Nr.m SrübauSgabL 185. Jahrgang Samstag, 13. Mai 1955 Erschein» täglich, nutzer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monat$>Being$prei$: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illusttierte e 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse anter Sammelnummer2251. Anschrift sür Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: firanlfurt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: VrNHI'sche UniverftlStr-Vuch. und SteindruSerei L Lange in Sieben. Schrlstlettung und Seschästzftelle: Schulstratze 7. Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfürdenAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Entspannung auf der Abrüstungskonferenz. Das Präsidium nimmt einen Vermittlungsvorschlag Hendersons an. — Zunächst Generalaussprache über das Kriegsmaterial. Lieber den toten Punkt. (Sin Bruch wird vorerst vermieden. Genf, 12. Mai. (IDIB.) Die heutige Sitzung des Erweiterten Präsidiums der Abrüstungskonferenz endete nach ganz kurzer Debatte mit einem einmütig zustande gekommenen Leschiuh, der die Konferenz zunächst einmat wieder über den toten Punkt, auf dem sie angelangt war, hinwegbringt. Präsident Henderson machte den vcr- mittlungsoorschlag, dah der Hauptausschuh der Abrüstungskonferenz am Montag zusammen- lreten soll, um eine vorläufige allgemeine Aussprache über die Bestimmungen des englischen Entwurfs, die von dem Kriegsmaterial handeln, vorzunehmen. 3m Verlauf dieser Diskussion sollen keine Abänderungsvorschläge gemacht werden. An die Ausführungen des Präsidenten schloh sich eine kurze Aussprache an, in der der deutsche Delegierte Botschafter Radotny mit Nachdruck betonte, datz die deutsche Delegation po s i t i o und mit bestem willen wie bisher an den Arbeiten der Konferenz l e i I n e h m e n werde. Der französische Vertreter M a s s i g l i erklärte, nach Ansicht der französischen Delegation müsse die Aussprache so umfass end wie möglich und unter Berücksichtigung aller Realitäten auch auher- haib der Konferenz vor sich gehen. Henderson erwähnte noch, dah hinsichtlich der Abrüstungs- k o n t r o t t e weitgehende Vorschläge im Sinne der amerikanischen wünsche zu erwarten seien. Er schloh in ziemlich optimistischem Ton und betonte, dah die Konferenz bis Anfang Juni ; u einem positiven Ergebnis gebracht werden soll. Dieser Beschluß des Präsidiums ijt in Konferenz- kreisen mit einem gewissen Gefühl der Erleichterung ausgenommen worden, da damit der allgemein befürchtete unmittelbare Bruch der Konferenz zunächst vermieden werden konnte. Die Zustimmung der Großmächte zu dem Bermittlungs- vorschlag .Hendersons kann nur als ein deutliches Zeichen dahin aufgefaßt werden, daß man trotz der gegenwärtig unzweifelhaft für Frankreich ungewöhnlich günstigen internationalen Lage dennoch einen Abbruch der Abrüstungskonferenz und die sich daraus ergebenden Folgen für Deutschland scheut und zunächst von England doch versucht wird, den Weg einer Einigung mit Deutschland zu beschreiten. Die deutsche Stellung auf der Abrüstungskonferenz hat sich immerhin nicht unerheblich v e r st ä r k t, da trotz der unüberbietbaren Angriffe und Verdächtigungen die deutsche Regierung ihren Standpunkt bisher ohne jede Einschränkung aufrecht erhalten hat und nunmehr entsprechend den deutschen Wünschen eine Generalaussprache über d i e Kriegsmaterialfrage ftattfinbet. Bis zum Zusammentritt des Hauptausschusses am Montag, sollen zunächst keine weiteren Auseinandersetzungen stattsinden, um den Regierungen der Hauptmächte die Möglichkeit einer eingehenden Prüfung der Lage und Ausarbeitung der Pläne für die großen entscheidenden Verhandlungen der nächsten Woche über das Kriegsmaterial zu geben. pariser Stimmungsmache. Paul-Boncour beruft fich auf die Freund- schäft mit England. Paris, 12. Mai. (WIB.) Außenminister Paul- Boncour erklärte der Presse u. a.: Seit zwei Wochen wird, wenn auch in dem beschränkten Rahmen des Effektivkomitees, in Genf ein wichtiger Kampf geführt. Der englische Delegierte, mein Freund Eden, hat unserer Delegation seine l o y a l st e Unter st ützung gewährt. Uebrigens kam aus dem englischen Oberhaus ein Echo. Sie haben die Anerkennung gelesen, die Lord Cecil der Kaltblütigkeit zollte, mit der Frankreich seit mehreren Monaten die Vorgänge in Deutschland aufnahm, und seiner Bemühung, den Miß- erfolg der Abrüstungskonferenz zu vermeiden. Man hotte uns Dorgeroorfen, nicht die Akten über Deutsch- lands Rüstungen zu öffnen. Aber es genügt nicht, gute Aktenstücke zu besitzen, sondern man muß auch die Stunde wählen, in der man sie plädiert. Wir haben [eit langem diese Stunde festgesetzt. Erst wenn die Frage der Effektivbestände zur Erörterung kam, konnte unsere Beweisführung Aussicht haben, die Geister zu frappieren und positive Ergebnisse zu zeitigen, heute ist das eine vollzogene Tatsache, hinsichtlich der kasernierten Schupo und hinsichtlich des militärischen Charakters der deutschen Formationen hat sich eine Mehrheit zugunsten unserer These ausgesprochen. England steht auf unserer Seite, um dies zum Ausdruck zu bringen und um hinzuzufügen, daß, wenn infolge der intransigenten Haltung Deutschlands die Konferenz nicht zu einem allgemeinen Rüstungsherabsetzungsabkommen führen sollte, der Versailler Vertrag weiterhin zur Anwendung kommen würde. Die Erklärungen Paul-Boncours haben in Berliner politischen Kreisen lebhaftes Befremden erregt- Hinsichtlich der von dem französischen Außenminister erwähnten kasernierten Schupo muß immer wieder daran erinnert werden, daß die Organisationsformen der Schupo von der Botschafterkonferenz festgesetzt worden sind, sich Frankreich also an dieses von ihm selbst geleitete Gremium zu wenden hätte, nicht aber an ein Komitee der Abrüstungskonferenz, das hierüber- nicht zu Gericht sitzen kann. Wenn Paul-Boncour jetzt daneben aus dem französischen geheimen „Dossier" auch noch die Wehrverbände hat aufsteigen lassen, so hat er damit wohl niemandem eine Sensation bereitet, kann doch jeder Fremde sich täglich davon überzeugen, daß sie keine Waffen führen. Die Ausführungen des französischen Außenministers erwecken im übrigen nicht den Eindruck, als ob angesichts der gespannten Genfer Lage in Paris der Wunsch bestünde, seinerseits etwas zur Entspannung der Lage beizutragen, im Gegenteil weist er auf die Oberhausrede des englischen Kriegsministers und and«er hin, öit bereits in der deutschen Presse hinreichend charakterisiert sind. Es wird der Zeitpunkt kommen, wo Frankreich Farbe bekennen und zu seiner eigenen vertraglichen Verpflichtung: abzurüsten, unzweideutig wird Stellung nehmen müssen. ilcbmaschen-e Linbemsung des Reichstags. Reichskanzler Adolf Hitler wird über Deutschlands Stellung zu den Ereignissen in Genf sprechen. Berlin, 12. Mai. (IDIB.) Reichstagspräfident Göring hat im Einvernehmen mit dem Reichskanzler den Reichstag zu Mittwoch, den 17. Mai, um 1 5 Uhr, einberufen. Auf der Tagesordnung stehl lediglich die Abgabe einer Regierungserklärung über Genf. Reichskanzler Adolf Hitler wird selbst das wort ergreifen. Das Forum des Reichstags dürfte man gewählt haben, weit eine Erklärung in Genf wohl nicht die Beachtung finden würde, die eine Erklärung vor der deutschen Volksvertretung findet, zumal an der Reichstagssihung auch das Diplomatische Korps in solchen Fällen teilzunehmen pflegt. Richt nur die Genfer Verhandlungen, sondern auch die unberechtigten Angriffe im englischen Oberhaus, die alle bisherigen Angriffe noch writ übertreffen, zwingen die Reichsregierung zu einer Verteidigung. Die Regierung kann zu derartigen unberechtigten feindseligen Maßnahmen gegen Deutschland nicht mehr schweigen. An der Reichstagssihung dürfte a u ch d i e S p D.- Fraktion teilnehmen. Ls dürfte eine Aussprache über die außenpolitische Lage stattfinden, über deren Einzelheiten mit den Fraktionen in der kommenden Woche noch verhandelt werden dürfte. Ob etwa in Genf eintretende neue Ereignisse die Stellungnahme der Regierung noch beeinflussen werden, ist kaum anzunehmen, da sich an den in Genf angewandten Methoden und an der grundsätzlichen Einstellung unserer Verhandlungspartner kaum etwas ändern dürfte. Starker Eindruck in Genf. — Aadolny kommt nach Berlin. Genf, 12. Mai. (LAB.) Auf der Abrüstungskonferenz hat die Aachricht von der Einberufung des Reichstags einen außerordentlich ft arten Eindruck hervorgerufen. Es wird allgemein als ein geschickter politischer Schachzug bewertet, daß die Reichsregierung sich dieses Forums bedient, um vor aller Welt ihre Auffassung über die Vorgänge in Genf kund w tun. Der Präsident der deutschen Abrüstungs- oelegation, Botschafter A a d o l n y , begibt sich am nächsten Montag für einige Tage nach Berlin, um der Reichsregierung Bericht über die Lage auf der Abrüstungskonferenz zu erstatten. Der deutsche Delegationsführer wird am Donnerstag ober Freitag wieder nach Genf zurückkehren. Schnette Lösungen sind nötig. Eine gemeinsame Erklärung Roosevelts und Dr. Schachts über ihre Verhandlungen. Washington, 12. Mai. (111.) Präsident Roosevelt und Reichsbankpräsident Dr. Schacht verössentlichen über ihre Verhandlungen in Washington eine gemeinsame Erklärung, in der sie zunächst betonen, daß die Welt die militärische und wirtschaftliche Abrüstung dringend notwendig habe. Es heißt dann weiter: wir haben uns bei unseren Verhandlungen von der Hoffnung leiten lassen, dah die Weltwirtschaft s k o n f e r e n z in London erfolgreich sein werde. Schnelle und weitgehende Lösungen sind nötig, um die Weltwirtschaft zu retten, wir find überzeugt, dah dies unmöglich ist, solange nicht gleichzeitig mit der wirtschaftlichen auch die militärische Abrüstung erzielt wird, wir betonen weiter die Rotwendigkeit, Hindernisse, die den internationalen handel stören, schnellstens aus dem weg z u räumen und halten die Schaffung staatlicher Geldverhält- nisse für ebenso wichtig. Fragen der Wirtschaft und der Währung sind so miteinander verflochten, dah beider Regelung Hand in Hand gehen muh. Bis die Wiederherstellung der Ordnung im Wirtschaftsleben ihre Wirkung tut, nämlich die Arbeitslosigkeit zu beheben, müssen Anstrengungen gemacht werden, den Erwerbslosen durch gesunde i n n e r p o l i t i s ch e Kreditausdehnung und durch ein einheitliches internationales Programm zur M o b i l i s i e r u n g ö f f e n t- licher und privater Kredite für produktive Zwecke zu helfen. Internationale Zusammenarbeit aber ist vor allem nötig, um das Wirtschaftsleben wieder herzustellen und den Frieden zu sichern, wir stimmen in dem festen Vorsatz überein, der Welt durch energische Inangriffnahme der gegenwärtigen Probleme im an- gedeuleten Sinne zu helfen. Das ZReid) stimmt dem Zollwaffenstillstand zu. Berlin, 12. Mai. (LAD.) Die Reichsregierung hat heute die Antwort an England wegen des Zollwaffenstillstands hinausgehen lassen und imPrinzip d e m Z o l l w a f f en st i l l st a n d bis zum 31. 3u I i zugestimmt. Sie hat dabei betont, dah die besondere Lage Deutschlands als größtes Echuldnerland der Welt das Reich natürlich zu einigen Vorbehalten zwingen müsse. Das Reich brauche bei seiner Handels- und währungspolitischen Lage f r e i e H a n d , wenn etwa neue Ereignisse eine neue Situation schaffen sollten. Das britische Kabinett billigt den Affront Haitshams. DieUnwirksamkcit militärischer Lanktionen London, 12. Mai. (Täl.) Am Freitag fand in der Amtswohnung Macdonalds eine Sitzung des Kabinettsausschusses für die Abrüstung statt. Hierbei wurden die A e u - herungen Lord Hailshams im Oberhaus über die Abrüstungspolitik besprochen. 3hrcm Inhalt wurde im allgemeinen zugestimmt. Das würde also bedeuten, dah die englische Regierung die Rede des Kriegsministers billigt. Der Kabinettsausschuß hat immerhin angeblich darauf bestanden, dah die Bemühungen unbedingt fortgesetzt werden sollen, um in Genf eine Einigung zustande zu bringen. 3n London fanden mehrere Besprechungen zwischen den diplomatischen Vertretern der einzelnen Länder über die Lage in Genf statt. Ll. a. hatte auch der deutsche Botschafter Unterredungen mit dem amerikanischen Sonderbotschafter Aorman Davis und dem englischen Auhenminister. „Evening Standard" beschäftigt sich mit den Darlegungen Lord Hailshams. Das Blatt glaubt zwar, die theoretische Richtigkeit der Erklärungen des Kriegsministers anerkennen zu müssen, weist aber darauf hin, daß in d e o Praxis eine Anwendung von Sanktionen nicht in Frage komme, selbst wenn durch ein Aufrüsten Deutschlands der Versailler Vertrag verletzt werde. Das Experiment, das Poincare mit der Ruhrbesehung unternommen habe, habe der Welt sowohl die Gefahr als auch die Unwirksamkeit militärischer Sanktionen handgreiflich vor Augen geführt. Finanzielle oder wirtschaftliche Strafmahnahmen könne man nur durchführen, wenn man gleichzeitig das Risiko einer katastrophalen Störung der Wirtschastsstruktur Europas auf sich zu nehmen gewillt sei. Unter Anspielung auf die Verhältnisse im Fernen Osten und inSüdamerika erklärt das Blatt, die notorische Unfähigkeit des Völkerbunds, die in der Völkerbundssatzung vorgesehenen militärischen Sanktionen gegen Staaten durchzuführen, die nicht nur Verträge mißachten, sondern offen einen Kriegszustand erklärt haben, stehe fest. Angesichts solcher 'Verhältnisse sei es müßig, über die Anwendung von Sanktionen gegen einen Staat zu diskutieren, der seine Absicht ankündige, die Abrüstungsklausel des Versailler Vertrags zu „mißachten". Rosenbergs Besuch in London Endlich Entschuldigungen in Mr englischen Presse. London, 12. Mai. (WTB.) 3m Claridge- Hotel, in dem Rosenberg zur Zeit wohnt, kam es zu einem Zwischenfall. Als die Hotelgäste beim Mittagsmahl sahen, erhoben sich plötzlich ein Mann und eine Frau von ihrem Tisch und versuchten unter Verteilen von Flugschriften Reden gegen d i e Hitler-Regierung au halten. Unter allgemeiner Aufregung wurden die beiden von den Kellnern aus dem Hotel verwiesen. Die Demonstranten gehörten der Kommunistischen Partei an. Der im Auftrage Adolf Hitlers am Gefallenendenkmal niedergelegte Kranz ist bis jetzt nicht an seinen Platz zurück gelegt worden. Er befindet sich noch immer in Polizeigewahrsam. Am Donnerstag war der Kranz aus kurze Zeit wieder zu dem Denkmal gebracht worden, wurde aber später von der Polizei erneut entfernt, angeblich, um weitere Zwischenfälle zu verhüten. Am Freitag wurde am Fuh des Gefallenendenkmals eine einzelne Lilie mit der Karte eines Amerikaners gefunden, die eine Schmähung gegen den deutschen Reichskanzler enthielt. Ein Polizist entfernte die Karte. * Die Zwischenfälle, zu denen es bei dem Besuch Rosenbergs in London gekommen ist, finden endlich auch in einigen englischen Blättern die verdiente scharfe Zurückweisung. So schreibt die kon servative „M o r n i n g p o ff, das britische Publikum wird mitWiderwillen von den groben Ungehörigkeiten gegen Rosenberg ge- hört haben, der als beglaubigter Vertreter Hitlers gekommen ist, um die britische Auffassung von den letzten Ereignissen in Deutschland kennenzulernen. Er hat seine schwierige Mission m i t H ö f l i ch k e i t und mit Takt durchgeführt. Das mindeste, was er hätte erwarten können, wäre gewesen, daß ihm dafür die gleiche Behandlung zuteil würde. Moskau kann Dutzende von Leuten verhaften und sie kaltblütig niederschießen lassen, ohne auch nur den leisesten Tadel bei den Sozialisten zu fin = den und ohne, daß eine einzige sozialistische Anfrage im Unterhaus erfolgt. —„Daily Telegraph" schreibt: Die Zwischenfälle am Kenotaph sind unverzeih l i ch. Kundgebungen außerhalb ober innerhalb des Hotels von Herrn Rosenberg sind zwecklos. Das ein zige Ergebnis ist, daß solche Vorgänge, wenn sie in der deutschen Presse gemeldet werden, (Erbitterung Hervorrufen. Einem Gezänk dieser Art sollte ein schnelles Ende bereitet werden. Es ist sehr unenglisch. Die Sitzung des Reichslabinetts. Berlin, 12. Mai. (WTB.) Das Reichskabinett beschäftigte sich in seiner Sitzung am Freitagoormit- tag zunächst sehr ausführlich mit einem Gesetzentwurf zur Äenderung st ra frech NicherVor s ch r i f t e n , die durch die politische und geistige Unv fteüung notwendig geworden ist, ohne die Beratungen hierüber zu einem endgültigen Abschluß zu bringen. Ferner verabschiedete das Reichskabinett ein vom Reichswirtschaftsministerium vorgelegtes Gesetz über Zwecksparunternehmungen und bc- schäftigte sich noch mit einem Gesetz gegen d i e Tierquälerei und einem Gesetzentwurf über Mißhandlung von Kindern. Die Strafen für Tierquälerei und Kindermihhandlung dürsten danach erheblich verschärft werden. Die Aussprache über die p o l i t i s ch e u n d w i r t- schaftspolitische Lage, wie sie sich nach den letzten Vorgängen in Genf und mit Rücksicht auf die Verhandlungen des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht in Washington sowie in Anbetracht der für die Weltwirtschaftskonferenz zu fassenden Beschlüsse ergibt, wurde durch eine kurze Mittagspause unterbrochen. In der Nachmittagssitzung des Reichskabinetts, an der auch die inzwischen im Flugzeug eingetroffenen Reichsminister v. Blomberg und Göring teilnahmen, sprach zunächst Reichsaußenminister Freiherr v. Neurath über die Lage in Geni. worauf Reichskanzler Adolf Hitler zu der politischen Lage im allgemeinen Stellung nahm. Reichsmmister 0r. Goebbels über seine Aomreise. Berlin, 11. Mai. (CNB.) Reichsminister Dr. Goebbels erklärte der Nationalsozialistischen Parteikorrespondenz über seine für Ende dieses Monats vorgesehene Reise nach Rom: Meine Reise filt vor allem der Aufnahme von persön- ichen Beziehungen zu den italienischen Re- gierungs» und Parteistellen. Ferner werde ich mich mit der Klärung einer Reihe von gUmfragen in Rom persönlich beschäftigen. Auch andere kulturelle Aufgaben sind zu erledigen. So beabsichtige ich, auf die Organisation eines Gastspielaus- trage bcS Reichsministers D r. Goebbels in Athen weilende D r. Leyhausenüber die Weltbedeutung der Dichtkunst. Die Dichtkunst des jungen Deutschlands, so führte er il a. aus, wolle auf geistigem Gebiet die Olympiade erweitern und damit den wahren Gei st des Friedens unterstützen. Er überbringe die Einladung an alle Nationen, zur «Olympiade des Dramas", um eine neue geistige Internationale zu schaffen, eine Internationale in höherem, rein geisti- g e n Sinne. Eie vermöge allein ein Friedenswerk über Jahrhunderte hinaus zu schaffen. Die Idee fand begeisterten Beifall bei allen Anwesenden. Griechenland erhofft einen Siegeszug dieser von der neuen deutschen Negierung proklamierten Idee. Die Stadt Delphi hat Dr. Leyhausen zu ihrem Ehrenbürger ernannt. tausche- deutscher und italienischer Opern zwischen Rom und Berlin und anderer Maßnahmen im Sinne einer geistigen Annäherung der beiden Nationen hinzuwirken. Reichsminister Dr. Goebbels erklärte weiter, daß er sich im Hin- blick auf das in nächster Zeit in Deutschland zu er- wartende Pressegesetz ganz besonders auch über die Erfahrungen unterrichten werde, die mit dem italienischen Presserecht gesammelt wurden. Die Olympiade des Dramas. Griechenland begeistert über den Vorschlag von Dr. Goebbels. Athen, 10. Mai. (SU.) In der Aula der Universität sprach in Anwesenheit des griechischen Ministerrats, des Diplomatischen Korps und zahlreicher Geisteswissenschaftler der im Auf- Aufbau eines neuen deutschen Volksrechts. Oie Minister Kerrl und $ronf sprechen auf einer großen Zuristenkundgebung in Berlin. Kleine politische Nachrichten. Reichspräsident v. Hindenburg empfing den Reichsminister des Auswärtigen, Freiherrn v. Reurath, zum Dortrag über die außenpolitische Lage. Berlin, 12. Mai. (DDZ.) Unter dem Leit- wort „Für deutsches Recht und deutsche Rechtspflege" fand in Berlin eine große Kundgebunz statt, zu der der preußische Iustizminister und der Reichskommissar für die Gleichschaltung der Justiz in den Ländern, im Einvernehmen mit dem Präsidium der preußischen Anwaltskammern und dem Bund nationalsozialistischer deutscher Juristen eingeladen hatte. Der neue Dorsihends der Anwaltskammern Rechtsanwalt Dr. N e u - b e r t begrüßte die Vertreter der Regierungen und Parlamente, die Spitzen der obersten Gei richte, der Hochschulen und der Wirtschaft. Oberpräsident Kube, der Führer der nationalsozialistischen Preußenfrak- tion sckliderte den Zerfall Des Rechts in den letzten 14 Jahren, erinnerte an die Femeprozesse, die ein Iustizskandal für alle Zeiten bleiben würden und stellte ihnen das schleppende Verfahren oder die überhaupt nicht erfolgte Verurteilung in großen Korruptionsskandalen gegenüber. Kube erinnerte dann an die ungerechte Behandlung, die gerade die Nationalsozialisten vielfach vor den Gerichten gefunden hätten. All das habe in den breiten Massen der Nation eine I u st i x t r i f e ausgelöst, an der das deutsche Richtertum, soweit es unpolitisch war, be- stimmt unschuldig gewesen sei. Der Richter soll gerecht sein, aber die Objektivität findet ihre Grenze da, wo es sich um Fragen der Nation handelt. Die Lebensinteressen der Nation hat der Richter rücksichtslos über das formale Recht zu stellen. Wir danken dem preußischen Kabinett, daß endlich einmal zwei Mörder wieder enthauptet worden sind. Sorgen wir dafür, daß Richter und Volk, Rechtspflege und Nation wieder eins werden. Der preußische MizministerKerrl erklärte: Seit jenem mit goldenen 'ttern in der Geschichte verzeichneten 30. Januar, wo der verehrungswürdige Reichspräsident dem Führer der lungen Ration die Hand reichte, sind Wünsche und Traume verwirklicht worden, denen das nationale Deutschland durch Jahrhunderte vergeblich nach- hing. Diejenigen, die heute die Macht in Reich und ©toat in der Hand haben, wissen genau, daß man nicht von oben herunter Gesetze machen kann sondern daß man nur das in Gesetzesform prägen kann, was in Wahrheit schon im Volk innerlich erschaffen und Wirklichkeit geworden ist. Der sozialistische Drang ^.ur Gemeinschaft lebt im Menschen und findet seinen Ausdruck schon in der Familie. 4 nn toirft du das Höchste erreichen können nach der göttlichen Ordnung, wenn du willig ausgehst in dieser sozialistischen Gemeinschaftsordnung, die aus deinem Blut ist, die du lieben muht, weil dein Blut es so will, weil der kotegorische Imperativ in deinem Blut erklingt. Hitler bringt die Vollendung der Kant- schen Lehre. Dieser kategorische Imperativ ist ein sozialistischer, aus dem Blut gewachsener- Du sollst wissen, daß du als Einzelner nichts bist, sondern die Ration alles sein muß für dich! (Lebhafter Beifall.) Das Recht, das von außen kommt, ist nichts, nur das Recht, das mit uns geboren ist, wird uns zum Glück führen können. Freiheit ist nach deutscher Gesinnung nicht Zügellosigkeit, sondern Zucht und Ordnung. Zum Recht gehört die Pflicht, und aus der Pflicht erwächst das Recht. So muß das kommende Recht gebildet werden, das Recht, das mit uns geboren ist und dem wir seine Auswirkung in der Wirklichkeit verschaffen wollen. Es ist nicht abhängig von irgendwelchen Buchstaben und Paragraphen, und es ist nur möglich durch diePersönlichkeitdesdeut- schen Richters. Der „königliche Richter" nur wird königliches Recht in Deutschland schaffen tonnen, nicht der Paragraph, nicht das Buchstaben- recht. Wir müssen hinweg von der Lieberfülle der Gesehesmacherei. Reichskommissar und bayerischer Mizminlfler Dr. Frank IL, der Führer des Bundes nationalsozialistischer deutscher Juristen, kennzeichnete den Nationalsozialismus als letzte, ganz große germanische Revolution. Zum erstenmal wieder ist es möglich, daß der Begriff der Rasse Eingang in das Recht findet und daß das Recht nicht als Domäne abstrahieren- der Geisteskunststücke vegetiert, sondern sich zurückverlebendigt in das Bewußtsein des Volkstums. Dr. Frank erklärte, er wolle ausdrücklich feststellen, daß der Kampf um das deutsche Recht eine nationalsozialistische Angelegenheit ist und ausschließlich von den Machtexponenten dieser Bewegung geführt wird. (Beifall.) Bis spätestens Ende dieses Monats werde es in ganz Deutschland nur noch eine große Juristenorganisation, die nationalsozialistische, geben. Wir müssen unseren Geist genau so rücksichtslos i n d i e Gerichtssäle und in den Dorlesungsbereich der Fakultäten tragen, wie wir es in anderen Lebensbereichen des deutschen Volkes getan haben. Wir haben vom deutschen Volk die Macht bekommen, dem Volk sein Recht wieder zurückzugeben. Wie es in Bayern bereits geschehen ist, so werden wir im ganzen Reich dafür sorgen, daß die Prüfung aus römischem Recht augenblicklich in jeder Form eingestellt wird. Demgegenüber wird in den Vordergrund zu treten haben der Umbau der Erziehung des jungen Menschen zum Recht überhaupt, zum Bewußtsein der Erkenntnis, daß das Recht kein letztes Ziel sein kann, sondern immer nur Mittel zum Zweck. Eine richterliche Objektivität, die identisch ist mit der Verkennung dieses Zwecks, ist ein Mißbrauch des Rich- tertums. Der deutsche Staat wird in Zukunft Anspruch darauf erheben können, daß seine und des Volks Interessen auch die Basis der richte rlichen Objektivität sind. Sitte Neutralität ist vom Uebel oder sie ist Heuchelei. (Beifall.) Das Tempo der nationalen Revolution bestimmt unser Führer. Niemals aber wirb der Bund nationalsozialistischer Juristen von der Forderung ablassen, daß alle Juden restlos aus jeder Form des Rechtslebens herausmüssen. (Stürmischer Beifall.) Dr. Frank kündigte an, daß die Strafrechts- - reform baldigst in Angriff genommen werden soll, • ebenso die Reform des Zioilprozesses. Noch im Laufe der nächsten Woche werde eine umfangreiche Novelle zum Strafgesetzbuch 1 vom Reichskabinett angenommen werden, in der olle ersten und dringenden Wünsche befriedigt werden sollen, wie die Verschärfung der Strafen auf dem Gebiet der Untreue, der Korruption und der Tierquälerei, die Beseitigung der Strafbarkeit studentischer Mensuren usw. Der Staat ist nicht gewillt, die Humanitätsduselei vergangener Epochen fortzusetzen. (Beifall.) Wir stellen in den Mittelpunkt unserer Arbeit das Volk, und den Verbrecher werden wir so jagen, daß er das Zittern vor dem Staat lernen soll. Dr. Frank kündigte dann an, daß als Gegenstück zur Front der deutschen Arbeit schon bald die Front des deutschen Rechts gebildet sein werde, die ebenfalls den Führer Adolf Hitler bitten werde, die Schirmherrschaft zu übernehmen. Die Kluft zwischen Justiz und Volk ist für alle Zeiten in Deutschland geschlossen. (Stürmischer langanhaltender Beifall.) Oie weiteren Redner. Der Dekan der Juristischen Fakultät der Berliner Universität Geheimrat H e y m a n n erklärte im Auftrag sämtlicher Dekane der juristischen Fakultäten auch der übrigen deutschen Universitäten, sich zur Mitarbeit an dem großen Ziel der Erneuerung des deutschen Rechts bereit Der stellvertretende Vorsitzende im Präsidium der Preußischen Anwaltskammer Graf von der Goltz erklärte, die Anwaltschaft begrüße den n e u e n S t a a t, sei doch in ihm Platz nicht für den Verschleierer des Unrechts, sondern für den Helfer am Recht und damit am Volk. Als Vertreter Deutschösterreichs erklärte der Landesleiter Oesterreichs im Bund nationalsozialistischer deutscher Juristen Dr. B e r t i s a u : Wenn es eine Regierung eines absterbenden Systems über sich brachte, die Minister des befreundeten deutschen Reichs agitatorisch zu nennen, so weise ich das im Namen von Hunderttausenden von Deutschöster. reichern e n t s ch i e d e n z u r ü ck. Mit Ihnen werden wir um ein deutsches Recht kämpfen, und es wirb unsere Aufgabe fein, ein neues Recht im großen nationalsozialistischen deutschen Staat Adolf Hitlers zu schaffen! Der Landesleiter Preußen im RS.-2uristen- bund Ministerialdirektor Dr. Freister gab unter stürmischem Beifall als amtliche Erklärung des preußischen Justizmini- st e r s bekannt, daß diejenigen aus dem Kampf im Deutschlands Freiheit, die vom alten tem zu Mördern erklärt wurden, jetzt feierlich st zu Helden der Ration erklärt werden. Da gebe es keine Rachprüfung nach formalem Recht und keinen Richterspruch, das Gewissen des Volks habe gesprochen. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf das deutsche Vaterland, die nationalsozialistische Bewegung, das Staatsoberhaupt und den jungen Führer Adolf Hitler, sowie mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel-Lieds fand die Kundgebung ihren Abschluß. Dollfuß verbietet eine Wiener Tagung des Nationalsozialistischen Zuristenbundes. Wien, 11. Mai. (END.) Die Tagung des Nationalsozialistischen Deutschen Iuristenbunde«, die für Samstag, den 13. Mai abends vorgesehen war, ist nach Mitteilung der Gauleitung Wien der NSDAP, verboten worden. Dagegen findet die für Sonntag, den 14. Mai vormittags angesetzte Gedenkfeier zur 2 5 0. Wieder - kehr der Befreiung Wiens, die ebenfalls verboten wurde, bereits am Samstag um 8 Ahr statt. Reichsjustizkommissar Minister Dr. Frank, der preußisch«? Iustizminister K e r r l, der Präsident des Preußischen Staatsrats Dr. Ley und die übrigen Herren aus Berlin treffen am Samstagnachmittag auf dem Flugplatz in Aspern ein. Der Gemeinüerat der Heimatstadt des R e i ch s- statthalters Sprenger, Oberhausen in der Pfalz, hat in seiner Sitzung vom 7. Mai Sprenger zum Ehrenbürger ernannt * In der konstituierenden Sitzung des Mecklen - burg-Strelitzer Landtags erklärte der Präsi- dent, der nationalsozialistische Abgeordnete Schernau, daß seine Fraktion nunmehr die Gleich, s ch a l t u n g in vollem Umfange verlange. Er habe deshalb den bisherigen Staatsrat Dr.Stichtenoth zum Staatsminifter ernannt. Staats- Minister Dr. Michael (DNVP.) gab eine Erklärung ab, daß er sich weiterhin als im Amt befindlich betrachte. Nach Rücktritt des bisherigen Präsidenten Dr. Brandes wurde der Leiter der Agrarpolitischen Abteilung der NSDAP. Walter Darre zum Präsidenten des Deutschen Landwirtschaftsrates ernannt. Reichswirtschaftsminister a. D. Dr h. c. Hamm hat seinen Urlaub als geschäftsführendes Prä- sidialmitglied des Deutschen Industric- und Handelstages erbeten und erhalten. In das geschäftsführende Präsidium wurden hinzugewählt: Kommerzienrat Haensel, Berlin; Hecker, Hannover: Dr. Kilpper, Stuttgart; Kuebarth, Königsberg: Dr. Kurt Schmitt, Berlin (Allianz), Dr. Freiherr von Schröder, Köln; Dr. Lu er, Frankfurt a. M.; Dr.' Tengelmann, Essen, die sämtlich der NSDAP, nahestehen. • Der Zentralverband deutscher Hausund Grundbesitzeroereine hat im Sinne der nationalen Regierung die organische Umstellung seines Vorstandes vollzogen. Das Präsidium setzt sich nunmehr zu ammen aus: Major a. D. Rönne- b e r g als Der rauensmann des Reichskommisiars für die Wirtfcha t, Dr. W a g e n e r, Josef Humor- München, Abg. Metz. Berlin. Für die angeschlosse- nen Verbände werden sofort die ^ür ihre einheitliche Umstellung notwendigen Richtlinien herausgegeben. * Der Schweizerische Bundesrat hat das Tragen von Parteiuniformen und Abzeichen verboten. Zuwiderhandelnde Personen werden mit Geldstrafen bis zu 1000 Schweizer Francs bestraft. Gegen Ausländer kann außerdem Ausweisung bis zur Dauer von 10 Jahren hinzutreten. „Die Kirche islkeinTaubenschlag" Starker Rückschlag der Kirchenaustrittsbewegung. Berlin, 10. Mai. (DDZ.) In unterrichteten Kreisen der Evangelischen Kirche wird erklärt, daß im Zusammenhang mit dem nationalen Erwachen des deutschen Volkes die Kirchenaustrittsbewegung nicht nur einen st a r- ken Rückschlag erfahren habe, sondern daß sehr zahlreiche Wiedereintritte in d ie Ev angelische Kirche erfolgt sind. So erfreulich diese Rückkehr zur Kirche sei, so müsse man bei dem Rückstrom doch eine gewisse Vorsicht walten lassen, denn die Kirchs sei kein Taubenschlag. Wer zur Kirche zurückkehren wolle, müsse in erster Linie d i o notwendigen inneren Voraussetzungen mitbringen. Einzelne Kirchenregierungen hätten daher schon verfügen lassen, daß vor der Wiederaufnahme in die Kirche in jedem Cinzel- salle erst eine seelsorgerische Rücksprache erfolgen solle. Am zweckmäßigsten erscheine es, wenn diejenigen, die den Wiedereintritt vollziehen wollten,, sich zunächst mit dem für sie zuständigen Geistlichen in Verbindung setzten. In der Praxis habe sich besonders auch gezeigt, daß vielfach Eltern, die vor längerer Zeit in unüberlegter Weise ihre Kinder vom Religionsunterricht abgemeldet hatten, kurz vor der Konfirmation die Kinder einfach wieder anmeldeten, um sie konfirmieren lassen zu können. Da an sich der volle Religionsunterricht und der ganze Konfirmandenunterricht die Voraussetzung für die Konfirmation seien, dächten die maßgebenden Kirchenstellen an die Einrichtung eines Notunterrichtes. Begründungen. Von Waldemar Bonfels. Der vielgereiste Dichter der „Biene Maja" und der „Jndiensahrt" stellt der deutschen Presse aus Capri folgende Ausführungen zur Verfügung. Es ist über den Antisemitismus als geistige Forderung des deutschen Menschen ein allge- mein oerjtändliches Wort zu sagen, da eine Fülle (o falscher Einstellungen, so entstellter 'Begriffe und kleinlicher Forderungen die Gemüter bewegt oder manches allzu rasche und unvorsichtige Urteil des Auslandes verständlich wird. Spricht man pier, in Paris und London mit gebildeten Juden |o hort man Einschätzungen des Deutschtums und der neuen Regierung, die weit unüberlegter und vor- eihger sind, als sie in Berlin in Kreisen der gebilw beten Deutschen jemals über bas Judentum gehört worden sind. Was aber ärger und ärgerlicher berührt als diese beiläufigen und rasch vergäng- lichen Aeußerungen entflammter Temperamente ist d.e beziehungslose und trostlose äußerlich orientierte Einstellung der eigenen Landsleute, die die beut- |dje Bewegung gegen ben überhanbnehmenben Ein- fluß jüdischen Wesens verteidigen. Die Disputationen enden zuweilen ober gewöhn- damit, baß ein empörter ober beletbigfer Fremb- ftammiger mit Leibenschaft unb Ueberzeugung be= bauptet, seine Starninesgenossen würben einzig prer Tugenben wegen verfolgt, unb ihre Bebränger feien eine Horbe desitzgieriger Barbaren, bic sich in blinder Wut auf florierende Warenhäuser stürzten. Etwas anders liegen die Dinge in Deutschland. Die Begleiterscheinung der Straße unb Gasse, unvermeidlich bei starken Umwälzungen eines Volkes, unb jeden Volkes, sind von gebildeten deutschen Menschen und der Regierung weder gewollt noch veranlaßt worden; sie zum wesentlichen Merkmal der ganzen Bewegung zu machen, ent- Ipröche etwa dem Urteil eines Bibelforschers, der Christus für einen notorischen Trinker erklärte, weil er bei der Hochzeit zu Kana Wasser in Wein verwandelt hat. Die entscheidenden Ursprünge der ganzen leidenschaftlichen Erhebung gegen die lieber- macht fremden Einflusses wirkt sich naturgemäß als Lärm auch auf der Gasse aus, aber sie ruhen unb wirken in ganz anberen Tiefen unb suchen ganz anbere Hohen ber Läuterung. Zunächst geht es uns burchauch nicht um einen Rangstreit, die Betonung von besser ober geringer, von wertvoller ober wertloser als Vergleich zwischen Deutschen unb Juben sollte qleich- mutiger verklingen, aufrecht erhalten läßt sich je- boch unentstettbar ber einfache Begriff ber Ver- schiebenheit, unb darum geht es wesentlich. Der Jude ™ ers als wir, unb biefer Unterschieb wirb zunächst m einer ost übersehenen Tatsache beutlich, und zwar in ber Altersverschiedenheit ber Völker, ■tue Juben haben schon vor etwa breitaufenb Jah- ren eine außerorbentlich ausgesprochene völkische Ki.ttun emt N^w^aemeinschaft unb e'inc * nfm« fHlC Demschen bagegen besitzen erst !5't . fünfhundert Jahren eine feftgelegtc Schriftsprache. Von diesem Standpunkt aus, der sÄ^i-n°iÄ QnJ?eren Gültigkeit haben mag, läßt J.t Ieid,Lrul?9er unb sachlicher betrachten, was ^inachst entscheidend auf den weiten Gebieten der Geisteskultur und des Seelenlebens trennt, so ausschlaggebend und sogar vernichtend trennt, daß die ment^nn? m SS*??* Unb. Handels, ber Tempera« mente unb Gewohnheiten darüber ins Nichtige ab« iinn*A6mnn/5r b“nbelt s'6) hier nicht mehr um bas ledern um bas seelische unb geistige & x tafelns selbst, um bie organische Entfal- f E Unb ^Wachstum bieses Lebens in völkischer unb religiöser Gemeinschaft geklärte, Überhelle unb kritisch Überspitzte aniemp ^» -Udischen Menschen ist, immer weit unb allgemein volkerentwicklungsgeschichtlich betrachtet em viel zu penetrantes Element der Einwirkung -IUn9xrC-5 VE' da cs ben in natürlichem Beburrms unb im eigenen Rhythmus fortschreitenden Prozeß des Werdens unb Seins in eine X BiIbbfürUhern1^ ^ufgelichtetheit reißt. Um9 ein Bilb für den Vorgang zu brauchen, ben es mir deutlich zu machen gilt; Jede Blüte des Seelenlebens uno der geistigen unb religiösen Forderung, des Herkommens unb ber Ideenwelt wird gewaltsam ausgezerrt s.e wird dem höchsten, dem heiligsten (gement ihres Wachstums, ihres Daseins entrissen, dem Geheimnis. 11 ' Im Geheimnis ruhen und wirken, walten und gedeihen die Kräfte eines Volkes, das seine Zeit der Kultur und Blüte noch nicht hinter sich hat, wie alles Wachstum im Geheimnis atmet. Mit ihm, dem Geheimnis, verbinden sich die Empfindsamkeit des Keimens, Befangenheit und eine Verletzbarkeit der Gemütskräfte, sowie der Wille auch zum eigentümlichen Unwert unb ber Freiheitsdrang, auf die Klänge des eigenen Gewissens zu lauschen. Der tödliche Feind nun, der Andacht und Glauben verwirrt, ist der Vorwitz, der Witz im Sinne geistiger Ueberheblichkeit ober Enbgültigkeit, da er an Stelle bes Humors tritt, baß heißt an Stelle ber liebevollen, artzugehörigen Verstänbniskraft für bic Beschaffenheit unb Notwendigkeit auch ber besonderen Schwächen unb Fehler. Goethe sagt einmal ben prachtvollen Satz: „Es ist leicht, witzig zu sein, wenn man vor nichts Respekt hat." Diese Respektlosigkeit ist bei allem Intellekt und aller Sentimentalität ber Mischen Natur, offentunbig ober latent, bas zehrende Gift an der Unbefangenheit des deutschen Gemüts. Wer geschärften Sinnes, auf rechte Art empfindlich, zeiterfahren und herzlich beteiligt, den Klang des letzten Wortes gehört hat, wird daran erinnert worben fein, wieweit dieser einfache unb hohe Begriff, ber Begriff des „deutschen Gemüts", in die Regionen des Fragwürdigen und Lächerlichen gezerrt worben ist. Damit ist bas Wesentliche berührt, ber tiefe dunkle Klang ber Ablehnung, bie verborgene Vorsicht, der Gegenwille, bie bie Völker vor bem Judentum warnen, unb wahrlich nicht nur ober zuerst das deutsche Volk. Hier liegen bie Wurzeln ber Wi- berjtänbe, geboren aus bem Unterbewußtem für bie Gesahrbuny ber eigenen Natur als Mutter bes Geistes und feiner Entwicklung. Hier trübt bas jüdische Wesen jedes klare Wässerchen schon an der Quelle. Wirkung ist um so oefährlicher, als sie atmo« sphansch ist, tm Beginn für bic Unbefangenen kaum nachweisbar, unb in der Entfaltung oft von scheinbarem Vorteil. Die Gegner unferer Bewegung haben in den meisten Fallen keine richtige Vorstellung davon, ™ie weit dieser Einfluß in Deutschland gegangen ift. 3d) toJfe bie im Praktischen erkennbaren Tat- fachen, be» Kandel, die Bank oder bie Börse hier aus bem Spiet, es geht mir nicht um die Dertei- bigung vergänglicher Güter, aber in Deutschland bestimmten in den letzten Jahrzehnten die Juden, welcher Maler, Bildhauer oder Musiker Beachtung zu finden habe. Sie entschieden darüber, welche Schriftsteller und Dichter eines Verlegers würdig feien, und die Großftadtpreffe bot zu überwiegenden Teil im Inland und Ausland das Tagesangesicht Deutschlands im Spiegel der jüdischen Auffassung. Sie beherrschten die Kritik, und wir erfuhren durch sie, wieviel Achtung wir verdienten. Dem unpolitisch eingestellten Staats- und Kleinbürger sind diese Tatsachen auch in Deutschland bis vor kurzem noch zum auten Teil unbekannt gewesen, wie den meisten Ausländern, und ich betone noch einmal, in ernster Sorge um ben Ruf meiner Sachlichkeit: Kein Werturteil soll diese Ausführungen rechthaberisch ober einseitig in bas zweifelhafte Licht voreiliger Parteinahme brängen, unb der unwürdige Ton bleibe fern, wohl aber soll die Frage Gültigkeit behalten: Ist es das Recht eines Volkes, feine Wefensdinge in der Wahrheit ober im Geist feiner eigenen Beschaffenheit zu führen, zu lieben, zu verwerfen unb zu pflegen? Gefragt haben wir oft, mit viel heimlichem Leid und mancher Enttäuschung nach diesem Recht, jetzt wirb es behauptet unb genommen, unb ich sehe nirgends, baß mehr genommen worben ist. Unb um noch einmal aus ben Nieberungen der Tagesfragen bie Helligkeit unb rechte Güte bes Willens zur Eigen-Art zu gewinnen: Es ist uns mit einiger Erkenntlichkeit nicht unwillkommen gewesen, in ber Ratio ber überlichteten Dorgestoßenheit mancherlei zu erfahren unb zu wissen, was wir im Grunbc nicht haben glauben können, aber in Wahrheit tragen mir boch Verlangen danach, nur das zu wissen, was wir glauben können, das heißt, was wir sind. Man beginnt Sinn für diese Tatsachen und Einstellungen zu gewinnen, aber es ist wichtig für sich unb anbere, bie Grünbe dafür aus weiterer Einsicht unb Tiefe zu erhalten, unb bie Disputation aus den Gefilden gewöhnlicher Interessen zu verbrän« gen. Was aus solchen Nieberungen an Wiberspruch aufsteht, ist ohne Belang für bie heraufdrängende Freiheit neuer Kräfte. Was darüber verloren gehen mag, soll ertragen werden. Es ist immer noch besser. auf eigene Art ein Gescholtener zu fein, als auf fremde Art ein Gelobter. Aus der provinzialhaupistadt. Oie Ausstellung von Reisepässen. Das Polizeiamt Gießen weist auf folgendes hin: Mit Rücksicht auf die bald einfetzende Reisezeit ist es vorteilhaft, die Reisepässe rechtzeitia, spätestens fünf Wochentage vor Antritt der Reise, bei dem zuständigen Polizeibezirk zu beantragen, damit ste nach dieser Zeil auf dem Poltzeiamt, Zimmer Rr. 40 (Paßstelle) in Empfang genommen werden können. Rur in ganz dringend gelagerten Fällen (schwere Erkrankung, Todesfall) kann die Äusstelluna eine» Passes In kürzerer Zeit vorgenommen werden. Bereits auf die Dauer von fünf Jahren ausgestellte Pässe werden mit Ablauf ungültig, eine Ber- länaerung ist nickt mehr möglich. Die Paßbilder müssen au» neuester Zeit sein, die Gleichheit der dargestellten Person mit dem Paßinhaber Zweifels- frei erkennen lassen und dürfen einen Stempel oder Teile eine» solchen nicht tragen. Bei der Beantra- B muß die oetresfende Person, auf die der Paß n soll, selbst erscheinen, auch die Abholung des Passes muß vom Inhaber aus dem Polizeiamt (Paßstelle) erfolgen, da eine eigenhändige Unterschrift zu leisten ist. Minderjährige bedürfen zur Ausstellung eines Passes der Einwilligung de» gesetzlichen Vertreters Maiers oder gerichtlich bestellten Vormundes). Personen, welche noch keine sechs Monate hier ge- meldet sind, müssen eine Unoedenklichkeitsbescheini- aung ihre» letzten Aufenthaltsortes bei der Antrag- stellung oorlegen. Gckwerkriegsbeschädigtenfahrt der AG.-KriegSopferversorgung. Don der NS. -Kriegsopfer Versorgung ber Kreisleitung Gießen der NSDAP, wird unS mitgeteilt: Alle schwerkriegsbeschädigten Kameraden wollen sich am Sonntagvormittag um 9 Uhr an der Universität, Ludwig st raheundLud- w i g s p l a tz , einfinden. Abfahrt findet pünktlich 10 Uhr statt. Die Kameraden, die von der Wohnung geholt werden müssen, wollen uns dies SamStag nachmittag bekanntgeben. Kosten sind mit der Fahrt nicht verknüpft. Die Ortsgruppenleiter des Kreises Gießen wollen dasür Sorge tragen, daß die Teilnehmer rechtzeitig nach Gießen befördert werden, gegebenenfalls unS die- mitteilen. Anfahrt der Wagen ab 8 Uhr. Erwünscht ist es, daß dieselben bereits geschmückt sind. Heil Hitlerl Pape. Oberhessischer Kunstverein. Dom Oberhessischen Kunstverein wird uns geschrieben: Die neue große Ausstellung des Kunstvereins, die am 14. Mai beginnt und nur drei Wochen läuft, zeigt eine reiche Auswahl von Arbeiten verschiedenster Künstler. Den Mittelpunkt bildet die große Kollektion von Gemälden Eugen Spiros, des 1874 in Dreslau geborenen, und schon vor dem Kriege durch eine Reihe bedeutender Porträts bekannten MalerS. Auch hier in Dießen werden seine Arbeiten sicherlich bei allen Kunstfreunden große Anerkennung finden. 25 große Bilder geben eine ausgezeichnete Ueber- sicht über daS Schaffen deS Künstlers in den letzten Zähren. Ihm gegenüber steht der junge Professor Rudolf Hellwag, Berlin, alS Landschaftsmaler, der vor allem am Neckar viel gemalt hat und seine Kunst in etwa 15 Bildern zeigt. Kleinere Arbeiten zeigen der Maler Rudolf Poeschmann, Dresden, 1878 in Plauen geboren, Schüler von Karl Bantzer, mit 15 Aquarellen deutscher Städtebilder, und der junge Graphiker Herbert Knorr, Braunschweig, mit einer großen Auswahl von Radierungen und Holzschnitten. Ganz für sich steht neben diesen vier Künstlern die Malerin Else Luthmer au« Frankfurt a. M. mit einer Reihe von farbigen Skizzen au« Deutschland und aus dem Süden. 3m ganzen bietet diese Ausstellung eine gegenüber früheren Ausstellungen große Reichhaltigkeit und Dielseitigkeit, so daß sie sicherlich in Gießen An die Mutter. Don 3. W. von Goethe. Obgleich kein Gruß, obgleich kein Brief von mir So lang dir kommt, laß keinen Zweifel doch In» Herz, als wär' die Zärtlichkeit des Sohns, Die ich dir schuldig bin, aus meiner Brust Entwichen. Nein, so wenig als der Fels, Der tief im Fluß vor ew'gem Anker liegt. Aus seiner Stätte weicht, obgleich die Flut Mit stürm'schen Wellen bald, mit sanften bald Darüber fließt und ihn dem Äug' entreißt, So wenig weicht die Zärtlichkeit für dich Aus meiner Brust, obgleich des Lebens Strom, Vom Schmerz gepeitscht, bald stürmend drüber sließt Und, von der Freude bald gestreichelt, still Sie deckt und nie verhindert, daß sie nicht Ihr Haupt der Sonne zeigt und ringsumher Zurückgeworfne Strahlen trägt und dir Bei jedem Blicke zeigt, wie dich dein Sohn verehrt. Oie deutsche Mutter. Don Maria Kahla, GOS. . grünen Daumschattcn des Warmbrunner Parks steht das Ehrenmal der deutschen Kriegs- mutter: eine nur in großen Umrissen aus Stein gehauene schlanke Frauengcstalt. ganz cinge- schlossen in ihr Mutterweh, und dennoch erhoben und entrückt, wie über sich selbst erhöht in ihrer stolzen Haltung Sie hat cs gesehen, das „Haupt voll Blut und Wunden", aber sie ist nicht vor ihm zufammengebrochen, sie trägt cs in ihrem Herzen: sie hat das bleiche zerrissene Todesblld in ihr Herz gebettet: ihr Blut, das neue Söhne gebären soll, strömt das heilige Blut des geopferten in das werdende Leben. Darum steht sie aufrecht, mit hegenden Armen umschließt sie in sich Unsterblichkeit. Um ihr schmales leicht geneigtes Haupt. _bem der Bildner in Ehrfurcht vor dem Unauskündbaren keine Züge verlieh, das ganz nach innen gerichtet ist, fließt das Dämmerlicht laubiger Baumkronen träumerisch und vereinsamend. Dies reiches Interesse und damit eine große Besucherzahl finden wird. Ab 15. Mai Angabezwang für die Verwendung von Margarine- und Kunftfeiten. Wie das DDZ.-Düro meldet, ist in einer neuerlichen Verordnung des Reichsministers für Er- nährung und Landwirtschaft und des Reichs- innenministerS nochmals unterstrichen worden, daß mit dem 15. M a i der Deklarierungszwang fürdieDerwendungvonMar- aarine- und Kunstfpeisefetten in Bäckereien, sowie in Gast- und Schankwirtschaften in Kraft tritt. Die gesetzliche Bestimmung geht dahin, daß in allen Fällen, in denen in Gastwirtschaften, Schank- oder Speisewirtschaften bei Bäckereien und Konditoreien Lebensmittel feil- gehalten oder verkauft werden, die unter Verwendung von Margarine, Kunstspeisefetten, Speiseölen usw. hergestellt oder zubereitet werden. diese Tatsache in einem besonderen AuShang den Verbrauchern zur Kenntnis gebracht werden muh. Der Aushang muß darlegen, welche Oele oder Fette verwendet werden. Solche AuShänge müssen in genügender Zahl so angebracht sein, daß sie für den Verbraucher deutlich sichtbar sind. Sie müssen in deutscher Sprache und in leicht lesbarer schwarzer Schrift auf weißem Grunde erfolgen. Gleiche Hinweise in derselben Art sind auf den Speisekarten, Preisschildern oder Preisverzeichnissen zu machen. Wer diesen Vorschriften vorsätzlich oder fahrlässig zuwiderhandelt, wird mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark bestraft. Die neue Verordnung sagt, daß im übrigen die früheren Bestimmungen über die Kenntlichmachung von Behältern für Margarine und Kunstspeifefette erst zu einem vom Landwirtschaftsminister zu bestimmenden Zeitpunkt in Kraft treten sollen. Hierbei handelt es sich um die auf Behältern deutlich sichtbar anzubringenden Angaben über die Hundertteile aller für die betreffende Margarine oder Kunstspeifefette verwendeten Rohstoffe. Zwang zur Preisauszeichnung für Kaffee ab 1. Zuli. Wie das DDZ.-Bureau meldet, veröffentlicht der Reichskommissar für Preisüberwachung soeben eine Verordnung, in der vorgeschrieben wird, daß beim Äleinoertauf von Kaffee In vorbereiteten Packungen auf der Packung die Menge des Inhalts in Gramm, ferner der Abgabepreis Der Packung und der sich hiernach errechnende Preis je Pfund der Ware anzugeben ist. Die Angaben müssen in einheitlicher Schrift von mindestens sechs Millimeter Schristhöhe erfolgen. Die Verordnung tritt am 1. Juli d. I. in Kraft. Bornotizcn. — T a g e s k a le nd e r für Samstag: Stadttheater, 15.45 bis gegen 19 Uhr »Die Räuber". — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Ein Lied für Dich". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Geheimagent". — Aus dem Stadttheaterbüro wird unS geschrieben: Heute 15.45 Uhr letzte Schülervorstellung .Die Räuber". Schülerpreise. Erwachsene ermäßigte Preise. Anfang 15.45 Uhr, Ende gegen 19 Uyr. — Sonntag, 14. Mai, als Fremdenvorstellung außer Abonnement zu ermäßigten Preisen letzte Aufführung des Volksstücks: „Die vier Musketiere" von Sigmund Graff: Spielleitung Peter F a f f o 11. Anfang 19 Uhr, Ende gegen 22 Uhr. — Am Dienstag, 16. Mai, bleibt das Theater geschlossen. — Mittwoch, 17. Mai, als 30. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement das Lustspiel „Die deutschen Kleinstädter" von Kotzebue mit Frau Auguste Prasch-Greven- berg, Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters als Gast. Gewöhnliche Preise. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. — Freitag, 19. Mai, 31. Vorstellung im Freitag-Abonnement letzte Aufführung deS erfolgreichen Lustspiels .Die deutschen Kleinstädter" von Kotzebue unter der Leitung von Oberspielleiter Peter F a s s o 11 und mit Frau Auguste Prasch-Grevenberg als Haupt ist noch erfüllt von Bildern, umrauscht von Gesängen. Für immer eingegraben ist das Bild des Auszuges der grauen Soldaten 1914, der lachenden, winkenden Schar, von Fahnen überflattert, die das Volk in jäh aufgebrochener Gemeinschaft umringte: daS Bild der singenden Jünglinge und der mit langem schweren Blick von Weib und Kind sich lösenden Männer- Das Sturmlied der Knaben von Cangcmard Hingt darin, daS selbstvergessene lichtüberschüttete Singen des Lieberschwangs der deutschen Seele, — und der Trotzgesang der verlassen auf fernen Ozeanen untergehenden Männer, die sinkend die Fahne umklammern: „Dir woll'n wir treu ergeben fein, getreu bis in den Tod!" Aber ganz in sich verschlossen, hegt dies Haupt auch die marternden Winternachtsträume der Mutterangst, die um grausige Schlachtfelder irrt, in zerschossenen Schützengräben, verschütteten Unterständen, im Todeshagel der Geschosse nach den Verwundeten sucht, die im Fieber schreien, nach Heimat und Mutter stöhnen. Und das wehe Neigen des Frauenhauptes klagt um die letzte bitterste DolkSnot, als das Grau immer bedrückender, zermürbender wurde, bis die Fahnen, die stolzen, blutgeweihten. ruhmvollen Fahnen, sich senkten, bis Novemberwind sie zerfetzte über einer dunkel wandernden, verratenen Schar. Und dennoch steht sie aufrecht, die Mutter, die Vergangenheit und Zukunft ihrer Kinder in ihrem Herzen umschließt. Deshalb steht sie aufrecht, weil sie nicht nur das Leid des Vergangenen, weil sie auch die Größe und die junge Kraft des Neu-Werdenden des Kommenden trägt. — 3n dieses Neu-Werden, das sich im Volke seit jenen grauen Novembertagen vollzog, hat die deutsche Frau in all den 3ahren ihre Sehnsucht und ihre mütterlichen Kräfte strömen lassen. Die große Umwertung aller Werte griff auch in ihr Leben ein, wandelte ihre Haltung. Wie Deutschland feit 1914 in bewußtem Ringen auf dem Wege zur Nation ist, so erlebten auch deutsche Frauen, vor allem in der Zeit des Krieges, und seitdem fortwirkend, innerste Verwandlung: aus dem engen Kreis ihres Einzellebens wurden sie hineingerissen in die Mitte des Volkes, das sie in neuerwachter Mütterlichkeit umfaßten. Die Welle der Frauenbewegung, einst vom stürmischen Kampfe hochgetragen, ebbte f'af1. "ewohn^ch? Pre'^e Cbt?Ttaucr von 20 bis 22 Uhr. — Weiß Ferdi mit f e i n c n 2 0 Lands- senken i ft da! Man fchreibt und: Wer sich einmal recht von Herzen unterhalten will, wer Tränen lachen will, der benütze daS heutige Weiß-Ferdi-Gastspiel, das pünktlich um 20 Uhr in der Volkshaiie beginnt Karten-Dvrverkaus bei: Verkehrsverein, Seltersweg 89. und Ernst Ehallier. Neuenweg. «Siehe Anzeige.) — D i e Heimatvereinigung „Schis- f e n b e r g“ hält am Sonntag im Heimatsaal des Schiffenbergs ihre Hauptversammlung ab. Anschließend findet eine Famii.enzufammenkunft statt. (Siehe gestrige Anzeige.) ** Sic Superintendenturkonferenz für Obe treffen tagt am nächsten Montag, 10 30 Uhr im 3ohannessaal. Zur Verhandlung steht das Thema: „Die Not unserer Verkündigung in der Zeit geistigen Umbruchs". Den Vortrag hat Pfarrer Schäfer, Bad-Nauheim, übernommen. *♦ Maienblasen. Bei dem heute um 1 8 Uhr vom Turme der Johanneskirche aus stattjindenden Maienblasen werden folgende Stücke zu Gehör ge- bracht: 1. Ehoral: O Gott, du frommer Gott: 2. Nachtlager von Granada von Kreutzer: 3. Der Lindenbaum (Am Brunnen vor dem Tore). SS. und SA - Reiterstürme huldigen ihrem Führer. 00 Londorf, 12. Mai Gestern versammelten sich in der Burgstraße die Reiterabteilungen und ein großer Teil der passiven Mitglieder des Reiteroereins Rabenau, um ihrem allverehr- len 1. Vorsitzenden, Rittmeister >a. D. Freiherrn Roeder von Diersburg die herzlichsten Glückwünsche zu seinem neuen Amte als oberfter Führer der im Zusammenhang mit der Gleich schaltung der Reiteroereine geschaffenen S A. -und SS.-Reiterstürme für Hessen zu übermitteln. Unter Dorantragung der Vereinsstandarte und der Hakenkreuzfahne und unter Vorantritt des Fan- sarcnkorps bemogle sich der Zug zum Roeder-Hos. Nachdem hier die Reiter in üanlicher Zahl Ausstellung genommen hatten, beglückwünschte Herr Philipp M ö ck st namens des Vereins Herrn Ritt, meister Roeder von Diersburg auf da» herzlichste zu seinem neuen Amt: er gelobte, daß die Reiterkameraden auch fernerhin ihrem Führer die Treue halten und ihre Pflicht tun wurden zum Wohle der deutschen Reiterei und unsere» geliebten Vaterlandes. Rittmeister a. D. Freiherr Roeder von Diersburg dankte seinen heimatlichen Kameraden in bewegten Worten fiir die ihm erwiesen» Ehre und betonte besonders, es sei ihm nicht schwer gefallen, sein neues Amt zu übernehmen, da er wiße, daß ihm die Reiterstürme in gan\ Hessen, genau wie in der Rabenau, auch aus dem neuen Wege die Treue halten wurden. Er ermahnte jeden, an seinem Platze seine Pflicht bei der großen Aufbauarbeit zu tun. Weiter wies er daraus hin, daß es in Deutschland leider eine Zeit gegeben habe, wo jeder, Der das Wort „Jugendertüchtigung" gebraucht habe, als Hochverräter bezeichnet worden lei; damit fei es nun dank der Braunen Armee unb dem Führer Adolf Hitler vorbei. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Reichspräsidenten von Hindenburg und den Dolkskanzler Adolf H i t« l e r fand die eindrucksvolle Feier unter den Klängen des Horst-Weffel-Liedes und des Deutschland- Liedes ihren Abschluß. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dein Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Schützt die Anlagen! Jeder Naturfreund wird sich freuen, daß unsere Anlagen in letzter Zeit schön in Ordnung gebracht werden Bedauerlich ist aber, wie diese mühevolle Arbeit durch Kinder und Hunde wieder demoliert wird. Hier wäre eine exemplarische Bestrafung am Platze. Außerdem dürften unter keinen Umstanden Hunde frei in den Anlagen herumlaufen Hoffentlich wird die Aufsichtsbehörde sobald wie möglich diesem Unfug ein Ende machen. C. Rundfunkprogramm. Sonnlag, 14. Mai. 6.35 Uhr. Hafenkonzert. 8.20: Choralblasen. 8.35: Morgenfeier. 9.20: Nationale Feierstunde. 10.15: Stunde des Chorgesangs. 11.05: Konzert. 11.30: Reichssendung: Kantate: „Wir danken dir, Herr" von Bach. 12: Einweihung des Ehrenmals in Bad Ems. 13 von der Ronneburg bei Büdingen: Konzert. 14.30: Zehnminutendienst der Landwirt- schastskammer Wiesbaden. 14.40: Stunde des Landes. 15.30: Kinderstunde zum Muttertag. 16 30: Blasmusik. 17.30: Stunde des Auslandsdeutschtums. 18.20: Gespräch über Carl Hauptmann. 18.50: Sportnachrichten. 19: Reichssendung: Der deutschen Mutter. Ansprache Frau Dr. W. M. Goebbels. 20: Volks- tümlich-Alpenlandisches. 20.30: Operettenkonzert. 23 bis 24: Nachtkonzert. Montag, 15. Mai. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: Dichter der nationalen Revolution. 18.25: Englischer Sprachunterricht. 19: Reichssendung: Stunde der Nation. „Rothschild siegt bei Waterloo", Hörspiel von Eberhard Wolfgang Moeller. 20: Unterhaltungskonzert. 21.15: Beethoven-Konzert. 22.45: Nachtmusik. Dienstag, 16. Mai. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 15.20: Für die Hausfrau. 16.30: Nachmittagskonzert. 18:„ Der Himmel im Mai und Juni. 18.25: „Die Bedeutung der deutschen Mystiker für unsere Zeit". 19: Reichssendung: Stunde der Nation: Die Thomaner fingen. 20: Stunde der Wehrmacht. „Aus der Welt des Soldaten". 21: Deutscher Almanach. 21.15: Unterhaltungskonzert. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Mittwoch, 17. mal. 7.15 Uhr: Frühkonzen 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: „Reste altgcrmani- scher Sitten und Bräuche in unserer Zeit". 18.25: Zeitfunk. 19: Reichssendung: Stunde der Nation: „Das Glatzer Bergland". 20: Unterhaltungskonzert. 21: „Zwei Soldaten unterhalten sich: Mit der 76. Re^ serve-Division durch Siebenbürgen und Rumänien". 21.35: Stunde der Kammermusik. 22.45 bis 24: Nachjmusik. Donnerstag, 18. Mai. 7.15 Uhr: Frühkonzert erwerbsloser Berufsmusiker. 9 bis 9.40: Lchulfunk. 12: Mittagskonzcrt 1. 13.30: Mittagskonzert II. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert der SA.-Standartenkapelle 98, Hanau. 18: „Goethe und die französische Revolution". 18.30: „Jagd auf deutsche Wildpferde". 19: Reichssendung: Stunde der Nation: „Neurode". 20: Unterhaltungskonzert. 21.15: Konzert. 22: Deutscher Almanach. Freitag, 19. Mai. 7.15 Uhr: Frühkonzert 10.10 bis 10.40: Schulfunk. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: Aerzte-Vortrag. 18.25: „Triers Grenzlandwirtschaft und das Versailler Diktat". 19: Reichsjendung. Stunde der Na- tion: „Der Kölner Dom". 20: Konzert. 20.30: Schall- platten. 21: Deutscher Almanach. 21.10: Gen Ostland wollen wir reiten. 22.45 bis 24..Nachtkonzert. Samstag. 20. Mai. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: Schulfunk. 12: Mittagskonzert I. 13.30 bis 14.30 Mittagskon zert II. 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert. 18.25: Zeitsragen. 19: Stunde der Nation: „Symphonie der Arbeit". 20: Richard Benz spricht über fein letztes Buch. 20.15: Hochzeit im Hause Hampelmann, Hörposse von Toni Impekoven und Carl Mathern. 22.45: bis 24: Nachtmusik. zurück, ihre Ziele waren erreicht: eine neue 3ugcnb, die das Wort „Gemeinschaft" um des Volkstums willen auf ihre Fahnen geschrieben hatte^ wanderte neuen Zielen zu. Die deutsche Frau sucht heute nach ihrer Form. Sie wird sie nur finden inmitten des gleich suchenden, sehnenden Volkes, das zurück will zu seinen Quellen, um wieder urtümlich zu werden, ganz und echt. Das deutsche Volk sucht das ihm Wesensgemähe, und auch die deutsche Frau will nach den — bislang so oft von einseitigem 2n-< tellektualismus überbauten — Gesetzen ihres eigensten Wesens leben und sich gestalten. Die Freiheit des geistigen Mitarbeitens, die ihr die Frauenbewegung erstritt, will sie einsetzen für ihr Volk, dem sie verantwortlich ist durch ihr Hineingeborensein, ihr Herausgeborensein aus dem deutschen Volkstum. Das Herz des Volkes ist die Mutter. An der Wiege des Volkstums raunt die graue Bauernahne, die Groß-Mutter, große Mutter der Geschlechter, dem jungen wachsenden Leben alte Lieder, Weisheitssprüche, Sagen und Märchen zu. Mutter-Erde, Mutter-Sprache nennen wir den heiligsten Besitz eines Volkes Volkstum ist das mütterliche Element einer Nation- 3n feiner Brunnenstube ist die Frau Wächterin, Hüterin des Lebendigen. Hüterin des Lebendigen, Beseelerin im Volksleben zu sein, das ist ihre Berufung. Die Kultur eines Volkes verfällt, wenn die Frauen sie nicht zu schätzen und zu bewahren wissen. Wenn sie die Familie nicht mit dem Lebensatem dieser Kultur erfüllen, wird sie ein Museumsstück, ein Schullehrsach. eine Staatsparade. Die Ausländsdeutschen, deren Dasein heute vom Kampf um die Behauptung ihrer ererbten Kultur erfüllt ist, wissen um diese heiligste Berufung der Frau aus stolzen und bitteren Erfahrungen, ilnb aus ührem Wissen webt sich ein geheimnisvoller Mythus um das Wort Muttersprache — Mutterland Der Staat aber ist männlich, und der Mann ist Wächter und Gestalter des Staates, seine» Besitzes und seiner Ehre: doch immer, wenn der Mann vom männlichen Geiste ber die Nation formt, gewinnt die Mutter in ihrem Volke den Hochsitz, den Ehrenplatz. Mutter, — dieses Wort weist aber noch über Sippe uni) Volk, Heimat und Vaterland hinaus ins zeitlos Menschliche, in unauskündbare Reiche des Religiösen. Denn nicht nur der Erde, dem Naturhasten, dem Urgründe der Volkheit nahe ist das Weib Mutter, verwurzelt ganz, selig und unselig, in den Triebkräften des Seins, — sondern auch nahe dem unbegreifbar Ueberfinn- lichen, mütterliches Haupt im Sternenglanze ewiger Höhen. Alle Sehnsucht und alles Suchen und Beginnen unserer Tage hat doch den tieferen kvoy vielen wohl noch nicht erkannten) Sinn, Glanz der Ewigkeit in den kargen Alltag unseres Lebeüs zu ziehen- Wir sind so leer und wirr geworden in jenen langen Jahren, als wir nur die Dinge, die äußeren Güter des Daseins erstrebten und mit ihnen spielten, sie als hohe Werte in unser armselig mühevolles Leben setzten und um solcher Dinge willen Verrat und Lüge und Schuld auf uns nahmen (denn die Schuld der einzelnen, selbst die, gegen welche wir uns auf bäumen, tragen wir als Volk dennoch). Wir sind leer und wirr geworden in der Hast und in dem blinden Wettlauf um diese betrügerischen falschen Werte- Aber nun ist eine Stimme aufgehallt aus den geheimsten Tiefen unserer Seele, die ruft. „Ewigkeit!" ilnb es wird einer kommen, der uns sagt: „Mit all Eurer Sehnsucht sucht ihr in Tiefsten Gott Auch Eure nationale Sehnsucht ist Religion, ilnb erst, wenn Ihr Gott erkanntet, werbet Ihr wahrhaft ewiges Volk" Das soll unseren Kinbern bie deutsche Mutter sagen. Zeitschriften. — „M uttcr unb K i n b", Zeitschrift für Ernährung, Pflege unb Erziehung bes Kindes. Verlag Elwin Staude, Osterwieck a. Harz. Vierteljährlich i3 Hefte) 1,65 Mk. einschließlich Porto. — Das Maiheft dieser bekannten und beliebten Zeitschrift bringt wieder eine Fülle interessanter unb lehrreicher Beiträge z. B : „Vertraue bein Kind nur gefunben und zuverlässigen Menschen an" von Prof. Dr. Köhler, „Spielend lernen" von Leni Rahlss-Wenh, „Der Magen des Schulkindes" von A. Kreipe, „Säuglingspflege-Neuheiten", „Vater-Werden" von Lotte Baumann- Schönheim. „Fotografieren ohne Kamera" von H. Verden usw. Fast alle Artikel find wieder reich bebildert, so daß auch dieses Heft neue Freunde werben wird. ©.jfxfportf Wirtschaft t Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. I 84,25 71,25 | 70 Banknoten. 86 1,2 5 v. S). 85,5 85,13 14,75 85 85,25 84,25 93,4 81 76,25 12,55 83,4 8 >,45 6,4 Der Hitlergruß muß jetzt nach einer Verfügung des Sportkommissars der Rheinprovinz, Direktor L a h m a n n , Köln, bei allen Spielen von den Mannschaften vor Beginn in der Mitte des Feldes neben dem Sportgruß ausgebracht werden Der Fuhrergruß hat auch nach Spielfchluß zu erfolgen. 86,25 I 86 | 85,13 i 14,b 1 1,25 ! 6,5 | 6,4 I 85 93,9 80,1 77,5 12,9 83,75 8 6,4 6,4 85 93,9 80,1 77,5 13 83,75 70 84,5 87 ' 71,65 85,25 ' 15,25 1 86,65 86,75 85,5 I 85,5 1 85,13 , VfB. Gießen. 1 — Dillenburg I (Samslagspiel). Die Grünweißen treten am Samstagabend auf dem Waldfportplah gegen die 1. Mannschaft des <-pv. Dillenburg zum Gesellschaftsspiel an. Beide Gegner sind schon seit Jahren in Verbands- und i>reundschaftsspielen zusammengetroffen und haben sich immer interessante Kämpfe geliefert. Die VfBer treten außer mit bewährtesten noch mit einigen neuen Kräften an, so daß ein spannender Kampf zu erwarten ist. Die VfBer spielen in folgender Auf- stellung: Haas: Fehling, Bingel; Feuster, Knaus, Lehrmund: Ranft, Hintze, Haupt, Roth, Balser. Die Ligamannschaft ist am kommenden Sonntag spielfrei. Die zweiten und dritten Mannschaften sind bei „Teutonia" Steinberg zu Gast, um gegen die dortige 1. und 2. Mannschaft Gesellschaftsspiele auszutragen. — Diese Mannschaften haben schon oft mit wechselnden Erfolgen gegeneinander gekämpft und sich immer spannende und faire Spiele geliefert. — Bei der anerkannten Spielstärke der Gastgeber dürften auch am Sonntag in Steinberg interessante Kämpfe zu erwarten sein. Die VfBer haben verschiedene neue Kräfte in den unteren Mannschaften, und man hofft auf gutes Abschneiden. Die Jugendmannschaften sind spielfrei. Die Schüler treten auf dem Waldsportplatz gegen die Schüler von Heuchelheim an. Um die deutsche Kußball - Meisterschaft. Die Paarungen in der Zwischenrunde. 7,75 6,5 6,5 84,5 93,25 81,4 75,75 12,5 83,4 70 84,25 86,5 69,65 84,5 Tv. Wieseck nach. Während der Ausgang dieses Treffens offen ist, dürfte in dem Spiel gegen Steinbach ein Sieg zu erringen sein. Handball im Gau Hessen (O T.) To. Heuchelheim — 2. Kompanie 15. Jnf.-Rgk. Am Sonntag finden in Heuchelheim zwei interessante Spiele' statt. Die 2. Mannschaft empfängt Zum fälligen Rückspiel Großen-Linden II und wird sich gegen die Gäste nicht durchsetzen können. Anschließend stehen sich die 1. Mannschaft der 2. Kompanie 15. Jnf.-Rgt. und Heuchelheims Erste im Gesellschaftsspiel gegenüber. Die Gäste, die bekanntlich in diesem Jahre wieder die Bataillons-Meisterschaft erringen konnten, verfügen über eine sehr gut eingespielte Elf, so daß dieses Spiel sehr spannend zu werden verspricht. Auch in diesem Treffen sollten die Soldaten den Sieger stellen. Handball im Lahn - Oünöberg Gau. Zu einem Gesellschaftsspiel empfängt am Sonntag auf eignem Platz die erste Mannschaft des Tv. Launsbach die gleiche des Tv. Dorlar. Die Mannschaft der Gäste hat in den früheren Spielen stets einen starken Gegner abgegeben: die Platzmannschaft wird ihr ganzes Können ausbieten müssen, um zu bestehen. Tisch-Tennis der Sp.-Vg. 1900. Einen schweren Gang tut am Samstagnachmittag 1900s zweite Mannschaft. Sie tritt in Wetzlar ge- , gen die erste des dortigen Sportvereins an. Es kommen 6 Einzel-, 6 Kreuzeinzel- und 3 Doppelspiele zum Austrag. Wenn die Wetzlarer Mannschaft auch pausiert hat, so hat sie doch eine Anzahl Kräfte in ihren Reihen, gegen die 1900s zweite Garnitur schwer aufkommen dürfte. Die Spieloer- ernigungsleute, die zwar über einen guten Durchschnitt verfügen, werden daher um eine Niederlage nicht herumkommen. Kurze Sporinoiizen. Reichskanzler Hitler wurde zum Besuch der deutschen ^echtmeisterschaften eingeladen, die vom 26. bis 28. Mai in Elberfeld zum Austrag kommen. Da der Volkskanzler zu dieser Zeit wegen der Schlageter-Gedenkfeier im Rheinland weilt, hofft man auf Annahme der Einladung. * Reichsmi n ister D r. Goebbels hat das ihm angetragene Ehrenpräsidium des Großdeutschen Schach-Bundes angenommen. * 3um Pressereferenten des Reichssport- kommissars von Tschammer-Osten wurde der Schriftleiter des „Völkischen Beobachter", Arno Breit- meyer, ernannt. Der Reichssportkommissar betont, daß nur von Breitmeyer gegengezeichnete Erklärungen als amtlich anzusehen sind und bittet, um Weiterungen zu vermeiden, von anderen, vielleicht unzutreffenden Veröffentlichungen abzusehen. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Die rückläufige Preisbewegung am Frankfurter Schlachtviehmarkt nahm auch in dieser Woche ihren Fortgang, wofür in erster Linie die allzu starke Beschickung für die jetzige Jahreszeit von entscheidendem Einfluß war: daneben trug auch die immer noch sehr geschwächte Kaufkraft des Konsums bei. Am Rindermarkt war der Auftrieb mit 1558 um 125 Stück geringer als in der Borwoche trotzdem verlief der Handel wiederum schlecht, so daß .Neberstand verblieb. Ochsen Al 28 bis 31 A2 24 bis 27, Bl 20 bis 23; Bullen A 26 bis 2d’ B 21 bis 25; Kühe A 24 bis 26, B 20 bis 23 C 16 bis 19, D 12 bis 15; Färsen A 28 bis 31, B 25 bis 27, C 21 bis 24 Mark. Vereinzelt lagen öiefe Preise um etwa 1 Mark niedriger, wobei aber gutes, ausgereiftes Bieh unverändert blieb. Der Rückgang der Kälberpreise fehle sich in dieser Woche verstärkt fort, nachdem "in de- Borwoche noch eine ziemliche Stabilität trotz der erhöhten Beschickung zu verzeichnen war. Die Zufuhr stellte sich diesmal mit 1785 um 211 Stück yober. Bei schleppendem Geschäft wurde der Markt zwar geräumt, doch waren Preisrückgänge nicht zu vermeiden. Kälber B 38 bis 41, C 33 bis 37, D 25 bis 32 Mark. Die saisonmäßige Verringerung der S ch a f z u - f u h r kam in dieser Woche besonders deutlich zum Ausdruck; der Auftrieb hielt bei 74 gegen 111 ©tuet Vach ruhigem Handel und um 1 bis 2 Aiork nachlassenden Preisen wurde der Markt ausverkauft. Schafe A 25 bis 28, B 20 bis 24. . 2I,n Schweinemarkt war das Geschäft Ichleppend, die Preise gingen um 1 bis 2 Mark Surucf. OBenn trotzdem kein stärkerer Neberstand verblieb (die Beschickung betrug 5082 gegen 4236 Stuck), so war dies auf bessere Ausfuhrmöglich- ■llen anderen Viehhöfen Deutschlands zu- ruckzufuhren. Schweine B und C 33 bis 36 D 32 bis 35, E 30 bis 34. Wochenbericht vorn frankfurter Produktenmarkt. Am Weizen markt ist in der Nachfrage nach Huhnerwetzen ein gewisser Stillstand ein- 9f£rClCn’ Wogegen Mahlweizen von den Mühlen weniger im Hinblick auf den Mehlabsah, der nur vereinzelt etwas be« lebter war, sondern, weil die Mühlen sich Roh-* Ware sichern wollen, zumal die Mühlenversor-' gung mit Weizen knapp sein soll. Der Dreis M Krnbergehend um 1 Mk. an, stellte sich schließlich aber auf unverändert 215 Mk Per Tonne. Das Roggengeschäft war nur gering öa vom Roggenmehlgeschäft und vom Eosin- roggenabsah keine Anregung ausging. Die Votierung blieb mit 172,50 bis 174 Mk. per Tonne behauptet. In Braugerste war noch einige Kauflust Zu verzeichnen, obwohl das Hauptgeschäft beendet ist. Infolge des nur sehr spärlichen Qln-t geböte wurde am Frankfurter Markt keine Votiz mehr vorgenommen. Der H a f e r m a r k t empfing von der festen Haltung des Berliner Marktes einige Anregung bei etwas größerem Geschäft stellte sich die Votiz mit 147,50 bis 150 Mk. um etwa 1,50 ML. Per Tonne höher. Am M e h l m a r k t blieben die Forderungen unverändert; man verlangte für Weizenmehl (südd. und Niederrhein. Spez. 0 mit Austauschweizen) 30,15 bis 31,50 Mk., und für Voggenmehl 60prozentige Ausmahlung 23,25 bis 24,85 Mk. je Doppelzentner. 2lm Futtermittelmarkt zeigte sich für Muhlennachprodukte infolge des geringen Anfalls mehr Kauflust bei unveränderten Preisen, wahrend ölhaltige Artikel nur in den vorderen Sichten, und da nur zu ermäßigten Preisen, Beachtung fanden. 3m allgemeinen blieb der Absatz klein, auch im Hinblick auf die bald ein- Inende Grünfütterung. Je Doppelzentner in Mark notierten; Weizenkleie 7,60, Roggenkleie 8,00, Soyaschrot 10,25 bis 10,75. Palmkuchen 9 50 ws Erdnußkuchen 11,55 bis 11,85, Treber 11,75 bis 12. Unter dem Druck der noch großen Vorräte, die sich auf rund 11 Millionen Tonnen belaufen und noch etwa 1,2 Millionen Tonnen größer iinb als iin Vo iahre, re.kehrte der K a r t o f f e l° weiterhin in gedrückter Haltung. Das Geschäft war sehr ruhig bei nachgebenden Preisen. Speisekartoffeln Industrie hiesiger Gegend notierten 1,50 bis 1,45 Mk. per Zentner bei Waggonbezug. Weitere Erhöhung des Schmalz,ottes Im Rahmen der Neuordnung der deutschen Fett- wirffchaft ist bekanntlich bereits eine Erhöhung des Schmalzzolles auf 50 Mark je Doppelzentner erfolgt. Diese Zollerhöhung hat sich jedoch als nicht ausreichend erwiesen. Die Einfuhr von ausländischem schmalz zeigte infolgedessen steigende Tendenz. Es bestand demnach die Gefahr, daß durch eine steigende Schmalzeinfuhr die beabsichtigten Auswirkungen der Neuordnung der Fettwirtschaft ur die deutschen Bauernwirtschaften und damit für bie Grund.uge der Gesamtwirtschaft ausbleiben wurden. Um diese Gefahr zu beseitigen, ist eine we-tere Zollerhohung auf 75 Mark ab 16. Mai er- * enden Vorschläge im Salzdet- f u r t h - K^o n z e r n. In den gestrigen AR.-Sitzun- gen des «alzdetfurth-Konzerns wurde beschlossen, daß für die Kaliwerke Aschersleben, Aschersleben, und für die AG. Consolidirte Alkaliwerke, Wester- ß% Deutsche Weid)"anicibc v. 192> 6% et>e m.7% Tt. Reichtanl. v. 1929 6Vi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablos.-Schuld int1 Auölos.-Rechten ........... DeSgl. ohne Anslos.-Rechte...... 6% ebem. 8% Hess. Bolkestaat 1929 (rückzahlb. 102%)........... Cberhessen Provinz.Anleihe mi Anslos.-Rechten ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.......... 6J,i% Hess. Landes Hhpothekcn- bank Darmstadt Liaui ..... Deutsche Komm. Sammelab I.An leihe Seriel mit Au-Iof.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hnp.-Ban! Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Ban' Goldpse. IG unkündbar bis 1936 6’/,% ehem. 4*4% Franks. Hyp. Aank-Liqu.-Pfandbriefe ..... bVi% ehem. 4>/2% Rheinische Hi)p.-Bank-LIau..Goldpfe. ... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% chcni. 7% Pr. Laudespfand briefanstalt. Pfandbriefe R. 1< Berrechnungskuc«.......... 4% Oesterreichische Koldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrentr 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staalürente v. 1910 4*4% de Sgl. von 1913.......... 5% obgeit. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleiix Serie I.................... T egeln, die Verteilung einer Dividende von je 5 Pro- 3cnt (i. V. je 6 Prozent), für die Kaliwerke Salz- detfurth die Verteilung einer Dividende von 714 (0) Prozent den am 2. Juni in Berlin stattfindenden Generalversammlungen vorgeschlagen werden soll. Oie AEG. im Geschäftsjahre 1932. Die Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft, Berlin verzeichnet nach 3 440 000 Mk. Abschreibungen auf Anlagen und 41 630 000 Mk- anderen Ab- schreibungen unter Auflösung des Reservefonds von 42 093 870 Mk- einen Verlust von 30 657 736 Jliarf, der vorgetragen werden soll. (3m Vor- jafcre touröe Öre Erfolgsrechnung mit Hilfe einer Reservefondsentnahme von 20 050 000 Mk. ausgeglichen.) Der 40prozentige ^Umsahrückgang hat Atelandgeschäft ziemlich gleichmäßig betroffen. Bei der mangelhaften Ausnutzung der Betriebsstatten konnten Betriebsverluste nicht vermieden werden. Der schlechte Geschäftsgang bei den Tochtergesellschaften und verschiedenen Beteiligungs-^Internehmen hat erhebliche Sonderabschreibungen erforderlich gemacht. 3n An- fcetradjt öer unklaren Aussichten für die nächsten -Bahre sehe die Verwaltung gegenwärtig von Vorschlägen für eine finanzielle Reorganisation ab. Sie sei sich jedoch über die Votwendigkeit einer Anpassung der Buchwerte an die veränderten Verhältnisse im klaren. In einer Prefsebefprechung teilte Geh. Rat B u e - wer zum Abschluß der AEG. mit, daß für das Unternehmen keine Gefahr bestehe. Die Liquidität fei derart, daß die Gesellschaft den Anforderungen vollauf gewachsen fei. Die Gesellschaft verfuge über genügende Barmittel, anderseits konnten die Unkosten so gesenkt werden, daß die Betriebsverluste im neuen Jahre auf gehört haben. Das Geschäft im laufenden Jahre sei nahezu stabil qe- ollAAnn-^1- Belegschaft belaufe sich zur Zeit auf 26 000 Kopfe. Das Russengefchäft fei in letzter Zeit zuruckgegangen. In diesem Jahre spiele es eine verhältnismäßig kleine Rolle. Sranffurfer Abendbörse: weiter schwächer. Frankfurt a. M., 12. Mai. Bei außerordent- lich geringer Umsatztätigkeit blieb die Stimmung der Abendborfe weiter eher schwächer, zumal die Dividentensenkung im Salzdetfurth-Konzern Verstim- mung ausloste. Im Vergleich zu den Berliner Schlußkursen ergaben sich meist Rückgänge von 14 bl5 Prozent. Kali Salzdetfurth erschienen mit Mi- nus-Minus-Zeichen und notierten gestrichen Brief: dle Taxe stellte sich mit 190 um 7 Prozent niedriger. Kali Aschersleben kamen 2% Prozent schwächer zur Notiz, wahrend Westeregeln mit 134^ Prozent nur unwesentlich unter dem bereits schwachen Nachbör- lenkurs tendierte. Im Verlaufe bröckelten die Kur c meist weiter um Bruchteile eines Prozentes ab. Auch am Rentenmarkt herrschte Geschäftsstille bei ' nachgebenden Kursen. Neubesitz 12%, Altbesitz 76 bis 75/», Schutzgebiete 7.80, Reichsbank 129, Bullenauktion in Lauterbach. & Lauterbach, 12. Mai. Die hier abgehaltene Bullenauktion war für den Veranstalter, öen Landwirtschaftskammerausschuß für Oberhes- sen, und für die Züchter der zur Auktion gestell- ten Tiere, ein schöner Erfolg. Zwar sind, bedingt durch die Zeit, Preise wie vor zwei und mehr Vahren nicht erzielt worden, obwohl das Material, gegenüber den Vorjahren, im Durchschnitt a ^Dar • ^un bei d er vorhergegangenen Stall- schau waren schon alle minderwertigen Tiere aus- geschaltet und nur Leistungsbullen zugelasscn wor- den. Auch die Vachfrage war sehr rege; von 36 aufgetriebenen Bullen sind 28 verkauft worden Den Höchstpreis erbrachte ein dem Landwirt Stroh, Brauerschwend, gehöriger Bulle mit 640 JKatf, den die Gemeinde Stumpertenrod steigerte' das geringste Angebot war 260 Mk. Zum ersten Mal waren auch weibliche Tiere, zwei Rinder und zwei Kühe, zur Auktion gestellt worden. Von dieser Gattung wurde aber nichts abgesetzt obzwar für ein trächtiges Rind 360 Mk. geboten worden waren. Vor der Auktion fand wieder eine bretebciDcrtung statt, die folgendes Ergebnis hatte; 1. P r e i s ; Karl Bläser, Maar: Heinrich Reuter, Gontershausen; Otto Vau- mann, Düdelsheim; Eduard Scharch, Windhausen; Adam Hofmann, Langsdorf. 2. Zreis: Wilh. Stroh, Brauerschwend; Wilh. Vau, Ober-Ofleiden: Heinrich Gg. Krug, Schwarz; Friedrich Herber I. Wwe., Angersbach; Otto Caspar, Zell; Konrad Pfeifer Gontershausen; Heinrich Fölsing, Wallenrod, Otto V o l z i n g , Billertshausen. 3. Preis : Karl Reinhardt, Ober-Gleen; Konrad Völker. IV., Angersbach: Heinrich Gg. Krug, Schwarz, Wilh. Bingel, Grüningen: Georg K r u g II., Schwarz; Heinrich Scharmann IV., Ws lofs; Friedrich Kalbfleisch, Schwarz: Wilhelm Stroh, Brauerschwend: Theodor Schußler, Klein-Felda: Otto Caspar. Zell und Wilh, Vau, Ober-Ofleiden. Der Deutsche Fußball-Bund gibt jetzt die Paarungen für die Zwischenrunde, die am 21. Mai zum Austrag gelangt, wie folgt bekannt: in Frankfurt: Eintracht — Hindenburg Allenstein: in Nürnberg: 1860 München — Beuchen 09; in Hannover: Arminia Hannover — Fortuna Düsseldorf; in Essen oder Berlin: FSV. nranffurt gegen den Sieger von Schalke 04 gegen Viktoria 89 Berlin. Das Vorrundenspiel zwischen Schalke 04 und dem Berliner Zweiten, Viktoria 89, durfte mit größter Wahrscheinlichkeit von den „Knappen" gewonnen werden. Der Frankfurter Fußballsportverein hat es zwar dann in der Zwischenrunde gegen die Westdeutschen nicht leicht, doch dürfte sich auch hier der große Elan und Kampfgeist der Frankfurter gegen die ausgefeilte Technik der Westdeutschen durchsetzen. In den übrigen drei Spielen erwarten wü die Platz-Mannschaften in Front. Fiir die vier Zwischenrundenspiele um die Deutsche Fußballmeisterschaft wurden jetzt die Schiedsrichter wie folgt festgesetzt: Zimmermann- Leipzig leitet das Treffen München 60 — Beu- then 09 m Nürnberg: Maul- Nürnberg ist Schiedsrichter des Spieles Arminia Hannover gegen tfortuna Düsseldorf in Hannover: Wingen - f^e l d-Fulda wurde für das Treffen Eintracht Frankfurt — Allenstein in Frankfurt bestimmt. — r'.ur das vierte Spiel des Tages steht bekanntlich die genaue Paarung noch nicht fest. Kommt es zu emer Begegnung Schalke 04 - FSV. Frankfurt in Cj|en, so wird Dischereit - Berlin der Schieds- licyter jein, spielt aber der FSV. Frankfurt in Ber- 0n gegen Viktoria 89, so tritt Dawzinski - Breslau ein. Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900. Am Sonntag beginnt im Gau Gießen—Metzlar öic P f l i ch t k l u b k a m p f r u n d e. Das ist eine Einrichtung, die der Westdeutsche Spielverband in ^esem Jahre erstmalig geschaffen hat und die ovvderung des Mannschaftskampfes dient. Ausschlaggebend ist die Güte der Leistung, da- her Wertung nach dem Zehnkampfsystem (1000- Punktwertung). Es kämpft jeder gegen jeden. Be- teiligt sind im Gau Gießen-Wetzlar außer den beiden Gießener Vereinen 1900 und OSC. noch VfL. Wetzlar, Wetzlarer Sportverein sowie Weilburger td'V. Die 1900er haben als ersten Gegner ven Wetzlarer Sportverein im Spilburg-Stadion Ac werden nicht in stärkster Aufstellung fahren, Durften aber trotzdem in Der Lage fein, einen Sieg herauszuholen. Es kommen folgende Wettbewerbe zum Austrag: 100 Meter, 800 Meter, 3000 Meter. 1 Ornat 1 ,-Rundestaffel, Weit- und Hochsprung, Kugelstoßen und Diskuswerfen. Daneben können als sogenannte Olympiasichtungswettbewerbe belegt werden (auch von anderen D'ereinen) 400 Meter,^Speerwerfen,^X100-Meter- und 3X1000- Meter-^taffel. Die Spielvereinigungsleute werden m den genannten Disziplinen vertreten fein. Aandball der Sp.-Vg. 1900. , Diesmal stehen zwei kleinere Spiele auf dem Programm. Samstag abend empfängt eine kom- binierte Mannschaft die l.Elf des To. Steinbach am Sonntag holt die zweite Mannschaft das am vergangenen Sonntag abgesagte Spiel gegen den trld)«11’ ßsnniotz- BeUQ9e 11 ©Ubcner HeiniaO" r.» ton ois-lg' 5 ^trnlP «nschnst, ritten J P-S jranlinft Weg-er r ^"Pschlag blgäiizunc tschmen m für ihre n ten und a wvssen. ; gleiches sl der deut Üünf.-Mö Jahres ir ..Wie ur “Weit en letzten Ve S°nz kross ^utschlan * es tr f $tr»< > ui *» Den “Mer beite non de 55; K ^.teue" B^en' !n,e nur Mber o?^gen,t 3« Der Ku konsere schivenvie! der anber sächsischen Ergebnis die Erössi Tür steht erfolge e Omen eil einer Ab sind sich t mit der i Geringere vom erste; nationalso. Programm richtigkeit wieder er Frieden r und in dl wichtigste der Welt kann nie von den land ai einen und ein Mich - reichen Gntspan der unfji pas auf Deuhchlc geben, si benslugzi stützt. D erlennun Digen 23i ganz not ten Gebt begnügen Bahn ges hin der 2 Reichsai rath hat Aiistriertl frage in deutsche T noch einm ausgle nicht abg sen 'llusi rung d herbeigef; eigenen möglich z Mule Fr at . ,fe röchle voi Lügen geb Crflärung scheu Außi scheu Regi von Anbe beliästinte angemesser Kurszettel der Berliner und Frankfurier Börse 4*^ bPl4l0|knen X. an. IZSSZ; ;i-ranf|uri a. Ml. Berlin •eS Schluß» Iur4 Sckilußf. Mittag, börse Dalum 11.5. , 12.5. 11.5. 12.5 Oatum Zrankii Schluß» kurs 11.5. rt a.M. Schluß! Abmd. bön'e | 12-5. Berlin Schluß. Echlußk. ™ re* 11.S. 10.A Sranin Schluß, kurs rt a. 2)l. Gchiußk Abmd- börfc Schluß« lurö erlin Schiußk. Mittag- börsc 4% desgi. Serie II ............ 5% Ruinän. vereinh. Rente v. 1903 4*4%Rumän.vereinh.RcnIev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 8%% Analaltec .............. 6,4 5,6 10,25 4,75 29,5 6,5 5,5 10,75 4,9 29,65 6,45 5,7 6,45 5,8 Saturn Mansieloer Bergbau.........0 Kokswerke ............... n 11-5. 31,5 | 12.5. 30,5 11.5. 31,25 12.5. 30 10,25 11 Phönix Bergbau........... 44 205 32,5 43 19 143 144,25 209 41,75 203 91,5 89,5 43,65 205 92,75 43,4 89 4,7 29,75 4,8 29,8 Rheinische Braunkohlen .... '»hetnltabl........ .!( 41,75 201 Hamhurg-Amerika-Paket ..... i Hamburg-Südam. Dampfschiff, o Hansa Dampfschiff...........o Norddeutscher Lloyd .........o Sl.G. für Lerkchrsioesen Akt. .. o Bereinigte Stahlwerke...... 90,65 19,4 18,65 19 18,4 Otavi Minen .......... 41 18,5 134 134 41,25 20,65 54,75 19,25 36,5 31 19,9 54,5 99 ; 34 30 1 19,5 52,25 Kaliwerke Aschersleben...... Kaliwerke Westeregeln...... Kaliwerke Salzdetfurth..... . 6 ' 0 18,9 142,5 143 207.75 18,5 136,5 135 197 Berliner Handelsgesellschaft.... i 98,25 Commerz, und Privat°Bank ... 0 Deutsche Bank und DtSconlo- Gesellschaft................o Dresdner Bank..............c, 52,25 63 60,75 51,75 63 60,5 52,25 63 60,75 52,25 63 60,75 130,75 I G. Farben-Industrie..... Scheideanstalt............ Goldschmidt ............... Rütgerswerke............ . 7 133,25 165 54,13 59,13 37,75 129 164 54 57,25 37,13 133,75 54,75 130 54 Vieia)ßoanf ........... ) 133,25 129 132 Metallgelellschaft............ 58,75 38,4 57,5 37,9 61.(5.®...................... Elektr. Licserungsgeselischäft'''.' t Licht und Kraft ............. f. (feiten & Guilleaume ........ (> 26,75 100 111^5 26,5 98 11268 26,9 100,4 112,5 26,25 99,25 112,5 Philipp Holz mann ........ Zementwerk Heidelberg ... Cemenrwerk Karlstadt..... 60,25 82,5 59 80,5 60 59,9 Gesellschaft für Elektrische Unter. 68,25 — nehmungen............... 4 Rheinische Elektrizität ........5 Schurken & (£0............... Eiemens & HalSke..........’ v Lahmeyer L Eo..........^..’.io 100 98,5 112,75 99,25 97,5 112,5 101,25 • 98 113,75 99,13 98,25 111,75 Schultheis Pahenhofer... Aku (Allgemeine Kunsttetde) .. Bemberg.......... 0 0 38 49 55 26,5 38 49 54,75 26,5 126,5 36 125 38,4 158 157,5 159,5 157 Zellstosk Waldhof...... 46 48,25 129 129 130,5 129 Zellstoff Aschaffenburg ...... 55,25 52,5 Buderus .............. Deslauer Gas .. . 27,5 27 78,65 119 1 65,5 76,25 117,5 63,75 78,75 119,25 76,65 Daimler Motoren .... 32,75 — 116 114 Deutsche Erdöl .............4 Deuftche Linoleum ...... Orenstein & K oppel 30,75 32,4 30,65 Gelsenkirchener.............. 0 117,75- 50,75 1 48 50,5 ! 48 Harpener...................ö 102,65 I 97,75 102 1 79 । 98,5 Leonhard Tietz..... 23TI "— 50,75 49,25 Hoeich Eisen—Koln-Neuessen.. 0 Ehade............. ....... 21 23 20,75 Ilse Bergbau ............... 7 169 . 77 173 . 171,5 172,5 1 171,75 Ilse Bergbau Genüsse........7 Klocknerwerke .... . 0 121 1 66 77,75 1 118 63,5 75,5 120 65,5 77.65 i 118 Gritzner...... «1 27 ' 69 170 28 1 69,25 168 | ManneSmann-Rohren........0 64.5 75,75 Maiiikraftwerke Höchst a M " Süddeutscher Zucker 27 170 1 168 11.Mai 12. Mai Amtliche Geld Notierung Ariel Amtliche Seid Notierung Vricl Helsingfors. 6,254 6,266 6,264 6,276 Wien...... 45,45 45,55 45,45 45.55 Prag...... Budapest ... 12,64 12,66 12,64 12,66 Sofia..... Holland .... Colo....... 3,047 169,23 72,23 63,24 3,053 169,57 72.37 63,36 3,047 169,23 72.23 63,29 3,053 169.57 72,37 63 41 Kopenhagen. Stockholm... 73,03 73,17 72,93 73,07 14,235 0,857 3,579 58,71 22,12 16,60 81,38 36 04 London ..... Buenos Aires 14,17 0,853 14,21 0,857 14,195 0,853 Neu York .... 3,581 3,589 3,571 Brüssel..... 58,59 58,71 58,59 Italien..... Paris..... Schweiz .... Spanien.... 22,15 16,56 81,27 35,96 22,19 16,60 81,43 36,04 22,08 16,56 81,22 35,96 Danzig.... 82,22 82,38 82,27 82,43 Japan ...... 0,869 0,871 0,869 0,871 Rio de Jan. . Jugoslawien Lissabon.... 0,239 5,195 12,91 0,241 5,205 12,93 0,239 5,195 12,91 0,241 5,205 12,93 Berlin, 12, Mai Geld STkf Amerikanhche Noten........... Belgische Noten............ 3,525 58,43 62,92 14,155 16,52 168,86 21,96 72,06 2,46 3,545 58,67 63,18 14,215 16,58 169,54 22,04 72.34 2,48 Dänische Noten .......... Englische Noten .......... Französische Noten......... Holländische Noten........ Italienische Noten...... Norwegische Noten ..... Deutsch Oesterreich, A 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten.......... Schweizer Noten........ 81,04 35,83 73,05 81,36 35/17 Spanische Noten........ Ungarische Noten ................