Nr. 214 LrühauSsave 185. Jahrgang Mittwoch, 15. September 1955 Erschein» »ügllch. autzo Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustriert» (Biefeener Jamilienblättet Heimat im Bild - Die Scholl» Dlonats-Beingsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -L5 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschriisse nnter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten- Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686. MtzenerAMger General-Anzeiger für Gberheffen Vrvtk und Verlag: vrühl'lche Universtläl5'vvch- und Stcinöruderei R. Lange in Sirren. Schriftleitung und Seschäftrftelle: Schulftratze 7. Annahme oon Anzeigen fit die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20", mehr. Chefredakteur Dr. Friedt. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Biehen. Keine Verschleuderung der diesjährigen Ernte. Wichtige Beschlüsse des Reichskabineits zur Sicherung eines auskömmlichen Getreidepreises. Oie amtliche Mitteilung. Berlin, 12. Sepl. (IDIB.) Amllich. Das Reichskabinefl beschäftigte sich in feiner erslen Sitzung nach der Sommerpause zunächst mit den für die Genfer Tagung zu treffenden Vorbereitungen. Ausführliche Beratungen fanden sodann über agrarpolitifdje Mahnahmen statt, die in der Hauptsache dazu dienen werden, angemessene Preise für die neue (Ernte festzustellen. Das Kabinett ist sich einig darüber, dah der deutschen Landwirtschaft unbedingt ein auskömmlicher fester Preis für Getreide zugebilligt werden muh. Auf diese Weise wird jede Spekulation in (Betreibe unterbunden und verhindert, dah, wie in früheren Jahren der Landwirt unter einen Verkaufsdruck gefetzt wird. Im Rahmen des ständischen Ausbaues, wie er jetzt von dem Reichsminister D a r r 6 durchgeführt ist, werden die organischen Mahnahmen getroffen, die einen Preisschutz herbeiführen und auf dem Gebiete der Getreidewirtschaft geordnete verhüt t n i s f e schaffen. Das Reichskabinett verabschiedete dann ein Gesetz über Wirtschaftswerbung, wonach beim Reichsminislerium für Volksaufklärung und Propaganda ein IDerberat der deutschen Wirtschaft gebildet wird, der die Aufsicht über das gesamte öffentliche und private werbungs-, Anzeigen-, AussleL-ungs-, Messe- und Reklamewesen ausübt. Die Wirtschaftswerbung ist an eine Genehmigung des Werberates, die von der Erhebung einer Abgabe abhängig gemacht wird, gebunden. Weiterhin verabschiedete das Reichskabinett die Vorlage über Gewährung weiterer Zuschüsse zur Unterstützung der Gewerkschaft Mecher- n i ch e r Werke in der (Eifel sowie ein Gesetz der Biirgerfl euer im Jahre 1934 und ein Gesetz über das verbot des 'Verkaufes von Tabakerze u g n l f f e n unter Steuerzeichenpreis. Das Gesetz Über Wirtschafis- werbung. Berlin, 12. Sept. (WTB.) Das Gesetz über Wirtschaftswerbung bestimmt u. a.: Zwecks einheitlicher und wirksamer Gestaltung unterliegt das gesamte öffentliche und private Werbungs-, Anzeigen-, Ausstellungs-, Messe- und Reklamewcsen der Aufsicht des Reiches. Die Aufsicht wird ausgeübt durch den Werberat derdeutschen Wirtschaft, dessen Mitglieder vom Reichs- minister für Volksausklärung und Propaganda im Einvernehmen mit den zuständigen Fachministern berufen werden. W e r Wirtschaftswerbung ausführt, bedarf einer Genehmigung des Werberates. Der Werberat kann die Erteilung der Genehmigung von der Erhebung einer Abgabe abhängig machen. Der Werberat kann für bestimmte Fälle der Eigenwerbung Ausnahmen j-.om Genehmigungszwang festsetzen. In der Begründung des Gesetzes wird der Zweck dahin charakterisiert, die Wirksamkeit der Werbung durch organisatorische Zusammenfassung und systematische Gestaltung auf das Höchstmaß zu steigern. Das heutige Wcrbe- und Reklamewesen leidet an einer starten Zersplitterung bei brauchbaren und sogar hervorragenden Einzelleitungen. Einen schweren Mangel bilden die Mißstände, die sich aus dem Gebiete des Anzeigenwesens entwickelt haben Die Wirkung jeder Propaganda ist abhängig von der Glaubwürdigkeit, die man dem Träger entgegenbringen kann. Alle Anpreisungen müssen daher wahr sein und jede Täuschung des in- und ausländischen Publikums ausschiiehen. Weiter wird in der Begründung als dringend erforderlich die Beseitigung des Auflagenschwindels bei Zeitungen, Zeitschriften und Büchern, der unlauteren Konkurrenz bei der Anzeigen- vermi ttlung, Aufrichtung der Anzeigentarif t r e u e, die Regelung der Stellung der A n • zeigenexpeditionen zu den Verlegern bezeichnet. Die Anpreisungen deutscher Firmen müßten würdevoll sein. Das Gesetz hat zum Ziele, marktschreierischen Widersprächen und aröblichen Geschmacksverirrungen entgegenzutreten. Auch für das Ausmaß, in dem eine gesunde und volkswirtschaftlich richtige Propaganda sich unter dem Einfluß der Tagesmeinungen und Modeströmungen stellen darf, muß eine klare Grenze gezogen werden. Auf ähnliche Schwächen und Fehler wird in der Begründung auch hinsichtlich des Messe- und Ausstellungswesen s hingewiesen. Die Begründung bezeichnet als einzige Möglichkeit, diesen Umständen entgegenzuwirken, die Ausrichtung einer einheitlichen Führung durch das Reich, wobei auf das Beispiel von England, den Vereinigten Staaten, Japan, Dänemark und Holland hingewiesen wird. Auch aus der Wirtschaft ist von einer großen Anzahl Sachkundiger der Ruf nach Inangriffnahme dieser Aufgabe durch die Reichsgesetzgebung erhoben worden. Der Deutsche Industrie- und Handelstag hat sich eingehend mit der Frage befaßt und Vorschläge gemacht, die sich mit dem Inhalt des Gesetzentwurfs weitgehend decken. Der vorgesehene Werberat soll für Geschlossenheit, Wirkungskraft, Ordnung, Klarheit und Sauberkeit der Propaganda sorgen. Die Vielgestaltigkeit des deutschen Wirtschaftslebens soll nicht verkümmert werden, wie überhaupt auf dem Gebiete des Werbewesens die Privatinitiative als ausschlaggebend betrachtet wird. Im allgemeinen soll Wirtschaftswerbung nur der betreiben dürsen, dessen Zuverlässigkeit für diese Aufgabe feststeht. Er ist dabei besonderen Bedingungen und außerdem der Entrichtung einer Abgabe unterworfen. Durch diese Abgabe darf die Wirtschaft nicht belastet und die Werbung nicht verteuert werden. Es besteht in allen Fachkreisen Einstimmigkeit darüber, so wird in der Begründung ausgefüyrt, daß diese Abgabe von den Werbeauftragnehmern leicht getragen werden kann, weil der Vorteil eines ehrlichen und zuverlässigen Reklamehandels und der Fortfall des unlauteren Wettbewerbs außer Verhältnis zu dieser Belastung steht. Auch bei einer Belastung, die unter diesen Umständen für die Beteiligten kaum fühlbar fein wird, kann auf diese Weife dem Reich eine neue (Einnahmequelle erschlossen werden, deren (Erträge sehr hoch geschätzt werden. Die Einnahmen fließen über den Werberat dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda zu, das die Gelder für Zwecke der Propaganda verwendet, wobei es sich um Wirlschafts- oder um allgemeine Propaganda handelt. Auf diese Weise werden die aufgebrachten Mittel wieder der Wirtschaft zuge- leitet. Schließlich wird in der Begründung zu dem Gesetz über die Wirtschaftswerbung noch auf den Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher und politischer Werbung hmgewiesen, und zwar im Hinblick auf das Ausland und in bezug auf die Landwirtschaft. Berlin, 12. Sept. (ERB.) Das Reichskabinett hat heute die Neuregelung der Bürgersteuer für das Kalenderjahr 1934 beschlossen. Man hat zwar eine (Eingliederung der Bürger st euer in die Einkommensteuer erwogen, angesichts der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit hat man aber jetzt auf eine grundsätzliche Neugestaltung verzichtet. Die Bcsiimmungen für bas Kalenderjahr 1934 schließen sich im wesentlichen an die für das Jahr 1933 getroffenen Regelung an, doch sind einige erhebliche Neufestsetzungen erfolgt. So ist vor allem die allgemeine Steuer- freigrenze um 20 v. H. erhöht morden. Im Zusammenhang damit hat man die Grenze für Sozialrentner, die bisher bei der Bürgersteuer einheitlich 900 Mark betrug, der allgemein heraufgesetzten Freigrenze angeglichen. Eine weitere wesentliche Aenderung betrifft den Kreis der Steuerpflichtigen. Für 1934 werden bie nicht Wahlberechtigten zur Bürger ft euer herangezogen. Dementsprechend finb auch die Angehörigen der Reichswehr, die nicht wahlberechtigt finb und als solche keine Bürgersteuer zahlen mußten, in Zukunft ebenfalls bürgersteuerpflich- t i g. Schließlich hat man bie Länder, bie bisher einen eigenen Lanbessatz ber Bürgersteuer festlegen konnten, ausgeschaltet. In Zukunft gilt für bie Bürgersteuer nur noch ber R e i ch s s a tz, von bem bie Gemeinden bann einen entsprechenben Hundertsatz erheben. Die Regelung ist nur für bas Kalen- berjahr 1 9 3 4 getroffen worben, ba man in Zukunft eine grunbsätzliche Acnberung vornehmen will. Es war aber notroenbig, schon jetzt die Bestimmungen für 1934 zu treffen, ba bie Arbeitgeber bie Steuerkarten rechtzeitig vorbereiten müssen, die bekanntlich am 1. Dezember in den Hänben ber Arbeitnehmer mit bem entsprechenben Bürgersteueroermerk für 1934 fein müssen. Das Verbot des Tabakverkaufes unter Steuerzeichenpreis Berlin, 12. Sept. (OB.) Das Gesetz über bas Verbot des Tabakverkaufs unter Steuerzeichenpreis hebt klar hervor, baß biss Tabakerzeugniffe nur ju ben Preisen abzugeben finb, die auf den Steuerzeichen angegeben finb. Von bem Verbot finb ausgenommen: a) der Preisnachlaß, der im Falle der Abgabe von Zigarren in ganzen Kisten gewährt wird, wenn er 3 Prozent nicht übersteigt und bar bezahlt wird; b) bie Preisermäßigung bei Konkurs, Geschäfts- aufgabe ober Minderung in der Beschaffenheit der Tabakerzeugnisse. In der Begründung heißt es, daß sich der Hebel ft anb ber Preisunterbietung neuerbings in verschärftem Maße geltend gemacht habe. Am stärksten hat sich bas Schleuderpreissystem in den Großstädten bemerkbar gemacht, wo zum Teil bis zu 60 Prozent des gesamten Absatzes geschleudert würbe. Auf biefe Weise finb für bie Tabakinbustrie große Verluste entstauben. Das Gesetz ist auf zwei Jahre befristet. Ser Zusammenschluß her Evangelischen Landeskirchen Großhessen-Aassau-Iranksurk. Oie Darmstädter Beschlüsse. Tie Bereinigung beschlossen und ein Ber» sassungsausschutz bestimmt. D a r m ft a b t, 12. Sept. (WSN.) In der heuti- gen Sitzung der neugewählten Evangelischen Landessynode stand im Mittelpunkt der Be» I ratungen der Zusammenschluß der Hessischen Landeskirche mit den Landes- kirchen Kassel, Nassau und Frank- f u r t a. M. Nach einem eindrucksvollen Gotte s d i e n st, bei bem der hessische Prälat D. Dr. Dr. Diehl über Petrus 1, 25 „Aber des Herrn Wort bleibet in Ewigkeit", Markus 10, 42 und 43 „Ihr wisset, daß die weltlichen Fürsten herrschen, und die mächtigen unter ihnen haben Gewalt, aber also soll es unter Euch nicht fein, sondern welcher will groß werden unter Euch, der soll (Euer Diener sein und Römerbrief ,Lst Gott für uns, wer mag wider uns fein?" predigte, begannen die Beratungen der Landessynode, bie sich bis gegen 19 Uhr hinzogen. Einstimmig würbe zunächst Pfarrer B e r ck aus Roßdorf zum Präsidenten der Synode gewählt. Zu Mi tg l i e b e r n bes Synobalausschusses würben ebenso einstimmig Dekan S c r i b a - Nidda (Stellvertreter Pfarrer Schäfer- Bad-Nauheim), Lanbgerichts- rat Dr. Krell- Darmstadt (Stellvertreter Ober- studiendirektor Heiland- Büdingen) und Bürgermeister G ö ck e l ■ Langen (Stellvertreter Reichstagsabgeordneter Kern- Eberstadt) gewählt. Bei ber Beratung über die Bildung ber fianbes- kirche Großhessen-Nassau teilte ber Prälat mit, baß ihm von der einstweiligen Leitung der Deutsch- Evangelischen Kirche, d. h. oon seiner kirchlichen Obrigkeit, zwei Schreiben und ein Telegramm zugegangen seien, in denen Bedenken gegen ben vorliegenden Berfaffungsent- rourf und Vertagung der heutigen Entscheidung gefordert werden. Der Gauleiter der Glaubensbewegung Deutsche Christen, Pfarrer K n a b • Gustaosburg, erklärte in ber folgenden Auseinandersetzung, daß er nach telephonischer Rücksprache mit Ministerialdirektor Dr. Jäger oon diesem im Auftrag bes Reichsleiters ber Deutschen Christen, Landesbischof Hoffen- selber, den bünbigen Auftrag erhalten habe. baß bie Vorlage heute unter allen Umftänben angenommen werben müsse. Nach einer längeren Auseinandersetzung wurde bei einer Stimmenthaltung folgende Entschließung angenommen: 1. Die hessische Landessynode beschließt bie Bereinigung ber Evangelischen Landeskirchen in Hessen mit den Evangelischen Landeskirchen von Kassel, Nassau und Frankfurt a. IN. zur Kirche Großhessen-Naffau. Sie erwartet, bah die Evangelische Landeskirche in Hessen al# bie größte in ber Führung ber neuen Kirche ihrer Bebeutung ent- spr echend beteiligt wird. 2. Mit ber Ausarbeitung der Verfassung nach den Richtlinien der Deutsch-Loan- gelischen Kirche und in Ueberelnftimmung mit der jahrhundertalten reformatorischen Ueber- lieferung ber hessischen Kirche wird ein Ausschuß von a ch t Mitgliedern (ver- sassungsausschuß) beauftragt, der zwei Mitglieder mit der Vertretung der Kirchenregierung zu den Verhandlungen mit den übrigen Landeskirchen abordnet. Heber den Entwurf beschließt die Kirchenregierung in Ueberelnftimmung mit dem Verfassungsausschuh. 3. Um bie Verwirklichung bee grohen Zieles bet Bildung einer grohhefsischen Kirche möglichst zu beschleunigen, wählt bie Lanbessynode die Abgeordneten Rechtsanwalt Klein (Darmstadt), Pfarrer B ü t ft l e i n (Offenbach) zu ihren Bevollmächtigten. Der Umfang der Vollmachten ber beiden Abgeordneten wird durch bie Lanbeskirchenregierung im Benehmen mit ber Staatsregierung festgelegt. . Zu Mitgliedern bes Verfassungsausschusses würben gewählt Pfarrer Knodt, Pfarrer Berd, Dr. Krell, Dr. Gersten- m c i e r, Dr. Wagner, Dr. Faber, Dr. Klein und Pfarrer B ü r ft l e i n. Die Tagung schloh Präsident Pfarrer Berck mit der Bitte um Gottes Segen zum Gelingen des grohen Werks. Das Schlußgebet sprach Pfarrer Becker. Die Frankfurter Landeskirche stimmt zu. WSN. Frankfurt a. M., 12. Sept. Die heutige außerordentliche Tagung der Frankfurter Landeskirchenversammlung wurde eingelcitet durch einen feierlichen Gottesdienst in der alten Rgts- kirche St. Nicolai auf dem Römerberg, von wo aus sich bie Abgeorbncten ber Landeskirchenversammlung nach dem historischen Römer in ge- schlcssenem Zuge begaben, wobei die Evangelische Sturmschaft bis zum Sitzungssaal im Römer Spalier bildete. Der seitherige Präsident der Frankfurter Landeskirche, Pfarrer O b e r s ch m i d t, wies auf die Bedeutung der Tagung hin, die eine 400jährige Geschichte der Frankfurter Landeskirche zum Abschluß bringen werde. Nachdem dann der Abgeordnete Pfarrer V e i d t im Namen einiger Abgeordneten die Erklärung abgegeben hatte, daß er und feine Freunde auf dem Standpunkt ständen, es wäre besser, mit dem Zusammenschluß der drei Landeskirchen zu warten, bis die Reichsreform für die Deutsche Evangelische Kirche geschaf» f e n sei, und daß sie ben vorliegenden Vorlagen und Gesetzentwürfen nicht z u ft i m m e n konnten, wurde über die vorliegenden Anträge abgc» ft i m m t. Der Gesetzentwurf, der den Arier- paragraph für die Geistlichen und Beamten der Landeskirche und die Gleichschaltung sämtlicher kirchlichen Behörden vorsieht, wurde gegen eine kleine Minderheit angenommen. Zu der Vorlage über die Verfassung der neuen vereinigten Kirche Nassau-Hessen K Pfarrer Probst u. a. aus: Der Entwurf ’uen Verfassung ist vielen Mitgliedern unserer Landeskirche nicht annehmbar erschienen. Ich bekenne auch ganz offen, daß ich zunäch st mit bem Entwurf auch nicht einverstanden war und daß bei mir und meinen Freunden eine ganze Reihe von Bedenken aufgestiegen finb. In Verhandlungen mit den Schöpfern des Verfassungsentwurfs sind aber unsere Bedenken restlos beseitigt worden. Würden wir jetzt nicht Ja sagen, dann wäre es leicht möglich, daß wir eine gün - stige Stunde versäumten, die unter Umständen nicht wieder kommen wird. Die neue Verfassung wurde bann in allen brei Lesungen gegen die schon erwähnte Minderheit angenommen. Zum Bevollmächtigten der Frankfurter Kirche, ber mit ben Bevollmächtigten ber beiden anderen Kirchen die Aufgaben des Zusammenschlusses erledigen soll, wurde Pfarrer P r o b ft bestimmt. Auch Nassau schließt sich an. Wiesbaden, 12. Sept. (WSN.) Der 3. Nassauische Landeskirchentag hat heute einstimmig ben Antrag über bie Bildung ber Evangelischen Lanbeskirche Nassau- Hessen angenommen, bie nun bie brei Can- besfirdjen Hessen, Frankfurt unb Nassau umfaßt. Ministerialbirektor Jäger, ber durch Zuruf zum Präsidenten bes Landeskirchentages gewählt worben war, würdigte die Bedeutung der Tagung. Gegen eine Stimme wurde auch das Beamtengesetz einschließlich des Arier-Paragraphen angenommen. Genehmigt wurde auch die Pensionierung des seit 1925 amtierenden Landesbischofs K o r t h e u e r. Gegen drei Stimmen wurde Pfarrer Dr. Dietrich bevollmächtigt, alle Maßnahmen zu treffen, bie zur Durchführung aller gefaßten Beschlüsse unb erlassenen Gesetze notwendig sind. Nie Beisetzung Theodor MW. Leipzig, 12. Sept. (WTB.) Der Altmeister des völkischen Gedankens, Theodor Fritsch, wurde am Dienstagnachmittag unter riesiger Beteiligung der nationalen Verbände unb ber Bevölkerung in Gautsch zur letzten Ruhe gebracht. Der Pfarrer legte seiner Trauerrede bas Wort aus der Offenbarung Johannis zugrunde: „Sei getreu bis in ben Tob, ’o will ich dir die Krone bes Lebens geben". Anschließend würdigte Landesbifchos Goch, der in brauner Uniform erschienen war, die Verdienste des Vorstorbenen für den Kampf nicht nur um ein neues Deutschland, sondern auch um eine neue evangelische Kirche. Reichsstatthalter M u t s ch m a n n führte aus: Theodor Fritsch ist der Altmeister in der Erforschung und der Erfüllung der völkischen Idee. Durch feinen unerschrockenen Kampf gegen ben Weltfeind AUjuba hat er nicht nur das deutsche Volk, sondern vielleicht alle Völker vor noch Schlimmerem bewahrt. Das wollen wir ihm danken. Wir aber, die wir in seinem Sinne jahrzehntelang gekämpft haben, geloben auch an feiner Bahre, nicht nachzulassen, deutsches Volkstum zu wahren, wie er es gelehrt hat. In diesem Sinne wünsche ich unserem Toten Heil in lichten Höhen. Innenminister Dr. Frit wies in bewegten Worten als alter nationalsozialistischer Kämpfer daraus hin, daß das Schriftwerk Theodor Fritschs das erste und beste Rü st zeug für den K a m p f gewesen sei. Es sei daher für die nationalsozialistische sächsische Regierung eine Selbstverständlichkeit, dem großen Toten an seiner Bahre zu danken für das, was er in einem langen, arbeitsreichen Leben trotz Haß und Verfolgung für bas deutsche Volk getan t)abe, und zu geloben, in bem Geiste, ben er bie Jahrzehnte hindurch gepredigt habe, ihre Arbeit für das Volk zu tun. Sodann folgten zahlreiche Kranzniederlegungen. In feierlichem Zuge wurde der Sarg zum Friedhof übergeführt. Die Trauerfeier endete mit einem Vorbeimarsch sämtlicher Polizei- unb SA-Formationen sowie der studentischen Korporationen an der Gruft. - Der italienische MMerbesuch im Rheingau und in Iranksurt. Die die „Deutsche Arbeiissronl" milleitt, hatte sich Duchow mit einigen Freunden, darunter dem Sturmbannführer Mohling, in der Pfalzgrafenschenke in vacharach zum Abendbrot niedergelassen. Tlad) dem Abendbrot stand Mohling, der Duchow gegenübersah, auf, um sich zu verabschie- Rüdesheim, 12. Sept. (TU.) Der italienische Korporationsminister B o t t a i und der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, fuhren am Dienstagoormittag mit dem Schiff von Godesberg rheinaufwärts nach Rüdesheim. Die gesamte SA und NSBO. des Rheingaues bildete Spalier. Der Reichsstatthalter in Hessen, Sprenger, hieß die italienischen Gäste herzlichst willkommen. Sie hätten, so führte er aus, auf ihrer Reise ein anderes Deutschland gesehen, als wie es in gewissen Zeitungen des Auslandes verzerrt und geschildert würde. Das Denkmal droben auf dem Niederwald sei ein Symbol der deutschen Einigung und kein Fanal des Hasses. Das faschistische Italien und das nationalsozialistische Deutschland würden für die Völker der Erde zum Beispiel werden. Minister Bottai dankte in italienischer Sprache für den Empfang. Er sei ergriffen von dem Geist und von der Begeisterung, die das neue Deutschland beseelten. Er habe verschiedene Arbeitsstätten auf seiner Reise kennengelernt und sei zu der Ansicht gekommen, daß Deutschland und Italien in wirtschaftlicher, moralischer und kultureller Beziehung in der Welt ihre Mission erfüllen würden. Von Rüdesheim kommend trafen Minister B o t - t a i und Staatsrat Dr. Ley abends um 9 Uhr in Frankfurt ein, wo sie einer Kundgebung der NSBO. beiwohnten. Zehntausende waren auf dem Opernplatz aufmarschiert. Die Gäste wurden bei ihrem Erscheinen von der Menge stürmisch begrüßt und begaben sich auf den Vorbau des Opernhauses, über dem die italienische Flagge wehte. Zu Ehren des Ministers Bottai hatte sich auch der Frankfurter Fascio eingefunden, dessen Mitglieder in Schwarzhemden erschienen waren. Bürgermeister Linder hieß die Gäste willkommen in der altehrwürdigen Kaiser- und Krönungsstadt, in der Stadt Goethes, der neben Deutschland Italien liebte. Oer Kühren der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Ley erklärte sodann: Nach Jahren der Not und des Elendes sei neues Hoffen in die Herzen des deutschen Volkes eingezogen. Der Nationalsozialismus habe dem Arbeiter, der heimatlos in der Heimat geworden sei, wieder Boden gegeben. So habe das Volk Deutschland, die Nation und sich selbst wiedergefunden. Aus Proletariern seien Menschen der deutschen Heimat geworden. Dieses neue Deutschland werde sich seine Ehre von niemanden mehr rauben lassen. Es wolle die anderen Völker und Rassen achten und ihre Leistungen ehren, aber das gleiche verlange es für sich. Zum Schluß sprach Dr. Ley dem Minister Bottai, seinem Land, und seinem großen Führer Mussolini seinen Dank aus dafür, daß er dem Gast in allen Teilen des Reiches den Willen Deutschlands, den neuen Staat, seine neue Ordnung habe zeigen können und übermittelte dem Minister Grüße an das italienische Volk und seinen Führer. Minister Bottai hielt dann eine Rede in italienischer Sprache. Wenn auch der Faschismus und der Nationalsozialismus von einander abwichen, so seien sie doch in ihren Grundfesten in den gleichen Ideen verankert und die Ziele seien die gleichen. Aus dieser Uebereinstimmung heraus hätten die beiden Bewegungen eine Erneuerung ihres Volkes und ihrer Nation durchführen können. Beide Nationen erkennen das F ü h r e r t u m an, da es die einzige Möglichkeit biete, die Erneuerung des Volkes zu gewährleisten und Disziplin und Manneszucht sichere. Er sprach die Hoffnung aus, daß der Nationalsozialismus endgültig zum Ziele gelange. Die Gewähr dafür biete die Tatsache, daß an der Spitze der Nation ein Führer stehe, der die Kraft gehabt habe, sich 14 Jahre lang der Macht entgegenzustellen und auch die Kraft habe, um dem Volk seine Weltstellung zu verschaffen. Er gab seiner Bewunderung mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und das deutsche Volk Ausdruck. — Anschließend sang die Menge das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied. Mit dem Spielen der italienischen Nationalhymne fand die Kundgebung ihren Abschluß. Tragischer Tod Remhold Muchows. SchwererBerlustderDeutschenArbeitsfront Berlin, 12. Sept (WIB.) Der Leiter des Organisationsamtes der Deutschen Arbeitsfront, Reinhold 2H u d) o ro , der auch die Zeitschrift „Das Arbeitertum" herausgibt, und }u den führenden Männern der J15B0. gehört, ist heute mittag bei Bingen a. Rh. tödlich verunglückt. Reinhold Muchow befand sich mit dem Führer der Deutschen Arbeitsfront und Stabsleiler in der Politischen Organisation der NSDAP. Dr. Ley, dem ehemaligen italienischen Sorporationsminisler Ex;. Bottai, sowie dem Leiter des Propagandaamtes der Deutschen Arbeitsfront Graf Reischach auf einer Besichtigungsreise durch Deutschland. den. Als er sein koppel umschnallte, schlug der barin befinbHdje Keooloer gegen den Tisch. Ls löste sich ein Schuß, derMuchow in den Leib traf. Mähling riß, ehe ihn jemand hindern konnte, seinen Revolver heraus und jagte s i ch zwei Schüsse in den Kopf. Er war sofort lot. Muchow wurde schwer verletzt in das Binger Krankenhaus geschafft, wo er heute um 4 Ahr gestorben ist. Reinhold Muchow war 1905 in Berlin geboren. Nach dem Besuch der Volksschule bildete er sich auf dem Wege des Selbststudiums weiter. Im Dezember 1925 wurde Muchow Mitglied der NSDAP. Von der Gründung der Reichsleitung der Betriebszellenorganisation an war" er auf diesem Gebiet aktiv beteiligt; 1931 gründete er die Zeitschrift „Das Arbeiterinm", die eine Auflage von 3,2 Millionen erreichte. Nach der Machtergreifung wurde Muchow Leiter des Organisationsamtes und Mitglied des Kleinen Konvents der Deutschen Arbeitsfront. An der Neuorganisation der Arbeiterverbände im Rahmen der Deutschen Arbeitsfront hat Muchow einen wesentlichen Anteil. Aus aller Well. Aebersührung der bei Solingen verunglückten SA.-Männer. Als die tödlich verunglückten S A. - Männer der Standarte 17 aus Bochum in feierlichem Zuge von der Leichenhalle zur Solinger Stadthalle gebracht wurden, gab es fast kein Haus, das nicht die Flagge auf Halbmast gesetzt hatte. Tausende säumten die Straßen, durch die der Trauerzug seinen Weg nahm. Nach der Aufbahrung stellte die Standarte 53 die Totenwache. Vor den neun Särgen hatte das Feldzeichen der Standarte Aufstellung gefunden. Die Sturmabteilungen marschierten mit ihren Fahnen in die Halle. Die Angehörigen der Toten wurden hineingeleitet. Unter der Trauergemeinde bemerkte man Vertreter der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden. Su- lerintendent Thieme stellte feiner Traueransprache )ie Worte aus dem Römerbrief voran: Leben wir, o leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum, ob wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Unter den Klängen des Chopin- jchen Trauermarsches wurden die Särge auf zwei mit Grün geschmückte Kraftwagen getragen. Hinter den Leichenwagen folgten SA.-, Schupo-, Stahlhelm-, Feuerwehr-, Sanitäts- und Hitlerjugend- Abteilungen. Eine Staffel von Flugzeugen geleitete die Trauergemeinde nach der Stadtgrenze von Wuppertal. * Das schwere Kraftwagenunglück bei Solingen hat ein weiteres Todesopfer gefordert. In der vergangenen Nacht erlag der Wagenlenker Hermann Boehm feinen schweren Verletzungen. Der Zustand der übrigen schwer verletzten SA.-Männer ist immer noch bedenklich. Gemeinden, helft eurer Schwestergemeinde Oeschelbronn! Der Deutsche Gemeindetag veröffentlicht folgenden Aufruf: Die badische Landgemeinde Oeschelbronn bei Pforzheim ist einem Brandunglück von ungewöhnlichem Ausmaße zum Opfer gefallen. Rund 400 Dorfeinwohner sind obdachlos. Städte und Gemeindeverbände, zeigt angesichts dieses Unglückes eure Verbundenheit mit dem flachen Lande! Landgemeinden, laßt eure Schweftergemeinde nicht im Stich! Helft die Not eurer Volksgenossen in Oeschelbronn lindern! Jede, auch die -kleinste Spende aus der Gemeindekaffe hilft! Geldspenden nimmt die Städtische Sparkasse Karlsruhe unter der Bezeichnung: „Brandkatastrophe Oeschelbronn" entgegen. Der Reichsmimfter für Ernährung und Landwirtschaft und Reichsbauernführer R. Walter D a r r 6 hat den Landesbauernführer für Baden beauftragt, sich sofort nach Oeschelbronn zu begeben, um an Ort und Stelle in seinem Namen eine umfassende Nachbarschaftshilfe für die obdachlosen Bauern des durch Brand vernichteten Dorfes Oeschelbronn durchzufüyren. firaflroagenunfaU des Reichsbankpräsidenten Schacht. Reichsbankpräsident Dr. Schacht hatte in Dahlem bei Berlin einen Kraftwagenunfall, der verhältnismäßig glimpflich verlief. Dort war der Wagen des Bankpräsidenten mit einem anderen Privatwagen zusammengestoßen. Während Dr. Schacht keine Verletzungen davontrug und seinen Weg fortsetzen konnte, erlitt der 36jährige Kraftwagenführer Riedel einen Rippenbruch. Er mußte ins Krankenhaus gebracht werden. In dem anderen Kraftwagen wurde die 42jährige Ehefrau Elisabeth Z i n f a n n am Kopf und am Unterschenkel verletzt und mußte ebenfalls ins Krankenhaus gebracht werden. Außerdem erlitt ein fünfjähriges Kind eine leichte Kopfverletzung. Beide Wagen wurden stark beschädigt und mußten abgeschleppt werden. Der Berliner Strafverteidiger Prof. Dr. Max Alsberg f. Der bekannte Berliner Strafrechtsoerteidiger, Universitätsprofessor Dr. Max Alsberg ist in Samaden in der Schweiz gestorben. Wie die Schwester von Pros. Alsberg mitteilt, entbehren die Gerüchte, daß ihr Bruder durch Selbstmord geendet habe, jeder Grundlage. Prof. Dr. Max Alsberg ist am 12. September 12 Uhr im Sanatorium Ruppaner, Samaden im Engadin, einem Herzschlag erlegen. Alsberg hielt sich in diesem Sanatorium zur Erholung nach einem schweren Herz- und Nervenleiden auf. Wie dagegen die Schweizerische Depeschenagentur aus Samaden meldet, ist dort polizeiamtlich mit- aeteilt worden, daß Dr. Alsberg Selb st mord begangen hat. Professor Max Alsberg, der im 56. Lebensjahr stand, wurde durch eine Reihe großer Prozesse (Erzberger, Stinnes, v. Kessel, Schultheiß, Carow- Petschek) bekannt. Gleichzeitig trat er durch eine stattliche Reihe juristischer Schriften hervor. 1931 wurde Alsberg Honorarprofessor der Universität Berlin. Aus seiner Feder stammen auch zwei Dramen „Voruntersuchung" und „Konflikt", die zahlreiche Aufführungen erlebten und in denen Als- berg seine Anschauungen über die Reformbedürftigkeit einiger Strafrechtsparagraphen darlegte. Auflassung von 150 Fungslörchen in Essen. Bei herrlichstem sonnigen Herbstwetter wurden Dienstag vormittag 15 0 Iunastörche, die zu wissenschaftlichen Zwecken von Rossitten (Ostpreußen) nach Essen gebracht worden waren, in Freiheit gesetzt. Die Störche, die in den letzten Wochen Unterkunft in der Essener Vogelwarte gefunden hatten, orientierten sich zunächst in der Gegend und sind vorläufig auf den weiten Ruhr- roiefcn bei Heisingen noch versammelt. Sie sind durch farbige Punkte an der Brust ge • kennzeichnet. Insbesondere Süddeutschland wird gebeten, auf den Flug der Störche zu achten, um dadurch dem wissenschaftlichen Experiment zum glücklichen Ende zu verhelfen. Es handelt sich um einen bemerkenswerten Versuch wissenschaftlicher Forscher auf dem Gebiet des Vogelzuges. Da bekannt ist, daß Störche und andere Vögel, die östlich der Elbe geboren sind, den Weg nach Afrika über den Balkan nehmen, während ihre westlich der Elbe geborenen Artgenossen über Spanien fliegen, soll festgestellt werden, welchen Weg Jungstörche wählen, die aus einem östlichen Gebiet längere Zeit in einem westlichen Gebiet gefangen gehalten wurden und ob sie überhaupt das Ziel erreichen, da sie von den Eltern nicht angelernt werden konnten. Die Bevölkerung wird aufgefordert, Beobachtungen über den Flug an die Vogelwarte von Rossitten oder Essen mit- zuteilen. Zur gleichen Zeit wurden von der Vogelwarte Rossitten 100 Jungstörche und in Frankftirt am Main 20 Jungstörche aufgelassen. „Graf Zeppelin" von Südamerika zurück. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Dienstag um 13,02 Uhr, von seiner Südamerikareise kommend, unter Führung von Kapitän Lehmann in Friedrichshafen glatt gelandet. An Bord befanden sich acht Passagiere. Schweres Flugzeugunglück bei Agram. — Acht Tote. Ein Flugzeug der Linie Laibach—Susak geriet bei starkem Nebel in die Baumkronen eines in der Nähe des Flugplatzes von Agram (Kroatien) gelegenen Waldes. Der Pilot, Der Mechaniker und sechs Insassen kamen dabei ums Leben. Unter den Toten befindet sich ein Deutscher namens Georg König, die übrigen sind sämtlich südslawischer Staatsangehörigkeit. Wirbelsturm über Frankreich. Die Gegend von Corbiere wurde von einem Wirbel st urm heimgesucht, der sich in einer verheerenden Wasserhose äußerte. Der Fluß Nielle schwoll so stark an, daß ein Brückenbogen einstürzte. Fünf Personen wurden in die Fluten gerissen und nur eine konnte gerettet werden. Die Ortschaft Ornaisons steht nahezu vollständig hinter Wasser. Aoch ehe wir in den nächsten Tagen mit der Veröffentlichung eines neuen Romanwerles beginnen, bringen wir von heute ab im Feuilleton eine größere Erzählung zum Abdruck: „Die greife" von Wilhelm Solzamer eine der schönsten und ausgereistesten Novellen des allzufrüh verstorbenen Volkserzählers, besten Werk lies im Soden seiner hessischen Heimat wurzelt Das Ensemble des Gießener Giaditheaiers. Antwort der Intendanz auf zahlreiche Zuschriften. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns mit der Bitte um Aufnahme die folgende Antwort des Intendanten Hanns König auf eine der recht zahlreichen und manchmal sehr drolligen, aber leider meist anonymen Zuschriften zur Verfügung gestellt: Sehr geehrter Herr „N. N. und andere Theaterbesucher!" Ihre Anfragen sprechen von glühendem Interesse, das einen Theaterleiter freuen kann. Ihre Personalanfragen drücken noch Zweifel aus. Hier nun die Antwort zu Ihrer Anfrage, die Sie, sehr verehrter Herr „Anonymus und andere Theaterbesucher", so interessiert. Hochdramatisches Fach kommt man nur in der Oper. Im Schauspiel nennt man das Fach Heldin, deren ausgezeichnete Vertreterin Frau Koch ist. Dann folgen die Salondamen in verschiedenen Abstufungen: Erste Salondame Sybille Eveline Flemming; jugendliche Salondame und Schauspiel-Soubrette Hansi S t a d- le r; sentimentale und muntere Liebhaberin Elisabeth Wielander; Mütter und komische Alte Frau Schubert-Jüngling. Erste Operetten- Sängerin Maria Perry; Operetten - Soubrette Liefet Geling. Wo ist die Lücke, sehr geehrter Herr „N. N. und andere Theaterbesucher"? Das Herren-Personal ist auch ergänzt und zwar ist, wie bereits erwähnt, für Herrn Hauer Karl Löser verpflichtet worden als Erster Held und Liebhaber. Für Charakter-Rollen, Heldenväter nach der Charakterseite kommt Anton Neuhaus; schließlich ist der Intendant König als Schauspieler nicht ganz unbekannt, der das Fach des schweren Heldenvaters und übertragenen Bonvivants spielen wird (Oberst Bauer in „Der 18. Oktober" und Matthias Clausen in „Vor Sonnenuntergang"). Die Ergänzung nach der Seite des jugendlichen Charakter-Spielers und UtilitS (= der Alles-Spieler) ist durch Kurt L u p k e geschaffen, sozusagen Nachfolger für Herrn Heyser. Ersatz für Rainer Eggemann ist Heinz Albrecht M a r ck s, der auch die jungen Bonvivants spielen wird. Dazu kommt noch Peter S ch o r m für die ganz jugendlichen und komischen Rollen. Als schärferer jugendlicher Charakterspieler bleibt Walter Michel. Bürgerliche Väter und Komiker wird weiterhin Karl Bolck spielen. Gert Geiger wird mit Aufgaben älterer Charakter-Chargen und Väter betraut, während Wilhelm Dieten seinen Aufgabenkreis in Chargen nach der heldischen Seite hin gesteckt sieht, und für Oswald Förderer ist Beschäftigung nach Individualität. Heinrich Hub, dessen Vielseitigkeit Ihnen, Herr „N. N. und andere Theaterbesucher", sicher zur Genüge bekannt ist, wird vom Charakter- fach bis zum Komiker beschäftigt werden. Für die Operette bleiben als Tenor Alfred F i e r m e n t und als Buffo Paul W r e d e, so daß der Versonal- stand eine Ausfüllung aller Fächer gewährleistet. Das Geheimnis eines guten Schauspielkörpers ist nicht, Spezialitäten zu haben, dessen Einseitigkeit sie nur in bestimmter Richtung verwenden läßt (was Berlin als abschreckendes Beispiel in den letzten Jahren gemacht hat), sondern daß der neue deutsche Schauspieler als Diener am nationalen Werk, sich wieder auf seine komödiantische Seite besinnt, die ihn in allen Sätteln gerecht sein läßt. Ich hoffe, sehr verehrter Herr „N. N. und andere Theaterbesucher", daß meine Ausführungen Ihre Zweifel zerstreut haben, so daß Sie beruhigt zur Theaterkasse schreiten können, um Ihre Bereitwilligkeit — mitzuwirken am Aufbau des deutschen Theaters — durch das Abonnement zu bestätigen. Und darüber hinaus erhoffe ich nunmehr von Ihnen, daß Sie auch bei anderen Theaterfreunden werben werden, um alle Säumigen mit zu erfassen. gez.: Hanns König. „Hitlerjunge Quex." Uraufführung des Ufa-Tonfilms in München. München, im September. Soeben ist, wie schon kurz gemeldet, im Münchener Phöbuspalast, dem größten Lichtspielhaus der Stadt, der Ufa-Film .Hitlerjunge Quex" zum erstenmale gespielt worden: unter steigender Teilnahme und tiefer Ergriffenheit, die sich nach einem anfänglichen Schweigen am Schluß in lebhaften Beifall löste. 2Ius dieser Wirkung wurde deutlich, daß jedermann in dem großen Theater fühlte, daß hier ein Stück Geschichte abgelaufen war, das wir alle miterlebt haben. Die. Geschichte dieses Hitlerjungen, die nach K. A. Schenzingers gleichnamigem Roman gedreht ist, läßt sich in einigen Worten zusammenfassen, aber damit bliebe das Wesentliche ungesagt. Mehr schon heißt es, wenn man dieses Schauspiel als einen der beften Filme der letzten Jahre überhaupt rühmen darf. Wie hat der Regisseur Hans Steinhoff, wie haben seine Spieler, wie haben alle Mitwirkenden diesen Eindruck erreicht?. Hier ist zunächst wirklich einmal ein Film, der die Wirklichkeit nicht nach seinem Willen umlügt und umbiegt, sondern der sie nimmt, wie sie ist: darum überall die Atmosphäre, die Wirklichkeitsnähe. Das gilt vom Szenischen ebenso wie vom Menschlichen. Im Szenischen: Berliner Arbeitervorstadt, stark von Kommunisten durchsetzt, Hinterhöfe, Rummelplatz, düstere Stuben, häusliches Elend und Arbeitslosigkeit — diese eigentümliche Atmosphäre ist, bei nächllicher Beleuchtung sowohl als auch beim Morgengrauen, gleichsam mit Händen zu greifen. Das ist die Umgebung, in der die Hitlerjungen für ihren Gedanken kämpfen und leiden; das ist die Umgebung, aus der Heini Völker stammt, der Hitlerjunge mit dem Beinamen Quecksilber, um dessen junges Herz schon die Kommune wirbt, die ihn mit den fragwürdigen und schmutzigen Herrlichkeiten des nahen Rummelplatzes zu bestechen sucht. Für die Kommune, die in diesem Viertel allmächtig ist, wirbt auch Der stellungslose Vater Heinis, ein überzeugter Genosse — und hier treffen wir auf das menschliche Gebiet des Schauspiels, in dem die Menschen nicht alle schwarz oder rosenrot, sondern mit den wirklichen Farben des Lebens fest- gehalten find. Es gibt auch unter den Kommunisten solche, die dem Hitlerjungen Quex gut sind, die ihn entwischen lassen, und der Vater Heini Völkers ist kein unbelehrbarer Dickkopf, wie er eben nur im Buch steht. Und es gibt in diesem Film die starken, immer wieder anflJngenöen Motive, die sich durch das ganze Spiel ziehen und zu immer stärkerer Wirkung kommen, vor allem das Fahnenlied, dessen Melodie immer wieder auftaucht, bald als anspornendes Marschlied, bald — bei der Selbstmordfzene — als schauriger Totentanz, als ein Lied von der Not der Zeit, als Siegeslied und endlich, wenn der sterbende Hitlerjunge seine letzten Worte flüstert, begleitet es eine Vision, die einmal Zukunft war, die heute erfüllt ist: die unendlichen Legionen der braunen Jugend marschieren, immer neue Reihen kommen heran, sie erfüllen die Welt, die Hakenkreuzfahne schwebt ihnen vor. So ist dieser Film schon ein Stück Geschichte. Wie Heini, genannt Quex, so haben Tausende von Jungens um ihre Fahne und ihren Gedanken gekämpft und gelitten, so sind sie für ihn gestorben, und das Schicksal dieses einen Jungen ist nur das Symbol für das Geschick von vielen anderen Na- menlofen. Darum werden die Namen der Hitler- jungen, die hier mitspielen, nicht genannt; denn sie spielen im Dienst der Sache und nicht als angehende Bühnenkinder und werdende Stars, und darum wollen wir ihre Namen auch nicht wissen. Aber die Übrigen Darsteller seien erwähnt: Heinrich George und Berta Brems als Heinis Eltern, Claus Clausen als Jugendführer, Speel- m a n n s als kommunistischer Agitator und Spitzel. Es ist der Kunst des Regisseurs Hans Steinhoff zu danken, daß zwischen den Hitlerjungens und den Darstellern keine Unterschiede bemerkbar werden, daß sich alles in der wirklichkeitsnahen Atmosphäre einer künstlerischen Einheit vollzieht. Wir haben den großen künstlerischen Film der nationalsozialistischen Bewegung gesehen. G. B. Karl-Peiers-Oenkmal auf Helgoland. Im Anschluß an den Aufsatz über Karl Peters im Feuilleton vom 9. d. M. wird uns aus dem Leserkreis folgendes geschrieben: Wie ich vor kurzem mich selbst überzeugte, steht auf Helgoland, im Unterland, an der Ostspitze der Insel, zwischen Kurhaus und Aquarium, den Blick aufs weite Meer gerichtet, eine Statue von Karl Peters; der Bootsführer bemerkte, es fei die für Daressalam bestimmt gewesene, von den Engländern beschlagnahmte, diesen dann abgekaufte (von wem, weiß ich nicht mehr genau) und vor etwa vier Jahren hier aufgestellte Statue von Peters. Zeitschriften. — Im Septemberheft der „Deutschen Zeit- s ch r i f t" (Verlag Callwey, München), zeichnet Carl Linfert ein scharf gesehenes Bild des Charakters, Lebens und Schicksals sowie der politischen Leistung „Prinz Eugens, des Wahldeutschen" zur Erinnerung an die Türkenbefreiung Wiens vor 250 Jahren. Aus gleichem Anlaß begegnet Karl Megerle in einem historisch sicher fundierten Aufsatz „Der Sieger vorn Kahlenberg" den Versuchen, die Befreiung Wiens in eine rein österreichische Tat oder gar in eine militärische Ruhmestat des Polen Johann Sobieski umzudeuten und umzufälschen. In einem von mehreren Bildern begleiteten Aufsatz bringt Th. Musper das Lebenswerk des süddeutschen, von seiner Zeit zu Unrecht vernachlässigten und vor drei Jahren aus dem Leben geschiedenen Graphikers Hans Otto Schönleber in Erinnerung. Ernst Wiechert widmet dem Dichter Georg Britting mehrere Seiten unter Beigabe einiger Gedichte und der Erzählung „Das treue Eheweib". Ferner sind zu nennen Ulrich Christof- fels lebendige Schilderung der Kathedrale von Santiago de Compostela in Spanien, Beiträge über das Theater im Dienst von Volk und Volkstum, die „Politische Universität" von H. Herrigel, „Neue Lyrik" von Hans Böhm und anderes mehr. Sinkos bekanntl^ srys tende e n Ait im ■ Indern tenden Dor b m°ns^ manch-b»" liegt ffenn,n oangen. gen ftyk -Mg, in itgenW" ginfor aus Mausig jstas rückerM , M lan dn Sieu Miisjahlung \ Olommensverhai TRoghd Ls bleibt ihm in anderes übng, oM iu hohen Dorausza \ 100 des Emkoim Einen solchen Mt jederzeit stellen, vermag, daß stm um mehr ais über dem der Bei mindestens °b^ fünfen ist. In dieser veranlagte Dorauszc werden. Das Reich dem in einem stutze entgegenkommender: Dung auch dann ge Einkommensminderi Fünftel des stuherc Wer also jetzt no auf feinem im 3 a men fußen, wahrer gefähr ein /Fünftel niedrigeres Einkon sprechenden Teil lassen, häufig wir kommensrückgangs Aus Heist Der Der Ulicefra ftreiij bittet bie@ie[ Beteiligung an b 3e mehr Meldungen dir Wftung. Essen \ zur Pflicht machten, den jeweils versorgte Verhältnisse als sehr Der Verein hasst, t düngen an Frau W Briefkasten. »Hier iprii Jeder gejun! heute in die „ Warum,Mer-Z rufstätige Junge j muß der Schüler ir . Alle diese Fragen 'm nationaffojian ti auf dem ersten äs e1 »es 116 der 2015 llhr, im L Oberbann, Pfarrer schulungsleiter Rul , .Mr rufen alle Eli [eigenoffen und Verl blc*es Sprechabends. J Der La Kolonien un aus, Afrika f’.fefc fe,8' sondere die i könne un er^ ^ fr«6e “in > to ®üterbpniJ Verwe, leistet mUnV“’ br'nguna fo»' Land beläWt0&ei °'"-hrs S 3ub Ziehe. Ein- geborenen V^eil)Ii bau dtt cL eigen, mu!es un; Möglich land zum m btefen die -LAunon °>el Ze-t JMnen 2ln° fin ,er9Qnqen ^rsteljnn"d von o der &en W 3°hre iN?ert. 5 -TW DieMommensteiier-VorauszchliingenMZ/Z^ über dem der Veranlagung zugi mindestens aber um 10 0 Aus der Provinzialhauptstadt ■■ fr In imWn lagt« fientlidwtintiimien iitiinnimimvli taWMmW- MM Mw«: m MW Schmer WmdMmWkN eSchchüdmWlW ler^DefienJSerttiefitn^O’ fairen)5 als Sjeims » ?n als JugendMer, Ep" ' fi d-- »irts« LAS» jem ferne Senkung 9e|^ °n begn^y5^flti36em i0in y*üi, 6es Se#bM üöerzeugte, W »SL-r-'L SU-rs T^SC*» - düng auch dann gewährt werden kann, wenn die Einkommensminderung etwas weniger als ein Fünftel des früheren Einkommens beträgt. Wer also jetzt noch Vorauszahlungen leistet, die auf seinem im Jahre 1931 erzielten Einkommen fußen, während er gegenwärtig ein um ungefähr ein /Fünftel und um mindestens 1000 Mark niedrigeres Einkommen hat, kann sich den entsprechenden Teil der Vorauszahlungen stunden lassen. Häufig wird es zum Beweis des Ein- kommensrückgangs in diesem Falle schon genügen, ** E i n Fahrraddieb verhaftet. Die Kriminalpolizeistelle Gießen meldet: Am Montag gegen 18 Uhr fiel einer Polizeistreife auf dem Marktplatz ein in seiner Kleidung stark herunter- aekommener Wanderbursche auf, der im Besitz eines säst neuen Fahrrades war. Er wurde zur Kriminalpolizeistelle gebracht und gestand dort, das Fahrrad im Pirmasens gestohlen zu haben. Es handelt sich um den -14jährigen Gerber Ernst Löwe aus Lübbecke (Westfalen). Er wurde dem Amtsgericht zugeführt und kam in Untersuchungshaft. "Der gestrige Derkehrsunfall am Hindenburgwall - Ecke Goethe st raße. Unserem gestrigen Bericht über diesen Unfall ist be- richtigend nachzutragen, daß der bei dem Zusammenstoß mit dem Lieferwagen des Hofgutes Winnerod verletzte Motorradfahrer, der Dreschmaschinenbesitzer Karl Wagner aus Mainzlar, einen Unterschenkelbruch und einen Kieferbruch erlitten hat. Der bedauernswerte Mann befindet sich in der Chirurgischen Klinik in Behandlung. "Konzert auf der Bergschenke. Von herrlichstem Herbstwetter begünstigt fand am Sonntag auf der Bergschenke das Konzert der 40 Mann starken Kapelle der städtischen Bürgergarde Wellburg statt. Die zahlreich erschienenen Besucher spendeten der vorzüglich geleiteten Kapelle reichen Bei- sall. Einen schönen Genuß boten die schneidigen Militärmärsche, sowie die ausgezeichneten Darbie- tunqen_ der vier Fanfarenbläser, der beiden Paukenschläger und das Solo des Kapellmeisters Hupfeld „Grün ist die Heide". Es wäre zu wünschen, daß die Bergschenke öfters solchen Kunstgenuß bieten würde, dessen Besuch nur jedem empfohlen werden kann. 3n den nächsten Wochen erhalten die meisten Einkommensteuerpflichtigen ihre neuen Veranlagungen, die bekanntlich auf Grund des im Steuer- fahr 1932 bezogenen Einkommens vorgenommen werden. Diese Veranlagungen bestimmen jedoch nicht nur die für das Jahr 1932 zu entrichtende endgültige Einkommen st euer, sondern auch die im Jahre 1933/34 zu leistenden Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer für das lausende Steuerjahr. Hierin liegt für manche Steuerpflichtige eine Schwierigkeit, Senn die Einkommen sind bei manchen zurückge- gangen. Veranlagungen, die auf Grund der Einkommen des Vorjahres erfolgen, legen den Steuerzahlern häufig Vorauszahlungen auf, die mit ihrem heutigen Einkommen nicht in Einklang zu bringen sind. Eine noch größere Härte ist es, wenn in Denjenigen Fällen, in denen die neuen Veranlagungen noch nicht ferttggestellt sind bzw. sich aus irgendwelchen Gründen verzögern, noch die alten, auf Grund der Einkommenshühe im Jahre 1931 festgesetzten Vorauszahlungen von den Steuerzahlern eingeforbert werden. Es hilft dem Steuerpflichtigen dabei wenig, daß er diese überzahlten Beträge später bei der endgültigen -Abrechnung wieder zu- rückerhält. was kann der Steuerpflichtige tun, um sich vor Vorauszahlungsforderungen, die feinen heutigen Linkommensverhältniffen nicht entsprechen, nach Möglichkeit zu schuhen? Es bleibt ihm in der Regel in diesem Falle nichts anderes übrig, als zinsfreie Stundung des zu hohen Borauszahlungsbetrages auf Grund des 8 100 des Einkommensteuergesetzes zu beantragen. Einen solchen Antrag kann der Steuerpflichtige jederzeit stellen, wenn er glaubhaft zu machen vermag, daß sein Einkommen in dem Steuerabschnitt, für den er Barauszahlungen leisten soll, sonnige,, g ln tfltn. ui??eei’* - P Flug ber . ? bet Elbe n-k. und Qn, rr*'fyn, bAUnb °b sie über- $e°bad)tunnen L, erunfl *. ***•’* ff« Mechaniker M imen dabei ums Lebe>- Minbet sich ein Deutscher namens öriM^" r*nb südslawi. ffurm über Araakreich. on Corbiere wurde von tmtm .WW, der sich in einer 'N "Hose äußerte. Der Muß slark an, daß ein Srürfcnbogen Personen wurden in die Aulen eine konnte gereitet werden. Die is steht nahezu vollständig unter US Ä sm Me&'. h,?Ä n< Erzahlu^jch rsesr* um mehr al den fünften Teil gegen- irunbe gelegten, , ..... _ . JO Mark gesunken ist. In biesem Falle muß ihm ber zuviel veranlagte Borauszahlungsbetrag zinslos geftunbet werden. Das Reichsfinanzministerium hat außerdem in einem früheren Erlaß (vorn 5. März 1932, entgegenkommenderweise bestimmt, daß die Stun- für die oerkehrspolitische Aufschließung der deutschen Kolonialgebiete eingesetzt habe. Die Kolonialbahnen seien wider Erwarten sehr rentabel gewesen. Kolonialbahnen seien die geeignetsten Mittel zur Förderung einer zielbewußten vernünftigen Kolonialpolitik. Die wirtschaftliche Erschließung Afrikas stehe ober falle mit ber Bewährung ober dem Versagen der Eisenbahnen. Die unmittelbare Wirkung der Kolonialbahnen sei in der Verbilligung des Personen- und des Güterverkehrs zu sehen. Ein afrikanischer Güterzug leiste in zehn Stunden ebenso viele Tonnenkilometer, wie mechanisch 15 000 Träger zusammen in zehn Tagen. Die Trägerkarawane verschlinge dabei das 30fache ber Betriebskosten. Durch die Entlastung ber Trägerkolonnen könne der Anbau gefördert werden, der Handel werde intensiviert, es gäbe vermehrte Zolleinnahmen, Erträgnisse aus Steuern, Sicherung und Erleichterung der Landesverwaltung, Steigerung der Wirksamkeit ber Schutztruppe im Falle eines Aufstandes und eine Verbesserung ber gesundheitlichen Verhältnisse bes Lanbes. 3n seinen anschließenden Worten erinnerte der Redner an den Heldenmut der deutschen Kolonialtruppen im Weltkrieg, die sich gegen eine gewaltige Uebermacht und gegen eine,auf das beste ausgerüstete Streitmacht zu behaupten hatten. In nach- drücklichen Worten widerlegte er schließlich noch die fünf Punkte, mit denen im Versailler Diktat der Raub der deutschen Kolonien bemäntelt wurde. Lebhafter Beifall dankte dem Redner. Rach Erledigung der Tagesordnung schilderte Kolonialfreund Mohr einen selbsterlebten Pa- trouillenritt gegen Witbois. Musikalische Darbietungen (Herr Sievers) verschönten den Abend. VornoLizen. — Tageskalender fürMi11woch. Palast- Lichtspiele: 9 bis 21 Uhr, Zinnsoldaten- Truppenschau. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Ein Lied geht um die Welt" mit Joseph Schmidt. roenn der Steuerpflichtige auf seine inzwischen abgegebene Steuererklärung für das Jahr 1932 verweist. Ist aber im laufenden Jahre das Einkommen gegenüber dem Jahre 1932 noch weiter zurück- gegangen, so müssen hierfür die nötigen Nachweise erbracht werden. Ls empfiehlt sich, wenn die neue Steuerveranlagung noch nicht vorttegt, baß ber Steuerpflichtige bei seinem Finanzamt beantragt, auch in bem zu erteilenden Veranlagungsbejcheide die inzwischen erfolgte Einkommensminderung bei der Festsetzung der Vorauszahlungen für das laufende Steuerjahr zu berücksichtigen. Werden dabei die erforderlichen Unterlagen für die Einkommensminderung eingereicht, so wird auch diesem Anträge stattgeyeben werden, denn ein anderer Erlaß des Reichsfinanzministers ordnet ausdrücklich an, daß die Vorauszahlungen nicht schematisch, sondern unter Berücksichtigung der für jeden einzelnen Steuerzahler maßgebenden Verhältnisse festgesetzt werden sollen. Ist dagegen die Veranlagung für das Jahr 1932 schon erfolgt, die festgesetzten Vorauszahlungen aber zu hoch, weil das Einkommen in der Zwischenzeit ungefähr um ein Fünftel, aber mindestens um 1000 Mark pro Jahr gesunken ist, so kann der Steuerpflichtige auch eine entsprechende Herabsetzung der Vorauszahlungen beantragen. Zum Nachweis der Einkommensminderung genügen allerdings allgemeine Angaben und Behauptungen nicht. Der Antragsteller muß vielmehr feine im laufenden Jahre erzielten monatlichen (Ein- nahmen genau angeben, evtl, auch eine Zwischenbilanz auf Grund feiner Bücher einreichen. Außer dem Antrag auf zinslose Stundung ist ein Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlungen auch dann möglich, wenn in den für ihre Festsetzung maßgebenden Steuerjahren einmalige Einnahmen, z. B. aus ber Veräußerung von Gewerbebetrieben, aus anberen Deräußerungsgeschäften, Entschäbigungen, Abfinbungen usw., im laufenben Steuerjahre nicht in Betracht kommen. Ist die heradsehung der Vorauszahlung bewil- llgf, so kann der Steuerpflichtige becftifprucfjen, daß die im laufenden Steuerjahre bereits geleisteten zu hohen vorauszahlungsbelräge auf die künftigen Vorauszahlungen ongerechnet werden. Denn die Vorauszahlungen sollen insgesamt nicht höher sein als die zu erwartende Jahressteuerschuld. Wird ein Antrag auf Herabsetzung ober zinslose Stunbung ber Vorauszahlungen vom Finanzamt abgelehnt, so kann hiergegen nur Beschwerbe beim Landesfinanzamt erhoben werden. Heist der Wöchnerinnenhilse! Der Alicefrauenverein vom Roten Kreuz bittet die Gießener Frauenwelt um r e g e r e Beteiligung an ber Wöchnerinnenhilfe. Je mehr Meldungen eingehen, desto geringer ist die Belastung. Essen spendende Frauen, die es sich zur Pflicht machten, Augenschein zu nehmen von den jeweils versorgten Wöchnerinnen, schildern die Verhältnisse als sehr traurig und hilfsbedürftig. Der Verein hofft, keine Fehlbitte zu tun! Anmeldungen an Frau W. Kramer, Ludwigsplatz 10J, Briefkasten. «.Hrer spricht Hitler-Jugend!" Jeder gesunde deutsche Junge muß heute in die „Hitler-Jugend"! Warum „Hitler-Jugend"? Warum muß der berufstätige Junge in die Hitler-Jugend? Warum muß der Schüler in die Hitler-Jugend? Alle diese Fragen behandelt das Thema: „Jugend im nationalsozialistischen Staat". Darüber sprechen auf dem ersten öffentlichen Sprechabend des Bannes 116 der H I. am Freitag, 15 September, 20.15 Uhr, im Cafö Leib der Sozialreferent im Oberbann, Pfarrer Rühl, und der Oberbann- schulungsleiter Ruder. Wir rufen alle (Eltern, Erzieher, Arbeitgeber, Parteigenossen und Vertreter der Behörden zum Besuch dieses Sprechabends. Eintritt frei! Heil Hitler! Der Bannführer 116: Rudolf Buß. Kolonien und Koonialbahnen. Die Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung Gießen hielt dieser Tag? ihre September-Versammlung ab. Ein dreimaliges „Sieg-Heil!" auf das Vaterland, das Vereinslieb und ein Vorspruch leiteten bie Versammlung ein. Der Rebner bes Adenbs, Herr Erich Tetzner, sprach sodann über das Thema .Koloniale Ver- kehrspolittk, insbesondere Kolonialbahnen in den ehemaligen deutschen Kolonien". Er führte u. a. aus, Afrika sei das Land der großen (Entfernungen. Es fehlten aber die großen Verkehrswege, insbesondere die Landstraßen. Das Reit- und Saumtier könne unter dem tropischen Klima auf der Landstraße keine Verwendung finden. Die Arbeit der Güterbewegung müsse von den (Eingeborenen geleistet werden. Durch die Verpflegung und Unterbringung der großen Trägerkolonnen sei aber bas Lanb belästigt, zudem - sich biefe Art bes Güter- Verkehrs durchaus nicht immer reibungslos vollziehe. Eine gedeihliche Entwicklung für die Eingeborenen zu eigener geordneter Tätigkeit im Anbau des Landes und zur Schaffung wirtschaftlicher Werte sei unter den bestehenden Verhältnissen unmöglich. Aus diesen Erwägungen heraus sei Deutsch- lanb zum Bau von Kolonialbahnen geschritten. Bis die ersten Bahnen gebaut worden seien, sei aber viel Zeit vergangen. An Hand von Zahlenmaterial und graphischen Darstellungen legte der Redner den Baufortschritt der Kolonialbahnen bar. Mancherlei Umftänbe, nicht zuletzt auch eine gewisse Interesselosigkeit des Heimatlandes, hätten den Bau der Bahnen etwas erschwert. Erst der blutige Aufstand im Jahre 1904 habe Wandel geschaffen. Es sei damals zu befürchten gewesen, daß der ganze koloniale Besitz verloren gehe. Eine Preisgabe der Kolonien sei aber angesichts der großen Opfer edlen Blutes nicht tragbar gewesen. Der Reichstag habe deshalb Mittel zur Niederwerfung der Aufständischen bewilligt. Das Kolonialamt sei geschaffen worden, an dessen Spitze der Kolonialstaatssekretär Dornburg berufen wurde, der sich in der Folge aus eigenen reichen Erfahrungen in den Kolonien sehr Schrotschüffe auf -as Fuhrwerk eines SA-Mannes. Groß-Gerau, 12. Sept. (WSN.) Als am Samstagnachmittag der 27jährige Landwirt und S A. - M a n n Wilhelm Raas aus Trebur die Landstraße von Trebur mit seinem zweispännigen Fuhrwerk befuhr, fiel plötzlich aus einem benachbarten Felde ein Schu ß. Raas wurde von Schrot- kugeln am linken Auge verletzt, ebenso wurden die beiden Pferde von dem Schrot getroffen. Der Schuß war von einem Arbeiter abgegeben worden, der die Jagd gepachtet hat. Es wird vermutet, daß ein politischer Racheakt vorliegt. Raas wurde in das Mainzer Krankenhaus gebracht, wo feftgefteUt wurde, daß das Auge glücklicherweise nicht verletzt wurde. Die Gendarmerie ist mit der Aufklärung der Sache beschäftigt. Roms schwerster Kampf. Der Untergang des römischen Weltreiches am Bevölkerungsschwund. Äon Dr. $. Karsten. Spengler nennt die größte Stunde Roms die Schlacht bei Cannae. Das steht nicht im Widersprach zu der vernichtenden Niederlage, die die Römer Dort von ihrem stärksten militärischen Gegner H a n n t b a l empfingen, eine Niederlage, die der Vernichtung gleichzukommen schien. Aber die unerhörte Fastung, die stahlharte Einheitlichkeit, mit ber sich ohne bas geringste Schwanken, ohne das geringste Zeichen von Schwäche Volk und Führung gegen diese Niederlage stemmten und sie überwanden, Zeigt, daß dieses Volk damals von einer inneren Geschlossenheit war, die schwer Überboten werden kann. (Eine Niederlage wird nur bann zu einer Nicberlage, wenn man ihr seelisch unterliegt. So wie Rom bie Nieberlage von Cannae ausgenommen hat, würbe sie sein berounberungsroürbigfter Sieg. Bauern waren Homs Kraftquelle. Aus welchen Menschen schöpfte bamals Rom seine unüberwinbliche Kraft? Bauern waren es, bie im Dienst bes Staates ftanben, Bauern, bie seine Heere bilbeten. Das war ber Born ber römischen Kraft. Aber bie unaufhörlichen Kriegszüge Roms trennten ben Bauern von feinem ßanbe. Seine Wirtschaft verfiel. Die römischen Ritter, reich geworden durch Lieferungen für Heeresbedarf, durch Verroaltungs« und Geldgeschäfte benutzten das, um das Land der Bauern aufzukaufen. So bildeten sich an Stelle des kleinen und mittleren Bauerntums riesige Güter, die als Latifundien zu einem feststehenden Begriff geworden sind, jene Latifundien, von denen man im späten Rom wußte und sagte, daß sie am Untergang Roms schuld seien. So wurde mit dem Untergang des Bau - ernftanbes aus bem Bolksheer ein Söldnerheer. Es waren immer noch starke Heere. Ader ber Krieg war ihnen zum Beruf geworden, nicht mehr Mittel zur Verteidigung bes Vaterlanbes. Es fehlte ihnen bie innere Verbindung zum Staat, für den sie kämpften: ihre eigene Sache war ber Kampf geworden, ihre Ehre. Es stand nicht in Widerspruch mit dieser Ehre, wenn sie gegen den Kaiser meuterten, wenn sie Kaiser ein- und absetzten, wie es ihnen gefiel, wenn sie Partei ergriffen, statt der Gesamtheit zu dienen. Landflucht schwächt das Weltreich. Die verarmten Bauern aber, vor allem aber ihre Nachkommenschaft, der es durch die Bildung der riesigen Latifundien an Raum zur Neuansicolung fehlte, strömten in die Weltstadt Rom, wo sie zum Pöbel herabsanken. Brot und Spiele bot man ihnen dort. Die Führer, die im gegenseitigen Kamps um die Gunst der Massen buhlten, wetteiferten darin, diese in untätige Schlaffheit versunkenen Massen an sich zu ziehen, öffneten ihnen weit die Kornspeicher, um durch unentgeltliche Speisung chren Beifall zu finden. Diese Heere, diese in dem Bevölkerungsgemisch der Weltstadt herumlungernden Massen bildeten natürlich keine Grundlage, aus der sich die ursprünglich römische Lolkskrast durch Nachwuchs ergänzen konnte. Wie sah es damit auf den großen Gütern aus? Die Latifundien waren gewaltige Selbstoersorgerbetriebe. Nicht allein die landwirtschaftliche Tätigkeit, zahlreiche andere Berufe handwerklicher und sonstiger Art wurden auf ihnen betrieben. Es gab Latifundien, die 20 000 und mehr Menschen in sich beherbergten. Die Berufe auf ihnen wurden nach einer feststehenden Verteilung ausgeübt. Es gab auch bei der landwirtschaftlichen Arbeit keine Bindung an die Scholle, sondern sie wurde fabrikmäßig ausgeübt. Zerstörung -cs Familienlebens -urch die Latifundien. Da die reichen Besitzer darauf sahen, möglichst nur Menschen zu haben, die sie zur Arbeit verwenden konnten, lag ihnen nicht das Geringste an der Bildung von Familien. Die strenge Aussicht, unter der diese Arbeiter standen — sie schliefen z. B. auch in gemeinsamen Räumen — zerstörte das Familienleben vollständig. So wurde die fiatifunhie zum Feind der Familie aus dem Lande und untergrub die Grundlage des Nachwuchses. Alle diese Entwicklungslinien, die Vernichtung des Bauernstandes, die Loslösung der Heere vom Bolkskorper, bie Bilbung großstädtischer Pobcl- massen, bie Vernichtung der Familie durch die Latifundien, mußten zu einem außerordentlich fühlbaren Bevölkerungsrückgang der ursprünglichen römischen Bevölkerung führen. Rom sah dieser Entwicklung nicht tatenlos zu: die Einsicht war vorhanden, daß hier der Grund zum Untergang gelegt war. Zwei Wege waren es vor allem, auf denen man diesem Bevölkerungsschwund entgegentreten wollte; die Zuteilung von Land an die Veteranen der Armee und sehr strenge Ehegesetze. Aber die Landzuteilung an die Veteranen nützte dem Stammland selbst nichts, weil dort die Latifundien den größten Teil des Boden mit Beschlag belegt hatten. Augustus schafft Gesetze gegen Kinderlosigkeit. Die Gesetzgebung aber, die der große Kaiser Augustus zur Förderung der Ehen und zur Bekämpfung der Kinderlosigkeit mit der Lex Julia et Papia Poppaea im Jahre 9 nach Christi zusammenfaßte, ist ein klassisches Beispiel dafür, wie auch vom besten Willen geleitete gesetzliche Maßnahmen eines weisen Herrschers nichts ausrichten, wenn sie nicht ein bestehendes Uebel an seiner Wurzel fassen. Dieses Gesetz setzte für ehelichen Kinderreichtum besondere Prämien fest. Es bestimmte ferner, daß jeder Mann zwischen dem 25. und 60. und jede Frau zwischen dem 25. und 50. Jahr verheiratet sein sollte. Die Unverheirateten erwarben aus bem Testament eines ihnen nicht nahe verwandten Erblassers überhaupt nichts, die Verheirateten ohne Kinder nur die Hälfte dessen, womit sie bedacht waren. Das waren harte Bestimmungen, aber sie brachten keinen neuen Bauernstand, sie beendeten nicht bie Ansammlung der Pöbelmassen in ber Hauptstadt, sie griffen nicht in die Latifundien ein, sie berührten also nicht die Grundlagen, aus denen ber Bevölkerungsrückgang entstanden war. Die Gesetzgebung hat Rom beshalb nichts helfen können unb es ist an ber Beoölkerungsfrage zu- grunbegegangen. Buntes Allerlei. Die schönste deutsche Stimme. Die schönste deutsche Stimme wird von der Tele- sunken-Schallplatte durch einen allgemeinen Wett- bewerb gesucht. ®ö muh eine Stimme sein, ganz einfach, schlicht und ungekünstelt, die das deutsche Lied mit ihrem Ton fr-sch und natürlich zu erfüllen vermag. Die in den engem Wettbewerb kommenden Stimmen werden probeweise akustisch ausgenommen, und die besten werden für die Schallplatten aus- gewählt und die Sängerinnen erhalten dafür das übliche Honorar. Dieser Wettbewerb verdient durchaus Beachtung. Wir haben uns vom Dolkslied weit genug entfernt und an seiner Stelle die albernsten Schlager geduldet. Eine Annäherung an die volkstümliche Musik soll mit allen Mitteln gefordert werden. Das Meisterwerk auf dem Speicher Aus England wird über die Entdeckung eines Gemäldes von van Dyck berichtet, für das die glückliche Besitzerin ganze 10 Mark bezahlte und das ihr Zehnlausende, vielleicht Hundertlausende einbringen wird. Die Eigentümerin, Mrs. Bendall aus Birmingham, hat ihren Fund durch Zufall gemacht. Sie befand sich vor einigen Jahren mit ihrer Tochter zur Erholung in einem kleinen Best Bishops Stortford und ging an einem Trödelladen vorbei, in besten Schaufenster ihr ein Silberteller auffiel. Als sie hineinging, um nach bem Preis zu fragen, bemerkte sie das Bild, das ganz Der- schmutzt in einer Ecke hing. „Die Augen zogen mich an," sagte sie. „Eie waren der einzige Teil des Bildes, den man deutlich sehen konnte, und hatten einen eigenartigen Ausdruck." Sie bot dem Händler in deutsches Geld umgerechnet 5 Mark, aber er wollte mehr, und so gab sie ihm schließlich 10 Mark. Er sagte, daß er vor kurzem einige Sachen von einer Familie holländischer Abstammung gekauft habe, und daß das Bild wohl dazu gehöre. Aach Hause zurückgekehrt, wußte die Dame mit dem Erwerb nicht viel anzufangen. Das Bild war ihr viel zu schmutzig, es in einem bewohnten Baum ausgehängt zu werden, und so verbannte sie es auf den Speicher. Als sie aber vor einiger Zeit ein paar Bilder rahmen lieh, sah der Glaser das Bild in der Bodenkammer und erbot sich, es zu reinigen, so gut er könne- Das Ergebnis erschien ihm so interestant, daß er das Gemälde photographierte und dem Direktor der Kunstgalerie von Birmingham, Kaines Smith, zeigte. Der war von ber Schönheit des Werkes betroffen unb holte das Urteil verschiedener Sachverständiger ein. Diese find der Ansicht, daß es sich uth einen echten van Dyck handelt, und das Bild ist vorläufig als Leihgabe in dem Museum mit der Bezeichnung „Bildnis eines Herrn. Don van Dyck" ausgestellt. Das abergläubische England. Daß der Aberglaube auch noch in unfern aufgeklärten Zeiten üppig blüht, kann man alle Tage feststellen. Wahrsagerinnen finden noch immer einen großen Kundenkreis, und es gibt viele, die sich nicht zu 13 zu Tisch sehen und am Freitag nichts Wichtiges unternehmen würden. In England herrscht augenblicklich eine besondere Dorliebe für Amulette, Talismane und Zaubermittet aller Art, wie der Berichterstatter eines Londoner Blattes auf Grund vieler Beobachtungen und Erkundigungen mitteflt. Es gibt Fabriken, die sich mit der Herstellung billiger „Fetische" beschäftigen, und die Einfuhr orientalischer Talismane ist ziemlich bedeudent. „Niemals seit dem Kriege war eine so starke Dachfrage nach glückbringenden Symbolen aller Art", erklärte der Dertreler einer solchen Firma. „Besonders ist die Astrologie im Publikum stärker verbreitet denn je; bie Leute, die Horoskope stellen, haben sehr viel zu tun, und wir verkaufen eine Unmenge billiger Amulette, bie astrologische Zeichen tragen“. Auch die Juweliere machen mit Schmuckstücken, bie mit bem Aberglauben in Beziehung gebracht werden, gute Geschäfte. Echte altägyptische Skarabäen werden hoch bezahlt, und billige Dachahmungen aller Arten von Talismanen finden reihenden Absatz. Ebenso werden „Maskotten“ für Kraftwagen in großen Mengen verkauft, und diese Mode hat sich auch auf Flugzeuge erstreckt. Wie verbreitet diese Dorstellungen in weiten Dolkslreisen sind, dafür ist die Auskunft einer Aerztin bezeichnend, die an einem großen Londoner Krankenhaus angestellt ist. „Man macht sich gar keine Dorstellung davon", sagte sie, „wieviel Amulette von Personen aller Klassen und jeden Alters getragen werden, während früher unsere Kranken mit Dorliebe religiöle Symbole bei sich führten, sind es jetzt fast nur solche Zauberdinge, von denen sie sich unter keinen Umständen trennen wollen, und auf deren glückbringende Kraft sie bauen." Ein Schularzt in einem Londoner Armenviertel schätzte, daß 40 Prozent aller Kinder, die er untersucht, irgendein solches „Zauberding" tragen. „Die Kinder selbst wissen meist gar nicht was es bedeutet", meinte er. -Die Sachen sind ihnen von ihren Eltern angehängt worden, die nicht gern darüber sprechen, auch nicht immer fest an die Wirkung glauben, aber jedenfalls der Ansicht sind, wenn es nichts nütze, könne es nichts schaden." sich Ohne Gewähr Nachdruck verboten 29. Ziehungslag 11. September 1933 bei Pfaffenhofen eine 4 Gewinne zu 6000 UL 76 Gewinn« jo 1 18 Gewinns zu 500 UL Im Gewinnrade verblieben: r Frankfurt ü. j». 3erlm Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. io 10,5 42,1 Hff M um ihre Trinkflaschen neu inzwischen die Standarte II 104711 163709 241448 284738 362631 150234 230483 343471 0 4 0 0 0 6 6 0 o 17 99,5 81 40 90,5 42 77 94,75 46.5 48 16,65 102 66 84 38,5 66,25 74 81,5 126,5 105 182989 246356 269346 317794 351541 387239 125851 223948 278320 361017 3000 UL 229337 2000 UL 135386 196199 338169 389374 1000 ur. 119395 214468 254057 282777 324863 367586 391036 115013 155889 252554 327198 365106 152783 216671 256502 292711 328647 369637 392064 137749 221455 343141 2768 117335 192485 253628 330287 393690 153229 221352 261574 303873 347337 373035 394914 121772 196981 255196 357845 5.986 48,05 12,43 3.053 169.52 68,17 60.66 70,07 13,58 0,932 2.963 58,59 22,15 16,45 81,16 35,09 81.63 0,781 0,243 5,305 12,76 10,5 23,25 11,4 38 82,5 48,25 48,75 42,5 135 58 91 44,13 78,5 49,9 129,5 95,5 46,5 48,25 114111 190218 248035 277182 322250 366361 388855 172633 267728 352472 17173 77038 123624 199335 260990 357953 11602 37427 107003 168990 241078 267067 315890 348474 374279 0 0 0 0 0 4 0 0 0 12 10,4 23,25 16,13 11 39,65 82,25 48 48,75 42,75 134,25 16,25 100,25 64 81 38,5 64,13 74,5 81,25 126 108,75 11 <9,5 82 48 48,75 42,75 133,5 kurze Rast einlegten, zu füllen. G r ü n w e i ß hatte und die Standarte XI ab- üo. Die zur 14 Gewinne nu 205054 228359 50 Gewinne >u 102587 103337 183170 195908 28'2776 332594 368829 379905 Hochstätter, Kreuzplatz, ausgestellt. Zusammen mit einigen wohlgelungenen Photos aus der Saison geben sie ein interessantes Bild, das allgemeine Beachtung verdient. Von ganz besonderem Interesse dürfte es sein, daß zur Zeit in der Ufa-Tonwoche (Rr. 154) die Achter-Mannschaft der G R G. im Start des Zwischenlaufs gegen den Würzburger Ruderoerein und die Berliner Rudergesellschaft 84 zu sehen ist. Eewinnauszug 5. Klasse 41. Preußisch-Süddeutsche (267. Preuß.) Staats-Lotterie 58 91 44,5 Prag....... Budapest ... Sofia...... Holland .... Lslo....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Neuyork.... Brüssel..... Italien..... Paris ...... Schweiz .... Spanien.... Danzig..... Japan ...... Rio de Jan. . Jugoslawien. Lissabon.... 11,4 38,13 82 48,5 48,75 42,5 134,5 16,4 102 84,5 39 66,25 82,5 127,5 105 Es gelang ihnen trotzdem bis zum Schluß nicht mehr, die ganz groß gefahrenen Offenbacher SA.-Leule der Standarte 168 sowie die erste Mannschaft des Berliner horst-wessel- Sturmes einzuholen. Um 15.24 Uhr trafen die Offenbacher als Erste auf dem Ausstellungsgelände ein. Neun Minuten später folgte der Hör st- Wessel- Sturm und dann kamen Fedia, Grünweiß und Standarte II nur durch geringe Abstände getrennt vor den Breslauern ein. Ergebnis der Etappe Nürnberg—München. Gruppe I, SA.: 1. Standarte II Berlin, 6:17,03 Stunden; 2. Standarte XI Breslau, 6:40,36; 3. Die vierte Etappe der patrouillenfahrt. Von Nürnberg nach München. - Standarte 168 Offenbach als erste am Ziel Reichsmark abgeschlossen hat, der der Kapitalreserve zugeführt wird. Frankfurter Abendbörse etwas zuversichtlicher. Frankfurt a. M., 12. Sept. Die Abendbörse hatte zwar nur kleines Geschäft aufzuweisen, die Grundstimmung war aber etwas zuversichtlicher, und die Berliner Schlußkurse blieben im allgemeinen ziemlich gut behauptet. Nur ganz vereinzelt ergaben sich Rückgänge, die aber selten mehr als 0,25 v. $). betrugen. IG. Farben waren auf kleine Publikumskäufe, denen aber auch Abgaben der Kulisse gegenüberstanden, 0,50 v. H. höher, bröckelten aber dann wieder geringfügig ab. Im Verlaufe blieb die Börse still, und nennenswerte Veränderungen waren nicht zu beobachten. Am Kassamarkt kamen Schöfferhof nach zweitägiger Pause mit 139 um 10 o. S). niedriger zur Notiz. Am Rentenmarkt war ebenfalls nur kleines Geschäft festzustellen, die Kursoeränderungen blieben gering. U. a. notierten: Neubesitz 9,55, Altbesitz 75,75, 6proz. Stahlverein 51,25, Schutzgebiete alle 6,65, Reichsbank 134,50, Buderus 58, Gelsenkirchen 44,50, Mannesmann 48, Rheinstahl 71,75, Stahloerein 27,25, AEG. 16,40, Bekulal02, Scheideanstalt 164, Licht 8t Kraft 84,50. IG. Farben 106,75 bis 106,50 bis 106,75, Lahmeyer 105, Siemens 127,50, Reichsbahn-VA. 97,90, Hapag 10,50, Lloyd 11,40. blieben sie ungeschlagen. Ihr schönster Erfolg war wohl in Frankfurt der Sieg über den bisher ungeschlagenen Junior-Vierer der „Undine" Offenbach, ferner ihre drei Siege, bei drei Starts auf der Offenbacher Regatta. Mögen die jungen Ruderer, durch ihre schönen Erfolge angespornt, im nächsten Jahre mit den Senioren zusammen in gleichem Geist zu neuen Kämpfen schreiten. 3m Einer gewann Friedel I ö d t i>ie erstklassigen Rennen in Saarbrücken, Bad-Ems und Gießen. Auf späteren Regatten startete er nicht mehr im Einer, da seine wertvolle Kraft zur Verstärkung des Jungmann-Vierers benötigt wurde. Zur Zeik sind die in diesem Jahr errungenen Preise im Ausstellungsraum der Firma H. 103416 282819 29567 142022 154423 377836 6178 8840 38174 69881 bereits überholt. Am Schluß des Feldes fuhren die Grün-Weißen ein großes Rennen und holten mit der Länge der Strecke immer mehr Zeit auf. Die zahlreichen großen Steigungen hatten den Fahrern ziemlich viel Kräfte gekostet, so daß die meisten Mannschaften ( • ~ 3n der heutigen Ziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinne,u 10000 UL 150964 SJ.-fporl Die Gießener Rudergeselischast der ersoigreichste deutsche Ruderverein! Ein Rückblick auf das Rudersahr 1933. 94,75 । 44.75 45 I Die Patrouillenfahrer haben die Hälfte ihres beschwerlichen Weges zurückgelegt. Am Dienstag ging es bei gutem Wetter von Nürnberg durch den Fränkischen Jura über Neumarkt, Ingolstadt und Pfaffenhofen nach München über insgesamt 179,4 Kilometer. 126 Fahrer traten in Nürnberg zum Start an und lösten auch diesmal ihre schwere Aufgabe wieder zur vollsten Zufriedenheit. Die Startfolge war von der Rennleitung wiederum anders festgesetzt worden. Die Magdeburger Polizisten fuhren bereits um sechs Uhr morgens, eine Stunde vor der nächsten Mannschaft ab, dann war wieder eine Stunde Pause, und erst nach neun Uhr gingen die vier stärksten Mannschaften der Patrouillenfahrt, Standarte III, Fedia-Berlin, Standarte II und Grün-Weiß Berlin auf die Reise. Am Schlüsse des Feldes spielte sich ein Kampf ab, wie man ihn selten auf der Landstraße gesehen hat. Um jeden Meter, um jede Sekunde wurde gerungen, und schließlich blieb wiederum die vorjährige Meistermannschaft von Grün- Weiß Berlin sicherer Sieger. Bereits in N e u m a r k t, 36 Kilometer nach dem Start, waren die Fedia-Leute zu der Standarte III aufgeschlossen, während in Abständen von je 41/? Minuten die Standarte II und Grün-Weiß folgten. Wenig später fiel die Standarte III auf einer frisch geschotterten Straße durch mehrere gleichzeitige Reifendefekte und einen Sattelfederbruch vollends auseinander. Die Standarte II rückte noch vor Beilngries zu Fedia auf und gemeinsam wurde dort der etwa 2 Kilometer lange Berg genommen. Die schwächeren Mannschaften, die diesen Berg zum Teil zu Fuß nahmen, wurden hier , -- ------------ 2 Prämien zu je 500000 und 100 Prämien zu je 3000, 2 Gewinne zu je 5000, 6 zu je 8000, 22 zu je 2000, 48 zu je 1000, 86 zu je 500, 246 zu je 400 M., 57,5 90,25 43,5 78 47,4 128,5 95 ! 44.5 46 I Haupttagung der Wintersportler. Der Verband Mitteldeutscher Ski- Vereine, der nach der neuen Einteilung jetzt die Gaue 12 und 13 im Deutschen Wintersport- Verband darstellt, hielt in Frankfurt seine diesjährige Haupttagung ab. Dabei konnte der bisherige Vorsitzende Kurt I e n i s ch - Frankfurt mitteilen, daß sich die Zahl der angeschlossenen Vereine im Berichtsjahr von 78 auf 93 erhöhte. Der Verband umfaßt jetzt 4600 Mitglieder und 70 Jugendliche. Kurt I e n i s ch teilte mit, daß er zum Führer für Skisport der Gaue 12 und 13 vom Führer des Deutschen Wintersport-Verbandes, Mayer- München, ernannt worden sei. Er wählte sich anschließend aus den Herren des bisherigen Vorstandes seine Mitarbeiter aus. Mit der Silbernen Ehrennadel des Verbandes wurden ausgezeichnet: Sportwart Prof. Ratzel- Frankfurt a. M., Rechner Theo Bär- Frankfurt a. M., W e st h o f - Betzhof und K a r t h a u s - Fulda. Buderus ........ Deutsche Erdöl Gelsenkirchener ßarpcner.................. voesch Eisen—Köln-Ncuessen .. Ilse Bergbau ............... 8lfe Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ............... ManneSmann-Röbren AE.G....................... Bekula o Esektr. Lieserungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft........g Felten L Guilleaume 0 Gesettsch.s.Elektr. Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........ 6 Schlickert & Co............. ß Siemens L Halske 7 Lahmeyer L Co 10 5”“' tn.3"* MS'"' «Qnlditn T,<" Auch ö< W -«L60 - - ---------- —. 2104 4855 5090 16767 18374 18772 25034 28274 34426 43308 68412 74805 77195 84500 106915 111290 ............ ...... ...... Die diesjährige Rudersaison ist nun endgültig abgeschlossen. Mit berechtigtem Stolz kann die GRG. auf die stattliche Zahl von 30 Siegen zurückblicken. Sie stehl damit an der Spitze der deutschen Rudervereine. Nachdem sie schon in den beiden vorhergehenden Jahren beachtliche Erfolge erzielte und im vergangenen Jahre auf der Deutschen Meisterschaft gestartet ist, konnten ihre Mannschaften in diesem Jahre besonders eindrucksvolle Siege erringen, die nicht nur nach der Quantität, sondern auch nach der Qualität höchst zu bewerten sind. Weit über die Grenzen der Lahn hinaus, an der Saar, am Rhein und Main, an der Fulda und Oder haben die Mannschaften nicht nur den Farben ihres Vereins, sondern auch dem Namen der Stadt Gießen höchste Ehre gemacht. Der Senior-Achter (Noll, Timpe, Flimm, Weinhold, Georgi, Becker, Neuroth, Hartmann, St. Loh) konnte gleich zu Beginn der Saison in Saarbrücken über seinen alten Rivalen, die Mainz-Kasteler RG., einen überzeugenden Sieg erringen. Nachdem die Achter-Mannschaft auf. der Mainz-Kasteler Regatta durch einen zweimaligen Sieg erneut ihre Ueberlegenheit gegenüber der Kasteler Rg. bewiesen hatte, kam sie in Würzburg mit dem Würzburger Rv. zusammen, der ihr Bezwinger in den beiden Achterrennen wurde. Von da ab stießen die Gießener fast auf allen Regatten auf die Würzburger Mannschaft. Es wäre Unrecht, die Niederlagen, die der Gießener Achter gegen Würzburg hinnehmen mußte, mit verlorenen Rennen gleich- zusetzen, denn es ist nicht unehrenhaft und ein Zeichen von richtigem Kampfgeist der Mannschaft, in acht heißumstrittenen Rennen nach härtestem Ringen, meist nur knapp, dem späteren Deutschen Meister unterlegen gewesen zu sein. Nach einer vorübergehenden scheinbaren Schwächeperiode des Achters, konnte die Mannschaft — jetzt mit Timpe am Schlag — in Frankfurt mit der knappen Niederlage gegen Würzburg den Beweis klar erbringen, daß sie doch zur besten deutschen A ch t e r k l a s s e gehört und zum Start auf der Deutschen Meisterschaft in Breslau berechtigt war. Dort zeigte der Gießener Achter feine schönste und höchste Form. Leider waren die Ausscheidungs- fämp-fe für den Mcisterschaftsendlauf recht ungenau und vielfältig, so daß eine gerechte Qualifizierung der drei besten, von 11 gemeldeten Achter nicht möglich wurde. Die Gießener konnten sich, nach siegreichem Vorlauf gegen die Berliner Rg. 84 und Leipziger Renngemeinschaft und nach guter Placierung im Zwischenlauf gegen Würzburg und Berliner Rg., bis in den Hoffnungslauf gegen Berliner-Club und Hamburg durchsetzen. Wurde der Gießener Achtermannschaft in Breslau auch nicht die höchste Ehre zuteil, so ist ihr Abschneiden sehr ehrenhaft gewesen und als ihr schönster Erfolg des Jahres zu bewerten. Der Senior-Vierer (Flimm, Becker, Georgi, Hartmann, <5t.: Loh) er« rang insgesamt fielen Siege. Hervorstechend davon sind besonders der Sieg im Großen Vierer in Würzburg, wo es der Mannschaft gelang, den Deutschen Meister von 1932 als erste zu schlagen, ferner der Sieg im Großen Vierer in Limburg und der Doppelsieg in Kassel, Kaiser-Vierer und Erster Vierer. Letzterer ging, nachdem er dreimalig gewonnen war, endgültig in den Besitz des Vereins über. Die großen Erfolge der Mannschaften waren nicht nur bedingt durch ihre Stärke und glückliche Kombination, auch nicht allein durch die eiserne Disziplin, die das Rudertraining verlangte, sondern den größten Anteil hatte der K a m p f g e i st und Gemein- schaftssinn der Mannschaft, der in harten Kämpfen immer neu gefestigt wurde und zu unverbrüchlicher Kameradschaft führte. Einen nicht geringeren Anteil an den Erfolgen dieses Jahres haben die Dungmannen, die insgesamt 12 Rennen gewinnen konnten. Gegen Anfang der Saison waren sie noch nicht so durchschlagskräftig. Nach glücklicher Umbesetzung (Jödt, Weinhold, Euteneuer, Duill, St.: Breitenbach), gewannen sie in Bad Ems die ersten Rennen. Nun reihte sich Sieg an Sieg. In der Jungmann-Klasse . 11290 22593 26894 32633 33396 46664 67024 80291 Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. W fe'Sf Sen tonnen, dicht es m FE ftanb, für den n Korbet etlun. haben tue W Gefahr soweit g Blick in die Talij Jung ju werfen ui Material über bi Leffenllichkeit / u Det Gesarntoerbo Men Bereinigung mentenmaterial in „Bewaffne«« getragen, er hat dc über hinaus aber a dringlichkeit vor 21 groß die kommun pas bereits angcwc sich schon (eit lange mus beschäftigte, de kau aus gelenkten Dokumente nur ein der erhobenen Wo Feuer spielte, das Eeoering einst der" behandelte. E sänget oder harml sie hatten sich im ausgebaut, das auf macht basierte und schreckte, die der Er Staatsumwälzung konnte. In der oben erroai an Hand einer §ÜL wie her eigene militä bewaffnet war, bag i rierten ilnweifungen . und Reichswehrunlerku den, daß schwarze Lisi von tarnen Misch, immer wieder der X und die Tadvtätze wi durchexerzieri wurde, jahres bestand die im Frühjahr werden. Anweisr gangen, ober ber ; tionierte unter kam noch das !ßer(< für den Generalstr letzten Augenblick o Aus der großen auf den Führer ihre nichts, dafür flacker bei denen noch man Mann sein Leben b gemalt, die dem Ter eisernen Willen zur mus entgegensetzte, fchewiitische @Dröe Hert wurde, den J? < 9en- So wurde “"ffnele Hufftan» Def Kommunismus l, E'gt. Jetzt beöar arbeit, um die bolichen Mtig lahntzulegen 2t ?u?J«nbabttba= MÄ0erflöe Don d. Mchen nochbetet fJ deutsch ”«6 k’sähs feinem $ei2-n ter Seit n.S1'61" d l'chen Dienst?"^ "heiteren 0,51 gebettetV^nn'' der weiß":!" stille die p5 : ' ute heut» bas 8, ®* uni,' bitterter an nun ein; bronh -^udes nrni 203 ßuLln. Boden ^lchert"!^ stnd 'bi tin*^5 i$er 6t e*n mit *n der aut > und M in «fe Standarte III Berlin, 1. Mannschaft, 6:49,11; 4. Standarte III Berlin, 2. Mannschaft, 7:01,32; 5. Standarte 168 Offenbach, 7:16,25; 6. Horst Wessel Berlin I, 8:18,36; 7. Standarte X Berlin, 9:10,47. Gruppe II. Polizei 10:44,19. Gruppe III: 1. Grünweiß Berlin, 6:11,59; 2. Fedia Berlin, 6:21,58; 3. Post-SV. Berlin, 6:50,11 Stunden. Gesamtergebnis in München nach der vierten Etappe. Gruppe I, SA.: 1. Standarte II Berlin, 21:25:23,8 Stunden; 2. Standarte III Berlin 1, 22:26:18,4; 3. Standarte XI Breslau, 23:54:58,9; 4. Standarte III Berlin 2, 24:37:37; 5. Standarte 168 Offenbach, 25:40:48,2; 6. Standarte V Horst Wessel I Berlin, 29:04:14,5; 7. Standarte X Berlin, 31:24:45,6; 8. Standarte I Charlottenburg, 32:13:05,6; 9. Standarte V Horst Wessel II Berlin, 37:40:41,4; 10. Standarte VI Berlin, 39:07:45,8 Stunden. Gruppe II: Polizei, 39:48:50,6 Stunden. Gruppe III: 1. Grünweiß Berlin, 21:12:16; 2. Fedia Berlin, 21:47:40,6; 3. Post-SV. Berlin, 23:41:00,1; 4. RE. Wettina Leipzig, 28:22:50,8. 196 595 Köpfen erreicht hatte, hat sich bis zum August 1933 wieder bis auf 210 080 Köpfe erhöht. * N e u e i n st e l l u n g e n. In der Bochumer Eisenindustrie sind im letzten halben Jahre 1104 Arbeiter und Angestellte neu eingestellt worden. Weitaus am stärksten war die Neueinstellung von Arbeitskräften in den beiden letzten Monaten. — Bei der Maxhütte und den Mitteldeutschen Stahlwerken ist die Gesamtbelegschaft in den letzten fünf Monaten um 1400 Köpfe vermehrt worden. Teils ist der Umsatz der Werke gestiegen, teils sind Reparaturarbeiten zu Arbeitsbeschaffungszwecken vorzeitig in Angriff genommen worden. * Tellus A G. für Bergbau- und Hüt» teninbuftrie, Frankfurt a. M. Die Mehr- heit des Aktienkapitals ist aus dem Besitz der wickelnden Metallfirma Beer, Sondheimer & an eine süddeutsche Gruppe verkauft worden, eigentliche Zweckbestimmung des Erwerbs ist Zeit noch nicht feftzuftellen, doch handelt es um eine Reaktivierung der Tellus AG., die ihr Geschäftsjahr 1932 mit einem Gewinn von 23 000 notigen Ausgleich f(hoffen und eventuell notiae Arbeitsstreckungen auf ein Mindestmaß beschränken werden. Die Adam Opel AG. erwartet im kommen- den Jahre eine noch nachhaltigere Wirkung der Regierungsmaßnahmen aus die Entwicklung des Kraftverkehrs und wird den Anforderungen des Marktes in jeder Beziehung gerüstet gegenüberstehen. Sie ist fest entschlossen, die Gesamtbelegschaft den Winter über durchzuhalten. Kein Opel-Arbeiter soll im Winter brotlos sein. * Die Belegschaft des Ruhrberg, bau es, die vor einem Jahre den Tiefstand von Wirtschaft. Gute Beschästigungslage bei Opel. Wie bereits früher gemeldet wurde, hat die Adam Opel AG. in Rüsselsheim im Frühjahr 1933 ihre Gesamtbelegschaft von 6000 auf 10 000 Köpfe erhöhen können. Nachdem im April der sprunghafte Konjunkturaufschwung eingesetzt hatte, waren für die Folgemonate Mai bis August sämtliche Betriebe voll, einige sogar in zwei und drei Schichten beschäftigt. Diese Tatsache ist um so bemerkenswerter, als in der entsprechenden Vorjahrszeit die etwa halb so starke Belegschaft durchschnittlich nur drei bis vier Tage in der Woche arbeiten konnte. Wie die monatlichen Absatzziffern zeigen, ist entgegen allen bisherigen Erfahrungen die Absatzkurve durch die sonst gegen Sommerende allgemein einsetzende stille Zeit kaum beeinflußt worden. Im Juli — dem Ferienmonat — liegt sie, was sonst nicht der Fall, sogar über dem Juni und im August nur um etwa 10 v. H. unter dem Juli. Insgesamt hat Opel im e r st e n Halbjahr 19 3 3 auf dem deutschen Markte 70 v. H. mehr Wagen absetzen können, als im ersten Halbjahr 1932. Der Absatz der Monate Juli und August 1933 liegt sogar um 170 v. H. über den entsprechenden Vorjahrsmonaten, d. h. er ist fast verdreifacht. Im annähernd gleichen Ausmaß sind auch die für Arbeitslöhne gezahlten Beträge gestiegen. Wie die Opxl-Pressestelle miteilt, sind die Betriebe auch weiterhin gut beschäf- t i g t. Die Werksleitung wird alles daran setzen, während der kommenden Wintermonate die zu vergebende Arbeit so zu planen, daß Arbeiter- entlassungen unter allen Umständen vermieden werden. Dies wird insbesondere dadurch möglich sein, daß bereits jetzt umfangreiche Neuinvestierungen und wichtige Erweiterungen der Rüsselsheimer Fabrikbetriebe im Gange sind, die für Saison-Rückgänge im Automobtil-Absatz den Breslau überholt, aber nach einer 15 Kilometer langen Jagd gelang es der Standarte II, wieder Anschluß zu finden. Bei Reichertshausen wurde auch Fedia geholt, so daß diese drei Mannschaften nunmehr den Weg bis zum Ziel gemeinsam zurücklegten. Hamdurg-Amerika-Pakei Hamdurg-Südam. Dampfschisf. Hansa-Dampfschiff........... Norddeutscher Lloyd A G- für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Eommerz. und Prival-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft Dresdner Bank Reichsbank ................ ; Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Frankfurt a.M. Berlin Schluß- lurs Schiußl. Abend- börlc Schluß» kurs Schluß!. Mittag« börse Datum 11.9. 12.9. 11.9. 12.9 4% besgl. Serie II ............. 4,95 5 5,05 5 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 2,75 2,75 2,85 4/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4,75 4,75 4,5 4,25 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2,5 2,5 2,4 2,4 2*4% Ulrmlolter ............... 24,13 23,9 23,5 23,75 Frantturi o. 2)1. JJerlin Echluß- lurs Schluß!. Abendbörse Schluß- lurs Schluß!. Minag» börse Datum 11.9. 12.9. 11.9. 12-9. ManSselder Bergbau....... .. 0 21,9 21,75 21,5 21,75 Kokswerke ................ .. 0 — — 57,5 59 Phönix Bergbau........... .. 0 26 28,5 26,5 28 Rheinische Braunkohlen .... . 10 174,5 171 175 173 Rheinstahl ................ .. 0 69 71,75 69,25 71 Vereinigte Stahlwerke...... .. 0 25 27,25 25,9 27,13 Otavi Minen ............. .. 0 10,5 10,25 10,25 10,25 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 105 106 104,25 105,75 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 105,25 105,5 105,25 105,75 Kaliwerke Salzdetfurth..... IVi 145,5 145 145 144,75 I. G. Yarben-Jndustrte..... .. 7 105 106,75 106,5 106,5 Scheideanstatt............. .. 9 164,25 164 — Goldschmidt .............. .. 0 39 38,5 38,13 38,5 RüigerSwerke ............. .. 0 43,75 43,75 43,25 43,25 Metaligesellschast........... .. 0 50,5 — 51 51 Philipp Holzmann......... Zementwerk Heidelberg .... Lementwerk Karlstadt....... .. 0 38 54 55,5 .. 0 .. 0 °2 = Schultheis Patzenhoser ..... .. 0 — — 85 83,5 Aku ('Allgemeine Kunstseide) .. 0 27,13 — 27,25 28 Bemberg................. .. 0 40 41 40 41 Zellstoff Waldhof .......... .. 0 31,5 32,25 30,75 31 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 19 — 17 18,75 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 97 97,25 Daimler Motoren.......... .. 0 20,5 22,5 21,5 22,75 Deutsche Linoleum......... .. 0 — —— 34 35.5 Lrenslcin & Koppel ........ .. 0 — — 24,13 24,5 Leonhard Tietz............ .. 0 10,25 10,25 10,25 10,13 Cbade.................... ..10 159,5 160,5 162 160.95 Arcumulatoren» Fabrik...... .. 0 — 181 179 ‘ Lontt-Gummi............. .. 0 127,5 — 128,75 130,5 Gritzner.................. .. 0 - Mainkraftwcrke Höchst a.M.. Süddeutscher Zucker....... .. 4 .. 8 150,5 150 149,5 150 11. September 12-September Amtliche Notierung Geld | Arie Amtliche Notierung Geld | Arie> Datum 11.9. | 12.9. 11.9 12.9. 6% Deutsche ReichSonlethe v. 1927 6% chem.7% Dt. RcichSanl. v. 1929 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl..Mlös..Schuid mit Auslos.»Rechten ............. Desgl. ohne Auvlvs..Rechte...... 6% ehem.8% Hess. Dolksslaat 1929 (rückzahlb. 102%) ....... 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold m. 12.................. 6'4% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 ml, AuSIos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bant Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyo.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6'/2% ehem. 4>/i% Franks. Hyp.- Bank>Ltqu.»PsandbrIese....... b'/-% ehem. 4'/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liliu.-Goldpse..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand. briesanslalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. LandeSpsand- briefanslali, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs 4% Oesterretchlsche Goldrenle.... 4,20% Oesterreichische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische StaatSrenle v. 1910 4‘/2°,o desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I..................... 83 98,9 82,4 75,13 9.25 77,5 6,5 66,25 77,75 77,4 79,25 82,5 79 80,25 86,5 10.5 0,65 3,9 4 3,9 5,5 5,15 83 98,75 82 75,75 9,55 76 81 66,5 66,4 77 77 79,65 82,75 79 80 86,6 10,25 0,65 4 3,95 3,75 5,5 5,13 4,95 83,5 99 82,4 75,5 9,25 73,4 78 66,5 79 80,5 86,5 10 5 0,6 3,95 3,9 5,4 5 4,95 83,75 98,9 82,4 75,75 9,55 73.25 66,5 78,5 80,5 86 6 10,5 0,75 4 4 4 5,1 5s 5,934 47,95 12,41 5.946 48,05 12,43 5,974 47,95 12,41 3,047 3,053 3,047 169,13 169,47 169,18 67,58 67,72 68,03 60,09 60,21 60,54 69,38 69,52 69.93 13,445 13,485 13,54 0,928 0,932 0,928 2,967 2,973 2,957 58,47 58,59 58,47 22,11 22,11 22,15 16,405 16,445 16,41 81,04 81,20 81,00 35,01 35,09 35,01 81,47 81.63 81.47 0,774 0,776 0.779 0,241 0,243 0,241 5,295 5,305 5,295 12,71 12,73 12,74 Banknoten. Berlin, 12-September Geld Brief Amerikanische Noten.............. 2,74 2,76 Belgische Noten.................. 58,31 58 55 Dänische Noten ................. 60,28 60,52 Englische Noten ................. 13,50 13,56 Französische Noten............... 16.37 16 43 Holländische Noten............... 168.76 169,44 Italienische Noten................ 21.99 22,07 Norwegische Noten .............. 67,86 68,14 Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten............... _ — Schwedische Noten............... 69,76 70,04 Schweizer Noten................. 80,82 81,14 Spanische Noten................. 34,88 35,02 Ungarische Noten................