nr. 187 ^rühauSsabe 185. Jahrgang Samstag, 12. August 1933 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Poftfd?edfonto: 8rontsurl am Main liess, vnitk vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitäls-Vuch. und Steinörnderei R. Lange in Gießen. Schnftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7. Ir /nu von Anzeige» für < Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« Klameanieigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20“, mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschcin undfürdenAn- zeigenteil i.D. Th.Kümmel sämtlich in Bietzen Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Bietzener Familienblätler Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustriert« . 1.80 . Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 8ernfprechanschlüste unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben. Frankreichs Saaroffensive. Von Th Doqel-Äerli Wer in Deutschland noch daran gezweifelt hat, daß m T.e nJ,5e,d) &ic Saarfrage noch vor der -uolrsQbfhmmung durch Gewalt zu lösen beab- flchtigt, dem werden die Augen durch einen Leit- o^tikel geöffnet, den die Leitung „Figaro" 213) am 1. August veröffentlichte. Augenschein- lich halt man es jenseits der Vogesen nicht mehr für notwendig, seine räuberischen Absichten gegenüber der deutschen Saar noch irgendwie schamhaft zu verschleiern. Man wirft deshalb jede Maske ab und 3cigt (ein wahres Antlitz. Bereits die Ueberschrift des „Figaro"-Artikels, die sogar für die Eingeweihten des Saarproblems in Deutschlands immerhin überraschend ist, zeigt sich von bemerkenswerter Offenheit; sie lautet nämlich: „Warum zögern wir »och, im Saargebiet zur Offensive u b e r z u g e h e n ? " Gleichzeitig stellt der Artikelschreiber fest, daß leider die öffentliche Meinung Frankreichs über die Bedeutung der Saarfrage völlig unzureichend unterrichtet sei und sich durchaus kein wahres Bild über die Heftigkeit des Kampfes mache, der dort entbrannt fei. ^5 folgt nun ein Wutausbruch des Verfassers einmal über die bedeutende Abwehrarbeit des Bundes der Saaroereine, dessen vaterländische Tätigkeit Frankreich 14 Jahre hindurch an der Saar zu fühlen bekam, anderseits über die Veranstaltungen, die das Deutsche Reich in jüngster Zeit unter Hinzu- Ziehung unserer saarländischen Volksgenossen abgehalten hat und noch weiterhin vorbereitet. Selbst die harmlosen Kundgebungen, wie die deutscher Gesang- und Turnvereine, werden in diesem Zusam- menhang dem französischen Leser als schwere Bedrohungen der französischen Sicherheit dargestellt. Es wird dann behauptet, der deutsche Terror gegen die Anhänger Frankreichs an der Saar verstärke sich von Tag zu Tag. Demgegenüber werden die von der angeblich neutralen Saarregierung erlassenen Verbote zahlloser reichsdeutscher, sowie deutsch gesinnter Saarblätter und die Massenentlassungen von Arbeitern, die sich zu ihrem Deutschtum bekannt haben, durch die französische Grubendirektion als „harmlose und völlig unzureichende" Gegenmaßnahmen hingestellt. Und dann wird die große Trumpfkarte auf den Tisch geworfen; wörtlich heißt es da: „Wir Franzosen verfügen indessen über wirkliche Waffen, und wenn wir mit deren Anwendung zögern, so ist das ein lächerliches Unrecht, weil uns dabei eine übertriebene Achtung vor dem fair p 1 a y bestimmt. Vor solchen Gegnern, die vor nichts zurückschrecken, steht man schon im voraus als Besiegter da, wenn man nicht mit äußer st er Gewalt han- d e I t!" Wer die französische Einstellung zur Saarfrage infolge jahrelangen Sludiums kennt, der weiß, was solche Worte in Wirklichkeit bedeuten. Da die S a a r- bevökkerung mit verschwindend geringen Ausnahmen kerndeutsch ist, ist Frankreich an der Saar tatsächlich „im voraus besieg t," wenn es fair play treibt, d. h. IegaIund ungestört die Volksabstimmung z u - standekommen läßt. Wir sind den französischen Saarpolitikern dankbar dafür, daß sie ihre Karten so offen aufdecken. Wenn sich auch jeder deutsche Volksgenosse von vornherein darüber klar war, daß die systematische Verbreitung von Greuel! ü gen über angeblich deutschen Terror an der Saar hur zur Begründung kommender französischer Gewaltmaßnahmen bienen sollte, so ist doch jetzt der letzte Zweifel darüber zerstreut, zu welchem Zwecke die französische Saarpropaganda der gesamten Welt diese Märchen aufgetischt hat. In diesem Zusammenhang möge der vom „Figaro" veröffentlichte Hetzartikel wiederum für sich sprechen: „Es ist notwendig, daß die französische Regierung aus ihrer Neutrali- tüt herausgehe und vor aller Wett (Urbi et Orbi) kundtue, daß, wenn die Ehre des Völkerbunds in der Frage der Freiheit und Sicherheit der Saarabstimmung auf dem Spiele stehe, die Ehre Frankreichs es erfordere, diejenigen zu schützen, die sich an der Saar für seine Sache opfern." Fragt man nun, worin die „wirklichen Waffen" Frankreichs zur Verteidigung feiner angeblichen Saarehre bestehen, so bekommt man auch hierauf vom „Figaro" eine ziemlich unverblümte Antwort: Zwar sei der Kampf um die Volksabstimmung an der Saar ein getarnter Krieg (une guerre larv^e), doch sei dies bereits während dieses ganzen „Zustandes eines bewaffneten Friedens", angefangen vom 11 November 1918. der Fall gewesen. Frankreich habe im Eaargebiet die allergrößten Erfolgsaussichten. Es fehle ihm nur die notwendige Entschlossenheit, diese auch unter vollem Einsatz auszunutzen. Ein derartiges Zugeständnis französischer Gewaltherrschaft an der Saar vom November 1918 bis zum heutigen Sage haben wir bisher in der französischen Presse noch nicht gefunden. Die Saarbevölkerung hat leider nur zu sehr am eigenen Leibe erlebt, wie dieser „getarnte Krieg" von feiten Frankreichs geführt worden ist- Gibt man solches heute in Paris schon offen SU, wie furchtbar wird dann erst die nackte Gewalt gegen öic Saar aussehen, zu der ich übrigens neuerdings nicht nur der „Figaro" und andere Organe der französischen Rechten, sondern auch eine große Neihe scharf links gerichteter pazifistischer Blätter Frankreichs bekannt haben Skandalöser Grenzzwischenfall -ei Traunstein. Ein österreichischer Heimwehrmann macht bei einem Besuch des Neichsstatthatters von Württemberg von der Schußwaffe Gebrauch. Stullgarl.il. Aug. (OB.) Unter der Heber- fdjrift „SkandalöferGrenzzwifchenfall“ berichtet der „NS.-Kurier" von einem Vorkommnis in der Nähe von I r a u n ff e i n, wo der würllem- bergische Reichssialthaller feinen Urlaub verbringt. Der Reichsflalthaller kam in Begleitung mehrerer Herren bei einem Ausflug an die baye- rifch - österre 1 chifche*Grenze bei Klobenstein. Da die Inschrifttafel an der österreichischen Grenze entfernt worden war, wurde ein Heimwehrmann aus einem österreichischen Grenshäuschen herbeigerufen. Er kam mit Karabiner und aufgepflanztem Seitengewehr und erklärte, die Jnfchrifttafel fei auf höhe- ren Befehl entfernt worden. Einen Herren aus der Begleitung forderte er auf, fein Parteiabzeichen abj ulegen. Als der Reichsftatt- Halter sich in der Richtung des bayerischen Hoheitgebietes entfernt und eine wegkrüm- mung erreicht hatte, rief ein Schüler aus München, der sich in der Gesellschaft befand, „h e i t h i t t e r!“, worauf der heimwehrmann in Anschlag ging und einen scharfen Schuß in der Richtung des ihn beobachtenden SS.-Mannes Benk abgab. Der „NS.-Kurier" bemerkt dazu: „wenn auch die äugel fehl ging, so beweist doch der Zwischenfall in einwandfreier Weise, welche verbrecherische Gesinnung die Starhemberg-Söldlinge gegen alles Deutsche an den Tag legen.“ Wie ENB.-Dienst ergänzend meldet, handelt es sich bei dem einen Herrn aus der Gesellschaft des Reichsstatthalters von Württemberg, den der heimwehrmann aufforderte, fein Parteiabzeichen abzu- legen, um Dr. Menzel aus Stuttgart, während sich weiter Herr R e i s ch l e vom Südfunk in Stuttgart in der Begleitung befand. Gin angeblicher Attentatsplan gegen Starhemberg. Wien, 11. Aug. (TU.) Der Landessicherheits- direktor für Oesterreich teilt einen angeblichen A n - schlagsversuch gegen den Bundesführer des Heimatschutzes Ernst Rüdiger von Star- Hemberg mit, der allzu deutlich den Stempel der Unwahrscheinlichkeit trägt. Danach habe ein stellungsloser Gutsverwalter Franz Wolf den Polizeibehörden in Linz mitge- teitt, daß er bei einem Aufenthalt in Deutschland von dem früheren Gauleiter der NSDAP, in Oberösterreich, Andreas Bolek, der sich augenblicklich in Passau aufhätt, veranlaßt worden sei, einen Sprengstoffanschlag gegen den Fürsten Starhemberg durchzuführen. Zur Einholung näherer Weisungen für die Durchführung des An- schlages sei er an den SA.-Führer Brunner in Linz verwiesen worden. Brunner habe ihm jedoch geraten, aus Linz zu verschwinden, und habe ihm auch noch zehn Schillinge Reisegeld zur Rückreise nach Deutschland gegeben. Da er, Wolf, aber seine Internierung in Deutschland befürchtet und sich andererseits auch in Linz nicht mehr sichergesühtt habe, habe er die Angelegenheit den Polizeibehörden zur Anzeige gebracht. Der SA.-Führer Brunner, der ebenso wie der Linzer Kaufmann Gustav Nobel, der früher Bezirksleiter der NSDAP, war, verhaftet und ins Polizeigefängnis eingeliefert wurde, hat, wie es in dem amtlichen Bericht heißt, bei feiner Vernehmung zugegeben, daß er Wolf aus Mitleid das GeldfürdieRückreifenoch Deutschland gegeben habe. Im übrigen habe Brunner ebenso wie Nobel jede Kenntnis von einem angeblichen Plan eines Anschlages auf den Fürsten Starhern- bera in Abrede gestellt. "lles, was bisher über diese Angelegenheit mit- geteilt wird, klingt so unwahrscheinlich, daß es sich wohl um eine noch dazu recht ungeschickt aufgemachte bestellte Arbeit handeln dürfte. Bericht eines ausgewiesenen Zeitungskorrespondenten. München, 11. Aug. (£11.) Am Freitag- abend sprach im Bayerischen Rundfunk der frühere Wiener Korrespondent der „Münchener Zeitung", Hermann Hönig. über feine Ausweisung aus Wien. Er schilderte die einzelnen Vorgänge der Verhaftung und der Verhöre und gab der Ansicht Ausdruck, daß der Ausweisungsbeschluh gegen ihn von vornherein geplant war und die Verhöre nur Formsache waren. Bekanntlich wurde Hönig nach Salzburg abgeschoben. Für diese Maßnahme kann die österreichische Regierung nicht einmal das Betätigungsfeld für die NSDAP, geltend machen, denn von den vier verhafteten Korrespondenten reichsdeutscher Blätter war nur ein einziger auch parteimäßig Nationalsozialist, während die drei übrigen der NSDAP, nicht angehörten. Der verhaftete Korrespondent der „Germania", Riedl, war sogar Kartellbruder der Herren Dollfuß und S ch u s ch n i g. Sein einziges „Verbrechen" war, die Politik des Bundeskanzlers Dollfuß nicht immer glücklich gefunden zu haben. Der Kampf gegen den Nationalsozialismus habe, so führte der Redner aus, das eine gute, daß er olles, was wirklich nationalsozial ist, zusammenbringe. Doch die nationalen Verbände, die die Regierung gestatte, dienten nur dazu, ihr ein nationales Aushängeschild zu bieten. Wer national sei, müsse auf der Seite Adolf Hitlers st e h e n. 3n Oesterreich wachse heute der Nationalsozialismus an dem widerstand, den man ihm entgegensetze. Die Gegensätze verschärften sich immer weiter. Die Erbitterung der Nationalsozialisten werde immer größer und größer. An der Explosion dieser unerträglichen Erscheinung könne aber niemand ein Interesse haben. Wolle man wirklich Frieden schaffen, so müsse man dem Nationalsozialismus sobald wie möglich auch in Oesterreich sein Recht geben. Verurteilung „mutmaßlicher Anstifter" in Innsbruck. Innsbruck, 11. Aug. (WTB.) Die Polizei hat den Oberstleutnant d. R. Ferdinand v. L ü - tzow und den Privatbeamten Eberhard Quirs- f e l d zu je sieben Wochen Arrest und zur gemeinsamen Zahlung von 250 Schilling an die Tiroler Heimwehr-Hilsspolizei als Buße verurteilt. Die Verurteilten wurden dafür verantwortlich gemacht, daß unbekannte Täter auf die Felswände der Innsbrucker Berge Hakenkreuze aufzeichneten und nachts andere Hakenkreuze hoch über dem Inntal auf leuch ten ließen. Es ist dies die erste Verurteilung unter Haftbarmachung der mutmaßlichen Anstifter ohne Verhaftung und Bestrafung der wirklichen Täter. Der Aufmarsch der irischen Blauhemden verholen. Dublin, 12. Aug. (WTB.) Die Regierung! des Irischen Freistaates, die sich gestern abend in einer fiabinettsfifjung unter dem Vorsitz de valeras mit dem für den kommenden Sonntag geplanten Propagandaaufmarsch der faschistischen „Blauhemden“ befaßte, hat diese Kundgebung verboten. Oie Vorbereitungen der Blauhemden. ßonbon, 11. Aug. (WTB.) Während das irische Kabinett heute über ein Verbot der faschistischen Parade am Sonntag beriet, hat General O'Duffy Anweisungen für den Marsch seiner Anhänger erteilt. Als Tracht sind Blauhemden, schwarze Krawatten, dunkle Hosen und keine Kopfbedeckung vorgeschrieben. Der G e n e r a l wird selbst mit verschiedene Mitgliedern des Parlaments an der Spitze des Zuges marschieren, der von 100 Be- rittenen angeführt wird und aus 15 Kompagnien bestehen soll. Nach der Rede des Führers beim Denkmal der in der irischen Revolution erschossenen Freiheitskämpfer, wird sich der Zug nach deren Gräbern begeben. General O'Duffy und der frühere Präsident Cosgrave erklärten, keinen Staats- streich zu beabsichtigen. Die Regierung hat in- dessen alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen, und wie „Star" berichtet, Jollen in den Regierungsgebäuden in der Nähe des Denkmals 60MannmitMau- fern, Maschinengewehren und Trä- I nenggasbomben in Bereitschaft stehen. Die Blauhemden der Nationalgarde sind unbewaffnet. Wie verlautet, sind geheime Verhandlungen zuin Zwecke einer Bereinigung der Partei des Exvrösi- denten Cosgrave mit den Anhängern des Generals O'Duffy im Gange. Letztere haben offiziell den faschistischen Gruß eingeführt. Die Areihejts-Kämpser-Aerbü'nbe in Estland verboten. Reval, 11. Aug. (XU.) Die estnifche Regierung Xoennlffon hat auf dem Verordnungswege für das gesamte Staatsgebiet Estland den Ausnahmezustand verhängt und ferner sämtliche Freiheitskämpfer- verbände verboten und aufgelöst. Das Organ der Freiheitskämpfer „Der ftampf“ wurde beschlagnahmt. Ferner wurden sämtliche sozia- listischen Iugend - und ttampfverbände verboten und aufgelöst. Für die gesamte Presse ist eine Vorzensur eingeführt worden. General 3 o n f o n , der Kommandant der Revaler Division, ist zum Ehef der esl ländischen Innenoerteidigung ernannt worden. Das vermögen der geschlossenen verbände wurde sichergestellt. Soweit bisher bekannt ist, ist die Auflösung der Verbände reibungslos erfolgt. Die Begründung für die Neigung zur Gewalt. London, 11. Aug. (TH.) Nach einer Meldung von „Times and Tide" besagen die zur Zeit aus dem Saargebiet bei dem französischen Geheimdien st einlaufenden Berichte übereinstimmend, daß die überwiegende Mehrheit der Saarbevölkerung die Wiedervereinigung mit Deutschland verlangt. Die französischen Berichte machen hierfür den Einfluß des Nationalsozialismus verantwortlich. (Bekanntlich war es niemand anders als die französische Saarpropaganda, die der Wett einzureden versuchte, daß der Sieg des Nationalsozialismus in Deutschland einen für Frankreich günstigen Einfluß bei der Saarabstimmung zur Folge haben würde. D. Red.) „Times and Tide" erklären dagegen mit Recht, daß das Verlangen der Mehrheit der Saarbeoölkerung nach Rückgliederung an das Reich nicht zu überraschen brauche, weil die Bevölkerung durchweg deutscher Abstammung sei, fügen dann aber den mysteriösen Satz an, daß Frankreich alles daransetzen werde, um das im Saargebiet z u retten, was es sich dort zu seinem eigenem Vorteil geschaffen habe. Zum Schluß folgt die Feststellung, daß sich jetzt die „ersten Schattenzeichen" der Saarabstimmung bemerkbar machten. Gigli dankt dem Kanzler-. Berlin, 11. Aug. (TU.) Beim Überschreiten der deutschen Grenze hat der Führer der italienischen Avanguardisten, Legionskommandant G i g l i, dem Herrn Reichskanzler in einem sehr herzlich gehaltenen Telegramm den Dank für die Aufnahme in Deutschland ausgesprochen. falsche Gerüchte über Vizekanzler von Popen. Berlin, 11. Qlug. (CNB.) Don zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Die in einem Teil der ausländischen Presse in den letzten Tagen auf» tauchenden Gerüchte, daß der Dizekanzler von P a p e n sich um den Posten des deutschen Bo tschafters in Paris bemühe, sind vollständig aus der Luft gegriffen und entsprechen in feiner Weise den Tatsachen. Der Neichsparieiiag der NSDAP. Nürnberg, 11. Aug. (TU.) Das Programm für den R e i ch s p a r t e i t a g der NSDAP, wird nunmehr von der NSK. veröffentlicht. Die Tagung beginnt am Mittwoch, 30. August, mit einem Empfang der Parteiführer und der Spitzen der Reichs- und Staatsbehörden durch die Stadtvertreter im Rathaussaal um 20,30 Uhr. Vorher läuten alle Kirchenglocken Nürnbergs den Parteitag ein. Am Donnerstag nachmittag spricht der Füh - r e r auf dem großen Frauentag in der Luit- pold-Halle. Sodann beginnen die Sondertagungen. Am Freitag findet dergroßeParteikongreß statt, der vom Stellvertreter des Führers, Rudolph Heß, eröffnet wird. Nach einer Begrüßung durch den Gauleiter Julius Streicher verliest Gau- (eiter Adolf Wagner eine Proklamation des Führers. Nach Vorträgen über Rassenfragen und Außenpolitik spricht der Führer, der später nochmals auf der Kulturtagung das Wort nehmen wird. Am Samstagvormittag ist ein 21 m t s m altera p pell, am Nachmittag eine Kundgebung der Hitlerjugend. Monftrekonzerte der SA.- und SS.-Kapellen und das geroaltiofte Feuerwerk der Wett. Am Sonntag nimmt der Füh- rer auf dem Adolf-Hitter-Platz den Vorbei- marsch der SA. ab. {Jür den Reichsparteitag der NSDAP, werden besondere P h o t o a u s w e i s e nicht ausgestellt. Lediglich die Photoberichterstatter der großen Zeitungen und Büros erhalten Presseausweise. Allgemeines Verbot des Photo- graphierens wird nicht erlassen werden. Es steht also den sonstigen Photographen frei, im Rahmen der diensttuenden SA., SS. und Polizei private Aufnahmen zu machen. Es wird neuerlich davor gewarnt, mit der Möglichkeit von privater oder sonstiger Unterkunft in Nürnberg zu rechnen. Alle Hotels und erfaßbaren Privatquartiere kommen lediglich durch die Organisationsleiter zur Verteilung. Auch für private Begleitpersonen von Pressevertretern können Quartiere nicht gestellt werden. Landesbischof Mütter tritt fein Amt an. Berlin. 11. Aug. (TLl.) Landesbischof Müllerhat am Donnerstag seine Amtsgeschäfte im Evangelischen Oberkirchenrat übernommen. Zu seiner Begrüßung versammelten sich die Mitglieder, Beamten und Angestellten des Evangelischen Oberkirchenrats im Plenarsitzungssaal. Dr. Werner und Oberkonsistorialrat R a p - mund richteten ein herzlich gehaltenes Wort des Willkommens an den neuen Landesbischof, auf das dieser mit Dank erwiderte. Hierauf ließ sich der Landesbischof die Mitglieder, Beamten und Angestellten der obersten Kirchenbehörde persönlich vorstellen. Landesbischof Müller hat anläßlich seiner Berufung zum preußischen Landesbischof folgendes Gruhwort an dieGemeindenderalt- preußischen Landeskirche gerichtet: „Als erster Landesbischof der evangelischen Kirche der altpreußischen Union grüße ich alle Gemeinden, Pfarrer und Kirchenführer. 3d) bin mir der großen Verantwortung bewußt, die ich mit meinem Amt übernommen habe. Aus diesem Verantwortungsbewußtsein heraus will ich mit freudigem Gottvertrauen an die Arbeit gehen. Der Zustand der Zerrissenheit, der Anruhe, des Mißverstehens und des Mißtrauens muß beendet werden. Wir müssen uns darauf besinnen, daß nur einer unser aller Mei st er und Führer ist: Christus. der Herr und Heiland. 3m Gehorsam gegen ihn und seine ewige Wahrheit wollen wir uns die Hände reichen, treue Arbeit tun. einander brüderlich zu verstehen suchen und die frohe Botschaft verkünden, die uns anvertraut ist. Wenn wir in innersterGebetsgemein- schäft ans Werk gehen, dürfen wir darauf vertrauen, daß der himmlische Vater unsere gemeinsame Arbeit segnet." Ser neue sächsische Landesbischof. Dresden. 11. Aug. (TA.) Am Freitag trat im Sächsischen Landtage die 16. evangelische Landessynode in ihrer neuen Zusammensetzung zur ersten öffentlichen Sitzung zusammen. Pfarrer Koch wurde einstimmig zum sächsischen Landesbischof gewählt. Rach Dan- kesworten des neuen Landesbischofs begründete Dr. K l e n i ch die Vorlage über den Gesetzentwurf zur Aenderung der Kirchenverfassung. Darin wird der Landesbischof ermächtigt, alle bisher dem Landeskonsistorium, dem Landeskirchenausschuh und dem ständigen Synodalausschuß zustehenden Rechte auszuüben. Ohne Aussprache stimmte die Synode dem Ermächtigungsgesetz zu. Landesbischof Friedrich Koch, der neugewählte Landesbischof von Sachsen, wurde 1887 in Eisenach geboren. Seine theologische Ausbildung empfing er an den Aniversitäten Rostock und Leipzig. Während des Krieges war er als Feldgeistlicher tätig. Aach einer sechsjährigen pfarramtlichen Tätigkeit in Freiberg wurde er 1927 nach Dresden als Vereinsgeistlicher der 3nneren Mission berufen. Gleichzeitig übernahm er die Geschäftsführung des Evangelischen Presseverbandes. 3n dieser Stellung widmete er sich den vielgestaltigen Aufgaben der evangelischen Presse- und Oesfentlichkeits-Arbeit. Seit 1931 ist Landesbischof Koch Mitglied der ASDAP. und hat als Gaufachberater für kirchliche Angelegenheiten aktiv an dem politischen Leben teilgenommen. Altpreußische Generaliynode am 5. September. Berlin, 11. Aug. (CAB.) Wie dem Preußischen Pressedienst der ASDAP. mitgeteilt wird, tritt die G e n e r a l s y n o d e der Evangelischen Kirche der A l t p r e u h i s ch e n A n i o n, um ein Zusammentreffen mit dem nationalsozialistischen Parteitag in Nürnberg zu vermeiden, erst am 5. September zusammen. Die Aufgabe der neuen Generalsynode ist die Bestimmung der für die erste deutsche Aationalsynode zu entsendenden Mitglieder. Oie Welt soll die Wahrheit nicht hören. Rußland verbietet ausländischen Journalisten die ungehinderte Reise und freie Berichterstattung. Königsberg, 11. Aug (CAB.) Der Moskauer Vertreter der „Königsberger Allgemeinen Zeitung" berichtet seinem Blatte u. a.: Den ausländischen 3ournali st en in Moskau ist dieser Tage amtlich durch die zuständige Presseabteilung des Außenkommissariats die feierliche Eröffnung gemacht worden, daß das Verlassen der Hauptstadt ohne Genehmigung verboten sei. Die Gültigkeit der Einreisebewilligung und des bei längerem Verweilen erforderlichen Aufenthaltsscheins wird damit lediglich auf Moskau beschränkt, ohne daß bei Erteilung des Visums hiervon Kenntnis gegeben wurde. CL handelt sich um eine einseitige Verletzung zwischen st aatlicher Abmachungen. Das deutschrätebündische Aie- derlassungsabkommen beispielsweise steht ausdrücklich vor, daß Deutsche im Rätebund zum mindesten und grundsätzlich mit den 3nländern gleichgestellt sind. 3hnen ist außerdem das Recht gewährleistet, ihren Beruffrei aus zu- üben. Aach dem Rätegeseh über das Monopol der Aachrichtenvermittlung nach dem Ausland können nur solche Personen sich im Rätcbund journalistisch betätigen, die von der Presseabteilung des Auhenkommissariats anerkannt worden sind. Aur solche akkreditierte ausländische 3ournalisten trifft somit auch das jetzige Reiseverbot. Jür den Fall einer Ikbertrefung des neuen Verbots ist eindeutig die Ausweisung angedroht worden, also eine Strafe, die Zeitungsleuten gegenüber nur in ganz schweren Fällen angewendet wird. Fragt man sich nach den Gründen für das Verbot, auch wenn von amtlicher Seite solche nicht angegeben werden, so muh man wohl zu der Aeberzeugung kommen, daß die Räteregierung Moskau und Amgebung für einen goldenen Käfig hält, während jenseits der Gitter» stäbe Dinge vor sich gehen, die zweckmäßig dem Anblick durch kritische Augen entzogen werden. Es ist für die Welt kein Geheimnis, daß die Entwicklung der Landwirtschaft im Rätebund, besonders in allen den Gebieten, die von der Kollektivierung stark erfaßt wurden, zu außerordentlich trübem Ergebnis geführt hat. Gerade die volksreichsten und für die Getreidewirtschaft wichtigsten Landstriche, die Ukraine, der Aordkaukasus, das mittlere und untere IDol- gagebiet, weiter auch Zentralasien und kasakstan haben in diesem Jahr schlimmen hunger gelitten, der gewaltige Menschenopfer gefordert hat. Ein zahlenmäßiger Ueberblick ist vorläufig unmöglich. Es mag also der Räteregierung gegenwärtig nicht bequem sein, die dort alltäglichen Bilder des Elends und Grauens offenen ausländischen Augen darzubieten. Aber auch Reisen in Gegenden, die nicht zu den Hungergebieten rechnen, werden kurzerhand verweigert. Zwingend drängt sich der Schluß auf, daß auch die Sicherheit Des ausländischen Reisenden nicht mehr gewährleistet und daß der Behördenapparat zur Ueberwachung und Geleitung solcher Reisenden nicht mehr fähig ist. Praktisch sind unauffällige Reisen von Ausländern in die Provinz schon seit vielen Jahren nicht mehr möglich gewesen. Bei dem völligen Mangel an privaten Beförde- rungs-, Unterkunfts- und Ernährungsmöglichkeiten war der Ausländer stets gezwungen, die Unterstützung, oft sogar der allmächtigen GPU. in Anspruch zu nehmen, sofern er etwas sehen und sich bewegen wollte. Stets also wurde er so bequem bewacht und meist zugleich geleitet. Auch diese Kontrolle genügt anscheinend den Sowjetmachthabern nicht mehr. Die Aeichsregiemng schützt die Sintaufsaenoffepschafien Berlin, 11. Aug. (WTB.) Das Reichswirt- schaftsmimsterium hat am 10. d. M. folgende Verlautbarung an die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels E. V. gerichtet: Auf das gefällige Schreiben vom 22. Juli d. I. erwidere ich ergebenst, daß von feiten der Reichs- regierung keinerlei Maßnahmen beabsichtigt sind, die sich gegen d e n B e st a n d d e r Einkaufsgenossenschaften richten. Gegen solche Maßnahmen würde ich auch erhebliche Bedenken geltend machen müssen, weil sich die Einkaufsgenossenschaften in der gegenwärtigen Krise, nicht zuletzt durch die von ihnen geförderte Erziehung ihrer Mitglieder, gerade für den mittel- ständischen Einzelhandel als eine wertvolle Stütze erwiesen haben. Dazu kommt das Bedenken, daß durch Zerstörung oder Minderung der nicht unbeachtlichen materiellen Werte, die in den von den Einkaufsgenossenschaften geschaffenen Unternehmen, besonders in den Einrichtungen des „Edeka-Verbands" enthalten sind, neue Unruhe in weite Wirtschaftskreise getragen werden würde. Schon deshalb bin ich der Meinung, daß alle Maßnahmen unterbleiben müssen, die eine unmittelbare Bestandsgefährdung der Einkaufsgenossenschaften des Einzelhandels bedeuten. Keine Warenhaussteuer in Preußen. Die Erhöhung der Filialsteuer. Berlin, 11. Aug. (CAB.) 3m Anschluß an die vor einigen Tagen ergangene Verordnung über die Warenhauszweigstellensteuer teilen jetzt der preußische 3nnenminister und der Finanzminister in einem Runderlaß mit, daß die preußische Staatsregierung von der Ermächtigung, eine Warenhaus st euer einzuführen, oder den Gemeinden die Einführung zu gestatten, keinen Gebrauch gemacht habe. Die Einführung einer Warenhaussteuer ist somit in Preußen im Rechnungsjahr 1933 in jedem Falle unzulässig. Bezüglich der landesrechtlichen Filialsteuer bleibt es bei den bisherigen preußischen Bestimmungen, wonach es den Gemeinden gestattet ist, die Zuschläge zur Gewerbe st euer für Versicherungs-, Bank-, Kredit- und Warenhandelsunternehmungen, die im Gemeindebezirk Betriebsstätten unterhalten, ohne in ihm ihren Hauptsih zu haben, bis zu einem Fünftel über die sonst in der Gemeinde festgesetzten Hundertsätze hinaus zu erhöhen. Ans otter Wett Schulschiff „Gorch Fock" iu Schweden. Das neue Segelschulschiff der deutschen Reichsmarine „Gorch F o ck" traf am Freitag in Saltsjöbaden bei Stockholm ein, wo es bis zum Dienstag bleibt. „Graf Zeppelin" in Pernambuco. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist Freitag früh 8.30 Uhr örtlicher Zeit, aus Rio de Janeiro kommend, in Pernambuco eingetroffen. Die Heimreise des Balbo-Geschwaders. General Balbo hat am Freitag nachmittag in Lissabon seinen Offizieren die Anweisungen für den Abflug nach Rom gegeben, der auf Samstagfrüh 5 Uhr festgesetzt wurde. Das bei der Landung in Lissabon leicht beschädigte Flugzeug ist wieder vollkommen gebrauchsfertig. Oer Horst-Weffel-lSedenkstem im Konzentrationslager von Dachau. 1 W G? •• K Das hör ft-Wessel-Denkmal, das von Den Häftlingen des Dachauer Konzentrationslagers zum Andenken an den ermordeten Vorkämpfer der nationalen Erhebung errichtet und vom Stabschef Röhm feierlich enthüllt wurde. Italienisches Wasserflugzeug abgestürzt. Havas meldet aus Valencia: Das italienische Wasserflugzeug „Rata" stürzte gestern (Freitag) abend bei dem Badeort Nazareth ab. Die sieben- köpfige Besatzung, darunter der italienische Generalstabschef Valle, ist verletzt worden. Das Flugzeug kam von Lissabon, wohin es dem Balbo- Geschwader entgegengeflogen war. Sämtliche Mitglieder der Besatzung des Apparates konnten an Land gebracht werden. Piccards Slralofphärengondel explodiert. — Ein Toter, mehrere Verletzte. Der beabsichtigte Stratosphärenflug des Professors P i c c a r d hat am Freitag in Brüssel vorzeitig ein tragisches Ende gesunden. Bei dem letzten Versuch auf dem Prüfstand war Luft in das 3nnere der Gondel gedrungen, was auf eine falsche Konstruktion der Einlaßtür zurückgeführt worden war. Gegen diese Behauptung wandte sich die Konstruktionsfirma mit aller Entschiedenheit. Hm ihre gegenteilige Auffassung unter Beweis zu steUen, wurde die Kugel heute erneut einer De- _ lastungsprobe unterzogen, bei der ein außerordentlicher atmosphärischer Druck in Anwendung kam. Die übersteigerte Belastung der verhältnismäßig dünnen Metallwände führte zu einer Explosion derKugel. Durch die auseinandergeschleuderten Metallteile wurde ein Arbeiter sofort getötet, während eine Anzahl weiterer mehr oder weniger schwer verletzt wurde. Pic- „ cards Assistent, Cosyns, der den Aufstiegs durchführen wollte, blieb unverletzt. Die Explosion ereignete sich, wie ergänzend gemeldet wird, im Laboratorium des Profefiors Piccard in der Universität Brüssel. Die metallische Kugel wurde in drei große Stücke zersplittert. Das Ventil, durch das die Luft eingeführt worden war, wurde zerrissen; seine Trümmer wurden in einen seitlich gelegenen Korridor geschleudert. Die Trümmer wurden in dem Zustand gelassen, in dem man sie auffand, um eine möglichst einwandfreie Untersuchung des Vorganges sicherzustellen. 3ngenieur C o s y n s ggb die Erklärung ab, der Konstrukteur der Gondel selbst habe angeordnet, daß die Gondel dieser Untersuchung unterzogen werden solle. Verantwortlich für Politik: i V.: Ernst Blumschein. Das Leben mit Dem Tode. Selbstbildnis eines deutschen Malers. Der Maler, den wir meinen, ist vor einer Reihe von Jahren gestorben: auf Der ^-ohe seines Ruhmes, bestätigt als eine Der bebeutenDften und markantesten Persönlichkeiten Der bildenden Kunst in unserem Lande. Das Lebenswerk, das er zurückließ, breitet sich aus^n einer imponierenden Fülle und Farben- prachl. Seine Bilder hingen schon damals in den vornehmsten Galerien. Noch kurz vor dem Ende hatte eine glanzvolle Ausstellung seines Spätwerkes in Berlin den Namen des Malers in aller Mund gebracht. Aber das Bild, das wir meinen, stammt aus viel früherer Zeit, und es ist unseres Wissens auch nicht sehr bekannt geworden. Jedenfalls würde niemand, wenn er den Namen des Malers hörte, zuerst an dieses Selbstporträt denken; er würde viel eher an die klassische Szenerie des „Trojanischen Pferdes" denken, an die aufgelösten Walchensee-Landschaften, an die glühenden Blumensträuße, an die rosigen Gesichter und die üppigen Gestalten jener Frauenakte, bei denen man sich geradezu an Rubens erinnert fühlt. Vielleicht dachte auch jemand zuerst an das umstrittene Bild, welches einen Metzgerladen darstellt, strotzend von Blut und rohem Fleisch oder an eine unheimliche und düster realistische Kreuzabnahme, oder vielleicht auch an das Bild mit dem schwarz- weißen Stier auf grüner Wiese, den eine ganz städtisch gekleidete Dame lässig am hellroten Bande hält: merkwürdige und witzige Verwandlung des mythologischen Europa-Motivs. Die gleiche Freude am Gegensätzlichen, die Dort anmutige Zartheit und robuste Kraft nebeneinanderstellt und zu verbinden weiß, beherrscht jenes frühere Selbstbildnis, in welchem das blühende Leben über den bleichen, beinernen Tod triumphiert. Auch dieses Motiv ist nicht neu: ein bekanntes Selbstporträt von Böcklin zeigt beispielsweise den Künstler malend, mit Pinsel und Palette, dem der Tod, Geige spielend, über die Schulter schaut. Auf unserem'Bilde nun sieht man den Maler in seinem Münchner Atelier, vor dem geöffneten Fenster stelMnd. Es ist ein Brustbild; aber obwohl man die Erscheinung des Malers kaum halben Leides gewahr wird, ist der von ihr ausstrahlende Eindruck gesammelter männlicher Kraft überwältigend. Dies ist ein Mann in den besten Jahren, auf Der Mittagshöhe seines Lebens. Der ruhige Blick der blauen Augen im gesundfarbigen Gesicht hält Den Beschauer fest; Die Stirn ist hoch unD eDel geformt; die Nase verhältnismäßig kurz, gedrungen und starkflügelig; der Mund vorn hängenden braunen Schnurrbart halb verdeckt; die Lippen fest geschlossen; das Sinn energisch und rund. Das mächtige Haupt aber ruht auf schwerem, fleischigem Halse und vierschrötig gewölbtem Oberkörper. Würden die breite Brust und Die kraftvollen Schultern — auf einem anDeren Selbstbildnis hat er sich so gemalt — von einem blanken Panzer streng umschlossen, statt, wie es zu sehen ist, lässig und leicht von einem hellfarbigen Hemd: man könnte glauben, ein Porträt des Ritters Florian Geyer auf Giebelstatt vor sich zu haben, Den ein ebenfalls berühmt gewordenes, späteres Bild dieses Malers darstellt: zerrauft und geduckt, in seiner schwarzen Rüstung, den Fahnenstumpf in der einen, das offene Schwert in der andern Hand, trotzig bereit zum letzten Kampf. Den Tod aber, Dem der Ritter sich gegenüber findet, hat Der Maler auf Dem Selbstbildnis sich an die Seite gestellt: die rechte Schulter des Mannes schiebt sich vor den beinernen Brustkorb eines Skeletts, hängend an einem Derben eisernen Haken, wie man es in Den Anatomien unD Den Malerateliers findet. Das Haupt des Künstlers und der Totenschädel sind leicht einander zugewendet; aber wie Der lebendige atmende Mensch sich breit und selbstbewußt vor das Rippenwerk des Beinernen gestellt hat, so überragt auch der Kopf des Lebenden jenen kahlen und fahlen mit seinen tiefen verschatteten Augenhöhlen. Das ist nun alles so natürlich und selbstverständlich (im Spiegel) gesehen und gemalt, daß Das Ganze weder abstoßend noch unheimlich erscheint; aber auch nicht so unwirklich-romantisch wie in jenem Selbstporträt von Böcklin, an das wir erinnert haben. Sondern hier malte ein Mensch aus überquellender Freude am Leben, am Dasein, aus seiner gesunden männlichen Kraft und Schaffenslust. Doch ist auch wiederum nicht etwa Die paulinische Anrede an den Tod im ersten Korintherbrief — „wo ist dein Stachel?" — frivol oder banal ihres Schauers entkleidet: die lineare Aufteilung des Hintergrundes, durch die quadratische Rahmung der breiten Fensterscheiben, verbindet die beiden Gestalten miteinander. Das Motiv hat auch in dieser so ganz unsentimentalen Fassung noch immer etwas von dem Jenseitigen und Ueberirdischen bewahrt, das ihm eben anhaften muß; noch einen Hauch vom mittelalterlichen me- mento mori und vom gotischen Totentanz. Und wenn sich der Mann, kraftstrotzend und selbstbewußt, gelassen und massig vor das hangende Skelett gestellt hat, so schaut doch auch ihm, sinnvoll und unmißverständlich genug, der Tod über die Schulter. Wenn auch freilich ein Tod ohne Geige, ohne gespenstige „Leibhaftigkeit", ein Tod in höchst nüchterner Gestalt, nicht als Würger, nicht als Freund, nicht als Spielmann, nicht als Reiter oder als Tänzer, sondern nur der Tod als Malermodell, als ein angeschraubtes und verstaubtes Skelett. Wie aber Der Blick Des ßebenDigen unD Des Gestorbenen etwa im Gesicht Des Beschauers sich begegnen, so geht Dessen Blick zwischen Tod unD Leben hindurch, aus Der hochgelegenen Werkstatt hinaus ins Freie, über die Dächer und Türme der Stadt und in den Hellen Himmel hinein. Und wie Die beiDen Figuren Durch Komposition und Idee miteinanDer oerbunDen sinD, so auch Vordergrund und Hintergrund des ganzen Bildes: durch eine Delikatesse und Zartheit des Kolorits nämlich, die aus den Pariser Studienjahren des Künstlers stammen. Wer nur die viel berühmteren Bilder seiner späteren Zeit kennt, und wer sich erinnert, daß man den Maler geradezu brutal genannt hat wegen mancher Motive, der würde überrascht und betroffen sein von der Feinheit, mit der das pastellene Hellblau, das zarte Rot und das weiche Violett Der Häuser, Der Dächer unD Des Himmels im Prospekt sich melodisch wiederholen in. der farblichen Mischung des Gewandes im Vordergründe. Das Bild hängt in Der Städtischen Galerie in München: es ist das Selbstporträt des 38jährigen Lovis Corinth vorn Jahre 1896. hth. Zeitschriften — Anläßlich der 450-Jahrfeier von Luthers Geburtstag bringt der Verlag I. I. Weber eine Sondernummer Der Leipziger „ I l l u st r i r t e n Zeitung" heraus. Sie. Oskar Thulin, Wittenberg, behandelt Wesen und Wirken des großen Reformators und seinen Einfluß auf unsere Zeit in dem Artikel „Der gegenwärtige Luther". In Den Bereich Der lebendigen Gegenwart rückt auch Prof. Schumann Die Welt Luthers in Dem Aufsatz „Luthers Gedanken über den Staat". Prof. Ritter hebt die deutschen Züge an Luthers Gestalt heraus in dem Aufsatz „Luther, Der Deutsche". Prof. Ficker hat eine lesenswerte StuDie „Luthers Siegel" zu Dem Heft beigesteuert. Alle Beiträge zeichnen sich Durch ihre fesselnde Art und ihre starke Gegenwartsbeziehung aus. Gute Illustrationen sind in großer Fülle Den Textbeiträgen beigegeben. AußerDem enthält Die Nummer neben dem spannenden Roman zahlreiche Bilder Der Tagesgeschichte sowie einen großen illustrierten Artikel „Die Frauen auf Dem Deutschen Turnfest". Zm Zoo bei Rocht. Die Dewohner des LonDoner Zoos haben sich in diesen Sommermonaten entschlosien, auch zur Racht- zeit zweimal wöchentlich ihre Besucher zu empfangen. Damit ist eine Möglichkeit geboten, jene Tiere genau kennen zu lernen, die das Licht Haffen und zur Tageszeit sich in den letzten Winkel ihres Käfigs zurück- ziehen. So beherbergt z. B. das Haus der Ragetiere eine Anzahl sehr verschiedener Gäste, die alle in ihrer Vorliebe für die Dunkelheit übereinstimmen. Wenn sie zu ihrem wahren Leben erwachen, ist der Rachtwächter gewöhnlich der Einzige, der sie besuchen kommt. Jetzt kann man hier die genauere Bekannt, schäft mit dem großen Ameisen-Bären, mit dem Arneisen-Jgel, jenem eierlegenden Säugetier, sowie mit zahlreichen Lemuren und andern Halbaffen machen. 3n demselben Haus wohnen Die riesenhaften fliegenden Hunde, die bei Tag schlecht gerollten Regenschirmen gleichen. Zur Rachlzeit entwickeln sie eine große Geichäftigkeit und enthüllen ihre wahre Lebensweise. Während sie mit ihren Daumen angeklammert herabhängen, können sie sich ihrer Füße bedienen, um ihre Rahrung zum Munde zu führen. Einige Arten vermehren sich in der Gefangenschaft sehr zahlreich; um eine Wiege brauchen sich die Mütter nicht zu sorgen, da sie ihre Jungen in der elastischen Flughaut ihrer Flügel tragen. Auch die große Wüstenspringmaus wird erst zur Rachlzeit lebendig. Doch kann sie selbst dann nicht ihre außerordentlichen Springkünste zeigen, da ihr der hierfür notwendige Raum im Zoo nicht zur Verfügung steht. Die Mehrzahl der Vögel fliegt nur bei Tag umher. Ausnahmen sind die Eulen und der australische Podagrus oder das Froschmaul — eine Abart des Rachtraben. Bei Tageslicht gleichen diese Vögel ausgestopften Tieren, und man erzählt von ihnen, daß man sie davontragen oder einen Schuß in ihrer nächsten Rähe abfeuern kann, ohne daß sie erwachen. Dennoch hat man sich in Zoologischen Gärten davon überzeugt, daß sie unter ihren halbgeschloffenen Augenlidern einen sehr lebhaften Qlnteil an ihrer Umgebung nehmen; denn es braucht sich nur ein Frosch oder ein Mäuschen blicken zu laffen, schon offnen sich blitzschnell die großen Augen und der riesige Mund, der buchstäblich um den halben Kopf herum geht. Bei Tag und bei Rächt kann man Dem wundervollen Konzert der Gibbons, einer fchmalnasigen Affenart lauschen, Die Die Tonskala des Zoos ungemein beleben. Ertönt aber der Lautsprecher in der Rähe ihrer Käfige, dann verstummen fie in der Erkenntnis, daß fie mit der Kraft eines Orchesters nicht wetteifern können. ' Dieser ^^chdi-inl S°l,5fr Mulent^n Äfll conher-nbauPt,fi[h jjänhe eyje6t, W scher X hohrnA 6abur^nVunler,tu M'erAA Leben har> '^ensrnog stand ^erbslos Sebk'Lzusühren Scruf ^““itHchen Bedeutuns bei var-"'A° Jahr L Linfuhr.au? Lugnii'e tonnt feiten t* MeuDedars wenn jeder \ Michi genugenn Lintuus die Treibt es uns nic Gesicht bei der Fes die Einfuhrzlssern fahre im Steigen L Ing der National,! besinnung auf un| mahnt und drauß- siluren die nicht । fruchte dem Der! Mehr Disziplin m tut not und ist bauarbeit unserer werten. Wenn wir diese schäft stellen, erg bauer die Derpfln wandfreier C undappetitn del und kaufenden nen feststellen, da jenen Anbaugebie derrhein, an der andererorts habe sahorganisat eine einheitliche - wahrleisten, hat und Gemüseaosatz, . nen der Landwirts treten sind, im Fi „Reichseinheilsvoi „ Verpackung herausgegeben, i Praxis reger Qlad eine zweite Aufla in Hand damit wu schuß Bestimmung labefontrollc Mellt mit dem Zi W\ "Lassenware fachliche Kontrolle unb ©emüViaiWi arbeiten zur Jeit für Obst und läge eine einbeit geschäftes angefr Cs ist eine er tionalsozialistisch« brückbaren Gegei Crzeugerschast c fruchtbare Zusai motivs: „@em( nutz ermöglicht Al! GeM Nachdem seit ü. ommerliche M M Sie ganj, Sangen. Schr Men unb im q 'eVn unb Haid t vor 6 Uh, LZK ywt Äe f °'d-«ch l '"»l MtethV/^1 ÖÄ $i, teilt mif. 1 m i na I p ßW W MinLsJonnte S fchmaothaftee m ler 6cbt erst oer- friktiee-haltbarer Rundfunkprogramm |ung unter DeweiS zu heute erneut einer De« i, bei der ein auheror« Ohne Gewähr Nachdruck verboten >ehn Minuten Deutscher Almanach. 18.15: 3. Ziehungstag 10. August 1933 301138 303799 320202 348086 348423 356381 Aus der Provinzialhauptstadt 392667 l- tB.: 6rn|l Aumlchrin. 392948 395412 86 Ottoinn» >u 1000 M. 18 ®ttz>innr ,u 3000 M. 14540 134669 177748 192516 285069 • 74 Srwinn, ?u 2000 2!. 11030 59992 80150 86084 89609 99872 360007 383565 390280 112 «ewinn- u 1000 TL 948 22940 29418 Nach den Planbestimmungen findet am 146292 187230 120995 185641 110330 133417 188843 230867 247640 283118 298482 339490 350969 386719 zert. 18: 3 mal 5 125277 141121 179939 201167 217889 237178 285062 313085 342717 357317 42948 71747 113869 172494 199173 234852 258343 307433 366894 129660 165449 201448 266036 310472 372141 97264 172034 111428 141906 191221 232773 248514 284107 312169 340439 360559 398558 156016 176632 202197 265507 312399 386583 112420 136327 149514 187218 207714 220569 250144 296700 326953 352422 376401 64448 78331 133043 176885 216900 239169 285490 315354 370828 151939 188048 161828 194173 245556 293130 55828 95931 143478 178194 217860 247526 292409 317940 384766 118570 161884 199026 245052 267266 289634 325980 348226 368524 161116 186826 222977 290347 335499 126100 173310 211422 245116 259323 295110 326080 348374 379623 161164 190693 239518 292024 346788 66122 383697 50030 110623 175633 213344 271626 340981 33301 60995 104880 167777 196739 230756 263780 303299 365253 127971 163789 194438 246893 308114 369727 20045 39068 89065 107360 133012 188353 212229 246800 262244 298200 333236 - 382283 126093 141760 181688 203576 218976 250076 295142 320555 350045 372442 44668 77075 121021 176494 200622 237419 268426 307602 370465 114719 143456 194124 236735 255078 287102 317262 340528 361872 399635 159652 179745 208214 275304 318944 115087 139384 159413 193657 208236 225825 271234 297498 330560 354253 386941 117939 139733 164499 193869 211912 230865 272158 300371 332327 356954 390008 58344 98928 143150 191933 227252 247697 293913 327765 Die 1 tsilt mit: 19771 289736 30102 106750 171202 259356 334301 inuten. 18.25: „Neue Erziehungswege im Handwerk." Von Enja Anders. 18.45: Kurzbericht Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000 und 100 Prämien zu je 3000, 2 Gewinne zu je 500003, 2 zu je 800000, 2 zu je 2000JO, 4 zu je 1V000, 6 zu je 75000, 12 zu je 50000, 30 ;u je 25000, 174 zu je 10000, 458 zu je 5000, 902 zu je 3000, 2640 zu je 2000, 5 58 zu je 1000, 8864 zu je 500, 26562 zu je 400 M. igonbet explodiert.- rcre Berichte. iosphärenflug des Prv- l Freitag in Brüssel vor- gesunden. Dei dem letz- issland war Lust in das igcn, was aus eine falsche ür zurülkgefichrt worden uptung wandte sich die ller Entschiedenheit. Hm Gewinnauszug 5. Klaffe 41. Preußisch-Süddeutsche (267. Preuß.) Staats-Lotterie vornotizcn. — Tageskalender für Samstag. Kaninchenzuchtverein Gießen: Caf6 Ebel, 14 bis 18 Uhr, Ausstellung. — Waldeslust am Flughafen: 15.30 Uhr, großes öffentliches Kinderfest. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Kind, ich freu' mich auf dein Kommen". Das Los zu einer Mark. Um eine Mark: für ein Arbeitsbeschassungslo» schaffst Du IM Stunde Arbeit und Brot für einen Bruder und kurbelst die Wirtschaft damit an. 3n IM Stunde Arbeit werden werte geschaffen. IM Pfund Fleisch oder 5 Pfund Brot oder 4 Liter Milch oder 12 Lier können Absatz finden. Schließ Dich nicht au»! Denn Arbeits- beschasfungslose bringen Segen: Dir, den Feiernden, den Bauern und Handwerkern! Tod in der Lahn. — Jugendliche Badediebe Kriminalpolizei st eile Gießen 99482 105364 209369 225385 Daten für Landtag, 12 August. 1848: der Begründer des Eisenbahnwesens George Stephenson in Taptonhouse gestorben (geboren 1781); — 1894: Albert Leo Schlageter geboren (gestorben 1923). Daten für Lonntag, 13. August. 1802: der Dichter Nikolaus Lenau in Csatad geboren (gestorben 1850); — 1809: Andreas Hofer schlägt ßeföbre am Berg Jsel. Stunde der SA. verschoben. Wie daL BDZ.-Bureau meldet, wird die im Nahmen des Programmes des Deutschland- fenders angekündigte S t u ndc der 621. in diesem Monat nicht mehr eingeleitct, weil die großen Kundgebungen der 621. und die Fülle der Aufgaben gelegentlich der Funtaussteliung es verbieten Die Ehrenstunde der Braunen Armee ist jedoch soweit vorbereitet, daß sie nur noch der Zeitbestimmung bedarf, um in die Tat umgeseht zu werden. des deutschen Gartenbaus mit dem Rerchsverband deutscher Obst- und Gemüsehändler und dem Reichsverband Deutscher Fruchtgrohhändler Vereinbarungen hinsichtlich der Kennzeichnung der deutschen Garlenbau- erzeugnisse getroffen. Danach verpflichten sich die angeschlossenen Mitglieder die Werbung für den Verbrauch von deutschem Obst und Gemüse zu unterstützen und stets in erster Linie für den Absatz deutscher Erzeugnisse einzu- treten. Zur Kennzeichnung der Auslagen in Ladengeschäften und auf Verkaufsständen in Markthallen oder auf Wochenmärkten werden dem Handel einheitliche Kennzeichnungsschilder geliefert mit dem Aufdruck „Deutsches Erzeugni s". Durch die trüben Erfahrungen in der Vergangenheit ist uns bewußt, daß alle Selbsthilfemah- nahmen des Gartenbaues wirkungslos bleiben müssen, wenn nicht über ihnen die schützende Hand einer ft arten und zielbewuß- ten Regierung ruht. 3n den jüngsten Tagen hat die Reichsregierung einMarktschutz- geseh erlassen, das die Selbsthilsernaßnahmen des Berufes zur Sicherung eines geregelten Angebotes heimischer Gartenerzeugnisse an Händler- und Verbraucherkreise wertvoll unterstützt und dadurch die Gewähr für bessere Erzeugerpreise bei gleichbleibenden Verbraucherpreisen bietet. Wir sehen, daß auf allen möglichen Gebieten die Hebel angeseyt werden, um die Erzeugerschaft aus ihrer verzweiflungsvollen Rotlage zu retten! Es wird ein Heer von Propagandawarten in allen Gegenden des Reiches mobil gemacht, um an das Gewissen des deutschen Volkes zu appellieren: Kauft deutsche Garlenbauerzeugnisse, dann schafft ihr deutschen Volksgenossen Arbeit und Brot! 164 »etcinne ,u 500 M. 3654 9043 18282 20115 23084 26445 27490 35617 37347 41181 68965 75715 77438 79097 84296 92419 95408 96152 96458 96564 102716 --- . ------- 8933 11465 62820 68537 89034 89225 90992 99304 101479 104281 ------ 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 6 Gewinn, ,o 10000 M. 60349 136563 169164 6 S.winn« ,u 5000 M. 21720 158420 175084 20 »etoinn» ,u 3000 M. 61578 78549 86316 142534 213398 235266 238447 324187 341120 386365 Dieser Mahnruf soll heute die weitesten Volkskreise durchdringen und vor allem I von der kaufenden Hausfrau, durch deren Hände ein Hauptteil des deutschen Volks- ! vermögens stießt, beherzigt werden. Jeder kann an seinem Platz mit dazu beitragen, I diese Erkenntnis zum Allgemeingut deutscher Verbraucherschaft zu machen und dadurch die hohen Ziele der nationalen Regierung zu unterstützen. Es gilt, einem hart um sein Leben ringenden Berufsstand die Lebensmöglichkeiten wiederzu- geben und erwerbslose Gärtner in ihren Beruf zurückzuführen! Neben dieser bevölkerungspolitischen liegt die volkswirtschaftliche Bedeutung des Gartenbaus darin, daß das deutsche Volk in der Hauptzeit des Jahres aus eigener , Scholle ernährt werden kann. Die Einfuhr ausländischer Garlen- erzeugnisse könnte auf kurze Ueber- gangszeiten beschränkt und dem tatsächlichen Bedarf angepaßt werden, wenn jeder seiner vaterländischen Pflicht genügen wollte und stets beim Einkauf die heimische Ware bevorzugt. I Treibt es uns nicht die Schamröte ins I Gesicht bei der Feststellung, daß zur Zeit lie Einfuhrziffern gegenuoer Dem Vorjahre im Steigen begriffen sind, während uns der Nationalsozialismus zur Selbstbesinnung auf unsere eigene Volkskraft j mahnt und draußen auf den heimischen j Fluren die nicht abzusetzenden ©arten- fruchte dem Verderben anheimfallen? I Mehr Disziplin auch auf diesem Gebiete tut not und ist im Sinne der Auf- | bauarbeit unserer Volkswirtschaft zu I werten. ntmal.ba5 oon b»n »n^entraKonslagers\um Mug abgeffätjL «m: Das italienische ■r3fe gestern (Freitags E italienische ©cneral- * ö.t worden. Das Flu°. "hin es dem Balbo- n war. Sämtliche Mit- Apparates konnten an . Freitag, dem 1L August leine Ziehung statt. 64 »fh...,n, ,u 2000 ®T. 1170 19100 34392 38108 61388 65339 72706 73620 77910 91748 95245 145266 156710 158136 237567 277243 279388 Sonntag, 13. August. 6.15 Uhr: Don Hamburg: Hafenkonzert. 8.30: Katholische Morgenfeier. 9.30: Stunde des Chor- gesangs. Lieder nach Dichtungen von Theodor Körner. 11: „Bedeutung oon Blut und Boden für das Volk", Vortrag von Medizinalrat Dr. Gurtt. 11.30: Von Dieg-Oranienstein: Oranien-Gedenkfeier. 12: Vor dem Kurhaus Wiesbaden: Mittagskonzert der SA.-Kapelle der Standarte 80 Wiesbaden. 13: Mit- tagskonzert. 14.40: Stunde des Landes. 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: Aus dem Stadion Köln: Deutsche Leichtathletik- Meisterschaften. Hörbericht. 18.30: Im Enkheimer Ried. Hörbericht aus dem zukünftigen Naturschutzgebiet des Untermaintales. 19: Von Breslau: 22. Meisterschaft des Deutschen Ruderverbandes in Breslau. 19.45: Aus der Weltausstellung in Chi- kago: Deutsche Tagfeier vom Weltausstellungsgelände in Chikago. 20.45: Operettenkonzert des Rundfunk-Orchesters. 23 bis 24: Nachtmusik. Montag, 14. August. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 13.30: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Musikalischer Zeitvertreib. 16.30: Nachmittagskon- 79360 80626 80901 83030 83716 87062 106331 110311 ------ ------ ------ 3n der heutigen Nachmiltagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 «n 10000 M. 95333 2 eXtoinnt |u 5000 3U. 111779 217124 228851 245139 272236 273054 286^18 2lm Mittwoch ertrank in der Lahn beim Baden — c:e von uns am Donnerstag schon kurz berichtet — b ie sechs Jahre alte Dolksschülerin Anni Dinges , 0.5 Gießen. Sie badete mit ihrem sieben Jahre alten &üer an dem städtischen Lagerplatz „Zu den Müh- lei", an dem sogenannten Mühlgraben. Die Kin- ber wollten nach der Insel, die in dem Mühlgraben üfgt. In der Strömung des Grabens trieb das Vadchen ab. Der Junge, der das Mädchen aus der =:römung holen wollte, wurde ebenfalls mit abgegeben. Der Vater des ertrunkenen Kindes sah den Abgang von der Lahnbrücke aus zu. Er überfiel’ ttrte sofort den Zaun des Lagerplatzes und sprang m t den Kleidern m die Lahn. Während er den Jun- (Iti retten konnte, versank fein eigenes Kind in den leiten. Es konnte erst nach etwa 25 Minuten oon Fräulein Toni Geilfuß geborgen werden. Die Freiwillige Sanitätskolonne vorn Roten Kreuz und oier zufällig anwesende Aerzte aus den hiesigen *• Zur Förderung der nationalen Arbeit. Der Bienenzüchterverein von Gießen und Umgegend hat 50 Mark der Spende zur Förderung der nationalen Arbeit überwiesen. Der anerkennens- werte Beschluß des Vereins sei zur Nachahmung empfohlen. Eine Fünfundsiebzigjähriae. Frau Elisabeth Walther, geb. Waldeck, Schillerst raße Nr. 14 ll, feiert am heutigen Samstag in geistiger und körperlicher Frische ihren 75. Geburtstag. Kliniken gaben sich die größte Mühe, das Kind ins Leben zurückzurufen. Leider hatte ihre Arbeit nicht den gewünschten Erfolg. Im Laufe des Mittwoch wurden drei Stadtschüler in der Kleiderhalle einer hiesigen Badeanstalt bei der Entwendung von Geldbörsen betroffen. Zwei Geldbörsen und ein kleines Geldmäppchen wurden sicher- gestellt und können von den bis jetzt noch unbekannten Geschädigten bei der Kriminalpolizeistelle der hiesigen Polizeidirektion in Empfang genommen werden. Bei dieser Gelegenheit wird erneut darauf hingewiesen, Wertsachen, wenn solche schon mitge- führt werden, dem Bademeister zur Aufbewahrung zu übergeben, um derartigen Diebstählen oorzu- beugen. Das Familiendrama in Trais-Horloff Die Kriminalpolizei st eile Gießen teilt über das Familiendrama in Trais-Horloff, über das wir im „Gieß. Anz." Nr. 184 vom 9. August schon berichteten, folgendes mit: Am 9. August, in den frühen Morgenstunden, spielte sich im Hause des Arbeiters Rudolf Philippi in Trais-Horloff ein blutiges Familiendrama ab, in dessen Verlauf die Ehefrau des Philippi von diesem in bestialischer Weise ums Leben gebracht wurde. Zwischen den Eheleuten Philippi bestanden schon seit längerer Zeit tiefgehende Zerwürfnisse, weil Philippi zu der Ueberzeugung gekommen war, daß seine Frau mit dem in Trais-Horloff wohnenden Schlosser Hermann Weber, der sich z. Zt. im Konzentrationslager Osthofen befindet, in intimem Verkehr stände. Zwischen den beiden Männern war es deshalb im Mai d. I. in der Hofreite des Philippi schon einmal zu Tätlichkeiten gekommen, wobei Philippi fünf Schüsse auf Weber abgab und diesen nicht unerheblich verletzte. Philippi hatte inzwischen die Scheidungsklage eingereicht, Termin stand, wie er annahm, in Kürze bevor. Schon im letzten Frühjahr zog er oon feiner Frau fort und wohnte seitdem bei seinen Eltern in Utphe. Die drei Kinder befanden sich auswärts bei Verwandten. Am Tage vor der Tat hat nun Philippi seine drei Kinder nach Bellersheim, wo sich die 11 Jahre alte Tochter befand, gebracht unter dem Vorgeben, sich mit seiner Frau wieder aussöhnen zu wollen. Diese befand sich an dem Tage ebenfalls bei der Tochter in Bellersheim, was Philippi offenbar bekannt war. Gegen 21 Uhr haben sich die Eheleute Philippi mit den drei Kindern nach Trais-Horloff in die feit- vom Tag. 19: Von Breslau: Reichssendung. Stunde der Nation. Schlesische Komponisten. 20: Kammer- Konzert. 20.45: Rheinische Histörchen aus dem Volksleben des vorigen Jahrhunderts. 21.30: Konzert. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Dienstag, 15. August. 7.10 Uhr: Bad Neuenahr: Frühkonzert des Kur- orchesters. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Der Hausfrau zur Erholung. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: „Nationalsozialismus vom Ausland gesehen." Ein Buchbericht. 18.25: „Auf dem Weg zur deutschen Börse", Gespräch zwischen Direktor F. Schwarz, Mitglied des Börsenvorstandes, und Dr. H. I. Hollenberger, Mitglied des Presseausschusses an der Frankfurter Börse. 19: Von Hamburg: Reichssendung: Stunde der Nation: „Mecklenburg, eine deutsche Landschaft". Eine Hörfolge. 20: Landsknechts- und Spielmannslieder, zur Laute gesungen. 20.45: Die Mörnrechten. Ein Bauernhörspiel. Von Josef Martin Bauer. 22.45: Von Hamburg: Nachtmusik. Das Orchester des Norddeutschen Rundfunks (Hamburger Philharmonie). Mittwoch, 16. August. 7.10 Uhr: Bad Neuenahr: Frühkonzert des Kur- orchesters. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskon- zert des Rundfunk-Orchesters. 18: Vier Bücher — Drei Erdteile. Besprechung von Dr. Carl G. Cornelius. 18.25: Zeitfunk. 18.45: Kurzbericht vom Tag. 19; Don Königsberg: Reichssendung: Stunde der Nation: Preußens ältestes Regiment. 21.15; Unterhaltende Kammermusik. 23: Don Nürnberg: Nachtmusik. Es spielt das Franken-Orchester. Donnerstag, 17. August. 7.10 Uhr: Don Bad Kreuznach: Frühkonzert des Stöbt. Kurorchesters. 9 bis 9.45. Schulfunk — Ge- meinschaftssendung des Deutschlandsjenders: Der Funk im Dienst des Nachrichtenoerkehrs (mit praktischen Beispielen). 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Don Leipzig; Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: „Ein Soldat sieht heute die Westfront einmal wieder." Von Dr. Botho Winter, Frankfurt a. M. 18.25: „Dom Schauplatz des Wellenkrieges." Von Prof. Dr. Friedrich List, Darmstadt. 19: Don der Funkstunde Berlin: Reichssendung: Stunde der Nation. Das ist Berlin. 20: Liederstunde. Anita Franz singt Lieder von Robert Franz. 20.30: Neues aus Frankfurts Vergangenheit. Hörfolge. 21.20: Stücke für Violoncell und Viola da Gamba. Freitag, 18. August. 7.10: Don Bad Kreuznach: Frühkonzert. 10 bis 10.40: Schulfunk — Austauschsendung: Handwerksmeister oon heute. Eine Hörfolge. 12: Mittagskonzert 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Musikalischer Zeitvertreib. 16.30: Nachmittagskonzert des Rundfunk- Orchesters. 18: Aerzte-Dortrag: „Neuere Gesichtspunkte über das rechtzeitige Ausfinden der Tuberkulose." Don Dr. Berthold Kemkes, Stadtgesundheitsamt, Frankfurt a. M. 18.25: Zeitfragen. 19: Don Leipzig: Reichssendung: Stunde der Nation: Der bei Aacht. ndon« Zoos haben M ntschloffen.auch »urW ALSS ÄS? t überemNimmen. Wenn inzige, der! r d-e gen?um sowie und andern - nut ihren wZuhr lvnnenste P ^ren. WSbi in V da s? 1 d. cWgel'^ 2ach,zeii 6 wird «J 1 ^re auf)«' o »eigen,6a. 7/ ,ur Den im 3»" 4 fliegt ««■ ihnien Mo ^schniaui S--Z -ÄSSsS HO s&Ä “Jsm* Werrn wir diese Forderung an die Verbraucher- schäft stellen, ergibt sich gleichzeitig für die Andauer die Verpflichtung, iyre Erzeugnisse inein - wandfreier Güte, sorgfältiger Sortierung und appetitlicher Aufmachung dem Handel und kaufenden Publikum anzubieten. Wir können fest stellen, daß diese Bestrebungen in geschlossenen Anbaugebieten, wie wir sie z. D. am Niederrhein, an der Bergstraße, am Bodensee und ondcrerorts haben, meist von ft raffen Ab - sahorganisationen ausgehen. Hm künftig eine einheitliche Regelung dieser Frage zu gewährleisten, hat der Arbeitsausschuß für Obst- und Gemüseabsah, in dem die Spihenoraanisatio- nen der Landwirtschaft und des Gartenbaus vertreten sind, im Frühjahr 1933 „Reichseinheilsoorschriflen für Sortierung und ° Verpackung von Obst und Gemüse" herausgegeben, die sich in der gärtnerischen Praxis reger Rachfrage erfreuen, so daß bereits eine zweite Auflage in Vorbereitung ist. Hand in Hand damit wurden vom gleichen Arbeitsausschuß Bestimmungen für die „Deutsche Verla d e k o n t r o l l e für Obst und Gemüse" auf- Gestellt mit dem Ziele, die Anlieferung einheit- ttcher Nlassenware in Bahnwagenladungen durch fachliche Kontrolle sicherzustellen. Die am Obst- unt> Gemüseabsah interessierten Organisationen bearbeiten zur Zeit „Handelsbedingungen für Obst und Gemüs e“, auf deren Grundlage eine einheitliche Abwicklung des Derkaufs- ge^chäftes angestrebt wird. Es ist eine erfreuliche Tatsache, daß die nationalsozialistische Bewegung die früher unüberbrückbaren Gegensätze zwischen Handelskreisen und Erzcugerschaft ausgeglichen hat, wodurch eine fruchtbare Zusammenarbeit im Geiste des Leitmotivs: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz ermöglicht wird. So hat der Reichsverband Gewitter über Oberheffen. Nachdem seit über einer Woche brütende, hochsommerliche Hitze über dem Lande lag, kam es iai der vergangenen Nacht zu heftigen Gewittern, tue fast die ganze Nacht hindurch mit starkem Legen und zum Teil auch mit Hagelschlag medergingen. Schon gegen 23 Uhr wurde im Westen und im Südwesten heftiges Blitzen gesehen und bald hatte die Gewitterfront auch itnfere Stadt erreicht. Blitz auf. Blitz zuckte hernieder, der Donner rollte kurz nach Mitternacht schier unaufhörlich. Noch heute morgen bis kurz vor 6 Uhr kam es zu heftigen Blitzschlägen und starkem Regen. Glücklicherweise war, soweit wir bisher horten, kein Unfall durch Blitzschlag zu verzeichnen. Auch die Feuerwehr brauchte nicht einzugreifen. Wie uns heute früh von einem Autofahrer nritgeteilt wurde, soll das Gewitter zwischen Bad-Nauheim und Butzbach ganz außer- l-rdentlich heftig gewesen fein. 3n der Nähe i»n Nieder-Weisel soll ein Motorrad- s ahrer während der Fahrt vom Blitz erschlagen worden fein. Auf unsere Cr- (amöigungen bei verschiedenen behördlichen Stellen kennten wir aber bis gegen 8 Uhr noch keine Bestätigung dieser Mitteilung erhccktei> Gartenbau und Verbraucher Stets und zuerst Deutschland! Samstag, 19. August. 7.15 Uhr: Frühkonzrrt erwerbsloser Berufsmusiker. 12: Mittagskonzert. 14.30: Kleines Wochenend. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskon- zert. 18: „Die Arbeitslosen-Lehrwerkstatt", ein Vorschlag zur beruflichen Weiterbildung unserer jüngeren erwerbslosen Facharbeiter. Vortrag von Ingenieur Heinz Lang, Frankfurt a. M. 19: Reichssendung: Stunde der Nation: Volk, flieg du wieder! Hörbericht von dem Fluglager auf der Rhön. 21.15: Tanzmusik. 22.45: Nachtmusik des Südfunk-Orchesters. herige Wohnung begeben, Frau Philippi hat die Kinder zu Bett gebracht und ist dann selbst mit ihrem Ehemann in einem anderen Zimmer zur Ruhe gegangen. Während die Nacht anscheinend ruhig verlaufen ist, wurden die Kinder am nächsten Morgen gegen 7 Uhr durch Streitigkeiten und baraufrol- genbe Tätlichkeiten zwischen ben Eltern aus dem odjlafe geweckt. Philippi hat dabei mit einem von ihm mitgeführten Rasiermesser auf die Frau einge- stochen, so daß diese, stark blutend, in bas Zimmer der Kinder geflüchtet ist, dort die Fenster aufriß und laut um Hilfe geschrieen hat. Philipp ist ihr hierher gefolgt und hat sie dann in bestialischer Weise mit dem Rasiermesser ermordet. Die Kinder waren, nur mit dem Hemd bekleidet, auf die Rufe der Nachbarsleute geflüchtet. Aus einem mitgeführten Walzen- revolver hat Philippi dann noch drei bis vier Schüsse auf seine Frau und sich selbst abaefeuert. Ein Schuß war der Frau in die linke Kopfseite gegangen, Philippi selbst brachte sich einen Steckschuß in die linke Schläfengegend bei. Nach der Tat hat sich Ph. gereinigt und ist mit seinem Fahrrad nach Utphe zu seinen Eltern geflüchtet. Dort wurde er von der herbeigerufenen Gendarmerie vorläufig festgenommen. Die inzwischen verständigte Staatsanwaltschaft, sowie Beamte der hiesigen Kriminalpolizeistelle nahmen alsbald die nötigen Ermittlungen auf. Philippi legte bei feiner Vernehmung bereits ein Geständnis ab. Er wurde dann auf Anordnung des hiesigen Kreisgesundheitsamts durch die Freiwillige Sanitätskolonne in die Chirurgische Klinik zu Gießen bracht. Lebensgefahr besteht bei ihm nicht. Gegen Philippi wurde Haftbefehl erlassen. : Druck in Anwendung elaftung der Verhältnisse führte zu einer 6 p Durch die auseinander« wurde ein Arbeiter so- eine Anzahl weiterer 'ersetzt wurde. Pic- , der den AMürg rnverleht. Dle Tzplo« änzend gemeldet wird, rfenvrs Piccard in Die metallische Kugel z zersplittert. Das Den« rmgesuhrt worden war, ümmer wurden in einen idor geschleudert. Die m Zustand gelassen, m i eine möglichst einwand« Vorganges sicherzustellen. h die Erklärung ab, der [ selbst habe angcvrdnct, Untersuchung unterzogen 182 »etotnne ,u 500 W. 206 1567 3297 13959 15895 18733 33146 33731 36929 38579 40374 40777 43274 46946 60064 51898 61147 61306 69445 100906 121634 140377 177694 195782 215412 232016 284761 304704 338366 356998 Heimkehrer. Hörspiel. 20: Von Breslau: Volkslieder. 21.05: Junamannschaft deutscher Tonsctzer und Dichter Westdeutschlands. 22: Drei mal fünf Minuten. 22.45 (ab 23 auf den Deutschlandsender): Nachtkonzert. Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich bvhe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Spielvereinigung 1900 Gießen. Die Ligamannschaft der Spielvereinigung trägt am morgigen Sonntag bereits das dritte Freundschaftsspiel aus. Die 'Blauweißen treffen auf die 1. Mannschaft des Sportvereins Alsfeld 1906, die voraussichtlich in der neuen Saison zum Bezirk Gießen gehören wird. Die 1900er spielten schon verschiedene Male in Alsfeld und fanden immer einen schwer zu nehmenden Gegner vor. Die Gastgeber leisten auf eigenem Boden immer heftigen Widerstand. Auch in technischer Hinsicht ist die Mannschaft sehr gut und stellt einen beachtlichen Gegner dar. Die Spielvcreinigung 1900 ist diesmal durch folgende Mannschaft vertreten: Schlarb K. Schneider Lippert Schmelz Heilmann K. Schmidt Wilhelmi Hainbach Grünewald Bromm Roth. Das letzte Spiel, das die 1900er in Alsfeld austrugen, endete mit 8:7 für Gießen. Der bevorstehende Kampf ist in seinem Ausgang nicht vor- hcrzusagen. Neben den ersten Mannschaften treffen sich auch die zweiten Garnituren der beiden Vereine. 1900 fahr tin guter Besetzung und mit guten Aussichten. Die beiden Mannschaften stehen sich das erstemal gegenüber. Die 3. Mannschaft der Spielvereimgung weilt ebenfalls auswärts. Sie ist bei der neugegrun- deten Fußballabteilung des Turnvereins Wißmar zu Gast. Der Ausgang des Spieles ist nicht vorherzusagen. , . , Jugendspiele. Nachdem die aktiven Mannschaften bereits am Sonntag die Spielsaison 1933/34 eröffneten, treten am morgigen Sonntag die Jugend und Schüler auf den Plan. Die ^-I.-Jugend spielt gegen ^-I.-Iugend Leihgestern, während die 1. Schüler gegen Wieseck 1 Schüler antreten. Die 1900er Jugend ist in diesem Jahr nicht so spielstark, da einige gute Kräfte durch ihr Alter den aktiven Mannschaften zugeteilt werden mußten. Es dürfte daher das erste Auftreten besonders interessieren. Ein Sieg wird den 1900ern nicht leicht fallen. Die Schüler spielen in per Aufstellung der vergangenen Saison. Iubiläumsiage des VsB. 08 Gießen. Ein umfangreiches Sportprogramm. Der Verein für Bewegungsspiele 1 908 e. V. Gießen begeht, wie wir bereits kurz berichteten, am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag mit einer Reihe von sportlichen und gesellschaftlichen Veranstaltungen das Jubiläum seines 25jährigen Bestehens. Die beiden Jubiläumstage bringen vor allem ein umfangreiches sportliches Programm. Die Kämpfe beginnen bereits heute nachmittag. In starkem Ausmaß hat man auch die Landvereine herangezogen. Die Stadt Gießen hat einen Jubiläumspreis gestiftet, der von vier Mannschaften umstritten sein wird. Die Kämpfe finden auf dem prächtig gelegenen Waldsportplah statt. Den Auftakt bilden die Vorspiele um den Jubiläumspreis, zu dem die jeweils 1. Mannschaften des Fußball- Clubs „Teutonia" Watzenborn-Steinberg, der Spielvereinigung Leihgestern,, des Turnvereins Wieseck und des Sportvereins 1 92 8 Garbenteich, antreten werden. Es finden also zunächst zwei Spiele statt, in denen sich die Mannschaft von Wahenborn-Sreinberg und Garbenteich, sowie Leihgestern und Wieseck begegnen werden. Es wäre verfehlt, für diese Spiele eine Voraussage treffen zu wollen, denn es bestehen kaum wesentliche Unterschiede in der Spielstärke. Die Landvereine, die hier ihre Vertretungen entsenden, haben sehr an Spielkultur gewonnen und sind im Stande, guten Fußball zu zeigen. Die Sieger dieser beiden Spiele werden am Sonntag zum Kampf um die Entscheidung anzutreten haben. Am Samstagabend findet die eigentliche Jubiläumsfeier statt, der ein unterhaltsames Programm zugrunde liegen wird. Am Sonntagvormittag wird zu früher Stunde die Reihe der Wettkämpfe fortgesetzt. Zunächst tritt die dritte Mannschaft des VfB. zu einem Spiel gegen die 2. Elf der Sport- freundeWehlar an. Die Gäste sind noch ein unbeschriebenes Blatt. In welcher Form sich gegenwärtig die 3. Mannschaft des VfB. befindet, ist auch nicht zu sagen. Der Ausgang des Kampfes muß als völlig offen bezeichnet werden. Rach diesem Spiel tritt die 1. Schülermannschaft des V f B. gegen die erstenSchüler des V f D. Kurhessen Marburg an. Gegen Mittag wird im Ehrenhain eine Gefallenen-Gedächtnisfeier stattfinden, die inmitten der schönen schlichten Anlage einen würdigen Verlauf nehmen wird. Am frühen Nachmittag hat die 1. Jugend die 1. Jugend des V f B. K u r h e s s e n als Partner. Die Kräfte in diesen Manschaften dürften ziemlich gleichoerteilt sein. Man erwartet hier ein spannendes und schönes Spiel. Die Jugendlichen beider Parteien verfügen, soweit man sich dessen noch aus der vergangenen Saison erinnern kann, über eine beachtliche technische Reife. Mit besonderem Interesse wird man dann dem Entscheidungsspiel um den Jubiläumspreis der Stadt Gießen zwischen den Vorspielsiegern des Vortages entgegensetzen, während den sportlichen Höhepunkt der Veranstaltung der Kampf der Liga des vfV. gegen die Liga des VfB. Kurhessen Marburg darstellen soll. Die Marburger treten, wie man hört, voraussichtlich mit neuen Kräften an, die sie für die bevorstehenden Verbandsspiele sichten wollen. Von den bekannten Kämpen wird man besonders W e i • nand nennen müssen, der im Tor eine erstklassige Kraft darstellt und das auch im Kampf um den Hitler-Pokal bewiesen hat. Die Grünweißen treten den Marburgern mit folgender Mannschaft gegenüber: Becker Wilhelm Kreß Bingel Knauß Feuster Schmidt Sauer Leutheuser Lehrmund Fehling Man hört hier also lauter gut bekannte Namen. Die Spieler kennen sich gegenseitig und haben dadurch den Gästen etwas voraus. Man sollte mit einem knappen Siege der Grünweißen rechnen dürfen. Den Abschluß der Spiele stellt eine Begegnung zwischen der 2. Mannschaft des VfB. und der 1. Elf der Sportfreunde Wetzlar dar. Auch dieser Kampf ist völlig offen. Heerschau der deutschen Leichtathleten. Glanzvolle Meisterschaften der Männer in Köln. In der schönsten Form der Leibesübungen, der Lcichtatheltik, werden am heutigen Samstag und morgigen Sonntag im Kölner Stadion die deutschen Meisterschaften ausgetragen. Zu den bevorstehenden 38. Deutschen Leichtathletik'Meister- schaften werden sich alle Spitzenkönner einfinden. Zu den Titelkämpfen der Männer wurden 413 Meldungen für die Einzelwettbewerbe und 36 für die Staffeln abgegeben. Fast alle Titelverteidiger werden zur Stelle sein. In den kurzen Strecken 'gibt es bei 30 Meldungen für 1 0 0 Meter und 24 für die 2 0 0 Meter sehr starke Felder. In beiden Wettbewerben hat Arthur Jonath die Titel zu verteidigen. Seine Klubkameraden Borchmeyer, Buthe-Pieper und Vent, der wieder erstandene Körnig und Pflug, der Hamburger Schein, der Turnfestsieger Lammers sowie die Süddeutschen Mährlein, E l d r a ch e r und Geerling sind als ernsthafte Konkurrenten anzusehen. Die Mittelstrecken sehen über 4 0 0 Meter (22 Teilnehmer) in Meister Metzner einen klaren Favoriten. Allerdings werden die Berliner Voigt und Pöschke und Nöller (Köln) den Frankfurter zu einem harten Endkampf Zwingen, lieber 800 Meter wird Dr. Peltzer noch einmal den Ansturm der Jugend abwehren. Er hat 26 Mitbewerber. Schwer wird es auch Wichmann, der Verteidiger der 1 5 00 Meter haben. Unter den insgesamt 22 Teilnehmern an dieser Meisterschaft verdienen Schilgen, Gottschalk und Pollrock besondere Beachtung. In den langen Strecken brachte im Vorjahre der Wittenberger Syring beide Titel an sich, lieber 5000 Meter wird er unter seinen 18 Gegnern in erster Linie den ausgezeichneten Chemnitzer Gebhardt nicht zu unterschätzen haben. Auch über 10000 Meter (18 Teilnehmer) hat Syring wieder mit Gebhardt in erster Linie zu rechnen. lieber die Hürden... Uebcr 110 Meter (14 Teilnehmer) wird wohl allgemein das Ende zwischen Meister Wegner und dem früheren Titelhalter Welscher erwartet. Auf der längeren 400-Meter-Strecke scheint Nott- brock (Köln) überlegen zu sein. 61 Marathonläufer. Ein zahlenmäßig sehr starkes aber auch auserlesenes Feld wird am Start zur längsten Dauerprüfung stehen, darunter die Meister der letzten drei Jahre Heinrich Brauch, der „Amerikaner" Paul de Bruyn und Geißler. Die Berliner Boß, Bräsecke, Hempel, Gerhardt (Gießen) sind weiterhin zu nennen. Die Staffeln. Zahlenmäßig am stärksten besetzt sind mit 18 Mannschaften oie 4 m a l 1 0 0 M e t e r. Hier dürfte Tus Bochum mit seinen schnellen Sprintern Jonath, Borchmeyer, Vent und Buthe-Pieper den Titel von der Frankfurter Eintracht übernehmen. Scharf wird auch der Kampf der 10 Mannschaften in der 4mal-400-Meter-Staffel werden. Nach der Absage des Verteidigers SC. Ctzarlottenburg in der 4mal - 1 500 - Meter ° Meisterschaft sind von den 13 Mannschaften der Berliner SC., Stuttgarter Kickers, Viktoria Hamburg und DSD. 78 Hannover, die Favoriten. Wurf und Sprung. Zum Kugelstoßen treten wohl 17 starke Männer an, aber Aussichten sind nur den Teilnehmern einzuräumen, die 15,50 Meter übertreffen. Ein interessanter Zweikampf zwischen dem verteidigenden Hirschfeld und Sievert, in den noch ßingnau, Lampert, Debus, der Heeresmeister Reymann und Berg eingreifen können, steht bevor. Im Diskuswerfen sollte Sievert seine 16 Mitbewerber bestimmt übertreffen können. Im Speerwerfen ist in unserem Rekordmann SB e i ma n n der neue alte Meister gegeben. Das mit sechs Teilnehmern am schwächsten besetzte Hammerwer- f e n wird eine scharfe Auseinandersetzung zwischen dem Verteidiger Mang und dem neuen Rekordmann Seeger bringen. Im Schleuderball, werfen hat Reymann den Titel gegen Hirschfeld, Deppenbrock, Groß und Eberle in erster Linie zu verteidigen. Im Stein st oßen sollte der Königsberger Rekordmann Blask allen 12 Mitbewerbern überlegen sein. Der Hochsprung (16 Teilnehmer) müßte ausgezeichnete Leistungen bringen. Der Meister und Rekordmann Bornhöfft und der Kölner Weinkötz könnten den Rekord verbessern. Im Weitsprung wird der Nachfolger des im Auslande weilenden Verteidigers Köchermann gesucht. Im schwierigen Stabhochsprung werden sich nur neun Be- werber über die Latte schwingen. Der Rekordmann Wegner (Halle) wird versuchen Müller (Kuchen) den Titel wieder zu entreißen. Sehr offen erscheint der stark vernachlässigte Dreisprung (12 Teilnehmer), wo der Verteidiger Drechsel (Thalheim) in erster Linie Bonnet (Berlin) zu fürchten hat. Im Zehnkampf scheint erfreulicherweise der neue Weltrekord von Hans-Heinrich Sievert die „besten Athleten Deutschlands" noch zur Teilnahme aufgefordert zu haben. Unter den 24 Bewerbern mit zum größten Teil glänzenden Leistungen nimmt Sievert noch eine Sonderstellung ein. Das Zusammentreffen der vielseitigsten deutschen Leichtathleten wird ein Glanzpunkt der Kölner Meisterschaftstage sein. Kurze Gportnotizen. Der Revanchekampf zwischen Max Schme- ling und Max Baer soll nach einer amerikanischen Meldung für den 22. Februar nach San Franzisko angesetzt worden fein, wo man mit einer Einnahme von 300 000 Dollars rechnet. * Das Wiesbadener Tennis-Turnier, das im Mai wegen des Davispokalspieles Deutschland — Aegypten verlegt werden mußte, wurde jetzt für die Zeit vom 31. August bis 3. September ausgeschrieben. Nach dem Ausfall des Bad Homburger Turniers ist es das größte Turnier des Jahres in der rhein-mainifchen Gegend. * Auch d i e Pferdepfleger, die meist an den Erfolgen der Turnierpferde einen großen Anteil Haden, können künftig ausgezeichnet werden, denn es wurde jetzt ein Pferdepfleger-Abzeichen in Gold, Silber und Bronze geschaffen. Wirtschaft. Wochenbericht vom frankfurter Schlachtviehmarkt. Hatte noch der vorwöchige Schlachtviehmarkt auf Grund der allgemein geringeren Beschickung, des kühleren Wetters und der besseren Konsumnachfrage eine ansteigende Tendenz zu verzeichnen, so zeigte sich in der abgelaufenen Derichtswoche das umgekehrte Verhältnis: die ungewöhnliche Hitze läßt den Fleischverbrauch erheblich absinken. Dazu kam noch, daß die Auftriebe für die geringe Rachfrage meist viel zu stark waren. Daher ergaben sich teilweise Preisabschläge von durchschnittlich 2 Mk. Das Geschäft war anfangs der Woche noch gut, ließ aber später sehr nach, so daß vielfach das Vieh nur unter Preiskonzessionen abgestohen werden konnte. Der Rindermarkt zeigte, nachdem er in der Vorwoche still lag, diesmal ein recht gutes Geschäft, obschon die Zufuhr mit 1245 Stück genau so groß wie in der Vorwoche war. Die Preise stellten sich durchweg um 2 Mk. höher. Das angetriebene Vieh war von guter Qualität, da vielfach schon Weidemastvieh an den Markt kam. Am Kälbermarkt gestaltete sich das Geschäft zum Wochenbeginn ebenfalls lebhafter und die vorwöchigen, erhöhten Preise blieben zunächst gut behauptet, vereinzelt ergaben sich noch leichte Erhöhungen. Am Donnerstagmarkt lag jedoch sehr starkes Angebot vor, so daß nur zu wesentlich ermäßigten Forderungen Abschlüsse zustande- famen. Die Preise lagen schließlich um 2 bis 5 Mk- unter denen der Vorwoche. Rach schleppendem Handel wurde der Auftrieb von insgesamt 1766 (gegen 1103) ausverkauft. Am Schafmarkt war das Geschäft einigermaßen zufriedenstellend, wenn auch die Preise der Vorwoche um 1 Mk. nachliehen. Der Auftrieb von wieder 147 Stück wurde geräumt. Der Schweinemarkt begann zunächst eben-, falls nicht unfreundlich, und die erhöhten Preise der Vorwoche waren gehalten. Ende der Woche, als die an und für sich schon höhere Beschickung noch eine Verstärkung erfuhr, ließen aber die Preise merklich nach, zumal die Schwäche des Kälbermarktes nicht ohne Einfluß blieb. Rach zunächst mittelmäßigem, später jedoch schleppendem Geschäft wurde die Beschickung von insgesamt 4506 (gegen 3964);geräumt; die Preise gaben um 3 Mk. nach. • Main-Gaswerke AG-, Frankfurt am Main. Die Main-Gaswerke AG., Frankfurt a. M.» schließt das Geschäftsjahr 1932 einschließlich 85082 Mk. Vortrag mit einem Reingewinn von 2 099 395 (1 667 141) Mk. ab, woraus 6 (5) Prozent Dividende auf 30 Mill. AK. verteilt, 0,10 (0,08) Mill. Mk. der gesetzlichen Rücklage zugeführt, und 94 679 (85 082) Mk. vorgetragen werden sollen. Im lausenden Geschäftsjahr hält der Verbrauchsrückgang zur Zeit noch an, und deshalb mußten weitere Einschränkungen in der Erzeugung vorgenommen werden. Dagegen seien im Werke Ost größere Erweiterungsbauten im Gesamtwert von rd. 500 000 Mk. vorgesehen, um die Arbeitsbeschaffung zu unterstützen. Frankfurter Abendbörse leicht schwächer. Frankfurt a. M., 11. Aug. An der Abendbörse entwickelte sich bei Beginn nur unbedeutendes Geschäft, da es allgemein an Anregungen fehlte. Die Stimmung war jedoch nicht unfreundlich, und lediglich die herrschende Geschäftsstille führte hier und da zu leichten Abbröckelungen. So eröffneten JG.-Far- ben und Aku je 0,40 v. H., AEG. 0,25 v. H. niedriger. Im großen und ganzen blieben die Mittagskurse ziemlich gehalten. Im Verlauf waren JG.-Farben bei kleinstem Umsatz um 0,25 o. H. erholt, im übrigen traten keine Veränderungen mehr ein. Conti Gummi blieben unerholt, gegenüber Berlin lagen sie 2,5 v. H. schwächer. Am Rentenmarkt erhielt sich kleines Interesse für Neubesitz zu 11,10, Altbesitz und späte Reichsschuldbuchforderungen waren behauptet. U. a. notierten: Neubesitz 11,10, Altbesitz 77,40, 6-v. H.-Stahl« verein 60,40, OO-Bank 52,25, Reichsbank 152, Buderus 69, Mannesmann 60,25, Phönix 36,75, Rheinstahl 89, Aku 30,25, AEG. 19,50, Conti Gummi 155, JG.-Farben 131,65 bis 131,90, Gesfürel 81, Holzmann 49,50, Metallgesellschaft 51,75, Siemens 154 Hapag 12,25, Lloyd 13. Kurszettel der Berliner und Franksurter Börse. Die hinter Öen Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Retchsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. i Franksur« a. 2JI. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Franlfun a. M. Lerlui Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. IN. Schlußkurs Abend« bürte Schluß« Iure Schluß! Mittag bcst-se Schluß« kurs Schluß!. Abend« börse Schluß» turs Schluß!. Mittag« börfe Schluß« kurs Schluß!. Abend- börsc Schlußkurs Schluß!. Mittag« börfe 10.August 11. August Amtliche Notierung «elh | Srlef Amtliche Notierung ___Geld | »rief Dalum 10.8 J 11.3. 10.8 | 11.8- Datum 10.8 11.8- 10.8. 11.8- Datum 10.8- 11.8. 10.8 118. 6% Deutsche Rcicksanleihe v. 1927 6°;, cf)em.7% Tl.Ncichsanl.v. 1929 6‘/2% ?)onng Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechleu ............ 83 99,5 84,5 77,5 11 74 81,25 84 67,5 71,25 81,75 81,5 84,75 85,9 83,75 84,25 86,13 OA 4,3 4,35 5,2 5 83,9 100 84,25 77,4 11,1 74,5 81,25 84 70,25 81,5 81,5 84,75 65,5 82,5 83,25 88,13 11,5 4,25 4,3 6,75 5 ä.n.-i 83.13 99,5 84,25 77,5 11 74,25 81,25 71 83,4 84 86,13 0,8 4,5 4,25 4,25 7,25 5,2 s 83,5 ioa 77,25 11 75 81 70,5 82,5 86,K 0, 4, 4,7 s, - 4% desgl. Serie 11 ............. 5,15 4 3,5 74,4 12,75 13,4 43,25 85,5 48,5 53 44,75 151 19,75 108,25 <<5,75 96 46,5 80 100 153,5 69 >09,5 58 89,5 136 100 53 60,25 5 4 7,25 3,5 24 12,25 13 42,75 85,5 48 52,25 44,65 152 19,5 108,75 85 97 46,75 81 87 97 154 124 69 108,5 58,5 90 140 101,25 54 60,25 5,2 3,6 24,4 12,4 21,5 18,75 13 43,25 85,75 48,25 53 44,75 151,25 19,75 108,4 85 96,5 46,25 79,75 99 154 125 68 108,25 57,4 89,25 60,4 137 99,25 53,25 59,75 5,05 3,45 24 12 20,5 12,65 42,65 85 48,25 52,5 44,65 151,9 19,75 108,75 84 97 47,25 81,25 98,75 154,4 124 69 108,25 59 90 61,75 140 100,5 54 60,25 Mansselder Bergbau......... 0 Koksmerle.................. 0 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinstahl .................. 0 Bereinigte Stahlwerke........ 0 Ltavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% 3. ®. Farben-Jndustrie....... 7 Scheideanstalt............... 9 25 35,5 195 87,75 34,25 12,5 121,5 126,75 171 130,25 173,25 45,5 57,5 53 50 81,75 78 30,75 48,25 40,25 21 28,25 41,13 14,5 157 156,5 60 158,5 25 36,75 196,5 89 36 12,5 121,5 125,5 170 131,65 173 44,75 57,75 51,75 49,5 80,75 30,25 48 42,13 21,25 28,4 ü 14,5 154 166,5 155 60 157 25 78,75 35 195,5 87.75 34,25 12,5 122 127 170,75 130 45,5 57,5 52,5 50,25 105,25 30,5 48,25 40,25 114,13 28,25 40,5 31,5 14,5 155 169 156,5 I 20,5 158 24,75 79 36,75 193 89 36 12,5 121,5 125 171 132 45,13 58 52 105 30,65 47,25 41,13 22 114,75 28,13 40,25 31,25 14,65 155,5 165,5 157,5 20,25 Hcljingfors.. Wien....... 6,144 47,45 12,42 3,047 169,68 69,98 6,156 47,55 12,44 3,053 170,02 70,12 62,21 71,82 13,94 0,932 3,103 58,71 22,12 16,485 81,39 35,19 81,83 0,841 0,246 5,205 12,69 Bantnoten 6,144 47,45 12,42 3,047 169,68 69,98 62,09 71,68 13,90 0,928 3,097 58,59 22,08 16,445 81,20 35,09 81,67 0,837 0,244 5,195 12,67 6,156 47,55 12,44 3,053 170,02 70,12 62,21 71,82 13,94 0,932 3,103 58,71 22,12 16,485 81,36 35,17 81,83 0,839 0,246 5,205 12,69 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 ->'/-%Rumän.vereinh.Nentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. Prag....... Budapest ... Sofia ...... De,gl. ohne Auslos.-Rechie...... 6% c[)cm.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rüd;,a[)lb. 102%) ............ Holland .... OSlo....... Hamburg-Amerika-Paket ..... o Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschlsf........... o Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. o Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconw- Gesellschaft................ o Dresdner Bank..............o Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Neuyork.... Brüssel..... 62,09 71,68 13,90 0,928 3,097 58,59 22,08 16,445 81,23 35,11 81,67 0,839 0,244 5,195 12,6? 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold N. 12.................. 6’/z% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liaui......... Oberhellen Provinz-Anleihe mit Deutsche Stamm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mitAuslos.-Rechtcn 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Aank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Aank Goldpse. 16 unkundbar bis 1936 612% chem. 4’/j% Franks. Hyp.- Äank-Ligu.-Psandbricse....... 5'/:% ehern. 4'/z% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpse..... 6% ehern. «% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe N. 19 6% ehern. 7% Pr. Landcspsand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Eteuergutsch. Verrechnungskurs.. 4% Oestcereichischc Goldrcnte.... 4.20% Oesterreichische Silberrcnte 4% Ungarische Goldrentc....... Rüigerswerke ............... 0 Metallgesellschast.............0 Schweiz .... Spanien.... Danzig..... Japan ...... Rcichsbank ................ 12 A.E.G....................... Bekula..................... 0 Elektr. Lieferungsgelellschast... 6 Licht und Kraft ............. 6 Felten S Guilleaume.........0 Gesellsch.s.Clcktr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........6 Schlickert S-Eo...... 5 Siemens « Halske............7 LahmeyerLCo............. 10 Buderus ...................0 Deutsche Erdöl ..............4 Gelsenkirchener_______ n Zementwerk Heidelberg ......0 Cementwerk Karlstadt.........0 Schultheis Patzenhoser .......0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 0 Zellstoff Waldhof............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer GaS............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... 0 Orenstcin L Koppel.......... 0 Leonhard Tieh .............. 0 Chade......................10 Accumulatoren-Fabrik........0 KöntMMummt _____.......... 0 Rio de Jan. . Jugoslawien. Lissabon.... Berlin, 11.August Geld SFiT? Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten ............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, A 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Note«................ 3,05 58,43 61,83 13,86 16,405 169,26 21,96 69,81 71,51 81,02 34,96 3,07 58,67 62,07 13,92 16,465 169,94 22,04 70,0» 71,79 81,34 35,10 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 -r % desgl. von 1913.......... Harpener................... 0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse ........6 Klöcknerwerke ............... 0 1% abgest. Goldmexikancr von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... Gritzne»....................0 Mainkrastwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker.........8 gießen, den Nachstehend Geme 1. Albach 2 Allendors 3 Mendorf 4 Merlshou 5. Men-Lus' 6. Annerod 7, Bellersheil 8. Bettershaii 9. Bersrod 10. Bettenhaus 11. Beuern 12. Birklar 13. Burkhardss 14. Climbach 15. Vollbringen 16. Dorf-Gill 17. Eberstadt m 18. Ettingshauf 19. Garbenteich 20. Geilshausen 21. Gießen 22. Göbelnrod 23. Großen-Bu 24. Großen Lin 25. Grimberg 26. Grüningen 27. Harbach 28. Hattenrod 29. Hausen 30. heuchelhein ' 31. Holzheim 32. Hungen 33. Inheiden 34. Kesselbach 35. Klein-Linde 36. ßangb . 37, Lang-Göns 38. Langsdorf 39. Lauter 40. Leihgestern 41. Lich mit h Colnhaujer sachsen 42. Lindenstru 43. Lollar 44. Londorf 45. Lumda 46. Mainzlar 47. Münster 48. Muschenhe Güll 49. Nieder-Bes 50. Nonnenrot 51. Obbornhost 52. Ober-Bessü 53. Ober-Hörgc 54. Odenhousen born p Meeresfarfe Ä Senner be Zeutidjianö, I ben^;?°!en. willen V’Olb <»•?«< Sind , R-ch, «’M?!? J'-' durch da V link „ ^rum rnib l|J?nI. !e.n He S bnngt kg ö>üen: f fei unb’ffe SA. Elchen ’011 M ßen. ‘ >or ftnb ö( -ML SS: MM Sey^Nn 80gtzch «unen