Nr.tt Erstes Blatt 185. Jahrgang Freitag, 15. Zanuar 1955 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Crrrf vnd verloo: vrüHl'sche Urriveisttäts-Vuch- und Steindruckerei R. tarne in ölehei. Schriftleitung und GefchrftrNelle: 7. llnnajmc von Zlnjeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmitlag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärt» 10 Reichspsennig: für Ne» hlameameigen von 70 n m Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyr.ot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und 'ür bei Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich m (Siegen. Ericheinl täglich, autz« Lonniags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert» (Bknener Familienblatter Heimat m Bild Die Scholl» MonatZ-vezugspreir: Mit 4 Beilagen R9.1 1.95 Ohne Illustrierte , 1 80 Zustellgebühr . . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsorechanschlüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift lür Drahtnachrichten Anzeiger (Heften. Postscheckkonto: fronlfurt am Main 11686. Sozialversicherungen und Wirlschastspolitik. Ministerreden im Haushalte-Ausschuß des Reichstages. Berlin, 12 Jan. (DDZ.) Der Haushalts- ausfchutz des Reichstags fetzte heute die finanzpolitische Aussprache fort. Abg.SrßngtZtr) begrüßte die Offenheit, mit der der Reichssinanz- minister die finanzielle Situation des Reichs dar- legte: er halte jedoch einen gleich offenen Ueberblick auch über die Lage der Länder- und der Gemeindefinonzen für erforderlich Die Auffassung des Reichs- finanzministers über die Finanzlage und den öffentlichen Kredit habe angenehm enttäuscht. Die Aufhebung der Lohnsteuerrückerstattung fei auf die Dauer ein großes Unrecht gegenüber den Arbeitern und Angestellten. Es wäre gut, auch zugunsten der Arbeitslosen eine Lorausbelastung zu schaffen. Die Regierung sollte den Etat baldigst vorlegen und damit die Parteien zu positiver Arbeit zwingen. Aba. Or Quaatz (On ) erklärte, eine Reform des verwickelten Steuersystems sei dringlich. Steuersenkungen seien kein Geschenk, sondern eine Notwendigkeit, sie kämen den breiten Massen zugute und seien eine soziale Tat. Wirkliche Ausgabenersparnis sei nur auf dem Wege einer Staatsreform möglich. Das Parlament müsse auf die Rolle einer Kontrollinstanz zurückgeführt werden. ReichsarbeitsministerOr. Gyrup. gab dann Auskunft über die Lage der S o - zialversicherungszweige. Die Einnahmen der Sozialversicherung, die 1929 noch 4,3 Milliarden betrugen, sanken 1931 auf 3174 Millionen und 1932 auf 2660 Millionen, so daß zwischen 1929 und 1932 ein Rückgang um rund 1,6 Milliarden eingetreten ist. Don 1931 auf 1932 beträgt der Rückgang etwa 514 Millionen. Den gesenkten Einnahmen stehen natürlich auch gesenkte Ausgaben gegenüber. Diese Senkung der Ausgaben war nut möglich durch einen ganz ungewöhnlich schweren Eingriff in die Leistungen während des letzten Iahres. 3m einzelnen betrugen in der Krankenversicherung irn Kalenderjahr 1932 Einnahmen und Ausgaben 1355 Millionen, so daß die Krankenversicherung balanciert bei einem Vermögen von 893 Millionen am Jahresende. Für die Hnfallversicherung liegen die Einnahmen noch nicht vor, die Ausgaben betrugen 340 Millionen. 3n der Invalidenversicherung betrugen die Einnahmen 1100 Millionen, die Ausgaben 1290 Millionen, so daß hier ein Defizit von 190 Millionen zu verzeichnen ist. Dementsprechend ist auch das Vermögen der Invalidenversicherung zurückgegangen. Die Angestelltenversicherung hatte 447 Millionen Mk. Einnahmen und 263 Millionen Mk. Ausgaben: ihr Vermögen betrug 2077 Millionen. In der Knappschaftsversicherung war bei einem Ausgabenbestand von 197 und bei Einnahmen von 195 Millionen ein Fehlbetrag von 2 Millionen vorhanden. Invaliden- und knappschaflsversicherung bereiteten der Regierung große Sorge. Die Regierung sei augenblicklich dabei, für eine Sanierung auf lange Zeit in diesen beiden Versicherungen zu sorgen. Zu den verschiedenen Arbeitslofenver- licherungen betonte der Minister, daß die Ausgaben 1931 rund 3147 Millionen betragen Hätten, während sie 1932 etwa 2835 Millionen betragen werden. In dem letzteren Vetrag seien -auch 67 Millionen Mehrausgaben für die Win- terzulage und weitere Ausgaben für den Freiwilligen Arbeitsdienst in den Wintermonaten, sowie für den Fortfall der Aussteuerung in der Krisenfürsorge enthalten. In der Oeffentlichkeit lei stark erörtert worden, daß die Einnahmen der Reichsanstalt größer sind als die Ausgaben. Da Hie Ausgaben 721 Millionen, die Einnahmen aus Beiträgen über 1020 Millionen betragen, fei tatsächlich ein rechnungsmäßiger Heberschuh von 200 Millionen vorhanden. Diese Summe werde cber restlos abgeführt, und zwar mit 50 Millionen für Gemeindezwecke und mit dem Rest für die Krifenfürsorge. Der Minister bezeichnete Sie Dreiteilung der Arbeitslosenhilfe als sehr amerfreulich. Eine Aenderung fei erwünscht. Was die Entwicklung des nächsten Iahres anlange, fo fei er persönlich der Auffassung, man könne aus der Gestaltung der Arbeitslosenzahl einen Stillstand der Wirtschaftskrise fesistellen. Der neuerliche Zugang an Arbeitslosen sei nicht negativ zu werten, weil es sich um den normalen Zugang handle, der faifonmäftig bedingt fei und den man auch in den besten Iahren niemals beseitigen könnte, konjunkturell seien wir zu einem gewissen Stillstand in der Arbeitslosigkeit gelangt Mit welchen Arbeitslosenziffern wir im nächsten Lahre rechnen müssen, liehe sich jetzt deshalb noch nicht übersehen, weil die Spitze der Arbeitslosigkeit erst etwa am 15. Februar liege. Dann erst setzte allmählich wieder eine Entlastung ein. Reichswirtschastömimstep Dr. Warmbord gab dann eine Darstellung der Wirtschaftskrise, ihres gegenwärtigen Standes und der vermutlichen Weiterentwicklung. Der Minister teilte die Krise in drei Abschnitte, deren erster mit dem Zusammenbruch der amerikanischen Börsen im Oktober 1929 begonnen habe, während der zweite mit dem Zusammenbrechen der Österreichischen Kreditanstalt und der Danatbank einsetzte. Die dritte und, so sagte der Minister, wohl letzte Krisenphase habe im vergangenen Sommer nach der Reparationskonferenz von Lausanne mit einer schwachen, aber immer deutlicher werdenden Besserung der Beschäs- tigungslage eingesetzt. Der Minister schilderte dann die Ursachen der Krise. Dabei gedachte er auch der Kreditkrise mit der Bemerkung, daß der Run auf Deutschland bis heute einen Abzug von rund sieben Milliarden Reichsmark bewirkt habe. In anderen Ländern, darunter den wichtigsten Gläubigerländern, habe sich die Kreditkrise in Form der Währungskrise fortgesetzt. Schon 1931 sei etwa ein Drittel der ganzen Wellwirtschaft von Währungsverschlechterung erfaßt gewesen. Daraus habe sich eine Handelspolitik nach dem Motto „Rette sich wer kann" entwickelt. Nach der Lausanner Konferenz sei eine Wiederkehr des Vertrauens zu Deutschland festzustellen. Kennzeichnend hierfür sei der seitherige stetige Anstieg der langfristigen deutschen Ausleihen im Auslande. Auch die Umkehr der Preisbewegung gehöre zu den Anzeichen, die zu der Auffassung berechtigten, daß die Abwärtsbewegung in der Weltwirtschaft sich ihrem Ende nähere. Deutschland habe sich im Sinne einer aktiven Wirtschaftspolitik, im Sinne einer Aufwärtsentwicklung entschieden. Im Zeitpunkt der erreichten tiefsten Depression könne sehr wohl der natürliche, langsame Konjunk- turanftiea durch staatliche Maßnahmen verstärkt werden. Ein Vergleich mit dem Beschäftigungshöhepunkt ergebe, daß die Zunahme der Arbeitslosigkeit im Jahre 1932 nur ein Drittel der Zahlen von 1931 betrage. Am Effektenmarkt, der sich als besonders gutes Konjunkturbarometer erwiesen habe, sei eine nicht unbeträchtliche Steigerung des Aktenindex festzustellen. Aus vergangenen Krisen ergebe sich, daß jede Wiederbelebung mit einer Gesundung des langfristigen Kredites einsetze. Die bei uns festzustellende Steigerung des Kurses der festverzinslichen Anlagen sei um so höher zu bewerten, als sie trotz Zwangsmaßnahmen des Staates auf diesem Gebiete sich durchgesetzt habe. Der Index der festverzinslichen Werte sei von 46 im Juni 1932 auf 69 im Dezember 1932 gestiegen.. Wir seien somit auf dem besten Wege, den Kapitalzins in natürlicher Weise zu senken. Eine Aufwärtsbewegung der Börse komme, entgegen der vielfach verbreiteten Mißstimmung gegenüber diesem Regulator des Wirtschafts- I lebens, der gesamten deutschen Wirtschaft zugute, insbesondere auch den mittleren und kleineren Un» I ternefjmern, denn u. a. erfahre dadurch die Kreditlage eine entscheidende Wendung zum besseren. Von den drei Teilen des Wirtschaftsprogramms, Steuergutscheine, Beschäftigungsprämien und Arbeitsbeschaffung hätten sich die ersten beiden aus steuer- technischen Gründen bis heute nur wenig auswirken können. Der Arbeitsbeschaffung durrch die öffentliche Hand seien natürliche Grenzen gezogen. Es gelte, in Rebeneinanderschaltung geeigneter Maßnahmen sowohl die private Wirtschaft zu entlassen und zu beleben, wie auch durch öffentliche Arbeitsbeschaffung der Wirtschaft eine Hilfestellung zu gewähren. Die öffentliche Arbeitsbeschaffung finde ihre Grenze in der Rücksicht auf die Währung. Es sei Allgemeingut des deutschen Volkes, daß die Währung in ihrem Bestände erhalten bleiben müsse. Der zukünftig notwendige Weg einer besseren Situation des Beschäftigungsgrades, des Kapitalmarktes und des Kreditverkehrs könne abgekürzt werden, wenn es gelinge, auf den Gebieten der Schuldcnregelung, des Warenverkehrs, der Zwangsbew r schaftung des Zahlungsverkehrs und der Stabilisierung der Währungen international schnelle und wirksame Regelungen zu erzielen. Alle Länder hätten ein gleiches Interesse an der Ordnung dieser Fragen. Abg.Or Albrecht (NS.) nannte es bezeichnend, daß der Wirtschaftsminister sich mit der alten marxistischen Ausrede em! schuldigt habe, der Krieg und seine Folgen seien schuld an unserer Wirtschaftskrise. Wir seien heule ein Spielball der internationalen Kräfte der sog. Weltwirtschaft geworden. Die Schuld könne man von den Verantwortlichen nicht mehr nehmen. Alle früheren Regierungen hätten den Dingen hilflos gegenübergestanden. Erst die nationalsozialistische Propaganda und ihre wirtschaftlichen Erkenntnisse hätten Wandel geschaffen. Abg.Or. Pfleger (Bvp.) begrüßte die Erklärungen des Wirtschaftsministers über die Gestaltung der Währungsverhältnisse. Diese Feststellungen seien besonders wichtig angesichts der Tatsache, daß die Kreise, die auf eine Abwertung der Reichsmark hinarbeiteten, noch immer nicht still geworden seien. Im übrigen könne er die Lage der Finanzen nicht so rosig ansehen. Auch eine so optimitische Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung sei nicht angebracht. Die weitere Aussprache wurde auf Freitag vertagt. Der Reichsbankpräsibeni Über aktuelle Wirtschastsfragen. Breslau, 12. Ian. (TU.) Heute abend sprach Reichsbankpräsident Dr. Luther in einer Veranstaltung des Universitätsbundes und der Industrie- und Handelskammer über Wirtschaftsfragen der Gegenwart. Er führte u. a. aus: Die Währung fei der Ausdruck der nationalen Einheit. Die Währung als solche dürfe man heute überhaupt nicht mehr als ein Problem ansehen, sondern nur als die selbstverständliche Grundlage alles wirtschafllichen und politischen Lebens. Das deutsche Volk habe bereits die kritischste Stunde überstanden. Die Dinge hätten sich bereits wesentlich geklärt. Für uns liege heute der Ton weniger auf dem währungsmägigen, als auf dem kreditmäßigen Gebiet. Reichsregierung und Reichsbank hätten der Wirtschaft stets so viel Kredite, wie nur möglich zur Verfügung gestellt. Es gebe aber Grenzen in der Kreditgewährung, die unbedingt eingehalten werden müßten. Deutschland habe seit dem Zeitpunkt der höchsten Auslandverschuldung etwa um die Mitte von 1930 bis heute mehr als 7 Milliarden Anleihen zurückgezahlt. Er hob weiter hervor, daß die Reichs- oank stets bemüht gewesen sei, den Diskontsatz soweit als irgendmöglich zu senken. Die Reichsbank werde, sobald eine Diskontsenkung unter 4 v. h. verantwortet werden könne, nicht einen Augenblick zögern, dies zu tun. Bestimmend sei für die Reichsbank immer der Gesichtspunkt, ausländische Kredite zu erhalten und die Kreditlinie zu beachten, weil sonst Devisenverluste entstehen würden. Eine der obersten Aufgaben der Reichsbank und der Reichsregierung sei es, entsprechend dem Grundsatz des ehrbaren Kaufmanns die Zinsverpflichtungen für die Auslandanleihen pünktlich zu erledigen und sobald die entsprechende Menge von Devisen vorhanden sei, auch die Schulden zu bezahlen. Inzwischen habe auch die Welt begriffen, daß Deutschland seinen Verpflichtungen nur bann nachkommen könne, wenn ihm durch Warenlieferungen die Möglichkeiten dazu gegeben werde. Das kommende Stillhalteabkommen werde noch nicht die endgültige Konsolidierung unserer kurzfristigen Auslandsschulden bringen. Die Stillhalteverhandlungen würden voraussichtlich dahin führen. daß auf dem Wege der Schweizer Klausel wenigstens ein Teil der kurzfristigen Schulden auf einige Jahre festgelegt werden würden. Die Umwandlung der gesamten kurzfristigen Schulden in langfristige Schulden werde erst dann möglich sein, wenn eine Gesamtkollidie- rung eingetreten sei. Das werde das Ziel sein, das Deutschland auf der Deltwirtschaftskonfe- renz vertreten werde. Zum Schluß wandte sich der Reichsbankpräsident gegen die Gedankengänge der Verstaat- l i ch u n g und Verplanung der Wirtschaft. Wo es notwendig gewesen sei, habe das Reich eingegriffen. Aber noch niemand habe eine Wirtschaftsform zeigen können, die die Privatwirtschaft ersetzen könne. Ziel des Marsches sei nach wie vor der p r i v a t w i r t s ch a f t l i ch e Weg. Die Reichsregierung werde diesen Weg beschreiten, selbstverständlich unter Bekämpfung aller Auswüchse, die sich zeigten. Krupp bei Schleicher. Berlin, 13. Ian. (Sil) Reichskanzler von Schleicher hatte, wie die „Deutsche Allgemeine Zeitung" berichtet, am Donnerstag eine Aussprache mit dem Präsidenten des Reichsverban- des der Deutschen Industrie, Dr. Krupp von Dohlen und Halbach, über die Wirtschaftspolitik der Reichsregierung. Die Meinung der Christ ichenGewerkschasten Berlin, 12. Jan. (CNB.) In längeren Ausführungen vor den Vertrauensmännern der C h r i st- l i d) e n Gewerkschaften von Groß-Berlin vertrat der Vorsitzende Bernhard Otte die Ansicht, vieles spreche dafür, daß infolge des Festhaltens an Parteidogmen und Ueberspitzung der Gegensätze auch in diesem Jahre Neuwahlen nicht zu vermeiden seien. Der Nutznießer sei letzten Endes der Bolschewismus. Normale parlamenta- | rische und politische Zustände müßten mit Entschiedenheit angestrebt werden. Die große Bedeutung einer gesunden Landwirtschaft und ihre große Notlage würden von den Arbeitnehmern nicht verkannt. Die Not der lohnarbeitenden Volksschichten sei aber unvergleichlich größer. Deutschland habe eine gute Exportindustrie so notwendig wie Brot, und ohne sie würde auch die Landwirtschaft verkümmern müssen. Die Auswirkungen des heutigen Wirtschaftssystems feien nicht mehr mit den Erfordernissen des Gemeinwohls in Einklang zu bringen. Hieraus ergebe sich die Forderung, bestimmte Wirtschaftszweige unter die Kontrolle der Allgemeinheit zu stellen. Die Bemühungen der gegenwärtigen Regierung, Arbeit zu schaffen, fänden bei den Kreisen der Gewerk- chasten Unterstützung. Die Haltung der Christlichen Gewerkschaften gegenüber der gegenwärtigen Regierung hänge nicht zuletzt davon ab, ob diese der furchtbar gedrückten Lage der Arbeitnehmer und dem Grundsatz der sozialen Gerechtigkeit Rechnung trage. Keine Zusammenkunft zwischen Hitler und Gregor Straßer. Detmold, 12. Ian. (Sil.) Wie die ReichS- pressestelle der RSDAP. mitteilt, sind Meldungen, nach denen während des lippeschen Wahlkampfes eine Zusammenkunft zwischen Adolf Hitler und Gregor Straßer stattgefunden haben soll, falsch und völlig aus derLuft gegriffen. Cs hat keine Zusammenkunft stattgefunden. Veränderungen im preußischen Ministerium. Berlin, 13. Jan. (CNB.) Wie die Blätter berichten, soll in den nächsten Tagen der Leiter der Polizeiabteilung im preußischen Innenministerium, Ministerialdirektor Dr. K lause n e r, seinen Posten verlassen und in das Reichsverkehrsministerium übertreten. Zu seinem Nachfolger soll Ministerialdirektor Dr. Loehrs ernannt werden. Die „Voss. Ztg." berichtet im Zusammenhang mit dieser Meldung weiter, daß der deutschnationale Reichstagsabgeordnete und frühere Landrat in Pommern, von Bismarck, Staatssekre- tär im preußischen Innenministerium werden soll. Rücktritt des rumänischen Kabinetts. Bukarest, 12. Ian. (WTB.) 12. Ian. Wie in einem amtlichen Kommunique mitgeteilt wird, empfing der König heute um 16 Uhr den Ministerpräsidenten M a n i u in Audienz. Maniu überreichte dem König die Demission, die dieser annahm und ihn mit der Führung der lausenden Geschäfte bis auf weiteres betraute. ^ad) der Audienz erklärte Maniu, er habe dem König empfohlen, eine Regierung zu bilden, die die Unterstützung des gegenwärtigen Parlaments finden könne. Der König hat mit den Präsidenten des Senats und des Parlaments die Beratungen über die Reubildung der Regierung ausgenommen und W a j d a aus Klaufenburg nach Bukarest gerufen. Danach wird also zunächst versucht, wieder ein national-zara nistisches Kabinett zu bilden. Keine Verständigung. Tschangtschun, 12. Ian. (SH.) Der japanische Sonderdelegierte, General W u t o , erklärte den Vertrtern der japanischen Presse, daß die Hnterhaltung zwischen den chinesischen und japanischen Militärbehörden, die an Bord eines englischen Kriegsschiffes stattfand, keinen Erfolg gehabt habe. China wolle auf Schanhaikwan nicht verzichten. Schanhaikwan gehöre nicht mehr zum chinesischen Staatsgebiet, sondern zu Mandschukuo und werde in nächster Zeit den mandschurischen Truppen übergebe n werden. Mit der Ausfasjung, dem Fall Schanhaikwan mehr als lokale Bedeutung zu geben, würden die Chinesen Schiffbruch erleiden. Die Schienenbahnen schaffen Arbeit! Man schreibt uns: Reichskanzler von Schleicher hat in seiner Rundfunkrede am 15. Dezember 1932 erklärt, fein Programm bestehe aus einem einzigen Punkt: „Arbeit schaffen!" Als Aufgabe des Reichskommissars für Arbeitsbeschaffung hat er es bezeichnet, jeder Ärbeitsmöglichkeit nachzuspüren. Es gibt in Deutschland mehr als 600 Schienenbahnbetriebe — Straßenbahnen, Nebenbahnen und Kleinbahnen —, die nicht dem Reich gehören mit mehr als 20 000 Kilometer Streckenlänge und etwa 77 000 Fahrzeugen aller Art — Lokomotiven, Triebwagen, Personen-, Gepäck- und Güterwagen —. Diese Bahnen haben jährlich Unter» haltungs, Erneuerungs- und Ergänzungsarbeiten auszuführen, für die in normalen Zeiten Beträge in Höhe von vielen Millionen Reichsmark ausgegeben wurden. In den letzten vier Jahren reichten die den Bahnen zur Verfügung stehenden Mittel für die Ausführung dieser Arbeiten nicht mehr aus, so daß von Jahr zu Jahr in wachsendem Ausmaß Arbeiten unterbleiben mußten, die im Interesse einer ordnungsmäßigen Betriebsführung eigentlich hätten ausgeführt werden müssen. In den letzten beiden Jahren mußten sogar Arbeiten unterbleiben, die im Interesse der Betriebssicherheit unerläßlich waren, so daß deshalb Teilstillegungen vorgenommen werden mußten. So hatte sich am Ende des Jahres 1932 allein bei solchen Bahnen, die sich aus eigener Kraft nicht mehr helfen können, ein Arbeitsbedarf nur für Unterhaltung, Erneue« Oer neue deutsche Heilsarmee- Kommandant. J: -1 X* | Als Nachfolger des Kommandeurs Friedrich, der aus Altersrücksichten von seinem Amt zurück» trat, traf jetzt in Berlin der neue Kommandeur der deutschen Heilsarmee, William H. Howard, ein, der bisher die Leitung der Heilsarmee in der Schweiz innehatte. — Kommandeur Howard und seine Gattin begrüßen vom Kupeefenster aus die zum Empfang erschienenen Vertreter der deutschen Heilsarmee. rung und Ergänzung der Bahnanlagen aufgestaut, zu dessen Befriedigung Mittel in Höhe von mehr als 100 Millionen Reichsmark erforderlich find. Darüber hinaus werden noch weitere rund 35 Millionen Reichsmark benötigt, um dringend notwendige Neubauten ausführen zu können. Hier handelt es sich also um den von der Reichsregierung ins Auge gefaßten typischen Fall, sofort Arbeitsmöglichkeiten großen Ausmaßes zu schaffen, die in erster Linie auf die Instandsetzung vorhandener Produktionsgüter und auf deren Verbesserung abgestellt sind. Die bei den Schienenbahnen notwendigerweise auszuführenden, aus Mangel an Mitteln bisher rückständigen Arbeiten sind noch deshalb besonders geeignet, Arbeit im Sinne der Reichsregierung zu schaffen, weil es sich größtenteils um Gleiserneuerungsarbeiten handelt, wofür also Aufträge an die eisenverarbeitende Industrie vergeben und Arbeiter für die Ausführung der Arbeiten auf der Strecke eingestellt werden können. Die Allgemeinheit ist an der Vergebung dieser Arbeiten deshalb besonders interessiert, weil die Schienenbahnen Diener der Bevölkerung und der Wirtschaft sind, deren Betrieb im Interesse der Bevölkerung und der Wirtschaft in einem einwandfreien Zustand erhalten werden muß. Ihre Anlagen und Betriebsmittel dürfen keinesfalls verfallen, wenn nicht ein Wiederaufstieg Deutschlands in wirtschaftlicher Hinsicht für alle Zukunft zunichte gemacht werden soll. Es ist daher zu hoffen, daß der Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung sich diese Möglichkeit, in großem Ausmaß wirklich nützliche Arbeit zu vergeben, nicht entgehey lassen wird. Aus aller Mell Kaplan Gilles' neuer Wirkungskreis. Der aus Eupen ausgewiesene Kaplan Gilles ist mit seinem gesamten Hausrat in Krefeld angekommen und hat im Arbeitslager Fichtenhain Wohnung genommen, wo er im Auftrage des Bischofs von Aachen die Betreuung der Arbeitsdienst freiwilligen übernehmen wird. Aach Verhandlung mit den bischöflichen Behörden und dem Landesarbeitsamt hat ihn die Stadt Krefeld ausgenommen. Englisches Urteil über die Zeppelin-Luftschiffe. ' Der bekannte englische Flugsachoerständige und Geschwaderführer B o o t h hielt in der Königlichen Aeronautischen Gesellschaft in London einen Vortrag über die großen Leistungen des „Graf Zeppelin" und über das in Friedrichshafen im Bau befindliche neue Luftschiff. Er sprach die Hoff- nuna aus, daß die Welt, wenn auch das zweite deutsche Rlesenluftschiff in den Handelsverkehr eingestellt würde, ihre Haltung gegenüber den Aussichten der Luftfahrt ändern werde. Danziger Flieger in Berlin. Das Flugzeug der Danziger Akademischen Fliegerschule, das aus seinem Deutsch- landflug in Berlin erwartet wurde, jedoch wegen schlechten Wetters nach Stolp zurückkehren mußte, ist jetzt auf dem Flugplatz Tempelhof gelandet. Die Flieger wurden von Vertretern des Magistrats begrüßt. Der letzte Totenkopfhusar von Mars la Tour. 87jähriq starb plötzlich in Westerland auf Sylt der letzte Totenkopfhusar von Mars la Tour, Bahnhofsvorsteher i. R. Schirmer. „Papa Schirmer", wie er bei der Bevölkerung hieß, war eine auch bei den Badegästen der Insel, volkstümliche Persönlichkeit. Im Jahre 1931 hatte er das Fest der diaman- tenen Hochzeit gefeiert. keine Haftentlassung Brolals. 3m Termin zur Prüfung der gegen den Direktor D r o l a t verhängten Untersuchungshaft hat die Strafkammer des Landgerichts III in Berlin beschlossen, die Untersuchungshaft aufrechtzuerhalten. Das Gericht hält den dringenden Verdacht, daß Drolat bewußt unter seinem Eid die Unwahrheit gesagt hat, sowie den Fluchtverdacht für gegeben. Auch eine Sicherheitsleistung würde nach Ansicht des Gerichtes den Fluchtverdacht nicht ausräumen. 15 Jahre Zuchthaus für einen Massenbrandstlfler. Tos Münchener Schwurgericht verurteilte den 46jährigen Tesinfekteur E. M e tz aus München zu 15 Jahren Zuchthaus, weil er im Sommer 19dl in versch.e.enen Stadtteilen Münchens nicht weniger als 41 Brände gelegt hatte. 50 000 Reichsmark gezogen. In der letzten Ziehung der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie fielen auf die Nummer 33 325 50 000 Mark. „Hessen imIahre1866." Vortrag von Prof. Or. im Oberhessischen Geschichtsverein. 3m Oberhessischen Geschichtsverein sprach am gestrigen Vortragsabend der Historiker unserer Amversität, Prof. Dr. Rolosf, über die Schicksale Hessens, insbesondere unserer Heimatprovinz Oberhessen. Der Vortragende ging aus von der allgemeinen Lage, dem Gegensatz der beiden deutschen Großmächte in der deutschen Frage, um daran anschließend die Politik der deutschen Mittelstaaten, insbesondere Hessens, zu charakterisieren. Die Mittelstaaten erstrebten eine Bundesverfassung, in der sie das Zünglein an der Waage zwischen den beiden Großmächten bilden konnten. Daher widerstrebten sie jeder kräftigen ^Neuorganisation der deutschen Länder und verwarfen namentlich die Vorherrschaft einer Großmacht, mochte es Oesterreich oder Preußen sein, um nicht ihrer Führung folgen zu müssen. 3m Kriege von 1866 standen sie auf der Seite Oesterreichs, weil dieses zwar eine Dundesreform unter seiner Leitung anstrebte, aber Preußen als Dundesglied beibehalten wollte, während Preußen Oesterreich ausschliehen und die deutschen Länder straff zu- fammenfassen wollte. Aber eine völlige Nieder- kämpfung Preußens wünschten die Mittelstaaten nicht, infolgedessen vereinigten sie ihre Truppen nicht mit den österreichischen in Böhmen, sondern behielten sie im Lande, in der Hoffnung, daß der Sieger, mochte es Oesterreich oder Preußen sein, auf ihre ungebrochene Macht Rücksicht nehmen müsse. So hofften sie, „ein drittes Deutschland" neben den Großmächten bilden zu können. 3n dieser Absicht begegneten sie sich mit den Wünschen Napoleons, Der ebenfalls eine Dreiteilung Deutschlands erwartete, um die deutsche Zersplitterung und damit die Beeinflussung der deutschen Dinge durch Frankreich zu verewigen. Alle diese Hoffnungen wurden durch die Schlacht von Königgrätz vereitelt: Preußen war durch den Krieg materiell wenig geschwächt, moralisch mächtig verstärkt, so daß die Miltelstaaten einem übermächtigen preußischen Angriff entaegensehen mußten. Trotzdem bot Bismarck den Mittelstaaten den | Frieden und die Gründung eines neuen Deutschen Bundes an, in dem Bayern den Oberbefehl südlich des Mains führen, die Mittelstaaten also weitgehende Selbständigkeit behalten sollten. Indessen die Südstaaten lehnten ab, weil sie den Bund mit Oesterreich und ihr „drittes Deutschland" auch jetzt noch im Einvernehmen mit Frankreich durchzusetzen hofften. Diese Hoffnung trog, denn Frankreich war nicht ein selbstloser Freund der Mittelstaaten, wollte vielmehr Rheinhessen und die Rheinpfalz erwerben, konnte also nicht die Länder, die es berauben wollte, mit vollem Nachdruck bei Preußen vertreten. Die Mittelstaaten bewirkten durch ihre Ablehnung des preußischen Angebots nur, daß Bismarck auf die Herstellung der deutschen Einheit in diesem Augenblick verzichten und sich mit dem Norddeutschen Bund begnügen mpßte, aber sie konnten nicht hindern, daß er Friede mit Oesterreich schloß (26. Juli), und nun den isolierten Mittelstaaten mit ungeheurer lieber» legenheit geaenübertrat. Sein Ziel war, da eine staatsrechtliche Vereinigung mit dem Süden nicht zustande gekommen war, wenigstens ein Bündnis mit ihnen zu schließen, und er war bereit, ihnen, falls sie darauf eingingen, milde Friedensbedingungen zu gewähren. 3n D;efen Verhandlungen (feilt dem 9. August 1866) spielte Hessen eine durchaus passive Rolle. Mit der Errichtung des Norddeutschen Bundes wurde von der preußischen Regierung beschlossen, daß Oberhessen in Den Norddeu'schen Bund eintreten müsse. Ob es von Preußen annektiert werden oder Darmstädtisch bleiben solle, hing nicht von Hessen ab, sondern von der Politik Bayerns. Wenn Bayern das ihm von Preußen angebotene Bündnis ablehnte, war Bismarck entschlossen, ihm erhebliche Landabtretungen auf- zuerlegen; in diesem Falle sollte Bayern am Rhein oder am Main einige Stücke an Hessen abtreten und Oberhessen dafür an Preußen fallen. Ging Bayern auf das Bündnis ein, Dann wurde es mit größeren Abtretungen verschont und Oberhessen formte bei Darmstadt bleiben, weil Bismarck mit Rücksicht auf den Zaren, den Schwager des Großherzogs, Oberhefsen nicht ohne gewi:se Entschädigung annektieren wollte. Bayern nahm das Bündnis an, und damit war Oberhessen für Darmstadt gerettet (Mitte August). Freilich, von schweren Opfern blieb Hessen nicht verschont; wie bekannt, mußte auch das ober- hessisch« Hinterland Homburg und Meisenheim zur Abrundung des preußischen Gebietes ab- treten, wofür es nur in Nauheim und anderen Stücken eine weit geringere Entschädigung erhielt. Hessen-Darmstadt wurde im Frieden von Preußen weit härter und mit ausgesuchter diplomatischer Schroffheit behandelt als Die anDeren süDDeutschen Staaten, obgleich es am Zaren einen warmen Fürsprecher hatte; offenbar wollte Bismarck der hessischen Regierung, Die feit anDert- halb 3ahrzehn'.en unter Leitung Dalwigls eine besonders preuhenseindliche Politik geführt hatte, einprägen, Daß Die VerbinDung mit Dem Auslande ihr keinen Nutzen bringe, sie sich also in Zukunft eng an Preußen anschliehen müsse. Ser Vortragende erörterte sodann die Frage, wie die oberhessische Bevölkerung zu der Annexion, von der feit der Besetzung Oberhessens durch die preußischen Truppen (Ende 3uli 1866) natürlich sofort gesprochen wurde, Stellung genommen habe. Er konnte sich dabei stützen auf die Berichte der preußischen Verwaltungsbehörde an Bismarck und Auszeichnungen des Gießener Pfarrers Landmann, die ihm Herr Pfarrer Bechtolsheimer freundlichst zur Verfügung gestellt hatte. Aus beiden Quellen geht hervor daß die Bevölkerung sehr geteilter Me nung war. Es gab überall Anhänger einer Bereinigung mit Preußen; aus Gießen, Alsfeld, dem Hinterlande gingen Eingaben an die preußische Regierung, die aus wirtschaftlichen Gründen für eine Annexion eintraten, UnD diese Petitionen waren nicht etwa durch die preußische Besatzung oder Verwaltung hervorgerufen, denn Bismarck, der ja nur im Notfall Oberhefsen annektieren wollte, hatte den preußischen Behörden verboten, die Bevölkerung zu Schritten zu verleiten, die ihnen später zum schaden gereichen konnten. Tiefe Freunde der Annexion fanden heftigen Widerspruch in der Bevölkerung, namentlich in Gießen führte es zu lebhaftem Streit in der Bürgerschaft, als bekannt wurde, daß etwa 20 angesehene Bürger sich für die Annexion ausgesprochen hatten; Der Bürgermeister Vogt erließ eine Gegenerklärung im „ Frankfurter 3oumal" und geriet — vermutlich durch die Form feiner Erklärung — in Konflikt mit der preußischen Verwaltung, so daß er sogar vom Amt suspendiert wurde. Der Friede brachte allerdings alles wieder ins Gleichgewicht. Heber diese Fragen, insbesondere über die Stimmung innerhalb der Bürgerschaft, wird in privaten Aufzeichnungen, Briefen, Familien- eriimerungen u. bgL noch mancherlei Material verborgen sein. Reicher Beifall des bis auf den letzten Platz gefüllten Saales — vor Beginn war es schon notwendig geworden, in einen größeren Hörsaal überzusiedeln — dankte dem Redner für seine interessanten Ausführungen, was der Vorsitzende Pros. Dr. Ebel noch einmal im Schlußwort betonte. 3n der Diskussion wurden noch von verschiedenen Seiten kleine mehr oder weniger humoristisch gefärbte Beiträge geliefert zur Beurteilung der Frage, wie die Bevölkerung sich zu Den Ereignissen, besonders zur Annexionsfrage stellte. Südamerikaslug eines französischen Großflugzeuges. Tas französische dreimotorige Großflugzeug „Regenbogen" ist in Istres bei Marsaille zu Dem feit Monaten angekündigten und immer wieder verschobenen Langstreckenflug gestartet. Der Führer Der Maschine, Der bekannte Rekordflieger Mermoz, beabsichtigt, ohne Zwischenlandung bis Buenos Aires zu fliegen. An Bord befinden sich neben dem Führer zwei Mechaniker, ein Funker, zwei Hilfspiloten und der Erbauer des Apparates, G o u z i n e t. Das Flugzeug muhte in der letzten Nacht auf feinem Südamerikaflug in Port Etienne eine Zwischenlandung vornehmen, weil M' Oe'leitunq undicht aewor.en war. Die Grippe-Epidemie in England. 3n Den letzten acht Tagen sind in oerschieDenen Städten Englands insgesamt 681 Personen an Der Grippe gestorben. Englisches Seeflugzeug abgestürzt. — Ein Toter, neun verletzte. Ein mit zehn Mann besetztes neues Riefen-See- flugzeug der englischen ßuftftreitträfte stürzte aus geringer Höhe bei Plymouth in den Kanal und versank soweit unter Wasser, daß nur noch die Spitze einer Tragfläche zu sehen war Das Unglück ist dadurch verursacht worden, daß das Seeflug- zeua mit einem Motorboot zusammen- gestoßen ist. Von der Besatzung wurde ein Mann getötet, einer schwer und Die übrigen acht leicht verletzt Das schwerbeschädigte Flugzeug wurde später nach Plymouth geschleppt. Das von dem Unglück betroffene Flugzeug ist eine Schwestermaschine des im Februar 1931 an derselben Stelle abgestürzten Seeflugzeugs „Iris III" Damals ertranken neun Mann. Notluken auf englischen Unterseebooten. „Taily Telegraph' zufolge hat Die brit.she Admiralität beschlossen, alle Unterseeboote mit Notluken zu versehen. Diese sollen es der Mannschaft ermöglichen, sich zu retten, wenn das Doot infolge eines Unfalles außerstande ist, wieder aufzutauchen. An einer Anzahl von Unter fee booten find bereits eine oder zwei solcher Notluken angebracht worden. Russischer Dampfer in Seenot. Der 3650 Tonnen große russische Dampfer „Sachalin" ist mit einer Besatzung von 154 Mann und 200 Fahrgästen an Bord im Ochotskischen Meer in Seenot geraten. Das Schiff gilt als Der» l o r e n. Der japanisch« Dampfer „Sapporo Ma- ru“ fing von der „Sachalin" 8 O 8 - R u f e auf, die sofort an die Funkstation Hokkaido und andere Stationen weitergegeben wurden. Alle Versuche, I mit dem Sowjetdampfer funkentelegraphische Ver- bindung aufzunehmen, blieben vergebens. Es wird | befürchtet, daß der Dampfer untergegan- gen^ ist. — Das Meer von Ochotsk ist ein Teil des Stillen Ozeans an der ostsibirischen Küste. Erdbeben in Australien. Etwa 230 Kilometer von Sidney entfernt, ereignete sich in Australien ein schweres Erdbeben, das eine Minute lang dauerte. Die Städte Goulburn und Naß wurden am meisten heimgesucht. Mehrere Häuser schwankten stark und bekamen Gerichtliches Zwischenspiel zum Handwerkerstreit. WSN. Groß-Gerau, 12. 3an. 3nfolgedes Streites im Handwerk, der bekanntlich um die Verwendung der Ruhrgelder geht, ist zwischen den Handwerkern in Mörfelden, Die sich neuerdings hinter die Handwerker-Zentral- Genossenschaft gestellt haben, und den Groß-Gerauer Handwerkern, von denen in der Hauptsache Der Kampf gegen Die HZG. ausgeht, eine bedenkliche Spannung entstanden. Besonders wurde von den Mörfelder Handwerkern der Direktor Der Groß-Gerauer Dolksbank, BankDirektor Reiß, angegriffen. Der nach Ansicht der Mörfelder Handwerker der Spiritus rector der Bewegung gegen die HZG. fein sollte. 3n diesem Zusammenhang ließ sich ein Mörfelder Handwerker in einer Ortsversammlung Des Mörfelder Handwerks zu einer beleidigenden Aeußerung hinreihen, worauf Dankdirektor Reiß gegen Den Handwerksmeister Ludwig 3ungmann, Mörfelden, Anzeige erstattete. Das Amtsgericht Groß-Gerau verurteilt« den Angeklagten wegen Deleidigung im Sinne Der §§ 185 unD 186 Str.-GD. zu einer Geldstrafe von 60 M k., «v. zehn Tagen Gefängnis, sowie zu Den Kosten des Verfahrens einschließlich der notwendigen Auslagen des Privatklägers. Unterschlagungen beim Offenbacher Kreisamt. Offenbach a. M., 12. Jan. (WSN.) Beim Offenbacher Kreisamt konnten dieser Tage Unterschlagungen des dreißigjährigen Kanzleigehilfen Ern st Bertsch in Höhe von 9600Mark aufgedeckt werden. Bertsch war in einer Abteilung der Wohlfahrtspflege bei der Verwaltung von Mündelgeldern beschäftigt. Nach der Dienstanweisung sollen alle Zahlungen bargeldlos geschehen, um auf diese Weise Unterschleife unmöglich zu machen. Bertsch verstand es jedoch, durch Fälschungen Baraus- zahlunaen zu erhalten und die Kontrolle zu umaehen. Die sich unrechtmäßig angeeigneten Gelder soll Bertsch im lockeren Lebenswan- d e l aufgebraucht haben. Aus der provinzialhmiptssadk. Was der alte Bücherschrank erzählt... Behäbig und freundlich Hai Der Bücherschrank aus geflammter Dirke feit hundert Jahren mit feinen blanken Fensteraugen in Die altväterlich« Wohnung geschaut. Drei Generationen find an ihm Dorübergegangen. Aber schon die erste hatte ihn mit Büchern, diesen Herzkammern des Geistes, so gefüllt, daß leine neueren Werke in ihn hinein- gestopst werden konnten. So umfaßt er Die Ausgaben unserer Klassiker und auch Der ganz verwegenen Himmelsstürmer, nämlich des damals jungen Deutschland, Die Trompeter Der Revolution von 1848, Die Schwaben um Ahland, alte Stammbücher und Poesiealben, Ritterromane und Geschich.swerke, die nach Freiheit und Einheit riefen und in Stahlstichen des versunkenen Reiches Herrlichkeit zeigten. Den Geistesfrühling Der damaligen Zeit hat der alte Schrank wohl gehütet, und «s ist ganz eigenartig, wenn man in stiller Stunde zu seinen Schätzen sich wendet und sich versenkt in die Geisteshaltung unserer Vor- fachren. Eine seltsame, besinnliche und stürmische, verträumte und verschämt-verwegene Welt tut sich uns auf, und Die Schriftzüge sind häufig von ebenso skurrillem Reiz wie der 3nhalt. Aber mit einer gewissen Wehmut erkennen wir doch, Daß jene Zeit eine gar eigene und feine Bildung befaß. Es überrascht, wie tief Schiller und Goethe, Shakespeare und Dante, vor allem Ariost und Tasso sich in das Bewußtsein jener Zeit eingegraben hatten. Man zitierte sie viel und gern, und auch Die alten Stahlstiche nach Den Gemälden der damals beliebten historischen Schule sehen eine literarische und geschichtliche Bewegung voraus, die trotz Des gesteigerten Schulbetriebes Der Gegenwart wohl fehlt. Eine Welt stiller und feinster Kultur, trotz großer Armut in deutschen Landen! Wenn unsere Kindlein am Weihnachtsabend ihre alten Lieder fangen, dachten wir daran, daß fie aus jener Zeit? Weder und Schubert, Schumann und Wagner waren damals Die musikalischen Genies, und Die meisten LieDer, Die heute im Volke noch gelungen werden und Dort erklingen, wo fröhliche Burschen sch versammeln, gebar jene Zeit. Wer Die Geschichte unserer Technik, Der Ehemie und der übrigen „modernen" Wissenschaften kennt, kann im einzelnen nachweisen, daß damals Die Grundlagen gelegt wurden, auf Denen wir heute Weiterarbeiten. Soviel ist überliefert aus jener Zeit, Da ein ehrsamer Handwerksmeister jenen blanken, sehr sachlichen und doch schönen Bücherschrank baute. 3n jeder Notzeit entstand seit Dem Mittelalter wieder Die erste Deutsche Kultur des Bürgertums. Das hatte einen Wahrspruch: „Bildung, Freiheit und Wohlfahrt für alle!" Eine tiefe Weisheit ft edt Darin. Erst Wissen, Dann Anwendung des Wissens und damit besseren Erwerb! Ein junges Mädchen schrieb etwas sentimental in ein altes Stammbuch: „Spinnet langsam, ihr Parzen, denn sie ist meine Freundin". Derartig feine Züge finden wir oft. Es war eben ein verinnerlichtes deutsches Leben, reich an Blutenknospen, aber noch heute klingen die besten Saiten unserer Seele in ähnlichem Klang, wenn wir aus Dem Materialismus Der Gegenwart zu einem geistigeren unD besseren Leben gelangen wollen. Sie Schicksalsparze bat das Band, das uns mit hinabgesunkenen Geschlechtern verbindet, nicht gänzlich zerschnitten. —rt. Zubiläumsehrung für Pfarrer Bechtolsheimer. Aus Anlaß seines gestrigen 2äjährigen Dienstjubiläums als Seelsorger Der Lukasgemeinde wurde Pfarrer Bechtolsheimer gefte.nvormittag von dem Kirchenvorstand, dem Gemeinde- Verein und dem Frauenverein der Lukasgemeinde in Gegenwart einer Anzahl Gemeindemitglieder eine herzliche Ehrung bereitet. Ansprachen an den 3ubilar hielten Kirchenvorsteher Noll im Namen des Kirchenvorstandes und des Gemeinde- Vereins, sowie Frau Professor Zöppritz im Namen des Frauenvereins der Lukasgemeinde. 3n den Ansprachen wurde dem geschätzten De- meindepfarrer herzlicher Dank und volle Aner- fennung für seine seelsorgerische Tätigkeit ausgesprochen und zugleich Der aufrichtigen persönlichen Verehrung Ausdruck gegeben. Als äußere Zeichen Der Dankbarkeit wurden dem 3ubilar von Frau Professor Zöppritz und Herrn Noll namens Der Gemeindevereine je ein wertvolles Buch überreicht. Pfarrer Bechtolsheimer gab feinem Danke mit tiefempfundenen Worten Ausdruck. Schulkinderspeisung in Hessen. Der Hessische Minister für Kultus und Bildungswesen richtete an die Kreis- und Stadt- schulämter, an Die Schulleiter und Lehrer folgende Verfügung: „Wie der Hessische Landesausschuß für Kinderspeisung mitteilt, sind nunmehr Die Mittel zur Durchführung Der Schullinderspeifung im Winter 1932/33 in der bisher üblichen Weise vorhanden. Sie Verabreichung wird in den meisten Städten und Gemeinden in der Form eines Milchfrühstücks und eines Gebäckstückes wie seither bestehen. Es hat sich erwiesen, daß das Milchfrühstück mit der geringsten Störung und dem geringsten Verlust der Unterrichtszeit in der Hauptpause durchgeführt werden kann und anderseits die Milch, wie kein anderes Nahrungsmittel, geeignet ist, die den gesundheitlich geschädigten Kindern fehlenden Nahrungsbestandteile zuzuführen. Ich empfehle den Kreis- und Stadtschulä.ntern, den Schulleitern und Lehrern unter Berücksichtigung der herrschenden großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten vieler Vollslreise, das Kinderh'.lsswerk wie bisher bereittoilligft nach Kräften zu unterstützen." Taten für Frei ag, 13 Januar. 1859: der Schriftsteller Karl Bleibtreu in Berlin geboren; — 1914: Der Kunstgelehrte Alfred Lichtwark in Hamburg gestorben. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag: Stadt- theater, 20 bis 22 Uhr. „Stöpsel". — Oberhessischer Kunstoerein, Turmhaus am Brandplatz. 15 bis 17 Uhr. Ausstellung. — Historische Fachschaft Der Universität. 20.15 Uhr. Hörsaal Des kunstwissenschaftlichen Instituts. Vortrag über „Versailles unD Die deutsche Ostgrenze". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Tannenberg" — Astoria-Lichtspiele. Seltersweg: „Das Schiff ohne Hafen". — Lichtbilderoortraa in Der Stadtkirche über evangelische Diaspora- Arbeit. Man schreibt uns: Seit Jahrzehnten arbeitet in Stanislau, heute zu Polen gehörig, Pfarrer noch ge. - do fröhliche n« Zeit. ®ct .Chemie und Mten kennt, 3 damals die nen wir heute ert aus.Mer smchn jenen Honen Bücher, i stand seit dem he Kultur de° ^rspruch: .Sil- ir alle!" Eine Dissen, dann iit besseren Erms sentimentcl :t langsam, ihr idin". Derarliz c eben ein ver- ch an Blüten- e besten Suita wenn wir oui oarl zu einen langen voller. ), das uns mit tb'.nM, nicht Mad, ‘n«n KJ* '»etH ’» die ->,l- Xh A>«d, Qll* Montane und “nfenen Ae-. ^'dnau ? toc&! Se- l^manTn '^ndet und JJpt Bor. SÄ* 1 ^lldung öe. r und Eoe^ oJM und §elngegco. '? 9mt, und ??*n der Heneine ^ung voraus brtr:ebes der . ^ltur, trotz Denn unsere e alten Lieder nmer. ihrigen Arns!- Lukasgemeindc er gesle.nvordem ©emeinit- Lukasgemeick eindemitgliedei prachen an der Soll im Jedes Gemeinde- söpprth im ’ufaßgemcin«. geschätzten ®t- E volle Aneo Tätigkeit aus- chtigen Person- n. Als äußere m Jubilar von errn A o 11 na- oertvollcs Auü Heimer ga° i Dorten Aus- Mn». ltus und All' ;° und Stadt' ib Lehrer tol- u6 föt Kinder' die Wt-l M Ler besM srL „ffiniem ft KL? £S ..... Mdl' ÄS S'LS tu«®11**»» A*!' S»n". * i . r> 1 asp ar D. Theodor Zöckler in nationaler und kirchttcher Diaspora. In zielbewußter, schwerster Arbeit hat er dort in den großen evangelischen Stanislauer Anstalten mit Schulen, Lehrwerkstätten, Waisenhaus, Altersheim, Schwesternhaus usw. eine hochbedeutsame Pflegestätte für deutsches und evangelisches Leben geschaffen, deren Aufgaben in der Nachkriegszeit infolge der auch dort gesteigerten wirtschaftlichen und nationalen Not besonders gewachsen sind, lieber diese Dorpostenarbeit im Südosten wird am Sonntagabend in der Stadtkirche der Vorsitzende der hessischen Gustav - Adolf • Frauenvereine, Pfarrer Storck (Heppenheim) aus eigener Anschauung mit Lichtbildern berichten. Das geringe Eintrittsgeld von nur 10 Pf ermöglicht jedem den Besuch des interessanten Vortrags, der im Auftrage des Gießener Gustav-Adolf-Frauenoereins gehalten wird. (Siehe heutige Anzeige.) — „Zu den Kopfjägern des Inka- reiches". Das Lichtspielhaus Bahnhofstraße seht in Verbindung mit dem Goeth>Bund die Kulturfilm-Reihe fort. Der Bildstreifen des Sonntags führt in das tropische Südamerika, zunächst auf die Galapagos-Jnseln, die durch die Robinsonade Dr. Ritters bekannt geworden sind, und dann in das Innere Südamerikas, das (jetzt von einem primitiven, halbzivilisierten Volke bewohnt) uralten Kulturboden darstellt und für den Kameramann ein Dorado der Bildforschung darstellen muh. Zunächst werden die Besucher des Lichtspielhauses über die Hochflächen von Ekuador zu den 2500-Meter-Hochsteppen geführt, die von den Inkas bewohnt waren und deren Kultur noch in Resten und in seltsamer Vermischung mit Naturmensch entum und christlichen Kulturerscheinungen in der Bevölkerung der Gegenwart erhalten ist. Man wird Gelegenheit haben, in arvhartt- gen Ternpelbauten Zeugen jener Macht fenneiuu» lernen. Rach der Durchquerung des Reiches Der Inka wird der Bildstreifen im Geiste auf die Ost- feite der Kordilleren führen, dann in das Quell- aebiet des Amazonas und in die undurchdringlichen LIrwälder zu wilden Indianerstämmen, deren einer, die Iivora-Indianer, noch der Kopfjägerei huldigen. Der Film bringt viele Einzelheiten aus den Gebräuchen der verschiedenen Indianerstämme und dabei mancherlei Dinge, die im Kulturfilm noch nicht gezeigt wurden. Man darf erwarten dah auch die bevorstehende Kul- turfilmvvrstellung eine unterhaltsame und lehrreiche Stunde bringen wird. Näheres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich. ** W i n t e r s ch i e ß e n unseres Bataillons. Das diesjährige Winterschießen unseres Gießener Bataillons findet wie folgt statt: am 24. und 25. Januar durch die Maschinengewehrkompagnie bei Erda; die Truppe bezieht in Erda Quartier; vom 23. bis 28. Januar bei Kinzenbach und vom 25. Januar bis 4. Februar bei Alten - Bu - l e ck durch die Schützenkompagnien täglich von 9 bis 16 Uhr. Das Gelände wird während des Schießens für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Aus die Sperranordnungen der zuständigen Zivilbehörden ; fei besonders hingewiesen. ** Verlegtes Militärfest. Das von der I 2. Kompagnie unseres Bataillons für nächsten Samstag abend in der „Liebigshöhe^ vorgesehene ; Winterfest muß, wie man uns mitteilt, aus dienstlichen Gründen verlegt werden. Es ist jetzt für den 1. Februar vorgesehen. Generalversammlung derSpielvereimgunglSOo Rechenschaft des Gesamtvereins. Unter starker Beteiligung der Mitglieder fand gestern abend im „Postkeller" die Generalversammlung der Spielvereinigung 1900 statt. Der 1. Vorsitzende, Dr. Gujot, begrühte die Teilnehmer und erstattete nach der Erledigung einiger Formalitäten und nach kurzem Gedenken der verstorbenen Mitglieder A m e n d und Dietz den Bericht über die Tätigkeit des engeren Vorstandes. Er konnte mitteilen, dah der Verein auch im vergangenen Jahre beachtliche Fortschritte zu verzeichnen hatte. Der Gesamtvorstand hat sich dabei nicht unwesentliche Verdienste erworben. Der Mitgliederstand habe sich erhöht, und zwar um 34 Mitglieder. 51 Austritten stehen 85 Neuaufnahmen gegenüber. Erfreuliche Entwicklung kennzeichnete die Tätigkeit der Tischtennisabteilung. Richt unerwähnt feien die Verbesserungen, die auf dem Sportplatz durchgeführt wurden. In seinem Bericht kam der Vorsitzende auf das Verhältnis des Vereins zu den Derbandsinstanzen zu sprechen und betonte, daß es sich erfreulicherweise gebessert habe. Der Verein könne mit der geleisteten Arbeit zufrieden sein. Im weiteren Verlauf der Versammlung erstattete Herr Ehrhardt den Rechenschaftsbericht der Kassenprüfer, in dem die Entlastung des Rechners beantragt wurde. Die Kassenlage des Vereins sei in Anbetracht der gegenwärtigen allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse durchaus befriedigend. Dem Kassenführer wurde Aner'e mung für feine Arbeit ausgesprochen. Entlastung wurde ihm im Rahmen der Gesamtentlastung des Vorstandes zuteil. Der Vorsitzende des Spielausschusses, Herr R e i n i n g, berichtete sodann über die F u h b a 11- mannschasten. Man tonne befriedigt fest- steilen, daß die Mannschaften Kuverläsfiger geworden seien. Als am erfolgreichsten dürfe die 1. Mannschaft betrachtet werden. Fünf Mann- schäften standen insgesamt im Kampf. Im Frühjahr 1932 errangen 2. und 3. Mannschaft in großer Form die Meisterschaften ihrer Klassen. In der neuen Serie haben Liga und Ligareserve nach guten Leistungen aussichtsreiche Tabellenplätze inne. Insgesamt wurden von den fünf Mannschaften 145 Spiele ausgetragen. Es galt, 1600 Spieler zu stellen. 68 Spiele wurden siegreich beendet, 18 endeten unentschieden und 59 wurden verloren. Das Gesamt-Torver- hältnis lautet 346:368. Die Stürmerleistungen in den einzelnen Mannschaften seien noch nicht ganz befriedigend. Herr R i ch t b e r g berichtete über die Tätigkeit der Leichtathletik - Abteilung. Das Jahr 1932 habe sich als sehr erfolgreich für die Abteilung erwiesen. Die bisherige Stellung in Hessen-Hannover konnte behauptet werden. Der Berichterstatter beschäftigte sich mit der stattlichen Anzahl der bestrittenen Veranstaltungen und der ebenso stattlichen Anzahl der Siege, die errungen werden konnten. Im Mitgliederstand traten keine wesentliche Aenderungen ein. Die Abteilung könne mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Für die Handballabteilung berichtete Herr Dirke n st 0 ck viel erfreuliches. Die erste Handballelf konnte sich den zweiten Tabellenplatz erringen. Die zweite Elf vermochte sich nicht immer durchzusehen. Die Jugend trug nur wenige Spiele aus und verfiel nach einiger Zeit der Auflösung. Insgesamt konnten 49 Spiele ausgetragen werden. 24 Spiele wurden gewonnen, 1 Spiel endete unentschieden, 24 gingen verloren. Das Jahr dürfe auch für die Handballabteilung als von beachtlichem Erfolg begleitet, angesehen werden. Erfreuliches konnte auch von der Tischtennisabteilung und der Frauen- Leichtathletik-Abteilung berichtet werden. Die Tifch-Tennisabteilung konnte sich ausgezeichnet behaupten und verlor kein Turnier. Man hatte sehr spielstarke Gegner. In der Frauenabteilung wurde wertvolle Brei- t e n a r b e i t geleistet Die Jugendlichen machten beachtliche Fortschritte. Der Vorsitzende des Plahausfchusses Herr W. Schmidt berichtete über die im Wege dessreiwilligenAr- beitsdienstes durchgeführten Verbesserungen aus dem Sportplatz an der Liebigshöhe. Ausführlich sprach Herr Von- dran, Der Iugendleiter, über die Arbeit und den Sinn der Arbeit in der Iugendabteiluna. Zwar habe die Iugendabteiluna unter dem Drucke wirtschaftlicher Verhältnisse kleine Einbuße erlitten, immerhin aber konnte noch sehr viel wertvolle Arbeit geleistet werden. Die fünf Mannschaften der Jugendabteilung trugen insgesamt 113 Spiele aus (64 wurden gewonnen, 16 endeten unentschieden, 33 wurden verloren: Torverhältnis 262:157). Das Ergebnis gleiche sich dem des Vorjahres an. Die Jugend fei sehr opferwillig gewesen. Es gelte, bie Ideale hochzuhalten, um so der Jugend am wirksamsten zu dienen. Berufene Erwachsene müßten sich für die Arbeit an der Jugend zur Verfügung stellen. Rach der Erledigung der einzelnen Berichte wurde dem Gefamtvorstand einstimmigEnt- lastung erteilt. Dem Vorstand wurde für feine mannigfaltige und erfolgreiche Arbeit Anerkennung ausgesprocken. Den Abschluß der Versammlung bildeten die Vorstandswahlen, die sich verhältnismäßig schnell vollzogen. Dr. Gujot wurde einstimmig wieder zum ersten Vorsitzenden gewählt. Zum zweiten Vorsitzenden wurde ebenfalls einstimmig Herr Keiner bestimmt, der aber vorerst den für Zeit abwesenden 1. Vorsitzenden zu vertreten haben wird. Der bisherige 2. Vorsitzende, Herr August Wallenfels wurde auf eigenen Wunsch des Amtes entbunden und lediglich zum Beisitzer gewählt. Die übrigen Aemter, insbesondere in den einzelnen Sportausschüssen erfuhren keinerlei wesentliche Veränderungen. Rach kurzer Erledigung einiger kleinerer Anfragen unter „Verschiedenes" wurde bie einmütig und sehr harmonisch verlaufene Versammlung geschlossen. Handball im Gau Hessen (O T ) stoblenz-Urmih — MTV. Gießen I. Als Tabkllenzweiter ist die Mannschaft des Gießener Männerturnvereins nun zur Teilnahme an den Dorenticheidungen um die Kreismeisterschaft bered)- Hat. Am kommenden Sonntag wird deshalb die MTV.-Mannschaft in Koblenz- Urmitz gegen den Tabellenersten der RheinMoselgruppe, den TV. Urmitz, der mit 4 Punkten Borsprung die Tabellenspitze einnimmt, antreten. Die Männerturner, die leider nick;t in stärkster Aufstellung antreten können, kommen zum ersten Male mit dem Gegner in Berührung und werden alles daransetzen müssen, um ein günstiges Resultat zu erzielen. Da die Urmitzer Mannschaft, nach Berichten au urteilen, eine sehr harte Spielweise pflegt, darf Die MTB.-Mannschaft, besonders der Sturm, keinesfalls (0 weich spielen. Die Gießener (ohne Nehren und Malkomesius) werden voraussichtlich in folgender Aufstellung antreten: Helmert, Seyb, Volkmann, Ploch, Salz, Schorkopf, Krämer, Schmidt, Seipp, Schüler, Gurt. Birger Ruud fvn'nai Schanzenrekord. M:' ' Wi Links: Der Sprungturm der hervorragend gebauten Hans-Heinz-Schanze in Iohann-Georgenstadt (Erzgebirge), auf der Birger Ruud den Schanzenrekord um einen Meter auf 74 Meter verbesserte. — Rechts: Der Norweger Birger Ruud, einer der besten Skispringer der Welt, der einen großartigen 74°Meter» Sprung erzielte. Bevorstehende Senkung der Bad-Nauheimer Bäderpreise. WSR. Dab-Rauheim. 12. Ian. Seit einiger Zeit find Erwägungen im Gange, eine Senkung ber Dab-Rauheirner Däder- prei se herbeizuführen. Es herrscht in dieser Frage volle Liebereinstimmung zw'.schen dem Vorstand des.Hessischen StaatSbades, Generaldirektor Meier und dem Dezernenten für Dad-Rau- heim im Hessischen Finanzministerium, Ministerialrat Dr. Meller. Auch Finanzminister Kirnberger vertritt den Standpunkt, daß alles getan werden muß, was im Rahmen deS Möglichen liegt, um eine Senkung der Bäder- Preise herbeizuführen. Die Dad-Rauheimer Wirt- schaftskreife hoffen, daß ein entsprechender Beschluß der Regierung möglichst bald erfolgt, um ihn noch für die bevorstehende Saison positiv auswerten zu können. Leibesübung als Heilfaktor in wissenschaftlicher Betrachtung. WSR. Dad-Rauheim, 12. Jan. Hier hat sich unter Vorsitz von Prof. Dr. Koch vom Kerckhosf-Institut ein Ausschuß für Gymnastik, Sport und Leibesübungen gebildet, um durch sportärztliche Lleberwachung der Leibesübung treibenden Vereinigungen den Einfluß von Sport usw. als H e i l f a k t 0 r zu studieren. Dabei soll auch die therapeutische Seite, sowie die Erforschung des Einflusses der Leibesübungen auf die Kreislauftätigkeit Berücksichtigung finden. Zur Durchführung dieser Ausgaben soll eine Beratungsstelle eingerichtet werden. Aus dem Stipendienfonds der Kerckhoff- Stiftung wurde ein Betrag zur Verfügung gestellt, der die Arbeit der Beratungsstelle vorerst für die Dauer von etwa l1/, Jahren ermöglicht. Die Gründung des Ausschusses erfolgte im Auftrage der Balneologischen Gesellschaft. Aehn- liche Ausschüsse sollen auch in anderen Badeorten eingerichtet werden. Oie Marburger Zeftspiele 1933. Marburg, 12. Jan. (WSN.) Im Mittelpunkt der Beratungen der gestrigen Sitzung des Stadtparlaments stand die Frage der Bewilligung von städtischen Mitteln für Weiterführung der Festspiele auch im kommenden Sommer. Es lag ein Antrag des Magistrats vor, 18000Mark für Verkehrswerbung zu bewilligen und aus diesem Fonds Mittel für Veranstaltung der Spiele zu entnehmen. Die Festspielfrage entfesselte eine rege Aussprache, in der sich — außer den Sozialdemokraten — alle Redner für die Weiterführung der Spiele aussprachen. Mit 16 von 26 Stimmen wurden 15 000 Mark für Verkehrszwecke genehmigt, aus denen Mittel für die Festspiele unter der Voraussetzung entnommen werden sollen, daß sie Dr. Budde wiederum in eigene Regie nimmt und die Stadt kein Risiko trägt. Wettervoraussage. 3m Rorbosten hat sich ber hohe Druck weiter aufgebaut, unb auch über Zentraleuropa steigt ber Luftdruck an. AuSfließenbe kontinentale Lust nimmt infolgedessen Deutschland mit in feinen Bereich unb wirb uns Frostwetter bringen. Aussichten für Samstag: Frostzunahme, auch tagsüber Temperaturen unter Rull, wolkig unb dunstig, auch Aufklaren, meist trocken. Aussichten für Sonntag: Fortdauer des Frostwetters. Lufttemperaturen am 12. Januar: mittags 2,9 Grab Celsius, abends 2,5 Grad; am 13. Januar, morgens minus 0,9 Grad. Maximum 3 Grad, Minimum minus 1,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 12. Januar: abends 1,6 Grad, am 13. Januar- morgens 0,8 Grad Celsius. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst B l u m s ch e i n. Sprechstunden der Redaktion. 1130 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Weht warten i Wnöeomin öer Entflsgemeinöe, Men Montag, den 16. Januar, abends 3 Uhr: °M0 im vukasfaal - Liebigstraße 56 Ser Vorstand Stadtkirche Am Sonntag, dem 15. Januar, abends 8 Uhr. spricht in der Stadtkirche Herr Pfarrer Storck- Heppenheim über <7 Kränknche, vU/lvvlUv» zurückgebliebene und olche mit steifen Beinen, gesunden und I63D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch icöes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOL mengen. Verlangen Sie nm echtes Vaffol in Origmalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engelapotheke Gießen. Zu haben in allen Apotheken. Samstag, den 14. Januar 1933, nachmittags 5 Uhr, spricht im Katholischen Vereinshaus in öMlicher Versammlung Herr Justizrat Lindt, Darmstadt, über: Mittels« und Steuerpolitik Anschließend: Freie Aussprache, Wirtschafts- und Rechtsberatung. Eintritt frei! oye Sparerbund / Volksrechtpartei AbMilMl Z im Sladi-Ka’lee Geschäftskarten lefert Brühl. Gießen Nützen Sie die Vorteile des Inventur-Verkaufs I Das Haus für gute Herren- und Knabenkleidung Ist nun einmal: KÖHLER 277a Gießen ■ Seltersweg 278 A DamenMscliiilie Pfennig Modehaus SALOMON St ausWolle gestrickt 4TW oder Wildl - Imitat., W teils mitUmschlag, teils ganz gefüttert f ■■ ■ Jedes Paar....... Aus unserem Inventur-Verkauf ein Extra-Posten! Inventur-Verkauf unsere Preise - unerreicht wie immer Cß Herren-Ulster V" schwere Mäntel mit Ri 25 12 schwere Mäntel mit Rings- Gießen Telephon 2060 Die Beerdigung findet Samstag, den 14. 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KL; Stamn.reiser rm: 40 Buche, 37 Hainbuche, 435 Eiche, 10 Lärche; Aslreisig rm: 205 Buche, 68 Eiche; Schlagreisig rm: 8 Fichte (geschätzt); Stöcke rm: 46 Buche, 16 Eiche. Das Nutzholz wird zuerst versteigert. Es wird empfohlen, das Holz einzusehen. Gießen, den 12. Januar 1933. Der Vorsitzende des Markvorstandes: Nicolaus, Oberforstmeister. Maroc K’seide bediuckt 95 cm breit............per Meter sarnstag, 14. Januar, 20.30 Uhr, im Heim: MesvmlmlamlW Gauvorfteher Auerbach, Ffrn., anwesend. Diendtag, den 17. Januar, 20.30 Uhr, Beginn heute! Ich habe meine Preise rücksichtslos herabgesetzt. Sie brauchen jetzt keinen Piennig mehr umzudrehen, denn der Weg führt Sie zur zu (f%osenzn>ei£! Herren-Mäntel, -Ulster, -Paletots von Mk. 16.— an. Loden-Mäntel von Mk. 14.— an, Anzüge für Sport und Straße von Mk. 18.— an, Loden-Joppen von Mk. ö.— an. Kinder- und Burschenkleidung gewaltig herabgesetzt. Herren-Hosen schon für Mark 1.25. Knickerbocker von Mk. 2.95 an. 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Damen- Posten Trikotagen Wen:*-5 Loden-Mäntel ...5.75 gurt, solide Verarbeitung 36.- 29.- 21.- 19.50 Satin Riehe bedruckt RH per Meter....................... Pf Merren-Garderoben-Hanft £. Äosensiweiß Gießen, Nenstadt 10 Der Versuch führt zu dauernder Kundschaft! 2«A müssen Sie sich Das Wort wenn Sie Ihre KDCLfnUl Hühncrau8cn EDE WÜHL los sein wollen. Hühn er äugen-Lebe wohl Blechdose (8 Pflaster) 68 Pf., in Apotheken u. Drogetien. Sicher zu haben: Med.-Drog. Haus Hindenburg, H. Eigen, Seltersweg 68a; Löwen-Drog. W. Kilbinger Nacht, Seltersweg 69; H. Noll, Ludwigsplatz-Drogerie u. Neustadt-Drogerie; Germania- Drogerie C. Seibel, FrankfurterStrafle 39; 0 jVinterhoff, ttnhiite gut erhalt. A. kaufen gesucht. Schr. Ang. u. 0261 a. d.G. A. | Verschiedenes! Detektiv K. Qerz, Bad-Nanbeim, Kar- Straße 17 erleötgt alle oerlraultche Prwat- 'i. (Äeichäftsangele- qenbeiten.wte Aus- kiinfte,Beobachtungen. Ermittlungen. Beickasiung o Be- roc'^mat. in Straf- u. 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Wagner Ludwig Henkelmann II. Karl Henkelmann Marie Stengel, geb. Henkelmann Katharine Henke’mann, geb. Krombach Heinrich Henkelmann Hermann Henkelmann Familie Ludwig Schmidt 17 Enkel und 1 Urenkel. ABendorf (Lahn). Allendorf (Lumda', 12. Jan. 1933. Die Beerdigung findet Samstag, den 14. Januar,