Ur. 239 Erster Blatt 183. Jahrgang Donnerstag, 12. Oktober 1933 '6er. 4 den beiden Ländern. Dieses gute Einvernehmen sei noch dadurch verstärkt worden, daß die französische Regierung ihre Zustimmung zu der Denkschrift über die wirtschaftliche Reuorganisierung der Donau st aaten gegeben habe. Der Berichterstatter will sogar wissen, daß die deutsche Abrü- stungsnote im Palais Lhigi „absolut nicht befriedigt habe", muh aber zugeben, dah die italienische Regierung trotzdem ihren verträglichen Geist gegenüber Deutschland beizubehalten wünsche. Es sei daher anzunehmen, dah sie sich einer Vertagung der Abrüstungsbesprechungen nicht widersehen werde. Sie werde es im Gegenteil vielleicht gern sehen, wenn die Besprechungen aus dem Genfer Rahmen herausgenommen werden würden, um im Zeichen des Viererpaktes fortgesetzt zu werden. batfion. der le8NfabtUt( «UnNWfy nieren soll. In Kreisen der deutschen Delegation wird betont, daß Deutschland keine Konvention unterzeichnen kann, die nicht in den Kardinalfragen den deutschen Forderungen gerecht wird, wobei daran erinnert wird, daß Deutschland in den letzten Tagen immer wieder seine Verstan- digungsbereitschaft hinsichtlich der g u a n • titativen Seite der Gleichberechtigung erklärt hat. Alle Kompromißvorschläge, die diesem rechtlichen und moralisch begründeten deutschen Standpunkt nicht gerecht werden, können daher für Deutschland nicht ernsthaft in Betracht kommen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil t D. TH.Kümmel sämtlich in Gießen. poftschelNonto: zrankfvrt am Main liess, vnttk und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Buch- und StekndruSerek B. Lange in Giehen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. 2°ute btt 6ml « Sonnt, ine ihn lcT von ihm roej. beiden immtt et der Jupiter im« er äußerste Wand« des Völkerbundes, die rückständigen Zahlungen, waren Gegenstand eines besonderen Berichts. Es wird darin festgestellt daß die Höhe nicht gezahlter Beiträge für die Jahre 1920 bis 1932 in Höhe von rund 21,6 Millionen Goldfranken und für 1933 in Höhe von rund 14 Millionen Goldfranken nicht mehr lange aufrechterhalten werden können, da hierdurch die guten Zahler ungebührlich belastet werden und die Erregung der Parlamente dieser Länder ständig im Wachsen begriffen ist. Der Bericht über den Minderheitenschutz mit den bekannten drei Entschließungen. Entschließung 1 und 3 wurden ohne Aussprache angenommen; zur Entschließung Nr. 2 erklärte der deutsche Vertreter Gesandter v. Keller, daß entsprechend seiner gestrigen Erklärung im Politischen Ausschuß die' deutsche Delegation gegen diese Entschließung stimme. Der Präsident der Versammlung stellte daraufhin fest, daß in Anbetracht dieser deutschen Erklärung die Entschließung Nr. 2 nicht angenommen sei. Außerdem wurde die Entschließung über die Einsetzung eines Kommissars für die deutschen Flüchtlinge ohne Aussprache mit Stimmenthaltung Deutschlands a n g,c n o m m e n. In seiner Schlußansprache würdigte dann der Präsident der Versammlung Ter Water die Ar» 58,5* 57. 169-^ 21.” 65J* 5,741 Ä 3,053 ä 57,9 66,92 12,99 0,967 2,763 58,58 22,7 16,46 81,48 35,4 81,78 0,768 0.2Z 12,71 Eine falsche Logik. Berlin, 12. Oft. (CNB.-Funkspruch.) Die Besprechungen, die am gestrigen Tage zwischen den einzelnen Delegationen, besonders zwischen Engländern, Franzosen und Amerikanern, stattfanden, haben die im Interesse des Abrüstungswerkes erwartete Erleichterung der Situation nicht gebracht. Demnach wird den Verhandlungen im Haupt- a u s s ch u ß am kommenden Montag voraussichtlich nur eine formale Bedeutung zukommen. Don dem bisherigen Gang der Verhandlungen bleibt der Eindruck bestehen, als sei das Bewußtsein der Verantwortung für den ursprünglichen Mac - donald-Plan gerade in dem Lande nicht mehr vorherrschend, dessen Premierminister aufs engste mit dem Plan verbunden ist. Man hat auf englischer Seite versucht, die Abänderungen, die man auf französischen Druck hin am Konventtonsentwurf offenbar oorzunehmen bereit ist, m i t einer moralischen Begründung zu erklären. Die innerpolitische Situation, so lautet die Lesart, sei heute in Deutschland eine völlig andere als zur Zeit des Fünfmächteabkommens. Eine solche Beweisführung gehl an der für die internationale Politik grundlegenden Tatsache vorbei, daß die außenpolitischen Ansprüche eines Landes nicht der Reflex innerpolrli- scher Entwickelungen, welcher Art auch immer sie fein mögen, sind, sondern der Ausdruck der historisch gewordenen staatlichen L e - London, 12. Oft. (WTB. Funkspruch.) Der Korrespondent der „Iftorning Post" in Rom meldet, daß Mussolinis Unterredungen mit dem britischen und dem französischen Botschafter bezweckten, sie von seinen Bemühungen in Kenntnis zu sehen, die deutschen Vorschläge zum Ausgangspunkt einer Erörterung zu machen. 3m Interesse der Fortsetzung der Verhandlungen mit Deutschland würde Italien gern einen A ufschub der Sitzung des Allgemeinen Ausschusses der Abrüstungskonferenz sehen. Der römische Sonderberichterstatter des „Temps" berichtet seinem Blatte über die Unterredung Mussolinis mit dem französischen und englischen Botschafter und unterstreicht in diesem Zusammenhang die angeblich herzlichen Beziehungen zwischen um eine Vermittlung stark bemühten amerikanischen Delegation ausgehen und die Deutschland die Annahme einer Konvention dadurch erleichtern sollen, daß die erste Periode, die sogenannte Probezeit, abgekürzt wird. Von vielen Jahren ist schon keine Rede mehr. Man spricht von zwei Jahren oder 18 Monaten, nach deren Ablauf Deutschland die Herstellung gewisser Verteidigungswaffen und der Bau von Festungs- anlagen gestattet werden soll. Doch steht auch hier bei der Gegenseite die politische Frage im Vordergründe. daß z u n ä ch st, wenn auch auf kurze Zeit, d i e Kontrolle einfetzen und funktio- Eine Drei-Mächie-Besprechung in Gens. England und Frankreich widersetzen sich den deutschen Gleichberechtigungsforderungen Was man dem Frak-Gtaat zubilligt, wird Deutschland verweigert. (Er|d)etnt täglld), außer Sonntags und Feiertag* Beilagen: Die ODuftnerte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» Monalr-Bezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustriert« . 1.80 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschliifse anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Eietzeu. ixslernhimmel Um. steht nicht weit oom Tuahlen ton Mitten - ht ein« Tages ent«' die dick punktiert» tHoruonl, sind fest- tr Sternhimmel dreht fitumachi zeigenden issamaßen dem lei» - in 23 Stunden Sinne du gebogenen seinen Mittelpunkt, Horizont umrahmt auf die der gerade ! Monotoniae sicht« ere Karte seigl als» Mitternacht der Mo*' n :u einer anderen e denkt man sich uni dem yrad'n dieser auf die Ufr dadurch werden sichtbaren Sterne in senden Horizont hin* 5 Tage vor der Marode Pfeü h Stunde jge noch der Monats- üur tu stellen. Man de Monatskarte. Der U, 05 12,45 3,0*7 169,2’ 65,08 57,84 66,- 12,95 0,963 2,75 58.« 22,M 16,42 Ibg 15,06 81,-2 0,766 0,277 5,295 12,69 66,8* 58,« 57,58 12, 16,?. 168 66 21-91 64-12 Hn. Mussolini schallet sich ein. Oie deutschen Abrüstungsvorschläge sollen Verhandlungsgrundlage werden — Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Genf, 11.Ott. (121.) Line fast zweistündige Dreirnächtebefprechung hat Mittwochnachmittag stattgefunden. Auf Einladung Sir John Simons traten die englische, die amerikanische und die französische Abordnung zu einer gemeinsamen Besprechung der Lage zusammen. An der Unterredung nahmen Sir John Simon, Staatssekretär Eden, Paul-Boncour, Massigli, Norman Davis, Gesandter Wilson und Allan Dulles teil. Unmittelbar nach dem Abschluß der Unterredung begab sich Simon zum Präsidenten der Konferenz, Henderson, um ihm über das Ergebnis der Besprechungen Bericht zu erstatten. * lieber den Verlauf der Dreimächtebesprechungen wenden stark widersprechende Mitteilungen verbreitet. Von amtlicher englischer Seite wird erklärt, daß die allgemeine Lage besprochen worden sei und eine grundsätzliche Uebereinst i m m u n g in bezug auf das Verbot der Wiederaufrüstung Deutschlands erziett wäre. In direktem Gegensatz dazu betont man auf amerikanischer Seite, daß von einer einheitlichen Front der Dreimächte keine Rede fein könne, daß keinerlei Beschlüsse gefaßt oder Bindungen eingegangen worden seien. Im Mitelpunkt der Unterredung habe vielmehr die Frage gestanden, in welcher Weise die am 16. Oktober zusammentretende Konferenz weiterzuführen sei. Aus den Besprechunaen hat sich auf deutscher Seite der Eindruck ergeben, daß wieder versucht werden wird, Deutschland in den Hauptpunkten vor die Frage der Annahme oder der Ablehnung zu stellen. Den wichtigsten Diskussionsgegenstano bilden, wie schon in den vorhergegangenen Genfer Besprechungen die Konsequenzen, die aus der vorgeschlagenen Umwandlung der Reichswehr hinsichtlich der Bewaffnung zu ziehen sind. Die anderen Mächte haben sich noch nicht klar gemacht, daß die Umwandlung der Reichswehr vom ersten Tage an technische Vorkehrungen nach einem einheitlichen und auf lange Sicht b e - rechneten Plan notwendig macht. Man glaubt, daß eine entsprechende quantitative Vermehrung des im Versailler Vertrag zugestandenenen Materials, aber keine qualitativen Aende- rungen in Frage kommen können. Ausführlicher erörtert wurde bisher nur die Luftwaffe, die im Versailler Vertrag Deutschland bekanntlich gänzlich verboten ist. Man scheint unter keinen Umständen geneigt zu sein, Deutschland eine Luftwaffe zuzugestehen, die anderen Mächte scheinen Deutschland vielmehr in möglichst kurzer Zeit vor die Frage stellen zu wollen, wie es sich zu diesem Punkt verhält. Gerade in der Luftwaffe liegen die Verhältnisse aber so, daß eine Einigung der anderen Mächte über die völlige Abschaffung nicht zu erwarten ist und es deshalb für Deutschland eine unannehmbare Benachteiligung bedeuten würde, wenn etwa das Versailler verbot in die neue Abrüstungskonvention übernommen werden sollte, nachdem sogar dem gerade aus der englischen Vormundschaft entlassenen arabischen Staate Irak bei seinem Eintritt in den Völkerbund im vorigen Jahre Flugzeuge als eine selbstverständliche Verteidigungswaffe jugebilligt worden sind, hier liegt gegenüber Deutschland der versuch einer rein politischen und nur mit machtpoliti- schen Erwägungen zu begründenden Diskriminierung vor. Es sind bereits gewisse K o m p r o m i ß v o r- schlüge aufgetaucht, die insbesondere von der rkt. 1 Buhbach, ft Self,,. gelobst: 5 b>s io ; '*n 3 S. Deutschland hält am Mcdonaldplan fest Keine stichhaltigen Gründe für neue Schwierigkeiten. ■t der Pm'eusbogen ilejabtn. Unter bet us erblicken wir das iromeda, und unter m beiden Men ein $ie obere Gruppe d°» ■’* Ä ; erste der Tierkreis- isgedehnle Bild der ' Ma und dsn ron- 2er Name »2e"eb,J jodomml, bedeutet id; der Mrt»us°mE i, des Löwen ist, o« nenig jzoflfy des *in5 ^üftermaun. ER Ttö gierungen auf ein weiteres und mehrjähriges Verbleiben in Danzig nicht Folge leisten könne. Auf deutscher Seite wird dieser Entschluß des Danziger Völkerbundskommissar durchaus bedauert, da man in Uebereinstimmung mit den Danziger und polnischen Vorschlägen eine mehrjährige Ernennung Rostings zum Danziger Völkerbundskommissar auf längere Zeit gewünscht hatte. Die Schlußsitzung der Völkerbundsversammlung Schwere Finanzsorgen des Völkerbundes. Genf, 11. Ott. (TU.) Die ordentliche 14. Vollversammlung des Völkerbundes ist am Mittwoch abgeschlossen worden. In der Schlußsitzung wurde eine große Zahl von Berichten in großer Eile ohne Aussprache durchgepeitscht. In letzter Stunde wurden die Berichte des vierten Ausschusses über Finanzfragen des Völkerbundes angenommen. Die geradezu katastrophale Finanzlage des Völkerbundes war wiederum Gegenstand langer Beratungen im 4. Ausschuß gewesen. In dem Bericht wird der diesjährige Völkerbundshaushalt bei einer Herabsetzung um 8,3 v. H. gegenüber dem Vorjahre mit 30 827 805 Goldfranken vorgesehen. Der wund« Punkt der Finanzgebarung Die politische Vertretung des Volkes durch die Deputiertenkammer wird durch den „Nationalrat der Korporationen" ergänzt, der als wirtschaftlicher Berater der Regierung dient. Die Zusammensetzung des Nationalrates erfolgt durch die Syndikate und Korporationen in der Form, daß gleichviel Arbeitnehmer und Arbeitgeber vertreten find. Für feine Arbeit gliedert sich der Nationalrat in sieben Sektionen: Freie Berufe und Künste, Industrie und Handwerk, Landwirtschaft, Handel, Land- und Binnenverkehr, See- und Luftverkehr, Banken. Allen Vertretungen ist das Normativrecht im Rahmen der bestehenden Gesetze gegeben; legislative ober exekutive Rechte haben sie nur in beratender Form. So stellt sich heute nach zehnjähriger Reaierung der Aufbau des faschistischen Staates kurz skizziert dar. Es erscheint fraglich, ob in allem schon die letzte Formulierung gefunden ist. Der Wirklichkeitssinn Mussolinis hat nie davor zurückgeschreckt, von ihm selbst erlassene Gesetze abzuändern, wenn das pulsierende Leben es ihm zweckmäßig erscheinen ließ. Costing will nicht in Danzig bleiben. G e n f, 11. Oft. (TU.) Der Danziger Völkerbundskommissar Rosting hat am Mittwoch der Danziger und der polnischen Regierung mitgeteilt, daß er zu feinem lebhaften Bedauern dem Angebot der Re» bensnolwendigkeilen. Diese aber sind für das Deutschland der nationalen Revolution die gleichen, wie für jene des 11. Dezember 1932. Es ist auch deshalb völlig verkehrt, zur Begründung einer auf der anderen Seite vorhandenen mangeln- den Abrüsiungsbereitschafl auf die innere Entwickelung Deutschlands zur ückzugreisen, weil der Macdonald- plan, der dem im Dezember 1932 zugestandenen Gleichberechtigungsanspruch konkrete Gestalt verleihen sollte, er st im März 1933, also über zwei Monate nach Amtsantritt der Regierung Hitler in Gens unterbreitet wurde. Dieser Konventtonsentwurf enchält, woran man bei dem gegenwärtigen Stand der Besprechungen über Einzelheiten erinnern muß, einen Artikel 96, der vorsieht, daß durch die Konvention der Teil V des Versailler Vertrages ersetzt wird. Es entspräche nicht dem Prinzip der Gleichberechtigung, wenn man die Diskriminierung Deutschlands, wi'e sie im Versailler Vertrag enthalten ist und nach dem Konventionsentwurf befeitigt werden soll, nun dadurch wieder aufleben ließe, daß man die Diskriminierung nun in d i e Konvention hineinnimmt. Diese grundsätzliche Erwägung gilt nicht zuletzt für die Frage der Luftwaffe, die Deutschland von den anderen Mächten auch weiterhin völlig vorenthalten werden soll, obwohl eine Abschaffung der Luftwaffe in den anderen Staaten nicht zu erwarten ist. EinneuerGtaatsaufbau Skizze der italienischen Verfassung. Von Heinz Zennerjahn. In Rußland und Italien sehen wir zwei vollkommen verschiedene Versuche den Staat nach anderen, als den bisherigen Gesichtspunkten aufzufassen und zu organisieren. Der 30. Januar 1933 ist ohne Zweifel auch für Deutschland der Wendepunkt des Staatslebens. Noch ist indessen die Weimarer Verfassung nicht durch ein neues Grundgesetz abgelöst. Zwar sind Rechte geändert oder suspendiert, aber das Dritte Reich wird erst an dem Tage feine letzte Vollendung finden, an dem die neuen Grundrechte des ' Staates erlassen worden sind. Bei mancher grundsätzlichen Verschiedenheit zwischen dem faschistischen Italien und dem neuen Deutschland gibt es doch mancye Parallelen in der allgemeinen Staatsauf- fassung, so daß die Kenntnis der italienischen Grundrechte uns manchen Hinweis auf unsere eigene künftige Entwicklung geben kann. Die it-rlienifche Verfassung geht oom Begriff Oes totalen Staates aus. Sie ist etwas grundsätzlich Neues und läßt sich nicht in irgendeine der bisher bekannten Staatslehren einordnen. Vielmehr nimmt sie aus den verschiedenen Grundformen das ihr jeweils geeignet Erscheinende heraus, um daraus eine neue Lehre zu bilden. Der neue italienische Staat ist das alleinige Werk Mussolinis. Durch seine, überragende Persönlichkeit entsteht — oom Ausland gesehen — der Eindruck einer Diktatur, die ja zweifellos am Anfang der faschistischen Revolution bestanden hat. In richtiger Erkenntnis, daß eine Diktatur stets nur etwas Einmaliges ist, auf ein Menschenleben begrenzt bleibt, hat Mussolini in der Folgezeit eine Verteilung der Macht und der Mitbestimmung des Volkes in der Verfassung festaelegt. Danach ist der Staat das alleinige Subjekt Der Gewalt, die ihm weder von Gott noch oom König, weder von der Aristokratie noch von der Oligarchie noch vom Volke geschenkt ist. Der Staat hat sich selbst diese Grundnorm geschaffen. Italien ist eine erbliche Monarchie. Der Monarch steht fast rein repräsentativ und als Symbol des Unitarismus außerhalb der eigentlichen Regierungsgeschäfte. Zwei wichtige Rechte sind ihm zugewiesen: die Ernennung des Chefs der Regierung und auf dessen Vorschlag die der Minister. Repräsentiert die Monarchie die historische Linie, so bürgen für Die Stetigkeit Der politischen Richtung Der Große Rat und der Chef der Regierung. Der Große Rat besteht aus 20 Mitgliedern unter dem Vorsitz des Chefs der Regierung. Die Berufung in den Großen Rat kann erfolgen 1. auf unbegrenzte Zeit, 2. auf Grund und für die Dauer einer Funktion, 3 vom Chef der Regierung für drei Jahre. Die wichtigsten Rechte des Großen Rates find die Aufstellung der Liste der Personen, die die höchsten Staatsämter bekleiden können (an diese Liste ist der König bei der Berufung gebunden) sowie das Vorschlagsrecht für die Wahlliste zur Deputiertenkammer. Weitere Befugnis für ihn ist die ordnungsmäßige Beratung der Regierung und des Königs, wie er auch zwischen dem Staat und den jrganifierten Kräften des Volkes eine lebendige Verbindung herzustellen hat. Die Stellung des Chefs der Regierung, des ersten Ministers, ergibt sich aus Grund des Führerprinzips. Seine Ernennung erfolgt durch den König auf Grund der Vorschlagsliste des Großen Rates. Die Minister sind dem ersten Minister untergeordnet und haben auf seine Entschließungen ledig- iich beratenden Einfluß. Auch ist der Regierungschef nicht an die. Beschlüsse Der Volksvertretung gebunden, die der Regierung im Senat, in der Deputiertenkammer und im Nationalrat der Korporationen beigegeben ist. Eine Trennung der legislativen und exekutiven Gewalt kennt der Faschismus nicht. Ohne die Unterschrift des Chefs der Regierung ist der Erlaß eines Gesetzes oder eine administrative Anordnung von grundlegender Bedeutung nicht möglich. Seine Verantwortung beschränkt sich dem König gegenüber auf die Einhaltung der allgemeinen politischen Richtung Der Regierung. Bei Der Vertretung Des Volkes ist Der Senat das aristokratische und die Deputiertenkammer das demokratische, Der Nationalrat Der Korporationen Das berufliche unD stänDische Organ. Der Senat roirD oom König auf Grund Des Vorschlags Der Regierung ernannt. Neben seiner legislativen Beratung Dient er in befonDeren Fällen als höchster Gerichtshof. Die MitglieDer Der Depii- tiertenfammer werDen gewählt. Bei Der Wahl gibt cs Drei verfchieDene Vorgänge: Den Vorschlag, Die Designation unD Die Wahl en bloc. Die Benennung der zlbgeorDneten erfolgt von Den regierungsseitig anerkannten Organisationen unD VerbänDen; Die Designation steht Dem Großen Rat zu. Die Ver- bänDe schlagen Doppelt so viel Personen vor, als Eitze in Der Deputierte.fammer zur Verfügung flehen (also 800 für 400 Sitze). Der Große Rat ist ober bei Der Auswahl nicht an Diese Vorschläge ge- bunDen, sonDern kann von sich aus geeignete Vertreter Vorschlägen, lieber Diese Vorschlagsliste für das ganze Königreich erfolgt Stimmzettelwahl unter Der Formel: „Genehmigt Ihr Die Liste Der vom Großen Faschistischen Nationalrat ausersehenen Deputierten? — Ja oder Nein!" Wahlberechtigt sind ttalienische Staatsbürger über 21 Jahre, Verheiratete mit KinDern schon vom 18..Jahre ab, wenn sie folgende Bedingungen erfüllen: Mitglieder eines Syndikats find, ober 100 Lire jährlich Steuern zahlen, oder feit einem Jahre aus Staatspapieren 500 Lire Einkommen haben, oder Gehalt, Lohn ober Pension vom Staat ufw. beziehen oder Angehörige des Klerus einer anerkannten Religions- gefellschaft sind. bellen der Ausschüsse. Als Vertreter Südafrikas er- wähnte er, daß die Mandatsmächte der schweren Verpflichtungen und Verantwortungen sich bewußt seien und eng mit der Mandatskommission des Völkerbundes Zusammenarbeiten sollten. Die Ausführungen des Präsidenten waren auf einen zuversichtlichen Ton gestimmt. Die Aufgabe des Völkerbunds fei es, die Zusammenarbeit starker und selbstbewußter Gemeinwesen zu organisieren und damit die Sicherheit, den Frieden und die gute Nachbarschaft zu fördern. Die Schlußrede des Präsidenten konnte die mageren Ergebnisse dieser Ta- gung nicht verschleiern. Die Dölkerbundsoersamm- lung löste sich sodann bei allgemeiner Teilnahmslosigkeit auf. • Englische Widerstände. Aussprache -wischen Nadolny und Limon. Genf, 11. Oft. (TU.) Botschafter Nadolny stattete am Mittwochabend Außenminister Simon einen Besuch ab. Simon legte Nadolny jedoch lediglich den englischen Standpunkt dar, ohne ihn jedoch über das Ergeonis der Drei-Mächte-Besprechung zu unterrichten. In der Unterredung sind die tiefgehenden Gegensätze zwischen den englischen und der deutschen Auf- f a s s u n g in voller Stärke zum Ausdruck gekommen. Auf deutscher Seite hat man selbstverständlich an dem grundsätzlichen deutschen Standpunkt festgehalten und von neuem die unabweisbar berechtigten deutschen Forderungen geltend gemocht. Es ist vereinbart worden, die direkte Aussprache fortzusetzen. Aus französischen Kreisen verlautet, daß Sir John Simon ungewöhnlich scharfe Instruktionen von seiner Regierung erhalten habe, sich allen deutschen Forderungen auf Zuerkennung der notwendigen Verteidigungsmittel zu widersetzen. Tatsächlich besteht auch in allen unterrichteten Kreisen der Eindruck, daß zur Zeit die Hauptschwierigfeiten von englischer Seite gemacht werden und eine äußerst lebhafte Stimmungsmache gegen Deutschland getrieben wird. Die Meinungen gehen weit auseinander. London, 12. Oft. (WTB.-Funkspruch.) Wie der französische Korrespondent des „Daily Telegraph" aus Genf meldet, beharre Sir John Simon darauf, daß Deutschland vorläufig nur eine Vermehrung derjenigen Waffen gestattet werden soll, die ihm im Versailler Vertrag zugestanden sind; die vierjährige Probezeit solle um ungefähr zwei Jahre vermindert werden. Die völlige Gleichheit aller Nationen solle in der zweiten, höchstens dreijähriger Periode, hergestellt werden. Paul-Boncour sei bereit, den wesentlichen Inhalt dieses Planes anzunehmen, wolle aber von einer Verkürzung der ersten P e - riode nichts wissen und beharre auf der Auflösung aller „militärischen Verein i g u n g c n" in Deutschland. Norman Davis halte die von Großbritannien anempfohlene Methode für unangebracht, weil die deutsche Regierung darin ein Art Diktat nach Art des Versailler Vertrages erblicken wurde. Englands Gorge die französische Floitenrüstung. Frankreich die stärksteO-Bootmacht der Welt London, 11. Ott. (TU.) Ein Artikel des Ma- rinekorrespondenten der „Morninapost" weist auf den außerordentlichen Umfana der französischen Flottenrüstungen hin. Die im Bau befind- liche „Dunkerque" werde für mindestens acht Jahre das modernste Linienschiff der Welt sein. Die seit dem Kriege gebauten französischen Kreuzer seien moderner als ö l e (Segen ft ü d e in der englischen Flotte. Im Bau von Kriegsschiffen stehe Frankreich an der Spitze. Frankreich habe sieben Kreuzer im Bau, Amerika dagegen nur sechs und Japan vier. Der Korrespondent weist ferner darauf hin, daß die französischen Kreuzer noch durch eine Flotte mächtiger „F l o tt i ll e n s ü h r e r b o o t e" verstärkt mürben, die mit ihren 2500 Tonnen von den Unterzeichnern des Londoner Flottcnvertrages als Kreu- 3 e r bezeichnet werden müßten, da die Vertragsstärke der Flottillenjuhrerboote nur 1850 Tonnen betrage. Frankreich habe 15 Flottillenführerboote von annähernd 2500 Tonnen und sechs von 2100 Tonnen in Dienst gestellt, während zwölf in Bau seien. Alle d ese Schiffe seien mit 13,7-Zentimeter-Keschützen aus- gerüstet. Kein andererStaat besitze Zerstörer oder Flottillensührerboote mit entsprechend schweren Geschützen. Ferner hätten die französischen Schiffe eine größere Geschwindigkeit. Was die Unterseeboote betreffe, so bestehe kein Zweifel, daß Frankreich zur Zeit die st ä r k st e U b o o t m a ch t der Welt sei. Frankreich habe 84 Uboote in Dienst unb 25 in Bau, Amerika nur 81 bzw. 2, Japan 63 bzw 9 und England 50 bzw. 10. Man müsse anerkennen, daß Frankreich eine erstklassige Seemacht aufgebaut habe. Belgien beschließt Aufrüstung. Brüssel, 11.0«. (TU.) Der Verttibigungs- Minister Devöze. der seit Monaten für den Ausbau der Rüstungsmittel des Landes wirbt, kann heute auf einen vollen Erfolg blicken. In feierlicher Sitzung unter dem Vorsitz des Königs hat der M i n i ft c r r a t heute sämtliche Pläne Devözes ein- einstimmig gutgeheißen. Es handelt sich in der Hauptsache um die Verteidigungsanlagen an der deutschen Grenze und auf der Hochebene von HervS bei Lüttich, um ton Ausbau der Jagd- und Bombens lug- zeugge schwader, um die Verstärkung der schweren Artillerie, um Munitionsbeschaffungen in großem Umfange und um Erhöhung der Zahl der automatischen Waffen, und anderes mehr. Es ist kein Zweifel, daß Kammer und Senat, die bald zusammentreten werden, die geforderten Kredite In Hohe von 7.50 Millionen, die die Ausführung der Dev-zeschen Plane kosten, genehmigen werden. Vor einer Militärdiktatur in Japan? London, 11. Oft. (TU.) In gut unterrichteten englischen Kreisen rechnet man bannt, daß im Lause der nächsten Monate in Japan ein Kabinett an das Ruder fommen werde, da» sich in der Hauptsache aus Vertretern der Armee und Marine zusammensetzen und nur einige Zivil- sachverständige für finanzielle und wirtschaftliche Fragen haben werde. Dieses Rabineti solle das Ansehen und die VerantworUichkeiten einer nationalen Regierung gegenüber der Zioilgewatt, dem Parlament und der Diplomatie haben. Die jüngere Generation der militärischen Führer begünstige eine rabifale Form des Staats- sozial ismus und hoffe hierdurch die Unterstützung der Arbeiterflasse zu gewinnen und sie dazu zu bewegen, eine ft a r f e Außen- politif gutzuheißen. In japanischen diplomatischen Kreisen im Auslande herrsche das Gefühl, daß eine offene Militärregierung einem Zivil- rabineti vorzuziehen sei, das dauernd mit dem Widerstand der mUitörischen Stellen zu fämpfen habe. Amerikanische Gilberhemden. Line faschistische Lrganisation in den Bereinigten Staaten. Neuyorf, 11.Oft. (TU.) ,LNS“ veröffentlicht unter Copyright aus Oklohama-City eine Unterredung mit dem amerikanischen Major P o w e l l, dem Stabschef der S i l b e r h e m d e n. Powell erklärte u. a., die Silber Hemden hätten keine Verbindung mit den Nationalsozialisten, jedoch seien die Mit- afieber feiner Organisation zum größten Teil Deutschamerikaner. Das amerikanische Volk verstehe noch nicht, was Hitler für Deutschland getan habe Die Silberhemden wüßten dies jedoch und billigten die meisten seiner Handlungen. Die Organisation bestehe in Oklahoma-City im Ge- Heimen bereits seit drei Jahren. Auch in den übrigen Staaten der Vereinigten Staaten gebe es Zweigoerbände. Die Silberhemden seien ähnlich organisiert wie die Freimaurer. Sie hätten keinen Zusammenhang mit dem ftu Kur Klan, jedoch seien viele Mitglieder dieses Geheim- bundes gleichzeitig Silberhemden. Die Organisation der Silberhemden nehme Juden und Neger nicht in ihren Reihen auf, wohl jedoch Katholiken und Indianer. Die Kleidung der Silberhemden bestehe aus einem Silberhemd, das auf der linken Brust- feile mit den großen roten Buchstaben LLL versehen fei, der Abkürzung für „Liberation Loyality Looe". Dazu würden blaue Reithosen getragen. 28 Proz. der Mitglieder seien Frauen. Der Führer fei William Dudley, der fein Hauptquartier in Aihoille (Nordkarolina) habe. Die Silberhemden, die ihren stärksten Anhang in Kalifornien, Pennsylvanien und Nebraska hauen, träten für eine kämpfende christliche Demokratie ein und seien überzeugt, daß der Kommunismus bet größte Feind der Vereinigten Staaten fei. Die ungarische Studentenschaft erneut gegen Professor Bleyer. Budapest, 11. Oft (CNB.) (Eigene Meldung) Eine größere Anzahl von Studenten hat beschlossen, in einer Denkschrift an die Regierung gegen jede weitere Lehrtätigkeit des Prosef'ors für Deutsche Literaturgeschichte an der Budapester Universität, den ehemaligen Nationalitätenminister und Reichstagsabgeordneten Jakob Sieger Stellung zu nehmen. Pros. Bleyer hatte bekannllich vor einiger Zeit im Parlament eine Rede über d i e deutsche Minderheit in Ungarn gehalten. Wegen dieser Rede war es an der Universität zu so großen Demonstrationen gekommen, baß. Prof. Bleyer seine Vorlesungen nicht hatte fort- setzen können. Der Führer der Polizeiwache als Zeuge im VrandWerprozeß. Dimiiroff wiederum wegen Ungebühr von der Sitzung ausgeschloffen.— Die erste Vernehmung van der Lübbes. Berlin, 11. Oft. (WTB.) Die Mittwochsitzung des Reichstagsbrandstifter-Prozesses begann mit einem Zwischenfall. Nachdem der Vorsitzende, Senatspräsident Bünger, vor Eintritt in die 23er- Handlung mitgeteilt rjat, daß der ßofaltermin am Donnerstagabend stattfinden soll, will der Angeklagte D i m i t r o f f sofort das Wort ergreifen und Fragen stellen. Der Vorsitzende lehnt das ab. Dimittosf will trotzdem seine Berner- fungen fortsetzen. Der Vorsitzende entzieht ihm das Wort. Dimittosf erklärt: Ich bin hier nicht nur Angeklagter, sondern auch Verteidiger für Dinutroff. Der Senat erhebt sich bei diesen Worten von den Plätzen und zieht sich zur Beschlußfassung über das Verhalten Dimilrosss zurück. Nach kurzer Beratung verkündet der Vorsitzende folgenden Beschluß des Senats: Der Angeklagte Dimifroff wird wegen wiederholten Ungehorsams gegen die Anordnungen des Vorsitzenden, insbesondere gegen die Anordnungen, durch die ihm das IDort entzogen ist, dis auf weiteres aus dem Sitzungssaal entfernt. Lr ist ins Gefängnis abzusühren. Dimittosf protestiert in erregten Worten dagegen und überreicht feinem Verteidiger Dr. Teichert ein Schriftstück mit dem Bemerken: Diese Frage möchte ich stellen. Tun Sie es bitte für mich. Rechtsanwalt Dr. Teichert ruft dem Angeklagten zu: Hätten Sie mir das lieber früher gesagt. Der Angeklagte wird dann abgeführt. Das Gericht fetzt die Zeugenvernehmung über die Vorgänge am Abend des Reichstagsbrandes fort. Polizeileutnant ß a t e i t, Führer der Brandenburger-Tor-Wache am Brandenburger Tor, wurde etwa um 21.15 Uhr von dem Ausbruch des Brandes benachrichtigt und fuhr mit feinen Leuten mit größter Geschwindigkeit in etwa zwei Minuten zum Reichstag. Dort ließ er sofort Großalarm an die Feuerwehr melden. Der Zeuge schildert weiter, wie er in der Wandelhalle und un Plenar- sitzungssaal zahlreiche Brandherde auffand. Der Zeuge schildert dann, wie er in den Plenarsaal hineinkam. Der Fußboden sei noch dunkel gewesen, aber der Saal sei beleuchtet worden durch eine Art flammender Orgel, die sich über dem Präsidententisch erhob. In der Mitte brannte eine hoye Flamme in verhältnismäßig ruhigem Licht, rechts und links daneben züngelten kleinere einzelstehende Flammen empor, die wie leuchtende Orgelpfeifen wirkten. Alle diese Flammen vereinigten sich auf dem Präsidententisch zu einem zusammenhängenden Brandherd. Als ich das sah, war ich sofort im Bilde: Brandstiftung, Pistolen raus! Als der Zeuge dann zum Portal V zurückwollte, kam ihm auf der Treppe schon ein Feuerwehrmann entgegen. Die Oualmentwicklung ist außerordentlich groß gewesen. Da war ein ßäufer in Brand geraten, hier brannte ein Papierkorb. Es waren zum Teil nicht eigentliche Brandherde, sondern mehr kleinere Uebertragungen. Als wir dann auf einen Hof tarnen, ließ ich abschließen, um mit meinen Beamten eine planmäßige Durchsuchung des ganzen Südflügels vorzunehmen. In der Wandelhalle fand ich eine Sportmütze, einen Selbstbinder und ein Stück Seife. Dem Angeklagten van der ß u b b e , der während dieser Vernehmung apathisch in seiner gewohnten gebückten Haltung auf der Bank sitzt, wird von seinem Verteidiger Rechtsanwalt Seuffert schon zum zweiten oder dritten Male die Nase geputzt. Der Angeklagte läßt sich diesen Dienst von anderen erweisen. Wenn ihm von den Anwälten das Taschentuch hingereicht wird, reagiert er nicht darauf. Der Zeuge Polizeileulnanl Calcit fährt in seiner Schilderung fort: Ich erfuhr erst später, daß diese Gegenstände van der Lübbe gehörten. 2m Reichstag selbst traf ich mit anderen Polizisten zu- Jammen, und man erzählte mir, daß man soeben an der Brandstelle van der Lübbe fest genommen habe. Lr sei nur mit einer Hose bekleidet gewesen und sitze jetzt in der Branbenburger-Ior- Dache. 3d) begab mich sofort dorthin und fragte van der Lubde, ob die von mir gefundenen Gegenstände ihm gehörten. Er bejahte. 3ch fragte ihn dann, ob er den Reichstag angefterft habe. Darauf sagte er: 3 a. Dann fragte ich, ob es stimme, daß er auch das Schloß und den Dom in Brand stecken wollte. Darauf sagte er auch „3a“. 3d) fragte den Angeklagten dann, warum er den Reichstag in Brand gesteckt habe. Darauf schwieg er und lachte. 3d) hatte den Eindruck, daß ich es mit einem 3rrflnnigen ; u tun hatte. Oberreichsanwalt: Ist dem Zeugen bekannt, daß behauptet worden ist, im Reichstag sei Zentner- weise Brandmaterial gesunden worden? Zeuge: Wir haben alles genau durchsucht, auch die kleinsten Räume und sogar Schränke öffnen lassen. Wir haben nirgends etwas gefunden. Gegen 23 Uhr am Brandtag, so bekundet der Zeuge dann noch, meldete sich bei ihm noch em Ingenieur Bogun auf der Brandenburger-Tor- Wache und teilte mit, baß gegen 21.10 Uhr. als er vom Ingenieur-Haus kam. aus dem Portal 11 ein Mann berausgekommen sei, der sich in Richtung Tiergarten entfernte. Logun schilderte auch die nähere Kleidung und die Größe des Mannes und hatte den Eindruck, daß dieser Mann mit dem Reichstagsbrand in Verbindung zu bringen fei. Bogun ist noch am selben Abend vernommen worden. Der Professor an der Technischen Hochschule Geheimrat Josse, der hierauf als Sachverständiger vereidigt wird, fragt den Zeugen, wann er zuerst die Flammen in der Reichstagskuppel gesehen habe, ßateit erwidert, als er um 21.25 Uhr in den Reichstag zurückging, habe er die Funken in der Kuppel noch nicht gesehen. Das sei ihm erst später gesagt worben. Er habe sich darüber sehr gewundert, denn er habe dach den Plenarsaal kurz vorher in fast unversehrtem Z u ft a n o gesehen. Die Frage des Branddirektors Dr. Wagner, ob er den Eindruck hatte, daß der Plenarsaal des Reichstags durch die Feuerwehr sehr leicht zu retten gewesen wäre, bejaht ßateit. Der Oberreichsanwalt fragt, ob damals bei den Absperrungen auch SA., SS., oder sonstige Formationen herangezogen worden find.Der Zeuge erwidert, baß er kurz vor 23 Uhr im Absperrungsdienst abgelöst worden sei. Bis zu diesem Zeitpunkt seien weder SA. noch SS. dagewesen, seine Wache sei stark genug gewesen, er habe keine Verstärkung gebraucht. Der Dorsihende wendet sich nun an den Angeklagten van der Lübbe. Dan der Lübbe steht auf, bleibt aber in seiner gebeugten Haltung. Sein Verteidiger putzt ihm die Rase. Dorsihender: Sie haben die Aussagen des Zeugen Lateit gehört, haben Sie dazu etwas zu erklären? Dan der Ludbe nach längerem Zögern: 31 ein! Dorsihender: war die Aussage so richtig? Dan der Ludbe: Da» kann ich nicht sagen. Der Oberreichsanwalt fragt den Zeugen B u - wert, ob er den Befehl Lateits, Großalarm zu geben, weitergegeben hat. Der Zeuge Buwert verneint; die Ausführung des Befehls fei nicht möglich gewesen, weil eralleinanberStelle Wache hatte, ßeutnant ßateit habe ihn gar nicht mehr zu Wort kommen lassen, als er ihm diesen Sachverhalt mitteilen wollte. Ueberbies seien d i e Feuerwehren bereits eingetroffen, und zwar nur zwei ober drei Minuten später. Auf die Frage des Branddirektors Wagner, ob unter Großalarm ein Großalarm der Polizei ober der Feuerwehr zu verstehen sei, erklärt ßateit, es habe sich um die Alarmierung sämtlicher Feuerwehren gehandelt. Branddirektor Wag- ner stellt fest, daß der erste Alarm um 21.14 Uhr, der zweite um 21.15 Uhr kam, um 21.31 wurde die 10. Alarmstufe durchgegeben und um 21.42 Uhr der 15. Alarm angeordnet. Der Befehl. Großalarm zu geben, sei wahrscheinlich von dem Poftzeibearnten nur dahin verstanden worden, daß er mehr alarmieren soll. Bei der Feuerwehr gäbe es nämlich Alarmstufen nur nach Zohlen. Der leidiger Dr. Sack bezeichnet diese Feststellung der schnellen Alarmierung al» besonder» wichtig, weil der frühere Ifiinifter Gr; esinski in London erklärt habe, wenn der Großalarm nicht angeordnet sei, dann müsse er verboten gewesen sein. Grze- sinski habe dabei angedeutet, daß der Großalarm überhaupt nicht gegeben worden sei. Als nächster Zeuge wird Dr. ßepfius vernommen. Der Zeuge hat van der ßubbe am Tag nach, dem Brand beim Abfchreiten des Brandwegs an jeder Brandstelle gefragt, wie er das Feuer angelegt hat. Van der ßubbe habe ausführlich und bereitwillig geantwortet. In einigen Fällen sei ihm 3unächft die Angabe van der ßubbes mit den technischen Möglichkeiten nicht ganz übereinstimmend erschienen. Van der ßubbe sei ober bei feinen Angaben geblieben. Der Zeuge hat den Angeklagten auch nach seinen Gründen gefragt, worauf der Angeklagte erwiderte, daß die ganze Gesellschaft vernichtet wer- den müsse. Als der Zeuge mit dem Angeklagten in den Plenarsaal kam, hatte er den Eindruck, daß van derßubbe mit einer gewissen Befriedigung schmunzelndumsich sah. Der Zeuge hat bei dieser Gelegenheit van der ßubbe gefragt, ob er die Vorhänge an derTür angezündet habe, um damit den Plenarsaal in Brand zu setzen. Dan der ßubbe habe dies verneint und gefugt, der Plenarsaal sei wohl dadurch in Brand geraten, daß das Feuer der Vorhänge sich nachher weiter aus gebreitet l)abe. Nach kurzer Beratung verkündet der Vorsitzende den Senatsbeschluß, den Angeklagten Dimi troff bei dem ßofaltermin am Donnerstagabend nicht zuzulossen. Die nächste Verhandlung findet am Freitag im Reichstagsgebäude statt. Oesterreich und der Faschismus. Don unserem römischen E.-Korrespondenten. Rom, Oktober. Nichts hätte dem starken Manne Oesterreichs gelegener kommen können als das alberne Attentat. Damit übernimmt der Diktator wieder ein bißchen von dem Nimbus seines großen Bruders in Rom, dessen blutiges Taschentuch heute als kostbare Reliquie unter (Blas und Rahmen in der faschistischen Revolutionsousstellung zu sehen ist. Zwar war es ein Revolver ohne Durchschlagskraft, der in Wien wie auf dem Kapitol cheatralisch losging, aber an psychologischer Wirkung reicht er an berühmte Ka- nonaben Heron. Duce und Pupst, die Stoatslenkcr uller Nationen fanden Gelegenheit, Dr. Dollfuß ihre Sympathie zu bezeigen und in Gens weckte der Schuß ein bemerkenswertes Echo. Es wäre aber ein verhängnisvoller Fehler, wenn man in Wien aus diesen Episoden weitergehende Schlüsse ziehen würde. Derselbe Popolo d'Itaiiu, Mussolinis Tribüne, möchte keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, daß die Rettung Oesterreichs nur über den Faschismus erfolgen kann. Daß der Faschismus kein Exportartikel sei, dos mar eine schöne Illusion der ßeute, die die Dinge nicht so geschil- bert haben wollen, wie sie sind, fonbern so, wie sie sie gerne haben möchten. Kein Wunder, wenn die Geschichte den üblichen Irrtumsvorbehalt unter solche Bilanzen setzte. Wie lange ist es denn her, baß man dem Auslanb fuggerierte, Hitler fei ein Charlatun unb feine Anhängerschar nur eine „Winterpartei“, bie niemals einen Frühlina erleben roerbe9 Heute macht man sich ähnliche Illusionen über Oesterreich. Italien bleibt nüchtern. Für Rom bildete der Um- schwung in Deutschland keine Ueberrafdjung, der Sieg des Faschismus in Oesterreich ist ihm nur eine Frage der Zeit. Es versteht nicht, wieso man noch immer unter anderen schlechteriunbenen Anekdoten über Mussolini die von dem ungangbaren „Ex. p o r t a r t i ? e T kolportieren kann. So hat der gewesene Vizekanzler Oestereichs in seinem Schwanengesang versichert, Mussosini habe wiederholt gesagt, daß der Faschismus kein Exportartikel sei. Dazu überläßt nun der Duce selber seinem Popolo d'Itaiiu da» autoritäre Wort. Wir wollen es genau übersetzen: „Vor einigen Jahren gewährte Mussolini dem damaligen Leiter de» damals demokratischen Berliner Tageblatts, Theodor Wolfs, ein Interview, in dem er erläuterte, daß der Faschismus eine universale Idee sei, wenn er auch seiner typisch italienischen Form und Bedeutung nach nicht ohne weiteres in andere Länder Der pflanzt werden könne. Wolfi. der Demokrat, legte den Akzent auf die -wette Hälfte des Satzes, indem er au» ianerpolttsichen, httlerseindftchen Gründen die erste überging. So wurde aus einer Sentenz ein falscher Gemeinplatz. Das war im Jahre 28. Aber schon im Oktober des nächsten Jahres stellte Mussolini die suche wieder richtig, indem er sich folgendermaßen aussprach. Das Schlagwort, daß der Faschismus fein Exportartifel fei, ftammt nicht von mir. Es ist zu banal. Es wurde von irgendeinem für solche Leser in Umlauf gesetzt, bie Ausdrücke aus dem Geschäfts- leben brauchen, wenn sie etwas verstehen sollen. Wie dem auch sei, ich erfläre heute, daß der Faschismus seiner Idee, seiner Lehre unb seiner Wirfuna nach universalen Eharafter hat. Italienisch in seinen reinitalienischen Einrichtungen, universal in feinem Geiste. Es kann auch nicht anbers fen. Folglich läßt sich e i n faschistisches Europa ooraussehcn, ein Europa, bas theoretisch unb praktisch der faschistischen Spur folgt. Ein Europa, bas in faschistischem Sinne bas Problem bes mobernen Staates löst, des Staates im ^vanzigsten Jahrhundert, der so verschieden ist von den Staatssystemen, die vor 1789 bestanden ober sich nachher bildeten “ Wer nun noch nicht weiß, wie man in Rom, wie insbesondere Musiolini persönlich über die innere Lage Oesterreichs denkt, über die Verfolgung der faschistisch-nationalsozialistischen Idee, dem ist nicht zu helfen. Illusionen sind eine schöne Sache, geeignet für die Genfer Rednerschule. Zu Hause sehen die Dinge etwas ander» au». Der neue Kurs im Fremdenverkehr. Tagung des Bundes deutscher Verkehrs- verbände und Bader. Berlin, 11. Oft. (CNB) Die Hauptversammlung de» Bunde» deutscher Verkehrs- verbände und Bäder wurde in Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Behörden im ehemaligen Herrenhause eröffnet. Der Bundespräsident Staatsminister Esser (München) hob hervor, baß burch da» Reichsgesetz vom 23. Juni 1933 Richtlinien für den Aufbau des deutschen Fremdenoerkehr» gegeben und ein Reichsausschuß für Fremdenverkehr als oberste Zusammenfassung der gesamten deutschen Fremdenverkehrsforderung eingesetzt worden sei. Alle überflüssigen lieber- und Unterorganisationen seien aufgelöst worden. Neben der Organisierung dürfe auf keinen Fall die Finanzierung vergeßen werden. Ein einheitliches Fremdenverkehrsrecht für das ganze Reich fei erforderlich. Vor allem sei es nötig, intfe» "«Al''> ,A- SSSfe , j > £! J°> oder der ? es habe Mbtttttot M 21.14 Ubr n 21.31 würbe bj “m 21.42 Uhrde- ■ - Trogalarm w \ fyltfibeantitt. Vr meljt alar, !°°e es nämlich dich HWng chvder, wichtig 'n Hn London i nid)f angeorbnff ewejen sein, ©tje- 6 der Grvhalam in. !epsius oernom- bbe am Tag nach. es Lrandwegs an er das Feuer habe ausfuhr» antwortet. In 'ie Angabe van der chkeiten nicht ganz der Lubbe fei aber ier Zeuge hat den nen Gründen gte erwiderte, daß iernid)tet wer- iem Angetiagten in i Eindruck, daß van >'en Befriedi- i) fa h. Der Zeuge Subbe gefragt, ob ür angtjün« aal in Drrn» zu vernein! und gr- »urch in Brand gehe f i ch nachher >e. ibet der Vorsitzende igten Dimitroff erstagabend nicht Handlung findet am itt MUS. ren Ausländer-Verkehr wieder aufzubauen. Die Gräuelhetze werde verstummen, wenn die Welt unsere Leistungen mit eigenen Augen erblicke. Es Seite weiter die Anreizmittel nach Kräften auszu- auen. Notwendig sei in dieser Hinsicht eine weitgehende Tarif senkung der Reichsbahn. Auch der Ausbau der R e i ch s a u t o b a h n fei für die Fremdenwerbung außerordentlich wünschenswert. Ferner müßten umfangreiche Maßnahmen ergriffen werden, um die Anziehungskräfte der deutschen Heilbäder und Kurorte zu steigern. Anschließend an die Tagung des neuen Bundes deutscher Verkehrsoerbände und Bäder hat der bisherige Allgemeine Deutsche Bäderverband in einer geschlossenen Mitgliederversammlung seine Auflösung beschlossen. Damit ist auch formell die durch Reichsgesetz vom 23. Juni verfügte Ueberführung in den jetzt zur geschlossenen Einheitsfront des deutschen Fremdenverkehrs erweiterten Bund deutscher Verkehrsoerbände und Bäder vollzogen. Goli-aniat des Glaubens! Ein Aufruf des Reichsbischofs zur Winterhilfe. Berlin, 11. Okt. (TU.) Der R e i ch s b i s ch o f erläßt folgenden Aufruf zur Winterhilfe: „Unser Reickskanzler Adolf Hitler hat zu einem Winterhilfswerk für unsere notleidenden Volksgenossen aufgerufen. In ihm soll sich die „lebendige nationale Solidarität" des deutschen Volkes beweisen. An diesem Werk mitzuarbeiten, fühlen wir evangelischen Christen uns aus der Solidarität des Glaubens heraus in er st er Linie berufen. Jeder von uns muß im Herzen die persönliche Veranwortung für seinen Nächsten tragen und seine Nächstenliebe in lebendige Tat umsetzen. Nicht Almosen können helfen, sondern nur wirkliche Opfer für die Brüder. So rufe ich Euch, Ihr Glieder unserer deutschen evangelischen Kirche, auf: Reiht Euch ein in die Front der tätigen Liebe und der Hilfe! Widmet Euch mit ganzer Kraft dem großen Hilfswerk! Habt offene Augen und offene Hände für jede Not in Euerer Nachbarschaft und Umgebung! Jede evangelische Kirchengemeinde soll in diesem Winter in ganz besonderem Maße eine Kameradschaft des Glaubens und der werktätigen Liebe beweisen. Innere Mission, Frauenhilfe, Männerdienst und alle anderen Hilfsorganisationen unserer Kirche sollen Euch die Wege weisen, so daß aus der gemeinsamen Arbeit aller Berufenen wirkliche Hilfe lebendig werde." DerAeichsdischos als Schirmherr des gesamten Pfarrerstandes. Berlin, 11. Okt. (CNB.) Der Reichs- b i s ch o f übergibt durch den Evangelischen Pressedienst folgende Erklärung der Oeffentlichkeit: „Sinnlose Gerüchte wollen wissen, daß demnächst eine Welle von Absetzungen und Versetzungen über die deutschen Pfarrer hereinbrechen werde. Insbesondere wird erwähnt, es seien alle diejenigen Pfarrer gefährdet, die nicht der Glaubensbewegung Deutscher Christen zugehörten. — Ich erkläre dazu folgendes: Diese Gerüchte stellen eine außergewöhnlich böswillige Irreführung der-öffentlichen Meinung dar. Was ich von den Pfarrern erwarte, ist die klare und volksnahe Verkündung des reinen Evangeliums und die loyale Mitarbeit in der Deutschen Evangelischen Kirche. Ich werde niemals zulassen, daß irgend jemand einen Nachteil erleidet, nur weil er n ich t „D e u ff d) e r Chri st" ist. Wir Deutschen Christen wollen keine Zwangs- «r u p p e fein, sondern Stoßtrupp der Kirche werden. Ich wiederhole, was ich in Wittenberg gesagt habe: Der kirchenpolitische Kampf ist zu Ende. Der Kampf um die Seele des Volkes beginnt. So rufe ich alle Pfarrer auf: Stellt Euch vertrauensvoll in diesen Kamps hinein. Das ist der beste Weg zur Einheit des Wollens imb des Handelns." mürbe aus einer tag. Las war im [tobet des nächsten ache wieber richtig, n aussprach: Sto s fein Exportartikel r. Cs ist 5> * iur solche Leier m Modern GesM' as verstehen s haß der ö«' Lehre und seiner Kharatter M 4en tiirtPS lann auch faschN^U hq das fteoreM £ das Problem oes aate'imfln hieben «st t * bestanden oder R Sjrsi che» Sache, ;,st! 3«ä,u,e aus. tn$ rem^ Arbeitsbeschaffung im Sandwett Berlin, 11. Okt. (TU.) Nachdem der Reichs - verband des Deutschen Handwerks aufgelöst ist, trat das Präsidium des Reichsstandes des deutschen Handwerks als Spitzenkörperschaft des gesamten deutschen Handwerks unter dem Vorsitz des Führers des Reichsstandes D r. d. Renteln am Mittwoch zusammen. Gegenstand der Beratungen war die zukünftige Ausgestaltung des Reichs ft andes des deutschen Handwerks, insbesondere die Eingliederung der Arbeitnehmer und ihrer Berufsverbände in den Reichsstand. Ferner wurden die Arbeitsbeschaffungspläne der Reichsregierung erörtert und ihre praktische Ausführung im Handwerk durch entsprechende Maßnahmen des Reichsstandes sichergestellt. Entscheidende Schritte sind angebahnt, um für die Durchführung aller Arbeitsbeschaffungspläne und Möglichkeiten auch die notwendigen Finanzierungen in Form von Personalkrediten für- Handwerksbetriebe in die Wege zu leiten. Den Organisationen des Handwerks werden hierüber noch genaue Anweisen zugehen. * Dor einigen Tagen empfing der R e i ch s w i r t - fchaftsminister das Präsidium des Reichsstandes des Deutschen Handwerks und mehrere deutsche Handwerkerführer, um in gemeinsamer Aussprache eine Reihe von Fragen des Handwerks fru erörtern. Die Erörterungen sollen fortgesetzt werden. Zu diesem Zweck beabsichtigt der Reichs- -wirtschaftsminister, einen ständigen Ausschuß aus hervorragenden Persönlichkeiten des Handwerks zu bilden, der »' m in Fragen des Handwerks beratend zur Seite treten soll. Oie Reichsautobahnen. Berlin, 11. Okt. (CNB.) In der Presse tauchen in der letzten Zeit immer wieder Meldungen über einen angeblich geplanten Ausbau derReichs- autobahnen und über die voraussichtliche Linienführung auf. Demgegenüber erfahren wir von unterichteter Seite, daß die Linienführung der Autobahnen einzig und allein vom Generalinspekteur für die Reichsautobahnen bestimmt wird. Folgende Strecken sind geplant: 1. Frankfurt a. M. — Mannheim: 2. Köln — Düsseldorf: 3. München — Salzburg: 4. Berlin — Stettin. Die Linienführung bei diesen Projekten ist bisher lediglich für die Strecken Frankfurt a. M.— Mannheim und München—Salzburg festgelegt. Keine unnötige Einlegung von Rechtsm.iteln. B e r 11 n, 11. Okt. (CNB.) Der preußische Justiz- mimster hat die Staatsanwaltschaften darauf hin- gewiesen, daß auch bei der Einlegung und der Durchführung von Rechtsmitteln im Strafprozeß das Ziel, das Strafverfahren mit größter Beschleunigung der Rechtskraft zuzu- f u hren , zu verwirklichen sei. Es müsse im Interesse der unnachsichtigen Bekämpfung des Verbrechertums und des Ansehens der Strafrechtspflege oberster Versahrensgrundsatz fein, daß die Strafe dem Rechtsbruch aus dem Fuße folge und daß der Schuldige schleunigst die verwirkte Strafe erleide. Diesem Grundsatz widerspreche es, wenn die Beendigung eines Strafverfahrens und damit die Rechtskraft der Entscheidung durch einen schleppenden Gang des Rechtsmittel verfahrens aufgehalten werde. Um solche Verschleppung durch Rechtsmittel zu verhindern, solle die Staatsanwaltschaft von einem Rechtsmittel nur Gebrauch machen, wenn im Einxelsalle wesentliche Belange des Staates, der Rechtspflege oder der am Verfahren beteiligten Personen es gebieten. Ein Rechtsmittel solle nur eingelegt werden, wenn mit einiger Wahrscheinlichkeit auf einen Erfolg zu rechnen sei. Es komme nicht darauf an, ob das erkannte Strafmaß die Staatsanwaltschast in vollem Maße befriedige, sondern daß der Verbrecher baldigst seine Strafe erleide. Stenotypistinnen unentbehrlich. Berlin, 11. Okt. (Vdz.) Das preußische Innenministerium stellt in einem Runderlaß an die Nachgeordneten Behörden fest, daß infolge der Besetzung von Arbeitsplätzen für Stenotypistinnen m i t fßerforgungsanroärtern bei Landratsämtern in letzter Zeit mehrfach Störungen des Geschäftsbetriebs entstanden seien. Es werde deshalb darauf hingewiesen, daß die Arbeitsplätze für Stenotypistinnen nicht unter die den Versorgungsanwärtern vorbehaltenen Stellen fallen. OieÄereinigungderbeidenMecklenburg Sck werin, 11. Okt. (WTB.) Wie das mecklen- burg-fchwerinsche Staatsministerium mitteilt, ist der am Montag veröffentlichte Gesetzentwurf über die Vereinigung von Mecklenburg-Strelitz mit Mecklenburg-Schwerin zurückgezogen worden. An die Stelle der zurückgezogenen Vorlage tritt ein neuer Entwurf, der im § 2 folgende grundsätzliche Aenderung enthält: Die für Mecklenburg- Strelitz erlassenen Gesetze, Verordnungen und Verwaltungsoorschriften g e 11 e n in dem bisherigen Gebiet dieses Landes solange weiter, bis das Staatsministerium der vereinigten Länder sie aufhebt, neue erläßt oder bestimmt, daß an ihrer Stelle Gesetze, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften des Landes Mecklenburg-Schwerin in Kraft treten sollen. — Am Freitag treten d i e Landessynoden der Mecklenburg-Schwerinischen Landeskirche und der Mecklenburg - Strelitzsche Kirchentag i n Rostock zusammen, um den Zusammenschluß der beiden Kirchen zur „Evangelisch-lutherischen Landeskirche Mecklenburg" zu beschließen. Der Zusammenschluß soll ebenso wie der politische Zusammenschluß zum 1. Januar 1934 erfolgen. zu haben und erklärte, er habe die Frage dahin verstanden, daß es sich um die Berichte der Polizei- organe im Dienstverkehr gehandelt habe und nicht, wie der Fragesteller behauptet, um die vollkommen entstellten Berichte der Polizeipressestelle. — In der Beweisaufnahme bekundete der weitaus größte Teil der Zeugen, daß sie die Frage nicht mißverstanden und angenommen hätten, es fei nach dem Pressebericht gefragt worden. Der Staatsanwalt hielt einen vorsätzlichen Meineid für erwiesen und b e - antragte v i e r Jahre Zuchthaus, zehn Jahre Ehrverlust und die dauernde Aberkennung der Eidesfähigkeit. Das Schwurgericht sprach den Angeklagten jedoch frei, da ihm nicht habe widerlegt werden können, daß er die Berichte der Polizeiorgane im inneren Dienstverkehr gemeint habe, weil durch die Fragestellung nicht klar zum Ausdruck gebracht worden sei, daß die Fragen sich auf die Presseberichte bezogen. Einsturzunglück in Augsburg. — Zwei Tote. Im Lechoiertel in Augsburg ereignete sich ein schweres Einsturzunglück, das zwei Menschenleben forderte. Als der 55 Jahre alte Fleischer- meister Josef Thomas mit dem 38 Jahre alten arbeitslosen Kriegsbeschädigten Cäsar im Keller Platz für Aufbewahrung von Wintervorräten schaffen wallte, stürzte das Gewölbe ein und begrub die beiden Männer unter sich. Die sofort alarmierte Feuerwehr arbeitete zwei Stunden an der Bergung der Verschütteten, die nur noch als Leichen geborgen werden konnten. Als Ursache des Einsturzunglücks wird angenommen, daß das schon mehrere Jahrhunderte alte Haus durch Kana- lifationsarbeiten Schaden gelitten hat. Explosionsunglück in Italien. — Drei Tole, drei Schwerverletzte. In einer Oeldestillerie in Terni (Umbrien), ist einer der riesigen, durch zwei Stockwerke reichenden Kessel explodiert. Zwei Arbeiter wurden vollständig verbrannt aus den Trümmern geborgen, ein weiterer erlag den schweren Brandwunden, drei andere wurden schwer verletzt. Rekordflug Indien—Australien. Der Flieger Sir Charles Kingsford Smith ist, von Indien kommend, in Wyndham (Westaustralien) gelandet. Er hat sieben Tage, vier Stunden und 47 Minuten benötigt und somit den Rekord von Scott um einen Tag und 16 Stunden q e - schlagen. Fünf „blinde Passagiere" in einer Kiste. Beim Einladen des großen Gepäcks an Bord des Motorschiffes „Dulcania", das von Palermo nach Neuyork in See gehen sollte, schlug eine schwere Kiste gegen die Bordwand und brach auf, wobei aus der Deffnung plötzlich der Arm eines Menschen sichtbar wurde. Man ließ die Kiste mit dem Kran wieder herab und fand in ihrem Innern nicht weniger als fünf Menschen, die sich reichlich mit Lebensrnitteln und Wasser versehen hatten und auf diese Weise heimlich auswandern wollten. Es wurde festgestellt, daß das ungewöhnliche Gepäckstück von einem Passagier 2. Klasse aufgegeben war, der natürlich mit den fünf Leuten zusammen verhaftet wurde. Katastrophale Trockenheit in Südafrika. Wie „Daily Telegraph" aus Johannisburg meinet, ist Südafrika von einer außergewöhnlichen Trockenheit heimgesucht. Mehr als sechs Mil- lionen Schafe sollen bereits eingegangen sein. Wenn es bis zum Dezember keine Regenfälle geben wird, mufj mit den schlimmsten Folgen gerechnet werden. Schon jetzt ist ein erheblicher Rückgang der Wollernte zu verzeichnen. Einige Bezirke sind schon seit drei Jahren ohne Regen. Der Oranje und der Vaal sind an verschiedenen Stellen bereits ausgetrocknet, und der Limpopo, der die Grenze zwischen dem Betschuana-Land und der -südafrikanischen Union bildet, ist nur noch ein sandiger Graben. Pilzvergiftung fordert vier Todesopfer. In einem Dorf bei Toulouse ist eine Familie von oier Personen nach dem Genuß von Champignons unter schweren Vergiftungserfcheinun- gen erkrankt. Die 41jährige Frau und ihre fünf, lahrige Tochter sind bereits g e ft o r b e n. Man hofft den Vater und das zweite Kind retten zu können. Auch in Nauchell, in der Nähe von Rodez, starb ein altes Ehepaar an den Folgen einer Pilzvergiftung. Die Leute hatten die Pilze elbft im Walde gesucht. Unwetterkatastrophe in Rlittelamerika. Tropischer Regen verursachte in der Nähe des Dorfes Apolopi (Honduras) einen Bergsturz, wobei 19 Personen verschüttet wurden. In anderen Teilen von Honduras kam es zu großen Ueber schwemm ungen. Mehrere Personen find ertrunken. Blutiges Familiendrama in Stockholm. In der Wohnung des Kaffeninhabers Blomquist in Stockholm wurden dessen Frau und die beiden acht- und zweijährigen Töchter ermordet aufgefunden. Sie sind durch Schläge und Erwürgen ums Leben gebracht worden. Es stellte sich bald heraus, daß Blomquist selbst der Mörder ist. Er ist im Kraftwagen geflohen. Der Grund der Tat ist noch völlig ungeklärt, da die Familie anscheinend sehr glücklich zusammen lebte. Wettervoraussage. Nachdem durch den Einbruch der Kaltluft es auch bei uns zu Niederschlägen gekommen ist, hat von der Biskaya her kräftiger Luftdruckanstieg eingesetzt. Wohl bringt unter der Einwirkung der weiter nord- östlich abziehenden Störung noch ozeanische Luft auf das Festland vor, wodurch Bewölkung und auch oer- einzelt schauerartige Niederschläge entstehen, doch setzt sich allmählich der hohe Druck weiter durch, so daß sich zeitweise der Himmel aufheitert Aussichten für Freitag: Neblig und wolkig mit Aufheiterung, mäßig warm, meist trocken. Au ssichten für Samstag: Nachts stärkere Abkühlung, teils wolkig, teils aufheiternd, meist trocken. Lufttemperaturen am 11. Oktober: mittags 21,9 ®rab Celsius, abends 12,8 Grad; am 12. Oktober: morgens 11,3 Grad. Maximum 23,1 Grad, Minimum 10,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Oktober: abends 13,8 Grad , am 12. Oktober: morgens 11,8 Grad Celsius. — Niederschläge 3,4 mm. — Sonnenscheindauer 2% Stunden. Windstärke 10 bis 12! Orkanartiger Sturm über Holland und Ostfriesland. Ein schwerer Südweststurm hat ganz Holland heimgesucht und in verschiedenen Orten große Verheerungen angerichtet. Auch sind mehrere Todesopfer zu beklagen. Am stärksten wütete der Skurm in den westholländischen Städten. Man verzeichnete in Rotterdam eine Windstärke von 10 bis 11. Während eines kurzen Zeitraumes wurde in Amsterdam eine Windgeschwindigkeit von 31 Meter in der Sekunde registriert: hier wurden viele Bäume entwurzelt, Rundfunkantennen umgeroorfen und Dachziegel losgelöst. Auf dem Frederiksplan wurde ein Radfahrer von einem niederfallenden Baumast erschlagen. Mehrere Kinder wurden in Grachten geschleuoert, konnten aber gerettet werben. Die Feuerwehr mußte über hunbertmal in Aktion treten. Der Eisenbahnverkehr erlitt verschiedentlich Unterbrechungen, ba umgeroorfene Bäume unb Signalmasten bie Gleise versperrten. In Heem- ftebe würbe bas große Vorsührungszelt eines Zirkus oollftänbig verwüstet. Auf ber Norbfee unb oen großen Flüssen gerieten verschobene Schiffe in Not. Auf ber östlichen Scheibe kenterte ein Austernfänger: bie Besatzung konnte gerettet werben. Ein belgisches Rheinschiff unb ein noch unbekanntes Schiff finb gesunken. Heber bas Schicksal ber siebenköpfigen Besatzung ist noch nichts bekannt. * Seit Mittwochmittag wütet an ber ostfriesischen Norbseeküste ein orkanartiger Sturm. Im Embener Hafen würbe Windstärke 9 bis 10, in Borkum 10 bis 11 unb in Böen Winbstärke 12 gemessen. Sturmschäben werben aus Norben, Norb- deich, Berum unb Holzbor f gemelbet. Auf dem Wattenmeeer zwischen Juist und Norderney gerieten zwei Fischerboote in Seenot. Der Hochseekutter „Delphin" konnte beide Boote in den Hafen bringen. Auch über ben Kreis Wittmunb ging ein schwerer Sturm hinweg. Aus allen Teilen Des Kreises werben große Schöben gemelbet. So wurden fast alle Fernsprechleitungen zerstört. Ein aus Fried- richschleuse ausgelaufener Muschelsänger mußte wegen des Sturmes wieder zurückkehren, konnte jedoch wegen der starken Brandung die Einfahrt nicht gewinnen und wird vermißt. Ein Rettungsboot, das ausgefahren war, um den Muschelfänger zu suchen ist ebenfalls nicht zurückgekehrt. Schwere Sturmschäden in Hamburg. Ein schwerer Sturm, der am Mittwochnach- mittaa über Hamburg wütete und bis zur Windstärke 12 anstieg, richtete in den einzelnen Stadtteilen erheblichen Schaden an. Der schwerste Zwischenfall ereignete sich im Flughafen Fuhlsbüttel. Dort wurde das Kleinluftschiff „Parfival Natz" vom Anker gerissen. Der Sturm drückte das Luftschiff zu Boden und riß es dann mit großer Gewalt wieder empor. Durch diesen Windstoß wurde auch der Ankermast des Luftschiffes aus der Erde gerissen, so daß eine Bergung zunächst unmöglich wurde. Den vereinten Kräften von Feuerwehr, Ordnungspolizei und Mitgliedern der Luftsportverbände gelang es schließlich nach zweistündiger Arbeit, die Hülle des Luftschiffes am Boden festzumachen. Aus aller Wett. Zum Tode bes Raketenforschers Tiling. Der am Dienstag durch ein Exvlosionsun- g I ü ck in seinem ßaboratorim tödlich verletzte Raketenkonstrukteur Ingenieur Tiling ist durch seine erfolgreichen Versuche bekannt geworden, ohne Anwendung von Fallschirmen Gegenstände mit Hilfe von Raketen durch die Luft zu befördern. Zahlreiche Versuche auf dem Dümmerfee bei Hannover und auf Wangeroog haben den Beweis geliefert, daß es heute möglich ist, geschoßförmige Raketen in eine Art Flugzeug einzubauen und abzuschießen, so daß das Flugzeug später unversehrt weiterfliegen konnte. Im Oktober 1932 fand ein Flugraketenstart mich auf dem Tempelhofer Felde in Berlin statt, der durchaus erfolgreich verlief. Die Flugrakete bestand aus einem Torpedo mit vier Flossen. Sie hatte eine Länge von drei Meter und eine Spannweite von vier Meter und bestand aus Aluminium. Ingenieur Tiling hatte außerdem noch zahlreiche Pläne mit einer Flüssigkeitsrakete, die gewaltige Strecken zurücklegen sollte. Durch seinen Tod verliert bie deutsche Wissenschaft einen bahnbrechenden Vertreter auf dem Gebiet des Raketenwesens. Außerordentlicher Ldeka-Berbandstag in Leipzig. Der Edeka-Verband deutscher kaufmännischer Genossenschaften e. D. mit dem Sitz in Berlin hat zum 16. Oktober 1933 nach Leipzig einen außerordentlichen Derbandstag einberufen. Auf dieser Tagung wird bas geschäftsführende Vorstandsmitglied der Hauptgemeinfchast des Deutschen Einzelhandels, Dr. Paul Hi Hand, über das Thema „Genossenschaftsbewegung und Einzelhandel" sprechen. Generaldirektor F. B o r r° mann von der Edeka wird die Sorgen und Erwartungen des Lebensmitteleinzelhandels behandeln. lieber interne Vorgänge innerhalb der Edeka- Bewegung wird Verbandsdirektor Dr. Paul K ö - n i g referieren, der auch einen Antrag auf Satzungsänderung des Verbandes begründen wird. Auf nachmittags ist im Völkerschlachtdenkmal eine Feierstunde angesetzt. Die Gedenkrede hält Direktor Albert Werner, Berlin. Gründung der Staatsmedizinischen Akademie. Zur Ausbildung und Fortbildung von Aerzten auf dem Gebiete der öffentlichen Gesundheitspflege, der Gesundheitsfürsorge und Ge° sundheitsaufsicht ist, wie der Parlamentsdienst der Telegraphen-Union berichtet, durch die Medizinalabteilung des preußischen Innenministeriums im Einvernehmen mit den beteiligten Behörden die staatsmedizinische Akademie Berlin- Charlottenburg gegründet worden. Der preußische Minister des Innern hat die Akademie als Ausbil- dungs- und Fortbildungsstätte für die künftig anzustellenden Kreisärzte und Aerzte im öffentlichen Dienste anerkannt. Aushebung eines Illegalen Blattes in München. (Eine Reihe führender Kommunisten, unter ihnen der Redakteur Walter H ä b i ch, ist in den letzten Tagen in München fe ft genommen worden. Sie werden beschuldigt, an der Herausgabe des illegalen Blattes „Die Neue Zeitung" beteiligt gewesen zu sein. Die Redaktion des Blattes befand sich in einem schwer auffindbaren Speicherabteil der Priesterhaus-Stiftung St. Johann Nepomuk. Bisher konnte noch nicht geklärt werden, auf welche Weise oder unter welchem Vorwande die Festgenommenen gerade in diesem Hause ihre Arbeitsstätte aufschlagen konnten. Papst Pius in Santa Maria Maggiore. Am Mittwochvormittag begab sich Pap st P i u s XI. anläßlich des Heiligen Jahres zum Jubiläumsbesuch der 4. Basilika nach Santa Maria Maggiore in Rom. Unter den Klängen des Chargesangs „tu es Petrus" hielt der Papst seinen Einzug und begab sich durch das Spalier der päpstlichen Garde in die Sakramentskapelle zu einem kurzen Gebet. Dann bestieg er den tragbaren Thronsessel, auf dem er in großer Prozession zum Hauptaltar geleitet wurde, worauf der Erzpriester der Basilika, Kardinal Dolci, dasHochamt zelebrierte. Der weite Kirchenraum war von Pilgern und römischen Gläubigen bis auf den letzten Platz gefüllt. Aus den Tribünen wohnten u. a. Prinzessin Maria von Spanien, Pr'inz Adalbert von Bayern, Herzog Philipp von Württemberg mit seiner Gemahlin und Erzherzog Georg von Oesterreich der Feier bei. Nach dem Hochamt erteilte der Papst von der äußeren Loggia der Kirche der auf dem Platz harrenden Menge den dreifachen päpstlichen Segen „urbi et orbi . Byrds Südpolarcxpedilion geht in See. Der amerikanische Polarforscher und Weltflieger, Admiral Byrd, ist in Begleitung von 70 Fach- wissenschaftlern und sonstigen Expeditionsteilnch- mern mit dem Expeditionsschiff „Jakob Ruppert" zu seiner neuen Südpolarexpedition in See gegangen. Ehemaliger Polizeioberst von der Anklage der Eidesverlehung freigesprochen. Das Dortmunder Schwurgericht hat nach zehnstündiger Verhandlung den früheren Kommandeur der Dortmunder Schutzpolizei, Oberst a. D. Kade, der unter der Anklage der vorsätzlichen Eidesverletzung stand, freigesprochen. Es handelte sich bei diesem Prozeß um ein Nachspiel zu dem im August 1932 durchgeführten mehrtägigen Poli- zeiprozeß wegen erheblicher Uebergriffe von Polizeibeamten gegen Nationalsozialisten. Besondere Bedeutung gewann die Verhandlung durch verschiedene Zeugenvernehmungen. U. a. wurden auch der jetzige Oberbürgermeister Malzbender, der im damaligen Prozeß als Landgerichtsrat mitgewirkt hatte, Polizeipräsident Schepmann, sowie die übrigen Richter des früheren Dortmunder Gerichts vernommen. — Polizeioberst a. D. Kade, der beschuldigt wurde, als Zeuge seinerzeit die Frage eines Vertreters der Nebenkläger, ob er an der Abfassung des Polizeiberichts über die Vorfälle beteiligt gewesen sei, wissentlich fälschlich verneint zu haben, bestritt, seine Eidespflicht verletzt - Edelwachs „Dompfaff" Wie wichtig Ist es, ein Bohnerwachs zu verwenden, dessen wohlausgewählte erlesene Rohstoffe unseren Böden, Möbeln und Ledersochen jenen angenehmen Geruch von Sauberkeit und guter Houshaltpflege verleihen! Edelwachs Dompfaff läßt olles in prächtigem Hochglanz erstrahlen. Edelwachs „Dompfaff" -o*. — e*i.0*I. *.*,..*»**«mm*. / B*e ufOM At*d*e anMn». . w-wwSee o- /. Chem. 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Sieberau'le Japan ZU ' kbürt des l für Sie jM Merorden über die T als die er1 bens" in Ausbeuter Völker", 3ia'ie un nijche dulden. L Der Boi mermäbchc unter ins ■ ilathe er Natürlich h nun gibt ti Men ojß in bulbt unter 7«L1 gse öetbi tottbt, Mljrtb hL £;ls unt, ?erl und ettig kehl es fü, Nu ” Dollen 'Wein „ ttn' Wo Bi« Am°n L ?r Jahre Wen bak flut r 8Qr nicht' Derroeifer S fS- Wo- fe . nf qe hm ^°6en I S:n- Ae hst? lD,r I SW SA Nachdruck verboten! 22 Fortlegung Paul Werner antwortete: „Allerdings, wenigsten» ') interessiert näm» tamon Bega. Ar- für mich ist die Sache wichtig. Mich i lich ein gewisser Herr Bega — Rai gentinier joll er fein und Tangofänger. Ich wollte nur mal Horen, ob* der ein bißchen bekannt ist." fen Frauenllebllng, ausnehmend. Es war schade, daß man sich sobald wieder würde trennen müssen! Marlene fühlte sich jeßt wohler. Die Unterhaltung mit dem Argentinier, die gute Aussicht, dem Vater das Leben erleichtern zu können, und das Verlangen, weit herumzukommen in der Well, gaben ihr einen Teil ihrer Spannkraft zurück. Sie lauschte mit voller Aufmerksamkeit dem, was der Tangofänger von feinen Erlebnissen auf Reifen erzählte: und es wurde verabredet, daß sie jetzt gleich zu ihrem Vater weiterfubr. aber am nächsten Morgen vormittag gegen elf Uhr in einem Berliner Hotel nach Ramon Bega fragen sollte. Erst als die Freundinnen in Dresden allein den Berliner Zug bestiegen hatten — Ramon Bega fuhr erst später weiter —, fiel Marlene wieder schwer aufs Herz, was sie Trauriges erlebt. Es befanden sich Mitpassagiere im Abteil, und Marlene sprach nur ganz leise zu DIaa. Sie war wieder ganz verstört, und Olga war froh, als der Zug in Berlin einlief. Lin Lied vom GM Roman von Anny von panhuys. Marlene und Olga betraten das kleine Heim von Marlenes Vater, und Marlene fiel dem alten Herrn schluchzend um den Hals. Endlich durfte sie sich ihr Leid von Herzen meinen, endlich stellten sich die Tränen ein, die sie bis jetzt nicht hatte finden können, die brennenden und doch fchmerzlösenden Tränen! Der alte Paul Werner war, als er hörte, was geschehen war, zuerst maßlos bestürzt — aber schließ- lich tröstete er: „Mein liebes Mädel, die wahre Liede war das bei dem Manne nicht. Aufs Wort hätte er dir glauben müssen. Sei still, mein gutes Kind, beruhige dich. Auf Leid folgt Freude." Olga nickte. „Es ist schon so weit." Sie berichtete lebhaft von der Bekanntschaft mit Ramon Bega. Der alte Herr staunte über die Neuigkeit, machte ein paarmal: „Soso?", behielt seine Meinung aber zunächst für sich. Erst als man beim einfachen Abendessen saß — mit der Baronesse war er sehr schnell gut Freund geworden — sagte er bedachtsam: „Es drückt sich so viel Fremdes in der Welt herum, was man nicht kennt. Ich altmodischer Mensch weiß kaum, was ein Tango ist: aber ich will mich nach dem Sänger erkundigen. Wenn er mit seinen Leuten Ruf hat, wird sein Name auf den Barietsagenturen bekannt sein. Morgen fahre ich mit nach Berlin, denn ehe du in sein Hotel gehst, Marlene, müssen wir über ihn Bescheid wissen!* Olga meinte später zu Marlene: „Deinem Bater schwebt sicher so etwas wie ein Mädchenhändler vor." Sie lächelte versonnen. „Es gibt keinen interessanteren Menschen auf der Welt als ihn. Weiht du denn überhaupt, wie er aussieht? Ach, du hast natürlich keinen Blick dafür. Ganz wundervoll sieht er aus!" Marlene schob Olga von sich. „Du redest furchtbares Blech, Olga! Komm, wie „Es ist recht, Sennor Sega, meine Freundin und ich werden in Dresden einen Zug überschlagen, und ich will Ihnen dort vorsingen. Wo? Das weiß ich allerdings nicht. Ich bin dort völlig unbekannt." Er nickte zufrieden. ,Hch werde das schon arrangieren." Er fragte fach- lich: „Sie spielen natürlich auch Klavier?" Sie bejahte. Er nickte wieder. „Sie werden leicht etwas Gitarrespielen lernen." Marlene antwortete: ,Hch kann es schon ein roe- nig; ich lernte es für Wanderfahrten mit Freunden und Freundinnen? Es entfuhr ihm wieder ein „Caramba“, dem gleich ein deutsches „Donnerwetter" folgte und die vergnügten Worte: „Bei Ihnen paßt alles für uns, hoffentlich auch die Hauptsache, Ihre Stimme. Ich bin sehr gespannt, Sie zu hören." Er biß auf seiner Unterlippe herum, schien etwas zu überlegen, machte dann einen Vorschlag. „Der Zug fährt sehr ruhig, und wir drei befinden uns allein im Abteil. Wenn ich nicht irre, sogar allein im ganzen Wagen. Wie wäre es, wenn Sie meiner Ungeduld zuliebe gleich ein Lied fingen? Gleichviel was für eins. Nur nicht aus Opern! Am besten ein deutsches Volkslied oder ähnliches. Wenn es Sie stört, daß ich Sie beim Singen ansehe, gucke ich zum Fenster hinaus. Nach zehn Tönen weiß ich Bescheid. Wählen Sie etwas Einfaches. Meinetwegen. Weißt du, wieviel Sternlein stehen!" Marlene dachte an das Honorar, das für ihre Begriffe sehr hoch war, und sie dachte auch, es wäre tausendmal besser, sie würde eine argentinische Sängerin, die ihrem Vater das Leben erleichtern konnte, als daß sie daheim blieb, sich in ihren Stummer vergrub und ihrem Vater täglich ein vergrämtes Gesicht oie holte tief Atem. „Wenn Ihnen so eine kleine Probe wirklich genügt, Sennor Vega, will ich jetzt singen, dann kann ich in Dresden gleich weiterfahren. Sie brauchen auch nicht tum Fenster hinauszusehen, ich bin nicht schüchtern. Es ist ja nicht das erstemal, daß ich vor Fremden singe." Sie schob mit aller Willenskraft, die sie aufbringen kannte, das traurigste Ereignis ihres jungen Lebens zurück und erhob sich. Die Linke gegen ein Polster gepreßt, begann sie zu fingen: „Du bist wie ein Wunder, das zu mir kommt!" Weil sie das Lied selbst komponiert hatte, liebte sie es besonders. Ramon Vega lauschte mit schräg geneigtem Kopfe, und sein dunkel getöntes Gesicht schien ein wenig oller, weil sich jetzt, während er aufmerksam zuhörte, wollen schlafen gehen. Hoffentlich kannst du auf meinem alten Sofa schlafen." Olga nickte. ,^ch bin ja so selig, ein Dach über dem Kopfe zu haben, und werde großartig schlafen? Und sie schlief auch gut Marlene aber fand wenig Schlaf. Alles schob sich in ihrem armen Kopfe durcheinander. Sie dachte an den Dolch und an Mattstem, sie sah Achims hartes, zürnendes Gesicht und die schwarzen Augen des Argentiniers — und dachte auch an morgen. Aber auch diese Nacht Dergina, und ziemlich früh stand man auf, fuhr gegen acht Uhr schon nach Berlin. Auch Olga fuhr mit. Kurz nach neun Uhr stand Paul Werner mit den beiden Mädchen vor der Tür einer Barietäim.-Wobng. m. eingerichtet. Bad ver sofort od. später aii vermieten. mud Gien Wohnungsbau fla- nossanschft.Llcherstr.Sp or: nefuebt. «». I Pfund 5 und 8 Bf. Liebrgftraße 66. It9tabcniu.6b.’ Nisthöhlen aufhängen, um im Winter die Meisen hei ihren Flügen aiyuüxfen. Denn sie b«tragen bann di, Höhlen zum Nächtigen und um so eher im Sommer zur Brut. Für Meisen und andere Kleinvögel empfiehlt die Vogelwarte Seebach bei MühlhausemThü- ringen, ein Aufhängen in Höhe von 2 bis 4 Meter, für Stare von 3 bis 6 Meter. Das Flugloch soll möglichst nach Südosten gerichtet sein, lieber alle sonstigen Einzelheiten gibt die genannte Vogelwarte jederzeit Auskunft. NSDAP. Am nächsten Mittwoch, 18. Oktober, 19.30 Uhr, findet in der NS. -Beamtenabteilung des Kreises Gießen eine Versammlung der Ortsgruppenführer. Fachschaftsleiter und Vertrauensmänner bei S o l d a n, Seltersweg, statt. Auswärtige Ortsgruppen brauchen nur einen Vertreter zu entsenden, die Gießener Amtswalter müssen voll- zählig erscheinen. Oie Vorbereitungen zur Handwerks» Werbewoche. Vom 15. bis 22. Oktober wird bekanntlich im ganzen Reiche eine Handwerks-Werbewoche durchgeführt. In Gießen sind dazu für nächsten Sonntag folgende Veranstaltungen vorgesehen: In der Volkshalle von 9.30 bis 10.30 Uhr Fest- aottesdienft. Anschließend Fahnenweihe durch den Handwerkskammerpräsidenten Müller, hierauf Verteilung der Meisterbriefe an Jungmeister durch den NS.-Hago-Kreisführer Neumann (Schotten). Sonntag um 15 Uhr wird ein großer Festzug mit zahlreichen Festwagen, in dem Die einzelnen Handwerkszweige Ausschnitte aus ihrem beruflichen Schaffen bieten werden, vom Wetzlarer Weg aus durch die Hauptstraßen der Stadt zum Oswalds- garten gehen. Der Sonntag wird mit einem großen Werbeabend in der Volkshalle ab 20 Uhr seinen Abschluß finden. Bei dieser Veranstaltung werden Dr. Röder (Gießen) und Bäckerobermeister L o e b e r Ansprachen halten. Gute Kapellen, Gesang- Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Dublin, Anfang Oktober 1933. Auf dieser schönen, aber offenkundig von einem uralten Fluch beladenen Insel gibt es trotz der Wirren, die Irland nun schon wieder Wochen heimsuchen, Menschen, die glücklich sind. Da, wo die Wogen des Atlantik an die buchtenreiche West- füfte branden, sind hier und da Fischer und Ackerbauern anzutreffen, die kaum ein Wort enalisch verstehen, geschweige denn sprechen. Das G a 11if a) e ist hier zu Hause, die Sprache der keltischen Urem- wohner, die hier seit Menschengedenken dem Fischfang nachgehen, ober, weiter landeinwärts, von der nam Absatz hungernden Landwirtschaft ihr kärgliches, aber unbeschwertes Dasein fristen. Warum diese Menschen glücklicher sind als die übrigen Iren? Nicht, weil sie etwa weniger streitsüchtig wären, sondern weil sie sich nicht über die in England gebrühten Zeitungen ärgern können, in denen behauptet wird, daß sich eine „faschistische" Bewegung des Landes bemächtigt habe, um eine Regierung zu stürzen, die das Land an den Rand des Abgrundes brachte. Erscheinen aller im graphischen Gewerbe tätigen Personen, einschl. Buchbinder, Hilfsarbeiter, HUfs- arbeiterinnen und Lehrlinge, Pflicht ist. Es spricht Der Bezirksleiter Pg. May (Frankfurt). *• Der Deutsche Arbeiterverband der öffentlichen Betriebe, Verdandskreis- Verwaltung Gießen, veranstaltet am kommenden Freitag, 18 Uhr. im CafL Leib, eine öffentliche Kundgebung, in Der Pg. Bezirksleiter Goebel (Frankfurt a. M.) sprechen wird. •• Das Fundsachenoerzeichnis. Das Verzeichnis über die im Monat September gefun- Denen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Land- ?Mf-Philipp.Platz 1, ein gesehen werden. Die Emp- angsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwa- igen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden gehend zu machen. _ee Keine persönlichen Besuche bei der Stelle für Devisenbewirtschaftung in Darmstadt. In letzter Zeit haben die persönlichen Besuche bei der Stelle für Devisenbewirtschaftung Darmstadt einen derartigen Umfang angenommen, daß eine ordnungsgemäße, fristgerechte Erledigung bereits vorliegender Anträge nur schwer möglich ist. Es besteht daher Veranlassung, darauf hinzu- weisen, daß Anträge und Anfragen grundsätzlich nur schriftlich zu stellen sind. Eine persönliche Unter» stützung der Anträge wird nur in seltenen Fällen notwendig sein. Die Devisenstelle vermag daher Besucher nur noch dann zu empfangen, wenn diese hierzu ausdrücklich aufgefordert worden find. Im übrigen können persönliche Rücksprachen nur in dringenden Fällen zweckmäßig nach vorheriger fernmündlicher Anfrage zugelasien werden. Die Besuchszeiten sind nur noch an den Vormittagen der Wochentage Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, am Mittwoch und Samstag können Besucher nicht oorgelassen werden. •* WerkmeisterVeri.'mi ßen. Die am Sonntagsnachmittag im Gewerkschafts- Haus abgehaltene Werkmeisterversammlung, zu der diesmal auch die Familienangehörigen miteingeladen waren, war vollzählig besucht. Kollege Stimmer eröffnete die Versammlung, begrüßte die Anwesenden und erteilte dem Bezirksgeschäftsstellenleiter Kollegen P l a n t i u s aus Frankfurt am Main das Wort. Der Redner hatte für feinen Vortrag das Thema „Die neu geschaffene Arbeits- front und die Aufgaben des Werkmeisters in dieser Front" gewählt. Die Ausführungen des Redners fanden ungeteilte Zustimmung. Als zweiter Redner sprach der Ortsgruppenvorsitzende H. Bartholomäus über „Bevölkerungspolttik und Rassenpflege". An Hand von überzeugenden Beispielen wies der Redner nach, daß bei Beibehaltung des seitherigen Ein- und Zweikindersystems das deut-- fche Volk bereits in der kommenden dritten Generation rettungslos auf dem Aussterbeetat stehen werde. Natürlich müßten die nicht mit irdischen Gütern gesegneten kinderreichen Eltern auch in dis Lage versetzt werden, eine starke Familie ohne Entbehrungen am Nötigsten durchbringen zu können. Dies könne geschehen durch Bevorzugung bei Stellenbesetzungen, Gewährung höherer Löhne und Gehälter und Begünstigung bei Steuerveranlagungen gegenüber den Ledigen und Kinderlosen. Don Der •Regierung werde in dieser Hinsicht bas Erforderliche bestimmt veranlaßt werden. Die durch Der- mittlung des Vorsitzenden gewonnene Kapelle des Stadttheaters trug durch Darbietung feingewählter Konzertstücke zur Verschönerung der Veranstaltung bei, Fräulein Perry vom Stadttheater erfreute durch einen sehr beifällig aufgenommenen Gesangs- vortrag. Nachdem der Vorsitzende noch auf ble Pflicht jedes Einzelnen zur Unterstützung der deutschen Kunst und damit auch unseres Stadttheaters hingewiesen hatte, fand mit demSingen des Deutschlandliedes und einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer die Versammlung ihren Abschluß. — Warnung vor einerSchwindlerin mit falschen Schecks. In der weiteren Um- gegenö von Frankfurt a. M. tritt zur Zeit eine Schwindlerin auf. Sie erscheint in Juwelengoschäften und kauft Brillanten usw. Dabei gibt sie falsche Travellerschecks auf Pfund der Thos Cook and Son Bank in Zahlung. Die unbekannte Person ist zu den reisenden Betrügern au rechnen, und cs ist nicht ausgeschlossen, daß sie ihre Tätigkeit auch in weiteren Städten ausüben wird. Kampfbund Deutscher Architekten und Ingenieure. Die Ortsgruppe Gießen des Kampfbundes Deutscher Architekten und Ingenieure vereinigte am Dienstagabend ihre Mitglieder zu einem Diskus- fionsabenD im Cafä Ebel. Der Führer der Ortsgruppe, Diplom-Ingenieur Kurz, hieß die Mtt- glieber willkommen unb machte bavon Mitteilung, baß ber ursprünglich für den Abend vorgesehene Vortrag von Oberbaurat Bergt über die Quellen in Oberhessen und deren wirtschaftliche Bedeutung am 14. November voraussichtlich im Gewerkschafts- Haus gehalten werden wird. In eingehender Weise gab der Redner sodann einen Abriß über bas Werden und Wirken Gottfried Feders und schil- berte babei befonbers seine praktische Tätigkeit als Ingenieur. Die Ausführungen würben mit großem Interesse ausgenommen. Sobann machte Diplomingenieur Kurz verschiedene organisatorische Mitteilungen, die insbesondere die Stellung des Kampfbundes ber Architekten unb Ingenieure innerhalb ber anberen Verbänbe und Fachorganisationen der Techniker und Architekten barlegten. Von ber Schaffung von Fachgruppen innerhalb des Kampf- bunbes soll vorläufig noch abgesehen werden, um eine Zersplitterung der Kräfte zu vermeiden. Im Anschluß daran hielt Oberbaurat Bergt einen kurzen Vortrag über die Luftschutzübung in Bad- Nauheim. Er wies dabei auf die Notwendigkeit ber Unterrichtung der Bevölkerung in allen Fragen des Luftschutzes hin. In kurzen Ausführungen sprach Der Leiter Der Versammlung noch über Wasserstraßen, in kritischer Weise über Talsperren, Ferngasversorgung unb Neuordnung Des Elektrizi- tätsversorgungswesens, für Die neue Anregungen Vorlagen. Gietzener Wochenmarktpreise. * Gießen, 12.0h. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Landbutter, bas Pfund 1,20 bis 1,30 Mark, Kochbutter 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, Das Stück 4 bis 10, Eier (inlänDische) 12 bis 13, Wirsing (grün), das Pfund 7 bis 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, Gelbe Rüden 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 15 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 25 Pf., Feldsalat 1 Mark, Tomaten 10 bis 15 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 25 bis 60, Kürbis 6, Pilze 30, Kartoffeln 334 Pf., ber Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Brombeeren, das Pfund 35 Pf., Preißeldeeren 30, Aepfel 12 bis 18, Birnen 10 bis 15, Zwetfchen 8 bis 15, Honig 40 bis 50, junge Hähne 75 bis 80, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 70, Enten 80, Tauben, das Stück 40 bis 60, Nüsse, Das Pfund 50, Blumenkohl, das Stück 5 bis 40, Salat 10 bis 15, Salatgurfen 10 bis 25, Ein- machgurken 2, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 6 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 3 bis 15, Sellerie 5 bis 30, Radieschen, das Bund 10 Pf., Weißkraut, der Zentner 3 Mark. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Moral und Liebe". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Die letzten Tage von Pompeji". — A.-Berein, „Hotel Köhler", abends, Zusammenkunft der Damen. — Aus Dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, 20 Uhr, zweite Vorstellung im Freitag-Abonnement, Erstaufführung der Lustspiel-Operette: „Die Männer sind mal fox von Walter Kollo; Spielleitung Heinrich Hub. Dpe- retten-Preise. Ende 22 Uhr. — Samstag, 14. Oktober, 16 Uhr, 1. Schüleroorstellung „Die Hermannsschlacht" von Heinrich von Kleist. Preise von 0,40 bis 1,20 Mark. — Um vielen Theaterfreunden, die bei der letzten Ausführung keine Karten mehr erhielten. Die Gelegenheit zu bieten, die Operette „Schwarz- waldmädel" (Frl. Erna Renz in Der Rolle Der Bärbele) nochmals zu besuchen, hat die Intendanz sich entschlossen, dieses Werk am Sonntag, 15. Oktober, 19.30 Uhr, als Sondervorstellung außer Abonnement zu kleinen Operetten-Preisen von 0,50 bis 2,50 Mark endgültig in dieser Spielzeit zum letztenmal zur Aufführung zu bringen. — Der Deutsche Verband für psychische Hygiene veranstaltet am kommenden Sonntag, 15. Oktober, 11 Uhr, im Hörsaal der Neroenklinik, Am Steg 18, einen öffentlichen Vortrag über das Thema: „Handarbeit und Kopfarbeit". Auf die heutige Anzeige sei besonders hm- gewiesen. •* Von Der Landesuniversität. Zu ber vor einigen Tagen gemeldeten Berufung von Pro- feffor Dr. S) o f J m a n n aus Tübingen an die hie- fige Nervenklinik wird uns von zuständiger Seite mitgeteilt, daß der Gelehrte nicht als außerordentlicher Professor, sondern als ordentlicher Professor Der Psychiatrie und Nervenkrankheiten und zugleich als Direktor der Neroenklinik unserer Universität berufen wurde. ** Die Glaubensbewegung Deutsche Christen, Kirchengauleitung Hessen- D a rm st a d t, hatte gestern in Frankfurt mit ihren Pfarrern eine interne Besprechung über Organisationsfragen. Als kommissarischer Kirchengauleiter wurde Pfarrer Sattler (Wieseck) vom Landesleiter Pfarrer P r o b st (Frankfurt a. M.) ernannt. Die öffentliche Ziehung der Aus - losungsrechte zu Gießener Ablösungs- anleihen findet am Dienstag, 24. Oktober, im Stadthaus statt. (Siehe heutige Bekanntmachung.) •* Den Verkauf von Kraut, Kartoffeln und Ob st in Wagenladungen betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil, die wir Den Interessenten zur Beachtung empfehlen. •• Geschäftsjubiläum Die Firma Ge- brüDer Iullmann (Markenartikel Grohhandluna, Agentur und Kommissionen), Gießen, Bahnhof- sttaße 67, kann am heutigen Donnerstag, 12 Oktober, auf ihr 25jähriges Bestehen zuruckdlicken. Die Firma hat sich aus kleinen Anfängen heraus entwickelt und wurde im Laufe der Jahre zu einem weit über die Grenzen unserer engeren Heimat hinaus bekannten Unternehmen. Die Firma hat sich ttotz der allgemeinen schwierigen Wirtschaftslage in den vergangenen Jahren durch vorsichtige Geschäfts- führung der Inhaber ihre volle Leistungsfähigkeit erhalten und erfreut sich bei ihrem ausgedehnten Kundenkreis besten Ansehens. • * M i e tj u b i l ä u m. Am 15. Oktober sind 30 Jahre verflosien, seitdem Lehrer Ehr. Alb ach im Hause Alicestrahe 34 bei Malermeister H. Launspach wohnt. Während dieser drei Jahrzehnte haben beide Familien Freud unb Leid miteinander getragen, und Das Verhältnis untereinander war stets ein ungetrübte». Möge dieses gute Einvernehmen allen Mietern und Hausbesitzern zur Nachahmung Dienen. Der Deutsche A r b e i t e r o e r b a.n d Des graphischen Gewerbes veranstaltet am morgigen Freitag, 18.30 Uhr, im Gewerkschaft»- gew #i Gießen mm Versammlung, zu der das Die englische Berichterstattung über Die Verhältnisse in Irland hat in der ganzen Welt eine babylonische Verwirrung angerichtet. Nur ihrer Hilfeleistung, ihrer Propaganda ist ee zu verdanken, daß Die angeblich fast faschistische Bewegung des Generals O'Duffy inzwischen tatsächlich einen Auf- fchwung genommen hat, der in keinem Verhältnis zu ihrer inneren Stoßkraft steht. Wäre die Bewegung organisch aus sich yeraus gewachsen, könnte man ihr vielleicht eine Zukunft voraussagen, so aber wird chr nach menschlichem Ermessen nur ein zweifelhaftes Dasein beschicken sein, vorausgesetzt, daß es dem Präsidenten de Va ler a gelingt, die Winkelzüge des früheren Polizeichefs von Dublin zu parieren. Als General O'Duffy lm letzten Drittel des Monats Juli die Organisation seiner Blauhemden aus der Taufe hob und den Teilnehmern an Der Gründungsversammlung erklärte, daß die neue Bewegung bereits über 25 000 Mitglieder habe, war dem politischen Beobachter klar, daß der Regierung de Valero mit Hilfe eines großartigen Bluffs der Garaus gemacht werden sollte. Die Nachricht von den aus dem Boden gestampften Legionen des blauhemdi- gen Generals fand in der gesamten Londoner Presse einen Widerhall, der von vornherein den gut angelegten Regie aufkommen i der englischen Metropole war mit Doppeltes Spiel in Irland Don unserem L.-Äerichterstatier. Die Londoner Blätter gebärdeten sich, als ob der Faschismus ein Modeartikel fei. Das Programm der Organisation der Blauhemden wurde in allen Einzelheiten veröffentlicht, wobei es niemanden auffallen wollte, daß die Forderung nach einem unabhängigen Irland in einem Widerspruch zu dem Verlangen nach einer Besserung der irisch-englischen Wirtschaftsbeziehungen steht. Die Wahrheit ist, daß die Londoner Regierung es lediglich auf die B e • feitigung des sich auf keinerlei Verhandlungen einlassenden Präsidenten de Valero abgesehen hat, um dann d i e englische Vormacht st el- lung in Irland wiederherzustellen. Dieser unnachgiebige, fanatische Freiheitskämpfer Irlands, dessen Kopf feit dem Aufstand von 1916 chon mehrfach in der Schlinge englischer Henker tecken zu bleiben drohte, hat sich in der Durch- ühruna seiner Pläne so fest und so folgerichtig gezeigte, daß Whitehall wieder einmal zu dem in der englischen Geschichte nicht unbekannten Mittel gegriffen hat, in dem umstrittenen Lande Gegensätze anzufachen, aus denen heraus sich bann nach alter Erfahrung die berühmte Situation zum Eingreifen ergeben würde. Es ist bezeichnend, daß schon wenige Tage nach dem Entstehen der neuen Organisation sich der frühere Präsident Cosgrave mit allen Mitteln für die neue Bewegung einsetzte. Ihm kam es darauf an, diejenige seiner Anhänger zu befriedigen, denen ein Durchhalten im Freiheitskampf gegen England wirtschaftliche Einbußen verursachte. Hier wird also ein doppeltes Spiel getrieben. Wenn man sich bas Programm der Blauhemden ansieht, muß man feststellen, daß es sich in Wirklichkeit nur um die Grundsätze handelt, für die der zähe, hagere Professor de Valero nun schon seit vielen Jahren kämpft. Diese Kämpfe sind nicht u m f o n ft gewesen. Ist es ihm doch innerhalb kurzer Frist gelungen, nicht nur einen Generalgouverneur aus eigener Machtvollkommenheit zu stellen, sondern auch den Treueid gegenüber der englischen Krone abzuschaffen. De Valero verfügt im Parlament mit feinen Sinn» feinem und Der allerdings unsicheren Gefolgschaft der Arbeiterpartei über eine solide Mehrheit. Man wird ihm also nicht vorwersen können, daß er sich an der Macht zu halten versuche, ohne die erforderliche Mehrheit des Volkes hinter sich zu haben. Daß die Fortsetzung des irischen Unabhängigkeitskampfes gegen England allerdings noch auf längere Sicht hinaus Opfer von jedem Einzelnen, fei er nun Fabrikant, Ackerbauer oder Viehzüchter, verlangen wird, ist jedem nationaldenkenden Iren klar. Die Zukunft wird lehren, ob es de Valero gelingt, im Volke das nötige Verständnis für die weittragende Bedeutung seiner Pläne zu wecken. gorbeiter rT 1 *)t ist. S; > ^iuro 5 laicht '«‘A «85 ö°ebe( L'Hiiis . L"L-«L eibite Hnnn Qn der rdert, J. Spaten beim Ä* eltenb ^'Üch^ 'S;?: AsSS 1°nlich-V ; Serien Wen wenn diese ^d. L nur in ü,? vorheriger T ®>- Sie Et I Mittagen ’JVNttslaJ Qm MüKvLch U1 Jim Gewerkschaft-, fommlung, Ju ber > rnüe/me. W fiolltge ’5un9. begrüß -vezirksgeschästz. «ß ^tot\uTt W V«.\rn MPm Ixbtits. ttmnstns in die- langen des Red. W- Air zweiter rrschende H.L a r. igspolüit und Ras, ugenden Beispielen 1 Beibehaltung des Meins das deut., nden dritten Eene, lussterbeetat stehen nicht mit irdischen Eltern auch in die i Familie ohne Ent- bringen zu können, -orzuaung bei Stel- !ier Löhne und @e« iieuerveranlagungen inderlosen. Don der nsicht das Echrder- en. Die durch Dei- onnene Kapelle des etung feingewählter ber Äeronstaltung abüheatcr erfreute mmenen Ghanas- je nod) auf w Mtznng der beut« feres Äadttheaters Singen des Deutschen „Lieg-Heil" aus i^ren Abschluß. t Schwindlerin n der weiteren llm- tritt zur Zeit eine in Juwelengeschästen :i gibt sie falsche Tro- "bos Cook and Son nie Person ist zu den und es ist nicht aus- ’eit auch in weiteren I Sichen. IN Gießen weilendi aus 'lieuhof b^- er diesigen V-tsch°st iitab reichen als § diese gemeine nateSesängn r, 5 Monate beanttagt wirb bem Hfl* »ess -ess ; SS* •“M® ”mJ0” ®'- *£•*** nis erhM- Zl die in? ^-laalsanwalt ^Scsängn^'e «i.ter von Sarolme ^L^igung ld)®erelim or ®e* ÄS warf lie einer Sun6lnflnblungen .sK r-sSs b'nt,“J*£oU«t. b'T KSK Schulgebete. In der von der Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum an die Nachgeordneten Behörden versandten Auswahl von Schulgebeten werden — außer den von uns bereits mitgeteilten Gebeten — noch folgende empfohlen: Nun wir das Ziel gefunden, Hab' Dank für alle Stunden, Die du uns, Herr, beschert! Gieb fürder deinen Segen, Dann geht's dem Tag entgegen. Den unser Volk so heiß begehrt! Amen. * Wir danken dir, du gnädiger Gott, daß du willst enden Deutschlands Not. Tilge Zwietracht, Verrat und Schande auf ewig im deutschen Vaterlande! Beschütze gnädig den Reichspräsidenten! Trag unfern Führer auf deinen Händen! Hilf allen, die in Deutschland regieren, daß sie uns mutig und weise führen! Mach unsre Herzen stark und rein, tafL uns stets treu und gehorsam fein, auf dklß, wie am Felsen des Meeres Wellen, der Haß aller Feinde muß zerschellen! Amen. * » Wir danken dir, Hevr unser Gott. Bleib du bei uns in jeder Not. Und hilf, daß ich, wo ich auch geh, stets fest zu dir und Deutschland steh. Amen. Lieber Gott, wir bitten dich, sieh herab recht gnädiglich auf das deutsche Volk! Gib uns Arbeit, Brot und Kraft, segne jeden, der da schafft für sein deutsches Volk! Große Führer hast gesandt in das arme deutsche Land, für das deutsche Volk! Beschütze sie vor jedem Leid, erhalte sie noch lange Zeit unserm deutschen Volk! Amen. * Allmächtiger Gott, Herr des Himmels und der Erde; ber du die Völker nach deinem Rat lenkest, dich preisen wir und danken dir, daß du unserem Volke Hilfe bereitet haft. Wir bitten dich, schau mit mildern Blick auf unser Vaterland, öas sich aus tiefer Not erhebt. Sei ihm ein starker Schild wider seine Feinde. Schenke ihm Frieden und Wohlergehen. Beschütze alle weltliche Obrigkeit, insbesondere den Reichspräsidenten von Hindenburg und den Reichskanzler Adolf Hitler. Gib ihnen Gerechtigkeit und Weisheit, auf daß sie verordnen, was recht ist, und mit Kraft vollbringen, was heilsam ist. durch Christus, unseren Herrn. Amen. * Vater im Himmel, wir danken dir, daß du uns das helle Licht und die heilige Wahrheit des Evangeliums unseres Herrn Jesu Christi gegeben hast. Schenke uns den rechten Glauben und hilf uns, daß wir fromme Christen werden. Gib uns deines heiligen Geistes Kraft dazu und laß ihn wirken in unseren Schulen und in der deutschen Jugend. Herr der Welt, deiner Allmacht, Gnade und Gerechtigkeit befehlen wir unser Volk und Vaterland. Laß deine Sonne leuchten über aller deutschen Arbeit. Gib aller treuen Arbeit deinen Segen. Sei unser Schutz und Schild. Laß Glauben und Brudersinn Treue und starkes reines Leben in deutschen Landen wachsen. Halte deine starke Hand über Obrigkeit und Regierung, leite sie in Weisheit und Gerechtigkeit nach deinem Rate. Insbesondere laß deine Gnade walten über unserm Reichspräsidenten und unserem Reichskanzler, daß ihr Freiheitswerk gelinge zu deiner Ehre und zum Segen unseres ganzen Volkes und Vaterlandes. Amen. * Vater! Komm mit deinem Segen zu uns in die Schule. Pflanze dein Himmelreich tief in die Seelen. Baue das Vaterland fest in die Herzen. Rüste mit Geist und Kraft, die Deutschland führen. Mach uns zum Guten froh, willig und folgsam. Gib uns des Heilands Mut, heldischen Glauben, Daß wir fromm Jungvolk sind und deine Kinder. Amen. Schütte-Lanz in Gießen. Eine Erinnerung. Ein wundervoller, klarer, sonniger Morgen brach am 4. August 1915 an. Um 6 Uhr rückte die dritte Kompanie Ersatz-Bataillon 116 singend aus dem Hof iier neuen Kaserne, an dem reichbesetzten Gefangenenlager vorbei auf den Trieb, um Zielübungen und Entfernungsschätzen und anschließend Kompanie- Exerzieren vorzunehmen. kaum war die Kompanie auseinandergezogen, da meldete ein Unteroffizier, daß über dem Daubringer Paß ein Zeppelin-Luftschiff zu sehen sei. Nichtig, aber bas war doch kein Zeppelin, es sah zrößer und dicker aus und hatte eine leuchtend gelbe Karbe. Mit dem Feldstecher konnte man beobachten, Aaß es nur langsam vorwärts kam, daß es zwar allgemeine Richtung auf Gießen nahm, aber m i t Ler Spitze bald nach rechts, bald nach links steuerte. Da schien etwas nicht zu ftim- men. Die Propeller der hinteren Gondeln standen jtiU, die ber vorderen arbeiteten mit Unterbrechung. Lb da eine Havarie vorlag? Die Kompanie wurde ßchnell gesammelt und mit Hilfe aller vorhandenen Taschentücher ordnungsmäßig ein Landekreuz ausgelegt, das dem Führer des Schiffs als Zeichen dienen sollte, daß hier eine Landung vorgenommen werden könnte. 2er Wind kam aus Südwest. Die Windstärke war tiur gering, vom Daubringer Paß kommend, konnte das Luftschiff ohne Behinderung durch Bäume und Selegrapbentinien glatt landen. 120 Mann Halte- niannschaften waren vorerst da, vorsorglich wurde eher sofort eine Meldung an das Bataillon geschickt. Das Luftschiff kam langsam näher. Der Führer des Schiffes hatte unser Landekreuz bemerkt, kam lang- s am heran, senkte die Spitze und warf die Haltetaue aus, die sofort von den Mannschaften ergriffen rvurden. Sanft setzten die Gondeln auf dem Boden auf, die Landung war vorzüglich gelungen. Es war ein Schütte-Lanz-Luftschiff, das unter Führung von Hauptmann v. Pochhammer stand. Gs war in Berlin vom Kriegsministerium abgenom- rnen — als dessen Vertreter befand sich ein Major on Bord — und sollte nach Darmstadt überführt tuerben. Die Besatzung bestand aus etwa zwanzig Mann. Auf der Fahrt hatten sich an zwei Stellen mittschiffs dieRundholmevondenLängs- holmen gelöst und klafften etwa20bis30 Zentimeter auseinander. Es bestand Gefahr, daß das Luftschiff bei Aufkommen stärkeren Windes und der entschieden starken Beanspruchung der vorderen und Hinteren Hälfte des Rumpfes in der Mitte auseinanderbrach. Bekanntlich waren die Schütte-Lanz-Schiffe nicht aus INetall, sondern aus mehrfach aufein- andergeprehtem russischen Pappelholz erbaut Vielleicht hatte sich durch atmosphärische Einflüsse die Bindung des Leimes gelöst und so den Bruch herbeigeführt. Vor allem wurde schleunigst ein Erdloch ausgehoben, um dort einen Wagen zu versenken, an dem die Tauc befestigt werden konnten, dann wurden alle Handwerker, Schreiner, Schlosser, Zimmerleute, Techniker aus der Kompanie gefloßen, die den Schaden ausbessern sollten und schließlich telephonisch von der Liebigshöhe aus die Herren Geheimer Rat Aß mann und Geheimer Rat König auf den Trieb gebeten, um über die genaue Wetterlage zu berichten. Inzwischen fliegen Hauptmann v. Poch - Hammer, der Kompanieführer und die Handwerker in das Schiff, um die nötigen Maßnahmen zur Ausbesserung des Schadens zu treffen. Das Innere des Schiffes bot einen überwältigenden Eindruck. Die Sonne leuchtete durch die gelbe hülle, und das mächtige holzgeftänge wirkte wie der Kuppelbau eines gewaltigen Domes auf den Beschauer. Aus der Plattform befanden sich zwei Maschinengewehre. Das Ergebnis der Untersuchung lautete dahin, daß man wohl 12 bis 14 Stunden benötige, um die Holme wieder miteinander zu verbinden. Solange wollte der Herr Major nicht warten, und drängte auf Weiterflug, er war der Meinung, daß man mit dem Luftschiff auch in seinem jetzigen Zu- stand noch nach Darmstadt kommen könne, wo man bessere Mittel zur Instandsetzung habe, wie hier. Inzwischen waren die Herren A ß m a n n und K ö - nig erschienen und berichteten, daß man in den frühen Nachmittagsstunden mit einem zyklon- artigen Sturm rechnen müsse, und daß das Luftschiff an der für die Verankerung vorgesehenen Stelle gefährdet sei. Hauptmann v. Pochhammer erklärte, unter diesen Verhältnissen nicht aufsteigen zu können, da er die Verantwortung für Luftschiff und Besatzung nicht übernähme. Mit Rücksicht darauf wurde das Luftschiff durch die Haltemannschaften in die geschützte Waldecke am Philosophenwald unterhalb der Wälle verbracht. Dort im Windschatten hielt man es auch bei aufkommendem Sturm für geborgen. Nun waren auch die anderen Kompanien im Laufschritt herangekommen und konnten die bisherigen Haltemannschaften ablösen. Diese interessante Ab- wechslung in dem sonst so eintönigen Dienst löste unter den Mannschaften große Begeisterung aus. Auch die Insassen des Gefangenenlagers standen in dichten Haufen zusammen und sahen dem ungewohnten Schauspiel mit lebhafter Anteilnahme zu. Die Haltemannschaften wurden von Hauptmann v. Pochhammer genau unterrichtet, wie sie sich im Falle eines Sturmes zu verhlten hätten, und nun ging es sofort an die Ausbesserungsarbeiten. Bei einem Hornsignal sollten sämtliche Arbeiter sofort das Schiff verlassen. Allmählich war es Mittag geworden. Glühend heiß brannte die Sonne. Die Mannschaften der 3. Kompanie wurden abgelöst, sollten sich aber in der Kaserne zu sofortiger Hilfeleistung bereit halten. kaum war die 3. Kompanie auf dem Hofe der Neuen Kaserne angelangl, da erhob sich — es mag 14 Ahr gewesen sein — der oorausgefagte Sturm, aber mit solcher Plötzlichkeit, daß die Arbeiter unverzüglich das Luftschiff verlassen mußten. Alles hing sich an die Haltetaue. Wie ein gebändigter Riese versuchte das Luftschiff, sich von Menschenhänden zu befreien und in fein eigenes Element hinaufzusteigen, ohne zu ahnen, daß es ohne menschliche Hilfe dem Tode verfallen sei. Die 3. Kompanie eilte im Laufschritt nach dem Trieb. In der kurzen Zeit hatte der Sturm aber eine Stärke angenommen, die es unmöglich machte, das Schiff zu halten. Die Haltemannschaften wurden willenlos auf dem Boden hin- und hergezerrt, manchmal vom Boden hochgerissen, es war unmöglich, den Riesen zu bändigen. D i e Lage wurde von Minute zu Minute bedenklicher, und es bestand die Gefahr, daß ein Teil der Mannschaften mit in die Luft gerissen würde. Hauptmann von Pochhammer mußte schweren Herzens das Signal zum Loslassen geben. Gerade als die 3. Kompanie auf den Trieb einbog, erhob sich der Riesenleib führerlos in die Luft, schlug auf die Baumkronen des Philosophen- waldes auf, wurde nach Wieseck abgetrieben, verlor beim Ausschlagen auf den Boden die Hintere Gondel, wurde wieder hochgerissen und torkelte in etwa 30 bis 50 Meter Höye in der Luft weiter Richtung Stolzer Morgen (heutiger Flughafen). Ohne einen Befehl abzuwarten, lief alles teils durch den Wald, teils auf dem Rödgener Weg dem Luftschiff nach. Von einem neuen Wirbelsturm erfaßt, drehte sich das Luftschiff noch mehrmals im kreise und schlug dann mit lautem krachen unmittelbar am Rödgener weg, etwa 30 Ulctet von der Waldzunge links des genannten Weges auf dem Boden auf. Sofort wurde der Platz abgesperrt und nun ging es mit Seitengewehren hinein in die Hülle, um vor allem das Gas abzulassen und die noch irgendwie brauchbaren Ballonetts zu retten. Mitten in der Arbeit, es mögen wohl 20 Mann im Innern der Hülle gewesen sein, stürzte das ganze Gerippe mit lautem Krachen über dem Kopf der Leute zusammen. Abgesehen von einigen zerrissenen Uniformen und Hautabschürfungen war nichts passiert. Es war aber keine leichte Aufgabe, aus dem Gewirr von Drähten, Gestängen, Splittern, Rohren und Stoffteilen der Hülle wieder ins Freie zu gelangen. Inzwischen hatten sich wohl einige Tausend Zuschauer zu Fuß, Rad und Auto eingefunden, um Zeuge dieses gewaltigen Schauspiels zu sein. Lastwagen aller Art tarnen, um die noch verwertbaren Teile wegzuschaffen. Bordbuch und Kompaß waren und blieben verschwunden, sie wurden auch nicht gesunden, als am anderen Tage das Ersatzbataillon den ganzen Wald in Schützenlinien absuchte. Der Rest des noch vor Stunden so stolzen Luftriesen wurde zusammengeschlagen und aus ihm ein Scheiterhaufen gebildet. Bevor die Flammen hochschlugen, nahmen sich noch Kinder und Erwachsene Erinnerungsstücke mit und in vielen Familien Gießens werden sich noch Holzstücke und Aluminiumteile vom Schütte-Lanz befinden. 3n wenigen Minuten war aus dem Wunderwerk der Technik ein Aschenhausen geworden. Hauptmann vonPochhammer konnte sich beim Anblick dieses Restes seines Schiffes der Tränen nicht erwehren. Damals durften aus militärischen Gründen keine Berichte in die Zeitung kommen, heute bestehen diese Bedenken nicht mehr. Bei manchem, der Zeuge des Unglücks war, ist in unserer schnelledenden Zeit die Erinnerung daran in Vergessenheit geraten. Niemand ahnte damals, daß neun Jahre später an dieser Stelle der Gießener Flughafen entstehen würde. Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit und neues Leben blüht aus den Ruinen. VM-Schulungstagung in Mainz. 1. Schulungsiag. Mainz, 8. Oktober 1933. Dieser Tage begann auf der Zitadelle in Mainz die Schulungstagung der Landesjugendführung des VDA. Hessen. Der Landesschulungsleiter, Referendar Triebert (Darmstadt), konnte neben weit über 100 Führern der VDA.-Jugend, die überwiegend im Braunhemd erschienen waren, den Vertreter des Oberbannes III der HI., sowie eine Reihe von Unterführern der HI. und verschiedene Ehrengäste willkommen heißen. Im Anschluß daran sprach der Auslandsreferent im Oberbann III der HI. und Landesjugendführer des VDA. in Hessen, Dr. Erckmann (Darmstadt), über das Thema: „vDA.-3ugend und neues Reich". Er schilderte zunächst in kurzem Abriß das Schicksal Deutschlands während der letzten 100 Jahre, die Zerreißung der Nation in das bürgerliche und proletarische Lager, die Veräußerlichung des bloßen Staatsdenkens nach 1870, um dann zum völkischen Erwachen von 1914 zu kommen. Danach gab er ein Bild von der Zerstörung der Front durch die Zersetzung in der Heimat, von der Schmach des Novembers 1918 und von Versailles und kam dann zu einem lebendigen Bekenntnis zum fanatischen Kampf des Nationalsozialismus und des Führers um Deutschland bis zum Endsieg. Schon während des wilhelminischen Zeitalters ist der Gedanke der Zusammengehörigkeit aller Menschen deutschen Blutes in den Reihen des VDA. lebendig gehalten worden. Aber er konnte nicht durchdringen. Erst die Bewegung Adolf Hitlers schuf im Volk das Bewußtsein der rassigen und blutsmäßigen Gemeinschaft über die Staatsgrenzen hinaus. Zu diesem Bekenntnis stand vor allem die deutsche Jugend. Es ist das große und bleibende Verdienst der HI. vor allen anderen Verbänden, sich kämpferisch für das völkische Deutschland eingesetzt zu haben. In dieser großen Aufgabe treffen sich HI. und VDA.-Jugend auf: einem einheitlichen Boden. Die VDA.-Jugend hat ihre besondere Aufgabe und muß ihr dienen. Aber sie kann es nur, wenn sie ganz vom Geist des Nationalsozialismus erfüllt ist. Dann nahm Oberbannorganisationsleiter Walter Richter das Wort. Er überbrachte Grüße des Oberbannführers Walter Bloch. Sodann sprach er von dem Totalitätswillen der HI., dem sich alle Bünde unterwerfen mußten; wenn aber ein Bund ein Eigenleben brauche und führen müsse, so sei es die VDA.-Jugend, die um ihrer auslandsdeutschen Aufgabe willen nicht rein äußerlich zur HI. werden dürfe. Das Ziel der HI. ist ein einiges und freies Deutschland. Bis zur Zeit des Sieges war die HI. Kampfttuppe. Der Sieg ist errungen. Nun stehen auch die andern großen Aufgaben vor uns, ja sie beginnen erst. Es gilt nicht mehr für Deutschland zu sterben, sondern dafür zu leben. In diesem Geist will die HI. das Erbe der Frontkämpfer antreten. Dazu bedarf es eines geschlossenen Ganzen. Vor anderem hat die HI. dafür zu sorgen, daß die große Idee des Nationalsozialismus das Gut der ganzen deutschen Jugend wird. Das Wichtigste bei all diesem ist die Erziehung unserer Jugend zu deutschem Denken, deutschem Fühlen und deutschem Wollen. Hier gibt es keinen Unterschied zwischen Hitler-Jugend und VDA.-Jugend. Für beide gilt das Leitwort: Deutschland, nichts als Deutschland! Die begeisterten Ausführungen riefen augenblicklich alle auf zum „Heil" auf den Führer. Die Kundgebung endete mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied. 2. Schulungstag. Der zweite Schulungstag der VDA. - Schu - lungstagung in Mainz brachte zunächst den Vortrag von Dr. Neumann (Groß-Umstadt) über das Thema: „Volkstumspflege als Rasseschicksal". Der Redner führte u. a. aus: Der Führer Adolf Hitler hat die seither schon gekannte rassenkund- liche Betrachtungsweise des geschichtlichen Geschehens zu einer rassenbiologischen erweitert und vertieft. Dadurch ist die Wissenschaft veranlaßt worden, gesicherte Ergebnisse der Biologie ihrer Geschichtsbetrachtung zugrunde zu legen. Sie hat festgestellt, daß der Unterschied zwischen den Rassen weniger durch Hautfarbe und Körperform gekennzeichnet ist, als durch Lebensauffassung und -anschauung. So gesehen unterscheidet man: Herren-, Fellachen- und H ä n d l e r r a s s e n , die sich voneinander scheiden in der Art des Erwerbs der Nahrung. Für die Herrenrassen geschieht sie durch die Losung der Raumfrage. Blut und Boden, Muttersprache und Vaterland, Volk und Raum gehören untrennbar zusammen. Sie bilden die Grundlage des Staates, und aus dieser Verbindung erklärt sich das Streben nach National- Kovfsalat 5-10 Pf., Endivien 5-10 Pf. v. Stück, Svinat 10 Pf. p. Pfd., weiße, rote, aelbeRüben 8 Pf. v. Pfd., Rettich, Radies Bund 10 Pf., empfiehlt (oense Sflrtnetei Seitz, »en Umweg 52 Bekanntmachung. Die öffentliche Ziehung der Auslosungs- richte zu den Ablösungsanleihen der Stadt Gießen für das Jahr 1933 findet am Dienstag, dem 24. Oktober 1933, 15 Uhr, auf Zimmer Nr. 6 im Stadthaus, Bergstraße 20, statt. 6286C Das Ergebnis der Auslosung wird m den Tageszeitungen baldmöglichst öffentlich bekanntgegeben. Gießen, den 9. Oktober 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: vr. Seid. Bekanntmachung. Der Verkauf von kraut, Kartoffeln und Obff auf Wagenladungen findet 6285C Samstag, den 14., 21., 28. Oktober, und 4. November 1933 nur auf dem Oswaldsgarten statt. Gießen, den 12. Oktober 1933. Bürgermeisterei Gießen. J.V.r Or.Seib. Graue Haare? finf0 Haarfarbe- b78iv InldWiederhersteller gibt jugendl. Farbe u. Schönheit zurück Spielend einl. Anwendung! Onschädl.l Sich. Wirkung! Flasche RBL 1.80 Emil Koch and Sohn Damen- und Herrenfriseure 63 Seltersweg 63 llllllllllllllllllllllllllllllllllll FischZentrale Marktlaube Fed. Freitagvorm. la frische Seefische und Fisch-Filets Loh. Verhey Telefon 2295. osbm llllllllllllllllllllllllllllllllllll 3w/«o staaten. Ein Staatsookf kann sich und seinen Staat ober nur erholten, wenn es sein Blut stark erhält. Stark wird das Sloatsoolk sein, bei dem das Gefühl rassiger Zusammengehörigkeit stark ausgeprägt ist und sich in einem gesunden Nationalslolz äußert. Bon diesen Dingen hängt das Schicksal einer Rasse ab. Die deutsche Eigenart ist in der zweiten Strophe des Liedes der Deutschen dichterisch ausgedrückt „Deutsche Frauen, deutsche Treue, Deutscher Wein und deutscher Sang." Das Schicksal der durch das Unrecht von Versailles losgerlssenen Grenzlanddeutschen beweist die Richtigkeit der Feststellung: „Dolkstumspflege ist Rassen- schicksal." Das begeistert aufgenommene „Sieg Heu! aus das deutsche Volk und seine Führer schloß die Vor- Mittagssitzung. Der Nachmittag vereinigte Jungvolk, Hitler- Jugend, BdM. und VDA.-Jugend zu einer Kund- gebung auf der Maarau. Sie wurde eröffnet durch ein gemeinsames Lied. Der hessische Landesjugendsührer im VDA., Assessor Dr. Erck- mann, hielt eine begeisternde Ansprache, me er mit einem Treueschwur für das geknechtete Saar» gebiet und einem „Sieg Heil!" auf Deutschland und seine Führer beschloß. Nach dem Lied der Deutschen und dem Horst-Wessel-Lied gab Dr. ft I e n t (Mainz) eine anschauliche Schilderung von dem großen deutschen Reichsfest zu Mainz, bei dem Kaiser Barbarossa im Jahre 1184 die Schwertlelte seiner beiden Söhne feierlich beging. 3. Schulungstag. Der dritte Schulungstag brachte einen Vortrag von Prof. Dr. C f a k i (Bukarest) über das Thema: „Das Auslandsdeutfchtum im Zeiterleben". Seinen Ausführungen fei folgendes entnommen: Der Umbruch der Nation wurde auch bei den Ausländsdeutschen mitgefühlt und innerlich mit- gekämpft. Die Ausländsdeutschen betrachten sich schon immer als die Verteidiger deutschen Kulturbodens, dessen Verlust auch einen völkischen Verlust bedeutet. Dabei ist ihr Kamps um die Erhaltung ihres Volkstums heute schwerer denn je. Das Judentum, in dessen Händen fast ausschließlich Presse und Handel liegen, bekämpft die Ausländsdeutschen. Hinzu kommen starke Parteigegensätze innerhalb der eigenen Reihen. Die Jugend gehört auch draußen schon fast restlos zum Nationalsozia- lismus. Man muß aber daran denken, daß unseren Brüdern draußen nicht ein Staat fördernd und helfend und gleiches wollend zur Seite steht, daß sie nicht wie wir im Reich, unter sich, sondern daß sie cingefprcngt in andern Völkern leben. Wenn auch noch schwere geistige Auseinandersetzungen ftatt- finden werden, eines zeigt sich schon heute klar, der Weg zur Volksgemeinschaft wird beschritten werden. Was bedeutet das für den VDA. ? Seine Arbeit ist heute vergrößert. Es kann heute nicht mehr heißen: betreuen, sondern muß „stützen" heißen. Der Boden muß bewußt dem Deutschtum erhalten, die Wirtschaft gefördert werden. Wie man bis jetzt Studenten im Reich studieren ließ, um sie fähig zu machen, für ihr Deutschtum draußen zu arbeiten, so muß man auch heute den auslands- deutschen Kaufmannsgehilfen im Reich schulen, ihn systematisch einsetzen für den Kampf um die Erhaltung des Volkstums Der Landesjugendführer griff noch einmal das Bild des Frontsoldaten auf: wenn wir Deutschland als belagerte Festung ansehen, so sind unsere auslandsdeutschen Brüder diejenigen, die die äußersten Vorposten innehaben. Der Wille, für Deutschland alles einzufetzen, muß uns binden. Das Deutschland von heute steht auf dem Urquell seiner Kraft, auf Blut und Boden Mit dem Treuebekenntnis zu Führer und Reich schloß die Tagung. Ministerpräsident Göring im Mainzer Dom. Mainz, 11. DH. (TU.) Ministerpräsident (Boring sand sich heute in Begleitung des Reichswehrministers von Blomberg überraschend und ohne besondere Ansage im Dom ein, den die Herren über eine Stunde besichtigten, um dann ihre Fahrt fort- zusetzen. Der Ministerpräsident, dessen Ankunft inzwischen beim Publikum bekannt geworden war, wurde, als er auf den Markt heraustrat, von einer Marktfrau mit einem Blumenstrauß begrüßt. Er unterhielt sich mit der Frau kurze Zeit. Die Men- schenmenge brachte dem Ministerpräsidenten herzliche Huldigungen dar. Kunst und Wissenschaft. Das Haus der Deutschen Kunst. Professor Tro ost, der Schöpfer des Hauses der deutschen Kunst, dessen Grundsteinlegung am lö. Oktober in München erfolgt, äußerte sich über feinen Entwurf u. a. folgendermaßen: Die im letzten Jahrzehnt sich ausbreitenden Erscheinungen des Materialismus und der Seelen- losigkeit haben ein niederdrückendes Gefühl der Hoffnungslosigkeit erzeugt, und es schienen unsere gesunden, schöpferischen Kräfte zu versiegen gegenüber zersetzenden, artfremden und internationalen Einflüssen in der Kunst. Nach dieser traurigen Ze:1 erscheint es heute als das höchste Glück, daß unser großer Führer der Kunst, insbesondere zunächst der Baukunst, Aufgaben stellt, die der Nachwelt Zeugen sein werden für unsere seelische und geistige Wiedergeburt. So soll München durch den Willen des Führers das solange entbehrte Kunstausstellungs- gebäude, das „Haus der deutschen Kunst" erhalten, wofür einer der schönsten Plötze der Stadt gewählt und die großzügigste Gestaltung gewünscht wurde. Mein Leitgedanke war: mit meiner Arbeit und meiner ganzen Hingebung unserem Führer und unserem Volke zu dienen und weiterzubauen am deutschen Kulturgut. Das Haus der deutschen Kunst, das in zwei bis drei Jahren vollendet fein dürfte, wird an der Nordseite der Prinzregentenstraße errichtet, auf dem Gelände des Englischen Gartens. Die Wahl dieses Platzes ist der Initiative des Führers zu danken und ist als besonders glücklich anzusehen. Die Grundrißanlage gliedert sich in drei Teile. Der mittlere Teil enthält die Hauptausstellungs- räume und ist eingeschossig angelegt. Auf übersichtliche Anordnung der Ausstellungsräume wurde besonderer Werl gelegt. Der Haupteingang an der Prinzregentenstraße führt zunächst in ein Vestibül, von hier zweigen breite Gänge ab, an welchen die Verwaltungsräume liegen. Dieses Vestibül führt zur Ehrenhalle, die für die Aufstellung größerer Plastiken vorgesehen ist. Die Ehrenhalle steht in direkter Verbindung mit dem Restaurant, und es ist gedacht, daß diese mit ihren anschließenden Räumen auch zu Künstlerfesten benützt werden kann. Zu beiden Seiten der Ehrenhalle schließen sich insgesamt 28 durch Oberlicht beleuchtete Hauptaus- stellungsräume an. Von diesen verbinden je zwei Treppenanlagen mit den kleineren Ausstellungskabinetten im Obergeschoß. Die Abmessungen der Wandflächen sind gegenüber jenen im alten (Blas- valast um etwa ein Drittel geringer gewählt worden, um die ermüdenden, allzu großen Ausstellungen zu vermeiden. Die schlichte Klarheit, die bei der Grundrißgestaltung angestrebt wurde, überträgt sich auch auf die Gestaltung des Aeußeren. Der Rhythmus der Gesamtanlage soll die Wirkung des Baues über das Alltägliche erheben und ihm den Charakter eines Vekannlmachungen Dem Rektor Richard Ulrich zu Schotten wurde am 19. September 1933 mit sofortiger ^Wirkung die Leitung der Volksschule dortselbst entzogen. Ernannt wurden am 28. September 1933: die Lehrerin a. D Maria Hörne f zu Worms zur Lehrerin an der Volksschule zu Worms: die Lehrerin a. D. Luise Schmeel zu Worms zur Lehrerin an der Volksschule zu Worms; der Lehrer a. D. Heinrich Runne zu Worms zum Lehrer an der Volksschule zu Worms; sämtlich mit Wirkung vom 1. Oktober 1933 an. I n den Ruhestand versetzt wurden am 26. September 1933 auf Grund des §6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933: der Direktor an der Gewerbeschule zu Friedberg Anton Neu bau er; der Studienrat an den Technischen Lehranstalten zu Offenbach a. M. Moritz Wolf; beide mit Wirkung vom 1. Januar 1934 an. Auf Grund des § 1 des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli 1923 / 19. Dezember 1923 in der Fassung des Gesetzes vom 8. Oktober 1925 tritt in den Ruhestand: am 30. September 1933: der Lehrer an der Volks- schule zu Neu-Isenburg, Kreis Offenbach a. M., Tempels der Kunst geben, in dem das Volk Erholung sucht und findet. Staatskommissar Hinkel über das Theater. Auf einem Abend des Kampfbundes für Deutsche Kultur in Berlin sprach Staatskommissar Hinkel. Er ging davon aus, daß fast noch notwendiger als der Kampf gegen Hunger und Kälte der Kampf gegen die kulturelle Kälte, gegen den seelischen Hunger sei. Das Kammersystem habe sich durchaus bewährt. Die Privattheater entsprächen jedoch bisher nur wenig in dramaturgischer Hinsicht der nationalsozialistischen Ideenwelt. Ihnen würde bei einer Zusammenkunft in den nächsten Tagen mit gutem Humor gesagt werden, daß der neue Staat durchaus für Freude und Frohsinn und gegen jedes Muckertum und christliche Scheinheiligkeit sei, aber immerhin die Zahl der Ehebrüche auf der Bühne herabgesetzt zu sehen wünsche. — Don dem Theaterbesuch stellte Hinkel fest, daß dieser in Berlin bei weitem am schlechtesten sei, während Städte wie Kiel, Frankfurt u. a. erfreulicher Weise dos Interesse der gesamten Bevölkerung am Neubau des deutschen Theaters gezeigt hätten. Don den Besitzenden würde selbstverständlich erwartet, daß sie ins Theater gingen. Dordringlich aber sei es', auch die großen Massen hineinzuführen, die vielleicht noch niemals in einem Theater gewesen seien. Josef hofmiller f. Im Alter von 60 Jahren st a r b in Rosenheim bei München der bekannte Schriftsteller Dr. Josef Hofmiller. Er war lange Jahre hindurch Mitherausgeber und Mitarbeiter der „Süddeutschen Monatshefte" und hat als Kritiker und Literarhistoriker eine fruchtbare Tätigkeit entfaltet. Von feinen zahlreichen Publikationen nennen wir einen Sammelband mit Charakteristiken französischer Dichter, die „Zeitgenossen", „Das deutsche Wanderbuch" und die Uebertragung der mittelhochdeutschen Bauernnovelle „Meier Heimbrecht" ins Neuhochdeutsche. preisgekrönte Altarkelche. Die Deutsche Gesellschaft für Goldschmiedekunst hatte, Berliner Blättermeldungen zufolge, zur Erlangung von künstlerisch wertvollen Goldschmiede- arbeiten einen Wettbewerb für einen Altarkelch ausgeschrieben, dessen Ergebnisse für die „Heilige Ausstellung" in Rom bestimmt waren. Der italienische Staat hat die „Große (Bolbene Medaille" für die beste Arbeit, die zur Ausstellung gelangt, zur Verfügung gestellt. Die, deutsche Jury hat als beste Arbeiten die Kelche von Walter Schön- wandt (Burg Nordeck bei Gießen), Franz Riek - tert (München), Gemma Wolters-Tiersch (Hatte a. d. S.) bezeichnet. Die Preisträger erhalten eine Studienreise nach Rom zum Besuch der „Heiligen Ausstellung" und einen Geldbetrag. Die Kelche werden zur Zeit auf einer Ausstellung deutscher Goldschmiedekunst im Haag gezeigt, des personalamles. Georg Scheuer mit Wirkung vorn 1. Oktober 1933. Die durch Urkunde vom 6. September 1933 ausgesprochene Versetzung des Studienrates Dames von der Oberrealschule und dem Progymnasium Alzey an die Liebig-Oberealschule Darmstadt wird hiermit zurückgenommen. Die bereits veröffentlichte Ruhestandsoersetzung des Pros. Dr. Joseph Plank an der Technischen Hochschule ist unter Anerkennung feiner dem Staate geleisteten Dienste erfolgt. Auf Grund des § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 wurden am 30. September 1933- mit sofortiger Wirkung aus dem hessischen Staatsdienst entlassen: der Kreisverwaltungsinspektor bei dem Kreisamt Erbach i. O. Georg Schick; der Handelsinspektor (Gewerbeobersekretär) bei dem Gewerbeaufsichtsamt in Darmstadt Anton Klotz; der Derwaltungsobersekretär bet dem Kreisamt Erbach Josef Maximilian Volk he im er; der Pfleger bei der Landes-Heil- und Pflegeanstalt in Gießen Johannes Funk; der Pfleger bei der Landes-Heil- und Pflegeanstalt in Alzey Georg Franz Knapp; der Deterinärrat bei dem Kreisveterinäramt Bübin- Sen Dr. Georg Spanier. :uf Grund des §4 des Gesetzes zur Wiederher» fteöung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 wurden mit sofortiger Wirkung aus dem hessischen Staatsdienst entlassen: der Kriminalsekretär Johann Jungmann zu Darmstadt, der Polizeioberleutnant der Verwaltung Friedrich Schön zu Darmstadt; der Polizeioberleutnant der Verwaltung Friedrich Habicht zu Butzbach; der Bürodirektor Otto Stegmüller zu Darmstadt. Auf Grund des §6 des Gesetzes zur Wiederher- fteUung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 wurde am 27. September 1933 der Regierungsbau- rat in Darmstadt Robert Gudernatfch mit Wirkung vom 1. Januar 1934 in den Ruhestand Der- fetit Mit Wirkung vom 1. August 1933 wurde der Han» Messinger zum Polizeioberleutnant der Hessischen Landespolizei ernannt. Entlassen wurde: der Amtsgehilfe Willy K r a h l bei dem ftreisamt Alsfeld auf Grund von §4 des Gesetzes zur Wiederherslellungdes Berufs- beamtentums vom 7. April 1933 mit Wirkung vom 28. Juli 1933 ab. (Ernannt wurden: am 3. Oktober: der Studienrat an der Oberrealschule und dem Progymnasium in Alzey Dr. Imre Müller zum Studienrat an dem Wolfgang- Ernst-Gymnasium in Büdingen; der Studienrat an der Adolf-Hitler-Oberrealschule und Höheren Landwirtschaftsschule in Groß-Umstadt Dr. Gustav Weiß zum Studienrat an der Oberrealschule in Worin: der otubienrat an der Oberrealschule in Michelstadt Dr. Walther D i e m e r zum Studienrat an der Realschule in Groß-Gerau; der Studienrat an der Oberrealschule in Gießen Fritz Koch zum Studienrat an der Oberrealschule in Michelstadt; der Studienrat an der Oberrealschule in Worms Karl Herbert zum Studienrat an dem Realgymnasium in Mainz! der Studienrat an der Oberrealschule in Alsfeld Dr. Otto 2 p a a r zurr Studienrat an der Eleonoren» schule (Studienanstalt und Frauenschule) in Worms; sämtlich mit Wirkung vom 1. Oktober 1933 an; am 18. Juli: der Polizeihauptwachtmeister auf Probe Johannes Kolb aus Sickenhofen zum Polizeihauptwachtmeister unter Berufung in das Beamtenverhältnis mit Wirkung vom 1. August 1933 an. Aus dem hessischen Staatsdienst entlasten tmp- den auf Grund des im § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 (Reichsgefetzbl. I, S. 175): am 30. September: der Studienrat an der Cleo- norenschule (Studienanstalt und Frauenschule) zu Worms Oberstudiendirektor Dr. Gustav D e g g a u; der Studienrat an der Realschule zu Nidda Studiendirektor Fritz Lauckhardt; der überplanmäßige Studienrat an dem Wolfgang- Ernst-Gymnasium zu Büdingen Dr. Adolf Walter, die Lehrerin an der Volksschule zu Gießen, Luise Flick; sämtlich wir Wirkung vom 30. Sepetmber 1933 an. In den endgültigen Ruhestand mit Wirkung vom 1. Januar 1934 versetzt werden die Vermessung» räte i. e. R. Jakob Waklmanach zu Lauterbach in Hesse» und Werner P l o ch zu Alsfeld auf Grund des § 6 des Gesetzes zur Wiederherstel- lung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933. In den Ruhestand versetzt wurde auf Nachsuchen der Oberrechnungsrat bei der Hessischen Hauptkasse Georg Maul zu Darmstadt, mit Wirkung vom 1. Januar 1934 unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten langjährigen treuen Dienste. Berliner Frühbörse. Berlin, 12. Ott. (WTB.-Funkspruch.) Im Berliner Frühverkehr erstreckte sich der Umsatz ziemlich gleichmäßig auf Aktien und Rentenwerte. Dennoch hat es den Anschein, als ob das Interesse des Publikums sich wieder mehr der ersten Kategorie zuwendet, nachdem die Kurse der festverzinslichen Werte an den gestrigen Börsen eine beachtliche Hohe erreicht haben. Kurse waren vorerst noch kaum zu hören. JG.-Farben wurden mit 117 bi» zirka 117,5 genannt. Etwas fester dürften heute Montane liegen. Die trauernden Hinterbliebenen. Ruttershausen. Wibmar. Dillenburg, den 11. Oktober 1933. Die Beerdigung findet Samstag, den 14. Oktober, nachmittags 2* , Uhr statt Todes-Anzeige. Plötzlich und unerwartet entschlief gestern vormittag 9'/« Uhr mein lieber Mann, unser guter Vater. Schwiegervater. Großvater, Bruder. Schwager und Onkel Johann Georg Buß, Bergmann i. R. im Alter von 65 Jahren. Mittwoch nachmittag entschlief plötzlich und unerwartet nach kurzer, schwerer Krankheit unser lieber, herzensguter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder. Schwager und Onkel Fritz Krämer im Alter von 71 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Buh, geb. Buß Familie Karl Wehrum Familie Heinrich Bender Familie Karl Sommer Watzenborn-Steinberg, den 12. Oktober 1933. Die Beerdigung findet Freitag, den 13. Oktober, nachmittags 21/» Uhr. vom Trauerhause. Bahnhofstraße 39. aus statt -----b298l> Knabeninstitut Lucius -orfthons bei Sch;eN, Oberhesien. ®egr. 1609. 6139 ü Wir nehmen Ihnen die (Sorqtn für die Önlthung unb ZMIbung 3hrt< Jungen ob. Keine privnistunben er- forberlldj. Lei ollen Uoquaen eines Lanbheim« lebrpian» gemäßer, forgf. Unierrichl. 6 £ebrer für 50 Schüler. Cnlf bung 1) Und nudilicr ein 'StücH Zucket! So war es früher auch bei uns schon, als wir noch Kinder waren. Nur schmeckte damals der Lebertran scheußlich — brrr! Heute nehmen ihn die Kleinen gern — er schmeckt ja auch so gut — und ist für Kinder wie für Erwachsene das beste, natürliche Kräftigungsmittel. ' .-Lltir-Flaiehe Lebertran 8.64 Bk. ' •Liter-FUiehe Lebertran . . . . 1.44 Äk. ' t•Liter-Flasche Lebertran.....l.N Bk. 1 Liter Lebertran, ahne Blai . . . 1.44 Ik. Lebertrau-Emalaion . von 1M Bk. an 6304 A Dreierie KroMplatilt DrlhompsonsSchwan-Puher verwende! jede Hausfrau gerne für Wasche und 'Haushalt. Schwan löst leicht allen Schmuti,istvollhommen unschädlich, ergiebig,billig.sparsam. DoppelpakMpfg gibt eine kräftige Seifenlauge! Äußeret gUiiNtige Gelegenheit! 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Die Herren Bürgermeister wollen orts« übliche Bekanntmachung drei Tage vor dem Termin erlassen und sich selbst nach Möglichkeit tum Amtstag ein finden.