Drrrf und Verlag: vriihl'sche Unwerfitätz-Buch, und Steinörucferei R. Lange in Gietzen. Schriflleltung und Geschäftsstelle: ZchuNtra^e 7. Erlcheini lügllch, autzn Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl, monais öeiugsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlllfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach» richtens Anzeiger Sieben. Poflfthedfonto: $ronlfrrt am Main 11686. Nr.38 Frühausgabe 185.Jahrgang Dienstag,(4.Februarsyzz Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mal Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ne» klameanieigen von 70 > m Breite 5'5 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Or H.THyrwt; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und ürdenAn» zeigentell i. B.TH.Kümmel sämtlich in Gieren. ■BnKTinnRBKia Das Ringen auf der Abrüstungs-Konferenz. Unverminderter deutsch-französischer Gegensatz in Genf. Genf, 13. Febr. (SU.) 3m Hauptausschuh der Abrüstungskonferenz fand am Montag eine lebhafte deutsch-französische Auseinandersetzung über die weitere Behandlung der Hauptfragen der Abrüstung statt. Botschafter Radolny beantragte in Ueoerein- stimmuna mit der italienischen und der ungarischen Regierung, unverzüglich die Frage des Kriegsmaterials zu verhandeln. Er erinnerte hierbei an den großen Abrüstungsvor- fchlag Hoovers, in dem die Abschaffung der schweren Angriffswaffen als erste Vorbedingung für die allgemeine Abrüstung und Sicherheit bezeichnet wird. Radolny wies auf die Entschließung vom 23. 3uli hin, in der gleichfalls endgültige Beschlüsse zur Abschaffung der schweren Angriffswaffen gefordert werden. Der Hauptausschuß könne daher jetzt unverzüglich die Entscheidung über das Verbot und die Zerstörung der großen Angriffswaffen fassen. Radolny warnte davor, durch fortgesetzte Programmänderungen praktische Ergebnisse unmöglich zu machen. Der deutsche Vorschlag wurde von dem englischen Unterstaalssekretär Eden und vom Präsident Henderson unterstützt. die sich dem deutschen Vorschlag auf Ueberwei- sung der die effektiven Sruppenbcstände berührenden Fragen des englischen Arbeitsprogramms an den zuständigen Effektivausschuß anschlossen. Auf der Gegenseite stieß der deutsche Vorschlag auf starken Widerstand. Paul- Do n c o u r erklärte, es sei unmöglich, über das Kriegsmaterial zu beraten, ohne vorher eine grundsätzliche Entscheidung über den künftigen Charakter der Heere zu fällen. Der Umfang des Verbots des Kriegsmaterials hänge von den Heeren ab, denen die Waffen zur Verfügung gestellt würden. Das Kriegsmaterial und die effektiven Sruppenbestände seien unlösbar zusammenhängende Fragen. Radolny, der fortgesetzt in die Aussprache cingrisf, wies auf das einzig mögliche Verfahren hin, die Effektivfrage durch den zuständigen Ausschuß behandeln zu lassen und die unerläßlichen grundsätzlichen Entscheidungen über das Kriegsmaterial im Hauptausschuß sofort zu treffen. Die Verhandlungen nahmen eine andere Wendung, als der Reihe nach die Vertreter der französischen Staafcngruppe, Tschechoslowakei, PoHm, Spanien und Rumänien, eingriffen. Der Hauptberichterstatter der Konferenz, Bene s ch, beantragte mit Unterstützung des spanischen Vertreters, Einsetzung eines engeren Rcdaktionsausschusses zur Aufstellung der grundsätzlichen Fragen des künftigen Heeres-Systems, über die dann im Hauptausfchuß vor der Ueber- Weisung an den Effektivausschuß entschieden werden soll. General B u r d a r t -Polen forderte, daß der Effektivausschuß bei der Behandlung des Heeressystems keinerlei Vorschläge machen dürfe, die im Gegensatz zu den internationalen Cntwaffnungsbestimmungen ständen. Die politische Entscheidung habe allein der Hauptausschuh zu treffen. Vach längerer Aussprache wurde schliehltch ein Redaktionsausschuh aus Vertretern von Frankreich, England, Deutschland, Italien, Vereinigten Staaten, Iapan, Sowjetrußland, Spanien, Tschechoslowakei, Schweden und Sürkei unter dem Vorsitz von P o l i t i s eingesetzt, der dem Hauptausfchuß bis zur nächsten Sitzung die grundsätzlichen Fragen und Richtlinien für die Behandlung der Heeressragen vorlegen soll. Ueber diese Fragen soll im Hauptausfchuß vor der Ueberweisung an den Effektivausschuh die grundsätzliche Entscheidung fallen. Ferner soll entsprechend den französischen Wünschen gleichzeitig mit der Behandlung der politischen Fragen durch den politischen Ausschuß im hauptausfchuß eine Aussprache über die französischen Pläne für die zukünftige Regelung der heeresfragen stattfinden. Der Politische Ausschuh .ist auf Dienstagvor- mntag einberufen worden, um die Verhandlungen uoer die Politischen Sicherheitsfragen "tm^u- neymen. Botschafter Radolny beantragte zum Schluh, o°c ber Ueberweisung der Luftrüstungen an •V't^rtau®^u6 der Hauptausschuh gründ- tatzuche Entscheidungen über die völlige Abschaffung der Militärluftfahrt treffen soll. deutsche Abnistungsforderungen Tie Abänderungsvorschläge ■ Jttm englischen Arbeilsprogrümm. 9r hV nJ' 13 Febr. (TU.) Die von der d e u t s ch e n lirfl Ordnung auf der Abrüstungskonferenz schrift- ch eingereichken Abänderungsvorschläge englischem Arbeitsprogramm oezieyen sich lediglich auf den zweiten, die materielle Abrüstung behandelnden Teil des Programms. Zu Olsten Teil, in dem die Gleichberechtigungsfrage behandelt wird, nimmt die deutsche Abordnung nicht toteUung, da nach deutscher Auffassung die Gleich- ;..e f * i 9 u n g 5 f r a g e durch Vereinbarung der sunf Großmächte vom 11. Dezember bereits endgültig geregelt ist. In den deutschen Abänderungsvorschlägen, die in der Form technischer Abänderungen zu jedem einzelnen Punkte des englischen Programms gehalten sind, wird eine ziffermäßige Festsetzung der Truppenbestände für jeden Staat gefordert. Die Frage der Herabsetzung der kontinental-europäischen Armeen auf einen gleichförmigen Typus soll geprüft und der Zeitpunkt für die Durchführung dieser Maßnahmen festgesetzt werden. Der Efsektiv- ausschuß soll beauftragt werden, innerhalb von 20 Tagen dem Hauptausfchuß Vorschläge für die Regelung der sich auf die effektiven Truppen- beftd nbc beziehenden Fragen vorzulegen. Für Tanks soll eine Hiichsttonnage festgesetzt werden, falls ihre Aufrechterhaltung anerkannt wird. Weiter soll der Zeitpunkt für die Vernichtung des verbotenen schweren Angriffsmaterials festgesetzt werden. Die deutsche Abordnung beantragt weiter, der Hauptausfchuß solle unverzüglich entscheiden, ob die gesamte militärische Luftfahrt abgeschafft werden soll in Verbindung mit einer internationalen Kontrolle der Zivilluftfahrt und ob die Luftbombardierung vollständig verboten wird. Falls das vollständige Verbot der militärischen Luftfahrt abgelehnt wird, soll der Hauptausschuß das Höchstgewicht und die Zahl der zugelassenen Militärflugzeuge festsetzen. Der Hauptausschuß soll sodann entscheiden, innerhalb welcher Fristen die das Höch st gewicht überschreitenden Militärflugzeuge zerstört werden sollen. Der Hauptausschuß soll zu der Frage der Befestigungen auf Grund vorliegender Anträge Stellung nehmen. Zum Schluß beantragt die deutsche Abordnung, der Hauptausschuß solle die notwendigen Bestimmungen für die Dauer, Kündigung und Revision des künftigen Abrüstungsabkommens treffen. ' Die deutschen Abänderungsanträge bei der Durchberatung und Abstimmung über das englische Arbeitsprogramm bezwecken, eine eindeutige Stellungnahme der Konferenz zu den für Deutschland entscheidenden Hauptfragen» der Abrüstung herbeizuführen. Mangelnder Abrüstungswille in Gens. Die Sicherheitsfrage als Vorwand. Genf, 13. Febr. (SU.) Die gegenwärtigen Verhandlungen auf der Abrüstungskonferenz werden in unterrichteten Kreisen in wachsendem Mähe unter dem Gesichtspunkt der Schuld- frage und Verantwortlichkeit für einen etwaigen ergebnislosen Ausgang der Konferenz gewertet. Es besteht allgemein der Eindruck, daß in den Kreisen der ehemals alliierten Großmächte nicht mehr mit praktischen Ergebnissen der Konferenz gerechnet wird, und daß daher die Haltung dieser Mächte wesentlich von den Gesichtspunkten beeinflußt ist, im Falle eines Mißerfolges der Konferenz die öffentliche Meinung der Welt auf ihrer Seite zu haben. Oluf französischer Seite werden die Aussichten für eine Annehme der Sicherheits- Pläne Frankreich wenig günstig beurteilt. Man will daher im Falle der Ablehnung dieser Pläne auf den baldigen Abschluß eines vorläufigen ersten Abrüstungsabkommens drängen. In diesem Abkommen sollen lediglich die außerhalb der direkten Abrüstung liegenden Punkte, wie Gaskrieg, Bombenabwurf usw. zusammengefaßt werden. Unter Aufrechterhaltung der Lntwaffnungsbe- stimmungen der Friedensverträge soll die weitere Entscheidung der Abrüstungsfrage auf die nächste, erst nach Jahren beginnende Etappe der Abrüstungskonferenz verschoben werden, hierdurch will man die deutsche Regierung in die Zwangslage versehen, ein solches für Deutschland unannehmbares Abkommen abzulehnen und damit die Verantwortlichkeit für ein Scheitern der Konferenz dem Reich zuzuschieben. Den nunmehr beginnenden Verhandlungen im politischen Ausschuß der Konferenz über die Sicherheitsfrage sieht man daher allgemein mit großer Spannung entgegen. Der deutsche Standpunkt muh in diesen Verhandlungen unzweideutig zum Ausdruck kommen. Er geht dahin, dah bei der Behandlung der Sicherheits- fraze vor allem die militärische Sicherheit sämtlicher Staaten und insbesondere Deutschlands berücksichtigt werden muß. Wärend die französische Regierung die militärische Sicherheitslage vollständig übergeht und lediglich immer neue völkerrechtliche Sicherhei'sbürgschasten «fordert, muh auf deutscher Seile darauf hingewiesen werden, dah auf völkerrechtlichem Gebiet bereits weitgehende Sicherheits- b ü r g f ch a f t c n durch den Völk . rbundsvertrag, den Kelloggpalt und vor allem durch den von Deutschland mit schweren Opfern verbundenen Locarnovertrag geschaffen sind. Ein neues englisches Flottenprogramm? London, 13. Febr. (SU.) In einem Artikel, der eine Antwort auf die amerikanischen Forderungen auf Seeabrüstung als Gegenleistung für eine Revision der Kriegsschulden darstellt, erklärt der Marinemitarbeiter des „Daily Selegraph", dah in naher Zukunft eine erhebliche Vermehrung der englischen Seestreit- t r ä f t e nötig fein werde, wenn die Abrüstungskonferenz keine greifbare und allgemeine Herabsetzung der Flotten durchsetze. In dem Bericht wird auf die Unterlegenheit Englands in modernen Kreuzern gegenüber Amerika und Japan hingewiefen. Englands Zerstörerund Unterfeebootsflotte stehe an fün'tcr Stelle. Das englische Flottenpersonal sei um 27 000 Mann geringer als das amerikanische und nur um 3000 größer als das japanische. Die in zehnjähriger einseitiger Abrüstung entstandenen Lücken ließen sich bis zum Iahre 1936 natürlich nicht auffüllen. Es sei sicher, daß die Admiralität einer Erneuerung der Flottenverträge nicht zustimmen könne, wenn sie nicht ganz erheblich abgeändert werden. In englischen Marinekreisen betrachte man folgende Maßnahmen als unerläßlich für die Erhaltung von Englands Sicherheit: 1. Ersatz der vercckteten Linienschiffe durch neue von 25 000 So. Wasserverdrängung, mit mäßiger Geschwindigkeit, schwerer Panzerung und mit einer Bestückung von acht 34-cm-Geschühen. 2. Vermehrung der Kreuzer um mindestens 25 v. H. und deren Bestückung mit Geschützen von einem Kaliber von mehr als 15 cm, falls die anderen Mächte an dem schweren Geschühtyp festhalten. 3. Ein festes Iahresprogramm für den Bau von zwölf bis sechzehn Zerstörern auf die Dauer von mehreren Iahren, sowie für den Bau von großen Zerstörern, die ein Gegengewicht gegen die ausländischen „Westentaschenkreuzer" sein sollen. 4. Eine Vermehrung des Personals um mindestens 10 000 Mann. Frankreichs „Abrüstung". Paris, 13. Febr. (WSB.) Don der Kammer wurde der § 89 des Finanzsanierungsgesetzes angenommen, der die Herabsetzung des Os fizierskorps um 5000 Köpfe und die des A r m e e p f e r d e b e st a n d s um 10 000 Stück vorsieht. Der Abgeordnete Marin opponierte dagegen mit Behauptungen über die W i e- deraufrüstung Deutschlands. Daladier erklärte dazu, trotz der Herabsetzung der Dienstzeit auf ein Iahr sei die Stärke des Offizierkorps immer noch die gleiche wie bei einer Armee mit dreijähriger Dienstzeit. Japan behalt die früheren deutschen Kolonien. So Ho, 13. Febr. (SU.) Ein Seil der japanischen Presse bringt Ausführungen des japanischen Marineministeriums über die st r a t e g i - sche Bedeutung der ehemaligen deut- s ch e n K olonienfürIapan. Der Vertreter des japanischen Marineministeriums erklärte: „Die Flotte betrachtet die ehemaligen deutschen Kolonialgebiete, die sich jetzt unter japanischem Mandat befinden, als einen Schlüssel zur Lösung eines mandschurischen Problems im Stillen Ozea n." Die beiden Inselgruppen, die Karolinen- und Mariannen- Inseln, haben große st rategische Bedeutung für die japanische Flotte. Die japanischen Marinebehörden stehen auf dem Standpunkt, daß die Mandatsgebiete unbedingt inden Händen der japanischen Regierung bleiben müssen. Ob Iapan dem Völkerbund angehört oder nicht, diese Stellungnahme interessiert die japanische Marine nicht." Japan verharrt auf seinem Standpunkt. Genf, 13. Febr. (TU.) Die japanische Regierung übermittelte am Montagabend ihrem Sondervertreter Matsuoka die Antwort auf die schriftliche Anfrage des Neunzehner-Ausschusses, in der von der japanischen Regierung die Nichtanerkennung des mandschurischen Staates verlangt wurde. Die japanische Regierung erklärt, daß ihr die Anfrage des Neun- zehnerausschusses völlig unoer st än blich sei. Die Stellungnahme Japans zu dem neuen mandschurischen Staat sein hinlänglich bekannt. An der Anerkennung Mandschukuos durch Japan könne sich selbstverständlich durch die Genfer Verhandlungen nicht das gering st e ändern. Die japanische Antwort wird dem Neunzehnerausschuß am Dienstag übermittelt werden. In leitenden Völkerbundskreisen war von vornherein mit einer ablehnenden Antwort Japans gerechnet worden. Man nimmt hier an, daß die japanische Regierung zunächst bic* Stellungnahme der Völkerbundsversammlung zu der vorgeschlagenen Nichtanerkennung des mandschurischen Staates und Zurückziehung der japanischen Truppen aus der Mandschurei abwarten will, ehe sie die endgültige Entscheidung über das weitere Verbleiben Japans im Völkerbund fällt. Maßnahmen gegen Zehol angekündigt. Tschangtschun, 13. Febr. (WTB.) Die Regierung des mandschurischen Staates hat mitgeteilt, daß sie in allernächster Zeit »M aßnah - men zur Vertreibung der Banditen und anderer unerwünschter Elemente aus I e h 0 l ergreifen werde. Die Regierung werde in dieser Angelegenheit keinerlei Einmischung dulden, denn Jehol sei ein Teil des mandschurischen Staats. Beurlaubungen im preußischen Verwallungs- und poiizeidienst. Der Polizeipräsident von Oberhausen Weyer (Zentrum) und der dortige Kommandeur der Schutzpolizei Oberst Q u a st, der Polizeipräsident von Dortmund Zörgiebel (SPD.), der Rc- gierungs-Pizepräsident in Köln Bier (SPD.), der Regierungspräsident S t i e l e r (Zentrum) in Aachen, der Polizeipräsident von Koblenz Dr. Biesten (Zentrum), der Polizeipräsident von Duisburg Dr. Meyer (SPD.), der Regie- rungspräsident in Kassel Dr. Friedensburg (Staatspartei), der Regierungspräsident in Wiesbaden Ehrler (SPD ), der Polizeipräsident in Frankfurt Steinberg (SPD), der Landrat des Main-Saunuskreises Apel in Frankfurt- Höchst, der Polizeioberst Harlinghausen in Dochum, der Polizeipräsident Dr. Da neid in Harburg-Wilhelmsburg, der Polizeipräsident in Stettin Maier, der Polizeipräsident Shaiß in Breslau, der Polizeipräsident Wende (SPD.) und der Polizeioberstleutnant Meyer in Waldenburg, der Regierungsvizepräsident in Han- HOöer ®r. Masur (SPD.), der Regierungs- Vizepräsident C 0 r n e e l in Merseburg, der Polizeipräsident Oexle (Staatspartei) in Halle, der Polizeipräsident Krüger (SPD.) in Weißenfels und der Oberregierungsrat Friedberg (SPD.) beim Polizeipräsidium Halle sind von der kommissarischen preußischen Regierung bis auf weiteres von ihren Aemtern beurlaubt worden. Oie deutsche Lustfahrtindustrie bei Minister Göring. Völlige Ncbercinstinnnung. Berlin, 13. Febr. (WSB.) Der Reichskom- rnissar für Luftfahrt Reichsminister Göring empfing am 13. Februar die Führer der deutschen Luftfahrtindustrie zu einer Besprechung über die Fragen der künftigen Zusammenarbeit. Die Erörterung der wichtigsten technischen und wirtschaftlichen Probleme der deutschen Luftfahrt ergab in allen Punkten völlige Übereinstimmung. Stahlhelm und Wahlen. Ein Aufruf der Bund sführer. Berlin, 13. Febr. (TU.) Die Bundesführer des Stahlhelms, Bund der rzrontsoldaten, erlassen folgenden Aufruf: „Die Neuwahlen haben den Sinn eines Volksentscheids für oder gegen die nationale Regierung. Nachdem die Aufstellung einer Einheitsliste mit der NSDAP, leider gescheitert ist, hat der Stahlhelm im Sinne seines alten überparteilichen Zieles der Sammlung aller nationalen Kräfte über Parteigrenzen hinweg, die Kampffront schwarz- weiß-rot mitgebildet. Unsere Ehrenmitglieder, Generalfeldmarschall v 0 n M a ck e n s e n , der Vizekanzler von Papen, der Reichsminister für Arbeit und Jugendertüchtigung, unser erster Bundesführer, Kamerad Franz Seldte und der Reichsminister für Wirtschaft und Ernährung, Geheimrat H u g e n- berg, haben sich an die Spitze gestellt. 14 Jahre haben wir für schwarz-weiß-rot gekämpft. Wir wissen, daß jeder Stahlhelmkamerad den Ernst der politischen Lage begreift und im Stahlhelmgeist der Sammlung aller nationalen Kräfte am 5. März seine Pflicht ausüben wird. Diese Front soll im gemeinsamen Kampf zusammen mit der Front der NSDAP, auch die letzte nationale Stimme für den Sieg der nationalen Regierung mobilmachen." Franz Seldte. Dü ft erber g. Mackensen kandidiert nicht? Stettin, 13. Febr. (TU.) Aus Kreisen, die dem Generalfeldmarschall von Mackensen nahe- stehen, wird dem „Stettiner Generalanzeiger" mit- geteilt, daß Mackensen nicht zur Reichstagswahl kandidieren werde. Das Wahkabkommen des christlich-nationa'en Blocks. Berlin. 11. Febr. (WSB.) Wie die Pressestelle der DVP. mitteilt, ist an die Deutsche Volkspartei oder die anderen in Betracht kommenden Parteien niemals die Frage eines Wahlbündnisses mit der schwarz- weiß-roten Front ge st eilt worden. Vielmehr sei das Wahlabkommen zwischen den christlich-nationalen Parteien erst wirksam geworden, als d i e D R V P. die Anregung des Vizekanzlers v. Papen zur Bildung eines großen nationalen Wahlblockes durch eine ablehnende Erklärung beantwortet habe. Das Wahlrat nd race In» ust. um lich das • er Die das nett zur dort um» aus ein war. urde Ulan egen über de» •ifrig cnem Dblcn $reu* r zur chillst schie» N. ager 1. Die igenb» orben. I ciume. , ia 200 wird. sachsen Haus . burgs* ager ? eben» ng fin» nähen, en Ar- kochen, ürlorge ozialen n junge ! ben sich i nächsten 1 lich er» hiesige it buid) ng mit I )er weit hinaus ■ onwerke. > urts - nste um ! lia" er» 925, bete i Ber- nig zum .'hört seit Lahntal- des Gelle „®ä- 4bcr, der Danges- bend daS mite für ? hat hier cd leider :rt. Zwei en Man- Lebens- e r ft erlaufen a Huf - an dessen and toei» ere Wet- unö nach t. Durch lllerdings die über ergiebige südlichen rden oben Druck wolkigem ichen sich s, später- Rieder» astig und > trocken. Vielfach Sag und jen mild, 10,8 Grad morgens Minimum in 10 cm 9. Mörz: e 0,0 mm. nbfommon b»r chrlststch-notfonofen Partien (Deutsche Bolkspartei. Ehrlstlich-sozioler 'Bolf«- bienft mib Deutsche Bauernpartei), bcnen |id) wei- l i n ch c n tuerhi Der SiaaiSgericht-hof hat aber diese ältere Enlscheidnng loSgelösl von her Q) e- famlbeU her IVahlrecht-grutldsähe. und Im übrige» die 5t autele n gegen Splitterparteien für znIä 1 fig erklärt, weil oberster (y tun Maß der Verfassung da« parlamentarische K c g I c r u n g 8 11) II e ni sei. Da« par- lameniarlsche RegiernugSsbsteni verlangt große Politische Parteien und es ist unmöglich, mH Splitterparteien dieses Shslem zur '.S’iinfllon zu bringen, Der Slaat-gerichiShos sah daher fei» e tt A n laß, hierin eine Derletznug her Persassung zu crbltdcii. Kleine politische Nachrichten. illrichnfanzler .() I 11 e r wird nm 15. ftehrnar In Stuttgart sprechen Weitere '.Heben sind In 'Auvsichl genommen In Dornmnnd, .SliHn. nm 2 3. ft 6 b r u a r I n ft r n n I' | u r I n. M., in München, Leipzig, Bre»- hm, 'Berlin, Hamburg und Miinlrtobcrg, Die beiden Neben am und 4. Nlärz In Berlin und Königsberg fallen ans alle d e u I s ch e n Sander, die mibeim mir auf die örtliche» Gender übertragen werden. !ll«id)»ka»zler Hitler, der am Monlagnormit- lag mieher nach Berlin zitriiikgekehrl Ifl, wird Int Pause der 'Woche die B e r t r e t e r des H and m erks empfangen Wie nerlniilet, werden die Uandwericmertreier In der 'Besprechung tmr allem die .Achassung bi :. 'Posten>- eilte» <5 I a a 1 » (e f i e - hi r i für V) a n d w e r k und M i t t e I st a n d verlangen Bei Nelch-ikommlssar für Preußen, Bizekanler non P n p e n, hat an ftran Slaattzminisler B e sf e r folgenden Bellelbnlelegramin gerschiel: Schlachtfelder der Arbeit. Deutschland trauert um die Opfer van Neunkirchen. Grauenhaft und hart hat da« Schicksal zu* geschlagen TBa« einmal der Stolz nicht nur de« Saargebiet«. sondern ganz Deutschland« war, die A i u u f > r ch e r Eisenhütte, die die groß™ Qöi-rfe her Gebrüder Stumm umfassen, liegt zu einem 'eil In Krümmern. Win Gasbehälter auf dem Gelände der Hütte. die technisch holHom* im-»sie Anlage dieser Art ganz Europa«. ist In hie Luft geflogen, um nicht nur Bi iriebSgebände und ganze Wohnstraßen hom Grdboden wegzufegen oder In Schuilbausen zu verwandeln, fon- hern leider auch zahllose Menfchenleb.-n zu Der- nichien oder l'hwer zu fchädige». Ihn diefe Loten iinD verwundeten, nm diefe Opfer der Arbeit trauert ganz Deutschland. Blich! nur da« Daar- gebiel empfindet den furchtbaren Sdücksalsschlag, ganz Deutfchland erbebt unter diefer Heimsuchung. DaS große Leid, da« über die Daa» hevölfernng gekommen ist. wird von dem gan* ze u de u i f ch e n Pol ke m i t ge t r a ge n. Da« braucht nicht äußerlich darin zum Ausdruck zu kommen, daß jede nur denkbare 5)1 Ise geleistet wird, e« ist vielmehr da« gemeinsame Fühlen, da« wieder einmal die Innero un * I ö « bare 'B e r b u n d e n h e i t zwischen Saar* gibiei und Deutschland bestätigt. Wie eine Mahnung Ist dieser harte Sd)>cksal«schlag. eine Mahnung, sich bewußt zu bleiben, daß, wo immer ein Leid über Deutschland herelnbrichl, die« ha« lehendigi- Gesühl her Einigkeit stärken muß. Rock) Ifl das Saargebiel vom Reiche getrennt, noch warte! die Saarbevölkerung aus die Heimkehr In« Bleich. Da ha! sich vor bei Heimkehr noch einmal schwer die Hand he« Schicksals auf da« Saar- gehle! gelegt, auf die treue 'Bevölkerung, die un- verdrossen In den Bahren der Trennung ihrer Arbeit nachgegangcn Ist Da« Saargebiet Ist immer eine Hochburg der Arbeit gewesen, nicht nur deshalb, weil reiche Schähe In seiner Erde ruhen, sondern weil die Saarbevölkerung an den mächtigen Rhhthmu« her Arbeit gewohnt ist Heute ist Aeunkirchen, da« durch die Werke her Gevrüder Stumm über die Sanze Erde hinweg berühmt geworden Ist, eine rümmerstätte. Wieder zeigt sich, daß die technische Entwicklung nicht nur glanzvolle Geißungen vollbring«? sondern auch furchtbare« Unheil anrichten kann. Atemand wird darum die Technik schelten, niemand will ihre glanzvollen Leistungen deshalb verwersen, aber wir alle rujen doch nach der S i ch e r h e i t, hamll sich nicht ähnliche« noch einmal wiederholt E« gibt nicht nur Schlachtfelder, die her Krieg bcrcllel, auf denen Menfd-en zu Taufenden fallen, eS gibt auch S ch l a d, t f e l - der derArbelt, auf denen Menschen, die sich um Wohlfahrt und Glück aller müßen, hinterrücks und ahnungslos gefällt werden. Wenn schlagende Wetter In unterirdischen Schächten hart arbeitende 'Bergleute fällen, wenn Stürme an den Meeresküsten Fischerboote und ihre Mannschaft vernichten, so sind doS alle« Opfer, die die Arbeit Oer* fchlingt. Die Männer, die diefc-n Gefahren der Arbeit entgegengeßen, taffen sich nicht beugen, fragen auch nicht viel danach, ob die übrige Menschheit ihr Heldentum kennt und würdigt. Auch die Opfer, die In Aeunkirchen von einem unfaßbaren Schicksal gefordert worden find, werden die Saarbevölkerung wohl beuaen, aber nicht mutlos machen. Deutfchland trauert um diefe Opfer. Deutfchland gelobt aber auch, fle nicht zu vergessen und wie ganz Deutfd) land Hilst, so neigt sich auch ganz Deutschland In Ehrfurcht vor diesen Helden der Arbeit. papenundSeldte im Saargebiet. Saarbrücken, 13. Febr (WTB.) Vizekanzler v Popen und Reich«arbeit«mlnister Seihte sind heute um 4.45 Uhr in Saarbrücken mit einem Sonderflugzeug eingetroffen. Sie wurden von mehreren Mitgliedern der Regierung«* kommiffion, dem Oberbürgermeister der Stadt Saarbrücken und den Spitzen der städtischen Be- hörden, sowie einer Stahlhelmabordnung em* fangen Die AeglerungSkommlsslon erinnerte bet dieser Gelegenheit daran, daß da« Tragen VVN Uniformen jeher Art im Saargebiet verboten Ist. Sie erwartet, daß hie Bevölkerung diese« Verbot respektiert und dadurch un* liebsams Bwischensälle vermeidet. Sie erwartet auch, daß hie Bevölkerung jede politische M a n I s e st a t i o n hcrmclbet und auch daS Be- slaggen her Häuser mH Parteisahnen oder Wimpeln und da« Mitführen solcher Fahnen im Trauerzuge unterläßt. Weitere Beileidskundqebungen. Berit», 13. Febr. (WTB - Der Ä 6 n I g h o n Italien hat hem AeichSpräsldenten lelcgra* phlsch sein Beileid über ha« Reunkirchener Unglück ausgesprochen. Der A ei d) «Präsident hat für die herzliche Anteilnahme gedankt. Der italienische Ministerpräsident Mussolini und der jugoslawische Ministerpräsident EoS- kitsch, sowie her jugoslawische Konsul In Metz haben au« Anlaß her Efplosivn-katastrophe in Aeunkirchen Beileidstelegramme gesandt. „Ihnen, gnädige ftran, und Ähren Kindern spreche ich meine aufrichtige Teilnahme au« an dem Heimgänge Ihre-, ßodjiierblenlen (Halten. Seine In langen Dienpiahren erworbenen großen Verdien t r um 'H e I d) und Staat merben unvergej en bleiben." Auch her Slommlffar he» Nelche» ür hno prriißl|d)e Mintsteriuin für BMffcnfdjafl, Sl'unft unh Boirabllbung, Dr. 'n u [I, hat zum Tode Dr. Bertero Idcgrnphijd) fein Beileid auogefprochen. Aus Anlaß he« M ränungfifagce he* V n p • ft e P t u " XI sand beim ApostolIsck> cn Nuntius In 'Berlin ein tttzen z n (ihren des Nsichs Präsidenten von Hindenburg statt. Neichsprälident von Hindenburg mar mit Staatssekretär Meißner erschienen. Ferner nahmen an hem Essen n. a. teil Nelchsaußenminster non Ne nraIh. hie Botschnsler non Frankreich, B,allen, ('nglunb und den 'Bereinigten Staaten, Blldjof Dr. rlj r e I b e r, hie Stautnsekretäre n o n B ü l o io, L a in M erv und (ßruf B ussemI tz. Papst Pins XI. wird am i.f. März ein geheimes flon|lflorlum halten unb, wie »erlnulct, solgende sechs 5llrd)cnfürften zur üarblnälcn ernennen: Den Nuntius In Bukarest, Dolcl, den väpftlichen Delegaten In Washington, ,su»ias»ul BI» »hl, den Erzbllchos von Turin, F o s s a 11, den Erzbischof von Quebec, B 111 e n e u n e, den brzbllchoi von Blarenz, Dalia tt. o ft a und den Przbifchof von 'Wien, B n n i tz e r. Die roten Hüte merben den '2lue- ermähtlen in einem öffentlichen Konsistorium am lü. März feierlich ausgesetzt werden. * Wegen böswilliger Beschimpfung der Neichsregie. rung ist das Wochenblatt Dito Straßers, „Die Schwarze ft r o n t" für die Zett vom 11. Februar bl» 26. März verboten worden. Oer (wachse«-Bischof Teutsch gestorben. H e r m a n n ft a b t, 13. Febr. (WTB.) Der Bischof der Siehenbüratfch-Sächflfchen Landeskirche Arlehrich Teutfch ist gestern im Alter von 80 Jahren hier gestorben. Dr. D. Teutfch, her 18(12 In Schäszhurg geboren war, stand von 1906 bl« au feinem im Borjahre wegen hohen 'Aller« erfolgten Rücktritt an der Spitze der Siehenbürglscyen Landeskirche und bat sich weit über die Grenzen seine« Lande« hinan« nicht nur als Seelsorger, sondern auch als Borkämpfer de« D e uIf ch t u m S und al« Geschichtsschreiber der Siebenbürger Sachsen einen Aamen gemacht. 3n dieser Wirksamkeit, wie in seinem kirchlichen Amte führte er Mt Traditionen fort, die fein Baker Bischof Georg Daniel Teutfch In langem und fruchtbaren Wirken entwickelt hatte. Kunst und Wiffenschast. Nichard-Tvagner-ldedenkfeiern. Zum 50jährigen Todestage Alchard Warner« veranftalteten die bayerlfche StaatSregie- rung und die Stadt München gemelnfam im Münchener Batlonaltheater eine Gedenkfeier. die auch auf Den bayerischen Aundsunk übertragen wurde. Da« Hau« WÜtelSbach war durch Kronprinz Rupprecht von Bayern und dessen Gemahlin vertreten. Erschienen waren ferner Kardinal Dr v. Faulhaber, die beiden Bürgermeifter der Stadt, hie Vertreter der Universität unb der Technischen Hochschule sowie Dertreler der Kunst und des Theaters. Univer- sitätsprosessor Dr. Karl Alexander v. Müller hielt die Gedächtnisrede' über »Richard Wagner und seine Zetr. Zum 50. Todestage Wagner- veranstaltete die Amsterdamer Wagner-Bereinigung eine F e stau s s ü h r u n g de« »Parsrfa l", bei der Regie und musikatisd)e Leitung, wie auch sämtliche Solistenrollen In Händen deutscher Künstler lagen. Da« Theater war bis aus den letzten Platz von einem au-erlesenen Publikum gefüllt, darunter befanden sich u. a. der deutsche Gesandte unh Frau Gräfin Zech, der deutsche Generalkonsul Dr. von Hahn nebst Gattin, der Borsitzende der Riederländisch-Deutschen Bereinigung, Professor Sleeswyk. der Dichter Thomas Mann, der bei einer zweiten Wagner- Gedenkfeier die Festrede hält, sowie der französische Gesandte Baron be CBi trolle«. • Da« philharmonische Symphony Orchestra die sührenbe Kapelle Reuyork«, veranstaltete in der gewaltigen Earnegie-Hall ein Wagnerkonzert Da« Hau« war bl« zum letzten Platz gefüllt und spendete der Ausführung immer wieder hegetfterten Beifall. Im Metropolitan Opcra- Housc wird der ..Parsisal" ausgeführt. ,Herald Tribüne" widmet der Bedeutung Wagner« den Leitartikel. Roch ein halbe- Jahrhundert nach dem Tode be« großen Komponisten stehe dis musikallsd)e Welt ganz unter seinem Eindruck unh seinem Einsluß. Diese Tatsad)e sei ein Beweis basür, wie recht jener englische Kritiken hatte, der ihn al« eine der stärksten Persönlichkeiten de« 19. Jahrhundert- bezeichnet habe. Aus öfter Welt. Zürich—Mailand im Segelflugzeug. Die Piloten Robert Frey unb Willi Karner flnb auf dem Flugplatz Dübendorf bei Zürich au ihrem angekündigten Schlepp- und (Mettflug aufgestiegen. Frey steuerte eine Puß-Moth-Maschine. Er führte da- von Warner besetzte Segelflugzeug an einem 150 Meter langen Schleppfell mH, da« über den Alpen auS- geklinkt werden Tollte, hon wo beide den Flug nach Mailand selbständig sorlsetzen wollten. Da« aeug von Frey ist planmäßig in Mailand rossen: e« hatte, al« e« über der Stadt erschien, immer noch da« Segelslugzeug Im Schlepptau. Die Loslösung be« Apparate« erfolgte In etwa 2000 Meter Höhe über Mailand. Da« Flugzeug Freß' landete fofort auf dem Flugplatz Taliedo. während der Apparat Farnec« zur Landung zehn Minuten benötigte. Samer erklärte, daß her Flug gut verlaufen sei, aber die allgemeinen atmosphärischen Bedingungen unb do« Gewicht her mitgenommenen Post (55 kg) hätten die Loslösung verzögert, bi« man sich über MaMnd befunben habe. Metzger Schaden durch 5)euschreckenfchwärme In lunle. In der Bähe von Resta In Tunis haben große Heuschreckenschwärme unermeßlichen Schaden angerichtet. Die Ernte ist zum großen Teil zerstört. Allein In der Umgebung von Resta wurden 2500 Säcke voll Heuschrecken gesammelt. Brahms und Reger. 3iiin bcvoi jifßnibcii Konzert des zionzerivereins. Wenn man sich jetzt allenthalben rüstet, de» 100, Geburtstag von läcchannop Brahms zu begehen, In wil d bim „D e u I | ch e Ml e q u i i’ in" unter seine» Blerken an erster teile ,lrl)i'»; denn es ist das Bekenntni-werk des tVlen|d)en Brahms in der ?lus- ei»anher|etzung mH den höchsten Mächten de» Lebens, mit den letzten Dingen des Daseins. Das 'Heipih'in Iß dein Gedenken all zmei Men- Ichen ern>»ch|en, die beide Prahms fehl nahe urflan- oen haben. Bober! Schumann und die 'lUulter bin 'ßlelfter' Der Plan, ein deutsches '.llei/ulem zu schreiben, hat sicherlich bind) eine Notiz, die Brahms In hem Hund christlichen Nachlaß von NaberI Schuman n sand, eine 'Anregung erfahren. O'in späterer Bries »» fto evh ftoachiIN zeigt, „wie fehl' und Innig ein Stück wie das Neciniem überhaupt Schumann gehört". Der 7nh der 'Mutter sano feine Verklärung in dem fünften OJmi' des 'Werkes ftm (HegeiiIah zu dem lateinischen '.Nossete-,1 mit feine» iHurgische» Bin billige n ft eil le (Id) BrabMlß selber seine» '-eil an« der Bibel zusammen; ba« Ganze mh ri mir ein großartiges (tzedicht nnm Sternen unh ftenseii", da», über allem .stnnseffwnel- len stellend, dem mensclfiilh religiösen (irieben Raum gibt Del Sin» dieser 'Worte des stlagens, der zu- I" i flchtliclien O i Hebung und der Weissagung mil d Hilf i*i hem durchdringend en Lichte der 'Musik erst in seinem letzien Wesen ossendar, und |o wird das girnze Werk zu einer einzig dastehenden Totenfeier. Dos. inus he, Brahmsschk» 'Mulik Im lllequlem ihre iiesondere Bedeutung verleih!, ist ho« 'Nomen! des menschlichen 0 riebe»", das überall in Lebensnähe liili Füll bei, Nur da greift er zu den strengen Ir»- oitinnellvn ftormen der ftuge zurück, um da» Ge- hmirild)e sich hem stji chllch-Dogmatlfchen an nähert: und bad) schwingt sich auch l)ler das mensd)llrt)e 0r- phiittertfein aus. Die gedämpfte Grundstimmung des ttingangs- chvrs: „'iDellg sind, die da Leid tragen", wird verstärkt burrl) das fehlen der Piaiinen, an deren e teile geteilte Bratschen und ttelll treten. Trästlid) find die Mlänge her Holzbläser, wie ein Lid)! non allen her. Klagende Gegensätztiil)Feit und Erhebung durch den Trost trägt den Nbittelsatz. Ein düsteres Bild >>oll grnnflger Wucht und drohender Schnuerlichklit rollt sid; Im zweiten Satze mi|, dessen Oirundthema urfprtlnnlldj für ha» vi» dante de» O-Nloll-.stonzerte'' gevachl war lieber dem im unerbittlichen Ollekßmaße fdjreltciibe» Basse ]d)lelit slih eine herbe Klageinvlodie wie unter einer fchmer drückenden Last vorwärts, ftn gemessenem Unisono des Oharev („Denn alles ftleifch, es Ist wie ("ras") ertönt die Tolentanzweife Trost mlII ein Msttelfatz spenden s„So fclh nun geduldig") mit feinen wunder vollen Tonmalereien des Morgen- iind Vlbeuhregeiin. Der Bergöiigltdjlell der Kreatur wird die bmigTeill entgegengestellt, mit starken Nk- zenten nnterstiichen in den Posaunen („VIbrr dev Herrn 'Wart'). Die o rläsnngsnerkündung wird zu aiiadruckvstarker Plastik, zumal bei den 'Warten „lind Schmerz und Seufzen ml ob weg müssen". Verklärung über die „einige Freude" lasst den Satz In beglürtlem Hassen »erklingen. Dem im zweiten Thvr mehr allgemein ansgefpro- chenen Ohiuibgebaiiren erwächst In dem Solo-Barl- ton ein individueller Träger als ein Prediger, dem her Chor als gebuchte tzlemeinide antwortet. Zu einem Nnffchrei steigert fld) die ft rage nach de», Trost. V Ine thematische ttnlmlrflung über dem Do- minantorgelpunkt läßt die Hoffnung zur Gewißheit werden. In her folgenden groß angelegten ftuge, die In Ihrem Nutzen auf dein Orgelpunkt dev tiefen I) (die Blitze Mützen II)re tiefste Laste Ijernnlerftlm- men) gastliche llnneiänbcrliditeft fmnboHflert. Nis ei» Igrifcher Nuhapunkt Im Gegensatz zu der 0 rregll)ell her »orausgegangenen Sätze kann das lidjle „'Wie lleblld) flnb Deine Wohnungen" gelten, In seiner anmutigen Berkläritzelt als ein Bild der jeisteitige» Welt. 'illenschlich stark ersützst klingt her mütterliche Trost In dem mle allo einer anderen 'Welt kNtgegenfchwe- bendvN Sopranlvlo mleber; ein Satz von herzbewegender ftnnigkeft. Der vorletzte tttzor, de, fld) In einzelnen Momenten hem „Dir* Imp" der katholischen Totenmesse annätzert, steigert sich zum Diaiuottzch-'Blfto- Hären. Unrast spiegelt sich In her Stelle: „Denn mir haben hier keine bleibende Statt". Da« Bariton,nlo kündet In seherischer .ürast von den letzten Dingen, von hem Geheimnis des jüngsten Gerichtes. Dav Bvwußtwerden der Ueberwinvung von Hülle und 1 "h wächst zu einem triumphalen Bekenntnis zum Preise (Holten in der ftuge ans: „Herr du bist würdig,.." Gin Lluvklairg In Heilvgewlßhelt und lellger Verklärung Ist der Q pllog, In der Gellchtetheit hm Klanglichen und Siststechuischen voll Innerer beglilrtender Kraft. Dav Neguiem hat fld) feinen Platz auch In der vielt kratzester Stllwanblunaen und grundlvaendster vlenderungen hei p'ebenvanschanunasn her Menschen ""II behauptet: e- erscheint uns schon iltzerzeistlch, zeltlv ' sann er|( dann altern, wenn die Mensch- hell dem Tod anders Ins Antlitz zu blicken gelernt hat" (Gruft S p e ch t). * Vergeistigte Verstörtheit und Weltabgewandthelt rücken den „tt l n 11 c b I e r" non Mar Neger In die geistige Nähe des beutfdjcn Negulems, unb so begegnet man ost diesem bei gedrängter Kürze so Inhallvschweren Werk neben hem Brahmvsche» Ne- qulem. Der „tt-bifleblor" ist eine her letzten Sd)üp- funnen Max Neger«: er zeig! den Negerschen Stil nach llebermlnbung alles (hörens In reifster Geschlossenheit und Durdme.lftlgung. Dav Bleltfernc unh Abseitige her tt I d) c n b o r f f scheu Dichtung („Komm, Trost der Welt, du stille NachtI") fand In her Intensivierung dev Mlanaerlebeno burd) Neger die treffendste Auvdrucksmäglichkest. Die Instrumentale ttlnlcllung in Ihrer 'btlmmuiigogebunhcnßclt bestätigt das auf« Denllidjfte; mag fle zlinödstt dem weniger geübten Ohr befremdlich erscheinen, so wird sie doch gerade durch die Innere Bezogenhest der harmonischen ftuntlloncn, die nicht In gewohnter Welse Spannung und Entspannung folgen läßt, sondern gern die Spannungen In neue, noch stärkere abblegl, zu einem besonder» verinnerlichten Klang- eilobnis. Der meist fünfftlmmlg geführte tt.hor breitet die Nachtstlmmung klanglich au», gefstitzt durch den Leitgedanken de» Choral» „Nun ruhen alle 'Wälder". Die Selbstbetrachtungen he» Einsiedler» (Solobariton) werben zu einem starke», sutzsektlv betonten Bekenntnis, dem Im weiteren ftor!gonge der Chor den Hintergrund gibt. 'N ast) Ueberwindung der klanglichen Spannungen entschwindet da» Werk In gehobener, friedvoller Entrückung. Dr. H. ,(Süie (Stobt steht Stopf, So nennt sich ein Fllnstusstpiel nach Motiven her berühmten Komödie „Der Revisor" von G o - QOt, hie. auch bei un« viel gespielt, erst kürzlich in her Berliner Boit«bül)ne eine heitere und ersvlareiche Reulnszeuierung erlebte Da« russische Stück wurde hnr säst hundert Jahren in Petersburg urausgesührt unh bat damal« einen Sturm her Entrüstung erregt; wer weiß, wie e« dem Dichter ergangen wäre, wenn nicht Zar Rikolou«. der her Borstellung beiwohnte unb zum Schluß getagt Haben soll: ..Hier haben alle etwa« ab- gcfrlegl, und ich am meisten", sich sür da« Stück und den Dichter großzügig eingesetzt hätte. Gogol« Komödie war eine, scharfe GefellfchoftSsatire. dem Film fehlen &qau grundlegende Boran-fetzun- gen: er Hat auch nicht den Ehrgeiz, alarmierend oder reinigend zu wirken, fonhem er erfüllt und rrfchöpft seine Aufgabe al« unterhaltsame« Situation-lustsplel. Die Hauptperson ist Hier auch kein professioneller Schwindler, sondern ein Harmloser Gefchäst-ceisenher. her durch eine Berkettung komischer Zusälle wider Willen dec Urheber eine« Sturme« Im Wasserglase wich Immerhin bietet die russische Fabel noch eine Fülle dankbarer und witziger Motive, die der deutsche Regisseur Gustas G r ü n d g e n « geschickt auszunutzen verstand; Gründgea«. bisher al« Schauspieler von hohen Graden bekannt, bat sich jedenfalls mit dieser seiner ersten Filminszenierung sympathisch eingeführt. Die Roste he« falschen Revisors ist Hermann. Thimia wie auf den Leib geschrieben. Szöke Szakal! al« Bürgermeister und Jenny 3 u g o a!« dessen junge Tochter sekundieren ihm sehr lustig. Außerdem: Henckel - .Wäscher, Mainzer. Kämper« al« Honoratioren einer kleinen Stadt. Spplianskh bat die leichte Musik dazu geschrieben. Der Film läuft seit gestern Im Lichtspielhaus. — r — Zeitschriften. „Die K u n st" (Berlag F. Bruckmann AD.. München) erössnet mit einem Aussatz ..Die neue Stunde In her Kunst" von Wilhelm Michel da- neue Hest. Richt um die Kunst zu retten, sondern um hie Wirklichkeit und die Lebensintensität zu reiten/muß die mit her Kunstseindschast verbundene Denkweise verlassen werden. Akit einer farbigen Reproduktion eine« BlalteS aufl den Prinz* regcnlcn-QIgunrcIIcn von Max Slevogt beginnt die Reihe her Illustrationen. Im Rahmen einer kritischen Rührung durch die vergangene Herbst* au«ftellung der Wiener Sezession sehen wir Abbildungen au« der Gruppe „Genrebilder von heute" von verschiedenen Künstlern. Der Bildhauer Lorenz Zilken sührt un« mit seinen plastischen Schöpsungen au einem wirklichen Erlebnis. Einen Racirruf auf den am Weihnachtsabend verstorbenen Münchener Altmeister von Herterlch illustriert eine« feiner Hauptwerke „Ulrich von Husten" In ganzseitiger Reproduktion. „Die Mal- schnle" von Felice Earena beschließt den malerischen Test deö Hefte«. Der der Wohnkultur gewidmete Teil wird von Außen- unh Innenansichten eine« von Architekt Prosessor Martin El- saesser, Frankfurt o. M., luxuriös gestalteten Eigenheim« eingenommen. Bon seinem Empfinden zeugt die 'Abhandstlng über Blumenbindcn im japanischen Heim. Gin Ausbauhau« in verschiedenen Barianten. Klangporzellane und Beiträge über Fragen der Wohnungügestaltung be* schließen da« reichhaltige Heft. ischralenschwärnie ony Orchestra dir eranstaltete in bet Dagnerlon- n letzten Platz ge, yng immer wieder itropolitan Opera- ^geführt. .Herold ung Wagners den Jahrhundert nach chvnisten stehe die r seinem Eindruck atsache sei ein 2e- englische Kritiken tärksten Persönllch- ezeichnei habe. Welt. egelslugzeug. ) und Willi Kat» Dübendors bet Zu- ; Schlepp- und • Frch steuerte eine rtc das von Farner em 150 Meter Ian» •r den Alpen aus- oo beide den Flug setzen wollten. Das näßig in Mailand ! übet bet Stadt Segelflugzeug im 8 Apparates er- he übet Mailand, iort aus dem Zlug» Apparat Warner« benötigte. Samer verlausen lei, aber en Bedingungen und lenen Post (55 kg) :t, biS man sich über Jtoanftaltetc die ,t'Un9 eine ÄÄ ••ÄS Gattin, der ^Deutschen Ter. °dl, der Dichter c Metten Wagner- .sowie der fran- “ttrollee. '"schaii. «Mm. "■ 8*?n£‘e!h 5enV?l(ln- ÄS ^tretet btn?-" ®agnt; r I andern ein barm» «SS gSSs ss;-3 -SKx aus. Tunis haben grvhe unermehlichenLcha» st zum groben Leu gebung von 2les a schrecken gesammcii. m d°s nst Ü&itat J» - Leb« verbuk rden. ^nn}. altc8(i% £ mair be|d,&n,ullUi» KOK- K&S -sÄ; $s>- Sie neue LinkommensteuererkläMg. Die Frist für die Abgabe der Einkommensteuer- erflärung. die ursprünglich am 28. Februar ablaufen sollte, ist bis zum 1 5. März verlängert worden. Das war aus verschiedenen Gründen notwendig. Erstens ist die jetzt bevorstehende Stnkommensteuerveranlagung für 1932 deshalb von besonders großer Bedeutung, well sich da» Einkommen zahlreicher Steuerpflichtiger so stark vermindert hat, daß die im letzten Jahre geleisteten Vorauszahlungen häufig zu hoch sind. Die Klagen über die Ueberlastung der Steuerzahler sind zu einem Teile auch darauf zurückzuführen, daß die Steuern noch immer auf Grund von früheren Veranlagungen erhoben werden, Während die Einkommen inzwischen geschwunden, oder stark zusammengeschrumpft sind. Wan muß daher den Einkommensteuerpflichtigen diesmal genügend Zeit lassen, ihre Verluste abzubuchen und sich auszurechnen, wie hoch oder wie niedrig in Wirklichkeit ihr Einkommen in 1932 noch gewesen ist, bzw. ob sie nicht überhaupt in diesem Jahre einkommenlos wpren und von ihrer Vermögcns- substanz, d. h. von früheren Ersparnissen gelebt haben. Zweitens aber sind die Cinzelbestimmun- gen über die Veranlagung jur Einkommensteuer im letzten Jahre in so einschneidender Weise ver- ändert worden, daß die Steuerpslichtigen längere Zeit brauchen, um sich mit den neuen Vorschriften bekannt zu machen. Drittens wird noch eine Neugestaltung der Tarifbestimmungen des Einkommensteuergesetzes geplant, die natürlich schon bei der Alfass.mz der Steuererklärung berücksichtigt werden mutz. Zur Abgabe einer Linkommensleuererklärung ist jedermann verpflichtet, der im letzten Steuer- abschnitt ein Einkommen von mehr als 8000 R21L bezogen hat. Als Steuerabschnitt gilt das Wirtschaftsjahr des Steuerpflichtigen, das in den weitaus meisten Fällen mit dem Kalenderjahr zusammenfällt. Nur für Landwirte reicht das Steuerjahr vom 1. Juli bis zum 30. Juni. Aber auch die Landwirte, soweit ihr Einkommen aus der Landwirtschaft 6000 Mark übersteigt, haben diesmal eine Steuererklärung für ihr am 30. Juni 1932 beendetes Wirtschaftsjahr abzugeben, da die früheren Herbstveranlagungen aufgehoben worden sind und die Landwirte jetzt zusammen mit den übrigen Steuerpflichtigen veranlagt werden. Das gleiche gilt für diejenigen Gewerbetreibenden mit Han- delsbuchführung, deren Geschäftsjahr etwa nicht mit dem Kalenderjahr zusammenfällt. Don der Abgabe einer Steuererklärung befreit sind dage- gen alle Arbeitnehmer und Nentncr, die lediglich steuerabzugspflichtige Einkünfte bezogen haben, wenn diese Einkünfte (einschl. des steuerfreien LohnbetragS) weniger als 9500 Mk. betrugen. Aber auch diese Befreiungen von der Steuererklärung sind insofern praktisch nicht von ausschlaggebender Bedeutung, als jedermann ohne Rücksicht auf die höhe des Einkommens zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, wenn ihn das zuständige Finanzamt dazu ausfordert. Desgleichen ist auch jeder Einkommenssteuer- pflichtige, der seinen Gewinn auf Grund des Abschlusses seiner Bücher ermittelt, gleichfalls ohne Rücksicht auf die Höhe seines Einkommens zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, selbst wenn er keine Aufforderung des Finanzamts er- hält. Dasselbe gilt für jeden Steuerpflichtigen, der an einem Gewerbebetriebe, also -. 2. an einer Offenen Handelsgesellschaft oder Kommanditge- sellschaft beteiligt ist, eine sonstige Berufstätigkeit, z. B. die eines Rechtsanwalts, ausübt, oder aus Vermietung und Verpachtung von unbeweglichem Vermögen Einkommen bezieht. Praktisch ist also die Zahl der Einkommensteuerpflichtigcn, die von der Abgabe einer Steuererklärung befreit sind, sehr gering. Die Pflicht zur Abgabe einer Linkommcnsteuer- erklärung beschränkt sich keineswegs auf diejenigen, die vom Finanzamt einen Vordruck zu- gefandt erhalten. Wer zur Steuererklärung verpflichtet ist, mutz den Vordruck, wenn er ihn durch Zufall nicht erhalten hat, beim Finanzamt anf o-cbern. Die Erklärungen müssen auf den amtlichen Formularen abgegeben werden, und insbesondere mij) die Versicherung, datz die Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht worden sind, öün dem Steuerpflichtigen persönlich unterschrieben werden. Steuerpflichtige mit handelsrechtlicher Buchführung haben außer der vorgeschriebenen Steuererklärung dem Finanzamt auch die Schluhbilanz sowie die Gewinn- und Verlust-Rechnung für das in Frage kommende Wirtschaftsjahr einzureichen. Von neu eröffneten Betrieben kann auch eine Eröffnungsbilanz verlangt werden. Die Anfertigung der Steuererklärung erfordert ganz besondere Sorgfalt, weil falsche Angaben unter Umständen schon als versuchte Hinterziehung der Einkommenssteuer angesehen werden können. Diese aber ist mit schweren Strafen bedroht. Sogar ein fahrlässiges Vergehen gegen die Steuer- gesehe kann als Steuergesuhrdung betrachtet und mit Strafen geahndet werden. Aus der provinzialhaupistadt mit gründen zu können. Die Zuhörer dankten dem Vortragenden lebhaftem Beifall. Neunkirchener Beerdigungen feierlichkeiten im Rundfunk. hing feiner Hände, der sich einige Versuchspersonen ausgesetzt fühlten, sei keine Rede. Abschließend sei zu sagen, daß übersinnliche Er- schcinungen wohl nicht zu leugnen seien und durchaus in den Kreis der Betrachtung gezogen zu werden verdienten: der gegenwärtige Stand der Forschung verpflichtete aber zur Vorsicht, das bisher erbrachte Material sei zu gering, die bisher bestehende Basis zu schmal, um darauf einen wissenschaftlichen Beweis- Über okkultistische Phänomene heute, Dienstag, in der Zeit von 14.50 bis 15.45 Uhr findet die Beerdigung der Opfer der Neunkirchener Katastrophe statt. Der Rundfunk überträgt die Beerdigungsfeierlichkeiten auf alle deut- fchen Sender. Im Anschluß an die Feier (von 16 bis 17 Uhr) schwelgen alle Sender. 3m weiteren Verlaufe des Tages wird sich der Rundfunk auf ernste Darbietungen beschränken. Bornotizen. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute als 19. Vorstellung im Dienstag-Abonnement Gastsviel des Hessischen Landestheaters Darmstadt mit der Komödie für Musik »Der Rosenkavalier" von Richard Strauß. Spielleitung und Bühnenbild Hans Strohbach: Musikalische Leitung Dr. H. Schmidt- Isserstedt. Opernpreise. Vorzugs- und Rundfunkgutscheine haben Gültigkeit. Spieldauer von 19.30 Uhr bis 23 Uhr. — Als 19. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement zu gewöhnlicher Preisen das Lustspiel »Bargeld lacht" von Cammerlohr und Ebermayer; Spielleitung Peter F a f f o t ; am 15. Februar von 20 bis 22 Ähr. — Für Samstag, 18. Februar, hat die Intendanz 15.45 Uhr eine Schülervorstellung angeletzt mit Shakespeares fandet“; Spielleitung Peter Fasso11. Die Vorstellung ist außer Abonnement zu Schülerprei- fen. Ende 19 Uhr. — Tiroler Volkskun st abend. Am morgigen Mittwoch gastiert eine kleine Schar junger Tiroler aus Lienz in unserer Stadt und gibt im Cafs Leib auf Veranlassung der hiesigen Ortsgruppe des Vereins für das Deutschtum im Auslände (VDA.) einen Tiroler Volkskunstabend. Der Abend soll uns Deutschen des Mutterlandes ein Spiegelbild von Tirol, insoesondere von Südtirol, fein. In 100 schönen Lichtbildern wird man dieses gottbegnadete Stückchen Erde, feine himmelanragenden Berge und die tiefen Täler, die Menschen und die Sitten kennenlernen. die die junge Schar in Tänzen, im Lied und in der Musik auflcben lassen wollen. Der Abend, der viel Unterhaltendes bringen dürfte, wird gleichzeitig eine ernste Mahnung fein, das deutsche Südtirol nicht zu vergessen. *• Verjährung von Aufbringungs- I e i ft u n g c n. Wir lesen in den vom Wirtschaftsprüfer und Steuersyndikus Hermann Will zu Gießen herausgcgebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Nr. 4) folgendes: Die Frage der Verjährung von AufbringungS- leistungen war streitig. Ein Steuerpflichtiger hatte sich auf den Standpunkt gestellt, daß hierfür die einjährige Frist des § 121 RAO. a. F. in Frage komme Durch Urteil vom 23. September 1932 — III A 496 '31, Steuer und Wirtschaft 1932, Nr. 1129 stellt aber der Reichsfinanzhof fest, daß die Verjährungsfrist fünf Jahre beträgt. Neue Militärvereinigung gegründet. Aus Anlaß einer Zusammenkunft von Kameraden der ehemaligen 105. Jnfanterie-Divi- Geheimnisvolle Mächte im Lichte wissenschastLicher Forschung. Die Vortragsgemeinschaft Goethe-Bund, Kaufmännischer und Gewerbevcrein hatte den Forscher Wilhelm Gubisch zu zwei Vortragsabenden verpflichtet. Die Veranstaltungen fanden am Sonntag bzw. am Montag in der Neuen Aula der Universität statt und waren gut besucht. Der Abend nahm aber wohl für die meisten Zuhörer einen höchst unerwarteten Verlauf. Zunächst unterhielt der Vortragende seine Zu- Hörer anderthalb Stunden lang mit Experimenten mehr oder weniger überzeugender Art, schuf gewissermaßen eine Atmosphäre des Vertrauens zu feinen Fähigkeiten auf dem Gebiete der Hellseherei, ließ sich von den als Versuchspersonen teilnehmenden Zuhörern die hochprozentige Richtigkeit seiner Deutungen und Experimente bestätigen, um dann nach der Pause in einem etwa halbstündigen Vortrag Stück für Stück dieses Vertrauens wieder abzutragen, mit der Erklärung der angewandten Tricks wertvolle Aufklärungsarbeit leistend. Dem Vortrag fei das wesentlichste entnommen: Hellseherei als Problem müsse mit kritischen Augen betrachtet werden. Augenschein und Wirklichkeit decken sich nicht immer, Okkultismus bzw. die für ihn geforderte Glaubensboreitschaft für die Experimente sei ein idealer Nährboden für den 2etrug. Es fei verfehlt, zu glauben, daß ein Hellseher beraten könne, datz er Krankheiten erkennen und heilen könne. Bestenfalls könne er einem Kranken eine neue Krankheit suggerieren und ihn von dieser suggerierten Krankheit wieder befreien. 3n Wirklichkeit werde der Kranke imanziell dabei geschädigt. Die Glaubensbereit- fchaft für derartige Experimente sei von weittragender Bedeutung. Glaube könne falsches Denken erzeugen, ein sog. Traumdenken Hervorrufen, nut dem die Kritikfähigkeit verloren gehe. Die Gefahr sei groß, falschen Propheten zum Opfer -u fallen. Deshalb müsse man sich gegen diese Gefahr wappnen. Das könne nur geschehen durch Nlcksichtslose Aufdeckung der „Geheimnisse der Experimente". 2n seinen weiteren Ausführungen beschäftigte scch der Vortragende mit den vor der Pause ge- WOten Experimenten und klärte ihr Zustande- ™J®en auf. Er betonte, daß bei den sog. telepathischen Experimenten von einer tatsächlichen woanlenü6ertragung keine Rede sein könne, vielmehr handele es sich um eine genaue Deobach- .9 der Versuchsperson, andererseits um rafsi- £ « Fragestellung, durch die aus dem Objekt Versuches alles herausgelockt werden könne, Gedankenleser zu wissen wünsche. Es 4 verschiedensten Methoden. Besonders geeignet für derartige Experimente seien OTen- Hfi« Lebhafter Phantasie, auch an sich in- telhgentc Menschen, welche die von dem Cxperi- mentator mit grotzer Eindringlichkeit geschilderten mit ihrer tatsächlichen Erinnerung an ffiVr $or9änge (dank ihrer Phantasie) in ^intiang ju bringen vermöchten und nun glauben, ?l,?teit der Behauptungen des ..Hell- sehers^ bestätigen zu müssen. Es sei für die Zu- borer bedeutungsvoll, zu wissen, daß er (der Redner) bisher in allen seinen Vorträgen und Experimenten von alten durchlöcherten französi- Punzen, von alten, immer wiedeo» glei- 1 $etn (Photographien) spreche, von ausgefallenen Backenzähnen und Muttermalen usw. (wie es der Vortragende auch an diesen Aben- oen tat!) und jedesmal mit einem Prozentsatz öon 83 v. H. die Richtigkeit seiner Angaben bestätigt erhalte. Don einer elektrischen Ausstrah- sion im Hotel Kobel wurde, den Wünschen der Kameraden entsprechend, eine Vereinigung gegründet. Aus der Mitte der Anwesenden wurde ein Vorstand gewählt, dem anheimgegeben wurde, die Vereinigung in kameradschaftlichem Sinne zu forte rn. Eine weitere Versammlung soll im Juli ftattfinten. ' Städtische Brennholzver steigern n g. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung in den Waldungen der Stadt Dietzen (Försterei Gießen) wurden im Durchschnitt folgende Prelle erzielt: Duchenscheiter 1. Kl. per Rm. 9,40: Buchenscheiter 2. Kl. 7,00; Eichenscheiter 1. Kl. 7,00: Eichenscheiter 2. Kl. 5,00; Kiefernscheiter 1. Kl. 6,80; Kiefernscheiter 2. Kl. 6,00; Fichtenscheiter 1. Kl. 6,00; Fichtenscheiter 2. Kl. 4,00; Buchenknüppel 7,00; Elchenknüppel 4,20; Kiefernknüppel 5,40; Fichtenknüppel 3,20; Duchenstöcke 6,20; Eichenstöcke 5,00; Kiefernstöcke 4,00; Buchen- reisig 3. Kl. 100 Wellen 18,00 Mk. Bnefkaften Oer Redaktion. lRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Scdristieitung.) G. B. Unter der Voraussetzung, daß die Feldbereinigung berechtigt gewesen wäre, das in Frage kommende Gelände auch von Ihnen für die Zwecke der Feldbereiniguntz zu verlangen, kann sie den gleichen Anspruch im öffentlichen Interesse auch gegen Ihren Rechtsnachfolger erheben. Zwischen Viesern und Ihnen besteht ei^e nur private Bindung, an die sich, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen der Einbeziehungsmöglichkeit vorliegen, die Feldbereinigung nicht gebunden zu fühlen braucht. Von Mannheim bis Tilsit. Kleiner Baedeker für Literaturbefliffene. Rattert der Zug endlich los, dann hat man sich mit dem Gedanken, so und so viele Stunden in der Bahn ziemlich müßig zu verbringen, einigermaßen abgefunden. Irgendwie muß diese Zeit totgeschlagen werden. Während der ganzen Zeit lesen — das können nicht alle Menschen. Viel eher scheint es auszuhalten zu sein, sich durch den Blick aus dem Abteilfenster die Frist bis zur Ankunft zu verkürzen. Und jeder Bahnhof, jeder Haltepunkt, bedeutet dabei eine besonders angenehme Ueberraschung: Ein paar Minuten läßt sich vielleicht darüber nachdenken, was dieser, ausgerechnet dieser Ort für Lebensmöglich, leiten bietet, was er der Allgemeinheit bedeuten mag, wer hier wohl wohnen könnte. Wer nicht gerate Provisionsreisenter Ist, wird kaum in jeder dieser Städte, Städtchen oder Dörfer einen Bekannten haben. Aber pft ergibt es sich, datz wir auch im abgelegensten Nest auf den Namen eines Menschen stoßen, der uns doch bekannt geworden ist, der uns vielleicht sogar ein Freund, ein Tröster, ein Berater wurde. Die deutschen Dichter haben sich die seltsamsten Ge- burtsstätten und Aufenthaltsorte ausgesucht. Ihrer darf man sich doch wohl auf der langen Reise erinnern. Nur so zum eigenen Vergnügen; langwierige Vorträge über die Bedeutung der Dichter wollen wir unseren Mitreisenden im Abteil keineswegs zumuten. Und sicher werden sie das alles schon besser und seit längerer Zeit wissen als wir, die wir uns all diese Erinnerungsstätten erst heraussuchen müssen. In Mannheim haben Schillers „Räuber" ihre Uraufführung erlebt. Und die Mannheimer haben dem schwäbischen Dichter ein Denkmal auf dem Theaterplatz gesetzt. Das wäre nichts besonderes; Schiller tft überall in deutschen Landen zu Hause. Aber auf diesem Denkmal trägt die Figur des Dichters ein Manuskript in der Hand, und wer das genau besieht, darf feststellen, daß es die Wiedergabe der Niederschrift dieser „Räuber" ist. — In S ch w e i n f u r t ist Friedrich Rückert geboren; dieser Lyriker voll Eigenart und Tiefe hat erfreulicherweise noch heute seine Gemeinde. Aber kennt diese dort in Schweinfurt das Rückert-Zimmer im alten Gymnasium, in dem sich zahlreiche persönliche Erinnerungen an den Dichter finden? Bis 2lür bin gen in Schwaben ist eS nicht allzuweit. Aber wer erinnert sich schon außerhalb Württembergs dieses Ortes? Doch, der Literaturbeflissene weiß Bescheid: dort hat Friedrich Hölderlin gelebt. — In Weinsberg wohnte Justinus Kerner lange Zeit im Kernerhaus, das noch heute erhalten ist. So viel läßt sich dort sehen, und am interessantesten sind wohl jene Erinnerungen, die von den vielen berühmten Besuchern erzählen, wie sie sich so zahlreich seinerzeit einfanden, um dieses „Mitglied der Schwäbischen Dichterschule" einmal kennenzulernen, mit ihm zu fingen und zu zechen. Auf dem ©taffe! ft ein, der jedem Studenten noch heute mindestens dem Namen nach bekannt ist — dafür hat Scheffel gesorgt, dessen wir uns jetzt erinnern — befindet sich die Einsiedlerklause. Dort stöbern wir schnell das Manuskript eines berühmt gewordenen Wanderliedes von Viktor von Scheffel auf: „Wohlauf, die Luft geht frisch und rein!" — Auf der Reise von Stuttgart nach Balingen hatte Lenau jenes Erlebnis, das zur Entstehung des Gedichtes „Der Postillion" beitrug. „Lieblich war die Maiennacht" — dies Lied gilt ia auch als eine Perle unserer deutschen Lyrik. Noch am gleichen Abend schrieb es der Dichter im Gasthof „Zur alten Post" von Balingen nieder. — Auch in Bayern finden sich so allerlei interessante Stätten. Aus der Burg Brunn gibt es zwar nichts Literatur- historisches mehr zu sehen. Aber hier ist im sechzehnten Jahrhundert ein großer Fund gelungen; man stieß dort auf einen wichtigen Teil der Originalhandschrift des Nibelungenliedes. Alles Suchen nach den übrigen Teilen blieb leider erfolglos. Und nun einmal kreuz und quer durch Deutschland, ohne Rücksicht auf landschaftliche oder geographische Einteilung unseres Vaterlandes. In dem Bade Soden-Allcndorf steht ein Brunnen vor dem Tore. Die Andeutung wird schon genügen, um jedem Leser einfallen zu lafsen, datz gerate hier das Lied „Am Brunnen vor dem Tore" entstanden ist. Längst ist es zum Volkslied geworden. Auf der Insel Fehmarn hat Klaus Groth — über seine Heimat binauS als ein Dichter der plattdeutschen Sprache bekannt — seinen „Quickborn" geschrieben. Und in Swinemünde gibt es seltsamerweise ein „Fontanehaus". Warum wohl? Nun, der Dichter, ter einmal zum Sänger ter Mark Brandenburg wurde, hat hier fünf Jahre feiner Kindheit verbracht. Was es in der Lüneburger Heide gibt? Nun, dort befindet sich der Wieher Berg, und das war der Lieblingsplah Hermann Löns, des Dichters der Heide. — Wer mag wohl Frau Viehmann fein? Eine Dichterin? Nein. Aber dieser Frau, die in Niederzwehren bei Kassel wohnte, ist es zu danken, daß wir die schönen deutschen Märchen in unsere Zeit gerettet haben. Sie erzählte damals den Brüdern Grimm viele der besten Märchen, so daß die Grimms den Entschluß faßten, eine Sammlung zu veranstalten und sie im Druck herauszubrin- gen. — In Bad Driburg erinnern wir uns des Mannes, der als „Dreizehnlinden-Weber" bekannt wurde. — In Bodenwerder im Wesergebiet besichtigen wir sicher den Stammsitz eines der liebenswürdigsten Lügner aller Zeiten. der Freiherr von Münchhausen verfaßte hier seine wunderbaren Aufschneidereien. —- Leipzig mag viele Denkmäler haben, daß darunter eines für Goethe nicht fehlen kann, dürfte selbstverständlich sein. Aber auf dieses Goethe-Denkmal muß hingewiesen werden, weil es den Dichter als Studenten zeigt, uns also nicht wieder den so bekannten Olympier beschert. — Die Handschrift des „Wilhelm Teil" finden wir merkwürdigerweise in der Schloß- bibllothek von Aschaffenburg. Staven Hagen in Mecklenburg wäre nicht so bekannt, wenn nicht Fritz Reuter dort gelebt hätte. Hier finden wir noch heute einen Gasthof, in dem er oft in fröhlicher Zecherrunde saß und seine „Läuschen und Riemels" erzählte. Das ausgeblichene Cerevis und der Schläger hängen im Zimmer und helfen der Erinnerung an den mecklenburgischen Dichter nach. — In Heide in den Dithmarschen, dieser unglaublich fruchtbaren Gegend, gibt e8 nicht nur materielle Genüsse wie besonders gut gebratenen Gänsebraten. Man kann sich dort das Geburtshaus des Dichters Klaus Groth ansehen; seine Wiege stand nicht nur hier, sondern sie ist heute noch dort zu besichtigen. — In der Nähe, in Wesself büren, das auch in Dithmarschen liegt, ist ein Hebbel-Museum entstanden, zum Andenken an den großen Sohn dieses Ortes. Unter den vielen Erinnerungsstücken an den Dichter fällt ein Brief auf, den Hebbel als junger Mann geschrieben hat; in diesem Brief wandte er sich an Ludwig Uhland und bat ihn um Förderung und Hilfe. Um auch die ostpreußische Heimat nicht zu vergessen: In Mohrungen ist Herder geboren. Die Stadt hat sein Geburtshaus jetzt wieder so Herrichten lassen, wie es im achtzehnten Jahrhundert ausgesehen hat. Und in Tilsit gibt es ein Heimatmuseum, in dem sich Erinnerungen an Hermann Sudermann finden, u. a. ein Schul- aufsah, den er zum Abiturientenexamen angefertigt hatte. ES würde eine Reise ins Unendliche, wollte man alle derartigen Erinnerungsstätten aufzählen. Aber wer bei der nächsten Bahnfahrt selbst ein bißchen aufpatzt, dem verrät noch mancher Ortsname in Deutschland eine Erinnerung, wenn wir in unserem Gedächtnis ein wenig nachkramen. E.W. Buntes Allerlei. Oer Blinddarm des Korporals. Eine sonderbare Komödie, die mit der Verurteilung zu sechs Monaten Gefängnis wegen Sefertierung in Friedenszeiten endete, hat ein Unteroffizier der französischen Armee namens Ravoisier gespielt. Wegen eines dienstlichen Vergehens wurde Ravoisier zu dreißig Tagen Arrest berurteUt; aber wichtige Geschäfte hielten ihn ab, und er überredete einen Kameraden, statt feiner die Strafe anzutreten. Als dieser „stellvertretende" Korporal im Arrestlokal anlangte, stellte man bei einer Untersuchung fest, datz er ein nicht ungefährliches Gewächs in der Nase hatte, und er wurde sofort zu einer Operation abkommandiert. Dieser Zwischenfall schien aber dem Stellvertreter nicht zu den Pflichten zu gehören, die er übernommen hatte, er teilte die Sache dem wirklichen Schuldigen mit, und dieser bequemte sich, höchst persönlich das Krankenhaus aufzusuchen. Als Rovoisier dort anlangte, suchten die Aerzte vergeblich bei ihm nach dem Gewächs in der Nase, wegen dessen er nach dem Defund des andern ArzteS hingeschickt worden war, und da Ravoisier nunmehr eine Entdeckung der „Schiebung" fürchtete, kam er auf den Einfall, Schmerzen im Unterleib vorzutäufchen. Die Aerzte lenkten ihre Aufmerksamkeit von der Nase auf diesen Körperteil, und bevor er noch Einspruch erheben konnte, war ihm schon der Blinddarm rausgenommen. Während ter GenesungSzeit geriet er mit seinen Vorgesetzten wieder in Konflikt und wurde nun nach dem Gefangenenlager geschickt. Hier erkannte der Aufnahmeoffizier, datz das nicht derselbe Korporal Ravoisier war, der sich schon einmal bei ihm gemeldet und von ihm inS Krankenhaus gesandt worden war. Nachforschungen wurden angestellt, und die ganze Geschichte kam ans Licht ... Waffenstillstands-Reliquien unter dem Hammer. Eine merkwürdige Versteigerung findet dieser Tage in einem Pariser Auktionshaus statt. Es werden hier die Standarten, Jahnen und Wimpel angeboten, die von den Vertretern der Al- lierten bei den Verhandlungen nach dem Waffenstillstand 1918 geführt wurden. Darunter befinden sich die königliche Standarte, die bei dem besuch des Königs von England in Frankreich nach dem Waffenstillstand seinen Wagen schmückte, das Sternenbanner, das vom Wagen des Generals Pershing wehte, die Trikolore des Marschall Joch und die Wimpel, die an den Wagen des Königs Albert von Belgien und des Königs von Italien bei ihrem Besuch in Paris im Dezember 1918 sowie am Wagen Präsident Wilsons während der Friedenskonferenz befestigt waren. Man nimmt an, daß sich die betreffenden Staaten den Ankauf dieser Erinnerungsstücke nicht entgehen lassen werten. rat mb ea- c« In* .ust. um iich das $ er Die das mell »| zur dort ■um» aus I »urde Man legen über des I enem odlen Freu- r zur kbluh »schie- n. a gcr n. Die ugenb» »orten, räume. , m 200 wird. sachsen Haus lager e eben» nq im nähen, en Ar- : kochen, ürsorgc sozialen n junge den sich nächsten < ;lid) er- hiesige zt du ich । ii g mit i der weit t hinaus j onwerke, >urts- . mste um Ha" er- ! 925, be- )eS Verebbet seit Lahntal- des Gelte „Läuter, ter • Sanges- bend daS intte für • hat hier id leider :rt. Zwei en Man- LetenS- e r ft erlaufen -1 Huf - an dessen and Wei- ere Wet- und nach l. Durch allerdings die über ergiebige südlichen eben oben Druck wolkigem ichen sich S, später- Nieder- astig und > trocken. Viellach Tag und zen mild, 10,8 Grad morgen» Minimum in 10 cm 9. März: e 0,0 mm. gen wurde. * K. Förster- Wirtschaft Devisenmarkt Berlin — Iranksurl a ZH. Banknoten. <> o 0 o 0 0 0 (I !> 6 0 5 0 fl 10 italienische der den be- 0 0 0 . 7 , 0 , 0 0 0 0 .10 0 20. Februar in Stuttgart-Baiersbronn stattfinden- den Deutschen Ski-Meisterschaften abgegeben. 7 000 Mark wurden als „Olympia-Groschen" vom-Reichsoerband für Zucht und Prüfung deutschen Warmbluts an den DRA. abgeführt. Diese nette Summe wurde beim großen internationalen Berliner Reitturnier erzielt. Der Oesterreichische Ski-Verband hat seine Meldung für die in der Zeit vom 17. bis Deutsch-argentinischer Zollkrieg beendet Berlin, 13. Febr. Nachdem das deutsch- chilenische Handelsabkommen dahin abgeändert worden ist, daß eine Diskriminierung der deutschen Einfuhr nicht eintritt, hat die deutsche Neichsrcgierung beschlossen, die Verordnung über die Anwendung der Sähe des Obertarifs gegenüber der argentinischen Einfuhr mit Wirkung vom 9. Februar wieder aufzuheben. Oesterreichs Nationalelf kam in Paris zu einem neuen Erfolg, sie konnte Frankreich mit 4:0 schlagen. Alle Treffer fielen erst nach der Pause. * Der bekannte Berliner Bobfahrer Düsedau siegte im Viererbob-Rennen um den Suhr-Pokal in St. Moritz mit einer Gesamtzeit von 2:52.2 vor dem Schweizer Fonjallaz und dem Belgier Baron Lunden. Joachim-Berlin, Dr. Meyer-Hamburg, Aachen und Dr. Herbing-Hannooer. * Einen k. o. - Sieg feierte der Ueberschwergewichtler Primo Carnera, etwas Nachfrage nach einigen Kommunalobligationen. Im Verlaufe bröckelten die Kurse infolge der außerordentlichen Geschäftsstille überwiegend etwas ab. IG.-Farben gaben um 0,50 auf 109,25 v. H. nach, ferner lagen am Rentenmarkte Altbesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen bis zu 0,25 und Neubesitzanleihe 0,13 o. H. niedriger. Neubesitzanleihe 9,65 bis 9,55 bis 9,50, Altbesitzanleihe 67,13, Schutzgebietsanleihe 6,65, 6-v. H.-Stahloerein-Bonds 70, 6-o. H.-Rheinische-Hypothekenbank-Gold-Kommu- nal Reihe 1 bis 3 75,75, 5,50-v. H.-Nassauische-Lan- desbank-Wiedesbaden-Liquidation 86,90, Reichsbank 151, Gelsenkirchen 60, Mannesmann 62, Ilse Bergbau-Genuß 106, Stahlverein 36,75, AEG. 27,40, Bekula 119,50, Conti-Gummi 123, Licht & Kraft 93, JG.-Farbenindüstrie 109,75 bis 109,25, Lahmeycr 117,50, Rheinische Elektro Mannheim Stamm 99,75, Siemens 134, Hapag 17,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 13. Febr. Die Getreidebörse hatte außerordentlich stilles Geschäft, und die Preise lagen nur wenig verändert. Lediglich Gerste tendierte etwas schwächer. Das Angebot war allgemein mäßig, da offenbar von der Landwirtschaft Verkaufsdisziplin geübt wird. Das Mehlgeschäft war still, nur Roggenmehl sofort greifbar fand etwas Interesse. Futtermittel neigten überwiegend nach unten bei sehr kleinem Geschäft. Es notierte (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo): in Mark: Weizen 203,50 bis 204; Roggen 163.50; Sommergerste für Brauzwecke 177,50 bis 180; Hafer 130 bis 135; Weizenmehl, südd. und Niederrhein. Spez. 0 mit Austauschweizen 28,50 bis 29,75; Roggenrnchl (60proz. Ausmahlung) 22,50 bis 23,50; Weizenkleie 7,40 bis 7,50; Roggenkleie 7,85 bis 8; Sojaschrot 10 bis 10,50; Palmkuchen 8,60 bis 8,75; Erdnußkuchen 11,90 bis 12,15; Treber 10,60 bis 10,50; Heu, südd.. 4,30 bis 4,50, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt, 2,20. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 1,65 bis 1,70 per 50 Kilo bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. * D i e Abwrackaktion beiderHapag- Lloyd-älnion. 2m Rahmen des Abwrak- programms sind von der Hamburg-Amerika-Linie von den abzuwrackenden etwa 100 000 Drt. bis Ende Ianuar insgesamt 13' Schiffe mit 75 780 Brt. über die hierfür zuständige Reederei-Treuhandgesellschaft an die Wersten verkauft worden, und zwar gingen sechs Schiffe an die Werft von Blohm & Voß und sieben Schiffe an die Deutsche Werft. Wie hierzu weiter verlautet, betragen die einschlägigen Ziffern beim Norddeutschen Lloyd 15 Schiffe mit etwa 94 Drt., so daß also bis Ende Ianuar bei der Hapag-Lloyd-älnion insgesamt 28 Schiffe mit etwa 170 000 Brt. zum Abwracken verkauft worden sind. Frankfurter Abendbörse still. Frankfurt a. M., |3. Febr. An der Abendbörse war das Geschäft am Aktienmarkt nur klein, da die Spekulation infolge Fehlens von Kundenorders Zurückhaltung übte, doch blieben die Berliner Schlußkurse bei freundlicher Grundstimmung meist behauptet. Etwas größeres Interesse bestand am Montanmarkt, während IG.-Farben vernachlässigt waren und 0,25 v. H. nachgaben. Am R e n t e n m a r k t lag die Altbesitzanleihe etwa 0,40 v. $). höher als zum Schluß in Berlin und hatte lebhafteres Geschäft. Neubesitz blieb mit 9,65 o. S). unverändert. Auch späte Reichsschuldbuchforde- desbankl Wiesbaden-Liquidat'on 83,90, Ne chsbank gingen mit 77,50 o. H. um. Sonst zeigte sich noch A.E.G Elektr. LIesenmgrgelelllchast... Licht und Kraft ............. Felten & (Guilleaume Gesellschaft für Elektrische Unter* nehmungen............... Rheinische Elektrizität Schuckert & (So.............. Siemens & Halöks Lahmeyer L Eo..............: Bedeutend verbessert haben sich die Schneeverhältnisse in den bayrischen Bergen durch die Schneefälle vom Freitag und Samstag. Todessturz eines Segelfliegers. WEN. Marburg, 13. Febr. Gestern nachmittag stürzte bei Segelflugübungen der Akademischen Segelfluggruppe auf dem Truppenübungsplatz Cyiax-Weimar der 21jährige Student Robert Sayn aus Rückenroth (Tlnterwesterwaldkreis) ab. Der Pilot war am unteren Drittel des Abhanges zu einem kurzen Tlebungsslug aufgestiegen. In 8 bis 10 Meter Höhe machte er vermutlich einen Steuerungsfehler, wodurch die Maschine steil abstürzte und auf dem Boden aufprallte. Der Pilot erlitt eine schwere Kopfverletzung, an deren Folgen er in der vergangenen Nacht in der hiesigen Universitätsklinik v e r st a r b. Explosion im frankfurter Gaswerk. WSN. Frankfurt a. M., 13. Febr. Heute morgen hat sich in einer im Bau befindlichen Gasreinigungsanlage des Gaswerks Ost in der Schielestraße eine Explosion ereignet. Der Deckel eines Gasreinigungskastens wurde durch die Explosion abgehoben und auf einen zweiten ebenfalls noch außer Betrieb befindlichen Kasten geschleudert. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Es ist nur Sachschaden entstanden, der durch Versicherung voll gedeckt ist. Schweizer Eishockeymeister wurde mit den Grashoppers Zürich zum ersten Male seit 17 Jahren ein Verein des Schweizer Tieflandes. Abgesagt wurde der für den 5. März in Stuttgart vorgesehene Schwimmkampf zwischen Württemberg und Nordbayern. * Schwer erkrankt ist der tschechische Davispokalspieler Jan Kozeluh. Kozeluh war bis 1928 der beste Amateurspieler der Tschechei; er wurde dann von Roderich Menzel verdrängt. kannten Amerikaner Schaaf in Neuyork in der 13. Runde zur Aufgabe zwang. * E i n Fehlurteil gab es am Freitagabend im Berliner Spichernring. Im Ausscheidungskampf um die deutsche Schwergewichtsmeisterschaft erhielt der Königsberger S) i n 3 m a n n trotz großer Ueberlegenheit gegen den Düsseldorfer W a l l n e r nur ein Unentschieden. Ä J1 NW fei'1 * psM Kleber eiranc fcunb Arbi « Wen aus d * die e K 'st bei 1 Ne klar « AM als 6 Ei Watina Al wä/toaS die Metern EsisNslvj Sa,&ne st« , WaS j d D Kigers I Mepd» Mli «-i« °,°l! Die W berliner- endgüll'ge ßo । Ioppelfuhlu^ ine Dom ®en« langem ermg Sas preubK gemeldet, de» Mtionaltheot^ »um. --hau l"l Intendant u zum ersten y machten berufe düng von Der u Intendanten ff Zweiteilung bi such geäußert matifer Johlt, Jntendantenlist lllbrich iiberhai wird mit [einer entscheidenden • des Slaatstheo Intendant hau, heilen führen ° Ir. lllbrich folger von Er ureigenste 6tä der Kloffik bc: zurückhaltender zielbewuhter 2 gen Lheatcrvc begegnet Zeil liege Oberleitu theater übertr ausgedehnte 9 aber nicht gel tnarer Mom SlaffiterDorflcl Smerolintenda mente dieses$ nur in großen und erfolgreich über feinen D Tühne des A ehe die Ziele 1 linb. Sann her n wird, ist nicht g der thüringisch! und diese über feine Entscheid!! ü.ohst seine fü reils in dieser W ist mit I Begeisterung ge für die stille, abi perament bei U Presjionist und radikalen Zeilsch er nach rechlz a f'schen Beobacht «5frei5 Hitlers. Die leidige Inte S ,e.heaterstadt "ck> behoben wu «uen Männer ^setzten Erwart vlaatsthealer in Jnuoreingenomn cteHung als ei Deutschlands. Neusel und Hower, die beiden deutschen Schwergewichtler, wurden am Sonntag in Brüssel beide geschlagen. Neusel unterlag dem Europameister Pierre Charles knapp, während Hower von dem Belgier Limousin sicher nach Punkten geschla- Anschließend gab Paul Schüler einen lieber» blick über die turnerische Entwicklung der Bezirks- turnerschaft, die in lebendiger Verbindung mit den Ausbildungsstellen und Wettlampfveranstal- tungen sich auch im abgelaufenen Iahre als ein wertvolles Glied der übergeordneten Verbände erwiesen hat. Das Winter-Gerätewetturnen des Bezirks soll am 19. März in Heuchelheim bei Gießen durchgeführt werden, das volkstümliche Bezirksfest wird dem Tv. Hermannstein für den 28. Mai zugesprochen, dann folgen für die nächsten zwei Iahre die Turnvereine Aßlar und Münchholzhausen. Bei diesen allgemeinen turnerischen Veranstaltungen in den Bezirken sollen von der Gauleitung die Spiele gesperrt werden. Zu der Werbung für das Deutsche Turnfest in Stuttgart, die von Gaufrauenturnwart Rudolf Paul, Gießen, lebhaft unterstützt wird, gab der Vertreter des Reichsbahn-Sportvereins Heinzelmann, Gießen, wertvolle verkehrstechnische Erläuterungen. Rach eingehenden Anleitungen zur Statistik der laufenden Bestandserhebung durch den Gau- Schriftführer Fritz Wiegand, Gießen, schloß Bezirksvertreter Erle die Tagung, der auch Gau-Oberturnwart Wilhelm Will, Gießen, beigewohnt hatte. Ausklang in Innsbruck. Saarinen (Finnland) siegt im 50-km-Dauerlauf. Die internationalen Skirennen in Innsbruck, die inoffiziellen Weltmeisterschaften, fanden am Montag mit dem Marathonlauf der Skisportler, dem 50-Km- Dauerlauf, ihren Abschluß. Diese Konkurrenz entwickelte sich zu einem spannenden Duell zwischen den finnischen und schwedischen Läufern. Der Start befand sich in der Nähe von Seefeld, da Innsbruck und feine nähere Umgebung ziemlich schneefrei sind. Ucber den ersten Teil der Strecke führte der Tscheche Novak, der aber dem Ansturm der Saarinen, Utter» ström, Bergström und Liikkanen bann nicht mehr standhalten konnte. Saarinen (Finnland) ging schließlich mit 50 Sekunden Vorsprung in 4:13:49,2 vor Utterftröm (Schweden), Bergström (Schweden) und seinem Landsmann Liikkanem der völlig er- schöpft war, als Sieger durchs Ziel. Die Deutschen hatten Pech. Sie hatten schlecht gewachst und endeten weit zurück. Mitteldeutschlands Skiläufer bei den Deutschen Meisterschaften. Zu den vom 17. bis 20. Februar in Freuden- stadt/Haiersbronn stattfindenden Deutschen Ski- meisterschaften hat nun auch der Verband Mitteldeutscher Skivereine seine Meldungen abgegeben. Es werden folgende Läufer an den Start gehen: W. Schröder-Kassel, Graisowski- Darmstadt, Schleicher-Gersfeld, Brinkmann-Kassel. Schütrumps-Frankfurt, Schleicher l-Gersfeld, Schüßler-Gersfeld, Schleicher Il-Gersfeld, Richter, Sachenbacher-Würzburg, Pogendorfer-Würzburg. Im Damenabfahrtslauf startet Frl. Tzschach- Offenbach. Kunstlauf-Weltmeisterschaften in Stockholm. Sonja henie zum fiebtenmal Weltmeisterin. Ein großer Erfolg für den veranstaltenden Schwedischen Eislaufverband wurde die am Wochenende in Stockholm ausgetragene Weltmeisterschaft im Kunstlaufen für Damen und Paare. Nachdem sich in den Pflichtübungen am Samstag die Verteidigerin Sonja Henie, Hilde Ho- l 0 w s k h , Vivcanne Hulthen und Megan Taylor fast gleichwertig gezeigt hatten, mußte die Kür am Sonntag die Entscheidung bringen. Zu diesem Ereignis waren über 20 000 Zuschauer im Stockholmer Stadion, auch Schwedens Kronprinz, anwesend. Die gezeigten Leistungen standen auf hoher Stufe und besonders die Darbietungen im Paarlaufen hatte man in dieser Vollendung in Schwedens Hauptstadt noch nicht zu sehen bekommen. Sonja Henie, die sich der schweren Konkurrenz bewußt war, lief eine Kür, die überaus komplizierte Figuren und technische Raffinessen aufwies. Das Preisgericht erkannte ihr denn auch mit Platzziffer 5 und 323,36 Punkten den Sieg zu. Die Norwegerin gewann damit zum siebten Male hintereinander die Weltmeisterschaft. Recht gut im Vortrag waren auch die beiden Nächstplazierten, Hulthen und Ho- lowsky, auch die jugendliche Engländerin Taylor wußte sehr zu gefallen. Hilde Holowskh hatte neben Sonja Henie das beste Programm, die Entscheidung um den zweiten Platz fiel aber zugunsten der Schwedin Hulthen aus. Im Paarlaufen fiel der Titel wieder an die Ungarn Baby Rotte r—S z 0 l l a s , die bereits 1931 Meister waren. Der Unterschied ge- Dalum Hamvurg-Amertla-Pakei . . Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa Dampfschiff........... Norddeutscher filoijb 81.®. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft.... Commerz- und Prival-Bank... Deutsche Bmrt und Disconto- Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichsbank Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 0. S).. Lombardzinsfuß 5 v. H. genüber dem österreichischen Meisterpaar Frl. Papetz—Zwack, das besonders durch sein schwieriges Programm bestach, war nur gering. Neuer Rekord von Schwarz. Bei dem Hallenschwimmfest des Braunschweiger SV. 02 ging auch der Göppinger Rekordschwimmer Paul S ch w a r z an den Start. Im 200-Meter» Bru st schwimm en stellte er im Kampfe gegen den Berliner Wittenberg einen neuen deutschen Rekord in der Zeit von 2:43,6 auf. Kurze Sportnotizen. Mitteldeutschlands Gauoertreter wandten sich bei einer Tagung in Leipzig energisch gegen eine Einführung des Professionalismus im deutschen Fußball. Die Deutsche Billiardmeisterschaft der Amateure, die in Frankfurt zum Austrag kam, sah wieder Oberregierungsrat Poensgen - Berlin als Sieger. Die nächsten Plätze belegten Walter Gießener Fußball am Wochenende. VfB. komb. — Universität 6:0 (2:0). Das Spiel des Samstagnachmittags auf dem Waldsportplatz war keine sehr ernste Angelegenheit. Die Platzbesitzer traten mit nur 3 Mann aus der ersten Mannschaft an, während sich der übrige Teil der Elf aus der zweiten und dritten Mannschaft rekrutierte. Die Studenten waren gar nur mit 10 Mann am Platze und begaben sich somit von vornherein jeder Chance auf Sieg. Zu ihrer Ehre sei aber gesagt, daß sie von Anfang bis zum Schluß nach Maßgabe ihres Könnens kämpften. Die VfBer zeigten auch nichts außergewöhnliches, waren aber in der Kombination nicht schlecht, so daß man wenigstens von dieser Seite einiges geboten erhielt. Die VfBer waren ständig überlegen, aber säst während der ganzen ersten Halbzeit spielte man torlos, denn der Sturm der Grünweihen vermochte zunächst keine der zwingenden Chancen auszunützen. Schließlich aber fielen doch zwei Tore. Bald darauf wurden die Seiten gewechselt. Nach der Pause zeigte sich der Sturm der Grünweißen aggressiver. In regelmäßigen Abständen fielen vier Tore. Das Ergebnis hätte noch weitaus höher lauten können, wenn nicht die Verteidigung der Studenten sehr auf dem Damm gewesen wäre und manche Gefahr im Strafraum bannte. Der Tormann dagegen war reichlich hilflos und half seiner Mannschaft lediglich verlieren. Schiedsrichter Raabe war gut. 1900 I — Bottenhorn I 3:0 (1:0). Das Verbandsspiel endete mit einem erwarteten Sieg, den man allerdings eindeutiger erhofft hätte, als er errungen wurde. Die Gäste erwiesen sich diesmal als sehr gut (im Gegensatz zu ihrem letzten Auftreten in Gießen) und lieferten den Blouweißen eine Partie, die ihnen- alle Ehre machte. Der Sieg der 1900er war nicht leicht erkämpft. Erschwert wurde das Spiel durch schlechte Bodenverhältnisse. 1900 trat tnit einigen Ersatzleuten an und die Mannschaft fand sich während des ganzen Spieles nicht so, wie man es erwartete. Heilmanns Aufbauspiel wurde vermißt. Die Verteidigung war gut, der Sturm war nicht ganz auf der Höhe und vermochte sich nicht allzuviele Torchancen herauszuarbeiten. Ausgezeichnet war der Tormann der 1900er, der eine erstklassige Leistung zeigte und Schlarb vollwertig ersetzte, soferne er ihn nicht sogar übertraf. Er war es, der eine Niederlage der Blauweißen verhütete, die eine zeillang durchaus möglich werden konnte. Der Spielverlauf sah die Gäste aus dem Hinterland fast während der ganzen ersten Halbzeit leicht überlegen, sie lagen immer mehr vor dem Tor der Platzbesitzer, deren Torwart öfters eingreifen mußte. Die Gäste arbeiteten sich verschiedene Torchancen heraus, die aber teils durch Pech, teils durch Ungeschicklichkeit unausgenutzt blieben. Die Verteidigung hatte während dieser Zeit oft alle Hände voll zu tun. Der Elf aus Bottenhorn blieb aber jetzt und im moderen Verlauf des Spieles jeder Erfolg versagt. Dagegen konnte Jäckel nach einem kurzen Geplänkel vor dem Tor auf eine schöne Vorlage hin aus der Läuferreihe den Ball gut placiert in die linke untere Ecke dirigieren und somit seine Mannschaft in Führung bringen. Nach der Pause war es Best, der aus kurzer Entfernung vor dem Tor ent- fchlossen verwandelte und damit auf 2:0 erhöhte und gleichzeitig die Chancen der Gegner erheblich verringerte. Trotzdem kämpften die Gäste unverdrossen weiter, zeigten auch jetzt wieder gute Kombinationsarbeit, blieben aber ohne Erfolg, da dem Sturm einfach nichts gelang. Kur; vor Schluß erhöhte Göbel auf 3:0, ein Tor, das für den Gästetorwart ebenfalls, wie auch die beiden anderen Tore, kaum haltbar war. Das Spiel wurde sehr fair ausgetragen, der Schiedsrichter (D e i s = Nauborn) amtierte korrekt, bei den Gästen gefiel übrigen der eifrige Mittelläufer sehr gut. Mit diesem Siege riß nun die Spielvereinigung 1900 wieder die Tabellenführung an sich. Hauptversammlung im 2. Gaubezirk Hessen der OT. Seine Hauptversammlung hielt am Sonntag zu Gießen der 2. Bezirk des Gaues Hessen, der im Raume Gießcn-Wehlar-Grünbcrg über 5000 Angehörige der Deutschen Turnerschaft in 34 Vereinen zusammenfaht. Die Vorsitzenden hörten den Iahresbericht des Bezirksvertreters, Uni* versitäts-Bureaudirektor Wilhelm Erle, Gießen, dessen Ausführungen auch den Freiwilligen Arbeitsdienst, das Notwerk dec deutschen Äugend und das Wehrturnen mit in die Betreuungsarbeit an der Turnerjugend einbezogen und in einer Würdigung der Lebensarbeit des l.De- zirksturnwartes Paul Schüler, Wetzlar, aus- klangen, der nunmehr 25 Iahre seinen Gaubezirk uneigennützig und erfolgreich geleitet hat. Seriin, 13-Iebruar iMmcrttanl(d)e Noten.............. Belgische Noten.......... ....... Dänische Noten Englische Noten ............ Französische Noten ...... Holläudische Noten .. .......... Italienische Noten................ Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, Ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noien Schweizer Noten................. Spanische Roten Ungarische Rote» Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener Hoesch Eisen—Söln-Neuessen Ilse Bergbau ............. Ilse Bergbau Genüsse Klocknerwerke ............. Mannesmann.Rühren . Mansfelder Bergbau Lberschles. flofsroerte........ Phöntr Bergbau Rheinische Braunkohlen .... Rhctnstahl................. Frontiun a. Jfl. äenui Schluß- für« Schlutzf. Abend- bSrs- Schluß- lurS Gchlußf. Mitlaa- börse Datum 11.2. | 13.2. 11.2. 13.2- 6% Deuiichc Reichsanleihe v. tULi 78.75j 78,75 78,75 79,13 6% ehe m.7% Dt.Reichsanl.v. 1929 94 93,75 93,5 93.9 6¥i% Doung Anieihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Abivs.-Schuid tnfi 81,5 81 81,9 81 AuSlos.-Rechten ............. 66,5 67,13 66 66,8 Deügl. ohne Auolos.-Rechte...... 6% efiem. 8% Hess. VolkSslaat 1929 9,3 9,55 9,1 9,65 iriickzahlb 102%) ............ Lberhessen Provinz-Anleihe mli 75,5 76 — 75,5 Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Cammelob I.An —- — 75 — leche Serie! mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bani 61 61,3 60,65 61 Goldpse. 13 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hnv.-Ban! 84,25 84,65 — ffiolbpfe. 16 unkündbar 616 19.36 6y,% ehem. 4’/2% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriese ..... 6'/z% ehem. 4'4% Rheinische 83,9 — — — 86,9 86,4 — — Hüp..Bank-Ltqu.-4% oesgi. von 1918 ........ — — — 6% abgeli. Goidmcxikaner von 99 6,4 6,5 6,45 6,7 4% Tsirkilche gollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Aniethe 5.45 5,5 5,4 5,4 Serie I .................... — —» — 5,7 4% vesgk. Serie II ............ 5.9 — 5,9 5,9 6% Rumän. vereinh. Mente v. 1903 7 6,9 — 6,8 4>/,%Runiän.oeretnh.Reniev.l91S 10,75 6,8 10,9 — 10,9 4% Rumänische vereinh. Rente .. 5,75 5,75 5,75 8%% Anatolier............... 25 24,75 24,9 25,25 Franksurt a.M. Berlin Gchluß- furd Schlußl. Abend- börs» Schuß« fürs Schluß!. Miilag« bör e Oaium 11-2. 13.2. 11.2. 13-2. Bereinigte Stahlwerke..... ... u 36,13 36,75 36,4 36,75 Otavi Minen ............ ... 0 15,75 16 15.9 15,9 Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 116 115,5 116 115,5 Kaliwerke Westeregeln..... ... 6 118 117 116,5 118 Kaliwerke Salzdetfurth .... ... 9 171 171 171,5 171,5 3. G. Farben-Industrle .... ... 7 107,75 109,25 108 110 Scheideanstalt............ ...10 154,25 157 — — Goldschmidt ............. ... 0 38,25 38,75 39 38,5 Rütgerswerke ............ ... 0 43,4 44,13 43,4 44,25 Metallgelellschast.......... ... 0 36 36 — 35,13 Philtvv Hol,mann........ ... 0 49,5 48,75 49,9 48,9 Hementwerk Heidelberg ... Zementwerk Karlstad!...... ... 4 ... 0 50,5 50 —- — Wahtz & Frehtag......... ... O 4,5 4,65 E— 4,5 Schultheis Payenhoscr..... ... 0 _ _ 101 103 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 39,9 39,5 39,5 39,25 Beniberg................ ... 0 48,5 47,5 47 46,65 Zellstoss Waldhos ......... ... 0 50 51 50,5 51 Hellstoss Aschassenburg .... ... 0 26,5 26,9 26,25 Dessauer Gaö............ ... 7 — 113,9 114,5 Daimler Motoren........ ... 0 23 24 24 24 Deutsche Linoleum ...... .. . 0 37,25 37,75 Crenficln & Koppel ...... ... 0 — 41,75 42 Leonhard Tietz.......... ... 6 38,5 38,5 38,25 38,25 Lhade................... ...in — 140 140 Mrihner................. ... 0 27,25 - vlainfrastwerke Höchst a.«. ... 4 69,5 142 - —- Süddeutscher Zucker ...... ... 8 - 142.5 142,5 ;trani!un u. ‘jji. Berlin Schluß« furd Schluß!. Abend- börse Gchluß- furs Gchlußf. Miiiaq- börse 11.2. 13.2. 11.2. 13.2. 17,5 17,5 17.75 17,5 — — — 39 — — — 32 18 17,9 18 17,65 11,5 42 41,75 41,9 97 97 97 97,5 53 53 53,5 53,5 72,25 72,25 72,25 72,25 61,5 61,5 61,5 61,5 148,5 151 150.25 150,9 27,5 27,4 27,4 27,75 81 81.5 81,5 81,75 93,25 93 92,75 93 52 53 52,5 53,13 79,75 79.4 79,5 79,65 98 99.75 101 — 86 88 85,75 88,5 131 134 131 134,25 116,5 117,5 116,25 117,5 48 48,5 48,65 48,75 90,5 91,5 90,13 91,75 — 60 59,65 59,65 86,5 — 87,5 88,9 — — 53,75 54,4 152 152 — 152 102,75 106 103 105 44,5 46,5 45 46,5 61 62 61 62 24,5 26 25 25,75 — — 69 70.5 35,9 36,5 36.13 36,5 194 194,75 194 196 75 75,75 75 76 11. Februar 13. Februar Amtliche c^eld Notierung Arie sämtliche Notierung Geld Srie Heisings ors.. 6,384 6,396 6,384 6,396 48,45 48,55 48,45 48.55 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest ... — —— Sofia...... 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland .... 169,03 169,37 169,03 169,37 Oslo....... 73,73 73,87 73.88 74,02 Kopenhagen. 64,19 64,31 64,29 64,41 Stockholm... 76,97 77,13 76,97 77,13 London ..... 14,42 14,46 14,45 14,49 Buenos Aires 0,823 0,837 0,833 0,837 Neuyork.... 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel----- Italien..... 58,54 58,66 58,55 58,67 21.51 21,55 21,51 21,55 Paris..... 16,43 16,47 16,43 16,47 Schweiz ... 81,19 81,35 81,19 34,52 81,35 Spanien.... 34,52 34,58 34,58 Danzig.... 81,72 81,88 81,72 81,88 Japan ..... 0,889 0,239 0,891 0,889 0,891 Rio de Ian. 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien Lissabon... 5,554 5,566 5,554 5,566 13,11 13,13 13,13 13,15 Geld »rief 4,20 4,22 58,39 58,63 63,92 64,18 14,41 14,47 16,39 16 45 168,66 169,34 21,42 21.55 73,70 74,00 — 2,46 2,48 76,80 77,10 81,01 81,33 34,38 34,52