JMtaU?17 Nr. 38 Erstes Blatt ^83. Jahrgang Dienstag, ^.Zebruar (955 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VniS und Verlag: vrühl'sche UniverfitälL-vuch- und Stetnöruderei R. Lange in Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchlllftraße Z. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm lföhe für Anzeigen von 27 mm Ereile örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re. klameanzeigen non 70 mm Ereile 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Vlumschein und für denAn- zeigenteil i.V.TH.Kümmel sämtlich in Dietzen. Erlcheint täglich, outzer Sonntags und Feiertags. Beilagen; Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im BUd Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mil 4 Beilagen IHM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. $ernfpred)anfd)lüfie unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe». Poftschectlonto: firanffnrt am Main 11686. Wiegeri. “‘^.Nangeg 1 Ngefhegen. 93n « vermutlich < wodurch die rx au . 'chivereKvvs. len er in der oct- 1 Universitätsklinik ter Gaswerk. .13. Seht, heute 2au befind, n I a g e des Gas- eine Explo. eines Gasreini« EkPlosion abg» n ebenfalls noch asten geschleudert, en gekommen. Es i, der durch Der« immunalobligaliontn. i Kurse infolge der ■ überwiegend etwas ,50 aus 109,25 v. h. larkte Allbcsitzanleihe erungcn bis zu 0,25 niedriger. Neubesitz- Wesitzanleihe 67,13, i.-Äahloemn-Aond» ibnnf=@oMommü- ch.-NassoiiischrLan- 1 86,90, Reichsbant rann 62, W 36,15, m. 27,40, 23, Licht & Kraft 93, 15 109,25, Lahmeycr inheich Stamm 99,75, reidcbiirse. gebt. Sie Getreide- Dilles Geschäft, unb verändert. Lediglich chcr. Das Angebot mbar von der Landgeübt tirrb. Das Joggenmehl sofort Futtermittel neig« ej sehr kleinem G-- e Tonne, afleä eizen 203,50 bis M te für Drauztvecke z 135; Weizenmcyl. mit Mtanliw«* ncM iöOproz. Lius- zenkleie 7,« Sojaschrot 10 bis 75 ■ Erdnußkuchen SoggenM * Kartoffeln.^ z 1,70 per oO mW Skie 64. H. 16 i*,» 81- J4^ 58,39 14,41 16-39 ifS>-b '51.42 73,70 2/6 7 80 It-38 48,15 12,465 3,057 169,°3 73.8! 64,2 76,9? 14.45 0,833 4,209 58.55 21,51 16,43 81- 9 34,52 81,72 0,889 0,239 5,554 13,13 d 48,55 12,485 3,063 169.37 74,02 64.4' 77.1 14,49 0,837 4,217 58,67. j 21,55 j 16,47 81,35 34,^ 81.88 0,891 0,241 5.5*6 13.15 Randnoten. Die langwierige Intendantenkrise des Berliner Slaatstheaters hat nun ihre endgültige Lösung gefunden — und zwar in einer Doppelführung, einer Zweiteilung der Vollmachten, die vom Generalintendanten i e t i e n schon seit langem erwogen wurde. Der Reichskommissar für das preußische Kultusministerium hat, wie schon gemeldet, den Generalintendanten des Deutschen Nationaltheaters in Weimar, Dr. Franz U l b r i ch , zum - Schauspielbirektor mit der Amtsbezeichnung „Intendant" und den Schriftsteller Hanns I o h st zum ersten Dramaturgen mit künstlerischen Vollmachten berufen. Damit wird die ursprüngliche Meldung von der Ernennung Iohsts zum Staatstheater- Intendanten mindestens formell eingeschränkt. Die Zweiteilung bedeutet aber keineswegs, wie mehrfach geäußert wurde, einen Verzicht auf den Dramatiker Johst, der unter den vielen Namen der Jntendantenliste an erster Stelle stand (während Ulbrich überhaupt nicht erwähnt wurde), denn Johst wird mit seinen großen Vollmachten zweifellos den entscheidenden Einfluß auf die künstlerische Leitung des Staatstheaters ausüben, während der neue Intendant hauptsächlich die geschäftlichen Angelegenheiten führen wird. Dr. Dlbrich wurde im Jahre 1925 als Nachfolger von Ernst Hardt nach Weimar an die ureigenste Stätte der Pflege und Lleberlieferung der Klassik berufen, und trotz seines stillen und zurückhaltenden Wesens ist er mit energischer und zielbewußter Arbeit den seinerzeit sehr schwierigen Theaterverhältnisfen des Landes Thüringen begegnet. Zeitweilig wurde i£m die wirtschaftliche Oberleitung aller thüringischen Landestheater übertragen; Dr. Ulbrich versuchte eine ausgedehnte Planwirtschaft durchzuführen, die aber nicht gelang. Da der Spielplan des Weimarer Rationaltheaters in erster Linie auf den Klassikervorstellungen aufgebaut war und sein Generalintendant unter Vermeidung aller Experimente dieses Prinzip konsequent durchführte und nur in großen Abständen, dann aber einwandfrei und erfolgreich ein modernes Drama zuließ, kann über seinen Wert und seine Eignung für die erste Bühne des Reiches kein Urteil gebildet werden, ehe die Ziele und der beabsichtigte Kurs bekannt sind. Wann der neue Intendant sein Amt antreten wird, ist nicht genau bestimmt, da sein Vertrag mit der thüringischen Regierung noch ein Jahr läuft, und diese über seine vorzeitige Entlassung bis jetzt keine Entscheidung gefällt hat. Dagegen wird Hanns I o h st seine künstlerisch entscheidende Stellung bereits in dieser Woche einnehmen. Der Dramatiker Johst ist mit seiner Schwungkraft und ehrlichen Begeisterung gewiß die denkbar beste Ergänzung für die stille, aber zähe Beharrlichkeit, die das Temperament bei Ulbrich ersetzt. Johst begann als Expressionist und war u. a. Mitarbeiter der linksradikalen Zeitschrift „Die Aktion". Später schwenkte er nach rechts ab, wurde Kulturpolitiker des „Völkischen Beobachter" und gehört zum engsten Freundeskreis Hitlers. Zu begrüßen ist es jedenfalls,.daß die leidige Jntendantenkrife, die den Ruf Berlins als Theaterstadt keineswegs verbesserte, nun endlich behoben wurde. Hoffentlich erfüllen die beiden neuen Männer die vom kritischen Publikum in sie gesetzten Erwartungen und führen das Berliner Staatstheater in sachlicher Arbeit und künstlerischer Unvoreingenommenheit zurück zu seiner früheren Stellung als eines der repräsentativsten Bühnen Deutschlands. * Wieder einmal ist deutschen Ingenieuren, Technikern und Arbeitern ein großer Wurf gelungen: sie haben aus dem 5100-Tonnen-Dampfer „Westfalen" die erste schwimmende F l ug - zeug-Jnsel der Welt geschaffen. Während man sich in Amerika über die Zweckmäßigkeit des Daus von „richtigen" oder „falschen" Flugzeug- Inseln streitet, ist man in Deutschland flugs an die Arbeit gegangen. Daß Deutschland nur an den Bau einer „falschen" Flugzeug-Jnsel^denken konnte, ist bei Berücksichtigung seiner Finanzverhältnisse klar. Die Insel ist also in Wirklichkeit nur ein für den besonderen Zweck umgebau- irr Dampfer, der im Südatlantik verankert wird, um als Stützpunkt für den wahrscheinlich noch in diesem Jahre perfekt werdenden Flugverkehr zwischen Europa und Südamerika zu dienen. Bon der Einrichtung eines luxuriösen Hotelbetriebes hat man vollständig abgesehen. Die Sachlichkeit, das Nüchterne dominieren. Man wird aus der „Westfalen" landen, die Benzinkanister ausfüllen, etwas Proviant an Bord nehmen und dann wieder starten können. Man wird auch die Möglichkeit haben, auf der Insel ein neues Flugzeug zu chartern, wenn die Maschine, mit der man öic Insel anflog, nicht mehr recht funktioniert. Es ist gut, seine Phantasie, angestachelt durch den Ufa-^ilm „FP 1 antwortet nicht", nicht allzu sehr schweifen zu lassen. Flugzeuginsel bedeutet T a n k- * rm e u.n $ Werkstatt auf hoher See. 22us ist nun das Charakteristische an der schwimmenden Insel? Welche besonderen Ein» richlungen sind vorhanden, welche Erfindungen Üud hier praktisch angewandt worden? Zunächst ist schon rein äußerlich der Auszug des Schiffes sonderbar. Es fährt einher wie eine Dame der achtziger Jahre, d. h. es zieht eine mächtige Schleppe hinter sich her. Der Laie wird dahin belehrt, daß diese Schlarpe ein Schlepp- se 9 e l sei, das den Flugbooten erlaube, auch bei höchstem Seegang glatt bei der Insel zu landen. Ein Kran befördert den Apparat an Bord. Der Start erfolgt durch Abschuß vom Katapult, und zwar soll das jetzt auf der „Westfalen" montierte so beschaffen sein, daß das Flugzeug mit unerhörter Geschwindigkeit Der Kampf gegen die Weltwirtschastskrisis. Oie Vorbereitung der Kriegsschuldenkonferenz von Washington. Englands Richtschnur. Macdonald zu dem Versuch einer Gesamt- Vereinigung bereit London, 13. Febr. (TU.) Der Kriegsschulden- ausschuß des englischen Kabinetts hielt am Montag seine fünfte Sitzung ab, an der auch der Washingtoner Botschafter Sir Ronald L i n d s a y teilnahm. Der Bericht über diese Besprechungen wurde am Nachmittag dem Gesamtkabinett vorgelegt. Im Unterhause ^klärte Ministerpräsident Macdonald auf die Frage, ob die Washingtoner Verhandlungen aus die Kriegsschulden beschränkt bleiben sollen, folgendes: „Die englische Regierung hat sich damit einverstanden erklärt, daß gleichzeitig mit den Schuldenverhandlungen zwischen England und Amerika auch die Welt- fragen erörtert werden, an denen beide Länder gegenseitig interessiert sind. Der Zweck der Verhandlungen besteht darin, den Handel wieder zu beleben und die Wohlfahrt der Welt wieder herzustellen. Die Regelung der Kriegsschulden ist zwar wichtig für die Wiederbelebung Des Welthandels, aber die englische Regierung hat stets anerkannt, daß auch andere wirtschaftliche und finanzielle Fragen der Erledigung bedürfen. England würde sich freuen, mit Amerika in einen das ganze Gebiet umfassenden Meinungsaustausch einzutreten. Auf die Frage des Oppositionsführers Lansbury, ob dem Hause eine Andeutung über d i e Art der von der englischen Regierung beabsichtigten Verträge gemacht werden könne, sagte Macdonald, er habe immer wieder erklärt, daß, soweit die Kriegsschulden in Frage kämen, die englische Regierung ein Abkommen mit Amerika anstrebe, das England die Fortsetzung seiner europäischen Politik ermögliche. Das von der Sachverständigenkonferenz aufgestellte Arbeitsprogramm für die Weltwirtschaftskonferenz umfasse die auch mit Amerika zu erörternden Fragen. • Die nunmehr dreiwöchigen Auseinandersetzungen über das Programm der in der Hoover- Roosevelt-Erklärung ange.ündigten englisch-amerikanischen Berhandlungcn haben zu einem*21 ad)- geben Englands in dem entscheidenden Punkt geführt. Das Ergebnis der Aussprache des eng- lisch:» Kabinetts mit dem Botschafter in Washington, der die Absichten Roosetel.s aus persönlicher Fühlungnahme kannte, wurde von Macdonald gestern im Unterhaus mitgeteilt: das Einverständnis der britischen ^Regierung mit einer gleichzeitigen Diskussion der K r i e g s s ch u l d e n f r a g e und der weltwirtschaftlichen Probleme. England ist bereit, mit Amerika in einen Gedankenaustausch über den Gesamtkomplex einzutreten. Das englische Kabinett hat sich also der vom Schatzkanzler Reville Chamberlain in öffentlichen Reden sehr entschieden vertretenen Abneigung gegen diese Verkoppelung zweier Probleme nicht angeschlossen. Eine sachliche Einschränkung des englischen Zugeständnisses kann freilich in der Erklärung Macdonalds erblickt werden, daß das von dem Sachverständigen» ausschuß für die Weltwirtschaftskonferenz ausgearbeitete Programm alles umfasse, was für die Verhandlungen mit Amerika in Betracht komme. Cs ist zu erwarten, daß im Rahmen dieses Programms Chamberlain mit um so größerer Zähigkeit seinen Standpunkt in den Amerika besonders interessierenden Währungs- und |3ollfragen verteidigen wird. Den Stützpunkt der englischen Haltung bildet nach wie vor die Reparationslösung von Lausanne, auf die Macdonald ebenso wie auf die neue englische Aktivität bei den Abrüstungsverhand- langen anspielte, wenn er die Hoffnung aussprach, daß die Einigung mit Amerika es England ermöglichen werde, seine europäische Politik fortzusehen. Hoover fordert wirtschaftspolitische Umkehr Europas. Washington, 13. Febr. (WTB.) Zur Feier von Lincolns Geburtstag hielt Präsident Hoover im Republikanischen Klub in Reuyork eine Ansprache, in der er von den schweren Schädigungen sprach, die der Weltwirtschaft durch die Länder zugefügt würden, die vom Goldstandard abgingen oder die Einfuhr durch Kontingentierungen erschwerten. Insgesamt hätten 44 Staaten die Goldwährung aufgegeben oder den Goldverkehr scharf eingeschränkt, und die Welt treibe durch Deberflutung mitbilligenExportwaren. durch Vox - z u g s t a r i f e und durch Quotensysteme einer Erschütterung des ganzen Weltwirtschaftsgebäudes zu. Die Vereinigten Staaten von Amerika behandelten alle fremden Staaten in gleicher Weise, und ihre Zölle seien, wenn man die Herstellungskosten der anderen Länder in Gold umrechne, niedriger als die der meisten ausländischen Staaten. Amerika könne sich nötigenfalls schützen, aber es werde niemals die Goldwährung verlassen, da das seinen vollkommenen Ruin bedeuten würde. Hoover richtete sodann einen Appell an das Ausland, baldigst wieder, wenn auch nicht notwendigerweise in der früheren Höhe, zum Goldstandard zurückzukehren. Die Welt brauche eine mutige, energische Zusammenarbeit, wenn nicht die ganze Zivilisation zusammenbrechen solle. Eine Streichung oder Revision der Kriegsschulden würde an sich die Weltwirtschaft nicht beleben. Außerdem könnte Europa feine Schulden bezahlen, wenn es weniger für Rüstungen ausgäbe. Er gebe jedoch zu, daß der Transfer Schwierigkeiten mache, und sei daher für den Vorschlag empfänglich, Zahlungen der Alliierten zu einem Spezi a l f o n d s zu benutzen, durch den die Rückkehr zum Goldstandard erleichtert würde. Wenn aber Europa nicht zum freien Goldverkehr zurückkehre, so treibe es Amerika in völlige Isolierung und die ganze Welt zum wirtschaftlichen Ruin. Das Unrecht des polnischen Korridors. Englische Stimmen zum Hitler-Interview. Berlin, 13. Febr. (TD.) Zu der int „Sunday Expreß" erschienenen angeblichen Unterteilung mit dem Reichskanzler Hitler wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß verschiedene Aus - f ü h r u n g e n, die dem Reichskanzler in den Mund gelegt würden, nicht gefallen seien. Die Dnterredung sei dem Obersten Etherton als Vertreter der „Daily Mail" und der ihm an- geschlossenen Presseorgane bereits am 7. Februar schriftlich übergeben worden. Die Art der Veröffentlichung entspreche nicht den Abmachungen. ♦ Die Erklärung Hitlers, daß der polnische Korridor an Deutschland 3 u r ü tf gegeben werden müsse, wird vom „Daily Expreß" in großer Aufmachung kommentiert. Hitlers Forderung schasse eine Lage von allererster politischer Bedeutung, indem sie die umstrittenste und gefährlich st e Frage der europäischen Politik direkt in das Scheinwerferlicht der Welt [teile. Die Reden des Parteiführers Hitler könnten, so schreibt das Blatt, vom offiziellen Deutschland ignoriert werden. Aber die Erklärung des Reichskanzlers Hitler sei eine Forderung, d i e nicht unbeachtet bleiben werde. Dadurch sei die Frage ein internationales Problem. Ost preußen sei immer noch vom ganzen übrigen Deutschland durch einen von Polen verwalteten ßanbftreifen abgetrennt. Der Hafen von D a NL i g sei vom industriellen Deutschland abgeschnitten. Das umstrittene Land des polnischen Korridors sei von Leuten bewohnt, die in übermal- tigenber Mehrzahl Deutsche seien. 13 Jahre lang sei ber Protest Deutschland gegen bie Regelung ber Ostgrenze stetig gewachsen. Polen I selbst habe keine Illusionen über bie Schwierigkeiten | gehabt, ben Korribor aufrechtzuerhalten. Es habe Riesen summen für eine Armee aus- gegeben, bie jeber beutschen Aktion widerstehen könne solange Deutschlands militärische Stärke durch die Abrüstungsklausel des Versailler Vertrages gefesselt bleibe. Frankreich habe seinerzeit durch seine Anleihepolitik der goldenen Kugeln in Osteuropa einen Ring von Ländern aufgebaut, die Polen gegen Deutschland unter ft ü ft - t e n. Das Echo in Warschau. Die Negierung wartet ab. — Tie Ocsfcnt- tichtcit nervös. Warschau, 13. Febr. (TD.) Wie an zuständiger Stelle versichert wird, beabsichtigt die polnische Regierung nicht, amtlich zu der Dnterredung des Reichskanzlers mit dem Vertreter des „Sunday Expreß" Stellung zu nehmen, da die Regierung diese Dnterredung nicht als amtliche Erklärung auffaßt. Während also die Warschauer Kreise sich mehr abwartend verhalten, ist die R a t i 0 n a l d e m 0 k r a t i e unter dem Eindruck der Kanzlererklärung offensichtlich nervös geworden. So kritisierte ein national- demokratischer Abgeordneter am Montag im Sejm die Außenpolitik der Regierung. Inzwischen sei es soweit gekommen, daß Reichskanzler Hitler eine beispiellose Erklärung wegen des Korridorgebietes abgegeben habe. Die Rationaldemokratie erklärte, das polnische Volk werde den Korridor verteidigen und keine Handvoll polnischer Emde abtreten. In einer Entschließung bringt die nationaldemokratische Sejmfraktion zum Ausdruck, daß die Kanzlererklärung den Frieden der nächsten Zukunft gefährde. in die Luft geschossen werde. Was das heißt, geht aus folgendem hervor: Eine der gebräuchlichen Ozeanmaschinen wiegt 330 Zentner. Soll das Flugboot vom Katapult richtig starten, dann muß es einen „Abstoß" erhalten, der es ihm erlaubt, in zwei Sekunden auf 150 Stundenkilometer zu kommen. Diese Geschwindigkeit wird jetzt auch erreicht. Die Firma Heinkels baut die Startvorrichtungen der „Westfalen". Die Energiequelle ist Preßluft. In wenigen Tagen wird man die schwimmende Insel „Westfalen", die sich gegenwärtig auf einer Probefahrt längs der englischen Küste befindet, um ihre Seetüchtigkeit, Widerstandskraft, Schlepp- segel und Katapulte zu erproben, den Vertretern der deutschen Presse vorführen. Dann wird sich Gelegenheit bieten, die Leser genau über die Dnterkunftsräume der Bewohner, über die Werkstätten, über die Lage der Benzin- und Wassertanks, über die Radioanlagen, über die meteorologische Station und über die „Vergnügungs- möglichkeiten" der Insel zu informieren. Bewährt sich die „Westfalen", dann wird mancher in Hamburg oder Bremen oder Lübeck oder Kiel verrostende Kahn, für den es keine Fracht mehr gibt, von der „Kette losgemacht" und dem Leben wiedergegeben werden können. Oer Lleberwachungsausschuß erneut aufgeflogen. Berlin, 14. Febr. (VDZ.) Unter Beteiligung der Vertreter aller Parteien trat der Reichstagsausschuß zur Wahrung d^r Rechte der Volksvertretung unter dem Vorsitz des Abg. Löbe am Dienstagvormittag wieder zusammen. Als Löbe die Sitzung für eröffnet erklärte, setzte bei den Rationalsozialisten tosender Lärm ein, der minutenlang andauerte. Löbe gelartg es nicht, eine Erklärung vor dem Ausschuß abzugeben. Abg. Dr. Frank II. (Ratsoz.) erklärte: Ich stelle fest, daß der Vorsitzende nicht imstande ist, die Sitzung zu leiten, weil die größte Fraktion des Hauses und damit die Vertreterin des deutschen Volkes es nicht dulden wird, daß ein Marxist und Verleumder weiter die Ausschußverhandlungen leitet. Da der Vorsitzende somit verhindert ist, den Ausschußvorsih zu führen, übernehmeich als stellvertretender Vorsitzender die Leitung der Verhandlungen. Dr. Frank begab sich zu dem Platz des Vorsitzenden. Die Vertreter der Sozialdemokraten und Kommunisten verließen darauf den Saal. Dr. Frank eröffnete darauf nochmals die Sitzung, und zwar mit einem Rachruf für diie Opfer der Katastrophe von Reunkirchen. worauf er die Sitzung des Ausschusses zum Zeichen der Trauer für geschlossen erklärte. Die Sozialdemokraten und Kommunisten wurden, als sie den Saal verliehen, von den Rationalsozialisten beschimpft. Der Abg. M 0 r a t h (D. Dp.), der sich gleichfalls der Ausgangstür genähert hatte und eine Zigarre rauchte, wurde von einem nationalsozialistischen Abgeordneten tätlich angegriffen. Er erhielt einen Faustsch 1 ag in den Rücken. Als er sich das energisch verbat, wurde er von den Nationalsozialisten aus dem Saal gedrängt. Dnter allgemeiner Dnruhe gingen die Ausschuhmitglieder auseinander. Protest der Deutschen Dolkspartei. B e r (i n, 14. Febr. (VDZ.) Der Führer ber Deutschen Volkspartei Dingelbe y hat nach Bekanntwerben ber Vorgänge im Uebcrwachungsausschuß bes Reichstags sofort beim Reichstagspräsi- benten Göring unb beim Vorsitzenden ber nationalsozialistischen Reichstagsfraktion, bem Reichs- innenminiftcr Dr. Frick, telegraphisch schärfsten Einspruch erhoben unb volle Genugtuung für bie Mißhanblung bes Abg. Morath durch nationalsozialistische Abgeorbnete verlangt. Reichsausschußtagung des Gewerkschastsringes. Berlin, 10. Febr. (TD.) In der 14. Reichs- ausschußtagung des Gewerkschaftsringes betonte der Vorsitzende der freiheitlich-nationalen Gewerkschaften, Gustav Hartmann, die Rot- Wendigkeit zur Sammlung aller Kräfte innerhalb der Arbeitnehmerschaft unter Beiseitestellung alles dessen, was trennend wirken könnte. Der Generalsekretär des Gewerkschaftsringes, Ernst Lern m er, erklärte: Der Gewerkschaftsring habe alle Bestrebungen zur Behebung der Arbeitslosigkeit unterstützt, die Durchführung der Randsiedlung gefördert und sich für Maßnahmen eingesetzt, die die Siedlung als solche bezwecken. Die Organisationen des Gewerkschaftsringes seien sowohl bei der Durchführung des Freiwilligen Arbeitsdienstes, als auch am Rotwerk der deutschen Jugend beteiligt. Den Bestrebungen, die sozialen Rechte der Arbeitnehmerschaft in bedenklicher Weise zu beschneiden, müsse mit ganzer Willenskraft entgegengetreten werden. Es fan- rat nb race lauft, um lieb das . er Die das ncll Aur 3 ort um- aus ein war. urbe Ulan egen über des ■iftifl enem 1 ohlen ■ Sreu- c zur 1 chluß schick'. agcr ; 1. Die 1 igenb- orben. I äume. a 200 wirb. ' sachfen Haus i bürge- ager » eben- I ng fin- i nähen, I .'n Ar- ! kochen, . ürforge > ozialen I n junge j ben sich i lächsten i lich er- hiesige t durch ng mit : )cr weit hinaus • rnwerke, urts - nfte um ia" er» 925, be* eS Ver- ,rüg zum .'hört seit Lahntal- deS Ge» >ie „Calder, der Songes- bend baS mkte für ! hat hier id leider *rt. Zwei en Man- LebenS- erstor- Hausen n Huf- an dessen and wei- erc Wet- unb nach t. Durch illerdings die über • ergiebige südlichen rden oben Druck wolkigem ichen sich s, später- Rieder- nftig unb > trocken. Vielfach Tag unb jen mild, 10,8 Grad morgens Minimum in 10 cm 9. März: e 0,0 mm. ben bann drei Entschließungen Annahme, in be* ncn es u. a. heißt, Schlichtungswesen, Tarifrecht, kollektives Arbeitsrecht, Sozialversicherung unb staatlicher Arbeitsschutz gehören zum Wesen einer hoch entwickelten Staatsorbnung. Der frei» heitlich-nationale Gewerkschaftsring lehnt beshalb alle Pläne auf Minderung bes Aufgabenbereiches bes Reichsarbeitsministeriums ober dessen völlige Auflösung entschieben ab. Weiter wirb geforbert Herabsetzung der Altbaumieten auf 100 Prozent der Friedensmiete, Senkung der Reubaumieten, erweiterter Schuh für erwerbslose Mieter, verstärkte Bereitstellung öffentlicher Mittel für den Wohnungsbau. Schaffung eines sozialen Mietrechtes. Das stanzöslscheFinanzprogramm von der Kammer angenommen. Eine Krisensteuer —Schwierigkeiten im Senat. Paris, 13. Febr. (WTB.) Die Kammer hat die viel umstrittene Einführung der Krise n st e u e r beschlossen. Eine Sondersteuer soll für das laufende Iahr von allen F e st b e s olde t e n, in öffentlichen Diensten und privaten Betrieben beschäftigten Gehaltsempfänger und Angehörigen der freien Berufe erhoben werden, die alle über 2 0 0 0 0 Franken hinausgehende Bezüge erfaßt und prozentual gestaffelt ist. Die Staffel beträgt 2 bis 10 Proz. Darauf wurden die g e s a m- te n Finanzprojekte der Regierung mit 356 gegen 215 Stimmen angenommen. Die verabschiedeten Entwürfe sollen bringen durch Struerkontrolle 901 Millionen Franken, Steuereinnahmen 1313 Millionen, verschiedene Einnahmequellen 1025 Millionen, Herabsetzung der Ausgaben 2023 Millionen, im ganzen also über 5 Milliarden Franken. Wenn man die im 3uü vergangenen Iahres verabschiedeten Steuer- und Einsparungsmaßnahmen hinzurechnet, ergeben sich innerhalb acht Monaten 15 Milliarden Franken für Ausgleich des Budgets. Die von der Kammer verabschiedeten Finanzgesetzes angenommen, der die Herabsetzung Senats zur Beratung gelangen. Man nimmt an, daß der Senat Aenderungen vornimmt, so daß der Entwurf nochmals zur Beratung a n die Kammer zurückgehen mutz. Die zu erwartenden Abänderungen dürften sich vor allem auf die Ärt Jen ft euer beziehen, deren gerechtere Berteilung die Mehrheit des Senates jedenfalls fördern wird. Infolgedessen dürften sich Schwierigkeiten innerhalb der Regierungsmehrheit ergeben, die erst überwunden werden müssen, wenn ein Ausgleich zwischen Kammer und Senat zustande kommen soll. Aus aller Welt. Autounglück bei Kaiserslautern. — (Ein Toter, fünf Schwerverletzte. Ein mit sieben Personen besetztes Auto geriet bei der Kaiserslauterner Kaserne an einen Straßenbaum und überschlug sich. Die in dem Auto befindlichen sieben Personen konnten nur durch Aufschneiden des Daches des Autos herausgeholt werden. Sechs hatten schwere Verletzungen erlitten und mußten ins Krankenhaus verbracht werden. Ein drei Jahre alter Knabe erlag kurze Zeit nach dem Unfall den erlittenen Verletzungen. Jünf Jahre Zuchthaus für tödliche Mißhandlung des eigenen Kindes. Das Schweidnitzer Schöffengericht verhandelte gegen den Schneider Koch, der der schweren Körperverletzung mit tödlichem A u s g a n g, begangen an seinem eigenen dreijährigen Sohn angeklagt war. Koch hatte den kleinen Karl Heinz durch Schläge mit einem Militärkoppel so schwer rnihhandelt, daß bald darauf der Tod eintrat. Der wiederholt vorbestrafte 28jährige Angeklagte ist ein ehemaliger Fürsorgezögling, der mit seiner Frau unb fünf Kindern schon seit langer Zeit auf Wohlfahrtsunterstützungen angewiesen ist. Zeugen bestätigen, dah Koch und seine Frau ihre Kinder fortgesetzt schwer geschlagen haben. Die Gerichtsärzte stellten bei der Leichenöffnung fast 200 Zeichen alter dber kurz vor dem Tode erfolgter Mißhandlungen fest. Koch wurde wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang zu fünf MUWliWkWU Roman von GertRothberg. tälrheberschuh durch C. Ackermann. Romanzentrale Stuttgart.) 28 Fortsetzung Nachdruck verboten. Achtzehntes Kapitel. Drei Viertel sieben Uhr! Otty lief rasch hinüber in Edelgardes Zimmer. Es war leer. Das junge Mädchen atmete hastig und schwer. Es war keine Zeit zu verlieren. Sie warf das große Tuch um, das dort auf dem Stuhl lag unb Edelgarde gehörte. Dann jagte sie die Treppe hinunter. Draußen rieselte noch immer ein feiner Regen zur Erde nieder. Es war still und menschenleer im Park. Und dort, dort war die Ruine. Endlich war Otty da, leise drückte sie auf den Griff der alten Holztür. Die Tür war auf: Edelgarde war also da! Rasch entschlossen trat Otty ein. Ihre Hand umklammerte den kleinen Revolver, der seit Jahren in ihrem Besitz war. Ihr Schritt hallte unheimlich auf den Steinfliesen. Otty ging noch ein Stück weiter, sie mußte bald an der Brüstung sein, sie kannte ja das Innere der Ruine auch ganz genau. Sie griff nach der Taschenlampe, knipste sie ah, und im selben Augenblick hörte sie ein heiseres Lachen, ein Paar Hände griffen nach ihr. „Ehebrecherin!" Im Schein der kleinen Lampe sah Otty das ab- gewuchtete Gitter. Sie wich zurück, doch Edels Hände hatten unheimliche Kraft. „Edel, ich —" Ottns Stimme gellte durch den Raum. Ihre Hände griffen nach Edel in Todesangst, rissen sie mit sich. Dann war alles still. Dunkel und schwer hing der Himmel über der alten Ruine. Unentwegt regnete es, und die Eule im Gemäuer schüttelte sich und blinzelte mit licht- losen Augen. Joseph Wimpert wartete auf seinen Herrn. Der kam jetzt mit raschen Schritten aus der Halle des kleinen Bahnhofs und blickte erstaunt auf Wimpert, der neben dem Chauffeur wartete. „Nanu, Wimpert, soviel Liebe bin ich doch gar nicht gewöhnt? Wie kommt das auf einmal?" Jahren Zuchthaus unb fünf Iahren Ehrverlust verurteilt. Lin Freund Lindberghs von Räubern enkführl. Wie aus Denver (Colorado) gemeldet wird, überfielen zwei Räuber den reichen Bankier Charles Böttcher, einen Freund Lind- b e r g h s, als er mit seiner Gattin von einem Besuch heimkehrte. Böttcher wurde im Kraftwagen von den Banditen entführt, nachdem seiner Frau vorher ein Zettel ausgehändigt worben war, in dem es heißt, daß ber Äeberfallene ermordet werben würde, wenn nicht 60 000 Dollar Löse geld gezahlt werden. Die Polizei, die sofort umfangreiche Ermittlungen aufnahm, nimmt an, daß die Räuber Böttcher in das unwegsame Gebirge entführt haben, wo die Spritschmuggler grotze unterirdische Schlupfwinkel besitzen, die gut befestigt sind. Der Vater bes entführten Bankiers hat eine Belohnung in Höhe von 5003 Dollar für bie Oluf» finbung seines Sohnes ausgesetzt. Französischer Bürgermeister ordnet Mobilmachung an. Schon vor einigen Monaten hatte der Bürgermeister einer größeren Ortschaft in Ostfrankreich in falsch verstandenem Uebereifer die Mobilmachung in seinem Dorfe angeordnet, was sich bann als Irrtum herausgestellt hatte. Das gleiche ist, wie bie Pariser Morgenblätter berichten, jetzt dem Bürgermeister von Grisy-sur-Seine bei Prooins passiert. Dort wurden im verschlossenen Umschlag bie für den Fall der Mobilmachung vorbereiteten Schriftstücke verteilt. Der Büraermeister hielt dies für eine Aufforderung zur Mobilisierung selbst und ließ diese ben Bestimmungen gemäß durch einen Trommler im Dorfe ankündigen, was unter der Bevölkerung große Erregung auslöste. Erst nach zwei Stunden konnte der Irrtum aufgeklärt werden. Großfeuer bei Chikago. Wie aus Chikago gemeldet wirb, zerstörte ein Großfeuer einen auf ber Gänseinsel gelegenen siebenstöckigen Getreidespeicher, der 1 630 000 Dushels Weizen enthält. Der Schaden beläuft sich auf etwa 4 Millionen Mark. 300 Feuerwehrleute bekämpften mit 26 Spritzen den Brand und verhinderten das Llebergreifen auf benachbarte Speicher. Die Löscharbeiten wurden durch die große Kälte — 25 Grad Celsius unter Rull — sehr erschwert. Spende für die winkernolhilfe. Wie wir erfahren, hat die Firma Kaisers Kaffeegeschäft G. m. b. H. zu Viersen (Rheinland) wiederum eine Anzahl Waggons Lebensmittel für die Zwecke der Winterhilfe in den Städten ihrer Niederlassungen gespendet. Aus der provinzialhaupistadt. Zuschuß zur Instandsetzung von Wohnungen. Don der Stadtverwaltung wird uns geschrieben: Die Reichsregierung hat erneut einen Betrag von 50 Millionen Reichsmark zur Gewährung von Zuschüssen für bie Instandsetzung von Wohn- gebäuben, bie Teilung von Wohnungen unb ben Ilmbau gewerblicher Räume zu Wohnungen als 2. Rate bereitgestellt. Für bie Dergebung ber Mittel gelten bie bisherigen Bestimmungen mit den unter dem 30. Januar 1933 durch den Hessischen Minister des Innern bekanntgegebenen Aenderungen. Die wichtigsten Aenderungen sind folgende: Die Arbeiten müssen spätestens am l.Iuli 1933 vollendet fein; nach den früheren Bestimmungen sollten die Arbeiten erst am l.Ia- nuar 1934 beendet sein. Ein Aeichszuschuß wirb nur gewährt, wenn dir Kosten für bas einzelne Grunbstück minbestens 100 Mk. (statt bisher 250 Mark) betragen. Als Neuerung gegenüber den früheren Bestimmungen gilt bie Erweiterung, daß nunmehr auch bie völlige Instanbsetzung einer leeren Wohnung für bie Bezuschussung vorgesehen werben kann. Hierbei können bie im Monat Ianua- 1933 hergestellten Wohnungen noch nachträglich berücksichtigt toeyben. Für bie Verteilung ber Mittel ist der Gesichtspunkt maßgebend, dah gerade jetzt in den Wintermonaten Arbeit geschaffen wird; deshalb ist bei Genehmigung ber Anträge immer ber Zeitpunkt ausschlaggebend, an bem der Hausbesitzer nach seiner Erklärung mit den Arbeiten beginnen will. Die Arbeiten, die sofort begonnen werden können, werden also bei ber Genehmigung der Darlehensanträge bevorzugt behandelt. Die Einhaltung dieser Bedingungen wird nachgeprüft. Für die Stadt Gießen steht vorerst noch eine Summe von 15 000 Mk. zur Verfügung. Es wird im Interesse der Arbeitsbeschaffung an alle Hauseigentümer, die bereits eine Zusage für die Gewährung eines Darlehens besitzen, sowie auch diejenigen, die beabsichttgen, von der Inanspruchnahme der Zuschüsse Gebrauch zu machen, die dringende Ditte gerichtet, recht bald mit der Durchführung der Arbeiten beginnen zu lassen, damit dem notleidenden Handwerk auch jetzt schon eine fühlbare Entlastung zukommt. Aoihilfe für Neunkirchen. Ein unermeßliches Unglück ist über die Stadt Deunkirchen unb ihre Bewohner, einer Raturkatastrophe gleich, hereingebrochen. Roch unübersehbar sind bie Schaben an Leib unb Leben unb bie Verwüstungen, bie bas Unglück angerichtet hat. Unfagbareä Leib lastet auf ben von bem Unglück betroffenen Familien. Uns allen brängt sich bie heilige Pflicht auf, mitzuhelfen unb mitzuwirken, ein jeder nach feinen Kräften, daß sich zu ber seelischen Rot ber Betroffenen nicht noch bie leibliche Not gesellt und daß allen Familien, bie burch die Katastrophe betroffen wurden, rasche und wirksame Hilfe zuteil wird. Ohne Unterschieb ber Parteien unb Konfessionen rufen wir auf, schnell und aus- reichenb zu helfen. Die Verwaltung unb Verteilung ber Spenden wirb burch einen Ausschuß, an dessen Spitze ber ßanbrat bes Kreises Ottweiler, bie Stadtverwaltung Reunkirchen unb ein Vertreter der Regierungskommission stehen, gemeinsam mit ben Unternehmer- unb Arbeiterorganisationen, Vertreter der Belegschaft der Reunkircher Hütte und Vertretern der charita- tiven Verbände vorgenommen werden. Ueber die Spenden wird öffentlich quittiert. Die Regierungskommission des SaargebietS. Die Staatlichen und Kommunalen Körperschaften des Saargebiets. Die politischen Parteien des Landesrates. Die Organisationen der Unternehmer und Arbeitnehmer. Die Dergwerksdirektion Saarbrücken. Die Beamten- unb Angestelltenverbände. Die charitativen Verbände des Saargebiets. Aviv gegen die Straßenbahn. An der Einmündung des Wiesecker Weges in die Marburger Straße ereignete sich gestern gegen 21.45 Uhr ein schwerer Verkehrsunfall. Ein Frankfurter Kraftwagen, von Dr. Schönwandt gesteuert, fuhr in Richtung nach der Stadt zu die Marburger Straße herab und stieß, da im gleichen Augenblick die Straßenbahn aus der Marburger Straße in den Wiesecker Weg einbog, mit großer Wucht gegen die Straßenbahn, so daß der Lenker des Autos und feine Frau durch die Windschutzscheibe geschleudert wurden unb schwere Verletzungen erlitten. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz brachte bie Verunglückten sofort nach ber Chirurgischen Klinik. Frau Schönwanbt trug eine schwere Kopfverletzung bavon unb würbe in. bewußtlosem Zustande eingeliefert, sie hat inzwischen das Bewußtsein aber toiebererlangt Dr. Schönwanbt erlitt einen Unterkiefer- unb einen Rafenbeinbruch, sowie Schnittverletzungen im Gesicht. Spende für die Winiernoihilfe. Von ber Geschäftsstelle ber Gießener Winternot- hilse wird uns folgende neue Spende mitgeteilt; Bäckermeister Katz, Neustabt 14, 50 Laibe Brot. Daten für Dienstag, 14.Februar. 1468: Johannes Gutenberg, ber Erfinber ber Buchdruckerkunst, in Mainz gestorben. — 1779: ber englische Seefahrer James Cook aus Hawai ermordet. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 14. Febr. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter Pfund 1,10; ßanbbutter 1,00 bis 1,10; Kochbutter 80; Achern hatte es in einem humoristischen Ton gesagt. Jetzt aber sah er genauer in bas Gesicht des alten, treuen Dieners, sah, baß dieses Gesicht grau und eingefallen war und stutzte. „Hallo, Wimpert, ist. etwas passiert?" „Ja, gnädiger Herr. Es ist etwas passiert." Achern packte den Alten am Arm. „Buchstabiere mir nicht alles nach, sprich!" „Gnädiger Herr, die gnädige Frau und das gnädige Fräulein aus Berlin sind seit gestern abend verschwunden. Das gnädige Fräulein ist noch kurz vor sieben Uhr gesehen worben. Wir haben bie ganze Nacht gesucht. Und da haben wir eine furchtbare Entdeckung gemacht: in ber Ruine ist bas Gitter gewaltsam entfernt, die Bretter vom Wasserschacht fort." Acherns Gesicht wirkte unheimlich in seiner tiefen Blässe. „Haben Sie etwas gefunden?" „Nein, gnädiger Herr. Da Ihre Ankunft auf heute früh festgesetzt war, haben wir noch nichts weiter unternommen." „Wimpert, wie töricht! Man konnte Ihnen längst helfen, wenn —" Wimpert senkte den grauen Schädel. Er sah seinen Herrn nur an. Das Auto sauste jetzt dahin. Acherns Augen suchten das Schloß. Seine Zähne knirschten auseinander. Was für eine Tragödie hatte sich während seiner Abwesenheit dort abgespielt? Endlich waren Sie da. Achern sprang als erster aus dem Wagen, lies ohne ein Wort dem Park zu. Die anderen folgten ihm. Herr Augsten unb seine Töchter waren gerufen worben. Sie liefen jetzt inmitten ber Dienerschaft ber Ruine zu. Dort stauben ber Inspektor unb ber Hauptwachtmeister ber in ber Nähe stationierten Polizeiwache. Stricke, Leitern waren zur Stelle. Der Brunnenbauer mit Gehilfen war eingetroffen unb schickte sich eben an, in ben Schacht zu steigen, benn er war als einziger schon einmal bort unten gewesen, als Herr von Achern, ber alte Herr, noch lebte. Mit starren Augen blickte Harry von Achern auf das Gitter. Der Beamte sagte: „Es wird schnell aufgeklärt werden, wenn wir erfahren, wer ben Befehl zur Entfernung bes Gitters gegeben hat. Dann haben wir ja ben Anhaltspunkt." Achern sah ihn an. Dann fragte er: „Sie sind Überzeugt, daß hier ein Unglück geschah?" Der Beamte schüttelte den Kopf. „Nein, es geschah wohl ein Verbrechen." Achern bäumte sich auf bei ben harten, sachlichen Worten. „Ein Verbrechen? Wer soll —?" „Der, ber bas Gitter wegbringen ließ." Wieder die ruhige, mitleidlose, jachliche Stimme, bie Achern alle Nerven aufreizte. Aver er sagte nichts mehr. Die Männer waren seit etwa einer Stunde im Brunnen. Der Abstieg war sehr schwierig und mit Lebensgefahr verbunden. Als endlich ein Zeichen von unten ertönte, traf gerade bie Staatsanwaltschaft ein. Nach Verlauf einer qualvollen langen Wartezeit, in ber Achern ein ihn peinigenbes Verhör zu besteht hatte, legte man bie zwei Frauen auf die Steinsliesen des alten Turmes. Tot! Achern sah erschüttert auf diese beiden Gestalten, die ihm so vertraut gewesen unb nun so fremb waren mit ben starren, verschlossenen Gesichtern. Ein Unglück konnte es boch nur gewesen fein, benn wer hätte ein Interesse daran haben können, bie beiden jungen Geschöpfe umzubringen? Das Gitter! Nein, es war kein Unglück, es war — ein Verbrechen! Aber wer? Wer? * Die nächsten Tage vergingen für Achern in Aufregung unb Trauer. Aber am meisten schmetterte ihn bie Erkenntnis nieber, daß Ebelgarbe bas Gitter hatte entfernen lassen. Somit war einroanbfrei fest- gestellt, daß sie bie Schuldige war und ihre Freundin das Opfer. Aber warum? Was für ein Grund lag für diese entsetzliche Handlung vor? Die Behörde fand nirgends einen Beweis für diese Annahme. So blieb nur noch übrig, daß die kranke Frau ihrem Leben ein Ende machen wollte unb bie Freunbin, bie sie vielleicht im letzten Augenblick zurückzuhalten versuchte, mit in bie Tiefe riß. Diese Annahme schien nach Lage ber Dinge bie natürlichste zu sein. Die alte Ruine behielt ihr Geheimnis. Achern kam erst zur vollen Besinnung, als alles vorüber war. Ebelgarbe ruhte in ber Gruft von Gollwern. Ihr Vater hatte bas fo gewünscht, unb Harry hatte sich ohne weiteres gefügt. Otty Weilers sterbliche Reste waren nach Berlin übergeführt worben. Matte 20 bis 25; Wirsing (gelb) 10; Wirsing (grün) 15; Weißkraut 8 bis 10; Rotkraut 10; gelbe Rüben 10 bis 12; rote Rüben 10; Spinat 25; Unter-Kohlrabi 6 bis 8; Grünkohl 15; Rosenkohl 25; Feldsalat 1,20 bis 1,50; Zwiebeln 10; Meerrettich 30 bis 50; Schwarzwurzeln 25 bis 30; Kartoffeln 3; Aepfel 18 bis 30; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 45; junge Hähne 70 bis 90; Suppenhühner 70 bis 80; Rüsse 40; Tauben Stück 40 bis 60; Käse 5 bis 10; Eier 10; Blumenkohl 30 bis 60; Salat 25 bis 30; Endivien 15 bis 30; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 30; Kartoffeln Zentner 2,50 Mk. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 19.30 bis 23 Uhr, „Der Rosen- kavalier". — Oberhessischer Kunstvcrein: Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr, Gedächtnis- Ausstellung Walter Gramatte. — Hotel Bayrischer Hof: 16 und 20.15 Uhr, Lichtbilder-Vortrag über Radium. — Damenvereinigung 1883—1933: 20 Uhr, „Zum kühlen Grund", Kräppel-Kaffee. — Lichtspielhaus Äahnhofstraße: „Eine Stadt steht Kopf". ** Schülerwettschreiben in Deutscher Einheitskurzschrift. Man teilt uns mit: 2lm Sonntag, 5. März, um 10 Uhr findet im Schulgebäude der Oeffentlichen Handelslehranstalt und der Kaufmännischen Berufsschule, Liebigstratze 16, ein Schnellfchreiben für Schüler Gewlnnauszug 5. Klasse 40. Preub.-Ssidbeulsche (266. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 3. Ziehungstag 10. Februar 1933 Sn ber heutigen Vormittagszkehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 10 »etoltme m 10000 90L 30407 43301 65172 209198 337275 4 e.tomn« zu 5000 M. 295279 346680 10 ©etoinne »u 3000 SU. 47647 155329 193509 381453 391175 54 ©»Winne mi 2000 M. 141330 176298 221628 275440 313837 361511 168248 206507 233329 136926 175966 210892 272046 313482 354288 145482 185444 230289 304033 315363 373117 148633 188138 232173 157025 201521 236141 ----------- 942 10943 19729 25843 42969 62842 95982 99945 104197 111834 114067 161935 181441 184846 216454 225082 248795 249555 259521 294695 305663 308428 308828 310526 328235 360036 334687 106 ©etoinne m 1000 M. 4381 8272 16693 18408 27648 31935 37137 38201 47279 47713 54460 70905 84413 92742 103417 112685 116210 119865 125084 304261 306503 313105 331905 332932 348545 377119 188 @rtoinne m 500 971. 10035 16659 24666 26504 33508 34549 46418-51557 55576 56732 59940 61431 61815 68603 72902 74295 77767 82684 84270 85391 85603 87095 89578 97835 98254 103446 106891 120966 122517 124936 128790 138938 141997 143281 146191 146917 151376 153650 154097 154923 156256 156655 165910 165951 172859 179918 187263 188812 188657 195120 195403 196142 210679 210721 213483 216770 226112 237346 244081 250358 256943 260269 262510 263786 264747 265207 265339 268337 270260 273800 277697 283308 287676 288128 288702 293290 296642 311062 312444 317949 322144 326030 337587 337785 352949 354929 357622 357826 358369 369516 371303 373642 386870 395477 Sn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen r-Si feif Aeben d'e Jugend siwst W Zioccle vm jungen R aus eig Uw Sichre! durch Deranstau vonSeldm das inte* flotten Mach sitzende des i ßl* ? ßntstehung, du verles, wobei Verständnis h der jungen dc sräftig Hel Dolkskreis diese Aot t dah dem Aotv sichen, die tag! betreut und m söstigt werden, her von der Lc schästswelt uni Städte und t Ilahrungsi (en in grofW 6t muhte aber heraus, die Sechen, bei M und all bas Derk lve Jugend durchs Appell überall bereite hei sreudigeh Der Wend I äs“, & 2 ®«toinne jn 25000 M. 318106 2 öetoinne ,o 10000 M. 31151 6 ©eminne 8u 5000 9K 22897 117201 140229 12 @«toinne 3000 9H. 2756 14058 138677 164584 295579 301089 42 »Winne tu 2000 M. 14978 40732 64926 79930 122786 167677 196708 197073 206824 213959 254078 271760 275543 276762 285348 313432 318207 336422 343400 365194 399071 102 Gewinne ,u 1000 9?. 1309 5006 12056 15347 16189 30907 41441 51335 56163 64437 75710 82709 98409 99582 110734 135761 141822 152708 153909 167364 179962 182420 183599 189076 191779 196628 197040 220764 221935 240557 247431 251473 259142 275394 280843 286210 294367 296027 296090 304594 303147 321598 331839 334401 338714 340042 346718 350577 350948 398003 398121 182 Gewinne zu 500 M. 323 15623 21931 23636 24970 25179 30384 44410 47669 55991 61759 67811 68945 69420 78990 79906 81442 83317 83322 90613 97348 101205 105433 107170 108762 108816 112743 116088 116182 118383 121799 122236 131939 132031 136374 137718 138718 138998 146676 156504 158995 160992 169697 172094 174297 181974 185592 187022 187365 188030 194217 211941 218158 219718 222104 225072 229626 239763 243232 247962 248509 249362 253475 273512 275970 279778 279877 286925 290488 291102 292535 298439 303768 314025 314602 317501 318837 319959 321296 326531 335649 337224 340008 340260 344075 348897 361281 361906 379275 386887 388757 Schloß Achern lag in aller Ruhe unb Beschaulichkeit, unb grell schien bie Sonne in ben kalten Wintertag, als Achern sein Auto bestieg unb zur Bahn fuhr, um all bas Entsetzliche, das in der letzten Zeit über ihn hereingebrochen war, in der Fremde zu vergessen. Sein Herz sehnte sich fort von allem, was ihm sonst lieb unb teuer war. Pia! Jetzt war es keine Sünbe mehr, an sie zu denken. Doch die Zeit mußte heilen. Pia war nicht mit in Achern gewesen, als alle Nachbarn bem Scyloßherrn ihr Beileid ausdrückten. Sie hatte nur einen Brief gesandt und zwei große, schöne Kränze mit schneeweißen Rosen. Als Achern in Berlin den Zug verließ, um hier zu übernachten und noch einige Geldangelegenheiten zu regeln, traf er Fritz Lerchenfeld. Der freute sich, ihn wiederzusehen, schüttelte ihm fast die Hand aus dem Gelenk und nahm ohne weiteres an, daß er mit seinem Vorschlag, man müsse sich nach solchem Pech zerstreuen, Zustimmung fände. Er war aber höchst erstaunt, als Achern kurz sagte: „Entschuldige, Lerchenfeld, ich habe kein Verlangen nach Zerstreuung. Wenn du mir aber in meinem Hotel noch bei einer Flasche Wein Gesellschaft leisten willst, wirb mich bas freuen." Der andere beeilte sich, zu versichern, daß ihm bas natürlich auch sehr recht sei. Und dann saßen bie Freunbe plaubernb beisammen. Lerchenfeld dachte ein über das andere Mal: Wie verändert er ist! Das Drama hat einen ganz anderen Menschen aus ihm gemacht. Achern starrte in fein Glas. Ein goldblonder Mädchenkopf schien ihm daraus entgegenzublicken. Pia! Sie hatte ihn gemieden. Jetzt erst recht. Wer weiß, ob es einen Weg gab, der zu ihr führte! Stolz unb rein stand sie über allem, was in Achern geschehen war. — In seine Gedanken hinein fragte Lerchenfeld: „Wie lange bleibst bu hier?" Achern fuhr auf. Ich mache hier nur Station, um einige mistige Sachen zu erlebigen. Ich fahre nach Norwegen zu einem ehemaligen Kriegskameraden, ber dort auf dem Gut eines Verwandten sitzt." (Schluß folgt.) iWecs J’J ! ,(ien nu- k - * DH II' «MU Utig ^benschleppe unb ? ßi,09rair M>Nl bis 3 ,Set und es &Äot. ä?s 01 Das akadem ter Landesum zu einem Dor eingeladen, Pr Teilnehmer, in neu Mitglieder tätskolonne, un dir große 3ebi lhrach Diplom. Auertverken in zivilen £i IW sei, so f Msangreich. Seif bem Iah N ] Deutschland f Har wehrlos, Ren diese D 'i'n. Die wicht M daraus he uartbereiten ' die im ► Stabte mi te emem Aktii g“ >-n 300.fi i JS? erreiche, M hcche pntl bet Abi itS Wen ’h e seinen pK hnbers % M) 10. -tztz UW JlObi/fe » ■r 2,50 Dk,' en. für It\; Z^ZL ■•»ine ßtabt 166120 216770 260289 268337 288128 317949 354929 373642 172859 196403 226112 262BI0 270260" 288702 322144 357622 386870 !S'57 3433 «643 «936 17676 12444 >2949 71303 3 16859 24686 28804 76 56732 59940 61431 67 82684 84270 85391 8254 103448 106891 8790 138938 141997 376 163850 154097 2910 163951 ------ 'lüg ■Wito tis-fotittk Mni(f0erto(e1| 10- Stbtuat 1933 NtourbenSmingt Mögen 107 «301 95172 W 346680 17 165329 193509 g ss d 8272 16693 18408 BMoHiumL60 70508 R«°i’S5 ' 25084 °33 167025 168248 38 201521 206507 173 236141 233329 261 306503 313105 8» 332932 348545 W- ebung wurden ©etoinnt gezogen statt nachdem in der Woche vorher in den einzelnen Schulen, in denen die Deutsche Sinheits- kurzschrift gelehrt wird, ein Schön- und Rlchtig- schreiben durchgeführt worden ist. Das Schnellschreiben beginnt in der Geschwindigkeit von 60 Silben ab. Schülerinnen und Schüler aller Schulen und jeden Alters, die die Deutsche ®in- heitskurzfchrift beherrschen, können sich beteiligen. •• Zur Richtigstellung. In der gestrigen Ausgabe wurde eine Notiz über den Gesundheitszustand der männlichen Kaufmannslehrlinge veröffentlicht. In der 7. Zeile jener Mitteilung mußte es natürlich richtig heißen: »Die Unter- suchung findet nach Absolvierung des ersten Lehr jahres (nicht Lebensjahres) statt." Lugend Hilst der Lugend! Oie Zugendverbände wirken für das Zugend-Notwerk. Jugend in Not! Ein inhaltsschweres Wort und eine ernste Mahnung zur Hilfeleistung an alle! Diel ist schon geleistet worden, um die Not der deutschen Iugend zu lindern, dennoch bleibt aber alltäglich noch sehr viel zu tun im Kampfe gegen die physische und seelische Not, unter der die deutsche Iugend unverschuldet zu leiden hat. Neben die Aelteren hat sich gestern auch die Iugend selbst eingereiht in die Front derer, die Hilfe für die Iugend bringt. Die Iuyend- verbände unserer Stadt veranstälteten zu diesem Zwecke im Stadttheater einen Sing- und Spielabend, dessen Ertrag zugunsten des Notwerks der deutschen Iugend Verwendung finden soll. Es verdient alle Anerkennung, daß die jungen Menschen, die ja noch nicht in der Lage sind, aus eigenen Mitteln helfen zu können, auf den Ausweg kamen, durch ihre Musik und ihren Gesang, ihre spielkünstlerischen Darbietungen oder durch ihr turnerisches und sportliches Können eine Veranstaltung zur Mobilisierung von Geldmitteln für dasNotwerkaus- zustatten. Das Orchester der Deutschen Iugendkraft leitete das interessant gestaltete Programm mit einem flotten Marsch ein. Hierauf sprach der Vorsitzende des Notwerks der deutschen Iugend in Oberhessen, Syndikus Münch -Gießen, über die Entstehung, die Arbeit und das Ziel des Not- Werkes, wobei er in eindrucksvoller Weise um Verständnis für die leibliche und seelische Not der jungen deutschen Menschen und um tatkräftig helfende Anstrengung aller Dolkskreise bei dem Kampfe gegen diese N o t warb. Er konnte darauf Hinweisen, daß dem Notwerk mit seinen über 900 Jugendlichen, die täglich beruflich, geistig und sportlich betreut und mit einem warmen Mittagessen beköstigt werden, in dankenswertester Weise bisher von der Landbevölkerung, der städtischen Geschäftswelt und vielen weiteren Einwohnern der Städte und Dörfer durch Spenden von Nahrungsmitteln und Geldbeihilfen in großzügiger Weise geholfen worden ist. Er mußte aber auch, aus dem Verlauf der Dinge heraus, die eindringliche V i 11 e aussprechen, bei diesem Hilfswerk nicht zu erlahmen und alle Kraft einzusehen, damit das Werk weiterhin wirksam zum Wohle der Iugend durchgeführt werden kann. Möchte dieser Appell überall in Stadt und Land aufnahme- bereite Herzen und viele offene gebefreudige Hände für das Notwerk gewinnen! Der Abend brachte sodann eine abwechslungsreiche und mit viel Begeisterung für die gute Sache erfüllte Reihe von Darbietungen. Die Wehrloge Hessens Kampfschar und Mädchen der Jungschwe- sternjchaft des Iungdeutschen Ordens erfreuten durch hübsche und graziös vorgeführte Volkstänze. Der Mandolinen- und Gitarrenverein Neapolita brachte unter der Leitung seines Dirigenten H. Sonntag eine von diesem komponierte Ouvertüre in ^-Moll mit guter Besetzung des Mandolinenorchesters zu Gehör. Mitglieder des Radklubs Germania 1899 zeigten hervorragende Leistungen im Rad-Kunstfahren, Mitglieder des Gießener Radfahrervereins 1885 führten ein interessantes Rad-Ballspiel vor. Der Wandervogel- Höhenflug stellte hübsche lebende Bilder. Nach einer kurzen Pause kam die Deutsche Iugendkraft mit ihrer Orchesterdarbietung eines ukrainischen Volksliedes wiederum zu Gehör, sodann zeigten eine Turnerriege und eine Iugendabteilung der Gießener Turnerschaft Ausschnitte ihrer Arbeit im Geräteturnen, wobei namentlich das Darrenturnen der Tümer unter der Diegenführung von Karl Reuter außerordentlich eindrucksvoll war. Der Horst Gießen des Deutschen Pfadfinderbundes fang hierauf mit frischen und wohldisziplinierten Stimmen vier Lieder aus seinem reichen Liederschätze, zum Schlüsse der Darbietungen brachte der Verein „Die fahrenden Gesellen" das Hans-Sachs- Spiel ^Der gestohlene Fastnachtshahn" in köstlicher Weise zur Aufführung. Sämtliche Darbietungen wurden verdientermaßen mit starkem Beifall ausgenommen. Regierungsrat Dr. D u e s richtete als Leiter des Arbeitsamtes Gießen ein kurzes Schlußwort an die Besucher, in dem er die von Syndikus Münch zum Ausdruck gebrachten Gedanken unterstrich und darüber hinaus aufforderte zu einigem Zusammenwirken und festem Zusammenstehen aller Volksschichten in Stadt und Land als Voraussetzung für die Erringung einer besseren deutschen Zukunft und glücklicherer Daseinsgrundlagen für bie deutsche Iugend. Er legte allen Besuchern dringend ans Herz, das vorbehaltlose Bekenntnis zur nationalen Volks- und Schicksalsge- meknschaft als Richtschnur alles Handelns gelten zu lassen und von dieser Grundlage aus der deutschen Iugend aller Volksschichten Hilfe zu bringen. Der gemeinsame Gesang des Deutschlandlie- oes, zu dem der Redner aufforderte, war der Zusammenklang zwischen allen Mitwirkenden und den Zuschauern in der Gedanken- und Willenseinheit, zugleich auch der schöne Abschluß der denkwürdigen Veranstaltung. Der Ertrag der Beranstaltung beläuft sich auf 365,45 Mark. Der Gasschutz im zivilen Lustschutz 122236 zeugen umlagert sei, von Flug chalb 2 Stunden sämtliche beut 3992 7022 3718 1982 377'6 3439 3959 1260 >887 187365 222104 248509 279877 303768 321298 344075 388757 8706 Ml >7 117201 140229 i 14058 138677 8 40732 64926 79930 073 206824 213959 1762 286348 313432 5194 399071 9 6006 12056 15347 i63 64437 7571082709 141822 152708 163909 13599 189076 191 79 11935 240557 247431 10843 286210 294367 )3147 321598 331839 16718 350677 360948 zeugen, die innerhalb 2 Stunden sämtliche deutschen Städte mit Bomben belegen könnten, da sie bei einem Aktionsradius von 500 bis 600 Kilo- aehe daraus hervor, daß Deutschland von 12 000 startbereiten Slug; 138998 1720?4 188010 225072 249362 286926 314026 326531 348897 15623 21931 23836 569 65991 61759 678 1 142 83317 83322 90613 170 108762 1 08816 8383 121799 *nn'’* 7718 138718 - 169697 Ruhe und Beschaulich- in den kalten Mn ei- >a und zur Bahn fuhr, .Fremde zu Mm, was -hm M in- nerddeN' r •töt) Meter im 300-Kilvrneter-Ternpo fliegen und große Höhen erreichen können. Die Technik des Angriffs habe Fortschritte gemacht, aber auch die Technik der Abwehr. Deutschland habe zwar auch Flugzeuge, es sei aber ein großer Llnterschied zwischen Verkehrs- und Kampfflugzeug, bzw. dem Aombenschlepper. Alan unterfcheidek drei verschiedene Arien von Bomben und zwar Brifanjbomben bis zu 1000 Kilogramm Gewicht, Brandbomben (300 Gramm bis 3 Kilogramm schwer) und Gasbomben. Degen die schweren Drisanzbomben sei kaum ein ausreichender Schuh möglich, sie gelten allerdings meist wichtigen Industriezentren ober ber Eisenbahn unb werben gezielt geworfen: die Brandbomben würben wahllos abgeworfen, sollen nur Dächer burchschlagen unb auf ben Dach- böben zünden. Man unterscheibe hier Termin- unb Pyosphor-Brandbomben. Gasbomben gebe es die verschiebensten Arten. Schon heute sei ober die Möglichkeit gegeben, sich gegen® aß- bomben lOOprozentig z u schützen. Deutschland fei gegen Gasangriffe besonders empfindlich. Das Land sei dicht besiedelt und am dichtesten an den Grenzen (Ruhrgebiet, Sachsen usw.). Berlin sei von Posen her durch polnische Flugzeuge auf das schwerste bedroht. Wie schon erwähnt, gebe es gegen Brisanzbomben, außer teuren meterbiden Zementmauern, feinen wirksamen Schuh. Dranbbomben seien be- svnders zu behandeln. Phosphor-Branbbomben seien nur mit Kupfervitriol-Lösung unschädlich zu machen, Termin-Bomben nur mit Sand ober Äsche. Wasser helfe nichts. Vie Wirkung des Gases sei abhängig von der Dichte des Auftretens. Dan unterscheide drei Gase, nämlich Reizgase, erstickende unb ähenbe Gase. Schutzmaßnahmen gebe ei gegen alle Gase. Reizgase trugen im Kriege ben Namen.Gelbkreuz", stickende wurden.Grün- DaS akademische wissenschaftliche Kreisamt an der Landesuniversität Gießen hatte auf gestern zu einem Dortrag in das neue Studentenhaus eingeladen. Professor Dr. Eger begrüßte die Teilnehmer, insbesondere die zahlreich vertretenen Mitglieder ber Gießener freiwilligen Sanitätskolonne, unb wies mit wenigen Worten auf die große Debeutung bes Themas hin. Sodann sprach Diplom-Ingenieur Brandt von den Auerwerken in Oranienburg über „Der Gasschutz im zivilen Luftschutz". Das Gebiet des Luftschutzes fei, fo führte er u. a. aus, außerordentlich umfangreich. Seit dem Iahre 1926 sei Deutschland der passive zivile Luftschutz gestattet. Deutschland sei, was die ßufttoaffe anbetreffe, zwar wehrlos, brauche deshalb aber in Zukunft gegen diese Waffe nicht mehr schutzlos zu sein. Wie wichtig die Frage des Luftschutzes ist. kreuz" und ätzende Gase ^Slaukreuz" genannt. Als sehr gefährlich habe sich Phosgen erwiesen. Unter ungünstigen ilmftänben konnte das Unglüd von Hamburg statt der nur elf Toten 20 000 fordern. In Amerika habe man eine Zeitlang geglaubt, in dem „Lewisit" ein besonders gefährliches Gas zu haben. „Lewisit" habe sich aber als schwächer erwiesen denn deutsche Senfgase. Wert lege man bei der Gasherstellung auf möglichst wenig Geruch. Frankreich habe im Kriege Blausäure als Kampfmittel verwandt, das aber völlig ohne Wirkung blieb, da es leichter ist als Luft unb in höhere Luftschichten entwich. Bon insgesamt 3000 bekannten Gasen seien nur 25 im Kriege verwendungsfähig. In Anbetracht der Gefahr, in der sich die deutsche Bevölkerung durch die ständige Bereitschaft der Luftflotte ber uns umgebenden Staaten befinde, sei es notwendig, einen Luftschutz, sowie einen Gasschutz zu organisieren. Die Polizei werde eine große Rolle spielen. Die gegenwärtig im Dienste des Luftschutzes stehenden Organisationen (Sanitätskolonnen, Feuerwehr und Technische Nothilfe, sowie die Luftschutzabteilungen in Öen Industriewerken) reichten aber nicht aus. Etwa 15 bis 20 v. h. der Bevölkerung müßten im Luftschutz aktiv tätig fein. Bei der Industrie müsse der Prozentsatz möglichst noch höher sein. Den bisher ins Leben gerufenen Luftschutzorganisationen liege naturgemäß ein ganz bestimmtes System zugrunde. Man unterscheide die Flugwachen an den Grenzen, das Luftschutzkommando, das von den Flugwachen sofort nach der Sichtung feindlicher Flugzeuge benachrichtigt werde, ferner gebe es Warn-Zentralen, Benachrichtigungsgruppen, Wachtrupps, Hilfstrupps, Aufräumungstrupps usw. Für den Ernstfall gelte es darüber hinaus Material bereitzustellen, die Aerzte müßten in Bereitschaft fein, Autos für ben Transport bereit- stehen, Schutzkeller gelte es anzulegen, u. a. m. Im Falle des Alarms im Ernstfälle sei es notwendig, daß äußer ft e Ruhe bewahrt werde. Eine Panik mache jede Arbeit unmöglich. In seinen weiteren Ausführungen wandte sich der Redner den eigentlichen- Schutzgeräten, den Gasmasken zu. Er schilderte die technischen Einzelheiten der Filter-, Isolier- und Frischluftgeräte, erklärte die Anwen- düng der Masken, schilderte die Bor- und Nachteile der einzelnen Systeme und zeigte an Hand von ausgestellten Gerätschaften die verschiedensten Filtereinsätze und ihre Wirkung. Mit besonderem Inter- esse folgte man den Ausführungen über die Dauer ber Gebrauchsfähigkeit der Masken. Der Vortrag, ber einen tiefen Einblick in bie Technik des Gaskrieges und des Gasschutzes gestattete, wurde von den Zuhörern sehr beifällig ausgenommen. Wettervoraussage. Die nordöstliche Störung greift immer weiter nach Deutschland vor unb läßt durch ihre Rückseite in Verbindung mit ber Vorderseite des britischen Hochs anhaltend maritime Nordwestluft nach dem Kontinent hin fließen. Somit ge- geftaltet >icy bas Wetter noch wechselhaft. Neben Bewölkung, bie burch zwischenzeitliches Aufklaren unterbrochen wirb, treten vereinzelte Schnee- schauer auf. Die Temperaturen halten sich in Gesr ierpunktsnähe. s eld' >.„>> Qus dem W*6ie? hoh er mii ileres an, JJJ Pcch "MM"' .Sr^SßerAen* ^sichern, M £ ?ii Lj en. Lerche"!^, W | verändert er '! I ecn MenschenoU5 ffin golM^ II Aussichten für Mittwoch: Wechselnd wolkig mit vorübergehendem Aufklaren. Temperaturen um Null schwankend, vereinzelte Schneeschauer. Aussichten für Donnerstag: Noch keine wesentliche Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen. Am 13- Februar, mittags: 3,9 Grad Cels., abends: 3,2 Grad Eels-: am 14. Februar, morgens: 1,4 Grad Cels. Maximum: 4.5 Grad Cels., Minimum: 0,1 Grad Cels. Sonnenscheindauer: 6 Minuten. Wirtschaft. Berlin lustlos und schwächer. Berlin. 14. Febr. (WTD. Funkspruch.) 2m Anschluß an die Frankfurter Abendbörse ergaben sich heute weitere Abbröckelungen. Anregungen fehlten, und die Spekulation hatte von gestern her noch etwas Ware übrig, die sie bei dem mangelnden Publikumsirckeresse eher abzu- stoßen geneigt war. Außerdem mahnten die neue Opposition gegen die IRG.-Einigung, die schlechte Lage der Eisengießereien und die noch unentschiedene Frage, ein wie großer Teilbetrag des Reichsbank-Rediskontkredites am 4. März zurückzuzahlen fein wird, zur Vorsicht. Demgegenüber regten bie anhaltend leichte Verfassung des Geldmarktes, bie Fortschritte ber Stillhaltever- handlungen und die Arbeitsbeschaffungsaufträge für Julius Berger etwas an. Bei nicht ganz einheitlicher Kursgestaltung ergaben sich oortmegenb Abbröckelungen bis zu 1 Prozent. Mannesmann, Berger, Reichsbank und AG. für Verkehrswesen verloren bis zu 1,65 Prozent. Durch festere Haltung fielen einige /Braun- kohlenwerte auf, von denen Niederlausitzer Kohle 3 Prozent getiynnen. Thüringische Gas waren 1,50 Prozent unb Deutsche Kabel auf eine kleine Zusallsorber 2,25 Prozent gebessert. Sonst blieben gelegentliche Steigerungen nur unbebeutenb. Im Verlaufe ergaben sich vielfach weitere Abbröckelungen. Das Geschäft war nur sehr klein, unb bie Verluste betrugen bis zu 1 Prozent. Stärker gebrückt waren insbesondere einige Elektropapiere, nachdem dieser Markt anfangs eine etwas widerstandsfähigere Haltung gezeigt hatte. Rheag gelangten verspätet 2 Prozent niedriger zur Notiz. Auch Mansfelder wurden im Verlaufe 1,75 Prozent niedriger festgesetzt. Deutsche Anleihen waren völlig uneinheitlich: Altbesitz gewannen 45 Pf. unb zogen im Verlaufe nochmals 0,39 Prozent an. Neubesitz eröffnete 30 Pf. niebriget und bröckelten weiter leicht ab. Reichsschuldbuchforderungen konnten sich bei kleinen Schwankungen recht gut halten. Die übrigen festverzinslichen Werte, mit Ausnahme der teilweise etwas schwächeren variablen Industrieobligationen, lagen in , Erwartung einer baldigen Diskontsenkung bei verhältnismäßig lebhafterem Geschäft ziemlich freundlich. Don Ausländern waren Türken, Anatolier und ßiffabonner Stadtanleihe etwas freundlicher. Im übrigen lag dieser Markt geschäftslos. Sranffurf sehr still. Frankfurt a. M., 14. Febr. (WTB. Drahtmel- bung.) Die heutige Börse eröffnete mangels jeglicher Anregungen in sehr st i l l e r Haltung. In Reaktion auf bie gestrigen Kurssteigerungen neigte bie Tenbenz etwas nach unten, da bie Kulisse kleine Realisationen vornahm, zumal bie Privatkunbschaft ber Börse wieder fast vollkommen fehlte. Man übte allgemein ft ä r t ft e Zurückhaltung, wobei neben ber unsicheren innerpolitischen Situation auch bie zunehmenbe außenpolitische Spannung Veran- lassung gab. Die Umsatztätigkeit beschränkte sich auf ein Mini- mum, unb bie ersten Kurse kamen zögernd zustande. Die Rückgänge gegenüber der Abendbörse hielten sich im Rahmen von 0,25 bis 0,75 o. H. Stärker abge- schwächt waren lediglich Reichsbank mit minus 2 d. Sy, ferner am Montanmarkt Mannesmann mit minus 1,65 und Rheinstahl mit minus 1,25 o. H. Im übrigen eröffneten IG., Deutsche Erdöl und Phönix Bergbau je 0,25 o. H. niedriger, während Gelsenkirchen, Stahloerein, Scheideanstalt und Siemens behauptet waren. Auf den übrigen Marktgebieten stagnierte das Geschäft fast vollkommen. Nach den ersten Notierungen bröckelten die Kurse infolge der Geschäftsstille meist um 0,25 bis 0,50 o. H. ab. Le- biglich Lahmeyer kamen 1,25 o. H. fester zur Notiz. Deutsche Anleihen unb späte Reichsschuldbuch- forberungen lagen, bei kleinen Umsätzen schwächer, unb zwar Altbesitz unb späte Reichsschuldbuchsordc- rungen 0,1h bzw. 0,25 unb Neubesitz um 0,30 v. H. Stahlvereinbonds eröffneten zunächst behauptet, flaben aber später 0,25 v. H. nach, wogegen Reichs- oahnvorzugsaktien 0,25 v. H. höher einsetzten. Don fremben Werten blieben Bagbab-Bahn Serie 2 mit 5,90 v. H. behauptet. (Schluß des redaktionellen Teils.) Ein interessantes Schaufenster zeigt wiederum im Lekleidungshaus Köhler, Gießen, Seltersweg, wie sich der „Herr von heute" in seiner Kleiderfrage entscheiden muß. 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Die Oeffnung erfolgt in Anwesenheit der Einleger. 1092C Die Bedingungen können während der Dienststunden eingesehen werden. Zuschlags- und Bindefrist: 2 Wochen. Gießen, den 13. Februar 1933. Städtischer Schlachthof Gießen. Dr. Kelle r.____________ Versteigerung. Donnerstag, den 16. Februar 1933, nachmittags 2.30 Uhr, werden im Erdgeschoß des Finanzamts Gießen, Lessingstraße 1, zwangsweise gegen Barzahlung versteigert: 30 Kartoffelschälmaschinen (geeignet für Hotelbetriebe und Speiseanstalten), 2 elektrische Heizöfen, 1 elektrischer Heizherd, 1 elektrische Wandlampe, 2 elektrische Deckenlampen, 2 elektrische Hängelampen (Ampeln), 1 Radioapparat ohne Röhren (Marke Seipt), 1 desgleichen (Blaupunkt), 1 desgleichen (Telefunken), 1 Röhrenapparat, 1 Detektor (Schneider & Appel), 1 Kopfhörer, 14 Radiospulen, 1 Grammophonanschluß, 1 Ladeeinrichtung, 1 neuer schwarzer Küchenherd mit Feuer- und Gasbrennuno 1 elektrisches Heizkissen, 4 Gasschläuche, 1 Stockschirm, 1 Herren-Taschenuhr, verschiedene Kurzwaren. 10910 Die Versteigerung findet bestimmt statt. Finanzamt Gießen. Vollstreckungsstelle. Nutzholzverkauf. Nächsten Freitag, 17. l. M., sollen im Steinbacher Gemeindewald folgende Holzsortimente versteigert werden: 10970 A, Fichten-Ab. 4a-Kl. 1 Stck. 0,96 km N, kiefernLangholz u. Ab. 2a-- u. 2b-Kl. 12 Stck. 5,47 km 3a-Kl. 16 „ 10,05 „ 3b-Kl. 7 „ 6,19 „ 4a- u. 4d-Kl. 4 „ 4,76 „ Lichen-Ab. 1., 2. u. 3. Kl. 20 „ 4,64 „ Lschen-Ab. 1. u. 2. Kl. 4 „ 0,58 „ Eschen- und Lichen-Derbstangen 2. und 3. Klasse 29 Stück (Deichseln) Eicken- und Fichten-Nuhscheit (3 m lang) 11,4 rm Fichten-Derbstangen 1. bis 3. Kl. 470 Stück Zusammenkunft vormittags 10 Uhr an der Straße Steinbach-Annerod, am Waldeingang. Nachmittags 4 Uhr sollen folgende Holzsortimente im Wege des schriftlichen Angebots auf der Bürgermeisterei vergeben werden: N, Fichten-Langholz la 133 Stck. 21,10 km „ 1b 221 „ 67,70 „ „ 2a 86 „ 48,15 „ „ 2b 27 „ 24,85 „ „ 3a 18 „ 8,26 „ Die Angebote sind, nach Klassen getrennt, abzugeben. Die Bedingungen werden vor Eröffnung der Offerten bekanntgegeben. Nähere Auskunft über vorbezeichnetes Holz erteilt Förster Becker. Steinbach, am 13. Februar 1933. Hessische Bürgermeisterei Steinbach. _________Krämer.__________ Generalvertreter sucht Zwecksparkasse, die als einzige Kasse Deutschlands ihr Svarvermögcn von einer städtischen Sparkasse treuhänderisch verwalten läßt. Gute Provision, lausender Zuschuß. Evtl. Fixum. Ausführliche Bewerbungen von Herren mit guten Beziehungen und tadellosem Ruf ioaiv »Sparkraft« Aktiengesellschaft für Kavitalbildung, Berlin W 35, Potsdamer Str. 104. Eine „schöne“ Arbeit gibt das! Vor so einem Berg schmutziger Wäsche kann einem aber auch angst und bange werden. Machen Sie sich’s doch leichter. EineWaschmaschine spart nicht nur viel Arbeit, sondern schont auch Ihre Wäsche. Es ist ganz unverbindlich für Sie, wenn Sie sich eine Waschmaschine ansehen bei J.B.Häuser,Gießen Am Oswaldsgarten Fernruf 2145 u.2146 422 A Mittwoch, den 15. Februar, ab 8 Uhr, verkaufe ich im „Löwen", Neuenweg, folgende neue Möbel: 10850 Bücherschränke (schw. Eiche) 65 Mark, Schreibtische 52 Mark, zweitürige Kleiderschränke von 48 Mark an, eintürige mit Wäscheabteil 29 Mark, Waschtische mit Spiegel 40 Mark, Küchentische 16 Mark, Büfetts 160 Mark. — Ferner ein gebr. Schlafzimmer, 2 Spiegel (geeignet für Friseur) 2 ovale Tische, 15 Betten, ein gr. Wäscheschrank, 1 kl. Kassenschrank, 2 Klaviere, 1 Theke mit Marmor und Glasaufsatz, 2 Weinschränke, 2 Büfetts. L. harkmeh. Mittwoch, den 15. Februar 1933, nach- mittags 2 Uhr, oersteigere ich dahier, Neuenweg 28, „Zum Löwen", zwangs- weife gegen Barzahlung: 10930 1. Büfetts, Kredenzen, Schreibtische, Sofas, Grammophone, Schreibmaschinen, Kassenschränke, Bücherschränke, 2 Rohrsessel, 1 Nähmaschine, 2 Fahrräder, 3 Bände Sittengescyichte, 4 Bände Volkshochschule, 12 Bände Gerhart Hauptmann, 4 Mappen Denkmäler des Theaters, 2 Photoapparate, Radios, 1 Photographin, 1 Bohrmaschine mit Motor. 2 Bestimmt: Zigarren, Zigarettenetuis, kurze und lange Pfeifen, Mutze, Parfüms, Seife, Fensterleder, Brieskassetten, Schreibblocks, Gummipuppen und -tiere, Schwämme, Mundharmonikas, Rohtabak, Schultafeln, Heitmanns Farben, Pergamentpapier. 3. An Ort und Stelle (Bekanntgabe im obigen Lokal): Oregon-Bohlen, 1 Eichenstamm (5 m lang, zu 8 Brettern geschnitten), Laden- theken mit Schub- und Abstellungs- kasten, Warenschränke, 1 Oelmeßapparat, 2 kleine Eisschränke, 1 Drogenschrank, 1 Kaffeebehälter (fünfteilig), 1 Registrierkasse, 2 Kleiderschränke, 1 Ausziehtisch, 1 Kommode, 1 Vertiko, 1 Gasherd, 270 Mistbeetfenster. Junker, Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383 Holzsubmission. Die Gemeinde Hattenrod verkauft im Wege schriftlichen Angebots nachstehend verzeichnetes Holz: 10840 Langholz-Stämme: Fichte N: Klasse la 145 Stück -- 20,79 fm „ 1b 159 „ = 49,28 „ „ 2a 100 „ - 57,80 „ „ 2b 32 „ - 30,65 „ „ 3a 9 „ = 12,91 „ „ 4b 1 „ = 2,55 „ Langholz-Stämme: Kiefer N: Klaffe 1b 22 Stück = 5,31 fm „ 2a 41 „ = 17,14 „ „ 2b 26 „ = 14,54 „ „ 3a 8 „ - 6,25 „ 4a 1 „ = 1,32 „ Stämme, Abschnitte: Kiefer N: Klasse 2a 6 Stück = 1,10 fm „ 2b 9 „ = 2,45 „ „ 3a 2 „ = 0,87 „ Abschnitte: Fichte N: Klasse 2a 1 Stück = 0,17 fm „ 3a 1 „ = 0,45 „ " 3b 1 „ = 0,52 „ Angebote find, getrennt nach Klassen, mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis spätestens Freitag, den 17. Februar, nach- mittags 2 Uhr. bei der unterzeichneten Stelle einzureichen, woselbst in Gegenwart der erschienenen Bieter die Eröffnung er- fo(gt. Das Holz ist ohne Rinde gemessen und geschält. Es empfiehlt sich, dasselbe vorher anzusehen, da spätere Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Hessische Bürgermeisterei Hattenrod. _____________Nee b. Nutz- und Brennholzversteigerung Donnerstag, den 16. Februar 1933, kommt aus dem Gemeindewald Bersrod nachstehendes Holz zur Versteigerung: a) Brennholz. . Buche: Scheiter 38 rm z „ Knüppel 80 „ „ Reiser 85 „ „ Stöcke 15 „ Eiche: Knüppel 12 „ Meser: Rundscheit 8 „ „ Knüppel 36 „ Fichte: Scheit 27 „ „ Knüppel 50 „ b) Nutzholz. Eichen-Stämme 3., 4., 5. Kl. 7,7lfm Fichten-Stämme 3a- bis 4b-Kl. 50,— „ Fichten-Derbstangen 1. Kl. 20 Stück ,, 2. „ 29 „ " 3. „ 262 „ Reisstangen 4. „ 836 „ " 5. „ 1223 „ 6. „ 1070 „ „ , „ 7. „ 1205 „ Zusammenkunft vormittags 9% Uhr im Ort. 10830 Bemerkt wird, daß das Brennholz und ein Teil Reisstangen nachmittags von 1 Uhr ab zum Ausgebot kommt. Bersrod, den 12. Februar 1933. Hessische Bürgermeisterei Bersrod. Becker. Billige Weißwaren! Vom 14. bis 21. 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