Nr. 214 Erster Matt 483. Jahrgang Mittwoch, 13. September 4953 Erschein» tägltd), autza Sonntags und Feiertags vetlagen: Dte Illustriert, Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl, Monalr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustriert» , 1.80 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, zernsprechanschlüfse nnter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Mhener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnid und Verlag: vrühl'fche llniversilälr-vuch- und Lleindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchnlstrahe 7. Annahme oon Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°,, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen. Randnoten. Das deutsche Volk hat wohl in den letzten Mo- naten die Ausräucherung der kommunistischen Schlupfwinkel und Verschwörernester miterlebt, es hat sich aber in seiner überwiegenden Mehrheit wohl kaum eine richtige Vorstellung oon der illegalen Tätigkeit der bolschewistischen Garden machen können, es hat vor allem nicht geahnt, wie dicht es im Frühjahr vor einem roten Putsch stand, für den in monatelanger Geheimarbeit alle Vorbereitung en getroffen waren. Jetzt haben die Sicherheitsbehörden die kommunistische Gefahr soweit gebannt, daß es möglich ist, einen Blick in die Tätigkeit der kommunistischen Bewegung zu werfen und vor allem auch einwandfreies Material über die Aufstandsvorbereitungen der Oeffentlichkeit zu übergeben. Der Gesamtoerband der deutschen antikommunistischen Vereinigungen hat das bedeutsamste Dokumentenmaterial in einer Broschüre, die den Titel „Bewaffneter AufstanD!" trägt, Aufammen- getragen, er hat damit dem deutschen Volke, darüber hinaus aber auch aller Welt mit seltener Eindringlichkeit vor Augen geführt, wie riesengroß die kommunistische Gefahr im Herzen Europas bereits angewachsen war. Für denjenigen, der sich schon seit langem intensiv mit dem Kommunismus beschäftigte, Der jede Regung dieser von Moskau aus gelenkten Bewegung verfolgte, sind die Dokumente nur eine Bestätigung seiner immer wieder erhobenen Warnung, daß man mit dem Feuer spielte, als man die Kommunisten, wie das Seoering einst aussprach, als „politische Kinder" behandelte. Sie waren alles andere als Anfänger oder harmlose und ungefährliche Naturen, sie hatten sich im Staat ein eigenes Staatswesen aufgebaut, das auf einer straff organisierten Wehrmacht basierte und vor keinen Mitteln zurück- schreckte, die der Erreichung des großen Zieles, der Staatsumwälzung im Sinne Moskaus, dienen konnte. In der oben erwähnten Broschüre ist noch einmal an Hand einer Fülle oon Belegen nachgewiesen, wie der eigene militärische Apparat aufgebaut und bewaffnet war, daß man untereinander mit chiffrierten Anweisungen verkehrte, daß alle Polizei- und Reichswehrunterkunfte genau ausspioniert wurden, daß schwarze Listen existierten, die Tausende von Namen politischer Gegner aufführten, daß immer wieder der Terror gefordert und geübt und die Sabota'ge wie der bewaffnete Einzelkampf durchexerziert wurde. Seit dem Herbst des Vor- sahres bestand die Tarnung des Kommunismus, i m Frühjahr sollte losgeschlagen werden. Anweisungen und Befehle waren ergangen, aber der Sicherheitsdienst funktionierte unter feiner neuen Führung. Hinzu kam noch das Versagen der Sozialdemokraten, die für den Generalstreik gerüstet hatten, jedoch im letzten Augenblick abschwenkten. Aus der großen Aktion, die mit einem Attentat auf den Führer ihren Anfang nehmen sollte, wurde nichts, dafür flackerten zahllose Einzelkämpfe auf, bei denen noch mancher Polizist und mancher 621.= Mann sein Leben lassen mußte. Die starke Staatsgewalt, die dem Terror und dem Straßenkamps den eisernen Willen zur Ausmerzung des Kommunismus entgegensetzte, erwies sich stärker als die bolschewistische Garde, zumal keinen Augenblick ge- Aögert wurde, den Gegner anzugreifen und zu schlagen. So wurde der sorgfältig vorbereitete bewaffnete Aufstand rechtzeitig vereitelt, der Kommunismus selbst ist aber noch längst nicht erledigt. Jetzt bedarf es einer intensiven Kleinarbeit, um die bolschewistische Zersetzungsarbeit end- aültig lahmzulegen. Auch das wird gelingen. Dem Ausland aber, das vielfach noch immer gläubig die ihm gerade oon den Kommunisten vorgesetzten Märchen nachbetet, sollte oon dieser Dokumentensammlung ausgiebig Kenntnis nehmen, es wird bann schon von selbst zu einer gerechteren Beurteilung unseres gegen den Bolschewismus gerichteten Abwehrkampfes kommen. Man darf die deutsche Landschaft und das Leben der Deutschen nicht nur mit den Feiertagsaugen sehen. Sonst verliert man den Blick für das lieber» mafc stillen Dpfertums, das heute tagtäglich für die Gemeinschaft allüberall im deutschen Vater- lanbe gebracht wird. Wer die SA., die SS. und die grauen Kolonnen des Stahlhelms nur auf fahnenüberwehten Aufmärschen sieht, wer nur in seinem Bewußtsein die festlichen Höhepunkte unsrer Zeit aufnimmt, der weiß nichts von dem eigentlichen Dienst der Sturmsoldaten Adolf Hitlers. Wer den Bauern nur als den von Sorgen unbeschwerten „heiteren Landmann" sehen zu müssen glaubt, eingebettet in den stillen Frieden seiner Dorfheimat, der weiß nichts von jenen unendlichen Sorgen und Mühsalen, die heute auf jeder Hütte lasten und die es immer und immer wieder bestätigen, daß das Leben nun einmal ein fortwährender unerbitterter Kampf ist. Ein blühendes großes deutsches Dorf, Oeschel- bronn in Baden, ist in Flammen aufgegangen. 203 Gebäude sind bis auf die Grundmauern ein- geäschert worden, mehr als hundert Familien liegen obdachlos auf der Straße. In einem andern Teile Deutschlands, in der Nähe oon Solingen, ist ein mit 45 SA.-Männern besetzter Lastkraftwagen einen Abgrund heruntergestürzt. Eben noch erscholl der frohe Gesang begeisterter deutscher Mannschaft, eben noch flatterten die deutschen Fahnen der Erhebung im Wind, und im nächsten Augenblick schien die unerbittliche Sonne dieses heißen Frühherbstes auf Aehn Tote und 27 schwerverletzte SA.-Männer herab. Unendliches Leid ist in viele deutsche Familien eingezogen, bitterste Not geht in den Reihen der obdachlosen Schwarzwaldbauern um. Jeder Deutsche weilt in Gedanken bei den Opfern dieses Oie kommunistischen Lkmsturzpiäne enthüllt. Wovor Deutschland bewahrt wurde. — Eine Warnung an die Ungläubigen im Ln- und Ausland. — Am Borabend der nationalen Revolution sollte durch ein Attentat auf den Reichskanzler der bis ins einzelne sorgfältig vorbereitete Bürgerkrieg entfesselt werden. Berlin, 12. Sept. (TU.) Der Gesarntver - band Deutscher antikommunistischer Vereinigungen übergibt der Oeffentlichkeit aufsehenerregende Enthüllungen über den kom - munistischen Umsturzversuch am Vorabend der nationalen Revolution, die alles, was bisher über die roten Revolutionspläne durchgesickert war, in den Schatten stellen. Danach war n a cf) jahrelangen systematischen Vorbereitungen kommunistischer Spionage-, Wühl- und Zersetzungsarbeit unter Einsatz von Sprengstoff und Terror und nach Ausarbeitung eines exakten Mobilmachungsplanes Ende Februar 1933 alles s o weit fertig, daß beim verabredeten Signal losgeschlagen werden konnte. 2lnfang Februar 1933 trat die „Geheime Kopsleitung^ des bewaffneten Aufstandes zusammen. Der Inhalt des Planes ist in großen Zügen bekannt geworden. Danach sollte der Aufstand Inder entmilitarisierten Zone des Rheinlandes beginnen. Das Signal sollte d i e Ermordung des Führers und Reichskanzlers bei seiner beabsichtigten Rheinlandreise werden. Zugleich mit dem Anschlag aus den Führer oder auf den Reichspräsidenten wurde beschlossen, sämtliche Groh- Sendestationen zu besehen, von denen aus der Aufruf zum bewaffneten Aufstand an das Proletariat ergehen sollte. And unverzüglich sollten im Anschluß daran l e - benswichtige Betriebe gesprengt oder stillgelegt und Sabotageakte an öffentlichen Gebäuden. Eisenbahnen. Brücken. Kasernen, Polizeiunterkünften verübt werden. Die geheime Leitung der bolschewistischen Revolution sollte sich in Krefeld und Düren befinden. Die militärische Leitung lag offenbar in der Hand des russischen Juden Wollenberg. Als nächste Etappe des Aufstandes war das oberschlesische Jndu- st r i e g e b i e t vorgesehen, während Berlin kur; danach in die Aktion einbezogen werden sollte. Am 13. Februar 1933 waren d i e Ze n t r a I • befehle schon bis in d i e Provinz durchgedrungen. Es gelang an diesem läge, eine Sonderbesprechung auserlesener kommunistischer Führer in Aue in Sachsen zu beobachten, bei der offen davon gesprochen wurde, daß in kürzester Zeit „große Dinge gedreht" würden. Kurze Zeit darauf wurde der Polizei in Flensburg die Bildung von bewaffneten und mit Sprengstoff versehenen Aktivgruppen, die größtenteils aus Hamburger Schwerverbrechern bestanden, bekannt. Geheimnisvolle Mauerinschriften: „Arbeiter, verschafft euch Waffen!" aus unabwaschbarem Teerfirnis, tauchten auf. Einige Tage später wurden i m Ruhrgebiet nächtlich geplante bewaffnete UeberfäHe auf d i e Polizei verpfiffen. Die Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden kommunistischen Umsturz häuften sich von Tag zu Tag bedrohlich. In Cammin in Pommern fiel der Polizei der chiffrierte Plan für die örtliche Durchführung des gewaltsamen Handstreichs in die Hand. Unter Führung des Maurers Dumann war eine Initiativgruppe oon 25 Mann beauftragt, die leitenden Staatsbeamten, Führer der nationalen Verbände und Aerzte als Geiseln se st zusetzen, öffentliche Gebäude und lebenswichtige Betriebe sollten besetzt und d i e Eisenbahnbrücken gesprengt werden. Eine ähnliche Terrorgruppe entlarvte man in Burscheid, bei der man s a st einen Zentner Dynamit beschlagnahmen konnte. In Schleswig-Holstein beschlagnahmte Anweisungen an alle „Aufstandsinstrukteure", Rundschreiben an die KPD.-Ortsgruppen in Halle, Tagesbefehle an die wehrtechnischen Leiter, Entlarvung terroristischer Geheimorganisationen, besonders im Westen, aber auch in allen anderen Teilen des Reiches, vervollständigen das Bild. Einer der gesährlichsien Aufstandsherde war auch diesmal wieder Altona, wo Rot-Front- kämpferbund, Rote Marine und Kampfbund gegen den Faschismus organisiert und bewaffnet bereit standen. Die Leitung lag zum Teil in den Händen von Funktionären, die i n Rußland militärisch ausgebildet waren. Die Aufstandstruppen der KPD. wurden mit den allerneueflen Errungenschaften in der Straßenkampstechnik bekanntgemacht, die schriftlich fixiert sind. Am 28. Februar 1933 ergingen von der Geheimen Aufstandsleitung die letzten zentralen Kampf- Das Winlerhilsswerk des deulschen Volkes Erste Arbeitsanweisung des Reichsführers des WHW. Berlin, 13. Sept. (CNB.-Funkspruch.) Die große Aktion zur Bekämpfung von Not und Elend im kommenden Winter hat auf b r e i t e ft e r Front eingesetzt. Der heutige Tag steht mit der großen Kundgebung, die das in der Leitung des Winterhilfswerkes führende R e i ch s m i n i - sterium für V o 1 k s a u f k 1 ä r u n g und Propaganda veranstaltet, ganz im Zeichen dieses Werkes der neuen Volksgemeinschaft. Die organisatorischen Arbeiten sind bereits, wie die jetzt vorliegende erste Arbeitsanweisung des Reichsführers des WHW. zeigt, in vollem Gange. Mit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda wird die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt unter dem Reichswalter Hi 1 genfe 1 dt die Führung übernehmen, wobei man als Ergänzung an die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft denkt, an der die interessierten Ministerien, also das Reichsarbeitsministerium, Reichsinnenministe- rum usw., beteiligt fein werden. Die Reichsarbeitsgemeinschaft arbeitet mit dem Statistischen Reichsamt zusammen, um den ein» deinen V e r b r a u ch e r g e b i e t e n entsprechende Erzeugegebiete zuweisen zu können, wobei die in Frage kommenden Verhältnisse sowie bereits bestehende Beziehungen zu berücksichtigen sind. Hinsichtlich der allgemeinen Organisation werden d i e (Bauleiter der NSDAP, die Arbeit des WHW. in ihren Gebieten beaufsichtigen und überwachen, während die Landes- und Provinzialführer des WHW. die eigentlichen Träger der Organisation sind. Die Gauführer des WHW. sind gleichzeitig die Gauwalter der NSV. Im einzelnen sind eine Fülle von Maßnahmen vorgenommen. Mit den Stein- und Braun- kohlen syndikaten sind bereits Verhandlungen wegen größerer Spenden in Form oon A b - gaben verbilligter Kohle ausgenommen. Mit den Besitzern oon Torfstechereien soll schnellstens eine Mehrgewinnung von Torf für die notleidende Bevölkerung vereinbart werden, wobei man auch an die Heranziehung des freiwilligen Arbeitsdienstes denkt. Was weiter die sehr wichtige Frage der Brennstoffversorgung betrifft, so sollen auch Verhandlungen mit den Waldbesitzern in die Wege geleitet werden, wobei der Einsatz des Arbeitsdienstes zu erwägen ist. Unter den zahlreichen Maßnahmen, die zur Zeit in Vorbereitung fino, spielt auch die B e s ch a f - fung von Kleihungs stücken eine erhebliche Rolle. So wird mitgeteilt, daß mit der Bekleidungsindustrie, sowie den Bekleidüngsgroßhand- lungsverbänden Verhandlungen über größere Spenden eingeleitete sind, während die Sammlung oon gebrauchter Kleidung in der Art der bisherigen Winterhilfe erfolgt. Den weiblichen Arbeitsdienst will man für die Zurichtung der gebrauchten Kleidungsstücke einspannen. Selbstverständlich strebt man eine Verbilligung der Transportkosten für die Win- terhilfe an. Entsprechende Verhandlungen werden mit der Reichsbahn ausgenommen werden und ebenso hat man sich auch mit den Kraftfabr- zeugverbänoen usw. in Verbindung gesetzt. Was die Lebensmittelsammlungen anbetrifft, so bestimmt die erste Arbeitsanweisung des Reichsführers des WHW., daß diese Sammlungen besonders auf dem Lande s o rechtzeitig einzuleiten sind, daß am Tage des Erntedankfestes dem Reichskanzler erhebliche Mengen gesammelter Lebensrnittel durch die Bauernführer gemeldet werden können. Es wird darauf hingewiesen, daß dieser Teil der Aktion schnellstens zur Durchführung kommen muß. Neben der Lebensmittelsammlung auf dem Lande sind entsprechende Aktionen bei den ßebensmittelgrofj» Handlungen usw. vorzubereiten. Sonntags, jeder Deutsche wird nach feinen Kräften dazu beitragen, die äußere, die materielle Not, zu lindern. Um der inneren Not Tröstung zu bringen aber ist es notwendig, daß alle deutschen Volksgenossen sich noch viel mehr als bisher verstehen lernen, nicht nur im Rausch der großen nationalen Feste, sondern auch im grauen Werk des Alltags. In den Kampfgrupven des Nationalsozialismus marschiert nicht des Vaterlandes reichster, sondern Deutschlands ärmster Sohn. Am Munde abgespart werden müssen Uniform und Ausrüstungsstücke. Jeder festliche Aufmarsch, jede Uebetlandfahrt und jedes öffentliche Auftreten erfordert bei unendlich vielen einen Verzicht auf persönliche Behaglichkeit und Prioatglück. Der Dienst in den Formationen ist für Führer und Mann anstrengend. Im allgemeinen muß er nach der Berufsarbeit des Tages getan werden. Wo früher das behagliche Familien- glück den Nachhausekehrenden umfing, ruft jetzt die Trommel zum Dienst. Solche Vorfälle wie der in Kohlfurth beweisen, daß dieser Dienst auch jetzt noch angefüllt ist mit Gefahren. Rote Mordschützen kann man ausrotten. Die Technik aber, die der Mensch sich untertan gemacht hat, bäumt sich immer wieder auf und will mit Strömen Des besten Blutes versöhnt werden. Und was über den deutschen Bauern gesagt werden muß, das gilt heute für jeden anoeren Berufsstand. Wie leicht vernichtet die Ungunst der Witterung die Ernte eines ganzen Jahres und damit die Brotgrundlage für eine Familie. Wie unzulänglich sind teilweise noch, wie das Unglück von Oefchelbronn beweist, die Feuerlöschmaßnahmen. Wie oft gleitet der Blick über die gewohnte Tageszeitung darüber hinweg, daß irgendwo im Ruhrgebiet oder in Oberschlesien ein paar Bergleute verschüttet worden sind. Wie wenige unter uns ehren diese Opfer der Arbeit durch ein seelisches Derbundensein und ein unmittelbares materielles Helfen. Allzu viele fassen es als eine Selbstverständlichkeit für die andern, nicht aber als einen Ansporn für sich selbst auf, wenn sie lesen, daß, wie z. B. jetzt in Oefchelbronn, Feuerwehrleute, Pioniere und SA.-Männer sich bis an die Grenze öer Erschöpfung eingesetzt und verzehrt haben, um Der Gemeinschaft Rettung und Hilfe zu bringen. Unb doch ist es jener tägliche Einsatz, unbeleuchtet vom Scheinwerferlicht der Massenarena, der die wahre Volksgemeinschaft erst zusammen- schweißt. Nicht auf dem Einsatz derer, die jedermann kennt, beruht die Freiheit, sondern allein auf dem Opfer der unbekannten und namenlosen Helden des Alltags, die durch ihr Beispiel und Borbild das Volk dazu befähigen, große Leistungen zu vollbringen und große Erschütterungen zu über» stehen. Kein Druck auf Die Beamten. Ein Erlaß des Rcichsjuftizkommissars Dr. Frank. München, 12. Sept. (WTB.) Staatsminister öer Justiz und Reichsjustizkommissar D r. Frank hat an die Generalstaatsanwälte bei den bayeri- ichen Oberlandesaerichten eine Anordnung erlassen, in der es heißt: Die deutsche Anwaltschaft bedarf, um die großen Aufgaben, die ihrer im neuen Staate harren, erfüllen zu können, eines nachdrücklichen Schutzes gegen ungefefe- 11 ch e Eingriffe in ihre Berufsausübung und gegen unzulässige Angriffe als Folge ihres Berufsausübung. In gleicher Weise kann auch der nicht arische Rechtsanwalt, dessen Zulassung aufrechterhalten ist, schon im Interesse Der Rechtssicherheit und der arischen Anwaltsangestellten den Schutz des Staates für eine ungestörte Ausübung seines Berufes beanspruchen. Die Generaistaatsanwälte werden daher angewiesen, ihr besonderes Augenmerk darauf zu richten, daß der Anwalt in der Ausübung «eines Berufes weder gehindert, bedroht oder sonst beeinträchtigt noch wegen pflichtgemäßer Berufshandlungen oon irgendeiner Seite zur Verantwortung gezogen wird, lieber» griffe dieser Art, woher sie auch kommen mögen, sind im Rahmen der allgemeinen Strafgesetze rücksichtslos und unnachsichtig 3 u d erfolgen. Der Minister erläßt ferner folgende B e - kanntmachung: Ich muß immer noch die Wahrnehmung machen, daß sich nichtstaatliche Stellen oder Organisationen oder einzelne Personen das Recht anmaßen, „Anordnungen" für die Beamtenschaft zu erlassen, oder daß sie doch in Angelegenheiten, deren Regelung der persön- lichenEntschließungsfreiheit des einzelnen überlassen ist und überlassen bleiben muß, einen Druck auf Beamte auszu - üben v ersuchen. Dazu gehört es beispielsweise, wenn Beamte direkt oder indirekt gezwungen werden sollen, irgendwelchen Organisationen beizutreten, Beiträge hierfür zu leisten ober s 0 nstige Spenden zu geben, auf einen Teil ihrer Dienstbezüge zu verzichten, ein Theater- abonnement zu nehmen usw. Entsprechend dem nationalsozialistischen Pro- gramm und gemäß den Weisungen unseres Führers werde ich Eingriffe in den Hoheitsbereich der Justizverwaltung unter g ar keinen Umständen dulde n. Ich stelle mit allem Nachdruck fest, daß „Anordnungen" jeder Art, die nicht von dem zuständigen Dienstvorgesetzten ausgehen, für die mir unterstellten Justizbeamten jeder Verbind- lichkeit entbehren, und ich verbiete allen Justizbeamten, derartigen „Anordnungen Folge zu leisten. Soweit die Mitarbeit an dem großen Werke des nationalsozialistischen Aufbaues den geschlossenen Einsatz der Beamtenschaft auf außerdienstlichem Gebiete notwendig macht und sich zu diesem Zwecke allgemeine Weisungen ober Richtlinien als erforberlicfj erroei» fen, sind zu deren Erlassung ausschließlich die zuständigen staatlichen Organe berufen. 2ch erwarte auch von meinen Beamten, daß sie allen Versuchen, gleichviel von wem sie ausgehen, ihre persönliche Entschließungs- 1 r e i h e i t inunzulässigerWeise z u beschränken, mit Entschiedenheit entgegentreten. Die Beamtenschaft wird dabei immer meine vollste Unterstützung finden. — lieber jeden noch vorkommenden #aU Derartiger Mißbräuche ist mir sofort zu berichten. anweisungen an die Terror« und Kampfoerbande. Noch am selben Tage erging der Befehl für die höchste Alarmstufe. In den kommenden Tagen oder auch Stunden sollte der Aufstand ausgelöst werden: „Bis Samstag muß dem Reichs- kurier gemeldet fein, wieviel Waffen in euren Be- Wirken find. Sofort mitzuteilen, daß die eingesetzte Hilfsvolizei dort, wo man sie antrifft, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu erledigen ist. Es muß so sein, daß kein Faschist mehr über die Straße gehen kann. Feststellung, wo Nazikasernen und strategische Punkte sind. Einheitliches Borgehen der gesamten Organisation; Nazis ist kein Paroon zu geben. Die Ortsgruppen haben in allen Aktionen freie Hand, nur wo es sich um Polizei handelt und um Kasernen der Polizei, sowie um technische Betriebe, muß die Einwilligung der RL., der M.-Abteilung, eingeholt werden. Höchste Alarmstufe 5. 3., abends 12 Uhr. Eintreffen der Alarmmeldung, positive Anweisung über Operation im Reich, Eintreffen des Reichskuriers. Wir erwarten, daß unsere Anweisungen sofort durchgeführt werden, zum Sturz der Hitlerregierung." Parallel mit der Auslösung des Bürgerkrieges an vielen Orten zugleich, wodurch die Kräfte des Staates und der SA. und SS. zersplittert und in Verwirrung gebracht werden sollten, wurde ein aufs Genaueste ausgearbeiteler A k t i o n s p l a n für die Zeit nach dem 5. Mar; 1933, vom Generalstab der Revolution entworfen, der sich speziell mit Berlin befaßte. Schlag auf Schlag sollte vom 5. bis 9. März 1933 die Sprengungen der Lisenbahn- brücken, die Riederlegung der Hochspannungsleitungen, die Stillegung und Zerstörung der Llektrizi- täts- und Kraftwerke erfolgen. Die Polizeiunter- künfte in der Lhausseestrahe in Berlin am Kreuzberg und in der wrangelstrahe sollten augenscheinlich während dieser Zeit durch RFB.-Truppen und Terrorgruppen in Schach gehalten werden. Kuriere und besondere Telephonleitungen waren zur Herstellung der Verbindungen und der Einheitlichkeit der Gesamtaktion eingerichtet. Lin Massenaufgebot von Erwerbslosen sollte offenbar Aeberfälle und Raub in der villengegend Krumme Lanke verüben. Wenn auch die Lhiffrierung des Aktionsplanes nicht völlig entziffert werden kann, so liefert er doch einen unwiderleglichen Beweis für die unmittelbar bevorstehenden planmäßigen und zielbewußten Terror- und Sabotageakte in Berlin. Die Enthüllungen sind unter dem Titel „B e - w offne ter Aufstand I" in einer umfangreichen Broschüre von 138 Seiten enthalten. Zahllose Belege, Photographien, statistische Angaben hat Adolf Ehrt zusammengestellt. Sie geben erstmalig ein genaues Bild der kommunistischen „Erziehungsarbeit" und Bür- gerkriegsstrategie, die alle nihilistischen Masseninstinkte systematisch aufgriff und verwertete, um im letzten Augenblick, kurz nach der Betrauung Adolf Hitlers mit dem Kanzleramt, zum letzt en entscheidenden Schlag auszuholen. Das mußte schnell geschehen, noch ehe sich das neue nationalsozialistische Regime konsolidieren konnte. Zum ersten Fanal des bewaffneten Aufstandes wurde in der Nacht zum 28. Februar, dem Vorabend des Befehls, für die höchste Alarmstufe der kampfbereit stehenden kommunistischen Organisationen der Brand des Reichstagsgebäudes. Auf die besonderen Zusammenhänge dieses Brandes geht die Schrift nicht ein, um dem Prozeß nicht vorzugreifen. Wie der Herausgeber mitteilt, besteht die Absicht, eine Urteilssammlung des Reichsgerichts über die kommunistische Berschwörertätigkett in offizieller Zusammenstellung zu veröffentlichen. Es stehe zu erwarten, daß der Gesamtverband die Möglichkeit haben werde, auch diese Aktenstücke in einem anti- kommunistischen Museum auszustellen, das in Berlin in Kürze aufgebaut werden soll. Die gesamte deutsche wie auch die Weltöffentlichkeit werden sich nunmehr ein klares Bild von der ungeheuren Gefahr machen können, die Deutschland und somit Europa in den Vorfrühlingstagen dieses Jahres drohte. Wer es aber bisher nicht hat wissen wollen, wird nunmehr er» kennen, daß der Schlag, zu dem die nationalsozialistische Regierung dann gegen den Kommunismus ausholte, in letzter Minute vor zwölf geführt wurde. Oie Nebenbeschäftigung von Beamten. Durchführungsbestimmungen zum Gesetz über das allgemeine Bcamtenrecht. Berlin, 12. Sept. (TU.) Zu Kapitel IV des Gesetzes zur Aenderung von Vorschriften auf dem Gebiete des allgemeinen Beamtenrechts vom 30. Juni 1933 sind Durchführungsbestimmungen erlassen worden. Danach gilt als genehmigungspflichtige Nebenbeschästguna der Beamten jede Tätigkeit, bei welcher durch Arbeitsleistung irgendwelcher Art eine Vergütung erzielt wird. Von der Genehmigungspflicht sind freundschaftliche Hilfe, bei Der eine Vergütung in Geld nicht gewährt wird, sowie einzelne Nebenbeschäftigungen geringen Hm» sangs ausgenommen, für die Vergütungen im Werte bis zu 30 Mark gewährt U>erden wenn sie nicht öfter als fünfmal im Jahre ausgeübt werden. Den gefehlichen Bestimmungen über Nebenbeschäftigungen der Beamten unterliegen auch ärztliche, tierärztliche und zahnärztliche Beamte. Bis zu einer besonderen reichsgesetzlichen Regelung kann dieAusübungder Privatpraxis aus dienstlichen Gründen genehmigt werden. Bereits erteilte Genehmigungen sind nachzuprüfen. Wird die Genehmigung widerrufen, so kann den Beamten eine angemessene F r i st zur Lösung eingegangener vertraglicher Verpflichtungen bewilligt werden. Iahreshöch st beträte sind festgesetzt für Zulagen und Vergütungen, die ausnahmsweise aufgrund des Haushaltsrechts zur Verfügung gestellt werden. Ferner ist bestimmt, welche Betröge einem Beamten als Pauschalauf» wanosentschädigung belassen werden können, wenn ihm für eine auf Vorschlag ober aus Veranlassung seiner vorgesetzten Dienststelle übernommene Nebentätigkeit im Vorstand ober Aufsichtsrat einer auf Erwerb gerichteten Gesellschaft ober Genossenschaft eine Vergütung gewahrt wird. Soweit den Beamten Vergütungen zusließen, die ihm hiernach nicht belassen werden tonnen, sind sie an der Kasse der vorgesetzten Behörde abzuführen. Der Kommunistenmord an den polizeihauptleuten Anlauff und Lenk aufgeklärt. Zwei ehem. kommunistische Abgeordnete als Anstifter. Berlin, 13. Sept. (WTB. Funksoruch.) Der Mord an den Polizeihauptleuten Anlaufs und Lenk, der am Sonntag, dem 9. August 1931 auf dem damaligen Bülowplatz von Kommunisten begangen wurde, ist jetzt von der Kriminalpolizei in enger Zusammenarbeit mit der SA. re ft los’ aufgeklärt worden. Diese Bluttat, die keine Einzelaktion fanatischer Parteimitglieder darstellte, sondern von der obersten Parteileitung planmäßig vorbereitet und durchgeführt worden ist, ist zur Zeit Gegen st and einer gerichtlichen Untersuchung gegen insgesamt 21 Kommunisten wegen gemeinschaftlichen Mordes. Die bisherigen Ermittlungen haben ergeben, daß die früheren Reichstagsabgeordneten der KPD. Heinz Neumann und H. Kippenberger für die Mordtaten verantwortlich sind. Sie und neun an der Mordtat direkt ober indirekt beteiligte Kommunisten sind geflohen unb werden von ber Kriminalpolizei noch gesucht. Ueber Mitteilungen aus bem Publikum, die zu einer Festnahme ber Gesuchten führen, ist eine Gesamtbelohnung von 4000 Mark ausgesetzt. Außer Neumann unb Kippenberger handelt es sich um Frau Kippenberger und die Kommunisten Walter Ulbricht, Erich Mielke, Erich Ziemer, Wilhelm Peschky, Wilhelm Becker, Herbert Dodersalzki, Gerhard Wallitschke und Paul Kähne. Wiens Ennnerungsfeier. Im Mittelpunkt die Polenfreundschaft. Wien, 12. Sept. (WTB.) Die Hauptfeier der Staatsregierung zur Erinnerung an die Befreiung Wiens von der Türkengefahr vereinigte das Staatsoberhaupt und die Bundesregierund mit den übrigen Spitzen ber militärischen unb zivilen Behörden zu einer großen Kunbgebung auf bem Helbenplatz, an der auch das diplomatische Korps teilnahm. Kardinal Dr. Inniger zelebrierte das Pontifikalamt und würdigte in seiner Predigt die Größe des festlichen Anlasses. Bundespräsident M i k l a s beleuchtete die geschichtliche unb kulturelle Bebeutung bes Ereignisses. Damals sei es ein Gebot einer geschichtlichen Schicksalsstunde gewesen, baß sich W i e n als Bollwerk ber christlichen Kultur bem Feind entgeaenstellte, der heute schon l ä n g st unser Freuno geworden ist. Damals zeigte sich die Kraft des Wortes: „Oesterreich kann, wenn es nur will". Oesterreich von heute sei entschlossen, seine Sendung friedlich zu erfüllen, im Einvernehmen mit allen Völkern. Die Staatsfeier schloß mit der Defilierung der Truppen vor den offiziellen Persönlichkeiten, unter denen sich auch eine starke türkische Delegation befand. Oer Reichspräsident bei Reichswehrübungen in Ostpreußen. Darkehmen, 12. Sept. (WTB.) Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg traf heute nachmittag im Sonderzug auf dem Bahnhof Darkehmen ein, um an den gegenwärtig in dieser Gegend stattsindenen Brigadeherbst- Übungen teilzunehmen. Zum Empfang des Reichspräsidenten bildeten die nationalen Verbände Spalier. Mit Blumensträußen in der Hand erwarteten die Kinder den Reichspräsidenten und umjubelten ihn bei seiner Ankunft. Ganz Darkehmen war auf den Beinen. Eine Ehrenwache der Reichswehr erwartete den Reichspräsidenten auf dem Bahnsteig. Auch durch die Behörden fand eine Begrüßung statt. Nach einer Fahrt durch Darkehmen fuhr Der Reichspräsident sofort in das Uebungsgelänbe. Oer französische Lufffahriminister nach Moskau unterwegs. Paris, 12. Sept. (TU.) Luftfahrtminister Pierre C o t ist am Dienstag mittag z u feinem Flug nach Moskau gestartet, nachdem die beiden Begleitflugzeuge schon in den frühen Morgenstunden den Flug angetreten hatten. Der Kabi- nettschef des Luftfahrtministeriums wies die Presse daraufhin, daß der Besuch einen rein freundschaftlichen Charakter habe. Dem Flug komme auch auf technischem Gebiet eine gewisse Bedeutung bei. Die großen europäischen Luftlinien endeten zum größten Teil an der polnischen Grenze. Man könne deshalb verstehen, welches Interesse es vom wirtschaftlichen Standpunkt aus haben würde, wenn diese Luftlinien über die weiten Gebiete Sowjetrußlands hinaus verlängert werden könnten. Oas neue spanische Kabinett. Madrid, 12. Sept. (TU.) Das neue Ministerium unter Führung des Vorsitzenden der Radikalen Partei, Lerroux, ist heute gebildet worden. Das Außenministerium übernimmt Sanchez A l - bornos (Republikanische Aktion, bisheriger Rektor der Universität Madrid), bem Ministerium gehören sechs Mitglieber ber Rabikalen Partei, zwei Rabikalsozialisten, ein Linksrabikalsozialist, je ein Mitglied ber Republikanischen Aktion, ber Kata- Ionischen Linken, ber galizischen Republikaner unb der Gruppe ,Hm Dienst ber Republik" an. Bemerkenswert ist, daß fein Kabinettsmitglied ausgesprochener Parteimarxist ist. Kleine politische Nachrichten. Um den durch die Amtsniederlegung des bis- herigen Führers der Deutschen Stuben- tenscbaft Gerhard Krüger herbeigeführten Zustand zu beenden, hat der Reichsminister des Innern den Reichsführer des Nationalsozialistischen Studentenbundes Dr.-Jng. Oskar Stäbe! zum Führer der Deutschen Studentenschaft ernannt unb lhn ersucht, bie Geschäfte sofort zu übernehmen. Der Reichsobmann für bie bäuerliche Selbstver- waltung, Staatsrat M einberg, hat den jetzigen Führer des Reichsverbandes des Deutschen Gartenbaues EV. Johannes Boettner zu feinem Berater in ber Frage ber Eingliederung bes deutschen Gartenbaues in den Reichsland, stand ernannt. * Der Brigadeführer August Wilhelm, Prinz von Breußen ist zum Gruppenführer z. b. V. der obersten SA.-Führung befördert worden. — Reichskanzler Hitler hat an Prinz August Wil- Helm aus diesem Anlaß folgendes Telegramm ge» 1 sandt: „Zu Ihrer von mir bestätigten Beförderung zum Gruppenführer sende ich Ihnen beste Wünsche, gez. Hitler. Der Stadtrat München bewilligte auf Antrag des Oberbürgermeisters Fiehler 10 000 Mark als Grundstock für die Errichtung eines Befrei- ungsdenkmales in München. Der frühere preußische Wohlfahrtsminister Hirt- sieser, ber in Essen einen Zusammenstoß mit SA.-Mönnern gehabt hotte, ist in Schutzhaft aenommen worden. Hirtsieser gehörte dem Zentrum an. Die Bewegung zum Widerruf des Prohibitionsartikels der amerikanischen Verfassung hat drei weitere bedeutende Siege errungen. Maryland entschied mit 15 gegen 1 Stimme gegen die Prohibition, Minnesota, der Heimatstaat des Urhebers des Prohibitionsgesetzes, stimmte für den Widerruf, Colorado erzielte gleichfalls eine große Mehrheit für den Widerruf. Aus aller Welt. Schwere Zuchthausreoolte in USA. Wie aus New Orleans gemeldet wird, sind bei einer Meuterei 13 Gefangene von insgesamt 300 gewaltsam aus dem Zuchthaus Farm Angola ousgebrochen, wobei ein Gefangenenwärter erschossen und vier weitere verwundet wurden. Den Verbrechern gelang es, die Telefon- Verbindung zu zerstören unb schwer bewaffnet zu entkommen. Drei von bcn Sträflingen fanden den Tod. Aus Der Provinzialhauptstadt. Gedanken über den Regen. Regen auf dem Lande hat eine andere Bedeutung als Regen m der Stabt. In ber Stabt empfinbet man nur das Störende bes „häßlichen Wetters". Für ben Bauer aber ist der Regen Segen oder Un- fegen. Manchmal sagte meine Mutter: „Es regnet Gold" Gold, das sind die Regen, die in den Mainächten fallen, wenn am Tage die Sonne die noch zarten Pflanzen allzusehr bestrahlt hatte. Fielen dann am Abend Regentropfen, ging man andächtig ins Haus. Es regnete Gold, der Himmel gab ben Felbern, was sie brauchten, den sanften, nächtlichen Resten. In solchen Nächten stellte man die Fenster wett offen und noch im Schlaf empfand man das Glucksen des fallenden Regens mit tiefer Beglückung. Aber ein andermal ist Resten Unsegen. Wenn sie kommen, die wilden Gewitterregen des heißen Frühsommers, wenn sie kommen unter Blitz unb Donner, wolkenbruchartig, mit Hagel gesättigt, drängen sich die Familien der. Bauern zitternd in ben Wohnstuben. Alles steht auf dem Spiel, die ganze Arbeit des Jahres. Regen kann das Getreide schlagen, daß es am Boden liegt und faulen muß. Regen kann Felder voll zarter Pflanzen vernichten, sie mit den Wurzeln förmlich aus der Erde schwemmen. Regen und Hagel schlagen die ungereiften Früchte von den Bäumen. Alles, alles kann Regen vernichten, eine Gewalt, gegen die man machtlos ist. Manchmal überraschte uns solch ein Unwetter auf ben Felbern. Oft hatten wir ben ganzen Tast zarte Rübenpflanzen ober die noch zarteren Tabakpflanzen in die Erde gesetzt. Plötzlich kam, mit dem Abend, das Gewitter. Schwere Wolken tarnen aus allen Richtungen, ballten sich, schoben sich zusammen. Ein finsteres Ungeheuer, standen sie am Himmel, um im Nu über uns niederzustehen. Man raffte die Arbeitsgeräte zusammen, die kleinen Pflanzenkörbe, den Korb mit bem Essen. Man zog Kleiber an, bie man zur Arbeit abgelegt hatte, vielleicht sollten auch noch schnell bie letzten Pflanzen in bie Erde kommen. Es gab kleine Aufenthalte, die Pferde wurden scheu in der allgemeinen Unruhe, die ersten Tropfen fielen, große, schwere Tropfen, die die Stärke des Wetters schon verrieten, unb alles rannte zu bem Leiterwagen, ber uns auf die Felder gebracht. Ein solches Unwetter ließ uns nie viel Zeit, mit Wucht brach es los. Blitze zuckten aus allen Richtungen, von krachendem Donner begleitet. Schlag auf Schlag erfolgte und wie ein Sturzbach fiel der Regen. Hatten wir das Dorf erreicht, war das Unwetter meistens schon wieder im Abziehen. Die Straßenrinnen waren kleine Bäche geworden, die Pferde rannten hindurch, daß das Wasser hoch aufspritzte. Dann war man schließlich in der schützenden Einfahrt des Hauses. Hatte man wieder trockene Kleider am Leib, so empfand man den überstandenen Regen wohlig wie ein Bad; ja, es lag Kräftigung darin, diesen Regen so stark und unmittelbar gespürt zu haben. Die elementaren Kräfte, denen der Bauer nicht nur unterworfen, sondern auch verbunden ist, waren wieder nahe gekommen und während sie schlugen, spürte man in heimlichem Entzücken ihre Schönheit. Die Folsten des Unwetters waren auch nie so schlimm, als es im Augenblick des Niedergehens scheinen wollte. Wenn das Unwetter nicht rasch zu Ende ging, milderte es sich doch; die Sonne kam rasch wieder zum Vorschein, trocknete und tröstete. Wurde viel vernichtet, bann war noch viel da. Neues wuchs nach, wenn auch nicht gerade auf ben Apfel- ober Kirschbäumen. Unb die Felder, von denen die zarten Pflanzen fortgeschwemmt waren, konnte man neu bepflanzen. Man tat es mit jener unermüdlichen Geduld, die der bäuerliche Mensch den Ereistnissen der Natur gegenüber hat. Manchmal hauste so ein Unwetter auch nur strichweise und verschonte einen Teil der Felder überhaupt. Viel schlimmer und viel bedrückender sind jene Landregen, die die Arbeit manchmal auf Wochen unterbrechen. Unaufhaltsam fällt dann der Regen. Das geschnittene Gras fault auf den Wiesen, die Kartoffeln in der Erde; das Getreide, in Garben gebunden und auf Haufen gestellt, wächst aus. Solcher Regen stört die Tätigkeit und damit bas Leben. Er ist bedrückend und wird nur schwer ertragen. Nur wenn es Winter wird, gibt man solchem Regen auch fein Recht, nimmt ihn hin. Er geleitet langsam aus ber Zeit der Tätigkeit in die Zeit der Ruhe. Wenn es Winter wird, dann kann solcher Regen schön sein, wenn er auch die Straßen des Dorfes in Morast verwandelt. Das tut nichts. Er bringt die Ruhe, bas winterliche Behagen. Die Abende kommen wieder zu ihrem vollen Recht. In solchen Regennächten schließt man die Fenster, man schließt vielleicht auch die Läden und das noch leise klinstende Fallen des Regens ist eine gern gehörte Schlummermelodie. Ch. H. Oer Eintritt in die Reichsmarine. Die Schiffsstammdivision der Nordsee in Wil- Helmshafen hat den Bedarf an geeigneten Freiwil- ligen für den Dienst in ber Reichsmarine für den Bereich der Marinestation der Nordsee auszusichten und einzustellen. Es besteht hauptsächlich Bedarf an Bewerbern mit technischer Berufsausbildung. Erwünscht sind Bewerber, die eine dreijährige Lehrzeit als Ma- schinenschlosser, Motorenschlosser, Schlosser, Maschinenbauer, Metalldreher, Kesselschmied, Schmied, Kupferschmied, Klempner Mechaniker unb Elektriker ober in einem ähnlichen Handwerk nachweisen. Das vorgeschriebene Lebensalter für die Einstellung liegt zwischen dem vollendeten 17. und 21. Lebensjahr. Bei Einreichung des Gesuches darf das 20. Lebensjahr nicht überschritten sein. Gesuche um Einstellung sind zu richten an die Schiffsstammdivision der Nordsee (Einstellung) in Wilhelmshaven. Dem Gesuch ist ein ausführlicher selbstgeschriebener Lebenslauf beizufügen. Gefechtsübung unseres Bataillons. Am kommenden Samstag rückt unser Bataillon zu einer Gefechtsübung aus. Um 9 Uhr verlassen die Truppen die Kasernen und marschieren in Richtung Heuchelheim. Im Raume Heuchelheim —Atz- bach — Dorlar findet die eigentliche Gefechts- Übung statt. Gegen 13 Uhr wird das Bataillon Verpflegungsrast machen und dann von Dorlar nach Wetzlar marschieren. Der Einmarsch in Wetzlar ist für 15 Uhr vorgesehen. Nach dem Einmarsch wird in der Nähe der Spilbura s e l d m ä h i g biwakiert. Um 23 Uhr wird der Große Z a p s e n st r e i ch den Tag beschließen. Am frühen Morgen des Sonntags werden sich die Truppen dann wieder auf den Marsch machen und gegen 8 Uhr von der Frankfurter Straße her in Gießen eintreffen. ASOAP. Gießen. DieN S.-B eamtenabteilung des Krei- f e s Gießen hält am kommenden Montag, 18. September, 20 Uhr, im Gasthaus Soldan, Seltersweg, eine Versammlung sämtlicher Ortsgruppenleiter, Fachschaftsleiter unb Vertrauensmänner nebst beren Stellvertretern ab. Erscheinen ist Pflicht. Die NS. - Frauenschaft Gießen-Süd bittet ihre Mitglieder, ihre Hakenkreuzfahnen zur Ausschmückung der Volkshalle zur Verfügung zu stellen. Die Fahnen sind bis Donnerstagabend bei Frau W r e d e, Wernerwall 11, abzugeben. Wichtig für Hausbesitzer! Der Landeshauptmann in Nassau teilt mit: Noch immer sind für 1933 in sehr großer Anzahl Versicherungsnehmer der Nassauischen Brandoersiche- rungsanstalt mit ihrer Beitragszahlung im Rückstände. Die Versicherungsnehmer sollten berücksichtigen, daß die Nassauische Brandversicherungsanstatt die Gefahr eines Brandes, d. h. im Schadensfalls die Auszahlung der Entschädigung nur tragen kann, wenn die Brandoersicherungsbeiträge rechtzeitig eingehen. Dabei muß besonders darauf hingewiesen werden, daß es sich bei den Leistungen der Versicherungsnehmer nicht um eine Steuer, wie der Ausdruck irrtümlicherweise vielfach gebraucht wird, handelt, sondern einfach um die Gegenleistung der Versicherungsnehmer für den ihnen gewährten Ber» ficherunqsschutz. Es muß jedem Vernünftigen klar fein, daß die Nassauische Brandversicherungsanstalt nur zahlen kann, wenn die Versicherten ihre Zahlungspflicht erfüllt haben. Es liegt'deshalb im eigenen Interesse eines jeden Versicherungsnehmers, daß er möglichst bald seine fälligen Beiträge entrichtet. In diesem Jahre ist das in ganz besonderem Maße der Fall, da bei der Zahlung bis zum 1. Oktober b. I. 10 v. H. von den angeforderten Summen in Abzug gebracht werden können. 55 Jahre Männergesangverein „Heiterkeit'". Am vergangenen Samstagabend beging ber Männergesangverein „Heiterkeit" in seinem Vereinslokal „Zum Schipkapah" sein 55. Stiftungsfest. Die Feier gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung für unser neues Deutschland. Der Führer bes Vereins Herr Koch, gedachte zunächst der Toten, die im Lause der 55 Jahre aus unserer Mitte geschieden sind, insbesondere der Sangesbrüder, die im großen Völkerringen ihr Leben für die Heimat ließen. Ihr Vorbilb verpflichte uns zur Nacheiferung. Die Kapelle spielte bas Lied vom guten Käme- roden. In seinen weiteren Ausführungen betonte der Redner, daß gerade jetzt die deutschen Männer- nereine bie heilige Mission zu erfüllen hät- Iturträger bes neuen Deutschlands zu sein. Deshalb müsse jeder treu zum deutschen Liede stehen unb gern bie großen Opfer, bie von Verein unb Sänger gefordert werden, auf sich nehmen, damit die gestellte große Aufgabe gelöst werden könne. Das Gelöbnis zu freudiger Mitarbeit klang aus in ein dreifaches Sieg-Heil auf die beiden großen Führer unseres Vaterlandes. Mit dem Deutschland- unb bem Horst-Wessel-Lieb wurde der erste Teil des Abends beschlossen. Bei der nun folgenden Mitgliederehrung konnten drei verdiente Sänger nach 25jähriger Mitgliedschaft zu Ehrenmitgliedern ernannt werden. Es sind dies die Herren: Jakob Leonhardt, Georg Ebert und Peter Spielman n. Die passiven Mitglieder Heinrich Becker, Adolf G ä b i s ch, Adam Koch, Karl Enders, Karl Wacker und Hch. Drechsler, die ebenfalls bem Vereine schon 25 Jahre angehören, erhielten eine Ehrenurkunde. Mit Stolz blickt die „Heiterkeit" auf ihre Iubilare, denn sie bieten Gewähr dafür, daß auch in Zukunft ber Geist treuer Verbunbenheit im Verein lebenbig bleibt. Der weitere Verlauf des Abends war froher Ge- selligkeit gewidmet. Einige Sangesbrüder trugen durch Gesangsvorträge zum Gelingen wesentlich bei. — Herzliche Kameradschaft wurde mit dem SA.» Sturm 14/116 angebahnt und dabei zum Ausdruck gebracht, daß überall körperliche Ertüchtigung und Pflege der Seele Hand in Hand gehen möge. Verschiedene Chöre des Vereins und musikalische Darbietungen von Mitgliedern der Kapelle K r e n g e t umrahmten die Feier. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: VAB. 20.15 Uhr, Germanenhaus, Sprechabend. — Palast- Lichtspiele, 9 bis 21 Uhr, Zinnsoldaten-Truppen- schau. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Lied geht um bie Welt" mit Joseph Schmidt. e ** Hessische Personalien. Das Personal- amt teilt mit: Ministerialrat i. R. Dr. h. c Konrad Löhlein wurde am 29. August von dem Amt des Direktors des Landesmuseums mit Wirkung vom 1. Juli 1933 entbunden. Dipl.-Ing. Gottfried Der Tag des Jungvolks in Gießen. Oer große oberhessische Zungvolkaufmarsch am vorigen Sonntag. c 1 Das Barmer des Jungvolks. Vorbeimarsch des Jungvolks vor dem Gebietsführer Jung (an der Spitze der grüßenden Führergruppe). Die Trommler, und Fanfarenbläsergruppe. im;'- Auf dem Trieb bei den sportlichen Wettkämpfen am Sonntagvormittag. Beim Zeitbau-Wettbewerb. ».--WM Zum Winkel wurde am 29. August mit der nebenamtlichen Versetzung der Stelle des Direktors des Landesmuseums mit Wirkung vom gleichen Tage beauftragt. — In den Ruhestand versetzt wurde: am 31. August der Lehrer an der Volksschule zu Offenbach a. M. August S t a u b a ch aus sein Nachsuchen vom 1. September 1933 an. Entlassen wurde: am 28. August 1933 die technische Lehrerin Martha Henrich an der Volksschule zu Offenbach a. M. auf ihr Nachsuchen vom 1. September 1933 ab. ** Straßensperrungsnachricht, mit- geteilt vom Oberhessischen Automobil-Club E. V. (A. v. D.), Gießen: Wegen Ausführung von Stra- ßenbauarbeiten wird die Prooinzialstraße Lich — L a u b a ch, Abteilung Kreuz/Münster bis Laubach, vom 13. September für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Lauter oder Villingen — Ruppertsburg. ** D i e Straßensammlung für das Jugendherbergswerk am vorigen Sonntag hatte einen schönen Erfolg. In den 60 Sammel- büchsen, in denen durch das Jungvolk und den Bund deutscher Mädchen gesammelt wurde, befanden sich 446,92 Mark. Die gleiche Sammlung im Jahre 1931 hatte 424,05 Mark ergeben. Der Betrag setzte sich aus folgenden Geldstücken zusammen: 685 zu 1 Pf., 325 zu 2 Pf., 33 zu 4 Pf., 1567 zu 5 Pf., 3234 zu 10 Pf., 45 zu 50 Pf., 4 zu 1 Mark, 2 zu 2 Mark. Der höchste Betrag in einer Büchse war 21,89 Mark. * Motorrad in Brand geraten. Heute gegen 7.45 Uhr geriet auf dem Landgraf-Philipp- Platz ein Motorrad in Brand. Die sofort tzerbei- gerufene Feuerwache brauchte nicht in Tätigkeit zu treten, da Passanten das Feller bereits gelöscht hatten. Amtsgericht Gießen. Eine hiesige Milchfrau war beschuldigt, Milch verwässert und dann verkauft zu haben. Da die erforderlichen Beweise nicht erbracht werden konnten, erfolgte Freisprechung. Große Strafkammer Gießen. Angetlagt war der ehemalige Rechner der Feldbereinigungsgesellschaft O. E. aus M. Ihm wurde zur Last gelegt, seit 1928 einen Betrag von insgesamt 24 000 RM., den er im Besitz hatte, sich rechtswidrig angeeignet und zum Nachteil der Kasse darüber verfugt zu haben. Der Staatsanwalt beantragte gemäß den §§ 246, 266 RStGB. eine Gefängnisstrafe von vier Monaten unter Berücksichtigung von Umständen, in denen sich der Angeklagte durch einen sich im Herbst 1928 ereigneten Unglücksfall befand. Das Gericht kam jedoch Zur Freisprechung, da das Ergebnis der heutigen Hauptverhcwdlung nicht klar erkennen ließ, ob der Angeklagte tatsächlich über das Geld verfügt hat. In einem weiteren Falle hatte sich das Gericht mit einem in Gießen wohnhaften Vollziehungsbeamten zu beschäftigen, der im Mai 1929 rechts- erhebliche Tatsachen falsch beurkundete, indem er bei einer in Villingen vorgenommenen Pfändung wegen des kurz bevorstehenden Konkurses des Schuldners die Pfandzeichen mit einem unrichtigen Datum versah. Der Staatsanwalt erblickte in der Handlung ein Vergehen im Sinne -des § 348 RStGB. und beantragte eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Das Gericht kam zu der Ueber- aeugung, daß sowohl in objektiver, als auch in subjektiver Beziehung der Tatbestand der Falschbeurkundung vorliegt und erkannte auf sech's Wochen Gefängnis mit drei Jahre B e - währungsfrist und Tragen der Kosten des Verfahrens. Bei der Strafzumessung ließ sich das Gericht davon leiten, daß der Angeklagte nicht vorbestraft ist und durch die damalige Arbeitsüberlastung zu der strafbaren Handluna getrieben wurde. Die jetzt in Andernach wohnhafte Lina Michel hatte als Postgehilfin bei einer Agentur Gelder, die sie in amtlicher Eigenschaft verwahrte, unterschlagen, Bücher unrichtig geführt und Postanweisungen bzw. Zahlkarten unterdrückt. Außerdem machte ihr die Anklage zum Vorwurf, Urkunden verfälscht zu haben. In der heutigen Hauptverhandlung gab die Angeklagte die einzelnen Delikte zu. Der Staatsanwalt beantragte eine Gesamtgefängnisstrafe von sechs Monaten. Unter Zubilligung mildernder Umstände — die Angeklagte ist nicht vorbestraft, außerdem wurde der Schaden ersetzt — kam das Gericht zu einer Gefängnis- (träfe von a ch t Monaten und zur Tragung der Verfahrenskosten: Der Antrag der Angeklagten auf Bewährungsfrist wurde verworfen, da sie nicht die geringste Reue empfand. Vorirag über Bausragen im KOAI. Der Bezirk Gießen und Oberhessen des Kampfbundes der deutschen Architekten und Ingenieure (KDAJ) im Kampfbund für deutsche Kultur hielt gestern abend im Cafä Ebel eine Mitgliederversammlung ab, zu der auch Gäste und Freunde des Bundes geladen waren. Eine Anzahl auswärtiger Herren nahm an dem Abend teil. Nach den Begrüßungsworten des Führers des Bezirks, Pg. Öberingcnieur Kurz (Gießen), stand der Vortrag von Bürgermeister Or. Hamm-Gießen über das Thema „Bauordnung, Hypo- thekenfragen, Beleihungswesen und seine Auswirkungen auf den Städte- b a u" im Mittelpunkt des Abends. Bürgermeister Dr. Hamm besprach zunächst die verschiedensten Ursachen der preissteigernden Tendenz beim Grund und Boden, wobei er u. a. auf die Besteuerung des noch lange Zeit der Bebauung harrenden Bodens hinwies, die mancherorts in der Vorkriegszeit schon begann, wenn das Gelände überhaupt nur auf dem Papier in den Bebauungsplan ausgenommen wurde, und somit eine starke steuerliche Vorbelastung des Besitzers zur Folge hatte. Weiterhin machte er für die bodenoerteuernde Tendenz verfehlte Bestimmungen der Bauordnungen verantwortlich, durch die eine preistreibende Wechselwirkung zwischen den Außen- und den Jnnenbe- zirken der Stadt hervorgerufen wurde. Erheblichen Anteil an der Preistreiberei beim Grund und Boden hatte auch die Bodenspekulation, die in den Mittelstädten bisher nicht so sehr, in den großen Städten dagegen stark in Erscheinung getreten fei, sich auch Einfluß in den früheren Stadtverordnetenversammlungen zu verschaffen wußte und diese Machtstellung vielfach zum eigenen Vorteil ausgenutzt habe. Auch auf dem Gebiete des Städtebaues der Vorkriegszeit fei mancherlei geschehen (Straßenbaulurus, ungeheure Kapitalinvestierun- aen, verfehlte Baublockgestaltung usw.), das in der Auswirkung erhebliche Belastungen des Hausbe- sitzes durch sehr starke Anliegerleistung und infolgedessen Steigerung des Mietpreises zur Folge hatte. Von übler Auswirkung auf den Bodenpreis und die Gestaltung der Wohnungsmieten war ferner die Gestaltung des Hypothekenrechts. Während im alten deutschen Recht der Gesichtspunkt des Gemeinwohls immer an maßgebender Stelle gestanden habe, fei das Hypothekenrecht im Verlaufe der beiden letzten Jahrhunderte mehrmals umgeftaltet worden, und es habe namentlich in der feit 1872 geltenden Fassung eine Auswirkung gezeigt, von der man sagen könne, daß es sich hier nicht mehr um ein Hypothekenrecht, sondern um ein Hypotheken unrecht handelte. Mit Hilfe dieser Rechtsgrundlage und einem außerordentlich anfechtbaren Schätzungsverfahren habe das Großkapital es verstanden, feine Machtpositionen zur Sicherung großer eigener Gewinne auszunutzen und dadurch die Preise des Grund und Bodens in einem für die Allgemeinheit nachteiligen Sinne beeinflußt. Auf dieses Verfahren fei auch das großstädtische Elend der Mietskasernen zurückzuführen, ebenso die Tatsache, daß sogar von Hypothekenbanken systematisch die Gewährung von Tilgungshypotheken hintertrieben wurde, wodurch natürlich eine Daueroer- schuldung von großem Ausmaß Platz griff. Der Wirtschaftsliberalismus habe sich auch auf diesem Gebiete zum Nachteil des produktiven Kapitals (Arbeit und Leistung von Architekten, Handwerkern usw.) vor dem rein spekulativen Kapital gebeugt. Man dürfe heute hoffen, daß mit all diesen üblen Erscheinungen nunmehr Schluß gemacht werde und jene Epoche endgültig überwunden fei. Vor allem bezeichnete der Redner es als erforderlich, die Bauordnungen unter dem Gesichtswinkel des Gemeinwohls zu revidieren und richtig aufzuziehen, ebenso die städtebaulichen Grundsätze zu gestalten und eine Reform des Hypothekenrechts in gründlichster Weife durchzuführen, damit dieses Gesetz zu einem wirklichen Recht im Interesse der Allgemeinheit werde. Durch diese Reformen könne ein wertvoller Beitrag geleistet werden zu der großen Aufgabe, ein neues und gesundes deutsches Geschlecht zu schaffen. An den Vortrag schloß sich eine längere Aus- Ipradje an, an der sich der Bezirksführer Kurz, Architekt Nicolaus, Stadtbaurat G r a o e r t und Bürgermeister Dr. Hamm beteiligten. Dabei wurde übereinstimmend dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die von dem Vortragenden empfohlenen Reformen möglichst bald und gründlich zur Tat werden möchten. Weiterhin wurde an der Höhe der Tilgungssätze bei Tilgungshypotheken Kritik geübt und als annehmbar und wirtschaftlich tragbar ein Satz von 1 v. H. Tilgung bezeichnet. Ferner beschäftigte man sich in diesem Zusammenhang mit Fragen der Hegemag-Sanie- rung, des Verhältnisses von Einkommen und Miete usw., sowie mit Fragen der Zinsgestaltung. Der Vortrag und die Aussprache fanden allseitig starkes Interesse. Dem Hauptredner des Abends wurde für feinen aufschlußreichen Vortrag mit herzlichem Beifall gedankt. Ebenso stimmte man den Darlegungen der Diskussionsredner zu. Im weiteren Verlaufe des Abends berichtete Bezirksführer Pg. Oberingenieur Kurz in großen Zügen über den Reichsparteitag in Nürnberg, soweit er sich mit Fragen des Aufgabengebietes des Kampfbundes beschäftigt hatte. U. a. wachte der Redner dabei die interessante Mitteilung, daß man nach den Ausführungen auf dem Reichsparteitag in absehbarer Zeit mit einer u m f a f • senden Reform der Elektrizitätsta- r i f e rechnen könne, durch die dem jetzigen Vielerlei und Durcheinander der Tarife ein Ende gemacht werden solle. Mit wenigen Worten wurde bei die- fern Bericht auch die Frage der Ferngasversorgung gestreift. Schließlich berichtete der aus Gießen stammende, jetzt in Königsberg i. Pr. wohnende Herr Dr. Malkomesius noch in großen Umrissen über den organisatorischen Aufbau des Kampfbundes in Königsberg. Mit dreimaligen begeistert aufgenommenen Sieg- Heil-Rufen auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler schloß sodann Pg. Kurz den lehrreichen Abend. Eine großzügigeVeranstaliung des KampfbundesfürOeuische Kultur. „Zum Rhein, zum Rhein!" — Huldigungsfahrt zum Erntedankfest. Frankfurt a. M., 12. Sept. (WSN.) Mit diesem Ruf fordert der Kampfbund für Deutsche Kultur die Bevölkerung von Stadt und Land zur Teilnahme an seiner Huldigungsfahrt zum Erntedankfest auf. Die Veranstaltung wird dem deutschen Kultur- gebanfen den Ausdruck verleihen, der all denen, die daran teilnehmen, zu einem unvergeßlichen Erlebnis wird. Sie fügt sich in den Rahmen des Deutschen Erntedankfestes ein und wird am Freitag, 2 9. September, beginnen, sich am Samstag steigern und am Sonntag, 1. Oktober, ihren Höhepunkt erreichen. Stadt und Land werden in engster Verbundenheit eine Feier erleben, die die seitherige Entfremdung vergessen läßt und sie im Sinne unserer großen Bewegung zur wahren Gemeinschaft zusammenschließt. Symbolisch wird diese Veranstaltung an den Rhein gelegt, in das Gebiet, das in jahrelanger, schwerer Besetzungszeit seine Vaterlandstreue ganz besonders bewiesen hat. Aus ganz Westdeutschland bringen schwerbeladene bäuerliche Wagen und leichtfüßige Stafetten die Früchte des Bodens zu den Haupt-Stützpunktorten an den Flüssen. Fest- lich werden die Abgesandten der Landgemeinden in ihrer bäuerlichen Tracht durch Geleitsreiter in historischen Gewändern, durch SS.- und SA.-Reiter- stürme eingeholt, von der städtischen Bevölkerung freudig begrüßt, als Gäste verpflegt und durch Festveranstaltungen in den Theatern geehrt. Damit wird dem Dank Ausdruck verliehen, den der Städter dem Bauer für seine harte und mühevolle Arbeit schuldet. Das Gefühl des Aufei nander-An- gewiesenseins, der Gemeinschafts ge- danke, wird durch diesen Austausch der Früchte des Bodens und des Geistes vertieft. Stadt und Land sollen sich künftig nicht mehr wesens« remd gegenüber ft eben. Durch gegenseitiges Sichverstehen, durch die gegenseitige Wert- chätzung soll der Grund gelegt werden, auf dem sich eine neue, starke Volksgemeinschaft aufbaut, die von der eigenen Kraft durchdrungen, stolz ist auf die deutsche Kultur, es fein darf und kann. So wird denn auch die ganze Huldigungsfahrt, der große F ch i f f s - F e st z u g, der den Kern der Veranstaltung bildet, von dem Gedanken getragen, rheinische, deutsche Kultur zu versinnbildlichen. Oie Freite. (Sine Erzählung von Wilhelm Holzamer. Also nun mar es wieder November geworden. Trübe Tage. Der Oktober war noch einmal licht und freundlich gewesen, und das Land hatte weit und breit klar gelegen. Nur am Morgen waren die Nebel a^ezogen, lang und dicht das Selztal hin, aber bald war die Sonne gekommen und hatte sie vertrieben. Da hatten sie dann in den Weiden und Erlen in losen Fetzen geflattert bis die auch ver- flcgen waren und nur in den ausgespannten Spinnennetzen als dünne glitzernde Perlchen eine Spur zurückgelassen hatten. Es waren so schöne Tage gewesen, die Oktobertage diesmal, und man hatte noch einmal ans Leben gedacht, als wär's Sommer, hatte hinaus gedacht zu den Menschen, ins Weite und Gesellige. Und nun war's November und trübe, und man war mit seinem ganzen Sinnen und Sorgen zurückgetrieben in seine vier Wände, in die Enge, und man mußte sich einrichten auf den Winter, auf Frost und Feuchte, auf die lange tote und unliebe Zeit. Nun blieb die Wiesenmühle ganz abgeschlossen von der Welt. Niemand mehr, der im Felde arbeitete. Höchstens vielleicht, wenn es Eis gab, daß die Eismacher herauskamen. Dann die paar Bauern, die mahlen ließen. Es waren nicht mehr viel. Die Hauptsache war schon weggemahlen, das wenige, das noch in den Scheunen lag, das war nicht mehr der Mühe wert. Die Wiesenmühle hatte sehr nachgelassen in den letzten Jahren. Alles fuhr nach der mittleren Mühle, die dem Jerrisepp gehörte, weil dahin die neue Chaussee vorbeiführte und die Bauern bequemer anfahren konnten, als den holprigen Feldweg zur Wiesenmühle hin. Der war nun fein heraus, der Jerrisepp. Oben, die Ecklocher Mühle, hat auch fast gar nichts mehr zu mahlen, die Kettenmühle hätte auch fast das Rad abstellen können. Nur noch ein paar alte Kunden waren ihr treu geblieben, und nur dadurch, daß der Kettenmüller eine Bäckerei eingerichtet hatte, hatte er sich über Wasser halten können. Der Wiesenmüller war keiner von denen, die sich allzu viel Sorgen machten. Im Gegenteil, er gönnte es dem Schlauberger Jerrisepp, oaß er so viel zu tun hatte. Er dachte, das würde apch einmal wieder anders werden, und die vier Mühlen liefen wieder wie in guten Jahren, da sie Tag und Nacht geklappert hatten und keiner dem anderen Neid getragen hatte. Wozu auch neiden! Damit schadet man sich nur selbst und ändert die Dinge doch nicht. Bor ein paar Tagen, bei dem Hellen Oktoberwetter, hatte der Wiesenmüller noch gern droben gestanden am Giebelfenster und hatte über die Wiesen hin hinauf zum Jerrisepp gesehen, ob noch tüchtig die Kornwagen bei ihm einfuhren. Und richtig, der ganze Hof stand ihm noch voll. Aber bann hatte der schöne Sonnenschein den Blick weiter gelockt, und er hatte nach dem Dorfe gesehen, wo die Schornsteine rauchten und woher die Glocken Hangen, klar und rein herüber in den stillen Müh- Icngrunb, in dem die Töne verhallten wie in einem weiten Dom. Er war nicht von Sorgen bedrückt. Er und seine Frau, sie hatten genug zusammengebracht und genug zusammen errungen, wenn es auch einmal einen Winter lang gar nichts war, sie verhungerten noch nicht. Was sie zum Leben brauchten, das wuchs auf ihren Feldern um die Mühle herum, und was sonst nötig war, das konnte von den Zinsen bestritten werden, wenn die Kasse leer wurde. Nein, es war dem Wiesenmüller leicht und froh sogar ums Herz, wie er da oben stand. Der Himmel war so klar und rein wie frisch ausgewaschen, und das Land war so voll von seltenen Farben, wie man sie sonst im Jahre gar nicht sah, und die Sonne hatte etwas so Mildes und Zartes, wie wenn sich eine Mutter über die Wiege von ihrem Neugebornen bückt. Er wußte gar nicht, was es war und wie er es sich klarmachen sollte. Er kannte doch das Land und hatte es zu den verschiedensten Zeiten gesehen, aber so schön und anziehend hatte es noch nie dagelegen, soweit er sich erinnern konnte. Es lockte ordentlich hinaus, und man konnte sich gar nicht vorstellen, daß der Winter vor der Tür stünde. Er dachte daran, daß er am Sonntag einmal mit seiner Frau und seiner Tochter ins Dorf gehen könnte, den „Neuen" zu probieren. Ja, das könnte man wirklich einmal, es war ganz gut, sich von Zeit zu Zeit im Wirtshaus sehen zu lassen. Sonst wurde man den Leuten ganz fremd und muffelte sich so in sein Alleinsein ein, daß kein Mensch mehr etwas mit einem zu tun haben wollte und die Welt einen gar nicht mehr verstand. Er summte ein altes Liedchen vor sich hin. Dann pfiff er. Und weil in der Mühle der Gang jetzt leer gelaufen war, hallte die Schelle laut zu ihm heran , daß er aus seiner Stimmung gerissen wurde uni) ein barsches Hallo! hinunterrief. Dann ging er, au zuschütten. Aber das behielt er sich, daß er am Sonntag ins Dorf zum „Neuen" gehen wollte. Da er aber am Sonntag aufwachte und zum Fenster hinaussah, war alles in dichten Nebel gehüllt, daß man keine drei Schritt weit sehen konnte. Und der Wiesenmüller sagte nichts zu seinen Leuten vom „Neuen" und behielt seinen Gedanken für sich. Aber er sagte zu seiner Frau, daß man jetzt an den Winter denken und sich verwahren müsse. Richtig, am Montag, in aller Frühe, saß er denn auch schon auf seiner Scheunentenne am langhalmi- gen Stroh und legte sich's zu Schichten und Wulsten, machte bann eine Strohtür für den Stall, rahmte Fenster und Haustür mit Strohzöpfen ein, stopfte sonst noch zu, was die Kälte hereinlassen konnte, die Keller- und Dachluken, die Löcher in den Stalltüren und die Tröge des Schweinestalles. Die Wasserpumpe und die Pfuhlpumpe umwickelte er so geschickt mit .Öen hellen Strohzöpfen, daß sie ordentlich stolz aussahen und so recht behaglich in ihren warmen Kleidern dastanden, wie junge Mädchen, die zum erstenmal die neuen Wintermäntel anhaben. Die Müllerin saß indessen drin am wärmenden Kastenofen und strickte warme Wintersocken und Knie- und Pulswärmer. Sie stopfte die Fausthandschuhe und sah auch die wollene Strumpfkappe des Müllers nach, ob nicht die Motten Löcher hineingefressen hätten oder eine Masche aufgegangen war. Es war eine recht mechanische Arbeit, und sie duselte von Zeit zu Zeit ein kleines Weilchen drüber ein und nickte ein Stückelchen herunter. Wenn dann die Schelle am Mahlgang riß, fuhr sie auf und strickte oder stopfte hastig weiter und sah sich jedesmal dabei ein wenig in der Stube um, ob sie niemand beobachtet hatte, obgleich sie wußte, daß sie allein war. Nur für die Eve, die einzige Tochter, brachte die Zeit nichts Neues und keine Veränderung. Sie besorgte die Arbeit in der Küche, und Sommer wie Winter wollten die Menschen ihren Tisch gedeckt haben, und das Vieh wollte sein Futter; Küche und Stube und Ställe brachten immer die gleiche Arbeit. Nur die FeDarbeit fiel freilich ein paar Wochen lang weg. Dafür half sie der Mutter etwas bei ihren Ausbesserungen, wenn sie mit dem anderen fertig war. Die Eve tat ihre Arbeit mit Fleiß und Lust. Es freute sie, etwas hinter sich zu bringen, was es war, war ihr gleich. Sie wußte, es war auf der Welt keinem Menschen etwas gespart. Warum sollte es ihr sein. Und sie schaffte ja auch für sich selbst. Wenn's für andere Leute wäre, ja dann wär's eher zum Murren und Ueberbrüffigroerben, aber so. Sie war eine vergnügliche Natur, freute sich, mit jemand zu plaudern, hörte gern Neuigkeiten, fragte gern aus — was hatte sie denn auch sonst hier draußen in der Abgelegenheit! — sang gelegentlich ein Liedchen und lief gern in die Kirche. Sie konnte den Rosenkranz aus dem „ff" beten. Und das war so bequem. Dabei konnte sie sich in der Kirche umsehen — links ein bißchen herausschielen, rechts ein bißchen — und das Lippenwerk ging immer weiter, und wenn die Kirche aus war, waren es nur wenige, von denen sie nicht gewußt hätte, was sie anhatten und was sie auf dem Kopfe trugen, wer etwas Neues hatte und wer nur immer und ewig dasselbe trug. Setten auch, daß sie sich in ihren Berechnungen getäuscht hatte, wenn sie im Dorfe fragte, ob denn da und dort das Kleine noch nicht angekommen sei. Es stimmte denn auch fast immer, und wenn es einmal nicht stimmte, so war daran ein Grund schuld, den die Eve nicht vorher hatte wissen können. Aber alles, was sie von den Menschen wußte, das plauderte sie nicht weiter aus. Sie sagte keinem etwas Böses nach. Nur ihrer Mutter erzählte sie die Dorfmirakel, und die war schon so abgestumpft, die hörte sie nur mit einem halben Ohr. Die Eve war keine Ausmacherin. Sie war nur neugierig. Sie ließ sich mehr erzählen, als sie selber erzählte. Und von jedermann war sie wohl gelitten, wenn sie auch einige eine „Trutschel" nannten. Das waren aber meist solche, die bei dem alten Wiesenmüller abgefahren waren, wenn sie um die Eve angehalten hatten. Denn der alte Wiesenmüller, so ein guter Kerl er auch war, vormachen ließ er sich doch nichts. Er wußte ganz genau, baß es den Werbern nicht um die Eve zu tun war, sondern um das, was sie mitbekam, und da sagte er immer nein. Ganz hart und schroff. Die Eve war nicht schön. Der Müller wußte bas. Ihr eckig Gesicht verlockte keinen. Darum war's keinem zu tun. Aber die einzige Tochter, der einmal das ganze Vermögen zufiel, das stach ihnen in die Augen. Zudem hatte die Eve zu keinem eine besondere Zuneigung verraten, und der Müller mar noch aus der alten Zeit, in der man gemeint hatte, zum Heiraten gehöre auch noch etwas anderes, als nur ein Schrank voll Weißzeug, ein paar Verschreibungen, ein Bündel blaue -Scheine, und die Frau nur so als Dreingabe. Und seine Verweigerung mußte die Eve bann büßen. Sie würbe eine dumme „Trutschel" genannt. Wer aber die Leute ein bißchen besser kannte, wußte, daß da ein paar Füchsen die Trauben zu sauer gewesen waren, und sie lachten sich heimlich ins Fäustchen. (Fortsetzung folgt) Dienstag, den 12. September, vormittags 2 Uhr, entschlief sanft nach kurzem, mit größter Geduld ertragenem Leiden unsere liebe, gute Tochter, Schwester, Tante, Nichte und Braut Fräulein Toni Müller im Alter von 25 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Müller Familie Dietz Familie Wack Familie Kranz. Lollar, Gießen, Staufenberg, Rodenroth, den 12. September 1933. Beerdigung: Donnerstag, den 14. September, nachmittags 4 Uhr. 5635 D Stein, taten Schulstr. 5 zu vermieten. Näheres bei Haustein daselbst. (Eingang Kaplanei- gasse).05357 I Mietgesuche | 3-Ziminer-Wolin. o.l.CH. 33 gesucht. Schr. Ang. u. 05351 a.d. Gieß.Anzeiger. Stellenangebote Per sofort ordentliches Mädchen gesucht. 5644Ü Im Garfield 8III. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines Heben Mannes und unseres guten Vaters Studienrat Dr. Wilhelm Schraub sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. Else Schraub / Walter Schraub. Gießen, im September 1933. __________________________________________________________563.v 05358 Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben, guten Mutter sprechen wir allen hiermit unseren herzlichsten Dank aus Adele u. Hermann Beverstein. Gießen, den 11. September 1933. Donnerstag, den 14. September 1933, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 5646D 2 Registrierkassen, 1 Flügel, 4 Sessel, 5 Vertikos, 2 Nähmaschinen, 2 Chaiselongues, 1 Radioanlage, 5 Sofas, 4 Büfetts, 1 Cautfch, 1 goldene Armbanduhr, 1 Kollier, 4 Warenschränke, 1 Registraturschrank, 3 Schreibmaschinen, 1 Klavier, 1 Veroiefältigungsapparat, 2 Tru- meauspiegel, 8 Schreibtische, 1 Vitrine, 1 Wirtschaftsbüfett, 3 Gläserschränke, 1 Badeofen mit Wanne, 17 Bände Brockhaus, 4 Bilder, 2 Teppiche, 1 Bücherschrank, 1 Rauchtisch, 3 Grammophone mit Platten, 1 Kommode, 2 Kleiderschränke, 1 Ladentheke, 1 Lautsprecher, 1 Ständerlampe, 1 Harmonium, 1 Standuhr. Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im versteigerungslokal): 11 Hartplattenkoffer, 2 elektrische Kühl schränke, 1 Eisschrank, Baugeräte, wie Gerüstbohlen, Gerüststangen, Baubude usw., 1 Motorrad mit Beiwagen, 1 Personenwagen, 20 Heugabeln. 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Während vor den Fenstern eine kühle, schwarze Regennacht liegt und mit stetig leisem Rhythmus aus den Dächern tönt, tröste ich mein unzusriedenes Herz mit farbig lockenden Herbstgedanken, mit Gedanken an reine, lichtblaue, goldklare Himmel, silberne Frühnebel, an blaue Pflaumen und Trauben, rote Aepsel, goldgelbe Kürbisse, an herbst- farbige Wälder, an Kirchweih und Winzerfeste. Ich hole mir den Mörike her und lese seinen mild leuchtenden „Septembermorgen": Im Rebel ruhet noch die Welt, Roch träumen Wald und Wiesen: Bald siehst du, wenn der Schleier fällt. Den blauen Himmel unverstellt. Herbstkräftig die gedämpfte Welt In warmem Golde fliehen. Leise lese ich die Verse des Meisters vor mich hin und lasse sie in mich bringen wie einen langsam geschlürften, klaren, alten, milden Edelwein Sie sind schön und sie tun mir wohl, und der Herbst, den sie malen, ist etwas Schönes, unvergleichlich Zartes, Gesättigtes — aber ich freue mich nicht auf chn. Er ift die einzige Jahreszeit, auf die ich mich niemals freue. Und er ist schon da Es ist nicht mehr Sommer Die Felder sind leer, auf den Matten liegt ein leichter, kühler, metallener Dust, die Rächte sind schon kühl und die Morgen neblig, und gestern war es. dah ich aus einem schönen, fröhlichen Berg» ausfluge an den steilen Wiesenhängen die ersten blassen Herbstzeitlosen sand. Seit ich sie sah, ist mein Sommerübermut gebrochen: das, was für mich das Schönste im Lause eines Jahres ist, ist wieder einmal vorüber. Roch find die Tage warm und die Bäume grün, man kann im See noch baden und in Hemdärmeln im ©arten sitzen. Und doch ist die Höhe des Jahres überschritten, man fühlte es, noch ehe man es sah. Die letzten echt sommerlichen Tage und Rächte, für mich die köstlichsten des Jahres, tragen den Duft des Flüchtigen, rasch Vergehenden in sich, und vielleicht macht eben dieser Duft sie so schön. Diese Tage sind ein Fest, ein Abschiedsfest, und solche Feste dürfen nicht lange dauern. D diese letzten Spätsommertagei Sie machen nicht fröhlich, aber sie machen dankbar, milde und nachdenklich. Man legt sich ins Oehmdgras und nimmt teil an der Milde und Zärtlichkeit der goldenen Stunden. Man fühlt die Neige der Jahreszeit: die ganze reife Süßigkeit des Sommers quillt weich und müde über, man fühlt sich vorn stillen Glanze umgeben und man weih zugleich, daß schon bald, viel zu bald, aus den Wegen rote Blätter liegen werden Man schwelgt im Anblicke dieser Tage wie im Genüsse einer heißen, erregenden Musik, von der man weiß, dah sie plötzlich ad- brechen wird, und wie im Genuh eines Tanzes, der uns mit sehnlichem Drängen mitreifet, während wir bei jedem enteilenden Takte sein rasch nahendes Ende fürchten. Zärtlicher und inniger ist das bräunliche Spiel der Schatten und Lichter an den Waldrändern, füfeer der Regenbogenduft über dem glatten Seespiegel, die Abende sind goldener und die Sonnenuntergänge purpurner als sonst Vorüber, oorüberl Ein paar kühle Nächte, ein paar Regentage, ein paar dichte Morgennebel, und plötzlich hat das Land Herbstsarben bekommen. Die Lust ist- spröder und durchsichtiger, das Blau des Himmels lichter geworden. Vogelschwärme rauschen über die kahlen Felder und rüsten zur Wanderung, morgens liegt das erste reife Obst im nassen Gras, und die Zweige sind von den feinen, blitzenden Gespinsten der kleinen Spätjahrspinnen bedeckt. Bald wird das Schwimmen im See und das Liegen im Gras ein Ende haben, und die Abende im Boot, die Mahlzeiten im ©arten, die Waldmorgen und die Seenächte! Und draußen rinnt der zähe Regen, kühl und unerbittlich, die ganze unfreundliche Nacht. Jedes Jahr dasselbe Lied vom Herbst, vom Altwerdenmüssen, vom Sterbenmüssen! Mifemutig schließe ich das Fenster, stecke eine Zigarre an und gehe fröstelnd im Zimmer auf und ab. Wie jedes Jahr um diese Zeit steigen wieder verlockende Reisepläne vor mir auf. Warum nicht dem Herbst entrinnen und den Winter kürzen, ba es doch wärmere Länder, Eisenbahnen und Schisse gibt? Nachdenklich hole ich den Globus und dann eine Karte von Italien her, suche den Gardasee, die Riviera, Neapel, Korsika und Sizilien. Da ließe sich die Zeit bis Weihnachten verbringen! Sonnige Felsenstrandwege am blauen Meere, laue Stunden auf süditalienischen Küstendompsern und in Fischerbarken, ernste Palmenwipfel in der tiefen Mittagsbläue ruhend! Es wäre nicht Übel, immer einige Meilen vor dem Herbste her südwärts zu fahren und mitten im Winter sonnverbrannt in die heimische Ofenbehaglichkeit heimzukehren. Die Landkarte wimmelt von schönklingenden Namen schöngelegener Städte und Dörfer, die ich noch nicht kenne und die mir Tage des Wohlseins und Schwelgens versprechen, und die ganze Reise ist, sobald ich sie auf dem Globus ausmesse, sehr klein und bescheiden. Vielleicht könnte ich, der Wärme nachreisend, noch einen Aufenthalt in Afrika machen, vielleicht in Konstantine oder in Biskra Kameltouren unternehmen, türkischen Kaffee trinken und den Faltenwurf an den Gewändern der Beduinen betrachten? Wie schön solche Pläne einen leeren Abend füllen! Eine Landkarte, ein paar alte Kursbücher und ein Bleistift, wie man sich damit die Zeit vertreiben, einen Aerger vergessen und sich die Phantasie mit lauter lichten, farbigen, frohen, reizenden Vor- fteUungen füllen kann! Wie jedes Jahr um diese Zeit suche ich die Karte nach warmen, köstlichen Gegenden ab, studiere die Schiffslinien und die Fahrpreise. Und wie jedesmal bleibe ich hier und reife nicht. Was mich zurückhält, ist ein sonderbares Schamgefühl. Es will mir unrecht scheinen, den rauhen Tagen zu entfliehen, nachdem ich die schönen genossen habe. Vielleicht ist es auch nur ein gesetzmäßiges Bedürfnis der Natur, daß sie nach Monaten der Wärme und Farben, nach dem Ueberflusse an Behagen, Schönheit und starken Eindrücken müde wird und nach Kühle, Rast und Beschränkung verlangt. Es ist nun einmal nicht das ganze Jahr Sommer, so soll man ihn auch nicht ohne Not künstlich verlängern wollen. Ein paar unentschiedene und unzufriedene läge, bann haben biese Erwägungen Macht gewonnen, unb ber Herbst beginnt mir merfroürbig lieb zu werben. Wie konnte ich ans Fortreisen benken, da ich doch von so viel Dingen, die mir lieb sind unb denen ich Dank schulde, Abschied nehmen mufe! Die letzten Gartenfreuben, bie letzten Wiesenblumen, bie Schwalben unter meinem Dache, bie letzten, satt unb taumelnb übers Lanb wehenden Schmetterlinge. Man achtet schon wieder jeden einzelnen und fürchtet, es möchte der letzte seiner Gattung sein. Auch unsere altmodischen kleinen Dampfschiffe, meine einzige Verbindung mit der Welt, werden in Bälde rar werden. Dom Oktober an kommt nur noch eines im Tag, und im tieferen Winter bleibt auch bas zuweilen aus. Sie alle, Schwalbe und Feldblumen, Schmetterling und Dampfschiff, sind mir lieb unb haben mir viel Freuben gebracht biesen schönen, allzu flüchtigen Sommer hinburch; ich möchte sie alle noch ein wenig halten unb noch einmal recht zu eigen haben, ehe sie bahingehen. Was für ein Narr bin ich gewesen, wie viel schöne Sommerstunben bin ich trotz allem im Hause und am Büchertische gesessen, wie viel Abende unb Morgenfrühen habe ich versäumt! Abe auch ihr, ungenossene Tage, bie ihr nun schöner unb köstlicher scheinet als alle anberen! lieber bem Abschiebnehmen kommt benn auch bas Neue zu Ehren, bas ber unwillkommene Herbst gebracht hat: silberne Nebelschleier, braune unb lachenb rote Farben, reifenbe Trauben, volle Obst- körbe, beginnenbe Abendunterhaltungen im Hause bei Lampenlicht, ferner rounberfame aufregend herrliche Sturmtage, an denen See und Lüfte tönen unb die ganze stumme Schöpfung Stimme erhält. Jetzt kommt auch als täglicher andächtiger Genuß an jedem Vormittag der spielende Kampf der Sonne mit dem Nebel, das trüb ringende Hin und Her und der feierliche königliche Sieg des Lichtes. Und wenn der Oktober und die Weinlese kommt, wollen wir uns einen Tag und einen Taler nicht reuen lassen, und bei einem großen Krug vom Neuen dankbar ber vielen unoerbienten Freuben benken, bie bas altembe Jahr uns gebracht hat. Oer Komiker. Wissen Sie, warum Hans Albers, den Sie ja vom Film her gut kennen, Komiker geworden ist? Früher mal war er, wie jeder Schauspieler, jugendlicher Held. Trieb sich als solcher an verschiedenen Schmieren herum und spielte einstmals den Valentin im „Faust" Natürlich in einem Saaltheater mit Restaurationsbetrieb. Unb währenb er sich, nachdem er auf seine Schwester Margarete verschiedene nicht unbekannte Flüche ausgestoßen hatte, in Todes- zuckungen wand, scholl es aus einer Hinteren Reihe: „Zwei Helle, ein Paar Würstchen, ein Butterbrot!* Da richtete sich der „sterbende" Albers auf den Ellenbogen auf und verhauchte mit dem Ruf „M i r a u ch!" sein junges Leben. Unb es erscholl ein solches Gelächter, daß er beschloß, fortan nur noch komische Rollen zu spielen. In gemz Deutschland wurde am Sonntag das Fest der Deutschen Schule abgehalten, das unter dem Protektorat des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland stand. In gemeinsamen Gesängen und in turnerischen Vorführungen zeigte die Jugend ihr Bestes und entbot allen Volksgenossen jenseits der Grenzen ihren Gruß. — Unser Bild zeigt den Einzug der Fahnen in das Stadion Berlin-Grunewald. RoosevellSAWiffausdieWittschastskttsis Ist der Wendepunkt in Sicht? Bon unserem He.«Äerichterstaiier das ein schöner unb großer Erfolg, besten psychologische unb politische Bebeutung nicht verkannt werden soll. Unb so wäre es denn auch verfehlt, wenn man nach einer Enttäuschung über bas Richterlichen bes ursprünglichen Zieles in ber amerikanischen Oeffent- lichkeit suchen wollte. Davon kann keine Rebe sein. Schwarzseher sind, wie anderswo, so auch in USA. unbeliebt, und bie Volkstümlichkeit bes Präsidenten i st weiter im Steigen begriffen. Seine Schmeichler behaupten, daß kein amerikanischer Präsident seit Lincoln so beliebt gewesen sei, und man kann nicht bestreiten, daß das bis zu einem gewissen Umfange richtig ist. Die große Masse des amerikanischen Volkes sieht, daß etwas getan wird. Sieht, daß auch Erfolge erzielt werden, und sie fragt daher nicht viel danach, ob die Dinge von Dauer sein werden, oder ob benn tatsächlich alles genau nach dem Plan verläuft. Eine gewisse leichte Teuerung, bie einsetzt, tragen bie Massen mit Ruhe, ja mit einer gewissen Opferfreu- bigteit. Besonders, da man ihnen gesagt hat, daß das Besserwerden sich gerade tn einer gewissen Teuerung auswirken werde. Anders denken im Grunde nur die Unterneh - Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Neuyork, Anfang September 1933 Wie ein General, der sich die Eroberung einer Stellung bis zu einem bestimmten Zeitpunkt vornimmt, hat sich auch Roosevelt für die Durchführung seines Wirtschaftskampses bestimmte Termine gestellt. Einer von diesen lag Anfang September Bis dahin sollte, so hatte er vor etwa einem halben Jahr erklärt, die Arbeitslosigkeit zur Hälfte beseitigt sein, von den zwölf Millionen Arbeitslosen, die es nach den amtlichen Schätzungen in den Vereinigten Staaten gibt, sollten bis dahin also etwa sechs Millionen wieder in Lohn und Brot st ehe n. Das hat Roosevelt natürlich nicht geschafft. Das Problem der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist eben nicht so einfach, wie er das ursprünglich angenommen hatte — aber das hindert auch nicht, anzuerkennen, wieviel in Wirklichkeit erreicht wurde. Vielleicht sind es nur drei bis vier Mil- Honen, die wieder, alles in allem genommen, in den Produktionsprozeß eingegliedert worden sind, also etwa zwei Millionen Menschen mehr als saisonmäßig zu erwarten gewesen wäre — aber auch Unser Bild zeigt den Wagen bei Solingen, mit dem SA.-Leute des Reservesturms III der Standarte 17 einen Abhang hinunterstürzten, wobei zehn SA.-Männer getötet und vierzehn schwer verletzt wurden. Das Fest der Deutschen Schute. Die AntomoMaiastrophe bei Solingen. merschaft unb bie Kapitalisten, bie sich feit einiger Zeit ernstlich darüber Gedanken zu machen beginnen, wohin Roosevelts „neues Spiel" führen werbe. Das liegt nicht nur an ben bekannten Vorgängen an ber amerikanischen Börse, sondern vor allem daran, daß die Lasten der neuen Mafe. nahmen, insbesondere der neuen Bestimmungen für bie Inbustrie, auf bie Unternehmerschaft abgewälzt worben sind. Die durchweg erzwungene Erhöhung der Löhne unb bie gleichzeitige Verkürzung ber Ar- deitszeit haben ben Unternehmern überall neue Kosten aufgebürdet, bie in manchen Industrien soweit gehen, dafe sich der Unkostenfaktor um fast ein Viertel erhöht hat. Das macht natürlich auf die Dauer sehr viel Betriebe unrentabel. wenn nicht eine entsprechende Vermehrung des Absatzes erfolgt. Mit anderen Worten: die In- buftrie beginnt nach einer Steigerung bes Verbrauchs zu rufen unb verlangt entfpre- chende Maßnahmen ber Regierung. Roosevelt hat sich beshalb entschließen müssen, bie Krebitschraube roieber zu lockern, unb hat bie Banken angewiesen, wieber höhere Krebite zu geben. Er wirb, barübeu hegt man hier nicht ben geringsten Zweifel, auch bie Inflationsmöglichkeiten ausnutzen müssen, bie ihm vom Kongreß gegeben worben finb, wenn er nicht von neuem ben Prozefe ber Wirtschaftsschrumpfung eintreten lassen will. Ieboch sieht man bas offenbar sehr viel weniger gefährlich an, als bie Macht, bie durch bie neuen Gesetze ben Arbeitern gegeben wird. Der amerikanische Arbeiter, ber bis jetzt kaum so etwas wie eine Organisation kannte, wirb burch bie neuen Maßnahmen gerabezu in eine Arbeitnehmer-Organisation von Staats wegen hineingezwungen — unb bamit, bas zeigen jebenfalls eine Reihe kleinerer Streiks sehr beutlich, in einen Gegensatz zum Unternehmer gestellt, ben er bislang nicht kannte. Während es bisher Roosevelt möglich war, fast kampflos seine Jnbustrie-Bestimmungen der Wirt- schäft aufzuzwingen, beginnt sich daher jetzt geaen ihn ein Widerstand ber Unternehmer zu regen. Am bezeichnenbsten hierfür sind bie Vorgänge b e i Forb, ber immer noch in USA. bie höchsten Löhne zahlt und daher die Uebernahme der Industriegesetze für bie Automobil-Industrie ab lehnt. Ihm geht es zweifellos dabei weniger um bie Lohnerhöhung. Er zahlt ja mehr, als er verpflichtet ist. Er befürchtet, baß bie Arbeiterschaft ihm entfremdet wird, und daß In Berlin wurde die bisherige Friedrich-Ebert- Strafe zu Ehren des ersten Lustfahrtministers des Reiches und ersten nationalsozialistischen Ministerpräsidenten Preußens in Hermann-Göring- Str a ß e umbenannt. .——R bie neuen Gesetze hierzu bie Handhabe bieten. Wenn aber Ford das Jagt, so versteht man es, daß mehr als ein Unternehmer in den Vereinigten Staaten ben Kopf schüttelt unb sich fragt, wohin ber Weg gehen soll. Dazu kommen bie Sorgen der Kapita- liften um ihr Geld. Welchen Weg wirb bie Regierung in der Währungsfrage gehen? Wird sie sich mit der bisherigen Dollarentwertung begnügen oder wird sie am Ende den Dollar noch weiter ab- werten? Gewiß spielt für weite Kreise diese Frage nicht im entferntesten die Rolle, die man ihr in Europa zumißt. Aber die Banken und alle die Mächte, die über zwischenstaatliche Beziehungen verfügen, wissen, daß jeder Cent, um den der Dollar international sinkt, auch die Forderungen der Amerikaner an das Ausland sinken läßt. Wenn man bereit war, hier zunächst gewisse Opfer zu bringen, so erwartet man eben doch auf der anderen Seite, daß sich diese Opfer bezahlt machen — und davon glaubt man bisher nur wenig zu verspüren. Die Kurse der Aktien sind wieder im Absinken begriffen, die Preise für die Rohstoffe und die landwirtschaftlichen Erzeugnisse werden nur mit Mühe gehalten, und auf der anderen Seite steht d i e Landwirtschaft, die mit Energie fordert, daß ihr durch eine weitere Entwertung des Dollars geholfen werde. Man kann es daher schon verstehen, wenn in diesen Kreisen die Ansicht verbreitet ist, daß der Wendepunkt nahe bevorstehe, und daß sieh zumindest über kurz oder lang entscheiden müsse, ob Roosevelts Experiment geglückt ist. Es mutz sich binnen ganz kurzer Zeit entscheiden! Zu diesen innerwirtschaftlichen Sorgen beginnen nun auch mehr und mehr außenpolitische Kümmernisse zu treten. Die Revolte in Kuba hat das amerikanische Kapital sehr ernsthaft gefährdet, in den P h i l i p p i n e n gärt es, und am Pazifik steigen dunkle Wolken auf. Man spricht hier zwar von keiner Kriegsgefahr, denn das würde ja dem Programm der amtlichen Gut-Wetter-Pro- pheten widersprechen, aber man verhehlt sich nicht, daß das japanische Valuta-Dumping und die weiteren aggressiven Maßnahmen der Japaner das Vorspiel zu sehr ernsten Ereignissen bedeutet. Auch die Tatsache, daß die Abrüstungskonfe- r e n z nicht vorwärts kommt, daß sehr schwierige Schuldenverhandlungen mit den Engländern bevorstehen, erwecken Sorge, wenn auch nicht in dem Maße, wie man das erwarten sollte. Man denkt eben in den USA. immer noch zunächst an sich selbst, und ist darüber geneigt, auf der anderen Seite auch die Welt sich selbst zu überlassen. Aber das alles geht nicht unendlich weiter. Jede Taktik hat einmal ein Ende, und so fragt man sich in den Vereinigten Staaten, wie lange es möglich fein werde, sich gänzlich vom übrigen Erdball abzuschließen. SJixfport Verireieriagung des Keglerbundes Lahn-Busecker-Tal. Der Keglerbund ,Lahn-Buseckertal' hatte am Sonntag zu einer Versammlung auf die Wellersburg eingeladen, zu der die Vertreter der 16 Klubs erschienen waren. Der Führer Freund begrüßte zunächst die Erschienenen und erteilte so dann dem geschäftsführenden Vorsitzenden S ch ä ■ f e r • Wieseck das Wort. Dieser führte u. a. aus, daß durch die Ueberführung des Keglerbundes Lahn-Buseckertal zum Deutschen Keglerbund dir heutige Vertretersitzung in ihrer Bedeutung und Beschlußfassung weit über das seitherige Maß hinausgehe. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen wurde aus finanziellen Gründen der Plan fallengelassen, auf der Wellersburg das Keglerheim einzurichten. Für diesen Winter stellt der Besitzer des Cafe Leib, Gießen dem Verband seine den Bundesvorschriften entsprechende Bahn zur Verfügung, um die Auskeglung der Vorkämpfe für die Deutsche Bundesmeisterschaft $u ermöglichen. Der vom Verbandsvorstand vorgeschlagenen Erhebung eines Sonderbeitrags in Höhe von 10 Mark pro Klub wurde zugestimmt. Der Bundesbeitrag be- träat im Jahr 3 Mark und 1 Mark Unfall- und Haftpflichtversicherung, die an den Verbandskassierer Muth- Lollar zu überweisen sind. Die nächste Vorstandssitzung wurde auf den 8. Oktober festgesetzt. Bereinswetiurnen des Tv. „Gut Heil" Gröningen. Am Sonntag hielt der Turnverein „G u t - Heil!" Grüningen sein diesjähriges Vereinswetturnen ab. Damit verband er gleichzeitig die Feier des 25-jährigen Bestehens. Der Vormittag war ausgefüllt von dem Wetturnen. Am Nachmittag bewegte sich ein stattlicher Festzug unter Vorantritt der Formationen der NSDAP. Durch unser Dorf. Der erste Führer des Turn- oereins begrüßte sodann in unserer geräumigen Turnhalle die überaus zahlreich Erschienenen und gab in seiner Ansprache ein anschauliches Bild der Üereinsgeschichte. Er zeigte dabei, daß Energie und eiserner Wille gar manche Hindernisse und Wider- wärtigkeiten haben beseitigen müssen, um den Weg der deutschen Turnerschaft in unserem Dorfe zu ebnen. Es folgte das Schauturnen der aktiven Turner, daran anschließend Tanzbelustigung. 3m uaufe des Nachmittags ergriff auch der Ehrenvorsitzende, Lehrer Hornberger (Gießen), das Wort. Er gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß Oer Großteil der alten Garde noch heute an der Spitze des Vereins stehe. Sodann ermahnte er die Jugend, auch fernerhin dem Rat der Alten ihr Ohr zu schenken. Am Abend traten die Turnerinnen mit rythmisch-gymnastischenFreiübungen vor bas dankbare Publikum. Nachstehend die Ergebnisse des Wetttu r n e n s (jeweils die 3 ersten Sieger): Turner stufe: 1. 3ak. Singel und Ferd. Becker; 2. Karl Singel; 3. W. Hofmann. Jugend-Oberstufe: 1. W. Jsheim, 2.Hugo Hartig, 3. Otto Hofmann. Jugend-Unter st ufe: 1. Erich Fay, 2. Alfr. Marsteller, 3. Albert Leidich. Schüler: 1. Ewald Srück, 2. K. Gilbert, 3. Erich Petri. Turner tnnen-Ober st ufe: 1. Emma Js- heim, 2. Marie Jsheim, 3. Martha Jsheim. Turnerinnen - Unter st ufe: 1. Elifabet Jsheim, 2. 3rma Sender, 3. Hilde Jsheim. Schülerinnen: 1. Frieda Euler und Elfr. Hubeier, 2. Herta Marsteller, 3. Luise Leidich. Turnen der Handballer: 1. Wily. Hofmann, 2. Jakob Fay, 3. Otto Leidich. AjeWelüneisterschastenderTeimisiehrerin Berlin . —................... IHS MM M Links: Big Sill Tilden, der beste Tennisspieler der Wett, im Gespräch mit dem Engländer Surfe. Rechts: Der deutsche Professional-Meister N ü ß i e i n, der im vorigen Fahre Tilden bereits einmal schlagen konnte und auch diesmal mit besten Aussichten in das Turnier geht. Bergfest in Salzböden. Am Sonntag veranstaltete der 7. Kreis im Se- 3«rf Hessen der DT., der ehemalige Lahn-Düns- berg-Gau, in Salzböden das Sergfeft, über das wir bereits gestern berichten konnten. Nachfolgend die Ergebnisse: Aktiv-Oberstufe: 1. W. Will, Rutters- Hausen, 90 P.; 2. Wilh. Speier, Odenhaufen, 85 P.; 3. K. Reeh, Sieber, 84 P.; 4. K. Heitz, Wieseck, 82 P.; 5. A. Seft, Waldgirmes, 81 P.; 6. W. Sepler, Kinzenbach, 79 S.; 7. R. Sepler, Kinzenbach, 78 P.; 8. R. Schieserstein, Launsbach, und Seipp, Surkhardsfelden, 76 P.; 9. H. Großhaus, Lollar, und Grote, Lollar, 74 P.; 10. E. Frank, Lollar, und Seite, Atzbach, 73 P.; 11. W. Weber, Albach, R. Viehmann, Kinzenbach, und Ehr. Rühl, Surkhardsfelden, 72 P.; 12. H. Röhl, Wieseck, 70 S.; 13. F. Rohrbach, Lollar, K. Will, Ruttershausen, und H. Weller, Atzbach, 69 P.; 14. H. Winter, Launsbach, und E. Secker, Ruttershausen, 68 P.; 15. W. Winter, Surkhardsfelden, K. Erb, Daubringen, und W. Frank, Lollar, 67 P.; 16. K. Wehrum, Albach, 66 P.; 17. W. Muntert, Lollar, Andersmann, Wieseck, und W. Hirschhauser, Odenhausen, 65 P.; 18. P. Launspach, Reiskirchen, A. Forbach, Wißmar, und O. Müller, Lollar, 64 P.; | 19. O. Sommer, Watzenborn, Fr. Agel, Atzbach, und W. Simon, Odenhausen, 63 P.; 20. O. Soden- bender, Rittershausen, und E. Fink, Staufenberg, 61 P.; 21. W. Sierau, Lollar, Gerh. Spuck, Lollar, und O. Sender, Rodheim, 60 P.; 22. H. Deuker, Steinbach, und P. Arnold, Kesselbach, 59 P.; 23. K. Schlierbach, Albert Schlierbach, Rodheim, und W. Soifer, Albach, 58 P.; 24. K. Vogel, Staufenberg, 57 P.; 25. W. Reeh, Rodheim, und K. Weiß, Watzenborn, 56 P.; 26. E. Schöffmann, Wieseck, W. Stroh, Wißmar, A. Hildebrand, Wieseck, und W. Herbert, Steinbach 54 P. Jugend-Oberstufe (16 bis 18 Jahre): 1. Ehr. Möbus, Reiskirchen, 113 P.; 2. A. Klinkei, Lollar, 91 P.; 3. P. Keil, Seuern, 87 P.;4. H. Viehl, Lollar, 85 P.; 5. W. Müller, Lollar, 81 P.; 6. H. Weimer, Daubringen, 80 P.; 7. A Rotz, Steinbach, 78 P., 8 Fuhr. Seuern, und Fink, Lollar, 77 P.; 9. Kümmel, Wieseck, und Schimpf, Kesselbach, 75 P.; 10. A. Zajic, Lollar, und W. Lepper, Alten-Suseck, 74 P.; 11. H Schmidt, Kinzenbach, 72 P.; 12. S. Launspach, Reiskirchen, W. Pfaff, Kesselbach, und W. Werner, Wieseck, 71 P.; 13. Deibel, Wieseck, und Hillgärtner, Kessel- bad), 70 P.; 14. W. Kramer, Ruttershausen, und Ad. Schmidt, Fellingshausen, 67 P.; 15. H. Schneider, Odenhaufen, 66 P.; 16. K. Klinke!, Staufenberg, und K. Fey, Lollar, 65 P.; 17. E. Pfaff, Kinzenbach, und W. Moos, Lollar, 63 P.; 18. H. Müller, Lollar, und T. Heuser, Surkhardsfelden, 59 P.; 19. W. Schleenbecker, Ruttershausen, 57 P.; 20. K. Schäfer, Wieseck, 56 P.; 21. W. Hofmann, Alten-Suseck, 54 P. Jugend-Unter st ufe (14 bis 16 Jahre): 1. H. Jäger, Reiskirchen, 89 P.; 2. Fr. Ott, Ruttershausen 84 P.; 3. M. Reiskirchen und W. Secker, Rodheim, 83 P.; 4. Kleinhenn, Daubringen, 78 P.; 5. Schleenbecker, Ruttershausen, und G. Crumbach, Sieber, 76 P.; 6. K. Klein, Salzböden, 75 P.; 7. Mängel, Reiskirchen, und Grün, Kesselbach, 73 P.; 8. Fr. Vogel, Staufenberg, 70 P.; 9. G. Stamm, Waldgirmes, A. Schlaudrafs, Sieber, K. Sechthold, Launsbach, und K. Fink, Daubringen, 67 P.; 10. A. Lepper, Waldgirmes, und E. 3ung, Watzenborn, 66 P.; 11. E. Kühnholz, Fellingshausen, und Chr. Schneider, Salzböden, 65 P.; 12. K. Heuser, Watzenborn, 62 P.; 13. Reif, Dau- bringen, und Hörr, Fellingshausen, 61 P.; 14. K. Lepper, Wieseck, 59 P.; 15. A Walter, Daubringen, und F. Hühnergerd, Surkhardsfelden, 54 P. Altersklasse (über 32 Jahre): 1. W. Hofmann, Alten-Suseck, 101 P.; 2. K. Suchner, Hausen, 99 P.; 3. L. Sepler, Kinzenbach, 94 P.; 4. W, Hofmann, Lollar, 92 P.; 5. H. Römer, Wieseck, 90 P.; 6. E. Keller, Rodheim, 87 P.; 7. W. Langsdorf, Albach, 85 P.; 8. W. Schäfer und Ad. Schardt, Hausen, 81 P.; 9 O. Kreiling, Wieseck, 78 P.; 10. A. Tureck, Lollar, 73 P.; 11. L. Sender, Rodheim, 72 P.; 12. W. Groh, Atzbach, 65 P. Altersklasse (über 35 Jahre): 1. O. Frank, Lollar, 60 P.; 2. E. Michel, Erda, 54 P. Haupiversammliing der hessischen Saaibaustellen. Gründung der „Hessischen Saatstelle e.G.m.b.H." Sei starker Seteiligung fand die Hauptversammlung der Saatbau st eilen der Hessischen Sauernkammer in Frankfurt am Main statt. Der Landesbauernführer Dr. Wagner wies in feiner Segrüßungsansprache auf die Silbung des Landstandes und die Pflicht eines jeden Sauern, am Aufbau des nationalsozialistischen Staates tatkräftig mitzuarbeiten, hin. Durch die Neuordnung des Landstandes wurde es nötig, auch innerhalb der seitherigen Organisation der Saatbaustellen der Hessischen Sauernkammer Aenderungen zu treffen. Der Sauernkammer wurde im Rahmen dieser Neuordnung die Betreuung und Förderung aller landwirtschaftlich- technischen Fragen zugeteilt, während alles Geschäftliche an die Genossenschaften übergeführt wurde. Sei den Saatbaustellen hat dies zur Folge, daß der geschäftliche Teil — der Ankauf von Originalsaatgut für die Vermehrung in den Staatbauftellen der Hessischen Sauerkammer, sowie die Vermittlung und der Absatz des anerkannten Saatgutes aus den Saatbaustellen, die bisher von der Saat- steile der Sauernkammer getätigt wurden — künftig genossenschaftlich durchgeführt wird. Dies erfordert die Gründung einer Genossenschaft, die alte Saatbauftelleninhaber umfaßt. Als Hauptpunkt stand deshalb die Seschlußfassung über die Gründung dieser Genossenschaft, der „H e s- fische Saatstelle e. G. m. b. H." auf der Tagesordnung. Direktor Berg von der Landwirtschafllichen Zentralgenossenschaft, Darmstadt, erläuterte das Statut der Hessischen Saatstelle e. G. m. b. H., während Direktor Strasburger anschließend die Geschäftsordnung bekanntgab. Sei der Abstimmung wurde sowohl die Fassung des Statuts als auch der Geschäftsordnung einstimmig angenommen. Der Landesbauernführer äußerte feine Befriedigung über das Zustandekommen der Hessischen Saatstelle e. G. m. b. H. und dankte besonders Generaldirektor Dr. Hamann von der Hessischen Bauernkammer und den Direktoren der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft Berg und Strasburger für die mühsamen Vorarbeiten. Die Leitung der Versammlung übernahm nunmehr Oberlandwirtschaftsrat Dr. Finger, da der Landesbauernpräsident die Sitzung verlassen mußte. Dr. Finger gab anschließend die infolge der Gründung der Hessischen Saatstelle e. G. m. b. H. bedingten Aenderung der Satzung der SaatbauffeUen der hessischen Bauernkammer bekannt. Nach kurzer Aussprache über die Satzungsänderungen berichtet Landwirtschaftsrat G r a e - b e r über das Ergebnis der vorläufigen Saatenanerkennung 1933 und wies auf einige besonders wichtige Punkte hin. Im Schlußwort wies Dr. Finger darauf hin, daß die heutige Sitzung von einem anderen Geist beseelt war, als die früheren Sitzungen. Im national- sozialistischen Staat nimmt der Bauer eine wesentlich andere Stellung ein, als in dem von rein libe- ralistischen Gedankengängen geleiteten früheren Staat. Der Führer hat schon immer darauf hinge- wiesen, daß die Grundlage für das Gedeihen eines Volkes ein gesundes, lebenskräftiges Bauerntum ist. Die Schaffung eines solchen Bauerntums ist Ziel und Zweck aller Maßnahmen. Dieses Ziel ist aber nicht zu erreichen auf dem Gebiete der Preisgestaltung, sondern nur durch Schaffung eines Bauernrechtes, in dem die Gedanken von Blut und Soden verankert sind. Der Boden darf nicht weiter, wie dies seither der Fall war, als Handelsobjekt gelten. Zur Erreichung des gesteckten Zieles ist die Mitarbeit aller und ein grenzenloses Vertrauen zu dem Führer unbedingte Notwendigkeit. Die Saatbaustellen der Hessischen Sauernkammer können an dieser Aufgabe am besten mitarbeiten, wenn sie nach dem alten, nationalsozialistischen Grundsatz handeln: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz". > Mit einem dreifachen „Sieg-Heil^ auf den Volkskanzler Adolf Hitler und den Reichsernährungsminister und Reichsbauemführer D a r r 6, in das alle Anwesenden begeistert einstimmten, wurde die Hauptversammlung der Saatbaustellen der Hessischen Bauernkammer geschlossen. Oer Sternhimmel im September. Daß der Herbst im allgemeinen keine günstige Zeit für Wandelsterne am Abendhimmel ist, können wir in diesem Jahre sehr deutlich verfolgen. Die V e n u s ist zwar Abendstern, auch entfernt sie sich im Augen- blick von der Sonne, und der Abstand der beiden nimmt im Verlauf des Monats nicht unerheblich zu; aber die Sichtbarkeitsdauer der Venus bleibt trotzdem fast unverändert, weil sie ihn in immer tiefere Teile des Tierkreises gerät, so daß ihr Lauf am sichtin der Nähe des Horizontes stehenden Fomalham — dem Maul des südlichen Fisches — erblicken wir das Sternbild des Wassermanns, das als Tierkreissternbild bekannt ist. Zwischen dem Pegasus und dem Adler erstrahlt das kleine und deshalb meist minder beachtete Sternbild des Delphins. Die Sonne, ober besser der Sonnenmittelpunkt, überschreitet am 23. und zwar 1 Minute nach 13 Uhr den Himmelsgleicher in südlicher Richtung, und 113' 10. STABEN ■r.” um». 119' 'aturn Mond; J) t Viertel (?) Vollmond ((letztes Viertel fr Qa- •* x Sterne: Uletne Buch- v stoben Der die 24 Stundenzahlen von Mitten nacht bis Mitternacht eines Tages ent• haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind fest• stehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeit ger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand -um Mitternacht der Monatsmiete. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hin• eingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der gerade Pfeil Vs Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte Vs Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Lichtgestalt zeigt. baren Teil des Himmels immer kleiner wird. Wir haben aber den Trost, daß das nicht emta fo weiter- gehen kann, denn wenn die Sonne in Den tiefsten Teilen des Tierkreises steht, was ja bekanntlich um Weihnachten herum der Fall ist, dann kann die Venus unmöglich noch tiefer stehen. Ganz ähnlich wie mit der Venus steht es mit dem Mars, nur mit dem Unterschied, daß sich dieser ja langsamer bewegt als die Sonne, so daß der Vorsvrung, den er vorläufig noch vor ihr hat, nicht wie bei der Venus größer, sondern kleiner wird. So ist denn die Rolle, die er noch am Himmel zu spielen hat, keineswegs glänzend. Am besten von den Wandelsternen ist noch Der ©aturn ju sehen, daran leicht erkennbar, daß der Mond sowohl in der Nacht vom 1. zum 2. als auch vom 28. zum 29. recht dicht unter ihm steht. Auf der südlichen Erdhalbkugel kommt es sogar zu einer Bedeckung des Saiums durch den Mond, bei uns jedoch nicht; man hat also eine sehr gute Gelegenheit, zu sehen, wie groß die sogenannte „Parallaxe" des Mondes ist, d. h. wie stark er sich scheinbar bei einer größeren Reise am Himmelsgewölbe verschiebt. Am Fixsternhimmel nehmen natürlich die lieber» gangsfternbilber zwischen Sommer- und Herbsthim- mel den Hauptraum ein. Dahin gehört z. V. das große Himmelsquadrat, das sich aus drei Pegasus- fternen und einem Andromedastern zusammensetzt. Zwischen dem Pegasus und dem im äußersten Süden damit hat der Herbst begonnen. Die Tagesabnahme ist um diese Zeit am schnellsten. Ku st ermann. Preubcn. Kreis Wetzlar. * Rodheim a. d. Bieber, 12. Sept. Landesoberwegemeister Schmidt von hier wurde nach Rennerod und Landeswegemeister Reinheimer vom Landesbauamt Wiesbaden nach Rodheim a. d. S. versetzt. Kreis Biedenkopf. WSN. Biedenkopf, 12. Sept. Bei den Amtsgerichten zu Biedenkopf, Gladenbach und Battenberg wurden Anerbengerichte gebildet. Vorsitzender des Anerbenaerichtes Sieben- topf wurde Amtsgerichtsrat Gerstenberg, von Gladenbach Amtsgerichtsrat V o l ck m a r und von Battenberg Amtsgerichtsrat Noll. Dillkreis. △ Offenbach, 12. Sept. Am Samstag morgen schoß der Staatsförster Putsche auf Forst- haus Pichen im Revier der Oberförsterei Herborn einen A ch t e r - H i r s ch. Es dürfte wohl in Jahr- Sen nicht vorgekommen sein, daß in hiesiger ein Geweihter geschossen wurde. einen Vorwurf zu machen: Er hat nach dem Men- schenflug gestrebt wie viele andere nach ihm auch, und er hat zweifellos an seinen Erfolg geglaubt, sonst hätte er den ersten Versuch nicht in Gegenwart des Königs geplant. Es ist immer eine große Sache, wenn sich jemand an ein ganz neues Gebiet heranwagt, und es ist noch größer, wenn er sein Leben daran setzt, die Richtigkeit seiner Gedanken zu beweisen. Beides hat der Schneider von Ulm getan: Er ist in seinen Gedanken seiner Zeit weit vorausgeeilt, und schon aus diesem Grunde gebührt ihm das Denkmal, das man ihm als einem der Wegbereiter der Luftfahrt nunmehr setzen wird. Oas Telephongespräch auf der Schallplatte. Vor einer Reihe von Jahren schon ist durch die Schaffung des Telephons versucht worden, das Telephongespräch beweiskräftig zu machen, ihm einen dokumentarischen Wert zu geben. Die Wachs' Zylinder, die dabei zur Verwendung kamen, hatten jedoch eine Anzahl empfindlicher Mängel, dazu war das Gerät sehr kostspielig. Schon allein dadurch wurde die allgemeine Einführung des Telephons illusorisch. Inzwischen ist der Gedanke, etwas Brauchbareres und trotzdem Wohlfeileres zu schaffen, unablässig weiter verfolgt worden. Aus diesen Bemühungen heraus entstand jetzt der Teleskriptor, eine Vorrichtung, die das Problem in geradezu verblüffender Weise vereinfacht. Es handelt sich um einen kopfhörerähnlichen kleinen Apparat, der mit einem Bügel über den Kopf gelegt wird, so daß man den Teleskriptor während des ganzen Tele- phongespräches am Ohr hat. Den Hörer des Fern- sprechgerätes hält man gegen die Muschel des Tele« skriptors. Vom Teleskriptor läuft eine Zuleitungs- schnür über eine Taschenlampenbatterie zu den Grammophonbuchsen eines Rundfunkgerätes, wo eine erhebliche Verstärkung der Sprachlaute stattfindet. Schließt man an den Radioapparat ein Schallplattenselbstaufnahmegerät an, dann überträgt sich das ganze Telephongespräck, Rede wle Gegenrede, auf die Platte. Diese dokumentarische Auszeichnung läßt sich mit Hilfe eines gewöhnlichen Schallplattenapparates beliebig oft wiederaeben. Mit der Erfindung des Teleskriptors erhält das Telephongespräch dokumentarischen Wert. 'bä«1''- ihr 4- * KW '■ 81 l' 9 5 E 'Neuen ^Dr.VMn! nUn. »no Jn (r' der ' NW . J(oI9e der' '• ’»• m. b. j). der Sägis: ~ •< 4är, 2°J- in?mer daraus L" L, das Tedeihen Z , b-2°fti°es 'BauJm kiäen ”°uttnlum5 ist tahnohmen. Dieses kf j . 1U^ dem Gebiete der «Breis, y W Schössling eines )te ^«danken von $lm und Auto -Schönheitswettbewerbe — wie sie sein sollten! Von einem bekannten Herrenfahrer und Sports- mann wird uns geschrieben: „Schonheltswettbewerbe sind in schlechten Ruf gekommen, well nicht immer ehrlich gerichtet und von Veranstaltern und «chieds- richtern vor dem Ruf und der Große einzelner Fabriken und Fabrikate Kotau gemacht wurde. Gelegentlich des ADAC.-Schönheitswettbewerbs in Swinemünde wurde durch prominente Vertreter der Prelle einwandfreie Schönheitswertung durchgeführt bei welcher die Herren nicht nur auf Form- schänheit, Stil und Karosseriekultur achteten, son- bern Dinge werteten, die für den Fahrzeugbesitzer besonders wichtig sind. So wurde z. B. die Be- quemlichkeit des Ein- und Ausstiegs gewertet, ebenso die Zugänglichkeit zum Werkzeug und Bequemlichkeit und Sauberkeit beim Abziehen und Aus- wechseln des Reserverads. Diese für den Privatfahrer mit entscheidenden Fahrzeug-Komforlbedin- gungen mit zu werten, ist ausgezeichnet. Meine Anregung aber geht weiter: Bei künftigen Schönheitswettbewerben möge auch -darauf geachtet werden, daß Oelnachmessen und Oelnachfüllen nicht zwangs- läufig schmutzige Finger oder ölbesudelte Handschuhe, Iakettärmel usw. zur Folge hat. Entschei- benber Wert mag bei Tourenwagen mittlerer Gröhe und bei großen Tourenwagen darauf gelegt werden, daß vier- und mehrsitzige Wagen nicht lediglich zwei Kleinkoffer in ihrem Autoaußenkoffer eingebaut haben, sondern daß der viersitzige Reisewagen allen vier Wageninsassen die Mitnahme des notwendigen Reisegepäcks — je eines Koffers — gestattet. Wagen mit eingebautem Wagenheber, der die schmutzige Handbedienung eines Oeldruck- oder onstigen Wagenhebers vermeidet, sollten bei Schönheitswertungen stets bevorzugt werden, denn dem eingebauten Wagenheber gehört die Zukunft. Schönheitswettbewerbe sollten nicht nur dazu da sein, dem Kur- Publikum eine Auto- und Modenschau zu bieten, sondern sie sollen auch dem Karosserie- und dem Autokonstrukteur Anregungen geben. Bleiben Re- formbeftrebungen nach Einstieg, Radwechsel, Del- meß- und Oelsull-, Koffer- und Verdeckmontage (bei Kabrioletts) unberücksichtigt, sind Schönheitskonkur- ßenzen sportlich wie technisch wertlos." |l weiter, wie dies seitber r yandelsobjekt gelten, esteikten Zieles ist die Mit- rnzenloses Vertrauen zu dem ohDenbigfcit Die Saatbau- Bauernkammer können an esten Mitarbeiten, wenn sie lonalsozialistischen Grundsatz geht vor Eigennutz". > t „Sieg-Heil" auf den Volks- und den Reichsernährungs- uernführer DarrS, in das ' stell einstimmten, wurde die r Saatbaustellen der hessi- eMosten. piember. hetzenden Hvmaltzaui - >n Asches — erblicken wir Wassermanns, das als Tier- ist. Zwischen dem Pegasus ahlt das kleine und deshalb Sternbild des Delphins, icfjer der Sonnenmittelpunkt, mb zwar 1 Minute nach 13 3er in südlicher Richtung, und tu 24 Stundenzahlen ran Miner* >y Mitternacht ein« lagu enl- , Kreü und die dick punWwrw ttr «genannte HoriMTU. «»; „denken. Der Sternhimmel Mi ml dem auf Mitternacht «W"*" . pfäl.. gevwtrmoßen dem ia- ■ HimmMr - in « Stunden Minuten im Sinne de*^ einmal um innen Mwelpunk ingaeicknete beobachten, •» dadurch«^ ^eAaren Stern« » ei« , Horiiont km- I. Stund« ü< MonoU* * -die Tagest ezonnen. 2>ie chnellsten- ^-^ermann. -eußen- a ®t4'aL ,baden n°-y j Lmls' t 19 GePknhad) und opf' f Werkstoff Aluminium. Neues vom weißen Metall. Wern von uns ist es bekannt, daß Aluml- Ui um den Grundstoff eines großen Teiles unserer Edelsteine bildet! Der wertvollste Edelstein nach dem Diamanten besteht aus Aluminium: der Ru- b i n. Verhältnismäßig bekannt dürfte die Tatsache fein, daß Deutschlands Stolz, der Zeppelin, zu 80 o. H. aus einer stahlfesten Alumimumlegie- rung besteht I Vor einigen Tagen hörten wir, daß in Birmingham die erste A l u m i-n i u m poft» karte aufgegeben worden ist, die fast ebenso leicht ist wie Papier, sich nicht rollt, nicht so leicht zer- reißbar ist, niemals vergilbt und deren Herstellungskosten äußerst gering sind. Kochtöpfe und Kochgeschirr aus weißem Metall — aus Aluminium — sind heute Stolz und Freude jeder deutschen Hausfrau. Die Hauptoorzüge liegen in der größeren Haltbarkeit, der Unempfindlichkeit gegen schroffen Temperaturwechsel, der geringen Empfindlichkeit gegen Stoß und Fall und nicht zuletzt in dem geringen Verbrauch an Brennstoff. Seitdem es Alu- miniumtöpse mit Jsoliergrisfen gibt, fällt der Hebel- stand des Heißwerdens der Griffe fort. Dank der Uederlegenheit des Aluminiums ist Aluminiumgeschirr zu einem unentbehrlichen Inventarstück im Haushalt geworden, zum idealen deutschen Kach - gerät. Dieses Metall, das zu einem der lebenswichtigsten Metalle in der Weltwirtschaft geworden ist, kann mit Recht als deutsches Metall be- zeichnet werden. Denn ein Deutscher ist es gewesen, der vor mehr als 100 Jahren (1828) zum erstenmal Aluminium hergestellt hat: Friedrich Wöhler. Die Gewinnung im großen war erst möglich, als sich die moderne Elektroindustrie entwickelt hatte, die die außerordentlich hohen Strommengen liefert, die zur Herstellung des Aluminiums erforderlich sind. Oer Schneider von Kim erhält ein Denkmal. Von Bertha Berdlinger Nachdruck verboten! Durch die Zeitungen ist die Nachricht gegangen, daß man dem Schneidermeister Albert Ludwig Berdlinger ein Denkmal in Ulm fetzen will, das im September enthüllt werden soll. Dieses Denkmal soll ihm nicht für seine Verdienste um das edle Schneiderhandwerk gesetzt werden, sondern zur Erinnerung an einen freilich mißglückten Gleit- slug, den er Ende Mai des Jahres 1811 unternommen hatte, also schon fast hundert Jahre vor der Zeit, ehe man wirklich fliegen konnte. Albrecht Ludwig Berdlinger war in Ulm als Sohn des Zeugamtsknechtes Albrecht Ludwig Berd- Itnger am 25. Juni 1770 geboren, dessen Ahn, der Sproß eines Pfarrers Berdlinger in Lörrach in Baden, im Jahre 1678 das Bürgerrecht in Ulm erwarb. Albrecht Ludwig der Weitere starb schon 1783 und hinterließ seiner Frau, einer geborenen Finkin aus Temmenhausen, große Geldsorgen und sieben Kinder. Die drei Jüngsten, Albrecht Ludwig mit 13, Daniel mit 10 und Zacharias Ludwig mit 9 Jahren, tarnen in das Funden- oder Waisenhaus. Für die übrigen vier Kinder bekam die Wittib einen sehr bescheidenen Zehrpfennig von der Stadt. Den Knaben wurde der Beruf vom Waisenhaus gewählt. Schon ein Jahr nach des Vaters Tode kam Albrecht Ludwig zu einem Schneider in die Lehre. Daniel wurde Nagelschmied, Zacharias Binder. Albrecht Ludwig wurde dann Schneidermeister in Ulm. Er vermählte sich im Jahre 1792 mit Anna Scheisselin, die ihm sechs Kinder schenkte. Es ging aber der Familie Berdlinger nicht gut, denn wie das so oft der Fall ist, wenn einer seinen Beruf nicht nach eigener Meinung wählen darf, so war es auch bei Berdlinger. Seine Gedanken waren weniger bei der edlen Schneiderei als bei allem, was Technik heißt. So beschäftigte er sich denn mit dem Bau von Schlitten und allerlei anderen schönen Sachen; im Jahre 1809 machte er eine Eingabe an den König von Württemberg, die von ihm erfundenen künstlichen Glieder in der Zeitung anzeigen zu dürfen. Dann aber wandte er sich wieder einer Aus Natur und Technik. Deutschland steht an der Spitze der europäischen Aluminiumerzeugung. Noch gewinnen wir Aluminium aus Bauxit, das aus Dem Ausland kommt und im Jahre 1932 einen Einfuhrwert von 4.8 Millionen RM. erreichte. Allerdings spielt im Wert des Aluminiummetalls der Bauxit mit etwa 4 v. H. nur eine untergeordnete Rolle. Aber bald brauchen wir nicht mehr auf den ausländischen Grundstoff zurückzugreifen. Praktische Versuche haben ergeben, daß wir aus dem gewöhnlichen Lehm in Deutschland fabrikmäßig das weiße Metall Herstellen können. Damit wirk) Aluminium ein Erzeugnis rein deutscher Arbeit aus deutschem Rohstoff. Es sollte daher die Pflicht eines jeden Deutschen (ein, an dem weiteren Ausbau und der weiteren Einführung des deutschen Metalls mitzuarbeiten. Dies gilt vor allem für die stärkere Verwendung als Leitungsmaterial. Beim Bau von elektrischen Ueberlanöleitungen (Freileitungen) kann Aluminium an Stelle von Kupfer verwandt werden. Das bedeutet, daß dadurch unser Kupferverbrauch weitgehend entlastet werden kann, wir also weniger Kupfer aus dem Ausland einführen müssen und damit in der Selb st Versorgung wieder einen Schritt vorwärts kommen. Dr. v. B. Oer Siegeszug des Dieselmotors. Auch in England gehen jetzt die Eisenbahnen zum Bau von Dieselmotor-Lokomotiven über, da beim Diesel-Motorantrieb gegenüber dem Dampf-Motor-Prinzip eine beträchtliche Betriebsstoffersparnis erzielt wird. — Unser Bild zeigt die neueste englische 40-t-Lokomotive, die mit Dieselmotoren ausgerüstet ist (rechts) an der Seite einer gewöhnlichen Schnellzuglokomotive. Au den Grenzen der Welt. Astronomie des Unsichtbaren. — Oie Wunderwelt der Spiralnebel. 13on Or. Erwin Kossinna Vor kurzem zeigte der amerikanische Astronom Edwin Hub b le in einem an der Universität Princeston gehaltenen Vortrag als eins der neuesten Ergebnisse der astronomischen Forschung die photographische Aufnahme einer Gruppe von Spiralnebeln, die sich in einer Entfernung von rund 300 Millionen Lichtjahren von unserer Erde befinden. Es sind dies die fernsten Himmelsobjekte, die wir kennen, und die Photographie zeigt uns diese Spiralnebel so, wie sie vor 300 Millionen Jahren ausgesehen haben, als sich nach der Berechnung der Geologen die großen Steinkohlenlager auf der Erde bildeten. Wir wissen aus der Beobachtung der nächsten und hellsten Spiralnebel, daß sich diese Sternsysteme in rascher Rotation befinden und die Materie dabei aus dem Kern in die Spiralarme strömt. Allerdings sind die Umlaufszeiten ungeheuer lang und betragen gewöhnlich mehrere Millionen Jahre, aoer im Vergleich zu der nach Tausenden von Lichtjahren zählenden Ausdehnung jener Sternsysteme sind sie kurz zu nennen. Während des langen Zeitraumes, den das Licht von den fernsten Objekten bis zu uns unterwegs ist, muß sich daher das Ausdehnen der Spiralnebel wesentlich geändert haben. Hubble schätzt die Gesamtzahl der Spiralnebel, die innerhalb einer Distanz von 300 Millionen Lichtjahren liegen, auf nicht weniger als 40 Mil- lionen! Jeder von ihnen ist ein Sternsystem wie unsere Milchstraße, jeder eine Zusammenballung von Millionen ober Milliarden glühender Gas- bälle, die in den Tiefen des Weltalls leuchten. Sehen wir steil auf die Drehungsebene eines solchen Nebels, so erscheint er uns als spiraliges Gebilde von oft geradezu überraschender Schönheit der Form, wie beispielsweise der berühmte Spiralnebel in den Jagdhunden. Fällt unser Blick dagegen seitlich auf die Kante, so sehen wir eine schmale Spindel mit verdichtetem Kern und einzelnen hellen Lichtknoten sowie dunklen Streifen, die von erkalteter, lichtabschirmender Materie herrühren. Wie ist es möglich, die enormen, völlig unvorstellbaren Entfernungen der Spiralnebel xu bestimmen? Eine genaue Messung ist natürlich aus- geschlossen. Aber die Natur hat uns ein wunderbares Hilfsmittel gegeben, das uns ermöglicht, solche Entfernungen mit einiger Sicherheit abzuschätzen. Bei einer gewissen Klasse von veränderlichen Sternen steigt die Leuchtkraft gesetzmäßig mit der Länge der Periode des Lichtwechsels. Sie werden nach ihrem typischen Vertreter Delta im Sternbild des Cepheus als Cepheiden bezeichnet. Ein solcher Stern mit bekannter Periode kann gewissermaßen als Nor- malkerze betrachtet werden. Seine scheinbare Helligkeit gibt uns demnach ohne weiteres ein Maß für eine (Entfernung von der (Erbe. Nun ist es Hubble auf dem Mount Wilson-Observatorium in Kalifornien. bereits vor mehreren Jahren gelungen, die nächsten Spiralnebel wenigstens teilweise in einzelne Sterne aufzulösen unb babei zahlreiche Cepheiden zu entdecken, deren Periode unb Leuchtkraft bestimmt werden konnten. Aus dem Vergleich der Helligkeit der Cepheiden in den Spiralnebeln mit denen unseres Sternsystems ergab sich der Abstaad der nächsten Spiralen, nämlich des mit freiem Auge ichtbaren Andromedanebels und des Nebels im Triangel zu knapp einer Million Lichtjahren. Es hat sich ferner gezeigt, daß die absolute Ge- samthelligkeit der Spiralnebel sich im allgemeinen nicht allzuweit von einem mittleren Wert entfernt, der bei rund 100 Millionen Sonnenhelligkeiten liegt. Die in einer Spirale vereinigten Sterne strahlen hiernach durchschnittlich 100 miUionenmal soviel Licht und Wärme aus wie unsere Sonne. Für die Nebelhaufen, die zuweilen Hunderte von Spiralnebeln umfassen, bildet demnach die scheinbare Helligkeit der einzelnen Nebel ein Maß für die (Entfernung des Nebelhaufens. Mittels dieser Methode fand der deutsche Astronom Bade den Abstand des 60 Spiralen umfassenden Nebelhausens im Sternbild des Großen Bären zu mehr als 100 Millionen Lichtjahren. Wohl nie wird ein menschliches Auge diese außerordentlich schwachen Himmelsobjekte direkt im Fernrohr sehen können. Nur die photographische Platte mit ihrer Eigenschaft, auch die allerschwächsten Lichteindrücke mit der Zeit zu summieren, gibt uns Kenntnis von jenen fernen, unsichtbaren Welten. Das Merkwürdigste an den Spiralnebeln ist aber die Tatsache, daß sie sich — von einigen wenigen in der Nachbarschaft der Milchstraße abgesehen — alle ausnahmslos von uns entfernen. Von mehr als 80 beobachteten Spiralnebeln kommt kein einziger herein, um den Platz der andern einzunehmen. Alle streben vielmehr auseinander, und zwar mit um so größerer Geschwindigkeit, je weiter sie von uns entfernt sind. Die neueste Feststellung in dieser Hinsicht ist die Entdeckung eines Spiralnebels im Löwen in 100 Millionen Lichtjahren Abstand, der mit der phantastischen Geschwindigkeit von nahezu 20 000 Kilometer in der Sekunde davon- läuft. Bei näheren Spiralen fand man Geschwindigkeiten zwischen 7000 und 12 000 Kilometer. Um diese Messungen durchführen zu können, waren ein außerordentlich lichtstarkes, eigens für diese Aufnahme konstruiertes Objektiv und Belichtungszeiten von sünfzigstündiger Dauer erforderlich. Man hat vielfach daran gezweifelt, ob die Rotverschiebung im Spektrum der Spiralnebel wirklich als Fortbewegung zu deuten fei. Aber die Tatsache, daß mit derselben Messungsmethode auch die Rotation der Spiralnebel um ihren Kern in ihrer Gesetzmäßigkeit nachgewiesen worden ist, bildet eine sehr wichtige Stütze für die Annahme von Bewe- gungsoorgängen. Wir müssen daraus schließen, daß das Weltall in b c ft ä n b i g e r Ausdehnung begriffen ist. Wie in einem Spiralnebel die Materie trotz der Anziehungskraft nach außen strebt, so reichen auch die zwischen den Spiralen wirkenden Anziehungskräfte wegen des enormen Abstandes nicht aus, die Welt zusammenzuhalten. Die gesetzmäßige Zunahme der Geschwindigkeit der Spiralnebel mit ihrer (Entfernung von der Erde bereitet freilich der Erklärung große Schwierigkei- ten. Nach einer von ß e m a i t r e ausgestellten Theorie ruhen die Spiralnebel im Raum, aber der Raum selbst ist relativ zu unserer Maßeinheit, dem Meter, in beständiger Ausdehnung begriffen. Die Spiralnebel werden dabei mitgeführt wie Stäubchen auf der Oberfläche einer fick ausdehnenden Seifenblase, so daß sowohl ihre Abstände von uns wie auch unter sich immer größer werden. Die Vorstellung aber von der „Expansion der Welt" führt uns nicht nur an die räumlichen Grenzen der uns zugänglichen Welt, sondern zugleich an die Grenzen unserer Erkenntnis vom Wesen des Weltalls. anderen Arbeit zu, die er am 24. April 1811 seinen I staunenden Mitbürgern in einer Zeitungsanzeige ’ unterbreitete: „Nach einer unsäglichen Muhe in der Zeit mehrerer Monate, mit Aufopferung einer sehr beträchtlichen Geldsumme und mit Aufwendung eines rastlosen Studiums der Mechanik hat der Unterzeichnete es dahin gebracht, eine Flugmaschine zu erfinden, mit der er in einigen Tagen hier in Ulm seinen ersten Versuch machen wird, an dessen Gelingen er, bestimmt durch die Stimme mehrerer Kunstverständigen, nicht zweifeln zu dürfen glaubt. Von heute an ist die Maschine bis an den Tag des Versuchs, der nebst der Stunde in diesem Blatte vorher genau angezeigt werden wird, hier im Gasthof zum Goldenen Kreuz Jedem zur Ansicht und zur Prüfung ausgestellt." Der erste Versuch zögerte sich aber noch etwas hinaus, und es war wohl Berblingers großer Fehler, daß er in feiner Erfinderfreude, unbekannt mit den Gesetzen der Flugtechnik, diesen ersten Versuch in der Öffentlichkeit machte. Für Ende Mai war der Besuch des Königs von Württemberg angesetzt, und im Einverständnis mit dem Magistrat lud Berdlinger seine Mitbürger zur Donau, wo er von einem hohen Erker, der Adlerbastei, herabzufliegen und das andere Donauufer zu gewinnen, vorhatte. Er ritt selbst durch die Stadt und tat seine Ab- sicht zu fliegen, unter Trompetenklängen kund. Für die entstehenden Unkosten wurde von den Zuschauern je ein Batzen gefordert. Auf der Adlerbastei war ein hölzernes Gerüst errichtet, so daß Berb- linger 62 Schuh über dem Wasser stand. Der König war mit seinem Hofstaat erschienen, die Zuschauer standen Kopf an Kopf in atemloser Spannung. Plötzlich klappte der eine Flügel zusammen, und Berdlinger mußte vortreten, und unter dem Gemurre der Menschen den Aufschub seines Vorhabens ankündigen. Ob die Flügel beim Hinaufziehen auf das Gerüst Schaden erlitten hatten, oder ob böswillige Absicht etwas daran zerstört hatte, ist ungewiß. Der König reifte ab, nicht ohne Berdlinger eine Belohnung von 20 Louisdor zu hinterlassen. Als aber Berdlinger am nächsten Tage, am 31. Mai 1811, vor einer womöglich noch größeren Menge vor dem Bruder des Königs den Versuch wieder- holte, fiel er wie ein Stein in die Donau und wurde unter dem Hohngelächter seiner Mitbürger von einem Schiffer geborgen. Daß er gerettet wurde, war sein Mißgeschick! Wäre er ein Opfer feines Planes geworden, so wäre die Menge verstummt vor der Majestät des Märtyrertums. Durch feine Rettung schlug der Versuch ins Lächerliche, und für den Unglücklichen begann die Marter einer Verspottung, wie sie noch kein Sterblicher erduldete. Um sich den Verfolgungen zu entziehen, entwich er und kehrte erst nach Jahren nach Ulm zurück. (Es ging bergab mit ihm, er war ein zerbrochener Mann, haltlos und enttäuscht. Seine Frau starb, von seinen Kindern lebten nur noch wenige. Noch einmal verheiratete er sich und starb am 28. Januar 1829 an Auszehrung im Spital, arm, verschuldet und wenig betrauert. Das Flugzeug soll noch lange in Ulm vorhanden gewesen sein — jetzt ist es verschwunden. Es waren flügelartige Gebilde mit starker Seide bespannt; sie ließen sich mit einer Bewegung der Hand durch feine Stäbchen, die sich spreizten und zusammenlegten, spannen ober zusammenfalten. Natürlich wird der Leser fragen, warum das Flugzeug des Schneiders von Ulm versagt hat: Es mußte versagen, weil ein Mensch nicht die Kraft hat, seinen Körper mit Flügeln hochzuheben; er kann mit einem motorlosen Flugzeug nur Gleitflüge ausführen, wie es Lilienthal getan hat, und wie es jetzt unsere Segelflieger in Rosfitten und in der Rhön tun. Das Flugzeug des Schneiders von Ulm war aber kein Gleitflugzeug, wenn er es sich auch als solches gedacht hat, was daraus her- vorgeht, daß er damit von einem erhöhten Punkt aus über die Donau gleiten wollte. In Wirklichkeit stellt das Flugzeug etwa eine Verbindung von zwei neben einander liegenden Fallschirmen vor, m deren Mittelpunkten Der Flieger hätte aufgehängt fein müssen. Berblinger reichte mit seinen ausgespannten Armen aber nickt ganz bis an diese Punkte, außerdem kann kein Mensch sein Körper- gewicht an den Händen bei ausgespannten Armen auf die Dauer tragen. So mußten die Flügel beim Flugversuch nach oben zusammenklappen. Das ist das Urteil, das wir heute — vom jetzigen Stand der Technik aus — über das Flugzeug des Schneiders von Ulm aussprechen müssen. Damals gab es aber auf dem Gebiet der Fliegerei fast überhaupt noch keinen Stand der Technik, und fo wäre es ganz falsch, dem Erfinder aus dem Mißlingen Mrktsragen und Landsrauenschulung. Don Elli Heese, Reichsverband landwirtschaftlicher Hausfrauenvereine. Der deutsche Markt und die notwendigen Grundlagen seines Bestandes stehen seit vielen Jahren im Mittelpunkt unserer Sorgen. Bon einsichtigen Volkswirten und führenden Landwirten ist häufig betont worden, daß der Käufer nicht allein durch überlegten Einkauf die Gesundung unseres Marktes und damit die Einschränkung überflüssiger Einfuhr hcrbeisühren kann. Es bleibt ihm schließlich nur als wirksamstes Verteidigungsmittel der Kaufstreik, der aber doch niemals völlig geschlossen durchzusühren wäre. Wirksamer sind die Maßnahmen der Erzeuger und Händler. Sie haben ein starkes Angriffsmittel in der Hand: Die Schaffung vorbildlicher Ware, die die Auslandsware unentbehrlich macht. Seit langem schmiedet die Landwirtschaft erfolgreich an diesen Waffen des Wirtschaftskampfes, in dessen Front sich auch die Landfrau einreiht. Auf ihre Bundesgenossenschaft kommt es in diesem Kampf sogar entscheidend an. Denn sie ist ja gerade an der Lieferung der Lebensmittel» die die Hausfrau auf dem Wochenmarkt oder im Laden täglich kauft, als Lieferantin überwiegend beteiligt: Eier — ein besonders schwieriges Kapitel! — Geflügel, Obst, Gemüse — auch Milch, Butter, Käse — in der Zubereitung all dieser Waren steckt viel Fleiß und Können der Landfrau. Dieses Können nun immer vielseitiger und erfolgreicher für unseren deutschen Markt zu gestalten, daran arbeiten — unterstützt von landwirtschaftlichen Behörden und Berufsverbänden — besonders eifrig die landwirtschaftlichen Hausfrauenvereine, die Berufsorganisationen der Landfrauen. Als wirksamstes Mittel, die Landfrauen mit allen Anforderungen des neuzeitlichen Marktes vertraut zu machen, und in der vorbildlichen Erzeugung ihrer Ware zu schulen, haben sie sich ein vielseitiges Beratungswesen geschaffen. Unsere Vorkämpferin, Elisabeth Boehm, hatte gleich bei der Gründung des ersten Vereins — 1898 in Rastenburg in Ostpreußen — die Einrichtung getroffen. daß für jedes Arbeitsgebiet der ländlichen Hauswirtschaft eine besonders erfahrene „Beraterin" ernannt wurde, die nun ihre Vereinsschwestern belehren und beraten sollte. Als aus der Berufsorganisation der Landfrauen allmählich Landesund Prooinzialverbände und schließlich der Reichsverband entstand, und als die Verantwortung der Landfrauenarbeit gegenüber dem Volksganzen immer stärker ein gründliches Fachwissen verlangte, konnte diese Art der Beratung nicht mehr genügen. Run gingen die Prooinzialverbände mit Unterstützung der Landwirtschaftskammern dazu über, für das gesamte Gebiet einer Provinz sachlich geschulte Kräfte als Beraterinnen einzustellen. Reben Vorträgen und Lehrgängen werden die Landfrauen besonders durch Besichtigung ihrer Betriebe und praktische Beratung gefördert. Auf diese Art sind schon viele Geflügelställe, die neuzeitlichen Anforderungen nicht mehr genügten, umgeändert worden, und zwar nur mit eigenen Arbeitskräften und wirtschaftseigenen Mitteln. Manche Bauersfrau hat allein durch diese Beratung mehr Wintereier als vordem auf den INarkt liefern können und hat ihrer eigenen und der deutschen Wirtschaflskasse dadurch geholfen. Die Gartenberaterin konnte manchen Garten so anlegen lassen, daß er zu rechter Zeit, also noch vor Auslandswaren, Frühgemüse auf den Markt liefert; auch die Beratung über Fragen und Bestimmungen des Milchgesetzes ist von besonderer Bedeutung. Wirksam gestützt wird diese praktische Beratung durch Lehrgänge im Marktfertigmachen der Ware. Bei den Lebensmittelmessen der Deutschen Wochen haben die Landfrauen die Erfolge dieser Belehrung in Gestalt von zahlreichen Bestellungen ihrer Ware erleben dürfen, denn die Stadtfrauen haben gesehen, daß ihnen der deutsche Lebensmittelmarkt genau das Gleiche wie der ausländische liefern kann. Obecheffen. Gedenkfeier für einen gefallenen SA-Mann. < Alsfeld, 11. Sept. Am Samstagabend fand in der hiesigen Festhalle eine Gedächtnis- st u n d e für den vor Jahresfrist an den Folgen des kommunistischen Feucrüberfalls bei Rieder-Ofleiden verstorbenen SA.-Mann Willy Weber statt. Die weite, mit trauerumflorten Hakenkreuzfahnen und Lorbeer geschmückte Halle war von der ergriffenen Menge bis auf den letzten Platz besetzt. Ein ernstes Konzert der Alsfelder Sturmbannkapelle leitete die Gedenkstunde würdig ein. Der Sturmführer des Toten, Hermann Trips, gedachte in soldatischen Worten des toten Kameraden und gelobte, den Kamps sortzuführen in der opker- bereiten Pflichterfüllung des Toten. Danach sprach der Kreisleiter von Darmstadt, Pg. Z ü r z, der in längerer Ausführung den Lebensgang Adolf Hitlers schilderte, des Mannes, für dessen Werk auch Willy Weber sein Leben hingegeben habe. Rach dem Deutschland-Lied ergriff Oberbürgermeister Dr. Müller (Darmstadt), der mit der Alsfelder SA. besonders herzlich verbunden ist, das Wort zu feierlichem Gedenken an den toten Kameraden. Das Horft-Wesfel-Lied und ein dreimaliges „Sieg-Heil" auf den Führer beschlossen die eindrucksvolle Weihestunde. Am Sonntagvormntag fand ein Gedächtnisgottesdien;t vor der Alsfelder Friedhofskapelle statt, den Pfarrer Ollf aus Bodenheim abhielt. Rach dem Gottesdienst begab sich die Trauergemeinde an das Grab Willy Webers; die Sturmfahnen senkten sich, während zahlreiche Kranzniederlegungen erfolgten. Landkreis Gießen. T Lich, 12. Sept. Am Samstagabend wurde in der Turnhalle vor allen Parteigenossen, der SA., SS.. SA.-Reserve, St., RSKK., RSBO., Frauen- chaft, BdM., HI. und einem großen Teil der hie- iqen Einwohnerschaft durch das Stadttheater Gieren das Theaterstück „Arbeit! Dienst! Pflicht!" von Pg. Bartholomäus (Gießen) zur Ausführung gebracht. Starker Beifall der Zuschauer dankte dem Autor für dieses Werk und lohnte die Künstler für ihre hervorragenden Leistungen. ch L i ch, 12. Sept. Ein hiesiger Metzgermeister schlachtete dieser Tage ein Rind, einen Rotscheck im Alter von kaum drei Jahren, das nach dem amtlichen Wiegeschein das seltene Gewicht von 1496 Pfund auswies. Der Züchter des Tieres war der Landwirt Christian A l b a ch. oo Langsdorf, 12. September. Die kürzlich offengelegte Rechnung unserer Gemeinde für das Rechnungsjahr 1931 weift einen durchweg erfreulichen Zustand der Finanzen auf und redet von einer vorsichtigen und verständigen Gemeindeverwaltung. Sie zeigt im ersten Teil (Betrieb) eine Gesamteinnahme von 63 386,96 Mark, der in Ausgabe 54 723,05 Mark gegenüberstehen, so daß ein Rechnungsrest von 8663,91 Mark verbleibt. Im zweiten Teil (Vermögen) werden in Einnahme nachgewiesen 27 565,63 Mark, in Ausgabe 14 983,59 Mark, so daß ein Rcchnungsrest von 12 582,04 Mk. zu buchen ist. Wie gesund die Finanzgebarung der Gemeinde ist, erhellt daraus, daß selbst in dem schwierigen Wirtschaftsjahr 1931 an unserer Wasser- leitungsschuld 8000 Mark getilgt werden konnte. ch Aus der nördlichen Wetterau, 12. Sept. Von Händlern werden gegenwärtig die ersten Zwetschen aufgekauft und für die Bahn verladen. Der Zentner wird mit 3,50 Mark bezahlt, doch ist damit zu rechnen, daß der Preis in den nächsten Tagen, wenn das Angebot steigt, noch heruntergeht. Für Birnen werden 4 Mark, für ganz erstklassige Ware 4,50 Mark bezahlt. Fettschweine, an denen zur Zeit starkes Angebot vorliegt, kosten im Lebendgewicht pro Zentner 40 Mark. Die Ferkelpreise sind im Steigen begriffen. Kreis Schotten. § Ulrich stein 12. Sept. Am Sonntag wurden hier die Reichsjugendwettkämpfe für die Schulen von Ulrichstein, Rebgeshain, Feldrücken und Kölzenhain im vorgeschriellenen Rahmen ausgetragen. In stattlichem Zug, in dem auch die hiesige SA. mitmarschierte, ging es am Nachmittag unter den Klängen einer Musikkapelle zum Turnplatz. Unter Leitung der Lehrer beganneif die Hebungen, die einen Hindernislauf, Klettern und Steigen, Springen, Zielwurf und einen größeren Geländemarsch umfaßten. Die Leistungen waren sehr befriedigend. Der Wanderpreis für die Knaben wurde von Rebgeshain, der für die Mädchen von Ulrichstein gewonnen. Eine große Menge Zuschauer umsäumte den Platz. Der festliche Tag war von schönstem Herbstwetter begünstigt. Leuchtenden Auges Zogen die Kinder abends wieder ihren Heimatorten zu. Oie Verfehlungen bei der Ziegenhainer Ortskrankenkasse. Marburg, 9. Sept. (WSR.) Wie notwendig die von den nationalsozialistischen Amtsstellen allerorts angeordneten Nachprüfungen der Kranken- kassen-Geschästssührungen gewesen sind, zeigte wieder eine umfangreiche Verhandlung vor der hiesigen Strafkammer. Dort hatten sich gestern der frühere Vorsitzende Cordes, Geschäftsführer O e st e r - reich und Kassenbote Wettläufer wegen in den letzten Jahren begangener Unterschlagungen und Urkundenfälschungen zu verantworten. Eine gründliche Nachprüfung der Geschäftsführung ergab, daß sich der Geschäftsführer und der Vorsitzende gegenseitig, wenn sie Geld benötigten, fortwährend Vorschüsse aus der Kasse anwiesen. Das Gericht verurteilte Oesterreich zu einem Jahr neun Monaten Gefängnis, Cordes zu neun Monaten Gefängnis und Wettläufer zu zwei Monaten Gefängnis mit Bewährungsfrist. Der Staatsanwalt hatte für Oesterreich und Cordes je zwei Jahre vier Monate Zuchthaus und drei Jahre Ehrverlust beantragt. Wirtschaft. Frankfurt werter erholt. Frankfurt a. M., 13. Sept. (WTB. Drahtmeldung.) Die Erholung an der Effektenbörse machte heute weitere Fortschritte, und bei verhältnismäßig lebhaftem Geschäft ergaben sich gegenüber der Abend- börse durchschnittliche Befestigungen von 1—1,5 o. H. Vertaufsorders lagen nur noch in ganz geringem Umfange vor, dagegen hat sich die Kaufneigung der Kundschaft auf dem ermäßigten Niveau fehr verbreitert, wobei die gestrige Jnteroentionstätigkeit der Banken viel zur Beruhigung der Lage beigetragen haben dürste. Auch die Spekulation nahm weitere Meinungskäufe vor, so daß die Tendenz im Verlaufe ausgesprochen fest war. Neben IG., die bei lebhaftem Umsatz während der ersten Börsenstunde 2 v. H. anzogen, waren Montanaktien ebenfalls in erhöhtem Maße gesucht, wobei Mannesmann plus 2,5 v. H., Buderus plus 2 v. H. und Stahlverein plus 1,25 v. H. stärkere Gewinne aufzuweisen hatten. Von Elektroaktien lagen vor allem Lahmeyer mit plus 4 v. H. und Licht & Kraft mit plus 2 v. H. über das Durchschnittsmaß höher, während Siemens noch etwas unter Angebot lagen und 0,5 v. H. verloren. Ferner kamen Ctzadeaktien 1,75 Mark niedriger zur Notiz. Von Spezialwerten sind noch Daimler mit plus 2,75, Deutsche Erdöl und Reichsbank mit je plus 1,75 v H. und Conti-Gummi mit plus 1,65 v. H. zu erwähnen. Auf den übrigen Marktgebieten ergaben sich Erholungen im Ausmaß von 0,5 bis 1 v. H. Am Rentenmarkt waren Altbesitz und späte Neichsschuldbuchforderunaen mit je plus 0,75 v. H. ziemlich lebhaft. Neubesitz und Stahlvereinbonds lagen gut behauptet, Reichsbahnvorzugsaktien zogen 0,40 v. H. an. Am Pfandbriefmarkt waren Gold- Pfandbriefe unverändert, Liquidationspfandbriefe lagen teilweise noch etwas schwächer, teilweise aber auch leicht erholt. Dagegen waren Kommunalobligationen überwiegend um 0,5 v. H. gedrückt. Staatsanleihen waren, soweit zu erkennen war, unverändert, während Stadtanleihen eher etwas höher lagen. Von -Auslandwerten konnten sich Anatolier um 0,25 v. H. erhöhen, während Bosnier Eisenbahn nach Pause etwa 1 v. H. verloren. Im Verlaufe war die Tendenz weiter befestigt, und die durchschnittlichen Kursbesserungen betrugen 1 v. H. IG. unterlagen mehrfachen Schwankungen, waren aber per Saldo 0,5 v. H. höher. Das Geschäft wurde indessen etwas ruhiger. Deutsche Anleihen und späte Re.chs- schuldbuchforderungen erfuhren keine Veränderung gegenüber dem Anfangsniveau. Tagesgeld war zu 3,5 v. H. unverändert. 'LL- c!! r rv 0 ra u ss a . Die Störungstätigkeit hat sich mit verschiedenen Kernen nordöstlich ausgebreitet und sehr schnell einen Witterungsumschlag eingeleitet. Da an der Rückseite des Tiefdrucksystems über die britischen Inseln nunmehr kühlere Luftmassen abwärts fließen, dürfte das Wetter sich zunächst unfreundlich gestalten, wobei weiterhin Niederschläge auftreten, die aber mehr in Schauer übergehen. Aussichten für Donnerstag: Wechselnd wolkiges und kühleres Wetter, noch schauerartige Niederschläge. Aussichten für Freitag: Bewölkt mit vorübergehender Aufheiterung, Rückgang der Niederschlagstätigkeit, doch noch einzelne Schauer. Amtsverkündigungen aus den oberhefsischen Kreisen. Kreis Gießen. Anordnung, betr. die Milchpreise im Verbandsgebiet des Milchoersorgungsverbandes Rhein-Main. Vom 30. August 1933. Auf Grund der Paragraphen 4 und 5 der Anordnung des Reichskommiffars für die Milchwirtschaft, betr. die Bildung des Milchversorgungsverbandes Rhein - Main, vom 2. August 1933 bestimme ich nach Anhörung des vorläufig eingesetzten Preis- ausschusses in Ergänzung und Abänderung meiner Preisanordnung vorn 12. August 1933 folgendes: 5640C I. Zu 3iff. 1 Abs. 4 der Pre'.sanordnung: Die Preise für Flaschenmilch betragen: a) in Orten mit einem Kleinverkaufspreis von 0,26 RM. je Liter für gewöhnliche Vollmilch für pasteurisierte Vollmilch 0,28 RM. je Liter, für Markenmilch 0,30 RM. je Liter; b) in Orten mit einem Kleinoerkaufspreis von 0,24 RM. je Liter für gewöhnliche Vollmilch für pasteurisierte Vollmilch 0,26 RM. je Liter, für Markenmilch 0,28 RM. je Liter; c) in Orten mit einem Kleinverkaufspreis bis zu 0,22 RM. je Liter für gewöhnliche Vollmilch für pasteurisierte Vollmilch 0,24 RM. je Liter, für Markenmilch 0,26 RM. je Liter. Dir Preise für Halbliter- und Viertelliterflaschen stellen sich, ohne Rücksicht auf die Höhe der Kleinverkaufspreise für offene Vollmilch, wie folgt: Halbliterflaschen: pasteurisierte Vollmilch 0,14 RM., Markenmilch 0,15 RM. Viertelliterflaschen: pasteurisierte Vollmilch 0,07 RM., Markenmilch 0,08 RM. Für den Vertrieb van Viertelliterslaschen in Schulen, Kantinen und dgl. darf eine Vergütung für den Verteiler gewährt werden die 0,005 RM. je Viertelliter nicht übersteigt. II. Zu Ziss. 1 Abs. 6 der Preisanordnung: Der Abgabepreis für Markenmilch >n plombierten Kannen an Großverbraucher (Hotels, Kantinen, Krankenanstalten und dgl.) in Mengen über 10 Liter täglich liegt 0,04 RM. über dem Einkaufspreis des Kleinhändlers. III. Ziff. III Abs. 4 der Preisanordnung erhält nachstehenden Zusatz: „bei dem Bezug von Markenmilch in Flaschen 0,23 RM. je Liter". IV. Der Ziff. III der Preisanordnung werden als Abs. 5, 6 und 7 nachstehende Bestimmungen hinzugefügt: a) eine Vergütung für Nachbehandlung | bezogener molkereimäßig bearbeiteter Vollmilch darf nicht in Rechnung gestellt werden. Trifft molkereimäßig bearbeitete Milch nicht in handelsüblichem Zustand beim Empfänger ein, ist dieser berechtigt, die Milch an den Absender zurückgehen zu lassen. Geschieht dies nicht, und wird eine Nachbehandlung übernommen, kann eine Vergütung hierfür nicht in Rechnung gestellt werden; b) eine Vergütung für Kannengestellung seitens des Lieferers oder Empfängers kann nicht in Rechnung gestellt werden, da sie bei Bemessung der in der Preisanordnung festgesetzten Spannen in diesen einbegriffen und daher bereits berücksichtigt ist; c) als Vergütung für die Zufuhr oon Milch oon der Bahn- bzw. Molkereirampe zum Kleinhändler ist, vorbehaltlich anderweiter Regelung, eine Zubringeroergütung von 0,005 RM. je Liter von dem Empfänger zu zahlen V. Ziff. V der Preisanordnung erhält folgende Fassung: „Milch mit einem Fettgehalt oon mindestens 3,2 v. H., die als Trinkmilch nicht abgesetzt werden kann, wird als Werkmilch zu einem Preis berechnet, der dem 10,5ten Teil des Durchschnittes der Berliner Butterhöchstnotierung des laufenden Monats entspricht, es sei denn, daß die Bezahlung nach Fettgehalt erfolgt." Frankfurt a. M., dsn 30. August 1933. Milchoersorgungsverband Rhein-Main. Der Beauftrage: Birkenholz. * Der Reichsluftschutzbund ist zur Unterstützung seiner Arbeit vielfach darauf angewiesen, daß seinen Untergliederungen (Landes-, Bezirks- und Ortsgruppen) für Vortrags- und Schulungszwecke Räume in staatlichen und kommunalen Schulen zur Verfügung gestellt werden. Diesbezügliche Anträge der örtlichen Gliederungen des Reichsluftschutzbundes sind verschiedentlich von Schulleitern abgelehnt worden. E wird hiermit angeordnet, daß den Landes-, Bezirks- und Ortsgruppen des Reichsluftschutzbundes jede Unterstützung seitens der Schulleitungen gewährt wird, sofern der Unterricht dabei nicht Not leidet. Zur Vermeidung von Betriebsstörungen und aus grundsätzlichen Erwägungen beamtenpolitischer Natur verbietet der Herr Ministerpräsident im Einvernehmen mit dem Herrn Reichsminister des Innern die Durchführung von Geldsammlungen jeglicher Art bei den staatlichen Behörden. Ausnahmen hiervon können nicht zugelassen werden, auch nicht für Zwecke vaterländischer, wohltätiger ober gemeinnütziger Art. Dein Heim. 'W- ' L < '3L-.il/ddV PW-103 Perwadis poliert alle Möbel, Lederr Stein-u.Marmorsadien wunder bar. boh= ^nertglättefreiPaM-ulinoleumböden Lediglich für die von dem Herrn Reichskanzler ins Leben gerufene „Stiftung für die Opfer der Arbeit" und für die durch das Arbeitsspendengesetz geschaffene ^Freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit" ordnet der Herr Ministerpräsident im Hinblick auf die große nationalpolitische und nationalwirtschaftliche Bedeutung dieser beiden Stiftungen an, daß das Verbot, wonach Geldsammlungen in den Räumen der Dienstgebäude nicht zugelassen sind, auf sie keine Anwendung findet: * An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Das Hespsche Staatsministerium, Mini- fterialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum, hat nachstehende Verfügung erlassen, die wir Ihnen zur Kenntnisnahme mitteilen. „Bei zahlreichen Schulen besteht die Uebung, daß Schulfeiern und vaterländische Weihestunden mit einer religiösen Andacht verbunden werden. Wir bestimmön hiermit, daß auf Anfordern des Schulleiters bei derartigen Veranstaltungen die im Schuldienst befindlichen Geistlichen beider christlichen Konfessionen der Anordnung des Schulleiters entsprechend mitzuwirken haben." Kreis Schotten. Es finden folgende Beratungsstunden für Lungenkranke statt: Für den Bezirk Laubach: Dienstag, den 19. September 1933, vormittags von 10—12 Uhr, im Rathaus in Laubach. Für den Bezirk Ulrichstein: Dienstag, den 19. September 1933, nachmittags von 2—3 Uhr, im Gemeinderatszimmer des Schulhauses in Ulrichstein. Für den Bezirk Schotten: Mittwoch, den 27. September 1933, vormittags von 10.30—12 Uhr, im städtischen Krankenhaus in Schotten. Die Bürgermeistereien wollen den Termin der für ihre Gemeinde in Betracht kommenden Beratungsstunde 3 Tage vorher ortsüblich bekanntgeben und die ihnen bekannten Lungenkranken noch besonders darauf Hinweisen. Klein-Tornedo Die stabile vollwert. Schreibmasch.,schon für monatl.8/75 bei Barzahlg. hoher Rabatt. |543sD Niederhausen Bürobedars Bahnhofstr.l gegenüber Hotel Schütz) Donnerstags oon 5'/, Uhr nachmittags Zwiebel- -KmÄen BäckereiLange Neustadt 37. «ud Hartbrennholz, ofen» fertig, v.Wag.5Ztr. 5 RM. Anmachholz ver Wagen 6 NM. Hanspane verWagen 4.50 RM frei ans Haus. Holz für Erwerbs!, v. 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