Nr. 215 Erstes Blati 185. Zahrgang Dienstag, 12. September 1955 Eriche"»» rügltch. autzei Sonntag» und Feierlag» Beilagen; Die Illustrierte Lietzener Familienblättei Heimat >m Bild Die Scholl» Ülonats-Beingsprels: Mit 4 ‘Beilagen NM. 1.9b Ohne Illustriert. . 1 80 Zustellgedühi . -25 Auch bei Nichterscheinen Don einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüfse anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Snzeiger Stehen. postschecktonto: Krantsurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnltf vnd Verlag: vrühl'sche UntversilSlr-vuch' und Steinöruderei H. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Schlllstraste 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher, Preis für 1 mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvcuschrist 20°, mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriotx für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil i.D. Th. Kümmel sämtlich in (Siegen. Oie Befreiung Wiens. Eine Erinnerung an den 12. September 1683. Zweihundertfünfzig Jahre vergingen seit jenem 12. September, an dem vor den Toren des belagerten Wien am Kahlenberge Türken und Deutsche zur Entscheidungsschlacht antraten. Schwer und erbittert wurde vom Mor> gengrauen bis zum Spätnachmittag gekämpft. Der Abend sah den Sieg der Deutschen. Die türkische Front wurde vom linken Flügel her aufgerollt und schließlich zerschlagen. Der Großvezir Kara Mu- st a p h a , der oon der Eroberung der Hauptstadt des Deutschen Reiches geträumt hatte, flüchtete den Trümmern feiner Armee voraus. Die Bevölkerung Wiens, die sich unter Führung des Grafen Star- Hemberg und des Bürgermeisters Liebenberg, Monate hindurch heldenmütiy verteidigt hatte, atmete auf und jubelte den Befreiern zu. Die Feldherrnkunst des Herzogs Karl von Lothringen, des „Feldherrn des Kaisers der Deutschen", hatte sich durchgesetzt. Sein kühner Plan, die Entsatzarmee über das damals fast unwegsame Kahlengebirge zu führen und die in der Ebene auf- Bestellten Türken direkt von Westen her anzugrei- en, war gelungen. Die Auseinandersetzung zwischen Orient und Okzident, die drei Jahrhunderte lang das politische Weltbild bestimmte, war entschieden und die Bedrohung von Kaiser und Reich von Osten her abgewehrt. Die schicksalshaste Bedeutung dieser gesamtdeutschen Leistung aber ist um so höher zu werten, als Kaiser und Reich 1683 nicht nur im Osten, sondern auch im Westen — wo Ludwig XIV., Frankreichs „allerchristlichster König", die Türkennot nutzte und die gewaltsame Besitznahme deutscher Gebiete betrieb — entscheidend bedrängt wurde. 1681 war Straßburg gefallen, und wenn das Reich, trotz des Türkensieges auch nicht mehr in der Lage war, die französische Gefahr endgültig zu bannen, die Befreiung Wiens gab ihm, mit der Sicherung und nachfolgenden Wieder- und Neuerschließung des Ostraumes, auch die politische Rückenfreiheit gegenüber Frankreich zurück. Im Türkenjahr 1683 offenbart sich noch einmal, mitten im Zerfall der ursprünglichen Formen, der Gedanke des alten Reiches deutscher Nation im Hellen Glanze, überwindet die deutsche Nation die Zwietracht ihrer Stämme und Territorialgewalten, bewahrt der Kaiser, als Sachwalter des Reiches und mit Hilfe des Reiches, den deutschen Südostrau.n vor fremdem Einbruch. Es handelt sich um die gleiche Aufgabe, die im Nordosten den deutschen Kreuzrittern gestellt und von ihnen erfüllt wurde, und eine gesamtdeutsche Geschichtsbetrachtung, die die vielfachen und widerspruchsvollen Umwege der deutschen Geschichte auf eine gemeinsame Formel zu bringen sucht, erkennt hier wie dort den großen Zusammenhang. Gesamtdeutsche Verbundenheit — sie bestand auch im Weltkriege ihre Probe. Za, vielleicht haben uns das Erlebnis von 1914/18 und die aus dieser Kampfgemeinschaft aller deutschen Stämme erwachsene Neugeburt der ge- samtdeutschen Idee erst wieder reif gemacht, den tiefsten Sinn der großen Türkenschlacht au begreifen. Ist cs nicht gerade die Aufgabe unserer Zeit, die tragische Mannigfaltigkeit der deutschen Ge- chichte in einer höheren Einheit zusammenzu- assen und bas gesamtdeutsche Dolksbewußtsein so tark zu machen, daß kein „Umweg der Geschichte" mehr möglich ist? Soldaten aller deutschen Stämme kämpften die Schlacht am Kahlenberge. Deutsche aus Nord und Süd, Ost und West des gesamtdeutschen Bolksbo- dens vereitelten unter der Führung des Lothringers den türkischen Einbruch. Der Kaiser und Oesterreich trugen im 17. Jahrhundert die Hauptlast des Kampfes in Ost und West, gegen Franzosen und Türken; aber sie hätten diesen Kamps niemals durchhalten können, wenn sie nicht Träger des Reiches gewesen wären, wenn sie nicht in der Stunde der höchsten Gefahr alle deutschen Stämme des Zusammenhanges mit dem Reiche bewußt und zu gemeinsamer Hilfe bereit gewesen wären. Der Sieg am Kahlenberqe gab den Weg nach Osten frei. Dem deutschen Volke aber erstand damit eine neue große Ausgabe: die volksdeutsche Besiedlung der durch die Türkenkriege verwüsteten Gebiete. Wie der deutsche Orden und die preußischen Könige im Nordosten, so erfüllten die deutschen Kaiser im Südosten als Kolonisatoren diese Aufgabe. Deutsches Recht und deutscher Fleiß, der aus menschenleerem Oedland blühende Städte und Dörfer schuf, setzte sich, nicht zuletzt auch zum Segen der fremden Völker, durch. Die Legende hat um das Haupt des Polenkönigs S o b i e f t i Üppig wuchernden Lorbeer gewunden und ihn zum eigentlichen „Befreier Wiens" gestempelt. Der geschichtlichen Wirklichkeit aber hält diese Legende nicht stand. Und es erscheint, angesichts der Tatsache, daß eine „polnisch-österreichische" Propaganda im Zeichen der zweihundertfünfzigsten Wiederkehr des Siegestages eifrig bemüht ist, diese Legende aufrecht zu erhalten und zu verbreiten, nötig, auf die wirklichen Geschehnisse hinzu- weisen. 14 000 Polen nahmen in der Entsatzarmee, die zu gut Dreiviertel aus deutschen Truppen bestand, am Kampfe teil und bildeten den rechten Flügel. Sie griffen erst am Frühnacbmittage in die Schlacht ein und — wurden geschlagen, als auf dem linken Angriffsflügel und im Zentrum die Deutschen bereits die siegreiche Entscheidung in Händen hielten. Fast hätte die polnische Schlappe zum schwersten Rückschlag geführt, da die Türken energisch nachstießen. Und nur dem todesmutigen Einsatz der den Polen beigegebenen deutschen Regimenter und die Entschlußkraft des Lothringers, der rücksichtslos „bie Viktorie weiterprofequierte", meisterten die Verwirrung, die der polnische Rückzug angerichtet hatte. Nicht die Polen zertrümmerten das türkische Heer, sondern die Deutschen aller Stämme, und nicht dem Polenkönig, der sich nach der Schlacht als „formaler Oberbefehlshaber" in dem von den Deutschen eroberten Zelt des Großvezlrs zur Ruhe niederließ, sondern dem Lothringer — der der wirkliche Oberbefehlshaber war und dessen Schlachtplan durchgeführt wurde (wobei immerhin anerkannt werden muß, daß der Polenkönig klug genug war, ihn nicht zu stören) — gebührt Der Kranz des Siegers. Das ist Die Wirklichkeit. Der Sieg am Kahlenberge war eine gesamtdeutsche T a t und nur als solche kann sie von den Nachfahren be- gangen werden. Für bas beutsche Volk unb ben straum, der bas Schicksalsselb der Deutschen geblieben ist, war sie oon fast unabsehbarer Bedeutung und Auswirkung. Das ist ihr unsterblicher Sinn auch für bie Gegenwart unb Zukunft ber gesamtdeutschen Nation. Das Auslands-Echo der Dollfuß-Rede. Paris, 12. Sept. (WTB. Funkspruch.) Die Rede von Dollfuß wird wegen ihres energischen Tones von der französischen Presse begrüßt, löst aber doch in einer Reihe von Blätter Befürchtungen aus, die sich in der Richtung bewegen, daß ein nach faschistischem Muster aufgebauter österreichischer Staat dem „deutschen Faschismus" den Weg bereiten werde. Der österreichische Bun- deskanzler glaubt, so schreibt „Petit Journal", vor allem an die Notwendigkeit, die vaterländische Front zu verbreitern. Leider führt die Verbreiterung seiner Front zwangsläufig zu der Aufnahme von Elementen, die nicht gerade Deutschland gegenüber den gleichen Wunsch nach Unabhängigkeit bekunden wie er. Das Blatt erinnert daran, daß der Bundeskanzler vor Abschluß gewisser Anleihen die Verpflichtung übernommen habe, bie gegenwärtige Verfassung nicht zu ä n d e r n. Hoffentlich werde er nicht bie Voraussage bes Grasen Sforza rechtfertigen, daß Dollfuß, wenn die natfo- nalsozialistische Kampagne gegen ihn eingestellt würde, ein getreuer Partner in einem neuen heiligen RömischenReiche deutscher Nation werden würde. Der Außenpolitiker des „Echo de Paris" bezeichnet es ebenfalls als ernste Gefahr, daß ein in Oesterreich durchgeführter Faschismus, so vernünftig er auch gehandhabt werde, auf die Dauer d e m N a - tionalismus in die Hände arbeite. Das Blatt hält, um das Abgleiten Oesterreichs zu Deutschland endgültig zu verhindern, eine Soli- barität der Donauländer für unerläßlich, beklagt sich aber darüber, daß man hiervon weit entfernt sei. Die polen vor Wien. Eme Geschichtsfälschung des Dollfuß-Regimes. Bon unserem R.-Serichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Wien, September 1933. Wien feiert in diesen Tagen viele Feste, obwohl sie alle nicht die Tragik des politischen Geschehens in den Hintergrund rücken können, den künstlich geschaffenen Abgrund, der oon einer Regierung, die das Volk nicht versteht, zwischen dem Deutschtum diesseits und jenseits der Grenzen des Diktats von St. Germain aufgerissen worden ist. Man feiert also auch die Erinnerung an die Befreiung Wiens oon den Türken. So selbstverständlich und so bereitwillig nun aber jeder Deutsche, jeder, der sich überhaupt Aum abendländischen Kulturkreis zugehörig fühlt, den Tag der Befreiung Wiens als einen wirklichen Siegestag empfindet, ebenso kritisch muß man bie Verteilung der Siegeslorbeeren betrachten, wie sie gegenwärtig von gewissen, in ihrer Liebedienerei dem Auslande gegenüber höchst anfechtbaren Stellen in Oesterreich betrieben wird. Da muß man nämlich seslstellen, daß die gegenwärtigen Machthaber in Oesterreich, die ja keine Gelegenheit vorübergehen lassen, um alles, was deutsch ist, zurückzusetzen, dagegen Nichtdeutsches in ben Himmel zu heben, bemüht sind, nicht etwa die deutschen Reichstruppen, sondern vielmehr das kleine polnische Hilfsheer als den eigentlichen Sieger hinzustellen. Hier wird aus kleinlicher Haßpolitik heraus eine Geschichtsfälschung begangen, die nicht scharf genug verurteilt werden kann. Hören wir doch einmal unverdächtige Zeugen über die Haltung der polnischen Truppen vor Wien und in den weiteren Kämpfen gegen die Türken, lieber diese Vorgänge berichtet aufschlußreich der Historiker Onno Klopp in seinem Buche: Das Jahr 1683 und der folgende große Türkenkrieg bis zum Frieden von Carlowitz 1699. Da lesen wir u. a. einen ausführlichen Bericht des venezianischen Botschafters Eontarini, der an den Kämpfen vor Wien beim Kommando des Reichsheeres teil- genommen hat und dann dem Senat von Venedig über die Kämpfe berichtete, ohne dabei auch nur mit einem Worte die polnischen Truppen zu erwähnen. Nun könnte man vielleicht meinen, datz Eontarini gegen die Polen voreingenommen gewesen wäre. Daß jedoch in Wirklichkeit über die militärischen Leistungen der Polen nichts Erfreuliches berichtet werden konnte, zeigt eine Tagebuchnotiz des Herzogs Georg Ludwig zu Braunschweig-Lüneburg, des späteren Königs Georg I. oon England, die folgendermaßen lautet: „Der Polenkönig ist über die Maßen höflich, ebenso die Vornehmen seines Gefolges, auch sehr brav. Aber die Gemeinen haben sich schlecht gehalten. Nur beim Plündern sind sie sehr gut. Die Türken fürchten sich auch gar nicht vor den Polen. Dor den Deutschen dagegen haben sie Angst und reißen vor ihnen aus. Man hat sie daher nicht zu fürchten. Auch ihre Angriffe auf die Stadt haben nicht rechten Nachdruck gehabt." Noch schmählicher war das Verhallen der polni- Auch in London hat die Rede des Bundeskanzlers große Beachtung gefunden. Die Vorsicht und Versöhnlichkeit der Aeußerungen über Deutschland wird mehrfach heroorgehoben. Der sozialistische „Daily Herald", dem Dr. Dollfuß wegen seines Kampfes gegen den Nationalsozialismus nicht unsympathisch war, erklärt sich die Wandlung der Dinge, daß Dr. Dollfuß Faschist werde, um Hitler noch zu übertrumpfen, und daß dies auf Intrigen zurückzuführen sei, mit denen F ü r st StarHemde r a zu tun habe. Der Wiener Korrespondent des „Daily Telegraph" bemerkt über diesen Punkt, Ausländer vergäßen leicht, daß die klerikale Partei des Dr. Dollfuß ihre Hauptaufgabe in der Zerstörung des Liberalismus und der Sozialdemokratie erblicke und daß der Streit mit den Nationalsozialisten, so wichtig er auch geworden sei, nur einen Zwischenfall darstelle. Dr. Dollfuß habe nicht ein einziges Mal das Wort „Faschismus" gebraucht, das Fürst Star- hemberg und Major Fey ihm seit Wochen in den Mund zu legen suchten. Er habe zwar seine faschi- stischen Anhänger in geschickter Weise befriedigt, in dem er den „T o d des Parlaments" verkündete, habe sich aber einen Ausweg zur Gewinnung der Unterstützung feiner weniger reaktionären Freunde offen gehalten, in dem er Aeuhe- rungen tat wie die, daß ein Parlament von der Art des letzten nie wiederkehren werde. Als Grund dafür, daß keine hundertprozentige Diktatur ver- । kündet worden fei, führt der Korrespondent u. a. an, daß Frankreich zu verstehen gegeben habe, cs könne ein faschistisches Oesterreich nicht unter- 1 stützen. schen Truppen in den unmittelbar auf die Kämpfe um Wien folgenden Gefechten im Osten der Reichshauptstadt. So schildert der schon erwähnte Historiker Onyo Klopp das Verhalten der polnischen Trupen in dem Gefecht von Parkany folgendermaßen: „Die Polen hielten gegen den heftigen Andrang der Türken nicht lange stand. Der König persönlich holt das Aeußerste auf durch Beispiel und Wort, die Seinen au ermutigen. Es war vergeblich. Die Reihen lösten sich auf zur wilden Flucht. Sobieski selber ward mit fortgerissen und wiederholt in großer Gefahr, von den -nachsetzenden Türken getötet ober gefangen zu werden. Aehnlich erging es dem Prinzen Jakob. Vater und Sohn, voneinander getrennt, hielten sich gegenseitig für verloren. Fast eine Stunde Weges dauerte bie wilde Flucht mit schweren Verlusten der Polen. Dann kam die anziehende kaiserliche Kavallerie zu Gesichte, und an den festen Reihen derselben brach sich die Flucht und die Verfolgung." Der ebenfalls bei diesem Gefecht anwesende Markgraf Ludwig von Baden schilderte in seinem Bericht an seinen Onkel Hermann den Verlauf des Kampfes mit folgenden Worten: „An dem Könige ward auf mein Wort kein Halten, und er ließ uns sagen: wir könnten warten oder kommen. Er ist dann im selben Augenblick, eine Stunde vor uns, auf unb bavon marschiert unb hat bie Mühe genommen, sich von 4000 Türken eine halbe Stunde von Gran so völlig f th l a • gen zu lassen, daß nicht sechs Mann von feiner ganzen Armee in Ordnung geblieben sind, und sie wären, meine ich, gar i n den Boden gelaufen, wenn sie nicht unweit ihres Schlachtfeldes uns im Marsche angetroffen hätten." — Aus dieser Darstellung ist also zu ersehen, daß sich die polnischen Truppen bei allen diesen Gefechten hauptsächlich durch eine besonders beschleunigte und regellose Flucht hervortaten, und daß die Formationen des Reichsheeres sich niemals auf die polnischen Verbündeten verlassen konnten, sondern in ben entscheibenden Augenblicken stets selbst ben Hauptteil bes Kampfes zu tragen hatten. Schließlich sei noch ein letzter Zeuge zitiert, ein gewiß unverdächtiger, nämlich König Sobieski selbst. In einem Bericht über die Gefechte von Parkany und ©ran, bei denen, wie wir gesehen hatten, die Polen fast völlig aufgerieben worden waren, bemerkt der Polenkönig mit trauriger Ergebung u. a.: „Wir müssen unsere Schlappe a 1 s eine gerechte Strafe Gottes ansehen für die Plünderung so vieler Kirchen, für so viel Raub, Zügellosigkeit und Unordnung. Ich sah dies so kommen und drohte oft, alles zu verlassen, weil ich nicht länger bei einer Armee bleiben wollte, die sich durch alle ihre Handlungen ben Zorn Gottes zuzog. Nehmen Sie noch ba;u, baß alle unsere Leute verweichlicht finb, baß sie ben Dienst vergessen haben. Die Offiziere finb unwissend, lässig. Die Solbaten beklagen sich laut über sie, befonbers bie Dragoner, bie man jämmerlich hingeopfert hat." Das schreibt Sobieski an seine eigen« Frau. Deutlicher kann wohl kaum die ganze Kläglichkeit der Rolle, die die polnischen Truppen in den Türkenkriegen spielten, charakterisiert wer« den. Wenn angesichts dieser beschämenden Zeugnisse die Dollfuß-,Historiker" bes heutigen Regimes in Oesterreich diese Tatsachen ins Gegenteil umzufälschen suchen, und wenn sie es ertigbringen, von einem „entscheidenden Anteil" au sprechen, den die polnischen Truppen an der Befreiung Wiens gehabt haben sollen, so verdienen derartige Geschichtslügen schärfste Zurückweisung. Sie scheinen nur angetan, die polnische Großmannssucht, die feit 15 Jahren eine ständige Bedrohung des europäischen Friedens ist, nur von neuem zu verstärken und zu vergrößern. Wiens Erinnerungsfeier. Im Mittelpunkt die Polenfreundschaft. W i e n , 12. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Der heu« tige Erinnerungstag an die Türkenbefreiung wurde von der österreichischen Bundesregierung und dec Bevölkerung festlich begangen. Die öffentlichen Gebäude waren beflaggt. Auch viele Privatgebäuds trugen Fahnenschmuck. In den Straßen flutet seit ben frühen Morgenstunben eine große Volksmenge, befonbers vor bem Burgtor, wo bie Ausfahrt beü offiziellen Festgäste erfolgt. Eingeleitet würbe bet Tag mit einer feierlichen Messe a u f bem Kahlenberg, auf bem heute vor 250 Jahren bie Führer bes christlichen Heeres einem Gottes- bienst beiwohnten, ehe sie von ben Hängen bes Wiener Walbes mit ihren Truppen zum Angriff gegen bie Türken vorgingen. Der Karbinalprimas von Polen Dr. Hlonb, Erzbischof von Posen- Gnesen, umgeben von hohen polnischen Würben- trägern, zelebrierte bas Pontifikalamt, bem auch ber Sarbinallegat, Bunbesoräsibent Miklas, Bun- bestaunter Dr. Dollfuß mit ben Mitgliedern bet Regierung unb ben übrigen Karbinälen beiwohnte. Am Schluß ber Feier legte Bunbeskanzler Dr. Dollfuß im Namen ber Bunbesregierung einen Kranz nieber. Der Wiener Katholikentag. Wien, 11. Sept. (WTB.) Im Anschluß an bi« Kunbgebung auf bem Trabrennplatz, bei ber, wie gemelbet, Bunbeskanzler Dr. Dollfuß eine programmatische Rebe hielt, veranstalteten die bet Vaterländischen Front angeschlossenen Verbände einen F a ck e l z u g. Den Vorbeimarsch nahmen Dr. Dollfuß, Fürst Starhemberg und Sicherheitsminister Fey, alle drei zu Pferde, am äußeren Burgtor, ab. Der Fackel- ’ug dauerte bis gegen Mitternacht. Im Anschluß daran empfingen der Bundeskanzler und Frau Dollfuß anläßlich der 250jährigen Wiederkehr des Tages des Entsatzes oon Wien das diplomatische Korps, die Spitzen der Behörden und andere. Aus Anlaß des Katholikentages gab Bundespräsident Miklas zu Ehren der in Wien weilenden Kirchenfürsten im Rittersaal der Hofburg ein Frühstück, an dem neben den kirchlichen Würdenträgern BundeskanAler Dr. Dollfuß und die Mitglieder der Regierung sowie die leitenden Persönlichkeiten des Katholikentages teilnahmen. Der Bundespräsident empfing den Primas von Polen, Kardinal Dr. H1 ond, Erzbischof von Gnesen und Posen, in längerer Audienz und erwiderte hierauf den Besuch des Kirchenfürsten. Unter Führung des Kultusministers a. D. Graf Zichy erschienen auch die in Wien anwesenden ungarischen Führerpersönlichkeiten beim Bundespräsidenten. Die Veranstaltungen bes Katholikentages fanden ihre Fortsetzung mit religiösen Feiern in allen größeren Kirchen Wiens. Einem Festgottesdienst im Stephansdom schloß sich unter Teilnahme ber in Wien anwesenben Äarbinäle unb anberen kirchlichen Sßürbenträger eine feierliche Prozes ion in bie Kapuzinergruft, ber Ruhe tätte bes ehemaligen Kaiserhauses, an. Das färben rohe Bild in ben belebten Straßen ber Stabt würbe durch die in ihren heimatlichen Trachten marschierenden Tiroler Standschützenkompagnien mit ihren Musikkapellen noch belebter, als diese gegen Mittag zum Heldenplatz in die Burg zogen, wo vor Dem Denkmal Des Prinzen Eugen eine G e - d e n k f e i e r stattfand. Unter den verschiedenen Nationen, die zum Katholikentag gekommen sind, sind auch die Ukrainer zu erwähnen. Ihre Teilnehmerzahl ist gegen die ursprünglichen Anmeldungen zurückgeblieben, da den Ukrainern von den polnischen Behörden Ausreiseschwierigkeiten gemacht und ihnen nicht so wie den Polen das Ausreisevisum ohne Gebühren gegeben wurde. In der zweiten Hauptversammlung sprachen bie auslänbischen Kirchenfürsten. Fürstprimas von Ungarn, Karbinal S e r e b i, gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß die Solidarität der Katholiken Europa und die ganze Welt so wie zur Zeit ber Türkenbefreiung auch in Zukunft retten werben, wenn bie Katholiken ihrer Vergangenheit unb ihrer Geschichte treu blieben. Der Erzbischof oon Paris, Kardinal V e r b i e r , überbrachte „ben Eblen Oesterreichs ben Brubergruß bes katholischen Frankreich", Weihbischof Dr. Schinzel von Olmütz betonte, baß bie Katholiken ber Tschechoslowakei und besonders die deutschen Katholiken in aufrichtiger unb bewährter Treue gekommen seien, um an bem Beispiel ber Volkstreue ber Katholiken Oesterreichs neue Arbeitsfreube zu schöpfen. Als Rangältester unter ben noch lebenben Bischöfen ber ehemalige» Donaumonarchie sprach ber Bischof oon Siebenbürgen, Graf Majlath aus Alba Julia (Karlsburg). Nach einer Melbung bes „Neuigkeitsweltblattes" hat Otto von Habsburg an Erzbischof Dr. Jnnitzer ein Schreiben gerichtet, in bem er biesen unb Oesterreich zum Erfolg bes Katholikentages beglückwünscht. Dazu fei er ali Nachfolger eines Rudolf von Habsburg und eines Ferdinand II., eines Leopold I. und des Herzogs Karl von Lothringen verpflichtet. Oer Kronprinz an die Amerikaner. Berlin, 11. Sept. (TU.) In der Sonntagsaus- £abe der „Newyork Herold Tribüne" bespricht der rühere deutsche Kronprinz unter der .eberschrift „Warum ist die Welt geaen uns?" die gegenwärtige Laae in Deutschland. Ausgehend von einem Vergleich mit Propagandamethoden während des Krieges, die als moralzersetzende Kampfmittel wohl anerkannt werden könnten, verurteilt der Kronprinz scharf eine Anwendung gleicher Methoden im Frieden. Er sagt dann weiter, dieser propagandistische Angriff läßt sich nur daraus erklären, daß die Nationen der Welt fürchten, daß Deutsch, land unter der „klarsehenden und energischen Führung des Volkskanzlers Adolf Hitler" sich den Platz an der Sonne zurückerobere, den es einstmals inne hatte. „Als Ergebnis der heutigen, internationalen Propaganda, bei der Juden und Marxisten eine führende Rolle spielen", so führt der Kronprinz weiter aus, „erhält die Welt ein Bild über Deutschland, das keineswegs den Tat- fachen entspricht. Ich kann mit voller Ueberzeugung feststellen, daß die Weltgeschichte wohl keine andere Revolution nennen weiß, die so frei von Ungesetzlichkeiten und Bluttaten durchgesührt worden ist. Diese Tatsache kann auch dadurch nicht aus der Welt geschafft werden, daß eine feindlich eingestellte Presse auch heute noch tagtäglich Greuelmeldungen in die Welt hinaussendet. Wenn jemals eine Revolution ihre m o - ralische Begründung in der Fairneß ihrer Durck führuna beanspruchen kann, so ist es die deutsche. Zwei Männer sind hier verant- wörtlich, der Reichspräsident v. Hindenburg und der Reichskanzler, Adolf Hitler. Sie haben eine Tat vollbracht, für die ihnen jeder Deutsche ewige Dankbarkeit schuldet. Die Zeit wird kommen, wo die Welt Hitler danken wird, daß er nicht allein Deutschland vor dem Bolschewismus gerettet hat, sondern die gesamte Zivilisation." Amerikanische Professoren über das neue Deutschland. N e u y o r k, 11. Sept. (TU.) Zwei amerikanische Professoren, der Dekan der Harvard-Universität Professor Holmes und Professor Nitze von der Universität Chikago, die mit dem deutschen Dampfer „Berlin" aus Europa zurückgekehrt sind, äußerten sich eingehend über ihre Rerseeindrücke. Professor Holmes erklärte: Ich habe seit meinem Aufenthalt in Europa gänzlich andere Ansichten über den Hitlerismus. Ich glaube jetzt, daß Deutschland Hitler nötig hatte. Ich war allerdings nicht in Deutschland, sondern habe mir meine Ansicht dadurch gebildet, was ich in Frankreich gehört habe und durch die hitlerfeindliche Haltung der Franzosen, die mir nicht gefiel. Die Franzosen wollen den Krieg. Ich behaupte nicht, daß die sran- zösiscke Regierung den Krieg will, glaube aber, daß viele Franzosen ihn wollen. Die Hauptsache ist, daß Deutschland gegen die gewaltigen, durch den Versailler Vertrag auferlegten Ungerechtigkeiten ankämpft und seine Selbstachtung, seine Einheit und das Vertrauen zu sich selbst wieder gewonnen hat. Professor Nitze glaubt, daß die Hitlerregierung trotz ungeheurer Widerstände die Lösung der Proprobleme erzielen wird, die ihr gestellt werden. Nitze hat in Deutschland an zahlreichen nationalsozialistischen Kundgebungen teilgenommen. Er er- klärte dazu, daß er nirgends irgend welche Zwischenfälle gesehen habe. Hitler könne unbedingt auf die großen Massen des deutschen Volkes rechnen und werde trotz aller Schwierigkeiten einen nationalen Erfolg erringen. JRevifton von Versailles ist notwendig! London, 11. Sept. (WTB.) In einem Leitartikel zur Abrüstungsfrage vertritt der zur Rothermere-Gruppe gehörige „Daily M i r r o r" die Ansicht, daß früher oder später die Ungerechtigkeiten von Versailles revidiert werden müssen. Die öffentliche Meinung in Italien und in England sei seit langer Zeit für eine ehrliche Untersuchung dieser gefährlichen Irrtümer gewesen. Zweifellos gebe es auch Leute in Frankreich, denen die Gefahr des volnischen Korridors und des ungarischen Problems deutlich ist. Zum Besuch des italienischen Korporations- Ministers in Frankfurt. Frankfurt a. M., 12. Sept. (WTB.) Die NSBO. ersucht um Aufnahme folgender Notiz: Am heutigen Tage grüßt der Gau Hessen-Nassau, früßt die alte Stadt Rüdesheim und Frank- u r t den Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Pa. Dr. Robert Ley und den Schöpfer des italienischen Korporationsministeriums und Mitglied des Großen faschistischen Rates Excellenz D o t t a i. Wir begrüßen diesen Besuch deshalb ganz besonders, weil er ein weiterer Schritt ist zur Förderung der herzlichen Beziehungen des deutschen und italienischen Volkes. Diese Freude wird in festlichen Begrüßungen in Rüdesheim, Darmstadt und Frankfurt zu Tage treten. Ueberall an diesen Plätzen werden die Arbeiter der Stirn und der Faust Gelegenheit nehmen, ihre Führer mit freudigen Herzen zu begrüßen. ♦ Giuseppe Bottai wurde 1895 in Rom geboren. Schon in jungen Jahren war er als Journalist tätig. Im Kriege erlebte er die heroisck-revo- lutionäre Weltanschauung, die dazu führte, daß er zu den Begründern des römischen Fascio gehörte. Beim „Marsch auf Rom" führte er die abruzzischen Kolonnen. Er wurde als Unterstaatssrekretär in das neugegründete Korporationsministerium berufen. Viele Jahre hindurch leitete er dann als verantwortlicher Minister diese wichtigste Schöpfung des Faschismus. Von seinem Posten als Korporationsminister trat Bottai zurück, als die von der Weltkrise bedrohte Wirtschaft Italiens eine Autorität vom Range Mussolinis verlangte. Er wurde dann ständiges Mitglied des faschistischen Großrates und des Nationalrates der Korporationen. * Das Programm sieht vor, daß gegen 13 Uhr Dr. Ley und Minister Bottai mit Booten von Godes- Das VrandunM von Oeschelbronn. Zwischen den kahlen Häuserreihen, in denen noch die Ruinen qualmen, steht die Habe der unglücklichen Bewohner. v' '• T *» ' Le____ W Die badische Regierung hielt am Montagmittag eine Kabinettssitzung ab, in der sie beschloß, zunächst für die Brandgeschädigten in Oeschel- bronn eine Lanoesspende von 20 000 Mark zur Verfügung zu stellen. Außerdem hat die württemberaische Regierung in einer Beileidsdepesche 3000 Mark gespendet, des weiteren der Arbeitgeberverband Pforzheim 5000 Mark, die Parfümeriefabrik Wolfs & Sohn in Karlsruhe 1000 Mark. Um ähnliche Brandkatastrophen künftig zu verhüten, beschloß die Regierung ferner, eine straffere und einheitlichere Zusammenfassung des badischen Feuerlöschwesens durchzuführen. Nach Mitteilung von zuständiger Stelle wird der Gebäudeschaden auf e i n e M i l l i o n , der Mobiliar- und Ernteschaden auf eine halbe Million geschätzt. Die Ursacke des Brandes liegt zweifellos in Fahrlässigkeit. Die Ermittlungen haben ergeben, daß der Sohn der Witwe Breitenstein, in deren Scheune das Feuer ausbrach, mit brennender Pfeife in der Scheune gearbeitet hat. Der junge Mann wurde, wie bereits gemeldet, mit seiner Mutter in Haft genommen. Aus Ulm ist, wie bereits angekündigt wurde, eine Pionierkompagnie an der Brandstelle einae- troffen, die mit Sprengarbeiten beschäftigt ist. Das Feuer ist eingedämmt, allerdings müssen einzelne Häuser, die immer noch Gefahrenherde bilden, nieder gerissen werden, desgleichen Mauern und Kamine, die einzustürzen drohten. Aus den Trümmern züngeln da und dort immer noch die Flammen und dringen Rauchwolken. Inzwischen ist es glücklicherweise fast windstill geworden. Das Vieh konnte in den oerfüg- baren Ställen des Ortes untergebracht werden. Die Brandstätte ist in weitem Umfange abgesperrt. Im Orte selbst darf wegen der Sprengungen niemand die Straßen betreten. Während der Nacht hielten Polizei, SA. und SS. die Wache über das im Freien lagernde Mobiliar. Die Rundfunkmeldung, daß das Feuer erneut ausgebrochen sei, wird als unrichtig bezeichnet. berg kommend, in Rüdesheim eintreffen, dort- selbst Aufstellung von Gliederungen der Deutschen Arbeitsfront am Rhein-Ufer. Nach kurzer Mittagspause Besichtigung des Niederwalddenkmals. Dann in Kraftwagen über die rechtsrheinische Uferstraße Biebrich, Mainz-Kastel, Groß-Gerau nach D a r m - Sadt zur Besichtigung des Arbeitsdienstlagers. on Darmstadt bewegt sich die Kraftwagenkolonne über Langen, Neu-Isenburg nach Frankfurt. Um 20.30 Uhr findet auf dem Opernplatz eine machtvolle Kundgebung der Frankfurter Verbände der DeutschenArbeitsfront statt, wobei Dr. Ley, Minister Bottai und Gauleiter Sprenger und andere Führer der Bewegung sprechen werden. Allseitige Teilnahme an dem Solinger Krastwagenunglück. Berlin, 12. Sept. (TU.) Reichskanzler Adolf Hitler hat an den SA.-Gruppenführer Polizeipräsident Schepmann aus Anlaß des schweren Automobilunglücks vom Sonntag, dem zehn SA.- Leute zum Opfer fielen, ein Beileidstelegramm gesandt: „Zu dem schweren Verlust, der Gruppe und Standarte betroffen hat, spreche ich diesen und den Angehörigen der Toten mein aufrichtiges Beileid, den Verwundeten meine Grüße und Genesungswünsche aus." Der preußische Ministerpräsident Hermann G ö • ring sandte folgendes Beileidstelegramm: „Zu dem furchtbaren Unglück, das sich innerhalb Ihrer SA.-Gruppe ereignet hat, möchte ich Ihnen und den Kameraden Ihrer Gruppe mein tiefstes Mitgefühl aussprechen. Ich weiß, daß auch diese Kameraden in treuer Pslichterfüllungge- fallen sind, und darum leuchtendes Vorbild sein werden. Ich übersende Ihnen für die Hinterbliebenen, soweit sie in schwierigen Verhältnissen sind, 1000 Reichsmark, die ich Sie bitte, dementsprechend zu verteilen." Der Herr Reichspräsident hat an den Bürgermeister von Solingen folgendes Telegramm gerichtet: „Tief erschüttert durch die Nachricht von dem schweren Kraftwagenungluck, dem 46 SA.- Männer zum Opfer gefallen sind, bitte ich Sie, den Hinterbliebenen der Verunglückten meine herzliche Teilnahme, den Verletzten meine besten Wünsche für baldige Wiederherstellung zu übermitteln, von Hindenburg, Reichspräsident/ Reichsminister Dr. Goebbels telegraphierte: „Lieber Parteigenosse Schepmann! Zu dem entsetz- lichen Unglück, das Ihre SA.-Gruppe betroffen hat, spreche ich Ihnen mein tiefstes Beileid und herzlichstes Mitempfinden aus. Der tragische Tod unserer Kameraden soll dem ganzen deutschen Volk aufs neue vor Augen führen, wie schwer und gefahrvoll der Dienst der SA. ist. Sie verdient deshalb ganz besonders ihre hervorragende Ehrenstellung in der deutschen Nation. Das furchtbare Unglück bei Solingen hat uns alle auf das Tiefste bewegt. Dr. Goebbels." * Die preußische Regierung hat für die verunglückten neun Bochumer SA.-Männer e i n Staatsbegräbnis bewilligt. Graf Galen Bischof von Münster. Rom, 11. Sept. (TU.) Der vatikanamtliche „Osservatore Romano" gibt bekannt, daß der Papst zum Bischof von Münster den Grasen Clemens von Galen, Pfarrer der dortigen Lamberti-Kirche, ernannt habe. Der neue Bischof wurde 1878 zu Dinklage in Oldenburg geboren. Er studierte an der Universität Innsbruck Theologie und Philosophie und wurde 1904 zum Prediger geweiht. Zunächst war er Domvikar in Münster, wo sein Onkel Graf Maximilian von Galen damals Weihbischof war. 1905 kam er als Kaplan nach Berlin an die Sankt Matthias- Pfarrkirche. 1911 wurde er Kuratus an der St. Clemens-Kirche und zugleich Präses der Gesellen- oereine. 1919 wurde er Pfarrer an der Sankt Matthias-Kirche in Berlin. Nach zehnjähriger Tätigkeit wurde er dann als Pfarrer an der St. Lamberti-Kirche nach Münster zurückberufen. Die ML-Staaten gegen eine Intervention der LISA, in Kuba. Ein argentinischer Schritt in Washington. N e u y o r k, 10. Sept. (Reuter.) In einer dem amerikanischen Botschafter in Buenos Aires übergebenen Note begrüßt Argentinien die Nachricht, daß Präsident Roosevelt nicht w ü n s che, in Kuba einzugreifen. Die Note sagt, Argentinien zweifele nicht daran, daß Präsident Roosevelt imstande sein werde, seine erhabenen Grund- sähe aufrechtzuerhalten, welchen Gang die Ereignisse auf Kuba auch nehmen würden. Ferner wird in der Note erklärt, junge Nationen könnten ihr Schicksal nur selbst gestalten, wenn man sie sich selb st überlasse. „Newyork Herold Tribüne" bemerkt dazu, die Note sei als ein deutlicher Wink an die Vereinigten Staaten aufzufassen, unter keinen Umständen zu intervenieren und bedeute eine Aeuße- rung des Mißfallens über d i e starke Ansammlung amerikanischer Kriegsschiffe in den kubanischen Gewässern. Ferner wird gemeldet, daß Chile die Anregung der mexikanischen Regierung billige, wonach Argentinien, Brasilien und Chile in Kuba freundschaftliche Vorstellungen machen sollten, damit die dortigen Meinungsverschiedenheiten sobald wie möglich geregelt werden könnten. Aus aller Welt. Grotzfeuer in Bautzen. Am Montag kurz vor Mitternacht brach in der Frankensteinschen Kunstmühle von Heinrich P r o b st in Bautzen ein Orofe feuer aus, das in kurzer Zeit einen riesigen massiven Getreidesilo und einen großen Getreidespeicher erfaßte. Der Brand griff mit ungeheuerer Schnelligkeit um sich, zerstörte die Dachdiele und Obergeschosse beider Gebäude binnen kurzem und gefährdete durch starken Funkenflug etliche Nachbargebäude. An der Brandstätte waren mehrere Löschzüge aus Bautzen und der Umgebung tätig. Kurz nach 1 Uhr morgens war man dabei, wenigstens einen Teil der riesigen Getreidevorräte in Säcken zu retten und die Möbel aus den stark gefährdeten Nachbargrundstücken in Sicherheit zu bringen. Die Brandurfache konnte bisher nicht ermittelt werden. Das Vieh — Pferde, Rinder und Schweine — konnte gerettet werden, desgleichen das gesamte nichtoersicherte Mobiliar aus dem Wohngebäude. Der Maschinen- und Gebäudescka- den, der durch Versicherung gedeckt ist, beläuft sich auf über 200000 Mark. Der Schaden an verbranntem und verdorbenem, nur zum Teil ver- sicherten Getreide und Mehl, insgesamt ungefähr 15 000 Zentner, beträgt über 100 000 Mark. Gegen 4 Uhr morgens war der Brand lokalisiert. An dem Rettungswerk hatten außer der Feuerwehr auch SA. und SS. hervorragenden Anteil. Lin thüringisches Schloß in Flammen. Im Schloß von Gehren bei Ilmenau (Thüringen), in dem ein Arbeitsdienstlager, das Amtsgericht, die Kreissparkasse und das Standesamt untergebracht sind, brach Montag mittag ein Brand aus, der sich in kurzer Zeit zu einem Großfeuer entwickelte. Der Brand war im Dachstuhl entstanden, fraß mit großer Schnelligkeit nach allen Seiten weiter und griff auch auf den Turm des Schlosses über. Obgleich die Wehren des Ortes und der Umgebung bald zur Stelle waren, vermochte man dem Brande feinen Einhalt zu gebieten. Das gesamte Schloßgebäude, das viele Jahrhunderte überdauert hatte, brannte bis auf das erste Stockwerk nieder. Die Ursache des Feuers konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden. Es verlautet, daß an mehreren Stellen zu gleicher Zeit Feuer ausgebrochen fei, so daß der Verdacht der Brandstiftung naheliegt. Der durch den Brand' verursachte Schaden ist außerordentlich groß. Die Inneneinrichtung des Schlosses, soweit sie noch vorhanden war, ist den Flammen zum Opfer gefallen. Die kostbaren un- ersetzlichen Gobelins, der Hirsch-Saal mit der Ge- denktasel für die im Weltkriege gefallenen Turner von Gehren wurden vernichtet. Durch Flugfeuer waren einige Häuser in der Nachbarschaft in Brand gesetzt worden, doch gelang es den Wehren, die von der Einwohnerschaft und SA. in ihrem Rettungswerk tatkräftig unterstützt wurden, größeres Unheil zu verhüten. Neues Großfeuer in Vaden. Die Einwohnerschaft von Philippsburg wurde am Montag früh durch Feueralarm aus dem Schlafe geschreckt. Im Wohnhaus eines Bahn- arbeiters war ein Brand ausgebrochen, der sich mit großer Schnelligkeit ausdchnte und trotz der größten Anstrengungen der Feuerwehren im Verein mit SA., Polizei und Freiwilligem Arbeitsdienst binnen kurzem auf ein Wohnhaus sowie drei mit Erntevorräten gefüllte Scheunen Übergriff und sie in Asche legte. Auch hier waren wie in Oescheldronn die Löscharbeiten infolge des durch die lange Trocken- heil verursachten Wassermangels sehr erschwert. Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Anschlag auf einen Führer der NSDAP, im Saargebiet In Hostenbach (Saargebiet) wurde auf die Wohnung des Führers der NSDAP., Kassel, ein Schuß abgegeben, der ins Schlafzimmer drang. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Der Täter konnte bisher nicht ermittelt werden. Fliegertrauung in Hamburg. In Eppendorf fand die Trauung des Pour- le-m^rite-gliegers und Geschwaderführers Theo Dfterfamp mit der Hamburger Sportfliegerin Gudrun-Maria P o g g e statt. Als Gast war u. a. auch der frühere Kronprinz anwesend. Bei der Festtafel gab Staatssekretär Milch u. a. bekannt, daß Reichsluftminister General Göring dem jungen Ehemann den Dolch f ü r besondere Verdien st e verliehen hat, eine Ehrung, die zum erstenmal vergeben worden ist. „Graf Zeppelin" an der afrikanischen Küste. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" hatte auf seinem Rückflug nach Friedrichshafen am Montag um 7 Uhr MEZ. bereits die nord- afrikanische Küste bei Cap Juby erreicht. Es fährt im Nord-Passat bei heiterem, sichtigem Wetter. Prämie von 500 000 Mark gezogen. In der letzten Vormittagsziehung der Preußisch-Süddeutschen Klassen-Lotterie wurde die Prämie von 3000 Mark und die Zuschlagsprämie von 5 0 0 0 0 0 Mark auf die Nummer 102950 gezogen. Das Los wird in der ersten Abteilung zu Achtellosen in Brandenburg und in der zweiten Abteilung zu Diertellosen in Hessen- Nassau gespielt. Das Kraftwagenunglück in Solingen. In den städtischen Krankenanstalten in Solingen befinden sich noch 17 Schwer- und fünf Leichtverletzte. Einer der Schwerverletzten schwebt noch in Lebensgefahr, so daß das grauenvolle Unglück wahrscheinlich ein 10. Todesopfer fordern wird. Wie die „Dolksparole" mitteilt, findet die feierliche Beisetzung von Solingen am Dienstag statt und zwar werden die neun Särge gemeinschaftlich auf einem Lastwagen der Heimat entgegengefahren. Die Solinger Standarte 53 gibt den Toten bis zur Stadtgrenze das Ehrengeleit. Rechnungsrat klumpp in Straßburg verhaftet. Die Straßburger Polizei hat den Rechnungsrat bei der badischen Sozialversicherung, Heinrich Klumpp, verhaftet, der von den deutschen Behörden wegen Unterschlagung gesucht wird. Da gegen Klumpp ein Auslieferungsverfahren angestrengt worden ist, wird das Kolmarer Gericht demnächst zu beschließen haben, ob der Auslieferungsforderung stattgegeben werden soll ober nicht. Fallschirmabsprung aus 3200 Meter höhe. Fliegerleutnant S t a n i l a n d, einer der bekanntesten englischen Flieger, verlor bei einem Flug über Middlesex in 3200 Meter Höhe die Gewalt über seine Maschine. Er sprang ab und landete unverletzt mit Hilfe seines Fallschirmes. „Daily Mail" zufolge handelt es sich um den Probeflug mit einem neuartigen Flugzeug, dessen Konstriktion geheim gehalten werde. Acht Todesopfer eines Autounglücks in Italien. , Ein schreckliches Unglück ereignete sich an der Bahnstrecke Arezzo — Chiari. Als ein mit acht Personen besetzter Kraftwagen in der Nähe von Fräs- fineto den Bahnübergang überqueren wollte, wurde er von dem im gleichen Augenblick ankommenden Schnellzug Rom —Florenz erfaßt und etwa 500 Meter mitgeschleift. Alle acht Personen fanden den Tod. Schwere veckehrsunfälle in Frankreich. — Sieben Todesopfer. Ein Lastkraftwagen wurde an einem Bahnübergang bei Aix-les-Bains vom Lyoner V-Zug ü b ersah r e n. Von den fünf Insassen des Autos waren drei auf der Stelle t o t. Bei Montauban stürzte ein mit vier Personen besetztes Auto in den Kanal. Alle vier ertranken. Wettervoraussage. Die Wetterlage geht einer Umgestaltung entgegen. Da über Mitteleuropa Barometerfall eingesetzt hat, ist das gestern noch von Island bis zum Balkan sich erstreckende Hochdruckgebiet bedeutend geschwächt worden und in zwei Teile zerfallen, von denen sich der eine in nordwestlicher und der andere in südöstlicher Richtung fortbewegt. Die seither über Frankreich gelegene Tiefdruckstörung kann sich jetzt mehr nach Deutschland hin entfalten, nachdem sich auch über Dänemark bereits ein flacher Wirbel gebildet hat. Es wird daher besonders in höheren Luftschichten feucht-milde Lust heranbefördert, die beim Aufgleiten auf die noch vorgelagerte kontinentale Luft Anlaß zu Wolkenbildung und später auch au Niederschlägen geben wird. Durch den Wolkenschirm findet ein Ausgleich der scharfen Temperatur- geaensätze zwischen Tag und Nacht statt. Aussichten für Mittwoch: Meist wolkig, Temperaturen zwischen Tag und Nacht sich ausgleichend, einzelne Niederschläge. Aussichten für Donnerstag: Im ganzen mild, weiterhin Neigung zu Niederschlägen. Aus der Provinzialhauptstadt. Oer Wert unserer alten Volkstrachten. Es ist nicht ohne tiefe, innere Bedeutung, daß mit dem Anwachsen der nationalsozialistischen Bewegung auch das Interesse für das Wesen und das Sein unseres Volkstums und seiner Eigenarten ständig gestiegen ist. Die immer mehr zunehmende Zahl der Trachten- und Dolkstumsfeste zeigt, daß der Sinn und das Verständnis in breitesten Volks- kreisen vorhanden war und nur des Anstoßes bedurfte, um es zu Leben und Tat zu bringen. Wer nicht von dem modernen Zeitgeist liberalistischer Prägung befallen ist, dem sprechen diese allen Werke aus Leinen, Samt und Seide eine beredte Sprache von der Entwicklung und Lebenskultur feiner Ahnen. Bis vor wenigen Jahrzehnten mürben die alten Erbstücke noch liebevoll und sorgsam verwahrt und aufgehoben. Jede einzelne Truhe, jedes Gewand und jeder Schmuck hatte seine besondere Geschichte, die von Generation zu Generation sorasam übertragen wurde. Durch Die beginnende Industrialisierung, die Landflucht und das Auswühlen des reinen Profit- sinnes ist die Pflege dieser Kulturschätze dann immer mehr zurückaetretcn, und jahrelang sah es aus, als ob unsere Zeit dos Ende all dieser Kostbarkeiten bringen würde. Der tiefe Sinn des Nationalsozialismus lag darin, daß er die Menschen wieder in engste Beziehung zum Land, zur Scholle, brachte, aus der heraus das Volk die ewigen, blutmäßigen Werte feines Lebens schöpfen kann. Der Drang aum Boden blieb aber nicht im Gegenwärtigen haften, er forschte auch in der Vergangenheit und suchte dort die alten Werte und Schätze seiner bäuerlichen Vorfahren. Und dabei tauchte aus so vielen Winkeln doch noch so manche alte Tracht, so manches Handwerksstück auf, deren älteste — in ihren Grundformen — wohl noch aus der Germanenzeit stammen. Die ganze Geschichte und Entwicklung unseres Volkstums können wir an diesen ehrwürdigen Dingen ablcsen und erkennen. Wir wissen, daß es für unsere Vorfahren fein Ding gab, das nur der Zweckmäßigkeit halber seine bestimmte Form bekam. Form und Farbe, alles stand in irgendeiner Beziehung zum Wesen und Charakter von Land und Volk. Deshalb sind uns die alten Trachten und Werkstücke das beste Spiegelbild der Entwicklung der deutschen Volksseele, der Entwicklung des deutschen Kunstgefühls. NSDAP. Gießen. Die NS. - Frauenschaft Gießen-Ost hält ihre nächste Singprobe zum großen Frauenschafts- Treffen am heutigen Dienstag, 20,30 Uhr, im „Schützenhaus" ab. In der Ortsgruppe Gießen-Mitte findet am morgigen Mittwoch, 20,30 Uhr, im „Württemberger Hof" eine Amtswaltersitzung statt, zu der alle Amtswalter zu erscheinen haben. Kreiötreffen der NS.-Krouenschast. In der Gießener Volkshalle findet am kommenden Sonntag, 17. September, das NS. - Frauen- schafts-Kreistreffen statt. Der Tagung Jeht um 11 Uhr ein Festgottesdienst voraus. Um 4 Uhr beginnt die Tagung, auf der die Gauleiterin der NS.°Frauenschaft, Frau Brückmann (Darmstadt), Bürgermeister Haug (Darmstadt) und die Reichsführerin der NS.-Frauenschaft Lydia Gotschewski sprechen werden. NS.-Lehrerbund, Kreis Gießen. Die Kreisversammlung, die für nächsten Samstag, 16. September, angekündigt war, kann nicht stattfinden, da der vorgesehene Redner, Professor Wirth, dienstlich am Erscheinen verhindert ist. Die Versammlung wird auf später verschoben. Am Freitag, 22. September, findet voraussichtlich eine Versammlung mit Prof. Volkelt - Leipzig als Redner statt. Zum Bezirfsobmann für den Bezirk L i ch hat der Kreisobmann den Berufsschullehrer Meckel in Lich ernannt. SS-Aufmarsch und NSKK.-Zielfahri in Bad-Nauheim. Der Aufmarsch des Sturmbann 4 der SS- Standarte 33 und die Zielfahrt des NSKK.-116 ist nunmehr auf den 15. Oktober verlegt warben. Die Ausschreibungen für die Zielfahrt ergehen in den nächsten Tagen durch das NSKK. 116 Gießen. Flieger-Vorschule der Hitlerjugend. Oberbannführer Seifert fordert alle Jugend- genossen, die gewillt sind, an der ©ebietsflieger- Vorschule der Hitlerjugend teilzunehmen, auf. ihre Personalien sofort der Geschäftsstelle des Overbanns IV Oberhessen der HI. in Friedberg, Berg- kaserne, mitzuteilen. Jedem fähigen und arbcts- willigen Jungen ist die Möglichkeit geboten, 'n den Fliegerberuf hineinzukommen. Auszeichnung des Handwerkskammerpräsidenten Znnungsführer Müller. Die Innung des Kraftfahrzeug-Gewerbes für Stadt und Landkreis Gießen hat Herrn Handwerkskammer-Präsidenten, Innungsführer Fritz Müller-Mainz zu ihrem Ehrenmitglied ernannt und dabei nachstehendes Schreiben an ihn gerichtet: „Zum Zeichen des Dankes und der Anerkennung Ihres unermüdlichen Kampfes um die geistige Erneuerung des Handwerkerstandes im Sinne unseres Führers Adolf Hitler haben wir in unserer Mit- aliederoersarnrnlung am 31. August einstimmig be- schlossen, Sie zum Ehrenmitglied unserer Innung zu ernennen. Wir würden uns aufrichtig freuen, wenn Sie diese Ehrung so auffaßten, wie sie gemeint ist: als das höchste Zeichen persönlicher Wertschätzung, das wir als Innung überhaupt zu vergeben haben, und als Treuebekenntnis zu Ihnen als dem Führer des hessischen Handwerks. Wir sind zwar noch eine sehr junge Innung, doch fehlt es uns nicht an Willen und Ausdauer, an den Zielen unseres Führers nach allen Kräften mitzu- arbeiten. Das versprechen wir Ihnen!" Sitzung des provmzialausschuffes. Der Provinzialausfchuß der Provinz Oberheffen entschied in seiner gestrigen Sitzung folgendes: Auf eine von dem Bezirksfürsorgeverband der Stadt Neustadt a. d. H. erhobene Klage wurde der Landesfürsorgeverband Hessen, vertreten durch den Bezirksfürsorgeoerband des Kreises Friedberg, verurteilt, an den Kläger die durch die Unterbringung des Kindes Maria Schott aus Dudelsdorf entstandenen Pflegekoften im Betrage von 280 Mark zu zahlen und das Kind in weitere Pflege zu übernehmen. Eine Klage des Landesfürsorgeoerbandes des Bezirksverbandes Kassel, vertreten durch den Landeshauptmann zu Kassel gegen 1. den Landesfür- sorgevcrdand Dolksstaat Hessen, vertreten durch den Bezirksfürsorgeverband der Stadt Gießen, 2. den Bezirkssürsorgeverband des Kreises Gießen wegen Erstattung von Fürsorgekosten für den in die Landesheilanstalt in Heina aufgenommenen Geistes- kranken Bitalin Schleirnowitfch wurde als unbegründet kostenpflichtig abgewiesen. Sonderzugrundfahrt der Reichsbahn nach Braunfels und Saaldurg. Um jedem Volksgenossen die Möglichkeit zu bieten, im Rahmen einer sehr verbilligten Gesellschaftsfahrt die Schönheiten unserer engeren Heimat kennenzulernen, veranstaltete die Reichsbahndirektion Frankfurt am Sonntag von Gießen aus eine Sonderrundfahrt nach Braunfels und Saalburg. Bei der Beliebtheit dieser Fahrten hatte schon in den Vortagen ein lebhafter Kartenverkauf eingesetzt. Angesichts des prächtigen Spätsommerwetters entschlossen sich viele noch in letzter Stunde und nahmen an der Fahrt teil. Die Leituna der Fahrt lag in Händen von Reichsbahnoberinspektor Kliff- m ü l l e r, der mit Umsicht und Liebenswürdigkeit sein Amt versah. Pünktlich um 8.10 Uhr verließ der Zug den Gießener Bahnhof. Braunfcls-Oderndorf war bald erreicht. Don hier aus ging es über herrliche Waidpfade zum Braunfelser Schloß, wo in den Schloßanlagen die etwa 400 Teilnehmer von dem Vorsitzenden des Kurvereins Braunfels, Oberstleutnant a. D. Stephan, einem allen Gießener, begrüßt wurden. In Gruppen, jeweils unter vorzüglicher Führung, begann dann die Besichtigung der Auhen- anlagen des Schlosses, der Befestigun- g c n und der inneren Räume. Die wertvollen Gemälde aus dem 14. und 15. Jahrhundert, mittel- rheinische Plastiken, ein spätgotisches dreiteiliges Altarbild, Gemälde der Fürstlichkeiten von Hohensolms, alte Holzreliefs und Glasmalereien, Bilder von deutschen, italienischen und niederländischen Meistern und wertvolle Prunkvasen boten sich den Blicken der Besucher. Weitere Räume zeigten besonders Bilder des niederländischen Adels aus dem 18.' Jahrhundert, Vasen aus der Berliner Manufaktur, zahlreiche Stahlstiche von Rheinlandschaften usw. Durch den sogenannten Deikergang mit Jagd- gemälden des Malers D e i k e r aus der Zeit um 1860 gelangte man in das Iagdzimmer, das mit vielen alten Stahlstichen und Iogdtrvphäen aus- gestattet ist. Dom Turm des Schlosses hatte man eine prächtige Aussicht auf die Umgebung. Eine Führung durch das Städtchen vervollständigte das Programm. Sodann ging es mit dem Zuge weiter zur Station 6 a a I b u r g, über Solmsbacf) durch das herrliche Aubach- und Wiesbachtal. Von hier aus begann, wieder in Gruppen, der Aufstieg zum alten Römerkastell Saalburg. Unter Führung von Saurat Jakobi (Homburg) und anderen bewährten Führern begann hier die Besichtigung der einzelnen Räumlichkeiten und Bauten. Besonders inter- essant war das Museum, dessen Bestände sich Haupt- sächlich aus Funden zusammensetzen, die in un- mittelvarer Nähe des Kastells gemacht wurden. Es bot in feiner Ueberfichtlichkeit einen vorzüglichen Eindruck. Nach der Besichtigung war die Zeit bis zur Abfahrt des Zuges freigegeben. Zwangloses Beisammensein in unmittelbarer Nähe des Kastells hielt die Mehrzahl der Teilnehmer noch einige Stunden vereint. Andere unternahmen Ausflüge in die Umgebung, die zum Teil bis nach Homburg führten. Gegen 20 Uhr wurde die Heimfahrt angetreten. Allenthalben äußerten sich die Teilnehmer sehr befriedigt über den Verlauf der Sonderfahrt. Daten für Dienstag, 12. September. 1819: der Feldmarschall Leberecht von Blücher in Kriehlowitz gestorben (geboren 1742); — 1829: der Maler Anselm Feuerbach in Speyer geboren (gestorben 1880); — 1836: der Dramatiker Christian Dietrich Grabbe in Detmold gestorben (geboren 1801); — 1852: der englische Staatsmann Herbert Henry Asquith in Morley geboren (gestorben 1928) Gießener Wochcnmaritprcisc. * Gießen, 12. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,35 Mark, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 11, Wirsing (grün), das Pfund 10 bis 12, Weißkraut 8, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Bohnen (grün) 20 bis 30, Tomaten 12 bis Zwiebeln 10, Kartoffeln 3 Pf., der Zentner 2,50 Mark, Frühäpfel, das Pfund 15 bis 18 Pf., Jallapfel 5, Pfirsiche 30, 35 und 40, Brombeeren 35, Preißelbeeren 28" bis 30, Aepfcl 12 bis 15, Birnen 10 bis 15, Pflaumen 12, Zwetfchen 8 bis 10, Mirabellen 12, junge Hähne 70 bis 75, Suppenhühner 65 bis 70, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 10, Salatgurken 20 bis 25, Einmachgurken bis 4, Endivien 10, Oberkvhlrabi 5 bis 7, Lauch 8, Rettich 15, Sellerie 20 bis 25, Radieschen, das Bund 10, Kürbis, das Pfund 6, Romifchkohl 10 Pf Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag: Kampfbund deutscher Architekten und Ingenieure, 20.30 Uhr, Caf6 Ebel, Mitglieder-Dersammlung des Bezirks Gießen und Oberhessen; Dvrtrag von Bürgermeister Dr. Hamm über „Bauordnung, Hypv- thekensragen, Beleihungswesen und seine Auswir- tungen auf den Städtebau . — Palast-Lichtspiele, 9 bis 21 Uhr, Zinnsoldaten-Truppenschau. — Licht- spielhaus, Bahnhofstraße: „Stern von Valencia" mit Liane Heid. * * Durch d i e Schranken gefahren. Gestern gegen 20 Uhr fuhr ein Lastkraftwagen der Brauerei Ihrina-Melchior in der Richtung nach Lich zu die Licher Straße hinab und durchfuhr die am Bahnübergang bereits herabgelassenen Schranken. Der erste Schrankenbalken wurde von dem schweren Lastkraftwagen glatt durchbrochen, der zweite stark in Mitleidenschaft gezogen, während das Auto zum Teil auf den Schienen stehen blieb. Nun galt cs rasch zu handeln. Der zweite Schrankenbalken wurde schnell beseitigt, so daß der Wagen von den Gleisen fahren konnte. Kaum eine halbe Minute später passierte der fahrplanmäßige Personenzug, der. um 20 Uhr den Bahnhof verläßt, die Straße. Glücklicherweise kam bei dem Unfall niemand zu Schaden. Die Schuldfrage ist noch nicht völlig gelöst. * * Kleiner Waldbrand. Gestern gegen 20 Uhr entstand an der Licher Straße ein kleiner Waldbrand, der glücklicherweise rechtzeitig entdeckt wurde. Durch den Feldschützen Baum wurde das Feuer mit einigen rasch herbeiaehotten Eimern Wasser gelöscht, bevor es größere Ausdehnung annehmen konnte. • * Schwerer D e r k e h r s u n f a kl. An der Ecke Goetheftraße und Hindenburgwall ereignete sich heute gegen 10,30 Uhr ein schwerer Verkehrs- Unfall. Ein Motorradfahrer namens Ludwig Wilhelm Wagner aus Mainzlar, der mit feinem Kraftrad den Hindenburgwall entlang nach dem Selterstor zu auf der vorschriftsmäßigen Straßenseite fuhr, geriet plötzlich gegen den Lieferwagen eines auswärtigen Hofgutcs, der au. dem Hindenburgwall vom Sclterstor her kam und anscheinend in die Goetheftraße stadteinwärts biegen wollte. Der Zusammenstoß erfolgte sehr heftig, der Motorradfahrer wurde vom Rad geschleudert und erlitt eine schwere Gehirnerschütterung sowie verschiedene Verletzungen an Armen und Beinen. Er mußte sofort durch die Freiwillige Sanitätskolonne in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Der Zustand des Verunglückten ist bedenklich. Die Untersuchungen über die Schuldfrage find noch im Gange. • * Die Vereinigung ehemaliger A n - gehöriger des Landwehrregiments Nr. 116 in Gießen hatte auf Samstag ihre Mitglieder, wie alljährlich, zusammengerufcn, um der Feuertaufe des Regimcnts in der Marncschlacht bei Ditry le Francois zu gedenken. Der Vorsitzende W. B o p f begrüßte die zahlreich erschienenen Kameraden und gedachte in erhebender Weise der vielen bei Ditry Gefallenen, die der Liebe zu Dolk und Daterland, getreu dem Fahneneid, das höchste Opfer, ihr Leben, dargebracht haben. Er wies darauf hin, daß man in weitesten Kreisen unserer Volksgenossen heute wieder mehr als noch vor kuv- zcm diejenigen würdigt, die ihr Leben für ihr Dolk eingesetzt haben, und erst recht die, die dabei den Ehrentod erlitten. Eine Abordnung wurde bestimmt, die am Sonntag unter dem Geläute der Glocken einen Kranz in den alten Reichsfarben Schwarz- weißrot am 116er-Denkmal niederlegte. Einzelne Kameraden erzählten dann im Laufe des Abends persönliche Erlebnisse aus der Ditry-Schlacht, im Anschluß daran wurde wiederholt der Wunsch geäußert, es auf irgendeine Weise zu ermöglichen, daß in absehbarer Zeit eine nicht zu teure Fahrt an die Kriegsschauplätze des LIR. stattfinden möge. Um 24 Uhr schloß der Vorsitzende die würdig verlaufene Gedenkfeier. ** Postwurfsendungen. Neben den Misch- fenbungen (Drucksachen und Warenproben zusam- mengepaeft) bis 20 Gramm zu 4 Pf. hat das Reichspostministerium jetzt auch solche über 20 bis 100 Gramm gegen die für Mischsendungen bis 100 Gramm geltende Gebühr (8 Pf.) zur Verteilung als Postwurfsendungen versuchsweise zugelassen. Die den Drucksachen beigefügten Warenproben dürfen jedoch die Höhe von 2 Zentimeter nicht wesentlich überschreiten; im übrigen unterliegen derartige Sendungen den Bestimmungen für Postwurfsendungen. ** Freie Lehrer st eile. Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Raunheim (Kreis Groß-Gerau). Eine geräumige Dreizimmerwohnuna steht zur Verfügung und kann sofort bezogen werden. 400 Kilometer. Reichsstatthatter Sprenger im Dienst. Darmstadt, 10. Sept (WSN) Nachdem Reichsstatthalter Sprenger den wiederholten Einladungen der Stadt Neu-Isenburg am Samstagabend Folge geleistet hatte, fand am Neu- Isenburger Schwimmbad durch Bürgermeister Knöpp und den Ortsgruppenführer Luft die Begrüßung in herzlicher Weise statt. Am Sonntagoormittag beteiligte sich dann der Reichsstatthalter an der akademischen Feier und der anschließend vollzogenen Dcnkmalweihe des 27. Nassauischen Artillerie-Regiments „Oranien" in Mainz-Gonsenheim. Nach der Erledigung einiger Dicnstgeschäfte in feinem Büro in Darmftaot nahm der Reichs- ftattbaltcr zusammen mit der Führung der SA. auf dem Turnierplatz die Parade der zum „Tag des Pferdes" versammelten berittenen SA.-For- mationen der SA.-Standarte Starkenburg ab. Das gute Reit- und Zug-Pferdcmaterial wurde einer eingehenden Besichtigung unterzogen. Nach 15 Uhr verließ der Neichsstatthalter Darm- ftadt wieder und traf zwei Stunden später in dem nassauischen Fliegerdorf Hirzenhain im Dill- kreis ein, um dort den ersten Seyelflugwcttbewcrb der Fliegergruppe Südwest mit einer kurzen Rede zu eröffnen. Der Reichsstatthatter liefe sich die ein- zelnen Wettbewerbsmannschaften vorstellen und war dabei Mittelpunkt lebhafter Ovationen. Das Tagespensum war jedoch damit noch nicht erschöpft. Der Reichsstatthatter liefe es sich nicht nehmen, der Saisoneröffnungsvorstellung des Hessischen Landestheaters noch beizuwohnen. Nach dem Besuch des Landestheaters in Darmstadt nahm der Reichsstatthatter noch die Uebergabe des Adolf- Hitler-Preises und des von ihm gestifteten Renn- Preises an die Sieger vom „Tag des Pferdes" vor. Bei der Vorstellung der Sieger wies der Reichsstatthatter nachdrücklichst darauf hin, dafe der Rennsport, soweit er seinen Einslufe geltend machen könne, nie wieder eine Rennindustrie werden dürfe, sondern der Rennsport und das damit verbundene Messen des Reitermaterials müsse Allgemeingut eines jeden werden, der nur irgend dazu in der Lage sei. Die Tagesfahrstrecke des Herrn Reichsstatthatters Sprenger beträgt allein am gestrigen Sonntag über 400 Kilometer, ein Zeichen, dafe das Vorbild des die deutschen Gauen überfliegenden Reichskanzlers von seinen Mitarbeitern eifrigst nachgeahmt wird. Obecheffen. Landschafiet- und Naturschutz in Oberhessen. rl. Das Tä 1 chen des Hillersbaches zwi- schen L i fe b e r g und Glashütten ist nicht nur eines der schönsten und unberührtesten des Vogels- berges, sondern hat auch die Besonderheiten seiner Tier- und Pflanzenwelt bisher treu bewahrt. Es ist nun für jeden Natur- und Heimatfreund eine wahre Freude zu hören, dafe dieses Tal von der oberen Begrenzung des Stauweihers des Heber- landwerks bis nach ßifeberg unter staatlichen Naturschutz ge ft eilt werden soll. Dem Leiter des zuständigen Forstamts Konradsdorf, Herrn Forstmeister Dr. K ü n a n z, lag die Erhaltung die- ses schönen Stückchens Heimat schon seit Jahren am Herzen, und es ift seinem Einfluß zu Derbanfen, daß durch rücksichtsvolle Einsteinung der Talwiesen bei der Feldbereinigung der schön geroun- bene, lieblich umbuschte Bachlauf vor langweiliger Streckung bewahrt blieb. Zur Erhaltung bes Ganzen aber fehlte seither bie rechte gesetzliche Hanb- habe. Diese ist nun burch bas neue Naturschutzgesetz gegeben. Um die maßgebenden und interessierten Persönlichkeiten mit seinem Plane bekannt zu machen und dafür zu erwärmen, hatte Dr. K ü • nanz die Herren Provinaialrat Wolf (Gießen), Direktor v.S t a b 1 e r vom UeberlanbwerkOberhessen, Reg.-Baurat Frey (Büdingen), die Gemeindevertre- ter von Lißberg und Glashütten sowie den zuständigen Vertrauensmann des staatlichen Naturschutzes, Lehrer Sanierte (Gedern), zu einer Besprechung an die Mauer des' Stauweihers eingeladen. Ein- drucksvoll und warmherzig sprach er über die schöne Sache und die ihr dienenden zukünftigen forstlichen Maßnahmen und fand bei allen Beteiligten freudige Zustimmung und liebevolles Verständnis. Herr von Stadler unterrichtete über die zur Zeit im Gang befindlichen Arbeiten zur Vergrößerung des Stausees, sowie die Neugestaltung und Bepflanzung seiner Ufer. Herr Provinzialrat Wolf und Regierungs-Baurat Frey sprachen über den Plan eines hier zu errichtenden Ehrenmals für den verdienstvollen und besonders mit diesem Fleckchen Heimaterde eng verbundenen Landessorst- meiftcr Dr. W eb er. Kleinere vorsorgliche Anfragen der Gemeindevertreter von Glashütten und Lißberg über die Beeinflussung des Feld- und Wiesengelän- bes burch bie zukünftige Gestaltung bes Wald- mantels konnte Dr. K ü n a n z zur vollen Zufriedenheit der Anfrager beantworten. Dom Standpunkt bes Naturschutzes gab Lehrer Schnier le seiner Freube barüber Ausbruck, baß hier alle maßgebenden Behörden und Persönlichkeiten mit Verständnis zu Werke gehen und dankte es besonders Forst- meister Dr. Künanz, daß die Ausführung feines Planes die Gewähr bietet, für die Erhaltung der Eigenart des Tier- und Pflanzenlebens in diesem Tal, das in der Uebergangszone von der wärme- liebenden zur montanen Fauna und Flora liegt. Das Forstamt Konradsdorf wird alsbald den g e • setzlichen Schutz beantragen und ihn gemeinsam mit den in Frage kommenden Persönlichkeiten durchführen. Landkreis Gießen. £ Wiefeck, 11. Sept. Am Freitagabend fand eine Sitzung des Gemeinderats statt. Der Ausbau der Niederfeldstraße muß aus wirtschaft- liehen Gründen zurückgeftellt werden, jedoch wird ein Fußpfad hergestellt. Die Arbeiten werden durch Wohlfahrtsempfänger verrichtet. Die Vergütung und Besoldung für Bürgermeister Euler wird nach den allgemeinen Richtlinien geregett. Dem Gesuch von Adolf Seibert um Kauf eines Grundstücks am Trieb soll entsprochen werden. Bürgermeister Euler wurde beauftragt, über den Kaufpreis Verhandlung zu führen. Das Ersuchen der Gas- und Kraftwerke AG. Berlin-Wilmersdorf um Verlegen von Mietanlagen wurde zurückgeftellt. Dem Gesuch des Fritz Kling um Anlegung eines Fußpfades nach feinem Neubau wurde (grundsätzlich das letztemal) stattgegeben. Eine entsprechende Ortssatzung soll demnächst beschlossen werden. Ein Gesuch von Heinrich Stein um eine Pachtpreisermäßigung wurde abgelehnt. Ein Gesuch von Daniel Seiler um Mietpreisermäfeigung mußte abgelehnt werden, da der Mietpreis der Wohnung schon sehr günstig ist. Die Instandsetzungsarbeiten an Kirche und Pfarrhaus wurden soweit sie inzwischen ausgeführt sind, nachträglich genehmigt und die Kosten dafür übernommen, jedoch mußten das Anbringen eines Blitzableiters an der Kirche und die Derputzarbeiten am Pfarrhaus und an der Pfarrscheune vorläufig abgelehnt werden, da die Gemeinde die Mittel dazu nicht aufbringen kann. Die Erhöhung der Fi- lialsteuer von 100 auf 2 00 v. H. der Gewerbesteuer wurde beschlossen und die dazu im Entwurf vorliegende Ortssatzung genehmigt. Die Finanzkommission wurde ermächtigt, über Gesuche, die Steuern und Abgaben betreffen, für die Folge selbständig zu entscheiden. * Hausen, 12. Sept. Bei der jüngst abgehatte- nen Generalversammlung des hiesigen Kriegeroereins, in der die Gleichschaltung cor- genommen wurde, ist der seitherige Vorsitzende Karl Freitag einstimmig zum 1. Führer gewählt worben. Als weiterer Vorstand wurde ernannt: 2. Führer Heinrich Buchner, Schießwart K. S tumpf, Rechner Ph. Schardt 3. Vorstand: W. Will, K. I o st, K. Sch warz, E. Schlag. Zu Ehrenbeisitzern wurden die ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder in Anbetracht ihrer langjährigen Verdienste und treuen Mitarbeit, die sie dem Verein allezeit geleistet hatten, ernannt. Es wurde bekanntgegeben, daß der diesjährige Geburtstag des Herrn Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg mit den übrigen Ortsvereinen und der SA.-Formation festlich begangen werden soll. Mit dem Horst-Wessel-Lied schloß der Führer die Versammlung. = Saasen, 11. Sept. Der Vertreter bes Ar« beitsamtes Gießen, Dr. L i st, unb Regierungsbau- rat Steinbach vom Äulturbauamt Gießen weilten biefer Tage in Saasen, um sich über bie Möglichkeiten der Arbeitsbeschaffung zu informieren. Der Gemeinberat hat beschloßen, Ural- nierungsarbeiten durchführen zu lassen. Diese Arbeiten sollen als Notstandsarbeiten ausgeführt, und mit dem Anfahren der Rohre soll demnächst begonnen werden. Von dem Ausbau der Wasserleitung nach Bottnbach wird vorläufig abgesehen. Kreis Büdingen. * Nidda, 11. Sept. Die Vertrustung der Reichspost in Oberhessen wird jetzt auch auf die Teile der Provinz ausgedehnt, die seither noch nicht berücksichtigt waren. Ab 1. November dieses Jahres wird vom hiesigen Postamt aus die Umgebung unseres Städtchens durch Kraftpost erfaßt. In Frage kommen u. a. die Orte Unter- und Ober-Schmitten, Eichelsdorf, Ulfa, Ober-Widders- heim, Wallernhausen, Fauerbach, Salzhausen und Michelnau. Für einen großen Teil dieser Ortschaften wird durch diese Maßnahme eine p o ft a ■ lische Verbesserung erreicht. Die Morgen- poft dürfte allgemein zeitiger in den Besitz der (Empfänger kommen. Mit dem Bau der Garaae am Postamt hat man bereits begonnen. Zwei Postschaffner von hier werden als Chauffeure ausgebildet. Kreis Schotten. * Rainrod, 11. Sept. Die Durchgangs- ft r a fe e Nidda —Schotten wurde in den letzten Wochen zwischen Eichelsdorf und Rainrod st ellenweise erweitert und in den Kurven überhöht. In der beginnenden Woche soll mit den Walzarbeiten begonnen werden. Damit durfte auch dieser Strafeenteil, der schon längere Zeit die Autofahrer schreckte, eine einwandfreie Beschaffenheit aufweisen. ■ V Beebe ist befai mal mit einem 0 in die Meeresties bei eine zwei 2 Platz für zwei Pe Beobachter die ch andere feine unge bern zuwenden ta §ür die lllmung fo eine vor Mund un die die ausgeatme Die Tiere werden t feilster beobachtet, fer» aus etwa zel tausend Watt sta Beebe ist bei sk 800 Meter liefe ganze Anzahl lief Er hat so ihre feil z B die wie Fern den, nach allen Psauenslunder ob( der aus dem Mau herausgestreckt wi unverdaulichen T Die wundersan Fische wurde ihm ganzen Brut vor ui«. To erschloß seltsamsten Leben Beziehungen z $0 3*^ INfalsDo. uberbu beiben m ÄÄanen b ""d bie Marienf ^^krieg und die lh" Ziesten Bolksk, ,e «Wer bebinc L^'n-andun 5n*; St» Gebietes T1 brei I Batelianb. ■" Sla“ SSs-'L Mr>>! Tchuk- in Un9 der SaihL 1° gewann wurde da- ^utz , Oberer »’ct1 Ueue Mn.»'0w>Ichen Elchen n„e.n des 5 >?>!chland??iede ^nterjAj < erftmal ®«birg*t be wurde y nur r änMbSn. ö> ^'rlschai. ^Qmet djleb^itDetrad’t'ft Das Wunder der Magussi Weiser Vornan von Fr Lehne. Urheberschutz durch C. Ackermann. Stuttgart. (Schluß.) Sie senkte den Kopf. Wie ein scharfer feiner Stich ging es durch ihr Herz. Wenn es auch wehe tat — die andere hatte recht! Die geschiedene Frau hatte nichts mehr bei dem ehemaligen Gatten zu suchen! Frau Weiser fürchtete weitere Unfreundlichkeiten Theas, und Furcht erfaßte sie auch, daß Magussi gleich abreisen würde, was die Genesung des Sohnes bestimmt in Frage gestellt hätte. „Ich will dir nicht widersprechen, Thea!" sagte sie, „dennoch muß ich bitten, dich bis morgen zu gedulden. Du willst doch nicht eine Verschlimmerung in Eduards Befinden Hervorrufen! Der Arzt hat uns vor der geringsten Erregung gewarnt! Fch werde morgen mit ihm sprechen und dir dann telephonisch Bescheid geben! Du fährst doch wieder zurück zu deinen Eltern?" Mit sehr unfreundlicher Gesinnung gegen die zukünftige Schwiegermutter, die fie nicht eine Minute mit Magussi allein ließ, mußte Thea wieder gehen. Es war ihr nicht möglich gewesen, die Liebenswürdigkeiten, für Magussi bestimmt, anzubrin- gen! Aber verdrängen ließ sie sich gewiß nicht! Traurig stand Magussi da. Sie konnte ihren Tränen nicht länger gebieten, die gleich Perlen über die Wangen rollten. Ihr stilles lautloses Weinen erschütterte Frau Weiser. Sie legte den Arm um Magussis Schultern. „Liebes, liebes Kind!" flüsterte sie mit tränenerstickter Stimme. Magussis Kopf sank gegen ihre Wange. „Mama!" Ach, was sollte noch werden! Frau Weiser wagte nicht weiter zu denken, obwohl ihr die einzig mögliche Lösung klar vor Augen stand. Aber kein Wort durfte darüber gesprochen werden! Das hätte vielleicht alles verdorben! Bon selbst mußten sich die Dinge fügen! * „Wo warst du fo lange, Magussi?" Mit dem Mißtrauen, das Kranken so leicht eigen ist, fragte es Eduard, als sie wieder zu ihm kam, die geliebte Frau. „Du weißt doch, daß du immer bei mir bleiben mußt!" „Bis du gesund bist, ja!" Er streckte sich lang aus und schloß die Augen. „Dann will ich nicht wieder gesund werden, damit du nicht wieder fort kannst!" Gerührt legte sie die Hand auf seine blasse Rechte, die er mit leisem Druck festhielt. „Weißt du auch, daß du mich noch nicht einmal geküßt hast? Und ich habe so viel Sehnsucht danach! Dein Kuß würde mich ganz gesund machen!" Groß sah er sie bei seinen Worten an. Sie wurde. glühend rot, da er ihre geheimen Gedanken erraten; war ihre Sehnsucht nach ihm nicht ebenso groß? Sie neigte sich über ihn, und leise und zart legte sie ihre Lippen auf seinen Mund, seine schmalgewordenen Wangen dabei streichelnd. „Du Lieber!" sagte sie leise. Er hielt sie fest, daß ihr Kopf neben dem seinen auf dem Kissen ruhte. „Mit diesem Kuß hast du dich mir von neuem vermählt, mein geliebtes Weib! Dein Blut kreist in meinen Adern, mich mit neuem Leben erfüllend! Fühlst du nicht, daß wir dadurch untrennbar zueinander gehören?" Und ob sie es fühlte! Ja, tausendmal ja! Aber da war die andere, der sie den Mann nicht nehmen durfte! Mahnend kam ein Name von ihren Lippen; er verstand sie. Er machte eine leichte fortscheuchende Handbewegung. „Du meinst Thea? Das war schon vorbei, als ich dich wiedersah! Ich schäme mich, daß ich das getan — in der Verzweiflung, um dich zu vergessen! Daß ich so wenig Mann war, deines Vaters Vorstellungen nachzugeben! Ich war so stumpf und müde — von einer grenzenlosen Gleichgültigkeit gegen alles —" Sie legte ihm die Hand auf den Mund. „Nicht, Eduard, Du darfst nicht so viel sprechen." „Das Denken schadet mir mehr! Ich muß Klarheit haben! Ich kann Thea nicht Wiedersehen! Mutter soll es sagen; sie wird in ihrem Taktgefühl das richtige Wort finden und auch irgend etwas, wodurch Thea für ihre getäuschte Hoffnung entschädigt wird." „Thea wird leiden! Du darfst diese Verpflichtung —" „Theas Herz bleibt unberührt, ich weiß es! Ein Landhaus in Garmifch war ihr Wunsch! Mutter wird es ihr nahelegen, mit ihrer Schwägerin Ella v. Hartwig, der jungen, noch unverheirateten Schwester ihres verstorbenen Mannes, den Winter in Garmisch zu verbringen, und das andere wird sich dann schon von allein ergeben!" Magussi wagte nichts Dazu zu sagen; die wider- streitendsten Empfindungen kämpften in ihr. „Ich habe mir das alles schon genau überlegt, Magussi! Thea wird einen anderen Mann finden, der besser als ich zu ihrer ganzen Art paßt! Sie muß mich verstehen. Sie weiß ja, daß ich nie aufgehört habe, d i ch zu lieben!" „Ach, Eduard — und du, Magussi, du liebst mich doch auch noch?" Sie senkte das glühende Gesicht auf ihre Brust, daß er nur noch den blonden Scheitel sah. Wieviel Verwirrung und Scham doch in dieser Bewegung lag, die ihm so viel verriet! „Magussi, in meiner Not habe ich dich gerufen, und du bist gekommen! Gekommen, doch um zu bleiben, und nicht um wieder fortzugehen?" Sie vermochte ihm nicht zu antworten. Wie er wieder Besitz von ihr ergriff! Er deutete ihr Schweigen falsch. Unruhe erfaßte ihn. Er richtete sich halb auf. „Du willst doch wieder fort? Oh, dann durftest du meinem Ruf nicht folgen, du durftest gar nicht erst kommen, konntest werden lassen, was wollte! Mir wäre dann wohler gewesen! Das Leben, das du mir wieder geschenkt, ist mir ganz wertlos ohne dich! Mit dem Eintritt in dieses Haus bist du auch wieder feine Herrin geworden! — Magussi, gib mir die Hand darauf, daß daß du mir wieder gehören willst als mein Weib —" bittend streckte er ihr die Hand entgegen, „ober lockt dich die bunte Welt da draußen mehr? Ist das Verzichten auf deine Erfolge und Triumphe fo schwer? Und ich brauche dich fo notwendig wie die Luft zum Atmen — Magussi." Leise, mit Anstrengung, in großen Pausen hatte er gesprochen, jedes Wort eine flehentliche Bitte. Und fie? — Ach, ihr Herz war voll überströmender Liebe für den blassen, wunden Mann. Tränen stiegen in ihre Augen; sie drückte das Gesicht in die Decke, die ihn umhüllte. Alles hätte sie für ihn tun können! Doch: hatte sie nicht alles schon für ihn getan? Hatte fie ihm ' nicht schon das größte Opfer gelobt, noch ehe fie ihn wiedergesehen? Oder war es ihr im Geheimen etwa schon wieder leid geworden? Aber durfte sie wortbrüchig gegen Gott werden, dem sie den geliebten Mann durch das Gelöbnis ihres Verzichts auf ihre Kunst abgerungen? Da durfte es doch kein nachträgliches Feilschen und Handeln mehr geben! Und war es denn so schwer, auf Glanz und Ruhm zu verzichten? War ihr nicht fo viel zugeteilt gewesen, daß sie bis zum Lebensende davon zehren konnte? Wie wog im Grunde das doch leicht gegen das Bewußtsein: du bist einem Menschen alles, einem Menschen, der dich zum Leben braucht! Ist das nicht das Höchste im Leben: sich selbst zum Opfer bringen und dadurch einem andern Glück zu geben? Gab das nickt die größte, innere Befriedigung, selbstlos für andere da zu fein? Dennoch war in Magussi noch ein kurzer, sehr bitterer Kampf; trotz ihrer Liebe fühlte fie die ganze Härte des Verzichts auf das, was ihr bisher Lebensbedingung gewesen und was sie sich durch schwere Opfer ertrotzt — um nun doch wieder im Alltag zu versinken. Sollte das der Sinn ihres Lebens gewesen fein? Eine unbeschreibliche Traurigkeit belastete ihr Herz. Sie preßte die Lippen fest aufeinander, daß kein Laut der Klage darüber kam — fie fühlte ja die drängenden, forschenden Blicke des Mannes, die sich an ihrem Gesicht förmlich feftfaugten. Ein schwerer saufzender Atemzug traf da wie ein Vorwurf, wie eine Mahnung ihr Ohr. Da fiel alles von ihr ab, was noch an eigenen Wünschen und Hoffnungen in ihrem Herzen wohnte — das Wunder inniger reiner Frauenliebe vollzog sich auch an ihr. Fortan wollte sie nur noch dem geliebten Manne leben, um den fie so bittere Schmerzen erlitten! Sie wandte ihm ihr blasses ergriffenes Antlitz zu und reichte ihm die Hand. „Ja, Eduard, ich will wieder bei dir bleiben als deine Frau, fo wie du es wünschest!" sagte sie mit feierlicher Innigkeit, und wie ein Gelöbnis klangen ihre Worte. Da atmete der Mann tief auf; er drückte ihre geliebten Hände gegen feine Lippen, gegen seine nassen Augen, vom Glück, dem übergroßen, überwältigt! „Mein Weib, meine Magussi, wie danke ich dir!" sagte er. In zarter mütterlicher Liebkosung strich sie über sein Haar. Ihr dunkler Blick ging in weite, selige, unwirkliche Fernen — dorthin, wo Selbstlosigkeit und Aufopferung ihren Lohn finden — ins W u n - derland der Liebe! — Ende — HEILEND-VORBEUGEND - LI NPERND-ERFRI5CHEND Tenor, in 5621 c Ein Lied geht um die Welt! Apfelmost 05312 5559 V Beginn meinte 05344a.b.Gieß.Anz. Donnerstag, den 14. Sept. 1933 Stein- und Kernobst aus dem weltbekannten Wetterauer Obstgebiet durch JletanwirKung in allen Drogerien, Apotheken und Sanitätsgeschälten zn haben. Ein Apothekenbesitzer schreibt: „In meiner langjährigen Praxis habe ich fast alle Hühneraugenmittel gebraucht, aber mit keinem hatte ich solch einen Erfolg wie mit Ihren „W- Tropfen“. Ich empfehle diese daher in meiner Apotheke jedem Patienten, der nach einem guten wirksamen Mittet fragt.“ umV Heirat möglich. Nur eritfprei' der Wurzel direkt in der Unterhaut. Der Schmers hört sofort auf; das lästige Hühnerauge wird weich \ und so lose, daß Sie es ernstge- hr. unt. k mltWurzel -\, Koblenz,Herbstein, den 12. September 1933. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 14. September, nachmittags 2 Uhr* statt. — Das Seelenamt ist Donnerstag fiüh 7 Uhr in der katholischen Pfarrkirche. Am Sonntagnachmittag 3V, Uhr verschied nach langer Krankheit im 47. Lebensjahre mein herzensguter und unvergeßlicher Gatte, unser treusorgender Vater, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Karl Ruhl Werkmeister am Physikalischen und Physikalisch• Chemischen Institut der Landesuniversität Gießen. Deutschlands 05333 Schottstraße 9. 05342 MMMrMelMMlW von Mitgiedern der allgemeinen Ortskrankenkasse Gießen-Stabt sind auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen außer den seither schon für diese Kasse tätigen Zahnärzten neu zugelassen worden: vr. Adam, vr.Brenning, vr. Gonter, Dr. Haubach, Dr. Hinrichs, Dr. Petsch, vr. Schüttler, vr. Wertheim. Sezlrlsgru-pe Sberheffen Im Reichsverband der Zahnärzte Dentist sucht Sprechziminerhilfe. Schrift!. Ang. unt. 5631D a. b. G. A. Bin unter der Nummer 2493 an das Fernsprechnetz angeschlossen. Elisabeth Lehrmund, Leichenfrau, Mittwoch, den 13. September 1933, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28, „Zum Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: 5620D Sofas, Tische, Sessel, 1 Chaiselongue, Schreibtische, Bücherschränke, Büfetts, 1 Kredenz, 1 Waschtisch, 1 Konsolschrank, Spiegel- und Kleiderschränke, Warenschränke, Pianinos, Schreibmaschinen, Nähmaschinen, Schäftesteppmaschinen, Registrierkassen, Grammophone, 4 Del- gemälde, 80 Flaschen Rotwein, 2 große emaillierte Oefen, 1 Partie Sensen, Sperrholzplatten, 2 Einbaustatore, 1 Typendrucker mit Elektromotor, 200 Mistbeetfenster, 2 grau-weiß gestreifte Drellpolster mit Kopfkeilen, 2 graue gesteppte Matratzenschoner, 3 Matratzen, 1 Personenwagen (Wanderer-Schönau, 40 PS). Junker, Gerichtoollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon,3383 Tüchtiges Tagesmädchen mit nur guten Zeugnissen, zum 1. Oktober gesucht. 6619D Alicenstraße 34 v. 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Physikalisches und Physikalisch-Chem. Institut der Universität Giefeen. 5616 D Wir betrauern den Tod unserer lieben A. H. ’ — • K Facnmgen zu H a u Str i n K-Ku JHMjtrHAL MB| . MD laus «Gießen a-Film rn von Valencia A / diF küi jjXI ßfnes-;0' ways-S. MS-L- ^nÄ»Ästet98 SudtW -SS-.K "d- 0« HöGe im tM! ' ", JÄ*>> * 6; |e”ele" und w^-L-ti" um nun ^'«Urife M, ki.1 Ä bij 5*n g ~ I« füblle , ?LWfe«rn ®?>Wf a ftÄRTÄfts ’^St*ein,r ,e M Wha«»«i6JU will wieder bei bir u •<. • bu °s Wunsches,'- 'Un!> ei" ®elibti,* ”*£ L»6» ... n «“■S« L !me ^1'' w-e danke ich dtr." ^Liebkosung strich^ ZLH-r — Ende — Premiere weltberühmte RnnMunk- eg Wi\ c ■ MeWj MW ch frischen Zwetschenkuchen Äpfelmost ®12 mnibus verkehrt täglich ab Lud- atz um 3.30 Uhr. Rückfahrt 6 Uy. ttiteeautt Wmarti Auhbach (Hessen) **** '/M Dienstag, ’2.$cpt?mber (953 Nr. 2(3 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gdei helfen, Wittenbergs große Luther-Keier Ugo Berber te fsee-Tiere in Fischer nur ; Bee Am Ende des 12. Jahrhunderts kamen mehrere bedeutsame Faktoren zusammen, die der Wander- beweaung neuen Antrieb gaben, so der große Lm» bruch der Nordsee, der die Zuidersee, bis dahin Binnensee, mit dem offenen Meere verband, dann die sorgenvolle Zeit in der flandrischen Tuchweberei, die Umänderung der sozialen Gliederung im Lehns- und Städtewesen und vor allem die große, durch die Kreuzzüge hervorgerufene geistige Bewegung. In den weiten Wiesen um die Schwanenburg am Niederrhein soll zum erstenmal das wunderbare Volkslied gesunden worden sein von den wagemutigen Landfahrern vor dem Aufbruch in die neue Heimat: „Nach Ostland wollen wir fahren .... ■ Die „zweite germanische Völkerwanderung" beginnen holländische Bauern, die mit ihrem Pfarrer den Utrechter Sprengel verließen und 1106 vom Bremer Erzbischof das Hollerland jenseits der Weser übernahmen; ihnen schlossen sich bald Leute vom Niederrhein, Westfalen, Thüringer und Franken an. Die Niederländer waren als tüchtige Deichbauer geschätzt, die Deutschen willkommen wegen ihrer Fertigkeit in der Urbarmachung von Mooren und der Rodung von Wäldern. Was den Deutschen eine besondere Üeberlegenheit gab, war die Geschlossenheit ihrer ererbten christlich-deutschen Kultur, der ein aus der deutschen Kaiseridee stammendes natio- Oben Aus der Ehrentribüne von links nach rechts Landesbifchof Müller, Schwedens Erzbischof Eidem Reichsinnenminister Dr. Frick, Reichsfinanzminister Graf Schwerin-Krosigk. — Unten: Eine Szene aus dem Luther-Festspiel „Propheten" von Hanns Johst, das im Schloßhof auf- geführt wurde. die phantastische Illumination, die von den Bewohnern der Meerestiese veranstaltet wird und sich häufig zu einem großartigen Feuerwerk steigert l’on 500 Meter Tiefe an konnte weder mit einem Spektro skop noch mit dem Photometer auch nur der ge- ringfte Lichtschein sestgestellt werden Trotzdem aber war es kaum nötig, das dem Auge vollständig schwarz erscheinende Wasser mit dem elektrischen Sucher zu durchleuchten Die Fülle der leuchtenden Tiere drängte „gerade zu dem Vergleich mit der Menge von Sternen in einer klaren mondlosen Nacht" aus, und die Stärke des von ihnen aus- gehenden Lichts genügte, um auch die nichtleuchtenden Tiere genau zu erkennen Das Licht der Tiefsee-Fische ist kein ungewisser Schein wie bei unfern Glühwürmchen, sondern ein scharf begrenztes deutliches Licht, das in mannigfachen Farben strahlt Am häufigsten ist ein fahles Blau, dann folgt fahles Grün, während rötliche und rosige Lichter seltener sind. In riesiger Menge und Als man zuerst oer|uchte, die Bevölkerung der Meerestiefen näher kennenzulernen, da war man auf die Fänge beschränkt, die durch Netze an die Oberfläche gezogen werden konnten Damit wurden die Tiere jäh aus ihrem Lebensbereich heraus- gerissen, und außerdem hing es vom Zufall ab, ob ein Tier in den Bereich des Hellen Plankton-Netzes kam, dem grade die beweglicheren und mit feineren Sinnesorganen ausgestatteten Tiere leicht entgingen. So konnte man kein zusammenhängendes Bild von Wesen und Art der Tiefsee-Fauna gewinnen, und die Wunder, die sich auf dem Meeresgründe abspielen, höchstens ahnen Der geniale deutsche Meeressorscher Ehun, der sich bei der Deutschen Tiefsee-Expedition zuerst ein- gehend mit diesen Lebewesen beschäftigte, hat es tief beklagt, daß ihm die unmittelbare Beobachtung versagt blieb. Es gelang ihm, durch Untersuchung an den gefangenen Tieren die mannigfachen und oiel- aeftaltigen Leuchtorgane festzustellen, und er sowie sein Mitarbeiter Brauer haben das meiste dazu getan, um den Bau der Leuchtorgane der Tiessee- tiere zu entschleiern Bei einem Tintenfisch fand Chun 22 solcher Leuchtorgane von zehn verschiede- nen Formen und schreibt über das Tier, dem er den Namen die Wunderlampe verliehen hat: „Wir wurden nicht wenig durch den wundervollen Glanz der Leuchtorgane gefesselt. Unter allem, was uns die Tiefsee-Tiere an herrlichen Färbungen barbieten, läßt sich nicht auch nur annähernd mit dem fast magischen Kolorit dieser Organe vergleichen Man mochte glauben, daß der Körper mit einem Diadem bunter Edelsteine besetzt sei: das mittelste der Augenorgane glänzte ultramarineblau, und die seitlichen wiesen Perlmutterglanz auf. von den Organen auf der Bauchseite erstrahlten die vorderen in rubinrotem Schillern, während die Hinteren silberweiß oder perlmutterfarben waren, mit Ausnahme des mittelsten, das einen himmelblauen Ton aufwies. Es war eine Pracht! Als ich dann das Tier in der Dunkelkammer konservierte, vermochte ich ein von einem Organ ausstrahlendes bläuliches Licht wahrzunehmen Glücklich der, dem es vergönnt sein wird, einmal die Wunderlampe in voller Pracht er- glühen zu sehen!" Schwanenburg und Marienburg. Beziehungen zwischen West- unO Ostmark. Von Hans Sturm. Acht schicksalsvolle Jahrhunderte spannen sich über die beiden machtvollen deutschen Kulturmale, die S ch w a n e n b u r g bei Kleve am Niederrhein und die Marienburg im Osten. Erst durch den Weltkrieg und die notvollen Nachkriegsjahre setzte in weitesten Volkskreisen das Verständnis em Jur die einander bedingten Zusammenhänge zwischen dem Rheinland und dem Ostland. Die Anfänge dieser Entwicklung gehen bis tief in das 12. Jahrhundert zurück. Die erste germanische Volkerwande- rung, die nicht nur die römischen Schranken an Rhein und Donau brach, sondern auch West- und Südosteuropa bis nach Nordafrika hin überflutete, gab dafür das ostelbische Land den nachdrängenden Slawen frei. Die vor 825 Jahren beginnende „zweite germanische Völkerwanderung", so nennt man die seit 1106 urkundlich nachweisbare Zuruckwanderung der Deutschen nach dem Osten, hat im gleichen Zeitraum, allerdings in bescheidenerem Länderraum sich bewegt, aber wahrend die erste kein nennenswertes Ergebnis für das Deutschtum ergab, etwa drei Fünftel des spateren den schen Gebietes den Slawen entrissen und so unserem Vaterlande jene Festigkeit gewonnen die für feine nachfolgenden wechfelvollen Jahrhunderte unerläßlich gewesen ist. Karl der Große, der seine Herrschaft bewußt auf di- Sander am Rhein stützte, stellte al- erster die Rückwanderung der Westgermanen unter staatlichen Schutz; so gewann auch die Niederwerfung der Sachsen doppelte Bedeutung: einmal schuf er einen wirksamen Schutz gegen die Slawen, und bann wurde das Sachsenreich Stutzpunkt für die Aus- wanderer. Zwischen Main und Donau entstanden neue Marken des Reiches, in denen die djararten. stischen Unterschiede Zwischen Ober- und Nieder- deutschland erstmalig starker hervortreten. Diese Unterschiede wurden bedingt durch die mächtige Gebirgskette des rheinischen SAiefergebirges bie nicht nur Ober- und Niederrhein landschaftlich trennt, sondern auch, unterstützt durch die einschneidende Mainebene, der deutschen Kultur und Wirtschaft verschiedene Wege wies. Diese Unten schiedlichkeit trat besonders deutlich zutage nach Leuchten der Xie1 Eva Kriner-Fischer in der bei Huao mühler in Berlin erscheinenden Zeitschrift 700 Meter unter dem Meeresspiegel Oie Wunderwelt der leuchtenden Tiesseefssche Dieser Glückliche, der das erblickte, was Chun geahnt, ist der Neuyorker Zoologe William ? b e, von dessen Beobachtungen über das - - - -----a er Tiefe dem Tode Karls des Großen im Auseinandersallen । der deutschen Stämme, die der „zusammenhallen- den Faust" nicht entraten konnten. Die Wechselbeziehungen bleiben bis weit in die neuere Zeit hinein von den Bodenverhältnissen abhängig. Arn Fichtelgebirge scheiden sich die Wege nach Südosten und Osten: wenn der Zustrom aus den oberrheinischen Landen schwächer wird, der vom Niederrhein aber zunimmt, so liegt es daran, daß immer neue Höhenzüge den oberrheinischen Nachschub hemmen, während Niederdeutschlands fruchtbare Ebene zwischen Schelde, Maas und Niederrhein unmittelbar mit der unteren Elbe und mit Oder und Weichsel verbunden ist. Heinrichs I. Kriegszüge galten noch der Sicherung der Ostmarken, die Erweiterung des Grenzgürtels unter Otto I. gab dem vom Rhein kommenden kulturpolitischen Antrieb frische Kraft. Dieser Kaiser hob auch die geistigen Beziehungen zwischen West und Ost, berief vom Rhein gelehrte Mönche und gründete Schulen als Bildungsstätten des Adels und Pflegestätten christlich deutscher Kultur unter den slawischen Stämmen. Naturforscher" berichtet. Beebe ist bekanntlich vor drei Jahren zum erstenmal mit einem von ihm angegebenen Tauchapparat in die Meerestiefen hinabgestiegen. Er benutzte da- bei eine zwei Tonnen schwere Taucherkugel, die Platz für zwei Personen bietet. Dabei kann der eine Beobachter die Hilfsgeräte bedienen, während der andere feine ungeteilte Aufmerksamkeit den Wun- bern zuwenden kann, die an ihm vorüberziehen. Für die Atmung sorgt ein Sauerstoffgerät sowie je eine vor Mund und Nase gebundene Vorrichtung, die die ausgeatmete Kohlensäure chemisch bindet. Die Tiere werden durch drei große sehr klare Quarz- feilster beobachtet, und zur Durchleuchtung des Was- fers aus etwa zehn Meter Entfernung dient eine tausend Watt starke elektrische Lampe. Beebe ist bei seinem letzten Vorstoß bis aus säst 800 Meter Tiefe hinabgekommen und konnte eine ganze Anzahl Tiefseefische zum erstenmal beobachten. Er hat so ihre seltsamen Organe kennengelernt, wie z B die wie Fernrohre aus dem Kopf herausragenden nach allen Seiten beweglichen Augen der Pfauenflunder oder den Magen des blauen Haies, der aus dem Maul wie eine vielfach gefaltete Zunge herausgestreckt wird und sich aus diese Weise von unverdaulichen Gegenständen befreit. .... Die wundersame Vergesellschaftung verschiedener Fische wurde ihm offenbar, die Aufbewahrung der ganzen Brut von mehi als 100 Tieren im Maul usw So erschloß sich ihm eine ganz neue Welt des seltsamsten Lebens, aber das erstaunlichste war doch mit erstaunlicher Lebhaftigkeit schossen die seltsam geformten Tiefseefische an den Fenstern der Taucher- tu^el vorbei, plötzlich ihre Lämpchen ein- und wie- derausschaltend, manche wie Schiffe mit einer langen Reihe blendender Lampen geziert, andere wieder von glühenden Lichtern umwogt, die an langen Fäden über ober unter dem Körper des Tieres durch das Wasser geistern Das Leuchten war „geradezu blendend" Bei den meisten dieser Leuchttiere bestehen die Leuchtorgane aus umgewandelten Hautdrüsen, die nach ihrem Bau und ihrer Lage sehr verschieden- artig sind In den meisten Fällen scheint das Leuchten von einem Leuchtstoff auszugehen, der von den drüsigen Zellen als Erzeugnis des Stoffwechsels ausgeschieden wird; fein Leuchten ist wohl auf ein Oxydationsoorgang zurückzuführen, für den teils die Blutgefäße, teils das unmittelbar an das Organ heranreichende Nährwaffer den Sauerstoff liefern Der Aufbau dieser Organe ist überaus vielgestaltig, bei manchen Organen finden sich Linsenkörper, die das Licht zu einem Strahlenbündel sammeln und die zum Teil farbig sind dann wieder tritt vor die farblofe Linse eine farbige Gallertschicht, um das Farbenwunder hervorzubringen. nales Zusammengehörigkeitsgefühl noch besonderen Glanz verlieh. Zwischen gerodeten Wäldern und urbar gemachtem Ackerland entstanden Klöster, Höfe, Burgen und Städte; weit mehr Sorgfalt als im Mutterlande verwandte man auf die Neugründungen. Die Städte im Westen nahmen nur noch als Ausgangspunkte der Kolonisationsidee an der weiteren Entwicklung teil, Lübeck und Magdeburg dagegen wirkten bestimmend auf das neue St ad tr echt jenseits der Elbe ein; von hier stießen die Ratsherren, deren Ahnen aus dem Westen kamen, weiter in den Osten vor, wie manche Ortsnamen verraten, z. B. der des Dorfes Kölln im Ermland an dem Flüß- lein Rhin: zudem führt dies Dörflern die heiligen drei Könige als Schutzpatron. Ein anderer Beweis für die engere Verbindung zwischen West und Ost ist die herrliche gotische Backsteinbaukunst. Erneuten Anteil nahm die Westmark an den Geschicken des Ostens während der Entstehung und Entfaltung des deutschen Ritter-Ordens, in dem alle deutschen Städte vertreten waren. Als die Länder am Rhein von Kämpfen widerhallten, bewährten sich die ostdeutschen Landschaften als die stärksten und zuverlässigsten Teile des Reiches. Viele der markanten Führer des Ordens kamen aus dem Westen: Heinrich Walpott von Bassenheim (Mosel) regte die Trennung der Deutschherren von den Johannitern an, die vom Orden nach Masovien gesandten Kundschafter wurden von Otto von Schleiden (Eifel) geführt, der Heimathof Winrich von Kniprodes, der die westliche Kultur im Ordenslande heimisch machte, lag am Niederrhein: rheinische Maler, Goldschmiede und Baumeister wirkten an den Ordensbauten mit. Nach der Schlacht bei Tannenberg (1410) ebbte die mächtige Welle kulturpolitischer Bestrebungen ab, die nun beginnende politische Zwietracht und die damit verbundene geistige Zersplitterung beschworen dunkle Tage der deutschen Geschichte heraus. Doch die Arbeit war nicht vergeblich getan. Was Karl der Große begonnen, Heinrich der Städtebauer und Otto I. fortführten und der deutsche Osten planmäßig betrieb, ist Deutschlands unübertroffene Stärke im Osten geblieben. Und der Gedanke hieran wurde immer wieder lebendig und gerade in den Zeiten furchtbarster Schicksalsschläge. Fruchtbare Aecker hat der Große Kurfürst, hat Friedrich der Große an Warthe und Weichsel angelegt, bis der Osten die reiche deutsche Kornkammer wurde. Dann tarn der Wellkrieg und damll Deutsch- Buntes Allerlei. Schatzsucher im hohen Norden. Das ganze Gebiet der sog. Aordwelt.Territorien von Kanada bedeckt eine Fläiche von kost 2100000 qkm und bat nur eine Bevölkerung von 9723 Seelen. Dieses weite Gebiet ist nocd wenig eriorscht. Noch immer lind die Nordwest-Territorieu das Land geheimer Hoffnungen und vermuteter Schätze Bevor die Erschließung für die Weltwirtfchaft erfolgen kann, muh noch eine riesige Forschungsarbeit geleistet werden. Gegenwärtig ist wieder ein englilches Forschungsschiff, die .Nascopie" zu diesem Zwecke unterwegs. Sie besucht die verstreuten Niederlastungen, Häsen und Handelspunlte an den entfernteren Stellen der Hudson-Bay-Küste, bringt den dort wohnenden Einsamen langersehnte Vorräte und Nachrichten und soll außerdem das Psianzen- und Tierleben studieren, sowie nach Bodenschätzen suchen Dem Forscher wird die Arbeit hier nicht leicht gemacht. Die Tage sind entweder sehr lang oder sehr kurz: die Nahrungs- zuluhr ist überaus zweifelhaft und die Gefahr des Verhungerns groß, wenn man sich nicht aus dem Lande selbst ernähren kann. Doch der Nkenschengeist läßt sich dadurch nicht abschrecken, und in den letzten Zähren ist «es immer klarer geworden, daß dieies Gebiet ein wahres Schatzhaus darstellt, in dem einst viele Menschen leben werden, um die Weltmärkte mit Holz und Mineralien zu versorgen. 3n erster Linie beschäftigt die Nahrungsfrage die Gelehrten. Man hat in den Versuchslaboratorien neue Weizen- formen gezüchtet, die in kürzerer Zeit reifen und daher während des Sommers hier angebaut werden können. Wo dec Mensch aber Korn für sein tägliches Brot findet, da vermag et auch festen Fuß zu fassen. 3n den großen Strömen gibt es Fische im Überfluß, und durch einen der seltsamsten Wanderzüge der Geschichte hat man jetzt eine Nenntierherde nach dem Notdwesten gebracht, die mehr als zwei Jahre unterwegs war. Diese Tiere sollen die Grundlage für eine Großzucht bilden, die den nötigen Fleischvorrat liefert In wachsendem Umfang werden Fluglinien geschaffen, die den hohen Norden mit den volkreichen Städten des Südens verbinden, und wenn die Zeit reif ist, wird ein regelmäßiger Flug« verkehr das zum Leben Notwendige herbeischaffen. Die Wetterverhältniffe sind allerdings furchtbar, aber der Mensch vermag vieles auszuhallen, und die Ungunst der Witterung wird durch die Kultur überwunden. Vorläufig ist die Ausbeutung der hier ruhenden Bodenschätze noch in den ersten Anfängen. So werden sich zum Beispiel die gewaltigen Radium- Lager am großen Bären-See erst auswerten lasten, wenn die Transportverhältniste bester geworden sind. 1931 wurden Silberlager gefunden und Ende 1932 waren bereits gegen 4000 Plätze zur Ausbeulung von Mineralien aller Art vergeben. Die Zahl wächst zusehends, Denn die Glücksjäger kommen aus allen Richtungen mit dem Flugzeug. Kupfer, Zink, Blei, Nickel wird abgebaut, und die große Bewegung wird immer mehr Schatzsucher nach dem hohen Norden locken. Sensation im Hofbräuhaus. Dor 25 Jahren trug sich im Münchener Hofbräuhaus eine Sensation zu, die seinerzeit weit über Bayerns Grenzen hinaus Aussehen erregte. An diesem „schwarzen" Tage verlangte nämlich ein Gast im Großen Saal — zwischen Maßkrügen und Weißwürstln — ein Glas Zitronenlimonade! Er bekam es tatsächlich vorgesetzt und trank es auch aus, — trotz der fassungslosen Blicke aller Anwesenden. Heute noch erzählen sich die Stammgäste voller Grausen diese schier unglaubliche Geschichte und spülen die Erinnerung mit einem kräftigen Schluck herunter... Das Kess der Wassermelone. Das kleine Dorf Vurgasot in der spanischen Pro» vinzDalenzia rühmt sich,die schönstenWastermeonen in ganz Spanien hervorzubringen und veranstaltet seit allersher jedes Jahr ein .Fest der Wassermelone", bei dem eine Ausstellung und ein Wettbewerb mit Singen von Volksliedern und der Vorführung von Volkstänzen verknüpft ist. Das eigenartige Fest lockt viele Neugierige an, die sogar aus andern Provinzen herbeiströmen. 3n diesem Jahr lands dunkelste Zeit, aber Deutschlands Kraft ist geblieben und wird bleiben im Westen und Osten, denn zu Glück und Not hat das deutsche Schicksal West- und Ostmark zusammengeschmiedet, und aus dem Zusammenhall und dem Zusammenarbeiten der beiden wächst uns wieder das größere Deutschland auf. Zeitschriften. — „M utter und K i n d", Zeitschrift für Ernährung, Pflege und Erziehung des Kindes. Verlag Elwin Staude. Osterwieck am Harz. — Das Septemberheft enthält u. a. folgende Beiträge: „Wie erziehen wir unsere Kinder im Geiste Adolf Hillers zu deutschen Menschen?"; „Die ersten Schritte ins Leben": „Vererbung und Erbpflege"; „Schlecht essende Kinder": „Gesundheitsmäßige Kinderkleidung"; „Klinik- oder Heimentbindung'?" von Freda Kulessa. Besonders interessant ist ein Bildbericht eines Erwerbslosen über das erste Lebensjahr seines Erstgeborenen. Die inhaltreiche, gut illustrierte Zeitschrift bringt immer viel Anregendes und Nützliches für Mütter und Kinderpflegerinnen. — In der neuesten Nummer der Jllustrir» t e n Zeitung (I. I. Weber, Leipzig) wird u. a. in Heinrichs Hausers Beitrag „Der Weg des Dichters zur Nation" eine neue große Dichtkunst angekündigt. — Die zahlreichen Abbildungen von den gewaltigen nationalen Kundgebungen in Tannenberg, am Niederwalddenkmal, in Thüringen und in Nürnberg zeigen, wie man sich bei uns seiner großen Vergangenheit wieder bewußt wird. Diese stolze Vergangenheit, dieses wertvolle Fundament oes neuen Ausbaues, klingt auch in dem vorliegenden Heft an: über die Vorgeschichte Germaniens und seine Entdeckung durch Pytheas berichtet Prof. Dr. Friedrich Behn. — In die Blütezeit mittelalterlicher Kunst führt der Aufsatz von Dr. Eberhard Lutze, der dem größten Nürnberger Bildschnitzer, Veit Stoß, gewidmet ist. — Der Befreiung Wiens von den Türken, an der sich zahlreiche namhafte deutsche Fürsten heldenmütig beteiligten, wird anläßlich der 250. Wiederkehr dieses Tages gedacht. dotf)fd>u(nod)ricbt«L Professor Dr. Hans Gerber an der Universitär (Tübingen erhielt einen Rus auf den ordentlichen Lehrstuhl für öffentliches Recht an Der Universität Hamburg. I wurden die ersten drei Preise für Wassermelonen verteilt, die 40, 38 und 35 kg wogen. Dabet handelt es sich aber nur um Gröhe und Gewicht. Es folgte eine Würdigung und Auszeichnung des Geschmacks durch blondere Sachverständige und den wegen ihrer Gröhe preisgekrönten Wassermelonen, die sich als die wohlschmeckendsten erwiesen, wurde dann noch ein Zusatzpreis zuerkannt. OaS hessische Baugewerbe und der Autostraßenbau. WSN. D a r m st a d t, 11. Sept. Die Staats- Pressestelle teilt folgendes mit: Gestern fand im Staatsministerium unter Vorsitz von Ministerialrat Prof. Knapp eine Besprechung der im Reichs- verband des Ingenieurbaues und im Mitteldeutschen Arbeitgeberverband für das Baugewerbe, sowie den dazugehörigen Organisationen zusammengeschlossenen Baufirmen statt, bei der eingehend über die Beteiligung an den Bauarbeiten für die Autostraße Frankfurt — Heidelberg — Mannheim verhandelt wurde. Auch Dr. Lindemann von der Abteilung III nahm an der Besprechung teil. Nach langen Verhandlungen einigte man sich schließlich über die Grundsätze, die bei der Einreichung von Angeboten gewahrt werden sollen. Der Vorsitzende sprach am Schluß die Hoffnung aus, daß dadurch den Interessen des hessischen Baugewerbes gedient werden möge. Kundgebung der hessischen Friseure in Darmstadt. D a r m st a d t, 10. Sept. (WSN.) Der Landesverband Hessen und Hessen-Nassau der Friseure hielt in Darmstadt eine große Kundgebung ab Die Grüße der hessischen Regierung überbrachte Dr. Lindemann, die der Stadt Darmstadt J:.>pek- tor K r a u s k o p f. Nach der Weihe von „roci 9n- nungs-Sturmsahnen für den Krei-werbond D irm- stadt-Stadt und Darmstadt-Land sprach der Vertreter des Ortsgewerbevereins und der Haqo S ch ä' f e r, woraufLandtagsabgeordneterFrifeurobermei- ster Renz (Alzey), der Führer der deutschen Friseure, über „Wirtschaftsmoral im neuen Deutschland und der Friseure im Ständestaat" sprach. Die Kundgebung schloß mit einem dreifachen .Sieg- Heil!" auf den Reichspräsidenten, den Reichstanzli-r und die deutsche Nation. MiläiimMgungdttHessischenSamMolomen Offenbach a. M., 11. Sept. (WSN.) Aus allen Gauen des Hessenlandes kamen am Samstagnachmittag die freiwilligen Sanitäter vom Roten Kreuz nach Offenbach, wo vor 25 Jahren der Landesverband Hessen vom Roten Kreu^ gegründet wurde. Der Abend vereinigte sie in der großen Halle des Stadtgartens zu einer Begrüßungsfeier, zu der die- Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden erschienen waren. Kolonnen- arzt Dr. G r o s ch (Offenbach) hielt die Begrüßungsansprache, die mit dem Gelöbnis schloß, dem Führer, dem sich die Sanitätskolonnen des Roten Kreuzes freudig unterstellt haben, auch weiterhin treue Gefolgschaft zu leisten. Ein begeistert aufgenommenes „Sieg-Heil!" auf Volk und Vaterland beschloß die Ansprache. Nach dem Deut chlandlied hielten weitere Begrüßungsansprachen Oberbürgermeister Dr. S ch ö n h a l s (Offenbach), der der Offenbacher Freiwilligen Sanitätskolonne einen Scheck über 100 Mark aus dem Dispositionsfonds der Stadt überreichte, Polizeioberst a. D. Schröder im Namen des Hauptoorstandes des Landesverbandes Hessen vom Roten Kreuz und Brandinspektor W. Frankl für die Gashauptschutzstelle für Hessen. Der eigentliche Festakt des Jubiläums fand am Sonntag statt. Der Tag wurde mit einer Totengedenkfeier im Stadtgarten eingeleitet. In der darauf folgenden Tagung hielt Studienrat Weiß (Darmstadt) die Festansprache. Er verlas den Bericht des durch Erkrankung verhinderten Ehrenvorsitzenden Hauptmann a. l. s. Lotheissen und kam auf die Gründung des Verbandes zu sprechen, der ein Kind des Hessischen Landesvereins sei. Der Redner verwies auf die mustergültigen Satzungen für die Kolonnen und die Verbandssatzung, ferner auf die Mitarbeit an der 1930 erschienenen Dienstordnung, auf die Arbeiten im Versorgungs- und Versicherungswesen der Kolonnenmitglieder, die Abhaltung von Vorträgen usw. Aber das Ziel, das der Verband seit langem verfolge, sei noch nicht erreicht. Immer wieder fänden sich neue Aufgaben und neue Arbeitsgebiete. Dyr Redner brachte zum Schluß den Wunsch zum Ausdruck, daß sich der Verband in den kommenden 25 Jahren im Dritten Reich weiter gesund entwickeln möge und die nationalen Bestrebungen auch die des Verbandes sein möchten. Ge- heimrat von Hahn überbrachte darauf im Auftrag des Hessischen Landesvereins die herzlichsten Gruße und Glückwünsche. Er brachte den Wunsch zum Ausdruck, daß der Verband noch viele Jabre in gleicher Tätigkeit bestehen möge. Ob das in der bisherigen Form geschehen könne, werde die Zukunft zeigen. Das eine wisse man aber, daß auch in Zukunft mit den Kolonnen eine enge und stete Verbindung gehalten werde, die man niemals entbehren könne. Der Führer des Reichsverbandes deutscher Sanitätskolonnen Dr. Koch überbrachte die Glückwünsche des Reichsverbandes und betonte, daß Reichsverband und Landesverband Hessen feft zusammengehören. Nach weiteren Ansprachen von Kreisdirektvr Dr. Merck und Kommandant Schulz, der die Glückwünsche der hessischen Freiwilligen Feuerwehren überbrachte, überreichte der Vorsitzende des Hessischen Landesverbandes, Pro- vinzialinspekteur Dr. S ch l i n k einigen verdienstvollen Herren Ehrenurkunden, und zwar den Kameraden Schneider, Dr. Grosch (Offenbach) und dem ehemaligen Kolonnenführer Georg W > l f. In der Tagung des Landesverbandes teilte Geheimrat von Hahn mit, daß der P"üsident des Deutschen Roten Kreuzes die 2. Klasse des Ehrenzeichens des Deutschen Roten Kreuzes dem Provm- zialinspekteur für die Provinz Starkenburg Dr. med. Hans Simeth und Georg Griesheimer verliehen habe. Polizeioberst a. D. Schröder hielt dann einen Vortrag über das Thema „Gaskrieg und Luftschutz". Denkmaisweihe der ehem. 27er IeldaMensten. Eindrucksvolle Feier in Gegenwart des Reichsstatthaliers Sprenger. Mainz, 10. Sept. (WSN.) Im nahen Gonsenheim, in dem viele Jahre hindurch die erste Abteilung und der Regimentsstab des ehemaligen 1. Nassauischen Feldartillerie-Regiments Nr. 2 7 (Dranien) gelegen hatten, wurde heute aus Anlaß des 100jährigen Bestehens des Regiments in der Horst-Wessel-Anlage zur Erinnerung an das. Regiment und seine Gefallenen ein Gedenk st ein eingeweiht. Das von der Ortsgruppe Gvnsenbeim gestiftete Ehrenmal, eine über 4 Meter hohe Säule aus Muschelkalk, von Klinkersteinen flankiert, trägt in seinem Oberteil ein Relief mit einem auffahrenden Geschütz und der Widmung. Die Ortsstraßen trugen reichen Flaggenschmuck. Den Auftakt zu der Feier bildete die.Faynen- weihe der Ortsgruppe Mainz. Nach den G o t • tesbienften am Sonntag fand in der Turnhalle in Anwesenheit des Reichsstatthalters Sprenger, der Vertreter der staatlichen, kommunalen und kirchlichen Behörden, sowie Der Abordnungen der nationalen Verbände, Militär- und Ortsoereine, ein Seftaft statt, in dessen Mittelpunkt die Festrede des Studienrats Dr. Kaiser- Wiesbaden stand. Der Redner warf in markanten Worten einen Rückblick auf die ruhmreiche Geschichte des Regiments und schloß seine Ausführungen mit dem Appell an die Festteilnehmer, den Führern des Deutschen Reiches als den Vorbildern echter Vaterlandsliebe nachzueifern. Nur bann könne Deutschlanb ben Aufstieg erleben. Sein Hurra auf bas Regiment unb seine Bruber- unb Tochterformationen würbe begeistert ausgenommen. Dann erklang bas Deutschlanblieb. Nach bem Festakt fanb unter starker Beteiligung der Bevölkerung die Weihe des Ehrenmals statt. Um bas Denkmal herum hatten Vertreter ber Irabitionsbatterie, ber nationalen Formationen unb ber Militärvereine mit ihren Fahnen Aufstellung genommen. Einen Ehrenplatz vor bem Denkmal nahmen bie alten Veteranen ein. Nach bem Eintreffen bes Reichs st atthalters unb ber Ehrengäste spielte bie SA.-Kapelle „Die Himmel rühmen bes Ewigen Ehre". Ein Chorgesang leitete zur Weiherebe Des Majors a. D. Pfeiffer- Mannheim über. Als er ber Gefallenen bes Weltkrieges unb ber für bas neue Reich Gefallenen als ber Wegbereiter beutfdjer Zukunft, deutscher Größe unb Ehre gebuchte, spielte bie Kapelle bas Lieb vom guten Kameraben. Nach ben Worten: „Leuchtenb soll bas Denkmal vor uns stehen als Gedenkstein für unsere Gefallenen, als Erinnerung an unsere alte Garnison, als Zeichen unverbrüchlicher Verbunbenheit ber 27er mit ber Gemeinbe Gonsenheim unb zwischen Volk unb Heer unb als Mahnstein für bas lebende und kommende Geschlecht, das walte Gott!" fiel unter Salutschüssen unb unter ben Klängen bes Präsentiermarsches bie Hülle. Der Festrebner verlas fobann ein Begrü- fjungstelegramm bes Reichspräsibenten unb Begrüßungsschreiben bes ehemaligen Kaisers unb bes Großherzogs von Hessen. So- bann ergriff AeichSstatihatter Sprenger bas Wort. Er führte u. a. aus: Ein solcher Tag, der uns Gelegenheit gegeben hat, ben Opfer- unb Helbensinn unserer Väter zu verehren, muß uns auch Veranlassung geben, einen Blick in bie Zukunft zu werfen. Deutschlanb ist, wie immer in seinen besten Tagen, umgeben von Feinbeshaß, ber nimmer Deutschlanb sich entfallen lassen will. Eine neue Zeit tritt an, bie nicht weniger hart sein barf als bie Vergangenheit. Unb ist es uns nickst vergönnt, bas deutsche Volk in Bataillonen zu formen, so formen wir uns zu friedlicher Arbeit. Dieser neue Weg ist uim ersten Male von einem Führer aus dem Volk beschritten worden. Dieser Weg hat uns die innere Freiheit gebracht, yat bie Zwietracht überwunden. Das deutsche Volk ist von sich aus und von sich heraus durch den Freiheitskampf Adolf Hitlers eine Einheit geworden, die niemals zerstört werden kann. Die Vergangenheit soll uns richtunggebend sein. Die Zukunft weist uns neue Wege. So wird dieses neue Deutschland seinen Weg gehen und durch Die Organisierung der Arbeit wird es die Anerkennung ber ganzen Welt erreichen. Die kurze Zeit von Januar bis heute wirb auch bem letzten Volksgenossen gezeigt haben, baß bieser Weg g e - rabe unb sauber ist, ein Weg, ben jeber Volksgenosse gehen kann unb gehen barf unb mit Stolz gehen muß. So wollen wir gebenfen bes Helbentums bes beutfdjen Volkes, bas fortleben wirb im Volk ber Arbeit. Dieses Volk ber Arbeit ist sich bewußt, baß, wenn es hart ist an Geist unb an Körper, es eine Kraft barstellt, bie in ber Lage ist, wenn es sein muß, Lanb unb Arbeit zu sichern unb zu erhalten. Nachbem ber Reichsstatthalter ber zwei Millionen deutschen Sol- baten, bie im Weltkriege gefallen sind, unb ber Gefallenen bes Freiheitskampfes gebacht hatte, rief er zu einem Treugelöbnis für ben Reichspräsi- Deuten auf. Er schloß mit einem von ber Versammlung stürmisch aufgenommenen breimaügen Hell auf ben Volkskanzler Abolf Hitler, bem jungen Führer ber Deutschen. Unter ben Weisen bes Horst-Wessel-Liebes würbe fobann ein Kranz bes Statthalters am Ehrenmal niebergelegt. Nach bem Deutschlanb-Lieb übernahm ber kommissarische Bürgermeister von Gonsenheim, I a - cobi, das Denkmal in bie Obhut ber Gemeinbe. Es folgten bann unzählige Kranzniederlegüngen. Ein Vorbeimarsch ber nationalen Derbänbe, der Militär- und Ortsvereine vor dem Reichs- st a 111) a 11 e r und den Ehrengästen beschloß die feierliche Veranstaltung. Todessturz eines SA-Mannes mit dem 2Roi). Fulda, 11. Sept. (WSN.) Zwei hiesige SA.° Leute, die mit ihren Fahrrädern zur Einweihung der Amtswalterschule nach Weyhers gefahren waren, kamen heute nacht auf ber Rückfahrt in ber Nähe von Memlos zu Fall. Sie wurden in das Landeskrankenhaus nach Fulda überführt, wo ber eine, ber schwere Schäbelbrüche unb i n - nere Verletzungen erlitten hatte, unb zu- bem noch ins Wasser gestürzt war, heute nacht gegen 3 Uhr verschieb. Es handelt sich bei dem auf so tragische Weise um sein junges Leben Gekommenen um ben 18jährigen Duchbinder- lehrling Otto Fleck. Die Verletzungen bes zweiten jungen Mannes erwiesen sich als ungefährlich. Oie Opfer von Monza. * W t.. Ä Beim Rennen um den Großen Preis von Monza ereigneten sich — wir berichteten bereits barüber — mehrere schwere Unfälle, benen bie Sieger aus zahlreichen Autorennen, bie Italiener Campari unb Bor- zacchini unb ber französische Weltrekor^sahrer Graf Czaikowski zum Opfer fielen. — Links: Giuseppe Campari. — In ber Mitte: Mario Borzacchini. — Rechts: Graf Czaikowski. Der „Tag des Pferdes" in Darmstadt. 2) ar mftab t, 10. Sept. (WSN.) Der unter bem Protektorat von Reichsstatthalter Sprenger unb Ministerpräsident Dr. Werner stehenbe „T a g bes Pferbes" war für ben Veranstalter — Darmstäbter Reiterverein — wie auch für bie hessische Pferbezucht unb Reiterei ein ungeahnter Erfolg. Hatten sich bereits am Samstag zu ben Zugleistungsprüfungen, ber Stuten-Prämiierung unb ber Hufbeschlag-Prämiierung zahlreiche Zuschauer eingefunben, bie babei außerorbentliche Leistungen sahen, fo waren am Sonntagnachmittag ungezählte Tausende bei ben Hauptvorführungen anwesend, bie beim Einmarsch Der einzelnen Abteilungen ber Turnierteilnehmer, insbefonbere ber SA.-Reiter- ftürme, lebhaften Beifall fpenbeten. Am Sonntagvormittag würben bie am Samstag begonnenen Vorprüfungen unb Volkssportübungen beenbet. Lebhaftes Interesse erweckte bann ber Umzug von etwa 100 Gespannen burch bie Straßen ber Stabt nach bem Turnierplatz. Hier reihten sich in bunter Folge bie Wertung ber Fahrzeug-Gruppen, ein von erfreulichem reiterlichen Können unb liebevoller Verbunbenheit mit dem vierbeinigen Kameraden zeugender Aufmarsch der hessischen SA.-Reiter und Schaunummern an. Besonders eindrucksvoll war der Aufmarsch von zwölf Kriegspferde. Von ihren Haltern ober Felbzugsreitern unter lebhaftem Beifall vorgeführt, würbe bie Vorführung zu einer dankerfüllten Ehrung für ben Helfer im Weltkrieg. Außerordentlich stark beseht waren bie verschobenen Dressurprüfungen und Springkonkurcenzen. die zahlreiche fehlerfreie Ritte über die zum Teil recht schweren Parcourse brachten. Die Schaunummern „Das Pferd in seinen Rassen", beginnend mit den kleinen Shettlandponies bis zu unseren ganz schweren Zuchtschlägen", „Das Pferd in seinen Leistungen", „Jung-Darmstadt" unb bie Schul-Quabrille ernteten viel Anerkennung. Unter ben Ehrengästen sah man auf ben Tribünen u. a. ben Reichsstatthalter Sprenger, ben Minister- präfibenten Dr. Werner, ben ehemaligen Großherzog mit bem Erbprinzen, ben ßanbesbauern- präfibenten Dr. Wagner unb ben Darmstäbter Oberbürgermeister Dr. Müller. Bei ber Großstadt-Gespannparade erhielt jede Gruppe für bas beste Gespann eine golbene Schleife unb einen Ehrenpreis unb jeber Fahrer eine silberne Erinnerungsmebaille. Der Göring-Preis, eine Vielseitigkeitsprüfung für Anfänger, holte sich bie Patrouille Nieberramstabt vor Walbmichelbach 1. In ber vorgeschrittenen Abteilung fiel ber Preis an bie Patrouille Griesheim 99 vor Groß-Umstabt. Den Prinz-Fried- rich - S i g i s m u n b - Erinnerungspreis, eine Eignungsprüfung f ür Reit- p f e r b e, holte sich Hauptmann Rettig auf Dr. Wienanbs „Fahnentreue" vor Frl. M. auf „Flip". Die Höchstleistungen im Zuge an dem amerikanischen Zugkraftmeßwagen blieben unentschieden, da die Gespanne der Brauerei Hildebrandt in Pfungstadt und des Landwirts Schultheiß- Heuchelheim das Gewicht von 294 Zentner über die oorgeschriebene Strecke zogen. Der Arnazonen-Preis, ein Damen» Schaufahren für Einspänner, fiel außer Konkurrenz an die Hengststation Trebur, Fahre- rin Frau Dr. Sender. Der 1. Preis fiel an K. A. v. Baur, Hof Stubenwald, Fahrerin Frau v. Baur. Der Landstallmeister-Spörke- Preis, eine Dressurprüfung ergab ein totes Rennen. Der erste Preis fiel an Dr. H. W i e n e n d auf „Flip" vor Wachtmeister Trautmann von der Bereitschaftspolizei auf „Feith". Die G e - mischte Stafette, bestehend aus Trabreiter, Läufer, Radfahrer, Galoppreiter, Motorradfahrer holte sich Polizeisportoerein vor Sturmbann I bes Stahlhelms unb ber SA. Stanbarte Sturm 17 Darmstadt. Der Preis bes neuen Deutfd)- lands, ein G l ü ck s j a a b s p r i n g e n über 20 Hinbernisse, holte sich ebenfalls H. W i e n e n b auf „Meise". Der Preis ber Stabt Darm- stabt, ein Jagdspringen ber Klasse I, fiel an Hauotmann Spatz von ber Bereitschaftspolize« auf „Adler". Oer neue Landrat des Kreises Biedenkopf. B i e b e n k o p f, 11. Sept. (WSN.) Rechtsanwalt Pönisch in Winbecken (Kreis Hanau) ist zum Landrat des Kreises Biebenkopf ernannt worben. Wegen Preiswuchers ins Konzentrationslager. Dillenburg, 11. Sept. (WSN.) Wegen Preiswuchers unb beleibigenber Steuerungen gegen bie Regierung mürbe Der hiesige Hänbler Herz verhaftet und dem Konzentrationslager zugeführt. Kreis Wetzlar. Wetzlar, 11. Sept. (WSN.) In der Röhren- gießerei der Buderusschen Eisenwerke verunglückte Der 23jährige Arbeiter Erich Bill aus Naunheim schwer. Er wurde von einem Elektrokarren, den er führte, in voller Fahrt gegen einen Eisenbahnwaggon gedrückt. Dabei erlitt er einen schweren Schädelbruch und mehrere Rippenbrüche. Sein Zustand ist bedenklich. * Bieber, 12. Sept. In der Kurve unweit des Bahnhofes ereignete sich gestern gegen 17 Uhr ein schwerer Verkeyrsunfall Der 28jährige Fritz S t e i n m ü 11 e r von Rodheim, der mit seinem Motorrad unterwegs war, nahm anscheinend die Kurve zu kurz, fuhr auf einen Steinhaufen und stürzte dabei so unglücklich von seinem Kraftrad, daß er einen Schädelbruch erlitt. Er wurde zunächst in das Bahnhofsgebäude gebracht und bann durch die Gießener Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chirurgischen Klinik in Gießen übergeführt. Der Zustand des bedauernswerten Mannes ist ernst. Kunst und Wissenschaft. Preußens Intendanten zu Göring berufen. Wie der „Angriff" meldet, sind sämtliche Inten- danten, gegebenenfalls deren erste Stellvertreter, von Ministerpräsident Göring für Dienstag, 11 Uhr, nach Berlin in den Preußischen Landtag berufen worben. Ministerpräsident Göring unb Kultusminister Rust werben bei bieser Gelegenheit Ansprachen halten. Den Vorsitz ber Tagung wirb Staatskommissar Hinkel führen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbtnblichkeit der Schriftleitung.) 6. S. Kriegselterngeld kann im Falle der Bedürftigkeit gezahlt werden, wenn nachgewiesen wirb, bah ber Gefallene ber Ernährer seiner Eltern gewesen ist ober voraussichtlich geworden tdäre. Der Gefallene muß nicht der erstgeborene Sohn sein. irtschafi 'XX' Frankfurt beruhigt, zum Teil kräftig erholt. Frankfurt, 12. Sept. (WTB. Drahtmeldung.) An der heutigen Mittagsbörse kam bie Abwärtsbewegung ber letzten Tage zum Stillftanb, unb bie Stimmung war sichtlich beruhigt. Zwar lagen bei Eröffnung noch einige Abgaben vor, bie aber nicht nur glatt ausgenommen wurden, sondern darüber hinaus bestand bei der Kundschaft auf der ermäßigten Basis Kaufinteresse, bem sich auch bie Spe- fulation mit Meinungskäufen anschloß. Ob seitens ber Banken etwas nachgeholfen wurde, war nur schwer zu erkennen. Die Kursbildung war noch uneinheitlich, es überwogen aber meist Befestigungen um durch- schnittlich 1 bis 1,50 o. H., denen vereinzelte Rück- Bim gleichen Ausmaß gegenüberftanben. Die Jjtätigfeit war relativ lebhaft. Die Farbenaktie eröffnete mit 106,25 o. H. um 1,25 o. H. fester und zog rasch auf 107,75 v. H. an, während die Nebenwerte des Chemiemarktes noch um 0,25 bis 0,50 o. H. nachgaben. Am Elektromarkt waren Be- kula um 2,50 v. H. unb Licht & Kraft um 2,75 v. H. fester, wogegen Siemens, Schuckert unbOeffürel noch bis zu 1 v. H. niebriger einsetzten. Kräftig erholt waren bie meisten Kurse bes Montanmarktes, so u a. Mannesmann, Stahloerein unb Rheinstahl mit je plus 3 v. H., sowie Gelsenkirchen mit plus 2,25 v. H. Im übrigen eröffneten u. a. Conti-Gummi 3,50 v. H., Aku unb Daimler je 1,13 v. H„ Reichs- bank 1 v. H. hoher, bagegen AG. für Verkehr 1,40 o. H. unb Allgemeine Lokal unb Kraft 1,25 vH. niebriger. Schiffahrtsaktien, Zement Heibelberg, Zellstoff Walbhof unb Sübbeutfche Zucker waren gut gehalten. Am Rentenmarkt trat ebenfalls eine Befestigung ein. Altbesitz gewannen 0,75 v. H., späte Reichs- schuldbuchforderungen 0,38 v. H., Neubesitz 15 Pf., Stahlvereinbonbs gaben 0,13 v. H. nach, Reichsbahnvorzugsaktien lagen im selben Ausmaß hoher. Am Pfandbriefmarkt kam überwiegend noch etwas Angebot heraus, so daß die Kurse für Goldpfand- briefe und einzelne Kommunalobligationen noch bis zu 0,50 v. H. nachgaben, während Liquidationspfandbriefe meist etwas befestigt waren. Stadtanleihen lagen unverändert, Staatsanleihen ruhig. Von fremden Werten bröckelten Bagdad - Bahn Serie II etwas ab. Im Verlaufe war die Haltung recht uneinheitlich. Während IG. wieder bis auf 106 o. H. zurückgingen, waren andere Werte, besonders am Montanmarkt, nochmals fester und zwar bis zu 1,50 v. H. Das Geschäft wurde wesentlich ruhiger. Deutsche Anleihen unb Reichsschuldbuchforberungen blieben auf bem Anfangsniveau behauptet. Tagesgeld war zu 3,50 v. H. etwas gefragt AmtSverkündisurrsEatt für die Rrovinzialdirektion Oberdeffen und W das (Sieben •• E sw j s - — " in ' o o (’);; e? B « S- -^ft »ä. 6) ä-2 -E -7 « ty « (9 K N ft (w ft 5? ft c <• N- ft s ft » ff ft 5? N K CO fO Oi ■c ß) e e E 5 c ft L ** ESS »- • d G N 0 5 Z 5 -eru IN'' scn nii "•ro-' lich 1 S>o?“ r- S o = &Z> rC HI W S D E - KZ !-> es tÄwräi^ber NW. Dr. Müll?r?°" $Qrm,lä6t« für Vas^ß/ff «Lr" J0 r “ ö« 'ZSLLL 10 ?Nnnerungsprei« -Ptujunfl füt jj cij’ ^aiytmann «Rettig Ä lreue °°r Fll. M, a!( W' »n j? 3ufle an bem atneti- iftmefroagen blieben unenl. ie. ©Spanne bet Brauerei in Piungilabt unb bes Canb. eitz-Heuchelheim bas Gewicht w über bie oorgefchtiebeue Streife zogen. en.'Prels, ein Samen, für Gmfpänner, fiel außer Hengststation Trebur, Fahre- encker. Ser 1. Preis fiel an Hof Stubenwalb, Fahrerin Frau indstallmeister-Epörke- reffurprüfung ergab ein totes Preis fiel an Dr. h. Dienend 'd)tmeifter Zr aut mann von h$ei auf „frltt)*. Sie ®e. te, beftefjenb aus Zrabrelter, Galoppreiter, Motorradfahrer toeretn vor Sturmbann \ bes r SA. Stanbarte Sturm 11 eis bes neuen Deutsch- Ls'zaubspringen über 20 ich ebenfalls h. Wien enb auf ceis bet Stabt Sarm- bfpringen ber Klaffe I, fiel patz von ber Bereitschaftspolizei nffurf beruhigt teil Mffigerbolt 19 Levt ;a ft u Q 2, ft ft K K ft K K K ft N ft gt <3> a -S ft E -- 5' -ö ft „.2M#«6 mH*** «•S'ÄfAS ”S*L« ' -L N°ÄV^ Au- b«> „ nu«««" °°»"C- ®'”°“ *L '••"l41"«51 <.< $«!)««» ri4WjÄl‘ii6ii Ml Wichtige Zei die amiti Berlin, 121 Heid)^abineH SW nad) T tot die Genfer T teilungen. Ausfuhr! über agtatpoHl die in der hauptM messen- pre. e luslellen. Dos kam der deutschen Land, kömmlicher sesler 1 werden muh. Auf fulation in Gei verhindert, doh, wie wirt unter einen I Rohmen des sländisli dem Reichsminister den die organischer einen Preisschu Gebiete der Selreidk hältnisse schassen Dos Reichvkobinel seh über wirlscho Reichsministcrium fü gonda ein Derber schast gebildet wird somte össentliche und AussteL-ungs-, Wesse Die wirlfchaflswerbu de-» Werberates, die Abgabe abhängig t terhin oerab/chieöe/e b. über Gewährung ji/r llnletflüfjung bei nidjet Wette in bei Lürgerfteuer im : übet das Tetbot des-1 jeugni’^en untet 5 Das Gesetz i toi Berlin, 12. Sc: Wirtschaftswerbung heitlicher und wirksai gesamte össentliche > zeigen-, Ausstellungs der Aussicht des ausgeübt durch den $ Wirtschaft, dess mmister für Volksau Einvernehmen mit t berufen werden. W e ausführt, beda des Werberateteilung der Genehm e-ner Abgabe a. kann für bestimr Ausnahmen ^om Ger h >.n der Begründung ^h-n charakterisiert d durch organifato das ! Sterna fte, «BTft. ,?U>8°nwe en« fann. 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