Nr.M Krüvaussabe 185. Jahrgang Donnerstag, 13. Juli 1933 Druck und Verlag: vrühl'sche UniversttSls-Vuch- und Zteindruckerei H. Lange in Sieben. 5chrif1leitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. schähung bin ich 3), ten 12.5^(1933 _.go M>* Oes i« ein SU leim Mmmn .geb.NldschM Reichspräsidenten Dank n D. Dr. Kappler. Reichsgesetz ist noch im Laufe dieser Woche erwarten. Annahmesfellen der Spenden: Finanzamt, Zollämter, Hauptzollämter. Aeberweisung an diese Annahmestellen durch: Post» Bank, Sparkasse usw. Lokales, Provinz, Wirlichafl 3.$.: f). g. Neuner. ken sichert Ahnen den bleibenden Dank der evangelischen Kirche. Möge Gottes Segen Sie auch in dem wohlverdienten Ruhestand begleiten! Mit dem Ausdruck meiner besonderen Hoch- ohne Angabe seines Ramens in Briefmarken eine Mark in der Erkenntnis, dadurch an dem großen Werk der Vermehrung der Arbeit und der Verminderung der Arbeitslosigkeit teilzunehmen. Lin Mindestbetrag für die Spende ist nicht oorgeschrieben. Auch der klein st e Betrag bedeutet einen Teil der Hilfe zur Vermehrung der Arbeit und zur Verminderung der Arbeitslosigkeit. Die Superinlendentur Berlin-Land II teilte mir heute mit, daß die Herren Pfarrer des Kirchenkreises Berlin-Land II freudigen Herzens beschlossen haben, sich an der Förderung der nationalen Arbeit mit einer Spende von durchschnittlich 10 Mark monatlich zu beteiligen. Es liegen Rachrichten von Finanzämtern vor, wonach Steuerpflichtige, denen in der vergangenen Woche der Einkommen st euerveranla- gungsbescheid für das Jahr 1 9 3 2 zugegangen ist, und denen auf Grund dieses Bescheides ein Betrag zu erraffen war, das Finanzamt ersucht haben, den Erstattungsbetrag als frei- willigeSpendezurFörderungderna- lionalen Arbeit zu verwenden. Es ist zu wünschen, daß auch viele andere Volksgenossen, die auf Grund des Veranlagungsbescheides einen Anspruch auf Erstattung haben, ein Ersuchen auf Umwandlung dieses Erslaltungsbelrages in Arbeitsspende an ihr Finanzamt richten. Es ist zu wünschen, daß von den Unternehmern sich mit größeren Summen insbesondere alle diejenigen an der Freiwilligen Spende zur Förderung der nationalen Arbeit beteiligen, die in unmittelbarer und mittelbarer Auswirkung unseres Gesetzes zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 1. Juni 1933 in den nächsten Monaten höhere Umsätze zu verzeichnen haben werden als bisher. An freiwilliger Spende zur Förderung der nationalen Arbeit sind in der zweiten Hälfte des Juni rund 4 000 000 und in den ersten zehn Tagen des Juli rund 6 000 000, bis jetzt also zusammen rund 10 0 0 0 0 0 0 Mark e i n g e g a n g e n. Die Spendenfrist läuft bis zum 31. Mär; 1934. Wenn bis dahin die Volksgenossen und Volksgenossinnen aller Stände, dem Geiste wahrer Volksgemeinschaft entsprechend sich tatkräftig an dem großen Werk der Freiwilligen Spende zur Förderung der nationalen Arbeit beteiligen, so wird die Spende eine Summe erbringen, die Arbeit für hunderttausend e von Familienernährern und einen ansehnlichen Schritt auf dem Wege zur Gesundung von Wirtschaft und Finanzen bedeuten wird. Deutsche Männer und Frauen, zeigt, daß ihr Volksgenossen und Volksgenossinnen seid, beteiligt euch alle an der Freiwilligen Spende zur Förderung der nationalen Arbeit, dem großen werk der Verminderung der Arbeitslosigkeit und damit des sozialen und wirtschastlichen Aufbaues der Ration! stand getretenen Präsidenten des Evangelischen Oberkirchenrates und des Deutschen Evangelischen Kirchenausschusses D. Dr. Kappler das nachstehende Schreiben gerichtet: Reudeck, den 9.3uli 1933. Sehr geehrter Herr Präsident! Ihrem Schreiben vom l.d. M. habe ich mit lebhaftem Bedauern entnommen, daß Sie aus zwingenden Gesundheitsgründen aus Ihren Remtern als Präsident des altpreuhischen Evangelischen Oberkirchenrates und des Deutschen Evangelischen Kirchenausschusses ausscheiden. Es ist mir ein aufrichtiges Bedürfnis, Ihnen aus Diesem Anlaß namens des Reiches, sowie eigenen Ramens herzlichen Dank und vollste Anerkennung auszusprechen für alles, was Sie in langjähriger unermüdlicher Arbeit in schweren Jahren für unsere evangelische Kirche und damit für das deutsche Baterland geleistet haben. Ihr erfolgreiches und stets von hohem nationalen Berantwortungsbewuhtsein getragenes Wir- Annahme von Anzeigen für die lagesnuiHmer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteure Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. selbstverständlich. Die Frage der Artgemäßheit der kirchlichen Führung wird nicht durch die Verfassung bestimmt, sondern durch die Regelung des theologischen Nachwuchses, hier ist auch der Punkt, wo der Weltprotestantismus insbesondere der anglikanischen Länder das geschichtliche Wollen und den christlichen Ernst im deutschen Protestantismus neu einschätzen muß. Es ist zu hoffen, daß durch den Abschluß der Kirchenverfassung allen unzutreffenden Gerüchten der Boden entzogen wird. äleberschaut man rückblickend den Gang der Ereignisse, die zur Bollendung des kirchlichen Der- fassungswerkes führten, so wird auch aufs neue deutlich, wie töricht das Gerede ist, daß der Staat die Kirche unter seine Oberhoheit habe bringen wollen. Die Vollendung des Verfassungswertes bietet zugleich auch d i e Grundlage für die Beilegung des K i r ch e n k o nf l i k t e s in Preußen, dessen Bereinigung nach einer feierlichen Erklärung des Reichsinnenministers in den nächsten Tagen erwartet werden darf. Gleichzeitig mit der Verfassung wurde ein kirchliches Einführungsgeseh von denselben Instanzen erlassen, die ihre Unterschrift unter das Verfassungswerk gesetzt haben. Die rechtliche Anerkennung der Kirchenverfassung durch Ihr ergebener (gez.) von Hindenburg. , Berlin, 12. Juli. (WTB.) Der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium, Fritz Reinhardt, führte zur freiwilligen Spende zur Förderung der nationalen Arbeit heute abend im Rundfunk über alle deutschen Sender das Folgende aus: Das ganze deutsche Volk in allen seinen Ständen nimmt lebhaften Anteil an der Freiwilligen Spende zur Förderung der nationalen Arbeit. Unzählige Arbeiter, Angestellte und Beamte haben ihre Arbeitgeber ersucht, bis auf weiteres einen bestimmten hundertsah ihres Lohnes oder Gehaltes einzubehalten und für sie als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit an das Finanzamt abzuführen. Der erste Spender war ein Arbeiter im Hause des Deutschlandsenders. Rachdem dieser Volksgenosse am 29. 2Hai 1933 in seinem Arbeitsraum meinen vortrag über das Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit gehört hatte, schrieb ec unverzüglich an seinen Arbeitgeber einen Brief mit der Bitte, ihm von seiner nächsten Lohnzahlung 10 Mark einzubehalten und für ihn als freiwillige Spende, zur Förderung der nationalen Arbeit an das Finanzamt abzuführen. Im Reichsfinanzministerium laufen täglich Telegramme und Briefe ein, in denen Volksgenossen aller Stände ihre Zustimmung zur freiwilligen Spende zur Förderung der nationalen Arbeit bekunden. Die 315230. Magirus in Augsburg drahtet: „Angestellte und Arbeiter der Magirus-Werke Ulm haben beschlossen, bis auf weiteres 1 Prozent ihres Verdienstes der Spende zur Förderung der nationalen Arbeit zu überweisen." Die städtische Beamtenschaft Rodewisch drahtet: „Rodewischer Gemeindebeamte spenden % v. h. ihres Bruttogehaltes bis auf weiteres für die nationale Spende." Ein schwerkriegsbeschädigter Parteigenosse aus Berlin schreibt: „Ich habe selbst als lOOprozentig arbeitsunfähiges Kriegsopfer 125 Mark monatlich, sonst keinerlei Verdienst oder Unterstützung. Aber solange Millionen Volksgenossen hunger haben, vor allem die Verheiratelen mit Kindern ist es wohl erste vornehm st e Pflicht, diesen z u helfen. Deshalb habe ich das Versorgungsamt beauftragt, von meiner Rente allmonatlich 2% v. h. als freiwillige, leider nur geringe Spende zur Förderung der nationalen Arbeit abzuziehen und dem Finanzamt zuzuführen." Allergrößte Hochachtung vor diesem Volksgenossen, dem Kriegsbeschädigten, der von seiner monatlichen Rente 3,10 Mark abgibt zugunsten solcher Volksgenossen, die „hunger haben". Es ist zu wünschen, daß alle Volksgenossen und Volksgenossinnen von diesem Geist wahrer Volksgemeinschaft erfaßt werden. Es gibt Millionen Volksgenossen, denen es der höhe ihres Einkommens ge- mah bestimmt leichter als unseren Schwerkriegsbeschädigten fallen würde, einen kleinen hundertsah ihres Einkommens zugunsten derjenigen Volksgenossen zu spenden, die „hunger haben". Es ist zu wünschen, daß alle Volksgenossen und Volksgenossinnen sich unseren Schwerkriegsbeschädigten Vorbild wahrer deutscher Volksgemeinschaft fein lassen. Ein erwerbsloser Volksgenosse aus Breslau sendet „webetode»»« Die Grundzüge des Versaffungswerkes der Evangelischen Kirche. Kein Giaaiskirchenium. — Enge Verbindung mit den evangelischen Kirchen des Anstandes. Reichsbischof, geistliches Ministerium, Raiionatfynode. — Kein Arierparagraph, jedoch Abwehr artfremder Einflüsse in der kirchlichen Führung durch den theologischen Nachwuchs. Berlin, 12. Juli. el glücklicheren Eindruck als o ergangenes 3ahr bei meinem Aufenthalt in Deutschland. 2ch habe die letzten drei Monate in Norddeutschland zugebracht und bin offen gestanden von jedermann, sei es in den amtlichen Bureaus, bei der jetzigen Regierung oder der Bevölkerung auf das Beste aufgenommen worden. Als Ausländer bin ich tatsächlich mit mehr Zuvorkommenheit ausgenommen worden in Deutschland als zu Hause in öen Bereinigten Staaten. Ich sehe, daß das heutige Deutschland versteht, was die nationale Erhebung bezweckt. Das Volk sieht in Adolf Hitler seinen Führer, welcher dem Volk zu seinem Recht verhilft und seine Rechte schützt. Das Volk hat deshalb unbegrenztes Vertrauen zu seinem Führer. Während der letzten 14 Tage habe 'ch eine Autotour durch das Rheinland, Bayern, Württemberg, Baden und Hessen gemacht. Wie ein Amerikaner das neue DeuWand sieht. Rundfunk-Zwiegespräch zwischen Reichsstatihalier Sprenger und einem amerikanischen Rundfunkreporter. Grohfeuer im Londoner Hafenviertel. 3m Osten Londons brach in einer Chemischen Fabrik ein Großfeuer aus, das mit rasender Schnelligkeit um sich griff. Zn kurzer Zeit stand ein angrenzendes Holzlager in Flammen, und drei benachbarte Häuser gingen ebenfalls in Flammen auf. Das Feuer griff auch auf die Hafenanlage über. Eine ganze Straße mußte von den Bewohnern geräumt werden. Erst nach langer Arbeit gelang es der Feuerwehr, den Brand auf den Herd zu beschränken. Der Schaden wird auf mehrere hunderttausend Mark geschätzt. stabil und sicher geführt werden müsse, und daß Ordnung und Rechtssicherheit die unerläßlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Führung der Wirtschaft und für eine tatkräftige Förderung des unverkennbar den SS.-Mann Erich Garthe in Essen erschoß und gegenwärtig seine zwölf jäh- ~ ‘ Zuchthaus strafe in Münster Der» dem Vorsitz des Reichswirtschaslsministers Dr. Schmitt sand am 12. Iuli nachmittags im Reichswirtschaftsministerium eine Besprechung mit den Leitern der W i r t s ch a f t s r e s - forte der Länder statt. Der Reichswirtschafts- winister wies daraus hin. daß nunmehr mit oller Entschiedenheit praktisch sicher- gestellt werden müsse, daß die Wirtschaftspolitik allein und unter ersten beiden Stunden des Fluges zwang völlig kehlendeSichtdie Flugzeuge, bisdichtüber dem Meere niederzugehen. Von der dritten bis zur fünften Stunde flogen sie in sehr dichtem Nebel. Gegenwind behinderte den Flug und gestattete nur eine mittlere Geschwindigkeit von 200« Stundenkilometer. Bei dem Flug durch den Nebel wurde das Geschwader stark auseinandergezogen, doch trafen alle Flugzeuge inDreiergruppen in Cartwright ein. In dem Augenblick, als der Minister feinen Bericht abfaßte, war gerade der 24. und letzte Flugapparat auf dem Wasser niedergegangen. Amerika feiert die Italiener. N e u y o r k, 13. Juli. (TU.) Ganz Amerika feiert die italienischen Flieger, die mit ihrer Ankunft in Cartwright (Labrador) zum ersten Mal a m e r i - konischen Bod en erreicht hoben, mit großer Begeisterung. Alle Zeitungen, die ausführliche Berichte über den letzten Flugabschnitt veröffentlichen, erklären, daß dieser Geschwaderflug eine unvergleichliche Großtat in der Geschichte der Luftfahrt darstelle. Der Weiterflug der Italiener ist für Donnersstag vorgesehen. schnarchen, um beim Aufwachen, sobald der Bewußtseinsdruck wieder einsetzt, selbstverständlich abzustreiten, daß er überhaupt geschlafen habe. Höchstens hatte er ein klein bißchen vor sich hingedöst. Aber geschlafen — bewahre, das käme bei ihm nicht vor! Das Gesicht des Schlafenden aber ist ein anderes als das des Wachenden. Die Maske fällt in dem Augenblick, da der Bewußtseinseindruck aufhört und das andere Ich, das jeder in sich hat und mit dem jeder känzpft, zum Vorschein kommt. beginnenden Aufstieges der wirtschaft sei. Keine Senkung -er personeniarife. Berlin, 12. Juli. (CNB.) Die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft hat eine Eingabe des Deutschen Industrie- und Handelstags, in der eine Senkung der P e r f o n e n t a ri f e um rund 20 Prozent angeregt wurde, a b - lehnend beantwortet. Begründet wurde die Ablehnung damit, daß im Augenblick nicht zu er- warten sei, daß eine Senkung der Personen- tarife in diesem Umfang eine derartige V e r- k e b r s b e I e b u n g Hervorrufen würde, daß die Ausfälle, die sich nach den zurückgegangenen Einnahmen noch auf rund 138 Millionen beziffern, gedeckt oder verringert werden können. Bei der augenblicklichen Finanzlaae der Reichsbahn sei es nicht möglich, einen solchen Fehlbetrag zu übernehmen. Ein deutsches Erntedankfest am 1. Oktober. 'Berlin, 12. 3uli. (VDZ.) Aehnlich wie bei den Feiern des 1. Mai soll ein großes deutsches Erntedankfest am 1. Oktober je- den 3 a h r e s in allen Gauen Deutschlands durchgeführt werden. Der Preußische Pressedienst der NSDAP, erklärt dazu weiter, das deutsche Bauerntum, das nunmehr in der amtlichen wie auch berufsständischen Verwaltung unter einheitliche Führung gestellt ist, wird an diesem Tage in seltener Geschlossenheit nicht nur ein machtDolles Bekenntnis zum neuen Reich ablegen, sondern auch seine Bedeutung als Dolksernährer vor aller Augen führen. 1 von neu gebsron, und sch Hobe das felsenfeste vertrauen, daß das neue Deutschland wird weiterleben und gedeihen. Zum Schluß des Zwiegesprächs gab Reichsstatt- yalter Sprenger seiner Freude Ausdruck, daß Mr. Brinkley seine Fragen in so offener Weise beantwortet hat. Es sei außerordentlich bedauerlich, daß es in Frankreich, England und auch in Amerika heute noch möglich sei, Märchenüber angebliche Grausamkeiten zu verbreiten. Mr. Drinkleh werde sich wohl auch davon überzeugt haben, daß die deutsche Regierung vom Vertrauen des gesamtenVolkes getragen ist und eine innenpolitische Machtfülle auf sich vereinige, wie keine Regierung seit Jahrhunderten. Er wisse daß vielerorts in der Welt gerade diese Entwicklung nicht gern gesehen werde. Er müsse aber betonen, daß gerade ein innenpolitisch starkes Deutschland ein wertvolles Unterpfand des Weltfriedens bedeute, denn ein machtvolles Deutschland, das den andern Völkern mit Achtung entgegentritt und dem wiederum Achtung gezollt wird, sei die beste Garantie für eine friedliche Entwicklung der Welt. Das itülienische Flugzeuggeschwader B a l b o s ist am Mittwoch früh 6 Uhr von Reykjavik nach Labrador ge st artet. Nach 21 Stunden hatten sämtliche italienischen Flugzeuge das Inspektionsschiff „Fylla", das sich in der Dänemarkstraße befand, passiert. Um 13.45 Uhr Greenwich-Zeit befand sich das Geschwader auf 57 Grad 2 Minuten nördlicher Breite und 64 Grad 5 Minuten westlicher Länge, hatte den gefährlichsten Teil seiner Fahrt hinter sich und befand sich etwa 250 Meilen südlich von Grönland und 500 Meilen östlich der in Labrador gelegenen Stadt Cartwright. Um 19.50 Uhr ist bas Geschwader in Cartwright eingetroffen. Das Flugzeug des Geschwaderführers B a l b o erschien als erstes über Cartwright und ging, nachdem es den Hafen mehrmals überflogen hatte, auf dem Wasser nieder. Dann folgten in kurzen Abständen die anderen italienischen Flugzeuge, deren Landung sich ohne Zwischenfälle glatt vollzog. Der Ankunft in Cartwright wohnte eine riesige Menschenmenge bei, die die Italiener begeistert begrüßten. In einem funkentelegraphischen Bericht an Mussolini teilt General B a l b o mit, daß wegen der ungünstigen Windrichtung bei dem Start langwierige Manöver notwendig waren. In den Ich bin überall auf das herzlichste empfangen worden. Ich glaube nicht, daß anderswo schönere Gegenden zu finden sind, wie in Deutschland. Auf der andern Seite bin ich überzeugt, daß jeder Fremde, welcher seine Ferien in Deutschland verbringt, genügend Gelegenheit hat, der deutschen Seele näherzukommen. 3ch war in Heidelberg mit seinem herrlichen Denkmal mittelalterlicher Kultur. Heidelberg wird immer ein Kulturzentrum für die Welt darstellen. Selten werden größere Kunstschähe gezeigt als in Darmstadt, und ich war glücklich, Gelegenheit gehabt zu haben, die weltberühmte Madonna von Holbein im Darmstädter Schloß zu sehen. 3ch fuhr entlang dem romantischen Rhein von Mainz als Anfangspunkt per Schiff bis Koblenz hinab. Diese Rheinfahrt wird mir immer in Erinnerung bleiben. Bei dieser Gelegenheit mochte ich meinen Radiohörern in Amerika nicht allein die Schönheiten des Rheinlandes in Erinnerung bringen, sondern sie auch an die Leiden der rheinischen Bevölkerung erinnern, welche durch die langjährige Besatzung französischer Truppen verursacht wurden, in der Hauptsache der Stadt Mainz. — 3ch war nicht allein auf dieser Autotour, wir waren eine kleine Gesellschaft, worunter sich verschiedene Engländerinnen und Engländer befanden. Diese waren wie ich über die geklärten, ruhigen Verhältnisse im neuen Deutschland, über die Mannigfaltigkeit der deutschen Lande und den herzlichen Empfang der Bevölkerung ehrlich erfreut Wir alle sind Zeugen, daß alle bcunrufji genden ausländischen Berichte über Deutschland frei erfunden sind. Meine persönlichen Eindrücke über das neue Deutschland sind die folgenden: Das deutsche Volk hat heute mehr innere Ruhe und Sicherheit als je zuvor; das deutsche Volk hat mehr Zutrauen und vertrauen als je zuvor und die feste Hoffnung, daß die Verhältnisse sich zusehends bessern werden. Mit Adolf Hiller als Reichskanzler und der nationalsozialistischen Regierung ist ein neues und schöneres Deutschland erwacht. Deutschland Hal neue Lebenskraft und Lebensmut und Freiheit gefunden. Adolf Hitler ist heute die überragendste Persönlichkeit der Welt. Deutschland wurde keine Ruhe läßt; der dritte erklärt treu und bieder, nur die Rückenlage sei die für ihn zuträgliche, während der vierte sich am wohlsten fühlt, wenn er auf dem Bauch liegt. Alle diese Angaben sind selbstverständlich subjektiv und stammen noch aus der Bewußtseinssphäre, also aus der Zeitspanne, die vor dem Einschlafen liegt. Und darum sind sie falsch. Denn genaue Versuche, die in verschiedenen Krankenhäusern systematisch unternommen und registriert wurden, haben ergeben, daß der gesunde Mensch'während des Schlafes niemals in einer einzigen Lage verbleibt und auch nicht verbleiben kann. Auch im Schlafzustand arbeitet nämlich das Gehirn — bei manchen sogar viel stärker als im Wachzustände —, arbeiten die angeschlossenen Nerven- ftationen unermüdlich weiter und geben sofort Not- signale, sobald der Schläfer sich allzulange in einer bestimmten Lage befindet und dadurch Ermüdungsoder Druckerscheinungen bei einzelnen Körperpartien heroorruft. So hat man beobachtet, daß gerade jene Leute, die mit dem Brustton der Ueberzeugung erklären, es sei ihnen unmöglich, auf der Herzselle zu liegen, und angeblich nur einzuschlafen vermögen, sobald sie die Rücken- oder Hie rechte Seitenlage eingenommen haben, während des Schlafens, ohne sich dessen bewußt zu fein, die Stellung wechseln. Und zwar liegen sie viertelstundenweise ober noch länger auf der linken Seite, ohne durch diese „unmögliche Lage" aufzuwachen. Der normale Mensch wechselt während eines achtstündigen Schlafes durchschnittlich 30 bis 50 Mal feine Lage, wenn es sich mitunter auch um kleine, sich periodisch wiederholende Verschiebungen handelt. An sich selbst beobachten läßt sich diese Tatsache natürlich nicht, weil während des Schlafs der größte Teil des Bewußtseins, das sogenannte Oberbewußt- sein, ausgeschaltet ist. Aber Sie können sich bei anderen davon leicht überzeugen, wenn Sie sich die Zeit dazu nehmen. Und im Bahnabteil während einer langen Nachtfahrt finden Sie jetzt in der Urlaubszeit besonders schöne Gelegenheit dazu. Zuerst sucht sich jeder die geeignetste Stellung zum Einschlafen aus. Das dauert bei dem einen kürzer, bei dem anderen länger. Der Hypochonder wird am schwersten einschlafen, weil er sich dauernd mit sich selbst beschäftigt und im voraus überzeugt ist, daß er auf rollenden Rädern überhaupt nicht einschlafen kann. Sobald er aber eine Weile von seiner fixen Idee abläßt und weder an sich noch an das Schla- fen, sondern an Dinge denkt, die weitab liegen und damit das Gehirn von einem „Bewußtseinsdruck" entlastet, hat er auch bk Vorbedingung zum Einschlafen erfüllt. Er wird einschlafen unb vielleicht eine Stunbe ober mehr wunberooll schlummern und Oer entlarvte Schläfer. Von Georg (Streiter. Wenn Sie eine Reise tun, bann können Sie eine Unmenge kleiner Beobachtungen sammeln. S'e brauchen nur ein wenig bie Augen zu öffnen, während die anderen sie geschlossen halten. Beispiels- wei|e während einer Nachtfahrt. Da sitzen Sie Ihren Abteilungsgenossen gegenüber, wildfremden SUtfn,m-ie Ahnen der Zufall als Gesellschafter beschert. Vielleicht kommen Sie mit dem einen oder andern ins Gespräch. Dann werden Sie, sobald die erstes unangenehmen Minuten des Einsteigens und des Gepäckoerstauens vorüber sind, die gewöhnlich durch die Nervenoerfassung der Mitreisenden charakterisiert erscheinen, in der Regel höchst achtbare und mehr oder weniger würdevolle Persönlichkeiten kennenlernen, weil jeder bestrebt ist, sich von der besten Seite zu zeigen. Die Liebenswürdigen unb Geschwätzigen werben mit ihren hervorstechenben Eigenschaften nicht lange hinter bem Berg halten, ja, sie pflegen in ber Unterhaltung eine sympathische ^oske zu tragen. Hingegen gibt es aber auch von Jiatur aus gutmütige unb gütige Menschen, die aus einer leisen Angst vor unangenehmen Erfahrungen und Enttäuschungen auf der Bahnfahrt oder bei anderen Gelegenheiten ein schroffes, trotziges, oft auch geradezu unangenehmes Wesen an den Tag legen. 3 Der erfahrene Menschenkenner und Psychologe kennt diese Derschleierungstaktik, aber auch er hat meift Mühe, die vorgebundene Maske zu durchschauen. Denn solange wir bewußt handeln, solange wir uns im Wachzustande befinden, wirkt auch das Geltungsbestreben in uns, das Verlangen, uns so 3u geben, wie wir erscheinen wollen. Nur im As- fektzustande, in der Erregung, fällt die Maske Allerdings ist auch das zornige Antlitz nicht immer das echte, es enthüllt gewissermaßen nur die Temperamentsgrundlage des Innenlebens. Bekanntlich können jähzornige, in der Aufregung brutal erscheinende Menschen im Grunde recht gutherzige Leute' sein. Seine Maske legt man erst ab, wenn das Bewußtsein schwindet, sobald man einschläft. Schlafen, sagen manche Faulpelze, sei das Wundervollste am ganzen Leben. Und in der Tat ist der Schlaf an Wundern voll, wenn auch nicht in dem Sinne, wie jene es meinen. Zu den meist verbreiteten Irrtümern gehört es, daß man nur in einer ganz bestimmten Lage zu schlafen vermag. Der eine schwört darauf, daß er nur auf der rechten Lage liegen kann, weil ihn „das Herz so schwer drückt", ber anbere bevorzugt hingegen die linke Seitenlage, weil ihm bie Leber sonst Rubolf Kaßner, ber große Physiognom unb Lebensphilosoph, befinierte einmal bie beiben Gesichter des Jchs folgendermaßen: das erste, vorn an der Tete, als ob alles, was zu geschehen habe, von ihm abhinge, bas erste genügt uns unb lacht Koon von weitem, unb es ist, als rufe es uns zu: Wir find gute Kompanie unb alles ehe als Spaß- oerberber, unb wir haben heute für alle etwas übrig, bie mithalten wollen. Keiner braucht zu kurz An kommen, alles ist überrounben. Reben wir zudem nie mehr von Ueberminbung, fonbern feien mir wohlgesinnt! Wohlgesinnthcit geht allem voran. Wohlgesinntheit ist mehr als Stimmung, Wohlge- sinntheit ist von heute an Programm. Unb morgen wirb mieberum heute sein unb sofort ... Unb dahinter lauert dann das andere, das harte, das böse, das unglückliche. Es ist aber nicht immer das Böse, wie Kaßner meint, es kann auch das Gute sein, das bloß nicht mehr wagt, sich zu offenbaren, weil trübe Erfahrungen eine Maskierung notwendig erscheinen ließen. Aber der Schlaf reißt ohne Ausnahme die Bewußtseinsmaske vom Antlii ' ------ und TBifienfu/afL (Ein dänischer Komponist über die Neugestaltung des deutschen Musiklebens. Der in Wien ansässige dänische Komponist Paul v. K l e n a u äußert sich im Kopenhagener „Sagens Nyheter" über das deutsche Musikleben wie folgt: „Wenn ich davon rede — und ich spreche nicht über allgemeine Politik —, so ist Hitler wie ejn eiserner Besen gewesen. Innerhalb ber Theater, sowohl Schauspielhäuser wie Opernbühnen, war es wohl nötig, baß bie befabente Musik unb der alte Schlendrian beseitigt wurden. Die neuen Theaterleiter hoben die Hitlerbewegung als eine ideelle Bewegung aufgefafjt, die von einer genialen Persönlichkeit ausgegangen ist, und sie haben sich als Ziel gesetzt, ein neues Publikum aus ber Jugend zu schaffen, das gesund und frisch ist und Sinn für den Ernst in d?r Kunst hat. Die neuen Theaterleiter reden nicht, |*e handeln. Wagner setzten sie wieder auf den sY?11, 'st wieder der große Musiker. Es ist nicht unangenehm, bei dem dabei zu fein, was dort unten vor sich geht — selbst wenn es natürlich wstimm für diejenigen ist, die von dem eisernen Besen getroffen werden. Nur arische Filmschaffende. . V^?emmchrveis in Berlin gibt 'eßt Richtlinien für alle F i l m s ch a f f e n b e n heraus. Danach haben Produktionsleiter, Regisseure, Autoren Komponisten, Aufnahmeleiter, Kameraleute, Architekten, Tonmeister sofort ihre Staatsangehörigkeit und ihre Abstammung beim Bühnennachweis anzugeben. Für den Nachweis sind Geburtsurkunden der Eltern beizubringen. Aus diesen Geburtsurkunden muß auch die Religionszugehörigkeit der Großeltern herooraehen. Den Produktionsfirmen wird empfohlen, schon jetzt alle Produktionsoorhaben beim Bühnennachweis zu melden und sich durch bie Tonfilmabteilung bezüglich ber Sefeöimg beraten zu lassen, ba alle Film- schaffenben, die die erforderlichen Nachweise nicht erbracht haben, von der Vermittlung ausgeschlossen werden. Aus aller Wett. „Graf Zeppelin" wieder im Heimathafen. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist, Don seiner Südamerikafahrt zurückkehrend, am Mittwoch um 20.10 IHjr unter Führung Don Kapitän Lehmann auf dem Werftgelände in Friedrichshafen glatt gelandet. An Bord befanden sich 18 Passagiere. Während das Luftschiff in die Halle eingebracht wurde, stimmte eine große Zuschauermenge das Deutschlandlied an. — Das Luftschiff hat bis heute 320 Fahrten ausgeführt. Bei diesen Fahrten, die zusammengerechnet 6000 Fahrstunden ausmachen, wurden 8200 Passagiere, 16 000 Kilogramm Post und 37 000 Kilogramm Fracht befördert. Das Luftschiff hat eine Strecke Don über 600 000 Kilometer zurückgelegt. Der Mörder eines SS.-THannes auf der Flucht erschossen. Der Strafgefangene Hermann D an t'Ende unternahm, als er am Mittwoch Don der Strafanstalt Münster zum Polizeigefängnis in Essen zur Gegenüberstellung mit einem Schutzhäftling übergeführt werden sollte, auf dem Transport einen F l u cb t D e r s u ch, bei dem er e r s ch o s - s e n wurde. Es handelt sich um den bekannten Kommunisten vant'Ende, der am 12. Oktober 1931 tz^des Schläfers. Alles, - --------- Wachen loderte, grinste, Wurde betonte ober sich krampfhaft z'u verbergen suchte, wirb mit einem Male offenkundig. Wer kennt nicht das bezaubernde und stets von neuem beglückende Bild des schlummernden, unschuldigen Kindes, die wundervolle Entspannung der Züge, der Hauch eines Lächelns um bie Lippen, bie Nasenflügel ein klein wenig aufgebläht? Andrer- seits: die junge, hübsche Frau, die Ihre Komplimente mit einem so reizenden Lächeln entgegenzunehmen wußte, ist eingeschlafen. Und scho a verwandeln sich ihre Zuae; um den Mund bildest! sich häßliche Fallen, die Oberlippe wird in wenigs anziehender Weise in die Höhe gezogen, aus der (sympathischen Maske wird ein vergrämtes Gesicht,» aus dem man, wenn man etwas Kombinationstalejnt besitzt, allerhand herauslesen kann. \ Und gar erst die schlafenden Männer! Wll? fremdartig, oft bösartig mutet einen mancher Büicger an, ber bis zum Augenblick bes Einschlafens eir mürbe» volles Wesen zur Schau trug und nun rnit weit oufgefperrtem Mund einen anröchelt, die Oberlippe Aus der Provinzialhauptstadt Don ^Rofen und Linden. g ist »oun- ia der Schweiz durchgeführten System wurde im vivv* Es fiei m dem < geraten llexte, Si.uuci.vt..«,, u-v*- zeuge (auch Wasserfahrzeuge) sowie alte Telephone >Wand- und Tischtelephone), Kabeldraht, Funkgerät, ** Ernennungen. Der Herr Reichsstatthalter hat auf Vorschlag der Hessischen Regierung den Staatsanwalt beim Landgericht der Provinz Ober« Hessen, Dr. Gerhard Eckert mit Wirkung vom 1. Juli zum Generalstaatsanwalt beim Oberlandes- gericht in Darmstadt ernannt. — Mit Wirkung vom 1. Juli wurde der Studienrat Dr. Rudolf Blank in Darmstadt zum Oberschulrat in der Ministerial» abteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum ernannt. nboner Hafenviertel. brach in einer Chemischen er aus, dar mit rasender ff. In kurzer Zeit stand ein in Flammen, und drei be- ebensalls in Flammen aus. aus die Hasenanlage über, jte von den Bewohnern zech langer Arbeit gelang es rand aus den Herd zu bewirb aus mehrere hundert- auf der Fluchl Wen. Hermann 6ant'6nbe Mittwoch von der Straf. Polizeigesängnis in Elsen mit einem Echuhhästling lte, aus dem Transport hei dem er er/cho/- lt sich um ben e, der am 12. Oktober 1931 rich Garthe in Essen «rfig seine zwvlsjäh- rase in Master der« der Lage ist, die erwähnten Geräte zu spenden, daß er einspringt und hilft.* Daten für Donnerstag, den 13. Juli. 1816: Der Dichter Gustav Freytag zu Kreuz- burg in Schlesien geboren (gestorben 1895); — 1874: Attentat Kullmanns auf Bismarck in Kif- singen: — 1889: der österreichische Dichter Robert Hamerling in Graz gestorben (geboren 1830). Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „So ein Mädel vergißt man nicht" mit Dolly Haas und Willy Forst. miger Kampf ums Wasser. Die zuerst Gekommenen mußten dazu bewogen werden, von ihrem Vorrat gegen Geld oder gute Worte abzugeben; sonst war nichts zu machen. Frau Giblin aber ging ihre eigenen Wege. Sie warb 10 Konaken als Arbeiter an und lieh von ihnen Sprengungen an dem Berges- Hang vornehmen und die Echuumasten fortschauleln. Durch ihre Entschlossenheit und ihr würdiges Auftreten erwarb ste sich die Achtung der grimmigsten Goldgräber, und ohne daß ste viel darum bat, halfen ihr alle nach besten Kräften. Ein Rachbar, der Wasser besah, gab ihr die Erlaubnis, von Mitternacht bis 6 Uhr morgens stch seines Borrats zu bedienen. So wäscht sie jetzt in der bitteren Kälte hoch auf dem Berge jede Rächt Gold, während das übrige Lager schläft, um ihren Kindern eine bessere Zukunft zu sichern. Modediktatur im Llrwald. Dah auch die schwarzen Schönen in Grasröcken und Halsbändern aus Glaslugeln den Verlockungen der Mode gegenüber nicht unempsindlich sind, ist eine bekannte Tatsache. Dah sich die eingeborenen Damen in den Wildnissen von Reu-Guinea aber sogar dem Gebot eines Mode-Diktators unterwerfen, das ist eine Reuigleit, die der Forschungsreisende Dr. R Fortune berichtet. Dieser Gelehrte, der im Auftrage einer amerikanischen Universität 21 Monate lang anthropologische Untersuchungen im Innern der Insel durchführte. ist jetzt nach Sydney zurückgekehrt und berichtet, dah die kleine Stadt Murik in der Rähe der Mündung des Sepik-Flus- ses in Reu-Guinea dieselbe Stellung einnehme, die für das Abendland seit langem Paris besitzt. Alle eingeborenen Moden nehmen nämlich von hier ihren Ausgang. In Murik wird festgesetzt, ob die aus Gras gefertigten Röcke lang oder kurz getragen werden sollen, ob es .letzter Schrei" ist, zwei oder drei grasgeflochtene Bänder um den Arm zu tragen. Wenn die Modeindustrie von Murik eine neue Kleidungsform ausgearbeitet hat. dann werden die Modelle in die benachbarten Städte und Dörfer für beträchtliche Summen verkauft, die in Schweinen gezahlt werden. Die Städte, die zu den Kunden des Paris von Reu-Guinea gehören, verwenden diese Toiletten ein Jahr lang und beziehen dann neue. Eie selber aber geben ihre Kleidungsformen wieder an andere Siedlungen weiter im Innern ab, und so wird die ganze Mode von Murik aus diktiert, alle Frauen im Urwald wollen tragen, was Murik befiehlt, und diese Form der Modediktatur besteht bereits seit langem. Freilich wird die Mode nicht so rasch verbreitet wie in zivilisierten Ländern, sondern es gibt viele Orte im Innern, die 20 Jahre darin zurück sind, weil der .letzte Schrei" von Murik erst so spät zu ihnen gedrungen ist. Kinder vor dem Schularzt. Medizinalrat Or. Burger berichtet über den Gesundheitszustand der Schulkinder im Kreise Gießen. Linser Mitarbeiter Lldo Wolter nahm im Beiwagen an einer Motorrad-Rekord- fahrt auf der Berliner Avus teil. Fahrer war der bekannte Rekordmann Theo S ch o t h, der überlegener Sieger der 1000- ccm-Klasse im Avusrennen wurde. — Der folgende Beitrag schildert die Eindrücke des .Greenhorns" bei der rasenden Jagd. Ein wenig zweifelnd betrachtete mich der bekannte Rennfahrer und Avussieger Theo S ch o t h, als ich ihn bat, mit mir zusammen den Versuch zu unternehmen, seinen im Vorjahre ausgestellten Rundenrekord für schwere Beiwagenmaschinen auf der Avus zu brechen. Es bedurfte mehrfacher Zureden und der Versicherung, daß, wie die Geschichte auch ausgehe, es auf meine eigene Gefahr geschehe, bis er seine Maschine hervorholen und startbereit machen lieh. Fahrt ins Blaue. Inzwischen hatte sich unser Unternehmen herumgesprochen. In kurzer Zeit waren wir von einem großen Kreis von Reugierigen umgeben. Zurück gab es jetzt nicht mehr, obgleich mir, als ich den flachen, schmalen, nach hinten vollständig offenen Beiwagen betrachtete, die ganze Angelegenheit nun doch ein wenig bedenklich erschien. Brachte ich doch keinerlei praktische Erfahrung mit, auf die ich mich hätte verlassen können. Cs war, — so und so gesehen, — wirklich eine Fahrt ins Blaue. Der Ausgang war auf jeden Fall ungewiß. Es konnte gelingen, es konnte auch, — und der Fahrer machte in seiner ruhigen Art einige ironische Bemerkungen in dieser Richtung, — Kopf und Kragen kosten. Kommt es doch gerade bei Seitenwagenrennen sehr darauf an, wie weit sich die beiden Partner verstehen und, — in den Kurven ist das besonders wichtig, — aufeinander eingespielt sind. Die Bemerkungen der Umstehenden trugen ihr übriges dazu bei, um mir die „ Annehmlichkeiten", die meiner harrten, recht deutlich vor Augen zu führen. Aber schließlich, was hals es! Ich hatte das Unternehmen angeregt und mußte durchhalten. Mit einer Art Galgenhumor stieg ich, nach einigen kurzen Erklärungen und Berwaltungs- maßregeln, die mir gegeben wurden, in den Beiwagen, der mir jetzt fast wie ein flaches Brett erschien. Sturzhelm und Schutzbrille wurden befestigt ... Start. Aber kaum sprang die Maschine an, brüllte der Motor neben meinen Ohren, als sich seltsamerweise jedes Angstgefühl verlor. Rur eine erwartungsvolle Reugierde und fieberhafte Spannung blieben zurück. Würden wir es schassen? In diesem Augenblick erschien es mir kein Wagnis mehr, mit Kopf und Schultern, nur gehalten von einem mit Quergriff versehenen Lederriemen, dicht über dem Boden zu hängen, über den wir nachher mit einer Stundengeschwindigkeit von 165 Kilometer Hinwegrasen sollten. Der Mechaniker überprüfte noch einmal flüchtig die bereits vorher sorgfältig Lurchgesehene Maschine. Dann nahm er die Stoppuhr in die Hand. Dröhnend und schüttemd brummte der Motor in eine tiefere Oktave hinein. Der Beiwagen, in dem ich auf dem blanken Blech lag, nur um die Schulterblätter von einem kleinen Lederkissen geschützt, zitterte leise. Ein kurzer Blick auf den Mechaniker. Ein leises Kommando. Krampfhaft klammerten sich meine Finger um den schmalen Griff. Da jagte die Maschine auch schon aufheulend die Gerade der Avus hinunter Kurve! Gleich nach dem Start fiel mir das furchtbare Springen des Beiwagens auf. Wir hatten doch eine glatte, aufs sorgfältigste gepflegte Strecke vor uns... Aber bei der Geschwindigkeit von 150 Stundenkilometer, die ich, mich ein wenig emporreckend von dem Tachometer ablas, veranlaßte jede geringste Erhebung des Bodens heftige Stöße. Bäume, Hecken, Tribünen, Menschen, die uns nachstarrten, rasten wie Phantome vorüber. Der stetig tiefer werdende (Brummton des Motors zeigte die wachsende Geschwindigkeit an. Ich wagte schon nicht mehr mich auszurichten. Bor einem wachsenden Dröhnen in den Ohren, vor dem selbst die Zurufe der an den Böschungen sitzenden Zuschauer wesenlos wurden, schloß ich einen Augenblick die Augen. In dieser Sekunde fiel das Heulen des Motors jäh in sich zusammen. In rasender Geschwindigkeit wuchs die große Kurve vor uns auf. Jetzt begann meine Ausgabe. Ausrichten? Hinüberlehnen? über die Maschine? Keine zehn Zentimeter neben mir befanden sich zu beiden Seiten die rasenden Räder, deren Speichen jetzt wie eine leuchtende Metallscheibe erschienen. Ich zwang mich ein wenig in die Höhe. Rur nicht nach hinten aus der Maschine rausrutschen. Der Wind packte meinen Pullover und zog ihn mir bis unter die Achseln empor. Schon war die Kurve heran. In verzweifeltem Entschluß warf ich mich hinüber. Dickt an der Rasenfläche der Innenbahn entlang raste die Maschine. Schon waren wir fast für einen Augenblick auf den Rasen geraten. Dann lag die zweite Gerade vor uns. Der erste Fahrtabschnitt war erledigt. Oer Sturzhelm. Langsam gewöhnte ich mich an das Stoßen des Wagens und fand Freude an dem unsinnigen Tempo. Da öffnete sich eine Schnalle des Sturzhelmes der mir halb in das Gesicht glitt. Loslassen und ihn befestigen war eine Unmöglichkeit. Krampfhaft versuchte ick das schwere Ungetüm durch Kopfbewegung wieder in seine normale Lage zu bringen. Wieder begann die Maschine stark zu springen. Ich stemmte meine Füße hart gegen die Vorderwand. Dor uns in der Ferne wurde der Funkturm sichtbar, an dem die zweite Kurve lag. Ich sah hinauf zu dem Fahrer, doch der behielt nur die Strecke vor uns im Auge. Mit einem heftigen Ruck warf ich den Kops zurück. Ich hatte wieder freie Sicht. Der Helm war zurückgealitten. pocht der Motor? Zwei Kilometer konnte es höchstens noch bis zu den Tribünen fein. Plötzlich beugte sich der Fahrer ein wenig hinab. Ich horchte auf. Klopfte der Motor nicht? Wenn jetzt eine Störung, eine Panne kam, war es aus mit unserem Rekordversuch. Ich hatte meine ganze Kurvenangst vergessen. Rur kein Aussehen, keine Störung. Es mußte gelingen... Heranrasende Tribünen. Der Funkturm scheint zu schwanken. Weit beugte ich mich hinüber, hing über dem Hinterrad der Maschine... Scharfes Bremsen, die Maschine glitt ein wenig zur Seite. Menschen umringten uns, der Mechaniker kam auf uns zu. Ich brauchte nur sein Gesicht zu sehen, um zu wissen, dah der Versuch geglückt war. 8,50 Minuten zeigte die Stoppuhr. Um sechs Kilometer hatten wir den vorjährigen Avusrekord für schwere Beiwagenmaschine unterboten. Wir brechen einen Rekord. „Greenhorn" im Beiwagen des Motorrad-Rennfahrers Eindrücke von einer rasenden Zagd. Don Udo Wolter. Blinklampen u. dgl. Pioniergeräte sind abzuliefern bei der Standarte 116 (Kreisamt) und bei Truppführer Plitt, Führer des Pioniersturmes 14 116, Gießen, Seltersweg 9. Nachrichtengeräte bei Sturmführer Bender, Gießen, Stephanstraße 14. Truppführer Reuschling beim Stab der Standarte 116, Gie- feen, Ästerweg 50 (Telephon 2129) ist zu jeder weiteren Auskunft gerne bereit, auch können bei ihm Meldungen zum Abholen des gespendeten Materials abgegeben werden. Die Ausbildungskurse der Katastrophenhilfsdienstformationen haben begonnen. SA.-Leute opfern für ihre Mitbürger viel Zeit und Geld, wir erwarten von jedem Deutschen, der in Daher sei auch an dieser Stelle an alle verantwor- I tungsbewußten Eltern die Mahnung gerichtet, durch | rechtzeitige Beachtung der Beanstandungen auch das Ihrige zur Gesundung unseres Volkes beizutragen: denn nur ein an Leib und Seele gesundes Volk hat die Möglichkeit und die Berechtigung, sich anderen Völkern gegenüber auf die Dauer zu behaupten. Von der Anklage der Spritschiebung freigesprochen. WSR. Mainz, 12. Juli. Am 22. April 1931 verurteilte das hresige Bezirksschöffengericht in einer Verhandlung gegen mehrere Spritschieber auch den angeklagten Ähisssingenieur E. Schä- f e r aus Elberfeld wegen gewinnsüchtiger Beihilfe zu drei Monaten Gefängnis, rund 61 7 000 Mark Geldstrafe und rund 67 000 Mark Wertersah st rase. Gegen dieses Urteil hatten sowohl Schäfer als auch der Staatsanwalt Berufung eingelegt, die aber in zweiter Instanz verworfen wurde. Auf neuerliche Revision beim Reichsgericht in Leipzig hob dieses das Urteil gegen Schäfer auf und verwies die Sache an die Vorinstanz zur nochmaligen Verhandlung. In der gestrigen Verhandlung vor der Zweiten Großen Strafkammer konnte dem Angeklagten seine Einrede, daß er von der Spritschiebung leine Ahnung habe, trotz starker Verdachtsmomente, die gegen ihn sprachen, nicht widerlegt werden. Er wurde deshalb frei- gesprochen. Buntes Allerlei. Mutter geht Gold graben... Eine Mutter, die sich keine Arbeit verdrießen läßt, arbeitet jetzt in den Goldseldern von Edie Creek in dem Urwald-Hinterland von Reu-Guinea, um für ihre beiden Söhne, die noch auf die Schule gehen, die Mittel zum weiteren Unterricht und zum späteren Universitätsstudium zu gewinnen. Diese entschlossene Frau ist eine Mrs. Giblin. Eie gewann in einer Lotterie das Anrecht auf die Ausbeutung einer goldhaltigen Stelle in Edie Creek und flog mit dem nächsten Flugzeug von Port Moresby nach Wau, da ja auf andere Weise die Goldfelder nicht zu erreichen sind. Von Wau marschierte sie noch 20 km bis an Ort und Stelle. Hier fand sie zwei große Schwierigkeiten vor. Der Platz, den sie gewonnen hatte, befand sich auf einem Berge, mehr als 2000 Meter über dem Meeresspiegel: es waren zunächst große Schuttmassen zu entfernen, und dann fehlte es an Wasser, um die Goldwäscherei vorzunehmen. Unter den Goldgräbern wütete ein grim- Das Auftreten von Kropfbildung ist im Kreise Gießen an bestimmte Gegenden gebunden, besonders viel Kropfbildung findet sich im § umdatal und in der Gegend von Hungen, während andere Gemeinden nahezu vollständig tropffrei zu sein scheinen. Nach einem feit Jahren Die Erhebungen über den Gesundheitszustand der Schulkinder im Kreise Gießen sind abgeschlossen. Während des Berichtsjahres (1. 2lpril 1932 bis 31. März 1933) wurden in sämtlichen 78 Landgemeinden des Kreises Gießen der Gesundheitszustand der Schüler nachgeprüft. In mehrklasfigen Schulen wurden die Schüler und Schülerinnen der 2., 4., 6. und 8. Klasse untersucht, außerdem alle im vorigen Jahre beanstandeten, die neu aufzunehmenden Kinder wurden auf ihre Schulfähigkeit, die zu entlassenden auf ihre Berufsfähigkeit hin geprüft. Am Mantagvormittag fand auf dem Kreisgesundheitsamt eine Schulsprechstunde statt, die einen regen Besuch zu verzeichnen hatte. 3m ganzen wurden über 8000 Reihenuntersuchungen durchgeführt. Trotz der schlechten Wirtschaftslage hat sich erfreulicherweise der Gesamtzustand der Schulkinder gegenüber dem vorigen Jahre im großen ganzen nicht verschlechtert. Er war aber in den einzelnen Gemeinden sehr verschieden. Ebenso verschieden war auch das Verhalten der Eltern, deren Kinder beanstandet wurden und die schriftlich auf die durch die Schuluntersuchung aufgedeckten Mängel hingewiesen wurden. Auf diese Beanstandungen hin wurden in der überwiegenden Anzahl der Fälle die Kinder ärztlicher Behandlung zugeführt, nur in einzelnen, glücklicherweise sehr wenigen Gemeinden fanden die Beanstandungen bei den betreffenden Eltern wenig oder gar kein Verständnis, auch persönliche Rücksprache mit der Kreisfürsorgerin und dem Schularzt kannte den gewünschten Erfolg nicht zeitigen. Beanstandet wurden wegen Erkrankungen des Knochensystems 530, Bruchanlagen 38, Phimosen 34, Fußdeformitäten 200, Sehfehlern 41, Ohrerkran- lungen 16, Sprachfehlern 9, mangelnder Zahnpflege 530, Drüsenschwellungen 23Ö, Krankheiten des Herzens 32, behinderter Nasenatmung 31, en» bocriner Fettsucht 6, wegen verschiedener anderer Leiden 19, wegen Kropfbildung 315, im ganzen also 2080. Die beanstandeten Kinder wurden durchweg in hausärztliche Behandlung überwiesen, da das handinhandarbeilen des Hausarztes mit dem Schularzt am meisten Erfolg verspricht. -gt für uns Deutsche ein heimatfroher Reiz Gedanken an Rosen und Linden in beißen Julitagen. Schon unsere germanischen Vorfahren haben die Rose geschätzt, sie pflanzten sie in dichten Hecken um ihre heiligen Haine, da sie durch ihre wahrhaft esichrk-kenber An- ht, wie sie sich echMn,d.e Öen buschigen Augen- St unb die hinierWg-n, . Spröden. Romane, Schick- n offenbar. Die EmpB- im ertragen fte das Licht TS - brauchen das t des schlummernden Men Bekanntmachungen des AS.-Lehrer- bundes im Kreis Gießen. RSLv. und Lehrerorganisationen. Die Mitglieder des NSLB., die noch anderen Leh» rerorganisationen angehören sollten, werden aufgefordert, aus diesen auszuscheiden, andernfalls erfolgt Ausschluß aus dem NS.-Lehrerbund. Mitarbeit an der RS.-Lehrerzeitung. Für die NS.-Lehrerzeitung werden hervorragend begabte Mitarbeiter gesucht, die mit den nationalsozialistischen und völkischen Ideen gut verwachsen sind und die nationalsozialistischen schulpolitischen Ideen richtig erfaßt haben. Der Inhalt der Zeitung soll in der Hauptrichtung nach folgenden Gesichtspunkten zusammengesetzt sein: 1. Erziehungswissenschaft im allgemeinen. 2. Rasse und Erziehung. 3. Die Einheit der nationalen Schule und des deutschen Lehrerstandes. 4. Psychologie des Nationalsozialismus. 5. Leibesübung und Wehrerziehung. 6. Naturwissenschaft und Nationalsozialismus. 7. Geschichte des Nationalsozialismus. 8. Lehrerbildung. 9. Am schwarzen Brett und Bundesnachrichten. 10. Bücherund Zeitfchriftenfchau. 11. Wichtige erziehungspolitische Mitteilungen aus dem Auslände. 12. Lehr- und Lernmittel. Mitarbeiter, die das eine oder andere Gebiet gründlich beherrschen, wolle,n sich schriftlich bei mir melden zur Weitergabe an Gau- und Reichsleitung. Es kommen nur hochwertige Aufsätze in Frage. Der Kreisobmann: Dr. H e n ß. hgieiid msi JSy »rfafler un? S Alteie 6 mit i ist M ^Hommeck^ । del i«Ö'0?n q gtii über ihrungen A 6ag,gcn &eI § Herstellung SZsK Silber Lpst-der - L, beten, die SA. bei dem Katastrophenhilfsdienst und beim Nachrichtendienst durch Spenden von Pionier- zu unterstützen. Die SA. braucht dringend: Klauenbeile, Spaten, Kreuzhacken, Fahr- ** Schulperfonalie. An der Volksschule zu Osthofen (Kreis Worms a. Rh.) ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer freigeworden. ** Der Zentraloerband auslandsdeutscher Studierender veranstaltet in den Tagen vom 14. bis 16. Juli in Stuttgart seine 12. Vertretertagung. Die Tagesordnung sieht eine große Anzahl von Vorträgen und Besprechungen vor. Am Sonntag, 16. Juli, nimmt auch der Vizekanzler von Papen an der Tagung teil und wird voraussichtlich auch eine Ansprache halten. Der Dertre- tertag steht unter dem Protektorat des Herrn Reichsstatthalters von Württemberg Wilhelm Murr. Einverständnis mit den betreffenden Eltern jedem Kind mit geringgradiger Kropfbildung wöchentlich einmal mit Pausen von einem Vierteljahr eine Jod- troponftrumatablette gereicht: bei Kropfbildung stärkeren Grades oder in Fällen, die auf die angewandte Behandlung schlecht reagierten, wurden die Kinder sofort in hausärztliche Behandlung überwiesen. Die Darreichung der Tabletten in der Schule hat sich im großen ganzen bewährt. Zum erstenmal in diesem Jahre wurde an bedürftige Kinder, die an Erscheinungen von exudativer Diathese litten, Lebertran verteilt, auch hierbei zeigte sich ein günstiger Einfluß auf die Drüsenschwellungen und Neigung zu Katarrhen und Entzündungen der äußeren Haut. Für einen Kuraufenthalt wurden 65 Kinder ausgewählt. Die Prüfung auf Schulfähigkeit geschah nach den von E a m e r c r aufgestellten und von Pirquet modifizierten Tabellen. Von den 1237 einzuschulenden Kindern entsprachen 38 diesen Mindestanforderungen nicht und mußten für ein Jahr zurückgestellt werden, 3 Kinder wurden als schulunfähig befunden. Durchschnittsgröße und »gewicht schwankten in den einzelnen Gemeinden zwischen 107 bis 116 Zentimeter und 17,7 bis 20 Kilogramm. Orthopädische Turnkurse konnten in 12 Gemeinden abgehalten werden, durchweg nahmen die Kinder mit Freude und Eifer daran teil und durchweg waren die E n b e r f o l g e recht gut. In einigen wenigen Gemeinden allerdings kam trotz aller Bemühungen ein orthopädischer Turnkurs nicht zustande. In dem 10 Landgemeinden, in denen die Schulspeisung eingeführt wurde (i Liter Milch und ein Brötchen), wurden die Kinder auf ihre Bedürftigkeit hin vom rein medizinischen Standpunkt aus ausgemustert, die Schulvorstände sonderten dann aus dieser Zahl wieder die Kinder aus, deren wirt- schaftliche Verhältnisse eine Schulspeisung auf allgemeine Kosten nicht tunlich erscheinen ließ. Zweck und Sinn der schulärzttichen Untersuchung ist nicht, statistisches Material zu gewinnen, so lehrreich und aufschlußreich das auch sein mag, sondern kranke und zu Krankheiten neigende Kinder baldmöglich der entsprechenden ärztsichen Behandlung zuzuführen. Tlut bei möglichst frühzeitiger Erkennung einer Krankheit können in weitgehendem Maße der betreffenden Familie wie der Allgemeinheit größere Kosten erspart werden und können die allermeisten Leiden günstig beeinflußt werden. -MM niÄ °rh°lb ber l^ie ein 5er Die der alte jl äsSüS ■sw ! Me °u, Öen ? dabei jU fU fer- (Es jj. Ib‘ °L'° ' 7-d°N ''bl! *TL ^Kssenbe. Mer joÄ «an-.era- K°°tr- ?en " b,>ÄV auch die ij5 sohlen, lchg» jlb?e" W MlmabEi* Wmtl. Zu lassen da glichen Rachwch^' kr Dch. neber im Heimathafen. landet. An 2ord be" iete, während das Lust- stimmig Deutschlandlied Wfo heute 320 Fahrtei, j die zusammen- ausmachen, wurden Post und lcht befördert. Das Lust- on über 600 000 Kilometer Dornen Eindringlinge fernhielt. Die Sage van Kriemhilds Rosengarten ist bekannt. In alten Wappen finden wir sie häufig, so z. B. in dem von Rostock. In unseren Volksliedern haben wir sehr oft die Verbindung von Rosen und Linden, und auch in den deutschen Heldensagen ist häufig davon die Rede. In der Poesie der Meistersinger ist die Rose vielfach besungen, ebenso fand die schöne Blüte im deutschen Märchen ständig ihren Platz. Ader auch die Linde ist ein gewichtiger, gern gesehener Baum in deutschen Landen. Ist es die Rose, welche die Liebe knüpft, so ist es häufig die Linde, die sie in ihrem Schatten aufnimmt. Unsere Dor- fahren hielten sie für heilig. Alle Dorfangelegen- heilen wurden, wie es in einigen Gegenden noch jetzt geschieht, unter der Linde -verhandelt. Hier tanzte und spielte die Jugend und ruhte das Atter aus; ja, es wurde sogar dafür gesorgt, dah die Begräbnisplätze von Linden beschattet waren. In der wundervollen Blütezeit ist die Linde über und über mit kleinen Blütensträußen bedeckt, die weithin die Luft mit ihrem Duft erfüllen. Tausende emsiger Bienchen saugen den Honigsaft. Die herrlichen duftenden Blüten sind überdies noch eine wahre Wohltat für gesunde und kranke Menschenkinder. Sie geben den bekannten Lindenblütentee, der gelind schweißtreibend und krampfstillend wirkt und viel verordnet wird. Aus dem Lindenholze bereitet man die Lindenkohle, die mit aeöörrten und pulverisierten Salbeiblättern gemischt, ein ausgezeichnetes Zahnpulver ergibt; die Früchte liefern ein dem Mandelöl ähnliches Del. Jetzt sind die Tage, da Linden und Rosen blühen, die Tage, an denen man seine Sorgen hinaus in den Sonnenschein tragen, sich eine Rose ins Knopfloch stecken und im Schatten einer Linde darüber Nachdenken soll, wie die Natur so gütig und viel- seitig ist, daß sie uns zusammen Schönheit und Nutzen gegeben in Rosen und Linden. M. Gr. Katastrophenhilfsdienst und Nachrichtendienst. Don der Standarte 116 wird mitgeteilt: „lieber das Wesen des sog. Katastroohenhilfs- bienftes sind die Leser des „Gießener Anzeigers" bereits unterrichtet worden. Zu ergänzen ist nur, daß sinngemäß auch ein gut ausgebildeter Nachrichtendienst Hand in Hand mit dem Katastrophenhilfsdienst arbeiten muß. Diese Aufgabe ist in Gießen dem Nachrichtensturm 17/116 zuerteilt worden. Die Gießener Bevölkerung wird nochmals ge- S.J.-fpor/ OGB. und DFB. erklären ... Die DSD. und der Deutsche Fuhballbund wenden sich in einer amtlichen Erklärung gegen die verbreitete Ansicht, daß die Ausführung des Dun- dcsvorsitzenden Felix Linnemann auf der am Sonntag abgehaltenen gemeinsamen Tagung mit den Anordnungen des Reichssportkommissars identisch seien. Es wird ausdrücklich darauf hin- gewiescn, daß Linnemann zu Beginn seiner Ausführungen besonders betont hat, daß er nichts feststehendes und endgültiges über Organisationsund Personalsragen aussagcn könne. Ferner wird noch darauf hingcwiesen, daß alle Fragen grundsätzlicher Art vom Reichssportkommissar selbst gelöst werden. Wieder ein Sieg Leducq's. Die 14. Etappe der „Tour de France" führte die 41 noch im Rennen befindlichen Fahrer am Mittwoch über 166 Kilometer von Montpellier nach Perpignan. Die Fahrer legten sich sichtlich Schonung für die kommenden Etappen in den Pyrenäen auf und fuhren auch nur ein Stundenmittel von 26 Km. heraus. Es war daher nicht verwunderlich, wenn die gestarteten Fahrer auch geschlossen am Ziel in Perpignan ankamen. Sieger wurde auch diesmal der Franzose Leducq in 6:04:40 vor seinen Landsleuten A. Magne und Cornez, sowie Rebry, Bcrgamaschi, 9. Aerts, Speicher, Guerra, Louyet und Le Greves. Alle übrigen Fahrer wurden von der Rennleitung gemeinsam als 11. gewertet, unter diesen Fahrern befanden sich auch die drei Deutschen Thierbach, Stöpel und Geyer. Sandball im Gau Hessen (L). T.) Lang-Göns 1 — To. Großen-Linden I 14:6 (3:5). Beide Mannschaften standen sich in einem Freundschaftsspiel gegenüber. Die Gäste traten nur mit 9 Mann an. Es gelang ihnen aber trotzdem, besonders in der ersten Halbzeit das Spiel vollständig offen zu halten und die bestehende Lücke durch großen Eifer und Schnelligkeit auszugleichen, während die Gastgeber sich nicht recht fanden. So erkämpften die Gäste ein Halbzeitergebnis von 3:5. Nach Wiederanstoß gelang es den Platzbesitzern auf 4:5 zu verkürzen und dann auszugleichen. Während die Gäste nun nachließen, fanden sich die Einheimischen gut und konnten nach schönem Zusammenspiel noch 9 Tore oorlegen, denen die Gäste nur noch eines entgegensetzen konnten. Kurze Sportnoiizen. Die Maximalzahl von 26 Spielen pro Derein und Iahr, die in dem offiziellen Be^ richt über die Fußball-Tagung in Derlin genannt wurde, bezieht sich nur auf die Meisterschaftsspiele. Darüber hinaus können die Clubs auch noch Privatspiele austragen und an anderen Wettbewerben teilnehmen. * Willie den Ouden, Hollands junge Rekordschwimmerin, stellte in Antwerpen mit 1:06 Minuten für 100-Meter-Crawl einen neuen Weltrekord für Frauen auf. ♦ Der Italiener Ruvolari will in den nächsten Tagen auf einer der italienischen Autostraßen mit dem neuen amerikanischen Duesen- berg-Rennwagen den Stunden-Weltrekord angreifen. E i n großer Erfolg für die deutsche Reiterei wurde beim Internationalen Reitturnier von Luzern errungen. Im Iagdsprin- gen um den Preis der Schweizer Kavallerie siegte Oberlt. Brandt auf Tora im Stichkampf mit 0 Fehlern gegen Romansca (Bühler) und Blarneh Castle (Capt. Aherne). * Z u einem Hochsprungduell kommt es am 6. August beim internationalen Sportfest des SC. Charlottenburg zwischen den Meistern von LISA, und Deutschland, Georges Spitz und Bornhöft. * Für das Deutsche Turnfest in Stuttgart kann nach neuerlichen Schätzungen nun mit einer Gesamtbeteiligung von 200 000 Turnern und Turnerinnen gerechnet werden. ♦ 2 7 Steher haben sich um die Deutsche Meisterschaft beworben. Die 27 bestreiten am 19. Iuli in Elberfeld zwei Dorläufe über je 100 Kilometer. Rer'chssporiführung im neuenOeuischlan- Eine 2Rchc des Reichssportkommiffars. Reichssportkommissar von Tschammer- O st e n weilte dieser Tage in Hannover, um vor einem geladenen Kreis von Turn- und Sportführern, Sportlehrern, Aerzten usw. über das Thema der Reichssportführung im neuen Deutschland zu sprechen. Er wies darauf hin, daß er nicht gedenke, mit programmatischen Worten aufzuwarten, vielmehr ganz allgemein über die Gestaltung des deutschen Sportwesens sprechen wolle. Er habe eine neue Truppe bekommen, nur sei sie viel komplizierter als die SA., viel umfassender in ihrer Organisation mit vielen Köpfen, wo jeder etwas zu sagen hätte. Für den Eingeweihten sei es klar gewesen, daß die deutsche Sportbewegung in ihrer Vielseitigkeit nicht mehr entwicklungsfähig sei. Das an Bauten, an Stadien und Bädern geschaffen wurde, sei phänomenal, aber den jungen Menschen sei nichts gegeben worden. Es sei ihnen nicht gegeben worden das Ethos, die unbedingte Liebe und Begeisterung für seine Sportart, für seine Organisation. So hätten sich Staat und Verbände von selbst getrennt. Ich sehe, betonte der Reichssportkommissar, heute die Aufgabe darin, durch den Staat ein gewisses Vertrauen zum Staat zu geben, um die Turn- und Sportbewegung dem Staat und dem Volk nutzbar zu machen. In der Jugend sei ein Wandel bereits vor sich gegangen. Wenn man sehe, wie sie in Begeisterung der neuen Zeit gegenüber» stehe und sie mit der Zeit vor einem Jahr vergleiche, könne man sehen, daß eine Etappe bereits erreicht sei. Zur Führerfrage äußerte sich der Redner eingehend. Er will nicht etwa die Alten durch die Jungen ersetzen, vielmehr rodete er mit zündenden Worten einem echten Veteranentum das Wort. Kurz ging dann der Reichssportkommissar auf die Umorganisation des Turn- und Sportwesens ein. Manchen sei das Tempo zu langsam. Er wolle aber keine überstürzte Ministerarbeit am grünen Tisch, er wolle nachprüfen und nachforschen bis in die Seele der ihm unterstellten Menschen hinein. Lr habe dabei die Ueberzeugung, daß die erste Etappe der Umorganifation so gelungen sei, daß die zweite begonnen werden könne. Die große schöpferische Aufgabe sei der Wehr- s P o r t. Mit dem Vierjahresplan des Führers verbinde sich für Turnen und Sport die große Aufgabe, den jungen Menschen zum wehrwilligen und wehrfähigen Mann zu machen. Zur Frage der Neueinteilung der Fachoerbände führte v. Tschammer-Osten eine temperamentvolle Sprache an die Adresse der DT. Er wies es weit von sich, auch nur einen Moment eine mißgünstige oder gar achtlose Stellung gegenüber der DT. gehabt zu Haden. Ich habe, so sagte der Reichssportführer, der DT. wieder die Stellung gegeben, die sie in den letzten 14 Jahren nicht gehabt hat. Die DT. sei nach seiner Ansicht für die Zukunft sogar mit ihrem Mitgliederbestand der beste Begleiter der SA. Die übrigen Organisationen würden Umwandlungen durchmachen müssen hinsichtlich ihrer Grundeinstellung und ihrer Auffassung vom Wett- kampswesen. Seyr bemerkenswert waren schließlich die Ausführungen v. Tschammer-Ostens über die werdende Volksgemeinschaft. Es handele sich darum, auch mit den Angehörigen der früheren SPD. und KPD. zusammenzugehen. „Ich verbiete es meinen Führern, mit erhobener Nase an früheren SPD.- und KPD.-Mitgliedern oorüberzugehen, es sind ja doch auch deutsche Arbeiter." hinsichtlich des Spitzensports und der vertre- iung des deutschen Sports international fei er krasser Gegner „überkandidelter" Lracks, die für ihn nicht in Frage kommen. Er führte dann noch aus, in welchem Geiste jede internationale Vertretung an ihre Sache Herangehen und herangebracht werden müsse. Er fasse es als schicksalshafte Fügung auf, daß die Olympischen Spiele 1936 in Deutschland stattfinden, weil dann das ganz Neue heroortreten könne. Mit zuversichtlichen Worten schloß der Reichssportkommissar feine sehr beifällig aufgenommenen Ausführungen, denen sich spontan das Deutschland- Lied anschloß. Aus dem Friedberger Kreistag. Friedberg, 12. Juli. (WSN.) Im festlich geschmückten Sitzungssaal des Krelsamts fand Montag die erste ordentliche Sitzung des neuen Kreistages des Kreises Friedberg statt. In seiner Eröffnungsrede wies der Vorsitzende Regierungsrat Dr. Andres u. a. darauf hin, daß der Kreistag des Kreises Friedberg nach dem Ergebnis der Wahl vom 5. März neugebildet worden sei. Sechs Mandats der SPD. feien nach Auflösung dieser Partei als erledigt anzusehen. Reg.-Rat Dr. Andres betonte in seinen weiteren Ausführungen, daß die Finanz v e r h ä l t n i s s e des Kreises als durchaus gesund bezeichnet werden müßten. Die Rechnung des Jahres 1931 schließe mit einem Rechnungsrest von 209 036,36 Mark ab, und zwar bestehend aus einem Barvorrat von 145 600,45 Mark, in liquidierten Ausständen mit 60 227,87 Mark, in Vorlage von 3 208,04 Mark. Nur diesem günstigen Kassenbestande sei es zu danken, daß der Kreis trotz Rückständen von 55 215 Mark aus dem Jahre 1931 über die großen finanziellen Schwierigkeiten der letzten Jahre anstandslos hinweggekommen fei. Der Voranschlag für das Rechnungsjahr 1933 schließt in Einnahme und Ausgabe mit je 994 226 Mark ab gegenüber 1000 354 Mark im Vorjahre. Die Wohlfahrtspflege belastet den Etat allein mit 581 728 Mark, wovon der Kreis aus eigenen Mitteln 341 593 Mark aufzubringen hat. Die Steuerausschlagsätze konnten trotz Einnahmeausfall die gleichen wie im Vorjahre bleiben. Nach einer Darlegung über den Schuldenstand des Kreises konnte der Redner die Feststellung machen, daß der KreisFriedbergvollstän- digschuldenfrei ist. Für die NSDAP, erklärte Kreistagsmitglied Seipel, daß seine Partei nicht lange in eine parlamentarische Debatte eintreten wolle. Im Namen seiner Fraktion stellte er den Antrag, den Voranschlag des Kreises für 1933 und die weiteren Rechnungen den Vorschlägen des Kreisausschusses entsprechend im ganzen anzunehmen. Diesem Antrag wurde einmütig zugestimmt. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Len Führer Adolf Hitler und mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes fand die Sitzung des Kreistages ihr Ende. Tagung der (Saugruppe (Sroß-Heffen des Deutschen Landhandelsbundes. F r a n f f u r t a. M., 10. Juli. (WSN.) Unter dem Vorsitze des Gaugruppenleiters Moses fand heute die erste Vollversammlung des Deutschen Landhandelsbundes Gauaruppe Groß-Hessen statt. Gaufachgruppenleiter Moses streifte in feinen Begrüßungsworten kurz die Entwicklung, die die Agrarpolitik in den letzten Jahren genommen hatte. Dabei ging er auch näher auf die Wirtschaftspolitik Roosevelts und die Bestrebungen und Erfolge bzw. Mißerfolge der Londoner Konferenz ein. Es fei zu begrüßen, daß in Deutschland endlich die Vorbedinaun« gen geschaffen seien zur Wiedergesundung unsere» Wirtschaft, die auf dem Prinzip aufgebaut werden müsse: Durch den Einzelnen für alle. Landwirtschastskammerpräsident Metz überbrachte die Grüße des Bauernstandes. Er betonte, daß die Eingliederung des Landhandelsbundes in den Bauernstand als vierte Säule notwendig sei, da er ein Teil des gesamten Bauernstandes darstelle. Dieser Stand als Glied des ständischen Aufbaus werde Den Charakter einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft erhalten. Landesgruppenführer Kugler- München ging kurz auf Organifations- und Lebensfragen des Landhandels ein. Die Uebernahme der Präsidentschaft über den Landhandelsbund durch Reichsbauernführer Darrä dokumentiere, daß der Land- Handel mit der Landwirtschaft aufs engste verbunden fei. Der Landhandel müsse ein Berater des Bauern werden. Hinsichtlich des Getreidehandels erklärte er, daß die Arbeiten am ständischen Aufbau noch nicht so schnell durchgeführt werden konnten, daß heute bereits mit der bereits vorbereiteten Politik Hugenbergs gebrochen werden könnte. Immerhin werde diese Politik so geführt, daß alle Schichten des Bauernstandes möglichst gesichert feien. Nach einer lebhaften Aussprache ging der San- desgruppenführer noch auf die Frage der Getreidebörsenreform ein, die ebenfalls in Kürze erfolgen werde. Vor allem würden die Beiträge herabgesetzt werden müssen, damit jeder Händler in Zukunft in der Lage sei, die Börse zu besuchen. Anschließend wurde die Ernennung der Fachbeiräte Dorgenommen. Reichs-Autobahnen — nicht Hafraba! WER. Frankfurt a. Olt., 12. Iuli. Anläßlich des Baubeginnes für die Reichs-Autobahnen auf der Strecke Frankfurt—Heidelberg ist in einigen Veröffentlichungen von der Durchführung des „Hafraba"-Projekts die Rede. Das trifft in dieser Form nicht zu. Das vor Iahren ausgearbeitete Projekt einer Autostraße Hamburg—Frankfurt- Basel hat nichts zu tun mit dem nun in die Verwirklichung übergeführten großen Plane des Reichskanzlers Hitler über ein durch das ganze Reich zu ziehendes Reh von Reichs-Autobcchnen. Daten für Freitag, den 14. Juli. 1682: Beginn der Belagerung Wiens durch 200 000 Türken; — 1862: der österreichische Maler Gustav Klimt in Baumgarten bei Wien geboren (gestorben 1918); — 1884: an der Karrerunmündung wird die deutsche Flagge gehißt; — 1909: Rücktritt des Reichskanzlers Fürsten Bülow; v. Bethmann-Hollweg wird sein Rachfolger. Wirtschaft. Günstige Wirtschaftsentwicklung im Lahn Dill-Gebiet. 650 JleuelnffeUungen im Bergbau. Wetzlar, 12. Juli. Die von den rheinisch-westfälischen Hüttenwerken übernommene Abnahmeverpflichtung von jährlich 250 000 Tonnen Erz aus dem Lahn-Dillgebiet beginnt sich jetzt auszuwirken. Es wurden im Laufe des Juni rd. 650 Bergleute eingestellt, wodurch die Produktion entsprechend anstieg, mit der auch der Absatz Schritt hielt. Bekanntlich liegt der Abnahmeoerpflichtung der rheinisch- westfälischen Hütten die Rohstahlerzeugung zugrunde, und zwar für die Lieferungen Juni-August die Rohstahlerzeugung des 1. Quartals 1933, für September-November die des 2. Quartals 1933, aber nur Dann, wenn die Rohstahlerzeugung gestiegen ist. Erfreulich ist die Tatsache, daß die Rohstahlerzeugung im 2. Quartal 1933 um rd. 20 Prozent gestiegen ist. Die Vereinigten Stahlwerke berichten von einer Zunahme im 2. Quartal'oon 17,8 Prozent. Es ist also für die Zeit von September-November mit einer rd. 20 Prozent höheren Absatzziffer von Lahn-Dill-Erzen zu rechnen. * Tlmsahentwicklung im Herrenbekleidung seinzelhandel. Wie der Reichsverband für Herren- und Knabenkleidung e. V. mitteilt, brachte der Monat Mai im Verhältnis zum gleichen Monat des vorigen Iahres im Reichsdurchschnitt einen Umsahrückgang von 11,97 Prozent. Bei der Bewertung dieses Ergebnisses ist zu berücksichtigen, daß im vorigen Iahre das gesamte Pfingstgeschäft in den Monat Mai fiel, während in diesem Iahre für die Abwicklung des Pfingstgeschäftes noch die ersten Tage des Iuni in Betracht kamen. Für den Zeitraum vom 1. 3a» nuar 1933 bis 31. Mai 1933 im Vergleich zu der gleichen Zeit des Vorjahres beträgt der Tlmsah- rüdgang im Reichsdurchschnitt 10,72 Prozent. Frankfurter Abendbörse behauptet. F r a n f f u r t a. M., 12. Juli. Die Abendbörse verzeichnete mangels nennenswerter Kundenorders zwar nur sehr kleines Geschäft, zumal auch sonstige Anregungen fehlten, doch war die Stimmung auf Dem festeren Mittagsschlußniveau behauptet. Gegenüber Den Berliner Schlußkursen traten hier und Da kleine Veränderungen ein, etwas mehr Hokzmann (plus 1,5 o. H.). Am Rentenmarkt fanden kleine Umsätze in späten Reichsschuldbuchforderungen zu unverändert 77,65 v. H. statt, Stahlvereinbonds konnten sich auf Berliner Schlußbasis erhöhen, und auch Goldpfandbriefe wurden etwas höher genannt. Deutsche Anleihen lagen sehr ruhig. Von Auslandsrenten waren Schweizer Bahnanleihen weiter fest; u. a. notierten Neubesitzanleihe 10,20, Altbesitzanleihe 75,75, Schutzgebietsanleihe von 1908/1911 6,85, do. von 1913/1914 6,90, 6-v. H.-Stahlverein 54,25 bis 54, 4-v. H.-Schweizer-Bundesbahn 126, 3,5-v. H. do. 116,5, Ov-Bank 54, Reichsbank 145, Buderus Eisen 73, Kali Aschersleben 123, Klöcknerwerke 50, Rheinstahl 91,50, AEG. 22,25, Conti Gummi 154,25, IG.-Farben 131, Holzmann 53,25, Siemens 153, Zellstoff Waldhof 41, Reichsbahnvorzugsaktien 99,50 bis 99,40, Norddeutscher Lloyd 15,90. Schwcincmarkt in Nidda. A Nidda, 12. Juli. Auf dem heute hier abgehaltenen Sommermarkt waren 440 Ferkel und Läufer und 60 Schafe aufgetrieben. Bei der starken Nachfrage mar der Handel sehr rege, und die Preise waren etwas gestiegen. Für die geringsten Ferkel, 5 Wochen alt, wurden 8 Mark, für 6 Wochen alte bis 14 Mark, für 10 Wochen alte 18 bis 20 Mark, für 12 Wochen alte 25 Mark das Stück bezahlt. Läufer kostete das Stück durchschnittlich 30 Mark. In Schafen war der Umsatz gering. Verantwortlich für Lokales, Provinz, Wirtschaft und Sport: I. V.: H. L. Neuner. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. $)., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a. 2)1. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Schluß- kurs Gchlußk. Abend- bSrse Schluß- kurS Gchlußk. Mittag- börfe Schluß« kurS Gchlußk. Abend- börsc Echluß- kurs Gchlußk. Miliag- börse Datum 11.7 12.7 11.7 12.7. Datum 11.7 12.7 11.7. 12.7. 6% Deutsche Retchsanleche v. itoi 83,25 83 83,25 82,9 4% desgl. Serie 11 ............ 5,6 5,6 5,55 5,55 6% efcem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 91,13 91,5 91,65 91,75 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,75 6%% Doung-Anlethe von 1930 .. 80,75 80 80.75 80,25 4>/r%Rumän.verelnh.Rentev.l013 _ 8,25 8,4 Deutsche Anl..AblöI.-Schuld mit 75,95 10.2 75,75 10,2 75,9 10.2 4% Rumänische vereinh. Rente .. 1,25 4,45 4,45 4,3 Auslos.-Rechten ............. Desgl. ohne Auslof.-Rechte...... 6% ebem. 8% Hess. Volksstaat 1929 75,9 10,3 8%% Anatolier .............. Hamburg-Amertka-Pakei .....c 24,75 25,75 24,9 25,75 lrückzahlb. 102%)............ _ _ 76,25 14,4 15 14,13 14,9 Oberhessen Provinz - Anleihe ml Hamburg-Südam. Dampsschifs. 0 — 21,75 —— Auslos.-Rechlen ............ 65,5 65,5 _ Hansa Dampsschifs...........0 — —— 17,5 17,75 $% Hess. Landesbank Darmstadt Norddeutscher Lloyd .........0 15,4 15,9 15,13 15.9 Gold R. 12.......... _ 79 79,5 79 A.G. sür Verkehrswesen Akt. .. 0 42,75 42,5 42 42,5 bVi% Hess. Landes Hypothekenbank Darmstadt Ltqui...... Berliner Handelsgesellschaft.... 4 90,75 91,25 50,25 84.9 85 _ Commerz- und Privat-Bank ... 0 50,25 •— 50,25 Deutsche Komm. Eammelab I.An Deutsche Bank und DtSconto- leihe Seriel mit AuSlos.-Rechten 65,5 65,65 65.75 66,25 Gesellschaft................0 54 54 — 54 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bant Dresdner Bank..............o 45,25 45,25 — 45,25 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bant 81 80 — — Reichsbank ................. 1 143,75 145 143,5 144,75 Goldpse. 16 unkündbar 618 1936 80,75 80 — _ A.E.G......................( 22,65 86 22,25 85,5 22,65 86 22,4 85,5 5/2% ehem. *yt% Franks. Hyp. 85,5 Elektr. LieserungSgesellschast ... 6 Bank-Ligu.-Psandbriese ..... 86 Licht und Kraft .............e 104 103 103,5 102,75 5yz% ehem. 4>/t% Rheinische Felten & Guilleaume ........o 45 46,5 46,5 46,5 Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse. ... 85,2! 85 — —— Gesellschaft für Elektrische Unter- 6% ehem. 8% Pr. Landespsand nehmungen...............4 81 81 81 81 briefanslalt, Pfandbriefe R. 19 80,2! 80,75 80 80,5 Rheinische Elektrizität ........6 96,5 100,25 152 96,25 101,25 153 96 100,75 152.5 96 101,5 153 6% eyem. 7% Pr. Landespfand briesanstalt. Pfandbriefe R. 10 Schuckeri & (So..............0 80,5 80,5 80 80,1 Siemen« & Halske...........v Verrechnungskurs 86 86 86 86 Lahmeyer L Co..............10 120.25 121,25 120 121,65 4% Oesterretchtsche Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente — — 14,8 14,13 Buderus ..................., 70,5 73 70,5 '13,5 73,5 113,9 i,2 1,2 i,15 1,1 Deutsche Erdbl .............4 114,25 114 4% Ungarische Goldrente....... 5,4 5 5,2 5,2 55,75 96,25 56,65 98,5 56 96,25 56,75 98,65 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5,1 5,2 5,4 5,3 Harpener...................0 4'/2% desgl. von 1913.......... _ 5,2 'i',25 Hvesch Eilen—Köln-Neuellen.. 0 Ilse Bergbau ...............? 59,5 59,75 160 6% abgest" Goldmexikaner von 99 10,25 9,75 9,75 161 160 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlelhe 5.65 5,7 5,65 5,65 Ilse Bergbau Genüsse........7 Klöcknerwerke ...............0 115 43 113 112,75 48 59,75 114 50,25 60,25 Serie I.................... — — 5,25 5,45 Mannesmann-Röhre«...... 0 60.25 60,25 Datum Manoselder Bergbau.........0 Kokswerte ..................0 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen ......10 Rheinstobl ..................0 vereinigte Stahlwerke........o Olavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.......P 3 ®. Farben-Industrte.......7 ScheideanstaU...............10 Goldschmidt ................0 RütgerSwerke...............0 Metallgesellschaft.............< PHUivv Holz mann...........o| Zementwerk Heidelberg ......4 Eememwerk Karlstadt.........o| Schultheis Patzenhoser........0 8Öu (Allgemeine Kunstseide) ... o Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof ............o Zellstoff Aschaffenburg .......o Dessauer GaS ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum ..........0 Orenstein & Koppel ..........0 Leonhard Tietz.............. 6 Chade......................12 Gritzner....................tl MainkraftwerkeHöchsta.M. ... 4 Süddeutscher Zucker ..... e| Frantsun a. M. Berlin Schlußkur« Schluß!. Abend- bSrse Gchluß- kurs Schluß». Mmag« därse 11.7. 12-7 11.7. 12.7. 19,5 — 20 21 —— — 76,9 76,9 33 33,5 34,9 32,75 209 211,5 >09,5 212 89,5 91,5 89,65 91,75 33,5 33,5 33,4 33,5 15 5 16 16 15,25 — 123 123 123 —- 126,5 126,75 125 164 163 162,5 163,5 130,9 171,5 131 131 131,5 172 — 41,5 43,25 41,75 43,4 58 57,75 57,25 57,65 56,5 57 56,5 57 52 53,5 52 52 82,25 - - _ _ 118 118,5 36,5 36,5 36,13 36,75 51 50 50 49,5 41 41 40,25 40,5 19,5 20 19.25 19,25 — —— 107,5 107 27,75 27,75 27,5 27,75 39,5 39,75 39 39,25 — — 34,4 35 15,25 17 15,65 17,13 172,5 173 172,25 173 22,5 22 22,5 22,5 63,25 151,5 63,25 - - 152 151,5 152 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. 11.Juli 12-Zuli Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld I Sriel Geld 3riei Helsingfors. 6.184 6,196 6,174 6.186 Wien......■ 46,95 47,05 46,95 47,05 12,54 12,56 12,54 12,56 Budapest ... Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland ... 169,43 169,77 169,53 169,87 Oslo....... 70,03 70,17 70,03 70,17 Kopenhagen. 62,24 62,36 62,24 62^36 Stockholm... 71,88 72,02 71,93 72,07 London..... 13,93 13.97 13,93 13,97 Buenos Atre- 0,928 0,932 0,928 0,932 Neuyork.... 2,947 2,953 2,987 2.993 Brüssel..... 58,59 58,71 58,54 58,66 Italien..... 22,30 22,34 22,28 22,32 Paris..... 16,43 16,47 16,42 16,46 Schweiz ... 81,37 81,53 81,32 81,48 Spanien.... 35,11 35,19 35,11 35,19 Danzig.... 81,82 81,98 81,72 81,88 Japan...... 0,874 0,876 0,869 0,871 Rio de Ian. 0,229 0,231 0,234 0,236 Jugoslawien 5,195 5,205 5,195 5,205 Lissabon... 12,67 12,69 12,67 12,69 Serlin, 12.Juli Geld Brief Amerikanische Noten.............. 2,94 2,96 Belgische Noten.................. 58,38 58,62 Dänische Noten ................. 61,98 62,22 Englische Noten ................. 13,89 13,95 Französische Noten............... 16,38 16,44 Holländische Noten............... 169,11 169,79 Italienische Noten................ 22,16 22,24 Norwegische Noten .............. 69,86 70,14 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 71,76 72,04 Schweizer Noten................. 81 14 RI 46 Spanische Note»................. Ungarische «otn................ 34,98 35,12 BelW 001 ®e 61 "‘mW*!"; Hoier A Finnland hat wird nicht M t innenpolitisches L mit anderen do sondern auch sur dem letzte" L olauble man S durchschlag Lisch-nSev-gl klärte, m.t de Schweden eben o der Lozialdemokr zu machen. Das muligend. Da du an Ort und öte sehr weit weg an werden müssen, l am 3. Zuli statt« Ein oorläusi kennen, daß das liche Ereignis gei . traten Haber . rungen und i auf 88 Sitze (von mehren tonnen, N a i i o n a l p a r dem im Reichs! Lappo abgeschl Sitze abfiel. Z . Demokraten symp L Mandate verloren, ' eine Hart, wenn Der Linken. Die war dielet gappo nicht durch genwärtige Reglern ein nationale gramm zur Surd LaM-Leute ihre 7 hängerschast übersä Lappv-'Lrwegnng schlage, der verpatz scheu TaM trotz nationalen Dolle spukt in manchen Mäntsälä-Unlern Iahres, wo ein 5 Dem Einsluh ein Tat" zum Verlas anlafjt wurde, u auf Heising' Keim vereitelt t ersten, eigentliche nach den letzten 5 durchgesührt tour oot der komm war einigen Fü glaubten, nunmeh Etaatsführung Di einen neuen „Mar aber ein unge das Ging reift 6urg“, des greifen { vud, konnte die ( feindliche Lager, ko tionales Angl $,e Folge war ein >r dieses Derb, gwas Ä?™9en i». k feröarS Ob*”4“*!un6e !crSa"faÄ9cn ten be«V9, ?Gn IamenÄfcbe gegentre weiten fiJ/n Mt lösche Ä5mt< flehen Ä G von ito?t Herrs $etoei\.?fltlona[ Ersten LS ohne seiner rMotj Hal 9e0^fttion i murj r der [Neu L/ $Mt Sä ZW