Samstag, 13. Mai 1933 183. Jahrgang Nr. 111 Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mtn Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20' , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für‘Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein undfür den Anzeigenteil i. D. Th.Kümmel iämtlich in Gießen. Erscheint tägltch.autzei Sonntags und Feiertags vetlogen: Die OHuftnerte Giessener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatt-Vezugrprei»: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siehe». Postscheckkonto: finmlfurt am Main 11688. Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd und Verlag: vrühl'fche Univerfitäls-Vuch- und Steinöruderei B. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7. 3m Trommelfeuer. Der Kamps auf der Genfer Abrüstungs- konserenz hat eine Schärfe angenommen, die schwerwiegende Entscheidungen nach der einen oder der anderen Seite hin ankündigt. Die beiden angelsächsischen Mächte suchen ein irgendwie geartetes Ergebnis binnen kürzester Frist zu erzwingen, weil die Eröffnung der Weltwirtschaftskonferenz vor der Tür steht und sie von ihr nur dann irgendwelche Erfolge erhoffen, wenn an ihrem Anfang das gute Omen einer politischen Entspannuno nach Abschluß einer Abrüftungskonvention steht. In diesem Ziel sind sich die Staatsmänner Amerikas und Englands mit der deutschen Regierung durchaus einig. Kein Geringerer als Reichskanzler Adolf Hitler hat vom ersten Tage der Machtübernahme durch die nationalsozialistische Bewegung an in allen seinen programmatischen KunDgebungen mit größter Aufrichtigkeit und hohem sittlichen Ernst wieder und wieder erklärt, daß das nationale Deutschland den Frieden mit jedermann wolle, der ihn selber wolle, und in der Sicherung des europäischen Friedens die wichtigste Voraussetzung für einen Wiederaufbau tzer Weltwirtschaft erblicke. Aber das sollte nicht und kann niemals heißen, daß man nun diese sowohl von den angelsächsischen Mächten wie von Deutschland angestrebte politische Entspannung durch einen einseitigen Druck auf Deutschland und ein rücksichtsloses Beiseiteschieben seiner gründ- sätzlich als berechtigt anerkannten Forderungen zu erreichen trachtet. Das wäre niemals eine wahre Entspannung, niemals eine wirksame Entgiftung der unheilschwangeren politischen Atmosphäre Europas aus lange Sicht, die, ohne dem entwaffneten Deutschland das Gefühl nationaler Sicherheit zu geben, sich auch in Zukunst auf die Kanonen, Bombenflugzeuge und Tanks der hochgerüsteten Mächte stützt. Deutschland kann sich mit theoretischen An- erkennungen seiner Gleichberechtigung, mit fragwur- digen Versprechungen für die Zukunft und einem ganz nach den Bedürfnissen Frankreichs aufgeführten Gebäude neuer Sichcrheitsoerträge nicht länger begnügen. Es muß erwarten, daß in Genf klare Bahn geschaffen wird, damit es erkennen kann, wohin der Weg gehen sott. Reichsaußenminister Freiherr von Neurath hat in einem gerade eben in der „Leipziger Illustrierten" erschienenen Aufsatz zur Abrüstungs- -frage in sehr klaren und entschiedenen Sätzen die deutsche These über die Möglichkeiten dieses Weges noch einmal aufgestellt und erhärtet: „Rüstungs- a u 5 g l e i d) zwischen den abgerüsteten und den nicht abgerüsteten Staaten, wobei Deutschland diesen Ausgleich möglichst durch Verminderung der Rü st ungen der anderenMächte herbeigeführt sehen will, um der Notwendigkeit der eigenen Rüstungsvermehrung soweit wie irgend möglich zu entgehen." Nicht stärker konnte der absolute Friedenswille der nationalen deutschen Regierung unterstrichen und die jetzt überall in der Welt zu sehr durchsichtigen Zwecken verbreiteten (9e; rüchte von deutschen Aufrüstungsbestrebungen als Lügen gebranbmarft werden, als durch diese offene Erklärung des verantwortlichen Leiters der deutschen Außenpolitik, der damit nur die von den deutschen Regierungen in den Abrüstungsverhandlungen von Anbeginn an eingenommene Haltung erneut bekräftigte, weil sie eben die für unsere Lage einzig angemessene ist. Aber der Reichsaußenminister hat allerdings auch nicht den geringsten Zweifel darüber gelassen, daß, sollte der von Deutschland bevorzugte Weg der Abrüstung der hochgerüsteten Staaten nicht eingeschlagen werden, das Reich seinerseits alle die Ergänzungen seiner Rüstung für sich in Anspruch nehmen müßte, die die anderen Mächte bisher schon für ihre nationale Sicherung für unentbehrlich hielten und auf die sie auch in Zukunft nicht verzichten wollen. Also gleiche Sicherheit für alle, gleiches Maß für alle, die praktische Verwirklichung der deutschen Gleichberechtigung, die durch das Fünf-Mächte-Abkommen vom 11. Dezember vorigen Jahres in aller Form anerkannt wurde Wie unendlich weit wir von diesem Ziel in Wirklichkeit entfernt sind, haben uns und aller Welt die letzten Verhandlungstage in Genf wieder einmal m ganz krasser Form zu Geinüte geführt Man will Deutschland zwingen, den englischen Abruskungsplan, dem es trotz schwerer Bedenken im Einzelnen doch als Derhandlungsgrundlage zugeftimmt hat, als Ganzes unverändert anzunehmen. Das wurde vor allem den Verzicht auf die Reichswehr unD D.e Einführung des Milizfystems bedeuten. Unser bester Sachverständiger, der ReichswehrmiNi- ster v o n B l o m b e r g, hat sich über diese namentlich von den Franzosen hartnäckig vertretene Forderung, die als ..Heeresvereinheitlichung für öie tontp nentaleuropäischen Mächte" firmiert, ausführlich ausgelassen. Er hat erklärt, daß wir keineswegs au das uns im Versailler Diktat aufgezwungene eny- lische System des langdienenden Berufsheeres wie es unsere Reichswehr in ihrer heutigen Gestalt dar- ftellt, eingefchworen feien, daß wir vielmehr durchaus bereit wären, durch eine erhebliche Kürzung der Dienstzeit den Absichten des englischen Abrustungs- plans entgegenzukommen. Aber Herr von Blomberg hat auch mit Recht betont, daß dieser Uebergang e t nur ganz allmählicher fein könne und daß das neue Heeresfyftem unseren eigenen sozialen und politischen Bedürfnissen Rechnung tragen müsse. Man denke nur an die 14 Jahrgänge ausgebildeter Reserven, über die Frankreich und seine östlichen Vasallen verfügen, die man mit läMillivnenMann nicht zu hoch gegriffen haben dürfte. Ihnen hätten wir nichts entgegenzustellen, als die uns inj englischen Plan zuge- biUigten 200 000 Mann kurz ausgebildeter und daher für den modernen technischen Krieg kaum verwendbarer Truppen, wenn uns nicht in der Reichswehr ein Stamm wohldisziplinierter und vorzüglich geschulter Offiziere und Mannschaften bleibt Für Das Danziger Gewerkschafiöhaus auf Gerichtsbeschluß durch die RGBO. besetzt. Sozialdemokratischer Widerstand. - Der Völkerbund wird zum Eingreifen in innerdeutsche Angelegenheiten aufgefordert. Danzig, 12. Mai. (TU.) Arn Freitagnachmittag um 14 Uhr wurde in Danzig durch Gerichtsvollziehungsbeamte und ein großes Aufgebot von Schutzpolizei das Haus der Freien Gewerkschaften besetzt. Die Besetzung geschah auf Grund eines Gerichtsbeschlusses, der von der Leitung der deutschen Gewerkschaften, der die Danziger Gewerkschaften bekanntlich ange« chlossen sind, erwirkt worden war. Der sozialdemo- ratische Abgeordnete Brill, unterstützt von dem Führer der Freien Eisenbahnergewerkschaft, Key - er, und dem Redakteur der sozialdemokratischen „Danziger Bolksstimme", T h o m a t, leisteten den Polizeibeamten Widerstand. Brill wurde verhaftet. In der Linie dieses unglaublichen an Landesverrat grenzenden Verhaltens liegen auch die Lügen- und Hehmeldungen der polnischen Presse. Die Fabrikanten sind polnische Korrespondenten in Danzig und Warschau. Weder befindet sich auswärtige bzw. rcichsdeutsche 6QI. oder SS. in Danzig, noch find irgendwelche polnische oder jüdische Mitbürger irgendwie bedroht oder belästigt. Zwischenfälle versuchen außer den Sozialdemokraten nur polnische Diplomaten Hervorzurusen. Alle diese Versuche, die öffentliche Ruhe und Ordnung in Danzig zu stören, sind aber an dem außerordentlich disziplinierten 'Verhalten der Nationalsozialisten und an dem musterhaften Verhalten der Danziger Schutzpolizei gescheitert. Sozialdemokratische Generalstreik« parole in Oanzig. Danzig, 13. Mai. (WTB.-Funkspruch.) Wegen der Besetzung des Gewerkschaftshauses im Sinne der Gleichschaltung mit dem Reich, hat die Sozialdemokratische Partei die General st reikparol« ausgegeben. Die Schriftsetzer der .^Danziger Neuesten Nachrichten" und der „Danziger Allgemeine Zeitung" sind in den Streik getreten, während dis sozialdemokratische „Dolksstimme" und das Zentrumsorgan die „Danziger Landeszeitung" erfchei- nen werden. In den übrigen Betrieben wurde, soweit sich bisher übersehen läßt, der Streikparols zum größten Teil nicht nachgekommen. Beschlagnahme des Vermögens der Freien Gewerkschaften. Das Gewerkschaftshaus, das fest verschlossen war, war von einer großen Anzahl vonSozialdemokraten beseht, die auf mehrfache Qlufforderung der Polizei nicht öffneten. Erst als ein Schlosser herbeigeholt war und das Schloß schon halb erbrochen hatte, bequemten sie sich, die Tür zu öffnen. Von den Gerichtsvollziehern wurde sodann das Haus dem Leiter der Vctricbszellenorganisation in Danzig, Sen« dzia, übergeben. Doch stieß auch diese lleber- gabe zunächst auf starke Schwierigkeiten, da alle Räume fest verschlossen waren und nacheinander von einem Schlosser geöffnet werden mußten. Die Oefen des Hauses waren angefüllt mit Resten verbrannter Qlkten. Geld wurde m den Kassen nicht vorgefunden. Oluf dem Dach des Hauses, auf dem vor wenigen Tagen noch die rote Flagge wehte, wurde das Hakenkreuz - bannet gehißt. Die einzelnen Gewerkschaften wurden von Vertrauensleuten der Detriebs- zellenorganisation übernommen. Am Abend formierten Mitglieder der SPD. trotz des Umzugsverbots einen Zug, dem sie ein Transparent vorantrugen: „Völkerbund schütze unsere Verfassung!" Mit diesem Transparent gelang es den Sozialdemokraten, vor das Gebäude des Danziger Völkerbundskommifsars Rosting zu ziehen. Die Danziger Schutzpolizei schritt sofort gegen die Demonstranten ein und nahm die Hauptanführer und die Träger des Transparents fest. Berlin, 12. Mai. (OB.) Der Generalstaats- anroalt des Landgerichts I Berlin hat folgende Anordnung erlaffen: Die am 9. Mai 1933 angeordnete Beschlagnahme des f o z i a l d e m o k r a t i- fchen parteioermögens wird dahin ergänzt, daß auch das vermögen der Freien Gewerkschaften, des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts-Bundes, des Allgemeinen Freien Ange- stettten-Bundes, aller ihnen angefchloffenen Gewerkschaften sowie aller ihnen angeschloffenen vermögens- oerroalfungen beschlagnahmt wird. Als verfügungsberechtigter Pfleger des beschlagnahmten vermögens wird der Führer der Deutschen Arbeitsfront pg. Dr. Ley bestimmt, der auch berechtigt ist, Bevollmächtigte zu ernennen. Die getroffenen Maßnahmen erscheinen geboten, um eine geordnete Verwendung des deutschen Arbeiteroer- mögens zu gewährleisten. Dr. Ley hat folgende öffentliche Ausfoe- derung erlassen: „Die Revision der Kassen und Bücher der Gewerkschaften hat zu der Feststellung geführt, daß große Summen der den G e- werkschasten gehörigen Gelder auf Privatkonten, teilweise sogar im Auslande, umgeschrieben worden sind, verschiedene dieser Konten wurden ja bereits beschlagnahmt. Ich richte hiermit die öfsenttiche Aufforderung an alle, die an derartig en Ueberfdjreibungen beteiligt sind, sich bis zum 1. Juni spätestens ; n melden. 3m Falle der freiwilligen Meldung wird die Deutsche Arbeitsfront eine Anzeige unterlassen. Die Beteiligten an diesen gesetzwidrigen Schiebungen, die bis zum 1. 3uni keine Meldungen abgegeben haben, werden rücksichtslos der schärfsten Bestrafung zugeführt werden." Oie Konsumvereine. Berlin, 12. Mai. (CNB.) Der Leiter der Wirtschaftsbetriebe der Gesamtverbände der Arbeiter unfy Angestellten Müller gibt folgendes bekannt: Es ist selbstverständlich, daß die Deutsche Arbeitsfront nicht Einrichtungen zerschlagen wird. diese deutschen Einwendungen hat die Gegenseite — einschließlich Englands, das sich wieder ganz m das Schlepptau der Franzosen begeben hat — nicht das geringste Verständnis aufgebracht. Man ist vielmehr draus und dran, die deutsche Delegation vor die Alternative zu stellen, entweder der im englischen Plan vorgesehenen Vereinheitlichung der Heerestypen zuzustimmen — wobei England selber fern auf seine eigenen Bedürfnisse zugeschnittenes System des langdienenden Berufsheeres neben einer Miliz b e i b e h ä l t — oder die Verantwortung für Das Scheitern der Konferenz auf sich zu nehmen, obwohl die deutsche Pchitik in Gens mit ihrer Fülle von Anträgen, Vorschlägen und Anregungen eine niemals unterbrochene Linie entschiedensten Abrüstungswillens und weitesten Eingehens auf die nach der Taktik des Hinhaltens und Verschleppens immer wieder wechselnden Wünsche der Gegenseite darstellt. Auch im Effektivausschuß Der Abrüstungskonferenz wiederholt sich Das gleiche Spiel. Auch hier ist Deutschland bei der A n r e ch n u n g D e r P o l, z e i- k r ä f t e auf die Heeresstärken bis an die Grenze des Tragbaren entgegengekommen. Aber das genügt nicht. Man will eben die Gleichberechtigung Deutschlands in der Praxis illusorisch machen. Dazu muffen die geflissentlich als „Wehrverbä^e ange- sprochenen Organisationen der SA., öö. unD Des Stahlhelm herhallen, denen die Mehrheit des Ausschusses, also England und der gesamte französische Block militärische Verwendbarkeit andichtet, obwohl für keine Der genannten Gruppen auch nur irgendein für einen militärischen Verband typisches Kennzeichen zutrifft. Warum ist keine Rede von den militärischen Jugendoraanifationen Frankreichs, Amerikas und Englands, von den sokol- und Schützenverbänden der Tschechen, Polen und Serben, die sämtlich vom Staat organisiert, bewaffnet und ausgebilDet werden, so daß ihre Mitglieder, wenn sie in das aktive Heer eintreten, nur noch einer Ausbildung in den Spezialwasten des modernen technischen Krieges bedürfen? In diesem ganz willkürlichen Messen mit zweierlei Maß kommt die bodenlose Heuchelei, mit deren Hilfe man Deutschland vor Der Welt ins Unrecht setzen möchte, nackt und kraß zum Vorschein. Deutschland soll sich also Polizei und wehrsportliche Verbände, für die geradezu phantastische Ziffern in Genf kursieren, ^uf seine 200OOO Mann anrechnen lasten. Aber Frankreichs Kolonialarmee bleibt bei dem ihm zugebilligten 400 000-Mann-Heer außer Ansatz, obwohl gut zwei Drittel davon in kürzester Frist an der französischen Ostgrenze aufmarschieren könnten. Wir haben im Weltkriege ja selber zu unserem Schaden erfahren müssen, welch unerschöpfliches Menschen- reserooir gerade die überseeischen Besitzungen für Frankreich sowohl wie für England darstellten. Aber davon will in Genf die Gegenseite nichts hören. Deutsche Anttäge, die darauf abzielen, die Verwendung dieser Kolönialtruppen auf europäischen Kriegsschauplätzen unmöglich zu machen, werden mit Entrüstung zurückgewiesen. Nicht besser ist es mit den deutschen Anträgen zur Frage Des Kriegsmaterials. Hier liegt ja m Wahrheit Der f pr ingende Punkt für die ganze Abrüstungskonvention. Denn im Zeitalter Der Technik entfcheiDet natürlich schon Besitz oDer Nichtbesitz moDerner Kriegswaffen über Die Möglichkeit Der Kriegführung. DeutschlanD, Das aller moDernen schweren Angriffswaffen bar ist, sogar Den nötigsten Luftschutz für seine Bevölkerung entbehren muß, weil ihm moderne Fliegerabwehrgeschütze verboten sind, muß inmitten bis an die Zähne bewaffneter Mächte felbstverständlich in erster Linie sein Augenmerk auf die Beseitigung der ausgesprochenen Angriffswaffen richten, die eine stete Bedrohung seiner nationalen Sicherheit darstellen. Aber Die hochgerüsteten Staaten haben sich bis heute jeDer Diskussion Dieser geradezu ent- scheiDenDen Frage entzogen. Nun enDlich soll nach Dem Vermittlungsvorschlag HenDersons in der kommenden Woche wenigstens eine Generalaussprache über diese für Deutschland wichtigste Frage im ganzen Fragenkomplex der Abrüstung stattfinden. Reichsaußenminister Freiherr von Neurath hat in dem schon erwähnten Aufsatz die Gegenseite nicht darüber in Zweifel gelassen, daß wir sehr gegen unseren Willen durch Den mangelnDen Ab- rüf' ngswillen Der anDern gezwungen fein roerDen, zu unserer eigenen Sicherheit unsere Rüstung auch Durch Die moDernen Kampfwaffen zu ergänzen, zu Deren Abschaffung sich unsere Nachbarn nicht entschließen können. Frankreich treibt ein ebenso gefährliches wie verbrecherisches Spiel, wenn es Die ontiDeutsche Verstimmung, Die — man kann es nicht leugnen — gegenwärtig besvnDers in Der öffentlichen Meinung EnglanDs herrscht, mit phantastischen Lügenmärchen systematisch nährt, um sich EnglanDs blinDe Gefolgschaft — Die Haltung Der Bereinigten Staaten ist noch nicht Durchsichtig — bei Der Sabotage Der Deutschen GleichberechtigungssorDerung in Gens zu sichern. Welche Früchte Diese Hetze bereits getragen hat, haben wir eben bei Dem BesuchAlfreDRosen- b e r g 5, Des außenpolitischen Vertrauensmannes Des Reichskanzlers, in ßonDon erleben müssen. Fast beleiDigenDer noch für das ganze deutsche Volk als die Schändung des im Auftrage des deutschen Regierungschefs am Gefallenendenkmal von Whitehall niedergelegten Kranzes ist Die unerhört milDe Bestrafung Des Täters. Wir möchten wissen, welch Sturm Der Entrüstung in Der britischen Oefsentlich- keit losgebrochen wäre unD welche politischen Folgen es für das Verhältnis beider Länder gehabt hätte, wenn bei dem Besuch Macdonalds in Berlin der Kranz des britischen Premiers vom Ehrenmal in der Schinkel-Wache entwendet worden und in Die Spree geworfen wäre und man Den Täter Dann mit 30 Mark GelDftrafe laufen gelassen hätte. Das Deutsche Volk muß erwarten, daß ihm für diesen Affront volle Genugtuung gegeben wird. Der unerhörte Vorfall verdeutlicht Die überaus gereizte Stimmung, die in gewissen Kreisen Englands, nicht nur der Arbeiterschaft und der Liberalen, sondern mindestens ebenso sehr der von jeher frankophilen Hochtories gegen das nationale Deutschland herrscht. 3m Ton der Hetzreden Chamberlains, Cecils und Churchills holte nun auch das für das Abrüstungsproblem in erster Linie zuständige Mitglied des Kabinetts, der Staatssekretär des Kriegsamts, Lord H a i l s h a m , im britischen Oberhaus zu ebenso heftigen wie unbegründeten Angriffen gegen Deutschland aus. Er griff kühn den Entschlüssen der Reichsregierung vor und scheute sich nicht, Deutschland unverhüllt mit den im Versailler Diktat für den Fall eines Vruchs der Entwaffnungsbestimmungen vorgesehenen Sanktionsmahnahmen zu drohen, wenn die deutsche Delegation nach Ablehnung des Mac- donald-Planes Genf verlassen und von seiner Rüstungsfreiheit Gebrauch machen sollte. Das ist ein Ton, mit dem man dem Deutschland der nationalen Erhebung nicht mehr imponieren kann. Reichs- wehrminister von Blomberg hat bereits allen. Die es hören wollten, zu verstehen gegeben, Daß Die Zeit Der Ultimaten unD Diktate endgültig vorüber fei. DeutschlanD will nichts als gleiches Recht unD gleiche Sicherheit, es ist, wie Die Deutsche Politik in Genf täglich neu erhärtet, zu weitgehenDem Entgegen- fommen bereit, bis an die Grenze dessen, was die Sicherheit Der Nation verlangt. Es ist ganz eingestellt auf Die großen Aufgaben Der inneren Neu- orDnung unD sittlichen Erneuerung, es will ehrlich FrieDen unD FreunDfchast mit jeDermann, Der bereit ist, Deutsche Lebensrechte zu achten. Aber Diese Lebensrechte wirD es auch bis zum Aeußersten zu Der- teiDigen wissen, wenn man in Genf weiterhin gesonnen fein sollte, ihm Die Erfüllung feiner natürlichsten Ansprüche auf gleiche nationale Sicherheit vorzuenthalten. Das sollten sich namentlich Die Staatsmänner Amerikas unD EnglanDs gesagt sein lassen, Die Durch so plumpe Einschüchterungsversuche wie Die Des LorD Heilsham, DeutschlanD einseitig unter Druck setzen, statt auf Frankreich als Dera wahren Hemmnis eines jeDen Fortschritts in Der 2lbrüftungsfrage einzuwirken. DeutfchlanDs Nerven sinD heute stark genug, Das Genfer Trommelfeuer Durchzuhalten. Einen ersten Erfolg Dieser Nerven- probe kann es ja bereits mit Dem Bermittlungs» Vorschlag HenDersons unD Dem Einlenken Des anglo» französischen Mächteblocks auf Den ihm vom Präsi- Deuten gewiesenen Weg zur BermeiDung eines offenen Bruches mit DeutschlanD unD Damit eines Scheiterns Der Abrüstungskonferenz überhaupt buchen. So muß also auch für Die künftigen Wochen Diplo» malischen Trommelfeuers in Genf Die Parole für Das deutsche Volk heißen: Nerven behaltenj 1. 2. 3. 4. und ischen Roten Kreuz Bereitschaft, bereits ausgesprochenen oder noch in Frage kommenden Entlassungen eingereicht werden. Die Beschäftigungsbehörden werden ersucht, soweit möglich, auch eine Aeußerung des betreffenden Arbeitnehmers zu beschaffen. Die Japaner -ringen innerhalb -er Großen Mauer vor. sämtliche preußischen Regierungsbezirke mit Ausnahme von Aachen, Kassel, Köln, Koblenz, Trier und Wiesbaden. der Regierungsbezirk Kassel mit Ausnahme der Kreise Hanau und Gelnhausen; im Regierungsbezirk Wiesbaden der Kreis Biedenkopf; Engste Verbindung von Bauer un- Scholle -urch Einführung -es bäuerlichen Erbhofrechis. sein, Erben eines Erbhofes zu sein, denn der Artfremde habe keinen Sinn für die Heiligkeit des Bodens. Nur deutschem Blut dürfe ein Erbhof gehören. Deutscher Bauer sein bedeute einen neuen Adel, den Adel der Arbeit. Sich Bauer nennen zu dürfen, sei eine Ehre. Aber nur, wer einen Erbschaftshof besitze, sei ein Bauer. Latifundienbesiher seien keine Bauern, denn sie besäßen keine Berbundenheit mit Blut und Boden, sondern hätten ein Aktienpaket in der Tasche. Der Latifundienbesiher dürfe auf keinen Schuh und keine Fürsorge rechnen. Auf diese Weise würden wahrscheinlich weite Flächen von Latifundien für Siedlungen freigemacht werden können. Da der Staat der freien Bauern gegenüber auch Pflichten habe, und dem Bauern keine neuen Lasten auferlegt werden sollen, so würden die Klagen bei den Erbgerichten gebührenfrei sein. Bon Kampfmaßnahmen habe man nicht obsehen können, da das bisherige bürgerliche Erbrecht kapitalistisch eingestellt gewesen sei. Das neue Gesetz schasse für den deutschen Bauern einen unbelasteten Besitz, den Begriff der Hypothekenschuld gäbe es nicht mehr, denn die Erde sei schuldenfrei. Als Landschaften mit Anerbensitte mit Bauerngebiet gelten: Neuregelung des bäuerlichen Erbrechts in Preußen, ** (Albert Träger.) R. H. Zehn Gebote für -en Muttertag. 1. Danke Deiner Mutter am Muttertage besonders durch Liebe und Ehrfurcht. 2. Gib dem Tage mit ein paar Blumen oder einem kleinen Angebinde für die Mutter ein festliches Gepräge. 3. Nimm der Mutter an diesem Sonntag alle Arbeit ab. damit sie einen Feiertag t>at. 4. Gestalte den Muttertag zu einem Familien- sesttag, an dem sich alle Familienmitglieder durch Liebe und Bertrauen besonders eng verbunden fühlen. 5. Sende Deiner Mutter ein Zeichen des Gedenkens, wenn Du fern von ihr bist. 6. Weilt Deine Mutter nicht mehr unter den Lebenden, so schmücke ihr Grab mit Blumen. 7. Wenn eine Mutter in der Nachbarschaft Not und Sorge leidet, besuche sie und hilf ihr. 8. Weiht Du eine einsame Mutter im Krankenoder Siechenhause, suche sie am Muttertage auf und mache ihr eine kleine Freude. 9. Sei auch im öffentlichen Leben gegen jede Frau höflich und hilfsbereit, insbesondere gegen die Schwangere. 10. Jeder achte und ehre seine Mutter und alle deutschen Mütter nicht nur am Muttertage sondern jederzeit. Dann wird der Muttertag ein Segen für das deutsche Volk werden! Sammlung für kinderreiche Familien. Bon der Ortsgruppe Gießen des Neichsbundes der Kinderreichen zum Schuhe der Familie wird uns geschrieben: Anter dem Protektorat des Herrn Staatspräsidenten, Professor Dr. Werner, veranstalten die Ortsgruppen Gießen, Großen-Linden. Wieseck und Watzenborn-Steinberg des Reichsbundes der Kinderreichen am 13. und 14. Mai einen Vlu- men tag. Dazu hat der Hessische Minister des Innern die Erlaubnis erteilt. Der Reinertrag ist zugunsten bedürftiger kinderreicher Familien. Die Bürgerschaft wird um Spenden herzlich gebeten. Jlw Schreibmaschinen mit -rutschen Typen. Der Hessische Minister für Kultus und Bildungswesenhat an die unterstellten Behörden folgende Anordnung ergehen lassen- Hiermit an, daß für die Folge aus- Ichließlich Schreibmaschinen mit öeutx Peking, 12. Mai. WTB. (Reuter.) Japa- nische Flieger bombardierten Miyun und andere Städte innerhalb der Großen Mauer. Tausende von Soldaten sind verwundet in Peking eingetroffen. Es scheint, daß es den Japanern gelungen ist, den größten Teil der alten Stellungen zu besehen. Die japanischen Truppen haben auch Den Aebergang über den Luan-Fluh erzwungen. Die Chinesen wurden zerstreut fliehen in westlicher Richtung. Das Rote Kreuz hat in den Fahren bitterer Rot des deutschen Volkes in seinem Teil dazu rnitzu- wirken gestrebt, deutsche Männer und Frauen, die den Dienst an der Gesamtheit über ihre eigenen persönlichen Interessen stellen wollten, zu einer Gemeinschaft des Dien st es an Volk und ?? Q r l an d zusammenzuschließen. Diesem eigensten Ziel blieb das Rote Kreuz in siebenJahr- zehnten seines Wirkens treu. In Zeiten des Friedens, im weigtoerzweigten Hilfswerk und in Zelten des Krieges, wenn die Rot des Vaterlandes rief, und es wird ihm treu bleiben, nachdem sich unter >chrer Führung, Herr Reichskanzler, der Weg zu der Nation geöffnet hat. Sw haben wiederholt mit ernsten Worten gemahnt, dieser Weg werde nicht leicht sein. Am w wehr wird Deutschland den Willen und die Erfahrung der zum Hilfswerk geschulten Männer und Frauen vom Roten Kreuz in mehr als ^000 örtlichen Organisationen die Bereitschaft der 10 000 Schwestern vom Roten Kreuz und der 130 000 freiwilligen Mitglieder der Eanitatskolonnen vom Roten Kreuz brauchen. Im Namen von eineinhalb Millionen Männern und Frauen als Mitgliedern im Deutschen Roten Kreuz erkläre ich die unbedingte Bereitschaft, Ihrer Führung zu unterstellen und Ihnen zu folgen. Die sämtlichen Frauenvereine vom Roten Kreuz haben sich unbeschadet ihrer unverletzlichen Eingliederung in das Deutsche Note Kreuz — der deutschen Frauenfront angeschlossen. Ich habe mit den Herren Reichsinnenminister Dr. Frick und mit dem stellvertretenden Führer der NSDAP. Herrn Rudolf Heß, die grundsätzliche Voraussetzung der Eingliederung des straffer zusammen zu fassenden Roten Kreuzes in dem Aufbau der -rcation erörtert und erhoffe von der Zukunft e r - S-rVt?6 r?rl rum Einsatz der Hilfsbereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes." ZustizministerKerrlwünschigfoßmütige Behandlung politisch An-erSgesinnter. Berlin, 13. Mai. (VdZ.) Der preußische Justiz- w'Aer Kerrl hat für den Bereich der gesamten Justizverwaltung die Ausführungsbestimmungen zu dem Reichsgesetz zur Wiederherstellung des Berufs- hH6mh»?h>xini5n;erIaJ!cn; rBer 2ustizminister bestimmt, Dafj bei der Entlassung wegen n a t i o n a - bVad)teänUm:rIä|,i9,eit f ° ' 9 e n b c 5 «“ . ."Die Regierung der nationalen Erhebung steht letzt so gefestigt da, daß sie auf e i n e k l e i n l i ch e Verfolgung gelegentlicher und unbedachter Aeußerungen keinen Wert zu legen braucht. Vielmehr gilt es nach den wiederholten Bekundungen ihres Führers, zunächst noch abieits stehende Volksgenosen für öie nationale Bewegung zu gewin - n e n. Diesem Streben dient vornehmlich auch eine großmütige Behandlung politisch anders gesinnter Arbeitnehmer, zu- mal, wenn sie — wie es bei den Angestellten und Arbeitnehmern der Justizbehörden regelmäßig der Fall sein wird — sich in sozial bedrückter Lage befinden und oft nur dem ihnen gegebenen Beispiel gefolgt oder dem auf sie ausgeübten Druck erlegen und deshalb als Verführte ünzusehen sind." Der Minister verlangt, daß ihm Verzeichnisse der Berlin, 11. Mai. (TA.) In einer im preußischen Justizministerium stattgefundenen Pressebesprechung, an der auch die Herren Darre und W i l l i k c n s von der Agrarpolitischen Abteilung der Reichsleitung der NSDAP, teilnahmen, verkündete der preußische Justizminister Kerrl e i n neues Erbhofrecht, das im Rahmen der reichsgesehlichen Vorbehalte geschaffen ist und vom preußischen Staatsministerium am Montag verabschiedet werden soll. In dem Vorwort des Gesetzes heißt es: Die unlösbare Verbundenheit von Blut und Boden ist die Voraussetzung der Gesundheit und des Lebens des Volkes. Ein Bauer kann nur einen Erbhof haben. Ein Bauer hat auch nur ein erbberechtigtes Kind. Die übrigen Kinder haben lediglich das Recht auf Erziehung, Ausstattung und Heimatzuflucht. L a t i - fundienbesihcr sind keine Bauern. Ein Besitztum im Ausmaß eines Bauernhofes bedeutet, daß der Bauernhof ohne Vorwerke bewirtschaftet werden kann. Der neuzuschasfende E r b - gerichtshof Preußens befindet sich beim Oberlandesgericht Celle. Die Anerbengerichte sehen sich aus einem Juristen und zwei Bauern zusammen. Ministerialrat Wagemann führte anschließend aus, daß es sich dabei um ein uraltes germanisches Recht handele im Gegensatz zum römischen Recht, das den Grund und Boden als Ware verkauft habe, während das germanische Recht den Grund und Boden als das Erbe der Sippe, ja des ganzen Volkes betrachtet, über das der einzelne nicht verfügen dürfe. Ein alter deutscher Rechtsgrundsatz im Sachsenspiegel heiße: „Der Bauer hat nur ein Kind"; das heiße, daß nur ein Kind den H o fernen könne. Diesen Sah habe man i"tzt wörtlich in das neue Recht eingearbeitet. Die Miterben könnten auf dem Hof versorgt werden; sofern sie unverschuldet in Rot geraten, könnten sie eine sogenannte Heimatzuflucht auf dem Hof finden. Zur Regelung von Streitfragen werde das A n - e r b g e r i ch t geschaffen, das aus einem Amtsrichter und zwei Bauern bestehe. Ein Verkauf von An- erbehöfen dürfe nur mit Genehmigung des Anerbgerichts erfolgen, das nur bei Vorliegen von Sonderfällen diesen Verkauf genehmigen werde. Anerbe kann natürlich auch ei ne Tochter fein. Das Gesetz habe den Zweck, die Bauernhöfe vor lleberschuldung und Zersplit- teruna im Erbgang e zu bewahren und eine Klasse von gleichmäßig großen Bauernhöfen zu schaffen. Das Änerbenrecht gilt nur f ü r die Bauernhöfe, für das überschüssige Vermögen gelten die Bestimmungen des BGB. Bei der Verteilung des überschüssigen Vermögens fällt der Anerbe aus, solange die Verteilungsquote unter dem Wert seines Hofs liegt. Uebersteigt die Verteilungsquote den Wert des Hofs, dann nimmt der 2lnerbe an der übrigen Erbschaft teil, und zwar wird der^ Wert des Hofs bei der Verteilungsquote ange- Ministcrialdirektor Dr. Freisler erklärte er» gänzend: wenn ein Bauer eine nicht deut sch- stämmige Frau heiratet, würde nach dem Gesetz die Nachkommenschaft dauernd unfähig Ernennung zu Ehrenbürgern. WSN. F r i e d b e r g , 11. Mai. Der Gemeinderat von Nieder-Wöllstadt beschloß auf Antrag der NSDAP., den Reichspräsidenten von Hindenburg, den Volkskanzler Adolf Hitler und den hessischen Staatspräsidenten Dr. Werner zu Ehrenbürgern der Gemeinde zu ernennen. Veränderungen in oberhessischen Buqermeistereien. Darmstadt, 11. Mai. (WSN.) Die Staatspressestelle teilt mit: Die Amtszeit nachstehender Bürgermeister und Beigeordneten wurde für b e - enbet erklärt; als Ersatz wurden ernannt: Rod- 5/ - m v. d. H. (Kreis Friedberg): Bürgermeister Vorbach ersetzt durch Robert Paulstroh; Otter - bach (Kre.Ä Alsfeld): Bürgermeister Loch komrnis- larisch ersetzt durch Johannes Jost; Lauterbach- Die Dienstzeit des Bürgermeisters Walz wurde für beendet erklärt. Zur kommissarischen Wahrnehmung des Bürgermeisteramtes wurde Dr. Mahr, Darmstadt, bestellt; Herbstein (Kreis Lauterbach): Bürgermeister Kubel wurde durch Heinrich Dehn ^chreinermeifter ersetzt; Q u e ck (Kreis Lauterbach): Bürgermeister Christian Hofmann wurde durch Heinrich Koch ersetzt; Rohrbach (Kreis Büdingen): Bürgermeister Jakobi durch Hch. Schäfer IV Ersenbahnassistent i. R.; Rommelshausen': Bürgermeister Heusel durch Schneidermeister Weber; Lr* 9© n? ol mJ . Beigeordneter Kirchner durch Karl Koch, Landwirt; Bobenhausen I: Bürgermeister Haas durch Heinrich Heinz, Kolonial- I warenhandler und Gastwirt; Stockheim Bürgermeister May durch Friedrich Jüngling, Bankbeamter; Gonterskirchen (Kreis Schotten): Bürgermeister Graf durch Karl Lein II., Maurermeister; Laubach: Beigeordneter Will). Bit, II durch Fritz Roßbach, Apotheker in Laubach? 8 ' Berichtigung der hessischen Staatsprelsestelle. Darmstadt, 11. Mai. (WSN.) Die Staats- Pressestelle teilt mit: Für den seines Arntks enthobenen Bürgermeister Kreut er von Bocken- RrfU -(^rei5f A?feld) wurde aus Versehen H. Schlitt als kommissarischer Bürgermeister be- baj'n berichtigt, daß als kommissarischer Bürgermeister von Vockenrod der seitherige Beigeordnete Otto Fey in Frage kommt. ° 9 Schluß mit -em „Becherleeren^. * Romrod (Kreis Alsfelds 12. Mai. Der neue r n k-blrr bIcfer 2-a0e ^ine erste Sitzung abhielt, hat im Hinblick auf die außerordentliche ilngunft der Zeitverhältniffe einen Brauch ir angewandt, der seit dem ... 5aPr9unöer t in unserer Gemeinde stets zu Beginn der Amtszeit der gewählten Ge- ^b^ertreter üblich war. Es handelt sich um -VGn ’ bas darin bestand, daß ledes neue Gememderatsmitglied den mit einem ßitcr Wem gefüllten silbernen Be ch e r mit dem Stadtwappen in einem Zuge 7/ fCn Wer dieser Anforderung Sr<>9£rU9f* ,Dn£!e- mußte als Strafe so Beckers^-«"^ en W e i n st i f t e n, als er beim Xotnif« ..T r o p f e n in dem Becher g e l a f s e n hatte. Die gestifteten Flaschen Wein gitrunfcm0™ 9C,am‘en ®c,neinöcr‘>t 9<™cin- Ne der V e r sorgung der Arbeiter und ^lnge st eilten mit preiswerten Waren dienen. Demnach können die Konsumvereine nicht ohne weiteres aus dem Wirtschaftsleben ausqeschal- tet werden, vielmehr ist es wünschenswert, daß n a ch w i e vor bei ihnen gekauft wird und baß l-e 'n ihrer auf die Versorgung bet Arbeiter unb Angestellten gerichteten Tätigkeit, gute und prewwerte Waren diesen Kreisen zu vermitteln, nicht gestört werden. Dies muß der entgegen ^letzten Auffassung verschiedener Kampfbünde des Mittelstands gegenüber ausgesprochen werden. Die Konsumvereine sind also bis auf weiteres nicht in i b re r @ efdjäftsbetätigung durch irgendwelche Maßnahmen örtlicher Kreise zu hem- m e n. Allerdings darf auch keine weitere Ausdehnung derselben stattfinden. Die großen Werte, die aus den Spargroschen der Arbeiter stammen, die in den Konsumvereinen investiert sind verlangen eine pflegliche Behandlung, damit sie nicht verfallen. ' DieAeuordliUngderFettwirWast Günstige Auswirkungen am Arbcitsmarkt. Berlin, 12. Mai. (WTB.) Im Rahmen der Reuorvnung der Fettwirtschaft wurde die Mar- gar i n ep r o du k t i o n für die Zeit vom 27. Marz bis 30. Juni 1933 zunächst auf 50 Prozent der in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1932 hergestellten Margarinemenge beschrankt. Gleichzeitig wurde die Möglichkeit geschaffen, ein Zusahkontingent von 1 0 P r o z e n t an die Margarinefabriken zu ver- teilen. Das ist nunmehr geschehen. Dabei wurden die kleinen und mittleren Betriebe bevorzugt behandelt und die Kontingente auf die einzelnen Fabriken verteilt, um Betriebsstillegungen in der Margarineindustrie zu verhindern. In Verbindung hiermit ist der Margarineindustrie die Auflage gemacht worden, bei der Herstellung von Margarine Magermilch in Höhe von r u n d 2 0 Prozent der in der Kontingentszeit noch herzustellenden Margarinemenge zu verwenden. Die mit dem großen Fettplan der Reichsregierung in erster Linie erstrebte und für die bäuer- Iirf>cn Wirtschaften entscheidende Gesundung d e r M i l ch w i r t s chastmachtstarkeFort- schritte. Gegenüber dem unerhörten Tiefstand der Butterpreise anfangs Februar ist eine Preissteigerung um 22 M k. je Zentner eingetreten. Die dadurch erreichte Stärkung der Kaufkraft der Landwirtschaft macht sich bereits jetzt am Arbeitsmarkt bemerkbar, denn die Landwirtschaft hat in den letzten Wochen ganz erheblich mehr Arbeiter eingestellt als in der entsprechenden Zeit der vergangenen Jahre. Das deutsche Rote Kreuz unter« steWchderMnmgMvWllers Berlin, 12. Mai. (TUB ) Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes von W i n t e r f e l d t, hat an Reichskanzler Adolf Hitler folgendes Schreiben gerichtet: „Das Deutsche Rote Kreuz verehrt in Ihnen, Herr Reichskanzler, den Führer, der in wenigen Monaten kraftvoller Entwicklung die Erneuerung des Deutschen Reichs vollzogen hat. Der begeisterte Aufschwung neuer Hoffnung, der alle Schichten des deutschen Volkes durchdringt und unüberwindbar scheinende Schranken niederreißt, bereitet den Glauben an die Erfüllung uralten Sehnens: Die wahre und tiefe Volksgemeinschaft aller Deutschen. Wir haben feit einigen Jahren von den nordi- I schen Ländern eine schöne Sitte übernommen: I einen Tag im Jahre der Mutter zu weihen« Der Gedanke, einen besonderen Muttertag zu feiern, hat schnell viele Anhänger gefunden. Es I gibt ja kaum jemand im Leben, der uns so un-i zählige Male Freude vermittelte und Liebe er- I wiesen hat, wie unsere Mutter. Es gibt nichts Schöneres als die treue Liebe, und die sorgsame Arbeit der Mutter an ihre^l Kindern. Wieviel Opferbereitschaft, Selbstverleugnung und Pflichttreue entfalten sich im Dienste der Mutter, erblühen aus einer unerschöpflichen Liebe! Die reinste und glücklichste Verbindung zwischen Menschen ist die von Mutter und Kind. Das Neugeborene findet an der Mutterbrust seine Heimat, die Heranwachsende Jugend sucht hier ihre Zuflucht. Sind die Kinder in Not, dana bitten sie bei der Mutter um Rat und Hilfe, brauchen sie Trost, dann wissen sie, wo sie ihn I finden. Das Vertrauen zum mütterlichen Schutz ist ohne Schranken. Die Kinder fühlen und erkennen, daß die Mutter auch in der größten Not noch helfen kann, daß sie hier vollstes Verständnis und größte Hingabe finden- Ein Mutterwort macht vieles wieder gut. Auch der erwachsene Mensch findet am Mutterherzen zu jeder Zeit seine Heimat. Wenn en noch eine Mutter hat, kann er nicht einsam und» verlassen sein, auch nicht in den schlimmstes Tagen. Die Mutter ist ihm der reinste und klarste Stern am Himmel des irdischen Lebens. Von ihr lernte er die ersten Worte. Von ihr hörte er das erste Lied, das erste Gebet! Der Vater, der so viel aus dem Hause ist, steht durch seine Berufsarbeit den Kindern, aber auch den Erwachsenen, nicht ganz so nahe wie die Mutter. Lind doch kommt auch für die Mütter der Tag, an dem sich ihre Kinder von ihr abwenden. Die Jugend will ihre eigenen Wege gehen. Das ist natürlich im Leben der Menschen. Aber für jedes empfindsame Mutterherz ist es eine schlimme Zeit. Wenn die Kinder nicht mehr mit all ihren Anliegen kommen, wenn neue Freunde und Freundinnen an Einfluß gewinnen, dann kommt gar leicht für die Mutter der schmerzliche Gedanke: Jetzt bist du überflüssig. Aber die Mutter kämpft um ihre Kinder, kämpft bis zum letzten Augenblick. Wenn ihre Lebenswege noch so verworren sind, wenn sich alle von ihnen wenden, | die Mutter gibt ihre Kinder nie auf! Sie versteht alles, sie verzeiht alles. Nichts Schöneres, nichts Edleres als solch verzeihendes Mutterherz. Der glücklichste Tag für die Mutter ist dann, wenn der erwachsene Mensch von neuem erkennt, was ihm seine Mutter war und was sie ihm noch ist! Zwischen Jugend und Alter sind die Mütter die besten Vermittler. Sie bewahren das gute Alte, verstehen aber auch die neue Zeit. Sie helfen, daß die Jugend nicht gar zu sehr die Grenzen überschreitet, sie sind ihr Freund und Kamerad. Es ist aber nicht nur Kameradschaftlichkeit zwischen Mutter und den Heranwachsenden Kindern, sondern viel mehr: Es ist ein inniges, festes Band, das Kind und Mutter verbindet. Auch der Tag, an dem die Mutter ihre Kinder hergibt — der Sohn führt die Braut heim, die Tochter zieht ins eigene Heim — kann dieses Band nicht zerreißen. Wenn sich die Familie vergrößert, wenn einst noch Großmutterpflichten an sie herantreten, empfängt sie doppelt zurück, was sie einst hergab. Die Freuden, aber auch die Sorgen, sie kehren wieder. Doch das Mutterherz ist allem gewachsen. In aufopfernder, selbstloser Liebe ist sie ihren Kindern und Enkeln die treueste Freundin, die befte- Stütze. Und deshalb sei der morgige Tag ein Tag des Dankes an unsere Mütter! Wir wollen nicht vergessen, was sie uns bedeuten, welche Kraft und welche Freude von ihnen ausgeht, auf uns niederstrahlt und unser ßeb$n erhellt und verschönt! „Wenn du noch eine Mutter hast, so danke Gott und sei zufrieden! Nicht allen auf dem Erdenrund ist dieses hohe Glück beschieden. Wenn du noch eine Mutter hast, so sollst du sie in Liebe pflegen, daß sie dereinst ihr liebes Haupt in Freuden kann zur Ruhe legen. Und hast du keine Mutter mehr, und kannst du sie nicht mehr beglücken, so kannst du doch ihr frühes Grab mit frischen Blumenkränzen schmücken." Aus aller Welt. Die Düsseldorfer Schlageler-Feier. Die Gauleitung der NSDAP. Düsseldorf erläßt folgende Bekanntmachung: „Die räumlichen Verhältnisse zwingen uns leider dazu, hiermit bekanntzugeben, daß an der Schlageter-Gedenk- feier am 28. Mai 1933 nur Düsseldorfer Verbände teilnehmen können. Der Platz für die Aufstellung weiterer auswärtiger Verbändereicht leider nicht aus. Dagegen sind Fahnenabord- nungen (Fahnenträger und zwei Begleiter) aller vaterländischen Verbände von auswärts sehr willkommen. Auswärtige Verbände, die Fahnenabordnungen zum 28. Mai nach Düsseldorf ent- ^uden wollen, werden um sofortige Mitteilung (spätestens bis zum 18. Mai) an die Gauleituna der NSDAP. Schlageter-Gedenkfeier, Düsseldorf Landeshaus, Berger Ufer, Zimmer 374, gebeten.' VDA.-Armbinde mit dem Hakenkreuz. VIV1-’r ^2. ClHai. (TU.) Zwischen den Führern der Hitler-Jugend und des Vereins für das ^ei^^tum im Ausland wurde vereinbart daß ’^cn Mitgliedern auch die Mitgliedschaft ^b^T^^beit im VDA. empfiehlt. Die Arbeit der VDA.-Gruppen bleibt in den bisherigen Formen bestehen. Die VDA. verzichtet auf Wehr- r Schulgruppen des VDA. Volksdeutsche Arbeitszellen) stehen der HI. mit wrerArbeit zur Seite. Der VDA. führt als sichtbares Zeichen seiner Verbundenheit mit der HI emc VDA-Arrnbinde mit dem Ha- x n eln'. "®Dn der Reichsjugendführung der NSDAP, tritt Referendar Nabersberg m den Fuhrerstab des VDA., vom VDA. gehört Führerrat beim Reichs» ausschuß der deutschen Jugendverbände. Die gleiche gegenseitige Vertretung ist auch bei den Landesausschüssen herzustellen. Professor Nawiasky ausgeschieden. Münchener Staotsrechtler Professor Dr Hans N awi asky der sich durch einen Aus- über -en Versailler Vertrag exponiert hatte, ist aus dem Lehrkörper der Universität München a u s ge s ch i e d e n. - Von seinen Arbeiten sind am bekanntesten geworden „Die Grund- fen" -Bayerisches Derfassungsrechf und „Die Zukunft der politischen Parteien'. im Regierungsbezirk Köln der Kreis Wipperfürth. Als Landschaften ohne Anerbensitte (Zersplitterungsgebiet) gelten: Die Regierungsbezirke Aachen, Koblenz. Köln (ohne Wipperfürth), Trier, Wiesbaden (ohneBieden- kopf) und vom Regierungsbezirk Kassel die Kreise Hanau und Gelnhausen. Beim Auftauchen von Zweifeln in der Anwendung des neuen Erb-Hof rechtes in Preußen sollen die Anerben-Gerichte von dem Grundgedanken auszugehen haben, daß der Bauernhof vor Ueberschuldung zu schützen und auf eine gesunde Verteilung land» wirtschaftlichen Besitzes hinzuwirken ist, da gleichgroße Bauernhöfe gleichmäßig über ein Land verteilt, für ein Volk am besten sind. Der ordentliche und gewissenhafte Richter werde die Rechtsprechung der Anerben-Gerichte lebendig zu gestalten haben. Das Gesetz soll am 1. Juni 1933 in Äraft treten. ®ie tatsächliche Auswirkung dieses Gesetzes werde aber noch längere Zeit beanspruchen, da die Eintragung in die Anerbenrolle einen größeren Zeitraum einnehme. Ferner soll in dem Gesetz bestimmt werden, daß in den Gebieten, in denen das Jüngst en- recht anstelle des Aeltestenrechts bei der Vererbung der Höfe Sitte ist, dieses Jüngstenrecht bestehen bleibt. Das gilt insbesondere für eine Anzahl vpn Gegenden im Hannoverschen. Dr. n auf 120 25, 15, 10, 55, 100, 50. ZAHNPASTA Tabletten nur 0,20 morgigen Sonntag um 16 üfn? auf her ßtebtgfr* höhe. 3n Spiel und Tanz fofi sich habet Die kindliche Seele offenbaren. Zwei Märchenspccl«, (Reigen und Musikvorträge des Schülerorchester» der ©tubicnanftalt werden die Dortragsfolge auS- füllen. Gäste find zu der Veranstaltung willkommen. Siehe gestrige Anzeige. *• Dom Schiffenberg wird uns berichtet« daß man zur Zeit von dort oben aus einen Pracht» vollen Rundblick auf die im frischen Grün prangenden Wälder und auf die herrliche Blüten» Pracht in den Gemarkungen um den Schiffender» herum geniesten kann. Auch die Svazierwege durch den im schönsten Frühlingsschmuck stehenden Wald bieten allen (Naturfreunden einen vollen Genust. (Der sich nach den (Mühen des AlltagS an diesen Schönheiten der heimischen Landschaft erfreuen will, lasse sich einen Spaziergang zur Höhe de» Schissendergs angelegen sein. geistiger und körperlicher Frische feinen 86. Geburtstag begehen. Der Jubilar fährt noch an ledern Tage mit seinem Dreirad in der Stadt und der ilmgegenb spazieren. — Ebenfalls am morgigen Sonntag begeht Herr Bernhard Stern, Ludwigstraste 41, seinen 75. Geburtstag. •• Besuchszeiten in den Museen. Die Museen und Sammlungen im Alten und Reuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 ilfcr geöffnet. "Wer ist der Eigentümer? Der Po- lizeibericht meldet: In einem Garten am Wartweg wurde am 2. Mai ein schwarzer, glanzlederner Herrenmantel gefunden. In einer Tasche des Mantels befanden sich ein Paar weihe wildlederne Herrenhandschuhe. In der (Nacht zum 8. Mai wurde eine Sturmlaterne sichergestellt. Es besteht die Möglichkeit, daß beide Gegenstände aus einer strafbaren Handlung herrühren. Personen, die Eigentumsrechte geltend machen können, werden ersucht, bei der Kriminalpolizei vorzusprechen. " Kinder auf führungen zum Muttertag veranstaltet die Hausfrauenberatung am Lietzener Wochenmarktpreise. • (Sieben, 13. Mai. Es kosteten dem heutigen Wochenmarkt: Landbutter Pfennig, Kochbutter 100, Matte 20 bis Wirsing (grün, neuer) 25. Spinat 10 bis gelbe (Rüben 15 bis 20, rote Rüben Spinat 10 bis 15, Spargel 30 bis Unterloblra&i 6 bis 8, Feldsalat 80 bis Tomaten 50 bis 70, Meerrettich 30 bis Zwiebeln 10 bis 15, Schwarzwurzeln 25 bis 30. Rhabarber 12 bis 15. Kartoffeln 3 (pro Ztr. 2,50), Dörrobst 35 bis 40, Obstmus 40 bis 45 junge Hähne 70 bis 90. Suppenhühner 70 bis 80 10 000 Menschen. Das Protektorat haben übernommen: Staatspräsident Professor Dr. Werner ; Minister des Innern, der Finanzen und Justiz Dr. M ü 11 e r ; Staatskommissar für die Stadt Darmstadt Dr. Barth, Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog von Hessen und Seine Exzellenz Generalleutnant a. D. von Müller. Anfragen sind zu richten an Zahnarzt Stroh, Darmstadt, Sandstrahe 20. erhält die Zähne J schon weiss » gesund $)ct Sascften-^aftrplan des Gießener Jlnzeigers mit den Eisenbahn-Verbindungen Oberhessens und der benachbarten preußischen Bezirke, sowie mit dem zuständigen Post- und Privat-Kraft wagenverkehr erscheint anfangs der nächsten Woche als kostenlose fondergaße für die seitherigen Bezieher und für Neubesteller im nächsten Monat — Psychische Hygiene. Auf den öffentlichen Dortrag über psychische Hygiene am Sonntag. 14. Mai, von 11 bis 12 Hpr im Hörsaal der Universitäts-Rervenklinik sei besonders hingewiesen, da er sich aus eine Reihe von aktuellen, Fragen (Familienforschung und (Vererbungslehre, Prophylaxe der Degeneration u. a.) bezieht. Siehe heutige Anzeige. — Leica-Lichtbilder-Dortrag in Giesten. Wan schreibt uns: Alle Freunde der Lichtbildkunst wird es interessieren, daß am 15. Mai, 20.15 Uhr, in der Aula ein öffentlicher Lichtbilder-Dortrag stattfinden wird, in dem Herr Walther D e n s e r von der Firma E. Leih, Wetzlar, an Hand eines hervorragenden Lichtbild-Materials einen Lieberblick über den heutigen Stand der Photographie im Kleinformat und speziell der Leica-Photographie gibt. Das Lichtbild-Material seht sich auS über 100 Leica-Diapositiven aus allen Gebieten der Photographie zusammen: Porträt-, Sport- und Landschasts- aufnahmen, Theater- und Dariete-Ausnahmen während der (Vorstellung, wundervolle Hoch- gebirgSaufnahmen, Photographien in natürlicher Gröhe. Mikro- und Reproduktions-Ausnahmen usw. Der Besuch des Dortrags wird sicher jedem einen genußreichen und lehrreichen Abend verschaffen. Karten zum freien Eintritt sind bei den Photohändlern erhältlich. (Siehe heutige Anzeige.) " Probevorlesung. Don der Landesuni- verfitat wird uns mitgctcilt: Dr. Hans Mockel - mann, der sich für das Fach der Geschichte, Psychologie und Pädagogik der Leibesübungen zu habilitieren wünscht, wird Dienstag, 16. Mai, 16 Uhr in der Kleinen Aula seine öffentliche Probevorlesung halten über das Thema .Friedrich Ludwig Jahn und die pädagogischen Strömungen seiner Zeit". " Schulpersonalie. Ernannt wurde der Etudienrat an der Oberrealschule zu Gicsten Hermann Buh zum Studienrat an dem Realgymnasium in (Sieben mit Wirkung vom 1. Mai 1933 an. •• Alt-Gießener Geburtstage. Der Altveteran Joh. Herzberger, Krofdorser Straße 21, kann am morgigen Sonntag in voller * Kurse in der Haushaltung sschuls der Landwirtschaftskammer. Am 3. Juli eröffnet die Landwirtschaftskammcr wieder einen fünfmonatigen Haushaltungskursus an ihrer Haus» haltungsschule zu Michelstadt i. O. Die Z>aushal» tungsschule ist besonders neuzeitlich eingerichtet und mit ausreichenden Lehrkräften besetzt. Der praktische und theoretische Haushaltungsunterricht erstreckt sich auf die Anleitung im selbständigen Kochen unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des ländlichen und bürgerlichen Tisches, Zubereitung und Aufbewah» rung der Speisen, Molkereibetricb, Kleintierzucht, Gartenwirtschaft, Waschen und Bügeln, Reinhalten des Hanfes, Buchführung, gründlichen Handarbeits. unterricht, in welchem das Stricken, Wäsche schnitt» zeichnen, Wäschezufchneiden, Hand- und Maschinen» nähen, sowie das Ausbessern erlernt wird. Ferner wird Unterricht in allgemein bildenden Fächern, wie Aufsatz, Rechnen, Singen, Gesundheitslehre, Säuglings- und Krankenpflege erteilt. Gründliche Ausbildung erfolgt weiter im Dbfb und Gemüsebau, sowie im Einmachen von Obst und (Bemuje. Die Teilnahme an dem Unterricht ist nicht nur xodj- tern von Landwirten, sondern auch denen des Mittelstandes zu empfehlen. Anmeldungen sind alsbald an die Landwirtschaftskammer für Hessen, Darm- Habt, Rheinstraste 62, zu richten. (Siehe heutige Anzeige.) ** Eine Pfing st »Sonderfahrt nach WlenundBudapest veranstaltet die Hamburg» Amerika-Linie für die Zeit vom 31. Mai bis 7. Juni. Wie uns zu der gestrigen Anzeige mitgeteilt wird, sind in dem Preis von 125 Mark ab Frankfurt a. M. nicht nur die Kosten für die Eisenbahn- und Schifffahrt, sondern auch für die Unterbringung und Verpflegung in guten Hotels, Stadtrundfahrten, Führungen, Ausflüge, Gepäckbeförderung usw. inbegriffen. Ein besonderer Vorzug der Fahrt besteht weiterhin in der Möglichkeit, für die Fahrt von Frankfurt nach München den Schlafwagen 3. Masse zu benutzen und auf der Rückfahrt noch einige Tage in München ober im bayerischen Gebirge sich auf- halten zu können, da die Rückfahrt ab München nach Frankfurt nicht im Sonderzug erfolgt,Jonbern freigestellt ist. Für bie Besuche in Wien unb Budapest sind umfangreiche Vorkehrungen getroffen. Die Fahrt von Wien nach Budapest wirb mit einem Sonber-Luxusbampfer auf ber Donau unternommen. Man beachte die gestrige Anzeige. Daten für SamStaq, 13. Mai. 1930: die deutsche Frauenführerin Helene Lange in Berlin gestorben! - 1930: der Polarforscher Fridtjof (Hänfen in Sysackcr bei Oslo gestorben. schon Typen (Frakkurschrisk) zu beschaffen ^Ausnahmen find nur für solche Behörden zulässig, die eine i^wsangreiche Auslandskorrespondenz haben. Für diese Stellen ist in dem erforderlichen Umfang die Beschaffung von Schreibmaschinen mit Antiqua-Typen gestattet. In diesem Falle ist jedoch vorher stets meine Entschließung einzuholen. Keine Niederschlagung der Steuerrückstände. Dom Fknanzamt Gießen wird unS mit- gcteilt: , In einigen Bezirken find Gerüchte verbreitet worden, daß beabsichtigt sei, sämtliche Rückstände an Steuern zu erlassen. Diese Gerüchte entbehren jeder Grundlage. Die Steuern sind vielmehr in der bisherigen Hohe weiterzuentrichten. Bescheinigungen über die Kriegsdienstzeit. WTB. In der letzten Zeit werden, hauptsächlich auf Grund der neuen Deamtengefeygebung, von früheren Heeresangehorigen Anträge an militärische Dienststellen um Ausstellung von Bescheinigungen über die während des Krieges ab Otte1* stete Dienstzeit gerichtet. Zuständig für die Erledigung solcher Anträge (soweit die Antragsteller nicht nach dem 1. Januar 1921 An^honge des Reichsheeres gewesen find), sind nicht die Dienststellen der heutigen Wehrmacht, sondern das Reichsarchiv, uiid zwar: die Zweigstelle Dresden für sächsische Truppentelle, die Zweigstelle München für bayerische Truppenteile, die Zweigstelle Stuttgart für württembergische Truppenteile, die Zweigstelle Spandau (Schmidt-v.-KnobelS- dorf-Etraße), für Preußen und alle übrigen vorstehend nicht erwähnten Kontingente. Die hessischen Artilleristen treffen sich! Die Tage vom 1. biS 3. Juli werden in Darmstadt ein Zusammentreffen aller ehemaligen hessischen Artilleristen bringen. Gleichgültig, ob der Betreffende Mitglied des Hessischen Artillerie-Bundes ist ober nicht, ist jedermann aufgefordert, an diesem kameradschaftlichen Zusammentreffen teilzunehmen. Mehr noch als in vergangenen Jahren gilt es, die Reihen zu schließen unb einig zu helfen am Aufbau unserer Ration. Die Anmeldungen lausen bereits zahlreich ein. Man rechnet mit einer Beteiligung von minbestenS Pfennig pro Pfd.; Tauben 40 bis 60, Gier (tnL) 8, Käse 5 biS 10, Blumenkohl (neuer) 50 bis 70. Salat 15, Ealatgurken 35 bis 50, Oberkohlrabi 15, Lauch 5 bis 10. Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 30 Pfennig pro Stück: Radieschen 10 bis 12 Pfennig pro Bund. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag. Dolkshalle: 20 Uhr. Weiß-Ferdi-Abend. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Ein 2icb für Dich". — Astoria-Lichtspiele: „Der Geheimagent". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 19 bis gegen 22 Uhr, „Die vier Musketiere". — Oberhessischer Kunstverein: Turmhaus am Drandplah, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung. — Südwestdeutsche Sportfliegervereinigung: 15 Uhr, Flugplatz. Rationaler Großflugtag. — Heimat-Dereinigung Schiffenberg: 16 Uhr, Schiffenberg. Hauptversammlung. — Hausfrauenberatung: 16 Uhr, „Liebigshöhe", Kinder-Aufführung. — Lichtspiechaus Bahnhofstraße: „Ein Lied für Dich". — Aftoria-Lichtfpiele: „Der Geheimagent". am gestattet. § 3. gesperrt. § 5. Den Anweisungen der Polizei ist Folge zu leisten. §6. auf 3m 3m 3m 2. 3. 4. 5. 6. 7. 15,69 18,36 11,27 lb 2a 2a 3b 3a Grenzen liegenden Gebiets nur mit Ausweisen ber Flugleitung ober nach Lösung ber von dieser ausgegebenen Eintrittskarten und lediglich auf den von der Flug- leitung hierzu bestimmten Zugangswegen sperrt: 3m Süden: 100 Meter südlich entlang an der Straße Gießen-Rödgen von der 4. Schneise bis zur Uebcrfuhrung ber Bahnlinie Gießen—Fulba. Osten: Bahndamm von Kreuzung Bahnlinie Gießen—Fulda Rogener Straße bis zum Ostrande des Waldes, genannt der Iunkernstrauch, sodann in nordwestlicher Richtung durch den Wald bis zur Struppmühle. Holzsubmission. Die Gemeinde Beuern verkauft dem Dege schrifllichen Angebots: Distrikt Burghain und Mark. A. Fichten-Stämme: ' " 28 Stück 4,35 Festm Nachstehende Polizeiverordnung des Kreisamt Gießen vom 9. Mai 1933 bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 13. Mai 1933. Bürgermeisterei Gießen. J.D.: Dr. Hamm. Betr.: Wie oben. Polizeiverordnung. Auf Grund des Art. 65 des Gesetzes, be- treffend die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen vom 8. Juli 1911 werden im Einvernehmen mit der Provinzialdirektion Oberhessen für die am 14. Mai 1933 auf dem Flughafen in Gießen stattfindende Flugveranstaltung innerhalb der von dem Herrn Reichsver- kehrsminister bestimmten Flughasenzone folgende Sicherheitsmaßnahmen angeorb- net: „ _ 32Ö9L § 1- Während des 14. Mai 1933 wird für die Zeit von 13.30 Uhr bis 18 Uhr das inner- halb der nachstehend näher bezeichneten Grenzen liegende Gelände polizeilich ge- § 2. Für die Dauer der Sperrzeit ist das (Betreten des innerhalb der obengenannten Los 8. Klasse la 9. „ lb 66 10. h 2a 45 11. „ 2b 20 Zuwiderhandlungen gegen diese Polizeiverordnung werden mit Geldstrafe bis zu 90 RM. bestraft. Gießen, den 9. Mai 1933. Kreisamt Gießen. I.D.: Schmidt. Die Straße Gießen—Rödgen ist von 13.30 bis 18 Uhr nur für den Durchgangsverkehr von Gießen nach Rödgen unb umgekehrt geöffnet. § 4. Der vom Stadtwald unmittelbar nach dem Flughafen führende Feldweg wird von 15 bis 18 Uhr für jeglichen Verkehr Los 1. Klasse la lb 8. Kiefernstämme: 9 Stück 1,15 Festm. Bekanntmachung. Betr.: Jlugveranstaltung in Gießen 14. Mai 1933. Horden: Don der Struppmühle dem Lauf der Wieseck entlang bis zur Gansmühle. Die Straße Wieseck—Al- ten-Buseck ist nur für den Durchgangsverkehr geöffnet Desien: Dem von der Gansmühle in südwestlicher Richtung nach dem Trieb führenden Weg entlang, Dftrant) ber Wiesecker Spielplätze bis zur Straße Gießen-Rödgen. Tie Angebote sind verschlossen, nach Losen getrennt, bis Dienstag, den 16 d. Mts., nachmittags 2 Ubr, auf diesiger Bürgermeisterei emzurecchen, wo anschließend die Eröffnung ertolgt. Ber- kaufsbedingungen werden vor dem vermine bekanntgegeben. »iosD Beuern, den 11. Mai 1933. Bürgermeisterei Benern. Lindenstrutb. 147 „ 4144 57 „ 20,52 86 , 46.16 62 „ 43,17 14 „ 14,22 4 „ 5,26 W-Iropl \MC D Q ED RUCKSACHEN Vf C IX ö W» Brühl'sche Druckerei la Lahn-Kies-Splitt la Lahn-Sand alle Körnungen, reingewaschenes, bestes Betonmaterial, v. allen Baubehörden 26210 alh anerkanntu.vorgeschrieben C. Rübsamen Fernruf 3659 Leistungsfähige, durch die Gute ihrer Fabrikate seit Jahrzehnt, bekannte deutsche rheinische Fabrik sucht für ihre langjährig renommierten Svezialmarken wasserlösliche Bohr- u. Hühl» fette, wasserlösliche BoHrole, Svezial-Alltomatcnölc.Harte- öle, Rüböle, Ziehöle, 3tcb* fette, wasserlöslich und ntcht wasserlöslich, hauptsächlich z. 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Der vorn Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Trair-horloff für das Rechnungsjahr 1933 liegt vorn Montag, dem 15. Mai 1933, an eine Woche lang auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters offen. In dieser Zell können Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll erhoben" werden. Es ist eine Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 3233V Trais-Horloff, den 12. Mai 1933. Hessische Bürgermeisterei. Jockel. ‘Wlroplen ein neues, sofort wirkendes Mittel, haben Tiefenwirkung und treffen das Hühnerauge mit der Wurzel direkt in der Unterbaut. Der Schmerz hört sofort an!: das lästige Hühnerauge wird weich und so lose, daß Sie es in einigen Tagen mit den Fingern herausheben können rdesgl. Hornhaut). Vollständig unschädlich. Kein gefährliches Schneiden mehr. 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Försterei Stoppelberg: Distrikt 84: Ei- Stärnrne Kl. 2 bis 5 = 20,61 fm. Distrikt 92: Fi.-Stärnme Kl. lb bis 4a = 146,09 fm. schirre. 02948 3217 D ■ Gießen (Liebigstraße 87), Lauterbach, den 12. Mai 1933. ■1: I H 3216D ■ Wieseck, den 12. Mai 1933. I ■ 3235 D S I ■ Langsdorf, Frankfurt a. M., Schonsheim, den 12. Mai 1933 Die Beerdigung findet Sonntag, den 14. Mai, nachm. 3 Uhr statt ■ 3225 D Gießen, den 10. Mai 1933. Statt Karten! ■ ■ Gießen. 02968 In tiefer Trauer; Wilhelm Stein. W Lieh, den 13. Mai 1933. 02932 Ith'heiße Hausen, den 13. Mai 1933 3242 D "'w/i 4 Straße 58. 3196V Danbringer Straße 21 Schri ftliche Bewerbun gen direkt an uns I iofortiner Boller. [3243 D :02V Die Wohnung Sonnige Gießen. 02935 "----------- . wnuiyv Welckerstr. 14,1. 4-ta.5-Z.-ttB. besuche.) 02953 Gut bürgt. Privat- die jahrelang in der gleichen Branche tätig waren. Wir bitten um lückenlose schrittl. Angebote mit Gehaltsangabe u. Lichtbild u. 3155 D an d Gießen. Anzeig Die Beerdigung findet Sonntag, 14. Mai, nachm. 2 Uhr, vom Sterbehause Möserstraße 5 aus statt. Frau Marie Happel Wwe. nebst allen Angehörigen Gießen (Frankfurter Straße 148), den 11. Mai 1933 Die Beerdigung findet am Montag, dem 15. Mai, nachmittags 2.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt ’N Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sowie für die schönen Blumenspenden sagen wir auf diesem Wege innigsten Dank. Familie Louis Muhl Familie Heinrich Pieper. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meiner lieben Frau sage ich aut diesem Wege meinen herzlichsten Dank. Schrift!. Ang. unt. I Mittagstisch. Erb, 02926 an d. G. A. Lindenvl. i ll. 0297s Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 16. Mai, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. im 55. Lebensjahre. Im Namen dertieftrauernden Hinterbliebenen: Heinrich Rau, Bahnarbeiter i. R. u. Bleichplatz, per 1. Qüli evtl, früher z. Denn. Schr. Ang. u. 02969 a. d. G. 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Glaubt nicht, er sei ein dürres und scheinbar abstraktes Gebilde, das auf den ersten Blick von der blühenden Natur nicht mehr aufweise, Kalte Seebäder frei! sgosV Xord*ee-Hotel Borkum führ.HausBorkums.dir.a.Meer.Volle Pension v.Mk. 6.50 an. FLk.u.w.Wass. Hot.-Prosp.i.d.Geschäftsstd.Ztg.frei nisches Gefühl. Plötzliche Entfaltung ist das Merkmal des Alpen- frühlings. Langsame Entfaltung das Merkmal des Frühlings über der Ebene. Und das Merkmal des rheinischen Frühlings? Da er ein Frühling des Mittelgebirges und das rheinische Land bis in die Kölner Bucht gebirgig ist, so kommt der Frühling langsam, kommt er plötzlich, beides: je nach dem Wüchse des Bodens, und diese Vielfalt macht seinen besonderen Reiz aus. Welch köstliches Bewußtsein — in denselben Tagen, in denen der Wind die letzten Baumblüten vom Userrand in den Strom weht, des Hundsrück, der NORDSEEBAD Wangerooge Verbindungen über Bremerhaven Wilhelmshaven Carolinensiel Gießen — wihmarbachtal — Waidhaus — Sauroafcn — Schwel, — Ironhaufen. Wir gehen von der Unterführung in der Eder- straße aus der Landstraße nach Wißmar, durch- schreiten dieses, wobei wir uns in der Mitte des Orts rechts halten und gelangen alsbald in das liebliche Wißmarbachtol (schwarze striche), wohl das schönste Tal unserer näheren Umgebung, bas namentlich zur Zeit der Schlehenblute einen reizvollen Anblick gewährt. 3n stetem Ausstieg gelangen wir zum Forsthaus Waldhaiis, wo wir bei einfacher, aber guter Verpflegung rasten können. Der weitere Weg (gelber Punkt) führt durch schone Waldung zu einem prächtigen Ausblick nach dem Verstal und den Gladenbacher Bergen. Durch den Sauwasen, einen tief eingeschnittenen Wiesengrund, in hem die Gemeinde Kirchners ein idyllisch gelegenes Schwimmbad errichtet hat, geht es hieraus in mäßiger Steigung über einen Höhenrücken, dessen Kamm wiederum recht hübsche Blicke nach den Lahnberqen bietet, nach der im «alzbodetal anmutig gelegenen Schmelz (gute Einkehr), sodann schwärzen Punkten nach nochmals über eine Hohe nach unserem Endziel Fronhausen. Dauer der Wanderung 5 Stunden. Jad-Aauheim zur Walblust beit, seit 1860. - Größtes burgerl.Garten- reimurant nm Platze.-Eigene Scknveine- ineygerei. Bürger!. Mittagsm'ch. Tkeichb. Abenokarte. Bill. Preise. Aufmerkmnnw Bedienung. •vmmt'Detmütät: Original selbsigekelteter Slvfelwein. • — D Inh. Fritz Kaag. Ecke Haept- a. Tannasztr. 10 Rpf.) abgerundet. Die Mindestteilnehmerzahlen bleiben mit 1. Klasse 133 Personen, 2. Scaffe 200 und 3. Klosse 300 Personen bestehen. Der Mindestbetrag wird von 200 aus 150 RM. herabgesetzt. Die Ermäßigung erhöht sich auf 60 v. S)., wenn ein Sonderzug für Hin- und Rückfahrt bestellt und die Hin- und Rückfahrt innerhalb eines Kalendertages ausgeführt wird, oder für einen Zug die doppelte Mindestzahl von Fahrkarten gelöst und die doppelte Mindesteinnahme erreicht wird. Die Ermäßigung von 60 v. S). wird auch gewährt, wenn ein Besteller für einen Tag oder mehrere unmittelbar aufeinanderfolgende Tage gleichzeitig mindestens fünf Gesellschaftssonderziige bestellt und wenn für alle Züge im Durchschnitt die doppelte Mindestzahl von Fahrkarten gelöst und die doppelte Mindesteinnahme erreicht wird. Bei Gestellung bestellter V-Zugwagen wird nur noch der ermäßigte Schnellzugszuschlag (50 bzw. 60 v. H.) berechnet. Für die Anfahrt bis zu dem Bahnhof, von dem ab der Sonderzug benutzt wird, werden die Ermäßigungen von 50 und 60 v. S). auch für die in fahrplanmäßigen Anschlußzügen zurückgelegte Strecke gewährt. Diese Strecke darf indes nicht langer als die im Sonderzug zurückgelegte Strecke fein und Höch- | stens 100 Tarifkilometer betragen. Die gleiche Vergünstigung gilt auch für die Rückfahrt. Schnell- und Eilzugszuschläge müssen für die Anschlußstrecken voll bezahlt werden. Freikarten werden wie bisher abgegeben: Auf je 100 bezahlte Karten für Erwachsene, auch wenn die Zahl nicht voll erreicht wird, werden zwei Teilnehmer unentgeltlich befördert. Bei Beteiligung von mehr als 500 Erwachsenen erhöht sich diese Zahl aus 3 für je 100 weitere Personen, auch wenn diese Zahl nicht voll erreicht wird. Abfertigung von Fahrrädern, Schneeschuhen, Rodelschlitten und Faltbooten auf Fahrradkarte. Die auf 250 Km. Entfernung beschränkte verein fachte Abfertigung wird bis 900 Km. erweitert. Die Fahrradkarten kosten auf Entfernungen von 251 bis 450 Km.: 1,70 RM. und auf Entfernungen von 451 bis 900 Km.: 2,40 RM. Bei einer größeren Anzahl von Orten werden die bestehenden Gebühren für die Ueberfüh- rung von Gepäck- und Expreßgut zum Teil ermäßigt oder auch aufgehoben. BAD SELTERS bei Gallen- und Leberleiden — Rheuma — Frauenkrankheiten Ab X. Mai geöSfnei Stark herabgesetzte Preise, insbesondere für die beliebten PauKchal kuren! Das mit allen Bequemlichkeiten ausgestattete Kurhaus steht unt. neuer Leitung eines erstklass. Hotel- u. Küchenfachmannes Beste Verpflegung! Diätküche! Ausfuhr! Drucksache durch die Brunnenverwaltung Bad Selters (Oberhessen) Mit Wirkung vom 15. Mai 1933 führt die Reichsbahn und die deutschen Pnvateisenbahnen eine Reihe wichtiger Fahrpreiserleichterungen im Personenverkehr durch. Die bisherigen Vergünstigungen für Schulfahrten, Jugendpflegefahrten, Gesellschaftsfahrten und Gesellschaftssonderzuge werden weiter verbessert und Erleichterungen in der Abfertigung von Fahrrädern, Schneeschuhen, Rodelschlitten und Faltbooten sowie in der Ueberführung von Gepäck und Expreßgut vorgenommen. Im einzelnen treten folgende Verbesserungen in Kraft: Schulfahrten: Die Fahrpreisermäßigung (halber Fahrpreis) wird künftig bereits bei Beteiligung von fünf Studierenden oder Schülern und einem Lehrer gewährt (bisher 9 + 1). Für je weitere fünf Studierende oder Schüler, auch wenn diese Zahl nicht voll erreicht ist, wird noch ein Lehrer oder eine andere Person zur Begleitung zugelassen. Eine größere Zahl von Lehrern oder anderen Begleitpersonen bis zur Zahl der teilnehmenden Studierenden oder Schüler kann der Abgangsbahnhof auf schriftlichen Antrag zulassen. Iugendpslegefahrten (50 v. fj. Ermäßigung). Das Lebensalter der zur Inanspruchnahme der Ermäßigung berechtigten Jugendlichen wird vom 20. auf das 22. Lebensjahr heraufgesetzt. Die Mlndest- teilnehmerzahl beträgt wie bisher fünf Jugendliche und ein Führer. Bei größerer Beteiligung und für die Mitfahrt anderer Begleitpersonen gelten die gleichen Bestimmungen wie für Schulfahrten. Gesellschaflssahrten: Die Mindestteilnehmerzahl wird von 15 aus 12 herabgesetzt und die Fahrpreisermäßigung gleichzeitig wie folgt erhöht: 33‘Xi v. ff). bei einer Teilnehmerzahl bis zu 50 Erwachsenen (bisher 25 v. H), 40 v. H. bei Bezahlung für mindestens 51 Erwachsene (bisher 3314 v. H). Bei vorstehenden Tarifermäßigungen werden außerdem noch folgende Vergütungen gewährt: Bei Bezahlung für 20 bis 39 Erwachsene wird ein Teilnehmer, bei Bezahlung für 40 bis 99 Erwachsene ein zweiter Teilnehmer und bei Bezahlung für je weitere 50 Erwachsene, auch wenn diese Zahl nicht voll erreicht ist, noch ein weiterer Teilnehmer unentgeltlich befördert. Gesellfchaflssonderzüge: Die Ermäßigung wird von 40 auf 50 v. S). erhöht Die Fahrpreise werden künftig aus 5 Rpf. (bisher ist durch eine Stadt betont. Und es handelt sich um Dörfer und Städte, deren Antlitz durch Denkmäler der Baukunst und durch moderne Bauten scharf profiliert ist. Neben diesen unbeweglichen Dingen, die von der Arbeit des Menschen an dieser Landicha'l zeugen, spielen die beweglichen keine geringe Rolle: Dahnen, Kraftwa - - Wanderfahrten. Rodheim — Himberg — Dicke Eiche — Bubenrod — Altenberg — Königsberg — Bieber. Wir fahren mit Sonnta^karte Bieber nad) Rodheim. Kurz hinter der Bechtholdschen Wirtschaft zweigt nach links eine schmale Gasse ab, der wir hinabgehen, um jenseits Der Bahn, blauen 1 reiedcn folgend, wieder in die höhe zu steigen und aus den bewaldeten Himberg gelangen. Bald hinter dem von der Sage umwehten Frauenstein treffen nur rote Punkte, die uns an den Schwedenschanzen vorbei über die höchste Erhebung, den Könitzstuhl, eine alle Kultstätte, hinab in das anmutige schwalben- bachtal (schwarze Dreiecke) führen. Mitten im Tal (ein Schild bezeichnet die Stelle) folgen wir einem weißen Strich auswärts Zu dem altehrwürdigen Naturdenkmal, der „Dicken Eiche", bei der uns mehrere Bänke zur Raft einladen. Von hier wenden wir uns rechts gelben «trichen nach durch schonen Waldbestand und kommen alsbald zum Hofgut Bubenrod, wo wir Erfrischungen haben können, hinter dem Anwesen gehen wir einen Feldweg am- wärts zum Wald, an dessen Rand sich uns ein hübscher Rückblick bietet, hier stoßen wir aus rote Striche, denen wir nunmehr nachgehen. Wir überschreiten den bewaldeten Bleidenberg, kommen aus einen uralten Rennweg, den wir bald wieder verlassen, um auf den Altenberg zu gelangen, von dessen neu hergerichtetem Turm wir einen entzückenden Rundblick genießen. Die roten striche führen uns hinab zur Landstraße, aus der wir, vom Wegweiser ohne Zeichen, über Königsberg unser Endziel Bieber erreichen. Dauer der hübschen Wanderung etwa 4$ Stunden. Diese etwa — die Jdyllik der Masse, ihre Form durch ein, ja zwei Jahrtausende menschlicher Arbeit: der rhythmische Ausbau: die gedämpften Konturen: d>e Fülle der Siedlungen und die ewige Fahrt der Schiffe — diese etwa sind die Hauptzüge der rheinischen Landschaft — außer dem einen, der zu erläu tern bleibt. Eine historische Landschaft, wie die rheinische, ist nicht diesseitig nur, auch jenseitig ins Vergangene hinein. Sie hat zwei bestimmende Maße, das gegenwärtige und gewesene. Eins ist Im andern verschlungen. Ebenso ist eine Landschaft mit soviel atmosphärischem Wechsel nicht nur diesseitig, sondern auch jenseitig von der Realität ins Irreale hinein. Die Rheinlandschaft ist beides: diesseitig und jenseitig, und das ist eben eine höhere, letzte Stufe, für die noch das Wort fehlt, solange Expression und Magie abgebrauchte Begriffe sind. Aus allen diesen Gründen, dem Bau des Bodens, dem Einsluß des Seeklimas und der Verteilung des Luftdruckgebietes ergibt sich, daß der Frühling am Rhein nicht als ein Ganzes, unteilbar und auf einen Blick überschaubar, über uns kommt, nein, er wächst und wird langsam oielstufig, vielzonig. Wer es wollte, der könnte ihm folgen, wie er vom tiefen windgeschützten Tal aus langsam auf die höhen und Hochflächen schreitet, und könnte, wenn er wollte, sich auch den Genuß dieser schönsten Jahreszeit, d,e Freude an dem ersten seligen Erwachen verlängern und über Zeit und Raum einen gewissen, wenn auch kleinen Triumph davontragen. Frühjahrskur für 576v M Nervenkranke und Nervös-Erschöpfte Spexialkaranstalt Bolheim im Tannas bei Frankfurt a. M. - Prospekte durch ■ San-Hal Dr. M. Schnlze-Katilevss. 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Es ist ein fast schon südlicher Tumult von Licht über ihr, der durch die im engen Tal spät ansteigende und früh hinter Bergkämmen herabsinkende Sonne einen besonderen Reiz bekommt: was schnell vergeht, empfängt doppelte Liebe. . Wenn einer Landschaft, dann find der rheinischen die Städte und Menschen zggeordnet. Jede zweite Flußkrümmung hat in dem Durchbruchsgebiet ihr Dorf, jeder große Abschnitt der einzelnen Gebiete Jetzt blüht der Frühling am Rhein! Dielfalt ist sein Merkmal: in h o n n e f etwa, dem geschütztesten Ort des Mittelrheins, einem vorgeschobenen Posten des Südens, wenn man fo sagen darf, und in den Städten und Städtchen des Rheingaues sprießen die Blätter und Blüten zuerst. Das Helle Grün, das lichte Weiß schimmert acht läge, ja zwei Wochen früher über diesen Büschen, als über denen in den rheinischen Großstädten in der Nahe, — und die Blüte steht schon entfaltet, wenn oben auf den Hochflächen die grünen Spitzchen sprießen. Wer nur unten durchs Tal geht und fährt (freilich ist auch das genußreich), wird es kaum beachten, doch liegt gerade in diesem feinem stufenweisen Werden der Reiz des rheinischen Frühlings. Gewiß, im Tal ist er am prächtigsten. Man muß einmal im Frühling von Mainz hinabgefahren (ein, um das zu erkennen. Da springen die Kastanien auf im Garten des Schlosses von Biebrich so gut wie an der Bastei von Orsoy. Die Weiden hängen ihre schlanken Ruten ins Wasser unterm Hammer- ftein so gut wie in Kaiserswerth. Die Schwalben, heimgekehrt von ihrem Wanderzug, tauchen ihre schmalen Flügel in den Strom vor der Erpeler Ley jo gut wie an der Hängebrücke von Köln, und in jedem, der das betrachtet, wächst ein schönes, hym- drohenden Klang norwegischen Stelllandes, die dürre, gelbe Eintönigkeit spanischer Hügel, die Monotonie ostdeutscher Landstriche? Nichts von alledem. Entweder treten die Berge dicht an den Strom, das gibt dann ein wechselooÜes Spiel sich überschnei, dender Kurven, ober sie treten zurück und eröffnen damit immer neue Räume. Es sind engere ober weitere Räume, bie ben Strom begleiten, bie ihm ein Minbestmaß gönnen ober bie ihn nur von fern begleiten. So gibt es benn auch zwei ©runbformen menschlicher Sieblung, bie wechselnd mit ihm wandern: bie Dörfer unb bie Stäbte, bie auf ben engen Raum ber Uferstraße gepreßt finb, Parallelen zum Strom, unb bie anbern, bie am Munb ber Seitentäler ober vor bem Hinterlanb ber Wannen ben als bas Skelett von einem blühenden Körper: ein Durchschnitt etwa durch das rheinische Schieferae- birge zwischen ber Eifel unb bem Westerwald. Da hebt sich vom Westen her eine Linie, es ist ber Anstieg ber Eifel: man bemerkt einige Zonen bichter Schraffierung, bas finb bie ins Gestein eingefpreng» ten Verwerfungen: bie Linie erhebt sich zur höchsten Höhe unb erreicht ben basaltnen Kern ber Hocheifel, die wie bie Achse bieser Landschaft aufschießt. Sie sinkt in mehreren Stufen abwärts, bas finb schon die Rheinterrassen, sie fällt bann ins Schottervett des Stroms hinunter, aber bamii ist bie Vielfalt bes Querschnittes eben erst zur Hälfte angebeutet Die Linie hebt sich gegen Osten wieber, ein Gegen- unb Spregelbilb des linken Ufers. Sie steigt über die Terrasse zu der weiten, ehrwürdigen Hochfläche, von der der Märchenspruch so geheimnisvoll raunt: Ich bin so alt wie der Westerwald — und sinkt dann langsam ab. Doch entscheidet nicht allein der Bau des Bodens über das Wesen des rheinischen Frühlings und Sommers. Die klimatischen Bedingungen wachsen auch aus den größeren Zusammenhängen. Die Wirkung desselben Golfstromes, ber etwa aus ber süblichen Hälfte von Norwegen noch fruchtbares Lanb macht, erstreckt sich erst recht auf eine Lanbschaft gemäßigter I Zone: bas Seeklima bestimmt bas rheinische Klima. | Der Winter erreicht bie Strenge nicht, bie er über bem östlichen Binnenlanb hat: es kann leichter Frühling und Sommer werden. Doch macht es bas Wesen der bem Winb offenen Hochfläche in Eifel unb We- ftcrroalb unb Hunsrück, baß bas Klima auf den Höhen härter unb herber ist, als in bem heitern unb milben Rheintal selbst. Was macht also ben Reiz ber rheinischen Land- 1 schäft aus ? Ihre M a n n i f a l t i g k e i t. Der Hoch- rhein, sein zerklüftetes, alpines Gebiet bis zum Bobenfee unb nach Bafel, ber Ober- unb ber Mittel rhein behaupten ihre Sonberart. Der Strom fällt von Straßburg bis Köln, auf fast vierhundert Kilometer, ganze hundert Meter: ein Gefälle also, bas außer in schlimmsten Hochwasserzeiten milb zu nennen ist : unb jene Hügel im Hunsrück ober T a u - n u s liegen weit zurück. Wie bie deutsche Lanbschaft überhaupt zu übermiegenben Teilen Mittelgebirgs- lanbschaften mittlerer Verhältnisse unb Kontraste ist, so ist cs auch bie rheinische. Hat sie etwa ben büster Lich im Blütenschmuck. -/- Lich 12. Mai. Die Werbezeit bes hiesigen Verkehrs- und Verschöncrungsver- eins die unter bem Zeichen „L i ch i m B l ü t en- schmuck" steht, wurde mit einem Konzert im Schloßgarten eröffnet. Erfreulicherweise hatten sich nicht nur von hier, sondern auch von auswärts lehr viele Besucher eingefunben, um den anusstalisch wertvollen Darbietungen ber Feuerwehrkapelle unter Leitung ihres bewährten Dirigenten, Postassistent Freitag (Lich), zu lauschen. Ein Konzert be,on- berer Art wirb fast jeben Abenb den Besuchern des Schloßparks geboten. Zwei N a ch 11 g a 11 e n - paare haben sich hier wieder angesiedelt. Es ist eine Herzensfreude, dem wundervollen Lied der gefiederten Sänger zuzuhören. Die Kastanien sind auf - qedlüht und erfreuen zusammen mit den anderen Blütenbäumen jeden Naturfreund. Um bie Linde am Posiarnisgebaude hat der rührige Verkehrs- und Vor. schönerungsoerein eine schöne Rundbank geschaffen, von der man einen herrlichen Blick auf den Schlotz- part hat. Der B l u rn e n s ch m u ck w c t t b e w e r b der in diesem Jahre wieder durchgefuhrt wird, soll dafür sorgen, daß auch die Häuser und Vorgarten sich bald im schönsten Kleid zeigen. Auf dem Hohler soll sobald wie möglich ein A u s s i ch t s t u r m an einer Stelle errichtet werden, von der man eine einzigartige Aussicht auf ben Taunus und den Vogelsberg genießt. ___________ Sprechstunden der Redaktion. 1130 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Adam Karrillons 80. Geburistag. Glückwünsche und Ehrungen für den hessischen Heimatdichter. Eine würdige Feier in Mainz. (Lin Kreis von Freunden des hessischen Heimatdichters 21bnm Karrillon hatte sich im Kurfürstlichen Schlosse in Mainz zusammengefunden, um ihn zu seinem 8 0. Geburtstag zu ehren. Unter den Erschienenen waren u. a. der hessische Staatspräsident Professor Dr. Werner, Prooinzialdirektor Dr. Wehner, Prälat D. Dr. Diehl, Oberkirchenrat Zentgraf, Staatskommissar Jung, Hilfskommissar Dr. F a l k, Hilfskommissar Saurmann sowie eine 2lbordnung der Burschenschaft 2llemannia Gießen mit Fahnen. Staatskommissar Jung erinnerte daran, daß der Jubilar den Tag der Gründung des Reiches und den Aufschwung des deutschen Volkes erlebt habe. Seine Bücher voll köstlichen Humors sollten uns die starke Verbundenheit mit dem Volk und den Glauben an die Heimat lehren. Dafür habe ih mder Herrgott das schönste Geschenk Dafür habe ihm der Herrgott das schönste Geschenk des deutschen Volkes habe erleben dürfen. Der Staatskommissar teilte unter allgemeinem Beifall mit, die Stadt Mainz wolle das Andenken des Dichters verewigen, indem die bisherige Schulstraße den Namen „Adam-Karrillon-Straße" erhalten habe. Staatspräsident Dr. Werner würdigte das Schaffen Adam Karrillons. Er habe das südhessische Volk gesehen mit den Augen der Liebe, aber auch mit den Augen der Gerechtigkeit. Wenn das Schaffen des Dichters noch nicht in. dem Umfang anerkannt fei, wie er es verdiene, so solle dieser Tag auch ein Werbetag für Karrillon bedeuten. Als Ehrengabe überreichte der Staatspräsident Wein aus der hessischen Domäne und erklärte das Einverständnis der hessischen Regierung, daß die Schule in Waldmichelbach, dem Geburtsort des Dichters, „Adam-Karril- lon-Schule" und das Gymnasium in Mainz „Adam- Karrillon-Gymnasium" heißen solle. Schließlich übergab er dem Jubilar eine Festausgabe seiner Schrift „Der Rosenstock". Reichspräsident v. Hindenburg hatte telegraphisch herzliche Glückwünsche übermittelt. Staatskommissar Jung teilte ferner mit, daß Glückwunschtelegramme eingetroffen seien dorn Reichsinnenminister Dr. Frick, vom Reichsstatthalter Sprenger, vom Reichsrat und vom Staatsminister Dr. Müller. Als Vertreter der Universität und der Medizinischen Fakultät G i e- ßen sprach Professor Dr. Sommer feinsinnig und humorvoll über die „Aerzte-Dichter". Llm die Kenntnis der hessischen Heimatdichter zu heben und zu vertiefen, schlug er die Begründung einer „Dichterlaube" in Mainz vor, die die Bilder, Handschriften, Lebensbeschreibungen und Werke der Heimatdichter enthalten solle, als deren Grundstock er als alter Mainzer ein Werkchen aus seiner eigenen Feder stiftete. Seine Worte klangen aus in ein begeistert aufgenommenes Hoch auf Adam Karrillon, Mainz und das Hessenland. Weitere Glückwünsche überbrachten u. a.: Graf Hardenberg im Ramen des ehemaligen Großherzogs, Dr. Käß als Vorsitzender des Kampfbundes für Deutsche Kultur, der Karrillon zu seinem Ehrenmitglied ernannte, und Vertreter der Burschenschaft Alemannia in Gießen. Besonders herzlich beglückwünschten das Geburtstagskind ein Vertreter der Aerztekammer von Hessen und ein Lehrer des Mainzer Gymnasiums, dessen ältester noch lebender Abitureint Karrillon ist. Zum Schluß sprach ein Vertreter der Kreisleitung Mainz der RSDAP. und des Rationalsozialistischen Aerzte- bunöes, der den Dichter als Vorkämpfer eines geläuterten Aerztestandes und der nationalsozialistischen Weltanschauung feierte, und für den engeren Freundeskreis Studienrat Wittig, der bekannt gab, daß einige Rovellen des Dichters als Festgabe gedruckt worden sind. Aus treuem Herzen kam sein Wunsch: Gott erhalte Adam Karrillon! Der Gefeierte dankte humorvoll für alle Glückwünsche und Ehrungen. Die Klänge eines Streichquartetts schlossen stimmungsvoll die schlichte, aber eindrucksvolle Feier. Der Verein für Lustfahrt Gießen in der neuen Lustfahriorganisation. Am Donnerstag fand unter dem Vorsitz des Generals a. D. Fritz die letzte Hauptversammlung des Vereins für Luftfahrt statt. Der Vorsitzende betonte in einer Rede, daß durch den Neuaufbau der gesamten deutschen Luftfahrt eine andere Organisation notwendig geworden sei, die unter eine straffe und einheitliche Führung zu bringen sei. Regierungsrat Schmidt gab ein Bild von dieser Neuorganisation. Der neu gegeründete Deutsche Luftsportverband mit dem Sitz in Berlin gliedere, sich in 15 Landesgruppen. Hessen gehöre zur Südwestdeutschen Gruppe, und zwar zur Untergruppe Hessen-Darmstadt. Gießen umfasse den Bezirk Oberhessen. Die Gliederung zerfalle dann weiter in Horste, die bisherigen Vereine und Nester für die kleinen Vereine wie Grünberg, Lich usw. Die kommissarische Leitung unseres Bezirkes habe Se. Erlaucht Graf zu Solms-Laubach übernommen. Die Tätigkeit teile sich in Motorflieger, Segelflieger und den Klub, welch letzterer die nicht aktiven Mitglieder umfasse und sich mit Werbung neuer Mitglieder, Geldbeschaffung und dgl. zu beschäftigen habe. Er stellte dann den Antrag: 1. den Verein für Luftfahrt aufzulösen: 2. das Vermögen des alten Vereins auf den neuen Verein zu übertragen und 3. den Leiter des neuen Vereins zum Liquidator des alten Vereins zu bestellen. Die Anträge fanden einstimmige Annahme. Der Vorsitzende, General a. D. Fritz, führte dann noch kurz aus, es fei ihm als dem derzeitigen Vereinsoorsitzenden ein Herzensbedürfnis, allen denen, die sich um die Förderung der Luftfahrt innerhalb des alten Vereins verdient gemacht hätten, seinen herzlichsten Dank auszusprechen. Er nannte in erster Linie die früheren Vorsitzenden Geheimrat Prof. Dr. König und Bankdirektor Grießbauer, dann die Herren, die als Führer, Leiter und Fluglehrer die jungen Flieger in die Praxis des Bauens und Fliegens eingeführt und in der Jugend das Interesse für Luftfahrt geweckt hätten, die jungen Flieger selbst, die sich gern und willig den Anordnungen ihrer Führer unterordneten. Er wies darauf hin, wie viele Stunden ernster Arbeit in Werkstatt und auf dem Flugfeld sie ausgewen- det hätten. Diese Arbeit habe reiche Früchte getragen. Er sprach die Hoffnung aus, daß die Jung- flieger auch im neuen Verein ihre ganze Persönlichkeit und ihre ganze Kraft der Fliegerei widmen und so dem alten Verein, aus dem sie hervor- gegangen seien, Ehre machen möchten. Jeder Jungflieger möge danach streben, durch seine Hingabe und seine Energie mitzuhelfen, daß in Deutschland neue Männer erstehen, wie Richthofen und viele andere Größen der Luftfahrt, die ihnen Vorbild sein möchten, wenn das Vaterland sie einmal brauche. Se. Erlaucht Gras Solms-Laubach bemerkte, daß man nicht von einem „Auflösen" des Vereins für Luftfahrt sprechen dürfe, denn der Verein habe nur einen neuen Namen bekommen in einer neuen Organisation, die notwendig geworden sei, um den neuen großen Ausgaben gerecht zu werden, denen die Luftfahrt entgegenqehe. Diese Neuorganisation bringe auch gewisse Härten mit sich, die aber im Interesse des großen Ganzen getragen werden müßten. Die Auflösung sei also nur eine formale. Was hier seit Jahren in Aufopferung geschaffen worden sei, werde von der neuen Organisation hoch und heilig gehalten, weitergeführt und ausgebaut im Sinne derer, die bisher an der Spitze gestanden hätten. Er habe es als feine erste Pflicht gehalten, den Antrag beim Luftsportverband zu stellen, die drei bisherigen Vorsitzenden, Geheimrat Prof. Dr. König, Bankdirektor Grießbauer und General a. D. Fritz zu Ehrenmitgliedern des neuen Verbandes zu ernennen. Die Ehrenurkunde würde den Herren noch zugestellt werden. Er bat alle alten Mitglieder, auch dem neuen Verein die Treue zu bewahren und ihre Kraft in den Dienst der großen Aufgabe zu stellen. Die Zukunft liege zwar dunkel vor uns, was aber die Flieger für Deutschland tun könnten, das würden sie tun als Flieger und als Soldaten. Geheimrat König dankte in bewegten Worten im Namen seiner Mitarbeiter für die Ehrung, die ihm und den beiden anderen Vorsitzenden zuteil geworden sei, und dankte noch besonders General a. D. Fritz für seine Tätigkeit als letzter Vorsitzender des Vereins. Er erinnerte noch an die Tätigkeit, die der Verein in den 23 Jahren feines Bestehens ausgeübt habe, und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß derselbe Geist auch in der neuen Form weiter wirken werde, wie bisher. Es war eine kurze, aber eindrucksvolle Stunde, die die Mitglieder und Jungflieger zusammen verleben konnten. Vom Gegelflug auf dem Dörnberg. Don cand. phil. Karl Schmidt. ui. (Schluß.) Mein erster Dauerflug. Auf meine Kameraden und mich übte der Bericht unseres Fluglehrers einen eigenartigen Reiz aus. Alle mochten gleiches oder ähnliches erleben. Tags darauf war der Wind wieder sehr stark. Ich sollte als erster starten, doch gab die Flugleitung meinem Wunsche nach, während der Mittagspause fliegen zu dürfen. Damit standen mir über zwei Stunden zur Verfügung. Mein Start erfolgt genau 12 Uhr 30. Nach drei Minuten bin ich etwa 100 Meter hoch. Jetzt habe ich Zeit, zu verfolgen, was da unten auf der Erde vorgeht. Zunächst habe ich den Sonnenberg im Auge, von dem aus mein Bruder winken wollte, wenn ich weiter nach außen fliegen müßte. Es ist aber nichts von ihm zu sehen, ylun bin ich fast 200 Meter hoch und bei der nächsten Runde erkenne ich ihn an seinem hellgrauen Schaffellmantel. Er winkt nicht, demnach ist alles in Ordnung. Nun ist er verschwunden. Einige Minuten später sehe ich ihn mit den Kameraden auf dem Weg zum Fliegerlager. Sie gehen zum Mittagessen . . . Es ist prachtvoller Sonnenschein. Nur stellenweise werfen Wolken ihren Schatten auf die Landschafi. Rechts unter mir liegt die Stadt Zierenberg, die sich mit ihren ziegelroten Dächern von der übrigen Landschaft scharf abhebt. Immer stärker werden die Son- nenböen, immer unruhiger wird der Flug. Meine ganze Aufmerksamkeit ist jetzt auf die Lage des Flugzeugs gerichtet. Genau peile ich meinen Richtungspunkt am Horizont. Da fliegt ein Sperber auf mich ZU — fliegt unter mir her und verschwindet wieder. Plötzlich treten am Flugzeug fast ungestüm zu nennende seitliche Schwankungen auf, als ich bemerke, daß eine Bank großer Haufenwolken heranrückt. Nun wundere ich mich gar nicht mehr über die große Böigkeit. Wolken bringen Wind mit, Aufwind, die tragende Straft des Segelflugs! Mit erheblicher Geschwindigkeit fühle ich mich emporgezpgen. Ich werfe einen Blick nach unten und stelle dabei fest, daß ich mächtig an Höhe gewonnen habe. Nun fliege ich der Wolke ein Stück entgegen und fühle, daß ich steige und steige, immer höher werde ich emporgetragen. Doch das ist kein Hangaufwind mehr, sondern rein thermischer Aufwind, denn ich bin weit vom Hang weg. Jetzt habe ich eine Höhe von 350 Meter erreicht. Das Netz der Feldwege ist bedeutend enger geworden, die Landstraßen sind viel schmäler: sie sind keine hellen Bänder mehr, sondern sie erscheinen als dicke, hellgraue Striche. Die Häuser von Zierenberg werden zum Spielzeug, und dieser Eindruck wird noch verstärkt, wenn ich die sich langsam sich fortbewegenden Autos und Eisenbahnzüge beobachte. Und dabei kein Motorgeräusch, nur das Rauschen des Windes, den hellen Sonnenschein, die Wolken und die bergige Landschaft. Der alte Traum deö Menschen, wie der segelnde Vogel in großer Höhe frei in der Luft zu schweben, ist zwar längst in Erfüllung gegangen, aber ich erlebe ihn von neuem, in seiner vollen Schönheit und Wirklichkeit. Ich bin erst eine halbe Stunde in der Luft. Außer einer Schulklasse, die am Fuß des Sonnenbergs Rast macht, ist kein Mensch in der Gegend zu sehen — Mittagspause. 1 Uhr 10. Der Sonnenberg wird größer: natürlich, das muß so sein. Die Wolkenbank ist oorübergezogen und langsam geht die Höhe, die sie mir gebracht hat, wieder verloren. Gerne wäre ich mit der Wolke weitergeflogen, doch ich hatte die Weisung, bei diesem ersten Dauerflug am Sonnenberg zu bleiben. Plötzlich regt es sich im Fliegerlager. Ich sehe wie die Kameraden zwei Flugzeuge zum Sonnenberg bringen. Bald werden sie starten, sage ich mir, und wenn sie meine Höhe erreicht haben, heißt es aufpassen, um einen Zusammenstoß zu verhüten. Jetzt wird es interessant da unten. Die Startmannschaft läuft, der „Falke" ist frei und segelt, einstweilen weit unter mir. Max Kegels „Blaue" startet wenige Minuten später. Nun fliegen wir zu dreien am Südhang. Langsam hat die „Blaue", ein Vogel von 16 Meter Spannweite, meine Höhe erreicht. Es beginnt ein tolles Spiel, als wir alle drei die gleiche Höbe haben. Jeder fliegt mit 50 Kilometer Durchschnittsgeschwindigkeit und jeder von uns weiß genau, was ein Anrennen des anderen bedeutet. In respektvoller Entfernung weichen wir einander aus. Rechts fliegen, auch rechts überholen heißt die Segelflug-2lusweichregel. lieber: und Unterfliegen des anderen in geringer Höhe ist zu vermeiden. Ganz seltsam kommt es mir vor, als ich zum ersten- mal über einem anderen Flugzeug kurve. Von neuem kann ich nach zwei Stunden im thermischen Aufwind ziemliche Höhe gewinnen — ich bin etwa 200 Meter hoch — und fühle mich so sicher, daß ich dem Befehl zuwider einen kleinen Streckenflug wage. Ich fliege, wie mein Bruder am Tag zuvor, zum Hohen Dörnberg hinüber, muß jedoch gestehen, daß mich dieser Versuch einige bange Minuten kostete, da dieser Flug über ein breites Abwindgebiet und Hochwald führt, der in geringer Höhe zu überfliegen ist. Hurra! Ich bin dort. Der gesamte Dörnbergsüdhang, an dem ich jetzt „Herumkrebse" ist mit Hochwald bestanden, der terrassenförmig zum Gipfel ansteigt. Um Höhe zu gewinnen, halte ich mich über einer steilen Stufe, muß jedoch zu meinem großen Erstaunen feststellen, daß hier nur wenig Aufwind ist. Die Staubfahne hinter den Autos auf der Landstraße verrät mir, daß der Wind auf Südosten gedreht hat. Er ist auch bedeutend schwächer geworden. Kein Wunder also, daß ich nicht steige. Ich komme dem Wald schon bedenklich nahe, als es mir gelingt, an die Südostkante zu fliegen und wieder Höhe zu gewinnen. Jetzt schnell heim zum alten Gelände, sonst muß ich womöglich noch hier beim Dorf Dörnberg landen und der Heimtransport des Flugzeugs dauert stundenlang. Werde ich den Sonnenberg wieder finden? Dort drüben ist er ja! Mit großer Geschwindigkeit fliege ich im Rückenwind darauf zu und es gelingt mir, an fein Aufwindgebiet Anschluß zu finden, in dem noch die beiden anderen segeln. Der Wind nimmt dauernd ab. Trotzdem unternimmt es ein Kamerad Denkt an die „Gtistung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Reichskreditgesellschaft Berlin W 8, Behrensstraße 21/22, sowie auf deren Reichs- bankgirokonto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: „Stiftung für Opfer der Arbeit". zum Hohen Dörnberg zu fliegen und prompt „versackt" er beim Dorfe Dörnberg. Es ist mir nicht mehr möglich, meine alte Höhe von 350 Metern wiederzugewinnen und ich entschließe mich zur Landung, die nach einem Flug von 2 Stunden 35 Minuten in der Nähe des Fliegerlagers erfolgt. Ergebnisse. Die Märzkurse auf dem Dörnberg bedeuteten einen großen Erfolg. Es konnten nicht weniger als 10 A=, 10 B= und 11 E-Prüfungen abgelegt werden. Ferner erfüllten fünf Flieger die Bedingungen der Amtlichen Deutschen Segelfliegerprüfung. Der Segelflug ist deutschen Ursprungs. Helfen wir alle mit, daß er weiterhin in der Welt in Führung bleibt. Er kennt keine Fesseln von Versailles wie unser deutsches Motorflugwesen, von dem wir alle hoffen, daß es in naher Zukunft von allen Ketten befreit werde. Hier gilt das Wort des Fliegerhauptmanns Köhl: „Bremsklötze weg für Beutfd), land!" Geländesport im Gau Gießen Wehlar des Westdeutschen Spielverbandes e. B. 2luf Beranlassung des Westdeutschen Spielver- Landes hat der Gaujugendobmann für Sonntag Geländesport festgelegt, woran sich alle Jugendlichen und Aktiven des Gaues Gießen—Wetzlar bis zum vollendeten 25. Lebensjahre zu beteiligen haben. Als Sammelpunkt ist die Wellersburg bei Gießen bestimmt. Die teilnehmenden Vereine 1900 Gießen, DfD. Gießen, OSC. Gießen, Heuchelheim, Großen-Buseck, Lollar, Saubringen, Klein-Linden und Dutenhofen treffen um 9 Llhr mit den anderen Vereinen an der Wellersburg zusammen, wo anschließend unter militärischer Beaufsichtigung und Leitung der Geländesport vor sich geht. Diese Einrichtung soU monatlich wiederholt ftnd später ausgebaut werden. Spielvereinigung 1900 Gießen. Infolge eines Irrtums kommt das für Sonntag nach Gießen abgeschlossene Gesellschaftsspiel der Ligamannschaft gegen „Sportfreunde" Frankfurt am Main nicht zum Austrag. 1900s Ligareserve erwartet nachmittags auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe die Ligamannschaft von VfB. Wetter zum Rückspiel. Die Gäste gehören der 2. Bezirksklasse an und besitzen zur Zeit eine Spielstärke, die die Hiesigen zur Entfaltung ihres ganzen Könnens zwingen wird. 1900s II. wird mit einer Neuaufftellung herauskommen. Die Posten des Mittelstürmers und rechten Läufers find mit Neuerwerbungen aus Frankfurt und Kassel besetzt. Gemessen an den Vorspielleistungen erwartet man auch diesmal einen ausgeglichenen, spannenden Kampf. Der Ausgang dieses Treffens ist vollkommen offen. Die 3. Mannschaft trägt gleichfalls ein Rückspiel gegen die 2. Elf von VfB. Wetter aus. Auch hier gilt es für die Gießener, eine Vorspielschlappe auszuwetzen. Wenn auch der eigene Platz den Hiesigen gewisse Vorteile gewähren sollte, so ist die Spiel- stärke der Blauweißen momentan nicht die beste. Erwarten muß man aber, daß her Platzverein vollzählig antritt und alle Spieler mit Eifer und Siegeswillen bei der Sache sind. Die Spiele gegen Wetter finden so rechtzeitig statt, daß sie bis zu Beginn des nationalen Flugtages beendet sind. Jugendspiele am Sonntag. 1900 AI — Nidda AI. Die Gäste, die über eine körperlich starke und gut eingespielte Elf verfügen, werden die Gießener veranlassen, ihr voller Können zu zeigen. Da beide Mannschaften ausgeprägte Kampfmannschaften sind, erwartet man einen interessanten und temperamentvollen Kampf. Leihgestern Schüler — 19 00 Schüler. Die Schüler, die sich in letzter Zeit zu anerkennenswerten Leistungen aufgeschwungen haben, werden auf fremdem Gelände bemühlt (ein, ihre seitherigen Erfolge unter Beweis zu stellen. Landkreis Gießen. X Wieseck, 12.Mai. Am 14.Mai begeht einer unserer ältesten Mitbürger, Herr Theodor Speyer, in völliger körperlicher und geistiger Frische seinen 81. Geburtstag. )( Großen- Linden, 13. Mai. Die Kaspar A l b a ch Eheleute feiern am morgigen Sonntag goldene Hochzeit. == Daubringen, 9. Mai. Die Reichsbahndirektion Frankfurt hat nach mehrfachen Eingaben endlich die Ausgabe von Sonntagsrückfahrkarten Saubringen—Gießen zugelassen. Bisher mußten die Fahrgäste, die Sonntagsrückfahrkarten benutzen wollten, sie in Mainzlar abholen, wodurch sich der Preis um 10 Pfg. erhöhte. Nunmehr ist der umständliche Weg erspart. Mit der Einführung der Rückfahrkarte ist einem dringenden Bedürfnis der hiesigen Gemeinde durch die Reichsbahn Rechnung getragen worden. * Göbelnrod, 13. Mai. Die Eheleute Hermann Velten von hier feiern morgen, Sonntag, in körperlicher und geistiger Frische das Fest der goldenen HochzeiL Wettervoraussage. Während sich die Polenstörung mehr nordöstlich oerlagert, ist ein Teil des Biskayahochs nach Deutschland vorgestoßen. Der hohe Druck dürfte vorübergehend eine Besserung der Wetterlage bringen, doch bleibt die Störungstätigkeit nicht ohne jeden Einfluß. Feuchte Meeresluft fließt immer noch zu, die durch das Zurückdrehen der Winde mit dem Herannahen eines neuen Tiefs über Irland aber höhere Temperaturen besitzt. Infolgedessen tritt allgemeine Erwarmung ein. Dabei ist aber noch mit einzelnen Gewitterstörungen oder gewitterartigen Niederschlägen zu rechnen. 2lu5fid)ten für Sonntag: Wärmer, wech- felnb wolkig mit Aufheiterung, einzelne qewitter- artige Niederschläge. '^.,u 2 sichten für Montag: Feucht-warmes Wetter, wieder starker bewölkt, zeitweise Niederschlage. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 14. Mai. Cantate. Stadtkirche. 8 Uhr: Psr.Mahr; zugleich Christen- lehre für die Neukonfirmierten der Matthäus- gemeinde: 9.30: Pfr. Becker: 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde: Pfr. Becker. — Iohanneskirche. 8: Psr. Bechtolsheimer; zugleich Cbristenlehre für die Neukonfirmierten der ßufasgemeinbe; 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld: 20: Bibelbesprechung im Johcmnes- saal; Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Alken Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkircha für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Petruskapelle. 8.15: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Pe- trusgemeinde; 9.45: Pfarrassistent Sucker. — Klein- Linden. 10: Festgottesdienst: Lic. v. d. Au: 13: Marsch zur Festwiese. — Heuchelheim. 10: Haupt- gottesdienst: anschließend Beichte und Abendmahl.— Wieseck. (Muttertag.) 9.30: Beichte: 10: Predigtgottesdienst; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls (Kollekte). — Großen-Buseck. 10.30: Gottesdienst! Beichte, hl. Abendmahl; 19.30; Kirchenkonzert. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst. — Steinbach-Albach. 8: Albach: 9: Steinbach; anschließend Feier des HL Abendmahls. katholische Gemeinden. Samstag, den 13. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 14. Mai. 4. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte: 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen u. Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht; 14.30: Jungfrauen-Kongregation. Öffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stad'tpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. A e r z t e: Dr. Malech, Dr. Ploch. Zahnarzt: Dr. Wertheim. Apotheke: Engelapotheke. (Schluß des redaktionellen Teils.) Preisausschreiben! 3149 V Geflügelhalter seien auf ein interessantes Preisausschreiben aufmerksam gemacht: Die Muskator- Zeitung fordert in ihrer letzten Ausgabe zu einem unterhaltsamen Wettbewerb auf und setzt über 250 wertvolle Preise aus. Es handelt sich darum, aus der Muskator-Zeitung 13 bestimmte Worte auszusuchen und daraus einen Vers zu bilden. Einzelheiten enthalt die erwähnte Muskator-Zeitung Nr. 7, die bei allen Muskator-Händlern kostenlos erhältlich ist. Persil Ihr bewährter Helfer allezeit Geschmack Bekomm* lichkeit- • untrrtidr Hacfobrud verboten! 39 Fortsetzung. Oie stummen Gäste von Zweilinden vornan vonAnny vonpanhuys. Copyright by Belletristische Korrespondenz Bechthold. ihnen beiden dort so gut; sie würden es von einem zuverlässigen Gulsoerwalter betreuen lassen. Pfarrer Basella wollte auch in Barcelona Angelos Häuschen verkaufen, in das sie nun nie mehr zurückzukehren brauchte. Angela mußte oftmals, wenn sie das Schloß mit feinem niedrigen Bau, dem roten Ziegeldach und den von Türmen flankierten Seitenflügeln vor sich liegen sah, an den Stiefvater denken, der zu ihr immer' gut und liebreich gewesen, wie es ein echter Later nicht besser und liebreicher sein konnte. Manchmal meinte sie, ihn neben sich schreiten zu sehen, wenn sie drinnen durch die Räume ging, und sie dachte daran, wie er ihr, als sie vierzehn Jahre alt war, zum ersten Male erzählte, daß sein Schloß dreißig Zimmer gehabt hätte. Sie erinnerte sich deutlich, mit welchem Stolz sie das der Zigeunerin Miguela wiederberichtet hatte, und wie Miguela anfangs nicht glauben wollte, daß Angelas Later ein richtiger Graf war. Der Pfarrer fragte, ob er den Bankettsaal, den Schauplatz des Spuks, einmal betrachten dürfe. Frau Bettina neigte lächelnd den Kopf. „Natürlich, Herr Pfarrer, wenn es Ihnen recht ist, dürfen Sie ihn sofort sehen." Catalina klatschte begeistert in die Hände und drängte. ,Lch kann es kaum erwarten!" Sie ging neben Angela die Treppe hinunter. „Ich begreife, daß Frau von Zweilinhen nach ihren bisherigen Erfahrungen das Erscheinen der seltsamen Besucher unangenehm sein muß, aber mich würde es entzücken. Ich wünsche mir, sie kämen jetzt schon, die Herrschaften, wenn wir im Bankettsaal sind." Angelo schüttelte lächelnd den Kopf. ,Zch bedanke mich bestens dafür. Ich habe das Verlangen danach verloren. Mit der vierten Dimension will ich doch lieber nichts zu tun haben!" Am Fuß der Treppe stand in der grauen, ruhig- vornehmen Livree des Hauses der Diener Anton. Er wandte sich an Konrad von Zweilinden, bestellte ihm, der Baron Rückert sei do und wünsche ihn zu sprechen. Konrad blickte seine Mutter und Angela mit einem etwas jungenhaft verzweifelten Gesicht an. „Hoffentlich ist er nicht gekommen, um nochmals Krach mit mir anzufangen wegen Molly. Ich hätte mich auf die dumme Geschichte mit ihr nicht einlassen dürfen. Angela erbot sich eifrig: ,Lch begleite dich, Konrad." Er nickte: „Io, komm mit, in deiner Gegenwart wird er sich zusammennehmen; er ist nämlich ein ziemlich derber Mann!" Konrad entschuldigte sich bei dem Pforrer und Der Pfarrer lächelte: „Es liegt dem oft zitierten Shakespeorewort: „Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als eure Schulweisheit sich träumen läßt" zwar ein tiefer Sinn zugrunde, aber die stummen Gäste von Zweilinden sind zu eigenartig, ,u unwahrscheinlich. Es will nicht jn meinen Kopf hinein, daß es Geister gibt, die nur in den Bankett- (aal kommen, um miteinander onzustoßen. Vielleicht, gnädige Frau, handelte es sich an dem Tage Ihrer silbernen Hochzeit, an dem Ihre Freunde und Bekannten alle dasselbe wie Sie gehört haben um einen Fall von Massensuggestion. Vielleicht faß jemand mit an der Tafel, der die Macht besaß, der ganzen Tischgesellschaft zu suggerieren, was Sie alle hörten." „Herr Pfarrer, ich hörte die stummen Gaste von Zweilinden ja auch einmal als ich mich ganz allein im Bankettsaal befand", gab sie zurück und das war vor mehr als einem Vierteljahrhundert. Gleich danach wurde mein Pflegevater, der Vater meines späteren Gatten, erschossen. Kurze Zeit darauf horte ich sie abermals, ebenso Der Diener Anton, der heute noch hier in Diensten steht. Dann aber gab es eine lange Pause. Die alte Sage geriet fast in Vergessen- beit bis unser silberner Hochzeitstag kam und mit ihn der gräßliche Sput- Es ist damals alles durchsucht und durchforscht worden; doch es fand sich kein Anhaltspunkt dafür, an einen schlechten «cherz zu glauben. Eine Massensuggestion halte ich für voll- kommen ausgeschlossen, denn ich horte, wie gesagt, fast sechsundzwanzig Jahre vorher genau dieselben Geräusche, als ich mich völlig allein befand. Verzeihen Sie, gnädige Frau, aber gerade durch Ihre Beweisführung des Erscheinens der eigenartigen Gäste wächst in mir bas Verlangen nach ihrer Bekanntschaft", lächelte der Pfarrer. Man lachte, trank in Frau Bettinas traulichem Wohnzimmer Tee und sprach von der Hochzeit. Sie sollte schon Anfang September stattnnden, und solange wollten Pfarrer Basella unT/Eatahna m Deutschland bleiben. Dann wollte er heim, sein Amt völlig niederlegen und alljährlich mit Catalina den Sommer in Schloß Wiesental verbringen. Es gefiel die prachtvollen schwarzen Augen anlaben. Do, war ja als wenn sie ihm damit innerlich alles umkrempelte. Der rote Mund zeigte unwahrscheinlich bien- dende Zähne, sand er, bisher hatte er nur auf Reklamebildern von Zahnwasser und Zahn« kreme gesehen. Er verzog die Lippen, er fühlte bas Lächeln, bas sich fast gegen seinen Willen um seinen Mund legte, und Konrad schaute ganz verwundert aus die Verwandlung, die mit feigem grimmigen Besucher vor- $ Angela spürte instinktiv, mit Mollys Vater würde sie fertig werden Sie fuhr fort: „Die Liebe ist doch das Schönste im Leben und das Höchste und Heiligste; cs wäre Daher sehr grausam von Ihnen, Herr Baron, wenn Sie Ihre arme Tochter und den Mann, den sie hebt und der sie wieder liebt, unglücklich machen wurden. Ich bitte Sie, wenn mein Liebster vielleicht nicht aam recht gehandelt hat, das nicht allzu hart aut- Mfen. Er wollte Ihrer Tochter doch nur zu ihrem Glück verhelfen, nichts weiter. Er selbst hatte doch keine Vorteile, sondern nur Aerger davon zu er- warten Er wollte ihr zum Glück verhelfen und stand ihr aus Ritterlichkeit bei, wie Sie es in einem ähnlichen Falle wohl auch genau jo getan haben wur- Den. Ritterlichkeit und Dicnstwilligkcit gegen Damen gehören doch zum echten Manne, nicht wahr. Der Baron faßte in seinen Kragen, er ward ihm zu eng. Er schämte sich, weil er vorhin die Spanierin gar nicht beachtet hatte und gedacht, sie verstehe kaum ein Wort von dem, was er sprach. Und nun redete sie wie ein Rechtsanwalt auf ihn ein. Sie lächelte: „Geben Sie meinem Verlobten die Hand zur Versöhnung Herr Baron, und bann troffen Sic Ihre Tochter, die jetzt sicher sehr leidet unb behalten Sie ben Inspektor als Schwiegersohn. Ich habe gehört, er sei ein guter Landwirt unb hoch- anftänbiger Mensch. Unb zum Schluß reichen Sie mir bie Hanb, bamit ich weiß, Sie sind mir nicht böse, weil ich mich eingemischt habe." Da gab sich Baron Rückert einen energischen inneren Ruck, denn eigentlich spürte er gar keine Wut mehr. Aus niemand mehr. Diese leuchtenden, reinen Iungmädchenaugen, dieser lächelnde Iungmädchen» mund hatten das Wunder vollbracht und seinen Zorn ausgelöscht, wie man Feuer mit Wasser löscht. Er atmete tief und nahm Angelas Rechte. ,Zhr Pfötchen will ich zuerst drücken, mein grrä- dig'es Fräulein, denn Sie haben mich ollen Krakeeler bekehrt: erst nach Ihnen gebe, ich Dem Schwindler neben Ihnen die Hand." i (Fortsetzung folgt.) Catalina, er wollte mit Angela so rasch wie möglich i in den Bankettsaal nachkommen. Im Arbeitszimmer des Gutsherrn wartete Baron Rückert. Sein Gesicht war noch röter als sonst, ein paar tiefe Falten auf feiner Stirn wiesen deutlich auf böse Gewitterstimmung. Baron Rückert nahm von Angela nur mit einer knappen Verbeugung Notiz, dann polterte er schon los: „Herr von Zweilinden, Molly hat uns, meiner Frau und mir, nachdem ich sie ein bißchen ausge- horcht, die Wahrheit gestanden, und ich stelle Sie nun zur Rede. Wie durften Sie sich so etwas mit mir erlauben? Molly nimmt die Hauptschuld auf sich. Gut, Frauen kriegen ja die Männer zu den größten Dummheiten ’rum; aber es war doch ein starkes Stück von Ihnen, mich um Mollys Hand zu bitten unb ihren zukünftigen Verlobten zu spielen, wahrend Sie beide nicht an Liebe und Heirat dachten. Das Mädel schicke ich zu ’ner alten Tante in eine Einsamkeit, wo das Erscheinen von 'nem Hausierer noch eine Sensation bedeutet, den Herrn Verlobten, ben langen Lulatsch, ben Inspektor, schmeiße ich 'raus, daß er sich dabei breimaj Überkugelt, aber was soll ich mit Ihnen machen? So ruhig kommen Sie auch nicht davon." „Sie haben mir ja bereits die Tür gewiesen, Herr Baron; mehr zu tun bleibt Ihnen kaum übrig", erwiderte Konrad etwas gereift, obwohl er sich nicht ärgern wollte. „Ich verlange vor allem eine regelrechte Entschuldigung, Herr von Zweilinden", schrie ihn der Baron an, „denn solche Scherze erlaubt man sich nicht mit mir. Ich wußte ja nicht, daß alles nur ein abgekartetes Spiel war. Ich mochte heulen vor Wut über so einen faulen Witz. Also, nun reden Sie; wie dursi ten Sie sich auf ben blöbfinnigen Kram emlajlen? Los, reben Sie, wie Sie solchen Unfug in «zene setzen konnten, sonst, weiß ber Himmel, schmeiße ich Sie mit meinen eigenen Hänben 'raus." Konrab Zweilinben stieg bas Blut zu Kopf; aber ehe er noch bie Lippen zum Sprechen öffnete, trat Angela vor ben Erregten hin unb sagte mit feinem Lächeln: .Zhre letzte Drohung hat zum mindesten den Vorzug originell zu sein, Herr Baron, denn es wäre wirklich drollig, wenn Sie Konrad aus seinem eigenen Haus 'rausschmeißen wollten, wie Sie sich aus- drückten." Der Baron sah Angela eigentlich erst jetzt richtig an sein noch eben so wütender Gesichtsausdruck veränderte sich allmählich, wurde ganz gesittet. Alle Wetter! durchzuckte es den alten Landjunker, ist das ein schönes Geschöpf; dagegen blieb leine hübsche Molly unscheinbar und unbedeutend. Und wie ihn Fünfmonatige Kurie an der Haushaltimgsfchule derLandwirt- ichaftskammer in Michelftadt i. O. Vollftändige Ausbildung in allen Zweigen der Hauswirtfchaft, Molkerei und Kleintierzucht Ferner gründliche Unterweisung in der Fertigung von Handarbeiten, Weißzeugnähen, Kleidermachen sowie theoretischer Unterricht auf den verschiedensten Gebieten. Billigster Pensionspreis einschließlich Schulgeld usw. Beginn des nächsten Kursus: 3. Juli 1933. Auskunft u Verland der Aufnahmebedingungen durch die Landwirtichaftskammer in Darmftadt, Rheinftrabe 62. 32üid Geschäfts-Drucksachen Briefblätter Briefumschläge — — Postkarten bei Brühl, Schulstraße 7 Geschäftekarten Kautsch unb Sessel sind erfunden Für einsame und Plauderstunden ffdUffd) Form u.Sezug nach Dahl, von RM. 55.—an Sessel die kleine moderne Form, von RM. 18.— an Polsterwerkstätte A.Wehrheim löbtwei? 3220 A Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverstlndlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten derN^stur^ -Veriangen Sie Prospekte und auch Probehdte der Zeitschrift „Der Naturforscher*4 Hugo BermQhler Verlag • Berlin - Lichterfelde «t- sPaTsank < s6°bo5P/^ S^tthr" 110 adnVort^.R-dasA nehm-" Das bekömmliche Säuremittel für Gesunde und Kranke. 1 Liter ergibt 3-4 Liter gebrauchsfertigen Citrovin Untere mestt Rezeplsemmlvni. wie au mit Cllrovln und CUrertn-Dilltelz tchmncihell und bekömmlich kochen und elnmechen kein, steht iir Verfügung. Beichten Sie die seit Jabriehnlen eingelührte Orlglnelmarki In allen einschlägigen Geschäften erhältlich Citrovln-Fabrik G.m.b.H.» Frankfurt a. M. Dalml erste. 25 (Postfach 409) U. Spiclaand für Kinder C. Rübsamen Fernruf 3659 8-10 10-12 Piepers Ferkelversand Sende 253-Post Tchlotz-Holte 10 i.Wests. TORPEDO| und ERIKA Kleinschreibmaschinen schon für monatlich RM. 10.— Niederhausen&Co. Seitenweg 17, erst. Stock von Kleider-Köhler. 3794d Oß, meine 3-üße! So hört man immer und immer wieder klagen.