MS derlei. KÄL-L ^LrZL itfea >e Ware ein-»-unh die ^Äic< 3n^'^ufl?menöen Hwtij ij’L^ttfien f SlUfljcugg hen MtJ. ba6 ständig, &s<« LG @B'sS ninbel tarn SJ?16ericßt ir tzänae?»^ ^Wcfot, i«4?ÄWt plöM eine L PWZ Itofta"'1? ** "li Ä»ä Ä'SSS Wim Saften. v Belebung festzustellen; z.B. eei, wie „Ser Sonfeftionär" ret Monaten über 1500 Neu- W. In der Triiotagen- und r die Lage nicht einheitlich, war der Auftragseingang jt- emb junge Anlernkräfte ge- I öes TSittelftanbei 3n einer feutc in Berlin hing von Privatbankiers tourten die QM^oten ter icn Mch bemäntelt. Als tourte utere'Mmmend die Mcmdes, dem diePrivat- hvren, betrachtet. Es wurde dtoirtfchaftsminifierium Dören, wie diefes Problem in igesaht werden kann. AbenSbörse still. 11. Juli. Jn NochwirkWg isinnenminifters vor Aörun- ielt sich auch an der Abend- hfrage, doch kam es infolge Publikumsbeteiligung zu kn- ift Das Kursniveau war auf berliner Schlußstandgut bellten vorbörslich 131% 311 v. 5j. unverändert, lärtten herrschte Eefchafts- .fverein-Bonbs fanden noch r war einige Nachträge nach Weihen und anderen aus- , Vierten: 5 Wjj m* ’* ®Ä -tablverem 51,2a, Jteiaj. ISAWichahlwo, N arben 131 bis W, W ch 15K____ — D.: h. L Neuner. Sri!' 58,43 61,33 13,89 16,39 169,01 22- 69,86 16,95 12,54 3,047 169,43 70,03 62,24 71,88 13.93 0,928 2,947 53,59 22,30 16,43 81,3 35,n Sh« 0,874 0,229 5,195 12,67 6,195 17,05 12,56 3,053 169,77 70,17 62,36 72.02 1ZL 0,932 2,953 58,71 22,34 16,47 81,53 35,19 81,98 0,876 0,231 5,25 12,69 47,05 12,55 3,053 170,17 70,42 62,61 72,32 14.03 0,932 2,928 S8.§ 22,38 16,50 81 35,29 82Z 0,876 i-L 5,2?5 12,75 Ur. 160 Erstes Blatt 183. Jahrgang Mittwoch, 12. Zull 1933 Cr|d)etm täghd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen; Die Illustriert« Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl- Monats-Bezugspreis: Wl. ;rohe Whe, die Geschichte 00, bis 1700, ja bis zum : zurückersorschen. Sängt er Mich an, wird iyrn diese Freude bieten, so viel An« eß sich zur Lebensausgabe einen Nachkommen eine ae- res Geschlechtes übergeben gewesen, so bah ihm der Schuh des § 51 StGB zugebilligt werden müsse. Diese Entscheidung ist jetzt unter Verwerfung der Revision der Staatsanwaltschaft vom 1. Strafsenat des Reichsgerichts bestätigt worden. •* Wem gehört d e r Koffer? Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: Ein etwa 19jähriges, bis jetzt unbekanntes Mädchen erschien am 7. Juli gegen 19 Uhr in einem Hause in der Kaiserallee und srug eine Wohnungsinhaberin, ob sie nicht auf kurze Zeit ihren Koffer abstellen könne, um zu Hause noch etwas zu holen. Die Wohnungsinhaberin willigte ein, worauf das Mädchen unter Zurücklassung des Koffers wegging. Bis heute wurde aber der Koffer — 70 X 43 X 18 groß —, der Damenkleider und Wäsche enthält und mit einem Lederriemen und Vorhängeschloß verschlossen war, nicht abgeholt. Er ist nun bei der Kriminalpolizeistelle sichergestellt. Da damit zu rechnen ist, daß dem Mädchen ein Unfall zuge- stoßen ist, werden Mitteilungen, die zur Aufklärung dienlich sind, bei der Kriminalpolizeistelle entgegen- | genommen. Die Verwendung der Vedarssderknngsscheine Don Rechtsanwalt Gg. Lind, Gründerg i. H. deckungsscheine. Diese Scheine berechtigen zum Erwerb von Kleidung, Wäsche und Hausgerät, in 23er- kaufsstellen, die zur Annahme von Bedarsdeckunas- scheinen bereit sind. Die Träger der Arbeit sind Die Ausgabestellen dieser Bedarfdeckungsscheine A. Dor der Aushändigung an den Empfänger hat die Ausgabestelle den Bedarfdeckungsschein 1. mit dem Namen der ausgebenden Stelle (Trä- der der Arbeit) und mit der Unterschrift des zur Ausfertigung Berechtigten, 2. mit der Anschrift des Arbeiters oder Angestellten, der dadurch zum Empfandsberechtigten wird, zu versehen. Bevor ein Bedarsdeckunasschein A an eine Der- kaufssieUe in Zahlung gegeben wird, hat 3. Der Darin genannte Berechtigte an Der dafür vorgesehenen Stelle seine Name'nszeichnung zu bewirken. A-Scheine, Die diese unter 1 bis 3 genannten (Eintragungen nicht enthalten, dürfen von den Verkaufsstellen nicht angenommen werden. Für verlorengegangene Scheine wird Ersatz nicht leicht sichtbarer Stelle kennllich zu machen. Die Aushänge oder Anschläge werden von Der Gemeinde- behörDe ausgegeben Bis zum 1. August 1933 übersenden die Gemeindebehörden Dem Finanzamt Listen Der in ihrem Bezirk zugelassenen Verkaufsstellen. Spätere Zulassungen sind von Fall zu Fall anzuzeigen Die Zulassung ist jederzeit widerruflich. Werden Gegenstände gegen Bedarfdeckungsscheine gekauft, so hat der im Schein genannte Empfangs- berechtigte den Schein Der Verkaufsstelle oorzulegen. Diese hat von Dem Schein so viele Mark-Abschnitte abzutrennen, als Dem Verkaufspreis Der Waren entspricht unD Den Schein mit Den verbliebenen Mark-Abschnitten an Den Käufer zurückzugeben. Der Käufer ist nicht berechtigt, die Mark-Abschnitte selbst abzulösen. Die Verkaufsstelle hat Dann Die abgetrennte,i Mark- Abschnitte in eine Sammelkarte C einzukleben unD jeDen Mark-Abschnitt Durch Eintragung Des Tages, an Dem Die Abtrennung erfolgt, zu entwerten. Die Sammelkarten enthalten Raum zum Einkleben von 25 Mark-Abschnitten unD finD bei Den OemeinDe- behörDen erhältlich. BesonDers wichtig ist noch Die Bestimmung Des § 27, Die jeDoch nur für Die Be- DarsDeckungsscheine A (nicht auch für Die Scheine B) gilt. Nur zugelassene Verkaufsstellen Dürfen Die Abtrennung von Den Scheinen A vornehmen. Die Entgegennahme unD DerwenDung loser, vom Schein bereits abgetrennter Mark-Abschnitte ist Den Verkaufsstellen verboten. Bei Zuwiderhandlung ist Die Zulassung zu roiDerrufen. Die BeDarfDeckungsscheine für Sachleistungen an HilfsbeDürftige, Muter B, werben an Die Bezirksfürsorgever- b ä n D e ausgegeben. Die Ausgabestelle hat Diese Scheine vor Der AushänDigung an Den Empfänger eweils an Der vorgeDruckten Stelle UM Nen nh9en°fnm?ne «»Xoonan" ®elben gjJ? ^it einem ,kntert 3)JVQm- vonkz.??"SlüisischeSejelWstsül iö Heilkunde. he Gesellschaft für unde begeht am kommen- bie Feier ihres "0jah- llus diesem Anlaß findet am r eine Feier im Solan* Lochende Der naturwissen- ctubicncai 2>t H e u h el, ipradje halten. Proses or Dr. Rema „äquale uri llanzenzellen» sprechen s i Rundgang durch den M Dieven das Hand' Diebfl* «*”* . „4 bie «l-»»-' L den. m noi nicht an* kommen. Ein S v & -sandt h°^n, ? M W* er Unter nnah?, 2 Gegenstände »nwäsche, 2 g Herren« MW enfenL spo"10.' läget 1915, ein -ikn ä Weiden, ö «Mein, von r.3n«*(5 OPP*£ isS-Hs tunben an2 *. n Mittwoch ^ur?Le- en-^mahnhosstra? A ÄS'- leil'chen v ndenbE^wpo^' * w gewährt. Besonders wichtig für Die Geschäftswelt finD Die Bestimmungen über Die Verkaufsstellen. Verkaufsstellen, D. h. Geschäfte, Die bereit finD, Bedarfdek- tungsfdjeine anzunehmen, haben Dies ihrer Ge- meinDebehörDe anzuzeigen. Diese bestimmt, welche Verkaufsstellen zur Entgegennahme von Bedarf- Deckungsscheinen zugelassen werben. Zuzulassen sinb in erster Linie Unternehmen Des mittel- stänDischen EinzelanDels unD Des HanD - werks. Die zugelassenen Verkaufsstellen haben . ,.. . ihre Zulassung Durch Aushang ober Anschlag an wurden. Dr« Wehr nahm daber Gelegenhert, ihrem ♦ i kq MWUlmeMU Vornan von Helma von Hellermann. 16. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Das würdige Faltengesicht verstieg sich zu einem Schmunzeln. „Jawohl, Herr Doktor, damals ging es lustig hier zu. Wissen Herr Doktor noch, wie Prinz Ludwig sich auf dem Dach versteckte, weil er seine Strafarbeit nicht machen wollte, und dann an der alten Wasserrohre herunterrutschte — Herr Doktor immer flott hinterher? Da hatte der Herr Gouverneur aber eine Mordsangst, und uns beb- lrerten auch die Knie." - Vandro lachte herzlich. „Herrgott, ja, ich entsinne mich. Aber den Herrn Doktor wollen wir schnell wieder begraben, Werner: ein Chauffeur hat keine Titel." Der Alte schluckte, sah Wera hilflos, an, deren flimmerndes Goldhaar ihn ganz und gar zu bezaubern schien, ,^>as ist doch alles verkehrt, daß der Herr — der Herr hier Chauffeur — und — mein alter .Kopf kann sich da nicht 'reinfinden", stotterte er. Schwieg dann bestürzt und verbeugte sich nochmals. „Gnädige Frau wollen verzeihen —" „Frau von Vandro — oder noch einfacher: Frau Vandro", verbesserte sie sanft. „Die Anrede ist gleichgültig, lieber Werner, machen Sie sich darüber keine Gedanken. Und nochmals vielen Dank für Ihre Wünsche!" „Das ist noch einer aus der alten Schule", sagte Georg, als der Alte gegangen war, „die jetzige Generation nimmt die Umwälzung leichter. Und das ist gut so, denn es nützt uns nichts, ewig rückwärts zu schauen, wir leben für den Tag, der kommt, nicht für den, der gewesen ist." Die junge Frau sah ihn versonnen an, wie er straff und erhobenen Hauptes vor ihr stand, ungetrübte Klarheit in den vornehmen Zügen. Wieviel Mut und Lebenswille war in diesem knabenhaft schlanken Mann, den das Schicksal so gänzlich aus seiner Bahn gerissen! ,Lch fühle mit dem guten Alten", erwiderte *fie langsam. „Du weißt ja: das Beugen fällt mir schwer." „Und bist doch die Meine geworden, Frau Königin", ergänzte Vandro heiter, den Arm um sie legend, „trotzdem sich mein Königreich auf ein Dreizimmerhäusel in fremdem Park beschränkt. Wie reimt sich das zusammen?" Das junge Weib legte den Kopf gegen seine Schulter. „Ach du — dein Herr Steinherr weiß gar nicht, was er an dir hat!" „Oho!" Er befreite sich, stellte sich, die Hände in den Hosentaschen, breitspurig in Positur. „Und ob er’s weiß! Glaubst du, ein anderer kriegt so leicht seine dreihundert Emmchen je Monat und derartige Geschenke zur Hochzeit? Und Rosenkörbe ins Haus geschickt? Nee, meine Gnädigste, der schätzt seinen Schatz!" Wera lachte, beugte sich über die dunkelrote Blütenpracht und atmete tief den süßen Duft ein. Wie er wohl aussah, dieser Magnus Steinherr, dessen Handschrift auf viel Energie und starken Willen schließen ließ? — Vorläufig war er ihr nur ein Name, ein Begriff, der dem Himmel ihres Glücks fern und bedeutungslos schien. Daß er ihr einst der Inbegriff allen Leides und aller Seligkeit werden würde, ahnte sie an diesem strahlenden Morgen noch nicht. 19. Kapitel. Die Tage schwanden dahin, getaucht in den hellen Schein blühender Sommerherrlichkeit und in die selige Ruhe eines stillen, innigen Eheglücks. Mit wahrer Inbrunst umsorgte Georg von Vandro die Frau, der jeder seiner Gedanken galt, deren Lächeln und zarte, selten geäuhaG^ Zärtlichkeit er jedesmal als unverdiente Gnade mrpfand. Kaum durfte sie das Nötigste in dem kleinen Haushalt erledigen, stets war er zur Stelle, nahm ihr die Arbeit ab, zwang sanft zur Schonung. Und Wera gehorchte, weil sie den Geliebten nicht kränken wollte. Wie unsagbar wohl tat ihr dieses Umhegtwerden! Zum ersten Mal nach langen Jahren durften Geist und Körper ausruhen, die Nerven sich entspannen, die, über Vermögen angestrengt, stets das Letzte an Kraft hatten hergeben müssen. Aber auch Vandro selbst genoß seine Ferien. Stundenlang lagen sie in der Sonne auf der kleinen Wiese hinter dem Park, die nur selten eines Menschen Fuß betrat, oder saßen im rosenduftenden Gärtchen schweigend beisammen im beglückenden Bewußtsein der Zusammengehörigkeit. Ab und zu nahm Vandro seine Frau in dem zweisitzigen Ford, der in der Garage zur Ausführung von Besorgungen stand und dessen Benutzung ihm freigefteUt war, auf eine Fahrt hinaus in die weitere Umgegend, zeigte ihr von fern die Steinherrschen Werke, die eine kleine Stadt für sich bildeten. Und aus seinen Worten sprach heiße Bewunderung für den Mann, der sie geschaffen. Fast eifersüchtig wurde Wera bei seiner begeifterten Beredsamkeit: ungeteilt und ganz wollte sie Georgs Liebe besitzen. Aber es war nur der Hauch eines Gefühls, das im nächsten Atemzug zerstob. Das junge Eheidyll wurde beendet durch die ver- frühte Heimkehr des Hausherrn. In der Abenddämmerung kam der alte Werner gelaufen, ein Telegramm in der Hand. „Der gnädige Herr kündigt feine Ankunft für diese Nacht an", meldete er und betrachtete Georg in unsicherer Frage. „Der Zug kommt elf Uhr achtundvierzig an." „Ich werde pünktlich zur Stelle sein, um Herrn Steinherr abzuholen", erwiderte der in feiner ruhig freundlichen Weise und erhob sich, um Wera ein leichtes Tuch um die Schultern zu legen. Die Luft war nach einem in der Nahe aufgetretenen Gewitter merklich abgekühlt. Aber der Alte zögerte noch. „Das Gepäck —", brachte er endlich heraus. „Wollen Herr Dok—, Herr von Vandro nicht den Hilfsgärtner mitnehmen?" Vandro schüttelte lächelnd den Kopf. „Das Gepäck ist Sache des Chauffeurs und Dienstmanns, guter Werner. Sehe ich so schwach aus, als könnte ich keinen Koffer heben? Denken Sie an den Krieg, Werner — ein guter Soldat griff überall wacker zu. Nun, wir sind eben noch im Krieg! Nur frisch das Hindernis genommen, dann geht es schon vorwärts!" „Ach, Herr Doktor!" Ein tiefer Seufzer unaussprechlicher Bewunderung. War das ein prächtiger Herr! Des Alten Blick flog zu Wera, die.ihm still zunickte. Die verstand ihn! Und wie schön sie war, diese schlanke, blonde Frau mit den dunklen Augen, die einen wie Samt streicheln konnten, wie stolz sie den Kopf trug — die gehörte ins Schloß hinüber, nicht hierher ins Gartenhäusel. Ganz gedankenversunken trabte der Alte in seinen schwarzseidenen Kniehosen und der filberbeEnöpften Jacke durch den Park zurück zum Herrenhause. Seine Welt stand Kopf. Wera von Vandro aber fühlte, wie sich ihr ganzes Innere verkrampfte in Abwehr gegen jenen Mann, der es wagen durfte, ihres Gatten Dienste nach Belieben zu beanspruchen. „Nein, heute abend kriegst du mich nicht um halb zehn Uhr ins Bett!" Zärtlich hängte sie sich an Vandros Arm. „Ich bleibe auf, bis du fort mutzt — und freue mich schon auf deine Wiederkehr!" Sie kuschelte sich nach Kätzchenart in die Ecke des alten Sofas und zog ihn dicht neben sich. Eng aneinandergeschmiegt saßen sie im Dunkeln, während draußen der Mond allmählich zwischen den Baumwipfeln emporklomm und die Nacht in silberne Helle tauchte. Um zehn Uhr erhob sich Vandro, um sich umzuziehen. Zum erstenmal sah Wera ihn in der dunkelgrünen Chauffeurtracht, die seine schlanke Gestalt gut kleidete. Er lachte, als er sich vorstellte, (egte die Hand grüßend an die Mütze, die er keck schief gesetzt. „Sehe ich nicht großartig aus in der Kluft? Rein zum Eroberungenmachen — nicht?" In der Frau Augen schoß es heiß empor. Sie erzwang ein Lächeln, nickte, ein Würgen in der Kehle, und schlang die Arme um seinen Hals. „Ich habe dich lieb", flüsterte sie und suchte seine Sippen. „Komme sobald du kannst — ich warte ..." Und der Mann erzitterte vor Glück und merkte nichts vom Schmerz, der (eines Weibes Seele mit eisernen Fängen umkrallte. * Früh am nächsten Morgen trat Georg von Vandro seinen Dienst wieder an. Es wurde ein einsamer Tag für Wera, denn ihr Mann konnte es nicht ermöglichen, zu Mittag nach Hause zu kommen, sondern aß irgendwo in der Stadt und fuhr seinen Herrn, der mehrere Sitzungen absolvierte, direkt hinaus nach den Werken. Erst gegen Abend, als die Sonne letzten flammenden Gruß durch die Stämme der alten Eichen sandte, vernahm die junge Frau das Hupen des am Parktor Einlaß begehrenden Wagens. „Endlich!" sagte sie laut und richtete sich in ihrem Nähwinkel am Fenster aufatmend auf. Leise summte sie das russische Volkslied: „Näh' nicht, liebes Mut- terlein, an dem roten Sarafan", vor sich hin, während sie ihre Arbeit zusammenfaltete — und lachte plötzlich hell auf. Das war kein roter Sarafan, den sie da in der Schublade verstaute, sondern mehrere Paare höchst prosaischer Socken, des Stopfens kaum mehr wert. Ihre Hand glitt über die wenigen Wäschestücke. Alles, wessen Frau und Haus bedurft, hatte Georg angeschafft — sich selbst vergessen. Nun kam er aber bald an die Reihe, sobald Neuanschaffungen wieder möglich waren! Sie nahm eine der Sockenrollen hoch, schmiegte ihre Wange dagegen. „Georg, der Gütige, so nennt dich mein Herz!" Nun tarn er gleich. Die Sehnsucht trieb sie ihm entgegen. Schmal waren die Wege in diesem abgelegenen Teil des riesigen alten Parkes, der in seiner Ausdehnung beinahe einem kleinen Walde glich, oft überdacht von breit ausladenden Aeften, vom süßen Duft blühender Linden erfüllt und von einer sanften grünen Dämmerung, die geheimnisvolle, weltentrückte Märchenstimmung schuf. Da! Wera horchte auf. Schritte auf dem Kies. Georg kam! Sie eilte vorwärts — unir blieb plötzlich stehen. Zwei Männer kamen daher durch den sinkenden Abend, schlank, schmalgebaut, in dunkler Chauffeurlivree der eine, um halbe Kopflänge überragt von seinem Begleiter, der die Hände in den Taschen seines hellen Sommerjacketts, eine Zigarette zwischen den Lippen, neben ihm ging, ab und zu einen prüfenden Blick über den Baumbestand zu beiden Seiten sendend. Nun sprach er Georgs hellere Stimme antwortete. Er lachte. Auch in des anderen Gesicht blitzten weiße Zähne auf. Ein zufälliges Aufsehen — zu gleicher Zeit entdeckten beide die junge Frau, die am Ende des Pfades stand und erhobenen Hauptes den Männern entgegensah, ohne sich vom Fleck zu rühren. Und in der abwartenden Haltung lag eine Kühle, die merkwürdig gegen Vandros frohen Ausruf: „Ach, meine Frau", abstach. Der Fremde nahm sich Zeit, die Zigarette im Sand zu zertreten, ehe er sich näherte. „Liebe Wera, darf ich dich mit Herrn Steinherr bekannt machen ..." Ein Neigen des blonden Hauptes, ein Lächeln, das trotz aller Verbindlichkeit irgendwie erzwungen schien. (Fortsetzung foln'' [Vermietungen | Herrschaftl.geräum. 7-ZilW.-MN. mit Bad, Balkon, Etagenheizung, ^rankfurterStr.34, zmn 1. Okt. evtl, früher zu oerm. «siaD Näh. A. Becker. Keplerslr.9. Schöne 5-6-Zimmer-Wohnung m. Zubeh., in der Nähe der Univ., zu öermiet. Zu erfrag, i. d. Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. 04iss 3—4-Zim.-WhnK. m.Zentralhzg.,kom- vl.Bad,Bahnhofsn. z.verm.Schr.Any.u. 94199a.d.Gieß.Anz. In vorjähr.Neubau, 1. Stock, schöne Z-Mm.-Mn. mit abgeschl. Korridor, Bad u. Klosett zu vermieten. Näh. Lrok ort, Hauptatr.83 Kl. ü. große Werkstatt Seltersweg 61, iof. zu oerm. Näh. oizoe A. Becker Eeplerstr.9, Tel. 3804. Mietgesucne 4-5-Z.WollDllIlO mit Bad zum 1. Okt. gesucht. Schriftl.Angeb.unt. 04204a. ü.Gieß.Anz. Bearntenwitwe sucht zum 1. Oklbr. 4-5-Zimmer-Wohnung Schristl. Angedore mit Preis u. 04196 an den Gieß. Anz. 4-5-ZiMer-fttang baldigst gesucht. Schrift!. 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Lange, Gießen Schulstraße 7/9 - 3tuf 2251 Ud3D IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIW 15. bis 17. Juli Samstag, den 15. Juli 14% Uhr: Offizielle Eröffnung, Reitturnier, Begrüßungsabend Sonntag, den 16. Juli 10 Uhr: Beginn derTagung des Nassauisch. Bauernstandes 12 Uhr: FeStZUg 14%-16 Uhr: Große Kundgebung auf dem Festplatz Es sprechen: Reichsernährungsminister Darrö, Reichslandbundpräsident Mein berg, Bauernführer Metz, Reichsstatthalter Sprenger Konzert der Cuxhavener Matrosenkapelle — Sport — Tanz — Volksbelustigungen Montag, den 17. Juli: Große Tierschau Fahrpreisvergünstigungen nach Wetzlar von allen Stationen I Kommt zum Nassauischen Bauerntag I _______________4505 V Bücherfür Pflanzenfreunde (Durch jede Buchhandlungod. v. Verlag zu beziehen) Die Pflanzenwelt der deutschen Heimat und der angrenzenden Gebiete In Naturaufnahmen dargestellt und beschrieben von Dr. Kurt Hueck. 3 Bände mit 421 ein- und mehrfarbigen Tafeln. Band I und II RM.180. —.Bei Einzelbezug je RM.99 —. 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Zuli 1933 Rr. 160 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) 2 Aus dem Reiche der Frau. Oie $rau im neuen Staat. Ein Gespräch mit Magda Goebbels. Don Else jRema. Das neue Deutschland ist das Land der Männer, der starken Männer. Aber man täuscht sich, wenn man weiblichen Einfluß für vollkommen ausgeschal- tet hält. Denn im Verein mit diesen Männern, die heute an der Spitze stehen, arbeitet eine Frau, wenn auch nicht offiziell mit Reden und nicht öffentlich beamtet, so doch hinter den Kulissen, und das ist Frau Dr. Magda Goebbels, die heute als das Inkarnat einer deutschen Frau gilt. Denn sie ist schön und jung und durch die Position ihres Gatten in eine Höhe gehoben, die sie aur Repräsentantin des neuen weiblichen Deutschland macht. Was sie sagt, wird gehört. Frau Dr. Goebbels — es wird von ihr nicht als von der Frau Minister gesprochen, weil nur der durch eigene Arbeit erworbene Titel des Mannes in Deutschland auf die Frau übergeht — genießt des Reichskanzlers vollstes Vertrauen und seine Freundschaft. In ihrem Hause, in ihrer Gesellschaft genießt er gern die kargen Mußestunden, die ihm sein verantwortungsvolles Amt läßt. Sie ist daher am besten in der Lage, Auskunft über die Marschroute zu geben, die man hinsichtlich der Frauen heute einschlägt. Denn es wäre falsch, zu vermuten, daß das weibliche Geschlecht nun durch die Geltung der Männer in den Hintergund gedrängt werden soll, daß man die Frau wieder in den Rahmen von Haus und Herd zurückdrängen möchte, wenn ihre Begabung sie über diese Grenzen hinausweist. „Rein, nein! Die Heirat ist nicht die einzige Karriere, die wir den Frauen überlassen wollen!" sagt diese junge, blonde Ministersgattin. Sie bezeichnet alle Gerüchte, die über dieses Thema zirkulieren, als durchaus unzutreffend. Sie lacht auch über den Uebereifer, den manche Elemente zeigen, wenn in Gaststätten Bekanntmachungen erscheinen, wie: „Die deutsche Frau raucht nichÜ" Oder: „Die deutsche Frau richtet ihr Gesicht nicht vor!" Rein, nein! Die einstige Aera von Kind, Küche und Kirche ist endgültig für die Frau vorbei. Frau Di. Goebbels freut sich ehrlich, daß ihr einmal Gelegenheit geboten ist, die unrichtigen Vorstellungen und Ideen zu zerstreuen, die heute ge- gelegentlich im Inlands, zumeist aber im Ausland kursieren. Hitler mag solche Legenden nicht leiden; ich kenne ihn gut. . „Zunächst einmal übertreibt man ganz gründlich, wenn man von der Ausschaltung der Frau als Beamtin spricht; sie ist keineswegs geplant. Rur drei Berufe, und wirklich diese drei ganz allein, sind ausschließlich den Männern Vorbehalten. Und hier stimmen wir mit allen anderen Ländern überein. Die militärische Laufbahn ist den Frauen verschlossen und jedwedes Amt innerhalb der Regierung und des Gesetzes." (Amerika und England haben Frauen in der Regierung!) „Rur den verheirateten Frauen hat man ihre Aernter und Stellungen entzogen. Wo für eine Frau die Frage zu entscheiden gilt, ob Ehe ober Beruf, so wird sie in dem neuen Deutschland stets auf die erstere verwiesen werden, die ihr ja auch bas höchste Glück gewährleistet. Hitler, unser Führer, wünscht bie beutjdje Heimat roieber zu einem großen Machtfaktor in ber Welt zu machen. Ohne bie Mithilfe unb bie Mitwirkung ber Frauen könnte er das nicht." Run, unb was das „Rauchverbot" anlangt ... Frau Dr. Goebbels lacht sehr erheitert auf, denn sie hält zwischen den schlanken Fingern eine zierliche Zigarette mit goldenem Mundstück. „Ich sprach mit Hitler erst vor wenigen Tagen über dieses Thema. Er mißbilligt das Rauchen ber Frauen burchaus nicht etwa aus moralischen Grün- ben. Rein!, gewiß nicht! Aber er hält es der Gesundheit für unzuträglich. Und es ist wichtig, daß die kommende junge Generation Deutschlands gesunde Mütter hat ..." „Was nun die Aufmachung des Gesichts anlangt ... Run, an mir ist wohl keine zu bemerken. Ich halte nicht viel von künstlichen Verschönerungsmitteln ..." Die hat die junge, blonde Frau auch wirklich nicht notwendig. Richt die kleinste Spur von Puder haftet auf diesem zarten Gesicht mit den lichten, grauen Augen. „Run, die Sache ist sehr einfach. Wenn ich von der Sonne verbrannt bin, wie eben jetzt, kleidet mich das ,Make up' nicht. Aber wenn ich finde, daß ich blaß aussehe, nun, so helfe ich eben nach, so scheue ich vor ein wenig Aufmachung nicht zurück. Denn ich halte es für meine Pflicht, so schön auszusehen wie ich kann. Ich will auch in dieser Beziehung auf die deutschen Frauen wirken. Sie sollen möglichst schön und elegant sein. Man hat mir die oberste Leitung eines deutschen Modeamtes übertragen, und in dieser Eigenschaft will ich es versuchen, durch mein Beispiel die deutsche Frau zu einem wahren Typ ihrer Rasse zu machen." „Wir sind auf dem Wege zu einer Aera der starken Männer, wie ich glaube, und in solchen Zeiten soll die Frau nicht danach streben, mit ihnen zu konkurrieren; sie soll vielmehr mit allen ihren Kräf- Wir stehen in der Einkochzeit. Die fleißige Hausfrau hat jetzt alle Hände voll zu tun, um die Vorratskammer mit den Früchten des Sommers zu füllen. Bald stehen sie Glas an Glas beieinander: Erdbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Kirschen, unb was Mutter Erbe uns noch alles spenbet. Warum wird überhaupt eingekocht? Wozu macht sich die Hausfrau diese Arbeit? Vielleicht ist es angebracht, hierüber einen Augenblick nachzudenken und sich bie Rotwenbigkeit des Einkochens vor Augen zu führen. Deutschland liegt in ber gemäßigten Zone. Der Sommer ist nur kurz, der Boden bringt im Jahre nur eine Ernte. Im Winter und zu Anfang des Früjahres ist er ertraglos. Essen will aber das Volk das ganze Jahr hindurch. Es müssen also Wintervorräte geschaffen werden — eine Kunst, die der Deutsche seit altersher betreibt. Räuchern'und Dörren, Essig, Zucker und Salz spielten dabei früher bie Hauptrolle. Ihre Vervollkommnung fand die Technik der Vor- ratswirtschaft im Haushalt, als der Sterilisierapparat in jo einfacher Form erfunden wurde, daß jede Hausfrau damit umgehen kann. Unter Sterilisieren verstehen wir heutzutage: keimfrei machen und gleichzeitig luftdicht erschließen, um neuen Fäulniskeimen den Zutritt zu verwehren. Alle Nahrungsmittel, die durch Erhitzen keimfrei gemacht und luftdicht verschlossen wurden, find praktisch unbegrenzt haltbar. Die Einführung des Sterilisierapparates bedeutete eine Umwälzung für jeden Haushalt, besonders auf dem Gebiete der Obstverwertung. War es früher nur unter Zuhilfenahme von Konservierungsmitteln möglich, z.B. Beerenobst aufzubewahren, so kann jetzt die Hausfrau bie reinen Früchte ohne jeden Zusatz haltbar machen. Jeder erinnert sich noch an jene übersüßen Marmeladen, bei denen der Fruchtgeschmack völlig überdeckt wurde durch den Zucker, dem hier die Rolle des Konservierungsmittels zufiel. Man vergleiche damit das herrliche Aroma eines Konservenglases mit Erdbeeren, die ungesüßt oder mit etwas Süßstoff sterilisiert wurden! Auch die Haushaltkasse hat durch den Sterilisier- apparat ihre Vorteile. Zum Einkochen ist nicht mehr die Bereitstellung einer größeren Menge Zucker er- ten danach trachten, ihr eigenes oorgezeichnetes Geschick zu erfüllen." Die Männer sind sehr männlich in Deutschland, und daher müssen die Frauen so weiblich sein wie nur irgendmöglich. Die deutsche Frau der Zukunft soll schick sein, schön und klug. Der Gretchentyp ist endgültig überwunden. Hübsche Kleider und Aufmachung dürfen unsere Frauen nicht mehr mit Unmoralität verwechseln. An dieser absurden Idee hat man lange genug in Deutschland festgehalten." Ich bekomme sehr häufig Briefe von Frauen, die mir vorwersen, daß ich rauche und kurzes Haar trage, denn sie halten es bei einer Frau nicht für angebracht, die berufen ist, Deutschlands Weiblichkeit zu repräsentieren. Nun! Ihnen allen antworte ich, daß ich rauche, weil es mir Vergnügen macht, und daß ich mein Haar lang trage" — sie zeigt ihre schönen, im Nacken aufgesteckten blonden Zöpfe —, „weil ich finde, daß es mich besser kleidet." Daß Frau Dr. Goebbels wirklich die Ehe für das glücklichste Los ansieht, beroeift die Tatsache am besten, daß sie xum zweiten Male verheiratet ist; daß sie Kinder liebt, beweist sie mit ihren eigenen beiden Kindern. forderlich, es genügt jetzt ein kleiner Teil davon. Viele Hausfrauen verwenden auch Süßstoff, insbesondere Süßwundertabletten. Süßstoff durchzieht die Früchte mit reiner Süße. Er verdeckt das Aroma in keiner Weise, sondern hebt es sogar. Außerdem dient Süßstoff zur Süßung von Fruchtkonserven für solche Personen, die aus gesundheitlichen Gründen mit Zucker vorsichtig sein müssen. Dazu gehören nicht nur Zuckerkranke und Fettleibige, sondern auch Rheumatiker, Gichtiker und manche Kranke mit Magen- und Darmkrankheiten. In diesem Sommer ist es mehr denn je die Pflicht jeder deutschen Hausfrau, so viel Obst und Gemüse einzukochen wie nur irgendmöglich. Unser Aolkskanzler Adolf Hitler hat sich das gewaltige Ziel gesetzt, die nationale Erhebung auf allen Gebieten fortzuführen und unserem Vaterlande wieder seine alte geachtete Stellung in der Welt zu verschaffen. Um dies zu erreichen, sollen wir uns auch in der Volksernährung auf eigene Füße stellen. Wir wollen von außen nur Dinge einführen, die wir unbedingt brauchen, nicht aber solche, die in unserem Lande selbst erzeugt werden. Diese Auffassung muß sich jede Hausfrau zu eigen machen. Sie kommt dann wohl von selbst zu dem Entschluß, im Sommer und Herbst so viel an gutem deutschen Obst einzukochen, daß sie im kommenden Winter keine fremdländischen Früchte zu kaufen braucht. Wer in diesem Sinne seinen Haushalt führt, unterstützt die nationale Regierung und erfüllt auf diesem Gebiet seine Pflicht als Angehöriger unseres Volkes. * Marmeladen unb Gelees in zehn M i n uten. Eine willkommene Lleberraschung bringt allen Hausfrauen die Ausgabe 1933 des Opekta-Kochbuches (in Drogerien unb Kolonial- Warengeschäften zum Preise von 20 Pf. zu erhalten). Dieses Büchlein, bas innerhalb breiein-t halb Jahren eine Gesamtauflage von mehr als brei Millionen Stück erreicht hat, ist in biesem Jahre durch seinen reichen Bilderschmuck be« sonbers anziehenb unb lehrreich gestaltet. In Wort unb Bild zeigt es, wie einfach unb mühelos aus jeder beliebigen Frucht in der erstamtlich Jetzt ist es Jett zum Einmachen! Allerlei Ratschläge und Rezepte. Wie kommen wir zu einer deutschen Mode? Don Dr. Paul (Schleich, Äerlin. Wenn ein Volk in seiner seelischen und geistigen Haltung eine völlige Erneuerung erlebt, so kann dieser Prozeß an den Dingen des Modischen nicht voruber- geben. Denn Mode ist im Grunde nichts Zufälliges, sondern ein Ausdruck für das Stilgefühl und den starken oder schwachen Formwillen einer Zeit In Deutschland wirken nicht nur unzählige Köpfe und Hände auf dem Gebiet modischen Schaffens, es leben nicht nur viele Tausende von Menschen von der Mode und durch die Mode, sondern wir haben auch eine große Zahl schöpferischer deutscher Kräfte, deren Leistungen bisher nur nicht genügend bekannt sind und gewürdigt werden. Darum war die kürzliche Errichtung eines Deutzen Modeamtes, das alle schöpferischen Kräfte mit einheitlicher Zielrichtung in einem festgefügten Rahmen zusammenbringen soll, eine Notwendigkeit. Mode ich ein schillerndes, schwer faßbares Etwas, das nicht mit harter Faust angepackt werden darf. Uniformen kann man diktieren, Moden, die fidh durchsetzen sollen, erfordern Uebereinftimmung mit allgemeiner Aufnahmebereitschaft bei denen, für die sie bestimmt sind. Darum wäre bei einer „Regelung" oder auch bei einer nationalen Prägung der Mode darauf zu achten, daß die Ziele wie die Maßnahmen mit sorgfältigster Einfühlung in das scheinbar so einfache, in Wirklichkeit aber überaus komplizierte Gebiet geprüft und festgelegt werden. Auch eine deutsche Mode kann sich von den internationalen Grundlinien nicht völlig entfernen. Denn das Ge- sich dieser deutschen Mode sollte so vollkommen sein, daß sie über bie Grenzen des Vaterlandes hinaus allgemeine Anerkennung und Geltung erlangt. Wenn in fremden Ländern, wie in Japan, China, Indien, die Frau feit Jahrhunderten Kleider trägt, bie vollkommen von ber Art unserer Kleidung abweichen, so hanbelt es sich hier trotz aller kleinen Äbwanblungen von Jahr zu Jahr unb von Saison zu Saison in ben ©runbformen nicht um Moben, sonbern um Trachten. Diese aus alten Zeiten überlieferten Kleibformen haben sich bis heute nur Infolge ganz befonberer Umftänbe erhalten und find typischer Ausdruck einer in sich abgeschlossenen Kultur des jeweiligen Landes. Auch wir haben noch heute Volkstrachten, bie von ber Mobe gänzlich unberührt geblieben finb. Diese Trachten, bie ein hohes unb mit Ehrfurcht z u pflegendes Kulturgut unseres Volkes barstellen, würden durch Einbeziehung ins Modische in Gefahr kommen, verballhornt zu werden, etwa wie ein Volkslied, das zum Tanzschlager „verwertet" wird. Man wirb sich also hüten müssen, bie notmenbige Verwurzelung einer beutschen Mobe im Bobenstänbigen unb bie Abstimmung auf Typ unb Wesensart ber beutschen Frau zu verwechseln mit einer falschen Romantik, unb bie Volks- unb Lanbestrachten burch Ueberführung ins Großstabtbilb entseelen würbe ober bie Trachten aus einer Zeit bes Burgsräu- Icins, der Postkutsche, ber Stadtmauern übernehmen will in eine Zeit der selbststeuernden Automobilistin unb eines Verkehrswesens, das Kontinente aneinanderrückt. Das wäre das Eine. Ich meine aber auch, daß eine deutsche Mode ebensowenig eine Angelegenheit einiger Modeateliers mit einer kleinen Schicht zahlungsfähiger Kundinnen werden dürfte. Es könnte nicht genügen, sogenannte „Kreationen“ künftig in Berlin anstatt in Paris zu entwerfen und sie mit einem Etikett „Deutsches Modell" oder womöglich mit sichtbaren Attributen deutscher Gesinnung zu versehen und dann auf Modeschauen anserwählten Kreisen vorzuführen. Eine wirklich deutsche Mode kann nur entstehen, wenn sie aus dem Bolke und seinem gefunden geschmacklichen Cmpsinden herauswächst ; dieses muß mit feinstem Fingerspitzengefühl abgetastet toerba3 ®rum und Dran der Kleidform, sondern zugleich die stilgerechte Vereinigung von Material und Form. Ob der Stoff aus der Idee der Lime, das Muster aus der Form geboren wird oder umgekehrt, oder ob zwischen diesen Komponenten nicht ständig eine hin- und herfließende Wechselwirkung stattfindetz mag hier dahingestellt bleiben. Auf jeden Fall muß bei der Entwicklung einer deutschen Mode die gamerzeugende, die stosllckallende und die stoffverarbeitende Industrie, aber auch Die Handweberei wie überhaupt jedes Bemühen, eine qua» litative und geschmackvolle Verbesserung des Materials in stärkstem Matze mitbeteiligt werden. Das Gleiche gilt für die vielen Zweige der Zubehörindustrien, die gerade in Deutschland zu besonderer Leistungsfähigkeit entwickelt worden sind, bei ber Modetendenz der letzten Jahre aber vielfach verkümmern mutzten. Um dem Willen zur Formung einer deutschen Mode mit eigenem Gesicht den Weg zur Der- wirllichung zu bereiten, mühte unter Führung des Deutschen Modeamtes ein Arbeitskreis gebildet werden, der in bezug auf nationale Gesinnung, kulturpolitische Einstellung und fachliches Können berufene Vertreter aller an der Modeschöpfung, der Modegestaltung und der Modedurchsetzung beteiligten Gruppen zu vereinigen hätte. In dieser Organisation der Kräfte liegt nach meiner Ansicht die erste Aufgabe und wohl auch das Ziel des Amtes. Wer in deutschem Sinne arbeitet und etwas kann, wird hierbei auch Gelegenheit zur Entfaltung seiner Fähigkeiten finden: denn das Modeamt will ja schöpferische Leistungen in Deutschland mit allen Mitteln fördern. Für Phantasten und für Leute, die persönlichen Ehrgeiz befriedigen ober Privatgeschäfte machen möchten, wirb es allerbings wohl kaum zu haben sein. Koffer packen! In ber Theorie ist Kofferpacken eine Kleinigkeit! In ber Praxis sieht das ganz anbers aus. Im Anfang ist bie Ueberlegung: Was nehme ich mit? Die Antwort lautet: Weber zu viel, noch zu wenig. Freube am Reisen hat man nur, wenn man sich mit keinem Stück überlastet. Maßgebend für ben Inhalt bes Koffers ist bas Reiseziel. Für ben Aufenthalt im kleinen Gebirgsort braucht man kein Teekleib, unb wer auf Fußwanberungen Gewicht legt, wirb berbe Schuhe, in benen es sich gut gehen läßt, ben hochhackigen zierlichen Straßen- fchuhen vorziehen. Für ben Kurort braucht man ein warmes Kostüm, weil es morgens am Brunnen meistens recht kühl ist. Die erforberlichen Gegenstänbe werben zuerst aus ihren Behältern genommen. So kann man sich am besten davon überzeugen, wie groß ber Koffer fein muß, ber sie bergen soll. Auch ist es nur bann möglich, sich vergessener Dinge zu erinnern. Um die Arbeit zu erleichtern, wirb ber Koffer auf zwei Stühle ge ft eilt. So oermeibet man bas er« mübenbe Bücken, unb bas Packen geht viel schneller. Auch ist mehr Bewegungsfreiheit vorhanben, bie einzelnen Dinge lassen sich besser unterbringen. kurzen Kochzeit von zehn Minuten mit Sicherheit eine wohlschmeckende Marmelade oder ein köstliches Gelee bereitet werden kann. Wieviel Arbeit, Zeit und Geld mußte früher nutzlos auf- gewandt werden! Durch stundenlanges Kochen gingen Nährwert und Aroma der Früchte unnötig verloren. Das Buch Hilst jeder Hausfrau, sparsamer und gesunder als bisher, Marmeladen und Gelees bereiten. Himbeeren in Zucker. Aus jedes Pfund Himbeeren, welche frisch unb sauber verlesen sein müssen, nimmt man ein Pfund Zucker, locht diesen mit wenig Wasser auf, schäumt ihn aus, fügt, die Früchte hinzu, läßt sie ein paarmal über- wällen, schüttet sie in einen Napf, bedeckt sie mit Papier und läßt sie bis zum folgenden Tage stehen. Dann läßt man die Früchte auf ciincm Sieb abtropfen, kocht den Zucker bis zu dem Grade ein, daß er von einem dareingetauchten Löffel breit und gallertartig tropft, tut die Himbeeren dazu, läßt sie noch einmal aufkochen und füllt sie nach einigem Verkühlen in saubere, trockene Gläser. Himbeermarmelade. Zur Marmelade kann reichlich reifes Obst verwendet werden. Die Früchte werden nach dem Säubern im eigenen Saft unter ständigem Nühren gekocht. Hm eine frische Harbe zu erhalten, gibt man den Zucker zur Fruchtmasse, wenn sie gehörig eingedampft ist. Auf jedes Pfund der dann abgewogenen Masse 203 bis 300 Gramm. Kochen, bis die Masse nicht mehr zusammenläuft. Die fertige Masse wird heih in heiße, trockene Gläser gefüllt und erst nach völligem Erkalten, in etwa 48 Stunden, luftdicht zugebunden. Kirschen. Man wählt großfrüchtige, recht fleischige Sorten mit kleinen Kernen. Sie werden gewaschen, entstielt, recht dicht in die Gläser eingefüllt, mit Zuckerlösung übergossen und 25 bis 30 Minuten bei 80 Grad sterilisiert. Man rechnet für süße Kirschen 300 Gramm Zucker auf 1 Liter Wasser; für Sauerkirschen 600 bis 700 Gramm Zucker auf 1 Liter Wasser. Die Zuckerlösung wird vorteilhaft mehrere Stunden vorher bereitet. Erdbeersaft. 6 Pfund tief rote Erdbeeren, am besten Walderdbeeren, werden sehr sauber verlesen, rasch gewaschen und auf ein Sieb zum Ab- tropsen geschüttet. Inzwischen kocht man zwei Pfund Zucker zum Faden, schüttet die Beeren dann in den Zucker und läßt neben dem Feuer eine Stunde stehen, wobei sie Saft ziehen, aber nicht mehr kochen sollen. Dann läßt man den Saft über Nacht, ohne zu drücken, durch den Saftbeutel laufen, füllt ihn in kleine Flaschen, die entweder 25 Minuten bei 75 Grad sterilisiert werden oder mit Apotheker knoten zugebunden eine halbe Stunde im Wasserbad bei offenem Deckel koch" i müssen. Die rückständigen Erdbeeren können noch verwendet werden. Johannisbeergelee. Sehr reife rote, zur anderen Hälfte weihe Johannisbeeren werden a?» geftielt, in kleinen Mengen mit dem Fruchtstampfer in einer Porzellanschüssel vollständig zerdrückt und durch einen Fruchtbeutel über Nacht abtropfen lassen. Am nächsten Tage wird der Saft vom Bodensatz abgegossen und gewogen. Man rechnet auf ein Pfund Saft 625 Gramm fein gemahlenen und gesiebten Zucker, den man löffelweise nach und nach zu dem Saft rührt. Man braucht dazu anderthalb bis zwei Stunden und rührt ununterbrochen nach einer Seite. Der Saft wird nun in kleine Geleegläser gefüllt, wo er erst nach einigen Tagen erstarrt. Das auf diese Art bereitete Gelce hat besonders feinen Fruchtgeschmack, hält aber nicht so lange wie das gekochte. Man muß deshalb häufig nachsehen und das Gelee bald verbrauchen. Mit großer Sorgfalt werden Herrenanzüge gepackt. Zuerst ist jedes Beinkleid genau in die Bügelfalte einzulegen und entweder oben oder unten um» zuschlagen, da die meisten Koffer nicht lang genug sind. Um Druckstellen nicht aufkommen zu lassen, kommen in den Umschlag fein zusammengelegte Herrenstrümpfe. Sie sind dann auch zweckentsprechend untergebracht. Das Jackett wird in der Kugel, im Aermel und in der Brust möglichst mit zarter Damenwäsche ausgepolstert. Auch Taschentücher eignen sich dazu. Am besten ist es, das Jackett zu rollen und so in den Koffer zu verstauen, daß die Schulter- breite, je nach Größe des Gepäckstücks, die Koffer- länge oder die Kofferbreite einnimmt. Mäntel und Kostüme für Damen sollten gleichfalls gut gepolstert und säuberlich gerollt werden. Dann haben sie beim Auspacken fast niemals Druckstellen. Doch auch das Falten der Länge nach wird empfohlen. Nur muß es sehr geschickt und vorsichtig gehandhabt werden, damit keine Druckstellen in der Vorderseite entstehen. Alle schweren Gegen stände komnien z u e r st in den Koffer. Zuerst Schuhe, die — um Platz zu sparen — mit Tuben, Strümpfen, Woll- sachen ausgestopft werden. Es folgen schwere Kleidungsstücke, Herrensachen, Mäntel und Wollkostüme. Ein altes Leinentuch wird darüber gelegt, und nun falte man die Damenkleider zusammen, befestige leicht verschiebbare Falten mit einigen Heftstichen und lege sie möglichst der Länge nach in den Koffer. Damen- und Kinderwäsche dient dazu, die Lücken auszufüllen. Oben in den Einsatz gelangt die Herrenwäsche, während die weichen Kragen lang ausge- breitet auf die Taghemden verteilt werden. Flaschen, Puder und Talkum gehören in den Handkoffer. Beim Verschütten der kleinsten Menge kann nämlich sonst großer Schaden entstehen, und mit dem großen Gepäck kann man nie so vorsichtig umgehen, rote mit dem Handgepäck. Auch Nachtzeug und Toilettesachen sollte man stets v o m großen Gepäck gesondert bet sich führen, weil immer mit einem unerwarteten Aufenthalt zu rechnen ist. Nachtwäsche wird in den leer gebliebenen Ecken untergebracht. Nicht zu vergessen ist eine Anzahl von Herrenkragenknopfen, da der Kraaenknopf doch immer — kaum angefommen — verschwindet, um nie wieder zum Vorschein zu^kom- men. Dadurch ist schon die Harmonie mancher Som- merreife gestört worden. Hüte: möglichst wenige. Einen Hut trägt man ,a während der Fahrt, und der genügt meist vollkommen. (Fast immer.) Sonst tun es einige zusammen- leabare Käppchen, und für den Herrn Gemahl eine leichte Mütze. ßiefeloi^*- SJL-fpott Leichtathlettt-Klubkampf OSC - ZV. Wetzlar Der OSC gewann den Pflichtklubkampf gegen Fußb.allverein Wetzlar mit 1320 Punkten Vorsprung. Auf beiden Seiten wurden schöne Leistungen gezeigt, besonders im 100-Meter-Lauf und in den Wurfwettbewerben. Auch bei den Rahmenkämpfen zeigten die Teilnehmer gute Leistungen Die Ergebnisse des Klubkampses. Hochsprung: 1. Gunia (W.) 1,50; 2. Schreier (W.) 1,50 Meter; 3. Jakob (OSC.) 1,40 Meter. 100-Meter-Lauf: 1. Fischer (OSC.) 11,5 Sek.. 2. Zerndt (W.) 11,6 Sek.; 3. Siegmund (OSC.) 11,7 Sek. Diskuswerfen: 1. Leih (OSC.) 39 Meter; 2. Mohl (OSC.) 32,05 Meter; 3. England (W) 26,22 Meter. K u g e l st o ß e n: 1. Luh (OSC.) 13,57 Meter; 2. Mohl (OSC.) 12,94 Meter; 3. Redhardt (W.) 8,77 Meter. Luh stieß zweimal 13,57 Meter! Auch Mohl war hier wieder sehr gut 8 0 0 M e t e r - L a u f : 1 Fischer (OSC.) 2,20 Min.; 2. Astheimer (W.) 2:21,6; 3. Schreier (W.) 2:23,8. Die beiden Ersten lieferten sich einen scharfen Kampf. Weitsprung: 1. Luh (OSC.) 6,47 Meter; 2 Gunia (W.) 5,38 Meter; 3. Berghäuser (W.) 5,25 Meter Auch hier war Luh wieder bei weitem der Beste 300 0 Meter: 1. Heckscher (W.) 10:15,4 Min.; 2. Kuntzsch (W.) 10:19,9 Min.: 3. Sobczak (OSC.) 10:26,4 Min. 10X^-Runden st affet: 1. WFV. 4:49,8; 2 OSC. 4:50. Der OSC. verlor gleich im Anfang durch einen verunglückten Wechsel viel Boden. Jakob, Fischer und Luh holten aus. aber Mohl verlor knapp gegen Zerndt Kahmenkämpse. 4X.1500-Meter-Staffel: 1. 1900 I (Linse- mann, Peters, Reitz, Baumstieger) 18:26 Min.; 1900 2. Mannschaft gab auf. Hammerwerfen: 1. Mohl, OSC., 32,26; 2. Luh, OSC. 27,90 Meter. Steinstoßen: 1. Luh, OSC.. 8,40; 2. Mohl, OSC., 8,34 Meter. Speerwerfen: 1. Jakob, OSC., 47,15; 2. Mohl, OSC., 41,50; 3. Luh, OSC., 40,01 Meter. Deutsche Saalsport-Meisterschaften. Gute Leistungen bei den frankfurter Kämpfen. Im Hippodrom zu Frankfurt a. M. wurden am Samstag und Sonntag die Deutschen Saalsport- Meisterschaften durchgeführt. Die vom Gau Frankfurt des Bundes Deutscher Radfahrer ausgerichtete Veranstaltung war mustergültig organisiert. Die Titelkämpfe brachten harte Kämpfe, aber auch sehr schöne Leistungen. Im Zweier-Radball blieben die schwächeren Mannschaften schon in den Vorrunden auf der Strecke. In der Zwischenrunde mußte dann die starke Mannschaft vom RC Oberrad überraschend aus- scheiden, sie unterlag nach Verlängerung der Erfurter Turnerschaft mit 4:7. Die beiden Vorentscheidungen sahen Diamant Chemnitz nach sehr hartnäckig geführtem Spiel mit 2:0 (0:0) über Stellingen und Wanderlust 1 Frankfurt mit 8:4 über Erfurter Turnerschaft siegreich. Im E n d sp i e l gebrauchten Schreiber-Blersch (Wanderlust Frankfurt) eine Spielverlängerung, ehe sie Walter-Schulz (Diamant Chemnitz) mit 3:2 (2:2) schlagen konnten. Die gleichen Mannschaften qualifizierten sich auch im Dreier-Radball für das Endspiel. Hier drehte aber Diamant Chemnitz den Spieß um, Wanderlust Frankfurt wurde mit 4:3 (2:0) besiegt. Viel Beifall gab es für die schönen Leistungen bei i den Meisterschaften im Kunstfahren und Kunstreigen. Blitz Neukölln verteidigte seine Titel im Sechser- ■ uno Achler-Kunstreigen erfolgreich, dagegen wurden die Titelverteidiger im Einer- und Zweier-Kunstfahren, Heidenreich (Breslau) bzw. Preußen Halle, geschlagen. Die Ergebnisse waren: Einer-Kunstfahren: 1. Kompes-Schnecke- Neuwerk 356,3 Punkte; 2. Krahe-Schnecke-Neuwerk 349,4 Punkte; 3. Heidenreich-Breslau 343,6 Punkte; 4. Strömer-Oberbruch 295,4 Punkte; 5. Simon- Streißert 263,4 Punkte. Zweier-Kunstfahren: RV. Frankfurt- Nied (Pauly-Stenger) 659,6 Punkte; 2. Falke Nie- derullersdorf 634,2 Punkte; 3. Diamant Oberbruch 633,3 Punkte; 4. Preußen Halle 619,1 Punkte; 5. Flottweg Kassel 611,7 Punkte. Sechser-Kun st reigen: 1. Blitz Neukölln 14,201 Punkte; 2. Panther Braunschweig 13,981 Punkte; 3. Flottweg Kassel 13,825 Punkte; 4. Germania Bieber. Achter-Kun st reigen: 1. Blitz Neukölln 14,605 Punkte; 2. RV. Aschaffenburg-Damm 13,080 Punkte Um die Sechfer-Radballmeisterschaft. Im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft ,m Sechser-Rasenradball schlug am Montag der NC. Frankfurt-Oberrad den Titelverteidiger „Wanderlust" Frankfurt mit 3:1 (1:1). Im Kampf um den dritten Platz fertigte Opel Rüsselsheim die Erfurter Turnerschaft 4:3 (2:2) ab. Wirtschaft. Schweinemarkt in Gießen. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 170 Stück Ferkel zum Verkauf. Es kosteten: Ferkel bis 6 Wochen alt 14 bis 17 Mark; 6 bis 8 Wochen alt 17 bis 21 Mark; 8 bis 13 Wochen alt 21 bis 26 Mark. Tendenz: gut, geringer Ueberstand. Sronffurt befestigt. Frankfurt a. M., 12. Juli. (WTB. Drccht- meldung.) 3n OBeuertoirtung des Runderlasses des Reichsinnenministers war die Stimmung zu Beginn der heutigen Mittagsbörse erneut freundlich, zumal sich die Rachrichten aus der Mirt- schäft über einen befriedigenden Geschäftsgang von Tag au Tag mehren. Daneben lagen seitens der Kundschaft Kaufaufträge vor, ferner wollte man auch kleine Auslandskäufe beobachtet haben, was die Spekulationen ihrerseits zu Deckungen und kleinen Meinungskäusen veranlaßte. In den Vordergrund des Interesses trat heute der Rentenmarkt, an dem sich in Stahlverein-Obligationen eine Sonderbewegung vollzog. Dieses Papier eröffnete mit 52,75 Prozent um 1,50 Prozent fester und stieg nach dem ersten Kurs rasch auf 54,50 Prozent, wobei der Umsatz relativ lebhaft war. Innerhalb zwei Tagen hat sich hier eine Erholung von 6,50 Prozent durch- gesetzt. Ferner zeigte sich vermehrte Rachfrage nach mittleren und späten Reichsschuldbuchforderungen, während Deutsche Anleihen wenig beachtet waren. An den Aktienmärkten war die Kursgestaltung bei kleinem Umsatz nicht ganz einheitlich, wenngleich Besserungen von 0,5 bis 1 Prozent über wogen. Am Montanmarkt bestand ein größeres Dekuvert, so daß Papiere wie Buderus, Klöckner und Harpener Erholungen bis zu 2 Prozent aufwiesen. Rheinische Braunkohlen fetzten in Verbindung mit der Dilanzveröffentlichung ihre Aufwärtsbewegung um 2,5 Prozent fort. Stahl- werte zeigten nur geringe Kursveränderungen; von Spezialwerten sind noch Holzmann mit plus 1,25 Prazent, Scheideanstalt mit plus 2 Prozent und Siemens mit plus 1 Prozent zu erwähnen. Schwacher lagen Licht & Kraft mit minus 1,5 Prozent. Zement-Heidelberg mit minus 0,5 Prozent und Rorddeutscher Lloyd minus 0,38 Prozent, IG.-Farben waren vernachlässigt und mit 130,75 Prozent knapp gehalten. Im Verlaufe wurde es allgemein ruhiger, doch traten am Aktienmarkt einige Spezialwerte wie IG. und Schiffahrtaktien mehr in Erscheinung. Auch die übrigen Papiere wiesen meist kleine Besserungen auf, dagegen gingen Stahlvereinbonds um 1 Prozent auf 73,5 Prozent zurück, während Reichsschuldbuchforderungen weiter leicht anzogen Goldpfandbriefe neigten fast allgemein um 0,25 bis 0,75 Prozent zur Schwäche wogegen Liquidationspfandbriese behauptet waren. Staatsund Stadtanleihen waren kaum verändert. Von fremden Werten zogen Anatolier Eisenbahn um 0,75 Prozent an. Im übrigen war die Bewegung wieder ruhiger. Tagesgeld war mit 3 Prozent unverändert „VolkSpädagogik" statt „Völkerpä-aqogik^. Mainz, 8. Juli. (WSN.) Das in der Mainzer Zitadelle untergebrachte Institut für Völkerpädagogik hat sich in der verhältnismäßig kurzen Zeit seines Bestehens unter der Leitung des rührigen Schulrats Niemann zu einem beliebten Treff- .punkt der Lehrerschaft aller deutschen Gaue und der benachbarten deutschsprachigen Länder entwickelt. Die staatspolitische Erneuerung Deutschlands hat auch eine Konzentrierung des Mainzer Instituts auf seine besondere volkspädago- gische Aufgabe zur Folge gehabt. Dies kommt äußerlich schon dadurch zum Ausdruck, daß der Name des Instituts in „Institut für Volks- Pädagogik" umgewandelt worden ist. Diese mbenennung, in der in aller Kürze schon der neue Aufgabenkreis angedeutet ist, entspricht gleichzeitig einem Wunsche des hessischen Ministerpräsidenten Dr. Werner. Der Neuaufbau des Instituts wird allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen. So ist noch der neue Vorstand zu wählen u. dal. m. Die Abteilung Verkehrserziehung, in der die Reichspost ausgezeichnetes Material für die erzieherische Arbeit des Lehrers aufgebaut hat, erfährt gegenwärtig eine weitere Ausgestaltung durch die Reichsbahn. Unter Leitung von Oberreg.-Rat Thomas von der RBD. Mainz werden eine ganze Reihe von Sälen zu einer Schau der Deutschen Reichsbahn eingerichtet. 8000-Mk.-Spende der Mainzer Aerztefchast für die Hitlerstistung. Mainz, 11. Juli. (WSN.) Die Hessische Staatspresse st elle schreibt: Der Vorsitzende des Mainzer Aerztevereins hat im Namen der gesamten Aerztefchast von Mainz dem Reichsstatthalter in Hessen den Betrag von 8000 Mark mit der Bitte überwiesen, diesen Betrag an die Hitlerstiftung für die Opfer der Arbeit weiterzuleiten. In einem Begleitschreiben drückt der Vorsitzende den Wunsch der Aerztefchast aus, über die rein ärztliche Tätigkeit zur Förderung der Volksgesundheit auch am wirtschaftlichen Wiederaufbau helfen zu wollen. In dankbarer Anerkennung wird der Wille des Reichsstatthalters gewürdigt, die schweren Nachwirkungen der Besatzungszeit für die Stadt Mainz zu beheben. Seine wiederholten Besuche innerhalb kurzer Zeit hätten bewiesen, wie sehr ihm das wirtschaftliche und kulturelle Gedeihen von Mamz am Herzen liege. Der Brief schließt mit dem Ausdruck des unerschütterlichen Vertrauens zum Reichsstatthalter und zum Volkskanzler Adolf Hitler und mit dem Gelöbnis der ernsten Mitarbeit nach besten Kräften. Reichsstatthalter Sprenger hat an die Mainzer Aerzte- schaft in einem Dankschreiben den Geist und die Tat der Mainzer Aerzte freudig begrüßt, ihnen Dank und Anerkennung ausgesprochen und gleichzeitig versichert, daß er die Erwartung der Stadt Mainz rechtsertiaen und sich auch weiterhin nach besten Kräften für sie einsetzen werde. Als ganz besondere Anerkennung aber werde er diese hochherzige Tat der Mainzer Aerzteschaft den übrigen deutschen Gauen zur Nachahmung empfehlen. Staatskommiffar Or. Best über Arbeiter und Staat. WER. Raunheim a. M., 11. Juli. An Sonntag fand hier die Fahnenweihe der RSBO. und der Ortsgruppe der RSDAP. statt, bei der Staatskommissar Dr. Best bedeutungsvolle Ausführungen zu dem Thema „Arbeiter und Staat" machte. Durch die Zerrissenheit des Volkes sei der deutsche Arbeiter um sein Brot gekcmmen. Auch diejenigen, die glaubten, für den Proletarier zu kämpfen, wären blind gewesen. Sie begriffen nicht, daß es dem Arbeiter nicht gut gehen kann, wenn das Volk Rot leide. Der Ralionalsozialismus kenne keine Klassen und dulde in Zukunft nicht, daß man den deutschen Arbeiter Prolet schimpfe. Gerade für den Arbeiter habe die nationalsozialistische Bewegung gekämpft. Rur derjenige gehöre zur deutschen Volksgemeinschast, der verbunden sei mit dem Schicksal des deutschen Volkes. Unser Kampf ging um die Arbeiterschaft, deren Kern durch die RSBO. gewonnen ist. Run gilt es, die letzten Teile einzugliedern in das Ganze. Wir sind uns bewußt, daß die schwerste Arbeit jetzt erst vor uns liegt, 'n ?nn jeder von uns mithilft auf seinem Platz, üann wird das große Werk gelingen. Wir beginnen mit dem Glauben an Deutschlands Zukunft und find der felsenfesten Ueberzeugung, daß, wenn jeder mithilft, das große Werk der Befreiung gelingen wird. Dr. Best schloß mit den Worten: „Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben, an deines Volkes Auferstichen!" Oer Landesobmann für bäuerliche Selbstverwaltung. WSN. grantf urt a.m., 11. Juli. Der Führer des Nassauischen Bauernstandes, Verbandspräsident Landtagsabgeordneter Metz, ist vom Reichsbauern' führer Darrs zum Landesobmann für die bäuerliche Selbstverwaltung ernannt worden. Landesobmann Metz hat seine Tätigkeit bereits ausgenommen. Die Geschäftsräume befinden sich in Frankfurt a. M., Untermainkai 12. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) fi. Sp. in Uebernthal. Wenden Sie sich an den Zentralnachweis für Kriegsverluste und Kriegsgrä- ber, Abteilung Kriegsstammrolle, in Spandau. Diese Stelle ist allerdings nur für Truppenteile zuständig, die dem preußischen Heere unterstanden. Falls Sie einem bayerischen, sächsischen oder württernber- gischen Truppenteil angehört haben sollten, müßten Sie sich an die dementsprechenden Stellen in München, Dresden oder Stuttgart wenden. D. L. in Atzenhain. Wenden Sie sich an Herrn Peter Schäfer, Gießen, Hillebrandstraße 14, II. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Der hollerweg ausbaubebürftig. In einem wenig schönen Zustand befindet sich der Hollerweg, an der Frankfurter Straße. Die Anwohner, die die Straße passieren müssen, müssen sich bei der Begehung des Weges aller Vorsicht befleißigen. Radfahrer können den Weg kaum benützen. Es ist schon verschiedentlich zu kleineren Unfällen gekommen. Da sich an der rechten Seite der Straße kein Fußweg befindet, wird Scku t und aller möglicher Abfall vor den Gärten aus- geschüttet. Die zuständige Stelle würde die Anwohner des Hollerweges sehr zu Dank verpflichten, wenn zur Besserung der Wegeverhältnisse wenigstens das Rotwendigste geschehen würde. Ein Anwohner. Verantwortlich für Lokales, Provinz, Wirtschaft und Sport: I. V.: H. L. N e u n e r. 4510D 4502 D Konsumverein Gießen und Umgegend. Die Gesamtverwaltang. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme, die wir bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen Herrn Otto Usinger,Postmeister i.R. erfahren durften, für die Blumenspenden, für den Trost am Krankenbett und Grab durch Herrn Dekan Widmann, für die ärztliche Hilfe des Herrn Dr. Neuenhagen und der Schwester Katharina lür die Pflege, für die Begleitung und Ehrenbezeugung durch den Kriegerverein Schotten sowie durch das Postamt Schotten. Weiteren Dank der lieben Gemeinde Londorf, dem Postamt Londorf für den letzten Gruß, für den Gesang des Kirchenchors Londorf am Grab, für die Kranzniederlegung des Evangelischen Bundes sowie des Radfahrerbundes Oberhessen unseren aufrichtigsten und bleibenden Dank. im Namen der trauernd Hinterbliebenen i Anna Usinger, geb. Müller. Schotten, den 11. Juli 1933. Nachruf I Am 10. Juli verstarb unser Lagerhalter Adolf Pfeiff im 55. Lebensjahre. Einundzwanzig Jahre lang hat er die Verteilungsstelle Wieseck in uneigennütziger Weise geführt. Durch diese jahrzehntelange treue Mitarbeit hat Herr Pfeiff an der Entwicklung unseres Vereins großen Anteil. Sein Andenken werden wir deshalb immer in Ehren halten. KRAFTOMNIBUSSE für jede Personenzahl, vermietet bill. Carl Hoos / Gießen-Annerod Telephon 3646 3952D Ein eigenes Häuschen? Fragen Sie Abermann Haarwuchsmittel von Hofapoth. Schaefer ohne teure Verpackung 3430A Echtes Brennesselhaarwasser *. Ltr. 0.75 Echt. Birkenhaarwasser Maienßold '.»Ltr.l.- g.Schnppen, Haarausfall,Kopfjucken Fein parfümiert! Flasch.mitbring. All.-Verk.: Univ.-Apotheke zum gold. Engel. Grubensand für Maurer- u. Weihbindergeschäfte prompt und allerbilligst zbhD C.RÜbSdmCtl, Fernruf 3659 Zwangsversteigerung 34/32 Am Donnerstag, dem 13. Juli 1933, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 107, das im Grundbuche von Gießen dem Kaufmann Otto Reih in Gießen zugeschriebene Anwesen Ajferweg 44 4466D Hlur II, Rr. 132 = 480 qm hofreite, Flur II, Rr. 1325/io = 8 qm Brunnen, Q 23 230 RM., sowie die auf dem ück stehende Autohalle, geschätzt 35 RM., zusammen 23 580 RM., versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 8. Juli 1933. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: _______Leo, Ortsgerichtsvorsteher._______ Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Heinrich Sack in Gießen, Marktstrahe 19, wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch eingestellt, da eine den Kosten des Verfahrens entsprechende Masse nicht vorhanden ist. Gießen, den 29. Juni 1933. 4503D __________Hessisches Amtsgericht.__________ Bekanntmachung. Die am 1. Juli d. I. fällige Holzgeldrate kann bis zum 20. desselben Monats an unsere Stadtkasse oder deren Postscheckkonto Frankfurt a. M. 13196 noch ohne Kosten bezahlt werden. 4495D Hessische Bürgermeisterei Lich. Geil. |Verschiedenes| DiM empfiehlt «solo Döiv.ForslOarien Mercedes Kleinschreibmaschine nur 172.— RM. schon fürmonatl. RM.7.90 Franz Vogt & Co. Seltersweg 44 Ruf 2464 4612A Frische Seefische Neue MatieS Sick. 10 u. 28 4 Neue Holländer Heringe Stck. 12 4 empfiehlt «soso LMNacW. Mäusburg 15,Tel.3612 RM.7-9000 werden gegen erste Hypothek für ein in dies. Jahre erbautes Wohnhaus gesucht. Denkb.gröüt.Sicher- heit gewährleistet. Schriftl.Angcb.unt. 4468oa.d.Gieß.Anz. Verkäufe 4/5-5ißer VersMWWu sehr gut erhalten, für RM. 280.— zu verkaufen. «o?v Zu besichtigen Klein-Linden HrankfnrterStr.53. Klavier"0 sehr gut erhalten, billig zu verkaufen Straube, Lich Garbenteich.Str. 15 Dr. phil. Wilhelm Rehmann Marie Rehmann, geb. 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