MaSH 6 der Lauern- unrtfl w m Ländchen ist mb Schule zu em. Priebe, l'n. 50 $f. - djnet der Ler- jletien chn aus rfurt, nach Wit- itie, welche bin ie Verbrennung a neubearbeitete ’600 Illustration In unb geogro-- Lönner, die Jg von TH luauszabe 1934 < »•weil etiw jung sich ö finde und! der d 3n Strtt den \ den, wirt bejch trftai H 1 btr ffi lechnis- sch ei mög schen nur kn. Di Aust als । den Der wei 1M zu schc dem lern wni bri ÄB fr wa die 6t inte beid 3®i °>elc >ncht Wer fei und len »ns Dort Ungewöhnliche Wahlbeteiligung der Ausländsdeutschen. Die Stadt Zoppot stand diesmal im Mittelpunkt der Reichstagswahlen im Danziger Gebt et da zum erstenmal Gelegenheit geboten war. > alle Nationalsozia- geworden find, so daß Hillers An- an d gl'kdi Tnq toebt Di drie Der « 1 Sh! Öen» zieh! präf V°I Aus otn rüfh der, Lar V nullt reich Volk und Führer sind eins. Deutschland ist nationalsozialistisch. — Vie einige Nation wieder ein außenpolitischer Machtfaktor. sahnen und schwarz-weiß-rate wehen von allen Dächern und fast aus jedem Fenster. Gan; besonder» uark war der Fahnenschmuck in den zumeist von Arbeitern bewohnten Stadtvierteln. Selbst in de, hintersten Höfen wehten di, Fähnchen zum Fenster hinaus. Kregsbelchadigte und kranke Personen wurden von Wagen der Wahllfilfe zum Wahllokal gebracht Während der «irchzeit trat eine vor. übergehende Abnahme de» Zudranges zur Wahl- urne ein. Än größter Ruhe und Ordnung wickelt sich das Dahlgefchöft ab. Die Polizei, die in frühe- ren Jahren 4ö dis 72 Stunden in höchster Alarm- bereiffcbaft war. ist kaum zu sehen. Ein besonderer Polizeischutz der Wahllokale ist nirgends nötig. 5 el? e rJ * ’ Zwischenfälle Haden sich in der locht und am Vormittag diese» schicksalhaften Wahl- 'Ostes ereignet. Am Rachmittag vertiefte sich der Cmbnid daß die Wahlbeteiligung eine außer- ordentlich starke ist. In allen Gegenden Berlin» drangten sich die Dählermassen vor den A bst.m mu ngs lokalen. Bereitwillig ließ man Schwerkriegsbeschädigten und Leidenden 97uO-5Tanfl- ?n Tnand’en Lokalen mußte die Zahl der Abstimmzellen vermehrt werden. Kolonnenweise fuhren Kraftwagen durch die Stadt, die aus ihrem Verdeck em großes „3a" angebracht hatten Immer n2an feststellen. daß Ruhe. Disziplin und Rücksichtnahme auf den Volksgenossen da» staates°^nd^ ^Ennzeichen des heutigen Ordnungs- Oer Kanzler wählte in GiemenSstadt. Berlin, 12. Jloo. (IU.) Raum eine halbe Sfunbe noch Beendigung des Wahlakte» sammelte sich auf dem Wilhelmsplah im Begierung»viertel vor der neuen Beichskanzlei eine Immer stärker werdende Menschenmenge an, die im Sprechchor türmisch den Führer zu sehen verlangte. Trotz der abendsichen Kühle harrte die Menge in reubiget Erwartung aus, bi» der Führer bem Drängen nachgab unb sich mehrere Male am Fen st er zeigte. Lang anhaltende Heilrufe begrüßten den Kanzler, der heute eine entscheidende flacht geschlagen hat. Die wilhelmstraße. die sonst an Sonntagabenden wie ausqeftarben daliegt, bot ein freudig bewegtes Bild. Die Berliner Beuölfe- , rang läßt es sich nicht nehmen, dem Führer persönlich zu danken. Der Kanzler Hal übrigen» seiner Wahlpflicht im Kasino von Siemen» ft adt genügt, also an der gleichen Stätte, wo er am Freitagmittag in einer einzigartigen Kundgebung den letzten Appell an da» gesamte deutsche Volk richtete. Ser Wahltag in der ReichshanWadt. Re.ch-immster Goebbels wählt als erster. - Stürmische Huldigungen für den Reichspräsidenten. artige Unterstützung in seiner Inneren wie auswärtigen Politik erhalten wie Hitler. Die eindruck- vollste Tatsache bei den Dahlen ist, daß die 12 Millionen Deutsche, die am 5. März für d e n Sozialismus ober Kommunismus £ Porte' an.6 s-hl Die E' fjiüets seine i Der Ehr' un«' fier/ 6 * tt»»u ■iM firtler h ein Scktk« ^rr-r. 6» Dtul Kl Bit e hin b< mache nativ' hader Berlin, 12. R°°. (TU.) Der Tag der Reich-, togswahl unb der Volksabstimmung zeigt schon in seinem äußeren Bilb bic gewaltige Veränderung, die seit dem 30. Januar in Deutschland vor sich gegangen ist. Aus dem in zahlreiche Parteien zerrissenen Volk ist ein in sich geichlossenes von einem Willen beseeltes einiges Deutschland geworben. In den Straßen stehl man nicht wie in früheren Jahren uorzuge unb Debattierklubs, auch keine Ueberjall kommandos. Es herrscht im Gegenteil fonntäg* *1 d> cr. F « iertagsstimmung. Aber bic Sira- feen sind durchflutet von Menschenmassen, die von dem einen Willen beseelt sind, bei der Wahlurne ihre Stimme dem Führer zu geben und ihm durch ihr dem schweren Kampf für Deutschlands Ehre und Gleichberechtigung zu Helsen. In der Reichshauplstadt setzte das Wahlgeschäft mi dem Schlage 9 Uhr in einem bisher noch nicht gekannten Umfange ein. In der ersten Wahl- stunde bereits standen die Wählermassen Schlange vor den Wahllokalen. Schon vor 9 Uhr erschien Rcichvminister Dr. Goebbels in dem Minister, wahllokal, Gaststätte „Fürst Bismarck" Im Haufe Iagerstraße 5. Hier hatte sich feit 8 Uhr ein- große Menschenmenge angesammclt. die den Minister mit stürmischen Heilrufen begrüßte. Punkt 9 Uhr gab Dr. (Boebbele al» erster W ä feier feime Stimme ab. wenige winuten st'oter erschien Beich»präfibenk o. Hindenburg mit Staatssekretär Dr. Bl elfener im gleichen CofaL Dem Reichspräsidenten wurden bei feinem Erscheinen vor dem Wahllokal gleichfalls b e - geisterte Kundgebungen dargebracht, vor seinem Eintritt begrüßte et noch eine Reifee von Bon den in Est 1 anb wohnhaften Reichsdeutschen, deren Zahl etwa 700 beträgt, haben etwa 323 Ihrer Wahlpflicht genügt, und zwar auf dem Dampfer „D a n z i g", der zu diesem Zweck in bic neutrale Zone des Finnischen Meerbusens hin- ousgesahren war. Die Wahl bauerte mehrere Stunden, da hoher Seegang herrschte. Ihrer Wahlpflicht haben auf bem Dampfer u. a. bic deutschen Ge sandten in Reval unb Riga genügt. • 3n Lörrach traf kurz nach Mittag der Extra- tzug mit den aus Genf, Lausanne, Bern, Luzern unb Basel mitgekommenen über taufenb Deutschen ein, von ber Spalier w'sie seiner territorialen Klauseln sterben werden Wenn man Deutschland in Ruhe lasse und wenn man vor allem so klug sei, mit Deutschland unmittelbar z u verhandeln, bann werde 'n Europa der Friede wiederkehren. Frankreich sei infolge ber Auswirkungen eines 50jährigen Re- girnes der parlamentarischen unb freimaurerischen Republik nicht mehr allein imstande gewesen, die Deutschen zu besiegen. Frankreich sei auch nicht mehr allein imstande gewesen, die Durchführung der Frie- densoerträge zu erzwingen. Wenn Frankreich sich nicht nach bem Beispiel Deutschlands von dem parlamentarischen Regime zu be- freien verstehe, bann werde Frankreich noch manche andere bittere Erfahrung machen. Das Echo in England. Ncbcrraschunq über den großen Lieg der Reichstagswahl. London, 13. Roo. (WTB -Funkspruch) Die Nachricht von bem ungeheueren, die Erwartungen bei weitem noch übertreffenden Größe des Stege» des Reichskanzlers bei ber gestrigen Abstimmung ist hier zu fpat eingetroffen, um der Presse rebak- vonelle Heufeerangen zu ermöglichen, vorläufig liegen die meist sehr ausführlichen Berichte her ie Deutschland lebenden Korrespondenten vor. In einer Berliner Reutermeldung heißt es: Kaum ! e m a l s hat der Führer einer Ration eine ber- Schwerkriegsbeschädigten, die sich teilweise in ihren Bollstühlen hatten herfahren lassen. Lme Schar kleiner Kinder überreichte dem Beich,- präsidenten einen Blumenstrauß: sie waren voller Freude, als sich der Beichspräsidenl kurze Zeit mit ihnen unterhielt. Dann schritt der erste Bürger des Deutschen Reiches zur Stimmabgabe. Der Wahlvorsteher und die Beisitzer nahmen stehend den Wahiumschiag des Belchspräsidenten entgegen, der in der Wahlliste unter der Bummer 982 geführt wurde. Mit einem klaren markigen „(Buten morgen“ verabschiedete sich ber Generaifeidmarschall oom TDafeloorflanb und den Anwesenden, «i» er auf die Straße trat, begrüßten ihn wieder die fieil- rafe der Menge, die anfelellen, bi» er den Blicken der Menge entschwunden war. Die Reichsminister o. N e u r a t h und Dr. G ü r t- ncr folgten in kurzen Abstanden Etwas später Vizekanzler von P a p e n. Zahlreiche Photographen und Filmoperateurc hatten sich vor dem Lokal aufgebaut. Der Rundfunk hatte eine besondere Reportage eingerichtet. Viele hundert Stimmschei- ne wurden in diesem Ministerwahllokal von Leu- ten abgegben, die die Gelegenheit benutzten, auf diese Weise den Reichspräsidenten und die Minister sehen zu können. Ein Teil der Minister, darunter Rcichsverkchrsminister Eltz von Rübenach und der preufe. Iustizminister Ä e r rlwählten in der Tau- benftrafee. Auch hier sah man größere Menschen- mengen. In der Wilhelmstraße stand die Menge von der Reichskanzlei bi» zum Reichspräsidenten- siolais stundenlang, um den Reichspräsidenten und den Reichskanzler zu sehen. Mit dem Fortschreiten f dem Seebien ft bampfer" „fjanfe- • das Wahlrecht auszuüben. Die „Hansestadt Danzig" machte am Sonntag alle zwei Stunden insgesamt sechs Fahrten auf die Ostsee hinaus, wo außerhalb ber Dr e I m e i l c n - 30 ne gewählt wurde. Auf diesen Fahrten ge- nügten mehrere tausend Reichsdeutsche ihrer Wahl- pflicht. Die übrigen Reichsdeutschen fuhren mit dem Zug nach Ma rienburg, um dort ihrer Wahl- 3U genügen. Die Stadt Danzig prangte aus Anlafe der reichsdeutschen Wahlen in festlich.-m Flaggenschmuck. bildenden Bevölkerung mit Hellrufen begrüßt. In einem besonders für die Ausländsdeutschen eingerichteten Wahllokal wurde gruppenweise der Wahl- akt vollzogen. Anschließend daran fand in der Lörracher Festhalle ein Heimatabend statt. Das Weiche freudig bewegte Bild bot die Stadt Walds- Hut, wo mit zwei Extrazügen die in Zürich, ?.o oo 5 - G la rus, Schaffhausen usw. lebenden Deutschen eingetroffen waren. Aus Holland trafen viele Ausländsdeutsche in den deutschen Grenzorten ein, um dort ihrer vater ländischen Pflicht zu genügen. So trafen i n °°" (Westfalen) gegen 17 Uhr elwkt 900 auslandsdeutsche Wähler u. a. aus Rotterdam unb Amsterdam ein. Das RSKK. holte einen Teil °?n ihnen an der Grenze ab. In dem ostfriesischen Grcnzstadtchen Bunde wählten bis 15.30 Uhr nachmittags 69 Ausländsdeutsche aus der hottün- w schen Provinz Groningen, in Nordhorn (Graf- schäft Benthen) etwa 20. • Die „Wahlreise" der Deutschen Mittel- Italiens nach dem Hafen Eivitaoecchio wurde im Zeichen völkischer Verbundenheit und frohen Mutes zu einem großen Erfolg. Fast in der doppelten Anzahl als erwartet worden war, bestie- zen die Romdcutschen den langen Sonderzug nach 'em Norden. Mit 820 Personen, d. h. mit osl der Zahl, auf die man die deutsche Kolonie chatzt, durfte R o m in der Wahlbeteiligung der Hei- mat kaum nachstehen. Sehr stark war auch die Beteiligung der geistlichen Kollegien. Aus Fl o re nz unb Livorno waren in langer Nacht- fahrt 60 Deutsche unter Führung von Konsul Stil- ler, der deutsche Gesandte in Tirana (Albanien) so- gar mit dem Flugzeug über die Adria gekommen. Die Wahlhandlung an Bord des Hapag- d a m p f e rs D uisbur g", der infolge schwerer Sturme mit Jßcrfpätung erst am Sonntagmorgen 10 ^nb igr Ufer™ ' D°U|3°9 reibungslos zwischen eine einheitliche Größe darstellt, unb daß man die Existenz Deutschlands nunmehr auch in die politische Rechnung als eine feststehende Kraft einsetzen muß. Die große Einigkeit wird dem Fich- rer ber Nation auch die verstärkte Möglichkeit geben, die Rechte Deutschlands mit ber glei« djen Unbeirrbar feit roie früher ober mit einem nunmehr nicht mehr zu beftreitenben Hinweis auf den Willen ber Nation | e l b ft zu vertreten. So beginnt da» neue Ringen um jene Parole, zu der sich das neue Deutschland bekannt hat: Ehre unb Gleichberechtigung, Arbeit und Brot, Friede und Freiheit. -.D A Z." schreibt zum Wahlergebnis: Der einmütige Wille einer Nation, wie er gestern so herrhä) zutage getreten ist, ist hu Ballspiel ber Außenpolitik ein Machtfaktor von außer- ordentlicher Bedeutung. Schon die nächste Zukunft toiit das zeigen. Deutschland hot UÄd?? Einparteiensystem bekannt, Dratfdjlanb eft nationalsozialistisch, das ist auf dem (Se-biete ber Innenpolitik ber umwälzende Tatde- ftanb. Ein Hauptziel feines Lebens hat Hitler heute ^reicht: Um fein Banner steht die Nation geschart, und wenn er sich vorgenommen hatte, vor allem die deutschen Arbeiter wieder zur Nation tu. ruchzusühren, so ist diese historische Tat, die bisher als eine Unmöglichkeit und Utopie erschien, heute ' ^kl < chkeit geworden. Wir beglückwünschen den Führer und seine Mitarbeiter zu diesem einzig- artigen Siege in der Gewißheit, daß die Regierung Hitler ihn nach außen hin in staatsmännischer Füfe. rang auswerten wird. Berlin, 13. Noo. (WTB. Funkspruch.) „Hit- Let l ft 2)mU l,Wanb!" — lo hat Alfred Rosenberg im „Völkischen Beobachter" bas Erdems bes 12. November zusammengefaßt. Was ich am 12. November in Deutschland ereignet hat, sieht beispiellos in der Geschichte aller Wahlen oder Volksabstimmungen dar. Das deutsche Volk feat Adolf Hitler auf seinen Appell so geantwortet, daß nun niemand mehr daran zweifeln kann, daß der Führer und fein Volk eine untrennbare unzerreißbare E i n h e i t. darstellen. Niemand hat heute in der Welt ein größeres Recht zu er- klaren, daß er feine Nation vertrete, wie Adolf Hitler.^ Mit einem Stolz wi« noch nie zuvor, kann ber Führer heute auf fein Werk zuruckblicken, aus den Weg nicht nur eines äußeren Ausstieges, wie er in der Weltgeschichte selten vorkommt, sondern vor allen Dingen auf die Tatsache der Eroberung von fast allen Menschen. Der geringe Abstand, ber Zwischen der Stimmenzahl besteht, die für die allgemeine Haltung der Reichsregieruung abgegeben wurde, und jener, die die NSDAP für sich buchen fann, zeigt, daß die nationalsozialistische Bewegung nicht nur äußerlich machtpolitisch gewinnt, sondern den ehemaligen innerpolitischen Geg- ner innerlich überwunden hat. Man ist erdrückt von jener In allen Städten feeroortretenben Einmütigkeit, wie sie auch größeren Völkern mir '** «anz großen Epochen ihres Daseins beschieden Der 12. November 1933 steht als riesiges Fanal m der (tzeschichte unserer Zeit. Er wird ber Welt zeigen, daß die deutsche Nation wieder! Wie im Reich, so war auch der Andrang der Aus- landsdeutschen zur Wahlurne, besonders aus Oesterreich, im Grenzbahnhof Passau sehr groß Bis 12 Uhr waren bereits über 1000 Reichs- deutsche eingetroffen. Schon mit dem fahrplanmäßi- 11-30 Uhr kamen viele, ein Sonderzug um 12.25 Uhr brachte 800 in Oesterreich ansässige Deut« das Personal der deutschen Gesandtschaft in Wien ankam und zur Wahlurne schritt. der Tageszeit füllten sich die Wahllokale mehr und mehr. Der Andrana war am Vormittag so stark wie noch bei keiner früheren Wahl. In den Straßen sah man halb Zehntausende mit der kleinen Abstim- mungsplafette geschmückt. Vielfach zogen die Haus- beroofener geschlossen zum Wahllokal. Hakenkreuz- „VerVerfaitter Vertrag ist tot" Starker Eindruck des Wahtausqangb in Paris. P a r i s, 13. Noo. (WIB.-Funkspruch.) Die Presse- rommentare 3um deutschen Wahlgang wiederholen fast sämtlich die Frone: Was wird jetzt außen- politisch geschehen? Selbst aus den miß- günstigsten Kommentaren erkennt man, welchen ungeheuren Eindruck die Einmütigkeit des abstimmenden deutschen Volkes gemacht hat. Ausdrücklich werden die Disziplin, die Begeisterung, die „religiöse Sammlung anerkannt, die nach den Schilderungen der in Berlin weilenden Berichterstatter dem Wahl- gang sein Gepräge gegeben haben. „M a t i nM erklärt, jetzt sei der Augenblick ge- kommen, wo der Reichskanzler Frankreich auffor- ] dern werde, die letzten Zeiiben des Krieges zu verwischen und Deutschlanb Vertrauen zu schen- ken. — Journal’ schreibt, Deutschland habe die „Abstimmungsparade" gut diszipliniert durchgesührt — „Petit Parisien" schreibt, die deutschen Wähler hätten einen ungeheuren, beinahe gefährlichen Beweis ihres Vertrauens gegeben. — irC e Jour" ichreibt, nach ber ersten Rede des Reichskanzlers hätte Frankreich Stellung nehmen können. Frankreich habe aber geschwiegen. Heute sei e» z u spat. Heute könne Frankreich nichts anderes tun, als die deutsche diplomatische Offensive abwarten. In der „V i c t o i r e schreibt Hero 6 : Werden jetzt die verblendeten Leute in Frankreich einsehen, daß der 23 c r f a i Ue r vertrag tot i st, zum mindesten in gewissen, für Deutschland unerträg- licfeen Teilen, die auch nicht durchführbar sind? Er ist tot, auf afie Fälle tot in seinen militä- v,„ wud1UM»inu rächen Klauseln, wie er auch tot lst in fei- stimmten, anscheinend neu finanziellen Klauseln, wenn schließlich auch ge- I listen geworden Wahlkreise Stimmberechtigte 6. März 1 12. Roo. Abgcgeb II 5. März Reichstag-wahl Stimmen I Rationalioz. Partei | 12. Nov 5. März 12. Nov. Uebriac Parteien 5. März Volksabstimmung Äl 3- I Volks- entscheid 22.12.29 1. Ostpreußen............ 2. Berlin.............. 3. Potsdam II............ 4. Potsdam I...........* S. Frankfurt (Oder). . ........ 6. Pommern........... 7. Breslau..........* * * 8. Liegnitz.........* * * 9. Oppeln .......... 10. Magdeburg ........ 11. Merseburg ............ 12. Thüringen............ 13. Schleswig-Holstein......... 14. Weier-Ems............ 15. Lsthannover........... 10. Südfeannover-Braunfchweig..... 17. Westfalen-Nord.......... 18. Westfalen-Süd.......... 10. Hessen-Nassau........... 20. Köln-Aarben............ 21. Koblcnz-Tricr........... 22. Düsjeldors-Lst........... 23. Tüsieldorf-West.......... 24. Oberbayern-Schwaben....... 25. Niederbayern........... 26. Franken............. 27. Pfalz.............. 28. Tresden-Bautzcn......... 29. Leipzig.............. 30. Ehemnitz-Zwickau......... 31. Württemberg........... 32. Baden.............. 33. Hessen-Darmstadt........* 34. Hamburg............. 35. Mecklenburg ...........| 1154690 1 495964 145470t 1486751 1121511 1261642 1318290 843735 922302 1160921 1 010075 1589206 1133229 1051 884 737416 1385518 1706185 1740702 1781721 1567671 853942 1532174 1275245 1779803 868826 1746140 1647662 989779 1346 464 1855628 1633070 986077 932787 634 373 । 1474859 1 1427330 1 1484 697 ; 1536722 1100696 1254227 1325880 846923 1170758 1015997 1597 887. 1149079 1 065523 742844 1399674 1686715 1753845 1789416 1612272 835280 1558324 1816139 870926 1766395 654 51'2 1389 442 980684 I ’ $668 i 1885399 1596852 980581 932000 256048 | I 1245325 1277636 1326134 1006507 1096805 1 178784 760805 790981 909265 1427072 1014098 9.31548 658869 1276681 1529763 1583306 1585813 1333466 745363 1364 302 1 140889 1556164 720462 1 584195 . 1591201 1245 093 920256 ! 1238386 1 1589928 1393755 892956 829675 563534 1407443 1324917 1344599 1454425 1 096623 1229036 1251002 i 816871 874748 1 126493 975534 1543070 1081877 972214 710352 1334318 1634780 1672358 1734 468 1529 043 828736 1466445 1824 563 839565 1716676 639974 1322811 960323 !321381 1825452 1567176 955184 871438 243776 698408 398687 485483 583978 '>49814 612738 588237 407799 337217 497626 417666 668216 533754 383004 354755 616828 527911 529579 . 775986 396694 283235 505146 397211 635205 281547 720275 273750 538415 365456 613981 663906 627 156 420513 318747 268227 1368906 I133472 1 179769 1323823 i 1045718 1 172722 1 17- 17- । 763861 835723 1028241 901550 1422149 971249 904 849 664338 1245307 1501055 1528871 1629172 1350014 774511 1336834 1 142268 1632438 7 8-707 1618115 619952 1210528 839782 1186654 1729724 890767 730857 228611 546917 886083 792 153 742 1.56 455663 484067 590547 353006 453764 564 616 491599 758856 480344 548544 304114 659853 1 001 852 1053727 809827 936772 462128 859156 743678 920959 138915 863920 1317 <51 706678 5.54800 624405 926022 766599 472443 510928 295307 | 1415661 1351156 1373252 1470611 1102594 1 1233996 1263794 820879 879941 1 137918 985623 1 1559015 1096521 1020909 717 1323997 1620973 1698 243 1734 468 1 529043 831349 1487750 1245 226 1763902 843 664 1727 839 643762 13.39670 950629 1321381 1836799 1529824 964 862 890372 245196 | 1372716 1171190 1245151 13.54294 , 1052605 1154999 1194681 724195 862798 1 O3T7O39 912356 1450819 979047 932183 670315 1245 962 1543330 1568600 1672605 1407674 800760 1378611 1 183 285 1684762 811396 1673199 625000 1256116 834018 1218449 1776008 ! 1503893 ; 914268 749342 230889 | 32786 142571 95102 87 864 36103 44239 17562 31221 25743 74 518 54202 75 848 91368 66437 36196 55906 91953 100587 3959f) 83376 18788 86056 44409 55428 21312 34237 14931 55539 92729 41356 38792 49417 36668 112044 9741 360614 132168 188093 241475 261082 391721 220269 152439 100084 233854 230081 356855 190473 162 641 179 976 215996 104618 90840 171386 34 251 39723 46135 65212 129586 35141 316708 32582 203743 122915 284203 202507 85141 78309 46717 151252 Gesamt-Reich........... 4685764 1 15127969 ||39655029 - 12975009 1 95,2% | 17277180 | 39626647 360 Mond. >2377849 । 43439046 06,3% 1 40588804 95,1% 2100181 4,9% 5838890 ui ein 'SiMtefi. Sengenau ao une. fciSett SuxcFimacfvi, um oeine. 5^einAed *eln&len ^enuß. ERNTEN 27 BIS 30 ♦ MU STER CIGARETTEN ♦ MISCHUNGSNUMMER R ° o/M sämtliche Tabake zweimall Mundstück hergestellt DI sehr ähnlich sehe. Die Cigaretten si{ methoden. die zui Fabrikations- aut ! ^Zeuge": Das k o m m t n i ch t i n F r a g e, und ich | möchte das mit aller Deutlichkeit unter meinem Eid lagen unseres technischen Mustervöllig neuen Methoden hergestellt. Das Präsidium der Abrüstungs- konserenz vertagt sich. Diese Cigaretten werden in den Faokikaf Diese Erklärung des italienischen Vertreters, die Aufregung und Bestürzung hervorgerufen hat, wird als ein offenes und mutiges Abrucken Italiens von den Versuchen der Abrüstungskonferenz bewertet d.e snorhnnhlunaen auch ohne Deutschland weiter zu führen. Somit sind die versuche der französischen Staatengruppe, nach außen den Anschein zu erwecken, als ob die Abrüstungskonferenz unbeschadet des deutschen Austritts mit großen Schritten dem endgültigen Ziel entgegengehe, durch die nüchterne und offene Haltung der italienischen Regierung zunichte gemacht worden. WaffenstiUstandsseiern tn Frankreich. Sarraut spricht an einem Brian»-Denkmal DimitroffS Stellung in der Komintern 36. Tag des Aeichstagsbrandstisterprozesies. m England Sonbon, 11.Slot,. (ZU.) ®“!?3,®n9‘anb?Ä9 am Samstag große Feiern anläßlich des Jahrestages des Waffenstillstandes. Um 11 Uhr oornuttags beobachtete die ganze Bevölkerung ein jmei • ten langes Schweigen. Wahrend der Waffenstil- standsseiern kam es in Gnglanb gu einigen 3™ ' fchenfällen die in Orford und Cambridge am ernstesten waren. Studentische Mitglieder der K o rn rn u n i st i f ch e n N i e - w i e d e r - Krieg- Bewegung demonstrierten und unterbrachen das Schweigen, so daß es zu Zusammenstößen mit anderen Studenten tarn, die die Kommunisten nut Eiern, Tomaten, faulen Fischen und anderen Gegen9 Zeuge Dr. Braschwitz: Bei der polizeilichen Vernehmung ist es ihm vorgehalten worden, und er hat auch in diesem Falle gesagt, daß er es in feiner Eigenschaft als Schriftsteller vom Redakteur der Jmprekor" bekommen habe. In dem Plan „Ber lin in der Tasche" hat Kriminalaf sistent Kynast die verschiedenen Einzeichnungen gefunden u a. auch die Kreuze bei Schloß und Reichs- tag. Mir schien dieser Umstand von besonderer Bedeutung zu sein, als wir bei Dimitroff auch zwei Postkarte» mit denselben Ge b ä ub e n gefunden haben. Auch die Adrefse der niederländischen Vertretung war unterstrichen. Schließlich wurden Notizen über hohe Summen estgestellt, die an einen Schm gegeben waren, und wobei es sich anscheinend um die Verteilung der Arbeitergroschen handelte. Wer die Leute waren, die sie bekommen haben, konnte nicht festgestellt ^Angeklagter Dimitroff: Den Aufruf wegen des Reichstagsbrands habe ich tatsächlich nie gesehen, er ist mir auch nicht gezeigt worden Zeuge- Er ist im Protokoll angeführt, das Dimitroff selbst gelesen hat. - Dimitroff erklärt, daß alle bei ihm gefundenen Dokumente abfolut nichts mit der inneren Lage Deutschlands oder dem Reichstagsbrand zu tun hätten. . Dimitroff: Welche Beamten haben in der söge- nannten B r a n d k o m m i s s i o n gearbeitet? Haben in dieser Kommission nur Beamte gearbeitet? Ich werde beweisen, daß in dieser Brandkommission unverantwortliche und nicht ,m Staatsdienst stehende Personen tätig gewesen sind. Auf Frage des Vorsitzenden erklärt der Zeuge, datz Die Sachen Tag und Nacht unter Bewachung verschlossen waren. — Zeuge: Ich habe mich dazu geäußert und muß es ablehnen, noch naher daraus Oberreichsanwalt: Sind in der Brandkommission außer den Beamten irgendwelche Privatster- fönen mit diesen Papieren in Berührung ge ^Zeugel Es ist gänzlich ausgeschlossen, daß Privatpersonen damit zu tun hatten. Dimitroff: Ich will deutlicher werden. Hatte je mand von der SA., SS. oder sonst von der NSDAP. der, die von den Kommunisten als fafchistifch regierte Länder bezeichnet werden. 3n dem bei 'hm gefundenen Aufruf waren bestimmte Satze mit Tinte unterstrichen. Es find wahrscheinlich Korrekturbogen gewesen, die von Dimitroff felbst herge- stellt waren oder als Vorlagen benutzt werden sollten Auf dem Kopf befindet sich die Bezeichnung „volitkomwission“. Das ist die Kommission, die ans Spitzenfunktionären der Partei gebildet wird. Es mag fein, daß Dimitroff die Funktion hatte, die entscheidenden Gesichtspunkte an seine Leute in Bulgarien weiterznleiten. Daneben war er aber auch Durchgangs - und Verteilungs- stelle. Ls wurde hier offenbar ein zentrales Büro von Dimitroff unterhalten. Daß er ein wichtiger Funktionär sein muß, geht auch schon daraus hervor, daß ansehnliche Geldbeträge bei »hm und seinen Begleitern gefunden wurden. Vorsitzender: Dann ist bei ihm ein Schriftstück gefunden worden „Die Reichstagsbrandst.ftung a 5 nationalsozialistisches Provokateurstuck entlarvt! Das ist herausgegeben von der Pressestelle de. Zentrcükomitees der KPD. Dim.tro f behauptet dieses Schriftstück habe er nicht m seinem Besitz AkkWWff. sWrgi.Kifcisolik^^un. Als nächster Zeuge wird dann Otto W i h l e in Strafanstaltskleidung vorgefuhrt. Der Zeuge erklärt, er habe von Mitte 1932 bis zum 29. Mai 1933 im Untersuchungsgefängnis Moabit °luen Zellengenossen namens Krause gehabt Dieser hielt die Morgenpost, in der eures Tages d.e Abbildungen der Bulgaren erschienen. Auf dem Gefängnishof erkannte Krause einen der abgebildeten wieder, nämlich Dimitroff. Krause flüsterte Dimitroff zu, daß sem Bild >u der Zeitung fei. Dimitroff ist darau hm auffallend blaß aewor- den. Am nächsten Tage fragte Dimitroff den Krause, ob sie auch einen Mann namens Betschesf ober P e t f die t verhaftet hätten und was er ausgesagt hatte. Dimitroff bestätigt, daß das Gespräch nut Krause stattgefunden hat. Ich bin nicht erschrocken, fährt Dimitroff fort, denn das kommt bei mir nicht vor. (Heiterkeit.) Es interessierte mich nur, ob meine bulgarischen Bekannten auch abgebildet waren. lieber das bei Dimitroff gefundene Urtunbenmn terial erklärt Kriminalkommissar Dr. Brasch w l Dimitroff hat bei feiner Vernehmung zu jedem Schriftstück erklärt, daß er es in feiner Eigenschaft als Schriftsteller vom Redakteur der »^mpretor zur Information erhalten habe. Bei uns hatte der Besitz dieser Schriftstücke den Eindruck erweckt daß Dimitroff ein h o h e r F u n k t, o n a r d e r Kommunistischen Internationale fern mußte Zwischen Wien und Berlin wurde das sogenannte „Milleleuropäische Büro“ unterhalten. Mr hatten den Eindruck, daß Dimitroff Funktionär dieses Büros war. Das waren Leute, die besondere Anweisungen der Komintern in Empfang nahmen und fiit ihre vurchsührung 1“Jorgen «a ra. Der Vorsitzende weist darauf hin, daß Dimitroff ja selbst zugegeben habe, im Exekutivkomitee der Komintern der V e r t r e t e r f u r B u l g a r i e n zu ständen bewarfen. Die Polizei mußtemitdem Gummiknüppel einschre,ten. Auch m Edinburgh hielten die Mitglieder derfelben Organisation eine Demonstration ob, störten die Ruhe nut Zwischen rufen, und auch hier kam es zu Verhaftungen durch die Polizei. In London haben Kommunisten das Schweigen durch Pfeifen oder sonst wie gestört. Die Menge stürzte sich nach Ablauf des Schweigens über sie und erteilte ihnen eine handgreifliche Lehre. In Dublin wurde die diesjährige Waffenstillstandsfeier noch stärker als in den Nutzeren Jahren zu einer englandseindlichen Ku ndge bunq ausgestaltet. Bereits am Freitagabend marschierten Abteilungen der irischen republikanischen Armee und Arbeitergruppen durch d.e Straßen Dublins. Sie trugen Banner mit den Aufschriften Vorwärts zur Republik" und „Leistet den englischen Eisenfressern Widerstand". Unter den wilden Begeisterungsstürmen einer großen Menschenmenge wurden in einem Park Zwei große englische Flaggen verbrannt. Ein Erinnerungsobelifk an Königin Viktoria wurde durch eine Bombe in die Luft gesprengt. ^eÄ939 MäU?e'enrU|eg°ntnärniig “oäilig oeränberten Sage gehört ihnen ebenso wie grantre.^ e ?” ÄÄ nt. | Die Waff enstillstandsfe.ern scheidung der politischen Fragen u n - m ö g l i ch sei und daß daher die 'ta 'en.schen techm. schen Mitarbeiter in den neugewahlten AusschuffuN nur als Beobachter angesehen werden tonn- MW Doktor Grudes Ehe. Originalroman von J. Schneider-Zoerstl. 12. Fortsetzung. Nachdruck oerbotenl „Deswegen brauchst du doch nicht so aufzufahren!" Es entging ihr nicht, wie blaß er geworden war. „Ich meine nur: Ich liege da herinnen in meinem Bett und höre euch auf dem Gange tuscheln, und die Lena sagt bittend: Herr Doktor, nehmen Sie doch einen warmen Mantel über! Es ist so kalt heute. — Und ich höre dich dann gehorsam nach der Garderobe gehen und einen anderen Mantel aus dem Schranke holen. Und wenn ihr dann nach Hause kommt, geht das Getuschel wieder weiter. Was macht ihr denn da immer in der Küche?" „Die Lena braut mir einen Tee! Nichts weiter!" Er war am Ende mit seiner Ruhe und hielt ihre Arme von sich ab, als sie ihm dieselben auf die Schultern legen wollte. „Laß, ich habe keine Zeit mehr. — Ich dachte, du würdest dankbar sein, wenn ich dich nicht aus dem Schlafe reiße und bitte, mir diesen Liebesdienst zu erweisen. Ich friere in der letzten Zeit so sehr. Du kannst aber beruhigt sein. Ich werde mir meinen Tee in Zukunft selber anbrühen." „Das wäre sehr rücksichtsvoll von dir, mein Lieber!" Er hörte ihr Lachen noch, als er schon über den Gang zurückschritt. Daß sie ihm mit dem Finger nachschnippte, konnte er nicht sehen. Sie war sehr zufrieden, setzte sich wieder an den Spiegel und nickte ihrem Bilde zu. Merkwürdig. Man konnte alles mit ihm machen, was man wollte. Zuerst hatte sie es durchgesetzt, daß die Lena nicht mehr mit am Tische aß, — und von heute an —, das wußte sie todsicher, würde er sich auch seinen Tee selber brauen. Was brauchte seine Assistentin auch immer und immer vom Morgen bis zum Abend um ihn rumzutanzen. Die Friseuse kam und fand die junge Frau in bester Laune. Während sie ihr das Haar ordnete, plauderten sie zusammen. Halb Wien, von Schönbrunn bis zur Mariahilfer Straße wurde durchhechelt. Der Klatsch aus allen Häusern, zweifach auf- gebrüht, wurde von der Friseuse zum Besten gegeben. In der ersten Zeit ihrer Ehe hatte Grude auch davon zu profitieren bekommen, bis er sich eines Tages die Ohren zckhielt und bat: „Verschone mich damit, Madien! Ich habe genug mit mir selbst zu tun." Er war eben ein Stoffel. Man muhte doch wissen, was in der Well vorging. Einmal hatte Grude sogar gemahnt: „Es wäre mir lieb, wenn du nicht so intim mit deiner Friseuse verkehren würdest. Ich habe das nicht gern." Aber da war er böse angekommen. ,Hntim heißt du das? — Und du und Lena?" Er war einen Augenblick verblüfft gewesen über ihre Unverfrorenheit. Dann hatte er sie angeschrien und gleichzeitig den Tisch gerüttelt, daß die Frucht- schale mit einem Hellen Klirren umkippte. „Es ist heute das letzte Mal, daß ich eine derartige Anspielung vertrage. Ich arbeite seit fünf Jahren mit Lena Hand in Hand. Sie ist mir unentbehrlich. Hüte dich, daß du ihr das Dasein hier verleidest!" Gleich darauf schmetterte er die Tür hinter sich ins Schloß. Sie war erst maßlos verdutzt gewesen, dann brach sie in ein hysterisches Lachen aus. Das war ja neu! Das wurde ja immer schöner! Von dieser Seite hatte sie ihn noch gar nicht kennengelernt. Er schien Temperament zu haben. Aber sich von ihm unterkriegen lassen? Nein! Beim Mittagstisch fehlte sie. Und als sie bann ad) Hause kam, war er bereits wieder in sein Sprechzimmer gegangen. Als er am nächsten Abend von seinen Patienten zurückkehrte, stand sie in großer Toilette in ihrem Schlafzimmer vor dem Spiegel und schien die Szene von gestern völlig vergessen zu haben. „Kommst du mit, Felitsche? — Die Kommerzienrätin Gody hat mir ein Billett für „Die Meistersinger" geschickt, weil sie selbst verhindert ist, hinzugehen. Es ist also absolut keine Auslage." Sie konnte sich diesen Hieb nicht versagen. „Ich bin sehr müde", dankte er apathisch. „Aber ich kann doch nicht allein gehen, Felix. Das ist dir sicher wieder nicht recht." Beinahe verschlug es ihr die Sprache — es war ihm recht. „Soll ich die Lena einladen?" „Du kannst dir ein .Nein' ersparen", sagte er ruhig. „Sie ist so müde, wie ich." Er sah nach der Uhr und taxierte, daß noch reichlich zwei Stunden Zeit bis zum Theaterbeginn waren. „Kann ich vielleicht vorher noch etwas zu essen haben? — Ich bin mit irgendeiner Kleinigkeit zufrieden." Sie stampfte verärgert mit dem Fuße auf, als er die Tür hinter sich zumachte. In der Küche schrillte die Klingel auf. Aber niemand kam. Möglicherweise war das Mädchen gerade weggegangen, Einkäufe zu machen, und sie konnte sich nun selber an den Herd stellen und ihm ein paar Eier kochen. Zornig raffte sie die Zipfel ihres Kleides zusammen und lief nach der Küche. Gleich darauf gellte ein heller Schrei. „Felitsche!" Grude riß die Tür seines Sprechzimmers auf. Aus dem Laboratorium kam Lena gesprungen. Die Köchin mochte beim Oeffnen des Fensters ausgeglitten sein. Sie lag auf dem gepflasterten Boden, der ringsum mit Blut bespritzt war. Madlen hielt sich die Hand über die Augen. „Ich kann das nicht sehen, Felix! — Ist sie tot?" Er warf ihr einen vorwurfsvollen Blick zu. Das Mädchen hörte sicher alles. Lena hatte schon Verbandzeug und ein Desinfektionsmittel herbeigeholt. Madlen sah, daß sie überflüssig war und raffte ihr Kceco zu,ammen. Was brauchte man da noch einen Dritten? Das Mädchen lebte. Für alles weitere würde Felix schon Sorge tragen. Daß er nun tein Abendbrot mehr bekam, mußte er eben mit in Kauf nehmen. Sie konnte sich unmöglich jetzt noch darum kümmern, wo die Zeit ohnedies schon lehr fortgeschritten war. Die Lena würde ihn schon nicht verhungern lassen. Mit einem flüchtigen „Auf Wiedersehen!" drückte sie sich hinaus. Es war ärgerlich, daß es gerade an solchen Tagen, an denen sie ein Vergnügen haben wollte, eine Störung gab. Ein paar Minuten später saß sie in einem Miet- wagen. „Schnell!" rief sie dem Chauffeur zu und schenkte ihm ein ermunterndes Lächeln. ,Zch will zur Oper." „Das hat noch Zeit, meine Gnädige!" Es schien heute alles und jedes die Absicht zu haben, sie zu ärgern. Dor der Oper standen die Wagenreihen in langen Kolonnen gepaart. Einer der Chauffeure zog die Lederkappe und nickte ihr zu. Sie errötete bis an die Schlafen. „Das war doch Dick gewesen! Dick als Führer eines Mietautos! — Unerhört! Man mußte sich schämen, wie vertraulich er gegrüßt hatte. Das konnte er nächstens bleiben lassen. Unter solchen Um- ständen verzichtete sie auf seine Freundschaft. Montrey hatte gut gesehen: Ihre Verblüffung zuerst, dann das Erröten, gepaart mit dem offenen Unwillen, der über ihr Gesicht glitt. — Wenn das die Christa gewesen wäre? Ha! — Die wäre trog des elegantesten Abendkleides zu ihm an den Schlag gekommen, hätte eine Minute mit ihm geplauscht und ihm eine „Gute Nacht!" gewünscht. Aber von der Madlen war es nicht anders zu erwarten. Sie taxierte die Menschen nur nach dem Rock. Da konnte einer inwendig jein, wie er mochte. Ein Lump ober ein Falschspieler ober sonst etwas, wenn er nur einen Smoking trug. „Armer Felix!" Vor ber Stunbe war ihm heute schon Angst, wenn bieser einmal von bem Betrug erfuhr. Unb einmal mußte er ihn erfahren. „Abenb, Dick!" Wellenberg, ben Mantel tnöpfenb, klopfte ihm von rückwärts aus bie Schultern. „Kannst bu mich nach bem Theater heimbringen? — Wir trinken bann, vor bem Nachhausefahren noch eine Flasche Wein zusammen." „Du willst wohl burchaus umgeschmissen werben." Montrey griff bedächtig in bas Silberetui, bas ihm ber Freunb reichte. „Sakrisch viel Schneib hast, Rolf." Wellenberg gab ihm Feuer unb sah ihn bann fragenb an. „Die Frau Dr. Grube hat sich g'schämt, weil ich als Taxichauffeur einen Nicker zu ihr hing'macht hab." Wellenberg zog bie Brauen zusammen unb zeigte ein finsteres Gesicht. „Stimmt was nicht mit dem Felix?" fragte Mon- frei) besorgt. „Nachher, Dick! — Um elf Uhr ist bie Oper zu Enbe. Du bist doch da! — Oder nicht?" sagte er, Dicks Zögern bemerkend. „Ich bezahle dir den Wagen wie jeder andere. Du brauchst dich nicht mit dem Gedanken abzuquälen, daß ich dir etwas schenken will. Du bekommst keinen Groschen mehr." Dick gab einen unverständlichen Laut von sich und drückte Wellenberg die Hand, daß dieser die Zähne aufeinanderbiß. „Aus Wiederjchau n, mein Alter!" Lor dem Eingang sah der Doktor noch einmal nach Montrey zurück. „Herrgott, gab es denn gar keine Möglichkeit, bem armen Kerl zu helfen?" Eine Dame, deren extravagante Toilette einen auf- dringlichen Rosenduft ausflrömte, huschte an ihm vorüber. Er zog Schultern und Arme em unb verhielt für Sekunden den Atem. — Madien. Einen großen dicken Herrn als Deckung benutzend, ging er nach seiner Loge. Er verspürte absolut kein Bedürfnis, mit der Schwester zusammenzutreffen. Nun wußte Christa Wellenberg, daß Felix Grude verheiratet mar. Es war nicht mehr zu umgehen gewesen, ihr da- von Mitteilung zu machen. Die Gcheimrätin hatte vor dieser Stunde gezittert, wie vor dem jüngsten Gericht. Nun fühlle sie sich gewissermaßen beschämt durch die Ruhe, mit welcher die Tochter diese Eröffnung ausgenommen hatte. Christa lehnte mit bleichem Gesicht in den Kisten und bat: „Sage mir alles, Mama! Ich will versuchen, gerecht zu sein und ihn zu begreifen." Als bie Geheimrätin ihr von Madlens Betrug sprach, richtete sie sich steil in die Höhe „Das ist unmöglich! So kann eine Schwester nicht an der anderen handeln." „Es ist so, mein Liebling!" Sie sah, wie der ab- gemagerte Körper der Tochter sich krümmte, hörte bas Wimmern, das aus deren Munde kam und schlang die Arme um bie Jtranfe. „Christa — bu darfst ihn nicht verdammen. Er weiß nicht, daß du lebst." Das Mädchen wurde ruhiger. „Ihr müßt es ihm sagen!" „Niemand hat den Mut dazu!" sträubte sich die alte Dame. „Ich habe Rolf darum gebeten, ich habe auch mit Dick gesprochen, auch mit Lena. Keiner tpill es tun und ihn davon verständigen." Christa hielt die Finger über ber Decke gefaltet unb buchte nach. „Dann muß ich selber zu ihm gehen." „Um Gott, nein!" fuhr die Geheimrätin auf. „Es gibt ein Unglück, Kind!" „Weshalb, Mama? Einmal muß er es ja doch erfahren. Ich kann doch nicht ewig von Wien weg- bleiben. Unb wenn er mit Mablen glücklich ist —" „Er ist es nicht, Christa!" (Fortsetzung folgt.) STATT KARTEN! Winterthur Im 6*<1D SteHenangebote| (Oberbayern), Darmstadt, dem 14. November, nach- Die Beerdigung findet am Dienstag. Versicherungen Prospekte und Auskünfte bereltwllligsti Subdirektion Frankfurt a.M. Telephon 2- 847 OoethestraBe 30 Mitarbeiter überall gesucht 441 08481 Treis a. d. Lda, Ruttershausen, Sieben, den 13. November 1933. Balser •m*d illllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllli 10000 qm Chaussierung mit ben erfor- berlichen Materiallieferungen. rwtowrtBR Hotel Hopfeld 6769 Dienstag/14» November portofrei bis 6910D schützen vor Grippe! BtlJUPf. Drogerie plati II Versteigerung in Gießen, K Gießen, ben 9 November 1933. 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