Montag, 13. Marz M3 183. Zahrgang Nr. 61 Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 , mehr. Chefredakteur Dt. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen leil Ernst Dlumschein undfürdenAn- zeigenteil i. D. Th. Kümmel sämtlich in Biegen. Erscheint täglich, außer Lonniags und Feiertags. Beilagen: Die Illustriert« (Bienener Familiendiatter Heimat m Bild Die Scholle Monatr-Vezugrpretr: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernsorechanschlüsfe unter Sammelnummer 2251. Anschrift sür Drahtnachrichten Anzeiger Lietzen. Po#fd)ed!onto: fironffvr» am Main 11686. Sietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrref trub Verlag: vrLhl'lche Universitälr-Vvch. «nd Steinöruderet H. Lange in Sietzen. Schriftleitnng und Geschäftsstelle: Zchnl'tratze 7. Das Ergebnis der Kommunalwahlen in Preußen. Reichsrai und Staatsrat. Berlin, 12. März. (ERB.) Das Ergebnis der Kommunalwahlen ist von außerordentlicher Tragweite, denn, wie sich aus den vorliegenden Zahlen ergibt, wird die Regierung sowohl im Reichs- rat wie im Staatsrat über eine ein- fache, wenn nicht sogar über eine qualifizierte Mehrheit verfügen. Von den 66 Sitzen des Reichsrats entfallen 26 auf Preußen, von denen wie- herum je 13 das Staatsministerium und die 13 Provinzen einschließlich Berlin besetzen. Don den 26 preußischen Sitzen werden sicherlich 22 bis 23 auf d i e Regierungsparteien entfallen. Da der Umschwung in den außer- preußischen Ländern zugunsten der Regierungsparteien auch eine Aenderung der politischen Zusammensetzung der Reichsratsvertreter dieser Län- der im Gefolge hat, ist d i e R e g i e r u n g s m e h r- heit damit gegeben. Im Preußischen Staatsrat gehörten von 81 Vertretern bisher 29 den jetzigen Regierungs- Parteien an (unter Einbeziehung der DDP-), während die SPD über 22, das Zentrum über 19, die KPD. über 6 und Splitterparteien über 5 Sitze verfügten. Künftig dürften von 81 Staatsratsvertretern Mlndestens55bis56denRegierungs- Parteien zuzurechnen sein. Das bemerkenswerteste Moment der Kommunal- wählen ist der katastrophaleRückgangder K o m m u n i st e n. Die Anhänger dieser Partei sind offenbar nach dem Wahlergebnis vom letzten Sonntag, das trotz der gestiegenen Wahlbeteiligung den Kommunisten ein Fünftel ihrer Stimmen und Sitze kostete, mutlos geworden und halten eine weitere Beteiligung an Wahlen offenbar für nutzlos. In beschränkterem Umfang trifft dieses — von wenigen örtlichen Ergebnissen abgesehen — auch auf d i e SPD. zu, die 20 bis 30 Prozent ihrer Stimmen und Sitze einbüßte. Der Rückgang der Regierungsparteien ist baaegen im Durchschnitt geringer als der Rückgang Der Wahlbeteiligung, die man nach dem vorläufigem Ueberschlag mit 80 Prozent annehmen kann. Oie provlnziallandtage. Don den zwölf preußischen Provinzen weisen zehn eine einwandfreie Rechtsmehrheit auf, und zwar: Ostpreußen, Brandenburg, Pommern, Grenzmark Posen Westpreußen, Niederschlesien unö Schleswig-Holstein. Diese haben reine nativ- nalsozialistische Mehrheiten. Oberschlesien, Sachsen. Hannover haben Mehrheiten aus NSDAP, und S ch w a r z - W e i ß - R o t. Die Provinz Hessen-Nassau, deren Landtag aus den Kommunallandtagen Kassel und Wiesbaden gc- bildel wird, wird gleichfalls eine Rechls- Mehrheit aufweifen, da Kaffe! eine reine nationalsozialistische und Wiesbaden eine Mehrheit von NSDAP, und Schwarz-Weiß-Rot erhielten. Hinzu kommt als elfte Reichsralsstimme dieStadtBer- lin mit einer gleichfalls nationalen Mehrheit aus NSDAP, und Schwarz-Weiß-Rot. Lediglich in Westfalen und in der Rheinprooinz hat das Zentrum seine Schlüsselstellung behalten Provtnziai'andia.1 DU einprovmz. Gültige Stimmen 3 877 669. NS. 1 459 182, Soz. 364 420, K 427 906 = 19 Mandate (21), Z. 1 234 011 53 Mandate (64), Kpsf 273 253 Mandate 13 (12), DDP. 45 308 Mandate 0 (14), Chr.-Soz. 25 826 Mandate 0 (3), Stp. 8727 Mandate 0 (4), NS. 62 Mandate (6), Soz. 16 Mandate (25), Sonstige 0 Mandate (14). Oie Giädie. In zahlreichen Städten hat sich eine absolute Mehrheit der Regierungsparteien ergeben, vielfach sogar eine absolute Mehrheit der Ra- tiLnalfozialisten. 3n Westdeutschland rst in vielen Städten eine Zweidrittelmehrheit aus Rationalsozialisten u n DZ en- trum zu verzeichnen. Die absolute Mehrheit errungen haben die Rationalfozialrlten a. B in Liegnitz mit 24 zu 22 Sitzen, in ^ e u t he n mit 26:21 Sitzen, in Hindenbur g mit 29M Sitzen, in Frankfurt a. d. O- mit 27:18 Sitzen Eine absolute Mehrheit der b e i d e n Regierungs Parteien ergab sich il a. in Wiesba den mit 34:20 Sitzen, in Halle mit 37:21, in Gor 11 tz mit 28:19, in Koblenz mit 2221. in W u p - pertal mit 44:32, in Oppeln mit 22:16, in Kiel mit 36:23 Sitzen. 3n Mu n st e r trat an die Stelle der absoluten Mehrheit des Zentrums eine Mehrheit der Regierungsparteien von 25 23 Sitzen während in Trier das Zentrum seine absolute Mehrheit erhalten konnte. Mehr- heilen aus Rationalsozialisten und Zentrum ergaben sich u. a. in Köln, Duisburg. Essen und Düsseldorf. Das Ergebnis der Berliner Gtadtverordnetenwahten. Berlin. 12-März. (ERD.) Das Ergebnis der Berliner Stadtverordnetenwahlen ist geradezu sensationell, denn es hat gegenüber Den Ergebmifen vom vorigen Sonntag noch einmal einen erheblichen Ruck naq rechts gebracht und eine absolute Mehrheit der Regierungsparteien i>ergeteilt. Damit ist das seit vielen 3ahren traditionell »rote Berlin schwarz-weih-rot geworden. Während noch am vorigen Sonntag die beiden marxistischen Parteien zusammen mehr Stimmen aufbrachten als die Regierungsparteien und eine bürgerliche Mehrheit nur unter Einbeziehung der Witte möglich gewesen wäre, ist die Mitte zur Mehrheitsbildung jetzt nicht mehr notwendig. 2lm letzten Sonntag erhielten die Reg i e - rungsparteicn zusammen 1359 309 Stimmen (1 032 342 plus 32o 967), die marxistischen Parteien 1 377 794 Stimmen. 3etzt haben erhalten die Regierungsparteien 1 295 545 (984 243 plus 311 302). die marxistischen Parteien 1065 780 (SPD. 565 943, KPD. 499 847). Die Abnahme der Regierungsparteien beträgt 63 764. die der marxistischen Parteien 312 014. Berücksichtigt man die geringe Wahlbeteiligung, dann haben die Regierungsparteien sogar gewonnen. Die Mittelparteien haben zusammen 152 224 Stimmen erhalten, sie bringen zusammen mit den Linksparteien 1 270 675 Stimmen auf gegen 1 295 545 Kampffront Schwarz-Weiß-Rot und Rationalsozialisten. Man kann dabei die Stimmen der Christlich-Sozialen und der DBP- wohl unbedingt der Rechten zurechnen, so daß sich das Endergebnis zu deren Gunsten noch versch'ebt. Oer Volksiraueriag in Berlin. des Kanzlers einen Kranz am umrenmai unter oen vinoen nieoer iiöent von AinDenburg in Begleitung Zur Gedenken ber *m 4 W * ./-'vM Berlin, 12. März. (Täl.) Der Bolkstrauer- tag wurde in Berlin in ernster und würdiger Weise unter außerordentlich starker Teilnahme aller Bevöllerungsschichten unter den schwarz- wcißroten und schwarzweißen Fahnen begangen. Zum Ehrenmal Unter den Linden zogen wäh- rend des ganzen Tages Abordnungen der nationalen Berbände, der Studentenschaft, der hündischen Jugend und zahlreicher Bereine, um dort Kränze niederzulegen. Den Mittelpunkt bildete wie immer die Gedenkfeier des Bolksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die, statt wie bisher im Reichstag in diesem Jahr in der Staatsoper Unter uen ßinuen stutiiand. Um punkt 12 Uhr erschien Reichspräsident von Hindenburg, der die Feldmarschallsunisorm trug, mit den Mitgliedern Der Reichsregierung Er nahm in der früheren kaiserlichen Loge Platz. Reben ihm saßen Reichskanzler Hitler, Reichs- Wehrminister v. Blomberg, Reichsminister Göring, Bizekanzler v. P a p e n und Reichs- innenminifter Dr Frick. Außerdem befanden sich in Der Loge Der Ches Der Heeresleitung, General v. Hammer st ein, unD Der Ches Der Marineleilung, Admiral R a e d e r. Auch Die übrigen Mitglieder der Reichsregierung, der Präsident des Dolksbundes von Winter- feldt Menlin. Reichsminister a. D Dr Geß- ler, der Präsident des KysihauserbunDes General v. Horn, Dr. Goebbels. Oberstleutnant Düsterberg und zahlreiche andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens nahmen an der Feier teil. . „ Auf der Bühne sah man Reichswehr mit ujren ruhmreichen Regimentsfahnen, SA.-Leute, Stahlhelmer, deutschnationale Kampfbündler, studentische Chargierte mit insgesamt etwa 200 Fahnen. Nach musikalischen und gesanglichen Darbietungen hielt Pfarrer Dr. S ch a a cf aus Konstanz die Gedenkrede, wobei er von den Worten des Dichters Walter Flex ausging, „die Besten unseres Volkes sind nicht gestorben, damit die Lebenden tot seien, sondern daß die Toten lebendig würden". Anschließend ehrten die Versammelten das Andenken an die Toten des Weltkrieges durch ein stilles Gebet. Trommelwirbel leitete über in die Klänge des Liedes vom guten Kameraden, dem Zapfenstreich und Gebet folgten. Die Gedenkfeier schloß mit dem Gesang des Deutschland-Liedes. Während der Feier hatten sich Zehntausende vor dem Opernhaus und dem Ehrenmal eingefunden, die den Reichspräsidenten und den Reichskanzler beim Verlassen der Oper stürmisch begrüßten. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritt der Reichspräsident mit seinem Gefolge die Front der Ehrenkompanie und der nationalen Verbände ab, um sich nach dem Ehrenmal hinüber zu begeben, wo er einen Kranz niederlegte Unter lauten Heilrufen der Menge fuhr der Reichspräsident alsdann zur Wilhelmstraße zurück Außer der Gedenkfeier der Reichsregierung fanden in der Reichshauptstadt zahlreiche weitere Feiern statt, die den Gefallenen des Weltkrieges galten. Im Zirkus Busch hielt der Stahlhelm seine Gedenkfeier ab, im Großen Schauspielhaus der Prooinzialkriegeroerband, im ehemaligen Herrenhaus hielt die Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener ihre Feier ab. Der Reichskanzler besucht München. Begeisterter Empfang auf dem Flugplatz. München, 12. März. (WTB.) Reichskanzler Adolf Hitler ist um 17.35 Uhr im Flugzeug auf Dem Flughafen Oberwiesenfeld bei München angekommen Die Begrüßung durch den Reichskommissar General Ritter v. Epp durch die von ihm beauftragten Kommissare für die Staatsminifterien sowie durch die führenden Mitglieder der Partei gestaltete sich zu einem besonders feierlichen Akt. nier dem Jubel der Menge, die die Ankunft des Reichskanzlers seit 15 Uhr erwartet hatte, landete Das Flugzeug um 17.40 Uhr Nach einer kurzen Vorstellung Der anwesenden Herren durch General von Epp schritt der Reichskanzler die Front der SS., SA., des Stahlhelms und Der Schutzpolizei ab. Die Formationen bildeten dann ein engeres Viereck und nun hielt General R i t t e r v. E p p an den Reichskanzler eine Ansprache, in der er ihn als fein Beauftragter im Freistaat Bayern willkommen hieß. Reichskanzler Adolf Hitler antwortete u. a.: „Vor Jahren habe ich von hier aus den Kampf begonnen, der nunmehr in feinem ersten Teil als voll beendet angesehen werden kann. Was jahrhundertelang in Deutschland ersehnt wurde, aber nicht errungen werden konnte, das ist jetzt Wirklichkeit geworden. Eine Gleichschal - tungdes politischen Willens hat sich vollzogen, wie wir sie noch nie erlebt haben, und daß diese Gleichschaltung nicht mehr vergehen Darf, dafür wollen wir uns einsetzen Ich selbst bin überglücklich und stof; Darauf, daß nicht der Norden Bayern gewonnen hat, sondern daß aus freiem Willen sich Das Land selbst z u der Einheit bekannt hat. Ich habe das Gefühl, daß in diesen Tagen Bayern selbst sich eingealiedert hat in diese große Front der erwachenden deutschen Nation Die politischen Voraussetzungen haben wir geschafft. Halten werden wir sie jetzt und niemand oll uns diese Arbeit stören, niemand soll sie sabotieren können, dafür stehen wir. Gerade aus diesem Kampf und aus dieser Arbeit heraus sollen eines Tages auch die Freiheit, das Glück und der Segen einkchren in unser Deutsches Reich, in dem dann die Länder den Rang einnehmen werden. der ihnen nach Geschichte und Tradition gebührt. Richt vergewaltigen. sondern durch Gleichschaltung der dcut- schen Ration das Höchstmaß der ideellen Freiheit gewähren, das ist unser Wille. Er kann nur dann verwirklkcht werden, wenn ein einiges kraftvolles Deutsches Reich als Schuh und Schirm besteht. Ich komme von der Reichshauptstadt. Der Herr Reichspräsident hat angeordnet, daß von nun an in Deutschland außer den Fahnen der Länder zwei Symbole gehißt werden: Die Flagge, die uns allen teuer ist, weil wir für sie gekämpft haben, und die Fahne, unter der wir den Kampf aufgenommen haben für Deutschland. In dieser Gemeinschaft des alten Reichs und der neuen jungen Erhebung sehen wir das Wahrzeichen für Die Wiedergewinnung der deutschen nationalen Kraft. Ich sehe hier auf diesem Felde Die Kraft verkörpert, die Deutschland einst beschirmen wird. Ich fühle es, daß wir im höchsten Sinne des Wortes J)ie deutsche Gemeinschaft sind, die Gemeinschaft der deutschen Männer, die eintreten wollen für Das Deutsche Reich und seine Länder. Die Ausführungen des Reichskanzlers wurden mit stürmischem Beifall ausgenommen. Die Musik spielte das Horst-Wessel-Lied, in das Die Menge mit erhobener Rechten und entblößten Hauptes einstimmte. Dann begab sich der Reichskanzler mit feinem Kraftwagen jubelnd begrüßt zur F e 1 d h e r r n h a 11 e. Er wurde von Den Menschenmassen, die die Straßen einsäumten, immer wieder jubelnd begrüßt. An der Stelle, wo am 9. Rovernber 1923 Rationalsozialisten fielen, legte der Kanzler einen mächtigen Kranz mit Der Inschrift auf roter Schleife: „UnD 3hr habt dochgesiegt" auf das Pflaster nieder. Dr. Göbbels übernimmt das neue Reichsminilterium für Volksanf- klärung und Propaganda. Berlin. 11. Mörz. (TU.) Das Reichskabinelk Hal sich, wie amtlich mitgeteill wird, sehr ausführlich mit den vom Reichsernährungsministerium vorgeschlagenen Maßnahmen für eine Regulierung des Del- und Fe11marktes besaßt, ohne diesen Fragenkomplex zum Abschluß bringen zu können, wie verlautet, Hal sich das Kabinett ferner mit Der Errichtung eines Reichsmini st eriums f ü - Volksaufklärung und Propaganda beschäftigt und sich mit der Errichtung eines solchen Ministeriums einverstanden erklärt, vorbehaltlich der Klärung einiger Linzelfragen. Zum Leiter des Ministeriums dürfte der Reichspropagandaleiter der RSDAp., Reichstagsabgeordneter Dr. Goeb- be. s. ernannt werden, zum Staatssekretär Ministerialdirektor Funk unter Beibehaltung der Funktion als Leiter der Presseabteilung der Reichsregierung. Die Ernennungen werden voraussichtlich Anfang nächster Woche erfolgen. Das neue Ministerium wird seinen Sih im Palais Leopold, dem Gebäude der Presseabteilung der Reidjsregic- rung, haben. KeichSmmisterGeldie Reichskommissar für den Freiwilligen Arbeitsdienst. Berlin, 13. März. (WTB. Funkspruch.) An Stelle des seitherigen Reichskommiffars für den Freiwilligen Arbeitsdienst, Präsident Syrup, ist Reichsarbe.esminister Franz S e l d t e zum Reichs- kommifsar für den Freiwilligen Arbeitsdienst ernannt worden. Gegen die Schließung von Einzelhandelsgeschästen. Ein Runderlatz des NetchslnncnministerS Dr. F-rtck. Berlin. 13. März. (WTB- Funkspruch.) Der Reichsminister des Innern Dr. Frick hat an die Innenministerien der Länder und die Reichskommissare in München, Stuttgart, Dresden, Karlsruhe, Darmstadt, Bremen, Lübeck und Schaumburg-Lippe folgenden Runderlaß gerichtet: In zahlreichen Städten des Reiches finden immer wieder Schließungen und Bedrohungen von Einzelhandelsgeschästen statt. Davon werden nicht nur die Inhaber der Geschäfte, sondern auch die Arbeiter und A n - g e ft e 111 e n der Geschäfte sowie das kaufende Publikum und der allgemeine Wirtschaftsverkehr schwer betroffen. Auch die Staatsautorität und die für den Wiederaufstieg Deutschlands unentbehrliche Vertrauensbelebung leiben unter solchen Willkürhandlungen Schaden. Im Interesse der öffentlichen Sicherheit und Ordnung bitte ich, diesen Uebergrisfen nachdrücklich entgegen$utreten und die dazu erforderlichen Anordnungen zu treffen. Schacht für Belebung des Welthandels. Berlin, 10. März. (TU.) Durch den Empfang des Reichsoanrpräsidenten Dr. Luther bei Reichs- kanzler Hitler sind im Auslande die Gerüchte über einen bevor ft ehenden Rücktritt Luthers und die Ernennung Dr. Schachts in Umlauf gekommen. Gleichzeitig hat man sich im Auslande gefragt, welches Programm Dr. Schacht bei seiner Rückkehr haben könnte. Die Stockholmer Abendzeitung „A l l e h a n d a" hat sich deswegen an Dr. Schacht gewandt, der ihrem Berliner Vertreter Dr. von Kessel folgende Ausführungen machte: „Es ist mir nicht bekannt, daß ich zum Reichsbankpräsidenten ernannt werden soll und ich kann mich darüber auch nicht äußern. Als Privatmann will ich Ihnen aber gern erklären, daß G e ° rächten über eine kommende Inflation in Deutschland gar nicht scharf genug entgegengetreten werden kann. Das ist vollkommen ausgeschlossen, und der Gedanke ist lächerlich, das gerade ich, der die Inflation totgeschlagen hat, die Inflation wieder ins Leben rufen könnte." lieber die Frage nach der Bezahlung der privaten Schulden sagte Dr. Schacht: „Ich habe bereits in meinem Vortrag im März o. I. in Stockholm heroorgehoben, daß die Reparations-Zahlungen abgeschrieben werden müssen und dies ist inzwischen, was Deutschland betrifft, ja auch geschehen. Aber die Privatschulden müssen natürlich bis zum letzten Pfennig bezahlt werden." Auf die Frage, ob eine Reichsbank heute nicht alles tun müsse, um den Export zu unterstützen, da die Währung ja von dem erreichten Exportüberschuß abhängig fei, antwortete Dr. Schacht: „Ich halte (aber das spreche ich lediglich als meine private Meinung aus) für die Hauptkrankheit des heutigen Wirtschaftslebens, daß der internationale Zahlungsverkehr vollkommen ins Stocken geraten ist. Ohne Wiederaufnahme des internationalen Zahlungsverkehrs kann der Welthandel nicht wieder in Gang kommen. Die B e» lebung des Welthandels bedeutet aber das volkswirtschaftliche Glück aller Rationen. Ich persönlich sehe deswegen in der Belebung des internationalen Welthandels d i e wichtig sie Aufgabe, die eine Notenbank heute hat. Keine zwangsmößige Eingriffe in die Schuldenregelung. Berlin, 11. März. (WTB.) Die Ausführungen des Reichsministers Dr. H u g e n b e r g im Rundfunk über die Schuldenregelung bei Gemeinden und Kreisen Haden zu Mißverständnissen geführt. Wie wiederholt schon bargelegt, sind zwangsläufige Eingriffe nicht beabsichtigt. Daß eine Regelung der auswärtigen Schulden erfolgen muß, ist schon wiederholt ausgesprochen worden. Ebenso liegt es auf der Hand, daß eine Schuldenregelung der überlasteten Gemeinden dringend notwendig ist. Ein Kieler Rechtsanwalt erschaffen. Schleswig, 12. März. (WTB.) Die Pressestelle der Regierung in Schleswig teilt mit: In der Nacht zum 12. März verlangten gegen 1.30 Uhr zwei Personen Einlaß bei dem in Kiel, Forstweg 42, wohnenden Rechtsanwalt Spiegel. Auf die Frage nach ihrem Beaehr gaben sie an, Hilfspolizeibeamte zu sein, und forderten wiederum energisch Einlaß. Ehe noch von einer zuständigen Stelle Erkundigungen über die Richtigkeit des Auftrags eingeholt werden konnte, öffnete Rechtsanwalt Spiegel selber den Personen und ist dann von ihnen gleich auf dem Weg von dem Eingang zu seinem Arbeitszimmer durch einen Schuß aus großer Nähe in den Hinterkopf getötet worden. Die polizeilichen Untersuchungen sind umgehend mit allem Nachdruck aufgenommen worden. Als Täter Me sie ihn bezwang OriginakoBian von 3- Schneider-Foerstl. Urheberrechtsschutz.- Verlag O. Meister, Werdau t. 5. 21. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Stephanie ging in wogenden Nebeln, wurde halb geschoben und dann auf einen Stuhl gedrückt. Sie öffnete erst die Augen, als unten die Musik einsetzte, das Zeichen, daß der Duce gekommen war. Die Hitze war unerträglich geworden, aber sie fühlte einen eisigen Strom durch ihren Körper gehen. Einen Stuhl über ihr, — der andere noch leere mochte wohl dem Duce gehören, denn er trug dessen Initialen saß Hans Jörg — und neben ihm Georg Oehme. Die Freundschaft der beiden Männer schien durch ihre damalige nächtliche Unterredung keinen Abbruch erlitten zu haben. Demnach konnte Jörg lieben und Treue halten. — Einem Manne konnte er das, dachte sie verbittert, die eigene Frau ging leer aus. Sie schrak über Gebühr zusammen, als sich eine Hand auf ihre Schulter legte. »Haben Sie keinen Schirm? — Niente? Nehmen Sie doch den meinen." Sie fühlte eine Elfenbeinkrücke in die Hand gedrückt und einen Hauch, der über ihren Nacken strömte. Als sie sich umwandte, sah sie gerade in Hans Jörgs unenträtfelbare Augen. Blitzschnell wandte sie den Blick und ließ ihn doch wieder zurückgleiten. War nicht ein überlegenes Lächeln in seinen Augen? Ihre Lider senkten sich, und als sie diese wieder hob, lag die weite, summende Fläche wie ein schillerndes, verschwimmendes Meer zu ihren Füßen. Heber sich hörte sie jetzt Oehme sprechen. „Beinahe wie deine Frau, Hans Jörg! —" Es kam nicht sofort eine Antwort. Dann sagte Merlin gleichmütig: „Findest du? — Stephanie hat übrigens Verwandte hier. Nur ist mir der Name en*» sollen. Uebrigens, laß mich nicht vergessen, daß ich ihr Nachricht gebe von meinem Hiersein. Es wird ihr zwar, denke ich, herzlich wenig daran liegen, denn ihr letzter Brief war mehr als kühl, aber —" Der Satz wurde nicht beendet. Hans Jörg mußte dem Herrn rechter Hand irgendeinen Bescheid geben. Uebrigens begannen nun auch die ersten Kunstftiegcr in die Luft zu steigen. Das Schaufliegen nahm seinen Anfang. Das Bild und der Verlauf war ganz ähnlich dem, wie man es auf allen Flugplätzen zu sehen gewohnt war. Bei den ersten gewandten Sturzflügcn kroch noch ein Schauder über den Leib der Menge, dann gewöhnte man sich daran. Und als der letzte Looping vollführt war, atmete man fast auf, einmal, weil olles gut abgetanen war, und dann auch, weil man von dem In-die-Luft-gucken einen steifen Hals bekommen hatte. Als Stephanie, einem Blick ihrer Tante folgend, die Tribüne verließ, streifte sie den Arm ihres Mannes. Er trat sofort zurück und schuf eine Lücke kommen zwei Personen in Frage, die unmittelbar nach der Ermordung von drei Zeugen auf der Straße gesehen worden sind. Es handelt sich um eine, größere Person in SA.-Uniform (vielleicht Provokateur) und um eine kleinere Person in Zivilkleidung. Zu einem Ergebnis haben die polizeilichen Nachforschungen nicht geführt. Rechtsanwalt Spiegel war führendes Mitglied der SPD. und kandidierte für die Stadtverordnetenwahl. Die parteiamtliche Pressestelle der NSDAP, teilt mit: Die Kreisleitung Kiel der NSDAP, erklärt hiermit, daß i h r e s ä m t - lichen Organisationen der Tat völlig fernstehen und macht darauf aufmerksam, daß sie unnachsichtlich gegen alle Gerüchtemacher und Verbreiter unrichtiger Meldungen vorgehen und gegen Mitglieder der NSDAP., die sich irgendwelcher illegaler Handlungen schuldig machen, rücksichtslos und mit aller Schärfe e i n g r e i f e n wird. Maschinengewehre und Handgranaten im Münchener Gewerkschastshaus. München, 13. März. (TU.) Die 21 d i u t a n - tur des Kommissariats der Reichsregierung stellte dem „Völkischen Beobachter" zufolge fest: «Das Gewerkschaftshaus in München, das nicht nur Gewerkschaftsräume der verschiedenen Verbände des 2IDGD., sondern auch die Parteiräume der München-Oberbaheri- schen SPD. und des Reichsbanners enthält, wurde als Zentrale des marxistischen Terrors im Interesse der öffentlichen Sicherheit beseht. Bei der Durchsuchung wurden zwei Maschinengewehre, Handgranaten, Pi st ölen, Munition und zahlreiche Hieb- und Stichwaffen gefunden. Die Qlftion richtet sich nicht gegen die Gewerkschaften als Bern f s v e r b ä n d e. Es ist nicht wahr, daß die Gewerkschaften damit verboten oder aufgelöst sind oder werden sollen. Cs ist nicht wahr, daß die Gelder der Gewerkschaften beschlagnahmt und damit die 2luszahlung der Llnterstühungen unmöglich gemacht sind. Schwere politische Ausschreitungen bei Magdeburg. Magdeburg, 13.März. (WTB.) In dem benachbarten Felgeleben kam es in einer Gastwirtschaft, die als Wahllokal gedient hatte, Sonntagabend zu einem schweren politischen Zusammenstoß. Der Echönebecker Stadtrat Kresse, der der SPD. angehört, schoß auf politische Gegner, die ihn nach den bisherigen polizeilichen Feststellungen angegriffen haben sollen. Ein S2l.-Mann wurde durch einen Bauchschuß schwer verletzt. Darauf wurde von außen her auf das Gasthaus geschossen. Man sand später den Stadtrat mit einem Kopfschuß auf. Kurz darauf verstarb er. Die Tater sind noch, nicht festgestellt. Polizeiliche Ermittlungen sind eingeleitet. Vorstellung im Hessischen Landestheater abgesagt. Darmstadt, 12. März. (WSN.) Kurz vor Beginn der heutigen Vorstellung Brückner: „Die Marquise von O." b^etzte ein starkes Aufgebot Nationalsozialisten die Eingänge zum Kleinen Haus des Hessischen Landestheaters. Diele Besucher waren angesichts der Besetzung bereits umgekehrt, und, da die ungestörte Aufführung nicht garantiert werden konnte, wurde die Vorstellung abgesagt und das Theater geschlossen. Wie wir aus informierten Kreisen hören, ist damit zu rechnen, daß der jetzige Generalindendant des Hessischen Landestheaters, Härtung (May), nach dem Amtsantritt der neuen Regierung von feinem Posten zurücktreten wird. Bereits setzt werden die Jntendanzgeschäfte von Jndendantrat Bau- m e i ft e r geführt. Die Stelle des Generalintendanten wird ausgeschrieben und durch einen Theaterfachmann besetzt werden. freien Raumes für sie. Ihr Lächeln schmeichelte zu ihm aus: „taute grazie, Signore!'1 „Va bene, Signorina — Ihr Schirm!" Er bog sich nach ihrem Stuhl herab und überreichte ihn ihr. Die Elfenbeinkrücke des Schirmes war heiß und brannte in den Fingern. Sie wagte mehr und frug, wie es ihm gefallen habe. Er verneigte sich. Sein Italienisch war ohne jeden Tadel. „Meine Hochachtung vor Ihren Landsleuten ist unbegrenzt." Die Herzogin von Viterbo schob im selben Augenblick den Arm durch den ihren und zog sie mit sich fort Aber sie fühlte, wie er ihr nachsah. Nur blieb ihr keine Zeit, sich klar über sein Benehmen zu werden, denn die elegante Frau an ihrer Seite war noch ganz Begeisterung. „Sie haben sogar mit ihm gesprochen? Nicht, Bellissima? Schade, daß er ein Deutscher ist. Er scheint ein bißchen schweres Blut zu haben. Der Duce gibt heute abend ein Diner für ihn. Zweihundertfünfzig Gedecke. Sie müssen kommen —" und als Stephanie schmerzlich lächelte, drückte sie deren Ellenbogen fest an sich: ,Zch habe Karten. Die letzten drei. Die Contessa Petratti hat geweint vor Zorn, weil sie leer ausging." „Ja —", sagte Stephanie, denn nahe dem Ausgang stand Hans Jörg, von einer Gruppe Herren umringt, wandte ihr den Blick zu und bedeckte sein Haar nicht eher mit dem spiegelnden Zylinder, bis sie vorüber war. Ihr Lächeln war aber auch eine einzige Lockung gewesen. Männer wie ihn nahm man wohl nur so! Nicht anders! Spät war ihr diese Erkenntnis gekommen! Aber doch nicht zu spät. Um den eigenen Mann werben zu müssen wie eine Kokotte! Als die Herzogin sie für einen Moment allein ließ, tastete sie mit ihrem Taschentuch über das Gesicht und wischte die Träne ab, die ihr darüber herab- riefelte. „Wie spät?" frug Merlin durch den Spalt seines Hotelschlafzimmers nach Oehme hin, der zeitunglesend auf der Loggia sah, die nach dem Piazza Nationale hin ging. „Vierzig Minuten vor acht!" „Dann werde ich mich beeilen müssen." Sein Kopf verschwand wieder. Gleich darauf plätscherte im Bade nebenan Wasser in die Marmorwanne. Oehme hatte die Zeitung beiseite gelegt und kam zu ihm herüber. „Hast du Nachrichten von Hause?" Da Merlin sich eben den Nacken frottierte, konnte er den Spott nicht sehen, der um dessen Mundwinkel zuckte. „Nachrichten, — jawohl, mein Lieber. Und die find unbezahlbar. Meine Frau amüsiert sich mit ihrem Reitknecht." „Jörg! „Sagtest du etwas? — Shocking! Nicht?" Er fuhr, oh innezuhalten, mit der Massage seines Rückens fort: „Wenn's noch ein Graf wäre ober ein Künstler — aber ein Reitknecht. Zum Totlachen ist das!" Oer Erfolg der Winterhilfe. Hebe eine Million Familien mit je S Zentner Äolilen versorgt. B e r l i n, 11. März. (WTB. Funkspruch.) Rach den Qlufftellungen der Deutschen Liga der Freien Wohlfahrtspflege sind für die diesjährige Winterhilfe von September 1932 bis Ende Februar 1933 Liebesgaben von 4033 Millionen Zentner von der Reichsbahn in die Verteilungsgcbiete frachtfrei befördert worden. Gegenüber 1,6 Millionen Zentner in der gleichen Zeit 1931/32. Im einzelnen waren davon 843 000 Zentner Kartoffeln, über 134 000 Zentner andere Lebensmittel wie Obst und Gemüse, Fleisch und Fette, Kolonialwaren, Getreide und Mehl, 3,05 Millionen Zentner Kohlen, Briketts und Holz, über 3000 Zentner Kleidungsstücke. Die Zahlen bedeuten, daß von den auf dem Schienenwege zur Verteilung an die Hilfsbedürftigen beförderten Liebesgaben 421500 Familien mit je zwei Zentnern Kartoffeln versorgt werden konnten. Ferner konnten Hunderttausende von Familien andere Lebensmittel erhalten. Heber eine Million Familien konnte mit j e drei Zentner Kohlen oder Holz durch den harten Winter gehalten werden. Richt gerechnet sind in dieser 2lufstellung die Spenden, die an Ort und Stelle gesammelt und vor allem nicht die unübersehbaren Liebesgaben, die von Mensch zu Mensch gegeben worden sind. Meine politische Nachrichten. Reichskanzler Hitler empfing das Verwaltungsmitglied des DHV., Max Habermann, zu einer Unterredung, in der politische und wirtschaftliche Fragen und insbesondere auch über die Stellung der Gewerkschaften zum Staat gesprochen wurde. Ferner empfing der Kanzler den Präsidenten des Deutschen Städtetages, Mulert, und den Berliner Oberbürgermeister Dr. Sah m. * Der Mainzer Polizeidirektor V o h m a n n ist auf eigenen Wunsch beurlaubt und Amtsgerichtsrat Dr. Barth aus Offenbach mit der Leitung der Polizei in Mainz beauftragt worden. Der Untersuchungsrichter des Reichsgerichts hat entsprechend dem Antrag des Oberreichsanwalts vom 6. März am 10. März die Voruntersuchung gegen den Brandstifter des Reichstages, van der Lübbe, wegen eines vollendeten Unternehmens des Hochverrats in Tateinheit mit vollendeter und versuchter schwerer Brandstiftung eröffnet. * Bei der Durchsuchung des Karl-Liebknecht- Hauses hat die Polizei nachträglich in der auf« gerißenen Polsterung einer Tür einen Brief aufgefunden, dessen Inhalt sich mit der Zersetzung der Reichswehr befaßt, sowie Angaben über militärische Dinge enthält, die nicht veröffentlicht werden können. Die KPD. hatte dieses Material aesammelt, um es im Falle eines bewaffneten Auf- ftanbes zu verwenden. • Im Westharz ist ein großes Sprengstofflager, das von einer kommunistifchen Terrororganisation angelegt worden ist, auf gefunden worden. Der Oberbürgermeister von Köln, Dr. Adenauer, ist vom Regierungspräsidenten b e• urlaubt worden. * Auf Grund einer Besprechung des Reichskommissars für Bremen hat die Staatsanwaltschaft er» antragt, mit Rücksicht auf die gegenwärtige politische Lage den Hauptverhandlungstermin in d e r S t r a f- fache Lahusen bis auf weiteres zu vertagen. „Um Gottes willen!" fuhr Oehme auf, denn Merlin lachte nun wirklich. „Jörg, wer hat dich denn jo belogen?" „Weißt du daß es gelogen ist? —" Das Wasser von seinem Körper schüttelnd, ftiea Merlin aus der Wanne und hüllte sich in den Bademantel. „Bezeichnend, daß mein eigener Vater mir diese Geschehnisse vorenthält. Er hat wohl Angst, wie ich's auf» nehme. Aber derlei verjährt ja nicht. Ich fasse mir den Kerl, wenn ich nach Hause komme —" „Willst du mir nicht eine Zigarette geben? Ich hab' so etwas wie Ekel im Munde." Oehme hatte ein Zittern in den Fingern, als er die Zigarette dem Freunde hinüberreichte. „Der Brief ist anonym?" „Allerdings!" „Und auf solch einen anonymen Wisch hin willst du sie verurteilen!" „Wer sagt denn, daß ich sie verurteile?" Das auf- flammende Streichholz beleuchtete Merlins nun wieder völlig ruhiges Gesicht. „Nenn' mir eine Frau, die nicht flirtet, wenn es sein kann — vielleicht weißt du so eine Heilige! Ich weiß keine!" „Du bist selber schuld", brauste Oehme auf. „Wenn ein Mann sich so wenig um seine Frau kümmert —" „Stopp! —" gebot Merlin. „Es gibt Dinge, die ich einfach nicht vertrage." Der Doktor wandte den Blick ab und stäubte die Asche ab, welche ihm auf das Beinkleid gefallen war und von dort auf den Boden, der in feingemustertem Mosaik schillerte. „Sie ist möglicherweise vollkommen unschuldig. Jörg!" „Schon möglich, ja! — Das wird sich ja erweisen. Ist der Wagen unten? — Ich habe so etwas gehört, als ob der Duce auf Pünktlichkeit halte." Oehme trat auf die Loggia und rief etwas nach dem Zimmer zurück. Merlin schlüpfte in seinen Frack» mantel und zog die Ordensschnalle zurecht. „Den morgigen Abend wollen wir uns frei halten, Georg. Feste zu feiern kostet beinahe mehr Nerven als Arbeit. Und die habe ich in letzter Zeit wahrhaftig nicht zu knapp gehabt." Und als der Doktor nichts erwiderte, zuckte er die Achseln und schritt ihm voran die Treppe hinab, dem Boy zunickend, der nach dem Windfänger sprang, ihn für die beiden Herren in Drehung zu versetzen. Als sie zwei Minuten später die Via Nationale hinauffuhren, überholte sie ein geschlossener Wagen, aus dessen spiegelnden Fenstern für den Bruchteil einer Minute ein dunkles Augenpaar lockte. Die beiden Autos hielten fast gleichzeitig vor der Auffahrt. Merlin sah ein fliederblaues Samtcape, aus dessen hochgestelltem Hermelinkragen ein schneeiger Hals leuchtete. Das bauschige Gefältel des Samts konnte die schlanken Formen, die er umschmeichelte, nicht ganz verhüllen. Merlin hielt die Gestalt fest und verfolgte sie bis in das Gewirr des Vestibüls, wo die Gäste sich ihrer Ueberkleider entledigten. Er sah blendend weiße Schullern, die sich wie ein Hauch aus apfelfarbener In Rußland wurden am 11. März auf Grund der Verordnung des Zentralexekutivkomitees der Sowjetunion 35 Abstämmlinge aus bourgeoisen und Gutsbesitzerklassen wegen konterrevolutionärer Schädlingsarbeit zum Tode durch Erschießen verurteilt und die Todesurteile vollzogen. Weiter sind 22 Personen zu je 10 Jahren und 18 zu je 8 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Aus aller Welt Rüser Larsens Südpolar-Lxpedilion gescheitert. Rach einem Privattelegramm an den in Oslo wohnenden Vater Dewolds. eines Teilnehmers an Riiser Larsens Südpolar - Expedition, die vor einigen Tagen auf dem 67. Grad südlicher Breite und 30. Grad östlicher Länge von einem norwegischen Walfangdampfer an Land gebracht worden war, ist die Expedition durch Eis unmöglich gemacht worden. Sie hat alle ihre 53 Schlittenhunde und wahrscheinlich den größten Teil ihrer Ausrüstung verloren. Die Expeditionsteilnehmer wurden'von einem Walfang- dampser gerettet. — Die Expedition wollte eine fast 5000 Kilometer lange Schlittenreise über zum Teil noch nicht erforschte Küsten nach dem antarktischen Festland unternehmen. Das Unglück'st entweder darauf zurückzuführen, daß die E pedi- tion von losen Eismassen, durch Sturm oder durch irgendeine andere Katastrophe abgetrieben worden ist. oder darauf, daß die Cisbarriere „gekalbt'* hat. . Explosion bei Lyon. — Drei lote, ein Verletzter. Sn einem Elektrizitätswerk vor den Toren von Lyon ereignete sich aus bisher unbekannten Gründen eine Explosion. Es entstand ein Brand, der aber von der Feuerwehr bald gelöscht werden konnte. Unter den Trümmern wurden die Leichen zweier Arbeiter geborgen, ein weiterer Arbeiter fand den Tod auf dem Wege ins Krankenhaus; ein vierter kam mit Verletzungen davon. Der ganze Stadtteil auf dem linken Äser der Rhone war in den Morgenstunden ohne Licht. Der Sachschaden ist erheblich. Var der Flucht nach Paris verhaftet. Der Direktor Jakob Schapiro von der Neuen Bodenkredit AG. in Berlin, sowie das Vorstandsmitglied der Gesellschaft, Sakin, wurden an einem der letzten Abende fe ft genommen. Direktor Schapiro war bei feiner Festnahme im Begriff, mit dem Nachtschnellzug nach Pari» abzureisen. Schapiro und Sakin, gegen die seit längerer Zeit bei der Staatsanwaltschaft I ein Verfahren wegen handelsrechtlicher Untreue schwebt, wurden dem Bernehmungsrichter zwecks Erlaß eines Haftbefehls vorgeführt. Ein ungetreuer Kriminalbeamter. Der Kriminalpolizeirat Philippi wurde nach fünfmonatiger Verhandlung vor der Großen Strafkammer des Landgerichts in Schneidemühl wegen Unterschlagung zu einem Jahr drei Monaten Zuchthaus verurteilt. Rach der Verkündung des Urteils zog Philippi plötzlich eine Pistole und schoß sich eine Kugel in die Herzgegend, so daß schon nach wenigen Minuten der Tod eintrat. Philippi hatte als Leiter der Kri- minalpo'.izei aus dem Fonds zur Bekämpfung des Verbrechertums Gelder zur Aufklärung von Kri- minalfällen angefordert, die es gar nicht gab. wechsel der Leitung der Berliner Städtischen Oper. An der Städtischen Oper in Berlin ist bjefer Tage ein Wechsel in der Leitung ein- getreten. nachdem zwei Tage vorher auf dem Dach des Hauses die Hakenkreuzflagge feierlich gehißt worden war. Die kommissarische Leitung des Theaters übernahmen Stadtverordneter Robert M a t s ch u ck und für alle künstlerischen Angelegenheiten Intendant Otto Wilh. Lange. Im Zusammenhang mit dieser Maßnahme tour- Seide schälten und war im nächsten Augenblick an ihrer Seite. Oehme wußte nicht wie ihm geschah, aber er stand auf einmal allein. Stephanie fühlte ihren Arm gestreift, blickte verwirrt auf und bekam einen dunklen Farbenton auf die Wangen. „Grazie!" Sie hatte nicht bemerkt, daß ihr apfelfarbener Seidenschal auf den Marmorboden zu liegen gekommen war und ihr nun von Hans Jörg ausgehändigt wurde. Seite an Seite fliegen sie zu den Empfangsräumen hinauf. Oehme sah den Frack Jörgs neben der schillernden Toilette der schönen Römerin um eine Biegung verschwinden und nahm sich vor, die beiden nicht aus den Augen zu lassen. Aber das war eine böse Sache. Unter der Unmenge der Gäste verlor man sich, ehe man sich dessen auch nur bewußt wurde. Und Mer- lin war in einer Stimmung, die wahrhaftig nichts an Reizbarkeit zu wünschen übrig ließ. Es kam darauf an, daß man nichts sprach ober tat, was hernach besser ungeschehen gewesen märe. Als er ihn aber eine Viertelstunde später doch zu suchen begann, entdeckte er ihn in ein angeregtes Gespräch mit dem deutschen Botschafter verwickelt. Vorläufig konnte man also beruhigt sein. Zum Souper, das der Menge der Gäste wegen in zwei Sälen serviert wurde, konnte er der Tischordnung halber keinen Kontakt mit dem Freunde behalten und als er ihn dann suchte, griff ihn ein italienischer Kollege auf, der seinerzeit ein Semester mit ihm in der Sorbonne gemacht hatte und ließ ihn nicht mehr los. Ihn stehen zu lassen, war unmöglich. Nur mit den Blicken suchte er immer und immer wieder durch die Räume und konnte nicht finden, was er so bitter gerne gesehen hätte. Weder Hans Jörgs Frack, noch die apfelfarbene Seidenrobe der schonen Römerin tauchte zwischen den Gästen auf. Wo mochten sie beide fein? Frau von Guielmo hatte mehr Glück, denn sie sah Stephanie, den opalfarbenen Schal über die Schultern geworfen, die Steintreppe nach dem Park hinabsteigen. Es dünkte sie gut so. Zu locken war Weibersache und die des Mannes war, zu finden. — Und Merlin fand. Die Zigarre auf der weißen Brüstung der Terrasse abftäubenb, legte er sie dem Faun, der den Kandelaber trug, vor die Füße. Noch war der Park in märchenhafte Stille getaucht. Don den Palmen fielen kunstvolle Schatten auf den Rasen und zitterten in dem leichten Wind, den der Tiber heraufschickte wie tanzende Silhouetten. Eine Kallagruppe mochte wohl in der Nähe stehen, denn ihr durck- bringenber Duft zog bis zu ihm herüber und machte ihm beinahe Kopfschmerzen. Der Wein aus ben Sabinerbergen war stark gewesen, und er hatte aus irgendeinem Grunde ein Glas über Bedürfnis getrunken. Aber das mußte die frische Luft in Bälde ausgeglichen haben. „Wo war sie nur? —‘* (Fortsetzung folgt.) den der bisherige Intendant Tarl Ebert und einige Mitglieder des Dühnenvorstandes ihrer Aemter enthoben. In den Abendstunden wurde die Städtische Oper auc Sicherung einer «reibungslosen Fortführung des Theaterbetriebs durch ein SA.-Kommando beseht. Ein guter Jong der Zollbehörden. Ein guter Fang ist den Beamten der Zoll- fahndungSstelle Freiburg bzw. den Zollbecß'ten am Dren-übergang Weil-Otterbach gelungen. Dort wurde beim Versuch des Uebertrittes nach der Schwei- eine Direktorsgattin aus der Schweiz mit ihrem Auto angehalten und untersucht, wobei sich herausstellte, daß sie 5 4 0 0 0 Ward bei sich trug und diesen Betrag über die Grenze schaffen wollte. Die Frau sowie auch ihr Mann wurden verhaftet. Das Geld und das Auto wurden beschlagnahmt. Die bisherigen Ermittelungen eraaben, das; die Frau bereits 250000 Mark in verbotener Weise nach der Schwci- gesch-fft hatte. Germanische, 7lationalmu|eum zu Nürnberg. Die Eröfsnung der Veit-Stoß-Gedächt- n i S a u s st e l l u n g ist für den Mai d. 3. in Aussicht genommen. Etwas später haben auch die Polen Cedi chtn.sfeierl.chkeiten vorgesehen. Polen sieht noch immer den Nürnberger Bildschnitzer als einen der Seinigen an, da er den großen Marienaltar im Kralauer Dom für die deutsche Gemeinde gearbeitet hat, doch ist die deutsche Abstammung des Meisters nicht zu bezweifeln, und seine Kunst ist eine der reichsten und eigenwilligsten Blüten der deutschen Spätgotik. Die Nürnberger Ausstellung, die bis zum August dauert, wird das bewegliche Werk, soweit es im deutschen Kirchen-, Museums- und Privatbesih sich befindet, vereinigen. Einzeln« Dildhauer- arbeiten im Besitz des Germanischen Museum- werden die Llebersicht abrunden. Di« Ausstellung verspricht künstlerisch und wissenschaftlich äußerst ertragreich zu werden. Lin Perlen-halsband-Dlebskahl in Wien. 3m Zusammenhang mit dem Diebstahl eines ko st baren Perlenhalsbandes sind in Wien der Baron Herbert Popper-Podhragy, ein Neffe der bekannten Kammersängerin 3 e r i tz a, sowie ein Direktor und ein Direktorstellvertreter der halbstaatlichen Dersatzanstalt Dorotheum v e r h a f - t e t worden. Das kostbare Halsband, das der Baronin Cahn-Speyer gehörte, enthält 47 Perlen bis zur Größe einer Nuß. Es ist in der Vorkriegszeit für 170 000 Goldkronen erworben worden und wird auch jetzt Noch trotz des starken Sturzes der Perlenpreife auf 180 000 Schilling geschätzt. Es verschwand eines Tages aus dem Safe oes von der Baronin ständig bewohnten Hotels und ist jetzt gänzlich unbeschädigt wieder auf einem Barometer in der Wohnung des Dorotheum-Direktors Oberschatzmeisters Regierungsrat M e i n b e l aufgefun- den worden. Baron Popper, ein junger Mann, der in Wiener Nachtlokalen eine bekannte Erscheinung ist und ständig bei seiner Großtante, Baronin Speyer, verkehrte, hat das Halsband in einem unbewachten Augenblick aus dem Safe verschwinden lassen und es dann im Dorotheum für 5000 Schilling versetzt. Einige Tage später erhöhte er die Pfandiumine um weitere 3000 Schillinge. Den Pfandschein versuchte er für 5000 Schilling an einen Juwelier weiter zu geben, der das Dorotheum verständigte und die Sperrung des Pfandscheines an- regte. Der Pfandschein wurde jedoch unmittelbar darauf von einer unbekannten Dame erworben, die die Gattin des ebenfalls im Gewahrsam der Polizei befindlichen stellvertretenden Direktors des Do- rotheums, Maurer, sein soll. Die beiden Beamten des Dorbtheums werden wegen Teilnahme am Diebstahl verfolgt und haben beide ein G e st ä n d - n i s abgelegt. Frau Maurer leugnet noch. Baronin Popper hat sich zuletzt in München aufgehalten, sie wurde auf Anregung der Wiener Polizei als lästige Ausländerin abgeschoben und an der Grenze in Haft genommen. Line italienische Ehrung Werner Sombatt». Mussolini empfing den Abgeordneten 2 at - tat, der ihm mitteilte, daß auf Anregung der juristischen Fakultät und der Hochschule für Korporal.onswesen bei der 11 n i d e r f 11 ä t Pisa am 19. März eine Ehrung für den deutschen Nationalökonomen Professor Werner S o m - bart stattfinden werde, der an diesem Tage vor 50 Jahren sich in der Universität Pisa hat einschreiben lassen. Der Gelehrte wird einen Dortrag in italienischer Sprache über di« sozialen Strömungen im heutigen Deutschland halten. Mussolini hat über die Anregung zu dieser Feier sein« Genugtuung ausgesprochen und erklärt, diese Deranstaltung sei dazu angetan, die Beziehungen zwischen den Wirtschaftlern der beiden Länder zu vertiefen. Drei Tote bei einem Wohnungsbrand in Vochum. 3n einem Hause in Bochum-Linden brach ein Brand aus, der drei Todesopfer forderte. Das Feuer ist wahrscheinlich in einem im Erdgeschoß liegenden Lebensmittelgeschäft entstanden. Die in den oberen Stockwerken schlafenden Bewohner des Hauses wurden von demFeuerüberrascht. Von einer Familie fielen der Mann, b i e Frau und ein Kinb ben Flammen zum Opfer, ein anbere^ Äinb erlitt schwere Verletzungen. Ein weiterer Hausbewohner trug burchSprung zum Senft er hinaus, ebenfalls schwere Verlegungen davon, eine Frau wurde leichter verletzt. Die Feuerwehren von Bochum und Linden nahmen die Bekämpfung des Brandes auf. Autounglück. — Ein Toter, ein verletzter. Wie die Neichsbahndirek-.on Hannover mittcilt, ist auf der Landstraße Werden—Walsrode in der Nähe von Werden ein Personenkraftwagen durch die geschlossene beleuchtete Schranke gegen die Lokomotive eines Güterzuges gefahren. Der Vorderteil des Kraftwagens wurde zurtrümmert und die beiden 3nsassen herausgeschleudert. Ein Fräulein O. Hammelberg (Werden) wurde getötet und der Hausierer Julius Bernhard verletzt. Wettervoraussage. Der hohe Druck wirkt sich weilerhin aus und wird das schone Frühlingswetter fortbestehen lassen. Die Temperaturen gehen infolge der Ausstrahlung nachts noch unter den Gefrierpunkt zurück, während tagsüber wieder kräftige Erwärmung einsetzt. Aussichten für Dienstag: Morgens stellenweise dunstig, sonst aufheiternd und trocken, leichter Nachtfrost, tagsüber mild. Aussichten für Mittwoch: Noch keine wesentliche Aenderung. Lufttemperaturen am 12. März: mittags 10 Grad Celsius, abends 3,3 Grad; am 13. März: morgens — 2,9 Grad. Maximum 11 Grad Minimum —3,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 12. März: abends 5,3 Grad; am 13. März: morgens 1,6 Grad Celsius. — Sonnenfcheindauer 7% Stunden. Aus der provinzialhaupistadt. Naturgemäße Heilbehandlung. Don Or. med. E Kaufmann. Die Basis alles praktischen Handeln- beruht auf dem, was wir als naturgemäß erkannt haben. Diese Erkenntnis kann nur durch eingehende, liebevolle und von Ehrfurcht getragene Erforschung der Natur erlangt werden. Wir fußen heute auf den naturwissenschaftlichen Erfahrungen vieler Jahrtausende, und dennoch hat sich nur ein Teil, und zwar ein recht bescheidener, dieser Vorgänge unserem Verständnis enthüllt. Auf dem Gebiete der Technik, wie auf dem der Heilkunde haben diese im Grunde genommen recht bescheid nen Errungenschaften den Menschengeist doch zu erstaunlichen Entdeckungen und Erfindungen befähigt, solange er sich an das hielt, was er als naturgemäß erkannt hatte. Die chem.sch-physikal.schen Grundlagen der Technik gelten ohne weiteres als naturgemäß, also als selbstverständliche Voraussetzung. Der Heilkunde gegenüber wird jedoch das Wort „naturgemäß" oft in nicht eindeutiger Form gebraucht. Die Verfechter einer naturgemäßen Heilbehandlung fordern, daß zur Behandlung von Krankheiten nur die Mittel verwendet werden, die uns die Natur liefert und von denen die Menschen unter einfachen, naturnahen Kulturverhä tnissen Gebrauch machten: Sonne, Wasser, Licht, einfache Nahrungsmittel, in der Natur voriommende Heilkräuter. Eie lehnen ärztliche Maßnahmen ab, die ihnen unnatürlich oder künstlich erscheinen, z. B. Einspritzungen, Operat.onen. Die wissenschaftlich« Medizin beschränkt sich bei der Beurteilung dessen, was naturgemäß ist, nicht auf die Mittel, sondern dehnt den Begriff auf alle Lebens- und Hei- lungr-vorgänge im menschlichen Körper aus. Wo nur irgend möglich und aussichtsreich, verwendet auch der Arzt heute die natürlichen Heilmittel in der Krankenbehandlung, aber er beschränkt sich nicht darauf, da er auf Grund genauer Studien der Lebensvorgänge im Körper weih, daß auch noch vieles andere naturgemäß ist und daß der Körper selbst die allerstärlsten Heilmittel und Heilverfahren besitzt. 3eder weiß, daß eine Wunde von selbst heilt. Der Arzt aber kennt einige der natürlichen Vorgänge, die zur Wundheilung führen. Er ist bestrebt, sie nicht zu stören, sondern diese Naturheilung nach Kräften zu fördern. Allzu kräftiges Auswaschen einer Wunde oder Auflegen von Heilkräutern kann aber störend wirken. Ruhigstellung und ein keimfreier Verband genügen meist zur Begünstigung der Heilung, und zur Erzielung einer guten Narbe muß unter Umständen d e Wunde zi.sammengeheftet werden. 3ft ein Organ im Körperinnern erkrankt, so zeigt der Organismus das Best-eben, die durch die Erkrankung zerstörten Teile auiizustohen ober au ersetzen. Es bildet s.ch eine ^.ctzündung, eine Eiterung oder ein Abszeß. Das ist ein naturgemäßer Heilungsvorgang, bei dem solange nicht eingegriffen werden darf, als er regelrecht und ohne Gefährdung anderer Organe verläuft. Besteht diese Gefahr, so muß der Arzt den Abszeß öffnen. Er muh z. B. den entzündeten oder vereiterten Wurmfortsatz am Blinddarm entfernen, um die lebensgefährliche Verbreitung des Eiters in die Bauchhöhle zu verhüten. Das ist naturgemäße Heilbehandlung. Bei der Lungentuberkulose entstehen an zahlreichen Stellen Entzündungsvorgänge, die sich leicht ausbreiten. Der Körper sucht durch Einschmelzung und Abgrenzung der erkrankten Teile dem Fortschreiten Einhalt zu tun. Der Arzt ist bestrebt, nicht nur die Ausbreitung der Krankheit, sondern auch das Maß der Abwehrlraft des Organismus zu erkennen. Durch allgemeine Kräftigung, gute Ernährung, Licht und Ruhe kann man diesen Heilungsprozeß beschleunigen und anregen. Um die Lunge ruhig zu stellen, schaltet man sie teilweise aus dem Atmungs- Prozeß aus. indem man Lust in die Lungenhöhle einbläst und die Lunge so zum Zusammensailen bringt. Dieses Verfahren, Pneumothorax, erscheint zunächst nicht naturgemäß, wenn man bedenkt, daß die Lunge doch eigentlich zum Atmen da ist. Der Kranke mit einem Pneumothorax muh dann eben unter den veränderten Bedingungen der Krankheit auf einen Teil seiner Atmungsleistung verzichten und fein Verhalten diesem veränderten Zustand anpassen, um das naturgemäße Heilverfahren zu ermöglichen. Unter den Heilmitteln, die die wissenschaftliche Medizin verwendet, spielen kunstvoll zusammengestellte chemische Präparate eine große Rolle. Sie erscheinen dem Laien oft wenig naturgemäß, und doch sind fi£ es in besonders hohem Maße, stellen sie doch Stoffe dar. die der Körper selbst herstellt und die er zu bestimmten Stoff- Wechselvorgängen unbedingt braucht. 3st der Kör- per aus irgendeinem Grunde, also meist infolge Krankheit, nicht in der Lage, diese Stoffe in ausreichender Menge herzustellen, so kommt ihm der Arzt zu Hilfe und erseht das Fehlende durch Präparate, die er entweder von Tieren gewonnen, oder künstlich aus chemischem Wege aufgebaut hat. Viele dieser Stosse würden eine Veränderung erleiden und ganz unwirksam bleiben, wenn man sie dem Kranken auf natürlichem Wege einver- leibte, also durch den Mund einnehmen ließe. Daher wählt der Arzt den anscheinend unnatürlichen Weg der Einspritzung in das Blut ober unter die Haut. Dieses anscheinend naturwidrige Verfahren ist in Wirklichkeit höchst naturgemäß, denn man kommt damit so nahe wie irgend möglich an den entsprechenden Vorgang im Körper selbst. Viele der in den außerordentlich fein eingerichteten Laboratorien des Körpers hergestellten Stoffe werden von ihrem Entstehungsort aus direkt dem Blute übermittelt und wirken nur von hier aus. Solche Mittel sind vor allem die Hormone. die von den kleinen Drüsen, den sog. Blut- drüsen oder Drüsen mit innerer Sekretion herge- stellt werden. (Schilddrüsen, Keimdrüsen. Nebennieren, Hirnanhang und die 3nselapparate.) Gerade das aus diesen Organen gewonnene 3nfu- lin ist ein besonders eindrucksvolles Beispiel für die Art, wie die moderne wissenschaftliche Medizin auf Grund ihrer Kenntnisse von den Vorgängen im gesunden und im kranken Organismus es verstanden hat. lebenswichtige Stoffe, die dem Körper infolge Krankheit verloren gegangen find, auf naturgemäßem Wege und in einer der natürlichen entsprechenden Form künstlich zu ersetzen. Diese Veispiele mögen genügen, um darzutun, wie die moderne Heilkunde im wahren Sinne naturgemäß handelt, und zwar auch dort, wo sie sich nicht auf die Mittel beschränkt, die ihr die Natur mühelos spendet. Illegale Flugblätter gefunden und sichergesteltt. Der Polizeibericht meldet: Am Samstagmorgen wurden auf der Landstraße Leihgestern—Gießen in der Nähe der „Bergschenke" mehrere hundert kommunistischer Flugblätter, die fortgeworfen worden waren, oorgefunden und von der Polizei und von Zivilpersonen sichergestellt. Auf Grund dieses Fundes nahm die Landeskriminalpolizeistelle Gießen in Leihgestern eine Durchsuchung vor, bei der ein Gummiknüppel beschlagnahmt wurde. Herstellung von Schweizer Stumpen in Gießen. Die Firma Georg Philipp Gail AG. in Gießen hat — wie uns mitgeteilt wird — als erste und bis jetzt einzige Firma in Oberhessen die Fabrikation von sog. Schweizer Stumpen ausgenommen und damit einen, wenn auch der Zigarrenfabrikation nahestehenden, so doch neuen Herstellungszweig in unser Hessenland gebracht. Dies ist um so erfreulicher, als es sich bei dieser Herstellung um Handarbeit handelt, die Aussicht auf weitere Mehrbeschäftigung von Arbeitern eröffnet und auch die Möglichkeit zur Erlernung eines neuen Berufes gibt. Bei dieser Gelegenheit kann wei er die erfreulich« Feststellung gemacht werden, daß >m letzten halben 3ahre der Arbeiterstand der Firma Gail um 147 Arbeiterinnen durch Ncu- einstellung erhöht wurde. Taten für Montag, 13. März. 1741: Kaiser Joseph II. von Oesterreich geboren; — 1781: der Architekt Friedrich Schinkel in Neuruppin geboren; — 1860: der Komponist Hugo Wolf in Win- dischgrätz geboren. Bornotizcn. — Tageskalender für Montag: Tierschutzverein, 20.15 Uhr, Kaufmännisches Ver- einshaus, Hauptversammlung. — ZDF.. 20.C0 Uhr, bei Kamerad Wc'nhardt, Monats-Dersamm- lung. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Wenn dem Esel zu wohl ist". — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, kommt Bruno Frank mit seiner Komödie „Nina" erstmalig in dieser Spielzeit zur Aufführung. Die Erstaufführung unter Karl Hcysers Spielleitung ist zu gewöhnlichen Preisen als 23. Vorstellung im Dienstag- Abonnement. Die Rolle der „Nina" spielt Edith Berger. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. — Mittwoch, 15. März, 22. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement, Gerhart Hauptmann „Vor Sonnenuntergang", Spielleitung: der Intendant. — Samstag, 18. März, 20 Uhr (Ende 23 Uhr) und Sonntag, 19 März, 18.30 Uhr (Ende 21.30 Uhr) zum 14. und 15. Mal die Operetten-Revue „Im weißen Rößl".- Beide Vorstellungen außer Abonnement und zu kleinen Operettenpreisen. In beiden Vorstellungen ha- ben Dorzugsgutscheine Gültigkeit. Samstag außer- dem auch Schülerkarten. * *• Reiht d i e Weidenkätzchen nicht a b ! Das Abreißen von Weidenkätzchen ist bekanntlich polizeilich verboten. Zuwiderhandelnde werden mit Strafe belegt. Es sei aber noch besonders darauf hingewiesen, daß die Weidenkätzchen für die Bienen die erste Nahrung bilden und schon deshalb nicht abgerissen werden sollten. Hoffentlich findet dieser Hinweis überall die gebührende Beachtung und Befolgung. •* Ehrungen im Hessischen Sängerbund. Der Hessische Sängerbund ehrte dieser Tage wieder eine Reihe seiner Mitglieder für ihre treue Mitgliedschaft und die langjährige Sangestätigleit im Verbände. Für 50jährige aktive Sangestätigkeit wurden Konrad Becker („Eintracht" Nieder-Ohmen), Heinrich Leun IX., Heinrich Magnus II. und Ludwig Nepp (sämtlich „Harmonie" Grohen-Lndien). Hermann Kinsel 1. („Liederkranz" Düdelsheim), 3ohann V o g t ( Frc h inn" Hochelheim), Wilhelm G r a II (? Liederkranz" Stockheim i. O.) ausgezeichnet. Die 3ubilare erhielten die goldene Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes und den Sängerehrenbrief. Mit der filbernen Ehrennadel für 40jährige aktive Sangestätigkcit wurden Friedrich Weber („Arion" Klein-Linden), und Ludwig Dieh- mann („Arion" Klein-Linden), 3akob Sommer IV. und Georg Sommer V. (.Jugendfreund" Steinberg), Karl R e u f ch l i n g IV., Philipp Balser, Karl Balser IX.. Heinrich Nikolaus, Karl Reuschi ing III., Karl Schneider (.Germania" Steinbach), Philipp Schmidt II. (»Harmonie" Großcn-Linden). Heinrich Brethauer („Eintracht" Rinderbü» gen). Heinrich Vogel („Teutonia" NordeckV Ludwig Schäfer II. („Eintracht" Steinbach» bedacht. Die Ehrennadel „Für Derdienst",^-^ Auszeichnung für 25jährige Vo,H«W«mgkett erhielten Ludwie^v eiten XI. und Heinrich Sern (beide Harmonie" Großen-Linden). * Beim SKr.n gieren verunglückt. Gestern morgen zu früher Stunde verunglückte der Rangiermeister Emil Walter aus Daubringcn und erlitt einen Beinbruch, ferner Kopf- und Hust- Verletzungen, so daß er in bedenklichem Zustande in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. Wie wir erfahren, befindet sich der Verunglückte glücklicherweise heute auf dem Wege der Besserung. Strafkammer (Sieben. * Gießen, 10. März. Als ein Außenbeamker des hiesigen Zollamts am 20. 4.1932 in ein Zigar- rengefchäft kam, um dort die Banderolen nachzuprüfen, bemerkte er, daß zwei ihm unbekannte Personen dem Geschäftsinhaber und seinem Sofort Kleiderstoffe anboten. Er wies sich als Zollbeamter aus und ersuchte um Vorlage des Wandergewerbescheins. Der eine Stofffoänblcr hatte keinen solchen, der andere nur einen für Preußen und nicht für Hessen versteuerten. Pflichtgemäß erklärte der Beamte die Stoffe und den Wandergewerbeschein für beschlagnahmt. Die beiden Händler leisteten ihm hiergegen Widerstand; insbesondere versuchte der heutige Angeklagte, ihm den Wandergewerbeschein zu entreißen. Als der Beamte ben Laden verließ, folgten ihm beide Händler und versuchten auf der Strafje, ihm den Schein mit Gewalt abzunehmen. Auch ein dritter Händler, der auf der Straße gewartet hatte, beteiligte sich hierbei. Das Amtsgericht hatte alle drei Stoff Händler wegen Widerstands zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt. Die Berufung des einen (die beiden anderen hatten das Urteil anerkannt) war ohne Erfolg. — Die Strafkammer bestätigte auch das Urteil oes Amtsgerichts gegen denselben Angeklagten, wonach dieser wegen Hinterziehung der hessischen Wandergewerbesteuer zu 240 Mark Geldstrafe verurteilt worden war. 3m August 1932 fanden die Bewohner eines abseits von Hain-Gründau gelegenen Hauses am Hostor ein Säckchen, in dem sich eine Brieftaube und ein Schreiben befanden. In diesem forderte ein Unbekannter unter Drohungen, die Brieftaube wieder fliegen zu lassen, nachdem man 50 Mark in ein kleines, an der Taube befestigtes Täschchen gesteckt habe. Die Hausbewohner verständigten alsbald dis Polizeibehörde. Dem Krirninalinspektor Magold gelang es in kürzester Zeit, ben Briefschreiber in ber Person eines in ber Nähe beschäftigten Melkers zu ermitteln. Wegen versuchter Erpressung angeklagt, würbe er von bem Amtsgericht Bübingen zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Seine Berufung war ohne Erfolg. Oberbürgermeister Or. Landmann-Irankfuri abgereist. Frankfurt a. M., 13. März. (WTB. Drahtmeldung.) ilm zu verhindern, daß die Erregung der Volksmassen sich zu Tätlichkeiten gegen ben Oberbürgermeister Dr. Landmann auswachse, sollte, wie die Polizeipressestelle mitteilt, Dr. Landmann in Schutzhaft genommen werden. Die Durchführung dieser Schutzhaft war jedoch nicht mehr möglich, da Dr. Landmann bereits aus Frankfurt a b g e r e i st war. Sein Aufenthaltsort ist unbekannt. Der Magistrat nahm heute in einer außerordentlichen Sitzung Kenntnis von einem Schreiben des Oberbürgermeisters Dr. Landmann vom 11. März, in dem er dem Magistrat mitteilt, daß er im 3nteresse der Stadtverwaltung und zur Verhinderung von Kämpfen um die Neubesetzung des Oberbürgermeisterpostens mit bem 12. März in den gesetzlichen Ruhe st and trete. Men Ne nicht M einmal festzustellen,wie sich die OBERST- Zigarette von anderen 3/tiPfg-Zigaretten unterscheidet ? (221m überzeugendsten wäre natürlich ein Vergleich.Erst ein paar Züge ausjhrer bisherigen Gewohnheitsmarke,dann aus der seinerzeit von 5 auf3%Pfg herabgesetzten OBERST. Schade, dass wir Jhr Mienenspiel froher Überraschung nicht beobachten können! OBERST die 8X3 Pfg-Zigarette, "beider nach teurer jMarkenJlrt sich 'Jiilde mit AROMA paart. OBERST, WALDORF ASTORIA C-M-B-H MÜNCHEN Oie Kommunalwahlen in Preußen. Kreistag Wetzlar. RSDAP. 24 053 = 14 Mandate. SPD. 14 439 = 8, KPD. 1625 = 1, Zentrum 794 - 0. SWR. 3052 — 2. DDP. 901 --- 1, StP. 2066 -- 1, Gewerbe und Landwirtschaft 815 ----- 1. Kreistag Marburg. _ RSDAP. 19 589 - 14 Mandate. SPD. 4902 %= 4. KPD. 1010 = 1. Zentrum 5518 = 4. SWR. A>8 — 1. DDP. 656 — 1, Interefsengenu der 0, Dürgerm. Metzler Kirchyckln iTTrS — 1. Deawjen und Angestellte 497 = 0. 7^ Kreistag villenbu RSDAP. 31 327 = 18 Mdt.. SPD. 6919 = 7. KPD. 919 = 1. Chr.-Soz. D. 2181 ----- 1, Arbeitsgemeinschaft Schwarz-Weih-Rot - Land 1589 = 1, Dezirksliste Ahrtal 1571 ----- 1, Dezttksl. Biedenkopf 2849 =2, Bezirk!. Dillkreis 2lorwest 1706 = 1. Kreistag Westerburg. RSDAP. 13189 = 10 Mandate, SPD. 2760 = 2. Zentrum 10 682 = 9. SWR. 2119 = 2, Rat. Landvoll 987 = 1, Evg. Liste 1004 = 1. Kreistag Oberlahnkrels. RSDAP. 11 596 = 11 (0) Mandate. SPD. 5651 = 5(9). KPD. 582 = 1 (0), Zentrum- 3591 = 3(4). SWR. 2401 --- 2(4), Stadt und Land (DDP.) 832 = 1 (6). Kreistag Limburg. RSDAP. 2388 = 8 Mandate, SPD. 543 = 3. KPD. 118 = 1, Zentrum 3661 = 13, SWR. 136 *= 1, Arbeitsgem. Stadt und Land 309 = L Kreistag Fulda. RSDAP. 9380 = 7 Mandate, SPD. 2151 --- 2, KPD. 1093 = 1, Zentrum 22 447 ---- 16. SWR. 446 = 0. Kreistag Hanau. RSDAP. 13 894 = 10 (0) Mandate, SPD. 8001 = 6 (9), KPD. 8176 ----- 6 (6), Zentrum, 2747 ----- 2 (0), Rationale Dürgerliste 1654 = 1 (0). Kreistag Main-Taunus. RSDAP. 16 022 = 11 Mandate, SPD. 8415 = 6. KPD. 2678 = 2, Zentrum 9070 --- 6. SWR. 1316 --- 1. Stadtverordnetenversammlung Wetzlar. RSDAP. 2693 - 8 Mandate, SPD. 2569 = 8 (11), KPD. 339 = 1, Zentrum 583 = 1 (2), SWR. 534 = 1 (3), StP. 1721 = 5 (3), DDP. 425 = 1, Mittelstand 606 = 2 (früher DDP. u. Mittelstand zusammen = 8 als Vereinigte Dürgerliste). Stadtverordnetenversammlung Herborn. RSDAP. 1347 = 9 Mandate. SPD. 416 = 3, KPD. 34“ 0, Ztr. 181 =1, SWR. 240 = 1, Herborner Bürgerliste 426 = 3. Stadtverordnetenversammlung haiger. RSDAP. 720 = 9 Mandate. Arbeitnehmerliste 150 = 1, Bürgerliste 304 = 3, Bürgerliste Gemeinwohl 142 = 1, Liste Trott 90 ----- 1. Stadtverordnetenversammlung Limburg. RSDAP. 2242 = 8 Mandate. SPD. 622 = 2. KPD. 111 =0, Zentrum 3543 ----- 12. SWR. 103 --- 0. DDP. 456 = 1. Wirtschaft. Berlin fest und freundlich. Berlin, 13.März. (WTB. Funkspruch.) Schon im heutigen Vormlltagsverkehr war eine wesentlich beruhigtere Stimmung festzustellen. Als sich dann zu Beginn der Börse herausstellte, daß leitens der Kundschaft fast auf allen Marktgebieten Kauforders eingetrofsen waren, wurde die Tendenz aus- oe sprach en fest. Die aeftrigen Erklärungen des Reichskanzlers hinsichtlich der Wiederherstellung von R^rhe und Sicherheit machten ebenso wie der Aus- gang der Kommunalwahlen einen günstigen Eindruck. Ferner trugen die Meldungen aus USA., die von einer baldigen Wiederingangsetzung des Bankenverkehrs sprechen, und im Zusammenhang damit die heute mittag stattfindende Wiederaufnahme des Dollarhandels in London zur Beruhigung bei. Das Kaufinteresfe erstreckte sich vornehmlich wieder auf Spezialpapiere. In diesen Werten nahm das Geschäft recht lebhaften Charakter an, und die Gewinne gingen hierbei, während sie sonst nur 1 bis 2 D.j), betrugen, wesentlich darüber hinaus bis zu 7 o. H. So eröffneten IG.-Farben bei einem Umsatz von 120 000 Mark 3,65 d.$). höher, Siemens gewannen 3,40 o. h., Contigummi 4,50 v. h., Kali- werte, die teilweise mit Plus-Plus-Zcichen erschienen, bis zu 7 v. H. Salzdetfurth erreichten hierbei die 200-Grenze. Ferner waren Harpener und Eisen- bahnoerkehrsmittel je 3 v.H. gebessert, Leonhard Tietz zogen um 3,25 v. H. an, Bopern-Motoren um 4 v. f). und Deutsche Waffen um 4,75 o. H. Für die im Kurse niedrig stehenden Werte wie Daimler, Maschinenokticn war zunehmende Kaufneigung zu beobachten. Auch die Tarifwerte logen erhott, nachdem die Befürchtungen hinsichtlich einer Aenderung in der Tarifpolitik als unbegründet bezeichnet wurden. Das Dementi hinsichtlich der Zinskonversionserklärungen Huaenbergs yatte eine freundlichere Stimmung am Anlagemarkt ausgelöst. Deutsche Anleihen waren schon zu Beginn zirka 0,13 v. $). fester und im Verlaufe weiter erholt. Reichsschuldbuchforderungen und auch Jndustrieobligationen gewannen bis zu 1 v. $). Am Markte der Goldpfand- briefe war das Geschäft ziemlich klein. Reichsbohn- vorzugsaktien eröffneten 0,40 v. H. über Samstag. Der Markt der A u s l a n d s r e n t e n lag vernachlässigt. Auch im Verlause blieb die Grundstimmung freundlich, überwiegend ergaben sich kleine Besserungen. Montanpapiere und Reichsbankanteile rückten in den Vordergrund. Auch Maschinenaktien blieben gefragt. Am Geldmarkt war die Situation im wesentlichen zwar unverändert, der Satz für Tagesgeld lag aber doch schon wieder ziemlich einheitlich bei 4,40 d. j). Ebenso wurde das herauskommende Pri- vatdiskont-Material williger ausgenommen. Reichswechsel und Reichsschatzanwetsungen waren weiter vernachlässigt, die Termine erfuhren keine Veränderungen. Frankfurt fest und lebhafter. Frankfurt a. M., 13. März. (WTB. Drahtmeldung.) Die weitere Befestigung der Regierungsposition durch die gestrigen Kommunalwahlen und d^r ruhige Derlauf derselben wurden an der Börse mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. 3in Hinblick auf die Wettergestaltung der wirtschaftlichen Lage ist man optimistischer, vor allem erhofft man durch das Arbeitsbeschaffungsprogramm eine industrielle Belebung. Daneben fanden auch die Desserungsanzeichen in USA. einige Beachtung. Infolge des sehr geringen Ordereingangs nannte man vorbörslich eher etwas schwächere Kurse, zu Beginn des amtlichen Der- kehrs war die T e n d e n z aber recht f e st und gegen den Wochenschluß ergaben sich durchschnittlich Kurserhöhungen von 1 bis 1,5Proz. 3m Verläufe, als der Ordereingang etwas größer war, wurde das Geschäft etwas lebhafter und Spezialwerte erzielten prägnante Befestigungen Den größten Gewinn verzeichneten Kaliwerte wie Salzdetfurth mit plus 8 Proz., Aschersleben und Westeregeln mit plus 4 bis 6 Proz. Ferner lagen Siemens zunächst 4,5 Proz. und dann wettere 2 Prozent, Harpener Bergbau 3,5 Proz., 3G. 3, Licht & Kraft, Contigummi. Reichsbank. Deutsche Erdöl, Schuckert und Zement Heidelberg von etwa 2 bis 2,5 Prozent höher. Auf den Rebenmärkten betrugen die Erhöhungen etwa 0,5 bis 1 Proz. Schiffahrtspapiere waren kaum verändert, Scheideanstalt lagen 1 Prozent niedriger. 2lm Rentenmarkt waren besonders späte Reichsschuldbuchforderungen mit plus 1 Prvz. und Altbesitz mit plus 0,5 Proz. nach den Rückgängen am Samstag erholt. DaS Geschäft war zunÄhst ziemlich lebhaft, wurde aber später wesentlich ruhiger. Reubesih und Schuhgebietsanleihe gewannen etwa 0,25 Prozent. Am Pfandbriefmarkt war die Kursgestaltung uneinheitlich, die Veränderungen betrugen etwa 0,5 Proz., 'Kommunalobligationen lagen aber meist schwächer. Auf den übrigen Gebieten des festverzinslichen Marktes war das Geschäft llein. Von fremden Werten blieben 4prozentige Einheitsrumänen gut behauptet. Frankfurter Schlachtviehraarkt. Frankfurt a- M., 13. März. Auftrieb: 1398 Rinder, darunter 336 Ochsen, 105 Dullen. 450 Kühe, 393 Färsen; 541 Kälber, 78 Schafe, 4659 Schweine. Cs wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 27 bis 30 Mk., (ältere) 24 bis 26, sonstige voll leischige (jüngere) 21 bis 23: Dullen: jüngere, vollfleifchige, höchsten Schlachtwerts 25 bis 28, sonstige vollfleischige oder aus- aemästete 21 bis 24; Kühe: jüngere, vollllcischige, höchsten Schlachtwerts 23 bis 23, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 20 bis 22, fleischige 16 bis 19, gering genährte 12 bis 15: Färsen (Kalbinnen, 3ungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 27 bis 31. vollfleischige 24 bis 23. fleischige 21 bis 23. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 36 bis 40, mittlere Mast- und Saugkälber 29 bis 35. geringe Kälber 23 bis 28. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 37 bis 39. von etwa 200 bis 240 Pfund 36 bis 40, von etwa 160 bis 200 Pfund 35 bis 39, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 34 bi« 36 am. — Marktverkauf: Rinder ruhig, geringer äleberstand; Kälber und Schafe ruhig, geräumt; Schweine langsam, geringer Lieberstand. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. HL, 11. März. Die inzwischen bekanntgewordene Eierzollerhöhung, wonach der Doppelzentner von bisher 30 auf 70 Mark erhöht w.rd, hatte insofern eine Einwirkung, als das Geschäft zu Deginn dieser Woche bei leicht anziehenden Preisen etwas lebhafter war, da sowohl Groh- als Kleinhandel vor der Inkraftsetzung des Zolls am 11. März sich vorversorgten. Arn Wochenschluh hörte aber fast jedes Geschäft auf, zumal aus dem Ausland starke Abschwächungen gemeldet wurden. Die weiteren Aussichten wurden infolge der stark zunehmenden Produktion nicht günstig betrachtet. Desonders deutsche Landeier kamen in größeren Mengen an den Markt. Es notierten loco Frankfurt a. M.: Dulgaren 7,75 bis 6, Jugoslawen 7,75 bis 8, Rumänen 7,50 bis 7,75, Holländer 7,50 bis 9,50, Flandern 8 bis 8,50. Frankfurter Äuttermarkt. Frankfurt a. M., 11. März. Das Angebot an deutscher Dutter hat sich durch die weiteren Stützungsmaßnahmen der Reichsregierung sehr verknappt, trotzdem lagen die Preise etwas schwächer, da der Konsum sehr gering war. Die kleine Rachfrage wurde meist mit holländischer Dutter, die mit 108 bis 110 Mark per 50 Kilo unverändert blieb, befriedigt. Deutsche Markenbutter gab unt 3 Mark auf 99 bis 103 Mark per 50 Kilo nach. Dllligere Sorten wurden gut gefragt, waren aber kaum am Markt. Ein Kind von einem Auto toigefahren. * Lollar, 13. März. Als gestern gegen 15 UJjr ein QI u t o aus Aschaffenburg, das von einem Herrn von der Lohe gesteuert wurde, auf der Fahrt in Richtung Marburg von Lollar her durch Kirchberg fuhr, versuchten drei Knaben aus dem Hohlwege, der von Staufenberg nach Kirchberg führt, noch schnell über die Straße zu kommen, obwohl das Signal des Autos schon zu hören war. Dem einen Knaben gelang es, die Straße noch glücklich zu überqueren. Dagegen wurde das zweite Kind, der 11 Jahre alte HansWüller, Sohn des Qlrbeiters Johannes Müller in Lollar, von dem Auto erfaßt, zu Doden gerissen und s o schwer verletzt, daß der Tod des bedauernswerten Kindes auf der Stelle eintrat Den Autoführer soll keine Schuld treffen. Die Untersuchung ist im Gange. Kreis Alsfeld. f) 0 m b e r a , 12. Mür^ (WEN.) Der Gemeinde- rat des Nachbarortes Nieder-Ofleiden ernannte den Reichspräsidenten von Hindenburg und Reichskanzler Hitler durch Beschluß der Ge- meinderatsmehrhett zu Ehrenbürgern. Im Anschluß daran wurden auf dem Gebäude der Bürgermeisterei die schwarzweißrote Fahne und die Hakenkreuzfahne gehißt. Der Beschluß ist deshalb' bemerkenswert, weil diese Ortschaft noch im vergangenen Jahre eine starke linksradikal eingestellte Mehrheit aufzuweisen hatte. Weiße Zähne: Chlorödont ZE guten Gesundheit gehört auch unbedingt eine regelmäßige Will man zu diesem Zweck ein Mittel haben, an das sich der Körper nicht gewöhnt, man am besten ein reines Naturprodukt, mit dem efne stets gleich gute Wirkung erzielt. Sie tun bestimmt wenn Sie zu diesem Zweck zu dem viel gelobten greifen. In Apotheken, Drogerien und Reformhäusern schon zum Preise ab 27 Pfennige erhältlich. Neda-Werk-M inchen13 Wo man ihnen Ersatz an bietet — bittet um Mitteilung Neda-Werk, München. Bestimmt zu haben: Reformhaus Boermel- Ernst, Krensplats 5 — Kränterhaus Jn g, Schulstraße 5 — Drogerie W. Kilblnger Nachfolger, Seltersweg 69 — Kronen-Drog., Walltorstreße 29 — Thalysia - Anschluß- Reformhaus, Seltorsweg 52. $8v Die beliebte Frühjahre- : 3332 Geldgewinne Mark 12000 Hauptgewinn Mark 3000 Lose zu 1 Mk. Srtp0;ndm^ fl. Dinkelmann, Worms 4354/65 Postscheckkonto Frankfurt a. M. 20060 Hierbei allen Staatliche« ’otterie- cin ern und den du, '-kate Md hv.müiohM Verktufseieuea. WM Frau Soltersweg 81 1676 A Spezi al-Abteilung für Trauerkleidung! im Alter von 52 Jahren. Vereine Eintritt frei. Gäste will kommen 1767D LICHTSPIELHAUS GIESSEN I. A.: F. Kellner, Lehrerin. 1769Ü göns. 1766V irlyw Re skirchen, den 14. März 1933. Die Beerdigung findet Dienstag. Dienstag, 14J., Probe Im Hotel Hindenburg Samstag morgen 7sl0 Uhr entschlief sanft nach langem, schweren, mit gi ober Gedu'd ertragenem Leiden unsere liebe und unvergebliche Mutter. Schwiegermutter, Grofimutter. Schwester, Schwägerin, Gote und Tante Betr.: Gemeinschaftlicher Nutzholzverkauf am 17. Februar 1933 in Ebers- | Verkäufe | ßsr MllM nahe Franks.Str. u. Kl. - Linden mit 75 (SbelobHbrtinneit, auch in Teilstücken, billig zu verk. oieoi Schanmberger& ohn Ludwigstraße 30. Die Gemeinde Ebersgöns hat den Verkauf genehmigt. Die Gemeinde Oberkleen hat nur bezüglich des verkauften Eichennutzholzes den Zuschlag erteilt. Das Fichten- und Kiefernholz wird am Mittwoch, dem 15. Marz 1933, von nachmittags 1 Uhr ab, an Ort und Stelle noch, mals verkauft. Zusammenkunft: am Forst- Haus. I Groß-Rechtenbach, den 10. März 1933. I Der Bürgermeister. Dr. Neumann. Alice-Schule-Ausstellung Schfllerinneuarbolien der Kurse und Fachschule in den Blumen dos Kunstvereins (Turmhaus), Brandplatz Dienstag, den 14 März, von 10-1 Uhr Mittwoch, den 15. März, von 2'M> Uhr Donnerstag, den 16. März, von 101 Uhr Samstag, den 18. März, von 2'/,-6 Uhr Sonntag, den 19. März, von 11-1 Uhr und von 2'/,-6 Uhr Eintritt: 5 Pf. Beitrag zur Unkostendeckung. Schulen frei. Im Trauerfall 3048 anrufen ■ w W WW UvU % Tagesmädchen sofort gesucht, oiooo Ostanlage 27, l.St. Becher Wwe., geb. Damm Hebamme B ferner (€r und sein Tippfräulein) Auserwähltes Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche IAb heute Montag3 große Lustspieltage Weiß Ferdi der bekannte Münchener Humorist und Charlotte Ander spielen die Haupt- 1765 c rolle in dem neuen Ton-Lustspiele Wenn dem Esel zu wohl ist Oberhessischer Geschichtsverein Donnerstag, den 16. März 1933, abends 8.15 Uhr pünktlich im Kunstwissenschaftlichen Institut. Ludwigstraße Nr. 34 Professor Dr, Ebel: Vortrag Gründung und Verfassung der Stadt Gießen Lichtbilder aus dem alten Gießen Schön rnübl. Zimmer vreisw. z.verm.ois», Siidanlage 15 v. | Stellenangebote| miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Ord.Mädchen o.Fran mit Zeugnissen für tagsüber bis nach d. Svülen geh 01594 Ecke Aulweg- Riegelvfad 1081. Illlllllllllllllllllllllllllllllllh Stadttheater Gießen. i?ssD Tiendtag, 14. März 20—22 Uhr 23. Dienst.-Abonn. Gewöhn! Preise Zum erstenmall Nina Komödie in 3 Akten von Brun ' '-mt. 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Im ebäude der Bür- Zahne und die hluß ist deshalb ft noch im oer- idikal eingestellle orodont loht ge- gehört it regel' n reines dem hjahrr Lotterie nite w tun de- an Zwedt MM kfrf :ken,Dr^ mhMueem eise d> lÄlllch. inchenU 8. ne M‘rk Ä 00 nO r«Z dur*8- , W * tn C. r- e -E w tf s? ti2 8S c e toH- 2 ■e c e A C-. ■e. -e 55 E ÖS e sE> c • o C? N- c tf> © e m e e = cs e Q E CK P C 2 ■= PQetD 2 S 55 3 :e c 2-e a a Q 2 E €2 '55 in H CK 19 Q S-e b-P eU p ^.to .■3 m -E:-^ ^A E tn e 2 cy £ .25 « tn Q 2 — o -i-D 3 ID §L 2 E^ g ® tn ■5* Q ■e— E '? je s S o® •»— 75 e cSL U = :§cy E § ’n. ° oro 8>S E P 2 0 c — E *- S1«, 2 = ° 3 E 31D § 3 o 'S© § 3 E Oo- g 3« - Ef PC« 3 " = to C ES too ■E I 2"° C to m •G-2.« (D ■Es -P tn 2 E- 2 g-E'S-3 S’ÄO'g ° e ES c £ 2 E E ö :Q ä LI o a o “ — 2 tn'ti =3 50 "p = 5 §*e = ^ • = 3 <9 ■®| c = c S 3 L«- E 5 s P^ — m J5- O S.45- E 37 p o C? 2:5 £ =H €5- p P E .3 a c .© S£8 t*0 p ä °(D cx> . i£uS E H E 3r? 2 23^ e§ ZA O*«jc ff? ©Ä o m t c SCO g E « E p C 3 plDSc? Zs.^§ ° • § = r- XD £ P S P E « p 2 2 p £«r?^ 43* Q u-2 L«5 vHHID £ *p m *7~p o E gÄ® O E p E p — ®p 3 Pt^'S'E-P Ä gG9:g 3 r- 5 p xr ^C£e p p in p-p p p Ee-E £* ®Ä e\p. O 1 gi se^s£==w 3.XD —. .H c E 8 “e^(D CC-xrxs 3 P ~ o e "3 a, E =^55 E 3 -b.L ' «=>£- = CD CD'E' O Q -O "=HS I10 S- c PQ p Ur 5S es x> m p 3 O SP 55 S e-=- 1° LS :ilf ■3 p A JE- »O s±. e 3 E 5 3 p — - »pee c^= S p c pA Pr^,3 e pEÖpI^ ga^stjB E^S^ l-ö^ e E tr^.ES **53 QÄ §.£®S =“° c.2 «-E-O K Sb'6'« ■S'^Ee ID crä 3 KtD 3 cs ^AGZ E 3 50 p~8- in p -“^20 e'v'5« 3 £■ -, p c 2 5 5 _ o ui? u p 3 L-LL g^c® u T ^*r- fu « ar p 5 E S •Xjy P e C0O.E iS®41 pfg^S£ »p€g .-3£>e - ^"=^. <5 ■g»£.E b LA-Z 0 e p m p — 2 3 Eg? a a *e p p 3 a p s ( L2.2- Z bJOWto m u— ex— P EX;2 _ E - ^.-2 ■5 E-e 3 E e 2 o 2 IM O 3 o O :O 2 XD P E§ .2 3 ^-E 5 r C Ö 3 E**C7 •* '“^•p— p p ° 3 p-E-3-5 3 E J'3'^ o S O® R m e; e L Q g? L U ZZ^E ■° 89 E 3 " p ®5 .e ■e p£ 55 I© »E—S E xn x. 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