf Halbmast geflaggt. Eine große Heldengedenkfeier fanb in ber überfüllten Kirche statt. SA. mit Fahnen in Uniform, wie auch ber Kriegerverein, nahmen teil. Einen Kranz an ber Helbengebenktafel legte SA.-Führer Straub nieber. Am Kriegerdenkmal sprach der Vorsitzende des Kriegervereins, Berufsschullehrer Hitz, Gedenkworte zu Ehren ber Gefallenen, unb legte einen Kranz nieber. I Ober-Lais, 12. März. 3n den nächsten Tagen wird auch hier ein Arbeitsdienstlager eingerichtet werden. Als Lager ist der große Saal des Gastwirtes Werner vorgesehen. Für das Lager, das als Winterlager von Gedern geführt werden wird, ist eine Belegschaft von 90 Mann vorgesehen, die zum allergrößten Teil von auswärts kommen werden. Als Arbeiten sind neben der Fertigstellung der „Hohen Straße" eine Reihe weiterer Wegebauten, Hohlverschleisungen und die Geradelegung des Laisbaches vorgesehen, wozu noch der Ausbau einiger Waldwege kommen soll. Die vorgesehenen Arbeiten sind auf 33 000 Tagewerke veranschlagt, von denen bis jetzt allerdings nur 22 000 Tagewerke genehmigt worden sind. Als Dauer des Lagers sind zunächst sechzig Wochen vorgesehen. Rheinhessen. * Mainz, 9. März. (Drei Priestercher Diözese Mainz gestorben.) 3n ®au- Weinheim starb 95jahrig der Pfarrer von Gau- Weinheim, Geistlicher Rat Ehristoph Hüfner. Er war der älteste Geistliche des Bistums. — 3n Wald-Michclbach, wo er 35 3ahre segensreich wirkte, starb der dortige Pfarrer 3ohanncs Gärtner, und in Mainz wurde Prälat und Professor der neutestamentlichen Exegese am Bischöflichen Priesterferninar, Dr. 3alob S ch ä - f e t durch den Tod abberufen. — Geistlicher Rat Hüfner war in Deutschland der älteste Seelsorger und durch seinen guten Humor eine beliebte Persönlichl-it bei alt und jung. Kommissarische Verwaltung in Frankfurt. Die bisherigen Magistratemitglieder bcurifl-.bt. WER. Frankfurt a. M., 13. März. Der kommissarische Regierungspräsident in Wiesbaden teilt mit: Der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt ist zurückgetreten. Durch Verfügung des kommissarischen Regierungspräsidenten ist der Zweite Bürgermeister Schlosser, sowie der besoldete Stadtrat Dr. Michel bis auf weiteres beurlaubt. Weiter find die unbesol- foldeten Magistratsmitglieder Stadträte Seliger, Kriegseis, Weidner, Rebel und Etadträtin Quark beurlaubt. Den beurlaubten Magistratsmitgliedern ist die Ausübung von Amtshandlungen mit Ausnahme einer etwa erforderlichen Wiedergabe der Geschäfte untersagt. Zur Aufrechterhaltung einer geordneten Verwaltung der Stadt Frankfurt a. M. sind Landgerichtsrat Dr. Krebs, M. d. L. zum kommissarischen Ersten Bürgermeister und der Reichstagsabgeordnete Linder zum kommissarischen Zweiten Bürgermeister bestellt worden. Heute vormittag erschienen im hiesigen Rathaus die Kriminalpolizei, sowie SA.- und SS.-Leute, die die Eingänge des Rathauses besetzten. Die Kriminalbeamten nahmen alsdann Bürgermeister Dr. Schlosser (SPD.) und Stadtrat Dr. Keller (Stp.), den Dezernenten des städtischen Schulwesens, in Schutzhaft. SriefTaffen der Redaktion lRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung) O. D. in G. Die Verse „Drum tanzen auch der Kuckuck und sein Küster auf ihm die Kreuz und Quer" im „Rhe'.nweinlied" von Matthias Claudius dürsten s ch auf den Kuckuck und den Wiedehopf beziehen. 03etgI. hierzu Meyers Lexikon, VII. Auslage, V. Band, 3g. 1771, Artikel „Hopfe". Wirtschaft. Sranffurf uneinheitlich, meist schwächer. Frankfurt a. Oll., 14. März. (WTB. Drahtmeldung.) Bei verhältnismäßig kleinem Geschäft eröffnete die heutige Börse in uneinheitlicher Haltung, im Verlaufe war sie aber meist schwächer. Hach den gestrigen Befestigungen zeigte die Kuli se Re lifationSne'gung 'umal von der Kundschaft nur in geringem Wim a iye Orders gegeben worden waren und es allgemein an Anregungen fehlte. Die weitere Beruhigung ‘in der amerikanischen Banlensituation und die merkliche De- feftigung des Dollars fanden wenig Beachtung. Etwas Verstimmung bereitete die Schwäche einiger Spezialaktien, insbesondere der sogenannten Tarifwerte, bei denen man infolge der Wlmgc- ftaltung der Kommunen mit der Möglichkeit einer Revision der Tarife rechnet. So lagen z. B. Be- kula nach Minus-Minus-Rotiz schließlich 3.25 Prozent schwächer, auch Licht und Kraft waren mit minus 2,5 Prozent sehr gedrückt. Ferner verloren Siemens 2 Prozent, AEG., Selsentirchen und Schuckert je 0,65 Prozent, während Schwachstrompapiere, wie Lahmeyer, Felten bis zu 1 Prozent gewannen. 3m allgemeinen betrugen die Abweichungen nach beiden Seiten etwa 0,50 bis 1 Prozent. Darüber hinaus lagen einerseits Har- pener 2,75 Prozent und Aku 1,75 Prozent schwächer, andererseits Tietz 1,50 Prozent höher. Wlebertoiegenb von 0,25 bis 0,75 Prozent höher lagen auch Montanwerte, für die weiterhin 3n- terefse aus dem Revier bestand. Von sonstigen Standardwerten gaben 3G. zunächst 0,50 und dann weitere 0,50 Prozent nach, während Reichsbank etwas fester tendierten. An den Heben- märkten betrugen die Veränderungen 0,25 bis 0,50 Prozent. Am Rentenmarkt lagen deutsche Anleihen bei kleinem Wlmsatz 0,13 bis 0,25 Prozent niedriger, späte Reichsschuldbuchforderungen blieben m.t 79 25 Prozent unverändert. Goldpfandbriefe blieben in der M.hrzahl beh upt.t, vereinzelt ergaben sich Erhöhungen von 0,25 Prozent. Ciquibatonäpfanbb.itfe tendierten uneinheitlich, wogegen Kommunalobligationen noch eher etwas angeboten waren. Staats- und Stadtanleihen, sowie 3ndustrieobligationen zeigten kaum Veränderung. Fremde *2B'rte lagen geschäftslos: Tagesgeld war zu 3 75 Prozent unverändert und leicht. Berlin uneinheitlich, doch nicht unfreundlich. 03erlin, 14. März. (WTB. Funkspruch.) Eine freundliche Stimmung wurde zu Beginn der heutigen Börse durch weiteres Angebot in Tarifwerten gestört. Es lagen zwar wieder Publikumsaufträge vor, doch waren mehr als in den Vortagen beide Seiten vertreten. Man hatte den Eindruck, als ob die Kundschaft eine gewisse 6nt- lagcrung ihrer Engagements vornimmt, aus den in der letzten Zeit favorierten Werten herausgeht und zurückgebliebene Papiere lauft. Die Tendenz war daher sehr uneinheitlich. Die Kursabweichungen hielten sich aber im allgemeinen in bescheidenen Grenzen. Trotzdem war die Grundstim - mung nicht unfreundlich, zumal die Festigkeit des Dollars und die Beruhigung in der amerikanischen Bankensituation ebenso wie der Bericht der Berliner Handelsgesellschaft einen guten Eindruck hinterließen. So kam es, daß Hebenwerte Gewinne bis zu 2 Prozent erzielten, Buderus zogen fogar um 2,25 Prozent an und Schubert & Salzer gewannen 4,75 Prozent, während die Tarifpapiere bis zu 2 Prozent im Durchschnitt einbühten. Mit minus 3,25 Prozent lagen Hamburger Elektrizitätswerke besonders matt, wobei vielleicht die gemeldete Wlebemahme des Elektrizitätswerkes Billstedt bei Hamburg aus dem Besitze der Gessürel als ungünstig angesehen wurde. Relativ widerstandsfähig und teilweise fester (auch die Umsätze waren im Vergleich zur übrigen Börse etwas größer) lag der Montanmarkt, an dem nur Harpe- ner 1,25 Proz. einbühten. Auf die zu erwartende Dividendenlofigkeit waren heule erstmalig Berlin- Karlsruher 3ndustriewerke gedrückt und büßten 4,5 Proz. ein. Auch im Verlaufe verstimmte die Schwache der Tarifwerte und führte zunächst zu weiteren Kursabbröckelungen. Später wurde c8, von Siemens und Deutsche Waffen ausgehend, aber allgemein wieder freundlicher. Der Rentenmarkt lag sehr ruhig, Deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchsorderungen waren bis zu 0,25 Prozent gebessert, 3ndustrieobligatio- nen zogen bis zu 1 Proz. an. Goldpfandbriefe lagen vernachlässigt, ebenso Auslandsrenten. Die Situation am Geldmarkt war unverändert. Der Tagesgeldsah blieb bet 4,38 Proz. an der unteren Grenze stehen. Rach Privatdiskonten bestand geringe Hachsrage, auch Reichswechsel per 10.3uni wurden in kleinen Posten umgesetzt. Anstelle der per 16. Oktober ausverkauften unverzinslichen Schahanweisungen des Deutschen Reiches wurde eine neue Tranche per 15. Rovember aufgelegt. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Liebes Elektrizitätswerk! Richt nur Deine Schienen und die dazu go- hörige Leitung verbinden Wieseck mit Gießen, es wird bei der Pflege der zarten Bo- ziehungen von mir unangenehm empfunden, daß Dein letzter Wagen Sonntag wie Werktag schon um 1/4 vor 11 startet. Zwar schreib ich nicht als „Einer für Viele", aber nach meinen Beobachtungen zu urteilen, würde auch ein allerletzter Wagen so gegen V212 sicher noch genügend Fahrgäste finden. Wenigstens am Sonntag und ein- bis zweimal in der Woche eventuell nach den Abonnementsvorstellungen des Theaters. Das Motto „Geh auch mal aus" wird sonst zu einer 3llusion, und die verwaisten Straßenbahnschienen dienen nach 1/i vor 11 Uhr nur noch zur Orientierung verspäteter Fußgänger. Probte 's mal, und zeig Deinen Sinn für „Dienst am Kunden"! Vielleicht kann dieser allerletzte Wagen ja in Wieseck übernachten, und morgens als erster zurückfahren, aber das fei Dir überlassen! Ein Verlehr.sachverständiger. Wettervoraussage. Der hohe Druck hat sich weiter behauptet und ist sogar im Westen wieder angestiegen. Entsprechend dem westöstlichen Verlauf der Isobaren haben die Winde mehr nach Westen zu umgedreht, so daß unter dem Einfluß der Störungstätigkeit im Norden ozeanische Luft nach Deutschland gelangt. Somit dürfte es auch bei uns zu Dunst- und Wolkenbildungen kommen, doch bleibt es infolge des hohen Druckes vorerst noch trocken. Da Ein- und Ausstrahlung dadurch behindert werden, gleichen sich die starten Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht etwas aus. Aussichten für Mittwoch: Dunst- und Wolkenbildung, noch trocken, Temperaturgegensätze fia) etwas auögleiüjeno. Aussichten für Donnerstag: Dunstig und bewöllt mit Aufheiterung und meist trocken. Lufttemperaturen. Am 13.März, mittags: 11,6 Grad (Self., abends: 3,1 Grad ©elf. Am 14. Mär^ morgens: 2,1 Grad ©elf. Maximum: 12,2 Grad ©elf. Minimum: —3,5 Grad ©elf. Sonnenschemdauer: 9 Stunden. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 13. März, abends: 7,0 Grad ©elf. Am 14. März, morgens. 1,9 Grad ©elf. Rirtbficbe Jiotbnthfen. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 15. März. Johanniskirche. 18 Uhr: 3. Passionsandacht. Pfarrer Ausfeld. M alAkaffeeunöjeüerV e t r e i - e k a ff e e braucht als Zusatz eine gute Kaffeewürze. Vas Getränk wir- -amit voller, kräftiger und wohlschmeckender. Mer nehmen Sie nur die bewährte Kasseewürze Mühlen Franck ^j^wjtaffeß.1 Me sie ihn bezwang Originalroman Don L.Schneider-Zoerstl. Urheberrechtsschutz: Verlag O. Meister, Werdau i. S. 22. Fortsetzung. Nachdruck verboten I Erst war er nur Auge gewesen! Nun wurde er ganz Ohr. Kein Laut war vernehmbar. Er sah nach den heUer'enchleten Fenstern des Palastes und verfolgte die Schotten, di." dort vorüberwandelten. Verschwommen m;? der Holl ferne rauschender Wasser klang die Musik durch die geöffneten Flügeltüren. Ein Nachtvogel hob sich aus dem Zypressenbaum, an welchen er anoe.'ehnt stand und streifte ihn beinahe mit den Flügeln. Dann Schritte — einem raschen Impulse folgend, trat er aus dem Schatten in das matte Licht, dos den Park überflutete. „Warum verstecken Sie sich, Signorina?" Den Schal über den Achseln zusammenhaltend, blieb Stephanie vor ihm stehen. „Es ist so heiß oben!" 9hr Blick ging dabei nach den Fenstern und blieb dann auf dem Schattenspiele haften, das über den Weg kicherte. „Sie werden gesucht", sprach sie mit einem hörbaren Aufatmen. ,,Hören Sie nicht, Baron? — Man ruft nach Ihnen!" Und als er nichts erwiderte, drängte sie: „Warum antworten Sie nicht?" „Man muß nicht immer antworten, wenn man gerufen wird, Signorina." — Sie gehorchte wie unter einem Zwang, als er jetzt, wieder in den Schatten zurücktretend, den Weg nach den deckungs- bietenden Laubgängen hin nahm. „Ich habe gehört, daß wir Kollegen sind, — unser Gesandter hat es mir gesagt und — ich habe Sie doch im Gedächtnis, vom Tage meiner Ankunft her. Es war wirklich brav, was Sie da geleistet haben. Wann steigen Sie wieder auf?" Sie zögerte, fühlte, daß er dicht an sie gedrängt ging und suchte einen Mfftand herzustellen. Aber der Weg war zu schmal. So streifte Arm an Arm unb löste Schauer um Schauer bei ihr aus. Der eigene Mann umflirtete die Fremde, die er in ihr sah. „Wann steigen Sie wieder auf?" wiederholte er. „Morgen nachmittag!" „Und wohin geht die Fahrt?" Nun war es seine Hand, die über die ihre strich. „lieber die Campagna", sagte sie. Ihr ganzer Ton war Ablehnung. „Hören Sie doch!" „Hans Jörg", rief Lehmes Stimme verhallen. Und noch einmal: „Hans Jörg!" Merlin suchte In Steffies Augen und legte den Finger an die Lippen. Sie senkte den Kopf und zog den Schal enger um die nackten Schullern, die weih aus der Seide des Kleides leuchteten. Sie standen in den Schatten der Zypressen gedrückt und hielten den Atem an. Dann schritt, keine zwei Meter von ihnen entfernt, eine Gestalt über den Rasen, stand reglos, horchte, tat wieder einen Schritt und lauschte aufs neue. Eine Grille zirpte, erschrak und ließ sich nicht mehr hören. Es war jetzt so lautlos still, daß man sogar die Wellen des Tiber gegen die Gartenmauer schlagen vernahm. Tausend und aber tausend waren die Sterne, die über Rom ihr Licht versprühten. Wie güldene Tropfen hintzen sie im Tiefblau des nächtlichen Himmels und zitterten in leisem Beben. Stephanie vergaß, daß sie dem Manne, der jetzt nach ihren Händen tastete, fremdes Weid war und überließ ihm ihre Finger, die er langsam an die Lippen hob. „Süßeste!^ e Sie stand willenlos gegen chn gelehnt. Um fein Geschenk der Erde hätte sie auf btefe Minute verzichten mögen. Die Gestalt auf dem Rasen setzte sich wiederum in Bewegung und ging dem Paläste zu. Erst, als sie dem Blick entschwunden war, sagte Merlin leise: „Sie sind ein guter Kamerad. Darf ich morgen mit Ihnen über die Campagna fliegen?" „Nein!" „Nicht? —" Eine kleine Pause entstand. „Ihre Gründe, Signora, und ich werde mich bescheiden." „Wenn ich mein Leben aufs Spiel setze, so ist es eben nur das meine —" „Ach, deswegen!" unterbrach er sie. „Sie sind wohl der Ansicht, daß das meine wertvoller ist!" „Wie dem auch fei", wich sie aus. „Durch mich soll es jedenfalls nicht gefährdet werden." „D, Sie getreuer Kamerad!" Sie fühlte, wie feine Hand über ihren Nacken streifte. Der Hauch feines Mundes war chren Wangen so nahe, daß sie nur das Gesicht zu heben brauchte, um Lippe auf Lippe zu spüren. Aber bann rann es urplötzlich wie Schüttelfrost über sie hin, daß sie den Schal hoch über bie Schultern zog. In chrem Erinnern flammte der Tag auf, wo sie wie eine Bettlerin Einlaß heischend vor seiner Tür gestanden hatte und ihr nicht aufgetan worden war. Wort um Wort riß ihr Gedächtnis zurück: „Was wolltest Du bei mir?" — „Ich friere", sagte sie zusammenschauernd. „Die Nacht ist ganz warm, Signorina." Das war wieder der leise opott, den sie aus seiner Stimme heraushörte. Alles in ihr war mit einem Male Auflehnung. Nie wieder mürbe sie so vor feiner Türe stehen können. Nie wieder! Eine Nachtigall Hub zu flöten an. Es schien, als schweige ganz Rom, nur um dieses Singen zu Horen. Die Hand vor die Lippen gedrückt, fing sie die Tränen auf, die ihr ungewollt herabperlten. „Warum meinen, Signora?" fragte er gütig. Ein einziges Aufschluchzen hatte sie verraten. „Einer Nachtigall wegen! Oder ist es um anderes? Tränen und Lied verstummten zur selben Minute. „Ich muß gehen!" flüsterte Stephanie. „Man vermißt mich sonst." Er hielt sie zurück. „Aber morgen sehen wir uns wieder! — Morgen, beim Flug über die Campagna." Ohne geantwortet zu hoben, schlüpfte sie an ihm vorbei. Er folgte ihr langsam und ließ sie nicht aus den Augen. Wo ihre Gestalt vorbeikam, blinkte es schillernd auf. Der Jett ihres Kleides raschelle. Auf der Terasse hielt sie und suchte nach dem Park zurück, bog sich über die Brüstung und tauchte den Blick in das Dunkel. Es war nichts mehr zu unterscheiden. '21 u[ der Schwelle der Flügeltür, die in den einen der Säle mündete, kam ihr Joe Brandt entgegen. Seine Augen fragten. Ader bie ihren glitten an ihm vorbei: „Kann man in der Campagna landen?" „Sicher!" „Er will mit mir fliegen", erklärte sie. Und bann mit einem verzweifelten Lächeln: „Ach, Joe, ist es nicht zum Weinen traurig, wenn eine Frau den eigenen Mann so an sich locken muß?" Er sah sie maßlos erschrocken an. „Wollen wir wieder reisen, Baronin? — In spätestens einer Stunde sind meine Koffer gepackt." Es war ihm eine Qual, ihren hoffnungslosen Blick zu sehen und eine Erleichterung, daß sie nun die Lider senkte. Ihre Hand emporhebend, legte er sie an seine Wange. Im selben Augenblick ging Merlin vorbei. Kein Blick streifte sie. Nur Stephanie war zusammengezuckt und griff hilfesuchend nach Brandts Arm, der ihre Hand sorglich zwischen die seinen nahm. „Sie müssen etwas zu sich nehmen", bat er. „Wir wollen sehen, was es am Büfett zu naschen gibt." Arm in Arm bahnten sie sich den Weg dahin. Oehme kam ihnen entgegen, verneigte sich, und sah dann über sie weg zu Merlin, der sich ebenfalls durch das Gedränge schob. Als sie sich gegenüberftanben, fragte er: „Wo warst du die ganze Zeit über?" „Im Park." Nicht einmal Spott war in Merlins Stimme. Das machte den Doktor stutzig. „Du wirst doch nicht an bie dumme Geschichte denken?" sorgte er sich. Die dunklen Augen Jorgs suchten zu ihm empor. „Welche Geschichte? — Ach!" Sein Blick bekam einen Ausdruck, als erwache er eben: „Das hatte ich schon beinahe wieder vergessen. — Schließlich, wen geht es etwas an, wenn ich meine Revanche nehme? — Sie läuft mir nicht davon. Nur bas eine ist sicher: ich werde nicht so bescheiden fein wie Stephanie." Hinter ihm splitterte ein Glas zu Boden. Stepha» nies Brokatschuhe bekamen ein paar häßliche Spritzer ab, als der Wein auf das Parkett tropfte. Joe bückte sich und tupfte mit seinem Taschentuch darüber hin. „Es ist nicht von Bedeutung, Liebes." Merlin trat zum Büfett und kam mit einem gefüllten Kelch zurück: „Auf gute Kameradschaft, Signorina. In meiner Heimat geht bie Sage, daß Scherben Glück bringen." Sie griff darnach und verspürte, als ihre Hände einander nahe tarnen, ein Zittern durch die ihren rinnen. Sie leerte ihn zur Hälfte, lächelte und reichte ihm das Glas entgegen. Ohne Zögern, seinen Blick in den ihren tauchend, trank er ihn zur Neige. Oehme hatte alles gescheh. — „Revanche", hatte Jörg gesagt. Nun wußte er, worin bie Revanche bestand. Feindselig blieben seine Augen an der schlanken Gestalt der schönen Römerin hasten. Was fand Hans Jörg an ihr? — War nicht die Frau der Heimat süßer in ihrer Blondheit und gottähnlichen Reine? — Und dies hier war eine Kokotte! War eine von jenen, die den Mann umgarnten um des Spieles, der Laune einer Stunde wegen. Und doch! —Als sie jetzt „buona notte" sagte und ihre Hand sich ihm entgegenstreckte, nahm er sie und führte sie an die Lippen. Eine Minute später bereute er, lebte sich in einen gemachten Zorn hinein. Alles was Süden hieß, war verderbt. Verderbt das Land, die Menschen, selbst die Natur schon, verweichlicht," entmoralifiert, in Zucht und Sitte gelockert. Tausend schöne Frauen hatte die Heimat, und die allerschönste meinte auf Ichenhausen. Aber weder sie, noch eine der anderen hatte Hans Jorg zu fesseln vermocht. — Dieser einen hier blieb dies vorbehallen. Die ganze Fahrt vom Palazzo zum Hotel, in das sie gegen zwei Uhr zurückkehrten, schwiegen sie. Oehme begab fick sofort zu Bett. Heute noch mit Merlin zu sprechen, wäre zwecklos gewesen. Und außerdem, bis morgen würde der Freund sich wohl auch selbst wieder gefunden haben. Er konnte doch unmöglich von allen guten Geistern verlassen fein. Wenn er schon Revanche verlangte, mußte er sich unter allen Umständen vergewissern, worin dieses Amüsement Frau Stephanies mit ihrem Reitknecht bestand. * (Fortsetzung folgt.) M AGG r Fleischbrüh-Würfel die QuaßiiäiMnarke ) nur Gardinen Große Auswahl Billigste Preise Frdr.Telpel Bahnhofstr. 45 Markt 16 Hillebrandstr. 2 Gardinen-Ausstellung ““mauser 1782 A Die Trauerfeier findet Donnerstag, den 16. März, nachmittags 2 Uhr, aut dem Neuen Friedhof statt. 0,618 Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß meine innigstgeliebte, herzensgute Frau, Tante und Großtante Frau Friedericke Schnierle geb. Steitz im 72. Lebensjahr nach ihrem qualvollen, mit großer Geduld ertragenem Leiden gestern, den 13. März, nachts 1 Uhr, sanft und ruhig entschlafen ist Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Schnierle. Gießen (Liebigstraße 41). den 14. März 1933. Lieferungsvergebung. Die Lieferung des für Fürsorgeempfänger des Wohlfahrtsamts im Laufe des Rechnungsjahres 1933 (1. April 1933 bis 31. März 1934) erforderlichen Schuhwerks für Männer, Frauen, Knaben und Mädchen soll im Wege des öffentlichen Wettbewerbs vergeben werden. 1778V Verschlossene Angebote auf Lieferung find unter Beischluß von Mustern bis spätestens 25.2När; 1933 bei dem Städtischen Wohlfahrtsamt, Gartenstraße 2 — Zimmer Nr. 17 —, einzureichen. Für die Angebote sind zwei Umschläge zu verwenden, von denen der eine das Preisangebot mit der Bezeichnung des angebotenen Musters, während der andere die firmen- mähige Bezeichnung des Anbietenden enthalten soll. Beide Umschläge sind nur mit einem Kennwort zu bezeichnen. Der Umschlag, der das Preisangebot enthäll, ist weiter noch mtt dem Vermerk „Preisangebot" zu versehen. _2)te allgemeinen Lieferungsbedingungen können alsbald in Empfang genommen werden. Auch stehen Musterexemplare des zu liefernden Schuhwerks zur Ansicht zur Verfügung. Gießen, den 13. März 1933. Bürgermeisterei Gießen (Wohlfahrtsamt). Dr. Sei b. Die holzoersteigerung In Leihgestern am 2. d. DL ist genehmigt. Ausgabe der Abfuhrscheine bei den zuständigen Kassestellen, Ueberwei- sung und 1. Abfuhrtag: Mittwoch, den 15. d. Dl. Ablauf der Zahlungsfrist für unverbürgte Holzgeldschuld am 5. April l- I- Bei Barzahlung bis 5. April 1933: 4 v. H. Skonto bei einem Mindestbetrag von 10 RM. an. 178ID Die Abfuhrscheine über das aus der Hand abgegebene Brennholz sind vom 15. b. Dl. an von den zuständigen Kassestellen zu beziehen. Ueberweisung und 1. Abfuhrtag am 15. d. M. Miaus der Zahlungsfrist für unverbürgte Holzgeldschuld am 5. April l. I. Bei Barzahlung bis 5. Aprll 1933: 4 v. H. Skonto bei einem Mindestbetrag von 10 RM. an. Gießen, den 13. März 1933. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. Schädlingsbekämpfung im Obstbau. Eine gemeinsame Schädlingsbekämpfung in den Obstgärten kann in diesem Jahre durch die Hauptstelle für Pflanzenschutz nicht durchgesührt werden. Interessenten verweisen wir auf die örtliche Berufsver- tretuna, die nunmehr für diese Arbeiten zuständig ist. 1777D Dlittwoch, den 15. Diät) 1933, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28, „Zum Löwen", zwangweise gegen Barzahlung: 1779V 1. Büfetts, Kredenzen, Schreibmaschinen, Schreibtische, Sofas, Kleiderschränke, Nähmaschinen, Pianinos, Kassenschränke, Ladentheken, Warenschränke, Bücherschränke, 1 Drogenschrank, 2 Photoapparate, 9 Bände Helmolts Wettgeschichte, 12 Bände Gerhart Hauptmann und 1 Schäftesteppmaschine. 2. An Ort und Stelle (Bekanntgabe im obigen Lokal: 1 Personenwagen (Brennabor, Kg. 950, PS 59/20, Nr. 22 288). Junker Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383 Stuu*^! Sie können sich Ihre Messer wieder selbst mit einem Messerstahl Messerschärfer Schleifmaschine schärfen. Diese Geräte kaufen Sie in guter Qualität preiswert bei J.B. 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Neue Wege geht das bekannte große Herren, und Knabenbekleidungshaus Kohler, Gießen, Seltersweg. Als erste and bisher einzige Firma im ganzen Reiche, ist dort ein Qualitäts- Garantiesystem eingeführt worden. Der Käufer von Bekleidungsstücken mtt dem „Qualitäts-Gütezeichen" erhält beim Kauf eines Anzugs, Frühjahrsmantels oder sonstiger Bekleidung, einen schriftlichen Garantieschein, der so lautet, daß die Hälfte des Kaufpreises zurückerstattet wird, wenn sich das betreffende Bekleidungsstück in 1 bis 2 Jahren Benützungszeit nicht gut getragen hat. Augenblicklich zeigt ein interessantes Schaufenster neue Modelle und Stosse, und man ist überrascht, was da geboten wird. In einem Fenster ist ein Originaldokument vom öffentlichen Warenprüfungsamt ausgestellt, worin ausführlich die Stoff- reiß- und Stosfscheuerfestigkeit beschrieben ist. Zum Schluß heißt es: „Die bei Ihrem Stoff erhaltenen Scheuerzahlen entsprechen dem, was man von einem guten Kammgarnstoff erwarten darf". Es besteht wohl für die ganze Oeffentlichkett Interesse, den gewiß interessanten, neuen Weg des Bekleidungshauses Köhler, Gießen, zu erfahren. Man muß die Käufer beglückwünschen für die Qualitätssicherheit, die jetzt dieses Geschäft in einzigartiger Weise bietet. Wie man wissen will, hat die Firma Kohler großen Zuspruch bei allen Käuserschichten. Viele Kunden kommen selbst von auswärts. (1772 A [Verschiedenes! KoplsalabPlianzen ertra stark, f.Mistb., Beerenobfthochft., Beerenobststräuche, frimbeersträucke Ärombeersträuche (tbler Flieder emvf. billigst 01630 Gärtnerei Dönges Gießen Marburger Str. 6i> 1438D So eine IbUggDO Klein-Schreibmaschine mit Segmentumschaltung die spielend leicht 10 Durchschläge schafft, ist doch eine feine Sache. Hundertevon zufriedenen KundeninOberhessen beste igen das. Dazu kommen die äußerst günstig. Preis» u. Bedingung., die Ihnenvon uns eingeräumt werd. Erkundig. Sie sich bei NIEDERHAUSEN 4 CO., Seltersweg 17, Erster Stock von Kleider Köhler. 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