Nr. 12 Srttbausgabe 185. Jahrgang Samstag, 14. Januar 1955 GietzenerAMiger General-Anzeiger für Oberheffen VrvS vnd verlos: vrühl'schc Unwe.sttais-Vuch- und Steinöruderei R. Lanqe in Stehen. Zchriftleitung und Seschäftzftelle: Zchnl^trahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi® zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.Thyriotx für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i. D.Th.Kümmel iämtlich m Biegen. Erlcheini lügltch.autz« Lonniags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gienener Familienblätter Heimat mDild Die Scholl» Hlonais Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernfvrechanschlusse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Kronlflirt am Main 11686. Deutschtum im Kampf. Das Jahr 1933 muß die deutsche Außenpolitik aus der seither erduldeten Abwehr von Uebergriffen und Rechtsbeugungen wieder zurückführen zu einem planmäßigen Angriff zu Gunsten der um ihren Bestand ringenden Deutschtumsinseln in Europa. Dieser Volkstumskampf, der eine Angelegenheit der ganzen Nation ist, hat zu erfolgen nicht nur um des Kampfes oder des Angriffs willen, der ein innenpolitisch oerkämpftes Volk zu einer außenpolitischen Schiksalsgemeinschast zusammenzuschweißen vermag, sondern Stampf und Angriff gehen u m klare Rechtsgrundsätze, die längst verbrieft und versiegelt sind und über die der Völkerbund zu wachen hätte, wenn der Völkerbund überhaupt einen Sinn hat. Deutschland kämpft diesen Kampf nicht nur für fein eigenes Volkstum, sondern es ist wie kein zweiter Staat in Europa berufen, das Schicksal aller unterdrückten Minderheiten zu dem Seinen zu machen und eine unterirdische Volksfront gegen die unnatürliche Staatenfront der ungerechten Friedensdiktate aufzurichten. Deutschland hat innerhalb seiner Grenzen keine nennenswerte Minderheit, die etwa den Anschluß an einen Nachbarstaat suchte. Von den 100 Millionen Deutschen in Europa sind jedoch nur 60 Millionen staatlich im Reich vereinigt. Da bei den ineinander übergehenden Volksgrenzen in Europa nationalstaatliche Lösungen auf die Dauer ohnehin unmöglich sind, hat also Deutschland eine zumindest mitteleuropäische Föderatividee zu vertreten, die allen Volkstümern und Volkssplittern sowohl die kulturelle Autonomie, als auch die Selbstverwal- hing sichert. Nimmt Deutschland diesen Kampf auf unö führt es ihn zu einem erfolgreichen Ende, so sichert es sich außenpolitische Positionen von einem Ausmaße, wie selbst ein gewonnener Weltkrieg Deutschland nicht hätte verschaffen können. Der frühere Reichswehrminister Dr. G e ß 1 e r hat dieser Lage als Vorsitzender für das Deutsch- t ii m im Auslande einige Zahlen über den Stand der Minderheitenfrage veröffentlicht, die nicht nur zur Kenntnis der fachlich Interessierten gelangen dürfen, sondern die zum politischen Rüst- zeug und gewissermaßen zum politischen „eisernen Bestand" aller Deutschen gehören müssen. 40 Millionen Menschen in Europa werden durch die überspannte Nationalstaatsidee als Minderheiten unterdrückt. Die Kämpfe zwischen diesen 40 Millionen, die immer noch 10 Millionen mehr betragen als die Einwohnerzahl Rumäniens und Jugoslawiens zusammen, lähmen Kultur und Wirtschaft in ganz Mitteleuropa, sie führen durch die Terrormaßnah- men der sogenannten „Staatsvölker" zu einer allgemeinen Rechtlosigkeit und zu einer Verödung des kulturellen Lebens überhaupt. Deutschland und das ganze Abendland entrüsten sich über die Schließung von Kirchen in Rußland. Dabei sind seit 1920 den Minderheiten nicht weniger als 2500 Kirchen zwangsweise weggenommen und teilweise zerstört worden. Weit über 7000 muttersprachliche Schulen wurden ohne jeden Grund geschlossen, damit die Kinder in einer anderen Sprache und Kultur als der ihres Volkstums erzogen werden können. 12 Millionen Hektar Land sind zwangsenteignet worden, damit es an die Angehörigen der sog. Mehrheitsvölker verteilt werden konnte. Am härtesten wurden selbstverständlich überall die deutschen Minderheiten betroffen. Im Kampf gegen das Deutschtum stehen leider auch solche Staaten in vorderster Front, mit denen uns politische Freundschaft verbündet. Es sei hier nur an Italien erinnert, das die Deutschen in Südtirol brutal unterdrückt, oder es seien die neuesten Ergebnisse der ungarischen Volkszählung aufgeführt, nach der sich innerhalb von wenigen fahren die Zahl der Ungarn um 845 000 vermehrt, die Zahl der Deutschen dagegen sich um 72000 verringert haben soll. Allein in der Umgebung von Budapest soll das Deutschtum um 26 000 Seelen zurückgegan- gen sein. Wenn es auch wahrscheinlich ist, daß Ungarn zu höchst zweifelhaften Praktiken gegriffen hat, um das Ergebnis der Volkszählung zu verfälschen, so bleibt doch als Tatsache bestehen, daß gerade Ungarn, das in Genf zu den lautesten Rufern für einen Minderheitenschutz gehört, am unerbittlichsten die eigenen Minderheiten auszurotten versucht. Im ganzen deutschen D ft e n brennt die Grenze. Die geschickte polnische Propaganda versucht die Welt davon zu überzeugen, daß das gesamte Weichselland urpolnisches Gebiet sei. Und obwohl bei der Abstimmung im Weickstelkorridor 92 5 Prozent der Bevölkerung sich für Deutschland aussprachen, mußte ganz Westpreußen Polen überantwortet werden. In Litauen und Lettland wird den Deutschen heute noch ein Sonderrecht auf- gezwungen, das die Enteignung von Kirchen ermöglicht. Ostpreußen liegt mit 24^Millionen Einwohnern mitten in der slawischen Flut. Und obwohl bei der letzten Reichstagswahl noch nicht 0,1 Prozent Stimmen für polnische Listen abgegeben wurden, erhebt Polen Anspruch auf diese deutsche Insel im Osten. Wo politische Mittel nicht mehr ausreichen, greift man zum wirtschaftlichen Boykott. So ist z. B. der ostpreußische Handelsverkehr mit dem entrissenen Korridorgebiet, der 1913 27 Prozent des Gesamtoerkehrs betrug, heute auf 2 Prozent zurückgegangen. Gegen Danzig führt Polen einen skrupellosen Dernichtungskampf. Erst vor kurzem ist zwischen dem polnischen Kriegshafen Gdingen und dem geraubten oberschlesischen Industriegebiet eine Nordsüdbahn dem Verkehr übergeben worden, die sowohl strategischen als auch wirtschaftspolitischen Zwecken dient. Das Protektorat über diesen unerhört kostspieligen Bau übernahm die größte europäische und französische Rüstungsfirma Schneider-Creuzot. In der Tschechoslowakei vermochte sich trotz härtester Bedrückung das Deutschtum zu halten. Seit Reue politische Gespräche in Berlin. Hugenberg beim Reichskanzler. — preffekombinationen um Straßer. Berlin, 13. Jan. (TU.) (Eine Unterredung zwischen Reichskanzler o. Schleicher und dem Führer der DNvP., hu gen berg, die in der Benö- lerstraße ftattfauö, hat gegen 17.30 Uhr begonnen und etwa zweieinoiertel Stunden gedauert, lleber den Verlauf der Unterredung werden von zuständiger Stelle feinerfei Mitteilungen gemacht. Die Besprechung zwischen hugenberg und dem Reichskanzler, die auf Veranlassung des Kanzlers stattfand, hat in Berliner politischen Kreisen beträchtliches Auf.ehen erregt Welche Bedeutung der Unterredung zukommt läßt sich jedoch nur schätzen, da von beiden Seiten über die Unterredung strengstes Stillschweigen bewahrt wird. Die „D A 3-“ meint, daß die Aussprache sich auf die politische Lage erstreckt habe, und zwar im Zuge der Sondierungen, die der Lnt,cheidung des Aette- ftenrafs über den Zusammentritt des Reichstages vorangingen. Gesprächsstoff genug für die Unterredung sei wohl vorhanden gewesen, da in letzter Zeit verlautet habe daß die Deutschnationa- l e n in eine scharfe Opposition gegen das Kabinett Schleicher zu treten beabsichtigten. Die „Tägliche Rundschau" gibt der Ansicht Ausdruck, daß der Konflikt mit dem Landbuud die Umbildung des Kabinetts Schleich e r in den Vordergrund gerückt habe. Sie werde wahrscheinlich nach dem Zusammentritt des Reichstages am 24. Ianuar akut werden. Line Ergänzung des Kabinetts durch Stegerwald, Gregor Straßer, Persönlichkeiten der NSDAP., des Stahlhelms und der nationalen Rechten schienen in Frage zu kommen. In den Besprechungen des Kanzlers werde vor allem auch die Frage der Regierungsumbildung berührt. Ls gelte als wahrscheinlich, daß Gregor Straßer in das Kabinett eintreten werde, wahrscheinlich als Vizekanzler und ReichskommisfarinPreußen. Ob die NSDAP, darüber hinaus sich an der Regierung beteiligen werde, hänge von der Haltung Adolf Hitlers ab. Bei der Stellung des Vizekanzlers sei an eine aktivistische Umbildung des Postens gedacht. Arbeitsbeschaffung, Siedlung, Iugendertüchtigung, Geldbeschaffung nsw. seien praktisch nicht voneinander zu trennen, da sie Teilgebiete eines großen zusammenhängenden Komplexes seien. Sie zwängen dazu, innerhalb des Kabinetts eine Art Aktionsausschuß zu gründen, von dem die großen Reformen und Umstellungen getragen und durchgeführt würden. Das zweite (Erfordernis der heutigen autoritären Regierung erwachse daraus, daß die Regierung sich auf dem parlamentarischen Wege, oder über die bestehenden Parteien keine Gefolgschaft im Volke mehr verschaffen könne. Sie komme nicht darum herum, in den Bereich der Parteien-Verdände und Organisationen einzubrechen und sich eine eigene Formation zu gründen, mit der sie das Volk zur Gefolg'chast aufrufen könne. Beide Aufgaben aber, die Leitung des Aktionsausschusses und die Führung einer Volksorganisation, würden den Kanzler überlasten und ihn zudem zu sehr auf eine Diktatur hindrängen. Jnfolgede'sen werde die Frage der (Entlüftung und Stellvertretung des Kanzlers entscheidend. Der Kanzler komme nicht herum, den Posten des vizekanz- , lers zu feiner (Entlastung und Vertretung zu besehen und auszubauen. (Es handele sich entweder um eine Konzentration der Kommissariate beim Vizekanzler, also um eine gewisse Arbeitsteilung im Kabinett — der Kanzler würde das Kabinett, der Vizekanzler den Aktionsausschuß leiten — oder auch um eine nähere Beziehung des Vizekanzleramtes zu der notwendigen Organisation der Gefolgschaft im Volke. Die „Deutsche Zeitung" bemerkt, daß die Uebernaljme eines vereinigten Wirtschaftsministeriums (Krisenministerium) durch hugenberg von grundsätzlichen Voraussetzungen abhängig sei, zu deren (Erfüllung Herr von Schleicher bisher noch keine Anstalten gemacht habe. Ganz abwegig sei der von einer nicht ganz unmaßgeblichen Stelle propagierte Plan eines Kabinetts Schleicher, hugenberg (Wirtschaft), Straßer (Inneres), Stegerwald (Arbeit), Brüning (Aeußeres). Der Konflikt zwischen Reichsregierung und Reichslandbund hat in politischen Kreisen die Annahme verstärkt, daß der in den scharfen Entschließungen des Reichslandbundes einerseits und des R e i ch s v e r b a n d e s der Deutschen Industrie anderseits zum offenen Ausbruch gekommene Gegensatz zu einer Neubesetzung der Ministerien für Ernährung und Wirtschaft Anlaß geben wird. (Es ist nicht ausgeschlossen, daß hierbei jetzt die Anregung des deutschnationalen Parteiführers verwirklicht wird, beide Ministerien in einer Art „K r i s e n m i n i st e r i u m" unter einheitlicher persönlicher Führung zusammenzufassen. Einberufung des Ae teflenrats des Reichstags. Berlin, 13. Jan. (TL1.) Der 2le liest en- rat des Reichstages ist nunmehr zu der seit längerer Zeit beabsichtigten Sitzung für Freitag, 2 0. 3 a n u a t, einberufen wordcn. Es soll in dieser Sitzung Beschluß gefaßt werden über die Tagesordnung der nächsten Reichstags- sihung. Oer Konflikt mit dem Rerchstandbund. Berlin, 13. 3an. (XU.) Das Schreiben des Reichslandbundes an den Reichspräsidenten wird tn politischen Kreisen dahin beurteilt, daß die Führung des Reichslandbundes damit ihre ungeschmälerte Verbundenheit mit dem Reichspräsidenten von Hindenburg zum Ausdruck bringen wollte. 3it Kreisen der Reichsregierung wird jedoch die Darstellung, die der Landbundvräsident von Sybel in der Oesfentlichkeit über die Bor- geichichte des Konfliktes gegeben hat, in wesentlichen Punkten für unrichtig erklärt. So habe der Reichskanzler nach Beendigung des offiziellen Empfangs beim Reichspräsidenten nicht durch ihn, von Sybel, von dem Wortlaut der vorher ge- fahien En Schließung des Reichslandbundes Kenntnis erhalten, sondern erst durch d'c Presse. Auch fei die über den Empfang herau^gegebene amtliche Mitteilung nicht mit von Sybel ausgearbeitet worden, sondern, da ja der Reichspräsident die Einladungen hatte ergehen lasten, vom Bureau des Reichspräsidenten selbst. Ob das Schreiben des Reichslandbundes an den Reichsprästdenlen geeignet ist, den Konflikt auch m t der Reichsregierung zu beheben, steht noch dahin. Die Reichsregierung stand jedenfalls bisher auf dem Standpunkt, daß die amtliche Vertretung der landwirtschaftlichen Interessen durch den Landwir.schaftsrat und „Alles für die Westfront!" Neue Hetze des polnischen Westmarkenvereins gegen Deutschland. Kattowitz, 12. Jan. (Tdl.) Der Westmarkenverein hat an sämtliche Ortsgruppen eine Kundgebung erlassen, in der das Programm des We st markenvereins für das Jahr 1 9 3 3 sestgelegt ist. In der Kundgebung wird zunächst betont, daß es in Polen keinen Menschen gebe, der aus irgendwelchen Gründen eine Aussprache über die Abtrennung auch nur des geringsten Teiles der „rein polnischen" Provinzen Oberschlesien, Posen und Pommerellen zulassen würde. Ebenso dürfte es in (Europa keinen Menschen geben, der nicht wüßte, daß jeder Anschlag auf die polnische wesigrenze den Krieg bedeuten würde, und zwar einen Krieg des ganzen polnischen Volkes, der bis zum endgültigen Siege durchgeführt werden würde. Man dürfe nicht vergessen, daß die Revisionsabsichten Deutschlands auf polnischer Seite eine entschiedene Kampfbereitschaft hervoraerusen hätten, so daß schon jetzt alles mobilisiert werde, um der deutschen Revisionsaktion sofort entgegentreten zu können. Der Aufruf beschäftigt sich weiter mit der ..besonderen Propagandatätigkeit' der deutschen Sender und erwähnte vornehmlich die Eröffnungsfeierlichkeit der Ostpreuhen-Ausstellung in Berlin. Von den Polen werde die Anwendung wirksamer Mittel zur älnterbindung dieser „Hetzpropaganda. bei welcher deutsche Vehördenvertre- ter systematisch in der Rolle politischer Agitatoren gegen den Versailler Vertrag und die jetzige Grenze auftreten", verlangt. Diesem Abwehrkampf mühten sich auch die polnischen Sender an» schließen. Einen größeren Raum widmet der Ausruf der polnischen Minderheit in Deutschland. Es sei ein unhaltbarer Zustand, daß die deutsche Minderheit ständig Beschwerde über die angebliche polnische Bedrückung vor dem Völkerbund führe. Polen habe zwar kein Interesse daran, irgend einer Minderheit die ihr zustrhendrn Rechte zu kürzen, müsse aber gleichzeitig die Wahrung der Rechte der über eine Million starken polnischen Minderheit in Deutschland verlangen. Die größte Aufmerksamkeit müsse sowohl seitens der polnischen Behörden, wie auch der Bevölkerung der Westgrenze gewidmet werden. Das Losungswort für das Jahr 1933 müsse laufen: „Alles für die Westfront!" Der Aufruf ist von namhaften Persönlichkeiten, u. a. auch von dem früheren polnischen Außenminister Z a l e s k i unterzeichnet. Alle deuischen Inschriften verboten! Dir schau, 13. Jan. (ERD.) Der vor kurzer Zeit aus Kongreß polen hierher versetzte S t a r o st hat verfügt, daß alle deutschen Gewerbetreibenden auf ihren Firmenschildern und Schauie.iste.n alle deutschen Inschriften zu entfernen und durch polnische Inschriften zu ersetzen haben. Bei Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden hohe Strafen angedroht. Der evangelischen Kirche in Dir sch au ist ausgegeben worden, den deutschen Bibelspruch aus dem Torbogen nach dem Friedhof und deutsche Inschriften an den Gemeindegebäuden und Kirchen s o - fort zu entfernen, andernfalls hohe Strafen in Aussicht gestellt werden. 1921 ist die Einwohnerzahl Böhmens auf 7,2 Millionen gestiegen. Das bedeutet ein Wachstum der Tschechen um 7,5, der Deutschen um 4,5 Prozent. Trotzdem wird der tschechische Wirtschaftskampf die Deutschen vor so außerordentlich erschwerte Wirtschaftsbedingungen stellen, daß die Zukunft der Deutsch-Böhmen keineswegs gesichert ist. Wohin der Blick über unsere Grenzen fällt, überall kämpft deutsches V o ( k s t u m um seinen B e - st a n d. In diesem Kampf ist es einig mit den übrigen Minderheiten Europas, die Deutschlands beste Verbündete im Kampf gegen die Rechtsordnung von Versailles sind. Aufgabe der deutschen Außenpolitik ist es, künftighin den alten Plan Stresemanns zu verwirklichen und eine durch alle europäischen Staaten hindurchgehende Minderheitenfront für Recht und Gesetzlichkeit aufzurichten. Hat Deutschland erst diesen Kampf um das Recht gewonnen. fo braucht es nicht bange zu fein um die Machtkämpfe, die sich später einmal entwickeln werden. DieReichsverwaltungsreform zurückgestelti. Darmstadt, 13. Jan. (WSR.) Das hessische Regierungsorgan, die „Darmstädter Zeitung", schreibt heute: Wie verlautet, ist die Vorlage über die Aufhebung von mittleren und unteren Behörden in der Reichsfinanzverwaltung, Reichspostverwaltung und Reichsarbeitsverwaltung einstweilen zu- rückgestellt worden. Die Kabinettvorlage, die die Form einer Denkschrift trug, war unter der Kanzlerschaft Papens von den beteiligten Ressorts ausgearbeitet worden. Die Reichsregierung hatte beschlossen, mit den beteiligten L ä n d er - regierungen in Verhandlung über diese Vorlage und damit über die Form der kleinen Derwaltungsreform einzutreten. Diese Verhandlungen wurden zum Teil auch begonnen, jedoch nicht zu Ende geführt, da das Kabinett Popen stürzte. Reichskanzler von Papen hatte u. a. die Absicht, bei seinen Staatsbesuchen in den Ländern über diese Dinge zu sprechen. Das Kabinett von Schleicher hat darauf verzichtet, diese Reform voranzutreiben, auch sind die Verhandlungen in den Ländern noch nicht weitergeführt worden, oder zum Abschluß gekommen, so daß es mit der Durchführung der kleinen Verwaltungsreform noch gute Weile hat. Es war im übrigen auch vorgesehen, daß die Reichsverwaltungsreform im Zuge eines Fünfjahresplans durchgeführt werden sollte. Don Seiten der Länderregierungen ist der Reichskanzler von Schleicher darauf aufmerksam gemacht worden, daß auch die Durchführung der Derwaltungsre'orm in der jetzigen Krisenzeit bei den betroffenen Ländern und Gemeinden neue Beunruhigung schaffen würde. Ser deutsche Militärattache n Prag. Dresden, 13. Jan. (TTl.) Eine Prager Zeitung teilte vieler Tage mit, daß Oberst von Falkenhorst, Chri des S.abes der 4. Diviiion in Dresden, als Militär attach e in Prag in Aussicht genommen fei. Wie wir von zuständiger Seite erfahren, trifft diese Meldung zu. Neue britische Reichswirtfchaste - Konferenz? Ottawa, 13. Jan. (WTB. Funkspruch) Die kanadische Regierung steht gegenwärtig mit den Regierungen des britischen Reiches, die an der Ottawa-Konferenz teilnahmen, in Fühlung, um sich über einen geeigneten Termin für die Einberufung einer Konferenz in London zu einigen, auf der weitere Einzelheiten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit innerhalb des Reiches erwogen werden sollen. andere amtliche Organe wahrgenommen werde. Auf der anderen Seite ist die Behauptung des Berliner Dormittagsblattes völlig abwegig, daß die den Nationalsozialisten nahestehenden Landbundpräsidenten Willikens und v. Sybcl zurückzulreten beabsichtigten. Die gestern bereits angekündigten Sofortmaßnahmen der Reichs-- regierung zum Schutze der Landwirtschaft werden in einer Kabinettssitzung am Montag beschlossen und umgehend in Kraft gesetzt werden. Offener Brief der RGOAP. an Schleicher. München. 13. Januar. (ERB.) Der Leiter des Amtc^ für Agrarpolitik der NSDAP. Walter Darre veröffentlicht einen Offenen Brief an den Reichskanzler, in dem er den Reichskanzler für den Konflikt zwischen der Reichsregiernng und dem Reichsl and » bund verantwortlich macht. Die in der Vorkriegszeit aufgeblühtc deutsche Industrie habe ihren Absatzmarkt verloren, und hier wurzele die Ursache der Arbeitslosigkeit und der fortschreitenden Bolschewisierung des deutschen Volkes. Entschlossene Hinwendung zum Binnenmärkte sei der einzige Ausweg, die arbeitslos gewordene Industrie neu zu beschäftigen. In dem Brief wird der Regierung dann Willensstärke und Zielstrebigkeit abgesprochen und der Vorwurf erhoben, daß sie ihre strategische Linie den jeweiligen Zweckmäßigkeiten anpasse, statt taktische Erwägungen einem großen strategischen Grundgedanken unterzuordnen. Die immer drängender werdende Not der deutschen Bauern Hobe endlich zu einem Zusammenprall uv' ' Regierung fuhcen m. f,en. die in Wirtschaft? ra en offensichtlich mit Blindheit geschlao Mbesetzmia hoher preußischer Regierungsstellen Links: Herbert von Bismarck, deutschnationaler Reichstagsabgeordneter und früherer Landral wird den seit dem Abgang des Staatssekretärs A b e g g verwaisten Staatssekretär-Posten des preußisch.'N Innenministeriums übernehmen. — Mitte. Ministerialdirektor Klausener, der langjährige Leiter des Polizeireferats im preußischen Innenministerium, wurde in das Reichsverkehrsministerium versetzt. — Rechts: Ministerialdirektor Dr Edgar L o e h r s übernimmt die Nachfola- non Tir ühne für einen Mord Das Schwurgericht Saarbrücken hat nach Ijstün- diger Beratung der Geschworenen den des Morde s an dem Taxichauffeur Servet angeklagten Josef Groß zum Tode verurteilt, nachdem die Geschworenen die Frage nach der Vorsätzlichkeit bejahten Groß nahm die Strafe an und bat um sofortige Volkstrecku o Der „Regenbogen“ in Senegal gelandet. Tas französ sche Großflugzeug »Regenbogen“, das in Port ©Kenne notlanden muhte, weil die Oelzufuhrleitung gebrochen war, ist am Freitag kurz nach 11 Uhr wieder gestartet unb hat den Flug nach Dakar fortgesetzt. Die Maschine landete um 14.40 Uhr französischer Zeit in St. Louis (Senegal). Holzfeuer entzündet Blindgänger. — Fünf Schwerverletzte. Em schwerer U n g l ü ck s f a l l ereignete sich in Dillers-Bretonneux in der Nähe von Amiens. Gartenarbeiter waren im Park eines alten Schlosses beschäftigt und hatten Baumäste zu einem Haufen zujammengettagen, den sie ansteckten. Fünf Mam der Arbeiterkolonne hatten um das Feuer Platz genommen, als plötzlich eine furchtbare Explosion erfolgte; alle fünf Arbeiter blieben schwer verletzt liegen. Die Untersuchung ergab, daß gerade an der Stelle, an der das Holzfeuer angesteckt worden war, ein aus dem Weltkrieg stammender Blindgänger vergraben worden, der sich durch die Hitze entzündet hatte. Die fünf Opfer des Unfalls wurden sofort in ein Krankenhaus überführt, wo man bei drei von ihnen jede Hoffnu^ auf Erhaltung des Lebens aufgegeben hat Zwei schwere verbrechen aufgedeckt. In Frankreich sind dieser Tage zwei Ver- brechen von außergewöhnlicher Roheit begangen worben. In Paris hat em 15jLhriger Landwirtschaftsschüler seine 82jährige Tante, eine Marquise de Redde, die er regelmäßig zu besuchen pflegte, bei einem dieser Besuche v o n h i n - ten niedergeschlagen. Die alte Frau liegt im Krankenhaus; ihr Zustand ist ernst. Der Ress« versuchte zu leugnen, gestand aber bann die Tat ein und begründete sie damit, er habe die Rolle eines Detektivromanhelden spielen wollen. Anscheinend hatte er es aber auf das Geld der Tante abgesehen. Im anderen Falle handelt es sich um einey Mord in der Ortschaft Crotet bei Angoulöme. Dort brannte in der vergangenen Nacht eiy Gutshof nieder. Bei den Löscharbeiten fand man die Leichen des Pächters und seiner Frau. Beide Leichen wiesen aber nicht nur Brandwunden auf, sondern die Leiche der Frau lag in einer großen Blutlache, und die des Mannes war zerstückelt Don den Tätern fehlt bis jetzt jede Spur. Zugzusammenstoß in Amerika. — vier Tote, 23 vorletzte. In der Nähe von Knoxville im Staate Iowa er eignete sich ein schweres Eisenbahnunglück Zwei Personenzüge stießen in voller Fahrt zusammen. Aus den Trümmern wurden vier Tote und 23 Verletzte geborgen. Verantwortlich für Politik: I. V.. Ernst B I u m s ch e i n. Einmal Hai und zweimal Tiger. Bon Hans Hiebau. „Hallo!", rief der Stammtisch in Forenskens Toddyhall, denn in diesem Augenblick schob sich Kap'tän Klaus in die rauchige Gaststube. „Ahoi", sagte Steuermann Harms, stand auf und drückte Klaus die Hand. „Wir wart'n all' auf dich", fuhr er fort. „Wir schippern hier nur fo’n büschen aufer Ostsee lang. Da givt bat nix to verteilen Aber du, Klaus, du kommst von' große Fahrt." .Jawoll", sagte Klaus, ließ sich auf einen Stuhl fallen und hatte schon den ersten Grog vor der Nase. „Ich komm' juftamment von Ostindien. Aber was bat damit zu tun hab'n soll, daß ihr nun all' auf mich wartet, das verstehe ich nich. Prosit!" „Prost!" rief der Stammtisch. Steuermann Harms aber fuhr fort. „Pidder Lüß, der Wirt, hat schon immer nach dir gefragt, Klaus. Das letztemal, wie du von Kap Horn kamst, mit der „Eva-Maria", weißt du, da sind die Balken, da oben" — und Harms zeigte mit dem Daumen nach ber Decke — „n* büschen nach unten burdjgebog'n. Unb was Zimmermann Rabbel is, ber hat zu Pibber Lüß gesagt: ,Da is nichts zu machen', hat er gesagt, „bie Balken müssen wieber gerabe gelogen werden. Unb sähst bu, Klaus", — Harms schlug ihm auf die Schulter — „un davon kommt bat. bat wir nun all’ auf bich roarfn." Pibber Lüß brachte ben zweiten Grog. Kap'tän Klaus aber saß steif auf seinem Stuhl. „Kinners", sagte er, „macht mich nich ärgerlich. Was ich euch von ber „Eva-Maria" erzählt hab' un von Kap Horn unb von bem Polypen, ber bie belben Anker gefreßen hat, bat is so wahr, wie —" „Eben, eben", nickte Steuermann Harms, „tann’s ja woll Spoaß oerbrag’n, wat? Un wie war bas nu diesmal mit Ostindien und der „Bavaria?" „Hm", brummte Kap'tän Klaus unb winkte nach bem britten Grog. „Da is nich viel zu oermelben, meine Herren. So'ne Fahrt auf’n achttausenb Ton- nen-Dampfer, wie bie „Bavaria" is, bas ist wie'n Sonntagsausflug auf’n Alstermotorboot. Nur einmal, tjä, tjä —Kap'tän Klaus starrte gebanfen« voll vor sich hin. „Man to", ermunterte ber Stammtisch. „Tjä", fuhr Kap'tän fort, „bat war im Roten Meer. Morgens um sechs hatten wir Atzen passiert. Um zehn war es so heiß, Kinners, so wat von Hitze is mir mein Lebelang nicht auf’n Pelz gebrannt! Die Backborbwache zurrte Labung auf bem Vorschiff. Um zwölf Uhr kommt ber Quartiermei- fier Iink, bies Chinesengesicht, auf bie Brücke. .Köpfn', sagt er, .die Leute woll'n nich mehr, bie Leute könn'n nicht mehr Wir hab'n neununboier- zig Grab im Schatten.' .Takeltüg!' schrei ich, unb es kann fein, daß mir bie Hitze auch im Kopp saß, .bann geiht boch mal tut ut'n Schatten!'" „Haha", lachte bie Tafelrunde „Da is nix zu lachen", fuhr Kap'tän Klaus fort, „die Leute steckten die Hände bis an die Ellbogen inne Hosentaschen Der Mann am Ruder steuerte Nordnordwest un bann Ostnordost un bann Süd- ostzusüb, un wie ich ben Maschinentelegraphen auf stop stelle, merk' ich, baß kein Mensch mehr unten im Raum is. Also Meuterei, benr ich, geh' ins Kartenhaus, nehme meinen Revolver un brülle nach unten: Maschinenpersonal unter Deck! Aber kein Mensch rührt sich. Ich hebe ben Revolver. Eins, zwei, brei, zähl' ich unb brücke ab. Pffi, geht es, un bas Blei läuft — so heiß war es, meine Herren — langsam aus bem Lauf." „Ja, ja", nickte Steuermann Harms, „sowas kommt vor." Pibber Lüß aber, ber Wirt, ber an ber Theke neben bem Petroleumkocher ftanb, warf ben Kopf in ben Nacken unb guckte nach ber Decke. „Na", fing Kap'tän Klaus wieber an unb rührte feinen sechsten Grog um „bie Leute lachten. Die Leute kamen auf bie Brücke zu, un wer weiß, was da noch all's passiert wär', wenn nich mit einem- mal, wie eine Fontäne, sag ich euch, ein Hai aus bem Wasser springt unb — klatsch — auf bas Vorbeck fällt." „Donnerwetter", murmelte bie Tafelrunbe, „ein Hai? Auf Deck?" .Jawoll", nickte Kap'tän Klaus, „ein Hai auf Deck. Später haben wir bie Wassertemperatur gemessen. Fünfunbvierzig Grab, meine Herren, bat is auch für'n Hai zu viel." „Ja, unb —?" fragte Steuermann Harms, „was habt ihr mit bem Biest gemacht?" „Dat woltt' ich ja grabe erzählen", fuhr Kap'tän Klaus fort. „Die Mannschaft, wie sie bas Tier sieht, war wie ber Blitz unter Deck. Der Hai aber fuhr wie ein Torpeboboot auf bem Vorbeck herum, schlug mit seinem Schwanz bie Stapellabung kaputt, tappte bie Labebaumtrosse unb war gerabe babei, den Webergantj zur Kombüse in Trümmer zu hausen, als ich — ich ^anz allein, meine Herren — mit ber Harpune auf ihn zugehe." „Donnerwetter", murmelte ber Stammtisch. „Das weitere is schnell erzählt", nickte Kap'tän Klaus. „Ich nehm' die Harpune und will zustoßen. Aber der Hai is schneller. Ich bekomme einen Schlag ins Gesicht, fühle, wie die Knochen knacken, fühle, wie mein linker Arm gebrochen wird, fühle, wie mein rechter Arm gebrochen wird, dann kommt das linke Bein dran, und dann bas rechte, unb bann ein neuer Schlag — un ich flieg in hohem Bogen über Borb " Der Stammtisch saß wie erstarrt. „Zwei Stunden", seufzte Kap'tän Klaus unb wischte sich ben Schweiß von der Stirn, „bin ich im Roten Meer rumgetrieben. Die „Bavaria" war längst verschwunden. Um zwei Uhr endlich kam ein englischer Zerstörer auf, sichtete mich und nahm mich an Bord. Der Arzt legte mich in Gips; abends um sechs hatten wir die „Bavaria" eingeholt, bas Thermometer zeigte achtzehn Grad, die Mannschaft war wieder vernünftig un entschuldigte sich. Ich ließ mein Bett auf die Brücke bringen und übernahm bas Kommanbo." „Ja, aber —", sagte Steuermann Harms, „beibe Beine gebrochen, beibe Arme gebrochen, un bann, verdammich, Klaus, hast bu zwei Stunben im Roten Meer geschwommen?" Kap'tän Klaus warf, Stück für Stück, ben Zucker in bas zehnte Glas. „Was für ’ne dumme Frage", schüttelte er den Kopf, „fünfundoierzig Grad habe ich gesagt, war das Wasser warm. Bei fünsund- vierzig Grad, meine Herren, krepieren die Fische. Alle Fische — wie soll bat woll anners sein — schwammen an ber Oberfläche. Jeber Fisch, hat, bas wißt ihr ja woll noch außer Schule, ne Fischblase. Funfhunbert Fischblasen sin besser als’n Rettungsring." „Hm, hm", nickte bie Tafelrunbe, unb Pibber Lüß, ber Wirt, sah zum zweitenmal nach seiner Balkenbecke. Kap'tän Klaus aber räusperte sich. „Drei Wochen später mar’n wir in Hmterinbien", fuhr er fort, „liefen jeben kleinen Dreckhafen an, löschten Kohlen, luben Baumwolle, Holz, Kopra, wie's grabe kam. Un ba" — Kap'tän Klaus seufzte — „ba passiert mir beim bie Sache mit ben beiben Tigern." „Oha!" rief ber Stammtisch, „benn man to!" Unb Steuermann Harms bestellte eine neue Runbe. „Da is nich viel zu erzähl'n, fuhr Kap'tän Klaus fort, „un wenn ihr benkt, baß ich nich so ganz bei der Wahrheit bleib’, bann will ich man lieber gar- nid) erst anfang’n." „Aber Klaus", rief Harms, „bu wirst dock) nich — ?" „Na, ja", überlegte Kap'tän Klaus, „bat war also kurz un gut so: Ich gehe an Lanb spazieren, mitten Krückstock natürlich, benn meine Beine, müßt ihr wissen, waren noch nid) so recht wieder in Schuß. Ich geh' ba denn so hin un mit einemmal, gutts» bunner, steht da, zwei Schritte vor mir, ein Tiger. Na, denk' ich. bat is ja ne schöne Reise. Erst'n Hai und dann’n Tiger Unb wie ich noch so benf, steht ba doch mit einemmal noch'n Tiger unb reißt ben Rachen auf." „Na, un bu?" fragte Steuermann Harms, „wat hast bu ba gemacht?" „Was soll ich da woll gemacht hab'n", zuckte Klaus die Achsel, „ich hatte nich mal’n Revolver bei mir, unb ber Krückstock war aus Bambusrohr. Ich drehte mich um un ging weg." „Unb bie Tiger?" fragte Harms weiter. „Keine Ahnung", murmelte Klaus, „keine Ahnung, was da wohl von geworden ist." Der Stimmtisch schwieg. Harms starrte auf die Tischplatte. „Klaus", sagte da Pibber Lüß, ber Wirt, „nimm mir bas nicht übel. Die Sache mit bem Hai, bas war ja wohl in Orbnung, aber bie Sache mit bem Tiger —" „Meine Herren!" rief da Kap'tän Klaus unb klopfte auf ben Tisch. „Die Sache mit ben Tigern war. Ehrenwort, justament so wie ich euch bas erzählt hab'. Unb wenn Kap'tän Klaus sein Ehrenwort gibt —" Klaus ftanb auf unb guckte bie Tafelrunbe an. „Is all goob", nickte Steuermann Harms, „aber wo is benn bas bloß gewesen, bie Sache mit ben beiben Tigern?" „f)ab’ ich bat noch nicht gesagt?" murmelte Kap- tän Klaus unb nahm seine Mütze vom Haken, „dar war im Zoologischen Garten von Singapore." Vier Generationen mit 388 Lebensjahren. Ein Fall seltener Langlebigkeit in einer Familie wurde jetzt durch Nachforschung in der Familienchronik enthüllt, als sich ein Bürger in Plymouth namens I. Chalice von seinem Beruf zurückzog. Durch 40 Jahre war er als Gärtner in einem öffentlichen Park der Stadt tätig und setzt sich jetzt mit 80 Jahren zur Ruhe. Sein Vater, der bis zum Alter von 90 Jahren arbeitete, erreichte eine Lebenszeit von 97 Jahren. Sein Großvater war bei seinem Tode 104 Jahre alt, sein Urgroßvater 107. Der Urenkel scheint die Absicht zu haben, diesen Vorbildern nachzueifern; denn er erfreut sich noch heute vollkommener Gesundheit und ein „Spaziergang" von über 30 Kilometer ist für ihn keine Seltenheit. . Nlanb '""•Ulli. "'N m. 2*« « erlfimtnL für bj. [Cq'f ‘ber Ii4 Sr^m «fai N Min^n dvn h\ 1 den Ab, ^fiehuna 1?n,a an«pe. rinanveDfn en Po'iflMjen mit. dah le'ne Alntstä, ? Mr zum ^°v°ls in m9«n drz Qn, 1 gemacht. e£ Fünf 3Äam Feuer Plav qe, e®JPlo|ion Ichwer Der, lQb- daß gerat,i angefterft roor. MnberfBlinh. hdmch die Unfalls wurden iri, mo man bei f Erhaltung hü ufgeberfL 9« zwei *3er. Wit began- Mriger Lauf' ze Zank, ein $ qelmähig zu b> s sachevonhin. I 2 alte greiulid * emft Der M- it dann die 5d Die Lahn als Wasserstraße. Arbeit auf weite Sicht. - Der Freiwillige Arbeitsdienst in großer Aktion. Seit einiger Zeit hört man öfters in den Straßen unserer Stadt den gleichen Schritt und Tritt marschierender junger Leute, die in Arbeitskleidern geschlossen ihrer Arbeitsstätte zustreben. Wenige nur wissen, wo die jungen Leute — Arbeitsdienst- freiwillige — beschäftigt sind. Sie marschieren morgens dem Schlachthof. der Lahn zu und kehren in den Nachmittagsstunden zurück. An der Lahn ist gegenwärtig ein großes Ards it s p r o j e k t im Gange. 120 Arbeitsdienstfreiwillige dienen hier einem bedeutsamen Werke. Die Lahn wird zu einem Teil, genau gesagt aus einer Strecke von 470 Meter, in der Nahe des Elektrizitätswerks, völlig umgelegt. Das alle Flußbett, in großem Bogen gewunden und seicht, ist für die Schiffahrt nicht brauchbar und soll für die Zukunft ausgeschaltet werden. Dem Flust ein neues Bett zu graben, ist die Aufgabe, die gegenwärtig vom freiwilligen Arbeitsdienst erfüllt wird. Die Arbeiten sind schon weit vorgeschritten. Es wird eifrig Rasen ausgestochen, ge- graoen, abgehoben, aufgeschüttet, größere Flächen werden planiert, so daß sich eines Tages das neue Flußbett' inmitten glatter Uferflächen in schnurgerader Führung darbieten wird. Einige Zahlen lassen das Ausmaß des Projektes erkennen. Das neue Flußbett soll, wie schon erwähnt, 470 Meter lang werden und den Flußlauf in gerader Linie führen. Die Kronenbreite des Flußbettes wird 50 Meter fein, die Sohlenbreite 15 Meter. In der Tiefe sind 6 Meter auszufchachten, auf- xuroerfen find außerdem noch 1,60 Meter, so daß die gesamte Erdbewegung über eine Höhe von 7,60 Metern zu bewerkstelligen ist. Vom 1. bis 31 Dezember 1932 waren die Ar° beitsdienstwiUigen mit dem Abstechen des Rasens beschäftigt, seit dem 1. Januar sind die Ausschachtungsarbeiten im Gange, die gleich in der Weise erfolgen, daß sofort das Uferflächenprofil ersichtlich wird. Etwa 70 junge Leute sind allein mit den Ausschachtungsarbeiten in Anspruch genommen. In flotter Arbeit wird das weiche, schwere Erdreich aus» gehoben und abgefahren, dabei gleich so unterge» rächt, daß es der Planierung bzw. der in der Höhe von 1,60 Meter notwendigen Aufschüttung dient. In rationeller weise gehl die Arbeit Hand in Hand, und in kurzen Abständen rollen die wagen, einer nach dem andern, auf der besonders errichteten Brücke zur Seite. Das Flußbett in seiner zukünftigen Gestalt wird bereits klar sichtbar. Die gesamte Arbeit an diesem Teil der Lahn wird 67 0 0 0 Tagewerke erforderlich machen. S’n etwa 400 Arbeitstagen soll das Werk im bisher geplanten Ausmaß durchgeführt werden. Da man mit jährlich etwa 250 möglichen Arbeitstagen rechnet, hofft man, daß b is zumHerbst 1 9 34 das Projekt bei dem Einsatz von etwa 150 Arbeitsdienstwitligen oder Arbeitern erledigt sein farm. Allerdings spielen da bei die Wilte.wags- verhältnisse eine entscheidende Rolle mit, da ja <5roft die Arbeit sehr wesentlich verzögern kann. Eine weitere Schwierigkeit erwartet man im Auftreten von Fels in größerer Tiefe. Die jetzige Lahnkanalisierung d ent in ihrer großen gedanklichen Linie der Zutuns t. Ls ist vorgesehen und in den Plänen und Zeichnungen bereits klar sestgelegt, dah das Flußbett so vertieft wird, dah 190-Tonnen-Schisfe die Lahn bis Gießen passieren können. Wann die Durchführung dieses erweiterten Projekts Wirklie keit werden soll, läßt sich bisher noch nicht übersehen. Die jetzige Arbeit dient zunächst den Interessen der Stadt Gießen (Beseitigung der Hochwassergefahr durch glatten Ablauf der Wassermassen) unter besonderer Derücksichtigung der 2'nteressen des städtiiüea Elelt.ckzilälsw.r.es. Mit den Kanalisationsaröeiten soll näm.ich gleichzeitig die Beseitigung des Mühlgrabens und eine Verlegung der Wieseck in ihrem Mündungslauf verbunden werden. Das Landschaftsbild wird durch diese Verlegung des Lahnbettes eine wesentliche Veränderung erfahren. Der Hohe Eichweg, der bisher schon ein großes Stück bis über den Schlachtyof hinaus geführt ist, soll dem kanalisierten Teil cntlanggcfüfcrt werden. In Verbindung mit der bereits geschaffenen Uferbefestigung und Dett- rcgulierung der Lahn gegenüber den Dadeanstal- ten wird sich . ein klares, übersichtliches Fluhbild ergeben. Dem H o ch w a s s e r s ch u h, aber auch dem weitergehenden Zweck, der Schiffahrt die Dertehrsinögiichleit zu geben, dient die jetzige große Arbeit in glücklicher Weise. Die Bauleitung liegt in den Händen des Hoch- und Tiefbauamtes der Stadt Gießen. Es ist erfreulich, daß gerade in dieser Zeit, da vielen jungen Menschen keine Arbeitsgelegenheit gegeben ist, die Initiative ergriffen und durch di Fe Arbeitsbeschaffung der Rot gesteuert wird, dabei gleichzeitig Wege bereitet werden, die der wirtschaftlichen Bedeutung der Stadt Gießen in kommenden Jahrzehnten nur dienlich sein können. Aus der provinzialhauhistadt. : hebe die 2b'j 'en wollen. 3s $ Geld der 2orl; l sich um tinq b?i 3ngou^"". men 7lad>t en eiten farib xna ter 'Statt. Tti.i :anbtounben o.J in einer grtr ; war yrftüdü ede Spur. - Vier lote, Staate 3oma n baljnunglv! ler yabrt * vier I o i {ur. ilitit: jein. einemmal, gutt* >r mir, ein W Reise. GrfiW iod) so denk, B jer und reih! dr> mn Harms. ,N hab'n' M mal n Revolv-r 1U5 Bambusrohr 5 weiter laus, „keine W s" starrte auf - her Wick ?ss: sf-x WWW'* murtnf* Zingap^e- nett in1 ‘ mn«««1 W ^5» Dir evangelische Gemeinde Gießen im Jahre 1932. Aus den statistischen Zusammenstellungen der evangelischen Gesamtgemeinde Gießen für das Jahr 1932 seien folgende Zahlen b richtet (die in Klammern gesetzten Zahlen beziehen sich auf das Jahr 1912). Aus der Dergin a-ung ergibt sich, wenn auch nicht mit absoluter Zuvsrlässigteit, ein Bild von der Bevölkerungsbewegung in den letzten 20 Jahren. T.'usen sanden statt 347 (469), Trauungen 175 (179), Konfirmationen 247 (418). Die kirchliche Mitwirkung bei Beerdigungen wurde in 231 Fällen begehrt, darunter waren 71 Feiern bei Feuerbestattungen. Bei diesen Angaben sind die hiesigen Krankenhäusern, sowie die sonstigen Anstalten mit ihren Geburts- und Sieroesällen, insoweit nicht gewahrt, als es sich hierbei um Ortsfremde h.naelt. Die Angaben über die Zahl der Taufen und Konfirmationen ergeben das Bild eines fortschreitenden Geburtenrückganges, wobei besonders ins Gewicht fällt, daß von den Zahlen der Taufen in 1932 sich viele auf Kinder beziehen, die in den beiden hiesigen Schwesternhäusern grboren sind und ortsfremden Familien angehören. Der Rückgang der Konfirmationen beweist den großen Rückgang der Geburten in der Kriegszeit. Die Gottesdienste waren im Jahre 1932 durchschnittlich wöchentlich von 682 Dltännem, 1010 Frauen und 270 Kindern besucht. Die Kinderkirchen weisen eine durchschnittliche Besucherzahl von 211 Knaben und 239 Mädchen auf. Zwei Jugendgottesdienste mit durchschnittlich 1225 Besuchern wurden veranstaltet. Am he l'.gen Abendmahl nahmen teil 3929 (4396) Personen; dieser Rückgang geht wesentlich auf die immer kleiner werdende Zahl der Konfirmanden zurück. Aus der evangelischen Landeskirche traten aus 80 Personen, zur evangelischen Kirche traten über elf Personen. Das Iugend-Nolwerk in Oberheffen beginnt. Am kommenden Mittwoch wird die Arbeit des Jugend-Notwerkes in Oberheffen im Bezirk Bad-Nauheim beginnen; dort kommen rund 100 junge Leute in Betracht. Am Donnerstag wird das gleiche Hilfswerk in den Bezirken Friedberg und Okarben feinen Anfang nehmen; hier kommen zusammen rund 150 junge Leute in Frage. Die jungen Menschen werden beruflich, geistig und sportlich betreut und erhalten täglich kostenlos ein kräftiges Mittagessen. Freiwilliger Arbeitsdienst in Oberheffen Dom Arbeitsamt Gießen wird uns mit- geteill: Die Vorbereitungen von Maßnahmen des Freiwilligen Arbeitsdienstes zum Frühsahr sind in Oberhessen in vollem Gange. Mit einem Arbeitsbeginn zu Mitte Mürz sind im Bezirk des Arbeitsamts Gießen bis heute genehmigt: 3 2 Maßnahmen des Freiwilligen Arbeitsdienstes mit 1000 Arbeitsdienstwi11i - gen und 1 14040 Tagewerken. Von diesen 32 Maßnahmen werden 9 als geschlossene Arbeitsdien st lager durchgc- führt. In Vorbereitung sind weitere 10 geschlossene Arbeitsdienstlager. Auch die Planungen von Notstandsardei- ten machen erfreuliche Fortschritte. Diese Not- standsarbeiten werden nach erfolgter Genehmigung iofort begonnen, da die Witterungsverhältnisse hierfür zur Zeit noch sehr günstig sind. Expreßgut und Gepäck bei der Reichsbahn ti liger. Laut Mitteilung der Deutschen Reichsbahngesellschaft nimmt die Reichsbahn ab 15.1.1933 Ermäßigungen und Erleichterungen im Expreßguttarif vor. Die Auswirkung des neuen larifes ist am besten an den nachstehenden Beispielen zu erkennen: Es kosten u. a. 10 kg E'preßgut auf 100 km jetzt 70 Pf., künftig 50 Pf-, 16 kg Expreßgut auf 100 km jetzt 1,40 Mk., künftig 80 Pf., 50 kg Expreßgut auf 700 km jetzt 12,89 Mk., künftig 9,50 Mk. Darüber hinaus tritt eine Reihe von weiteren Vergünstigungen in Kraft. Die Zahl der Entfernungszonen ist von 23 auf 13 vermindert worden. Ferner werden zrm selben Zeitpunkt Verbilligungen im Gepäcktarif durchgeführt, und zwar kosten 15 kg Gepäck auf 100 km jetzt 1,20 Mk., künftig 75 Pf., 50 kg Gepäck auf 100 km 3 Mk., künftig 2,50 Mk. und 50 kg Gepäck auf 600 km jetzt 11 Mk., künftig 9,50 Mk. Diese Beträge ermäßigen sich für Warenproben und Musterkoffer wie bisher noch um 33z o. H. Neben den Ermäßigungen verschiedener Frachtsätze werden hier die Entfernungsstufen von 20 auf 11 vermindert. Es wird eine Zwischenstufe für 15 kg eingeführt und die Mindestfracht von 40 auf 30 Pf. herabgesetzt. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute im Stadttheater zu Gunsten der Gießener Winternothilfe „Bunter Abend". Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß während der Pause im Foyer bei den Darbietungen der Jazz- Kapelle M o e h l Erfrischungen gereicht werden, deren Erlös ebenfalls der Winterhilfe zugute kommt. Dann beehren sich Leopold Brandmeyer und Frau Maria Gabriela Josepha V o - g e l h u b e r, gebürtige Steinlechner zu ihrer Hochzeit ins „Weiße Rößl" ercebenft einzuladen. Beginn: 20 Uhr; Ende gegen 22.30 Uhr. — Sonntag, 15. Januar, auf vielseitigen Wunsch nachmittags zu verbilligten Märchenspielpreisen das Weihnachtsmärchen: „Aschenbrödel". Spieldauer von 15.15 Uhr bis 17.45 Uhr. 19 Uhr als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen zum 7. Mal: „Die endlose Straße" (Spiellei ung: der Intendant). Ende nach 22 Uhr. Dorzugsscheine haben Gültigkeit. — Dienstag, 17. Januar, 20 Uhr, in neuer Inszenierung unter der Spielleitung von Oberspielleiter Peter g affet t in dieser Spielzeit zum erstenmal das Trauerspiel: „Hamlet" von Shakespeare. Ende gegen 23 Uhr. Gewöhnliche Preise. 16. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. — Mittwoch, 18. Januar, 15. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement zu gewöhnlichen Preisen: „Stöpsel", Schwank von Arnold und Bach; Spielleitung: Fas sott. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. — Die nächste Wiederholung der Spielplanneuheit: „Politik der Weiberröcke" (Spielleitung: Wolfgang K ü h n e) von Neil Grant am Freitag, 20. Januar, 20 Uhr, als 15. Vorstellung im Freitag-Abonnement. Gewöhnliche Preise. Ende 22.15 Uhr. — Samstag. 21. Januar, 20 Uhr, Wiederholung der Operetten-Revue: „Im weißen Röhl". Ermäßigte Operettenpreise. Vorzugsgutscheine haben Gültigkeit. Ende nach 23 Uhr. — Sonntag, 22. Januar, 19 Uhr, als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Operettenpreisen Wiederholung: „Im weißen Rößl". Auch zu dieser Borstellung haben Vorzugsgutscheine Gültigkeit. Ende nach 22 Uhr. — Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Am Donnerstag, 19. Januar, findet um 20 Uhr im Stadtheater das zweite Orckesterkonzert statt. Mitwirkende sind der Gießener Orchefterver- ein und als Solistin Andrea Wendling aus Stuttgart, die Tochter des bei uns bekannten und geschätzten Pros. Wendling, der mit seinem Quar- fett uns schon oft erfreut hat. Die junge Geigerin, Schülerin ihres Vaters, hat sich bereits viele An- erfennungen geholt und ist mit großem Erfolg aufgetreten. Die Leitung des Konzerts hat Universitäts- musikdirektor Professor Dr. Stefan Temesvary. Es sind folgende Werke zur Ausführung vorgesehen: Beethoven: Fidelio-Ouvertüre, Mozart: Diolinkon- zert A=2>ur, Schubert: G-Dur-Symphonie. Das Konzert beginnt pünktlich, die Saaltüren müssen bet Beginn geschloffen werden. Näheres über Eintrittspreise, Abonnements usw. bei Ernst Challier, Neuenweg 10, und in den Anzeigen. “ Städtisch« Drennholzver steige- ru n g. Bei der Drennholzversteigcrung aus den Waldungen der Stadt Gießen (Försterei Rödgen) wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchescheiter (1. Kl.) per Raummeter 9 Mark, Buchescheiter (2. Kl.) 7, Eichescheiter (1. Kl.) 6,40, Bucheknüppel 6,k0. Hainbuche.nüppel 5, Eichc- knüppcl 4.C0. Fichteknüppel 4, Buchestöcke 5. Eiche- stöcke 3,60, Buchereisig (3. Kl.) per 100 Wellen 13, Eichereisig (3. Kl.) 8,50, Fichtereisig (3. Kl.) 6,50 Mark. ** D i e Besuchszeiten in den Museen. Das Oberhesüsche Museum und die Gailschcn Sammlungen im Alten Schloß, das Dölkermuseum, das Kriegsmuseum und die Städttsche Gemäldesammlung im Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. Geschichten aus aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Tas Land des Lächclnc wählt eine Königin. (d) Neuyork. Meister Lehar hat sich eben geirrt. Lernte auch die ganze Welt das melodische Lied des chinesischen Operettenprinzsn aus seine.n Singspiel „Dein ist mein ganzes Herz", so ist das eigentliche Land des Lächelns keineswegs das Reich der Mitte — eigentlich „lächeln" ja nur die Japaner — sondern Amerika, die beglaubigte Heimat des „Keep smiling". In USA. ist das Lächeln Sport. Und während Präsident Roosevelt sich erst in den nächsten Monaten so richtig „einführen" wird, hat die neue Landesmutter der Bereinigten Staaten bereits durch eine Großtat die Herzen der Bevölkerung im Fluge erobert. Sie veranstaltet eine schlechthin imposante Königinwahl. Zur Debatte stand die gewichtige Frage, wer die Großmeisterin des Lächelns der Staaten sei. Rund 65 000 Damen kämpften um die Palme, und nach langem Hin und Her ging Fräulein Mary D. als Siegerin aus dem Wettbewerb hervor. Ihr süßes Lächeln soll nach einstimmigem Urteil der Preisrichter am „gewinnendsten" sein. Diese Einschätzung brachte der gewiß beglückt lächelnden Miß zunächst einen Reingewinn von 500 Dollar ein, den ersten Preis nämlich. Zweitausend Mark bar auf den Tisch des Hauses: Da kann man schon lächeln. Einträgliche Liebcsb.iefe. tz. Stockholm. Ein junger Mann liebte ein Mädchen und schrieb ihm Briefe. Also Liebesbriefe. Sie enthielten kaum neuere Nuancen als die paar Myriaden, die vorher schon von anderen Leuten geschrieben wurden. Sie waren überhauot nicht der Rede wert. Der junge Mann war bei aller Romantik doch auch ein bißchen ein „Organisator". Er kaufte sich, wie das so üblich ist, wenn man eine ausgebaute „Korrespondenz" führt, die Briefmarken gleich in größeren Mengen und frankierte gleich viele Kuverts im voraus. Es geht nichts über eine rationalisierte Wirtschaft. Auch bei Liebesbriefen. Nun begab es sich, daß der junge Mann also einen ganzen Bogen Briefmarken der königlich schwedischen Post kaufte, und vorher Halle es sich wiederum begeben, daß in der Staatsdruckerei gerade auf diesen Bogen die Wertziffern verkehrt gedruckt wurden. Der junge Mann bemerkte das nicht, wohl aber das von ihm geliebte Mädchen. Manche Frauen haben auch einen gewissen Hang zum Materialismus. Das Mädchen liebte den jungen Mann zwar sehr, sie hätte seine Liebesbriefe nicht um die Welt hergegeben, aber die Marken — nun, die M.-rken hat sie verkauft. Sie bekam dafür immerhin 6000 Kronen, denn es waren wertvolle Raritäten, und das junge Paar konnte schneller heiraten, als es jemals geträumt hatte. Und die Moral von der Geschicht'? Liebe ist gut, immer noch gut, auch in dieser sachlichen Zeit, aber ein bißchen Organisationstalent auf der einen, ein bißchen Materialismus auf der anderen Seite können doch nicht schaden. Bei aller Romantik ... Das Rezept. f. Amsterdam. Dr. van St. ist sehr tüchtig, er ist aber auch grob. Besonders gegen die Damen, wenn sie leichtsertig und leichtangezogen Mondscheinpromenaden macken, nur mit ein bißchen Schminke gegen die frische Nachtluft als Schutz. Da kam so ein kleines, süßes Fräulein und klagte über Rheuma. Rheuma ist bekanntlich eine unangenehme Sache, besonders wenn man gern und viel tanzt und Mondscheinspaziergänge macht. Sie weinte ein bißchen beim Onkel Doktor, aber der hatte wenig Mitleid und hielt eine lange Predigt. Die Predigt bezog sich auf alles Mögliche. Auf sämtliche Faktoren, die Rheuma direkt und indirekt verursachen kann: dünne Kleider, kurze Röcke und alles, was unsere gewissenlose Zeit gegen Hygiene und Disziplin erfunden hat. Das Mädchen errötete, sagte „Ja" und seufzte „es wird nicht mehr vorkommen", und dann bat sie den bösen Doktor um ein Rezept. Und der Doktor, bös und mit eingekniffenen Mundwinkeln, schrieb: das Fräulein träumte schuldvoll und ängstlich von Kamillentee und ähnlichen Arzneien. Sie machte einen Knix und suchte bußfertig eine Apotheke auf. Sie kramte umständlich im Täschchen und holte dann mit Leichenbittermiene das Rezept vom dösen Doktor hervor. Sie schielte nach den farbigen Essenzen, nach Badepuloern und Franzbranntwein. Auch vor bitteren Pillen hatte sie Angst. Der Apotheker aber lachte fürchterlich. Er schrie vor Lachen.. Dann bedauerte er lebhaft, nicht dienen zu können. So etwas führe er nicht in seinem Laden. U~ib er feixte das süße kleine Fräulein an, das in einem hauchdünnen Spitzenkleid vor ihm stand. Der Doktor hatte ihr wollene Strümpfe und einen drei Meter langen Wollschal verschrieben ... Die Liebe und die Volkswirtschaft. (k) Brüssel. Der belgische Volkswirtschaftler Professor De Bruyn hat jetzt eine ganz gewiß einzigartige Statistik zusammengestellt. Sie behandelt die Liebe als volkswirtschaftliches Problem, man könnte sogar sagen als volkswirtschaftliches Objekt. Unsere bisherige Annahme, die Liebe sei eine himmlische Macht und darüber hinaus Privatfreud und Privat- leid der Einzelnen, war irrig. Nein, meine Damen und Herren, lassen Sie sich belehren: Selbst die Liebe, meine, deine, unsere Liebe ist das Sorgenkind des auch sonst geplagten Staates, sie ist eine kostspielige Angelegenheit und verschlingt, wie wir hören, im Durchschnitt mehr Gelder als selbst die — Brandschäden. Allein in der belgischen Hauptstadt Brüssel müssen im Jahre durchschnittlich 900 Bänke teils ausgebessert, teils durch neue ersetzt werden wegen der Liebe. Die verliebten Leute schnitzen es ja sooo gern in alle Rinden ein und vergessen dabei, daß Bänke aus Holz sind, aus gefühllosem Holz. Holz bleibt eben Holz und geht zugrunde, wenn allzu viele Herzen mit einschlägigen Scherzen eingeschnitzt werden. Iahresausgabe im Budget des Magistrats: Liebe und Trompetenblasen, wollte sagen Bänkeoerunstal tung 20 000 Franken! Ferner werden im Königreich Belgien jährlich mindestens 1700 solche Fälle vor Gerichten verhau- beit, in denen in Form von Eisersucht u. a. m. die Liebe die Hauptrolle spielt. Kostenpunkt dieser Liebesaffären etwa 60 000 000, ja in der Tat: 60 Millionen Franken! Auch 40 Prozent aller Autounglücke sind auf die Liebe zurückzuführen, da verliebte Herrenfahrer angeblich höchstens mit dem halben Verstand und nur mit einem Arm ihren Wagen lenken. Kurz und gut: Die Liebe, so wurde in Brüssel einstimmig für Recht erkannt, ist an'der Finanzkrise Belgiens zu nicht geringem Teil schuldig. Dabei kann man sie doch nicht zum Tode verurteilen, ja nicht einmal des Landes verweisen ... Der Gerichtsvollzieher in der D nan. (Avk) Dudapest. Es handelt sich nicht etwa um einen Schreibfehler: Der Gerichtsvollzieher waltete in der Tat nicht etwa a n der schönen blauen Donau seines traurigen Amtes, sondern wortwörtlich i n der häßlichen und grauen Donau, inmitten der Donau, noch richtiger in der Mitte der Donau. Zwischen Mohacs und Szob, auf ungarischem Gebiet. Das serbische Schleppschiff „Detegrab" beschäftigte bisher nicht nur Gerichte in Budapest, nicht nur die Zollbehörden in Budapest, Mohacs und Szob, sondern auch die südslawische Gesandtschaft, das ungarische Auswärtige Amt und sogar die Donaukommission. Die Vorgeschichte der sonderbaren Affäre ist natürlich ganz alltäglich: es geht um Geld und um einen endlosen Prozeß zwischen dem Vermieter und dem derzeitigen Mieter des kleinen Schleppschiffes. Am 1. November v. I. gondelte das Schiff behaglich stromabwärts gen Serbien. Da fiel dem Kapitän auf, daß sich ein Boot mit der Flagge der ungarischen Wasserpolizei redlich anftrengt, das Schiss einzuholen. Selbstverständlich ließ der Do nau-Seebär seinen Kahn stoppen und die vermeintlichen Zollbeamten an Bord springen. Zu seiner maßlosen Ucberraschuna stellte es sich dann heraus, daß die unternehmenslustigen Nachzügler, der Eigentümer von „Detegrab , dessen Rechtsbeistand und ein schlichter Gerichtsvollzieher nicht mehr und nicht weniger wollten, als die Pfändung des Gesamtkomplexes. Und also geschah auch die Pfändung inmitten der Donau. In der Folge beantragten die Leute sogar die Zwangsvollstreckung. Erst auf Intervention der Gesandtschaft wurde die seltsame Sperre aufgehoben, zumal die serbischen Pächter nachweisen konnten, baß sie ihren Verpflichtungen in Der Zwischenzeit einroanbfrei nachgekommen waren. So konnte das Schleppschiff seinen Weg nach etwa zwei Wochen unbehelligt fortsetzen. Das Nachspiel aber wirb die hohe Donaukommisfion beschäftigen wegen der angeblichen Verletzung des „internationalen Donaurecktes". Denn die dereinst schone blaue k. u. k. Donau ist seit 1918 ebenfalls zu einer „internationalen" Angelegenheit geworden. Fortuna. l. — P a r i s. Dieses Märchen hat den nicht zu unterschätzenden Vorzug, ein wahres Märchen zu fein. Daß es sich vollends in der letzten Silvesternacht ereignete, hebt feinen poetischen Wert noch um, schlecht gerechnet, hundert Prozent... Bei einer öffentlichen Wohl- tätigkeitsoeranstaltung saß also in der Silvesternacht der bekannte Automobilindustrielle R. mit seinen Damen beim Souper. Mit einem Mal trat an ihren Tisch ein Mädchen, ein ungewöhnlich hübsches Mädchen sogar, einen Korb mit Losen in Der Hand. Mechanisch pries sie die Gewinne an. Die Gattin des Industriellen nahm ihr eins ab. Im Vorüber gehen fragte Herr R. das kleine Wesen halb scherzhaft, warum sie denn ein so betrübtes Gesicht mache. Prompt hatte die Kleine Tränen in den Augen. Zögernd erzählte sie, bis vor einer Woche habe sie eine gute Stellung gehabt, gerade zu Weihnachten sei sie aber arbeitslos geworden und müsse ihr Geld nun auf diese und ähnliche Weise verdienen. Um ihr kein Almosen zu geben, ihr aber auf taktvolle Art eine kleine Zuwendung zu machen, nahm man ihr am Tisch noch drei weitere Lose ab. Kaum war das neue Jahr mit Tusch und allseitiger Umarmung angebrochen, erfolgte die Verkündung der Hauptgewinne. Und — Wunder über Wunder — an den Tisch des Industriellen waren gleich zwei der größten Gewinne gefallen. Diese seltsame Fügung des Zufalls hatte zwei Ergebnisse: erstens stürzte R., der furchtbar abergläubisch war, mit fliegenden Frackschößen auf und davon, um das Mädchen zu suchen, das ihm Glück gebracht hatte. In irgendeinem Winkel des Festsaales stöberte er es auf und schleppte es im Triumph an sämtliche Tische. Zehn Minuten später hatte das kleine Geschöpf kein einziZes Los mehr in feinem Korb. Und dann ... Na, die Geschichte geht nicht so weiter, wie Sie jetzt vielleicht glauben. Wir sind nicht etwa Zeugen einer großartigen Derlobungsseier, die eine kleine Stenotypistin auf einmal zur Gattin eines der reichsten Männer Frankreichs machte. Aber immerhin: kaum waren weitere zehn Minuten verflossen, da hatte das Mädchen schon einen festen Kontrakt in Händen, einen Kontrakt für put bezahlte Sekre- tärinnenfteüe in der bekannten Autofabrik R. ... und dabei stellte sich eine halbe Stunde später ein Irrtum der Verlosungszentrale heraus. Nämlich: der ehrwürdigen Dame, die die Nummer des Hauptgewinnes ausgerufen hatte, war in der Hitze des Gefechtes ein falsches Blatt Papier in die Finger gekommen, auf dem mit Bleistift nichts an beres vermerkt war als die Telephonnummer ihrer Schwägerin in Neuillv ... sji.-'fpoit Wirtschaft GteuergutscheinealsKapitalsanlage Rendite 9,75 o. H. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt befchlosfenen Dividende an. Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a M Berlin IVronfiurt d.2JI. höre 12.b | 13-1. 12.1. 63,5 63,7 63,75 5,5 85 Banknoten 85 1,45 1 1,4 1,4 1,45 - 32.9 72,5 - 1 139 I >38 Ol 8| 140,75 o 0 103,75 38,13 45,9 37,25 v. H. v. H. v. H. v. H. 80,5 95,65 79 69 9,75 78,25 0 'i 0 0 4 o 0 0 0 6 6 0 19,75 46 93 53 73 61,75 158 44 91 53 80,5 19,65 46,5 93 53 73 61,75 158 30,5 82,5 98,25 58 84 94 90 125,5 122,5 45 91 56 83,5 30,65 83,25 96,5 58,25 83 5 94,5 89 124 122 36 29,75 19.9 46,65 93,5 53,5 73 61,75 158 35,13 17 114,5 118,5 174 41,75 54 47,5 27,25 20,75 42,5 46 146 102,75 38,60 46,75 38 32,75 139 101 47 63.25 25 35,25 183 75.5 103.75 150 38 46,25 37,25 40 46,5 49,5 28,5 21,75 42,25 44,5 143 110,75 40,75 49 49,4 28 112 22,13 42,5 43,25 45,75 143 35,25 16,75 118 123 179,5 5 0 10 1936 „ 1937 „ 1938 „ 46 64,25 25 35,9 1R6 76,25 80,5 95,13 79,25 68.9 8.95 78 68 63,6 86,5 86,5 83,25 88,75 85,5 85 Cd. 9.5 „ 10 „ 10 ,, 10 43,75 91,25 52.5 81.5 52,65 135 101,5 46,3 63,4 25 73 35,5 185 75,65 102,75 152,5 38,25 47 38 44,75 91,25 56,13 83,5 54,5 135,25 102 47,25 (3,65 24,65 73,75 35.75 191 75,65 110,5 41,25 51,25 46,75 27,5 111,75 20,5 42,13 43 46,5 144 Inzahlungnahme zu 104 v. 5). 108 v. H. 112 v.H. 116 v.H. 120 v.H. 29,5 19,75 46,4 92,75 53,5 73 61,75 156,25 30,25 76 98 58,5 84,75 95 90,75 127,5 123 63 53,75 60 5,2 80.75 94,75 79,25 69,2 9,7 78,75 7,25 4,5 4,45 4,4 7 11,1 6,45 22.25 Von der Industrie- und Handelskammer Gießen wird uns geschrieben: Die Steuergutscheinc werden in fünf Gruppen ausgegeben, von denen je eine ab 1. April 1934, ab 1 April 1935, ab 1. April 1936, ab 1. April 1937 und ab 1. April 1938 bei Bezahlung sämtlicher Reichssteuern mit Ausnahme der Einkommen- und 31,5! 73,75 ! 31,75 84 97 59 83,7;, 95,5 89,75 124 122,5 62,5 ! 53,5 5,25 ! Schultheis Patzcnhofer 0 Aku «Allgemeine Kunstleide) ... 0 Hamvurg-Amerika.Palei Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa Dampfschiff........... Norddeutscher Lloyd A.G. für Verkehrswesen Alt. .. Berliner Handelsgesellschaft.... Commerz, und Prival°Bank... Deutsche Bank und DiSront» Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichsbank ................. Gritzner.................. jOtainkraftwerke Höchst o.®L . Süddeutscher Zucker ....... ner Kölner Rede scharf betont hat, immer vorausgesetzt, daß diese Ansätze nicht durch außen- oder iklnerpolitische Störungen und Sorgen wieder zunichte gemacht werden. Bei den Bereinigten Stahlwerken hat in dem Vierteljahr Oktober-Dezember 1932 die Produktion zum ersten Male wieder zugenommen. Im Vergleich zu dem vergangenen Vrertel- jahr stieg die Rohstahlerzeugung bedeutend, nämlich von 0,44 auf 0,67 Millionen Tonnen, d.e Roheisenvrodultion^von 0,45 auf 0,59 Millionen Tonnen, die Kohlenförderung von 3.38 auf 4,03 Millionen Tonnen. Der Gesamtumsatz hob sich von 125 auf 138 Millionen Mark. Dabei ist ein relativ stärkeres Anziehen des inländischen Geschäfts festzustellen, während der Auslandabsah nur von 46 auf 51 Millionen Reichsmark gestiegen ist. Die Delegschaft wurde von nahezu 82 000 wieder auf fast 89 000 Arbeiter erhöht. Auch der Auftragsbestand am 31. Dezember v. 3. weist eine leichte Steigerung auf. Man kann d'.e Geschäfts- entto'.dlung bei den Bereinigten Stahlwerken wohl als typisch für die der gesamten deutschen Montanindustrie ansehen. 7,9 4,5 4,8 4,8 7,65 11,75 6,5 22.5 . 0 . o . 0 . 7 . 0 . o . 0 . 6 .12 80,5 94,13 79 ; 68,9 9,9 77,75 65,5 63,13 87,25 87,25 88,65 89 85 85 Deutlich ist eine Besserung der Lage in der rheinisch-westfälischen Montanindustrie wahrzunehmen. Das Landesarbeitsamt Westfalen konnte kürzlich berichten, daß in den Bergbaubetrieben dieses Bezirks rund 7500 Bergleute Wiede reingestellt worden sind, und daß daneben die Zahl der Feierschichten um etwa 22 000 pro Arbeitsjahr vermindert werden konnte. 3n ungefähr dem gleichen ilm'angc sind auch in der westfälischen Groß-Eisenindustrie Reueinstrllungen von Arbeitskräften vorgenommen word-n. Dabei muß berücksichtigt werden, daß durch den bisher sehr milden Winter das Kohlengeschäfr nicht unerheblich beeinträchtigt worden ist. Außer tn der Eisenindustrie sind namentlich in der Maschinenindustrie und in der Textilindustrie Anzeichen einer stärkeren Belebung festzustellen. Aber in allen Fällen handelt es sich nut um Ansätze ,u einer Besserung, die sich am Arbeils- matkl praktisch erst im Frühjahr auswirken können. Und auch hierbei ist, wie Dr. Silverberg, I der bekannte rheinische Kohlenindustrielle, in sei- ' 7,251 4.4: 4,55 ; 4,65 7,13 I 11,25 I 6.5 22.8 7,75 4,5 4,75 4,65 7,75 12-75 6.45 22,5 A.C.G Gleftr. Lleserungsgesellschast... Lickt und Kraft ............. Felten & Guilleaume Gesellichaft für Elektrische Unter, nehmungen............... Rheinische Elektrizität Schubert & Co.............. Siemens & Halske Labmever & Co.............. 34,75 16,9 114 118,75 174,25 i Börsenkurs ca. 92.50 v. H. „ 86,25 v. H. „ 81,25 v. H. „ 76,50 v.H. „ 72,75 v.H. , 1. . 1. „ 1. , 1. Körperschaftssteuer und der Kapitalertragssteuer in Zahlung genommen wird. Eine laufende Verzinsung erfolgt nicht. Zum Ersatz wird dem Kapitalbetrage jährlich eine Quote von 4 v. H. hinzugeschlaaen, so daß die Inzahlungnahme in den einzelnen Jahren zu folgenden «atzen erfolgt: zu nehmende Serie mit 104 v. H. „ 108 v.H. " " „ „ 112 V.H. , „ „ „ 116 V.H. „ „ „ - 120 v. H. scheu Börsen amtlich notiert und sind von der Börsenumsatzsteuer befreit. Die effektive Verzinsung errechnet sich auf Grund der Kurse vom 5. Januar 1932 wie folgt: 4% Oelterretchhcke Gowrente... 4,20% Lösterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrenie . .... 4% Ungarische Staatkrente v. 1910 4'/2% oon 1!313 ..... 6% obgeit. Goidmextkaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I . 4% veegl. Serie II e% Ruman. vereinh. Rente v. 1003 4!4%Rllmän.vereinh.Reniev.lSlS 4% Rumänische vereinh. Rente .. 8%% Anatolier........ 63,4 ; -i! 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1921 6% ehem.7% Tt.Rcichsanl. v. 1929 b%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöi.-Schuld ml' Auslos.-Reckten ............ DeSgl. ohne Auslos.-Rechte 6% ehern. 8% Hess. Bolksflaal 1929 krückiablb. 102%) Lbcrhessen Provinz-Anleihe mfi AuAol..Reckten ............ Deutsche Komm. Sammelab I.An leibe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hnv.-Banl Gvldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% sZranks. Hup -Ban! Koldvse. 16 unkündbar bls 1036 bVi°/o ebem. 4'/,% zraukf. Hyp. Bank-Liau..Pfandbriese ..... 5%% ebem. 4'/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liportnoiizen. Der Wiener A C. schlug am Donnerstag die - Mannschaft von Phönix Karlsruhe hoch mit 6:0 (3:0)._______________________________________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag gefchtosien. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Datum ttieretniflte Stahlroerte........ Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben 6 Kaliwerke Westeregeln 6 Kaliwerke Salzdctlurth 9 börs | 13.1. 35,25 17 118 123 180 Fälligkeit 1. April 1934 1. „ 1935 1. „ 1936 1. „ 1937 1. „ 1938 «chwß. Buoerus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener. Harvener...... Hoeick Eilen—Aöln-Neueisen.. 0 jlfe Bergbau .............7 yljf Bergbau Genüsse 7 «locknerwerke ...............0 Mannesmann-Röhren 0 Mansselber Bergbau 0 Lberschles. Kokswerke 0 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen 10 Rheinstahl o Frantsun a. J)l. ötrim .rioniiUr u.mi. Berlin Gchluß- kurs Schlu-rk. Abend- Wrf- Echluß- lurs Schluß!. Mittag- 66 sc Schluß- kurs Sch:ußt. Abend« börle Schluß- turs Scklußk. Mltag» börle Datum 12.1- 13.1. 12-1. 13-1. Datum 12.1. | 13.1. 12.1. 13.1. ir.Ianuar 1Z. Januar Amtliche lotieruna rsrie Amtliche Notierung (Rflh ___ yrif Heising,ovi. 6,214 51,95 6.226 52.05 6,214 51,95 6,226 52,05 Prag...... 12,465 12,485 12.465 12,485 Budapest .. Sofia ..... 3,057 3.063 3,057 3,663 Holland .... Oslo...... 169,23 72,73 169,57 72,87 169,23 72,63 169,57 72,77 Kopenhagen. Stockholm.. 73,13 76,97 73,27 77,13 72,98 76,92 73,12 77,08 London ..... 14,11 14,15 14,08 14,12 Buenos Aires 0,858 0,862 0,858 0,862 Neunork ... 4.209 4,217 4,209 4,217 Briiiiel .... 58,34 58,46 58.43 Italien.... 21,54 21.58 21,14 21.58 Paris..... 16,42 16,46 16,42 16,46 Schweiz ... 80,97 81,13 80,97 81,13 Spanien... 34.41 34,47 34,39 34,45 Danzig .... 81.72 81,88 81.72 81.88 Japan ..... 0,869 0.871 0.809 0,871 Rio de Jan. 0.239 0.241 0,239 0,241 Jugoslawien Lisiabon.. 5.554 5,566 5,5N 5,566 12.85 12.87 12,84 12,86 _______Berlin, 13.Januar_________ Amerikanische Noten.............. Selk 4,20 58,15 ____Süe'___ 4,22 58,39 Dänische Noten ............... 72,60 72,90 Englische Noten ............... 14,04 14,10 Uranzösiscke Noten............ 16.38 Holländische Noten............ b8,66 169.54 Jtalicnilcke Noten.......... 21,48 Norwegische Noten .............. 72,45 72.75 Deutsch Lekterreich, ä 100 Schilling — Rurnäniicke Noten ............... 2,46 2,41 Schwedische Noten............... 76,75 77,05 Schweizer Noten................. 80,79 81.11 Spanische Noten............... 34.25 34.39 Ungarische Roten ............... —