Nr. 155 Erstes Blatt 183. Jahrgang Dienstag, 13.3uni 1933 Eriche,n, tägltd), autz« Sonntags und Feiertag» Beilagen; Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild DieSchall» UlonatsBeiugsprets: Mit 4 Beilagen RM 1.9!» Ohne Illustriert« . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen van einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernfprechanfchlüste nnter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'fche Universtlüis-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7. Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer ois zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen van 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvarschrift 20'/, mehr. Chefredakteur. Dr. Frredr. Will). Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfürdenAn- zeigenteil i.D.TH. Kümmel sämtlich in Gießen. Vom Verein zum Volksbund. Die geschichtliche Bedeutung der Klagenfurt- paffauer VDA.-Tagung. Don Frih Carl Badendieck. Die große Volksdeutsche Pfingsttagung 1933, über der zunächst ein Mnftern zu stehen schien, ist nun ein im r olkspolitischen Leben hochbedeutsames Ereignis geworden. Solange der nunmehr vom Verein zum Dolksbund für das Deutschtum im Ausland umgestaltete Verband besteht, hat es noch keine Tagung von der inneren Kraft und der schwerwiegenden Bedeutsamkeit dieser Pfingsttage 1933 gegeben. Die Tagung, die innerhalb von fünf Tagen bei einer Beteiligung von 10 0C0 Menschen von Klagenfurt nach Passau umgestellt werden muhte, hatte sich zwei Aufgaben gefetzt: 1. Die geistige und organisatorische Aeusormung nach innen; 2. das Bekenntnis zur gesamtdeutschen Idee, zur deutschen Einheit, zur Aufgabe des österreichisch-südosteuropäischen deutschen Lebensraumes nach auhen. Die innere Tlmstellung batte sich in den letzten Monaten bereits vorbereitet. Die Führung des Verbandes hatte der Kärntner Freiheitskämpfer Dr. Hans Steinacher, ein militärischer und politischer Soldat im Kampf um die deutsche Ration, ein geistiger Führer von Kraft und Willen, ein Vertreter der jüngeren Welt- kriegsgeiteration übernommen. Damit hatte der Verband sich einen Führer erwählt, der von innen her aus der Arbeit und der Bewährung an die Spitze einer Organisation getreten ist, die in ihrer Zielsetzung und in ihrer bisherigen Cntwicklungs- form alle Möglichkeiten zur Schaffung eines wirklichen Volksbundes gab. Hans Steinacher ist es in kurzer Zeit gelungen, den DDA. mit den lebendigen Kräften der deutschen Erneuerungsbewegung in engste Fühlung zu bringen und dabei doch in r-ölliger älebercinstimmung mit den Gestaltern des neuen Deutschland die Unabhängigkeit, Tleberstaatlichkeit und den Volks- deutschen Charakter des Verbandes zu wahren, den gerade dieser Dolksbund braucht. Denn die Dolkspoliftk kann und muh sich m völliger Liebereinstimmung der Richtung manchmal auf andren Geleisen bewegen, als die Staatspolitik und die innerpolitische Bewegung. Der bevollmächtigte Vertreter des Führers der Rationalsozialistischen Bewegung Hest, der selbst Auslanddeutscher ist, hat in einem besonderen Schreiben an den DDA.-Reichsführer diese Linie unmistverständlich festgelegt. Hierdurch war auch die Haltung des VDA. in der österreichischen Krise gegeben. Daß der VDA. die gesamtdeutsche Idee und die Forderung der deutschen Einheit mit Leidenschaft vertritt, und daß er jede Sunde gegen diesen Geist der deutschen Einheit überall brandmarkt, ist eine Selbstverständlichkeit. In die Tagespolitik selbst hat sich der VDA. auch in Passau nicht eingemischt und wird sich niemals ein- mischen. Der VDA. hat aber gerade in Passau in einer ganzen Reihe von Vorträgen, die von den verschiedenen notwendigen Gesichtspunkten her die gesamtdeutsche Idee und die deutsche S ü d o st - Mission beleuchteten Wege zur deutschen Gestaltung gewiesen. Es sind hier nur die Namen Pro- sessor Schussler (Rostocks Professor Spahn, Dr. Hermann U l l m a n n , Dr. Csaki (Hermannstadt) zu nennen. Gesamtdeutsche Idee und deutsche Südostmifston durchdrangen als Forderung und Zielsetzung alle Veranstaltungen, die Frauentagung, die Weihestunde für den deutschen Südosten, die Bauerntagung, die Studenten- und Jugendtagun- gen, die Sonderberichte und Presseempfänge, die Feiern am Dreiflusteck, die Heldengedenkfeier am Domplatz, die Kundgebung und Kranzniederlegung an der Walhalla und auch den bunten vielfarbigen von nie erlebter Begeisterung umbrausten Fackel- zua und Festzug. Die Hauptversammlung des DDA. stand von der geistig politischen oeite aus im Mittelpunkt der Tagung. Nachdem in der Stunde für den deutschen Osten ber mit hell aufflammender Begeisterung in der Stadt begrüßte bayerische Kultusmintstcr Schemm in der „Stunde für den Südosten" die politische Aufgabe der volksdeutschen Bewegung packend gekennzeichnet hatte und in der Hauptversammlung selbst der feierlich eingeholte Reichsstatt. Halter General Ritter von Epp in temperament- vollen Ausführungen die Versammlung mitgerissen hatte, nachdem die Versammlung dann einstimmig unter stürmischem Beifall die neue Führung des DDA. gesetzlich gemacht hatte, umriß Dr. Steinacher in einer langen, gedankentiefen Rede die volks- deutsche Forderung, wie sie sich aus unserer Zeit als letzte Vollendung der deutschen Revolution zwingend ergibt. Die Einheit und Ganzheit der Nation in Verteidigung und Kampf gebietet das deutsche Pflich töpfer für die am härtesten ringenden und bewährtesten Volksgenossen, die Ausländsdeutschen. Das „Nationale Ehren- opfer 1933", das als erste Zeichner den Reichspräsidenten von Hindenburg und den Reichskanzler Adolf Hitler aufführt, will den Ausländsdeutschen, die den schwersten Anprall des feindlichen Auslandes zu ertragen haben, im Sinne der Rosegger- Spende einen Rückhalt geben. Tausend Zeichner zu je 2000 Mark werden gesucht aus den Kreisen, die durch Einsicht, Weitblick, gesamtdeutsche Verantwortung und Vermögen zur Hilfe berufen sind. Neben bas Groschenopfer der Millionen, aus denen bisher im wesentlichen die Mittel des VDA. stamm- ten, wird dieses einmalige Pflicht- und Ehrenopfer treten, dessen Ergebnis in einem Jahre bekanntgegeben wird. So zeigt der neue Volksbund, daß er sich nicht auf Worte, Zielsetzun- gen geistig oolkspolitischer Natur beschränkt, sondern daß er gerade in feiner neuen Gestalt die Tat allem voransetzt. Er bittet und bettelt nicht, sondern er fordert im neuen Geiste gesamtdeutscher Verdun- Wachsende Spannung in Oesterreich. Bei der Ankunft in London wurde der österreichische Bundeskanzler Dollfuß von einem eng- lischen Zeitungsberichterstatter befragt, wie die Ausstrahlungen der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland sich in Oesterreich auswirkten. Er hat die Antwort gegeben, daß die Folge ein inneres- C r ft arten des Patriotismus in Oester- reich gewesen fei. Das ist richtig und das ist falsch. Falsch in dem Sinne, wie es Dollfuß selbst aus- gefaßt wissen möchte. Von einer Begeisterung für das „selbständige Oesterreich" ist wirklich herzlich wenig zu verspüren. Ein erstarkter Patriotis- mus wirkt sich auch äußerlich kräftig aus. Herr Dollfuß hätte am 1. Mai in Berlin weilen müssen, um zu erkennen, wie das Bekenntnis der Massen zum Staat mit Fahnen, mit Singen und Klingen und mit jubelnden Menschen in Erscheinung tritt, und damit sollte er dann die Begleitumstände des seit langem marktschreierisch angekündigten Heimwehrauf- morsches vergleichen, der am Sonntag in Krems an der Donau stattfand. Ist das ein erstarkter österreichischer Patriotismus, wenn die Massen geschlossen den bewußten politischen Kampf- truppen des Staates den Rücken kehren, wenn sie die Fenster der Durchmarschstraßen schließen und verhängen, und wenn nur drei Häuser flaggen? Der wahrhafte Patriotismus in Oesterreich, der zur Vereinigung aller Deutschen in einem Reich drängt, wird von der Regierung Dollfuß mit den brutalsten Mitteln unterdrückt. Da es sich um eine Bewegung, von elementarer Kraft handelt, so sind die Uebergongserscheinungen verzweifelter Ausbrüche von voreiligen Fanatikern kaum zu vermeiden. Die nationalsozialistische Parteileitung in Oesterreich lehnt mit Recht die Verantwortung für die Schüsse ab, die am Sonntag bei Innsbruck auf den Heimwehrführer Dr. Steidle ab- gefeuert wurden. Sie rückt von den Leuten ab, die in der Steiermark dem Landeshauptmann Rintelen eine Bombe vor den Wagen gelegt haben. Die Schuld an solchen Abirrungen des politischen Kampfes trägt eine Regierung, die ganz zu Unrecht den Anspruch erhebt, eine solche der Ruhe, der Ordnung und der Volkseinheit zu fein, die aber in Wirklichkeit als oolksfremde Diktatur der natürlichen und gefunden Entwicklung des nationalen Willens Steine in den Weg legt und damit die Gefahr katastrophaler Ausbrüche heraufbeschwört. Wenn der österreichische Bundeskanzler diese Attentate zum willkommenen Anlaß nehmen möchte, um seine diktatorischen Maßnahmen zu verschärfen, so wird er dadurch den natürlichen Gang der Dinge nur insofern beeinflussen können, daß ruhige Entwicklungsmöglichkeiten durch revolutionäre Spannungen abgelöst werden. Die Schüsse und die Bombenwürfe, zu denen sich Verzweifelte oder Narren hinreißen ließen, legen Zeugnis ab von dem Fieberzustand Oesterreichs, über den Fürst Starhemberg nicht hinweg zu täu» schen vermag, wenn er die Angriffe gegen das Deutsche Reich in stets verschärfster Tonart fortsetzt. Die NSDAP. steht den Attentaten fern. Eine Erklärung der österreichischen Nationalsozialisten. Berlin, 12. Juni. (OB.) Der „Angriff" veröffentlicht folgende Erklärung der öfter- relchischen Landes-Pressestelle der NSDAP.: Die Landesleitung Oesterreich der NSDAP, er- klärt zu den Attentaten auf den Sicherheitskommis- fär von Tirol, Dr. Steidle, und den Landeshauptmann der Steiermark, Dr. Rintelen, daß die NSDAP, selbstverständlich den 21 n - Ischlägcn vollkommen fernsteht und weder dieUrheber noch dieläter selb st kennt. Sie mißbilligt, getreu ihrer feit Jahren betonten legalen Einstellung, derartige Attentate — gleichviel, von wem sie ausgehen — auf das schärfste, sieht sich aber anderseits zu der Jeftftcl- lung gezwungen, daß diese Attentate durch die Terrormaßnahmen der höchsten Stellen direkt provoziert und heraufbeschworen werden. DieNSDAP.beionidie legale Durchführung ihres Kampfes. D i e n , 13. Juni. (WTB. Funkspruch.) Die (Bauleitung Wien der NSDAP, veröffentlicht einen Ausruf, in dem sie alle Nationalsozialisten auf- fordert, vollkommen Ruhe und Disziplin zu bewahren, „wir erheben den schärfsten und nachdrücklichsten Einspruch", so heißt es weiter, „gegen die von einer ganzen Reihe jüdischen und judenhörigen Zeitungen gemachten versuche, unsere Bewegung mit den Spreng ft offattentaten in Zusammenhang zu bringen. Wir haben' den Boden des Gesetzes bisher nicht verlassen und werden es auch weiterhin nicht tun. wir Wien, 12. Juni. (TU.) Heeresminister Vau- g o i n sprach am Montag in einer christlich-sozialen Versammlung über die Vorgänge der beiden letzten Tage und kündigte an, daß der Ministerrat am Dienstag Maßnahmen beschließen werde, für die bereits d i e Zustimmung des Bundeskanzlers Dr. Dollfuß oorliege. Er selbst, der Heeresminister, habe seit einigen Wochen Hunderte von Drohbriefen von nationalsozialistischer Seite erhalten, in denen ihm die verschiedensten Todesarten angedroht worden seien. Zu dem Attentat auf Dr. Steidle führte der Minister aus, es sei bereits der Besitzer des Wagens bekannt, der allerdings behaupte, daß er nicht wisse, wer mit dem Wagen gefahren sei. Jedoch sei bereits betannt, daß die Lehrjungen des Automobilbesitzers, der Automechaniker ist, Nationalsozialisten seien. Es werde sich bald Herausstellen, daß die Nationalsozialisten den Mordanschlag gegen Dr. Steidle verübt hätten. Auch die übrigen Gewalttaten vom Montag legte der Minister den Nationalsozialisten zur Last. Er berichtete weiter, daß bei den studenti- schen Kundgebungen in der Innenstadt einer der Studenten eine Flasche mit Petroleum und Benzin weggeworfen habe, und zog daraus den Schluß, daß der Plan bestanden habe, bas Bun - d es t anzleramt in Brand z u st ecken. Der Minister berichtete bann, daß nunmehr alle braunen Häuser in ganz Oesterreich gesperrt seien. Außerdem seien in allen Bezirken die sog. Nazikasernen — der Minister meint damit wohl d i e SA. -Heime — von Polizei besetzt. Wir, sagte er, verhaften einen nach dem anderen. Der Minister besprach den Erlaß, der den Heeresangehörigen die Tätigkeit für die Nationalsozialistische Partei verbietet. Es werde den Heeresangehörigen auch verboten, nationalsozialistische Zeitungen zu hol- t e n, mit Nationalsozialisten in irgendeiner Weise in Verbindung zu treten und nationalsozialistische Versammlungen zu besuchen. Weiter kündigte er an, daß auch der Unterrichtsminister „gründliche Ordnung machen werde". Zum Schluß seiner Rede trat werden so wie in Deutschland ehrlich kämpsen und ehrlich siegen, heil Hitler." Neuer Sprengstoffanschlag in Wien. Wien, 13. Juni. (WTB. Funkspruch.) Aus das Einheitspreisgeschäft „Haus der Klein preise" im Wiener Bezirk Favorit wurde heute gegen 2 Uhr ein Spreng ft offan- schlag verübt. Der Explosionskörper richtete am Portal, an beiden Auslagefenstern und am Kellergewölbe starken Schaden an. Auch die Fensterscheiben des gegenüberliegenden Hauses wurden beschädigt. Verletzt wurde niemand. Die Polizei sucht nach zwei jungen Leuten, die als Täter in Betracht kommen. Kurz nach dem Anschlag hatten die beiden einen in d^r Nahe des Tatortes haltenden Taxameter zu einer Fahrt in den dritten Bezirk genommen. Der Chauffeur, dem sie verdächtig vorkamen, wollte zunächst nicht fahren. Die Burschen sollen ihn deshalb, wo die Polizei weiter mitteilt, mit Erschießen bedroht haben. Auf der Fahrt nach dem dritten Bezirk winkte der Chauffeur einem Polizisten mit dem Taschentuch zu. Die beiden Insassen des Autos, die das Signal bemerkten, zwangen den Chauffeur zum Halten, sprangen ad und ergriffen die Flucht. Weitere Erhebungen sind eingeleitet er dann für die Selbständigkeit Oesterreichs ein. * In sämtlichen Bezirksgeschäftsstellen der National- sozialistischen Partei in Wien, ebenso im Adolf- Hitler-Haus fanden Haussuchungen statt. Im Adolf-Hitler-Haus hat die Polizei eine Reihe von Schriften beschlagnahmt. Die einzelnen im Hause anwesenden Personen wurden von einem Wacht- mann begleitet an den Hauseingang gebracht, eie bürsten nur ihr Privateigentum mitnehmen. Das Haus würbe auf unbestimmte Zeit versiegelt. Die Mehrzahl ber Bezirksgeschäftsstellen ist bereits gesperrt unb versiegelt, ebenso die SA.-Heime. In Innsbruck wurden führende Nationalsozialisten verhaftet. Darunter befinden sich der (Bauleiter von Tirol und Vorarllberg, Stadtrat Franz Hofer, ferner der stellvertretende (Bauleiter Denz, der Bezirksparteileiter der NSDAP, von Innsbruck, Ingenieur U 11 m a n n, ber Standarten- sichrer Glücks sowie mehrere Innsbrucker nationalsozialistische Gemeinderäte; außerdem sind noch zahlreiche Führer der SA. unb SS. verhaftet. Auf bem Braunen Haus ist von Heimwehrleuten, bie bas Haus immer noch besetzt halten, bie grün-weiße Heimwehrfahne gehißt, spa- ter aber wieder eingezogen worden. Die nationalsozialistischen Plakate in den Schaufenstern wurden durch Heimwehrplakate überklebt. Noch für den Spätabend erwartet man eine Reihe von weiteren Maßnahmen. Zugehörigkeit österreichischer Bundesbeamter zur NSDAP, verboten. Wien, 13. Juni. (WTB. Funkspruch.) Der M i. n i ft e r r a t hat heute einen Erlaß genehmigt, dem zufolge die Zugehörigkeit der Bundes- beamten zur Nationalsozialistischen Partei und das Wirken für diese Partei als staatsfeindlich erklärt wird. Im Anschluß an diesen Erlaß hat der Bundesminister für Sicherheit Fey an alle Sicherheits - und Gendar- Eine Kampfrede Vaugoins. Oer Heeresminister verkündet sein Llnterdrückungöprogramm. denheit. In zwei lagen wurden bereits 18 Spenden gezeichnet. Der Appell zur Opferpflicht wird immer wieder in Presse und Öffentlichkeit erhoben werden, bis das Ziel, der Zwei-Millio- nen-Abwehrfchag, erreicht ist. Von oolkspolitischer Bedeutung war in der Hauptversammlung das Treuegelöbnis zu kameradschaftlicher Verbundenheit, das der Führer des Deutschen Schutzbundes, Dr. Ernst, dem Reichsführer der VDA. ab» legte. Don tiefer Bedeutung waren auch die Erklärungen, die von den berufenen Vertretern der beiden Konfessionen als Bekenntnis zur volksdeutschen Zusammenarbeit und zur gesamtdeutschen Verpflichtung abgelegt wurden. Durch diese feierliche Handlung wurde das Gelöbnis der Hamburger Tagung vor zehn Jahren erneut und der Wille zur Mitarbeit der Kirchen an der DDA.-Auf- gabe zu wirkungsvollem Ausdruck gebracht. Was fick» an Glanz und Begeisterung, an Buntheit unb 3ugenbfreube unb tiefer Ergriffenheit, an Lieb unb Bekenntnis in ben Mauern und Straßen der alten schönen Stabt zeigte, was hier an unmittelbarer freubiger unb bildhafter Hingabe, für bie tiefste unb heiligste Formung ber deutschen Rationalibee in Erscheinung trat, bas läßt sich in Worte nicht fassen. Eine ganze Stabt, eine beutsche Grenz- unb Schicksalsland- schaft würbe beutsches Sesamtvolk. Bon dieser Klagenfurt-Passauer Tagung werden Kraftströme ber Erneuerung ausgehen. Ein junger Tag der Volksdeutschen Geschichtsentwicklung bricht an. Der Vereinsrahmen ist gesprengt. Der Bolksbund hat sich in Marsch gesetzt, als eine der wichtigsten Sturmkolonnen des jungen nationalen Deutschlands, in enger unb tiefer Verbundenheit mit ben Kraftquellen des ewigen Deutschland, wie sie zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts aus Seele und Geist eines Jahn, Arndt, Freiherrn v. Stein flössen, wie sie später in den Forderungen Lagardes und des Rembrandtdeutschen wieder wach wurden- Der deutschen Bolkwerdung entgegen marschiert die junge deutsche Bewegung, stolz darauf, daß ihre in einem halben Jahrhundert treuer Arbeit erkämpfte Entwicklung nun in breitem Strome in das gesamtdeutsche Leben einmündet. Aus der Tagung heraus ist ein Ders entstanden, den ein Volksdeutscher Kämpfer aus Baden geschrieben hat und der dem Geiste des deutschen Pfingsterlebnisses 1933 reinen Ausdruck gibt: Heber unfern Tagen und den Rächten steht Als ein kühnes Wagen und ein still Gebet, Rls ein heilig Träumen, groß und ewig rein Wie auf Wolkensäumen golöner Morgenschein: Volk Heil! Vizekanzler v.papen vor den Giahlhelm-Giubenien Raumburg, (Saale), 11. Juni. (WTB.) Vizekanzler v. P a p e n sprach bei bem Führer- treffen derStahlhelm-Stubenten über die Aufgabe ber stubentischen Jugend im Geiste der Generation von Langemarck. Er führte u. a. aus: Wenn bie akademische Jugend in Volk und Staat hineinwachsen wolle, so müsse sie sich an ben großen Aufgaben der Zeit beteiligen: vor allem an Wehrsport unb Arbeitslager. Hier möge sie in edlem Wetteifer ben Vorzug, zur geistigen Oberschicht zu gehören, sich verdienen. Das Hauptarbeitsgebiet des jungen Akadmni- kers sei aber eingeistiges. Die nächsten Jahre stellten mit bem Werke der sozialen und staatlichen Erneuerung ungeheure Anforderungen an die geistige Schöpferkraft des deutschen Volkes. Sich Dafür vorzubereiten und zu schulen, fei die Haupt- Pflicht ber jungen Generation. Man solle nicht glauben, daß es keinen geistigen Kampf in Deutsch- lanb mehr geben werde. Geistiges Leben sei immer Kampf. Das wichtigste sei die unerbittliche Arbeit jedes deutschen Menschen a n s i ch selbst, insbesondere aber der akademischen Schicht. Die Jugend solle dabei am Geiste von Langemarck sich aufrichten, ber nicht nur Zeugnis von ber ungeheuren Vaterlandsliebe, sondern auch der besonderen menschlichen Haltung jener Kriegsgeneration sei. Auch die Revolution ist nichts anderes als d a s RingenumhöheresMenschentum. Dies vorzuleben, ist vornehmste Aufgabe des deutschen Akademikers. Ich weiß, daß gerade die sittliche Grundeinstellung der studentis«An Jugend sich g e- gen manche Erscheinungen wendet, bie eine Umwälzung wie bie heutige zu begleiten pflegen. Dies barf nicht zum Grunde werden, an ber großen Sache unb am Endziel zu zweifeln. Hier hilft nur bas Vertrauen auf bie innere Gesundheit des deutschen Volkes. Dann wird auch das Edle und Demütige siegen unbAllzumenschliches im gebührenden Schatten zurücktreten lassen. Wenn bie Langemarck-Studenten bem Wahlspruch folgten, ben Moltke bem preußischen Generalstab gegeben habe: Mehr sein als scheinen, Dann würden sie mit großer innerer Befriedigung ihren Anteil an bem Ringen um bie Seele des neuen Deutschlands finden. Das Echo her Eröffnungssitzung in London. Für den englischen Premierminister war die Eröffnung der Londoner Konferenz, die sein Werk ist, ein Höhepunkt seiner politischen Tätigkeit, die er um so mehr auf internationales Gebiet verlegt hat, je mehr die innere Politik Englands von anderen Männern und Kräften bestimmt wurde. Dank seiner starken rhetorischen Begabung vermochte Macdonald mit seiner Eröffnungsrede dieser Versammlung von nüchternen Rechnern und Tatsachenmenschen einen idealistischen Schwung zu geben, der hoffentlich noch nachwirken wird, wenn in den Ausschußsitzungen über konkrete Maßnahmen verhandelt und beschlossen werden soll. Von positiven Anregungen konnte Macdonald der Konferenz nicht viel auf den Weg geben. Er muhte beginnen mit einem Hinweis auf die noch ungelöste Kriegsschuldenfrage, die gleich zu Beginn der Konferenz zeigt, daß ihr Gelingen von Faktoren abhängt, auf die sie keinen Einfluh hat. Der amerikanische Senat, mit dem Roosevelt vergeblich um die Vertagung gekämpft hat, erschien in dieser Stunde wiederum als der wirkliche Schiedsrichter der Situation. Macdonalds zwiespältige Stellung als Freihändler in einer protektionistischen Regierung zeigte sich in seinen wirtschaftspolitischen Ausführungen, die in der Verurteilung der Autarkiebestrebungen gipfelten, ohne einen Ausweg in anderer Richtung anzuzeigen. Der Fest- stellung, dah eine kleinliche Politik diese Krise nicht lösen wird, mühte man für die ganze Dauer der Konferenz gröhte Beachtung wünschen. Es wäre gut gewesen, wenn Macdonald noch deutlicher darauf hingewiesen hätte, daß auf der Konferenz nur d: e gemeinsamen Schwierigkeiten bekämpft, nicht aber von einzelnen Ländern Sondervorteile errungen werden sollen. Gerade England hat in letzter Zeit bei den ver- schiedensten Verhandlungen seinen wirtschaftspolitischen Egoismus bewiesen, der mit der immer verkündeten Notwendigkeit des Ausammenarbeitens nicht vereinbar ist. Eine alte Konferenzerfahrung sprach Macdonald aus, wenn er vor rein theoretischen Erörterungen warnte. Tatsächlich besteht die Gefahr, daß sich die Konferenz in Allgemeinheiten verliert und daß die Teilnehmer, anstatt sich näher zu finden, sich immer weiterauseinander- reden. Alles was durch eine zweckmäßige Regie geschehen kann, scheint Macdoyald aufbieten zu wollen, um die Konferenz vor einem solchen Ergebnis zu bewahren, das Schicksal der Abrüstungskonferenz hat aber erwiesen, daß mit äußeren Mitteln der Mangel an Uebereinstimmung auf die Dauer nicht ausgeglichen werden kann. tim die Währungsstabilisierung. Verhandlungen der Bankgouverncure. London, 13. Juni. (WTB. Funkspruch.) Die Gouverneure der Zentralbanken Großbritanniens, Frankreichs und Amerikas hatten eine Aussprache, die, wie Pertinax dem „Daily Telegraph" berichtet, bei den drei Teilnehmern einen günstigen Eindruck hinterlassen haben soll. Alle drei schienen sich einig zu sein über die Zweckmäßigkeit einer baldigen Stabilisierunyder Währungen, die vom Goldstandard losgelöst worden sind. Allerdings hege man in vielen Kreisen Bedenken, ob die Befugnisse des amerikanischen Gouver- neurs Harrison ausreichten, um Bindungen einzugehen. Man denke daran, daß Präsident Roosevelt ihn bezüglich der Aufgabe des Goldstandards durch Amerika nicht um Rat gefragt habe. Außerdem habe Harrison keinen Hehl daraus ge- macht, daß bei einer Stockung der Aufwärtsbewe- gung der Warenpreise in Amerika die Regierung in Washington keine andere Wahl habe, als d e n D o l - lar weiter absinken zu lassen, um die Preise höher zu treiben. — „Financial News" sagt: Die Amerikaner schienen alles andere als eine baldige Stabilisierung zu wünschen. Auch die britischen Dele- gierten hätten es nicht sehr eilig. Nur Frank- reichdrängeaufbaldigeSchritte, scheine aber mehr bereit zu sein, die Stabilisierung durch Worte als durch Taten zu fördern. — Der Bericht- erstatter des „Motin" zitiert in diesem Zusammenhänge folgende angebliche Aeußerung des Gouverneurs der Bank von England: ,Jch kann nicht meine Karten a u f d e ck e n und mit irgend jemanden verhandeln, der e i n e P i st o l e i n der Tasche hat. Wer diese Pistole hat, möge sie hervorziehen und auf den Tisch legen." Er habe damit sagen wollen, so fährt das Blatt fort, daß Amerika sich eindeutig äußern solle, ob es den Dollar stabilisieren wolle oder njcht. meriebeamten Oesterreichs einen Tagesbefehl ausgegeben, in dem es heißt: „Die Ereignisse der vergangenen Zeit, besonders der letzten Tage, haben deutlich bewiesen, daß die NSDAP, in Oesterreich eine staatsfeindliche, das Volk und das öffentliche Wohl schwer schädigende Tätigkeit ausübt und mit gesetzwidrigen Mitteln arbeitet. Es geht ietzt um das Wohl, um die Existenz unseres Volkes/ Oer Landesinspekteur der ASOAP. Habicht in Linz verhaftet. Cin), 13. Juni. (IDIB. Funkspruch.) Der Lan- desinspekteur der NSDAP, in Oesterreich, Reichstagsobgeordneter Habicht ist nach Mitteilung des Ministers für die öffentliche Sicherheit in Linz verhaftet worden. Als die Polizei nach Mitternacht in das Wohnhaus des Landesinspekteurs Habicht eindringen wollte, fand sie alle Eingänge verschlossen. Dem Einlaß begehrenden Polizeibeamten erklärte Habicht, dah er nur der Gewalt weichen werd«. Darauf wurde ein Schlosser geholt, der die Tür aufbrach. Dann wurden Habicht und einige Parteigenossen, darunter sein Sekretär Steinert, der ebenfalls Reichsdeutscher ist, verhaftet und ins Linzer Polizeigefangenenhaus eingeliefert. Die Haussuchung verlief ohne Ergebnis. Oie Universität Graz erneut geschloffen. Graz. 12. Juni. (WTB.) Die Wiedereröffnung der Universität gab heute erneut Anlaß zu Kundgebungen nationalsozialistischer Studenten in der Rähe der Burg und im Inneren der Hochschule. Sie schlugen Plakate mit Inschriften gegen die Regierung an und verlangten, dah die für heute festgesetzte Vereidigung der Professoren nicht vorgenommen werde. Auf dem Dach der Universität wurde eine Hakenkreuzfahne gehißt. Die Eingänge der Universität wurden mit Tischen und Bänken versperrt. Studenten der Theologie wurden in einem Hörsaal eingeschlossen und in eine Art Schutzhaft genommen. Die Vorfälle haben den Rektor, der am Rachmittag die Vereidigung der Professoren vorgenommen hat, veranlaßt, die Universität neuerlich zu sich ließ en. Alfred Rosenberg zu den Vorgängen in Oesterreich. Wien, 13. Juni. (TU.) Der Chefredakteur des Völkischen Beobachter". Alfred Rosenberg, nimmt u. a. wie folgt zu den letzten Ereignissen in Oesterreich Stellung: Was sich im Augenblick im unglücklichen Oesterreich abspielt, ist von einer geradezu erschütternden Tragik, die wir scheinbar bis zur Reige auskosten müssen. Mit allen Mitteln des französischen außenpolitischen Drucks, jüdischer Geldmacht, marxistischer internationaler Hetzpropaganda hat sich die sogenannte Christlich- Soziale Partei gegen Grohdeutsch- land, gegen den deutschen Gedanken an sich verbündet. Es scheint sogar, daß die christlich-soziale Regierung nunmehr vollkommen unter alljüdi- fchem Einfluß zugunsten dunbler Habsburgischer Pläne arbeitet und noch weiter zu gehen gewillt ist, als selbst die Tschechen: Sie will die RSDAP. in Oesterreich verbieten und auflösen. Eine große Kluft tut sich nunmehr aber doch auf zwischen der volksfeindlichen christlich-sozialen Regierung und dem österreichischen Volke selbst. Deutsch-Oesterreich befindet sich im schwer st en Schicksals- kämpfe und das ganze deutsche Volk sieht voller Erwartung und Hoffnung auf die Länder des österreichischen Staates, weil von dort aus sich bereits eine aktiv eGegenwehrgegendas in den Händen des schwarz-roten Regiments befindliche Wien erhoben hat. Wir wissen, daß trotzdem der deutsche Charakter in seinem glutvollen Erwachen s i ch auch in Oesterreich durchsetzen und daß der Tag der inneren Freiheit von dem korrupten System auch für unsere österreichischen Brüder kommen wird. Der Grenzunfug in Oberschlesien. Engländer überzeugen sich von den Auswirkungen der Grenzziehung. Breslau, 12. Juni. (CNB.) Dieser Tage hielt sich hier eine Gruppe englischer Parlamentarier auf, die das hiesige Konzentrationslager besichtigten, wo sie den Eindruck gewannen, daß zu berechtigten Klagen keinerlei Anlaß vorlag. Am nächsten Tage wurde eine Grenzbereisung im Abschnitt Namslau — Groß-Wartenberg — Neu-Mittelwalde vorgenommen. In Groh-Wartenberg gab der Landrat an Hand von Kartenmaterial eine anschauliche Schilderung von den Nöten dieses durch die Grenzziehung besonders hart oetroffenen Kreises mit rein deutscher Bevölkerung. Großen Eindruck machte es, als der Landrat darauf hinwies, daß die rücksichtslose Durchführung der Bestimmungen über den Grenzverkehr seitens der Polen eine Fahrt nach dem benachbarten Grenzdorf zeitraubender und umständlicher gestaltet als etwa eine Reise von Dover nach Calais. Einen besonders krassen Fall sinnwidriger Grenzgestaltung stellte auch ein Mühlengrundstück dar, dessen Mühlteich auf polnischem Gebiet liegt, während die Mühlengebäude in Deutschland stehen. Stillgelegte Eisenbahnstrecken, die von der deutschen Grenze ab nach Polen hinüber von Gras überwuchert sind, abgebrocheneBrücken und von der Grenze durchschnittene, ehemals lebhaft benutzte und jetzt verödete Verkehrs- st r a ß e n redeten eine beredte Sprache. Eine große Wirkung übten auch die Schilderungen der Grenz- anlieger über die ihnen durch die Grenzziehung zu- gefügten Schäden aus. Sitz des Parieivorstands der SPO. in Oeuischland. Berlin, 10. Juni. (DDZ. Funkspruch.) Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion trat am Samstagvormittag im Reichstagsgebäude zu einer Sitzung zusammen, um über die politische Lage und insbesondere über die bei einigen Parteistellen erörterten Pläne zur Verlegung des Sitzes desParteivorstandesinsAuslandzu beraten. Den Vorsitz in der Fraktion übernahm Reichstagsabgeordneter L ö b e, da die Vorsitzenden Wels und Dr. B r e i t s ch e i d sich im Auslande aufhalten. In der sechsstündigen Sitzung, an der auch die in Berlin anwesenden Mitglieder des sozialdemokratischen Parteivorstandes teilnahmen. wurde beschlossen: Der SitzdesPar- leivorstandes ist in Deutschland. Ferner wurde beschlossen, wegen der Freilassung der in Schutzhaft befindlichen Mitglieder der Partei bei der Regierung vorstellig zu werden. Oie ständische Eingliederung des Handwerks. Vorschläge für eine Reichshandwertsordnung. Berlin. 12. Juni. (ERB.) Reichswirtschaftsminister Dr. Hugenberg hatte dem Generalsekretär des Deutschen Handwerks- und Gewerbe- kammertaoes Dr. Mensch (Hannover) den Auftrag erteilt, einen Entwurf über die Reichshandwerksordnung rorzulegen. Der Aufbau der Standesorganisation vollzieht sich nach dem nunmehr ausgearbeitenen Entwurf, zu dem die Reichsregierung noch in keiner Weise Stellung genommen hat, auf fachlicher Grundlage. Die Derufsgenossen des Handwerks auf der Seite der selbständigen Meister und Betriebe werben in Pflichtinnungen und die in den Betrieben beschäftigten Gesellen und sonstigen Arbeitnehmer in P f l i ch t ge s e lisch a f t e n zusammengeschlossen. Entscheidend ist aber nicht nur die Schaffung dieser beiden auf Pflichtzugehörigkeit ihrer Mitglieder aufgebauten Säulen, sondern die verbindende Gemeinschaftsarbeit in einer Gemeinschaftsvertretung, die die Bezeichnung „Ql m t“ erhalten soll. Etwaige Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern hat die Schlichterkammer bei der Handwerkskammer zu entscheiden. Sowohl das Amt als auch die Schlichterkammer werden paritätisch besetzt werden. Die Innung unterliegt der Aufsicht des Bezirksfachverbandes, in der Beschwerdeinstanz der Handwerkskammer, der Bezirksfachverband unterliegt der Aufsicht des Reichsfachverbandes, in der Beschwerdeinstanz dem Reichs st and des Deutschen Handwerks. Die berufs ständische Vertretung obliegt den Handwerkskammern, die für ein bestimmtes Wirtschaftsgebiet (W i r t - schaftsprovinz) errichtet werden. Träger der Handwerkskammern sind die im Wirtschaftsgebiet vorhandenen Dezirksfachverbände und Bezirksgesellschaften. Auf diesem Organismus baut sich der Reichs st and des Deutschen Handwerks als ständische Spihenkörper- schäft des gesamten deutschen Handwerks auf. Der Reichsstand übernimmt die Verpflichtung gegenüber dem Staat und der Reichsregierung, oie volkswirtschaftlichen und sozialwirtschaftlichen Funktionen des deutschen Handwerks in den Gesamtrahmen der Wirtschaft und des Staates einzuordnen. Oie kurhessischen Pfarrer zur Reichs- bischofsfrage. Kassel, 13. Juni. (WSN.) In Hephata fand ein von 176 hessischen Pfarrern besuchter Konvent statt, in dem über die derzeitige kirchliche Lage und die Umgestaltung der jetzigen Verfassung beraten wurde. Als Ergebnis der Beratungen wurden zwei Telegramme abgesandt. Das an den Reichsbischof von Bode lschw in gh gerichtete hatte folgenden Wortlaut: „Von 176 in Treysa versammelten kurhessischen Pfarrern versichern 161 dem Reichsbischof ihre treue Gefolgschaft und erbitten ihm Kraft und Weisheit, daß er in Verbindung mit dem bei den Deutschen Christen vorhandenen Erneuerungswillen und unter Abwehr aller reaktionären Widerstände das Werk der Kirche treibe." Ein anderes Telegramm ging an W e h r k r e i s p f a r r e r Müller und lautete: „Erhoffen sehnlichft Einigung mit Reichsbischof von Bodelschwingh zur Erneuerung der Kirche (Unterschrift 166 kurhessische Pfarrer)." Die große Persammlung war von dem stärksten Willen getragen, sich in die heutige Volksbewegung voll yineinzustellen und durch eine, den heutigen Bedürfnissen anaepaßte Verfassung der kurhessischen San» deskirche den Rahmen für eine einheitliche und ge« segnete kirchliche Arbeit im Dienste unseres Volkes zu schaffen. Oie ostpreußische pfarrerschast zur Reichsbischofsfrage. Berlin, 12. Juni. (CNB.) Wie das Bureau des Wehrkreispfarrers Müller mitteilt, haben die Deutschen Christen auf einer Versa rn rn l u n a der o st preußischen Pfarre r f d) a f t in Königsberg, auf der von 500 Pfarrern nahezu 200 erschienen waren, folgenden Antrag eingebracht: Es wird ein unabhängiger Ausschuß eingesetzt, der binnen zehn Tagen untersucht, ob D. v. Bodelschwingh rite vocatus (rechtmäßig) berufen ist a) in kirchenmäßiger Hinsicht, b) nach dem moaus procedendi von Loccum, c) nach Treu und Glauben. Bis zur Klärung dieser Frage hat jeder Kampf um die Person des Reichsbischofs proet contra zu unterbleiben. Nach gründlicher Aussprache, an der der persönliche Mitarbeiter D. v. Bodelschwinghs, Pfarrer Stratenwerth, und der Mitarbeiter von Wehrkreispfarrer Müller, Lic. Vogelsang, teilnahmen, wurde — wie weiter mitgeteilt wird — der Antrag der Deutschen Christen mit etwa zwei Dritteln der Stimmen abgelehnt. Die Deutschen Christen verließen darauf unter Protest die Versammlung. Oer neue amerikanische Botschafter in Berlin. Washington, 10. Juni. (WTB.) Präsident Roosevelt hat der Reichsregierung den Gelehrten William Eduard D o d d als Berliner Botschafter vorgeschlagen und seine Ernennung dem Bundessenat zur Bestätigung vorgelegt. William Ed. Dodd ist 1869 in Rord-Carolina geboren, hat in Leipzig unter Lamprecht studiert und dort 1603 seinen Doktor der Philosophie gemacht. Seit 1903 ist er Professor für amerikanische Geschichte an der Uni» versität Chikago. Dodd spielt eine führende Rolle im engeren Kreis der Demokratischen Partei. Er spricht gut deutsch und ist bekannt für sein stets korrektes und sachliches Urteil in allen außenpolitischen Fragen. Seine Berufung bedeutet ein Zeichen ehrlicher Freundschaft Roosevelts für Deutschland. Gründung der hessischen Bauernschast. WSN. Darmstadt, 12.Juni. Die Landesführergemeinschaft deutscher Bauern i n H e s s e n war heute von dem Landesbauernführer Staatskommissar Dr. Wagner nach Darmstadt in den Sitzungssaal des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft einberufen worden. Es wurde einstimmig folgender Beschluß gefaßt: „Die Landesführergemeinschaft deutscher Bauern in Hessen, bestehend aus den Führern des Hessischen Landbundes, des Hessischen Junglandbundes und des Reformbundes der Gutshöfe, wird zu der Hessischen Bauernschaft umgebildet. Der Führer der Hessstchen Bauernschaft ist der Landesbauernführer Dr. Wagner (Darmstadt), sein Stellvertreter der Landtagsabgeordnete Seipel (Fauerbach v. d. H.). Es wird ein Vorstand gebildet, dem außer den vorgenannten Herren angehören: Dr. v. Helmolt (Nieder-Wöllstadt) als Führer der Altbauernschaft (bisher Hessischer Landbund, Alt-Landbund), Rob. Schmidt (Steinheim) als Führer der Jungbauernschaft (bisher Hessischer Junglandbund), Gutspächter Otto Raabe (Mönch- Hof) als Führer des Reformbundes der Gutshöfe. An de« Herrn Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg wurde folgendes Telegramm gesandt: „Die Hessische Bauernschaft, die zu 90 v. H. nationalsozialistisch gewählt hat, bittet durch ihre in Darmstadt versammelten Führer, dem Reichsbauernführer Darr6 die Leitung des Reichsernährungsministeriums zu übertragen. Daten für Dienstag, 13.Juni. 1525: Vermählung Martin Luthers mit Katharina von Sora; — 1846: Karl Ferdinand Friedrich von Nagler, preußischer Generalpostmeister, gestorben; — 1886: König Ludwig II. von Bayern im Starnberger See verunglückt; — 1915: Sieg Mackensens über die Russen in Galizien. Aus der Provinzialhauptstadt. Volks-, Berufs- und Betriebszählung. Bon der Industrie- und Handelskammer Gießen wird uns geschrieben: Die Erfahrungen der Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom Jahre 1925 haben gezeigt, dah die Eintragungen in die Haushaltungslifte, den Fragebogen der Volks- und Berufszählung, häufig mangelhaft oder ungenau sind. In besonderem Maße gilt das für die Antworten auf die Fragen nach dem Beruf und die Fragen nach dem Betrieb, in dem der Beruf ausgeübt wird. Als Beruf werden häufig allgemeine oder Sammelbezeichnungen, wie Arbeiter oder Angestellter, eingetragen, die die beabsichtigte eingehende berufliche Aufgliederung nicht ermöglichen. Als Hauptberuf sind also nicht allgemeine Angaben oder Sammelbezeichnungen einzutragen; die Berufstätigkeit ist vielmehr so eingehend wie möglich zu bezeichnen, z. B. nicht Metallarbeiter, sondern Stahlgießer, Metalldrücker usw-, nicht Angestellter, sondern Kassierer, Buchhalter, Stenotypistin usw. Um die vorgesehene betriebliche Gliederung durchführen zu können, ist außerdem anzugeben, zu welchem Geschäftszweig (Branche) die Firma des Arbeitgebers gehört. Auch auf diese Frage werden oft von den Arbeitern des gleichen Betriebes ungenaue Antworten erteilt, die voneinander abweichen, oder nicht mit den Angaben übereinstimmen, die der Leiter des betreffenden Betriebes in die Gewerbekarte (den Fragebogen der gewerblichen Betriebszählung) einträgt. Der Geschäftszweig der Firma oder des Betriebes ist also genau zu bezeichnen, z. B. nicht Maschinenfabrik, sondern Rähmaschinenfabrik, Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen usw-, n ich t Hüttenwerk, sondern Eisenhütte, Kupferhütte usw. Bei Unternehmungen mit verschiedenartigen Geschäftszweigen ist außerdem der Geschäftszweig (Branche) der Betriebsabteilung anzugeben, also z. B. Steinkohlenbergwerk oder Kokerei oder Gießerei einer Eisenhütte. Um zu verhindern, daß solche fehlerhaften Eintragungen häufiger Vorkommen und dadurch den Wert der Zählungsergebnisse beeinträchtigen, wäre es sehr zweckmäßig, wenn kurz vor dem Stichtag der Zählung in allen größeren Betrieben durch Bekanntmachung (Anschlag) die gesamte Belegschaft (Arbeiter und Angestellte) über die richtige Beantwortung der Fragen nach dem Beruf und nach dem ^Betrieb belehrt würde. OaS Amtsgeheimnis ist zu wahren. Dom Kreisamt Gießen wird uns geschrieben: Es besteht Veranlassung, nochmals darauf hinzuweisen, daß bei der am 16. Juni stattfindenden Volks-, Berufs- und Betriebszählung über die ' bei der Zählung über die Persönlichkeit des Einzelnen, sowie über die Verhältnisse der einzelnen Grundstücke und Betriebe gewonnenen Nachrichten das Amtsgeheimnis zu wahren ist; sie dürfen nur zu statistischen Arbeiten, nicht zu anderen Zwecken, etwa in steuerlicher Hinsicht, benutzt werden. Wer eine Frage, zu deren Beantwortung er auf Grund des Gesetzes über die Volks- usw. Zählung oder der zu seiner Durchführung oder Ergänzung erlassenen Bestimmungen verpflichtet ist, wissentlich wahrheitswidrig beantwortet, oder wer sich weigert, eine solche Frage zu beantworten, wird nach § 7 des Gesetzes mit Geld st rase bis z u 150 Mark bestraft. AuSstellungalterhessischerTöpferwaren Dom morgigen Mittwoch, 14. Juni ab, bis voraussichtlich zum 21. Juni, wird in den Räumen des Reuen Schlosses am Landgraf-Philipp-Platz eine Ausstellung hessischer Töpferwaren gezeigt. Es handelt sich hierbei um Arbeiten alter hessischer Gefähkunst, die starkem Interesse begegnen dürfte. Auch plastische Kunstwerke handwerklicher Herkunft werden gezeigt. Insgesamt wird der Besucher etwa 1200 Originalarbeiten vorfinden, die sich ihm in universellem Formenreichtum präsentieren werden. Die Ausstellung ist an Werktagen in der Zeit von 9 bis 18 Uhr und an Sonntagen in der Zeit von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Auf die heutige Qlnzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Borrrotizerr. — Jageskalender für Dienstag. TD.: „Augustiner", Monatsversammlung. — Turnverein von 1846: 21 Uhr, Vorstandszimmer der Turnhalle, Steinstraße, Besprechung der Teilnehmer am Deutschen Turnfest. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Eine Frau wie du" mit Liane Haid und Georg Alexander. Gictzcner Wochenmarktpreise. • Gießen, 13. Juni. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 130 Pf., Landbutter 120 bis 130, Kochbutter 100 bis 110, Matte 25, Wirsing (grün) 15, Bohnen (grün) 45, gelbe Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 12, Römischkohl 8 bis 10, Spargel 30 bis 40, Erbsen 35, Mischgemüse 10, Tomaten 50, Kartoffeln (alte) 3 (pro Zrntner 2 bis 2,20 Mk ), (neue) 12 bis 15, Zwiebeln 12, Rhabarber 8 bis 10, Stachelbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 40 bis 70, junge Hähne 90 bis 100, Suppenhühner 70 bis 80 Pfennig pro Pfd.; Tauben 50 bis 60, Käse 4 bis 10, Eier (inländische) 8 bis 9, Blumenkohl 20 bis 60, Oberkohlrabi 8 bis 10, Salatgurken 30 bis 40, Salat 5 bis 12 Pf. pro Stück; Radieschen 5 bis 10 Pfennig pro Bund. • • Sprechstunden des Kreis schul- amts Gießen. Die Sprechstunden beimKreis- schulamt Gießen find auf Donnerstag von 9 bis 12 Uhr und 15 bis 17 Uhr festgesetzt. Die Schulvorstände haben sämtlichen Lehrkräften hiervon Kenntnis zu geben. Das Kreisschulamt weist noch daraus hin, daß alle wegen Besuch bei dem Kreisschulamt ausfallenden Stunden stets vor- oder nachgehalten werden müssen. * * Abendandacht. Für die evangelischen Studenten findet am Mittwoch. 14. Juni, 20 Uhr, ein- Andacht in der Kapelle auf dem Alten Friedhof statt. Die Ansprache hält Studentenpfarrer Surfer * * Sommerfest der Gießener Studentenschaft. Man schreibt uns: Das alljährliche beliebte Sommerfest findet am Sonntag, dem 18. Juni, wiederum in der Volkshalle statt. Die Vor- bereitungen zu dieser großzügigen Veranstaltung werden in Gemeinschaft mit der Gießener Studentenhilfe getroffen, zu deren Gunsten das Fest abge- i halten wird. Ein großes und vielseitiges Programm | wird geboten werden, insbesondere werden szenische 1 Darstellungen aus deutscher Vergangenheit und Gegenwart unter dem Titel „Die Kleinstadt* zelt- gemäße Beachtung finden. Daß der Tanz den ihm zustehenden Anteil finden wird, versteht sich bei einem Fest der Jugend von selbst. Aber auch für die alleren Herrschaften wird für allerlei Kurzweil und für beste Verpflegung gesorgt sein. Es darf erwartet werden, daß die Beteiligung aller Bevolkerungs- kreise wiederum Ausmaße annimmt, wie sie von früheren gelungenen Sommerfesten her rühmlichst bekannt sind. (Siehe heutige Anzeige.) ** 3 u r Beachtung bei Auslandreisen. Aus Berlin wird mitgeteilt: Wie bekannt, bat die österreichische Regierung in letzter Zeit besonders scharfe Maßnahmen gegen die nationalsozialistische Bewegung getroffen. Diese Maßnahmen haben auf deutscher Seite Anlaß gegeben, die Ausreise nach Oesterreich zu beschränken. Im Zusammenhang damit darf daraus aufmerksam gemacht werden, daß in der Schweiz, in Dänemark und in Litauen ganz allgemeine und für alle in- und ausländischen Vereinigungen geltende Verbote bestehen, Parteiuniformen oder Parteiabzeichen zu tragen. .Deutsche, die nach diesen Ländern reisen, seien zur Vermeidung von Unannehmlichkeiten auf diese Bestimmungen hinge- wiesen. •• Der Schuß Verletzung erlegen. Der 12jährige Heinrich L a u n s b a ch aus Reiskirchen, der vor einigen Tagen mit einer Schußoerletzung oberhalb des Auges in die Chirurgische Klinik ein- fieliefert werden mußte, ist heute morgen den er- Ittenen Verletzungen erlegen. Der bedauernswerte Knabe wurde beim Spiel mit einer Stteinfaliber- buchse verletzt. Dom Neubaugerüst abgestürzt. Heute vormittag ereignete sich bei den Neubauten an der Licher Straße ein schwerer Arbeitsunfall. Dort stürzte der 48 Jahre alte Maurer Heinrich Schwalb aus Albach vom Gerüst eines Neubaues ab und blieb mit schweren Verlegungen an der Un- fallstelle liegen. Die sofort herbeigerufene Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz verbrachte den bedauernswerten Mann nach der Chirurgischen Klinik, wo er mit Kops- und Schulterverletzungen darniederliegt. " Ferien-Sonderfahrten in die bayerischen Alpen. Das hiesige Hapag- Reise-Bureau Kreger veranstaltet in diesem Sommer zusammen mit dem Mitteleuropäischen Reise-Bureau Frankfurt a. W. eine Reihe von Sonderfahrten nach Oberbayern und in das bayc- rische Allgäu. Die Hinfahrt wird jeweils an Samstagen, die Rückreise jeweils an den Sonntagen der nächsten Woche angetreten. Cs werden abwechselnd die Plätze Kochel am See, Oberammer- fiau und Sonthofen in den Allgäuer Alpen beucht. Bon diesen Plätzen haben die Teilnehmer prächtige Ausslugsmöglichkeiten. Die Teilnehmerpreise sind sehr zeitgemäß gehalten. Prospekte sind im Hapag-Reise-Bureau, Seltersweg 89, erhältlich. Aus die heutige Anzeige fei hingewiesen. •• Polar- und Nordkapfahrten des Norddeutschen Lloyd. Mit dem Erholungsreisendampfer „General von Steuben" und dem Passagierdampfer „Sierra Cordoba" veranstaltet der Norddeutsche Lloyd Bremen in den Monaten Juli bis August eine Polar- und drei Nordkapfahrten. Auf derPolarfahrt werden u. a. die gletscherreichenBuchten Spitzbergens besucht. Die drei Nordkapfahrten führen in die einzigartige Fjordwelt des südlichen und nördlichen Teils der Westküste Norwegens. (Näheres siehe Anzeige!) Kampsbund für den gewerblichen Mittelstand. Gestern abend hielt die Ortsgruppe Gießen des Kampfbundes für den gewerblichen Mittelstand im Cafs Leid eine gutbesuchte Mitgliederversammlung ab. In Vertretung des Ortsgruppenleiters des Kampfbundes, Herrn Soldan, erösnete und leitete Dr. Kopp die Versammlung. Der Abend solle, so betonte er, nicht ein langes Referat bringen, sondern aus einer freien Aussprache heraus Anregungen geben für die weitere Arbeit des Äampf- dundes. •RreidfampfbunMeifer Schimmel ergriff sodann das Wort zu grundsätzlichen Ausführungen. Es sei ein Trugschluß, so führte er u. a. aus, wenn man glaube, die Wirtschaft mache die Politik — Tatsache sei, daß die Politik die Wirtschaft mache. Die Wirtschaft sei ein sehr empfindliches Instrument. Es gebe heute schon wieder Unzufriedene und Nörgler, denen gesagt werden müsse, daß die neue Regierung so schwere Aufgaben übernommen habe, daß sie so leicht und allein program- malisch nicht zu lösen seien. So falle es sehr schwer, die Steuer zu senken, obwohl man sich darüber klar sei, daß von dieser Seite her dem Mittelstand geholfen werden müsse. Das gegenwärtige Steueraufkommen werde aber gebraucht, da ja alle Institute verschuldet übernommen werden mußten. Es gelte, die Schulden nach und nach abzutragen. Warenhäuser und Konsumvereine könnten auch nicht so ohne weiteres geschlossen werden, wie es der Einzelhändler wünsche, da durch die Sanierungs- Politik des früheren Systems noch viel staatliches Kapital in diesen Unternehmungen stecke. Diese Unternehmungen müßten erst allmählich abgewickelt werden. Kritik an den bisherigen Maßnahmen der Regierung werde allerdings nur von denjenigen-geübt, die noch vor einem halben Jahre im Lager der Systemparteien gestanden hätten. Der Kampfbund für den gewerblichen Mittelstand habe eine schwere Aufgabe vor sich, denn seine Mitglieder müßten erst lernen, nationalsozialistisch zu denken. Innerhalb des Kampfbundes im Reiche seien verschiedentlich llebergriffe geschehen, die unterbunden werden mußten die aber meist absichtlich geschehen eien, um den Kampfbund des gewerblichen Mittel- »andes der NSDAP, zu diskreditieren. Insbeson- >ere seien wilde Kampfbünde entstanden, die sich chädigend auswirkten, die aber nicht das geringste mit bei] Kampfbundorganisationen der NSDAP, zu tun hätten. Die Maßnahmen deS Kampfbundes der RSDAP. hinsichtlich der Handelskammer hätten sich, entgegen aller Kritik bestimmter Kreise, als richtig erwiesen. Die neue Regierung habe bisher schon Außerordentliches geleistet. 3n der Folge müsse der gewerbliche Mittelstand straff organisiert werden, nachdem sich dieser Stand bisher stets gegenseitig zerrieben habe. Bei den geschlossenen Angestelltenverbänden habe sich die Gleichschaltung wesentlich leichter vollziehen lassen, als in den Organisationen des Mittelstandes, in denen meist gar nicht alle Derufsangehörige vereinigt gewesen seien. Der Kampfbund betrachte es als eine seiner wesentlichen Aufgaben, den Stand und die Fachschaften klar zusammenzusassen. Roch befinde man_ sich in einer Liebergangszeit. 3n der Zukunft dürfe eS aber nicht möglich sein, daß es zu Submissionsblüten komme, die zu berechtigten Klagen Anlaß geben. Es müßten Tarife geschaffen werden, $u denen sich jeder Gewerbetreibende bekennen müsse. Es gehe auch nicht an, daß immer nur ein geringer Teil der Handwerker oder der Gewerbetreibenden organisiert sei. Eie alle müßten zusammengesaht werden, damit eine Basis geschaffen werde. Leider sei zu befürchten, daß sich diese DasiS nicht aus dem freiwilligen Entschluß deS einzelnen schaffen lassen werde. Unter Umständen müsse die Zusammenfassung des gewerblichen Mittelstandes auf dem Wege eines Zwangszusammenschlusses erfolgen, denn es gehe nicht mehr, daß immer nur ein kleiner Teil von Tätigen die Kastanien für die anderen aus dem Feuer hole. Der Kampf und die Arbeit gelte nicht einem Bruchteil, sondern der Gesamtheit unseres Boltes. (Lebhafter Beifall!) Oie Aussprache. Aus der Versammlung heraus wurde von Schlosser- meister Nachtigall zur wahren Solidarität unter ben Berufskollegen aufgerufen. Es bürfe nicht mehr nur bas „Wir!" und bas „Ihr!" geben, fonbern nur noch bas „Wir!" In seinen weiteren Ausfüh- rungen beschäftigte sich ber Redner mit Einzelheiten des Submissionswesens unb seiner trüben Er- scheinunaen. Er befürwortete bie Schaffung klarer Tarife. Ieber, so schloß er, müsse dazu beitragen, daß der Kampfhund des gewerblichen Mittelstandes ein Mittel werde, das Handwerk zu fördern und zu schützen. In weiteren Ausführungen eines anderen Redners wurde betont, daß ber Handwerker nicht immer allein an ben unliebsamen Verhältnissen im Submissionswesen schuld sei. Ein Teil ber Schuld treffe auch die Behörden, denn von dieser Seite fit viel gesündigt worden. Kreiskampfbundleiter Schimmel betonte in diesem Zusamenhang, daß auch in der Arbeit der Behörden Wandel geschaffen werden müsse; das könne aber nur allmählich geschehen. Das Unwesen in der Submission liege immer wieder in ber mangelhaften Organisation bes Mittelstanbes begründet. Sobald die Berufsstände klar organisiert feien, würden auch Standesgerichte geschaffen, die allen Maßnahmen auf diesem Gebiete ben nötigen Nach- bruck unb Rückhalt verleihen. Angeregt würbe ferner, baß bie Meisterprüfungen schärfer gehanbhabt werben sollten. Herr Sch im - m e l wies antroortenb auf ben Befähigungsnachweis hin. Im weiteren Verlaufe ber Aussprache wurde eine Entschließung angeregt, in der eine personelle Aen- derung im Reichswirtschaftsministerium gefordert werden sollte. Eine derartige Entschließung zu fassen hielt Kreiskampfbundleiter Schimmel für überflüssig, da schon die Initiative bes Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler zu gegebener Zeit bas Notwenbige veranlassen werbe. Schlossermeister Nachtigall forderte bie Jugend an die Front. Er betonte ferner, daß es nicht so bleiben könne, daß immer ein Teil der Handwerker und Gewerbetreibenden säe, dagegen alle ernten wollten. Herr Horst sprach kurz über bie Lage im Einzel- handel. Er wies darauf hin, daß der Angestellte stets sein Existenzminimum verlangt habe, bann aber, wenn er sich felbftänbig gemacht habe, dem Gewerbe seines ehemaligen Arbeitgebers unlautere Kontur- renz mache. Allerdings sei es notwendig, daß sich der Kaufmann manchmal etwas mehr anftrenge, er müsse wachsamer und leistungfähiger sein, sich alle Mühe geben, feine Kundschaft zufrieden zu stellen, damit es nicht nötig sei, baß ber Kunbe, wie es oftmals geschehe, nach Frankfurt fahre, um bort seinen Bedarf zu decken. Der Kaufmann habe die Pflicht (insbesondere bei Submissionen) exakt zu rechnen. Er müsse dabei auch seine eigne Streit bewerten, wie sie bewertet zu werden verdiene. Es bestünden in Gießen Abmachungen, bie bie Gewährung eines Rabatts verbieten. Diese Abmachung bürfe nicht burchbrochen werben. Nach einem Zwangszusammenschluß werde man wohl mit einer schärferen Handhabung dieser Abmachungen rechnen müssen. Dann werbe sicherlich auch jener Geschäftsmann Disziplin lernen, ber heute noch biefe Abmachungen ignorieren zu können glaube. (Beifall.) Nachdem der Versammlungsleiter noch auf einige Voraussetzungen für die Arbeit des Kampfbundes für den gewerblichen Mittelstand hingewiesen hatte, wurde die Versammlung mit einem dreifachen „Sieg- Heil!" auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler sowie mit dem gemeinsamen Gesang bes Horst-Wessel-Liebes geschlossen. Oberheffen. Landkreis Gietzen. * Wiefeck, 13. 3uni. Die Firma August Loh, Wieseck, begeht morgen den Tag ihres 25jährigen Bestehens. Das Geschäft wurde im 3ahre l£03 im Hause Turnstrahe 1 gegründet. 3m 3ahre 1911 wurde der Reubau in der Grabenstraße bezogen, der vor drei 3ahren zu einem modernen Geschäftshause umgebaut wurde. k. Hungen, 12. Juni. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 361 Tiere aufgetrieben. Es wurden bezahlt für bis sechs Wochen alte Ferkel 13 bis 15 Mark, sechs bis acht Wochen alte 16 bis 18 Mark, acht bis zehn Wochen alte 19 bis 21 Mark, zehn bis dreizehn Wochen alte 22 bis 25 Mark. Der Handel war flau; es verblieb Ueberftanb. Wettervoraussage. Der Tiefdruckwirbel, der die letzten Tage bas regnerische Wetter brachte, hat sich westwätts nach dem Kanal verlagert. Nach Deutschland ragt ein Keil hohen Druckes von Norden her vor, so daß die Luft- massen zum Absinken gebracht werden. Infolgedessen kommt es zeitweise zu Aufheiterung, wobei die Son- nenstrahlung Temperaturanstieg verursacht. Da aber der Luftdruck noch ziemlich niedrig ist unb auch keine einheitliche Lustbewegung besteht, ist bie Möglichkeit zu Gewitterstörungen gegeben. Aussichten für Mittwoch: Feuchtwarmes, teils aufheiternbes, teils bewölktes Wetter, Neigung zu Gewitterstörungen. Aussichten für Donnerstag: Freund- liches und warmes,, aber noch nicht ganz beständiges Wetter. Lufttemperaturen am 12. Juni: mittags 13 Grad Celsius, abends 11,2 Grad; am 13. Juni: morgens 9 Grad Celsius. Maximum 15,3 Grad, Minimum 5,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Juni: abends 16 Grab; am 13. Juni: morgens 12,5 Grab. — Niederschläge 4,9 nun. — Sonnen- fefjeinbauer 3% Stunden. G, <9. 6 *> <9 'n * A / MMMlkiU Ein vaterländischerRoman vonHansVietzKe Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister. Werdau. 21. Sortierung Nachdruck verbotenl Als der König in Bree.'au eintrifft, überschreibt der russische Zar die preußische Grenze. Wie ein prophetisches Wetterleuchten zuckt diese Nachricht durch die gesamte Monarchie. Die Hauptstadt Berlin horcht auf, mit ihr die gesamten Spitzen der militärischen Macht der napoleonischen Armee. Aber der Staatskanzler Hardenberg erwies sich in diesen Tagen als der fähigste Diplomat. Bei einem vertraulichen Diner hat er es verstanden, den Marschall Augerau und die Grafen Narbonne und St. Marfan sowie den französischen Gesandten, der den Hof nach Breslau begleitete, in der liebenswürdigsten Weise über die kommende Rolle Preußens so sicher zu machen, daß Napoleon von dieser Seite nur die beruhigendsten Berichte erwarten konnte. Das Gewollte ist erreicht: Der König in Sicherheit vor den französischen Machthabern, gibt sich mit dem Gefolge seiner Minister noch immer den Anschein des treuen Verbündeten, während die kommende Macht, an Preußens Seite Rußland, mit ihren Truppenmassen das Land bis an die Oder heran allmählich zu sichern in der Lage ist. Hardenbergs Klugheit feiert stille, heimliche Triumphe. * , Indessen ist man in Löbau doppelt zur Untätigkeit verdammt und muß bei allen Parteimaßnahmen mit größter Vorsicht zu Werke gehen. Immer noch gehört der Landkreis zum Hoheitsgebiet der französischen Besatzung, und der Spitzel Rambeaux scheint sich hier häuslich nisderlassen zu wollen. Seit der verhängnisvollen Nacht logiert er „mit seinen Beamten im Dorf im Gasthaus „Zum Hirschen", sehr zum Verdruß der Wirtstochter Hanne. Sie hat den Kommissar vor Monaten einmal mit oller Deutlichkeit in die Grenzen eines schicklichen Anstandes zurückgewiesen. Seit jeher kann sie diesen bleichen, häßlichen Kerl nicht leiden, und nun muß sie gewärtig sein, daß er ihrem Jean in der hinterhältigsten Weise mitspielt, wenn er mit seinem ewig lauernden Spitzelblick bemerkt, daß sie ihm zugetan ist. Seit dem Mord an Förster Brinkmann ist es für Jean entschieden, daß er der Sache der Franzosen den Rücken kehrt, sobald die Entscheidung fällt. Wenn er oben auf dem Schlosse Dienst hat bei Hauptmann Lefeore, hält er die Ohren offen. Manches Wort fällt, das Aufschluß gibt über Dinge, die die reitenden französischen Kuriere insgeheim vom Oberkommando Glogau herüber melden. Jean berichtet es Hanne, und die meldet die Neuigkeiten ihrem । Schwager, dem Schmied Wemper, der seit dem Tode I des Försters die Landgemeinde durch die Parteigänger auf dem Laufenden hält. Herr von Löbau muß sich in die aufgezwungene Untätigkeit fügen. Jeder Versuch, mit den Mitgliedern in gleichem Maße wie bisher in Verbindung und Austausch zu bleiben, scheitert an der Ueber- wachung, die er Rambeaux zu verdanken hat. Mit Mühe nur hat Karl die gefährlichen Flugblätter aus dem Hause bringen können und ab und zu bloß ist es durch ihn möglich, geheime Nachrichten des Bundes von Professor Berger aus Breslau, den die Uebersiedlung des Hofes aus den Händen der skrupellosen französischen Militärjustiz gerettet hat, zu erlangen. Hauptmann Lefevre ist seit jenem Abend von größter Zurückhaltung. Er hat kein Wort gegen die Schloßbewohner von der peinlichen Affäre verloren, aber das herzliche Verhältnis, das manche Härte in den Bestimmungen bisher zu mildern in der Lage war, ist zerstört. Der Hauptmann hält sich rücksichtslos streng an feine Bestimmungen, das Mißtrauen, das in ihm wach geworden ist, kennt kein Milde mehr. Täglich sitzt der Spitzel Rambeaux bei ihm. Noch immer haben sie die Möglichkeit, des preußischen Kuriers Döllnitz habhaft zu werden, nicht aufgegeben. Die Wachen sind verdoppelt, die Patrouillen verstärkt. Lefeore steht ganz unter dem Einfluß Rambeaux', sein Schuldbewußtsein treibt auch ihn zu Entschlüssen und Bestimmungen, denen er sonst nie stattgegeben hätte. In heißen inneren Kämpfen hat er versucht, sich von dem Gedanken freizumachen, daß Jeannette ihn, herzlos fast, verraten hat. In zerquälten Nächten, zwischen Liebe und Pflicht, zwischen Gefühl und starrem Gesetz nach Erkenntnis und Ausweg suchend, hat er die Tat seiner Frau, diese Verschwörung eines fühlenden Herzens, zu verstehen, zu verzeihen gesucht. Aber noch überwuchert allen Willen dazu die Empörung über den Verrat, der ihm Ehre und Leben hätte kosten können. Er steht hier als Feind, als Vertreter seiner Nation und nicht als Freund und Gast. Er muß die unbedingte Macht seiner Stellung aufs neue zurückgewinnen, muß durch Gewalt das Mißtrauen Rambeaux' auslöschen. Der erste Befehl lautet: Wer den preußischen Kurier, Hauptmann Joachim Döllnitz, beherbergt oder seiner Flucht Vorschub leistet, ist des Todes! — Döllnitz hat in der Nacht seiner verwegenen Flucht glücklich das Forsthaus im Eulengrund erreicht und hält.sich hier seit Tagen vor den Spähern verborgen. Ab und zu kommt heimlich der Schmied Wemper, der furchtloseste unter den Parteigängern und bringt dem Einsamen Botschaft und Nahrung. Döllnitz fiebert von hier fortzukommen, aber der Schmied warnt ihn und kann es unmöglich jetzt wagen, Döllnitz ein Pferd hierher zu schaffen, um fliehen zu können. Alle Straßen und Wege, die ins unbesetzte Gebiet führen, sind auf das schärfste bewacht. Der Eulengrund aber ist eine unwirtliche, beinahe verufene Gegend. Im Dolksmund heißt es, daß es dort spukt. Niemand wird dort hinuntergshen, der nicht muß. Hier ist Döllnitz sicher vor den Haschern. Aber die Tage der Untätigkeit, das zermürbende Warten nach Monaten jagender Hast, steigern sich für ihn zu unerträglicher Qual. Jeden Winkel des alten halb verfallenen Hauses hat er durchsucht, die letzten, noch nicht nach Breslau geschmuggelten Waffen hat er instand gesetzt, er hat sich Arbeit gesucht, wo es ging, nur um dem zermürbenden Denken, dem Druck dieser Gefangenschaft für eine Zeit zu entfliehen. Das offene Herdfeuer verglimmt, ab und zu geistert fahles Mondlicht durch das schmale Fenster m die Stulle. Döllnitz liegt unruhig auf dem schlechten Lager, ongekleidet, fluchtbereit. Seine Gedanken können keine Ruhe finden, der erlösende Schlaf will nicht kommen. Der Wald, der sich von der Sohle des Grundes bis hinauf zum Kamm zieht, lebt. Schriller Käuzchenruf, das hastende Jagen eines aufaeschreckten Wildes, das unablässige Rumoren m den Wipfeln der Tannen lassen die Sinne nicht zur Ruhe kommen. Krampfhaft sucht Döllnitz Vergangenes und Zukünftiges zu überdenken. Vielleicht, daß aus dem Kaleidoskop der Gedanken ermüdende Ruhe kommt. Er muß an Stralsund denken, an die Schillsche Tat, an manche tolle Flucht, an manchen Ritt, der ums Leben ging in all diesen Jahren, bis jetzt ... Wetterleuchten liegt über der bedrückten Heimat... Wird es zum befreienden Gewitter werden, wird die Fackel des Sieges und der Erlösung von aller Knechtschaft endlich auflodern? ... Er muß an die Schwüre tapferer Männer denken, an die Begeisterung strahlender Augen, die seine Worte erweckten. Wie heimliche Siegesmusik klingt es in ihm, dröhnender werden die Fanfaren, wachsen zur Hymne, donnerndes Viktoria schmettert aus hunderttausend Kehlen, Glocken schwingen hell über befreites Land, über deutsches Land: Friedensglocken, Siegesglocken ... Ein Lächeln steht auf den Zügen des Träumenden. Ein beglücktes Sehnen: Frieden! Aus Kampf, Not und Quoten, aus Blut, Eisen und Tränen wachsen fruchtschwere Gärten und Felder, sonnenüllerflutet. Frohe Menschen schaffen, Freude und Stolz sind um sie. Ein Bild lockt, kommt näher, nimmt Gestatt an, wird zur beglückenden Gewißheit: Maria! Mit sanftem Lächeln steht die zarte Gestalt, alle Schönheit und Süße ihres Wesens umflutet sie, zart und innig lockt ihre Stimme ... Der Schlafende ruht, ganz dem Zauber dieses Traumes verfallen ... Leise und gleichmäßig geht fein Atem. Da hallt plötzlich in die Stille des Raumes das harte Pochen dreier Schläge von draußen an die Tür. Der Körper des Schlafenden zuckt ein wenig zusammen und ist dann wieder der Ruhe hinge- geben. Das Klopfen wiederholt sich, steigert sich zu ungestümem Rütteln, das dumpf polternd in der Stube dröhnt. Jäh erwacht Döllnitz. Er springt auf. Instinktiv greift die Hand nach der Pistole. Mit einem Ruck schüttelt er die lähmende Mattigkeit des Schlafes ab. Leise schleicht er zur Tür, löst vorsichtig den Riegel und öffnet blitzschnell, dabei in die Mitte der Stube zurückspringend, die Pistole im Anschlag. Draußen steht — Maria von Löbau. Sie trägt einen Pelzumhang, unter dem sie verborgen die geladene Waffe fest in der Hand hält. Zwei Stunden ist sie durch einsamen Forst, auf unwirtlichen Pfaden hierhergeeilt, der Gefahr nicht achtend, einzig von dem Gedanken beseelt, Döllnitz zu sehen, den Geliebten zu sprechen, ihm beizu- stehen in seiner drückenden Einsamkeit. Bei Anbruch der Nacht hat sie heimlich das Schloß verlassen, ohne zu sagen, wohin sie geht. Wenn man ihr verwegenes Ziel geahnt hätte — niemand hätte sie fortgelassen. So hat sie allen Mut zusammengenommen, mit der Tapferkeit der Der» zweiflung alle Spukgeschichten, die sie von Kind an aus den Erzählungen der Dörfler über den verhexten Eulengrund kennt, aus ihrem Denken gestrichen und ist durch nachtdunklen Wald hierher geeilt. Zuweilen hat sie geglaubt, Schritte hinter sich zu hören, im krachenden Unterholz den Laut eines heimlichen Verfolgers — dann ist sie stehen- geblieben, fest das Pistol umklammernd. Aber so oft sie auch in die schweigende Nacht gelauscht hat, die düster und geheimnisvoll sich ringsum breitet, nirgends war ein Feind zu entdecken. Tief und schwer lasten die Schatten, wenn durch zerrissene Wolken der Mond grauweißes Licht schickt. Unaufhörlich raunt die Melodie des Windes in den Zweigen, knirscht der Schritt ihrer Schuhe leise auf der Schneedecke. Bis endlich das Ziel erreicht ist. Unbeweglich steht die Baronesse noch einen Augenblick im schweigenden Dunkel vor dem Forsthaus. Bis Döllnitz sie endlich erkennt, bis seine Hand mit dem gezückten Pistol sinkt, bis er auf sie zustürzt, bis seine Stimme in verhaltenem Jubel den Namen „Maria" ruft. Dann hängt sie an seinem Hals, ihr Blick sucht in seliger Entspannung seine Augen, ihr Mund haucht bechückt den geliebten Namen: „Joachim!" Zwei Menschen hatten sich umschlungen, zum erstenmal ganz hingegeben dem wahren, einzigen Gefühl, das ihr Herz füreinander kennt. Fernab von allem, was trennend und hemmend wäre, stehen sie für Augenblicke versunken im quellenden Strom unsagbarer Liebe, pressen ihre bebenden Lippen aneinander, zu offenem Bekenntnis ihres zarten Geheimnisses, das nur verhaltene Blicke bisher kannte. Seife fällt die Tür hinter ihnen zu. Versunken ist alle Gefahr, vergessen die erregende Angst her letzten Minuten. Döllnitz führt die Geliebte mit schützenden Händen zu einem Lehnstuhl vor dem Herdfeuer. Er streicht zögernd über ihr Haar, als wäre es ein Traumbild, das die Berührung zerstören könne. Beinah zaghaft, mit ungewohnter Weichheit und verhaltener Stärke spricht seine Stimme: „Daß du gekommen bist — Maria! ... Ich träumte von dir ... du warst die Krone eines Traumes, aus dem mich dein Kommen wachrief ..(Fortsetzung folgt.) bei Nierenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker, '932: 17200 Badegäste NacllöMungenfüc Piece. ufBEcue Zur HaUS-Trinkkur : Badeschriften durch die Niederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstraße 6, Telephon 3888 und durch die Kurverwaltung Bad Wildungen. ’72B V SONNTAG, DEN 18. JUNI, IN D ER VOLKSHALLE Glabbach-Rheydt, z. Z. Evangel. 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Juni, wird der neue Kreistag des Kreises Gießen zusammentreten. 3m Mittelpunkt seiner Arbeit wird die Beratung und Beschlußfassung über den Voranschlag des Kreises Gießen für das Rj. 1933 stehen. Der Voranschlag schließt in Einnahme und Ausgabe, nach der Feststellung durch den Kreisaus- schuß, mit 788 565 Mark gegen 853 448 Mark im Vorjahre ab. Davon entfallen auf die Betriebs- rechnung 624892 Mark (im Vorjahr 629 419 Mark), auf die Derrnögensrechnung rammen 163 673 Mark (im Vorjahr 224 029 Mark). 3n der Betriebsrechnung find die einzelnen Kapitel wie folgt verzeichnet: Allgemeine Verwaltung: Einnahme 8315 Mark (4215 Mark), Aus- gäbe 21 121 Mark (20 421 Mark): Polizeiwesen: Einnahme 60 790 Mark (23 366 Mark), Ausgabe 62 870 Mark (25 246 Mark): Schulwesen: Einnahme nichts, Ausgabe 4175 Mark (4675 Mark): Kunst und Wissenschaft: Einnahme nichts (200 Mark), Ausgabe 5120 Mark (4620 Mark): Bauwesen: Einnahme 3324 Mark (3390 Mark), Ausgabe 12 966 Mark (13112 Mark): Allgemeine Förderung der Wirtschaft: Einnahme nichts, Ausgabe 4102 Mark (4308 Mark): Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen: Einnahme 143 146 Mark (152 442 Mark), Ausgabe 343 278 Mark (386 148 Mark): Anstalten und Einrichtungen: Einnahme 2040 Mark (5350 Mark), Ausgabe 9000 Mark (9465 Mark): Finanz- und Steuerwesen: Einnahme 402 651 Mark (435 946 Mark), Ausgabe 158 184 Mark (157 494 Mark): Grundstücksoerwaltung: Einnahme 310 Mark wie im Vorjahre, Ausgabe 10 Mark wie im Vorjahre, Kapitalvermögen und Kapitalschulden: Einnahme 4316 Mark (4200 Mark), Ausgabe 4066 Mark (3920 Mark). 3n der Derrnögensrechnung ist der Reste- und Ausgleichsstock für 1933 mit 149 083 Mark (im Vorjahr 213 275 Mark) in Einnahme und Ausgabe verzeichnet, der Kapitalien- und Erneuerungsfonds schließt in Einnahme und Ausgabe mit 14 590 Mark (10 754 Mark) ab. Die Hohe der K r e i s u m l a g e n ist für 1933 auf 220 000 Mark gegen 220 550 Mark im Vorjahr veranschlagt. Rach der Dermögensübersicht beziffert sich das Vermögen des Kreises nach dem Stand vom 1. Januar 1933 auf 329 110,02 Mark, die Gesamtsumme der Schulden auf 116 795,60 Mark. Genoffenschastsiag der hessischen Genossenschaften. Neichsstatthatterö Sprenger. landwirtschafilichen Eine Ktbe des Darmstadt, 11. Juni. (MSN.) Der 69. Der- bondstag des Verbandes der Hessischen Landwirtschaftlichen Genossenschaften, zu- aleich auch der Tag des 60jährigen Be- stehens des Verbandes, wurde in dem mit frischem Grün, mit schwarz-weiß-roten und Hakenkreuzfahnen geschmückten städtischen Saalbau abgc- halten. Der Reichsstatthalter in Hessen, Sprenger, nahm an der Tagung teil. Es waren etwa 1000 Delegierte aus ganz Hessen erschienen. Auch zahlreiche Vertreter der Behörden waren anwesend. Der Staatskommissar für die Landwirtschaft Dr. Wagner, der Präsident des Verbandes, eröffnete den Verbandstag. Seine besonderen Grüße galten dem Ministerpräsidenten G r a n z v w, als Vertreter des Reichsbauernführers Walter Darr 6, Präsident Trumps und Generalanwalt (Sennes, ferner dem Präsidenten der Landwirtschaftskammer für Hessen, Detonomierat Hensel, dem Vertreter der Stadt Darmstadt, Dr. H o l z m a n n und den Vertretern der Landwirtschaft. Rach den zahlreichen Begrüßungsreden hielt 23er- bandsdirektor B e r g ein Referat über „60 Jahre 0) e n o f f e n f d) a f t 9 a r b e i f'. Er betonte die bahnbrechende Arbeit des hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens. Mit Gott möge es im Sinne des Reichskanzlers, in Treu zum Genossen- schaftsoerbande mit der Landwirtschaft wieder aufwärts gehen. 2Reid)0ftaftbalter in Hessen Sprenger, von der Versammlung auf das lebhafteste begrüßt, war inzwischen erschienen. Er richtete an die Versammlung eine kernige Ansprache, in der er betonte, er sei gerne zu den Genossenschaftsvertretern gekommen, diesem ureigensten Best andteil des deutschen Bauerntums seitJahrzehnten. Blü ezeiten tec Deutschen feien dann immer entstanden, wenn jeder sich in den Dienst des Ganzen stellte. Er beglückwünsche den Verband zu seinem 60jährigen Bestehen. Die Genossenschafter seien ihren Weg gegangen in all den verflossenen Jahren. Ihre Tätigkeit müsse jedem Hochachtung abringen. Gewiß, das müsse er ganz im allgemeinen sagen, anderwärts wurden viele Genossenschaften mißbraucht von ihrer Führung und sollten in den Irrsinn des Internationalismus hineingestellt werden. Alle diese fehlgeleiteten Genossenschaften müßten zurückkehren zu den gesunden Grundgedanken. Ein Zusammenschluß freier Männer solle d i e Genossenschaft sein. Mit einem solchen Zusammenschluß könne kein Mißbrauch getrieben werden. Der Werl des Alten müsse bei der Neugestaltung bestehen bleiben. Die Gleichschaltung, die heute oorgenommen werde, müsse allerseits richtig verstanden werden. Unter Gleichschaltung verstehe man die Durchsetzung des nationalen willens. Wer glaube, die Bewegung dazu benutzen zu können, für sich hoch bezahlte Stellen zu erlangen, der irre sich. Er werde treue Wacht für seinen Führer halten und keine Sekunde dulden, daß auch nur ein Schritt abgegangen werde von dem Weg, den der Führer wünsche. Dabei werde er vor keiner Person zurückschrecken. Wertvoll sei nur der deutsch« Mensch, der sich seiner Familie unb seinem Volk verantwortlich fühle. 3m Genossenschaftswesen spielten allerdings noch gewisse Rivalitäten eine Volle, ein gesunder Wettstreit sei aber wertvoll. Ehemals sollte die Mainlinie Deutschland zerreißen. Daher habe er darauf gesehen, diese Mainlinie auszuradieren. Jlun solle die IHalnlinie eine Verbindungsbrücke zwischen Süd und Jlorb fein und bleiben. Als Leiter des neuen Gaues, der mit Willen Hessen-Rassau heißt, werde er allezeit dafür sorgen, daß nie wieder von einer Trennungslinie gesprochen werde. Das Volk gehöre zusammen, und bestehende Ländergrenzen durften »die Entwicklung nach vorn nicht hindern. Es werde im Werden des deutschen Volkes nichts überraschend geschehen. Alles sei auf Entwicklung aufgebaut. Des Führers Wille sei in allen Ländern durchzusehen. Dieser politische Wegweiser möge auch in der Genossenschaft leuchten. Selbstverwaltung bleibe der beste Weg. Keine übertriebene Zentralisierung dürfe Platz greifen. In kluger Selbstverwaltung müsse die Genossenschaft aufgebaut werden. Wer Rationalsozialist sei, müsse sich zunächst als Volksgenosse fühlen: denn Deutschland stelle letzten Endes eine große Dolks- genossenschaft dar. Mit einem begeistert aufgenommenen „Sieg-Heil" auf den Führer schloß der Reichsstatthalter. Oie geschäftlichen Beschlüsse, - Sodann berichtete Generalsekretär Dr. Hille- mann über die Bilanz des Verbandes der Hessischen Landwirtschaftlichen Genossenschaften, die mit 45 173,02 Mk. Endsumme abschließt und einen Gewinn von 176,31 Mk. enthält. Einstimmig wurde dem Verbandsdirektor und dem engeren Aus chuß bezüg.ich der Gen.ssenschafts- führung und der 3ahresrechnung 1932 Entlastung erteilt. Weiter wurden einhellig die vom Landwirtschaftskommissar für den Verbandsausschuh vor-- geschiagenen Herren gewählt. Cs treten in den Derbandsausschuß ein: für die Provinz Starkenburg Dr. Wagner, Staatskommissar für Landwirtschaft, Darmstadt, als Verbandspräsident: H. Michel, Habitzheim: -G. K. Walter, Langfeld: Ph. Sammel, Bischofsheim: P. Joachim, Reisen: PH. Muhl, Dudenhofen: Beigeordneter Elgert, Auerbach a. ö. 03.; Bürgermeister Mag - [am, Groß-Umstadt; für die Provinz Oberhessen Landtags- abgcordneter Seipel, Fauerbach: Bürgermeister C i f s l ä n d e r, Drauerschwend; W Fenchel Ober-Hörgern: K Wenzel, Lang-Göns: Joh. T r a u s ch, Echzell: Straub, Rainrod bei Schotten: für die Provinz Rheinhessen Land- tagsabgeordneter Diehl, Gau-Odernheim; I. E. Finger, Flomborn: A. Odenauer, Psisf- ligheim: A. Echickert, Nndenheim; A. PH. S ch u t h, Gonsenheim. Rach einer kurzen Aussprache, in der der Verbandsleitung aufrichtiger Dank ausgesprochen wurde, schloß der Verbandspräsident Staats« kommissar Dr. Wagner mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Reichspräsidenten und den Reichskanzler die Versammlung. Die Genossen fangen stehend und Arm in Arm das Horst- Wessel-Lied. 52. japresfagung des VHC. Eigener Bericht des * Windecken, 11. Juni. Unsere schöne Stadt mit ihrem rührigen jüngsten Zwcigoerein des VHC. hatte sich zum Empfang der 5 2. H a u p t o e r - sammlung des Vogelberger Höhen- Club reich geschmückt. Am Samstagabend trafen sich im großen, schön geschmückten Saale „Zur Hochmühle" die Gäste mit ben einheimischen Freunden zu einem wohlgelunge- nen Deutschen Abend, der unter Mitwirkung be* Gesangvereins und einheimischer Kräfte bestens verlief. Die heutige Hauptversammlung eröffnete der erste Vorsitzenden des Gesamt-VHC., Dr. med. Bruch- Häuser- Ulrichstein mit herzlichem Willkommens- grufj an alle erschienenen Zweigoereine. Dom yessi- sd)en Ministerpräsidenten Dr. Werner, dem -'‘9?n-, Odenwald, und Knüllklub waren Grüße und Glückwünsche eingegangen. Auf unser Vaterland, den Reichspräsidenten von Hindenburg und den Volkskanzler Adolf Hitler wurde ein begeistert aufgenommenes Hoch ausgebracht. ^e£n®tir8erme*^er von Windecken entbot fobann den Willkommensgruß der Stadt Windecken. Das Stimmenverhältnis der erschienenen Zweig- veretne wurde festgestellt. Der im letzten Jahre Der- „Gießener Anzeigers". storbenen DHCer wurde von der Versammlung stehend in Ehren gedacht. Der erste Vorsitzende Dr. Bruchhäuser erstattete sodann einen ausführlichen Jahresbericht. In den Zweigvereinen herrscht überall reges Leben und Wanderlust, wenn auch die Mitgliederzahl in manchen Zweigvereinen etwas zurückgegangen ist. Der Preffeausschuß hat reiche Arbeit geleistet, ein Winterplakat und ein Sommerwerbeplakat geschaffen, ein Gaststättenverzeichnis und eine Werbeschrift „fiommt in den Vogelsberg" herausgegeben. Die Markierungen der Dege im Dandergebiek sind vermehrt und verbessert worden. Der Bericht wurde mit großem Beifall entgegengenommen. Alsdann erstattete der Obmann des Jung-VHC. Dem- Offenbach seinen Jahresbericht über die Jugendarbeit. Das Dater-Bender-Heim bedarf einiger baulicher Verbesserungen (Küche für die Jugend; Geldmittel sind hierfür nötig. Unserer DHC.-Jugend soll weiter unsere Liebe und Pflege gelten. Ein Sieg-Heil galt dem Dolkskanzler. Hierauf folgte die Rechnungsablage für das Dater-Bender-Heun; ein gewisser Rückgang und damit Rachlasien des Jugendwanderns ist leider zu verzeichnen. Der Hausverwalter der Klubhäuser VHE.-Bruder Emil Hitz- Schotten berichtete über die Häuser und deren Unterhaltungskosten, die sich auf etwa 650 Mark beliefen. Ungeheuer hoch ist die Steuerlast von etwa 1100 Mark, die auf den Gebäuden ruht. Am Bismarckturm auf dem Taufstein werden verschiedene Reparaturarbeiten vorgenommen. Vom Presseausschuß wurde dessen Tätigkeitsbericht entgegenaenommen. (Bors. VHE.-Bruder Emil H > 6) Die Werbeschrift „Kommt in den Vogels- berg", die großen Erfolg hatte, verlangte vom VHC. einen Zuschuß von 650 Mark (1000 Mark waren vorgesehen). Lobend erwähnt wurden auch die Heimatbildchen, die Aug. Konrad- Hungen von unserem Heimatgebiet geschaffen hat. Don den oberhessischen Kreisen, Städten und Gemeinden dürfe man Hilfe und Unterstützung verlangen, da der VHC. ja doch so unendlich viel für Oberhessen und die Derkehrswerbung tue. Dom Obmann der Bergwacht, DHC.-Br. B u ß - Schotten wurde Bericht über den Werk und die Tätigkeit der Bergwacht erstattet. Der Gedanke des Naturschutzes muh mehr in das Volk und in die Schule getragen werden. Das Forstpersonal ist besonders geschult worden für den Natur-, Blumen-, Schmetterlingsschutz. Der Vorsitzende des Wegbezeichnungsausschusses gab Kenntnis von den vielen Arbeiten der Wegmarkierung. Diele Wünsche um Verbesserung wurden aus der Versammlung vorgebracht. Allen Berichterstattern wurde von der Versammlung aufrichtiger Dank gezollt. Die vorjährige Rechnung (Einnahmen 7842,— Mark, Ausgabe 7030,— Mark) wurde geprüft, dem Rechner und Vorstand wurde Entlastung erteilt. Der Voranschlag für 1933, der in Einnahmen und Ausgaben mit je 6950,— Mark abschließt, wurde angenommen. Die nächste Jahresversammlung 1934 findet in Gedern statt, der Herbstausflug in 1933 geht nach Frankfurt a. M., da dort mich der (3. Sept) Deutsche Wandertag abgehalten wird. Der Herbst- ausflug in 1934 erfolgt auf die Herchenhainer Höhe. Zweigverein Schotten richtet das diesjäh- rige Hoherodskopffest aus. Der Antrag Ulrichstein um Erlaß des Beitrags für jedes neu aufgenommene Mitglied wurde angenommen. Ein besonderer Derbeausschuß für Werbung neuer Mitglieder wurde unter dem Vorsitz von L. Dcrn gebildet. Der Antrag Zweigverein Butzbach, daß bei Uebertritten von einem Zweigverein in einen anbe- ren Verein frühere Wanderungen angerechnet werden sollen, wurde angenommen. Auf eine einheit- liche Dekorierung in den Zweigvereinen soll hin- gewirkt werden. Für 25jährige und 40jährige Mitgliedschaft wird vom Gesamtverein eine besondere Auszeichnung verliehen. Die Derbands- zeitfchrift „Frisch Auf" soll umbenannt werden in „Der Vogelsberg". Dem früheren Schriftleiter Carl L i n ck - Schotten wurde aufrichtiger Dank gezollt. Als Schriftleiter wurde Dr. D a mb- ma n n - Schotten, als neuer Hausverwalter VHC- Bruder Buß- Schotten, als 2. Vorsitzender wurde VHE.-Bruder S c r i b a - schotten gewählt. Der verdienstvolle seitherige 2. Vorsitzende Carl L i n ck-Schotten wurde unter allgemeinem Beifall der Versammlung rum Ehrenvorsitzenden ernannt. Er dankte herzlichst für die große Ehrung. Dem Aufruf des Reichsoerbands der Gebirgs- und Wanderoereine, sich der neuen nationalen Regierung rückhaltlos zur Verfügung zu stellen, wurde einstimmig beigetreten. Der Vorsitzende schloß mit Sieg-Heil auf Vater- land, Reichspräsident und Reichskanzler die harmonisch verlaufene Versammlung. Oer Hassia-Verbandstag in Nidda. SOjähriges Jubiläum des Kriegervereins Nidda. (Erster Tag. — Eigener Bericht des „Gieß. Anz.") < Nidda, 10.Juni. Wiederum hat das reizend gelegene Landstädtchen Nidda sein farbenfrohes Festgewand angelegt, den aus ganz Hessen zusammenströmenden Kameraden der „Hassia" schon äußerlich einen freundlichen Willkomm zu entbieten. Don allen Häusern wehen flatternde Fahnen, neben den Farben Schwarz-Weiß-Rot die Hakenkreuzbanner. Das Präsidium der „Hassia" ist bereits am Samstag vormittag im Hotel zur „Traube" zu einer Sitzung zusammengetreten. Mit den Mittagszügen rollen die Vertreter der Hassiabezirke der drei Provinzen an, von Abordnungen des Kriegervereins Nidda empfangen und begrüßt. Im Jahr der nationalen Erhebung, die auch den Kriegerver- inen neuen Auftrieb gegeben, sind sie zahlreicher eingetroffen, wie es sonst an Verbandstagen üblich, so daß Bürgerquartiere notwendig werden. Auch DerTchiedeNe IugLndabkeilungeft der „Hassia" finden sich am Nachmittag ein. Sie werden kostenlos verpflegt und untergebracht. Gefalienen-Gedenkfeiern. 17.30 Uhr sammeln sich die Festteilnehmer der gastgebende Kriegerverein, ein Zug der SA.-Re- serve unter dem Kommando des Finanzsekretärs Kroll (Nidda), sowie zahlreiche Mitglieder benachbarter Brudervereine auf dem fahnenumwallten Marktplatz, um in geschlossenem Zuge zu dem Ehrenmal für die im Weltkrieg Gefallenen an der altehrwürdigen Stätte des Johanniterturms zu ziehen. Dekan Scriba (Nidda) gedenkt hier in eindrucksvollen Worten der Toten des großen Krieges, deren Geist unter uns lebendig bleiben müsse Ihr Opfertod sei nicht vergeblich gewesen. Ohne sie wäre der Aufbau des neuen Deutschland unter der Führung des Volkskanzlers Adolf Hitler unmöglich gewesen. Mit dem Bibelwort: „Sei getreu bis in den Tod!" schließt die tief empfundene, von vaterländischem Geist getragene Gedenkrede. Die Feuerwehrkapelle intonierte das Lied vom fluten Kameraden. Anschließend schießt der SA.- Zug drei Ehrensalven über das Denkmal. Am Kriegerdenkmal 1870/71 hält Pfarrer Laut (Nidda) die Gedächtnisrede. Er erinnerte an die großen Taten dieses Krieges, die die Wiedergeburt des Deutschen Reiches ermöglichten, an die Helden- tat des Hauptmanns Ludwig K a 11 r e i n , eines Sohnes der Stadt Nidda, der am 9. Dezember 1870 das stark befestigte Schloß Chambord mit nur 54 Mann feiner Kompanie erstürmte, 210 Gefangene machte und 5 Kanonen erbeutete. Die eindringliche Gedenkrede gipfelte in den Worten: „Vergiß, mein Volk, die treuen Toten nicht". Mit Ehrenbezeugungen schließt die feierliche Huldigung. Oer Begrüßungsabend in der dichtbesetzten Turnhalle werde durch einen von Rechtsanwalt Dr. Meinhardt (Nidda) ver- faßten und eindrucksvoll oorgetragenen Prolog, der das national-revolutionäre Zeitgeschehen umr'eißt, eingeleitet: Der Vorsitzende des Kriegeroereins Nidda, Zollsekretär Helfrich, entbietet Gästen und Ehrengästen herzlichen Gruß und Willkommen. Insbesondere begrüßt er den Präsidenten der Hassia, Generalleutnant o. Oidtman, und die anderen Herren des Präsidiums, Regierungsrat Weber vorn Kreisamt Büdingen, Bürgermeister Rullmann (Nidda), sowie die Alloeteranen und Gründer des Vereins, Ludwig Fayh, (Lißberg), 87 Jahre alt, und Friedrich Stein (Kohden), 85 Jahre alt. Der Bezirksoorsitzende, Bankoorstand Seum (Nidda), betont, daß der Lerbandstag der Hassia zum erstenmal im Zeichen der nationalen Erhebung und Wiedergeburt stehe. Die Kriegeroereine seien schon immer Pflegestätten der Tugenden gewesen, die heute Gemeingut aller Deutschen unter der Füh- rung des Reichskanzlers Adolf Hitler werden soll- ten. Die erste Strophe des Deutschland- und Horst- Wessel-Liedes beschließt die von echt kameradschaftlichem Geist durchpulsten Worte des Redners. Die Glückwünsche des Präsidiums der Maffia" 311m 60jährigen Jubiläum des Kriegeroereins .Hassia" Nidda überbringt Generalleutnant van Oidtman, von der Versammlung lebhaft begrüßt. Er erinnert an die tieferen Gründe, die zum Wellkrieg führten, und hebt hervor, daß die Kriegeroereine in der Nachkriegszeit, trotz allen Anfeindungen, das Banner Schwarz-Weiß-Rot hochgehalten hätten. Es fei herzlich zu begrüßen, daß die Kriegervereine Anschluß an die nationale Bewegung gefunden und sich dem Führer unterstellt haben. Kriegeroereine und SA. müssen Schuller an Schulter marschieren. Ein Deutschland, wie Adolf Hitler es aufbauen will, könne einer Welt Trotz bieten. Deshalb fei es Pflicht, dem Reichskanzler durch dick und dünn zu folgen. — Mit dem höchsten Ehrenzeichen der „Hassia", dem Ehrenkreuz, werden ausgezeichnet: Oberamtsrichter Krug (Nidda), seit 1899 verdienstvolles Mitglied der „Hassia", die Altoeteranen oyn 1870,71 Ludwig Fayh (Lißberg) und Friedrich Stein (Kohden). Dem festgebenden Verein wird die Hassia-Ehren- münze verliehen für 60jährige treue Dienstzeit. Mit Ehrenurkunden werden bedacht die Kameraden: M ö b u s (Bad Salzhausen), Gustav Müller (Kohden), Friedrich Lehmann (Nidda), Konrad Weißhaupt (Nidda), Louis Wagner II (Nidda). Den Gruß der Stadt entbietet Bürgermeister R u 11 m a n n. Er überreicht als Jubiläumsgabe eine mit dem Eisernen Kreuz bestickte Fahnenschleife in den Stadtfarben schwarz-gelb, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, Haas (Ridda) zwei schwarzweißrote seidene Schärpen, Lehrer I. Diehl (Ober-Schmitten) im Auftrag des dortigen Kriegervereins einen silbernen Fahnennagel. Regierungsrat Weber vom Kreisamt zu Büdingen beglückwünscht den Jubelverein und weist auf die Aufgaben der Kriegeroereine hin. alle Kräfte zum Dienst am Vaterland einzusehen, das 3. Reich auf- und auszubauen. Das Programm des Abends wurde musikalisch umrahmt durch Darbietungen der Feuerwehrkapelle (Ridda), der Kapelle des Turnvereins, sowie des Gesangvereins „Sängerkranz" (Ridda), der unter der Leitung von Lehrer Dietrich (Gießen) den „Trompeter an der Kahbach" und „Trommler von Schottland" wirkungsvoll zu Gehör brachte. Besondere Anerkennung verdienen die Leistungen des Turnvereins Ridda, der sein hervorragendes turnerisches Können in den Dienst des Begrühungsabends stellte. Eine Riege zeigte an Barren und Reck Ausgezeichnetes- Turnerinnen tanzten einen Reigen, der alle Anwesenden begeisterte und ein entzückendes Bild darbot. Auch die unter musikalischer Begleitung durchgeführten Freiübungen der weiblichen Turnriege ernteten stürmischen Beifall. Mit flott gespielten Märschen der Feuerwehrkapelle klang der Begrühungsabend aus. G. A.-Sport. Ergebnisse der Mittelrheinischen Zubilännisregatta in Mainz-Kaftel. Erster Tag. Wormser 9123.; 3. Weißenber heim. 4. Königs-Vierer: RG., 6:07; 2. Wsptv. Godesberg, 6:07,4. 5. A n - fanger-23ierer: 1. Mainz-Kasteler RG., 6:51,4; 2. RV. Mainz-Kostheim, 6:57,2. 6. Zweier ohne Steuermann: 1. Hilden-Stangen (Bayer-Leverkusen), 6:38,4; 2. Günther-Bender (Amicitia Mannheim), 6:40. 7. D a m e n = 23 i e r e r : 1. 1. Junior-Vierer: 1. Mainzer RV., 6:24: 2. Frei-Weinheim-Jngelheim, 6:30,8; 3. Wassersport- verein Godesberg, 6:36. 2. Leichtgewichts- Vierer für Junioren: 1. Offenbacher RV, 6:26,6; 2. Wormser RV., 6:32; 3. RV. Mainz-Kostheim, 6:33 3. Zweiter Einer: 1. Fleisch. Hauer, Undine Offenbach ohne Zeit; 2. Trapp, r«. «nm . ! c ' r 0 e r, Mainz-Kost. 1. Mainz-Kasteler Reichsbahn T. u Spv. Mainz, ohne Zeit; 2. Frei- weg Frankfurt; 3. Flörsheimer RV. 8. Dritter Vierer: 1. RG. Worms, 6:18,2; 2. Mainzer RV., 6:21; 3. RV. Mainz-Kostheim, 6:31,4. 9. Jung, mann - Achter : 1. RG. Worms, 5:51,2; 2. Amicitia Mannheim, 5:53; 3. Saar Saarbrücken, 6:03,8. 10. Gast-Vierer. 1. Gießen 77, 6:14,4; 2. Nasiooia Höchst, 5:53; 3. Saar Saarbrücken. 11. Carmen-Sylva-Einer: 1. Eduard Paul, Frankfurter RG. Sachsenhausen; 2. Friedl Iödt, Gießener R G.; 3. Hermann Sauer, Frankfur- ter RV. 12. 8-Iungmann-Vierer: 1. Kreuz- nacher RV. 1876, 6:36; 2. RV. Mainz-Kostheim- Gustavsburg, 6:46. 13. Z w e i t e r A ch t e r : 1. Offenbacher RV. 1875, 5:42,8; 2. Mannheimer RC, 5:49,2; 3. RG. Worms, 5:54. 14. M i 11 e 1 r h e i n. Vierer: 1. Nasiovia Höchst, 6:18; 2. RV. Bad Gins.: 3. RC. Griesheim. 15. Erster Achter: L Gießener RG, 5:38,8; 2. Mainz-Kastel, 5:39,8. 6:08. Es regnet «SW Sie einenleinenEmäilleHertl? AnM IM Wieseth! Gießen (Kaiserallee 43). Köln. Worms. Stuttgart, den 13. Juni 1933. 15°° 3918 D 19“ St rine und bindfaden Trenchcoat-Mantel ea reine Wolle,aus besonders schwererWare, beste Verarbeitung, tadelloser Sitz.. .St Äe Auswahlen bereitwitligstl 3913 A im vollendeten 57. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Nowack GIESSEN SELTERSWE6 NR. 81 Sterbehause Alte Heerstraße 14 aus statt. 03580 Plastik! Gefäßkunst! Erwerbslose 10 Pf.) 03504 03591 Gießen, den 13. Juni 1933 n Fjorde wegent i NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Drogerie Krenzplat» 10 Fernruf 3048 Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 15. Juni, nachmittags 4 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt Werbe - Ausstellung hessisch, u. rheinisch. Kunsttöpfereien ZAHNPASTA erhält die Zähne J schön weissu.gesund TORPEDO und ERIKA Kleinschreibmaschinen schon für monatlich RM. 10 — Niederhausen&Co. Seltersweg 17, erst Stock von Kleider-Köhler.3»^ llllllllllllllllllllllllllllllllllll Die Ausstellungs-Leitung. Der Oberhessische Kunstverein. HiiHHiiininiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Frau Christine Schmidt, geb. Weber nebst allen Angehörigen. Großen-Linden, Klein-Linden, Nürnberg, 12. Juni 1933. Beerdigung findet am Mittwoch, 14. Juni, nachmittags 4 Uhr, vom Frieda Gute 03577 Schlank ohne Diät durch Magin-Kur Zu haben: sio-v Drog.Winterhoff Kreu-wlaK 10 In den Räumen des Neuen Schlosset, Ijandgr.-Phil.-Pl. (Eing. 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Hinbermorft in Gießen. 2luf dem heutigen Ainder(-Nuhvich-)Markt in Gießen standen 833 Stuck Großvieh, 194 Fresser und 205 Kälber zum Verkauf. Es kosteteten: a; Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 320 bis 370 Mark, 2. Qualität 200 bis 260 Mk., 3. Qualität 115 bis 150 Mark: b) Schlachtkühe 1. Qualität 130 bis 250 Mark, 2. Qualität 50 bis 130 Mark: c) Rinder 72* bis Vijährig 50 bis 120 Mark, 3/<* bis 2jährig 70 bis 170 Mark, tragend 170 bis 320 Mark: d) Kälber, das Pfund Lebendgewicht 25 bis 30 Pfennig. Ausgesuchte Tiere über Aotiz. Marktverlauf: Vormarkt lebhaft, später abflauend, lleberstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns beim Heimgang unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen zuteil wurden, für die vielen Kranz und Blumenspenden, sowie die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichen Dank, Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Dorothea Pfeil und Kinder. Gießen, den 13. Juni 1933. und Sie brauchen einen leichten, praktischen, aber doch modernen Wettermantel I Kommen Sie zu NOWACK und Sie finden ihn dort bestimmt ganz nach Wunsch, in allen modernen Farben u. in jeder Preislage I-Hier die Preise für Regenmäntel: Für die erwiesene Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen Fräulein Else Saame danken wir herzlich Achenbach- Garagen Zweiter Tag. Erster-Einer: Eduard Paul- Sachsenhau- len 7:17, 2. Hermann Sauer- Frankfurter RV. 1865 7:29,6, 3. Friedel Joedt-Gießener RG. Junior-Achter: 1, Mainzer RV. 6:09,4, 2. Undine Offenbach 6:29. Vierer ohne Steuer- mann: 1. Mainz-Kasteler RG. 6:24,8, 2. WSV. Godesberg 6:25. B-Dierer: 1. RC. Griesheim 6:40,4, 2. RV. Weinheim-Ingelheim 6:41,8, 3. RV. Mainz-Kostheim 6:48. Jungmann-Einer: 1. Hans Trapp- Wormser RV. 7:39,8, 2. Kurt Martin- Limburger RC. 7:45,4, 3. H. Weißender- ger - RV. Kostheim 7:48. Zweiter Vierer: 1. Saar Saarbrücken 6:27,4, 2. Mannheimer RV. 6:27,6, 3. Nassovia Höchst 6:41. E r st e r Jung- mann-Vierer: 1. Saar Saarbrücken 6:47, 2. Mainzer RV. 6:57. Zweiter Iungmann- Vierer: 1. Mainz-Kasteller RG. 6:46,2, 2. RG. Worms 6:46,8, 3. Gießener R G. 6:51. Dani e n - V i e r e r (1000 Meter): 1. Reichsbahn Mainz 4:59,8, 2. Freiweg Frankfurt a. M. 5:18 Sei d) t • gewichts-Senior-Vierer: 1. RG. Worms 6:52,4, 2. Rudersport Gießen 6:54, RV. Mainz-Kostheim aufgegeben. Doppel-Zweier: Gebrüder Arenz-WSV. Godesberg, Alleingang 6:45. Ermunterungs-Vierer: 1. Mainz-Kasteler RG 6'28, 2. Offenbacher RG. Undine 6:38, 3. Rudersport Gießen 6:47. Dritter Achter- 1. Franks. RG. Oberrad 6:06, 2. RV. Mamz- Kostheim im Ziel ausgeschlossen. Mittelrhein- Achter: 1. Gießener R G. 5:50,4, 2. Mainz- Kasteler RG. 5:54,4, 3. Mannheimer Ruderclub U)u& vwandatten „ , , v O Nordkapfahrten kr * 15 Tage von RM. 270,*- a n k Prachtvolle Fahrt in die Fjorde Norwegens Ganz unerwartet infolge eines Herzschlages entschlief mein heb er Mann, unser guter treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Philipp Schmidt DI., Eisenbahnschlosser LR. Entfettungskurzudcer nach Dr. med. Rheinländer oasei Kein Abführmittel, sondern diätet. Verdauungshilfe gegen die fettbildend. Bestandteile d. Nahrg. Monatl. 5—6 Pfd. leichter Zu haben im Fachgeschäft für neuzeitliche Natur-Kur- und Nährrnittel Kränterhans Jong 1« d. Scholstr. Gestern abend entschlief sanft meine liebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter und Großmutter Frau Margarete Weydemey er geb. Merkel im Alter von 76 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Weydemeyer. mit D. »Sierra Cordoba« (11469 Br.-R.-T.) om4.Juli,21.Juli u.7. August 1933 POLARFAHRT 25 Tage von RM. o n mit D. »General v. Steuben« (14690 Br.-R.-T.) Schreibmaschinen neu und gebraucht, schon für NM.10.— monatlich. ub7A Franz Vogt & Co. Seltersweg 44 Ruf 2464 Batistmkntel gummiert, in den modernen hellen Farben, bis Größe 48, besonders preiswert.....St. LederolmÄntel in schwarz und farbig, elegant, dauerhaft undpraktisch......................St. Oelhaut-Mttntel die leichte angenehme Regenbekleidung in verschiedenen Farben............St. Trenchcoat-M&ntel reine Wolle, in den beliebten Farben: ma- Wo eben end häuser, Schuppen,Fahrradständer, zerleg- und versetzbar 3sboV Gebr. Achenbach GmbH., Weidenau Sieg Postfach 150. Auskunft und Prospekte durch« THEODOR LOOS Gießen, Kirchenplatz 13 Zramlurt wi0ernan0ssay»L>. Frankfurt a.M., 13. Juni. (WTB. Drahtmel- duna) Mangels nennenswerter Orders seitens der Banktundschaft entwickelte sich zu Beginn der heutigen Börse wiederum ein sehr kleines Geschäft, zumal auck Anregungen kaum vorlagen. Etwas Beachtung fand jedoch die Befestigung der gestrigen Neuyorker Börse Im Hinblick aus die Londoner Weltwirtschaftskonferenz, die bis jetzt noch kein Ergebnis gezeitigt hat verhielt man sich aber weiter reserviert. Die Kursbildung gegenüber der Abendbörse war uneinheitlich da verschiedentlich kleinen Abgaben neue Stillhaltekäufe gegenüberstanden. Die Veränderungen hielten sich indessen im Rahmen innerhalb 1 v. H., und die G r u n d st i m m u n g konnte als widerstandsfähig bezeichnet werden. Durch sehr feste Haltung zeichneten sich Chadaktien aus, die nach Plus-Plus-Zeichen 6 Mark anzogen, wobei man Aufkäufe seitens der Schweizer Danken beobachtet haben wollte Auch die übrigen Elektrowerte eröffneten meist um Bruchteile eines Prozents höher, nur Siemens gingen um 1,25 v. H. zurück. Chemiewerte lagen gut behauptet, während Bergwerksaktien sehr vernachlässigt waren. Von Kalipapieren setzten Salzdetfurth 1,5 o. H. niedriger, Westeregeln aber gut behauptet ein. Schisfahrtswerte, Daimler, Holzmann, Zellstoff Aschaffenburg und Süddeutsche Zucker bröckelten um 0,25 bis 0,75 v. H. ab. Zement Lieidel- bera eröfneten 0,5 v. H. und Akkumulatoren 1,5 v. H. höher. Weitere Nachfrage erhielt sich für Reichsbank (plus 1 v. H.). Der Verlauf war sehr ruhig und kursmäßig kaum verändert. Montanwerte kamen Mottenjagd! Die Motten einzeln zu fangen hat natürlich keinen Wert Vorbeugen ist besser« Versorgen Sie Ihre Kleiderschränke mit Mottenmittel. Ich empfehle Ihnen besonders: Naphthalin-Tabletten. Packung 0.05 Mk. Kampfer-Naphthalin-TabL „ 0.2a Mk. Reine Kampfer-Tabletten ,, 0.25 Mk. Globol...............Beutel 0.18 Mk. Motten'-Äelher.. Flasche von 1.30 Mk. an Mottensäcke aus Cellophan und Papier. Zur Vernichtung von Fliegen, Wanzen, Kakerlaken usw. habe ich sehr billige Spezialmittel wie: FUt ...... Flasche von Mk. 1.25 an Drowe-Ungezief ertod wesentlich billiger Verschiedene Wanzenpräparate usw. Wenn Sie diese Schädlinge bekämpfen wollen, dann lassen Sie sich von Ihrem Fachmann beraten. seoeA Wirtschaft. -Bedeutende AEG. -Lieferungen Der AEG. sind in letzter Zett wieder große Auf träge, insbesondere auf KrajtversorgungsemrAchtungen zugegangen. Erfreulich ist hierbei, daß Inland mit gröberen Objekten verbeten ist. So liefert die AEG. z. D. für em westdeutsches Elektrizitätswerk ein Drehstrom-Turbo-Aggregat von 9000 Kw-Leistung. 3n Ostpreuh^wird von chr der Dau einer 67 Kilometer langen 60 M0 Dolt Freileitung ausgeführt. Eine ?roß9leichrichtn cmlage von 4000 Ampere und eine Dampfturbine von 6250 Kw-Leistung wurden von zwei städtischen Elektrizitätswerken in Auftrag gegeben. An ve deutenden Auslandsaufträgen wurden u. o. O-er eingenommen: für Spanien zehn elektrische Hafen kranausrüstungen, für die osteuropäische^^noustri« ein größerer Turbosah, für Südamerika em größerer Auftrag auf Kabel und Hochspannungsmaterial. * Deutsche Erdöl AG., B e r l i n Nach 4 35 (4,37) Mill. Mark Abschreibungen ergibt sich für 1932 unter Berücksichtigung des rlchtiggestellten Ge' winnvortrages von 747 550 Mark em Reingewinn von 4765 977 (4 706 830) Mill. Mark. Der GV. am 22. Juni wird vorgeschlagen, hieraus wieder 4 v.H. Dividende auf die umlaufenden nom. 97,73 (i. V. 100,0) Mill. Mark Inhaberaktien zu oertei en und 806 697 Mark vorzutragen. Die Gesellschaft hatte sowohl in der Erzeugung als auch tn den Erlösen einen weiteren Rückgang aufzuweisen. Bücher von den Wundern der Kleinwelt Die Mikroskopie. Eine Einführung in gemeinverständlicher Darstellung von Dr. W. Effenberger. Mit Abbildungen auf 32 Kunstdrucktafeln nach photographischen Aufnahmen des Verlassen. RM. 3.60 Einfachste Lebensformen desTler- u.Pflanzen- reich«. Naturgeschichte der mikroskopischen Suß- wasserbewohner von F Eyferth. Fünfte, von Prof. Dr W.Schoenichen vollständig neu bearbeitete Auflage. Mit über 1500 Abbildungen 2 Bände in Halbleder geb. RM. 39.-, Neue Ganzleinen.Ausgabe RM 30.— Die Infusorien des Süßwassere und Meeres. Hilfsbuch zum Bestimmen nebst einer kurzen Einführung in deren Biologie. Von Prof Dr. J. Lepei. Mit 550 Abbildungen. Gebunden RM. 4 - Hugo BermühlerVeriag • Bln-Llcfitorlelde Ausschneiden! Aufbewahren! W Sonderfahrten des MER 8 Tage in die bayer. Alpen Abfahrt jeweils Samstags in bequemen Sonderwagen der Reichsbahn. KOCHEL und MÜNCHEN 17.-25.Juni,8.-16.Juli, 19.-27.Äug., 70 CO 9.-17. Sept. nur RM. I U.UÜ OBERAMMERGAU u. MÜNCHEN 29.Juli-6.Aug., 26.Aug.-2.Sept., 70 Ort 16.-24. Sept. nur RM. I U.UÜ SONTHOFEN bei Oberstdorf 15.-23. Juli, 12.-20. Aug-, 23. Sept. 70 OO bis 1. Okt, nur RM. I A.UU Im Preis eingeschlossen: Fahrt, Pension und Veranstaltungen, laut Programm. Auskunft, Anmeldung und ausführliche Prospekte in der hiesig. MER-Vertretung Hapag-Reisebüro Kreger Seltersweg 89 3920D Tel. 4197 Grau" u-Weiökalk K3IIKBausackka|k l>UII% Düngerkalk 2621 d vom Lahnkalkwerk Albshausen beste Qualität zu billig. Preisen C. Rübsamen, Fernruf 3659. über Schottland, Spitzbergen nach Norwegen vom 19. Juli bis 13. August 1933 Andere preiswerte Seereifen II Statt Karten. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben Mann, unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Jakob Henn im 75. Lebensjahr nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenen Leiden in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der Hinterbliebenen: Elisabeth Henn, geb. Marker Gießen, Langenau, Velbert, Kaiserslautern, den 12. Juni 1933. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 15. Juni, nachmittags 2'1, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. ____________03595 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen zuteU wurden, für die vielen Kranz- und Blumenspenden, für all die ehrenden Nachrufe, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Vömel, den Alterskameraden von 1883 und dem Turnverein Bieber sagen wir allen herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Reh z. Z. Rodheim. . ___________________________________03585 Heute nacht um 2 Uhr entschlief sanft nach kurzem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Ludwig Hofmann III. im Alter von nahezu 81 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Hofmann II. und Familie. Lollar, den 13. Juni 1933. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 15. Juni, nachmittags um 2.30 Uhr statt. _________3922D