Donnerstag, 15.2Ipril (933 183. Jahrgang Nr. 88 KrübauSsabe Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Rcichspsennig. Platzvorfchrift 20° , mehr. Chefredakteur. Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undiür denAn» zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Bie»en. erscheint »ägltch. auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Viehener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monals-Bejugspreis: Ulit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: ^ranffurt am Main 11686. Gietzener AiMger General-Anzeiger für Oberhesfen Dnitf und Verlag: vrSHI'iche Univerfilälr-Vvch- und Sleindruüerei R. lange in Stehen. 8chrisIIeitung und Geschäftsstelle: Schulltrai,- r C) d) Popen und Göring beim Papst von e) i) ^Vizekanzler von Popen hat dem Papst ein Brust kreuz überreicht, das Papst Urban , HL trug und das Herr von Papen vor einiger Zeit m einer Sammlung gefunden hat. Pius XL hat dieses Pectorale für die vatikanischen oamm- Der preußische Ministerpräsident Goring und General Ftalo B a l b o, die Führer des deutschen und des italienischen Luftfahrtwesens, auf dem Flugplatz von Rom. Die beiden Führer, die sich selbst als Flieger ausgezeichnet haben, verhandeln über den Deutschlandbesuch des italienischen MajsemGejchwa- ders. das den Nordatlantik überaueren wilL OieBedeuiung »es neuenSiudentenrechis Oie Deutsche Studentenschaft ein Symbol der sozialistischen Volksgemeinschaft des neuen Reiches. Hochschulen, in welchen Studentenschaften nicht bestehen, solche Studentenschaften sofort ju bilden find. Die bei Erlaß dieser Verordnung bereits immatrikulierten Studenten haben die vorgesehene Erklärung über ihr Deutschtum zu Beginn des Sommer- semestcrs 1933 abzugeben. Jungen bestimmt und als Gegengeschenk Herrn von Papen die Goldene Gedenkmünze auf das Heilige Jahr und Frau von Papen ein Schild- pattetui mit den silbernen päpstlichen Wappen und einem aus Gold und Korallen gebildeten Rosenkranz übergeben. Aus feine Besprechungen mit der italienischen Regierung kommend. bezeichnete Vizekanzler v.Papen den Entwurf Mussolinis für den Diererpakt als eine geniale Konzeption. Er hoffe, das) man im Laufe der Verhandlungen Die Der auf die ursprüngliche Äon* zeption zurückkornrnen werde, was im Interesse der europäischen Politik auherordent- lich zu begrüßen wäre. Aus den Gesprächen mit Mussolini habe er den starken Eindruck eines großen Staatsmannes voll und ganz bestätigt erhalten, den er schon lange von Mussolini habe. ilcbct die Bedeutung des neuen Skuden- tenrechtcs wird amtlich erklärt: „3m liberalistischen Staat war die völkisch und großdeutsch organisierte Studentenschaft ein Fremdkörper. Sie kämpfte gegen diesen Staat mit der Parole der Selbstverwaltung. Sie wurde von dem demokratischen Kultusminister Becker ausgelöst, als der Liberalismus und die Partei- zersehung in Deutschland im Jahre 1927 ihren Höhepunkt erreicht hatten. 3n diesen Jahren hat sich die Studentenschast als em Hauptträger der nationalsozialistischen Revolution in Deutschland erwiesen. Sie hat mit demdeutschenArbei ter un d Bauern in einer Front gegen die *a- pitalistische und marxistische Bour- goisie und das Judentum gekämpft H o r st W e s s e l ist ein Führer der Arbeiter und der Studenten, ein Shmboldersozialisti- schcn Voltsgemeinschas t des neuen Reiches geworden. 2n diesem Reich lebt die Studentenschait nicht mehr als ein Fremdkörper, sondern als ein Glied deS Ganzen. Das neue Studentenrecht ist dementsprechend gebaut aut die Grundsätze der nationalsozialistischen Bewegung. Führerprinzip und Diszi- p l i n. Der Führer der Studentenschaft wird nicht mehr parlamentarisch gewählt, sondern ernannt. Die Arbeit der neuen Studentenschaft ist nicht wählen und abstimmen, sondern Selbstverwaltung und Erziehung Die Studentenkammer ist nicht ein Parlament, das emzelne Studenten vertritt, sondern eine hündische Kammer, die Gemeinschaften zur Mitarbeit an | der Gesamtheit der Studentenschaft heranzieht. Riemand von uns ist der Meinung, daß die Organisation ein Selbstwert fei; sie ist vielmehr nur ein Instrument in der Hand der Menschen, die sich ihrer bedienen. Die Deutsche Studentenschast wird ihre Organisationen einsehen zum Kampf um das noch nicht erreichte Endziel des nationalen Sozialismus und der wahren Ration. Selbstverständlich war für sie d i e volksbürgerliche Grundlage, wonach nur Deutschgeborene zur Kampfgemeinschaft der jungen Generation gehören können. Im Arbeitsdienst und Wehrsport wird die Studentenschaft die wichtigste Ausgabe der nächsten Jahre sehen, dem 2lr beiter tum zu Achtung und Sieg im Volke zu verhelfen, und dem Volke zu einer unüberwindlichen R ü st u n g. Es ist das Verdienst des nationalsozialistischen preußischen Kultusministers Rust, die Wiederanerkennung und völkische Eingliederung der Studentenschaften in die Hochschulen durchgesührt und damit die Qlera Becker-Grimme auch auf diesem Gebiete überwunden zu haben." Bestimmungen über die Verwaltung der Gelder getroffen. Die Verordnung enthält ferner Ucbergangäbc- ftimmungen, wonach die der Deutschen Studentenschaft angehörenden freien Stud en t en - schäften bis zur Genehmigung ihrer örtlichen Satzung einstweilen als Studentenschaften im Sinne dieses Erlasses gelten und wonach an den Wahrnehmung der studentischen Selbstoerwal. lung, Mitwirkung cn der Selbstverwaltung der hoch- schule, insbesondere Teilnahme an den Verhandlungen des Senats, an D'V Difziplinarkamn^r der Hochschule. Erziehung der Studenten zur Wehihastigkeit, Mitwirkung an der Aufrechterhaltung der ata- Kultusminister Rust verkündet das neue preußische Gtudentenrecht Röhm. e Ministerpräsident Siebert wies vor der Presse darauf hin. daß der Wiederaufbau des Reiches und Landes so ungeheuer schwer und groß sei. daß er nur gelöst werden könne, wenn alle, d i e guten Willens feien, zu - sarnrnen stünden. Bayern werde seine geschichtliche und kulturelle Eigenart weiterpflegen. Es gebe keine getrennte deutsche Politik mehr, keine bayerische oder irgendwie anders geartete Politik, sondern nur noch eine deutsche Politik. Das Staatsministerium des Aeußern werde aufgelöst und an dessen Stelle werde eine Staatskanzlei errichtet, die dem Minister ohne Geschäftsbereich Esser unterstehe. Durch die eigene Staatskanzlei solle das F o r t - beit eben Bayerns in besonderem Maße dokumentiert werden. Entsprechend den Zielen der Reichsregierung müßten wir zu einer n e u e n Charakterbildung unseres Volkes auf christlicher Grundlage kommen. Dar- I über hinaus solle die rassige Entwicklung unseres Volkes gefördert werden. Die Frage, inwieweit die oberste Betreuung der Wirtschaft in der Verwaltung geregelt werden soll und inwieweit dabei anderen Parteien die Mitverantwortung übertragen werden könne, bleibe noch Vorbehalten. Der Ministerpräsident tief schließlich das ganze bayerische Volk auf^ die Vergangenheit zu begraben, sich die Hände zu reichen und mit der Regierung I zusammenzuarbeiten für ein christliches Bayern in einem starken Deutschland. Ein Aufruf Röhms an die SA. und SS. Am Jahrestage des Verbots der national-- sozialistischen Ztampforganisationen. M ü n ch e n , 12. April. (WTB.) Zum 13. April hat der Ehes des Stabes der SA. urnft Rohm folgenden Aufruf erlassen: „Kameraden der SA. und SS.! Heute jährt sich der Tag, an dem der letzte großangelegte Versuch unternommen war, die braune Front Adolf Hitlers zu zerschlagen. Am 13 April 1932 haben die damaligen Machthaber die SA. und SS. verboten, ihr Eigentum beschlagnahmt, ihre Geschäftsräume gc- fchlosfen und das Tragen von Dienstanzug und ' Abzeichen unter Strafe gestellt. Sie wollten damals die junge deutsche Freiheitsbewegung an ihrer Wurzel treffen. Heute seid chr, meine SA - und SS.-Kameraden, der stärkste Po - litifche Machtfaktor desneuenstaa- kes. Das ist der stolze Lohn der uner- schütter liehen Treue, die ihr dem Führer und der Bewegung trotz Verbotes und Terror gehalten habt. Das ist nicht minder der Erfolg eurer eifernen Pflichterfüllung und soldatischen Mannesehre. Diese Tugenden sollt ihrümmer wahren. — Dann wird nichts auf der Welk euch aus der Stellung verdrängen können, d e ihr euch durch schwere Opfer und harte Kämpfe errungen habt. Ihr seid die stärkste Macht des Führers und müht es bleiben. Heil dem Führer!" Oberbürgermeister Lehr-Düsseldorf verhastei. Wegen Verdachts der passiven Beamtcu- bestechnng und Untreue im Amt. Düsseldorf, 12. Avril. (WTB.) Der Preise- dienst der Stadt Düsseldorf teilt mit: Der Regierungspräsident hat den Gauleiter Florian als Staatskornrnifsar beauftragt, den Oberbürgermeister Dr. Lehr, den Beigeordneten Dr. Odenkirchen und den Sparkaffendirektor Dr Vogt sofort verhaften zu lassen, und zwar den Oberbürgermeister Dr. Lehr und den Beigeordneten Odenkirchen wegen passiver Deamtenbestechung und wegen des dringenden Verdachtes der Untreue im A m t e. Dr Vogt wegen des dringenden Verdachtes Der Untreue im Amt. Gauleiter Florian hat daraufhin heute Rachmittag die Verhaftungen Die neue Regierung in Sayern. Tie Äommissare des Reiches zu Ministern ernannt. München, 12. April. (TU.) Auf Grund des Gesetzes über die Gleichschaltung von Reich und Ländern hat der Reichs st a 11 ha 11 e r ® c - neral v. Epp zum bayerischen Mi n_t - sterpräsidenten und Staatsmimster der Finanzen den bisherigen Finanzmimster v t «•- bett ernannt. Ferner hat der Re:chsstattbalwr auf Vorschlag des Ministerpräsidenten fiebert ernannt zum Minister des Innern Adolf Wagner, zuni Minister der Justiz Dr. Frank, zum Minister für Unterricht und Kultus Hans S ch e m m , zum o t a a t s- । Minister ohne Geschäftsbereich He.- mann ® f f c r. Die S t a a ts k o m m i ff ar e zur besonderen Verwendung Röhm und Luder bleiben im Amt. Staatsminister Esser wird als Ches der Staatskanzlei des Freistaat, s Bayern bestellt. Der Reichsstatthalter hat außerdem ernannt zum Staatssekretär des Reichsstatthalters in Bayern Staatskommlssar vorgenommen. 3u den Verhaftungen schreibt die nationalfo^iah» stjiche „Dollsparole": Es ist festgestellt, daß Ober- bürgermeifter Dr. Lehr geldliche Zuwendu » - gen ohne Gegenleistung von feiner »eite von einer Bank angenommen hat zu einer Feit, in der er als Chef der D ü s j e lö o r i c r Derwaltuna bei dieser Bank a r n b » r « Aom 12. April. (TU.) Am Mittwochvornnt- l tag wurden Vizekanzler von Pape n und Mi- nisterpräsident Göring von P a p st P i u s X!. in Audienz empfangen. Die Unterredung mit Vizekanzler von Papen der von Botschaftsrat Clee bis in das päpstliche Vorzimmer begleitet wurde, dauerte von 10.30 Uhr bis 1 \ xibr und trug freundschaftlichen Charakter. Anschließend stellte Vizekanzler *on Papen dem Papst seine Gattin vor. . Um 11 Uhr empfing Papst Pius den preußischen Ministerpräsidenten Gor'Ng, der in der neuen Uniform des Luftsahrtkommifsariats erschienen war und von seinem Adjutanten, Hauptmann Körner (in ©S.-Uniform) und 2c« aationsrat Gras Saurma ins Vorzimmer begleitet wurde. 2n der etwa halbstündigen Unterredung aab Göring einen allgemeinen Ueberblid über ötc Lage in Deutschland, wobei er besonders die Stärke der nationalen Regierung betonte. Schließlich trafen sich der Papst und Göring noch m einer Unterhaltung über ihre beiderscitigs Vorliebe zur alpinen Welt. Göring stellte daraus seinen Adjutanten Körner vor. Rach der Audienz machte Göring dem Kardinalstaatssekretar Pacelli einen Besuch, der über eine Stunde dauerte. Die Unterhaltung drehte sich um die politische Lage in Deutschland. Beim Verlassen des Vatikans wurde Ministerpräsident Göring von zahlreichen Deutschen , die sich um das Auto mit der Haken- kreuzfahne versammelt hatten, durch herzliche Huldigungen und Ruse „yeil Hitler" begrüßt. Ein Besuch der Peters° kirche schloß sich an. Um 13 30 Uhr and ein Frühstück der Villa Borghese statt, das Mussolini zu Ehren der beiden deutschen Minister gab und an dem außer den Genannten mehrere italienische Minister und hohe Staatsbeamte teilnahmen. Der Zweck des Ministerbesuchs. Gelegentlich eines Empfanges der deutschen Pressevertreter dementierte Vizekanzler v. P a - pen die Gerüchte, seine Besprechungen un Vatikan hatten der Vorbereitung _ eines Reichskonkordates oder der Gründung einer neuen katholischen Partei in Deutschland gegolten. Auch fei über öie sog Judenverfolgung in Deutschland kein Wort gesprochen worden. Sein Besuch un Vatikan hatte lediglich den Charakter einer persönlichen Fühlungnahme getragen. Die. wie er hoffe, für beide Teile, besonders in Bezug auf das Verhältnis zur Kurie und den Zielen der nationalen deutschen Regierung nützlich fern wer- Berlin, 12. April. (TU.) Der preußische Kultusminister hat eine Verordnung zur Reu- regelung des preußischen Studenten rechts erlassen. Hiernach bilden die voll eingeschriebenen Studenten deutsch erAb st ammung undMuttersprache in Zukunft unbeschadet ihrer Staats- ange Hörigkeit die Studentenschaft einer Hochschule. Jeder Student hat eine ehren- wörtliche Erklärung darüber abzugeben, ob feine Eltern und Großeltern deutscher Abstammung find, auf Grund deren bet Führer der Studentenschaft über die Zu- gehörigkeit entscheidet. Parteipolitische und konfessionelle Bestrebungen innerhalb der Studentenschaft sind ausgeschlossen. Der Ausgabenkreis der Studentenschast. Die Studentenschaft hat folgende ?1 u f g a b e n : a) Erfüllung der der Studentenschaft gegenüber Volk, Staat und der deutschen Hochschule obliegenden Pflichten, b) Vertretung der Gesamtheit der Studenten. Die Vermögensverwaltung und werden von d e r H $ N) ^mögen der zogen und verwail <-->)ervermo- Studentenschast bildet . Bergen. Jede Studentenschaft mögensbeirat ju. ’ Itung fortlaufend füfcrung und ^ermogensv^rwatt zu überwachen hat. Fernei. demischen Zucht und Ordnung, g) maßgebliche Mitarbeit an den sozialen und wirtschaftlichen Einrichtungen. Die Organe der Studentenschaft. Die Bildung der Studentenschaft erfolgt auf Grund einer vom Vorstand unbearbeiteten Satzung Die nach den Richtlinien der Verordnung gehalten sem muß. Die Satzung enthält Bestimmungen über: Die Mitgliedschaft und tue Bildung und Befugnis Der Amtsstellen Der Studentenschaft, besonders ä) des Führers der Studentenschaft. b) der beiden A e l t e st e n c) des Amtsleiters. d) der hündischen Kammer, ^Der^ » der Studentenschaft Wird von seinem Vorgänger mit Zustiurmung der Führung der Studentenschaft uach Anhörung Aeltesten aus ein 2 ah r b e r u f : n. Äie o den Aeltesten stehen dem Führer der © dentenschast zur Seite und haben die^ Pfumr. lausend in die Arbeit des <5 9 or e 11 c ■= QImtelcitctS Sinblid i» , ft - t ist stets d°- °rdnunEmab ° “« « >*rt,cn vom ^Führer "er etubententoaft berufen und Ä müssen den B und en ö öcr Zusammenset- |äEnAU "in dirnst und L°>b°subung°n trag- Ausgabe madjL Pnhunaen müssen weiter ten entsendet. D,c Satzungen m n incn Vorschriften enthalten ubw Lbung von Bei- Stud°nt°nv°rfammlung-n ^ne6“igung ö tragen, die Kasfensuhrung. ettDüigc Aende- Satzung der c-tudentenfchast uno e^ f“Ä «;<„■, j; 'US. orbnung nicht entsprechen. Tonfilm. „Zonny stiehlt Europa/" Aus aller Welt. Oer Deutsche Bankbeamlenoerein unter nationalsozialistischer Führung. Berlin, 12. April. (WTD. Amtlich.) Die Regierung hat den l.Mai zum Feiertag der deutschen Arbeiter erklärt. Dies bedeutet kein Zugeständnis an die Ideologie des Marxismus. Der 1. Mai ist ein Tag wie geschaffen zum Feiern. Er ist für den nordischen Menschen die Zeit des Frühlingseinzuges, und nur deshalb konnte er auch in der deutschen Arbeiterschaft einen solchen Widerhall finden. Am 1. Mai soll nicht das Arbeitserzeugnis, auch nicht der Arbeitsvorgang im Mittelpunkt unserer Gedanken stehen, sondern der deutsche Arbeiter selbst. Die Zeiten, in denen man in den technischen Arbeitsvorgängen den Kern aller Dinge sah, sind endgültig vorbei. Der Arbeiter, der vor Verdun und Flandern ein guter Kamerad war, soll sich an diesem Tage bewußt werden, daß er ein vollwertiges Mitglied in der Zahl der deutschen Stände darstellt. Er soll erkennen, daß er seine Interessen nicht im Klassenkampf wahren muh, sondern dah alle deutschen Stände es als eine Lebensnotwcn- digkeit des deutschen Volkes anschen, dah die wirtschaftlicheExistenz des deutschen Arbeiters und sein berechtigter Anteil an dem Ertrage seiner Arbeit gesichert sind. Die Macht eines Volkes beruht in dem geschlossenen Einsatz seiner Kräfte. Ein geschlossener Einsatz der Kräfte ist aber unmöglich. wenn ein großer Teil der Volksgenossen in wirtschaftlichen Machtkämpfen seine Kräfte zersplittern muß. Vielmehr müssen die wirtschaft« liazcn Pflichten und Rechte des einzelnen u n a n - tastbar f e st gelegt werden. Am 1. Mai, an dem früher die Maschinen- gcwchre Grzcsinskis knatterten, werden in diesem Iahre deutsche Arbeiter standesbewuht demonstrieren, nicht um Klassenvorteile zu er- halten — sie wissen, daß ihr Schicksal bei ihrem Führer Adolf Hitler in guter Hand liegt —, sondern um sich z u einem neuen Staat und zum gemeinsamen Kampf für dse deutsche Zukunft zu bekennen. Das deutsche Volk soll an diesem Tage seine Solidarität mit der deutschen Arbeiterschaft und die Rotwendigkeit eines deutschen Sozialismus erkennen. Der Blick der deutschen Politik richtet sich seht vor ollem auf den deutschen Menschen; denn nicht Wirtschaft ist das Schicksal, sondern das Schicksal unseres Volkes ist der deutsche Mensch. Das ist der Sinn des 1. Mai. Aus dem P r o g r a m m d e s 1. M a i ist her- vorzuheben: In Berlin sammeln sich zwischen 9 und 10 ilfjr die Verbände in den Betrieben, um hierauf in Sternform zum Lu st garten zu marschieren, wo um 11 Ahr die große Morgenfeier der deutschen Arbeit mit einer Ansprache des Reichsministers Dr. Goebbels stattfindet. Am 18 Ahr werden Abordnungen der deutschen Arbeiterschaft aus allen deutschen Gauen, auch aus Deutsch-Oesterreich, vom Reichskanzler empfangen werden. Die Abordnungen werden i m Flugzeug nach Berlingebracht. Von 17 bis 20 Ahr Sammeln und Anmarsch der Verbände nach dem Tempclhofer Feld auf dem dann die große Kundgebung statt- ftnden soll. Zu ihr sind bis jetzt 1 Million Menschen gemeldet. Die Feier, an der der Reichskanzler mit der Reichsregierung teilnimmt beginnt um 20 Ahr. Eine Abordnung der Hitlerjugend wird neben der Kaiserpappel unter den Klangen des Horst-Wessel-Liedes eine junge Eiche zur Ehrung des Herrn Reichspräsidenten und als Sinnbild des neuen junaen Staates Pflanzen. hieraus spricht der Reichskanzler zur deutschen Arbeiterschaft. Er wird dieRicht - linienfürdasersteIahrdesVier- jahrplans der Regierung ausgeben. Rach dem Lied „Wir treten zum Beten" findet ein großer Zapfen ft reich statt, ein Riefen- feuerwerk auf dem Flughafen, sowie F a d elzüge der Verbände durch die einzelnen Stadtteile Berlins. Die Feiern werden durch den gesamten deutschen Rundfunk und durch Lautsprecher auf den Platzen aller deutschen Städte übertragen. Die Kundgebung in Berlin wird ergänzt durch Kundgebungen aller Länderregierungen. Während der Aebertra- gung der Berliner Feierlichkeiten werden in allen deutschen Städten Feiern der nationalen Verbände stattfinden, die im Anschluß an die Aebertragung eigene Feiern veranstalten. An den Feierlichkeiten werden nicht nur alle Nationalsozialist en Deutschlands vollzählig Anteil nehmen auch die übrigen Träger der natio» n^a len Erhebung, die Innungen, die L.urn- und Sportverbände und die Mitglieder der Gewerkschaften werden am Tage der deutschen Arbeit vertreten sein Käufe in Aktien tätigte. Dasselbe gilt für den Beigeordneten Odenkirchen. Ferner haben Oberbürgermeister Dr. Lehr und Sparkasscndircktor Dr. Vogt über ein a m t l i ch e s K o n t o bei der Städtischen Sparkasse, das aus stillen Reserven der Sparkasse gebildet war, Esfektenspc- k u l a t i o n e n getätigt. Die Gewinne— merkwürdigerweise handelt es sich bei diesen Geschäften nur um Gewinne — sind den Herren inbaraus- gezahlt worden. Dr. Lehr ist 1883 in Celle geboren, wurde 1913 juristischer Hilfsarbeiter der Stadt Düsseldorf, 1915 Beigeordneter und 1924 Oberbürgermeister. Cr ist Ehrenbürger der Universitäten Bonn, Düsseldorf und Marburg und Ehrendoktor von Münster, Die Wiesbadener Rektoren-Konferenz WSR. Wiesbaden, 12. April. Anter Vorsitz von Professor Fröhlich, Halle, fand hier im Kurhaus die 24. außerordentliche deutsche Rektoren-Konferenz statt. Die Beratungen erstreckten sich in erster Linie über die hochschulpolitische Lage unter besonderer Berücksichtigung der festeren Eingliederung der deutschen Hochschulen in die Volksgemeinschaft und ihre E r - Neuerung. Außerdem wurde über das Werk- jahr, den Arbeitsdienst, den Wehrsport und das Studentenrecht beraten. Im Anschluß an die deutsche Hochschulkonferenz traten die Leiter der preußischen Hochschulen nochmals getrennt zusammen. Wie der „Westdeutsche Beobachter" meldet, hat der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung auf Vorschlag des Kölner Oberbürgermeisters Dr. Riesen den Hauptschriftleiter des „Westdeutschen Beobachters" Dr. Winkel-Kemper zum Staatskommis- • sar der Kölner Aniversität ernannt. Wiedereinstellung von 1000 Lehrkräften in Preußen. Berlin, 12. April. (WTB.) Der preußische Kultusminister R u st hat verfügt, daß die bisher durch Sparverordnung gekürzten Stundentafeln in ihrer alten Form w jeder - herzu st eilen sind. Damit ist für die beschäftigungslosen Studienassessoren. Zeichen- und Mu- scklehrer, eine fühlbare Entlastung eingetreten. Der Erlaß bedeutet praktisch, daß r u n d 24 0 0 0 Lehrstunden in Preußen mehr erteilt werden und somit etwa 1000 Lehrkräfte toicöcc beschäftigt werden können. Durch die in Angriff genommene Entfernung jüdischer und marxistischer Elemente unter der Lehrerschaft auf Grund der neuen Verordnung über das Berufsbeamtentum ist mit erner weiteren Einstellung neuer Lehrkräfte zu rechnen. Anwendung der beamtenrechilichen Bestimmungen auf die Kaffenärzie. Der Feiertag -er nationalen Arbeit. Sinn und Programm des 1. Mai. - Ein Fest der Millionen. - Oer Reichskanzler verkündet das Ziel für das erste Jahr des Dierjahresplans. Nein es konnte nicht sein! Alle diese Kraft und Gute und — Weisheit... Es war das rechte Wort für ihren Iungen. Er war ein Wissender und wunderbar Gereifter. Einer, ach einer, an dem Gott auch sein Wohlgefallen hatte! And darum? - Nein, sie hatte ja doch nur ihn! r 7 u dmm war Weihnachten gekommen, und s'.e hatte ihn nicht mehr! Nichts gar nichts mehr hatte sie. Nicht seinen armen, zerfetzten, geliebten Leib, dah sie ihn hatte waichen und Herzen und zur Ruhe betten !°"nc1.5le lhr kleines Kindlein! Nicht einmal das Wißen wo dieser geliebte Leib zur Ruhe gekommen war! Niemand wußte es. Es war an hnnrrmhJ.Cror taufcnb gewesen, die ganz voll Don Grauen waren. 0 -Sie hatte nichts mehr. And weil sie gar nichts hatte ließ sie in ihrem Garten vor dem stillen dunkeln Taxusgebüsch ein Kreuz errichten. Aus weißem Marmor; sie brachte ihm weiße Christ- rosen zur Weihnacht. Aber das Kreuz war leer. Sie hatte nur das Kreuz. Nicht aber den Geliebten. Eine Produktion der Deutschen Universal in -Berlin, seit gestern vom Astoria ins Lichtspiel- Ha u s hinübergewechselt: abenteuerliche Jagd nach einem wertvollen Rennpferd, eine ebenso unterhalb tenöe wie spannende Spielhandlung, mit Harrn P l e l in der Hauptrolle und von ihm selber inszeniert. Er hat die Sache mit dem ihm eigenen Tem- perament, auch mit Humor und allerlei hübschen Einfällen gedreht. Er steht natürlich im Mittelpunkt der Szene und zeigt sich als smarter Gentleman den gewagtesten Situationen gewachsen. Ein bißchen Sensation darf nicht fehlen und gibt der Geschichte die rechte Würze. Außerdem spielen die Wunder- stute »Europa", im Privatleben „Röschen" genannt, und der Wolfshund „Greif" mit, der wahrhaftig n,^enJeni..in .den Hundehimmel eihgeganqcncn „Jun Tin Tin" in allen Ehren bestehen kann. Bon diesen beiden vierbeinigen Filmstars zwei überaus intelligenten und sympathischen Geschöpfen, kann ohne Uebertrelbung gesagt werden, daß sie nicht nur dabei sind, sondern tatsächlich mitspielen. Das ist mal was anderes und wird allgemein gern und Gauvorsteher für Sübwestdeutschland Decker- cvranffurt a. M.; Stadtverordneten Spangen- berg- Berlin (bisher Commerz- und Privatbank), stellvertretendes Mitglied im Preußischen Staatsrat. Weiter gehören dem Zentralvorstand an: L u t h e r - Berlin (bisher Geschäftsführer bei der Hauptverwaltung des DBB.), Münch- Frankfurt a. M. (DD.- Aank), Schi Iler-- Breslau (Provinzialgenossen- Kornacker - Berlin, die sämtlich der NnDAP. angehoren, ferner der Geschäftsführer für öcn Gau Brandenburg-Pommern, Perrei - Berlin F ü r st e n b e r g s Wahl in den Auf- slchtsrat ist vorgesehen. Der neue Zentralvorstand "des DBV. erläßt folgende Kundgebung: „Volks- und Berufsgenossen! Getragen vom Vertrauen der deutschen Bankangestellten, die sich i n e i n e r ü b e r- wiegenden Mehrheit seit langem I ä u m Nationalsozialismus bekennen 1 haben wir die Führung eures Berufsstandes »•• ! Trmwiii Aber darum! Gerade darum! And däs^hölde^ Lächeln um der Mutter Mund entfloh, und die starten tropften schwerer und schneller. Ein anderer Ostertag fiel ihr ein. Vor ein paar Iahren! Da war er auch die Lindenallee heruntergestürmt. Hoch und rank wie seine grünen Bruder, die Bäume. Immer wieder hatte er zuruckgeschaut und gewinkt und gegrüßt, die Au- 9?n voll Glanz und die Hände — waren sie nicht auch damals voll gewesen, die Hände? ,,Ia, übervoll!" sagte die Mutter mit fester Stimme, obwohl der Sechzehnjährige nur ein paar Bücher in den Händen hielt, als er den dunklen Hallen der Ritterakademie entgegen» türmte tote zu einem Fest. And als er heraustrat, hatte er fein Notabitur bestanden, und dann ging s hinaus; und an seinem siebzehnten Geburtstag wurde er Fähnrich. And er feierte ihn mit dem Eisernen Kreuz, das eine Herrlichkeit ohnegleichen bedeutete. Alle seine Briefe waren Hymnen. Selige Loblieder der Hingabe. Für die Geliebten daheim. Für den geliebten Heimat- r/a. Immer noch waren Herz und Hände voll, sich auszuströmen über die, die leerstanden. Wie sie ihm geschrieben hatten, seine Kameraden! weine Vorgesetzten! Wie sie ihn geliebt patten! Die Mutter schauerte plötzlich zusammen. Weihnachten fiel ihr ein. Eben vorher war die Kunde gekommen. Sie hatte es ja immer gewußt. Immer wieder in den Wochen und Monaten der Ciniamkeit hatte eine Stimme gefragt: „Aber .1“ Mutter, wie er am Kreuz hing?" — y/per eines lieben, geliebten, einzigen, herrlichen Sohnes Mutter?" - Wenn dieser Sohn oerett war zu geben, zu geben, und wenn es zuletzt auch das Leben sein sollte?" And dann war das Geburtsfest des Christus» klndes vorüber. And der harte unsäglich lange Winter setzte ein. — War es wirklich so? Iemand hatte neulich eine Lerche gehört? Der Mutter Hand glitt müde über die Augen. — Was denn? — Nein, das war keine Lerche, was da zwitscherte.. Die Schwalben kamen wieder? Wirtlich? Sie wagten es noch? An den Frühling glaubten sie? An die Heimat? Trotz allem? And dann fing die einzige, letzte Glocke der Kirche an, inbrünstig, rufend, in tiefer, wissender barmherziger Gütigkeit. — Sie läuteten Ostern ein. ®ic Ollutter itanb auf. Ihre Füße bebten. Oftern! Das Fest der Auferstehung! — Kar» freitag war gewesen! — Das Kreuz war leer, unö das Grab war leer. — Aber der Himmel! — Der Himmel! (Sie na^m öen Korb mit Märzglöckchen, der schon bereit stand. Wollte sie sie nicht zu dem Kreuz bringen? — Nein, nicht, ihrem Iungen wollte sie sie hinbringen! Auch ihr Kreuz war leer — und sie hatte kein Grab. Aber dio Liebe —- alle diese heilige, opfernde Liebe, war sie nicht auserstanden? Berlin, 12. April. (VDZ.) Entgegen an» Derslautenden Zeitungsmeldungen teilt Der K o m» 1 /r ber ärztlichen Epihenver- v^ande mit, dah die Grundsätze des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums sinngemäß auch auf die Vorschriften über die Beschäftigung der Aerzte in der Krankenversicherung und in der Fürsorge angewandt werden sollen. Zu die- Cm-^tDC(^G bis zur gesetzlichen Regelung zunächst die Zulassung von Aerzten zur Tätigkeit bet den Krankenkassen gesperrt worden. Entsprechend der Regelung für die Beamten und die Anwälte werden diejüdischenKassen- a r z t e, soweit für sie die A u s n a h m e b e st i m- mungen nicht in Betracht kommen, von der krankenkassenärztlichen Tätigkeit a u s g e s ch l o s - sen werden. Das gleiche gilt für Kassenärzte, vle s i ch k o m m u n i st i s ch betätigt haben Das Kreuz. Eine Karfreitagsgeschichte. Von Friede H. Kraze, GOS. Es war einmal ein kleiner Iunge, und seiner Mutter dünkte, es war gestern, daß sie ihn mit keinem Ranzel und der großen goldenen Ostertüte gar stolz und freudig aus dem Schulhause treten N' — Aber wiewohl ihr noch alles vor den Augen stand, wie eben erlebt, war es doch eine Melle her. Dreizehn Iahre waren es her. And wenn von dieser Zeit die letzten Iahre Kriegs- lahre waren, so zählten sie doppelt und dreifach. Aber damals, als es noch den kleinen Iungen gab, der Christian getauft war, nach seinem lieben Vater, von dem er nichts mehr wußte, als oaß er ihn so hoch heben konnte, dah er die toonne im Himmel anfassen konnte, damals tat der tleme Christian einmal eine wunderliche Frage an ferne Mutter. Cs kam wohl daher, weil die zwei Doch nur einander auf der Welt hatten und immer zusammen waren und die allerbesten Freunde. And weil die Mutter ihrem kleinen Bungen schon mancherlei anvertraut oder erzählt hatte, was andere Kinder erst in späteren Iah- ren zu Horen bekommen, so wußte der sechsjährige SrEte1 J$.on ^hr wohl in Den heiligen Bescheid, die der jungen einsamen Witwe oft genug Tröster geworden waren. Wenn nun vielleicht manche klugen Leute Zweifel hegen r.1 rü* ob er diese Geschichte- S/mn auch wirk- hq) schon verstand, so möchte ich ihnen nichts als diese wunderlich liebliche Frag, ^.ederholen, mit welcher der kleine Bub damals seine Mutter ^gte er. „möchtest du wohl Iesus als Kind gehabt haben?" Die junge Frau, Die selber vom Kind noch nicht allzuweit entfernt war, erschrak. Denn sie wußte zuerst Nicht, was sie auf die Frage antworten tollte und ob es nicht vielleicht gar eine Löste- rung bedeutete, auf so etwas zu antworten. Aber weil sie gewohnt war, ihrem Kinde niemals mit einem „Sei still!" oder „Das verstehst Du nicht'" £u erwidern so dachte sie auch diesmal sogleich darüber nach, wie sie diese seltsame Frage vor Gott und ihrem Gewissen beantworten könnte AnD als sie in Die großen blauen Augen sah, Die mit Dem eindringlichen und zugleich liebevollen BUck fest aus sie gerichtet waren, ängstigte sie sich nicht langer „3a, die Mutter von Iesus hätte ich wohl gern fein mögen“, sagte sie leise und särt- "S und errötend. Dabei nahm sie ihren kleinen Christian in die Arme und küßte ihn. Aber nachdem der Bub die Zärtlichkeit seiner Mutter erwidert hatte, sagte er etwas, was noch E wunderbarer war als seine Frage vorher. „Mutter sagte er, „das will ich schon glauben. So ein kleines, liebes Kindel hättest du wohl ge» wocht. bei Dem Die Engel „Ehre sei Gott in Der Dohe gesungen haben. And Die Hirten sind ge» 1 . , ~ Ul*u iDuu allgemein gern gefeben. Ferner wirken mit: Dary Holm als Ursel 1 Matting aus USA., Walter Stet nbeck, der junge Carl B a 1 h g u s und Alkred Abel. Das Drehbuch stammt von Werner Scheff nach einem Roman, die Musik von Fritz W e n n e i s. Eine schöne Ri- vieralandschaft gibt dem letzten Teil des Films einen malerischen Rahmen. Wer sich zwei Stunden angenehm unterhalten will, dem sei dieser Harry, Piel-Pilm angelegentlich empfohlen. übernommen. Anser Wirken für Berufsstand un5 Volkstum erstrebt das hohe Ziel, Den Deutschs > Bankangestellten den gerechten Anteil an den Erträgnissen ihrer Arbeit auf : Grund ihrer Lei st ungen zu sichern. Die Berufsgenossen sollen so in die Lage verselst werden, auch ihrerseits als echte Helfer und Kämpfer für das begonnene Werk Adolf Hitlers tatkräftig mitzuarbeiten an Der völkischen Neu, gestaltung des deutschen Geisteslebens, deutscher Sitte und deutscher Kultur." Reichswehr-Treubünde im kyffhäuserbund. Der Deutsche Reichskriegerbund „Kysshäuser" teilt mit: Ein bedeutsames Abkommen ist am 27. März d. I. zwischen Dem Reichswehrministerium und Dem Preußischen Landes-Kriegerverband geschlossen worben. Das Abkommen erstrebt den Anschluß Der in Den Reichsheer-Aeberlieserungsvereinen (Treubünde) zusammengeschlossenen ehemaligen Wehrmachtsangehörigen an die Kriegervereinsorganisation des Kyffhäuserbundes. Der Rot der Zeit entsprechend ist für die Treubünde, die die vollen Beiträge nicht bezahlen können, bis zum 31. Dezember 1933 eine Aebergangszeit untSr erleichternden Bedingungen geschaffen worden. Dieser Anschluß Der ehemaligen Reichswehrangehörigen an Die große Kriegervereinsorganisation ist sehr zu begrüßen und erscheint außerordentlich bedeutungsvoll, Da hierin Die VerbunDenheit Der jungen mit Der alten Wehrmacht erneut ihren AusDruck finDet. Rach einer weiteren Mitteilung beläuft sich Die Gesamthöhe Der in Den 60 Iahren für Wohlfahrtszwecke unter Den Kameraden der Deutschen Krieger-Wohlfahrtsgemeinschaft verausgabten Beträge auf | mindestens 150 Millionen Goldmark. I 60 Iahre unermüdliche Kleinarbeit haben hier der kameradschaftlichen Treue ein glänzendes Zeugnis ausgestellt. Afrikaflicgec Schwade in Sandsturm und Tropcnregen. Der Afrikaflug des deutschen Sportfliegers Karl Schwade aus Partenkirchen war mit Ausnahme Der Nebelgebiete, die auf Dem ersten Teil des Fluges zu durchfliegen waren, bisher von gutem Wetter begünstigt, auf Dem Rückflug jedoch kam der Flieger über dem (Sumpfgebiet bei Malakal am Weißen Nil in einen furchtbaren Tropenregen. Ziemlich 80 Kilometer mußte Der Flieger in dichten Wolken ohne Sicht zurückle^en. Er erreichte wohlbehalten Chartum, jedoch schon wenige Stunden nach Der Landung setzten Dort S a n d st ü r m e ein, Die zwei Tage andauerten und einen Weiterflug unmöglich mochten. Der Flieger hat die etwa 3000 Kilometer lange Strecke Dar-es-salam—Juba—Chartum in 3mei Tagereisen zurückgelegt. Schwade kaufte .in 3uba bei eingeborenen Händlern eine junge gezähmte Leopardin, die er in seinem Klemm-Flug- ßeug mit nach Deutschland bringen will. Bei seiner Landung in Chartum erregte das Sportflugzeug durch seine Naubtierbegleitung überall Aufsehen. Die größte Notgetdsammtung Deutschlands durch Brand vernichtet. In Pößneck (Thür.) zerstörte ein Schadenfeuer Den oberen Teil Des Wohnhauses des Kaufmanns Ficker. Die Notgeldsainm- l u n g Fickers, Die er in langjährigen Bemühungen zusammengebracht und soweit ausgetauscht hatte, Daß man sie mit Recht in Fachkreisen als Die größte Sammlung dieser Art in Deutschland ansprach, wurde vollkommen vernichtet. Bärenführer von einem Bären zerfleischt. Zwei durchreisende Bärenführer hatten in Ma- ricnfelDe (Kreis Schlochau) ihre beiden Bären in Die sogenannte „Hölle" geführt, um dort Die Tiere zu füttern. Plötzlich fiel Der ältere Bär über seinen ijübrer her. Erst nach viertelstündigem Kampf gelang es ihm, sich von dem Tiere zu befreien. An Kops, Armen und Beinen schwer verletzt, mußte er ins Schlochauer Krankenhaus gebracht werden. Der frei herumlaufende Bär wurde sofort vorn Gemeindevorsteher erschossen. , Die nationale Fachgewerkschaft im deutschen Bankgewerbe, Der Deutsche Bankbeamtenverein, Hot in Berlin eine Sitzung seines Zentralvorstandes abge- jolten, in welcher Der gefchästsführenDe Vorsitzende JN. Fürstenberg- Berlin im Einvernehmen mit Dem Vorsitzenden Des Aufsichtsrates Wendel-Frank- furt a. M. seine Beurlaubung bis zu seiner sur später beantragten Pensionierung erbat und erhielt. Auch Die übrigen Mitglieder Des Zen- traloorstandes stellten ihre Aemter zur Verfügung. Die Leitung Des Vereins steht nunmehr aus folgenden Mitgliederirder NSDAP.: Stadtverordneten L e n c e r -Berlin (bisher Deutsch-Südamerikanische Bank), Mitglied des Sozialpolitischen Ausschusses bei der Reichsleitung Der NSBO.; Gaugeschäftsführer kommen und haben gebetet, und die klugen und" reichen Könige aus Dem Morgenlande." ilnD wie der kleine Christian so redete, hatte er ein wunderbares Lächeln in seinem Kinder- gesicht. so ein Lächeln, wie er es zuweilen hatte, oaß seiner Mutter Die Tränen in die Augen tra= tcn. And sie sagte: „Er ist nicht bloß mein kleines, süßes Kmd, er ist viel, viel mehr. Ich kann es nicht ausdrücken, was er mir ist." »3a“, fuhr der Bub mit seinem unaussprechlich gütigen und wissenden Lächeln fort und legte sein Händchen auf der Mutter Hand, Das will ich Dir schon glauben, so ein Christkindel, dem alle Leute gut waren und Geschenke brachten! And den zwölfjährigen Iesus im Tempel! Den hättest Du quch haben mögen! Wie -der sich so klug mit Dem Herrn Pastor unterhielt, Daß er sich wundern mußte! — „Aber" — und nun wurden die Augen des kleinen Knaben so forschend, Daß Das Mutterherz plötzlich erschauerte — „aber, Mutter —- 2^sus am Kreuz — möchtest du auch von Iesus am Kreuz die Mutter sein?" War das wirklich dreizehn Iahre her, seit ihr Iunge Diese Frage an sie gestellt hatte? Der feine Frauenkops mit dem zarten Gesicht unter dem blonden Scheitel hatte noch immer etwas mädchenhaft Anberührtes, als Christians Mutter die Wange in die Hand gestützt, zum Fenster hinaus sah. Es war noch dieselbe Wohnung und Dasselbe Fenster. And die Straße mit den Lin» denbaumen war damals der Bub an seinem erftcH Schultag zurückgekommen mit der goldnen -Sutc. And an diesem Tage hatte er diese tiefe Frage getan, vor der seiner Mutter Herz erschauert war. 3a, diesen Lindenweg hatte sie ihm nachge- sehen und entgegengewinkt, jeden Morgen und toden Mittag. Manches Iahr. Die jungen Bäume hatten sich unterdessen gestreckt. Wie der Bub! »^oute sah sie ihn immerfort mit der goldenen 4-ute! aßietoo^ gestern erst Karfreitag gewesen und Ostern noch ausstand. Aber vielleicht kam es Daher, weil die Lindenknospen endlich anfingen herrlich zu glänzen, wie mit braunem Lack über« strichen. Bold würden die zarten, grünen Herzen sprengen - And plötzlich spielte ein holdes Lächeln um der Mutter Mund, während schwer aus den Augen tropfte: Diese goldene Tute, das war so recht Das Sinnbild seines Lebens gewesen. Gefüllt bis zum Rande mit hißen Herrlichkeiten, die Mutterliebe heran- gespart hatte, so war ihm diese Tüte vom Lehrer bei seinem ersten Schulgang in Die HänDe gelegt toorDen. Aber als cr Damit nach Hause tarn, war nichts mehr Darin. „Mutter, es waren Da welche, denk Dir, die standen mit ganz, ganz eeren Sanöen!" 3a. das war fein Leben. Strahlend und selig hatte er ausgeteilt und hingege» den. Er war immer reich und hatte Hände voll und Herz und immer waren da welche, denen Hande und Herz leerstandenl VÄk I 7en fit tu te’n o? W?! J l6ttt ’° ’n bie oJ'H t« eck,?? drM iÄte' Aiofc jsä ;n AnsL^den. r. yeteine? fe’f.bt Jwrnoligen Scubuni; ^•^Ctbtrcin- 6 rn'Q^L‘ Der Avt ^eubünbe en: 1 tonnen, 'bi?,?*6?0^ ergangsM ^nT311 St Äofftni J r "teich M findet. W T maM :*äe?te asSS ?»*&s 'SL: Moria ms i 'ö nad) «t*u“Ä **«'■ rDi eine ebenio pidl)flnblU5 jelber ich'" Inh »on Mnenlf’ it hem ^tij hübschen ior yd : natürlich " 0entfenwJ । als f^ I tEin bißch'N en gewachi ^r SeschA n und Dbic Münder bcin IPIC qenannl, L° Ä»*w :.if- tzHZ "*>, c i n h ' flr(|)bud) ^Abel-LAMan- fred?°ch eine»" L ’eLf,is. ®'"e « 8»®! 'nbe in Sanbfluttn Ptntegen. Jen epodfliegers $at K" war mit Ausnahm! Gersten Teil des fjiL Ä^gutem Liter l'ng l«bod) tarn der Flicner e> Malatat am Meißen M ■ropcntcQcn. Jcinlidj öliegct in dichten Motten irr erreichte wohtbchatiin wenige Stunden nach der ’ndstiirme ein, die zwei 'nen Meilersluq unmöglid, t die etwa 3000 fiilomckr alam-Juba—Charlum in jelegl. Schwabe kaufte in Händlern eine junge gc- ■r in feidem jßemm-Flug- >d bringen will. Lei (einer irregte dos Lpockflugzeug eitung überall Aufsehen. ammlang Deulschlands nd vernichtet. zerstörte ein Echaden- zil des Wohnhauses des Die Äotgeldsamm- i langjährigen Demühun- und soweit ousgetaiilcht Äecht in Fachkreisen als ieser Art in Deutschland nmen vernichtet, lern baten zerfleischt. renjührer hatten in Moni ihre beiben Laren in die hrt, um hort die Tiere ,m ,r allere Sar über seinen liertelstündigem stampf gc- >m Tiere zu befreien. An nen schwer oerleht. uer Krankenhaus gebracht laufende $är wurde sofort Seburtssest des Lhristus- >er Harke unsäglich lange 1 Jemand Halle neulich her Mutter Hand M _ Was denn? - $ein- was da zwMerle,.. wieder? Dirtlich- Sie n Frühling glaubten (ie. allem? ^Ln'ostem iuf Ihre Führ bebten- Auserstehung! ^0 _ Jas Kreuz var eer, _ Mer der , „it W-E L ® ti'item 3«ng=n ■;** * w Aus der Provinzialhauptstadt. Neubildung des Provinzialtags und des Giehener Kreistages. 3m neuerten Amtsverkündigungsblatt der Pro- vinzialdirektion Oberhessen und des Kreisamts Sieben werden die Bekanntmachungen über die Aleubildung des Provinzialtags der Provinz Oberhessen und des Provinzialausschusses, sowie des Kreistages und des K r e i s a u s s ch u s s e s des Kreises Sieben veröffentlicht ^ür den Pro - vinzialtag kommen künftig 25 Vertreter, für den Piovinzialausschub 8 Mitglieder und 8 Stellvertreter in Betracht Wahlvorschläge find bis spätestens Dienstag, 18. April, 18 Ufor. bei dem Provinzialdirektor der Provinz Ober- Hessen einzureichen Die Kommunisten bleiben unberücksichtigt. Wählergruppen, die keine Wahlvorschläge abgeben, erholten keine Sitze. Der Kreistag des Kreises Sieben wird künftig aus 20 Mitgliedern bestehen, für den Kreisausschub des Kreises Sieben kommen 6 Mitglieder und 6 Stellvertreter in Betracht Auch hier bleiben, wie überall, die Kommunisten unberücksichtigt, ebenso erhalten Wählergruppen, die keine Wahlvorschläge abgeben, feine Sitze. Die massgebenden Stellen des politischen Lebens in unserer Provinz seien aus die Bekanntmachungen, aus denen weitere Einzelheiten des Verfahrens ersichtlich sknd, besonders hingewiesen. Oie Llmsahsteuer-Doranmeldungen. Von zuständiger Seite wird uns geschrieben: Sämtliche umsahsteuerpslichtigen Personen hatten am 10. April ^lmsahsteuer-Doranmeldungen über die Umsätze im abgelaufenen Dorauszahlungsabschnitt (Monatszahler: Für den Monat März, Vierteljahrszahler: Für die Zeit vom 1. Januar 1933 bis 31. März 1933) abzugeben. Die Abgabe der Voranmeldungen kann bei den Finanzämtern ohne Rechtsnachteile noch bis zum 17. April 1 933 erfolgen. Die Finanzämter sind streng angewiesen, bei später eingehenden Voranmeldungen wegen verspäteter Abgabe oder wegen Richtabgabe von Voranmeldungen neben der Steuer Zuschläge bis zu 10 Prozent dec Steuer festzusehen. Diese Zuschläge werden unabhängig von den etwa wegen verspäteter Zahlung der am 10. April 1933 (Lchonsrist bis 17. April 1933) fällig gewesenen ^Umsatzsteuer-Vorauszahlungen entstandenen Verzugszinsen erhoben. Das Werkhalbjahr für Abiturienten beginnt. 3m Auftrage des Reichskommifsars für den Arbeitsdienst beruft jetzt der Bezirkskommifsar für den Bereich des Landesarbeitsamts Hessen die Abiturienten zum Werkhalbjahr ein mit dem Hinweis, daß sie mit Dienstantritt verpflichtet sind, bis zur ordentlichen Entlassung am Werk- Halbjahr teilzunehmen. Die Meldung beim Lagerführer des von den Teilnehmern auSgewählten Arbeitsdienstlagers hat am 19. April zu erfolgen. Es werden nur Abiturienten des 3ohr° gangs 1933 eingewiesen, im Bereich des Bezirks Hessen insgesamt 250 junge Männer und 50 Mädchen. Von andern Bezirken kommen 70 Abiturienten nach dem Bezirk Hessen, 160 gehen aus dem hiesigen Bezirk nach außerhalb. Semeldet haben (ich Abiturienten aus Darmstadt 31, Frankfurt 46, Fulda 14, Hanau 20, Sieben 24, Kassel 80, Limburg 38, Marburg 38, Offenbach 19, Wiesbaden 30, Mainz 28. Taten für Donnerstag, 13.April. 1598: Heinrich IV. von Frankreich gewährt den Protestanten Relegionsfreiheit: — 1848: der Afrikareisende Oskar Lenz in Leipzig geboren. Taten für Freitag, 14. April. 1927: der Derlagsbuchhändler 3oh. Klasing in Bielefeld gestorben! — 1931: Spanien wird Republik, Abdankung König Alfons XIII. " Ernennung. Der Regierungsbaurat Friedrich Kuhlmann zu Sieben wurde vom 1. April 1933 ab zum Vorstand des Hessischen Hochbauamts Sieben unter Beibehaltung seiner bisherigen Amtsbezeichnung ernannt. ’• Dienstjubiläum. Am 15. April kann die Direktrice in der Srobwäscherei Edelweib (3nh.: Friedrich Wörner) Frl. Helene Dreyer auf eine 25jährige Tätigkeit als Direktrice dieser Firma zurückblicken. Die 3ubilatin hat an der Entwicklung des Unternehmens regen Anteil. Bei der Geschäftsleitung und bei allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen erfreut sie sich bester Wertschätzung. Vom Deutschen Wäschereiverband wurde ihr anläßlich des 3ubiläums ein entsprechendes Diplom übermittelt. " Autofahrt zum Besuch der Schlachtfelder im Westen. Vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Bezirksgruppe Sieben, wird uns mitgeteilt: Durch Vermittlung der Ortsgruppe Heidelberg des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge findet vom 4. bis 11. 3uni eine Kriegsgräber- und Schlachtfelder-Fahrt mit modernen Fernreisewagen statt. Von Heidelberg geht die Fahrt über Metz entlang der ganzen Westfront bis an die flandrische Küste. Rähere Auskünfte erteilt die hiesige De- zirksgruppe. Oer Vogelsberger Höhen-Club wirbt für die Heimat. Don Ludwig Oern, Offenbach, Vorsitzender des Werbe- und preffeausschusses des DHC. Schon seit seiner Gründung vor mehr denn 50 fahren hat der VogelsbergerHöhen-Club neben der eifrigen Förderung des finnigen Wan- derns vor allem auch die Liede zur angestammten o b e r h e s s i s ch e n Heimat in seinen Reihen gepflegt und gefordert. Ein weitverzweigtes Retz von wohlbezeichneten Wanderwesten führt den Fremden durch die schönsten Gebiete Oberhessens und des Vogelsbergs, verbindet die menschengefüllten verkehrsreichen Städte mit dem ruhespendenden, einsamen und waldreichen Gebirge, Unteriunftshäuser wurden als Rast- und Gaststätten geschaffen, saubere schmucke Verbergen für die wandernde Fugend errichtet, in der Vereinszeitschrist „Frischauf" wurde von berufenen Kennern immer wieder auf die stillen Schönheiten der Heimat hingewiesen und aufmerksam gemacht. Das ist Betätigung der heimatliebe in wahrstem Sinne des Wortes, wenn immer und immer wieder den leider noch gar zu häufig auftretenden Vorurteilen gegen unseren schönen Vogelsberg in Wort, Bild und Schrift mit allen Mitteln entgegengetreten wird. Denn wenn auch heute das Werturteil über dieses „rauhe oberhessische Sibirien" in weiten Kreisen schon ein weit günstigeres geworden ist, wie vor 50 Jahren, so begegnet man leider noch gar oft ganz unglaublichen Äußerungen und Einsichten über unser Heimatgebiet — sogar in geographischen Werken neuerer Zeit — die unbedingt zum Widerspruche reizen und weitere Aufklärungen geradezu heraus fordern. Diese Aufklärungsarbeit, verbunden mit einem zielbewußten Werben betrachtet der AHE. als feine vornehmste Pflicht. Wenn der Vogelsberger Höhcn-Club gerade in dieser Zeit eine großzügige Werbung für die Heimat aufs eifrigste betätigt, so leiten den Vorstand dabei ganz besonders gewichtige Gründe. Einmal sind ihm fast alle umliegenden Gebirge in dieser ^Tätigkeit zur Hebung des Fremdenverkehrs ein gut Stück vor aus. Rhön, Spesiart, Odenwald, Taunus, Westerwald machen schon seit Fahren die größten An- strengungen, auf die Schönheiten ihres Gebietes mit allen Mitteln hinzuweisen. Zeitschristen werden werbend benützt, Plakate in allen Teilen des Reiches ausgehängt, Pressefahrten werden veranstaltet und Sonderzüge mit Hunderten von Ausslüglern nach den schönsten Punkten gelenkt. Und da soll unser Vogelsberg zurückstehen? Kann er sich mit seinen Schwestergebirgen nicht messen an intimen Reisen und stiller Schönheit ? Zum andern sind gerade jetzt, in dieser Zeit wirtschaftlicher Rot mit ihrer leidigen Geldknappheit, die Erholungssuchenden und Wanderer gezwungen, ihrer krankhaften Sehnsucht nach dem Auslande notgedrungen Zügel anzulegen und dem Rufe „Deutscher, roanbre und erhole dich in Deutschlands" wohl oder übel Folge zu leisten. Gar mancher, der früher nur in der Schweiz oder in Tirol, in den Dolomiten, Italien oder an der Adria, glaubte seinen Urlaub verbringen zu müssen, ist jetzt genötigt, inderHeimatzu bleiben. In diesem Falle sagen wir: Gott sei Dank. Vielleicht lcrnt_6ann mancher endlich sein Vaterland mit all seinen Schönheiten kennen, schätzen und — lieben. Darum ist es aber doppelt nötig," für das Heimatgebiet tatkräftig au werden und feine Vorzüge weiten Kreisen vor Augen zu führen. Zuletzt muß gerade jetzt kein Versuch gescheut werden, den Fremdenverkehr zu heben, um der Bevölkerung des von uns betreuten Heirnat- gebietes möglichst viel Einnahmen zuzuführen. Die besonders in unserer Gegend bei den Bewohnern weit verbreitete Meinung, daß alleindic Gast- wirte einen Vorteil von starkem Freindenbesuch hätten, ist grundfalsch. Das haben die Leute in Tirol, im Allgäu, im Schwarzwald und seit wenigen Fahren auch im Westerwald längst herausgefunden, daß das von den Sommerfrischlern und Erholungssuchenden ins Land gebrachte Geld allen zugute kommt. Heute gilt auch für den Vogelsberg der Grundsatz: hebt den Fremdenverkehr und ihr dient damit in einer Zeit, da so viele Einnahmequellen für Landwirtschaft, Handwerk und Industrie zu versiegen drohen, eurer Heimat und deren Bewohnerni Aus dieser Erkenntnis heraus hat sich der Vogelsberger Höhen-Club unter Aufbringung großer finanzieller Opfer zu einer großzügigen Werbung für Oberhesfen und den Vogelsberg entschlossen. So wurde zu Beginn des Winters allerorts ein Wintersportplakat zum Aushang gebracht, um die Sportbeflifjenen auf die glänzende Möglichkeit zur Ausübung des Wintersports in unserem Vogelsberg hinzuweisen. Der Hunger nach Ausübung des Ski-Sports wächst in den Städten und bei unserer Jugend von Fahr zu Fahr, und so eröffnen sich einem schneereichen Gebirge, wie unserem Vogelsberg mit seinen idealen Hängen, für künftige Winter ungeahnte Möglichkeiten zur Heranziehung von Wintersportlern. Daß der VHC. im vergangenen Winter mit feinem Werben nicht auch den nötigen Schnee herbeizaubern konnte, war ein Jammer und bedauernswerter Mißstand, der die durch das Wintersportplakat geschaffene Wirkung vielfach verpuffen ließ. Aber das darf uns nicht abhalten, auch künftighin für den Vogelsberg als treffliches Wintersportgebiet die Trommel zu rühren. Zum andern geht jetzt in den lagen des Frühlings ein künstlerisch ausgesührtes Werbeplakat in einer Auflage von 10 000 Stück hinaus in die deutschen Lande und ruft allen Wanderern und Er- holungssuchenden zu: kommt in den Vogelsberg! Möge der Ruf nicht ungehört verhallen, möge die Werbung des VHC., wie in anderen deutschen Mittelgebirgen, ihre Wirkung nicht verfehlen! Mögen aber auch die Sommerfrischen und Hotels, mögen auch die Gast und Raststätten das Ihre dazu beitragen, den Fremden den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen, damit sie gerne wiederkommen und den Vogelsberg bei Freunden und Bekannten weiter empfehlen. lieber den außerordentlich wichtigen D i e n ft am Fremden wäre gar viel zu sagen, doch wollen wir uns dies für später Vorbehalten. Eins aber sei schon heute hervorgehoben: Die Konkurrenz auf dem Gebiete des Fremdenverkehrs ist gerade jetzt aus leicht begreiflichen Gründen außerordentlich groß. Darum beachtet die Angebote aus anderen Gebieten, vergleicht Preise und Leistungen ähnlicher Unternehmen und st eilt euch demgemäß ein. Rur dann kann unser Werben für euch, ihr lieben Landsleute, den gewünschten Erfolg haben. Ein vornehmes Werbemittel ist die jetzt vom VHC. herausgegebene Werbeschrift, ein von dem Presfeausschuß des Clubs mit viel Liebe und Mühe erarbeitetes Heimatbuch. Reich mit Bildern geschmückt, bringt es auf 120 Seiten neben einem kurzen Vorwort das Wichtigste über unseren schonen Vogelsberg und läßt jeden Ort selbst zu Worte kommen. Die Schrift wird an alle Reisegesellschaften, Verkehrsbüros, Verkehrsoerei'ne, Bürgermeistereien ujw. zur Verteilung an Interessenten gesandt. Dem Büchlein liegt ein Verzeichnis aller Gaststätten bei, das neben zwei Skizzen über Bahn- und Autopostlinien in Oberhesien alles Wünschenswerte über Untertunftsmöglichkciten enthalt. Alle diese Werbemittel des VHC. sollen aber neben der Hebung des Fremdenverkehrs noch einen weiteren Zweck haben. Sie sollen den Beweis bringen, wie der Vogelsberger Höhen-Club in uneigennützigster Weise bestrebt ist, seine Heimatliebe praktisch zu betätigen zum Wohle seiner Heimat ?;enoflen. Aus dieser Tatsache erwächst aber auch ür alle die unabweisbare Pflicht, den VHC. in seiner selbstlosen Arbeit für die Heimat tatkräftig zu unterstützen. Helft dem vhE. seine ideale Hochziele zu erreichen, indem ihr Mitglieder werdet — als Einzelpersonen oder als Körperschaft — wir betteln nicht für unseren Bund, wir arbeiten in ehrlichem Mollen für unsere Heimat. Kein Kreis, keine Stadt, keine Gemeinde, kein Heimatverein dürfte es versäumen, körperschaftliches Mitglied des VHC. zu werden — diesen kleinen Beitrag erträgt auch noch die schlechteste Finanzlage — und kein guter Oberhesse darf fehlen in den Reihen unseres Vogelsberger Hohen-Clubs. Ihr Zweig oereine, frischauf an die Arbeit zum Wohle und zum Segen für Volk und Land! Buntes Allerlei. Hanuffens Ende. Der Hellseher Erik 3an Hanussen alias Hermann Steinschneider hat ein trauriges Ende gefunden, das weder er selbst noch andere seiner Zunftgenosscn für ihn vorausgesehcn haben mögen. Man fand, wie bereits gemeldet, vor einigen Tagen in einer Schonung unweit von Berlin eine männliche Leiche, die schon lange dort gelegen haben mußte. Der Berwesungsprozeß war durch den Frost der letzten Woche zwar aufgehalten, aber das Sesicht war durch Wildfraß völlig unkenntlich gemacht. Die Leiche wurde nach Berlin geschafft und festgestellt, daß sie mit Hanussen identisch ist. Roch vor zwei Wochen trat der Hellseher im Berliner Wintergarten auf Eine Rachmittagsvorstellung hatte er noch absolviert, zur Abendvorstellung tarn er nicht mehr. Sein plötzliches Fernbleiben wurde mit einem Rerven- zusammenbruch entschuldigt. Seit dem Tage war er verschwunden, und niemand wußte wohin, un> da diese Zeit andere Sorgen hat, war er bald vergessen. So endet ein abenteuerliches Dasein, wie es in so schwierigen und dunklen Zeitläuften nicht vereinzelt ist. Hanusfen war ohne Zweifel einer der Erfolgreichsten in der Zunft, ein Mann, der das Hellsehen im Srohcn betrieb, es gewifsermaßen industrialisiert hat, so daß er zeitweise das Selb in Scheffeln sammeln konnte, ein Mann, der den Hang zum Mystizismus, wie er mit dieser Zeit verbunden ist, mit amerikanischen Geschäfts- und Propaganda-Prattiken ausgebeutet hat. Wenn in späteren Tagen einmal die Kulturgeschichte unserer Epoche geschrieben werden wird, dann wird Hanussen nicht übersehen werden können. Im Kriege hieß Hanussen Hermann Steinschneider. Seine telepathischen Fertigkeiten verschafften ihm viele Urlaubsreifen zu Experimenten in der Wiener Hofgesellschaft. Aus dem Karst betätigte er sich, angeblich mit Ersolg, als Wünschelrutengänger. Als der Krieg zu Ende war und die Zukunft noch dunkler über Europa lag als während des Krieges, erkannte er die große Chance, die Volksrednern und Propheten sich in solchen Zeiten bieten. Er wurde der Prophet der Salons und der großen Welt. Die Basis seiner Existenz waren nicht selten Skandale und Sensationen. Es mag wenig Männer geben, die soviel Ehen zerstört haben. Wie sein Beruf, war sein ganzes Leben auf Tricks und Ueberrafchungen eingestellt. Hanusfen war zuletzt ein wohlhabender Mann geworden: er bezog Riesengagen, und Pri vatpersonen, die ihn auffuchten, zahlten ihm für jede Sitzung und Beratung meist erhebliche Honorare. Das ermöglichte ihm ein Leben auf großem Fuß. llebrigens hatte er auch eine Zeitschrift gegründet, die von Provinzlern abonniert, in Berlin auf den Straßen verkauft wurde und ungewöhnlich hohe Auflagenziffern erreichte. Wer die Privatsprechstun den nicht bezahlen konnte, dem prophezeite er im Briefkasten seiner Zeitung. Hanussen machte eben alles, er war zu jeder einschlägigen Arbeit bereit, wenn sie ihm nur Geld einbrachte, lieber Hanussens hellseherische Fähigfeiten sind Ansichten geteilt. In verschiedenen Prozessen wurde er als hellseherischer Sachverständiger vereidigt, auch war er beeidigter Sachverständiger des Königlich-Niederländischen Ge richtshofes im Haag. Geschichten aus aller Welt. Rachdruct, auch mit Quellenangabe, verboten! Tcr Goldfisch. o. — Montreal. Wir alle wissen, daß das Leben oftmals viel unwahrscheinlichere Geschichten erzählt, als die lebendigste Phantasie des Schriftstellers sie erfindet. Zu diesen gehört auch die Geschichte von dem Goldfisch, einem richtigen kleinen blanken Goldfisch in einem runden Glasbassin, der seiner Besitzerin das Leben rettete... 3n der Rühe von Montreal in Kanada lebte die siebzigjährige Mary Gibson. Sie hatte dort ein kleines Haus, unter dessen Fenstern ein Bach hinfloß. Wegen ihrer Freundlichkeit, tätigen Hilfsbereitschaft und herzlichen Gutmütigkeit war die alte Frau bei ihren Rachbarn sehr beliebt. Der Besitzer des Rachbarhauses, ein gewisser 3ohn Higgins, hatte die alte Frau besonders in sein Herz geschlossen. Er besorgte für sie die Einkäufe in der Stadt und plauderte mit ihr oftmals stundenlang über alle möglichen Fragen des Lebens. Frau Gibsons besondere Liebe aber galt ihren beiden Kanarienvögeln und dem schönen stattlichen Goldfisch, dessen Bassin auf dem Fensterbord stand, unter dem der Bach dahin- plätscherte. An der Seite des Fensters hing der Käsig mit den Kanarienvögeln, und hier war der Lieblingsplatz der Greil in. Eines Tages nun wollte Higgins einige Forellen greifen. Er ging zum Bach, und nach wenigen Minuten stutzte er, seine Augen öffneten sich weit, und er erschrak sehr in dem Wasser schwamm Mary Gibsons Goldfisch. Mit geübter Hand griff ihn Higgins, warf ihn in den Wassereimer, der hinter ihm stand, und rannte zu dem Hause der Greisin hinüber. Er kam gerade zurecht, um die erschöpfte und fast schon bewußtlose Frau aus den Händen eines Einbrechers zu befreien. Bei dem Kampfe der Greisin, die auf ihrem Lieblingsplatz am Fenster gesessen hatte, mit dem Räuber war das Goldfischglas aus dem Fenster gestürzt und in den Bäch gefallen. Glücklicherweise kam die alte Frau ohne ernsthaften Schaden davon. Abfuhr. d. — Hollywood Richard Wills war in letzter Zeit, vom Glück begünstigt, in einigen Chargen-Rollen beim Film tätig gewesen und glaubte mit der ihm innewohnenden Anmaßung, er sei schon fast 3ohn . * rrymore. Er mietete sich ein für seine Verhältnisse viel zu großes Appartement, kleidete sich stutzerhaft und pflegte unter anderem auch feinen Lebensmittellieferanten, Mr Baker, der ihm in der Anfangszeit oftmals gutwillig ausgeholfen hatte, nicht mehr zu grüßen. Er nahm durchaus die Gewohnheiten der großen Stars an und hoffte dadurch, den Unterschied auszugleichen, der ihn von ihnen noch trennte. Mit allen anderen früheren B.kannten war auch Herr Baker über dieses protzcnhaste Benehmen des jungen Schauspielers sehr verärgert Es kam die Zeit der Bankenkrise in Amerika. Auch Hollywood, das reiche, glänzende Hollywood, stand eines Tages ohne Geld da. Da nun auch ein so „berühmter * Schauspieler wie Richard Wills Hunger bekommt, wenn er nichts zu essen hat, so rief er seine Wirtschafterin, nahm eine Visitenkarte von sich, schrieb daraus „Gut für zehn Dollar, Richard Wills" und trug der braven Frau auf, bei Baler dafür Lebensmittel einzukaufen. Der gutmütige Herr Baker besah sich diese Karte eine Weile recht nachdenklich, dann glitt ein verschmitztes Lächeln über sein Gesicht, er nahm von sich eine Geschäftskarte und schrieb daraus „Gut für ein Brot, ein Pfund Butter, zwei Pfund Schinken, zehn Eier, einen Hummer in Mayonnaise, Baker". Lächelnd gab er diese Karte der Wirtschafterin, und diese brachte sie mit einem rätselhaften Lächeln Herrn Richard Wills zurück, der nun, ob er wollte oder nicht, cinfehen mußte, daß niemand so hoch steigen kann, daß er nicht die Hilfe anderer Menschen braucht. Tcr schlaue Bauer. i.. — Helsingsors. Der brave Dauer Aaro Hämäleinen weilte seit vier Tagen schon in Helsingsors, wo er auf den Gerichten zu tun hatte Wider afles Erwarten hatte sich sein Aufenthalt in der Hauptstadt des Landes verzögert, so daß die mitgenommene Geldsumme schließlich nicht wehr ausreichte, um die Fahrt nach seinem über dreißig Kilometer entfernten Heimatorte Lado zu decken. Er war in Verzweiflung und suchte krampfhaft nach einem Auswege, der ihn aus der schwierigen Lage herausführen möchte. Schließlich hatte er eine großartige 3dee. Er rannte mehr als er ging auf den an der Peripherie der Hauptstadt täglich stattfindenden Pferdemarkt. Man muß wissen daß der Auftrieb an Pferden, daß also die Zahl der täglich zum Verkauf stehenden Pferde bei weitem diejenige der Rachsrage übersteigt. Die Händler aber haben für jedes Pferd tägliche Futterkosten, Standgelder und Unterkunft aufzubringen: sie sind also sehr oft mehr als froh, wenn sie irgendeinen besonders klapprigen Gaul gegen ein paar Mark abgeben können. Aaro Hämäleinen entsann sich nun in seiner Rot dieser Tatsache. Als er auf dem Marktplatz ankam, schritt er prüfend durch die Koppeln, während ihn die Händler flehentlichst beschworen, ihnen doch ein Pferd abzukaufen. 3e länger Aaro hinging und prüfte, desto niedriger wurden die Forderungen der Händler. Schließlich erstand er sich für seine letzten sieben Mark (finnische) ein immerhin noch ganz brauchbares Pferd. Eine Vietelstunde später schon ritt er seinem Heimatdorfe zu, wo er den eben erstandenen Gaul einen Tag später für zwanzig finnische Mark weiterverkaufte. Er stellte bei diesem Verkauf fest, daß er dieses wundervolle Pferd nur aus Freundschaft für den Käufer so billig abgebe. 3n Lado und den umliegenden Dörfern betrachtet man den Dauern Hämäleinen zur Zeit mit immer mehr ansteigender Hochachtung, denn er reitet jede Woche zweimal nach Helsing- fors. Riemand weiß, warum. Er weih es aber. Tas „grotzc" Los. rt. — Berlin. Auf einer der letzten Veranstaltungen der nun verklungenen Wintersaison trug sich folgende tatsächliche, wie ein modernes Märchen klingende Begebenheit zu: 3n dem großen Gesellschastsfaal eines bekannten Berliner Hotels hatten sich die Festteilnehmer versammelt. Eine bevorzugte Kapelle spielte zum Tanz auf. Letzte Modeschöpfungen wurden bestaunt, bekannte Männer aus Kunst und Gefellfchaft waren anwesend. An einem Tisch saßen mit ihren Damen u. a. auch der Generaldirektor und der Personalchef eines großen 3nbu- striewerkes. Das Fest stieg auf feinen Höhepunkt, und die bunt gekleideten Losverkäuferinnen für die Tombola, deren reiche Beschickung lebhaften Eindruck gemacht hatte, schwirrten anbietend von Tisch zu Tisch. Unter ihnen auch eine gewisse Margot. Das Lächeln der Zwanzigjährigen, mit dem sie ihre Lose anzubringen suchte, war etwas gequält, ihre Augen blickten müde, und als sie an den Tisch des besagten Generaldirektors trat, fragte dieser lustig scherzend: „Aber kleines Fräulein, Eie müssen doch heute fröhlich sein. Sie machen ja ein ganz trauriges Gesicht, na, geben Sie mal her." Dabei kaufte er ihr einige Lose ab und reichte sie feiner Tochter zu, die mit zwei darunter vorhandenen Gewinnen fröhlich zur Tombola hin eilte. Die kleine Losverkäuferin allerdings wußte auf des Direktors Frage keine Antwort. Tränen fliegen ihr ins Auge, und als sie erstaunt gefragt wurde, vergaß sie auf einmal Fest und Pflicht und Fröhlichsein, sie war nur die kleine stellungslose Stenotypistin, die schluchzend um eine Anstellung bat und von der Rot sprach, die hinter ihr stand. Mit verlegenem Lächeln wehrten die Herren ab, als in überstürzter Freude die Tochter des Generaldirektors zurück kam und jubelnd verkündete, daß einer Der Gewinne das große Los war. Sofort bat der Direktor den Personalchef, die Glücklosverkäuferin wieder herbeizuschaffen. Rach wenigen Minuten stand sie wieder am Tisch und hörte wie im Traum die Sähe: „Menschen, die mit Glück bringen, habe ich mein Leben lang festgehalten. Sie sind angestellt, kleines Fräulein, morgen können Sie beginnen.“ So hatte die Große- losverkäuferin noch ein größeres Los gezogen. S.jf.-tfport Exz. Lewald zurückgeüeien. 3n der außerordentlichen Hauptversammlung des Deutschen Reichsausschuffes für Leibesübungen am Mittwoch ist dessen 1. Vorsitzender, Exz. Lewald zurüctgetreten. Reichskanzler Adolf Hitler wurde von der Versammlung gebeten, die Schirmherrschaft über die im DRA. vereinigten Turn- und Sportverbände zu übernehmen. Oie Tabelle der 1. Bezirkskiaffe. Nachdem durch Entscheidungen des Bezirksvorstandes verschiedene strittige Fragen ihre Erledigung gefunden haben, hat die Tabelle der 1. Bezirksklasse folgendes Aussehen: Verein Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. VfB. Gießen 14 6 6 2 18:10 Breidenbach 14 6 5 3 17:11 1900 Gießen 14 7 2 5 16:12 Ockershausen 14 4 7 3 15:13 Frohnhausen 14 4 6 4 14:14 Wetzlarer SV. 14 3 6 13:15 Wallau 14 4 5 5 13:15 Bottenhorn 14 2 2 10 6:18 VfB. Gießen errang nach dem Abstieg aus der Oberliga die Meisterschaft in der Bezirksklasse I, Gruppe Lahn. Als Meister dieser Gruppe nimmt die Mannschaft daher an den in Kürze beginnenden Aufstiegspielen zur Bezirksliga teil. Die vier Gruppenmeister des Bezirks Hessen-Hannover ermitteln in Vor- und Rückspiel die zwei Aufstiegberechtigten zur Bezirksliga. Kußball an den Osterfeieriagen. Das Osterprogramm der Spielvereinigung 1900 ist diesmal nicht sehr umfangreich. Die 1. Elf bestreitet am Samstagabend lediglich ein Freundschaftsspiel gegen die Ligamannschaft von Germania Frankfurt. Die Frankfurter sind keine fremden Gäste, denn erst im vorigen Jahre gaben sie ein Gastspiel auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe und hinterließen einen guten Eindruck. Damals verloren die Blauweihen nur mit knappem Resultat (2:1). Wir kommen auf die Begegnung noch zurück. Die Iugendmannschaften haben ein umfangreicheres Programm vorgesehen. Die 1. Mannschaft des VfB. empfängt am Ostersonntag die 1. Mannschaft von Geisweid (bei Siegen) und spielt am Ostermontag gegen die Pokalmannschaft, die Reserve des Fußballsportvereins Frankfurt. Man wird mit spannenden Kämpfen rechnen dürfen. Insbesondere die Begegnung des Montags dürfte viele Interessenten finden. Sportverein 1928 Garbenteich. Garbenleich I — Leihgestern I 2:4. Zahlreiche Zuschauer hatten sich auf dem Sportplatz an der Licher Straße eingefunden. Leihgestern mußte mit Ersatz antreten, errang aber trotzdem den Sieg. Schon in der ersten Minute ging Leihgestern in Führung. Die Hintermannschaft der Platzbesitzer erwies sich als unsicher. Bald darauf ließ der Tormann zwei weitere Bälle passieren, die gehalten werden mußten. Die Gastgeber kombinierten zwar gut, ließen aber den energischen Torschuß vermissen. Der Gästetorhüter war sehr gut. In der zweiten Spielhälfte blieb manche Chance für Garbenteich unausgenlltzt, bis schließlich der Mittelstürmer auf 3:1 verkürzte. Wenig später erhöhte der Halblinke auf 3:2. Die Gäste waren dann noch einmal erfolgreich. Im Spiel der 2. Mannschaft gegen die zweite Mannschaft von Daubringen wurden die besseren Gastgeber mit 3:2 Sieger. Arbeitstagung der Gauvorturnerschast (OT.) Rudolf Paul (Gießen) als Führer. Die Dorturnerschaft des Gaues Hessen hielt am Sonntag zu Gießen eine planmäßige Ärbeits- tagrmg ab, die erste, die von dem neuen Gauoberturnwart Rudolf Paul (Gießen) geleitet wurde. Zunächst wurden die auch für die Gauveranstaltungen übernommenen Allgemeinen Freiübungen des Deutschen Turnfestes (Stuttgart) geübt, anschließend das für Stuttgart als Don- dervorführung des Mittelrheinkreises in Aussicht genommene „Gemeinturnen an mehreren Pferden" behandelt. Ferner wurden die Geräte- Wettkampfübungen für den vierstufigen Zwölfkampf und den reinen Geräte-Zehnkampf der Sonder- und Oberstufe bei dem diesjährigen Gauturnfest (Alsfeld) dargestellt und schließlich die in die Gauwettkämpse eingebauten bzw. die Bezirksturnfeste ausfüllenden volkstümlichen Hebungen einer erfolgsteigernden Technik unterzogen. Bei den Beratungen am Rachmittag wurde einleitend der durchgeturnte Stoff nochmals auf Schwierigkeit und organischen Aufbau untersucht. Für die aus das alljährliche Gauturnfest übernommene Wilhelm-Will-Staffel wurde eine restlose Beteiligung von Mannschaften aller 6 Gaubezirke gewünscht. Trotz mancher lokaler Schwierigkeiten soll jedes Jahr ein frühzeitiger Terminkalender für die Gau- und Bezirksveranstaltungen angestrebt werden, bei dem DT.-offenen Feldbergfest (11. Juni) wird auch der Hessengau wieder seine Dolksturner in die Kampfbahn stellen. Zum Deutschen Turnfest haben bis jetzt 15 Vereine mit 50 Wettkämpfern gemeldet. Eine längere Aussprache beschäftigte sich mit der Erziehung zur Wehrhaftigkeit unter ausbauender Pflege der Formen des „Wehrturnens" mit Einbeziehung des Schwimmens und volkstümlicher Hebungen im Hindernislauf, Ger- und Keulenwurf, Kleinkaliberschießen, Betonung der Mannschaftskämpfe vor dem Einzelwettkampf, Wandern und Geländespiele und Teilnahme an den Ausbildungslehrgängen des Reichskuratoriums für Iugendertüchtigung. Mit einer in Wort und Lied begeisterten Kundgebung jahn- deutschen Tatwillens für Vaterland und Volkstum wurde die Versammlung geschlossen. Handball im Gau Hessen (O.T.) Heuchelheim I und II — Klein-Linden I und II. Klein-Linden weilte mit zwei Mannschaften in Heuchelheim zu Gast und mußte in beiden Spielen den Gastgebern den Sieg überlassen. Die 2. Mannschaft von Heuchelheim schlug sich gegen die verstärkt antretenden Gäste überraschend gut, gab stets den Ton an und siegte mit 8:1 Toren. Das Spiel der beiden ersten Mannschaften, das etwas flüssiger hätte sein müssen, endete mit einem Sieg der Platzbesitzer von 6:4. Handball im Lahn Oünsbera - Gau. Garbenheim — Albach 5:5 (0:2). Die Gäste traten mit Ersatz zu diesem Aufstiegsspiel an, retteten aber trotzdem einen Punkt. Bald nach Anstoß kam Albach zum Führungstor, erhöhte aber bis Halbzeit auf 2:0. Nach dem Wechsel kamen die Platzbesitzer auf und erzwangen den Ausgleich, oroie die Führung. Die Gäste waren aber auch nicht müßig, überraschten vielmehr ihrerseits mit Ausgleich und Führungstreffern. Sie erhöhten dabei auf 5:3. Im Endspurt holte Garbenheim den Vorsprung wieder auf. Staufenberg — Wißmar 11:4 (3:2). Wißmar, mit 10 Mann, hielt zunächst das Spiel offen. Der Gastgeber spielte reichlich hart und hatte etwas mehr vom Spiel. Nach der Pause fielen die Gäste stark ab, sie spielten auch reichlich lustlos und verloren so mit hohem Ergebnis. Launsbach — Lollar 11:4. In Launsbach standen sich zwei alte Rivalen gegenüber. Die Platzbesitzer befanden sich in großer Form und siegten mit hohem Ergebnis. Ahbach — Ruttershausen 7:0. Atzbach war seinem Gast gleichfalls stark überlegen und siegte nach Belieben. Oberheffen. Landkreis Gießen. * Alten-Buseck, 11. April. Der Kegelklub „G u t H o l z" (Mitglied des Keglerbundes Lahn-Busecker Tal) beschloß in seiner jüngsten Versammlung, am 2. Psingstseiertag sein Banner zu weihen. Die Veranstaltung soll in engerem Rahmen abgehalten werden. Das Banner wird von einer Licher Firma geliefert. is. Steinbach, 11. April. In her jüngsten Gemeinderatssitzung wurde auf Antrag der RSDAP., Ortsgruppe Steinbach, das seitherige Oberdorf in Hindenburg st raße und die Hauptstraße in Adolf-Hitler-Straße umbenannt. Ferner wurde für die Pflanzung einer Adolf-Hitler-Linde am 20. April der neue Schulhof bestimmt. — In einer sehr gut besuchten Versammlung der hiesigen Ortsgruppe der RSDAP. und aller national gesinnten Wähler am Samstagabend wurde die Liste für den neuen ©em ein berat aufgestellt. Don den 9 vorgeschlagenen Personen gehörten Heinrich Ludwig Gerhard, Philipp Melchior Haas, Balthasar Jakob Haas und Karl Reuschling I. dem alten Gemeinderat bereits an. Reu hinzu kommen Heinrich Ludwig Balser, Jakob Sehrt, Karl R i k o l a u s I., Jakob Schneider I. und Otto Haas. Vom Vorsitzenden wurde den Bewerbern zur Pflicht gemacht, daß sie eingeschriebene Mitglieder der Ortsgruppe werden müssen. Kreis Schotten. ■+- Ober-Schmitten, 11. April. In der jüngsten Generalversammlung des neugegründeten Kriegervereins wurde der Borstand gewählt. Er seht sich, wie folgt, zusammen: 1. Dor- sitzender Lehrer I. Diehl, Oberleutnant d. Res. a. D.. 2. Vorsitzender Landwirt Gustav Lenz, Schriftführer Kriminalsekretär i. R. Hch. Mögt, Kassensührer Pflasterermeister Heinr. Wirth, Kassenkontrollführer Maschinenführer Wilhelm D i n s o n , Beisitzer die Kameraden Jul. M ü l - l e r und Rud. Hofmann. Zum Fahnenträger wurde der Landwirt und Schmied Gust. B i n g e l gewählt. Schießgruppe und Gruppenführer werden in der nächsten Dersammlung bestimmt. Der Beitrag wurde auf vierteljährlich 1 Mk. festgesetzt. Ab 1. Mai wird ein Eintrittsgeld von 1 Mk. erhoben. Eine freiwillige Spende, die als finanzieller Grundstock ausersehen ist, ergab elf Mark. Inzwischen hat sich die Mitgliederzahl auf 35 erhöht. Weitere Anmeldungen stehen bevor. Bekämpfung der kommunistischen Propaganda im Kreise Wetzlar. WSR. Wetzlar, 12. April. Hm der verstärkt und sehr geschickt arbeitenden k o rn m u - nistischen Propaganda im Kreise Wetzlar wirksam entgegenzutreten, hat die Regierung den Polizeioberleutnant Stephan aus Berlin mit der Ausübung der Exekutive bei der Wehlaxer Polizei betraut. Oberleutnant Stephan hat sich bei der Niederwerfung des kommunistischen Aufstandes in Berlin sehr verdient gemacht. Wirtschaft. ZG.-Karben im Jahre 1932. Rach dem Bericht der I G. - F a r b e n i n d u - strie über das Geschäftsjahr 1 9 3 2 sind die Hmsähe in der Berichtszeit zunächst noch weiter gesunken und liegen bei einer Reihe von Gebieten noch unter dem Durchschnitt des Vorjahres. Jedoch ist der Tiefpunkt durchweg im 2. und 3. Vierteljahr zu erkennen. Im letzten Vierteljahr ist eine Aufwärtsbewegung eingetreten, so daß um die Jahreswende bei verschiedenen Produktionszweigen die entsprechenden Ziffern des Vorjahres erreicht oder überschritten wurden. Die Hauptschwierigkeiten für die Geschäftsleitung ergaben sich aus dem trostlosen Zustand der weltwirtschaftlichen Beziehungen. Im Farbengebiet hat sich der Absatz verhältnismäßig gut behauptet. Ramentlich in der Textilindustrie war fast durchweg eine hoffnungsfreudigere Stimmung zu beobachten. Die erhebliche Auhenseiter-Konkurrenz ist nach wie vor vorhanden. Das Ehemikalien-Geschäft war in Anbetracht der wirtschaftspolitischen Hemmungen befriedigend, auch das Ergebnis der Abteilung Pharmazeutika und Pflanzenschutz „Bayer-Meister Lucius" kann als zufriedenstellend angesehen werden, ebenso das photographische Geschäft, in dem allerdings der Auslandabsatz stärker zurückging. Das K u n st- s e i d e n g e s ch ä f t hat sich mengenmäßig gebessert, die Preise haben aber gelitten. Die Stickstoff-Betriebe konnten ihre Lagerbestände verringern, obgleich die Produktion stark erhöht wurde. Auf dem Hydrier-Gebiet waren technische Fortschritte zu verzeichnen. Die Gestehungskosten für Leuna-Benzin konnten weiter gesenkt werden, die Benzin-Produktion hielt sich ungefähr auf Dorjahrshöhe. Am 31. Dezember 1932 wurden insgesamt 97 405 Arbeiter und Angestellte beschäftigt, im Januar und Februar 1933 erfolgten noch etwa 3700 Reueinstellungen. Bei Abschreibungen auf Anlagen von 53,55 Mill, und anderen Abschreibungen von 2,17 (i. D. insgesamt 55,58) Mill, ergibt sich einschl. 2,48 Mill. Mk. Vortrag ein Reingewinn von 49 495 509 (51 459 582) Mk., aus dem vorgeschlagen wird. 7 Prozent Stammaktiendividende zu verteilen, 0,68 (1,03) Mill. Mk. als Tantieme auszuschütten und 1 215 509 vorzutragen. GV. 28. April. • Wiederbelebung b ei den Vereinigten Stahlwerken. Bei den Vereinigten Stahlwerken hat sich die Gesamtzahl der Beschäftigten von 88 893 am 31. Dezember 1932 auf 91 122 am 31. März erhöht. Die Produktionsziffern weisen ebenfalls eine leichte Steigerung auf. Der Auftragsbestand hat am 31. März erstmalig feit langer Zeit eine starke Zunahme erfahren. Er ist seit Ende 1932 um mehr als ein Drittel gestiegen. Berlin ruhig und freundlich. Berlin, 12. April. (WTB. Funkspruch.) Schon im heutigen Vormittagsverkehr war bei den Banken eine (tariere Rachfrage nach Farbenaktien zu beobachten, die ihren Hr- jprung und ihre Begründung in dem zur "Veröffentlichung gekommenen Geschäftsbericht und der Feststellung, daß der Tiefpunkt der Krise bei diesem Hnternehmen überschritten sei, fand. Man glaubte, daß diese Sonderbewegung einen Einfluß auf die Kursentwicklung der übrigen Börse gewinnen würde, sah sich aber in dieser Erwartung zu Beginn des offiziellen Verkehrs etwas enttäuscht. Die Stimmung war zwar allgemein durchaus freundlich, und es überwog seitens der Kundschaft zweifellos das Kaufinteresse, die Aufträge von außen her waren aber vor den Feiertagen nicht sehr umfangreich und das Geschäft, mit Ausnahme der Spezialgebiete, relativ klein. Einige Beachtung fanden Kaliaktien auf das im ersten Quartal 1933 belebte Kaligeschäft, wobei man wissen wollte, daß der Absatz 500 000 Tonnen größer war, als in der entsprechenden Zeit des Borjahres. Ferner zeigte sich für Montanpapiere weiter Interesse, wobei die Kursgewinne bei Gelsenkirchen und Rheinstahl über 1,50 Prozent hinausgingen. Buderus Eisen zogen bei 60 Mille Hmsah sogar um 3 Prozent an. Sonst sind noch Harburg Gummi, Deutsche Atlanten, Bemberg. Siemens und einige Braunkohlenwerte mit etwas größeren Kursgewinnen zu nennen. Vernachlässigt lagen die Tarifwerte. Bekula büßten auf ein Angebot von 12 Mille 2,39 Prozent ein. Deutsche Kabel eröffneten 1,75 Prozent niedriger. Auch im Verlaufe war das Geschäft an den Aktienmärkten ziemlich ruhig, die Papiere zeigten ziemlich willkürlich Kursabweichungen bis zu 0,50 Prozent nach beiden Seiten. Renten waren dagegen überwiegend freundlicher. Deutsche Anleihen eröffneten bis zu 0,25 Proz. hoher, Reichsbahnvorzugsaktien gewannen 0,38 Prozent und Reichsschuldbuchforderungen etwa 0,5 Prozent. Am Markte der Industrieobligationen war die Tendenz uneinheitlich. Auslandrenten lagen vernachlässigt. Später wurde es am Markte der Autowerte bei anziehenden Kursen etwas lebhafter. Auch deutsche Anleihen hatten größeres Geschäft und Kursgewinne auszuweisen. Elektro- Schlesien, die schon anfangs 1 Proz. verloren hatten, setzten dagegen ihre Abwärtsbewegung um 1,25 Prozent fort. Am Geldmarkt machte die Erleichterung Fortschritte. Der Satz für Tagesgeld lag je nach Bonität des Geldnehmers an der unteren Grenze zwi^ schen 4,50 und 4,25 Prozent. Am Privatdiskontmarkt und im Handel der Reichsschatzanweisungen und Reichswechsel hat sich nichts geändert. Frankfurter Abendbörse freundlich. Frans urt a.Hi., 12. April. Die Abendbörse, die letzte vor der Feiertagsunterbrechung, hatte nur kleines Geschäft zu verzeichnen, da allgemein Zurückhaltung zu bemerken war. Die Stimmung blieb indessen freundlich, obwohl die Kursgestaltung gegenüber dem Berliner Schluß nicht ganz einheitlich war. IG. Farben lagen auf kleine Gewinnmitnahmen 1,13' Prozent,. Gelsenkirchen 0,65 Prozent niedriger, während Clektro- toerte meist etwas hoher gefragt waren. AEG. zogen um 0,75 Prozent an. Schiffahrtsaktien hatten uneinheitliche Tendenz. Der Rentenmark't lag fast geschäftslos. Reubesih eröffneten mit 13,40 knapp gehalten, auch Altbesitz und späte Schuldbücher lagen etwas niedriger. Gold- und Liquidationspfandbriefe, sowie Kommunal-Obligationen und Stadtanleihen blieben gut behauptet. Von Staatsrenten gaben Hessen von 1928 um 0,50 Prozent auf 83,50 Prozent nach. Am Kassamarkt zogen Cement Karlstadt um 3 Prozent auf 63 Prozent an. Reubesitz 13,40, Altbesih 75,50, Schutzgebiete 8,10, Gelsenkirchen 65,50, Stahlverein 45,50, AEG. 31,50, IG. Farben 132,75 bis 132,39, Hapag 21, Norddeutscher Lloyd 22. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 12. April. Die Getreidebörse hatte schwachen Besuch und nur ganz vereinzelte Hmsätze auf letzter Preisbasis zu verzeichnen. Die Rotierungen blieben gegen den Montag unverändert. Weizen 210, Roggen 170 bis 172,50, Gerste 180, Hafer 145 bis 148,50, Weizenmehl südd. und niederrhein. 29,50 bis 31, Roggenmehl 23,25 bis 24,50, Weizenkleie 7,40, Roggenkleie 8,25 Mark. Tendenz: ruhig. In Handels- klassenware fanden Abschlüsse nicht statt. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a. M. Serlin Franiiuri a. JJI. Serhn Schluß- kurs Schluß!. Abend, börse Schluß« kurs Schlußk. Mittag, börse Schlußkurs Echlußk. Abendbörse Schluß, kurs Scblußk. Mittag, börse Fatum 11.4- | 12-4 11-4. 12-4. Datum 11.4. 12.4. 11-4. 12-4- 6% Deutsche jRcfdwanletbe v. 1921 85 85 85 99,5 85,75 Hamburg-Amertka-Pakel ..... l 21,25 21 20 21,13 6% e6em.7% Dt.Relchsanl. v. 1929 97.75 — 98,4 Hamburg-Südam. Dampfschiff. o 38 38 6’/z% Doung-Anlelhe von 1930 .. 82 82,4 81 81,9 Hansa Dampfschiff........... o — _ 32,5 33 Deutsche Aul.-Ablos.-Schuld mh 75,75 Norddeutscher Lloyd .........0 A G. für Verkehrswesen Akt. .. o 21,5 22 20,75 21,75 _ Auslos.-Rechten ............ 76 75,5 75,7 49,5 51,75 50 52 Dcsgi. ohne Auelos.-Rechte...... 6% ehem. 8% Hess. Bolkeslaat 1929 13,4 13,4 13,3 13,45 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 95,75 95,5 53.5 95,5 53,5 Commerz» und Privat-Bank ... o 53,5 53 (rüdsahlb. 102%) .......... 85,25 70 84,25 Deutsche Bank und Sisconto Gesellschaft................ o Dresdner Bank........... n Oberhellen Provinz-Anleihe mii Auülos.-Rechten ............ 72 70 61,5 140,5 70 61,5 139,5 70 61.5 139 70 61,5 138,25 Deutsche Komm. Lammelab I.An Retchsbank ................. i leihe Gerte 1 mit Au-Zlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl 73 73 72 72,75 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 y/i% ehem. 4Yt% Franks. Hyp.. Bank-Liau.-Psandbriese ..... 6'/2% ehem. 4!/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 88,75 88,5 88 89,5 90 90 88,5 89,5 - — A.E.G......................o Cleftr. Lieferungsgefellschast ... 5 Licht und Kraft .............« Felten & Guilleaume ........ o Gesellschaft für Elektrische Unter- nehmungen............... 4 Rheinische Elektrizität ........5 Schuckert L Co..............0 31 93 106,75 66 91,75 31,5 92 107,5 66 94,25 30,75 92,5 107 66,9 92,25 30,75 91,5 108 66,25 92,5 6% ehem. 8% Pr. Landespsanp brtefanslalt, Pfandbriese R. 19 6% ehem. 7% Pr. Londespsand brtekankiakt. Psondbrtele R. 10 90 102,5 158,5 128,5 102,5 129,5 94 101,75 158 128,5 93,75 101,75 159,75 129,5 90 89,5 90 89,5 90 Siemens L Halske...........9 Lahmeyer LCo..............10 4% Lcuerretchllche Golvrenle.... 4,20% Oelterreichische Silberrente 13,5 _ 14 14,13 Buderus .................... 57,25 102 60,75 104,5 65,5 86,75 57,75 103,5 65,25 85,25 70,5 166,5 108.75 60.5 104,75 66,13 86,5 71,65 168,5 108,65 62,4 71,5 1,15 1,2 1,1 1,25 Deutsche Erdöl .............4 4% Ungarische Goldrenle ------- 6,75 — 7,4 Gelsenkirchener............... 65,5 86,25 4% Ungarische Slaalsrenle v. 1910 — — 6,9 Harpener...................0 .13 5,15 5,13 5,13 Ilie Bergbau Genüsse........7 Klocknerwerke ..............0 109,25 61,9 71.13 5,7 5,7 5,8 5,9 Mannesmann-Robren........0 4% cc.'al. Gerte II............ 5,7 5,7 - 5,8 5,8 5,8 ManSselder Bergbau.........0 Oberschlet. Kokowerke .... , n 26 6% fJhimän. verein h. Rente v. 1903 27 27,5 27,5 4^%Ruman.vereInh.Reniev.l913 10 — 9,5 Phonir Bergbau............0 45,75 203 75,75 77,75 4% Rumänische vereinh. Rente .. ÄnntnII"E............ 4,75 27.9 4,8 27.9 4,8 27,75 4,85 27,75 Rheinische Braunkohlen ......10 20365 203,5 45,9 202,5 uigein)uu)i .......o 84 85,25 83,75 85,5 Frankfurt a.M. Berlin Schluß, k'lrs Echlußk. Abend, börse Schluß« kurs Schluß!. Mittag, böric Datum 11-4. 12.4. 11-4. 12-4- ‘■Bereinigte Stahlwerke........ 0 45 45,5 45 45,25 Olavi Minen ............... 0 18 18,75 18.4 18.4 Kaliwerke Aschersleben........ 6 134 136.5 133 136,5 Kaliwerke Westeregeln........ Kaliwerke Salzdetfurth....... 6 135,5 137,5 135,5 137,5 9 199.25 199 198,75 199,5 I. G- Farben-Industrie....... 7 130,5 132,4 129,65 133,5 Scheideanstalt............... .0 166 169.5 — Goldschmidt ................ 0 58 58,75 58,4 59,4 Rülgerswerke............... 0 51,75 52 51,75 52,25 Melallaeiellschaft............. 0 34 34,25 34 34 Philipp Holzmann........... Zementwerk Heidelberg ...... Cementwerk Karlstadt......... 0 59 59 59,5 59,13 4 68 68,5 0 60 60 — _ Waytz & Frevtag ........... 0 — — — Schultheis Patzenhoser........ 0 _ 114,75 115,65 Aku lAllgemeine Kunstseide) ... 0 37,75 38.25 39 38,75 Bemberg................... 0 49 49,5 48,5 49 Zellstofk Waldhof............ 0 51,25 52,5 51,75 53 Zellstoss Aschaffenburg ....... 0 26 26 26,13 Dessauer Gas ............... 7 — 112 113 Daimler Motoren............ 0 35,25 35,13 35 34.9 Deutsche Linoleum .......... 0 39,13 39,25 18.5 39 Orenstein & Koppel .......... 0 48 49 q Leonhard Tietz.............. 6 31 31 31 31 Ehade...................... 12 135 134,5 135,5 136 Grttzner.................... 0 32,5 32,25 33.5 Vlainkrastwerke Höchst a.M. ... 4 70,25 72,5 Süddeutscher Zucker ......... 8 162,5 162 162 162 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Banknoten. 11. April 12- Apiil Amtliche Notierung Amtliche Dotierung ®elD Lriei Geld Brie« Helsingsors.. 6,334 6,346 6,334 6,346 Wien....... 45,70 45,80 45,45 45,55 Prag....... — — — — Budapest ... — — — — Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 170,18 170,52 170,28 170,62 Oslo....... 73,48 73,62 73,33 73,47 Kopenhagen. 64,14 64,26 63,94 64,06 Stockholm... 76,02 76,18 75,87 76,03 London..... 14,35 14,39 14,13 14,37 Buenos Aires 0,838 0,842 0,838 0,842 Neuyork.... 4,209 4,217 4,208 4,216 Brüssel..... 58,69 58,81 58,74 58,86 Italien..... 21,55 21,59 21,56 21,60 Paris...... 16,56 16,60 16,59 16,63 Schweiz .... 81,29 81,45 81,42 81,58 Spanien.... 35,51 35,59 35,61 35,69 Danzig.... 82,12 82,28 82,22 82,38 Japan...... 0,889 0,891 0,889 0,891 Rio de Jan. 0,239 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien Lissabon... 5,135 5,145 5,135 5,145 13,07 13,09 13,06 13,08 Berlin, 12. April Geld Brief Amerikanische Noten.............. 4,192 4.212 Belgische Roten.................. 58,58 58 81 Dänische Noten ................. 63,57 63,83 Englische Note» ................. 14,29 14,35 Französische Noten............... 16,55 16,61 Holländische Noten............... 169,91 170,59 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 21,54 73,15 21,62 73,45 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... 2,46 2,48 Schwedische Noten............... 75,70 76,00 Schweizer Noten................. 81,24 81,56 Spanische Noten................. 35,43 35,62 Ungarische Noten ................