törfe. jenbe Preise it 1,25 M. ibbutter 1,16 smarkt. 110 Uhr war 3 Rinder (317 kn), 391 M. teten: Rinder: i 30, Kühe 11 2; Kalber 20 bis 53 Marl. rkt. Zufuhren in als in der braucht rour« ' kleine Men- MtnisMtziz : um 3M. 148 bis 150, n°pp offeriert, r<- Holländische 1152 und aus- 1 frei Frank« - ' ynr_ —Täie 1 48,15 12,44 3,053 169,37 67,17 59,66 63.« LS ■ S % I > 0 ' ,',75 1 »'S 0,229 5,305 12,69 ■ Theater. -ember: Der de nach 22.30 Anfang 1930 aoch, 15.; Der Siegfried. An- - Donners- 20 Uhr, Ende sen. —vams- 10 Uhr, Ende ’nter mufita’ lraöella. An- "üx ^.Frischeier ■ Jieber keine Krch (an. lfSn9 Kühl. Ä hnfo f°.RL A 13, We 9 bis S 13, KI. \ 10 bis 10,50, ^aren und unverändert estware 9,75 "> Loden ' ^.chr'eds- y^enid) M°rk Gelü- Rovemberr 23.30 W- - jr, Ende nach Zolamhe. An- nnerstag, 16-- 22.30 Uhr. - JO Uhr, Ende >ame. Anfang itten. Anfang Sonntag, 19-: nfang 11,^r, tret WW ■t lagt' An- u6bQ[r,(, 'terlegen Jf, 88$ Montag, fZ. November 1933 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) M. 266 Dritter Blatt Oberheffens Bekenntnis zum Führer Die Beseitigung der Grenzpfähle. Das Ergebnis im Kreise Gießen Volksabstimmung Reichstagswahl Gemeinden -LZ ts- bleiben Oer Wahlaussatl in Gießen. Volksabstimmung Reichstagswahl © =(S Hitlerjugend schafft das Reich Oie einzelnen Meldungen den Die noch --E D§ E e.2. «ü 212 231 457 117 212 719 254 520 175 510 354 384 221 657 791 339 96 297 846 581 ,53587 ,52990 \ 2069 [ö3756 212 230 457 117 207 714 256 518 174 514 353 385 219 648 784 340 95 299 827 war^r^noch Erheblich darüber Ununterbrochen ging aber der Zustrom weiter, und schließlich hatten um 18 Uhr. als der Wahlakt geschlossen war, Allcndors a. d. Lda. Allertshausen . - . Alten-Buseck . . • Annerod..... Bellersheim . . . Beltershain . . - Bersrod..... Bettenhausen. . Beuern . • • • Birklar • • • • Burkhardsfelden Climbach. • • • Daubringen . • Dorf-6>ill. . . . Eberstadt . . . i Ettingshausen. . Garbenteich. . . Geilshausen . . Gießen..... Göbelnrod . . • Großen-Buseck . I Grvßen-Linden . I Grünberg • • • Grüningen . • • I Harbach - - I Hattenrod . . - Hausen..... Heuchelheim . . I Holzheim. - • - Hungen . - - I Inheiden - - - - Kesselbach - - - Klein-Linden . - I Langd ..... -•s-e « «'s Lang-Göns Langsdorf..... Lauter ...... Leihgestern..... Lieh........ Lindenstruth - - Lollar....... Londorf...... Lumda....... Mainzlar..... Münster...... Muschenheim - - Meder-Bessingen . . Ncnnenroth . . . . Obbornhofen . . . . Ober-Bessingen. . . Ober-Hörgern . - - Odenhausen . . . - Oppenrod..... Queckborn..... Rabertshausen . . - Reinhardshain . . • Reiskirchen..... Rodheim...... Rödgen...... Röthges...... Rüddingshausen. . . Ruttershausen . . . Saasen...... Stangenrod . . . Staufenberg . . . Steinbach .... Steinheim .... Stockhausen. . . . Trais-Horloff. . . Treis a. d. Lda. . . Trohe ...... Utphe ...... 212 230 457 117 207 721 256 521 174 514 353 385 219 648 784 340 95 299 827 163 330 732 1671 272 382 2634 Et O ß.E £ E HZ 5 G in prächtiger Weise zum Ausdruck brachte. Reben den Flaggen waren in vielen Straßen von einer Seite zur anderen Spruchbänder gespannt, die den Sinn und Zweck der Wahl in eindrucksvollen, schlagkräftigen Worten zum Ausdruck brachten. Außerdem waren am Samstag und besonders auch am gestrigen Sonntag Sprechchöre auf Lastkraftwagen unterwegs, um durch die zusammengefaßte Kraft des ge- ' sprochenen Wortes aufzurütteln und zu werben für die große nationale Entscheidung. Der gestrige Sonntag brachte von 7 bis 8 Uhr den Weckruf - Marsch des Sturmes I der S A. - R e s e r v e 116, der unter Borantritt der I SA.-Reserve-Kapelle vom Sturmlokal Soldan aus den Seltersweg hinauf durch die Frankfurter Straße, Wilhelm traße, Ludwigstraße, Ludwigsplatz, Gartenstraße Reuen Bäue, Schulstraße, Marktplatz, Marktstraße' Bahnhofstraße, Kaplaneigasse Seltersweg zum Sturmlokal Soldan zurückfuhrte. Trotz der frühen Stunde sah man an vielen Fenstern begeisterte Menschen stehen, die freudig ihren Gruß der Sturmfahne und damit dem nationalsozialistischen Deut|ch- land darbrachten. Zur gleichen Zeit waren wieder Sprechchöre des Jungvolkes auf Lastkraftwagen unterwegs, die ihre Werbearbeit vom Tage vorher fortsetzten. Bald danach begann auch der Verkehr in den Straßen immer reger zu werden. Schon von 9 Uhr, dem Beginn der Wahlhandlung, ab war der Anmarsch der wahlberechtigten zu den Wahllokalen sehr rege. Im Laufe der Vormittagsstunden wurde der Andrang immer stärker. 3n einer ganzen Reihe von Wahllokalen stauten sich an den Eingängen die TNenschenmasten, so daß ein richtiges Schlangenstehen sich entwickelte und die Stimmberechtigten nur schubweise die Wahllokale betreten konnten. Dabei hatte zu dieser Zeit die Schlepparbeit noch gar nicht begonnen der starke Zustrom war led.g- im Gesamtergebnis 96,8 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt. Dieser PwzentM stell'alles bisher Erlebte bei fcn früheren Wahlen in Gießen in den Schatten. In dieser Zahl kommt zum Ausdruck, daß auch unsere Bürgerschaft mit gewaltiger innerer Anteilnahme in dem großen Geschehen des nationalen Aufbruchs M'Das^rqebms der Abstimmung in Gießen hat i„ erfreulicher Weise denen recht gegeben, die aus den gesunden nationalen Kern und Sinn unserer i e ß e n e r Einwohnerschaft vertrauten Mit uns werden alle national- ge innten deutschen Volksgenossen dieses Ergebnis der Deutschlands Einheit bekannt habe. Dazu stellt bie"® Zuleitung fest, daß ionstige Storungen der öffentlichen Ordnung und Zwischenfalle sich nicht ereignet haben. Die Kundgebung in Gießen. Die Gießener Hitler-Jugend hatte gestern gegen 17 Uhr den Befehl erhalten auf der Rodheimer und auf der Krofdorfer «traße die hessischen Grenzpfahle zu holen und nach Gießen zu bringen. Außerdem wurden von verschiedenen staatlichen Gebäuden (Unioer tat I Kreisamt, Gymnasium, Botanisches Institut usw.) । bie hessischen Staatsflaggen samt den Dom Oberbann IV Oberhessen wird uns ^Gestern um 17 Uhr stürzte die oberhessische Hitlerjugend die Grenzpfahle, die Hessen von Preußen trennen. Die Revolution, die öt Führer in der deutschen Jugend entfacht hat, brennt Sie marschiert solange, b,s alles, was der Führer fordert restlos erfüllt sein wird. Wir haben dafür zu sorgen, daß dereinst diese Revolution mch ,m Sande verläuft, denn für uns und unsere Zukunft hat der Führer sein großes Werk begonnen und ist an die Macht gelangt, um es restlos durchzusetzen. Wir, seine Äugend die einen Namen tragt wir wollen ihm dabei behilflich sein. Zu leder Stunde soll der Fr rer sich aus uns verlassen können Für uns und nicht für die Spießer sind vier- kundert SA.-Leute gefallen und 21 Httleriungen. «nir wollen, daß für ewig die Zeiten vorbei sind, da der deutsche Bruder wider den deutschen Bruder kämokte Wir verstehen nicht, wofür es I) e l t e SäSaissansves M* srÄ'® ..■$$. Ä WWZGM Ein Tag Der Freude. unierer Stadt fein. Er unterschied sich von dem Verruf frührer Wahltage so vorteilhaft und so außer- IÜSJSa hn6 er mit Recht als ein besonderes Ereignis verzeichnet bleiben wird. Wie diesmal schon di? Vorbereitung der Wahl von hingebungsvoller Beaeisterung für das Werk unseres großen Führers und Dolkskanzlers Adolf Hitler und das deutsche Vaterland erfüllt war, so zeigte auch der Verlauf des Wahltages eine gewaltige Welle hoher nationaler Begeisterung, wie man sie bei früheren Wahlhandlungen nie erlebte. Lchon seit Freitag sah man in den Straßen der Stadt reichen Flaggenschmuck in den Farben des Dritten Reiches, der die nationale Signatur des bedeutsamen Wahl- ereignisses der Mainlinie, das vor Monaten noch m Köpfen deutscher Kleinstaat-„Politiker" pukte. alten Parteien sind zerschlagen, es gibt nur D o 11 Ld "nachdem dk P^ar/eien^ zerschlagen sind, '°K n ° r M- wonen ein Reich Wir wollen das heilige Deutsche^Reich. * F r i e d b e r g, 12. Rov. Um 18.15 Uhr verteilte die Hitlerjugend bie ersten Flugblätter, die bereits die ersten Berichte enthielten. Die Nlederrelßung der Grenzpfähle durch die HI. wirkte wie eine Villingen..... Matzend orn-Steinberg Weickartshain.... Weitershain . . s • Wieseck...... Insgesamt lief) darauf zurückzusühren, daß die Wahlberechttgten sich in verantwortungsvoller Weise kuhzeitlg zur Abstimmung begaben, um dadurch die Ueberficht über den Verlauf der Abstimmung zu erleichtern. Bis zur Mittagsstunde hatten in Gießen etwa 7 5 Prozent der Wahlberechtigten bereits abgestimmt. Stellt man dazu in Vergleich, daß bel früheren Wahlen der Prozentsatz bis zur Mitta^ltun^ im günstigsten Falle sich auf 25 bis.30 Prozent belief so wird ohne weiteres klar, wie stark sich diesmal die Wählerschaft in die Verantwortung hin- eingestellt fühlte und wie gewaltig der rmtwriale Schwung war, der von diesem Berantwortlichkeits bewußtsein aus den Entschluß zur Fruhwahl zeitigte. Die gewaltig gesteigerte Anteilnahme der Wahlberechtigten kam auch in dem Straßenbilb eindrucksvoll zur Geltung. Trotz des mcht gerade angenehmen Spätherbstwetters herrschte allenthalben in den Straßen ein Fußgänger- und Kraftfahrze"^ verkehr, wie man ihn bei irgendeiner früheren Wahl nie zu verzeichnen hatte. Alles war aus den Beinen und strebte den Wahllokalen zu, und viele kehrten von dort, das Wahlabzeichen an sichtbarer Stelle angelegt, zurück. Selbst während der Mittagspause, in welcher der Verkehr vaturgemaß etwas nachließ, war der Betrieb noch erheblich starker als früher in den Hauptzeiten der Abstimmung. Am Nachmittag kam bald wieder Großverkehr in Gang, da nunmehr in anerkennenswerter Weise - auch die bis zur Mittagsstunde säumigen Wähler Sensation, und Wählerinnen sich auf den Weg machten, um ihrer höchsten Staotsbürgerpflicht zu genügen. Bereits gegen 15 Uhr belief sich der Absttmmungs- iviia _____ . smnh nPnfer (Eigenbericht der Pressestelle der Hitlerjugend.) * Butzbach, 12. Nov. Um 17.30 Uhr beseitigte hie Hitlerjugend Butzbachs die preußischen und die hessischen Grenzpfähle. Sämtliche Pfahle wurden von der preußischen Hitler.ugend ubenommem Unter dem Gesang des Deutschland-Liedes wurde dasi fallen der Grenzpfähle von der Httler,ugend begrüßt. * Homberg, 12. Nov. Um 17 Uhr zerschlug die Hitlerjugend des Unterbannes 5 etwa 200 Grenzsteine. H Die Gefolgschaften veranstalteten in der Stadthalle eine Kundgebung, bei welcher Student Kratz auf die Bedeutung dieses Tages hmwles. * Allendorf a. d. Lda., 12. Nov. Die Gefolgschaft Allendorf legte bei Lollar die Grenzpfahle um. Die Aktion verlief in Ruhe. * Frankfurt a. M., Nov. Hier werden heute abend sämtliche Grenzpfahle die längs der hessisch-preußischen Grenze von der H'tleiiugend gestürzt worden sind, auf dem Romerberg öffentlich | verbrannt. Jugend! cher ileberschwang. l3 unr ,.u, ... ............ , Unter biefer Ueberfd)rift geht uns die nachstehende f 85 5Wnt. in manchen Wadtwtalen | Meldung ,u^D. Ste. „„ @ü6. westdeutsche Rundfunk verbreitete am Sonntag die Nachricht, daß hessische und sonstige G r enz p fahle d u r ch I u g e n d b e s e i t i g t worden sind, und daß , die Jugend in begeistertem Ueberjchwang sich zu I ' ?asr & ^-nn'n^üder «b°ch . . . ^ ^k?Ver ANfmmer°s"n Muster ErinLng lyeian der ab, (Stirn j) L sD -°Z c 257 259 2 257 561 575 1 561 887 883 17 887 225 231 2 225 . 878 1 875 12 878 467 458 14 468 445 442 12 445 231 230 1 231 301 302 4 301 243 245 6 243 704 721 13 704 333 336 3 333 478 470 8 478 156 158 — 1 156 675 678 7 675 285 286 2 285 384 385 6 384 417 423 5 417 689 701 5 689 349 352 3 349 24791 24140 1610 24924 212 216 1 212 1469 1497 19 1471 1660 1697 14 1667 1692 1678 65 1698 499 498 4 499 279 279 5 279 290 292 2 292 404 399 7 404 1980 1 1991 22 1980 802 810 8 802 1207 1194 40 1207 339 336 6 339 307 305 5 1 307 1389 1397 24 1405 411 411 16 411 1316 1315 22 1319 653 646 11 653 331 336 1 | 331 1222 1240 7 1226 1950 1894 99 1950 234 232 3 235 1644 1661 16 1644 664 660 16 664 284 273 12 284 486 481 6 486 223 226 2 223 423 423 11 424 229 229 5 229 216 219 — 216 442 448 3 442 257 259 2 257 - 235 231 6 235 249 8 257 256 — 256 1 548 11 559 558 2 560 1 878 9 887 884 1 885 1 221 842 4 36 225 878 223 839 2 31 225 870 I 463 463 463 2 465 1 443 2 445 442 2 444 230 1 231 230 1 231 294 7 301 I 297 — 297 233 10 243 242 — 242 631 68 699 670 22 692 323 10 333 328 3 331 460 17 477 468 5 473 156 — 156 156 — 156 657 18 675 668 1 669 283 2 285 285 — 285 1 374 10 384 381 1 382 415 2 417 416 1 417 664 23 687 679 6 685 348 1 349 349 — 349 22863 1762 >4625 >3833 647 >4480 209 3 212 211 _______ 1 211 1 1403 64 1467 1443 16 1459 1 1602 65 1667 1641 9 1650 1653 43 1696 1664 13 1677 468 31 499 491 2 493 277 2 279 279 — 279 292 — 292 290 — 290 394 10 404 397 5 402 . 1777 200 1977 1820 123 1943 778 24 802 795 2 797 . 1 1172 35 1207 1195 3 1198 335 4 339 334 2 336 304 — 304 307 — 307 . 1368 2 1370 1378 9 1387 411 _ 411 411 — 411 1 1282 34 1316 1302 8 1310 633 20 653 646 3 649 329 2 331 331 — 331 . 1153 65 1218 1189 22 1211 1854 90 1944 1928. 8 1936 233 1 234 233 — 233 1596 47 1643 1592 27 1619 . 1 656 8 664 1 660 — 660 281 3 284 283 1 284 486 —— 486 485 — 485 . 221 2 223 223 —— 223 421 2 423 423 — 423 222 7 229 227 1 228 216 --- 216 216 — 216 . 1 438 4 442 438 1 439 253 4 257 255 — 255 227 6 233 235 — 235 211 1 212 210 2 212 227 3 230 225 1 226 444 13 457 450 2 452 117 117 117 — 117 . 1 206 „— 206 207 — 207 1 696 3 699 701 11 712 256 256 255 1 256 1 489 31 520 509 6 515 174 174 172 — 172 1 497 17 514 507 5 512 346 6 352 351 2 353 . 1 382 216 3 ■ 3 385 219 383 217 2 1 385 218 1 608 40 648 616 18 634 768 16 784 773 7 780 1 335 5 340 338 — 338 1 95 95 95 —— 95 . 291 823 8 4 299 827 295 824 3 1 298 825 | 134 26 160 134 17 151 1 326 4 330 328 1 329 1 719 13 732 729 729 1 155- 117 1671 1604 37 1641 . . 1 26r . . 381 1 231t 6 272 382 272 382 382 31f 2634 | 2331 211 | 2542 . . ,506L 275' 53369 ,51944 | 1062 ,53006 1. Wahlbezirk . 2. „ 3. „ . . - - 4. n • • • • 5. „ • • • • 6. „ .... 7. „ - 8. ,, .... 9. „ - 10. „ 11. „ 12. „ .... 13. „ 14. „ 15. n ' ' 16. „ .... 17. „•••• 18. „ .... 19. „ - - - - 20. „ .... 1114 1189 1305 1230 1135 1253 1481 1502 1478 1418 1255 1097 1034 1431 1155 1052 1062 1027 345 300 130 132 94 111 112 146 78 56 18 106 103 90 81 64 100 97 108 117 12 7 1244 1321 1399 1341 1247 1399 1559 1’558 1496 1524 1358 1187 1115 1495 1250 1149 1170 1144 357 307 1187 1249 1340 1298 1198 1331 1530 1550 1569 1481 1328 1151 1079 1460 1203 1012 1118 1103 343 303 46 56 54 38 53 52 19 18 26 33 11 24 13 29 41 37 52 36 7 2 1233 1305 1394 1336 1251 1383 1549 1568 1595 1514 1339 1175 1092 1489 1244 1049 1170 1139 350 305 18 27 17 16 15 28 15 18 3 15 20 18 21 15 16 12 12 15 8 2 1251 1332 1411 1352 1266 1411 1564 1586 1598 1529 1359 1193 1113 1504 1260 1061 1182 1154 358 307 4265 1342 1434 1355 1271 1372 1497 1579 1570 1489 1373 1206 1120 1486 1263 1155 1195 1168 35 25 24 29 33 100 145 58 96 89 47 43 33 35 39 51 22 41 357 307 1254 1332 1414 1352 1268 1414 1564 1586 1606 1529 1363 1193 1115 1505 1263 1163 1183 1157 358 307 Insgesamt . 22863 1762 24625 23833 647 124480 1 311 (24791 24140 | 1610 |24924 11 162 163 5 1 330 330 10 3 732 730 12 30 1671 1682 16 272 271 6 — 382 | 375 7 92 2634 2681 19 Hessen-Nassau. Der 9. November im dann 116 her Mr-Zugend Volksabstimmung: 2lbg. 6t 45 2M A* 43 494, Nein 927, ungült. 6t 382. Erbach. Stimmberechtigte 32 601. Reichstagswahlr Abg. St 32 069, NSDAP. 30 870, ungült. St 119L Volksabstimmung: Aba 6t 32 424, Ja 31 336, Nein 797, ungült St. 291. Groß-Gerau. Stimmberechtigte 47 325. R e 1 ch,ta g s w a b l, Abg. 3t. 45 737, NSDAP. 42 546, ungült. St 3192. Volksabstimmung. Abg. St 54 987 Ja 43 404, nein 1831, ungült 6t. 752. Heppenheim. Reichstagswahl: Abg. 6t 36 566, NSDAP. 33 333 ungült St 2534. Volksabstimmung: Aba. St. 36 247, Ja 34 149, Nein 1415, ungült 6t 2Tlarburg-Canb. StimMberechtigle 41 707. Reichstagswohl: Abg. St. 41 366, NSDAP. 40 892, ungült 6t 474. Volksabstimmung: Abg St 41 375 Ja 41169, Nein 105, ungült St. 101. Kassel-Stabt Stimmberechtigte 129 379. Reichstagswahlr Abg. 6t 122 410, DSDAP. 115 864, ungült 6t 6526. Volksabstimmung: Abg. St. 122 928, Ja 118 838, Nein 2712, ungült St. 1278. Jalba-Stobt Stimmberechtigte 18 592. Reichstagswahlr Abg. St. 17 914, NSDAP 16 814, ungült 6t 1100. Volksabstimmung: Abg. St. 18139, Ja, 17 602, Nein 323, ungült St. 214. Hanau-Stabt Stimmberechtigte 29 555. Reichstagswahlr Abg. St. 29 063, NSDAP. 26 914, ungült 6t 2112. Volksabstimmung: Abg. St. 29 189, Ja 27 463, Nein 1257, ungült St. 469. Kreis Dillenburg. Reichstagswahl: Abg. St. 38471, NSDAP. 37 095, ungült. St. 1376. Volksabstimmung: Abg. St. 38 512, Ja 37 868, Nein 367, ungült. St -277. Kreis Biedenkopf. Stimmberechtigte 2-5 101. Reichstagswahl: Abg. St. 24 361, NSDAP. 23 698, ungült St. 663. Volksabstimmung: Abg St 24 473, Ja 24184, Nein 139, ungült St. 150. Kreis Limburg. Stimmberechtigte 41 934. Reichstagswahl« A6a. 5t. 40 671, NSDAP. 36 976, ungült. 6t 3695. Volksabstimmung: 40 744, Ja 38 786, Nein 959, ungült St. 999. Fahnenmasten eingeholt. Inzwischen war durch Sprechchör« in der Stadt eine Kundgebung für 19 Uhr auf dem Trieb ausgerufen worden. Hitler- Jugend und Jungvolk fanden sich mit Fahnen und Wimpeln zahlreich ein. Auch die Einwohnerschaft war stark vertreten. An einem Feuer sprach der Oberbannführer K. Hainer. Wenn wir hier am Feuer stünden, so sei das nicht nur symbolisch für den lob eines Alten, Überfälligen, sondern symbolisch für das Feuer des Lebens, für die Zukunft eines geeinten und freien Volkes. Ueberall feien heute d i e Schranken gefallen. Zwar habe die Hiller-Juaend ihre preußischen Kameraden nie als Preußen gesehen, sondern immer als deutsche Kameraden, nun aber sei der Wille des Füyrers Wirklichkeit geworden und auch die letzten formalen Schranken feien gefallen. In Zukunft könne man südlich des Mains nicht mehr sagen, daß das, was in Berlin beschlossen worden sei, für den deutschen Süden nicht gültig zu fein brauche. Jetzt heiße es nicht mehr „Bayer", „Preuße" oder „Schwabe", sondern nur noch „Deutscher". Man habe dem Ueber- Dahlkrels 33 Hessen-Darmstadt Stimmberechtigte 1 101 464. Reichstagsw.: Aba. St. 955 184, NSDAP. 890 767, ungült. St. 64 410. Volksabstimmung: Abgegebene St. 964 862, Ja 914 268, Nein 36 668, ungült St. 13 926. Provinz Rheinhessen. Reichstagswahl: Abgegebene St. 283 309, NSDAP. 262 961, ungült St. 20 348. Bolksab- ft i m m u n g : Abg. St. 287 549, Ja 271 148, Nein 11 248, ungült Stimmen 3997. Provinz Starfenburg. Reichstagswahl: Abgegebene St. 446103, NSDAP. 407 732, ungült St. 37 365. Bolksab- ftimmUng : Abg. St. 455 881, Ja 418 774, Nein 21 483 ungült Stimmen 8021. Mainz. Stimmberechtigte 111031. Reichstagswahl: Abg. St. 99 781, NSDAP. 89 867, ungültige Stimmen 9914. Volksabstimmung: Abgegebene Stimmen 101 285, Ja 92 606, Nein 6693, ungültige Stimmen 1986. Mainz-Land. Stimmberechtigte 23 173. Reichstagswahl: Abg. St. 22 284, NSDAP. 20 558, ung. St. 1726. Volksabstimmung: Abg. St. 22 517, Ja 21284, Nein 802, ungült. St. 431. Alzey. Stimmberechtigte. 29 392. Reichstagswahl: Abg. St. 27 766, NSDAP. 26 413, ungült. St. 1353. Volksabstimmung: Abg. St. 28 282, Ja 27 273, Nein 684, ungült. St. 325. fälligen den Tod geschworen, nicht etwa um kleinlicher Form willen, sondern deshalb, weil ein neuer Geist auch seine eigene neue Form brauche. Was nach Blut und Art zusammengehöre, müsse zusam- menleben. Im Zeichen der preußischen und der hes- fischen Fahnen seien die Soldaten tapfer gewesen, immer aber fei es der Geist des ewigen Deutschen gewesen, der alle Kämpfenden beseelt habe. Auch für die Hitlerjugend gelte es, weiter Taten zu zeigen. Den Glanz des Feuers, das vor uns brenne, müßten wir immer in uns halten und immer des Feuers gedenken, in dem die Grenzen jjufammengeriffen wurden. Die deutsche Jugend und bas deutsche Volk wolle in reinem Glauben das Großdeutsche Reich errichten. Dem Führer gelobe man mit einem dreifachen ,^ieg-heil", daß dieses Feuer in uns weiterbrennen werde. Einmütig klang der dreifache Ruf auf, und ge- meinfam wurden dann der erste Vers des horst- Wessel-Liedes und der erste, wie auch der vierte Vers des Deutschland-Liedes gesungen. Die letzten Feuerfunken stoben, und die Flammen brachen über der Asche zusammen. Bingen. Stimmberechtigte 32 818. Reichstagswahl: Abg. St. 31 847, NSDAP. 30 193, ungült St. 1654. Volksabstimmung: Abg. St. 32 736, Ja 31624, Nein 728, ungült St. 384. kreis Oppenheim. Stimmberechtigte: 33 500; Reichstagswahl: abgegebene Stimmen: 32 738; NSDAP. 30 446; ungültig 2292. Volksabstimmung. abgegebene Stimmen: 32846, Ja 31 566, Nein 763, ungültige Stimmen 517. Dorms. Stimmberechtigte 36638. Reichstagswahl- Abg. St. 34 699, NSDAP. 32 612, ungültige St 2087. Volksabstimmung: Abg. St. 35 298, 2a 33 228, Nein 1759, ungültige Stimmen 406. kreis Worms. Stimmberechtigte 71 565. Reichstagswahl: Abg. St. 68 893, NSDAP. 65 484, ungült. Stimmen 3409. Volksabstimmung: Abg. Stimmen 69 883, Ja 66 795, Nein 2278, ungültige Stimmen 354. Darmstadt Stimmberechtigte 68 801. Reichstagswahl: Abg. St. 66114, NSDAP. 59 960, ungültige St 6154. Volksabstimmung: Abg. St 66 880, Ja 62 274, Nein 3488, ungült. St. 1120. kreis Darmstadl. Stimmberechtigte 113 399. Reichstagswahl: Abg. St. 108110, NSDAP. 97 358, ungült. St. 10 752. Volksabstimmung: Abg. St. 106 110, Ja 100 387, Nein 5550, ungült St. 2173. Offenbach. Stimmberechtigte 59 041. Reichstagswahl: Abg. St 57 200, NSDAP. 50 005, ungültige 6t 7195. Volksabstimmung: Abg. Stimmen 58 610, Ja 52 120, Nein 5137, ungült St. 1353. kreis Offenbach. Reichstagswohl. Abg. 5t 128 216, NSDAP. 114 025, ungült. St. 14 191. Volksabstimmung 129 911, Ja 117 756, Nein 9223, ungült. St. 2932. Bensheim. Stimmberechtigte 51518. Reichstagswahlr Abg. St. 50 780, NSDAP. 47 159, ungült. St. 3621. Volksabstimmung: Abg. St. 50 909, Jo 48 248, Nein 1740, ungült St. 921. Dieburg. Stimmberechtigte 45 293. Reichstagswahl: Abg. St. 46 625, NSDAP. 42 741, ungült St. 1884. Wahlkreis 19: Hesien-Rasiau. Stimmberechtigte 1789416. Reichstagswahl: Abg. St. 1 724 093, NSDAP. 1 629 572, ungült St 94 521. Volksabstimmung: Abg. St 1 732 619 Ja 1 672 605, Nein 39 590, ungült. St. 20 424. Regierungsbezirk Wiesbaden. Stimmberechtigte 1048930. R e i ch s t a g « w a h I: Abg. 61. 999 520, NSDAP. 923 303, ungült St 76 217. Bolksab st immung: Abg. St. 1 006 696 Ja 958 336, Nein 32 055, ungült. St. 16 305. Regierungsbezirk Kassel. Stimmberechtigte 740 486. R e i ch s t a g s w a h l: Abg. 6t. 724 573, NSDAP. 706 269, ungült St. 18 304. Volksabstimmung: Abg. St. 725 923, Ja 714 269, Nein 7535, ungült St. 4119. Frankfurt a. 2TL Stimmberechtigte 429 407. Reichstagswahl: Abg. St. 409 644, NSDAP. 367 669, ungült St. 41975. Volksabstimmung. Abg. St. 415 353, 2a 387 297, Nein 20 070, ungült. St. 7986. Wiesbaden. Stimmberechtigte 119 420. Reichstagswahl: Abg. St 118 230, NSDAP. 110 846, ungült. St 7384. Volksabstimmung: Abg. St 118 690, Ja 114 618, Nein 2535, ungült St. 1537. Kreis Wetzlar. Stimmberechtigte 57 562. Reichstagswahl: Abg. 6t. 56 054, NSDAP. 52 060, ungült St 3994. Volksabstimmung: Abg. St 56219, Ja 53409, Nein 1969, ungült St. 841. Marburg-Sladt Stimmberechtigte 21 430. R e i ch s t a g s w a h l: Abg. St. 19 785, NSDAP. 18 934, ungült ßt. 851. Dolksab st immung: Abg. St. 19 885, Ja 19 459, Nein 277, ungült St. 149. Unkrbann 116/1. Am Donnerstagabend beging, verbunden mit Fahnenweihe, in würdiger Weise die Hitler-Jugend im Bann 116 das Andenken an den 9. November. Die Gefolgschaft des Unterbannes 116/1 hatten sich auf der höhe des hardtberges vor dem Bismarck- denkmal eingefunden, um dort beim Abbrennen eines Holzstoßes den Worten des Oberbannführers R. Hainer zu lauschen. Er führte u. a. aus: Kameraden der HI.! Ringsum uns herrscht das Dunkel der Nacht, überall Ruhe und Friede. Dieser Frieden und diese Ruhe, sie sagen uns, daß jetzt die Welt ruht: wir stehen hier oben, der Wind bewegt unsere Fahnen, wir gedenken der Toten des 9. November. Es ist noch nicht lange her, da sind wir auch einmal hier oben gewesen und sind hier marschiert. Damals waren wir noch klein, damals waren wir nur wenige, und zu dieser Zeit war es noch sehr schwer, Hitler-Junge zu fein. In diesen Tagen aber war die Kameradschaft und Gemeinschaft, die uns aus einem kleinen Häuflein Taufende werden ließ. Wir waren alle Zeit davon überzeugt, daß das Dunkel, das uns umgab, einmal weichen mußte, denn auch morgen wird nach dieser unfreundlichen Nacht wieder die Sonne scheinen, und wird wieder neues Leben ausstrahlen. Genau, wie auf den Tag die Nacht folgt, und wie umgekehrt der Nacht wieder ein herrlicher Tag folgt, genau so mußte auf das Dunkel des 9. Rovember herrlicher Sonnenschein folgen. So war es an jedem denkwürdigen Novembertag, wir waren damals noch 5- und 6jährige Kinder und konnten die Große des Geschehens an diesem Tage noch nicht so miierleben. Aber man hat uns davon gesagt, und ganz dunkel können wir uns noch selbst erinnern. Wir waren jung in einem Volke, das den Weltkrieg verloren hatte. Arbeitslosigkeit, hunger und Elend, dies alles sahen wir täglich, und das war es, was den Inhalt unserer Jugend ausmachte. Die deutsche Jugend hat ihre härteste Zeit in ihrem jungen Leben durchgemacht. heute sind zehn Jahre seit jenem 9. November verflossen, und wieder brennen die Feuer. Um diese Feuer sind wir vereinigt, um daran zu denken, daß dieser 9. November der Tag ist, an dem in Glauben an die deutsche Einigkeit, die deutsche Kraft und in Provinz Oberhessen. Rheinhessen und Starkenburg. Kreis Reichstagswahl Gültige Ja- Stimmen Gült. Rein- Stimmen sabstimmnng Gesamtzahl der abgegeb. Stimmen Stimmberechtigte Stimmscheine Zahl der abgegebenen Umschläge Gültige Stimmen Ungültige Stimmen Insgesamt Gültige Ja- u. Rein- Stimmen Ungültige Stimmen Gießen . • . 50612 2 757 53 369 51944 1062 53 006 581 53 587 52 990 2 069 53 756 Alsfeld . . . 25 409 533 25 942 25 798 141 25 939 134 26 073 26 211 497 26108 Büdingen. . 28 639 595 29 234 29 277 200 29477 134 29 611 29 827 598 29 695 Friedberg. . 59 296 3112 62 408 60775 1394 62 169 661 62 830 62 731 1828 62 995 Lauterbach . 20 294 429 20723 20 563 110 20 673 86 20759 20 645 432 20 771 Schotten . . 18 739 340 19 079 18 919 82 19 001 85 19 086 19 058 437 19 089 Insgesamt 202 989 7 766 210 755 207 276 2 989 210265 1681 211946 211462 5 861 212 414 Kirbitz. Von Waldemar Auguftiny. Der Schwarze Herzog, der 1809 auf eigene Faust mit Napoleon Krieg führte und in tollkühnem Marsch sein Korps zur Unterwejer und von dort nach Eng- land brachte, ist im Volk bekannt. Man kennt auch diesen oder jenen tapferen Degen, der dem Herzog die glänzenden Attacken bei Halle, Magdeburg und Braunschweig reiten half. Wer aber weiß von Kir- ditz, dein braven Sergeanten Kirbitz, der schon von Böhmen an alle Kampfhandlungen mitgemacht, und der bei Leipzig sogar dem Herzog da» Leben gerettet hat? Ich wette, kein Mensch kennt seinen Warnen, und darum soll hier ein lustiges Stück von ihm erzählt werden. Also, der Herzog war schon ziemlich dicht an der Nordsee, er wollte gerade durch Oldenburger Land zur Weser marschieren, der Franzmann mit siebenfacher Uebermadjt immer hinter ihm her. Der Feind hatte das Korps leicht in die Klammer genommen, wenn sich Herzog Wilhelm nicht eine Lift ausgedacht hatte. Er schickte nämlich, während er selbst durch Oldenburg marschierte, den Feind zu tämchen, eine Abteilung unter Führung des Majors Korfes Richtung Bremen und gab für dies Kommando seine besten Leute her, darunter auch den Sergeanten Kirbitz. Die Irreführung gelang. Der feindliche General Reubel zauoerte, als er die verschiedenen Spuren (ab, verlor darüber einen Tag und folgte schließlich ber Bremer Fährte. Bei Haidkrug, auf der höhe Bremens, kam es sogar zu einem kleinen Gefecht zwischen ihm und dem Major, wobei es freilich nicht allzu ernsthaft juging. Denn die Reubelschen Truppen, auf den König Jerome vereidigt, aber Westfalen von Blut, fühlten doch schon, daß der braunschweigische Herzog ihnen näherstände als der Bruder Napoleons, und daß sie von Rechts wegen Schulter an Schulter zu stehen hätten. So endete dieses Tressen gänzlich unblutig, und Major Korfes hatte, als er sich am Abend vom Feinde löste, nur einen Vermißten zu beklagen, nämlich den Sergeanten Kirbitz. Dieser Verlust freilich schmerzte sehr. Darum ließ der Major seine Abteilung vor den Booten die er an der Weser zusammengetrieben hatte, um auf dem Wasserwege zum Herzog zu stoßen, warten und schickte Patrouillen durch das Wiesengelände, um den Vermißten zu suchen. Währenddesien saß der Sergeant in einem Gasthof unweit der Bremer Heerstraße beim Bier, hatte alle Biere von sich gestreckt und ließ es sich wohl fein. den Berliner Sotf>fd)ulnad)rid)fetL Professor Dr. Gustav B o e h m e r, derzeitiger Dekan der Juristischen Fakultät der Martin-Luther- Universität in Halle-Wittenberg, hat den Ruf an die rechtswissenschastliche Fakultät der Jo- Hann-Wolfgang-Goethe-Universilät zu Frankfurt am Main angenommen. Sein Lehrgebiet umfaßt deutsches, bürgerliches, römisches Wirtschaft»- und Arbeitsrecht, sowie Rechtsphilosophie; er wird feine Professur zum 1. April 1934 antreten. Der ao. Professor an der Universität Hamburg und Kustos am dortigen Museum für Völkerkunde Dr. Walter Scheidt ist zum ordentlichen Profesior für Rosien- und Kulturbiologie in der Philosophischen Fakultät der hamburgischen Universität ernannt worden. Profesior Dr. Karl Fezer, Ordinarius für orak- tische Theologie in Tübingen, hat den Ruf auf :... Z . Lehrstuhl für praktische Theoloaie als Nachfolger des verstorbenen Profesiors Friedrich Mohling abgelehnt. mit dem Korps wieder zufammenftieß, dem Herzog Bericht. Der Herzog aber ließ bei dem letzten Appell, den er am Ende feiner ruhmreichen Unternehmungen auf deutschem Boden hielt, Kirbitz vor die Front treten, lobte ihn vor aller Mannschaft und verlieh ihm das Offizierspatent. hatte der Major ihn sd gesehen, er hätte, bei Gott, ihn arretieren, prügeln und unter Umständen ihn vor ein Kriegsgericht stellen lassen. Sergeant Kirbitz dachte indessen nicht an Desertieren. Er hatte vielmehr, als einziger vermutlich von beiden Lagern, einen sauren Tag hinter sich, war mit List der Ge- sangenschaft entronnen und hatte auf vielen Umwegen, nachdem er sich lange zwischen Ried und Weiden verborgen gehalten hatte, endlich auf halbem Wege zu feiner Truppe diesen Gasthof erreicht. Die ganze Zeit hatte er nur einen Gedanken gehabt, nicht den Feinden in die Hände zu fallen. Denn wenn es im Gefecht auch fast gemütlich zu- ging, war das Verhalten der Gegner doch nie sicher einzufchätzen, und das düstere Los des Schilljchen Korps stand immer noch als warnendes Zeichen vor den Augen der schwarzen Soldaten. Nun aber, als er die Kneipe entdeckt, den verängstigten Wirt her- ausgetrommelt und sich Bier und Wurst hatte vor- fetzen lassen, nun ging es ihm wohl, und um nichts in der Welt hätte er sich diese Ruhepause fchenken wollen. Er saß also und trank, bis er auf einmal durch einen Schuß ins Fenster sehr unsanst aufgescheucht wurde. Noch ehe der Wirt und er einen Gedanken fassen konnten, brachen drei westfälische Soldaten in die Tür und forderten mit oorgehaltenem Karabiner den Sergeanten auf, sich zu ergeben. Kirbitz, nicht geneigt, das Los der Gefangenschaft, dem er gerade entronnen, nun doch noch auf sich zu nehmen, blieb kaltblütig sitzen und bat die Eintreten- den, sie mochten sich manierlicher benehmen. Oben läge das Haus voll schwarzer Schützen, er selbst ‘ei auf Wache kommandiert und habe sich hier wider die Felddienstordnung ein Bierchen geleistet. Wenn sie, die Westfalen, hier jooicl Krakeel machten, wäre es um feine Charge, für die Feinde aber bestimmt ums Leben geschehen. Die tapferen Drei blickten unschlüssig auf den Wirt, dem der Kopf ohne fein Zutun auf und nieder nirfte’ und wollten schon davonschleichen. Da meinte der eine, ob es dem Sergeanten recht wäre, wenn auch sie einen Schluck zu sich nähmen. Das Gefecht wäre ja nidjt Jehr hitzig, der Tag aber desto heißer ge- wesen, -schließlich könnten sie doch auf eine gute Kameradschaft anstoßen. Deutsche seien sie ja alle zusammen und hätten, bei Licht besehen, nicht viel Ursache, sich wegen des verfluchten Franzosenkönigs das Fell zu oergerben. Sergeant Kirbitz nickte großmütig, man fetzte sich an den Tisch, trank sich zu, und aus einem Glas wurden drei und vier. Mittlerwelle konnte es nicht verborgen bleiben, daß die Westfalen keineswegs Gäste des Sergeanten feien, daß es sich vielmehr umgekehrt verhalte, und daß der Schwarze cigcnt- üch ein Schelm und von Rechts wegen der Gefangene sei. Der eine Westfale, ein Korporal, machte denn auch Anspielungen, daß der Waffenstillstand unter falschen Voraussetzungen geschlossen sei, und die anderen, gutmütiger von Natur und vom Alkohol gleichgülttg gemacht, hatten Mühe, ihn zu beruhigen. Der Sergeant aber tat, als gingen ihn derartige Auseinandersetzungen den Dreck an. Er begann sogar seinen Herzog laut zu rühmen und sang schließlich aus Leibeskräften das Lied des Schwarzen Korps: „Jeder Patriot schlägt ihn tot, den Kujon Napoleon". Das war dem Korporal nun doch zuviel. Er warf im Aufspringen den Stuhl um, zog seine Pistole und schrie er dem Sergeanten zu, er habe ihm auf der Stelle zu folgen. Stille. Die beiden anderen Westfalen guckten sich ratlos an. Der Wirt ging hinter dem Tresen in die Kniebeuge. Nur der Sergeant hing breit über seinem Platz und schien kein Gehör zu haben. Endlich erhob sich auch Kirbitz und versuchte, dem aufgeregten Korporal eine Ansprache zu hatten. Er machte ihm klar, daß das keine Art für einen rechten Deutschen fei, hinter Landsleuten, guten Patrioten, hinterherzujagen und Sold vom Franzmann dafür zu nehmen. Der Korporal spuckte vor Wut. Kirbitz ging auf ihn zu, legte ihm kameradschaftlich die Hand aus die Schulter, aber der Korporal war wie eine besessene Katze, er sprang, obwohl er kleiner an Figur war, dem Kirbitz an die Kehle und versuchte ihn zu würgen. Da mußte der Kirbitz denn zupacken. Er hielt den Korporal mit eisernen Muskeln gefangen, rief dem Wirt zu, Stricke zu holen, befahl den anderen Westfalen, die stumm gehorchten, anzupacken und band mit ihnen einträchtiglich dem Grobian die Hände. Dann schleppte er den wehrlosen, vor Wut schäumenden zur Tür hinaus auf die Straße, wo die Westfalenpserde schon ungeduldig scharrten und band den Korporal auf seinem eigenen Gaul fest. Nun aber, in der Nachtluft, erwachte in unserem Sergeanten wieder die Soldatenlust. Al» die Husaren tolpatschig und ratlos in der Tür erschienen, schrie er ihnen ein „Hände hoch!" zu und warf sich auf ein zweites Pferd, riß den Gaul des Korporals heran und sprengte, in jeder Faust einen Zügel, davon Die Westfalen jagten dem Flüchtenden wohl noch ein paar schüsie ins Dunkle nach, dem Teufel aber hinterher zu reiten, wagte keiner von ihnen. So kam es, daß Sergeant Kirbitz noch vor Morgen mit zwei Beutepferden und einem gefangenen Kor- poral sich beim Major zurückmelden konnte. Major Korfes schloß seinen alten Waffenbruder tn die Arme und erstattete später, als er bei Elsfleth Zeitschriften. — 3m Novemberheft der „Deutschen Zeitschrift" ('Berlag K. D. W. Callwey, München) weist u. a. ein Aufsatz „Luther und das Besondere" von Hans Asmussen darauf hin, daß Luthers Theologie sowohl als auch sein handeln und Gestalten das überaus große Wichtignehmen des Besonderen vor dem Allgemeinen in hohem Maße auszeichne, lieber die „Neue Situation des Theaters" im neuen Staat schreibt Hanns Braun, der der deutschen Bühne einen großen Aufschwung oorausfagt, sobald der vorhandenen Spielfreude und der Sehnsucht nach dem Gemeinschaftserlebnis ein Dichter mit neuen Formen und großen Inhalten zu Hilfe komme. Max Clauß gibt einen die entscheidenden Vorgänge klar herausstellenden historischen Rückblick auf die „Na- tionale Revolution". Don literarischen Beiträgen nennen wir „Regina Grödel", eine Erzählung von großer Zartheit des Gefühls von Friedrich Riehner, ferner „Aus einem Lebensgedenkbuch" von Hans Carosia. Literatur-, Filmberichte und anderes mehr beschließen das reichhaltige heft. Der zehnte Jahrestag des 9. November wurde im nterbann 116/11 der Hitler-Jugend in Anwesenheit Aus der Provinzialhauptstadt s. November uer. Ilm diese u denken, dah n in ldlauben Kraft unb in looember u ooemberlog, Äinbet unä Tage i uns davon ns noch selbst lolff, das den fteit, Hunger und das war ismachle. Die eil in ihrem '■ UnM “dstDajh ungilt St ot 29189, 1- NSDAP, immungt Mt.St.N7, Unterbann---------,--------. - des Oberbannführers und des Bannführers der HI. lagsvnhlr ungülL St 1, Sa 38786, dem Herzog etzlen Appell, lernehmungen ior die Front rt und verlieh agswahl: üü. St 663. 24473, Ja N Erwähl, ungült ,®- 18928, Flaggen zur Feier des Sieges! WTV. Jur Feier des überwältigenden Bekennt- niffes des deutschen Volks zu Adolf Hitler und seiner Politik des Friedens und der Ehre hat die Reichsregierung für den heutigen 7N o n t a g die Veflagggung der Dienstgebäude angeordnet. Das Reichspropagandamlnisterlum ersucht die gesamte Bevölkerung, dem großen Sieg der deutschen Einigkeit durch allgemeine Beflaggung festlichen Ausdruck zu verleihen. „GeographifcheReisen undIorfchurrgen im Süden Chinas." umfassenden Dortrages. „Sowjet-Rußland." Vortrag im Deutschen Techniker-Verband. Ortsgruppe Gießen. Der Deutsche Techniker-Verband. Ortsgruppe Gießen, hielt dieser Tage eine Versammlung ab, in der Oberingenieur f)aa \ e, nach kurzer Begrüßung durch den Ortsgruppen- Führer Dr. Coburger, einen Lichtbildervortrag über Sowjet-Rußland hielt. Er ging von der Ost- land-Frage aus, die der Führer Adolf Hitler in seinem Buche „Mein Kampf" eingehend behandelte. Er führte sodann u. a. aus: Es könne kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß die Verhältnisse in der Sowjet-Union unaufhaltsam zum Zusammenbruch des Riesenreiches führen würden und daß die marxistisch-bolschewistische Weltanschauung kein Element des Aufbaues, sondern ein Ferment der Zersetzung sei. An Stelle der privatkapitalistischen Wirtschaftsweise sei nur die staatskapitalistische getreten, die alle bisherigen kapitalistischen Ausbeutungsmethoden bei weitem übertreffe. Es herrsche mehr Grausamkeit und Brutalität als zur Zeit „Iwan des Schrecklichen". Das Proletariat herrsche nicht etwa, sondern eine kaum einprozentige Schicht. Die Masse sei der Staatswirtschaft hörig. Jede Freizügigkeit sei aufgehoben. Der Brotkorb hänge dem russischen Arbeiter höher, als je zuvor. Jenen Betrieben, die ihre Plan-Soll-Leistung nicht erreichten, werde von der Staatsbank der Kredit gesperrt. Immer wieder werde vermehrte Arbeitsleistung gefordert, die Lohnzahlung erfolge aber nur in Raten und der Lohn reiche bestenfalls zu einer Hungerkur aus. Rußland fei heute eine Hölle. Großer Mangel herrsche an allen Ecken und Enden. Das Kennzeichnendste sei aber, daß wohl überall ein weitgehender Rückschritt, aber nirgends eine Verbesserung der Lebensbedingungen zu verspüren sei. An Hand von Preistabellen und Statistiken wies der Redner sodann nach, daß das Einkommen in denkbar größtem Mißverhältnis zur Kaufkraft des verdienten Geldes stehe. Ganz trostlos seien die Verhältnisse auf dem Wohnungsmarkt. Ueberall herrsche fürchterlichste Enge und eine für deutsche Verhältnisse unvorstellbare Zusammendrängung der Menschenmassen. An Stelle des gesetzlich festgesetzten Wohnraumes von 4 Kubikmeter pro Kopf stünden nur 1,7 Kubikmeter zur Verfügung. Von menschenwürdigen Wohnverhältnissen könne keine Rede sein. Der Redner erhärtete seine Ausführungen durch UM St t Sl 18139, Jeden Abend! Jeden Morgen! Chlorodont die beliebte Qualitäts-Zahnpaste ichen mußte, nfteundlichen wirb wieder aus den Tag Nacht wieder ?,99Ö)Qbl. 471 41375, m es i u s. .. ~ , Nach weiteren Ausführungen über die Fachgruppenarbeit wurden folgende Herren als D i e Leiter der einzelnen Fachgruppen be- timm: Steine und Erden: Architekt Breither. Metall-Industrie: Ober-Ingenieur Haase; Chemische Industrie: Dr. K ö h l e r ; Baugewerbe: Ober- Ingenieur Fuchs: Dentisten und Zahntechniker Bart elf. Behörden: Dr. Schott ; Bergbau: Steiger Georg. Zum Schluß der 23er-- ommlung wurde darauf hingewiesen, daß es Die Pflicht eines jeden deutschen angestellten Technikers ei, dem Deutschen Techniker-Verband anzugehoren. Zwangsinnung für das Maler- und Wrißb nderhandwerk. In den Kreisen der Maler- und Weißbinde rm e i st e r in der Stadt (Sieben ist die Frage der Errichtung einer Pflicht-(Zwangs-) Innung seit einiger Zeit ernsthaft erörtert worden. Nachdem festgestellt worden war, daß alle Voraussetzungen zur Bildung einer leistungsfähigen Innung ausreichend gegeben waren, ist von der Hessischen Handwerkskammernebenstelle Gießen ein Antrag aus Genehmigung einer Maler- und Weißbinder- Zwangsinnung im Stadtbezirk Gießen den amtlichen Stellen unterbreitet worden. Da von Seiten der Behörden Bedenken gegen die Errichtung nicht bestanden, ist die Satzung von dem Hessischen Kreisamt Gießen genehmigt worden. Die konstituierende Versammlung fand im Gewerkschaftshaus statt. Gesetzlicher Vorschrift entsprechend hatte ein Beauftragter der Aufsichtsbehörde die erste Versammlung zu leiten. Als Vertreter der Bürgermeisterei Gießen, als der Aufsichtsbehörde, war Verwaltungs- amtmann Keitzer anwesend. Nach einigen einleitenden Worten führte Verwaltungsamtmann 1 •iS», 18-^50- Sftf und leine 00 w* Keitzer etwa folgendes aus: Der Tag der Errichtung einer Zwangsinnung für das Maler- und Weißbinderhandwerk werde in der Geschichte dieses Berufsstandes nach zweierlei Richtung von besonderer Bedeutung fein, einmal in wirtschaftlicher Beziehung und zum andern in politischer. Es sei bekannt, daß die Reichsregle- rung unter Führung des Kanzlers Adolf Hitler unermüdlich bestrebt sei, die Ursache einer Massen- not, die das deutsche Volk schon seit Jahren heim- suche, nämlich die Arbeitslosigkeit, ernsthaft zu bekämpfen. Wenn das ganze Volk als solches diese Maßnahmen der Regierungsstellen freudig begrüße, so müsse das Handwerk ganz besonders aber diese Maßnahmen schätzen und mit allen Kräften und mit bestem Willen fördern, denn gerade das Handwerk kenne ja die Folgen der Arbeitslosigkeit von zwei Seiten her, sowohl als Arbeitgeber als auch als Arbeitnehmer. Es sei zu hoffen, daß es zum Segen des ganzen Volkes weiter auf bauend vorwärts gehe. Damit dies gelinge, fei es auch notwendig, daß sich das deutsche Volk auch außenpolitisch dem Willen des Kanzlers, als Führer des deutschen Volkes, einmütig unterstelle. Hierauf wurde die Wahlhandlung für den Vorstand der Innung vorgenommen. Da sämtliche Anwesenden einmütig der Auffassung waren, daß man von einer Wahl durch Stimmzettel abfehen solle, wurde auf Vorschlag des Jnnungsmitglieds L a u n - spach der Maler- und Weißbindermeister Ludwig Stühler, Wolfstraße 26, einstimmig als Jnnungs- führer gewählt. In den Gesellenprüfungs-Ausschuß wurden berufen: Arbeitgeber: Karl Wagner, 1. Vorsitzender; Karl Rau, Stellvertreter; Ersatzmann: Ludwig Stühler; Arbeitnehmer: Georg Hofmann, Anstreicher bei E. Schmoll; Karl Fink, Tüncher bei I. Fink: Ersatzmann: Fritz Möhr, Maler (Meister) bei G. Schmidt. In den Ausschuß für L eh r l i n g s ftr e i- ti gleiten wurden berufen: Arbeitgeber: Karl Wagner; Karl Rau; Ersatzmann: Ludwig Stühler; Arbeitnehmer: Georg Sommer, Anstreicher bei Gebr. Nikolaus; Heinrich Haas 4., Anstreicher bei G. Schmidt: Altgeselle: Fritz Mohr, Maler (Meister) bei G. Schmi! t; Beauftragter für das Lehrlings- wesen wurde Ludwig Thome. In Anerkennung feiner großen und aufopfernden Verdienste für den Berufsstand wurde Weißbinder- meister Karl Wagner, Stephanstraße 17, zum Ehrenvorsitzenden ernannt. „Oie oberhessischen Mineralquellen." Vortrag im KDAJ. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß dis Versammlungs und Vortragsabende des KDAJ. keine internen Derbandsversammlungen sind, son- dem gerade Interesse in den breitesten Bevölkerungskreisen finden möchten, und jeder Volksgenosse zum Besuche auf das herzlichste eingeladen wird. Der morgen Dienstag, 14., 20.30 Uhr im CafD Ebel stattfindende Vortrag von Dberbaurat 23 e r rt (Bad-Nauheim) bringt Ausführungen über die „Oberhesfifchen Mineralquellen", die sicherlich für weiteste Kreise von Interesse sind. Der Vortrag behandelt das Vorkommen von Mi- neralquellen in Oberhessen und die Nutzung ihrer wässer" und die rechtlichen Grundlagen des Hessischen Schüttungen. Einleitend werdender Begriff „Mineral- sind ihnen gläubig gefolgt. So war es zur Zeit der . Bauernkriege, als die Bauern den Rittern ihre | schwarze Fahnen entgegentrugen, so war es 1914, als sich ein ganzes Volk geschlossen um eine Fahne scharte, so war es 1923, als Adolf Hitler uns seine Fahne vorantrug. Und hinter dieser Fahne zog die deutsche Jugend, hinter der blutroten Hakenkreuz- fahne, der Fahne der deutschen Revolution, zum Kampf für Deutschland. Jugend ist revolutionär, und solange es Jugend gibt, wird es Revolutionen geben, wird neues geschaffen werden. Unb wenn ich euch nun eure neuen Fahnen gebe, so sollt ihr immer daran denken: die Ehre eurer Fahne ist eure Ehre, wer sie schändet, der verdient es von euch nieder- getnüppelt zu werden, mit eurer Fahne fallt ihr. Jedem einzelnen Fähnrich gab er die Fahne m die Hand und verpflichtete ihn durch Handschlag. Sodann begrüßte er die alten Kämpfer der Hitler- werden. . t , In seinen weiteren Ausführungen wandte sich der Redner sodann dem Vegetationsbild zu, das durch die Kultivierung von feiten der Bevölkerung einen ganz anderen Charakter erhalten habe, als er ihm ursprünglich zu eigen gewesen sein mag. Er kennzeichnete besonders die Veränderung, die sich mit dem anfangs vorhandenen Baumbestand vollzogen habe. Der Wald sei bis auf geringe Reste in der Umgebung der Menschen ausgerottet wor- Dcn, weil der Chinese und die alten Volker des Landes den Wald als die Zufluchtsstätten der Geister betrachteten und deshalb fürchteten. So eien allenthalben nur kleine Baumgruppen und kleine Haine übriggeblieben bzw. besonders angelegt worden. In Südchina werde übrigens eine sehr intensive Landwirtschaft mit mehreren Ernten im Jahre betrieben. Trotzdem reichten die Erträgnisse nicht aus, um die Existenz des Volkes zu sichern. Die Ursache bissen seien aber die uralten Methoden des Landbaues einerseits und die besonders gelagerten Besitzverhältnisse, die eine fortschrittliche Entwicklung der Landwirtschaft verhinderten. Nachdem sich der Redner noch mit verschiedenen Problemen der Bevölkerung des Landes beschäftigt batte und dabei den Spuren der zum Teil noch in Resten bestehenden Urvölker nachgegangen war, wandte er sich den wirtschaftlichen und politischen Fragen Chinas in der Gegenwart HU und sprach hier besonders von den nationalen Zielen des im Jahre 1925 verstorbenen Sun-yat-sen, und den kriegerischen Wirren der folgenden Jahre. Gleichzeitig umriß er das Wirken des Kommunismus in China, dem die Verhältnisie in diesem Lande besonders entgegenkommen. Er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, daß der Süden Chinas schon immer der Ausgangspunkt politischer, geistiger und kultureller Bewegungen in China gewesen sei. Gegenwärtig müsse es den Anschein erwecken, als sei die Provinz Jün-nan der Ausgangspunkt für ein erneutes Aufleben der Bewegung „Asien den Asiaten'.", eine Bewegung, die vielleicht sogar die Kluft zwischen Japan und China zu überbrücken vermöge. Der vielseitige und von ernstester wissenschaftlicher Arbeit zeugende Vortrag wurde mit leb- baftem Beifall ausgenommen. Zahlreiche vorzügliche Lichtbilder unterstützten bas Verständnis des Glauben an bas gesamte deutsche Volk 16 Helden tn feen Tob gegangen sind. Und mit diesen gingen noch Hunderte den Weg des Dpfertobes für unser geliebtes Vaterland. , Diese Hunderte von Toten, sie werden weiterleben. Wir geloben in dieser Stunde, daß sie roeiterleben; mir geloben, baß wir diesen Geist vorn 9. November in alle Zukunft weitertragen werden. Die Gefolgschaften 1 und 2 des Unterbanns 116/1 erhalten heute ihre Fahnen. . , .. Dir müssen uns darüber klar fein, daß die Fahnen der sichtbare Ausdruck unseres wesens, willens und Seins sind. Die Hitler-Jugend ist die Jugend des neuen Staates, unsere Fahnen sind für uns das Werkzeug das wir >um Ausbau des neuen Reiches brauchen. Wir werden den Staat edel und rein ausbauen. Wir werden rücksichtslos gegen Spießer vorgehen, die uns bei unterem Werke entgegenstehen sollten. Wir werden an den Ausbau unseres Reiches gehen angesichts der Toten des 9. November und angesichts unserer Fahnen. Wo unsere Fahne steht, da werden auch wir stehen, und dort, wo unsere Fahne fällt, werden auch wir fallen! Unter bann 116/11 Keine Obstbäume und Sträucher auf dem Wochenmarkt Von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Hauptabteilung II, in Darmstadt wird uns geschrieben: „In den letzten Jahren hatte sich die Unsitte eingebürgert, auf Wochenmärkten Dbftbaume und ähnliche Geholze zum Verkauf zu bringen. Da diese Verkaufsart für die Verbraucher mit erheblichen Gefahren verbunden war, ist durch Reichsge etz dieser Verkauf von Dbftbäumen, Sträuchern usw. auf Wochenmärkten verboten worden. Dieses erst vor kurzem ergangene Verbot ist in den Kreisen der Interessenten noch nicht genügend bekannt. Zweck dieser Veröffentlichung ist, die Gartenbe- fitzer darauf hinzuweifen, daß der Ankauf von Obstbäumen, Sträuchern usw. nur noch bei Den hierfür in Frage kommenden Baumschulen und Gärtnereien möglich ist. Es sei weiter betont, daß hierdurch die Gewähr für hochwertige Erzeugnisse und vor allen Dingen auch für Sortenechtheit geboten ist, was bisher bei dem Verkauf auf Wochenmarkten nicht der Fall war. Um die jeweils gewünschten Sorten zu bekommen, ist es allerdings erforderlich, rechtzeitig den Bedarf zu decken. Es empfiehlt sich daher, nicht erst bis zum Frühjahr mit Dem Ankauf ober Der Bestellung zu warten, sondern diese schon jetzt zu tätigen und nicht etwa auf Die Möglichkeit zu warten, auf Dem Wochenmarkt, wie in früheren Jahren, diese Erzeugnisse zu kaufen." Bereinigung für koloniale Wiedergewinnung. Die Bereinigung für koloniale Wiedergewinnung hielt dieser Tage im Vereinslokal Dippel ihre Monatsversammlung ab. Der Vereinsführer T e tz - n e r begrüßte die zahlreichen Mitglieder und Gaste und führte u. a. folgendes aus: Das Hauptziel der Bereinigung bestehe xirin, den Kolonialgedanken >um Allgemeingut des deutschen Volkes zu machen. Die meisten der Anwesenden hätten den Aufstieg der deutschen kolonialen Politik miterlebt und wußten langst daß Kolonialland ein Bestandteil des Mutterlandes sei und beide sich zum Lebensraum eines Volkes ergänzen müßten. Die Vortragsserie, Die Die Bereinigung vorgesehen habe, wolle ausklaren über die Frage: „Warum brauchen wir Kolonien? und behanDle Die verschiedensten Koloma-Probleme A s die Mitglieder des Bundes Der Kolonialfreunde in den Jahren 1924/25 In Gießen begannen, für den kolonialen Gedanken zu werben, seien sie von Den linkspolitischen Kreisen unserer Stadt nahezu als staatsfeindlich betrachtet worden. Kolonialpolitik habe als eine Aeußerung reaktionärer Expanfionsgelufte gegolten. Man habe versucht. Den Gedanken an die Jugend. Darauf erfolgte die feierliche Ueberführung einer Schar Hitlerjugnd in die SA. Sturmbannführer Hoebel würdigte in kurzer Rede die Verdienste । der Hitlerjugend im Kampf um Deutschland, und forderte die nunmehr zur SA. gehörigen Hitlersun- qen auf, daß sie auch in den Reichen der SA. Den Geist weitertragen sollten, in Dem sie all Die Jahre gekämpft hätten. , Dann wurde das Horst-Wessel-Lied gesungen, während die Flammen mehr und mehr in sich 3U= fammenfanten. Unterbann 116/111. Der Unterbann 116/III Hungen trat auf einem Hügel nahe dem Kloster Arnsburg an. Nach einer Ansprache des Unterbannsührers Schreiber, der auf die Bedeutung des 9. Novembers tn der deutschen Geschichte hinwies, ergriff der Dannführer Buß das Wort. Er führte aus: „Wir, die junge Generation, stehen heute geschloffen hinter unserem Führer, um mit ihm das dritte Reich, ein einiges Großdeutschland zu schassen. Das erste Reich, das „Heilige Römische Reich", mit seinem inneren Hader und seiner Zerrissenheit in einzelne Stämme und Konfessionen, konnte nur dann wirksam nach außen auftreten, wenn ein überragender Führer an der Spitze des Reiches stand. Aber die Tragik der deutschen Geschichte wollte es, daß auf diese überragenden Führer immer wieder schwache Äaiser folgten und das Reich wieder in seine Ohnmacht verfiel. Taufende der besten Deutschen zogen nach Italien, vergossen dmt ihr Blut, um die fremden Bestandteile dem Reiche zu erhalten. Während andere Völker ihre innere Geschlossenheit schufen, tobten in Deutschland blutige Religionskriege. Das zweite Reich, bas uns Bismarck schuf, führte wohl das deutsche Volk zu ungeahnter Blüte empor, aber ihm fehlte noch die innere Einheit, und ihm fehlte bas, was wir heute verwirklicht haben, bie Volksgemeinschaft. Wenn wir heute unsere Fahnen weihen und ihnen treue Gefolgschaft geloben, bann geloben wir Damit Treue unsrem Führer unb geloben mit ihm für em groß- deutsches Reich zu kämpfen. Wir gedenken unserer toten Kameraden und gedenken der Volksgenossen, die heute noch durch Grenzen von uns getrennt sind wir gedenken der Brüder m Oesterreich, m Oberschlesien, im polnischen Korridor, im Saargebiet. Es folgte bann die Weihe der neuen Fahnen durch den Bannführer. Mit einem gemeinsamen Lied unb dem Treuschwur auf den Führer unb bas Vaterland fand bie erhebende Kundgebung ihren D^ Feiern im UMnterbann 11 6 /1V Alsfeld unb 116/V Nieder-Ohmen fanben am Morgen bes 9. November um 5 Uhr, in ben einzelnen Scharvrten in derselben würdigen Weise statt. Kolonien zu ersticken. Deshalb müsse man heute unter einer ganz anders denkenden und handelnden Regierung den Kampf um Die Kolonien wieder mit ganzer Kraft aufnehmen und besonders die Jugend für den Kolonialgedanken gewinnen. Die Methode, mit der an diese Arbeit herangegangen werden solle, müsse aus dem innersten Wesen Der neuen deutschen Weltanschauung geboren sein. Kolonien seien aber nicht dazu da, um persönliche Reichtümer zu erwerben ober kriegerischen Zwecken zu Dienen, sondern sie seien Da, um nichts anderes zu sein, denn zweites Heimat- und Vaterland. Die Gesellschaft für Erd - und Völkerkunde vereinigte am Donnerstagabend eine stattliche Anzahl von Mitgliedern und Gälten zu einem hochinteressanten Vortragsabend. Pros. Dr. Wilhelm C r e d n e r (München) sprach über Das Thema: „Geographische Reisen und Forschungen in Südchina". Er ging zunächst von seiner freien Forscher- tätigteit in Hinterindien aus, sprach von seiner Versetzung an Die Universität in Kanton und seiner Expedition nach der Provinz Jün-nan, deren besondere geographische Verhältnisse zu erforschen er sich zur Ausgabe gemacht habe. Diese Expedition sei in Die Regenzeit gefallen, die es den Teilnehmern sehr schwer machte, in das Innere des Landes vorzudringen. In feinen weiteren Ausführungen schilderte Der Redner zunächst die merkwürdigen geographischen Landschaftserscheinungen des südlichen China, insbesondere aber in Der Provinz Jün-nan, deren Landschaftsdild er nicht als Teil Des gesamten China, sondern als Dem Lanbschaftsbild Hinterindiens eng verwandt und verbunden darstellte. In vielen Lichtbildern sah man die immer wieder aus den zum Teil weiten 2lbtragungsebenen steil und plötzlich aufragenden Kalkgebrrge, durch bie sich Die Flüsse ihren Weg gebahnt und in den Gebirgen elb t tiefe Schluchten gegraben hatten. An Hand einer graphischen Darstellung ließ der Redner den Zuhörern Das in jahrtausendelanger Entwickln! « zustande gekommene Landschaftsbild verständlich in würdigster Weise begangen. Auf Den Wiesen oberhalb des Bahnhofs irt Gro- hen-Buseck hatte sich Die gesamte Hitler-JugenD des Unterbannes 116/11 um einen mächtigen Holzstoß im Viereck aufgestellt. Auf Der einen Seite Die neu zu weihenden Fahnen unb auf Den anDeren Seiten Die langen Reihen der Hitlerjugend. Auch eine große Abordnung der SA. unter Führung Des Sturmbannführers Hoebel war erschienen. Vor Der Front aller fianDep Die alten Hitler- Jungen, (eine besonDere Ehre für sie) unb bie nunmehr in Die SA. überzuführenben Hitler-Jungen. Tiefe Nacht lag über ben Feldern, als Unterbannführer Schneider sprach: „Der 9. November 1918 bedeutet für uns auf der einen Seite einen Tag der beispiellosen Schmach, ein Xag, an Dem Gemeinheit unD Niedertracht das Deutsche Volk um Den erhofften Lohn bes endgültigen Sieges gebracht haben, auf Der anderen Seite aber ist Der 9. November fünf Jahre später zum leuchtenden Symbol der deutschen Einheit und bes leuchtenben Aufstiegs geworden. Als vor nunmehr zehn Jahren unser Führer Adolf Hitler mit feinen Getreuen durch München 30g, bereit zum Kampf gegen Marxismus unb Reaktion, unb als bann an der Feldhermhalle bie Schüsse Der Reaktion 16 Deutsche Helden auf bas Pflaster streck- ten, ba erst wurde der Keim gelegt zu dem heutigen neuen Deutschland. Denn das Opfer dieser ersten Märtyrer der Bewegung ist uns immer der Ansporn gewesen, weiter zu kämpfen, bis wir unser Ziel erreicht hatten. 24 f)itlerjungen sind gefallen im Glauben an Deutschland und die Idee unseres Führers, und ihr Dpfertob soll uns immer wieder anspornen weiter zu kämpfen, bis bas, was wir durch all die Jahre ersehnt haben, vollste Wirklichkeit geworden ist: bas neue Dritte Reich. Deshalb seid einig, wie zuvor. Dann kann uns niemand überwinden." Hochauf loderten die Flammen, und kündeten weithin, daß hier deutsche Jugend versammelt war, geeinigt im Glauben an Deutschland, bereit zu kämpfen für Deutschland. Dann sprach Oberbannführer Rupprecht Hainer: , Es hat tm Leben Deutschlands immer Zeiten gegeben zu Denen Nacht unb Not über dem Volke gelüstet haben. Aber auf Die Nacht ist immer wieder der Sonnenschein gefolgt. Männer sind aufgestanden unb haben ihre Fahne vorangetragen unb Tausende Sodann gab der Redner des Abends, Kolonial- freund E. Schmidt einen ausführlichen geschichtlichen Ueberblick über Die Entwicklung in Sudwest- Afrika. Es sei eine feststehende Tatsache, so führte er u. a. aus, daß der Erwerb kolonialer Besitzungen stets eine Folge der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung des kolonisierenden Landes sei. Deutschland sei im Jahr 1884 in die Reihe der kolonisierenden Länder getreten, als es dem Mutterlands an eigenen Rohstoffquellen und an eigenen Absatzgebieten fehlte. 1882 habe der Bremer Kaufmann Lu- deritz den Entschluß gefaßt, im Großen Nama- Lande, dem Gebiete nördlich der Oranjemundung, eigene Hanbesniederlafsungen zu gründen. Als dem Unternehmen von englischer Seitk-Schwierigkeiten drohten, habe Bismarck am 24. April 1884 Die e NieDerlasiungen und Unternehmungen unter Deutschen Schutz gestellt. Schritt auf Schritt sei bann die Flaggenhisiung in Togo (Mai 1884), in Karne- r u n (Juli 1884), auf einigen Inseln Des Ozeans und ein Jahr später in Deutsch - Ostafr 1 k a erfolgt Rege kolonisatorische Aufbauarbeit habe überall eingesetzt. Eine Schutztruppe sei geschaffen worden, Die aber nicht so ausgerüstet wurde, wie es zum Schutze bes Laubes und Der deutschen Siedler notwendig gewesen wäre. Bismarck habe bie Ansicht vertreten, daß das Schicksal Der Kolon ialland«r auf Den Schlachtfeldern Europas entschieden werde. Im Weltkrieg habe die Schutztruppe, jene 5000 Mann starke Streitkraft, Dem heldenhaften Bingen Des Mutterlandes nicht nachgestanden, sie wußte aber doch der feindlichen Uebermacht der 60 000 erliegen und das bittere Ende der Uebergabc bei Khorab am 6. Juli 1915 hinnehmen. In feinen weiteren Ausführungen ging Der Redner auf den Ver- jailer Friedensvertrag ein, Der uns wit folgenden Begründungen die Kolonien raubte: 1. Deutschland habe Die Eingeborenen schlecht behandelt und sei deshalb nicht würdig, eigene Kolonien zu verwalten; 2. bie deutschen Kolonien seien als Ausgangspunkt für Raubzüge auf ben Handel der Erde benutzt worden; 3. Deutschland sei Darauf ausgegangen, die Kolonien zu militarisieren und von ihnen aus andere Völker zu bedrohen! Der Redner widerlegte diese drei „Begründungen". (Lebhafter Beifall.) eine stattliche Anzahl von Lichtbildern, Die oom Redner in der Zeit vom September 1931 bis Marz 1932 ausgenommen worden sind. In r«ilistischer Deutlichkeit zeigten sich auf Der Leinwand all die Not und Das Elend einer bolschewistischen „Besser- gestaltung" der Daseinsbobingungen. Zum Schluß wies Der Redner auf Die Gefahr hin, Die unserem Baterlanbe noch vor einem Jahre gedroht habe unb die abgewandt worden sei Durch Den einen Mann, dessen jahrelanger Kampf Deutschland allein gerettet habe. Mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler schloß Der Redner seinen aufschlußreichen Vortrag. Bei Der Erledigung des geschäftlichen Teiles Der Versammlung wies der Führer Der Ortsgruppe Darauf hin, daß in der nächsten Versammlung Dr. Kranz über das Thema „Rassefragen" sprechen wird; auch seien weitere Betriebsbesichtigungen vor- qesehen. Der organisatorische Aufbau der Ortsgruppe Gießen des Deutschen Techniker-Verbandes ist vollzogen. Die Verwaltung setzt sich aus folgenden Herren zusammen: Ortsgruopenvorsteher: Dr. C.0 - bürg er- Schriftwart: P. Gärtner; Kassen- wart: L. Pauly. Zu weiteren Mitarbeitern mürben ernannt: Werde- und Vresseobmann: Dr E. G 0 e r e s ; Ortsgruppen-Schulungs-Obmann Jng. E Gräf; Stellungslosen-Obmann Jng. Malko- chen 3-"' ey, Münchens ]5 Besondere Äthers W°* inbWen j Besonderen e anHiitznr. t5“ im neuen )er deuM »’S -'S Borgänge M Die > ,n Beitrag )■ von tNlNs anderes mehr Heilquellenschutzes dargelegt. Im Zusammenhang mit dem Auftreten der verschiedenen Mineralquellen werden weiter die Derwertungsmöalichkeiten von Quellenkohlensäure, die Mineralwasserindustrie, die Salzgewinnung und die oberhessischen Bäder besprochen. Dabei wird jeweils darauf hingewiesen, welche volkswirtschaftliche Bedeutung die auf den Mineralquellen aufgebauten Industrien für unsere engere Heimat haben. Zum Schlüsse werden noch die Naturgesetze erläutert, aus Grund derer die Sprudel springen und das plötzliche Hervorbrechen des großen Bad-Nauheimer Sprudels erklärt. Mit diesen Zeilen soll nochmals um recht zahlreichen Besuch der Veranstaltung gebeten werden. Taten für Montag, 13. November 354: Der Kirchenlehrer Aurelius Augustinus in Tagaste in Numidien geb. (gest. 430). — 1504: Landgraf Philipp der Großmütige von Hessen in Marburg geb. (gest. 1567). — 1848: Der Musik- schriftsteller Hans von Wolzogen in Potsdam geb. — 1862: Der Dichter Ludwig Uhland in Tübingen gest. (geb. 1787). — 1868: Der italienische Kompo- nist Gioachino Rossini in Ruelle bei Paris gest. (geb. 1792). — 1923: Stabilisierung der Mark &ornoti,Kn — Tage skalender für Montag: Volks- Hochschule, 20.15 Uhr, Neues Studentenhaus, Leih- aefterner Weg 16, Eröffnungs-Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Walzerkrieg" mit Renate Müller und Willy Fritsch. *• Ruhestandsoersetzungen Das Hessische Personalomt teilt mit: Am 28. Oktober 1933 wurde der Landgenchtsrat bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen, Amtsgerichtsdirektor Jakob Keller, auf sein Rachjuchen mit Wirkung vom 1. April 1934 unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten langjährigen treuen Dienste und des im nationalen Interesse gekündeten Opfersinns mit dem gesetzlichen Ruhegeholt in den Ruhestand versetzt. — Aus Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten trat am 1 Oktober 1933 der Bürodirektor Philipp Faust bei dem Hessischen Staatsbad Bad-Nauheim unter Anerkennung für die dem Staat geleisteten treuen Dienste in den Ruhestand. ''Zug der Schneegänse Am Samstagnachmittag, also reichlich später in der Jahreszeit als in sonstigen Jahren, überflogen in der Zeit von 12 40 bis 12.45 Uhr elf Schneegänse in mäßiger Höhe den Nordteil unserer Stadt. Es ist anzunehmen, daß sie sich in der Richtung geirrt hatten, sie kamen vom Nordwesten und verschwanden in der Richtung Ost- Südosten Wmlerhilsswerk in der Stadl Gießen. Bekanntmachung. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß sich das Büro des Winterhilfswerks des Deutschen Volkes für die Stadt in der Alten K l i- nik, Liebig st raße, Erdgeschoß rechts, befindet. Anträge und dergleichen sind nur dort zu stellen. Irgendwelches Vorsprechen bei dem Kreisführer des Winterhilfswerkes am Kreisamt ist zwecklos und wird hiermit ausdrücklich verboten. Die Zellen- und Blockwalter werden ersucht, die hilssbedurstigen Volksgenossen aus das Büro in der Alten Klinik zu verweisen Gleichzeitig wird hiermit nochmals ausdrücklich verboten, die Ortsgruppenwalter der NSV. in ihrer Wohnung wegen irgendwelcher Unterstützungsangelegenheiten aufzusuchen. Hierfür ist einzig und allein die eingerichtete Geschäftsstelle in der alten Klinik zuständig. Kohlenversorgung. Für die zur Ausgabe gekommenen Kohlenzu- weisungsscheine ist in der Stadt Gießen eine Anerkennungsgebühr von 0,20 Mk. pro Zentner zu entrichten Heil Hitler K l ö ß, Kreisleiter des W. H. W. EmMmnOesneiienpsamrs-erpetmsgememde In einem stark besuchten Gottesdienst, bei dem gestern die Kapelle der Petrusgemeinde bis auf den letzten Platz gefüllt war, fand die feierliche Einführung des neuen Seelsorgers der Petrusgemeinde, Pfarrers trapp (bisher in Ulrichstein im Seelsorgeramt) statt. Die Einführung wurde von Dekan G u ß m a n n (Kirchberg) bei Lollar vorgenommen, der in seiner Ansprache an den neuen Geistlichen und an die Gemeinde über Iesaia 52,7 (Herrlichkeit und Aufgaben des evangelischen Predigtamtes) zunächst des verstorbenen Pfarrers der Petrusgemeinde Lic. Waas, gedachte, hierauf mit kurzen Worten auf das große nationale Geschehen unserer Zeit hin- wies und anschließend die Aufgaben und die rechte Arbeit eines evangelischen Pfarrers an und in seiner Gemeinde bei dem großen nationalen Umbruch in Volk und Vaterland, evangelischer Kirche und Familie kennzeichnete. Im Anschluß an die An- spräche des Dekans erfolgte die Verpflichtung des neuen Pfarrers. Pfarrer Trapp brachte in feiner Antrittspredigt über Eoang. Johannes 7, 37/38 zum Ausdruck: In einem der ganz großen Iesusworte beschreibt der Herr in einfachem, jedem verständlichen Bild fein Amt: Dürften und Verlangen des Menschen- herzens zu stillen. Unter der sengenden Sonne des Orients kannte man den Durst und seine Qualen, wie unsere Soldaten ihn im Krieg kennen lernten. Wie da der Trinkende sich wie neugeboren fühlt, so auch der, der bei Jesus Erfüllung seines Sehnens und Dürstens findet. Auch wer solch gewaltiges Verlangen seiner Seele nicht eingestehen oder es betäuben will, hat es oft und lebt stärker und tiefer aus feiner Erfüllung, findet mehr Sättigung an den Brunnen ewigen Lebens als er selber weiß. Nur Jesus kann uns so Großes verheißen und bringen — fein Mensch könnte es. Sein Evangelium wirkt als wunderbare Gotteskraft auch in unserer Stadl. Sie darf sich eine kerndeutsche Stadt nennen, stand oft aufrecht, ungebrochen für Die deutsche Sache ein und wird es gewiß auch heute wieder tun; wie viele Vertriebene haben im Rhein- und Ruhrkampf hier Ausnahme und Stärkung gefunden! Darüber hinaus darf sie stolz sein, eine alte Stätte evangelischer Predigt und evangelischen Glaubens zu sein, manches Mal ist ihr evangelischer Charakter leuchtend hervorgetreten, so beim großen Gustav-Adolf-Jest 1925. Evangelischer Glaube soll fest gegründet stehen, auch in unserer Petrusgemeinde und seine Herrlichkeit an vielen unter uns erweisen, auf daß Ströme lebendigen Wassers von ihr ausgehen. Der bisherige Lebensweg des neuen Pfarrers. Aus dem Lebensgang des neuen Pfarrers ist zu erwähnen: * Otto Trapp, geboren zu Gießen am 11. Febr. 1897 als Sohn des Oberstudienrats Dr. 9t. Trap p, trat im August 1914 nach bestandenem Kriegs- maturum 17jährig als Kriegsfreiwilliger beim Infanterie-Regiment Nr. 116 in Gießen ein und rückte im September mit den 222ern aus. Mit den Regimentern 222 und 224 war er sowohl im Osten wie im Westen, wurde zweimal verwundet, erhielt 1917 das E. K II. und geriet bei den Rückzugs- kämpfen Ende August 1918 als Leutnant in englische Gefangenschaft. Im November 1919 nach Deutschland zurückgekehrt, studierte er in Gießen, Berlin und Marburg Theologie, bestand 1923 die erste und nach einjährigem Besuch des Friedberger Dredigerseminars 1924 die zweite theologische Prüfung. 1925/26 war er ein Jahr lang Vikar beim evangelischen Pfarramt Amstetten in Nieder-Oesterreich. Im März 1926 wurde er Pfarrassistent in Mümling-Grumbach im Odenwald, im August 1927 Pfarrer in dem Bergstädtchen Ulrichstein im Vogels bexg. Don dort kam er jetzt an die Petrusgemeinde na* Gießen als Nachfolger ihres ersten, im Juni verstorbenen Seelsorgers Lic. Friedr Waas Obecheffen. Fahnenweihe der Hitlerjugend, Gefolgschaft 1/254 Friedberg. Friedberg, 12 Noo. Am Mittwochabend zag der gesamte Unterbann Friedberg hinaus zum Steinernen Kreuz, wo der Oberbannführer Rupprecht Hainer die Besichtigung nach Gefolgschaften vornahm. In die Stille hinein tönte der Glockenschlag Zwölf vom Turm Der Liebsrauenkirche zu Friedberg und kündete, Daß ein neuer Tag angebrochen war, ein Tag, schicksalhaft in der deutschen Geschichte. R. Hainer begrüßte die ältesten Kämpfer, die auch in den Jahren Der Verfolgung treu zur Fahne geftanDen hatten, Durch Handschlag. Im Kreis Der Fackeln sprach Dann Bannführer Di11emuth. „Zum zehnten Male jährt sich ein Tag, Der uns unvergeßlich ist unD bleiben wirb. Schwere Zeiten hat Deutschland erlebt, schwere Stürme sinD über unser Vaterland hinweggebraust. Aber wir haben an Den Führer geglaubt unD gesiegt. Im Jahre 1918 errichteten VaterlanDsver- räter eine Republik Der „Schönheit und Würde", 1923 ließen in München 16 junge Helden ihr Leben für Deutschlands Freiheit unD Ehre. 400 SA.- Männer ließen ihr Leben und 21 HI -Jungen Wir werden sie nicht vergessen." Darauf gedachte die Hitler-Jugend eine Minute lang dieser Gefallenen. Sodann nahm Bannführer D i 11 c m u t b die Ucbcrroeifung der HJ.-Jungen in Die SA vor Mit Händedruck verabschiedete er sich von den scheidenden Kameraden, die als äußeres Zeichen ihres Ausscheidens Armbinde und Halstuch ablegten. Oberbannführer Rupprecht Hainer nahm darauf die Weihe der Gefolgschaftsfahne vor „Wir stehen hier in Der ersten MorgenstunDe des 9. November, während die Welt schläft. Wir (Hingen sind wach und wir geloben, stets wach zu sein, wenn es Deutschlands Freiheit gilt Damals am 9 November waren wir noch Kinder, aber wir wissen, aus der Erzählung unserer Väter, daß 16 Deutsche durch deutsche Kugeln fielen, für ein neues drittes Reich. Ihnen gilt unsere Liebe, unsere Ehr- furcht. Dies beweisen wir, indem wir ihnen gute Kameraden sind und In treuer Gefolgschaft gläubig zusammenstehen. Eine neue Zeit ist angebrochen. Zu Symbolen weihe ich die Fahnen dieses Unterbannes den einzelnen Gefolgschaften, die Fahnen, denen unsere Achtung gilt und für die wir zu sterben bereit sind. Dann folgte die Uebergabe Der einzelnen Fahnen an Die einzelnen Gefolgschaften. Entrollt flatterten sie nun leicht im Winde unD roerDen in Zukunft Der Gefolgschaft, Dem Unterbann voranwehen, wie sie denen vorangeweht haben, die für diese Zeichen ihr Leben geopfert haben Mit dem Lied Der Hit- lerjugenD „Vorwärts, vorwärts. ." fanD Die Feier- ftunDe ihren Abschluß Die einzelnen Gefolgschaften rückten geschlossen ab. Drei Berkehrsunfaiie auf schlüpfriger Straße. k. Hungen, 12. Nov Heute, etwa gegen 14.15 Uhr, ereigneten sich an Der Gießener Straße in Der Nähe Des „Darmstädter Hofes", zwei Auto- Unfälle Ein von Büdingen kommendes Auto mit vier Insassen geriet auf Der schlüpfrigen Straße ins Schleudern und stürzte, sich überschlagend, seitwärts die an der Unsallstelle etwa zwei Meter hohe Böschung hinab Während der Wagen stark beschädigt wurde erlitten die drei Insassen, ein Vater ^mit seinen beiden Söhnen, Prellungen und Schnittwunden am Kopfe. Der vierte Insasse — eine Dame — blieb unverletzt — Ein zweiter Wagen, mit zwei SS Männern besetzt und von Gießen kommend, der etwa zwei Minuten später die Unfallstelle passierte und angesichts des Unfalles von feinem Lenker stark gebremst wurde, kam hierdurch ebenfalls ins Gleiten, drehte sich um feine eigene Achse und fuhr geaen einen Baum. Hierbei wurden die beiden Insassen aus dem Wagen auf Die Straße geschleudert. Zum Glück sind auch hier, von einigen Ge- sichtsoerletzungen unD Prellungen abgesehen, Die Verletzungen leichterer Natur Dr. Schmidt leistete die erste ärztliche Hilfe. Ein Motorradunfall ereignete sich auch in den heutigen Vormittagsstunden auf der Straße zwilchen Inheiden und Utphe Der mit seinem Motorrad von Der Arbeitsstätte in Wölfersheim nach Haufe fahrende Wilhelm Vogler von hier verlor auf der glatten otrafje die Herrschaft über das Kraftrad und kam so unglücklich zu Fall, daß er einen Knöchelbruch erlitt. Bemerkenswert ist, daß Der Verunglückte trotz feines Unfalles feiner Wahlpflicht genügte. Mit einer Tragbahre wurde er von SA -Sanitätern zum Wahllokal gebracht • Vnnotrct» Muhen ♦ Si Hin gen, 11. Nov. Am Mittwoch stand unser Dorf im Zeichen Der KartoffelfpenDc. Ab 8 Uhr rollten Die Kartoffelwagen zur Verla- Dung an Den Bahnhof. Die Schule hatte sich in Den Dienst Der Sache gestellt unD Die Ausschmückung Des Güterwagens übernommen. Für die Schüler hatte der Tag noch eine besondere Bedeutung Sie hatten im Kirchgarten Kartoffeln gezogen, um mit ihren jungen Kräften an Der Linderung der Not mitzu- helfen. Ihre Kartoffeln, ein schwerer Wagen voll, führten sie nun in festlichem Zuge zum Bahnhof. Darum schmücken sie den Wagen mit besonderer Liebe, mit Schlangenzügen, Tannengrün und Blumensträußen. Dazwischen prangten zwei Sprüche: „Erlahmt des Bauern starke Hand, versinkt in Not das ganze Land" und J)itler ruft zur Bruderschaft: Helft einander mit aller Kraft! Drum droht auch Hunger in der Stadt, so macht das Land euch gerne satt." So rollten die 296 Zentner Dillinger Kartoffeln mit vielen Wünschen begleitet, zu den Offenbachern, die ja auch schon in Den beiden vorhergehenden Jahren von hier mit fiartoffelfpenDew bedacht worden waren. ch. Saasen, 12. Noo Der Raiffeisen- Spar- und Darlehnskassenoerein S a a. s e n hielt seine Generalversammlung im Saale von Witwe Schmitt ab. Vorstand unD Aufsichtsrat blieben in ihren Aemtern, Da dieselben erst im Laufe des Jahres bei Der Gleichschaltung des Vereins ernannt worden waren Rechner Wagner gab Die Bedingungen für die Ananspruchnahme der Reichs« genosfenfchaftshilt'e bekannt. Nach längerer Aus« spräche wurde beschlosien, die Genossenichastshilfe in Anspruch zu nehmen Es sind Zulammenlegungs- Verhandlungen im Gange, um verschiedene Genossen« schäften in unserer Gemeinde zu vereinigen Atrcie S otten ± Sellnrod, 12. Noo Unsere Pfarrei, Die leit Herbst 1928 verwaist war, bekommt nun in Pfarrer Michel aus Engelrod einen neuen Pfarrer Pfarrer Michel wird am 2 Advent hier feine Antrittspredigt halten. Die Kirchspiclgemeinden sind sehr erfreut darüber, daß nun endlich ihr Wunsch nach einem eignen Pfarrer in Erfüllung gegangen ift Reichsminister Dr. Goebbels im Wahllokal. MH ' ■xi.’ M Edelsteine und perlen. Interessantes aus dem dritten Naturreich. Von Professor £)r. Arrien Johnsen, Direktor des Oeutschen Instituts für Edelstein- und perienforfchung, Berlin. Bekanntlich gehören die Edelsteine zu den Mineralien, also zum eigentlichen Gebiet des Mineralogen, das als sogenanntes „Drittes Natur- reich" neben Dem Pflanzenreich und Tierreich steht. So ift denn auch von allen Naturwissenschaft- lern einzig und allein Der Mineraloge imftanDe, über Echtheit unD Unechtheit von „Edelsteinen" au entscheiDen. Dazu sei noch bemerkt. Daß sich Die in Der Praxis übliche Zweiteilung Der Sch muckte i n e in „Edelsteine" unD „HalbeDelfteine" we- entlief) auf ihren höheren oDer niederen Kaufwert jrünDet; das schließt nicht aus, daß ein „Halbedel- tein", wenn er besonders groß, rein und schon ift, auch einmal einen höheren Preis erzielen kann als ein „Edelstein", dessen Wert ja ebenfalls mit der Größe, Reinheit und Schönheit Der einzelnen Stücke zu schwanken pflegt. Eine Frage, Die Den Laien sehr interessieren Dürfte, ist Die folgenDe: was bedingt Die Schönheit eines Schmucksteines? Manche Mineralarten und Mineralspielarten erscheinen dem Menschen so schön, daß er sie für Schmuckzwecke verwendet, was schon bei den alten Kulturvölkern, den Aegyptern, Griechen, Romern sowie den Inkas in Peru und den Azteken in Mexiko geschah, dort in Amerika bc- nutzte man, wie übrigens auch in Aegypten, besonders einheimische Smaragde, während man in Deutschlands prähistorischer Zeit und zwar in der jüngeren Steinzeit den 2Jern ft ein verwendete, Der sich hauptsächlich im Dftfeegebiet als fossiles Harz ausgestorbener Baume findet. Die Schönheit dieser Gebilde liegt stets m den optischen Eigenschaften, nicht etwa in der regelmäßigen Form ihrer Kristalle. Daß nicht die Form das Reizvolle Darstellt, ersieht man schon Daraus, Daß kein einziges Mineral in natürlicher Gestalt als Schmuck getragen zu roerDen pflegt, vielmehr wird jcDem Schmuckstem Durch Schleifen eine künstliche unD künstlerische, ästhetisch wirksame Form verliehen. Die von Der natürlichen Gestalt völlig abweicht, Diese ist eigentlich stets weniger regelmäßig als Die künstliche unD roürDe Daher auch einen schosftn Gegensatz au Der mehr oDer weniger fvmmetrischen Ornamentik Der Fassung bilden. Auch ist die natürliche Oberfläche der Schmucksteine meist nicht so glatt wie die künstliche mit ihrer hohen Politur Durch diese Politur wird nicht nur Der Glanz verstärkt, sondern auch die D u r ch f i d) t i g • leit und Farbe. Das ift leicht einzusehen, Denn ein rauh geschliffenes oder geätztes Glas wie etwa das Mattglas elektrischer Glühbirnen ist nicht so durchsichtig wie glatt poliertes, und wenn man statt farblosen Glases farbiges nimmt, so zeigt sich, daß auch die Farbe durch den weißlichen Schimmer einer mattierten oder rauhen Oberfläche stark beeinträchtigt wird. Ueberdies kann man fehlerhafte Stellen des rohen Steines durch Abschleifen entfernen. Was die Farbe betrifft, so zeigen Rubine ein etwa an Taubenblut erinnerndes Rot, das einen Stich ins trüb Bläuliche besitzt, S a f i r e ein Kornblumenblau, Smaragde ein Grasgrün, Edel- top a s e ein Weingelb bis Honiggelb, Arne- thyste Die Farbe der Veilchen und der Aquamarin das Helle Blau manchen Meerwassers, wonach er auch seinen Namen hat. Dagegen zeichnen sich farblose Diamanten lediglich Durch Glanz und Farbenspiel aus, was der Juwelier als .Leben" oder „Feuer" zu bezeichnen pflegt Auch der EDeIopaI ist an sich mehr ober weniger farblos und wirkt in erster Linie durch fein Farbenspiel, das sogenannte Irisieren. Dieses wird durch eine rundliche Sdjhfform, die man „mugelig" nennt, gehoben, während Farbenspiel und Glanz der Diamanten durch einen sogenannten Facetten- schliss verbessert werden; der hierfür günstigste Schliff besteht gewöhnlich aus 56 bis 57 Facetten, die bestimmte Winkel miteinander einschliegen; die- I fer Schliff heißt Brillantschliff, und die so geschlif- | fenen Diamanten nennt man Brillanten. Da der Diamant das härteste aller Mineralien I und überhaupt der härteste Stoff ift, kann man I ihn mit keinem Pulver schleifen außer mit gepulverten Diamanten selbst, was die Niederländer schon im 15. Jahrhundert erkannten. Auch heute noch sind die größten Diamantschleifereien in Holland und Belgien, nämlich in Amsterdam und Antwerpen anzutreffen; aber auch in Deutschland haben wir Diamantenschleifereien, besonders in Idar im Birken- feldschen sowie in Hanau; in Idar gab es schon im 15. Jahrhundert Schleifereien, in denen hauptsächlich einheimische Achate verarbeitet wurden. Die sogenannten synthetischen Rubine und Safire werden hauptsächlich in Bitterfeld aus geschmolzener Tonerde heraestellt, wobei sich birnenförmige Kristalle von mehreren Zentimetern Länge bilden; die rote Farbe der Rubine wird durch Zusatz von Chrom zur Schmelze erzielt, die blaue Der Safire Durch Zusatz von Eisen und Titan. Die mikroskopische Prüfung Dieser Steine, Die sich auf jah- lange Erfahrung stützt, setzt uns in den Stand, sie von den natürlichen Rubinen und Safiren §u unterscheiden Die Bitterseider Steine werden in Idar geschliffen und als Sdjmudfteinc in den Handel gebracht, ihr Preis ift viel niedriger als Der ihrer natürlichen VerwanDten, wie ja auch Die Reproduktion eines Gemäldes sich billiger stellt als das Original. Die schönsten natürlichen Rubine kommen aus Birma in Hinterindien, die schönsten Safire aus Kaschmir im nördlichen Vorderindien, man findet sie dort auf „Seifen", d. h. in Flußsanden. Außer Edelsteinen hat unser Institut auch Perlen zu prüfen, wobei es sich besonders um die Unterscheidung von echten Naturperlen und Zucht- perlen handelt. Was versteht man denn unter einer Zuchtperle? wird der Laie fragen. — Bereits vor dem Weltkriege begannen die Japaner solche Zuchtperlen in den Handel zu bringen: Man impfte dem lebenden Muscheltier ein kleines gedrechseltes Perlmutterkügelchen ein; das Tier reagiert auf den Rei, dieses Fremdkörpers dadurch, daß es ihn einkapselt, d. h. mit konzentrischen Schichten von kohlensaurem Kalk, sogenannten Aragonit und von bräunlichem Konchiolin umgibt, die sich wie die Schalen einer Zwiebel um den Kern herumlegen Das entspricht durchaus dem Bau einer echten Naturperle, aber mit dem wichtigen Unterschied, daß der Kern nicht „echt" ist. Je mehr Jahre man solche Zudstperle wachsen läßt, desto dicker wird die Hülle, die Den falschen Kern umschließt, und umso mehr ähnelt ! die Perle einer echten Noturperle, womit natürlich auch die Unterscheidung schwieriger wird Zuchtper- ; len haben Im allgemeinen viel geringeren Wert als Naturperlen.