Nr. 292 Zweites Blatt Mittwoch,!.?. Dezember (935 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Aus der Provinzialhaupistadi. Oer Pfennig kommt wieder zu Ehren Die große Not, deren Beseitigung der unentwegte Kampf der Regierung gilt, hat die Bedeutung des Pfennigs wieder ins rechte Licht gebracht. Alle Läden schmückt das Symbol des Winterhilfswerks: Pfennige, die in eine Büchse wandern. Es wird damit allen Bevölkerungskreisen zum Bewußtsein gebracht, daß es auch auf das kleinste Scherflein ankommt, um das soziale Hilfswerk erfolgreich durchzuführen. Auch die Post hat eine neue Briefmarke zu einem Pfennig herausgebracht. Dies ist für die Oeffentlich- keit ein weiteres sichtbares Zeichen dafür, daß die Sparsamkeit in den Amtsstuben wieder ihren Eingang gefunden hat. Welche nationalwirtschaftliche Kraft kleinen und «inscheinbaren Beträgen innewohnt, wenn sie zum Nutzen des Volkes zusammengefaßt werden, zeigt auch der gewaltige Kapitalfonds von 11 Milliarden, den die deutschen öffentlichen Sparkassen verwalten, und der das Ergebnis eines zähen Sparprozesses weitester Volkskreise ist. Ein Beleg dafür ist die Tatsache, daß von allen Sparbüchern nicht weniger als 58 v. H. Einlagen von unter 100 RM. aufweisen, und davon wiederum sind mit Einlagen unter 20 RM. nicht weniger als 66,4 v. H. Gerade bei den Sparkassen zeigt sich also die Bedeutung des Sprichwortes: „Viele Wenig machen ein Viel" in ganz besonderer Weise, da sie am Ende der Inflationszeit mit einigen wenigen Millionen Bestand ihre Tätigkeit beginnen mußten. Gerade heute, wo das Spargut der Nation im Kampf gegen Arbeitslosigkeit durch Ermöglichung von Hausreparaturen und Heroabe von Krediten an den Mittelstand so wichtige Dienste leistet, darf kein Betrag brach zu Hause liegen. Jeder Sparpfennig wird für den Kapitalstrom gebraucht, der erforderlich ist, um die Schlote wieder rauchen zu lassen und Räder und Maschinen in Gang zu setzen. Auch Du!» Auch du, dem noch das Jugendfeuer in heil'ger Glut durchs Herze zieht, dem Lebensmut ganz ungeheuer aus seinen hellen Augen sprüht, du trägst die Sehnsucht in der Brust nach Kampf und Ehr' und Siegeslust. Auch du, dem einst, als er geboren, das Los ein Deutscher ward zu fein, dem tief ins Blut ward eingeschworen ein Wesen, das nur deutsch allein, du mußt für dieses Vaterland entbrennen, wie ein ew'ger Brand. Auch du, du hast den Ruf vernommen, den unser Führer mächtig sprach, der über eine Zeit gekommen, die krankheitsschwach darnieder lag, sein Ruf tritt hart an dick heran, er fordert deinen ganzen Mann. Auch du mußt mit in unfern Rechen, mit in der deutschen Jugend stehn, für unser Volk dein Leben weihen, das oroße Reich vor Augen sehn, als Kommende der neuen Zeit, der Freiheit und der Einigkeit. P.L. Taten für Mittwoch, 13. Dezember. 1250: Friedrich II. von Hohenstaufen, Römisch- Deutscher Kaiser zu Fiorentino in Apulien gestorben — 1769: der Dichter Christian Fürchtegott Gellert in Leipzig gestorben: — 1836: der Maler Franz von Lenbach in Schrobenhausen in Oberbayern geboren. * Verfasser ist ein Hitlerjunge in Gießen. Abrüstung. Ja, wir wollen den Frieden. Wir haben abgerüstet. Wir wünschen aber auch die Abrüstung der anderen Völker, die noch mit ungeheuerlichen Kriegsmitteln und gewaltiger Heeresmacht bewaffnet sind. Wir verlangen Gleichberechtigung. Und Freiheit und — Brot! In diesem letzten Monat setzt nun unsere Aufrüstung ein, nämlich die Aufrüstung in der Ar - beitsbeschaffung! Jeder Deutsche soll sein Brot finden. Der Volkskanzler Adolf Hitler hat große Wege gefunden, die der Not der Arbeitslosigkeit Abbruch tun. Und wir sollten uns bemühen, unserem Führer die edelste Gefolgschaft zu leisten. Wir haben es nicht schwer, die rechte Richtung zu finden. Das hat für uns schon Adolf Hitler getan. Aber wir haben die Pflicht, den einmal gewonnen Lichtblick auch festzubannen. Nur kleine Opfer jedes einzelnen sind nötig, um den Weg zur Arbeit und Brot für alle zu schaffen. Die Reichsleitung der NSDAP, hat eine Geldlotterie für Arbeitsbeschaffung ins Leben gerufen. Für nur eine Mark kann jeder Deutsche zum Wohle des Volksganzen beitragen, und damit steht ihm — wmn er besonders vom Glück begünstigt ist — noch ein ansehnlicher Gewinn in Aussicht. Durch ein Doppellos kann er sogar 200 000 -.Mark gewinnen. Jetzt heißt es, schnell anqreifen, denn am 29. und 30. Dezember ist schon Ziehung! Schnee- und Eisbeseitigun" ist pst cht! Die öffentlich-rechtliche Pflicht zur Reinigung öffentlicher Wege ist durch Gesetz vom 1. Juli 1912 den Anliegern auserlegt worden, und hierzu gehört auch die Beseitigung von Schnee und Eis, ebenso wie das Streuen mit abstumpfenden Stoffen bei Glätte auf den Bürgersteigen. Nach § 6 des Gesetzes ist es jedoch zulässig, daß der Hauseigentümer durch schriftliche oder protokollarische Erklärung gegenüber der Polizeibehörde mit deren Zustimmung die Bereinigung von Schnee und Eis und das Streuen bei Glätte einer anderen Person — z. B. Hausmeister — überträgt, der alsdann hierzu öffentlich-rechtlich verpflichtet ist. Dagegen genügt es nicht, daß der Hauseigentümer dem Hausmeister lediglich durch Privatvertrag die Ausführung der Reinigung und des Streuens überträgt. Zu beachten ist, daß durch die Uebertragung der öffentlich-rechtlichen Neinigungs- pflicht der Grundstückseigentümer nicht etwa von der privatrechtlichen Haftung für eingetretene Unfälle befreit wird, die infolge mangelhafter Pflichterfüllung des Hausmeisters oder fonftiaer Beauftragter entstehen. Zumindest muß der Grundstückseigentümer eine Kontrolle über die Tätigkeit der von ihm beauftragten Person ausüben, d. h. er muß sich fortgesetzt davon überzeugen, ob diese Person die übertragenen Arbeiten ordnungsgemäß erledigt. Diese Prüfungspflicht entsteht etwa nicht erst bann, wenn sich Zweifel an der Zuverlässigkeit des Hausmeisters ergeben, sondern sie ist nach einem alten Urteil des Reichsgerichts von vornherein gegeben. Diese U^benvachunospflicht bat das Reichsc-ericht im Urteil vorn 22. O’tober 1932 — VIII 231'32 — wiederum betört. Wieweit die Sorgfältig- k e i t sp f l i ch t des Hauseigentümers gebt, ist aus den Senrünbungen dieses Urteils ersichtlich, wo"ach die Bestellung eines zuverlässigen Hausverwalters zur Erfülluna der dem Hauseigentümer obliegenden Pflichten nicht genügt, sondern daß immer wieder eine Ueberwachung ausgeübt werden muß. ssbein-Ma n Kosender 1934 Das S^aatspresseamt teilt mit: Der z. Zt. in den Buchhandlungen vielgefragte Hessische Berkehrs- kalenber erscheint mcht nvhr. Dafür gibt d»r Lan- besverkehrsverbanb Rhein-Main e. V. den Rhein- Hoppelpoppel. Von HanS Fal'ada, GOS. Es war einmal ein kleiner Junge, ber hieß Thomas. Dem hatten feine Großeltern zu feinem ersten Weihnachtsfest einen kleinen Hunb aus schwarzem Plüsch geschenkt, mit Hängeohren und frechen braunen Augen, eine Art Dackeltier, aber auf Rädern. Und da die Achsen dieser Räder nicht in ihren Mittelpunkten saßen, sondern etwas seitlich, hoppelte und wogte bas schwarze Stoffgeschöpf auf und nieder, als haste es wild und über alle Kraft imaginären Hasen nach. Darum taufte ber Vater den Hund „Hoppelpoppel", und als Thomas etwas älter war und sprechen konnte, akzeptierte auch er diesen Namen. Er liebte den Hund sehr, er mußte immer mit ihm schlafen, er wachte barüber, baß die Eltern nicht nur ihrem Sohn, fonbern auch dem Hoppelpoppel „Gute Nacht" jagten — es war eben eine richtige Liebe. Nun geschah es, daß Toms Eltern an einen neuen Wohnort verzogen, weit, weit weg. Der kleine Thomas blieb während der Umzugstage bei ber guten Tante „Kunjä" und mit ihm natürlich Hoppelpoppel — wie hätte Tom sonst schlafen können? Nach einer Weile war es bann so weit: Tante Kunjä fuhr mit Tom unb bem Hund zu bem neuen Häuserchen. Auf bem Bahnhof erwartete sie ber Vater, unb ber kleine Tom war so selig unb verlegen über dies Wiebersehen, baß er schnurstracks seinen Kops burch des Vaters Beine steckte und so d-.. absahrenden Zug betrachtete. Dann gingen die Drei Hand in Hand durch den Wald zur Mummi ins neue Häuserchen, und hier war bann ber Mo- nvnt, daß Tante Kunjä angebonnert stehen blieb: „O Gott, nun habe ich doch den Hoppelpoppel in ber Bahn liegen g assen!" Der Vater machte rasch eine Kopfbewegung unb sagte: „Reben wir nicht bavon. Hier werben so viel neue Eindrücke sein, ,er‘ wirb ,ihn' einfach vergessen." Der Sohn sagte noch nichts, er marschierte stramm auf seinen Beinchen zwischen ben beiben Großen. Hier waren herrlichen Bäume unb Piekse- nadeln, bann kam ein Zwinger mit einem Hunb, bann stanb die Mummi unten auf ber Treppe und hielt die Arme weit auf, unb bann gingen sie burch eine große Tür auf einen großen Balkon, unb da unten war ein langes Wasser, unb nun kam ein Dampfer um bie Walbecke und ein Kahn, zwei Kahn, viele Kähne... Am Abend mußte ber kleine Junge ins Bett, er war müde unb selig und aufgeregt, aber als ihn die Mutter über die Bettleiter hob, sagte er „Hoppelpoppel!" Der Vater antwortete ernst: „Hop- pelpoppel fährt noch mit der Pussbahn, Thomas, Hoppelpoppel kommt morgen." — Das Kind sah feine Eltern an, erst sagte es nichts, bann, als das Licht ausgemacht wurde, bat es wieder dringend: „Hoppelpoppel!" „Thomas muß jetzt schlafen", sagte die Mutter streng unb schloß die Tür von außen. Die Eltern standen atemlos unb lauschten: nein, kein Gebrüll, kein Weinen, Stille. „Er wirb sich beruhigen", sagte Mummi. „Aber besser ist, du gehst morgen boch zur Bahn unb machst eine Verlustanzeige." — „Schön", sagte der Mann, „obgleich es keinen Zweck hat. Denn der Zug fährt weiter nach Polen unb bie werben uns grabe einen Hoppelpoppel zurückschicken!" Am nächsten Morgen machte ber Vater seine Verlustanzeige, bann kym ber Nachmittagsschlaf ... aber nein, es kam fein Nachmittagsschlaf. „Hoppelpoppel!" — Hoppelpoppel kommt balb." — „Nun! Gleich!" — „Thomas muß schlafen." Gebrüll, Wut, aber fein Schlaf unb am Abenb dasselbe. Unb bas neue Häuserchen unb bas viele Wasser unb ber Garten unb ber Hunb unb die Dampfer, alles nichts — Hoppelpoppel! Hoppelpoppel, ein alberner schwarzer Stoffhund, war eine finstere Wolfe am Himmel, nach drei Tagen überhing sie alles. „Also morgen fahre ich nach Berlin unb faufe einen neuen Hoppelpoppel", erklärte ber Vater ber Mummi. „Vielleicht kriegst du ihn gar nicht?" — „Soll bas bitte hier so weiter gehen?" — Der Vater also fuhr unb fanb schließlich auch seinen Stoffhund, er fanb genau den Hoppelpoppel. Er war lange herumgelaufen, er hatte viel Fahrgeld ausgegeben, aber: „Gottlob, heute nacht wird Tom endlich wieder ruhig schlafen!" Er war so glücklich über feinen Hund, er hätte am liebsten aller Welt Gutes getan. Da war im Abteil ein Kind, es war ein ganz anderes Kind als ber Thomas, ein bunfles, blasses Kind, es war ein niedriges Kind, es war ein schwieriges, störendes Kind, aber es war ein Kind ... Es saßen noch zwei Herren im Abteil, das hielt den Vater nicht ab, er machte Kuckuck mit bem Kind, er lenkte es ab, aber es half nichts, es blieb ein schwieriges Kinb. Der Vater nahm aus bem Netz das kleine, braune Paket, bas Kinb sah zu, er schnürte langsam bas Paket auf, bas Kinb sah genau hin .. „Was da wohl brin ist?" — Er faltete bas Paier auf, ließ ein bißchen sehen, mehr ... „Hoppelpoppel!", sagte ber Vater ernst. „Wauwau", antwortete bas Kinb selig. Es wurde nun doch eine sehr gute Bahnfahrt, siehe, ber bicke, brummige Herr in ber Ecke war ein rechter Großvater, er zog ben Hoppelpoppel am Strick auf ber leeren Bank zu sich, Hoppelpoppel hoppelte, ber Vater zog ihn am Schwanz zurück, bas Kinb jauchzte. Manchmal ging eine kleine Sorgensalte über bes Vaters Herz. „Wie weit Main-Kalender 1934 heraus. Der Kalender zeigt in seinen 52 Bildern ben einzigartigen Reichtum an baulichen unb landschaftlichen Schönheiten dieser unserer Lande um Rhein-Main und Lahn. Ehrung eines Gießener Geehrten. Professor Dr. A. I e s i o n e k, ber Direktor ber Universitäts-Hautklinik unb ber Lupusheilstätte zu Gießen, hielt am 6. Dezember zu München bie vierte Otto von Bollinger-Gedächtnisvorlesung über „Anti- tubertuline". Professor Iesionek bekam dabei bie Bollinger-Plakette überreicht und wurde zum Ehrenmitglied bes ärztlichen Vereins zuMünchen ernannt. An.iösnnq des Arbeit eberverbandes Der Arbeitgeberverband für Lahngau.und Oberhessen e. V. ist durch Beschluß seiner Hauptversammlung vom 8. Dezember aufgelöst worden. Zu Liquidatoren wurden bestellt: Bankdirektor Ludwig Grießbauer, Oberingenieur Adolf Kurz, Syndikus Dr. des. Paul Münch. Äon der Hit et-Jugend. Die Pressestelle des Oberbannführers der Hitler-Jugend, Oberbann IV/13, teilt uns mit: Es werden in der letzten Zeit alle mögliche Zeitungen, Zeitschriften unb Blätter für bie Jugend angepriesen ober in ber Öffentlichkeit verkauft ober propagiert Diese Zeitungsbegeisterung ist sogar soweit gegangen, daß selbst einzelne Schulen eigene Zeitschristen herausgeben wollten, nicht von feiten ber Schule selbst, sondern von feiten allzu begeisterter Schulpatrioten. Die Hitler-Jugend stellt dazu fest: Die größte und heute noch einzig berechtigte Jugendorganisation ist die Jugend des Führers. Eine andere nationalsozialistische Jugendorganisation gibt es nicht. Andere Stellen als bie Hitler-Jugend können keinen Anspruch auf bas Recht nationalsozialistischer Ju- genbarbeit machen. Die einzige amtliche Hitter- Jugenb-Zeitung ist außer ben Führerzeitschriften ber Reichsjugendsührung unb der Zeitschrift „Junge Nation" (Herausgeber: Baldur von Schirach) nur bie „Fanfare" (Herausgeber: Hartmann Lauterbacher). Die Hitler-Jugend verkauft allein diese Zeitung, die Hitler-Jugend erkennt dieses Blatt allein an, die Hitler-Jugend lehnt alle anderen noch so jugendbewegten Zeitschriften ab. LZeihnach sspende der deutschen Bäcker Die deutschen Bäcker werden sich in diesem Jahre an bem Winterhilfswerk bes beutschen Volkes mit einer besonderen Weihnachtsspende beteiligen. Am 1. Dezember 1933 hat Pg. Karl Grüßner, ber Präsident des „Germania Zentral-Berbandes deutscher Bäcker-Innungen", einen entsprechenden Aufruf an bie ihm unterstellten Zweigoerbände unb Fachzeitungen gerichtet. Die Bäcker, die sich in ber Weihnachtszeit einer besonders starken Umsatzsteigerung erfreuen, werden aufgeforbert, bas Winterhilfswerk burch unentgeltliche Hergabe von Weihnachtsstollen unb sonstigem Weihnachtsbackwerk zu unterstützen. Die Einzelheiten bieser Spenbe für bie notleibenben Volksgenossen werben burch bie örtlichen Stellen gergelt werden. Die Ortsgruppen» sichrer bes Winterhilfswerks werben mit ben Obermeistern ber Bäckerinnungen Zusammenarbeiten. Auf biese Weise wollen bie Bäcker bazu beitragen, baß bas Weihnachtsfest auch in ber bescheidensten Wohnung feierlich begangen werden kann. Keine Weihnachtspakete an Gefangene. Die Justizpressestelle teilt mit: Um ben Angehörigen unb Bekannten von Strafgefangenen unb Untersuchungshäftlingen unnötige Ausgaben zu ersparen unb um anberfeits eine unnötige lieber» laftung ber Beamten ber Straf- unb Untersuchungsgefängnisse zu Dermeiben, wirb barauf hingewiesen, baß nach ben Strafvollstreckungsoorschriften vom 1. August 1933 bie lleberfenbung von Lebensrnitteln unb Weihnachtspaketen an Strafgefangene unb Untersuchungshäftlinge nicht mehr gestattet ist DieCinstettung in ben Arbeitsdienst Wie vor kurzem bereits bekanntgegeben, finden Einstellungen in ben Arbeitsdienst nicht mehr durch die Arbeitsämter ober die einzelnen Arbeitsdienst- abteilungen statt, sondern ab 15. Dezember 1933 nur noch durch die neu eingerichteten Meldeämter für den freiwilligen Arbeitsdienst. Der Arbeitsgau 33 Hessen-Nord umfaßt den politischen (Bau Kurhessen, die Kreise Schlüchtern, Gelnhausen, Hanau, Dillenburg, Wetzlar unb die Provinz Oberhessen bes Freistaates Hessen. In diesem Gebiet bestehen neun Meldeämter, unb zwar: Kassel I: Obere Konigstraße 291, für bie Kreise: Kassel--->tabt, Kassel-Lanb, Hofgeismar. Kassel II: Obere Königstraße L, für bie Kreise: Witzenhausen, Melsungen, Fritzlar, Homberg. C o r b a ch : Briloner Lanbstraße 26, für bie Kreise: Wolfhagen, der Twiste, ber Eder, des Eisenbergs, Frankenberg. Marburg: Jägerkaserne, für bie Kreise: Marburg unb Ziegenhain. Fulba: Worthstraße 15, für bie Kreise: Gelnhausen, Schlüchtern, Fulda, Stabt Hanau unb Land- treis Hanau. Gießen: Landgra^-Philipp-Platz 6, Nebengebäude für bie Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Büdingen: Mühltor 5, für die Kreise Friedberg, Büdingen, Schotten. Wetzlar: Haussergasse 28, für bie Kreise: Wetzlar, Biebenkopf unb ben Dillkreis. Jeder, ber in ben freiroilliaen Arbeitsbienst eintreten will, hat sich vom 15. Dezember ab bei bem fahren Sie?", fragte er die Mutter bes Kinbes. „Bis Neu-Bentfchen. Unb Sie?" — „Oh, ich muß viel früher raus. Ihr Junge wirb den Hund ja bis bahin überhaben." — „Das weiß ich nicht", sagte bie Frau, „wenn er was liebt, bann liebt er es auch richtig." — „Na ja, eine Weile fahre ich ja noch", sagte ber Vater nachdenklich unb ließ Hop- pelvoppel bellen. Der Vater kramte fein Papier vor, ben Bindfaden. „N m paß auf, jetzt geht Hoppelpoppel schlafen. Das Kind sah aufmerksam zu, als der Hund im Papier verschwand, fing es an zu meinen. „Hop- päpoppä", sagte es klagend. Alle redeten auf das Kind ein, bas Kind meinte stärker, ber Vater sagte: „Ich brauche ihn ja schließlich md)t eingenaeft mit» zunehmen, er kann ihn ja noch einen Augenblick halten..." Das Kinb nahm ben Hoppelvoppel in den Arm, es lächelte, es läch»lte, lieber Himmel! es mar boch ein sehr ähnliches Kinb ... Der Zug fuhr langsamer, ber Zug fyrlt. „Nun gib b-'m Onk'l ben Hopvelpoppel." Das Kinb hielt bm Hund fest. „Gibst bu —I" „Aussteigen!" — „Du sollst ben Hunb loslassen!" — „Gib mir boch den Waumau, bitte, bitte, ich habe auch einAn kleinen Jungen..." „Sie wollen noch raus? Bitte beeilen!" Alles ging buedjeinanber, bas Kinb meinte schmerzlich, ber Schaffner schimlle, eine Hand (es war bie Hanb ber Mutter) riß an ber tlammernben Kinderhand, bas Wmnen mürbe lauter, ber Vater stanb brauen mit feinem Hovpelpoopel, er bachte oerroirrt: „Wenn er was liebt, bann linbt er es auch ridjtig..." Der Zug fuhr an, ber Vater riß bie Tür roi^ber auf, warf ben Hunb hinein, ber Zug fuhr schneller, am Abt-ilfenster waren Mutter unb Kinb zu sehen, bas Kind hielt ben Hoppel- povvel... D"r Mann ging langsam burch ben dunklen Waid nach Haus, er hatte es nicht eilig. W-nn er zu Haus sein würde, würde fein Junge grabe ins Bett aebracht, er würbe bctHn: „Hoppekooppel!" Der Mann bereute nicht, ber Mann schalt sich nicht, er war nur traurig, es war irqenb etwas ruckst in Ordnung auf dieser Welt, irgend etwas stimmte nicht... Dem einen gegeben, daß ber anbere w-ünt —? Der Mann schloß die Tür auf, oben krähte ber Junge. Der Mann ging langsam unb leise bie Trepve hinauf, er bängte leise ben Mantel fort, er zog seine Hausschuhe an ... schließlich muhte er boch bie Tür cmfmachen. Da saß fein kleiner Sohn am Tischchen vor feinem Haferbrei, ba stanb ber Hovpelpopnel! Der Hoppelpoppel mit einem fangen, langen Zettel um ben Hals. „Sieh nur, Mann", sagte bie Mummi. Aus bem Zettel stauben viele bahnamtliche Ver- Melbeamt seines Kreises, in bem er zur Zeit ansässig ist, zu melden. Die Anmeldungen werden wochentäglich entgegengenommen. Bedingungen für die Einstellung: 1. Lebensalter 17 bis 25 Jahre, 2. Deutsche Staatsangehörigkeit, 3. Sittliche unb körperliche Eignung für ben Arbeitsbienst, 4. Restlose Klarheit über bie Heimatzugehörigkeit, Familie und Person ber Einzustellenden. Hierüber hat sich ber Bewerber burch schriftliche Unterlagen (Polizeipapiere, SA - ober Stahlhelmausweis, Paß ufm.) einwandfrei ausjitroeifen. Nicht genügende Ausweise machen Nachprüfungen erforderlich und verzögern die Einstellung. Die Einstellung und U°b"rweisung ber Bewerber erfolgt am 1. eines jeden Monats, wobei zunächst diejenigen berücksichtigt werden, die sich in ber Zeit vom 1. bis 15. bes vorhergehenden Monats gemelbet haben. Zum 1. Januar 1934 können ausnahmsweise auch noch solche Bewerber berücksichtigt werden, bie sich in ben ersten Tagen nach Einrichtung ber Meldeämter am 15. Dezember 1933 melden. Arbeitsgauleitung 33 Hessen-Nord, Kassel. Die Gietzener Meldestelle für den Arbeitsdienst hat ihre Büroräume Landgraf-Philipp- Platz 6. Die Büro stunden sind vorläufig tag« l-ch von 9 bis 12.30 unb 14.30 bis 17 Uhr. Samstag von 9 bis 13 Uhr. Am Samstag. 23. Dezember, unb Mittwoch, 27. Dezember, ist bie Meldestelle geschlossen. merke, aber ba stanb auch: „Zbaszyn (Bentschcn). Kleine, schwarze Hunb, särr biese, beißt..." „Kleine schwarze Hund, särr biese..." sagte ber Vater lannfam. Komisch: plötzlich war bie Welt roieber in Drbnung. Ichthyosaurier z ehen um. Das Geologische Museum in London wird nun endlich in sein neues Heim einziebcn, das mit einem Kostenaufwand von über 3 Millionen Mark in South Kensington errichtet wurde und fast zwei Monate das Hauptquartier der Weltwirtschatts- konferenz war. Hier nrrbon nun als ständige Bewohner Jchthosaurier, Mammute und andere vorsintflutliche Ungeheuer ihren Platz finden unb die- stn mit Diamanten und anderen Edelsteinen teilen. Der Hauptteil der riesigen Sammlung, deren genaue Zahl nicht bekannt ist, die man aber auf mehrere hunderttausend Stück schätzt, besteht in einer ziemlich lückenlosen Vereinigung ber Gesteinsarten ber Welt, und man findet hier alles, vom kleinm geschliffenen Edelsteinsplitter bis zum riesigen Marmorblock, ber mehrere Zentner wiegt unb besten Beförderung besondere A"varate erfordert. Die größte Vorsicht wird bei ber Uebersührung ber kostbaren Edelsteine angewendet werden. Sie sind vorläufig an einem sicheren Ort untergebracht und werden dort gelassen, bis alle Vorbereitungen für ihre aute Unterbringung aetroffen sind. Der Umzug aller dieser zahllosen S'henswürdigkeiten wird sicherlich das ganze Jahr 1934 in Anspruch nehmen. Su den eig-mllichm Sammlungen kommt noch die B'blioth-st, die 50 000 Bücher, 20 000 Broschür-m, 15 000 Mappen unb 8000 Photographien unstaßt. Erst wenn all diese Dinge nach dem neuen Mu- seumsvalaft aebrocht worden sind, werden die geologischen Schätze b's englischen Volkes zum ersten- mal oollftänbig unb übersichtlich aufgestellt fein. dochfcbulnodiricftfen. Aus Grund ber Paragraphen 3 bzw. 6 bes Gesetzes zur Wieberherstellung bes Beristsbeamten- tums sind folgende Dozenten ber Universität Frankfurt a. M. in den Ruhestand versetzt worden: der ordentliche Professor für Haut- unb Geschlechtskrankheiten Dr. med. Oskar Gans; ber Honorarprofessor für soziale Betriebslehre unb Arbeitswissenfchaft Dr. nhil. Ernst Michel; ber Honorarprofessor für Soziakpäbagogik Dr nhil. Wilhelm S t u r m f e l s ; dem Privatdozenten' für Neurologie Dr. med. Walther Niese ist bie Leyr» befugnis entzogen worden. Hitler schafft Arbeit! Weller bewilligte wahnahmen im Arbells- beichaffungsprogramm: Tagewerke auf der wah nähme Baustelle Entwässerung von Grundstücken durch Dränage Gemeinde R S l h g e » 250 Ackerdrünage Gemeinde Bersrod 460 Ackerdränage in der Gemeind« Allen- V u f e ck 730 Dumpwerkumbau waipodenstrahe, Herstellung einer Verbindungsleitung zwischen Waloz-Kostheim und Mainz- fiaffeL Erweiterung der Wasserversorgung des Krankenhauses in Main; 3600 WmlerhNfswerk Gießen. Bctr.: Gutscheine A-jRofjfen, Vriketts. Wir ersuchen um sofortige Einreichung der Scheine Serie A. Scheine, die bis zum 14. Dezember 1933 auf der Geschäftsstelle Alte Klinik. Liebigstrahe 16, nicht einaercicht sind, verlieren ihre Gültigkeit. Serie B sind vom Iß bis 19. Dezember 1933 ebenfalls daselbst einzureichen. _ gez: Klotz. ff. d. R. M o h a u p t. 7lS-DolkSwohlfahrt «iehen-Eüd. Sämtliche Amtswalter haben sich Sonntag, 17. De- zember, morgens 9 Uhr, zur Strahensamm- lung im Hotel hopfeld einzufinden. Schwalbe. Kassewalter. Goll ich Schneiderin werden? Von Ärrufsberaierin Dl F ^aussiq, Arbeitsamt Gießen. Cs ist für die jungen Mädchen meist lehr einfach I und kein. Sache gründlicher Überlegung, bide Frage zu beantworten. Der Beruf der -chnnderin ein für das Mädchen besonders geeigneter Beruf, weit es ihn in j e d e r L e b e n s l a g e . w.e die Verhältnisse sich auch gestalten mögen, ausuben । kann. Es ist ein Beruf, den man gegebenenfalls auch nebenher, neben der häuslichen oder neben son- über Tätigkeit ausüben kann. Besorgte Eltern unterstützen diesen Berufswunsch well er auch ihnen für bas Mädchen am zweckmäßigsten erscheint: es ist ein weiblicher und ein ganzr e e Iler, solider Beruf, etwas Festes und <-.cheres, was man später damit in der Hand hat. Kann man denn wissen, ob das Mädchen, auch wenn es sich später verheiratet, nicht doch infolge irgendwelcher Notlagen gezwungen sein wird, einem Erwerb nachzugehen? Und welcher Beruf läßt sich so gut mit Hausfrauen- und Mutterpflichten vereinbaren, wie der der Schneiderin? Also soll unsere Tochter Schnei- derin werden, dann ist sie für die Zukunft am besten ausgerüstet und gesichert! Alle diese Ueberlegungen sind zweifellos richtig. Die meisten Mädchen bringen überdies gute Anlagen für weibliche Handarbeiten mit und tun in ihrer Freizeit nichts lieber, als nähen, sticken, stopfen, stricken und so fort. Aber das faßt noch nichts darüber. ob sie auch zur Schneiderin geeig- netsind. Zur Schneiderin gehört wesentlich mehr, gehört — um nur einiges herauszugreifen — ein später wirklich in diesem Beruf halten kann? Er ist stark überfüllt, fo überfüllt, wie kein anderer weiblicher Beruf.Jedes dritte Mädchen will Schnei« derin werden! Don 1800 Mädchen, die Ostern aus der Schule gehen, wollen rund 600 „nahen lernen”. Fragt man aber, wieviele der ausgelernten Schnei« berinnen als Gehilfinnen ihren Beruf wirklich ausüben können, so würde eine verhältnismäßig kleine Zahl fcstzustcllen sein, wenn statistische Ermittlungen darüber jetzt möglich wären. Diele der Mädchen müssen nach Beendigung der Lehre in Stellung gehen, ober auf andere Weise versuchen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, um überhaupt existieren zu tonnen. Die Berufslage der Schneidennnen ist keineswegs so ideal, so rosig, wie man meist glaubt. Der Existenzkampf ist innerhalb dieses Berufszweiges zur Zeit ganz besonders hart und schwer. Und die Wenigsten haben davon eine Ahnung. Die Entscheidung für den Schneiderinnen-Beruf ist also mit einer doppelten Verantwortung belastet: es darf künftig nur da» Mädchen Schneiderin werden, das fachlich und charakterlich wirklich dafür geeignet und qualifiziert ist. Neben diese individuell« Verantwortung tritt die Verantwortung für das Schneiderinnen-Handwerk und damit für einen ganzen großen Berufszweig unserer Gesamtwirtschaft: es gilt, diesen Zweig des Handwerks wieder fest und klar gegen alle Halbheiten und Der« und daß etwa eingehende Pakete an den Absender zurückgeschickt werden müßten. Kup.erverboi für Pferde. Don der Landesbauernschaft Hessen-Nassau Hauptabteilung II (Bauerntammer), Frantsurt a. M. wird uns mitgeteilt: Mit dem im Neichsgesetzblatt vorn 25. November 1933 veröffentlichten Reichstierschutz-Gefctz hat die Nationalsozialistische Regierung ein Werk geschaffen, durch das den Tieren und insbesondere unseren Haustieren weitgehend Schutz vor Quälereien und Mißhandlungen gewährt wird. Der § 2 dieses umfassenden Gesetzes enthält insgesamt 12 Verbote, von denen insbesondere das 8. für die Pferdezucht und -Haltung von Wichtigkeit ist: es heißt dort: „Verboten ist: 8. einem Pferd die Schweisrübe zu kürzen (kupieren). Das Kürzen ist zulässig, wenn es zur Behebung einer Untugend oder einer Erkrankung der Schweifrübe durch einen Tierarzt unter Betäubung vorgenommen wird." Auch die Einfuhr kupierter Pferde ist nach § 3 des Gesetzes, von besonderen Ausnahmefällen abgesehen, verboten. Während die übrigen Bestimmungen des Gesetzes mit dem 1. Februar 1934 in Kraft treten, wird der Zeitpunkt für das Inkrafttreten der Bestimmungen über das Kupieren von Pferden, sowie über die Einfuhr kupierter Pferde durch den Reichsinnenminister gemeinsam mit dem Reichsernährungsminister noch f e st g e s e tz t werden. tvornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: Stadt- theater, 19.30 bis nach 22 Uhr, „Die luftiae Witwe". — Turmhaus am Brand, 16 bis 18.30 Uhr, Kunstausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die schönen Tage non Aranjuez". — NsDAP., Ortsgruppe Gießen-Oft, 20.30 Uhr, „Rheingold", Lud- wigstraße 6, Zelle 7, Zellenabend. — DAV. Gießen, Burschenschaft der O. Gr., 20.30 Uhr, Germanenhaus. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: heute, 19.30 Uhr, als 10. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement die Operette „Die lustige Witwe" von FranzLehär. Leitung: Wr ede — Eujö — Spohr. Der Tenor Adolf Jäger (Frankfurt) als Gast, singt die Rolle des Camille des Rofillon. Operetten-Preife. Ende nach 22 Uhr.— Donnerstag, 14. Dezember, Deutsche Bühne Reihe 1: ungerade Mitgliodsnummern: „U Boot 116", Schauspiel von Karl Lerbs unter der Spielleitung von Kurt Lüpke. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. Zu dieser Borftellung ist auch freier Kartenverkauf, und zwar zu Tagespreisen. — 'Morgen fein Vortrag im Ober- hessischen Geschichtsverein. Der für den morgigen Donnerstag angekündigte Vortrag von Dr. Mi11ermaier im Oberhessischen Gcschichts- verein mußte auf Dienstag, 19. Dezember, zur gleichen Zeit und im gleichen Raume verschoben werden. — E i n Elternabend der VDA. - Schulgruppe Goetheschule findet je am Donnerstag und Freitag dieser Woche, 20 Uhr beginnend, bet freiem Eintritt statt. — (Jin Lichtbilder-Vortrag „Photosahr t ins Blaue“ wird vom DHV. am kommenden Freitag in feinem heim, Lonpstraße, 20.30 Uhr beginnend, veranstaltet. Sprecher ist der Reichsleiter der Liebhader-Lichtbildnergilden Pg. Carl Seitz (höchst). Anschließend soll die Neugründung der Lichtbildnergilde Gießen vollzogen werden. *• Bon der Canbesunioerfität. Bon der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der ordentliche Professor an unserer Universität Dr. Andreae wird am Donnerstag, 14. Dezember. 17 Uhr c. t., im großen Hörsaal des Borlelungsqcbäubcs feine Antrittsvorlesung halten. Er spricht über „Nationalwirtschaft und Wirtschaftstheorie“. “ Eine öffentliche Mahnung der Stadt kaffe zur Zahlung fälliger Verbindlichkeiten ist in unserem heutigen Anzeigenteil enthalten. Säumige Zahler feien besonders darauf hin- gewiesen. "Großer Erfolg de» Ballettmeisters B ä U l k e. Bei einer Veranstaltung des Boten Kreuzes in Darmstadt, in deren Böhmen ein Spiel mit Gesang und Tanz unter dem Titel „Das beut- , fche Volkslieb" aufgefübrt würbe, konnte Ballettmeister Ewalb Baulke einen außerordentlichen (Erfolg verzeichnen. Die umfangreichen IanVjenen de» großangelegten Spiels, an dem 180 Mitwirke nde beteiligt waren, wurden von Herrn Baulke einstudiert, der am Schlüße der Aufführung itür- misch vor den Vorhang gerufen wurde und durch reichen B ifall und Blumen,penben herzliche flner. fennung fanb. An ber Veranstaltung hatten Ihre Kal. Hoheiten der Großherrog und die Grohherw- ain. ber Erbgroßherzog unb die Erbgroßherzoain. Brigobeführcr Hauer, Standort «-n'ubrer Dr Iver » . Leiter ber Lanbespolizei, und Obert?ärger- meister Dr. Müller als (Ehrenq ihe tetlqenon n laufenbe von Zuschauern hatten sich eingefunden. Zn den Gießener FaniilienblätLern beginnt am Freitag, dem -15. Dezember der Abdruck unseres Weihnachtsromans „Oer Giernenbaum ^von Friedrich Schnack entwicklungsfähiger Gefchmack, Farben- und Formensinn, gutes Augenmaß, Phantasie, eine gewisse Selbständigkeit im Zusammenstellen und Entwerfen und nicht zuletzt die Fähigkeit, Menschen zu beurteilen, wie auch Sinn und Verständnis für verschiedene Wesensarten ber Menschen, bie ja immer^auch in ber SUeibung ihren Ausdruck finden. Die Frage der Eignung für den Schneiderinnen-Beruf ist also gar nicht so einfach zu beantworten, wie die meisten Eltern und Mädchen meinen. Ls Ist unbedingt erforderlich, sich diese Frage der (Eignung für den Schneiderinnenberuf ganz gründlich zu stellen unb ba;u die betreffenbe Lehrmeisterin unb die Dcrufsberatungs-Stelle heranzuziehen. Die Schneidermeisterinnen klagen immer wieder darüber, daß die Mädchen nicht ernstlich genug bei der Sache sind, daß sie bie Lehre nicht ernst nehmen, unb es besteht leider zu häufig die Auffassung, „nähen lernen“ das sei etwas, was man so nebenher tun könne, wozu man sich nicht besonders anftrengen müsse, worin man cs ohne besonderen Fleiß, ohne allzugrohe Ausdauer, ohne besondere Tüchtigkeit zu etwas bringen könne, eben weil die „Anlage" bei vielen Mädchen da fei. Eine derartige Auffassung vom Schneiderinnen- Beruf ist grundfalsch und Höch st schädlich ür alle Beteiligten, für die Meisterinnen ebenso, wie ür die jungen Mädchen und bas gesamte Schneide- rinnen-handwerk. Wer bie gegenwärtige Notlage der Schneiderinnen auch nur einigermaßen kennt, wird wissen, daß nur diejenige Schneiderin sich in ihrem Beruf durchsetzen unb behaupten kann, deren berufliche Eignung und Fähigkeiten einwandfrei feft- tef)en und die neben ihrem „Talent" unermüdliche Ausdauer, großen Fleiß unb besondere Tüchtigkeit entwickelt. Gerade das Schneiderinnen-Handwerk hat jetzt gegen wichtige Konkurrenz-Bestrebungen anzukämpfen — ein Tatbestand, der allgemein bekannt ist. Aber selbst wenn die Voraussetzungen einer guten Eignung für den Schneiderinnen-Beruf erfüllt sind — wer bürgt dafür, daß das junge Mädchen sich Mischungen abzugrenzen. Die berufliche Ausbildung zur Schneiderin ist etwas ganz und grundsätzlich anderes, als die Ausbildung im Nähen, die ein großer Teil aller Mütter und Väter für ihre Tochter anftreben. hier handelt es sich meist nur um ein 21 n lern en. also eine kurzfristige Lernzeit (Kursus) für den späteren Eigenbedarf. Das junge Mädchen soll sich später zu helfen wissen, wenn einmal ein einfaches Kleidungsstück oder Wäsche zu nähen ist. Niemand bestreitet bie Notwendigkeit unb die Dringlichkeit einer solchen kurzfristigen Näh-Aus- bilbung des jungen Mädchens! Sie ist von ganz anderer Art unb bient anberen Zwecken, als bie Schneiderinnen-Lchre. Zweifellos muß es immer auch bie Möglichkeit zu biefer Kursus-Ausdilbung geben. Der Erwerb von Nähkenntnissen gehört zur hauswirtschaftlichen Erziehung ber Mädchen. Dieses kurzfristige Nähenlernen muh streng von ber eigentlichen „Lehre" getrennt werden, denn es berechtigt in Zukunft in keiner Meise mehr zur selbständigen Ausübung de» Gewerbe». Ls berechtigt zu nichts anderem, als zur Verwertung im Hausgebrauch, für den eigenen Bedarf. Eine solche kurzfristige Nähausbildung ist jedem Mädch'n zu wünschen, und es ist anzunehmen, daß in nächster Zeit eine Neuorganisation dieses Kursus- Betriebes erfolgen wird. „Schneiderin" aber soll nur dasjenige Mädchen werden, das keine Mühen unb keine Opfer an Zeit unb Gelb — benn eine breijährige Lehrzeit kostet naturgemäß den Eltern ziem- lief) viel — scheut und das auf eine systematische Be- rufsausbilbung hin arbeitet. Wenn es nur barauf ankommt, später finanzielle Erleichterungen daburch zu haben, daß er sich feine Kleiber selbst näht, ber kann nicht Schneiderin werden, er ist dort nicht am Platze und wird sich in diesem Berufe weder wohl- fühlen, noch es zu etwas bringen. Auf Tüchtigkeit kommt es aber heute mehr als je an! Darum prüfe sich jedes junge Mädchen mit den Litern, mit der Meisterin, mit der Berufsberatung eingehend unb mit aller Strenge, ob es angesichts der großen Schwierigkeiten indioibu- eller, fachlicher unb wirtschaftlicher Art Schnei- berin werben soll, kann und darf. "GesteigerteZahlderEheschließun- gen z u Weihnachten. Das Gießener Standesamt hat in der diesjährigen Weihnachtswoche eine erheblich höhere Zahl von Eheschließungen oorzu- nehmen, als es im vergangenen Jahre vor Weihnachten der Fall war. Insgesamt sind etwa 30 Paare aufgeboten, bie noch vor den Weihnachtsfeiertagen getraut werden wollen. Jrn vergangenen Jahre wurden um die gleiche Zeit etwa 17 Eheschließungen verzeichnet. Die Ehestandsdarlehen dürften nicht zuletzt die Ursache für die höhere Zahl der weihnachtlichen Eheschließungen sein. •• Sitzung des Provinzialausschus- f e s. Am oamstag, 16. Dezember, 8.30 Uhr beginnend. findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgras-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Prooinzialausfchusses, der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Alchaf- fenburg-Stabt gegen ben Lanbesfürsorgeoerbanb Dolksstaat Hessen, oertr. burch ben Bezirksfürsorgeverband Kreis Friedberg, auf Erstattung von Für- lorgcaufrocnbungen für Artur Cichenbaum aus Reullingen. 2. Klage des Bezirkssursorgevcrbandes der Stadt Gießen gegen den Landesiürforg verband Dolksstaat Hessen, oertr. durch den Bezirksfürsorge, verband Kreis Friedberg, wegen Erstattung von Für- sorgeauswendungen für Hermann (Berner aus Die- dach 3 Klage des Preuß. Beyrfsfürforgeoerbanbes des Landkreises Wetzlar, oertr. durch den Bürgermeister zu Wetzlar, gegen den Hess. Bezirksfürsorge- verband Kreis Friedberg auf Erstattung von Krankenhauskosten für den Melker Friedrich Lück aus Gronau. •• Der zahme Fuchs fand ein unrühmliches Ende. Dom .Hubertus", Verein weid- gerechter Jäger, Sitz Gießen, wird uns mitgeteilt: Unsere NotiH vom vergangenen Samstag über das Enttarnen eine» zahmen Fuchses bat außerordent- l'ches Interest« gefunden Zahlreiche Personen, vor allem Forst- unb Jagdschugbeamte. haben sich in dankenswerter Weise in den Dienst der Nachforschung gestellt. Leiber ist bie Mühe umsonst ge- wcs'n. Das wertvolle Tier hat in einer Scheune in Leihgestern am Sonntag ein unrühmliche» Ende gesunden. *• Die Ziehungslisten ber Verlosung bes Reichsbundes ber Kinberreichen Deutschlands zum Schuhe ber Familie, Ortsgruppe Gießen, bie am 9. Dezember ftattfanb, finb in ben auf den Losen verzeichneten Geschäften ein- Zusehen. Die Gewinne bestehen ntir aus Gutscheinen für hiesige Geschäfte, bie bis zum 1 Februar 1934 by dem ersten Vorsitzenden P. Schäfer, Gießen, Hillebrandstraße 14, abzuholen sind. •• Inbetriebnahme des neuen Freiburger Senders. Die Pressestelle ber Ober- poftbireftion Frankfurt a. M teilt mit: Der neue auf 5 kW verstärkte Bunbhmffcnber Freiburg (Breisgau) wird voraussichtlich am 20. Dezember im Gleichwell-nbetrieb mit Frank'urt a. M auf Welle 1157 kHz 259.3 m in Dienst gestellt werden. Um bie Bunbfunfteilnehmer an den Ü bergang auf bie neue Welle zu gewöhnen, wirb ber bisherige Freiburger Sender auf feiner alten Welle 527 kHz 6569 m noch bis 14. Januar 1934 neben dem neuen Sender in Betrieb bleiben. Schwurgericht Gießen. Unter dem Vorsitz von Landgerichtsrat Heid verhandelte das Schwurgericht gestern gegen den Heinrich B. aus Hersfell) unb bie Erna W. aus Lauterbach, benen die Anklage je ein Verbrechen des Meineids zur Last legte. Die Anklage vertrat Oberstaatsanwalt Dr. Wodaege, als Verteidiger fungierten die Rechtsanwälte Dr. Meufer unb Becker. Die Sitzung fand unter Aussckstuß der Oeffentlichkeit statt Die beiden Angeklagten sagten in einem vor dem Amtsgericht Lauterbach schwebenden Alimentation»- prozeß wissentlich falsch aus. trotzdem sie gesetzmäßig von dem damaligen Richter auf die Heilig' feit und Wichtigkeit des Eides aufmerksam gemacht wurden. Die gestrige Beweisaufnahme ergab, baß bie falsche Aussage bie Erhaltung eines Unterhalts- anspruchs der W. gegen ben Zeugen R. bezwecket, sollte. Der Vertreter der Anklage beantragte gegen beide Angeklagte eine Zuchthausstrafe von je IV, Jahren und Aberkennung ber bürgerlichen Ehrenrechte auf bie Dauer von fünf Jahren. In feinem Plädoyer betonte er, daß gerade die heutige Zeit dazu angetan fei, die Heiligkeit unb Wichtigkeit bes Eides zu unterstreichen. Nach längerer Beratung erkannte das Gericht gegen bie Angeklagten auf | e 1 2 ah r Zucht« paus unb Aberkennung der bürgerlichen Ehren« rechte auf die Dauer von 3 Jahren. Amtsgericht Gießen. Ein Zimmermann aus Trohe erhielt einen Straf« befehl über 3 Mark, weil er am 25. September gegen 19.30 Uhr auf einem Rad ohne Beleuchtung eine Ortsstraße in Trohe passierte Der Angeklagte legte gegen ben Strafbefehl Einspruch ein. Ent- fpredjenb bem Antrag bes Amtsanwalts verurteilte ihn bas Gericht zu ber im Strafbefehl festgesetzten Strafe. Außerdem trägt ber Angeklagte bie Kosten bes Verfahrens. Baumwarte Tagug in Lich. Die „Vereinigung der Baumwarte im Kreise Gießen“ hielt am Sonntag in Steins Saalbau zu L i ch ihre diesjährige Jahresschlubver« fammlung ab, zu ber sich sämtliche Mitglieder finge- funben hatten. Der Obmann, Baummart W. Kopf II. (Bellersheim), gab feiner Freube darüber Ausdruck, daß die neue Regierung alles für bie Förderung des Obstbaues tue. Diplom Gartenbauinspektor Rentfch (Friedberg), der Leiter der DbftbauinfpeNion IV, Friedberg-Gießen, berichtete über die Versuchs-Sommerspritzungen, die in diesem Jahre in verschiedenen Baumanlagen der Kreise Bübingen, Friebberg unb Gießen durchgeführt worden waren unb bei denen sich vor allein Kupser-Wacker als besonders wirksam erwiesen habe. Ein durchschlagender Erfolg sei jedoch nur bann zu erzielen, wenn alle Baumbesitzer die Sommerbchand- lung planmäßig oornähmen, da sonst binnen Kurzer Zeit bas Heer der tierischen unb pflanzlichen Schad- finge immer wieder die bespritzten Bäume von neuem verseuche. Deutlich konnte ber Redner diese Tatsache an Hand von Versuchen, die im Obstgarten der Lehranstalt für Obstbau unb Lanbwirt« schäft zur Durchführung gelangt waren, feststcllen. Einen breiten Raum nahm die Besprechung über bie vorgesehenen Baumpflegearbeiten im Rahmen bes Arbeitsbeschaffungsprogramms ein. Die Pflege- Maßnahmen werben als Notstandsarbeiten zu 75 v. H. vom Reiche finanziert, wahrend die Beftiumme von den Baumbesitzern aufzubringen ist. Da die notigen Verordnungen in Bälde erlassen werden, sind schon jetzt bie nötigen Vorarbeiten zu erledigen Bad) dem Wunsche ber Versammlung soll bie Kommllsioa, die die Baumruinen und Baumkrüppel zu bezeichnen hat, möglichst nicht aus einheimischen Sachverständigen bestehen. Die Arbeitskolonnen unter Führung eines tüchtigen Baumwarts sollen höchstens fünf Arbeitskräfte umfassen. Auch in diesem Winter soll durch gemeinsamen Bezug von Dbftbaumtarbollncum die Durchführung der Winterspritzung gefördert werden. Um Schädi- gungen durch mehrjährige Spritzungen zu vermeiden, soll alljährlich nur ein Drittel des Baumbestandes mit Dbftbaumfarbolineum behandelt werden. Besonders bei Steinobst machen sich sonst Störungen im Wuchs unb Austreten von Bleichsucht bemerkbar. Der übliche Zuschuß bei der Anschaffung von Rücken« unb Karrenspritzen wird nur noch bis zum Jahres« tnbe gewährt. Bei ber Gewährung von Beihilfen zu Neupflanzungen soll mit allen Mitteln auf Lortenoerminderung hingearbeitet werden, doch sollen dabei immer die feststehenden neueren Ergebnisse ber Befruchtungsoerhältnisse Berücksichtigung finden. Von befonberer Bedeutung zur Erreichung rentabler Verhältnisse im Obstbau sei auch eine richtige Wur- zelpflege, unter der nicht nur das Graben non Baumscheiben, sondern vor allem auch eine reichliche Düngung mit Kalk, Kali und Superphosphat zu oer- stehen sei. Die Erledigung verschiedener interner Vereins- angelegenheiten bildete ben Abschluß ber Tagung. Tagung der Landesführung Hessen des jieoets. WSN. D a r m ft a b t, 10. Dez. Jrn Rahmen einer zweitägigen Tagung ber fianbesführung Hessen bes 91 S D St B. (Nationalsozialistischer Deutscher Stubentenbunb) fanb heute mittag im Hessischen Landtag ein Festakt statt, zu dem sich Vertreter der hessischen Regierung, der Partei, SA., SS., HI., BbM, der Frauenschaft, ber Rektor ber Technischen Hochschule Darmstadt, ber Kanzler der Universität Gießen, bie Direktoren unb Rektorinnen sämtlicher hessischen höheren «chu- len, sowie sämtliche Gruppenführer ber Hoch- unb Fachschulen eingefunben hatten Nach ber Begrüßung burch ben Vorsitzenben ber Studentenschast Käfer sprach der Canbespreffeleiter Karl August Weber über ben positiven Willen ber Studentenschaft, an ihrem Ort am ständischen Aufbau des neuen Reiches mitzuarbeiten Anschließend svrach ber Lanbessuhrer bes NSDStB Friedrichs W a I • cher über Sinn unb Aufgabe des NSDStB. In programmatischen Ausführungen behanbelte er Ins« befonbere das Problem ber Kameradfchaftshäufer und die Erziehungsaufgaben an der kommenden studentischen Generation im Sinne des National« sozialismu». Die Kundgebung schloß mit iöuslüb- rangen des Kreisleiters Zürtz, einem dreifachen Sieg Heil auf den Führer unb mit dem Gesang de» Horst-Wessel-Liedes. Buntes Allerlei. (schlesische Ärandopser-Töpse. In vielen schlesischen Städten ist man bei Gra« bringen ober Kellerarbeiten auf sog. Branbopfer« Töpfe gestoßen, über bie Plüschke in der Zeit« fchrift „Germanien“ berichtet. Die Töpfe, die au#» außen rohem, innen gelb- oder bräunlich-glasiertem Ton bestehen, haben stet» angeschlagene Deckel ober wenigstens eine Deflnung am Bobcn. Es soll dadurch nach uraltem Glauben den Hausgeistern Gelegenheit gegeben werden, den Inhalt der Töp'e auszuschlürfen Man baute nämlich diefe Töp’e nach ben großen Etabtbränbm als Dpferqabe für die Hausdämonen mit ein, denen man auf diese Weise bas Wohl bes Hauses anempfahl. In Lieg« nitz fanb man in einem solchen Topf eine kleine Zinnkanne, die nach ber M istermarke unb Iah« reszahl barauf hinweist, daß ber Topf in den letzten beiden Jahrzehnten des 15. Jahrhundert» in bem Haus beigesetzt wurde. Mit diesen uralten Bauaabcn wollte man ben Hauskobolben Trunk unb Nahrung liefern, damit sie dann zum Dank das Gebäude vor Feuer unb anderem Unheil bewahrten. Im Baugrunde eines Hauses sand man Nachahmungen von Kinderfüßen in Gestalt kleiner gebrannter Tonschuhe. Vielleicht wurden den Hausgeistern vor Jahrtausenden sogar Men- schenopser gebracht; jedenfalls sind solche Bauopfer aus anderen Ländern bekannt. Ein seltener Fund ist eine kleine Madonna aus gebranntem weißem Ton, die wohl auch als Opfergabe gedacht war. OerMann,der von Peking nach Paris ritt Ein an kühnen Taten und Abenteuern überaus reiches Leben hat mit dem Tode von Harry d e W i n d t fein Ende gefunden, der mit 77 Jahren in einem Sanatorium der englischen Stadt Bor- nemouth gestorben ist. De Winot machte sich zuerst als Forschungsreisender einen Namen, als er verschiedene Expeditionen in das Innere des damals noch wenig erforschten indischen Staates Sarrawak auf Borneo unternahm, dessen Herrscher sein Schwager Sir Charles Brooke geworden war. Die Aufmerksamkeit der ganzen Welt lenkte er 1887 auf sich, als er einen Ritt von Peking nach Paris auf der Landstrecke durchführte. Diese kühne Leistung, die noch niemand vor ihm vollführt hatte, glückte ihm vollkommen. Daraufhin legte er zwei Jahre später auf Pferderücken den Weg von Rußland nach Indien durch Persien und Belutschistan zurück und vollendete diese Reise in sieben Monaten. Im Jahre 1890 beauftragte ihn die russische Regierung, die Einrichtungen der sibirischen Gefängnisse zu untersuchen, und um einen recht intimen Einblick zu erhalten, fuhr er selbst mit einem russischen Gefangenenschiff. Im Jahre 1896 unternahm er den kühnen Verfuch, auf dem Landweg von Paris nach Ncuyork zu reisen. Als er aber bis zur Pehring-Straße gekommen war, wurde er an der sibirischen Küste von Eingeborenen angegriffen und gefangen genommen. Aus dieser gefährlichen Lage, in der ihm ständig der Tod drohte, wurde er nach einer Gefangenschaft von zwei Monaten von einem amerikanischen Wallfischfänger-Schiff gerettet. Er nahm bann später an dem großen „Goldrausch" in Klondyke teil und bestand hier viele Abenteuer. Im Jahre 1902 machte er mit einigen Begleitern einen zweiten Versuch, die 30 000 Kilometer des Landweges von Paris nach Neuyork zurückzulegen, und diesmal erreichte er wohlbehalten sein Ziel. Oeffentliche Ankündigungen auf dem Gebiete des Heilwesens. Ein hessisches Gesetz. Der hessische Staatsminister Jung erläßt unter dem 5. Dezember ein vom Reichsstatthalter in Hessen Sprenger unter dem 7. Dezember ausgefertigtes Gesetz über öffentliche Ankündigungen auf dem Gebiet des Heilwesens. Das Gesetz ist mit der Veröffentlichung in der Darmstädter Zeitung ab 12. Dezember in Kraft getreten und bestimmt: Artikel 1 Die öffentliche Ankündigung oder Anpreisung von Gegenständen, Vorrichtungen, Mitteln, Verfahren oder Behandlungen, die zur Verhütung, Linderung oder Heilung von Menschen- oder Tierkrankheiten bestimmt sind, ist verboten, l wenn über die Beschaffenheit oder die Wirkung der Gegenstände, Vorrichtungen, Mittel, Verfahren oder Behandlungen unwahre oder zur Irreführung geeignete Angaben gemacht, wenn ihnen besondere, über ihren wahren Wert hinausgehende Wirkungen beigelegt werden, insbesondere auch unter prahlerischen Versprechungen über Heilerfolge, 2. wenn die Art der Ankündigung oder Anprei» sung geeignet ist, irrezuführen^ zu belästigen oder zu beunruhigen, 3. wenn die Gegenstände, Vorrichtungen, Mittel, Verfahren oder Behandlung ihrer Beschaffenheit nach geeignet sind, die Gesundheit zu schädigen, 4. wenn Mittel empfohlen werden, die nur auf ärztliche oder tierärztliche Anweisung verabfolgt werden dürfen oder dem freien Verkehr außerhalb der Apotheken entzogen sind, sofern die Ankündigung oder Anpreisung die Abgabe außerhalb der Apotheken bezweckt. Ankündigungen in ärztlichen, tierärztlichen und pharmazeutischen Fachzeitschriften werden hierdurch nicht betroffen, 5. wenn die wirksamen Bestandteile der Mittel usw. oder die wesentliche Art des Verfahrens geheimgehalten oder verschleiert werden. Die Ausnahmeoorschrift in der vorstehenden Ziffer 4 Satz 2 findet entsprechende Anwendung. 6. wenn mit der Ankündigung eine Veröffentlichung von Empfehlungen, Danksagungen, Bestätigungen von Heilerfolgen verbunden ist, 7. wenn eine Behandlung, die nicht auf Grund eigener Wahrnehmungen an dem zu Behandelnden erfolgt, angeboten wird (Fernbehandlung), 8. wenn zur Irreführung geeignete Angaben über Vorbildung oder Befähigung oder Erfolge des Anzeigenden gemacht werden. Artikel 2 Der öffentlichen Ankündigung ober Anpreisung steht es gleich, wenn in öffentlichen Ankünbigungen auf Druckschriften ober sonstige Mitteilungen verwiesen wirb, bie eine Ankünbigung ober Anpreisung der in § 1 genannten ©egenftänbe, Vorrichtungen, Mittel, Verfahren ober Behanblungen enthalten. Artikel 3 Zuwiberhanblungen werben, soweit in bestehen- ben Gesetzen nicht eine höhere Strafe vorgesehen ist, mit Gelbstrafe bis zu 150 RM. ober mit Haft bestraft. Gleiche Strafe trifft ben, ber zu Begehung von Zuwiberhanblungen burch Rat ober Tat wesentlich Hilfe leistet. Artikel 4 Dieses Gesetz tritt mit bern Tage nach seiner Verkünbigung in ber „Darmftäbter" Zeitung in Kraft. Gleichzeitig verlieren alle benfelben ©egenftanb dehanbelnben Polizeiverorbnungen ber unterstellten Behörben ihre Gültigkeit. Begründung. Dieser Gesetzentwurf bezweckt im Zusammenhang mit bem Entwurf eines Gesetzes über bie Ausübung ber Heilkunbe an Menschen unb Tieren burch nichtapprobierte Personen bie Bekäinv - fung bes Kurpfuschertums unb soll im be° fonberen bazu bienen, bem marktschreierischen unb schwinbelhaften, mit schweren wirtschaftlichen unb gesunbheitlichen Nachteilen für bie Bevölkerung oer- bunbenen Geheimmittel- unb Heilreklameunwesen entgegenzutreten. Schon jetzt bestehen in fast allen Kreisen bes Laubes Polizeiverorbnungen, burch bie bie unlautere Reklame im Heilgewerbe nach verschiedenen Richtungen hin unter Strafe gestellt ist. Der vorliegende Entwurf bringt die wünschenswerte Vereinheitlichung dieser Bestimmungen für das ganze Land, sowie bie notroenbige, eine Verschärfung bebeutenbe Neufassung unb Ergänzung ber Vorschriften, wobei bie in anberen Ländern, wie z. B. Preußen, Bayern, Sachsen unb Württemberg, in letzter Zeit getroffene Neuregelung berücksichtigt würbe. Der Entwurf ist bie weitergehenbe Regelung ber beiben letzteren Länber zugrunbe gelegt. Eine wesentliche Neuerung gegenüber bem beseitigen Rechtszustanb besteht barin, baß bas Verbot ber unlauteren Reklame sich auch auf ©egenftänbe, Mittel unb Verfahren erstreckt, bie zur Verhütung, Linderung unb Heilung von Tierkrankheiten bestimmt sind. Das Verbot ber Ankünbigung und Anpreisung von sogenannten ©eheimmitteln im engeren Sinne unb von ©eheimverfahren (vgl. Artikel 1 Ziffer 5) ist beibehalten worben. Auch bas Erbieten zur sogenannten Fernbehanblung bleibt verboten unb strafbar (Ziffer 7). Der Art. 2 stellt der öffentlichen Ankündigung unb Anpreisung bis sogenannte inbirekte Reklame gleich, bie barin besteht, baß auf Broschüren, Druckschriften usw. ausbrücklich Bezug genommen wirb, in benen bie betreffenben Mittel, ©egenftänbe ober Verfahren näher bezeichnet finb unb ihre wirkliche ober angebliche Heilkraft behauptet unb erläutert wirb. Oie Ausübung der Heilkunde an Menschen und Tieren durch nichtapprobierte Personen. Der hessische Staatsminister Jung hat unter dem 5. Dezember ein Gesetz erlassen, das unter dem 7. Dezember von dem Reichsstatthalter in Hessen, Sprenger, ausgefertigt unb oertünbet würbe. Das Gesetz ist in ber „Darmftäbter Zeitung" vom 11. Dezember veröffentlicht unb bestimmt: Artikel 1. Personen, bie, ohne als Arzt, Zahnarzt ober Tierarzt approbiert zu sein, bie Heilkunbe an Menschen ober Tieren gewerbsmäßig ausüben wollen, haben dies vor Beginn ihres gewerblichen Betriebes dem für ben Ort ihrer Nieberlaffung zustänbigen Kreis- gesunbheitsamt bzw. Kreisveterinäramt unter Angabe ihrer gewerblichen Räume, ihrer Wohnung unb ber Helfer, bie an ber Heilbehanblung beteiligt werden sollen, anzuzeigen. Dabei haben sie über ihre persönlichen Verhältnisse unb bie ihrer anmelbe- pflichtigen Helfer, insbefonbere über Vorbilbung, bisherige Tätigkeit unb Behanblungsart unb bie für bie Behanblung zur Verfügung stehenben Einrichtungen Auskunft zu geben unb biefe auf Verlangen des Kreisgefunbheitsamtes bzw. bes Kreisveterinäramtes zu ergänzen. Personen, bie bas Gewerbe bei bem Inkrafttreten dieses Gesetzes bereits betreiben, haben bie vorge- schriebene Anzeige innerhalb 14 Tagen zu erstatten. Artikel 2. Wechsel ber gewerblichen Räume ober ber Wohnung, bie Einstellung bes gewerblichen Betriebes, bie Annahme unb ber Wechsel anzeigepflichtiger Helfer finb binnen drei Tagen in gleicher Weise Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mark ober mit Haft bestraft. Artikel 4. Dieses Gesetz tritt eine Woche nach seiner Verkün- digung in ber „Darmftäbter Zeitung" in Kraft. Begründung. Durch bie Reichsaewerbeorbnung ist bie Heilkunbe freigegeben; Die früheren lanbesrechtlichen Kurpfuschereiverbote, wie sie auch in Hessen nach ben Art. 356 bis 359 bes Polizeistrafgesetzes bestauben hatten, finb mit Einführung ber ©eroerbeorb« nung weggefallen. Die Heilbehanblung von Menschen unb Tieren barf baher von jebermann ohne Rücksicht auf Kenntnisse, Vordilbung ober Verleihung usw. betrieben werben. Infolge biefer ©e« werbefreiheit hat sich nun im Laufe ber Zeit bie Zahl ber Personen, bie bas Heilgewerbe ahne Befähigungsnachweis ausüben, stark vermehrt unb unter biefen roieber bie Zahl berjenigen, bie man gemeinhin als Kurpfuscher zu bezeichnen pflegt unb bie ihr Gewerbe vielfach in unlauterer Weise, zumeist gestützt auf eine schwin- delhafte, marktschreierische Reklame, unter Ausnutzung ber Urteilslosigkeit unb Unerfahrenheit ihrer Kunben, ober in einer bereu Leben unb Gesundheit gefährdenden oder schädigenden Art ausüben. Im öffentlichen Interesse erscheinen gesetzliche Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Mißstände geboten. Auch die Hessische Aerztekammer hat in neuerer Zeit wiederum solche Maßnahmen für not- wendig erklärt. Die landesrechtliche Regelung muß sich jedoch im Rahmen der Reichsgesetzgebung halten, insbesondere muß ber reichsrechtlich feftgelegte Grunbsatz ber Freigabe ber Heilkunde gewahrt bleiben. Als eine ber Maßnahmen zur Bekämpfung ber Auswüchse, die sich auf bem Gebiete bes Heilwesens durch bie Kurierfreiheit ergeben haben, bringt der vorliegende Entwurf die Anzeige - und Aus- kunftsvf licht für bie nicht-approdierten gewerbsmäßigen Heilbehanbler. Ein weiterer Entwurf befaßt sich mit den öffentlichen Ankündigungen auf dem Gebiete bes Heilwesens, um der schwindelhaften unb gemeingefährlichen Reklame, bie gerabe von den Kurpfuschern vielfach betrieben wird, entgegenzutreten. Mit der Einführung der A n z e i g e - und Auskunftspflicht folgt der Entwurf dem Vorbild anderer Länder, bie, wie z. B. Preußen, Sachsen und Baden, gleiche ober ähnliche Bestimmungen erlassen haben. Durch die Anzeige soll ben Kreis- gesunbheitsämtern unb, soweit es sich um bie Ausübung ber Tierheilkunde handelt, ben Kreisveterinär- ämtern als ben fachlichen Ueberwachungsbehörben auf bem Gebiete des ©eiunbheits- unb Veterinär- wesens bie zur Beaufsichtigung ber Betriebe ber Heilbehanbler erforderliche Kenntnis von deren Be- ginn ober Einstellung ober einer Aenberuna in ben Betriebsoerhältniffen gegeben werben. Die Anzeige, pflicht ist nicht beschränkt auf ben Kreis ber Perso- nen, bie man gemeinhin als Kurpfuscher zu bezeichnen pflegt, sondern erstreckt sich auf alle nicht als Arzt, Zahnarzt ober Tierarzt approbierten gewerbsmäßigen Heilbehanbler. Eine weitgehende Erfassung aller Heilbehanblungsbetriebe erscheint erforderlich, damit die Ueberwachungsbehörden ihrer Aufgabe in vollem Umfange gerecht werden unb Mißständen auf bem Gebiete bes Heilwesens, die sich aus ber Kurierfreiheit ergeben, möglichst umfassend ent» gegentreten können. Für bie approbierten Aerzte und Tierärzte, bie in Hessen beruflich tätig werden, besteht übrigens schon seit langem, jetzt aus Grund der Vorschriften in Art. 2 ber Aerzteordnung vom 15. Januar 1914 unb Art. 1 ber Tierärzteorbnung vom 29. Dezember 1925 eine Melbepflicht beim Kreisamt bzw. Kreisveterinäramt. In Zukunft wirb nunmehr bas Kreisgesunbheits- amt bzw. das Kreisveterinaramt eine Uebersicht über alle Personen haben, bie in feinem Bezirk beruflich ober gewerbsmäßig bie Heilkunbe an Menschen ober Tieren ausüben. Um bie Überwachung nach ber persönlichen unb sachlichen Seite hin wirksam burchsühren zu können, ist e» notwenbig, baß ben Kreisgesunbheitsämtern bzw. Kreisveterinär- ämtern auch Auskunft über bie persönlichen Ver- Das ganze Volk soll eine große Familie sein — darum opfert Weihnachtsspenden für die wintev- Hilfe! hältnisse ber Heilbehanbler unb ihrer Helfer, ins» befonbere über Jöorbilbung unb bisherige Tätigkeit erteilt wirb unb ihnen auch Angaben über bie Behanblungsart unb bie zur Verfügung stehenben Ein- richtungen gemacht werben. Daraus wird sich bis Ueberwachungsdeyörbe ein Urteil über bie Zuverlässigkeit bes Betriebs btlben unb prüfen können, ob ber Heilbehanbler seine Tätigkeit nicht auf ihm verbotene Gebiete erstreckt. Durch bie hier vorgeschriebene Anzeigepflicht bleibt selbstverftänblich bis burch anbere z. B. steuerliche Bestimmungen ange» orbnete Melbepflicht unberührt. Obecheffen. Landkreis Gießen. X W i e s e ck, 12. Dez. Einen wohlgelungenen Weihnachtsabend veranstaltete die Ortsgruppe der Deutschen Stenographenschaft im Saale ihres Dereinslokales Döbus am vergangenen Samstag. Umrahmt von flott gespielten Musikstücken wurde den zahlreich erschienenen Mitgliebern unb Gönnern der Stenographenschaft ein abwechselungs- reiches Programm geboten. Dereinsführer A. Klina begrüßte bie Gäste, unter ihnen besonders auch Sturmbannführer H. Hödel (Gießen), ber bie Gelegenheit ergriff unb in herzlichen Worten für ben schönen Abenb dankte und zur Pflege einer immer stärker werdenden Kameradschaft aufforderte, die ge- rode jetzt für unser Volk so nötig i t. Dann werde auch die Deutsche Stenographenscha t ihre von der Führung unb Regierung gestellte Aufgabe erfüllen. Ernst Romer erfreute im weiteren Verlaufe bes Abenbs durch gut zu Gehör gebrachte Volkslieder. Mit einem hübschen Einakter und anschließendem Tanz schloß der schone Abend, an dem sich wieder eine große Anzahl neuer Mitglieder in die Ortsgruppe anmeldeten. 00 Klein-Linden, 12. Dez. Vom 5. bis 10. Dezember wurde in unserer Gemeinde von bem Verbanb ber weiblichen evangelischen Iugenb in Hessen eine Freizeit abgehalten. Die Veranstaltung war aus Oberhessen unb Startenburg verhältnismäßig gut besucht. Die Leitung lag in ben Hänben von Frl. Linbeholz (Orbis- hohe bei Zwingenberg), ber hessischen Verbanbs- Leiterin. Die Vormittage waren ber Bibelarbeit ge- roibmet, währenb an ben Nachmittagen in Luthers Glauben unb Leben unter bcfonberer Berücksichtigung seiner Lieber eingeführt würbe. Die Abenbe waren ber Verbanbskunbe unb ber Arbeit aus bem neuen Verbanbslieberbuch gewibmet. Den Abschluß ber Freizeit bildete ein Kreisoerbanbstrefsen am vorigen Sonntag. Im Vormittagsgottesbienst sang ber Mäbchenchor einen Aboentskanon unb zwei neue Lieber. Anschließenb war Äurrenbefingen im Dorf. Der Nachmittag begann mit einem Umzug burch bas Dorf. Dann begrüßte Pfarrer Bremmer bie Gäste unb betonte bie Bebeutuna bes Kreisverbanbstreffens. Frl. Linbeholz sprach über bie Lage bes Verdanbes unb wies auf bie Bebeutung unseres Glaubens für ben Aufbau unseres beutschen Volkes hin. Nach gemeinsamem Kaffeetrinken würbe roieber gesungen, unb neue Lieber würben erarbeitet. Den Abschluß bilbete eine Feier in ber Kirche, bei ber bie Zielsätze gemeinsam gesprochen würben unb ber Ortspfarrer eine Ansprache über bas Gleichnis von ben zehn Jungfrauen hielt. Mit bem gleichsam gesungenen Verbanbslieb, „Herr, wir stehen Hanb in Hanb" trennten sich bie Teilnehmer, um bie Heimreise anzutreten. Die auswärtigen Teilnehmer waren Gäste in hiesigen Familien. tn. Lang-Göns, 12. Dez. Am Samstag abenb fanb im Saalbau Hebbel bahier ein Deutscher Abenb ber hiesigen NS. -Frauenschaf t statt, ber äußerst gut besucht war unb einen glänzenben Verlauf nahm. Auch von Grünin- gen unb Holzheim waren zahlreiche Parteimitglie- ber erschienen, ebenso von Großen-Linben unb Leihgestern. Die Musik, ausgeführt von ber hiesigen SA.-Kapelle, brachte in gut gewählten Stücken vorzügliche Unterhaltung. Die Begrüßungsansprache hielt ber Ortsgruppenleiter Karl Wenzel. Zum Anbeuten an bie im Kampfe um bas Dri'.te Reich gefallenen Parteimitglieber sprach ©auschulungs- {eiter Dr. Schmidt tiefempfundene Worte. Das Lieb vom guten Kameraben würbe stehenb gesungen. Frl. Schwinn, bie Leiterin ber hiesigen Frauengruppe, trug einige Gebichte vor, bie ebenfalls bem Gebenken ber gefallenen SA.-Männer gewibmet waren unb viel Beifall fanben. Sehr viel Freube machte auch ber Vortrag von ber kleinen Schülerin A. Mehl „Ich bin ein braunes Möbel". In ber Pause fanb bie Verlosung von Gegenstän- ben statt, bie bie hiesigen Frauen gestiftet hatten. Nach einem überleitenden Musikstück sprach sodann Dr. Schmidt in längeren Ausführungen über „die Stellung ber beutschen Frau im neuen Reich." Er geißelte scharf bie marxistischen Maßnahmen ber letzten Jahre, bie bie Frauen ber Familie ent- frembeten, bie ben Männern bie Arbeit in ben Fabriken wegnahmen unb baburch ben Lohn brückten. Die beutsche Frau gehört in bas Haus, unb bie neue Regierung wirb bafür sorgen, baß biefe Forderung auch erfüllt wirb. In bem heiteren Teil bes Abenbs würben noch zwei kleine Theater- ftückchen von bem Leihgesterner Dichter Gg. Heß ber selbst anwesenb war unb einleitenbe Worte sprach, aber auch vorzüglich Hanbharrnonika spielte, aufgeführt, bie viel Beifall auslösten. Das Schlußwort sprach ber Ortsgruppenleiter. Er wies barauf hin, baß ber gesamte Reinertrag bem Winterhilfs» werk zugute käme. Mit bem Gesang ber beiben Nationallieber schloß ber Hauptteil bes Abenbs. * D o r f < © i 11, 11. Dez. Dieser Tage weilte ein Wünschelrutengänger aus Butzbach in unserer Gemarkung. Es gelang ihm, mehrere starke Quellen festzuftellen. Sofort würben bie notroenbigen Bohrungen oorgenommcn. ? Reiskirchen, 12. Dez. Bet ber Viehzählung am 5. Dezember würben in unserer Gemeinde folgende Viehbestände festgestellt: 30 Pferde, 681 Stück Rindvieh, 91 Schafe, 492 Schweine, 128 Ziegen unb 2434 Stück Federvieh. CO Lich, 12. Dez. In unserer Stabt unb in ben felbftänbigen Gemarkungen Hof-Albach, Koln- hausen unb Mühlsachsen würben bei ber am 5< Dezember oorgenommenen Viehzählung gezählt: Pferbe 154 (157), Kälber 40 (32), Jungvieh 189 (194), Zuchtbullen 4 (6), Kühe 434 (418), Schafe 521 (674), Schweine bis zu einem Jahr 920 (824), Schweine über einem Jahr 109 (100), Ziegen 174 (168), Febervieh 4536 (4866) unb Bienenvölker (Stöcke) 58 (49). Kreis Friedberg. * Münzenberg, 13. Dez. Zu bem aestrigen Bericht von hier über bie Kartoffelsammlung für bas Elisabethenstist in Darmstabt ist eine Richtig st ellung erforderlich. In bem gestrigen Bericht ist infolge eines Setzfehlers zu lesen, baß sich bei biefer Kartoffelfarnmlung „ein einziger Haushalt vom Geben ausschloß . R i ch ti g muß es bagegen heißen, baß sich bet dieser Sammlung „kein einziger Haushalt aus» schloß". Kreis Schotten. □ Laubach, 12. Dez. Jrn hiesigen Rathaus« faale sprach vor ben Obmännern ber zum Bezirk Laubach gehörigen örtlichen Obstbauvereins unb ben lanbwirtschaftlichen Fachberatern Kreis» obftbauinfpettor Metternich (Bübingen) über bie planmäßige Instandsetzung ber Ob ft anlagen unb umfaffenbe Schäb - lingsbetämpfung im 0 b ft b a u. Die zur Verbesserung ber Ertragsfähigkeit ber Obstbäume beabsichtigten Maßnahmen sollen im Wege ber Notstanbsarbeiten burch Erwerbslose in Kolonnen von je 14 Mann burchgeführt werben, um saubere unb bem Auslanb gegenüber konkurrenzfähige Ware zu erzielen. Im Rahmen biefer Arbeitsbeschaffung wirb vom Staat ein täglicher Förbersatz von 3 Mark pro Mann gezahlt. Der noch aufzu- bringenbe Zuschuß von 60 Pfennig pro Tag unb Marin soll auf bie Obstbaumbesitzer, entsprechenb ber Beschäftigungszeit ber Arbeitslosen, umgelegt werben. Als Träger ber vorgesehenen Arbeiten werben bie ©emeinben, eventuell ber Kreis, in Frage kommen. Die Durchführung biefer Maßnahmen soll burch Einführung entfpredjenber Polizeiverorbnungen ermöglicht werben. Die Ausführungen bes Vor- tragenben fanben lebhafte Zustimmung ber An- roefenben. — Die am 5. Dezember vorgenommene Viehzählung hatte in unserer ©emeinbe fol» genbes Ergebnis: 2508 Gänse, Hühner unb Enten, 500 Schweine, baoon 8 Zuchtsauen, 521 Rinber mit einschließlich 35 Kälbern, 204 /Ziegen, 80 Pferben, 203 Schafen, 24 Bienenstöcke. Weiter finb im letzten Vierteljahr 41 Hausschlachtungen vorgenommen worben. — Am dritten Eintopftag wurden in unserem Ortsgruppenbereich 243,73 Mk. gesammelt. Hiervon entfallen auf Laubach 166,97 Mark, Gonterskirchen 24 Mark, Wetterfeld 21,15 Mark und Ruppertsburg 31,60 Mark. PreufcetL Ein Berbandörevisor wegen Meineids und Diebstahls vor Gericht. Limburg, 12. Dez. (WSN.) Vom Schwur- gericht Limburg wurde ber Verbanbsreoifor Schwanenbeck wegen M e i n e i b s unb Diebstahls zu 1 Jahr 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte 1929 bie Spar- unb Leihkaffe in Nieberkleen (Kreis Wetzlar) zu kontrollieren unb stellte hier einige Verfehlungen bes bama» ligen Rechners fest, ber u. a. Kriegsanleihestücke aus bem Depot genommen unb ben Besitzern ohne Quittung verabfolgt hatte. In ber Verhanblung gegen ben Rechner sagte ber Verbanbsreoifor unter Eid aus, es hätten Kriegsanleihestücke im Werte von 300 Mark gefehlt. Der Rechner hatte tatsächlich zwei Stück zu je 50 Mark beiseitegeschafft, bie an» bcren jeboch, wie sich später herausstellte, ber R e • v i s o r. Das brachte ihm bie Anklage wegen Mein- eibs unb Diebstahls ein. Währenb ber Staatsanwalt IV» Jahre Zuchthaus beantragte, verurteilte ihn bas Schwurgericht zu 1 Jahr 9 Monaten Gefängnis. Kreis Wetrlar * Ärofborf, 11. Dez. Am Sonntag oeranftah tete ber B D M. einen Unterbaltungsabcnb in bem bis auf ben letzten Platz besetzten Saale ber Wirtschaft Eb. Moos. Nach bem Liebe „Wir heben unsere Hänbe aus tiefster bitterer Not" hielt bie Führerin eine kurze Ansprache. Sie schilberte in kurzen Zügen bie Aufgaben bes BDM. Es wech- felten Sprechchöre, Gebichte unb Lieber. Befonbers einbrucksvoll wirkte ber gemeinsame Gesang ber HI., Jungvolk unb BDM., stehenb mit erhobenen Hänben „Vorwärts, Vorwärts schmettern die hellen Fanfaren." Sodann folgte eine Werbespiel für die Winterhilfe. Nach der Pause hielt der Stütz- punktleiter eine Ansprache. Der zweite Teil, ber unter bem Motto ftanb: „Es grüne bie Tanne, es wachse bas Erz, Gott schenke uns allen ein fröhliches Herz", war ber Heiterkeit gewibmet. Volkslieber unb Tänze, sowie Singspiele ber Jungmäbels ließen ben Abenb schnell zu Enbe kommen. Mit einem Sieg-Heil auf unseren Führer Adolf Hit- l e r, auf ben Reichssugenbführer Balbur von | Schirach unb mit bem Deutschlanblied endete bie Feier. Schach-Ecke Otto 'Beniner. c7. 1. Aus der Sttjadjroclt. zur 14. e2—c3, De7—e5. 15. g2—g 14, LH2XI4. 17. e.3X14, DeSXI £ t Prompte Lieferung! 7*»*A das Beste Ändere Größte Ausstellung. Lieferungauch nachanswtirts b. d5Xe6, 17Xe6. 7. e2—e3, <17—d5. II. 6. Sbl—c3, ti i 0.95 per Meter 0.98 ten usw. 1.28 fähige Ware per Meter 1.95 7313 beim Fachmann die Ufa-Ton-Woche 7488 < 2.88 Ein wundei volles Programm, was jedersehenmuö! b —— FürdenWeihDacbisbastler 3.15 Stellungen per Meter 4.50 txi Seidenstoffe Schlafanzüge usw. per Meter Elek- 1.42 Verarbeiten auch wert ist per Meter Restaurant Bayrischer Löwe RM. 3.SO 1.90 Kleider, auch in schwart .per Meter Marktplatz 5 in neues RM. 10.- Geschenk- RM. 17.- bud) für 730 A Aalur freunde! geldjlagen werden 749OD 3u beziehen durch jede Duchdandlung L>ugo Bcnnühler Verlag,Berlin kichterfelde Gießen, Plockstraße 16 701A 1.32 1.35 dl g' sind willkommene, praktische Weihnachtsgeschenke Sie finden bei mir eine große Auswahl Geschenkartikel dieser Alt in allen Preislagen. Ich bitte um gefällige Besichtigung meines reichhaltigen Lagers. 1 1 1 1 Reinwollener Popeline, 85 cm breit, in 18 neuen Farben, gute, garantiert trag- Kunstselden-Marocalre, 95cm breit, anständige, geschlossene Qualität, die das b( ni Dl bl ll ü b Bunt-Lackfarben Bronzen Beizen MelBluhduacho Ortg. Fön-Son Protoe-Koffoe mühte . . . könnte. Etwas Irisches“ Bügeleisen mif Garantie Tornister, Brotbeutel, Feldflaschen, Kochgeschirre, Koppel, Schulterriemen, sowie alle Ausrüstungsstücke kaufen Sie hier preiswert Tweed-Karo, 70 cm breit, für Sportkleider, Hauskleider zum Anarbei- b di u. l ul Id ti i) w 'S la bl fi ö( mi Spezialabteilung für Wintersportgeräte Schneeschuhe, Skistöcke und sämtliches Zubehör. Qualitätsmarken in allen Preislagen. Staubsauger verschiedene Sye'eme n d ur no iir Ui »i ol E z^ „Puppen“- Stuben-Tapeten Reinwollener Afgalalne, 98 cm breit, in allen nchtig. Herbstfarben, wirkt, erstkl. Strapazierware m. eleg. Aussehen, p. Meter Zwirn-Popeline, 98 cm breit für gute Wollkleider, wirkt erstkl.. reinwoll Strapazierware in richtigen Farben... per Meter Relnwo lener Afgalalne, 130cmbreit, sehr günst. Kleiderware in richt. Farben. Sie brauchen nur 3 Meter zum Kleid, per Meter Fleur de lalne 98 cm breit, mit glänzender Abseite, wirklich erstklassige Strapazierware .... per Meter Reinwollene Stichelhaar-Schotten 100 cm breit, aparte modische Muster in wirklich guten Qualitäten... per Meter 3.50 Angora, 130 breit reine Wolle, der große Modeartikel in richtigen aktuellen Fart> ld)ii ftn Itt bti <3 bt ch or bc ni ha bc lei Äu »t Craqueie, 95 cm breit, Kunstseidene, schwere Kleiderware für gute Nachmittags- Adler-Bemberg-K'seIde, 80cm breit, f. eleg. Wäsche, Blusen, Schlafanzüge usw., jahrelang bewährte Qualität, per Meter 158 Bedr Agfa-Traviskunstselde 80 cm breit, schöne Blumenmüsterchen für STOFFSPEZIALHAUS BERNARD bfi Bu sinl Wil Si, tri' M Qb( tin Te bei blo Bneffasten der Heöaftion. (3tf<)l»flulad)lrn JinD otjnr 13rrbinond)ffil der Sdirittleitung , Ehestandsdarlehen Lang-lvon». lieber eine Aende» rung der Bestimmungen für die Gewährung von Ehestandsdarlehen liegen bis jetzt amtliche Mit« teifungen nicht vor. Es Idfjt sich zur Zeit auch nicht sagen, ob ab 1. Januar Aenderungen der bisherigen Vorschriften eintreten werden. Reiseartikel und Lederwaren Holzsubmission. In den (Dcmrinbrroalbungen ftrofborf- (ßleiberg und Launsbach, Ureis Wetzlar, sollen, falls annehmbare (Bcbote emgehen. Berthold Kühne Schwarz 7 Steine; Kc4; Bd3, eä, h5, h6, h7, Weitz zieht und setzt In vier Bügen matt Problem Nr. 35». Von Johann B e r g e r t, Graz. Weitz 4 Steige: Kg3; Db5; La5; LgH. Schwarz 3 Steine: Ke6; Be3, 17. Weitz zieht und setzt in drei Zügen matt. Partie Nr. 253. Lin Beitrag -um Blumenseld-Garnbit. Schuhhaus Weidemann Seltersweg 59 Au» dem Mannschafts Wettkampf Sthachvcrein Anderssen, Frankfurt a. TL, gegen Schachoereln Hanau a M (Befpielt an Brett 1 am 15. Oktober 1933 in Hanau. Weih: Beniner, Frankfurt a M. Schwarz; Drescher, Hanau a.M. Herren: Anthe», Beniner, Bernardi, Bruchhäuser, Deschauer, Dr. Grimm, Müller. Otto, Notz, Dr. Sauer, Bier und Dr. I b o m a e. 3m diesjährigen Turmer um die russische Meister» schäft siegte B o t w i n n i k mit 14 Punkten aus 19 Partien. .. , De2—e3. 2. Sd6-b5+ usw. ..., De2—g4. 2. Dg6Xc64- usw. ..02—e4. 2. Sdo—17 4- matt. .., 02—13. 2. SdO—b7+ usw. Lösung de» Problems 7Ir. 356. Von E. I. W. Rubbel, Leningrad. Te4—d4! usw. Heizkissen / Heizsonne Das wl>« doch euch «twu fOr Sie. Sehen Sie eien diree Sacnen doen einmal an be J. B. Häuser Am Oswaldsgarten GleBen, «ul 1145 214« Rundfunkgeräte Anlagen, Reparaturen für »Deutsche Weihnachten“ von Radio-Ruhl Gießen Plo ck atra öc 12 /Telephon 3170 Lösung de» Problems Ttr. 355. Don 3 Möller. 1. Df7—gb! (droht 2. Dg6—g3+), Del—<13. 2. Sd6—17+ usw. Nützliche Geschenke; für untere A. Lieblinge! I b n tt M ftil d Ü in Jhanjuez Ein Tonhlrn mii einer kriminalistisch uneniört Hhirken Ilundlung! I’iirls, die Pvrenäen. die Luxus- hiidw Biarritz und Sun Sehnntiiin mit Ihrem i Intel- und Stnindleb(Mi nm Meer, SIldHpiinien mit den nm eriHchen Trachten und fern- gen Tllnzen. Sevilla, Uonda. Cadiz, da« sind die Sta'Ionen einer aben- leuerlichcn, sen-ationeUen, mm egenden Jagd nach einem Perlenkollier! Hauptrollen: Brigitte Helm Gustav Grundgens, Kurt Vespermann, W. Liebeneiner, Jak.Tledtke Dio ProHHe schreibt: Ein hochinteressanter Abenteurertum, umrahmt von der wundervollen spanischen Landschaft, den nun als Spitzenleistung bezeichnen darf. Dazu: Gutes Beiprogramm u. Reparaturen nur durch den Fachmann Heb. Krall Radio- Fachgeschäft Gießen Blelehslr. 801. Lichtspielhaus • Gießen Heute Premiere des neuen großen Kriminalfilms der U a Die seftönen frage 3n Frankfurt a M. sind 16 Schachvereine £“~ Schachoereinigunq Grotz-Frankfurt zufammenge- schloffen worden. Die diesjährigen Winterturniere haben begonnen. Bin Turnier um die Meisterschaft der Stadt Frankfurt für 1934 beteiligen sich folgende 'Bearbeitet von Problem 3lr. 357. Don Johann Bergert, Graz. Weitz 7 Steine: Kd2; DI2; Le3; Ba4, c3, c4, h4. Aunsthistoriker als Sachverstandiaer gehört. Der meinte: „3a, von den etwa 150 Bildern, die van Gogh gemalt Hal, bestndcn sich mehr al» 300 in P r i o a t b e s I tz." Die Konsultation. Der Schauspieler Heinrich George war leidend und ging jum Arzt. Der Doktor fragte: „Rauchen Eie viel?" „3a, Zigarren " „Trinken Sie Alkohol?- „Natürlich." „Dann rate ich 3hnen, meiden Sie das Rauchen und da» Trinken!" Da nahm George feinen Hut und ging. Der Arzt ihm nach: J)aUo — mein Rat kostet zehn Tlarf „3d> nehme ihn ja gar nicht an!" erwidert« George erbost und schlug die Tür hinter sich zu. Donnerstag, den 14. Dezember Metzelsuppe! 6873 Oie Rarrenkappe. Splitter und Sparren vom 'Ledaktion-tisch Die eidgenössische Schildwach«. Die Schweizer 3Uuftrierte erzählt folgende Episode au» einer 3nstruktion»stunde: „Meier, stellen Sie sich vor. Sie haben Wache. Es ist schon dunkel. Plötzlich kommt jemand von hinten, umsatzt Sie so, daß Sie von Ihrer Waffe keinen Gebrauch machen können. Was würden Sie tun?" ,Hch würde sagen: Latz sofort lo», Lina, ich bin im Dienst!" Fachmännische Auskunft. Man erinnert sich wohl noch des großen Skandals mit den gefälschten van Goghs? Damals wurde auch ein inzwischen verstorbener bedeutender Stoffzum neuen Kleid Ist ein begehrtesWeihnachts^Geschenk I Er führt „ihn“ Der Weihnachtsmann will „Ihm“ sagen, was man noch schenken Oeffeniliche Mahnung. Folgende Büifftänbe werden hiermit zur Zahlung bi» 21. Dezember 1933 einschließlich gemahnt: 7485C Schulgeld für die Hessische Studien- anftalt für Oktober 1933; Miete au» städtischen Häusern usw. für Oktober 1933; 4 Ziel Gemeinde-, Kreis- und Provln- ^atumlagen einschließlich Sondergebäudesteuer 1933; 4. Rate Bürgersteuer 1933. Rach Ablauf dieser Frist erfolgt ohne weitere Mahnung Einzug der rückständigen Betrag« auf Kosten der Schuldner. Bei den Steuerzahlungen werden die oorgeschriebenen Verzugszinsen erhoben. Gießen, den 12. Dezember 1933. Stadtkasse Gießen. __ Obermann 4 Co, G.m.b.H. Sonncnstrafae 15 :480d Co» 1. ftroföorf-tölelberg, Distrikt 8: zirka 200 Im Fichtenstammholz Klasse 1a, b, 2a b, 3a. Co» 2: Launsbach, Distrikt 7s: zirka 50 km wie vor. Käuser bleibt 8 Tag«, vom Tage des .Eröffnungstermins an gerechnet, an sein Gebot gebunden und mutz sich verpflichten, inst einem Mehr- oder Minderansall ein- verstanden zu sein. Der Zuschlag bleibt Vorbehalten Äu£ Wunsch wird da» Hol, vorgezeigt. Die Schlage liegen zirka 1 km von Krofdorf entfernt. Angebote aus den Festmeter, nach Mafien getrennt, sind unter Anerkennung der Berkaufsbedin- gongen bi» zu dem am Freitag, dem 5. Januar 1934. nachmittag» 2 Uhr. fiattsinden- b*n Ero 'nungstermln einmreichen für Vot 1 be, dem Oritdürgerme.ster in Äraf- Vo» ? bei dem DrUburg«rmei(t«1, IkrtMi luumnunqttt^n ttnn Ufcn .1#». SnNUtn im «I arnw twn >rt< bwij t-tUnnf fia» 8u* In bw fitlnfltn Pinien »fftrSarl bl< Jia er Hirt e*Xd4. 5 Sf3Xd4, LfK-b4! mit gutem Spiel siir Schwarz folgen.) 4. ..b7—ba. (Das Blumenfeld Gambit Schwarz möchte die Deckung des vorgeschobenen Bauern befestigen. Wie Dr. Aljechin In Pistnan 1922 gegen Dr. Tarrasch iiberzeiigend nachgewiesen hat, ist die Annahme des Bauernnplcr» für Weist unbefriedigend; z. B.: 5. d5 XeH, fTXcfi. G. c4Xd5, d7—<15! mit gewaltigem 3cnlrinnyaiifbaii für Schwarz.) 5. Lei—ga. Gilt als Fortsetzungen sind schwacher; z. B. -h7. sGut Ist auch 5 e6Xd5.| 14, Lh2Xl4. 17. e3Xf4, De5Xf4+. (Schwarz hat zwar bei seinem 12. Zuge ganz richtig gesehen, dotz er genügend Material für den Käufer erhält und im Endspiel ganz gute Chancen hätte. Aber er hat jedoch den Umstand, dotz nach dem 'Wegräumen der rocifocn Bauern die Bewegungsfreiheit der weiften Figuren erhöht wird, und, haft sich wichtige Angriffslinien nach dem schwarzen Königsflügel öffnen, nicht genügend gewürdigt.) 18. Kcl—bl, d7—d6. (Der Bauer g4 ist wegen Sc4—164-, g7Xffi und Sf5Xh64- nicht zu nehmen.) 19. Sf5—e7 4-. (schwarz hat keine Verteidigung mehr, da er nicht mehr rechtzeitig dazu kommt, die Figuren des Damenflügels zur Abwehr des Angriffs heranzicholen.) 19 ..., Kg8—hK. 20. g4 g5! Lc8-I5. 21. Se7Xf5, Df4Xf5. 22. Lfl—h3, Df4 e5. 23. Lh3 g4. (Bun droht 24. Se4—f6, g7Xf6. 25. Thl Xh64- ufw ) 23. . . . f7-!5. 24. g5 Xfd c. p„ Ta8—a7. 25. 16Xg7-! . Kh8Xg7. 26. Lg4 e6, Tf8—h8. 27. Tdl-fl. Ausgegeben. Kleiderstoffe: Mooskrepp, 70 cm breit, n AP garantiert reine Wolle in allen gangbaren II U Farben per Meter UiVU b5Xc4. 6. e2-e4, eßXd.5 fVorsichkiger 6. Lc8 h7 | 7 e4—e-5, SI6—e4. 8. ÜdlXct», Se4Xc3. 9 b2Xci Auch die Annahme de» Turmopsers wäre .mdünftia für Weift; z. B 9. DdSXah, Sb8—cß. 10.flb2/c3, LlH-e7.' 11. Lfl—c4. 0-0? 12 Lc4—> cm br., hochm., hervor- A ragend sch. Mattkreppgewcb f. eleg. Kleider O M k u. Blusen in allen richtigen Farben, p. Meter feiUU Krepp-Reverslble,95cmbr.,d.aktuelle n — — Kleidcrgewebe m. glänz. Abseite zum Ver- *1 Uh arbeiten.Viele,gz.neuerarbtöne,p Mtr355 LiVU Darlehen lannfriftin, unkündbar, au günstig. Bedingungen. 'tlveckivar »'llfticn* Gesellschaft Maina, ItiaiithMaifcrftr 18. Kostenl. Beratung: 3. Bingeubeiuier bei Dentist Hanö Slocbre», ('Heften, flnilcrnlle 2. Svredistunden: Montag u. Freitag 3 7 Uhr. 17-112 D [IM™ Betten Hili luf ii in, hULbl- Biuir iui l«lrn,Tcil» Km fr. tlenimMelüüKll HutUfTtk Jr*