Nr. 134 Erstes Blatt 185. Jahrgang Montag, 12. Mi 1YZ3 Lrlchrini lägltd), außer Sonntags und 5*iertags Beilagen: Die Illustriert, Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» Dlonats Btjugspreis: Mil 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüste anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger «letzen. Postscheckkonto: gtanffitrt am Blain 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck eitb Verlag: vrLhl'sche Univerfitälr-Vuch' und Steinbrutferei R. Lange in Gietzen. Zchnftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Mnnabme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 ReichSPfennig, Platzvorschrift 20' , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfür denAn» zeigenteil i. D.Th.Kümmel sämtlich in Dietzen. Oer Kolonialgedanke marschiert. Glänzender Verlauf der Frankfurter Kolonialtagung. — Zusammenschluß aller kolonialer Vereine zum Reichskolonialbund. WSR. Frankfurt a. M.. 11. Juni. Die in der Kolonialen Reichsarbeitsge- m e i n f ch a f t Ausammengefchlofsenen Verbände unter dem Vorsitz von Gouverneur a. D. Dr. Schnee beschlossen einstimmig die Errichtung eines Veichskolonialbundes, dem alle bisher der Kolonialen Reichsarbeitsgemeinschaft zugehörigen kolonialen und kolonialinteresfierten Verbände angehören. Präsident des Reichskolonialbundes ist der jeweilige Präsident der Deutschen Kolonialgefellschaft, der feine stellvertretenden Präsidenten ernennt. Reben Gouverneur Dr. Schnee werden in Zukunft Reichsstatthalter Ritter von Epp und S. H. der Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg das Präsidium des Reichskolonialbundes bilden. Die Führung der Kolonialpolitik liegt in Zukunft ausschließlich bei dem Präsidenten. Ihm steht ein ständiger Arbeitsausschuß zur Seite. Entsprechend dem Zusammenschluß der Kolonialverbände im Reichskolonialbund sollen auch die örtlichen Abteilungen und Vereine unter dem Ramen Ortsverband des Reichskolonialbundes zusammengeschlossen werden. Der Abend vereinigte dann die Deutsche Kolo- nialgesellschast mit allen ihren Tlntergruppen im Zoologischen Garten zu einer großen Kundgebung für den Kolonialgedanken. zu der auch die Reichsstatthalter Exzellenz General R i t t e r v o n Epp und Sprenger erschienen waren. Professor Or. W.Behrmann von der Frankfurter Universität betonte, daß das deutsche Volk erst dann endgültig aus seiner Krise herauskommen könne, wenn es wieder Kolonien haben werde. Der Redner entwickelte dann ein Bild von den Handelsmöglichksiten mit den Kolonien, die im letzten Rechnungsjahr einen Um- faß oon nahezu einer halben Milliarde Mark erzielt hätten, obwohl sie gegen- wörtig durch die Mandatsmächte nicht bis zum Ronde der Möglichkeiten ausgenutzt würden. Aber nicht Handelsvorteile und die Sucht nach Welt- achtung seien die Triebfeder für die Bestrebungen zur Rückgewinnung der Kolonien, sondern der Wunsch, der Jugend Arbeit und einen Wirkungskreis zu geben. Exzellenz Schnee führte bann aus, daß vor 51 Jahren in Frankfurt am Main die Deutsche Kolonialgesellschaft g e grün, bet worben fei. Von Frankfurt aus sei der Kolv- nialgeDante ausgegangen, ber dahin führte, dag Deutschland in die Kolonialpolitik eintrat. Jetzt, nach 51 Jahren habe sich die Kolonialgesellschaft n e u organisiert. Die in der Reichskolonialarbeitsgemeinschaft zusammengeschlossenen Verbände hätten sich zum Reichskolonialverba n d z u i a m- m en gefunden. Durch diese Vereinheitlichung in der Führung der kolonialen Fragen werde die Hofs» nung gestärkt, daß das Ziel sch n e IIe r und besser erreicht werde. Deutschland befinde sich gegenwärtig in einer ähnlichen Lage wie vor 51 Jahren, denn jetzt habe Deutschland auch keine Kolonien, aber dazwischen liege die Zeit, in der Deutschland über Kolonien verfügt und die den Beweis erbracht habe, welche Vorteile mit dem Besitz der Kolonien verbunden seien. Reichsstatthalter Exzellenz Ziffer von Epp trat, wie seine beiden Vorredner, ebenfalls für die Wiedergewinnung der deutschen Kolonien ein Die Reichsregierung selbst könne im gegenwärtigen Augenblick nicht so aktiv für diese Forderung ein- treten, wie es wünschenswert sei, aber fie : feii tm Augenblick zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt. Aber den Kolonialoerbänden und dem Volke komme daher jetzt in verstärktem Maße die Aufgabe zu, sehr wichtige Vorarbeit zu tun. Das könne In erster Linie durch Kundaebungen geschehen, in denen das Volk verlange, daß es w i e der in den Besitz ber bem Deutschen Reiche ent- risse nen Kolonien zu kommen wunicht und baß immer unb immer wieder betont und bewiesen wirb, daß das deutsche Volk nicht wieder voll orn- men frei und seine Wirtschaft nicht wieder vollkorn- men aufrichten kann, wenn ihm seine Kolonien noch weiter vorenthalten werden Wenn dieser Wille des Volks klar und lebhaft in die Erscheinung trete, dann könne auch zu gegebener Zeit die Regierung au- ihrer Reserve heraustreten unb sich bem Verlangen bes Volkes anschließen. Es gelte also den Kolonialgedanken, der jetzt in Frankfurt prn Main durch den Zusammenschluß der Kolonial- gesellschaften neuen Austrieb erhalten habe weiter zu pflegen, damit er schließlich dem helhersehn. tcn Ziele zuaeführt werden könne. Der gemeinsame Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes schloffen die eindrucksvoll«^Kundgebung. An den Reichspräsidenten v. H'ndenburg, an den Reichskanzler Adolf Hiller, an den Minister- Präsidenten Göring und an den RelchsaußenmiNister Freiherrn von Neurath wurden Huldigungstelegramme gerichtet. Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellfchafl Auf ber Hauptversammlung ber Kolonial- aesellschaf t führte Exzellenz o o n Schn e e aus, paß das Ziel ber Deutschen Kolonialgesellschaft bie Wiebergewinnuna unserer Kolonien sei. Dis bahin gelle es, bie beutfdjen Schulen, wie deutsches Volkstum überhaupt in den ehemaligen Kolonien z u erhalten. Wertvollste Pionierarbeit leiste hier die deutsche KolonialschuleinWit- zenhausen. Die endlich erreichte nationale Geschlossenheit unseres Volkes werde auch dem Kolonial- gedanken neuen Auftrieb geben. Auf ber lagt'ng bes Weltverdanbes ber Völker- b unbsgef eIHtbaf ten in Montreux, bei ber ber Rebncr Deutschland vertreten hatte, habe sich eine zweifellos gebesserte Situation unserer außenpolitischen Lage ergeben, die erhoffen lasse, daß die deutschen kolonialpolitischen Forderungen dem- nächst auch im Auslande wieder 23er- ständnis finden werden. Im Anschluß hieran erstattete der Generalsekretär Düns den Jahresbericht, in bem Klage über tarken Mitgliederschwunb geführt ist. Es stehe zu hoffen, baß sich im Zuge ber Zeit insbesondere d i e Jugend aktiv für den Kolonialgedanken einsetzen werbe. Zu Ehrenmitgliebern wurden ernannt: Gouverneur Freiherr oon Rechen- berg, Berlin, Oberstleutnant a. D. v o n R a m s a y, Berlin, von St. Paul-Jllaire, Berlin, General Rochus Schmidt, Berlin, Oberbürger- meister Dr. Tettenborn, Berlin. Die Ehrenpla- kette wurde an Reichsfinanzrat Dr. Iacobi, Potsdam, verliehen. Als nächsten Tagungsort nahm die Versammlung Breslau in Aussicht. Tagung des Frauenbundes der DeutschenKolonialgefellschafi Am Samstag vormittag hatte der Frauenbund getagt Die Führerin, Frau v. Boemcken, hatte recht eindringliche Worte dafür gefunden, wie notwendig es sei, den schwer um ihr Volkstum ringenden Afrikadeutschen nach bellen Kräften bei- zustehen. Seit 26 Jahren verhilft Der Bund jungen Mädchen unb Frauen zur Auswanderung nach Afrika. Farmen unb Pflanzungen werden mit Zeit- chriften unb Büchern versorgt. Frau M a a g, bie Vertreterin bes Gauoerbandes Südweftafrikas, erzählte von ber großen allgemeinen Freude ber Deutschen in Afrika über bie nationale Erhebung. Professor Kuhn-Gießen berichtete, wie durch die Arbeit des Bundes auf afrikanischem Boden ein rassebewußtes deutsches G e- schlecht entstanden sei, besten Nachwuchs mit allen Mitteln beutsch erhalten werden müsse. Heute wachsen leider noch Hunderte von deutschen Kindern ohne Schulunterricht in Afrika auf. 25-Zahr-Zeier des Kolonialkriegerdank. Am Sonntag fand im Kasinogebäude der IG.- Farben AG. eine Gedenkfeier aus Anlaß der Vollendung von 25 Arbeitsjahren der Stiftung Kolonialkriegerdank statt. Der Präsident des Kolonialkriegerdank, S. H. Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg gab einen Ueberblick über die Arbeiten des Kolonial- kriegerdank zum Besten der Kolonialkrieger und ihrer Angehörigen vor dem Kriege, der durch den Krieg in Not geratenen Kolonialdeutschen und des Deutschtums in den Kolonien. Er forderte zur weiteren Mitarbeit und Unterstützung auf. Begrühungs- worte sprachen I. H. Herzogin Adolf Fried- richzuMecklenburg, Vorsitzende des Frauen- Vereins vom Roten Kreuz für Deutsche über See und Frau v. Boemcken, Vorsitzende des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft. Es folgte eine Ansprache des Reichsstatthalters v. Epp, Präsident des Deutschen Kolonialkriegerbundes, an die sich das Flaggenlied anschloß. Dann sprach Gouver- neur Dr. Schnee als Präsident der Deutschen Ko- lonialgesellschaft. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied bildeten den Abschluß der eindrucksvollen Feier. QIn bem schlichten Mahnstein für bie beutschen Kolonien in ben Hohenzollern-Anlagen fand aus Anlaß der Reichskolonialtagung eine Gedenkfeier an bie beutschen Kämpfer in den Kolonien statt. Trotz strömendem Regen hatten sich zahlreiche Menschen Der- sammelt. Dr. Klingharbt sprach Worte des Gedenkens an bie Verteidiger der deutschen Kolonien und gelobte, daß das deutsche. Volk nicht rasten werde, bis die Kolonien wieder deutsch seien- Zahlreiche Kränze wurden niedergelegt. Kundgebung am deutschen Rhein. Zum Abschluß der Reichskolonialtagung fand i n (Bingen eine „Kundgebung am deutschen Rhein" statt, die Abordnungen der nationalen Verbände aus (Bingen und Umgebung mit den Teilnehmern an der Tagung zu dem Vekenntnis für deutsche Freiheit um die Wiedergewinnung der verlorenen Gebiete an den Grenzen und in Uebersee vereinigte. Der Heubau der Evangelischen Kirche. Berlin. 10.3uni. (TU.) Wehrkreispfarrer Müller empfing einen Vertreter der Tele- graphen-Union zu einer Unterredung Eine Reihe von formulierten Fragen wurden von Professor Hirsch im Auftrage des Wehrkreispfarrers Müller wie folgt beantwortet: Frage: Wie beurteilen Sie, nach der De- ftcllung D. von Vodelschwinghs die rechtliche Lage in Anbetracht der Tatsache, daß das Amt eines Reichsbischofs weder in der bisherigen Kirchenverfafsung noch in den bisherigen Staatsverträgen mit der Kirche vorgesehen war? Antwort: Die Ernennung eines Reichsbischofs bedeutet eine Aenderung der Kirchen- bundesverfassung; diese ist nur möglich durch ein Kirchengesey. Es kann nach geltendem Recht nicht durch einfachen Deschluß ber Kirchen erlassen werben. Wir haben bemnach keinen legalen, sonbern einen revolutionärenAkt vor uns. für ben der Schutz des Art. 137 der Reichsverfassung (Gewährleistung der kirchlichen Selbstverwaltung ufto.) nicht in A n - sprach genommen werden kann. Dagegen bleibt in dem Augenblick, in dem die Kirche ihren eigenen legalen Doden verläßt, der Staatsaufsicht das Recht der Rachprüfung, ob alles ordentlich und ehrlich im Sinne des Kirchenvolkes geschehen ist. Hinzu- kommt, bah ber Reichsbischos innerhalb der preußischen Kirchen nicht handeln darf, weil diese durch den Kirchenvertrag verpflichtet sind, bei der Wahl ihrer Führer an den Staat die Frage zu richten, ob politische (Bedenken vorliegen. Eine Reuordnung der kirchlichen Verhältnisse seht die Gewißheit der Zustimmung des gesamten Kirchenvolkes sowie die Zustimmung des Staates voraus. Das letztere um so notwendiger, als gerade der Führer dieses neuen Staates von vornherein zu erkennen gegeben hat, daß ihm am Segen Gottes gelegen ist und er die religiöse Kraft stärkstens bejaht. Frage: Richtet sich ber Einspruch ber Glaubens- dewegung „Deutsche Christen" nur gegen Die Derfahrensart ber Bestellung Pfarrer von Bobelschwinghs zum Reichsbischof ober auch gegen seine Person dzw. bie Richtung, bie er vertritt? Antwort: Die Person D. von Bobelschwinghs ist uns ehrwürbig, wie jedem evangelischen Christen. Was uns an feiner Person mangelt, ist dies, daß er der Repräsentant nicht ber in ber gegenwärtigen Stunde roagenben Kirche ist, sondern ber wahre n b e n Kirche. Der besonderen Bedeutung in dieser Stunde wirb Dagegen nach unserer lieber- zeugung Wehrkreispfarrer Müller gerecht. Er ist ein Mllkämpser ber neuen Volksbewegung unb geniest bas hohe persönliche Vertrauen bes Führers. Er kommt aus ber härteren Atmosphäre der für bie deutsche Zukunft kämpfenden Männer und Jungen. Alle Fürsorge (Karitas) ist Hilfe, bie notwendig ist. Grundlegend aber ist bie Durch- glühung ber gegebenen deutschen Wirklichkeit und ber Männer, bie sie tragen, mit ber Kraft bes Evangeliums. Frage: Welche religiösen Ziele haben Sie im Gedanken an bie Reichskirche im Auge? Wie benten Sie sich vor allem im Ziele das Verhältnis ber bcub schen Katholiken zu dieser Reichskirche? Antwort: Die Deutsche Evangelische Kirche soll alle evangelischen Deutschen sammeln, und wir wollen natürlich, daß die innere Verbindung zivi- schenderVolksbewegung und dem G e i st e des Evangeliums lebendig ist. Das bedeutet in keiner Weise bie Forderung an Katholiken, eoan- gelstch zu werden. Wir ringen aufunjerem Bo- Öen um die Durchdringung des Volkes mit bem Geist des Evangeliums. Die Verantwortung für Menschen, bie auf das Wort einer anderen Kirche hören, wollen und können wir nicht übernehmen. Frage: Welche Rolle spielt nach Ihrer Ansicht im geiftig-religiöfen Kampf der Staat? Halten Sie insbesondere den moralischen Einfluß der float- lichen Macht oder sogar ein direktes Eingreifen des Staates, in die Auseinandersetzung über den Sinn und die Ausgabe der Kirche für vertretbar? Antwort: Diese Frage ist im wesentlichen bereits unter 1 beantwortet. Wir wollen eine eigen st ändige, aber lebensoerbunbene Kirche. Wir wenden uns Dagegen, Daß Die Formel der Selbständigkeit der Kirche benutzt wirb, um die Kirche abzuklemmen von der gegenwärtigen lebendigen Volksbewegung. Das Kirchenbundesamt jur Unterredung mit Wehrkreispsarrer Müller (Berlin, 10.3uni- (XH.) Zu ber Unterredung bes Wehrkreispfarrers Müller mit einem Vertreter ber Telegraphen-Tlnion wirb vom Deutschen Evangelischen Kirchenbunbesamt mitgeteilt: „Gegenüber ber in ber Oeffenllichkeit aufgestellten Dehauptung, bah bie Ernennung eines Reichsbischofs eine Aenberung ber Kir - chenbunbverfafsung bebeute, wirb von maßgebender kirchlicher Seite darauf hingewiesen, daß die Berufung des Reichsbifchofs a u Grund der Loccumer Vereinbarungen erfolgt ist. An diesen Vereinbarungen (modus procedendi) hat Wehrkreispfarrer Müller mitgewirkt und sie durch feine Unterschrift bestätigt Wenn weiterhin bestritten wird, daß für die Ernennung des Reichsbifchofs der Schutz des Artikels 137 der R e i ch s v c r f a s s u n g nicht in Anspruch genommen werden könne, so ist demgegenüber auf die amtliche Darstellung der Loccumer Verhandlungen (kirchliches Weißbuch) zu verweisen, in der es u. a. heißt: Die Frage von Wehrkreispsarrer Müller, ob nicht eine Mitwirkung ober gar Zustimmung bes Reiches bei bem Reichsbischof in Betracht komme, wurde von den kirchlichen Bertretern mit (Ent- d) i c b e n b c i t verneint. Der Artikel 137 ber Reichsverfassung gewährt ben Religionsgesellschas- ten des öffentlichen Rechts bie Freiheit in ber Besetzung ihrer 21 em ter unter aus- brücklicher Hervorhebung, baß eine Mitwirkung bes Staates ober ber bürgerlichen Ge- meinbe bei der Verleihung nicht in Frage komme. Der Hinweis auf bie durch Staatswrtrag geschaffene, sogenannte- politische Klausel wurde damit zurückgewiesen, daß es sich bei dieser um eine vertragliche Ber ein • b a r u n g als Gegenleistung für anderweitige Zungen handele, «solange eine solche vertragliche Regelung mit dem Deutschen Evangelischen Kirchenbund nicht vor liege, gelte für diesen bfr Artikel 137 der Reichsverfassung uneingc- ch r ä n k t. Der Bevollmächtigte des Reichskanzlers erkannte diesen Rechts st andpunkt an. . . Es ist daher völlig unzutreffend, wenn in der Oeffenllichkeit behauptet wird, die Wahl des Reichsbischofs sei von ber Zustimmung bes Reiches ab- hängig gemacht worben. Daß sich bie Kirche burch Bestimmung D. von Bobelschwinghs zum Reichsbischos nicht von ber „gegenwärtigen lebenbigen Volksbewegung" abdrängen läßt, dafür zeugen die gerade in den letz- ten Tagen eingegangenen ungezählten Z u st i m - mungsertlärungcn non national- sozialistischen Pfarrern, Gemeinde- gruppen und Kirchengliebern, die sich eindeutig unter zum Teil unter Hinweis auf ihre Zugehörigkeit zur Glaubensbewegung „Deutsche Christen" hinter D. von Bodelschwingh stellen." Pfarrer Traub fordert einen Sier- jahresplan für Sodelschivingh. München, 10 3uni. (TTl.) D. Traub, München, veröffentlicht in den „Eisernen Blättern", deren Herausgeber er ist, einen off e * nen Brief an Professor D. Hirsch. Göttingen, in dem er sich ganz entschieden gegen eine Urabstimmung in den einzelnen evangelischen Kirchengemeinden über Den Reichsbischof wendet. D. Traub sagt u. a.: „(Bon Ihren konservativen Voraussetzungen aus. hochgeehrter Herr Professor, darf Masse nicht aufgerufen werden Lassen Sie einem Mann wie Bodelschwingh — denn er ist ein Mann — Zeit, zu zeigen, was er kann. Gönnen Sie ihm doch einen V i e r j a h r e s p l a n. Ich bin gewiß, daß nach vier Iahren die wirklich kirchlichen Kreise keine Wahl mehr verlangen- Heute mühte man einen Mann in Deutschland begrüßen, der das Allerselbst- ver stündlich st c sagte, nämlich, die evangelische Kirche ist die Kirche Christi und der Reformatoren, aber nicht die der Rationalsozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands. Wir sind überzeugt, daß wir Damit auch Die Heberzeugung des Reichskanzlers selbst vollständig wiedergeben." Eine Kundgebung der Deutschen Christen. Wittenberge, 12. Juni. (CNB.) In einer Kundgebung ber Glaubensbewegung „Deutscher Christen" sprach ber Reichsleiter, Pfarrer Hoffen f e l b e r - Berlin, über bie kirchenpolitifche Lage. Pfarrer Hossenfelber betonte u. a.: „Wir Deutschen Christen wollen eine Sturmdr.ücke fein für die Zeit, die jetzt angebrochen ist. Wenn wir begriffen haben, was die Aufgaben ber neuen Zeit finb, bann finb wir Hüter unb Träger ber Nation, denn Volk und Kirche gehören zusammen. Aber wie das Volk sich nicht ber Kirche entziehen darf, eben- sowenig darf sich bie Kirch? bem Volke entziehen. Die Glaubensbewegung der deutschen Christen wolle die Kirche nicht vernichten, sondern Staat unb Kirche retten unb sie werbe s i ch darin nicht beirren lassen, oon den bürgerlichen Menschen von Gestern, bie keine Zukunft mehr hätten. Es gehe um zwei Weltanschauungen: um bie Gottlosigkeit, bie im Marxismus unb Liberalismus groß geworden fei, die kein Volk, kein Vaterland, keine Familie, keinen Mut, feine Ehre, keine Liebe und Glauben kenne unb Darüber auch bie Arbeit verloren habe. Dieser Anschauung setzten bie deutschen Chri^ sten den Glauben an Gott unb an Chri - ft u 5, ben Glauben an Volk unb Vater- l a n b entgegen, weil sie erkannt hätten, daß biefelbe Sprache, dasselbe Blut, derselbe Glaube und dasselbe Schicksal die bindenden Kräfte seien für ben Aufbau der Nation. Die Rasse schaffe das Volk, das Evangelium schaffe bie Kirche. Das Evangelium fei die Antwort Gottes und unantastbar. Weil wir Volk und Kirche zueinander bringen wollen, deshalb nennen wir uns deutsche Christen und deshalb wollen wir eine große Kirche schaffen. Es wurde eine Entschließung angenommen, er des es heißt: „Wir fordern einmütig, daß Der Wehrkreispfarrer Müller, getragen vom Vertrauen ber evangelischen Bevölkerung, Reichs- bifchof Der Evangelischen Kirche merDe, Wachsende Spannung in Oesterreich Aus der Provinzialhauptstadt der «Zte jungen Gemüfe Vortrag. Um 15 Uhr folgt die Hauptversamm. lang. ’®“"“ d”ch Mat) einf8" Torfen MAGGI’IDürgegan) Manders an IDohlgefchmack—Verlangen Sie aber ausdrücklich MAGGI1 IDürae Hände a b und fügte ihm andere so schwere Verletzungen zu. baß er auf der Stelle tot war. Die Verkäuferin und drei Passanten wurden verletzt. Bisher konnte noch nicht ermittelt werden, ob der Sprengstosfüberfall zum Zwecke eines Raubes inszeniert worden war. Spanische Militärflieger zum Ozeanflug gestartet. Die spanischen Militärflieger Barberan und Collar sind Sonntag früh in Sevilla zum direkten Flug nach Kuba und Mexiko gestartet. Sie sollen versuchen, die Welthöchstleistung im Lang, streckenflug zu überbieten. Ehemaliger Theaterlntendant verhaftet. Der frühere stellvertretende Intendant des Alto, naer Stadttheaters, Hennung. ist auf Veranlas. suna der Staatsanwaltschaft verhaftet worden Ihm werden Darlehensbetrug und Unterschleife zur Last gelegt. Aus aller Welt. Sprengstoffanschlag auf ein Wiener Juwcliergeschäft. In das Geschäft des Juweliers Rorbert Futler- weid in der Meiölinger Hauptstraße flog e l n i n Papier e i n g e w i ck e l t e r rauchender Gegen st and gerade in dem Augenblick in den Laden, als Futterweid mit einer Kundin wegen eines Schmuckstückes verhandelte. Futterweid wollte den Lxplosionskörper schnell auf die Straße werfen. In diesem Augenblick erfolgte die Explosion. Sie riß dem Juwelier beide jedem FaNe einzugreifen, wenn Menschenleben in Gefahr sind. • ** Schulpersonalien. Dem Rektor Friedrich Anton S P i e l m a n n wurde die Leitung der Berufsschule zu Bad-Rauheim und dem Rektor Adolf S t a u b a ch die Leitung -der Volksschule zu Bad-Rauheim mit sofortiger Wirkung entzogen. Der Berufsschullehrer Heinrich Philipp Wagner an der Berufsschule zu Bad-Rauheim. Kreis Friedberg, wurde mit der Wahrnehmung der Dienstgeschäfte des Rektors an dieser Schule und der Lehrer Richard W a l t e r zu Bad-Rau- deun mit der Wahrnehmung der Dienstgeschäfte des Rektors an der Bolksschule dortselost beauf- ** Blumenschmuckwettbewerb. Vom Verkehrsoerein wird uns geschrieben: Die Interessenten werden darauf hingewieer., daß Formulare für die Anmeldung zum Blumenschmuckwettbewerb bei dem Verkehrsbureau, Torhaus Seltersweg 8S zu haben sind. ** F a h rpreisermäßigung der Reichs, p o ft für llrlaubsfahrten nationaler Stampfer. Den Kämpfern der nationalen Ver- bände, die im Rahmen der Hitler-Spende vom Reichslandbund einen kostenlosen Erholungsurlaub erhalten, wird von der Reichspost bei der Hinfahrt zu ihrem Gastgeber «nd bei der Rückfahrt mit der Kraftpost eine Fahrgeldermäßigung von 50 o. H. gewährt. Oie Auffassung in Berlin Vorwände zu neuen Ausnahmemaßregeln. Oie deutsche Delegation in London eingetroffen. L o n d o n, 11. Juni. (WTB.) Während d e r F ü h. " rAe F?.e u? f $ e n 2 6 1 e 9 a t i o n auf der Welt- wirtschaftskonferenz, Reichsaußenminister Frei- Herr von Neurath, bereits nachmittags auf dem Viktoria-Bahnhof in London eintraf, kamen die übrigen Mitglieder der deutschen Delegation mit ein. Uuninger Verspätung nach 22 Uhr an. Der deutsche Botschafter und der gesamte Stab der deutschen Bot- KW waren zur Begrüßung erschienen, desgleichen Vertreter des britischen Auswärtigen Amts, viele Mitglieder der deutschen Kolonie und Presse und zahlreiche Zuschauer. Die Mitglieder der Delegation darunter die Reichsminister Hugenberg und Gr af Schwerin-Krosigk und der regierende Bürgermeister von Hamburg, Krogmann be- gaben sich in das D o r ch e st e r - H o t e l, wo b;e deutsche Abordnung wohnt. Am Hotel sieht man die i^^osZweißrote Fahne neben den Flaggen Japans, Brasiliens, Hollands und anderer Staaten, deren Vertreter ebenfalls im Dorchester-Hotel abg'estiegen sind. Reichsbankpräsident Dr. Schacht war schon am Samstag mit dem Flugzeug D 786 auf dem Flugplatz in Croydon eingetroffen. Gleich. ** Schwerer Motorradunfall. Heute gegen 10 Uhr ereignete sich an der Ecke Neuenweg und Seltersweg ein schwerer Verkehrsunfall. Ein Motorradfahrer, der aus dem Neuenweg in den Seltersweg einbiegen wollte, geriet mit feinem Kraftrad gegen die Straßenbahn, die in der Richtung zum Marktplatz fuhr. Er stürzte, geriet unter den Wagen und erlitt einen Schädelbruch. Der bedauernswerte Mann wurde sofort durch die Freiwillige Sanitätskolonne in die Chirurgische Klinik übergeführt. Wie wir kurz vor Redaktionsschluß hören, handelt es sich bei dem Verunglückten um den 22 Jahre alten Schmied Wilhelm M o o tz aus Großen-Buseck. ' Beschäftigungsmöglichkeiten für 3ung leerer beim Arbeitsdienst. Die Reichsleitung für den Arbeitsdienst macht darauf aufmerksam, daß Junglehrer bis zu 25 Jahren im Arbeitsdienst Verwendung finden können, da der Arbeitsdienst für den staatspolitischen Unterricht Herren benötigt, die diese Dinge meistern. Man glaubt, daß gerade aus der Junglehrerschaft eine ganze Reihe von Lehrern für diesen Zweck gewonnen werden können. Es kann hinzugefügt werden, daß sich solchen Junglehrern, die sich dem Arbeitsdienst hierfür zur Verfügung stellen, später auch weitere Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Es können sich selbstverständlich nur solche Herren melden, die bedingungslos auf dem Boden der Regierung Hitler stehen. Die in Frage kommenden Junglehrer können sich bei den Arbeitslagern melden. ** 6 0 Jahre Tierschutzverein f ü r Hessen. Am Sonntag, 9. Juli, fand in der Turnhalle am Woogsplatz zu Darmstadt die Feier des 60jährigen Bestehens des Tierschuhvereins für Hessen, verbunden mit der diesjährigen Hauptversammlung, statt. In der Jubiläumsfeier fallen der letzten Zeit verwahrte sich Landesrat Leopold gegen den von verschiedenen Parteipolitikern und anderen gewissen Kreisen erhobenen Vorwurf des Hochverrats und gegen die unquali- fixierbaren Beschimpfungen der nationalsozialisti- schen Bewegung. Er stellt fest, daß er und Tausende anderer Anhänger des Nationalsozialismus als Frontsoldaten ihre Pflicht gegenüber Heimat und Vaterland restlos erfüllt und auch in der Nachkriegszeit aufopferungsvoll sich in den Dienst der Heimat gestellt hätten. Die Nationalsozialisten Oesterreichs seien zum mindesten ebenso treue und gute Söhne des Vaterlandes wie jene, dexen Hauptziel in der Herabsetzung der Ziele der nationalsozialistischen Volksbewegung gipfelt. Justizminister Schuschnigg sicherte dem Lan- desrat Leopold eine sofortige Ueberprü- fung der oorgebrachten Beschwerden und die Abstellung von Unzukömmlichkeiten zu. Unzufriedenheit der österreichischen Hoftliers. Wien, 10. Juni. (WTB.) Der Z e n t r a l v e r - band der Hoteliers Oesterreichs hielt in Mekl an der Donau seine diesjährige Hauptversammlung ab. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt, daß die Bedeutung der Sperre des deutschen Neisever- kehr s für Oesterreich von der Regierung anschei- nend unterschätzt werde. Die Nachrichten, die den Schaden durch die deutsche Ausreisesperre als nicht katastrophal und durch verstärkte Provaganda ausgleichbar bezeichneten, widersprächen den Tatsachen. Die Hauptversammlung richtet daher an die Regierung das dringende Verlangen, so- gleich bei der deutschen Reichsregierung vorstellig zu werden, um eine Aufhebung der Ausreise- sperre zu erreichen. Berlin, 12. Juni. (ERD. Funkspruch.) Die Weltwirtschaftskonferenz versammelt sich, wie allgemein zugegeben wird, in einer politisch wenig günstigen Atmosphäre. Am Tage ihres Zusammentritts sind nicht nur die meisten politischen und wirtschaftlichen Probleme noch völlig ungelöst, deren Regelung als Voraussetzung für den Erfolg der Konferenz betrachtet wurde, sondern es haben sich auch neue bedenkliche Verwickelungen ergeben. Im Augenblick stehen die österreichischen Dinge im Vordergrund des europäischen Interesses. Die Politik des Systems Dollfuß hat in Oesterreich eine Lage geschaffen, die immer mehr in einen unversöhnlichen Kampf zweier Richtungen auszuarten droht. Die Anschläge in Inns» druck und Graz, deren Motive und Hinter» gründe bisher nicht bekannt sind, sind zweifellos Symptome her zunehmenden Verschärfung der Gegensätze und es ist zu befürchten, daß sie, noch ehe die Täter überführt sind, einen Vorwand zu neuen Ausnahmemaßregeln geben werden, die zu allem anderen als zur Entspannung beitragen können. Die planmäßige Ausschaltung einer großen Bewegung vom politischen Leben und ihre hartnäckige Bekämpfung mit arten Mitteln der inneren und leider auch der äußeren Polittk hat schon lange aufgehört, eine inneröster- reichifche Angelegenheit zu fein. Der österreichische Bundeskanzler und seine Mitarbeiter haben es verstanden, überall die Kräfte wieder auf den Plan zu rufen, die Oesterreich seiner deutsch en Mission entfremden und z u einem Vorposten anderer Interessen machen sollen. Man hat den Eindruck, daß Oesterreich, um endlich die in Lausanne vereinbarte Anleihe zu erhalten, in dieser Richtung immer neue Zugeständnisse machen muß und daß auch die angekündigte Einführung des Milizsystems weniger auf die Abrüstungskonferenz als auf den Existenzkampf der Regierung Dollfuß zurückzuführen ist, die sich damit überdies mitten in der Krise der Abrüstungskonferenz sichtbar von der deutschen Politik distanziert. Die Rervosi- tat, die in Oesterreich zu herrschen scheint, muß für Deutschland ein Anlaß sein, mit um so größerer Ruhe die Entwicklung der Ereignisse zu verfolgen. Protest -er NSDAP, beim Zustizminister. Eine besonders werbende Veranstaltung stellte die Ausstellung der Hilfsgeräte der Freiwilligen Sanitätskolonne im Depot am Kanzleiberg dar. Dor dem Depot waren die Wagen der Kolonne aufgestellt, die sich in tadellosem Zustand präsentierten. Das Zelt, über das die Kolonne verfügt, war ebenfalls aufgebaut worden. In den Räumen des Depots wurden die vielerlei Hilfsmittel gezeigt. Hier fand man eine Reihe interessanter Modelle vor, die in fleißiger Arbeit von den Mitgliedern der Sanitätskolonne angefertigt worden waren. Ferner waren die Krankenpflege- Hilfsmittel ausgestellt, die leihweise an private Haushalte gegeben werden können (die Sanitäts- kolonne verfügt allein über 18 Kranken-Fahr- stühle) und sehr gerne und häufig in Anspruch genommen werden. Man konnte sich weiter von der vorzüglichen und vollständigen Ausrüstung für erfte Hilfe bei Llnglücksfällen überzeugen. Beson- deres Interesse erweckten die Gasschuhgeräte, die in jüngster Zeit vervollständigt worden sind und in drei Graden beschafft wurden. Eine sehr wertvolle Anschaffung bedeutet das Gasschuhgerät lll das den Helfer von einer Luftversorgung aus der natürlichen .Umgebung vollkommen unabhängig wacht. Die modernen Wiederbelebungsapparate j und die Lehrmittel, die zum Zwecke der Ausbildung der Sanitätsmannschasten beschafft wurden vervollständigten die aufschlußreiche Ausstellung' Die Schau ließ erkennen, daß der Sanitätskolonne auch für größere Unglücksfälle alle Mittel an die Hand gegeben sind, die es ermöglichen, in Oberheffen. Landkreis Gießen. ! CO Klein-Linden, 11.Juni. Das 5jährige Söhnchen des Wilhelm Müller, dahier, lief seiner zehnjährigen Schwester, die mit Kartoffelhacken beschäftigt war, während der Arbeit in den Weg und wurde von dieser so schwer mit der Hacke am Hinterkopf getroffen, daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. OHvlzheim, 12. Juni. Großes Leid kam über die Arbeiterwitwe Wagner. Ihr sechsjähriges Söhnchen Reinhold, ein sehr lebhafter Junge, machte sich an der „Wäschbach , einem zwei Meter tiefen Weiher am südöstlichen Ortsausgang, zu schaffen. Obwohl er gewarnt wurde, spielte er weiter und fiel hinein. Beim Wasserholen entdeckte ihn ein Landwirt, und der vorüberkommende Händler Karl Jung zog ihn sofort heraus. Aber alle Wiederbelebungsversuche auch von feiten des rasch herbeigeeilten Arztes konnten ihn nicht mehr in das Leben zurückrufen. Vor V/a Jahren starb der Vater des Verunglückten und hinterließ vier vorschulpflichtige Kinder. — Dieser Tage starb der langjährige Kirchengemeindeoertreter Gg. Chr. Jobs. Engel I. Der bald 89jährige war nicht nur der ä Hefte hiesige Einwohner, sondern auch Aeltester im ganzen Kirchspiel. Musik im Morgengrauen. Die Städter sind geplagte und gehetzte Menschen. Sie haben wenig Zeit für die kleinen Schönheiten am Wege, finden so selten frohes Erlebnis neben dem Alltag. Man darf sich darüber nicht wundern, denn die Stadt und ihr Steinmeer sind sich fast immer gleich, tragen im Winter und Sommer ein ähnliches graues Gesicht. ' Nur selten lächelt die Stadt. Dann ist da plötzlich ein lustig bunter Vorgarten, ein grüner Park mit dem Schatten alter Bäume und mit weiten Wiesenflächen, über die verschwenderische Hände gelbe Butterblumen und weiße Gänseblümchen streuten, und buntbeetige Anlagen inmitten des hastigen Verkehrs, auf denen duftende Blüten mit tausend Zarten Farben winken. Und manchmal geschieht es, daß auch der, der nicht hinauskommt in den Sommer, der kaum noch weiß, daß es jetzt draußen rauschende Wälder und verträumte Waldseen gibt, mitten in der grauen Stadt plötzlich und überzeugend den frühen Sommer mit all seiner verschwenderischen Schönheit erlebt. Etwa dies: Ich fahre auf aus schwerem Schlaf. Es ist ganz früh, langsam schwimmen fünf Schläge einer Turmuhr von irgendwoher. Die Firste der Dächer sind wie vergoldet von dem Schimmer eines ersten Leuchtens, die Straße ist ganz still, nur der Morgenwind huscht über den Himmel, der von einer duftenden Blässe ist. Und in diese feierliche Stille tönt Musik aus dem großen Garten von gegenüber. Eine unglaublich süße und unglaublich zärtliche Musik schwingt sich über die betauten Büsche, den glitzernden Rasen, erfüllt den frühen Morgen mit einer wunderbaren und märchenschönen Melodie. Eine Nachtigall singt. Ein kleines, unscheinbares Vögelchen, das hier inmitten der Steinkästen, der Telefondrähte, der Schlote und Antennen musiziert, schluchzt und pfeift, weint und lockt und jubelt. Eine Nachtigall singt. Singt der Nacht einen wehen Abschied und dem Morgen einen ersten und herrlichen Willkomm. Unruhig ist die Stadt und überlaut, aber diese letzte halbe Stunde zwischen Traum und Tag gehört der Nachtigall ganz allein, gehört ihrer wilden, kleinen Sehnsucht und dem Ueberschwang ihres klopfenden Herzens. Sie singt | und singt — und ich stehe ganz still am Fenster, und zu mir kommt ein Erlebnis, das gehört nicht zur Stadt, nicht zum Brausen der Straßen, nicht zum grauen Werktag und nicht zum Beruf, das ist überhaupt in keiner Weise einzuordnen ist in die Welt des Alltäglichen, denn es führt darüber hinaus in den Sommer und noch weiter dahin, wo das Sehnen wohnt und die ewige Ferne ... Oer Deutsche Rotkreuziag in Gießen. Wien, 10. Juni. (WTB.) Der Gauleiter ... NSDAP, für Niederösterreich Landesrat Leopold, führte gestern beim Justizminister Dr. Schuschnigg Beschwerde über d i e Behänd- lung der Nationalsozialisten durch die Behörden. Auf Grund von stichhaltigen Unterlagen forderte er die Entlassung einer größeren Anzahl seiner Parteigenossen aus der Untersuchungs- haft, da diese unbegründet und somit ungerechtfertigt sei. Angehörige des Starhem- berg-Heimatschutzes, die sich nachgewieße- nermaßen schwerer körperlicher Verletzungen schuldig gemacht haben, seien aus freiem Fuß be- lassen worden. Im Zusammenhang mit den Vor- Der Zweigverein des Roten Kreuzes in Gießen hatte für den diesjährigen Deutschen Rot-Kreuz-Tag alle Vorbereitungen getroffen. Der Tag litt leider unter dem ungünstigen Wetter. Der Regentag hatte wohl viele Bürger veranlaßt, zu Hause zu bleiben, so daß die Sammler des Roten Kreuzes fein so reiches Feld der Betätigung vorfanden, wie man es erhofft hatte. Vor allem war der Ausfall der beiden Konzerte, die auf dem Hindenburg-Wall stattfinden sollten, der Sammlung sehr abträglich. Sowohl das Konzert der SA.-Kapelle, wie auch das der Militärkapelle mußte des Regens wegen abge- . - . -- ------------------— sagt werden. Die SA., der Stahlhelm, die Mit- 11 vormittags halt der erste Vorsitzende glieber der Freiwilligen Sanitätskolonnen sowie des Vereins, Oberschulrat Ringshausen, eine Mitglieder derJugendbünde hatten sich selbstlos für Ansprache und Oberreallehrer Frank den Fest- die Sammelarbeit zur Verfügung gestellt. hAr rn/1 w Ä r Zeitig mit ihm traf der österreichische Bundeskanzler Dollfuß in Begleitung des Fürsten Schwarzen- berg ein. Mißglückte Anschläge auf zwei österreichische Politiker. Wien, 12. Juni. (IM.) Am Sonntag sind in Oesterreich Anschläge auf zwei bekannte Politiker verübt worden. Rach einem Bericht aus Innsbruck wurden auf Dr. St ei öle, Öen bekannten Ti- roter heimwehrführer, als er vor seinem Hause anlangte, aus einem Auto rasch hinter- einanöer mehrere Schüsse abgegeben. Einer öer Schüsse verletzte Dr. S t e i ö l e am Mnterarm. Der Kraftwagen hatte eine verschnürte Rümmer, so daß öas Kennzeichen nicht genau festgestellt werben konnte. Bisher ist weöer bas Auto fejtgeftdlt worden noch irgenöein Anhaltspunkt über die Täter vorhanden. Rach einer anderen Meldung aus Kirchborf bei Druck an der Mur ist nur durch einen Zufall ein Anschlag auf Öen Steirer Lanöeshauptmann und früheren Minister Dr. Rintelen mißglückt. Ls war bekannt, bah Dr. Rintelen eine bestimmte Strafte bei feiner Rückfahrt benutzen roüröe. Auf dieser Strafte explodierten kurz vor dem Pas- fieren des Kraftwagens zwei mit Ammonit ge füllte Röhren. Landeshauptmann Dr. Rintelen erklärte, haft er die Rachricht von der Explosion erst erhalten habe, als er die Stelle bereif© passiert hatte. Man könne sich im gegenwärtigen Zeitpunkt vor dem Abschluß öer behörö- Uchen Untersuchung noch kein Bilö über öas Attentat machen. Er wollte es öahingestellt sein lassen, ob der Bombenanschlag ihm galt, ^ebenfalls sei es haarsträubend, daß sich solche Dinge in Oesterreich ereignen können. Es werbe Sache der Regierung hierbei sein, hier mit rücksichtsloser Strenge einzu- f chr eiten. Oer Anschlag aus Steidle. Innsbruck, 12. Juni. (WTD.) Zu dem Anschlag auf Dr. Steidle werden folgende Einzelheiten bekannt: Landesrat Dr. Steidle hatte am Sonntag in Begleitung des Tiroler Gendarmeriekommandanten mehrere Stationen der neuen Hilfs- Polizei im Tiroler Unterland inspiziert. Als sein Auto um 22 Uhr vor seinem Wohnhaus ankam und Dr. Steidle eben aussteigen wollte, krachten plötzlich 5 bis 7 Schüsse. Sie waren aus der Richtung eines blauen Steyrwa- gens abgefeuert worden, der auf der gegenüberliegenden Straßenseite imDun- k e l n stand. Die Erkennungszeichen des Autos konnten nicht festgestellt werden. Gleich einer der ersten Schüsse dürften Dr. Steidle in den Arm getroffen haben. Dr. Steidle erlitt einen komplizierten Splitterbruch in der Ellenbogengegend. Der Chauffeur Dr. Steidles feuerte dem davonfahrenden blauen Auto nach, scheint aber nicht getroffen zu haben. Wie die Amtliche Nachrichtenstelle meldet, ist auf der Straße Innsbruck-Mittenwald zwischen Seeselb unb bem österreichischen Gr^izort Scharnitz auf österreichischem Gebiet urz vor Scharnitz ein herrenloses Auto auf» gefunben worben. Es entspricht der Beschreibung bes Wagens, ber zu bem Anschlag auf Dr. Steible benutzt würbe. Ein Versuch, bie verschwun- benen Insassen auszusinben, blieb vergeblich. Wie ber „Morgen" zu berichten weiß, ist aus ber Umgebung bes anläßlich ber Eröffnung ber Weltwirtschaftskonferenz in Lonbon roeilenben Bunbes- kanzler Dr. Dollfuß in einem Ferngespräch mitgeteilt worben, baß wegen ber letzten Terrorakte mit einschneibenben Maßnahmen z u rechnen sei, über bie bereits in ben nächsten Stunben näheres bekannt gegeben würbe. Nach einer privaten Meldung aus Innsbruck wurde in der Nacht durch die Hilfspolizei das Innsbrucker Braune Haus besetzt und sämtliche Anwesende verhaftet. Ebenso wurde ein bekanntes Verkehrslokal der Nationalsozialisten besetzt. — Die Tiroler Heimwehren kündigen an, daß im Laufe der Nacht (zum Montag) sämtliche nationalsozialistischen Führer von Tirol verhaftet werden sollen. Wieder die alte Uniform in Oesterreich. Wien, 11. Juni. (WTB.) Das österreichische Bundesheer hat heute zum erstenmal wieder d i e alte österreichische Uniform getragen. Vizekanzler Dr. Winkler kündigte die Einführung des Milizheeres für September an. Ein ober mehrere Mitglieber ber Heeres-Komuus- fionen bes Auslanbes würben sich ooraussichUich noch in ben Sommermonaten nach Wien begeben, um hier mit ber Sunbesregierung unb bem Heeres- minifterium über bie Formen ber allgemeinen Wehrpflicht zu verhanbeln. s-gkl Kusch', rose . jpi fthrerDied ben «eihen. Dir willen, kann. Uebe der Straße i Herborn entg Set böige uns härter, ist nichts zu Sttaßen, auf wieder Dir fliegen wir v Auto auf st wartende Bon der . einen * die Wul über unbe u bleiben Un maschine au' Im vsllbe am Samsta schen Hani öffentliche § mannsgehilf Neben der monnsgehilfl der Kundgeb Nach instr gilbe des A mehrfach in öffnete Sek $ die fiunigebi Ehrengäste ui darauf hin, da in der Deutsch (ungsgebilien:1 Zukunft der mannsgchilfen gaben liebe dc reit, tatkräftig ständisch geglic restlosen und j die Kraft erste sönlichen und Schicksal der Besten des Beifall.) Nach dem Pel unb eine: LHB.-Zugenk her Kreis Er erinnerte Zen marxistis -Nacht durch ausbrechen, d richtungen w gegenüber ve der Dinge u lest, daß in nie eine der nach der Eric und daß auch zerschlagen u nationalsozia Leben des B run0 zu voll, auswirken k leinblid) neQ A die von ^leichschaltui grauenhafte te einer Parte Schamina lozialismus vollkommen ^attsinden, Gewerkscha zu machen Für hab Gro die Die 4 s die Bild erbte an gilbe des mehrfach öffnete der Versammlungsleiter Kaufmann Schwarz erringen. Jeder muffe jetzt selbst erkennen, was er in dem neuen Staate zu tun habe Richt nur fordern müsse man, sondern man muffe sich auch zum M,t- belfen verpflichtet fühlen und dabei in Einigkeit zu- samrnenstehen, um frühere Versäumnisse wieder gut- zumachen. Durch diese gemeinsame f)elfedd)aft, durch Einigkeit und durch die Beachtung der Standesehre werde ein neues besseres Deutschland geschossen, von dem jeder sagen müsse: Deutschland über alles, nichts für mich, alles für mein Vaterland! Der Aufforderung de» Redner», als Gelöbnis in diesem Sinne den ersten Vers des Deutschlandliedes zu fingen, folgte die Versammlung mit Begeisterung. Hierauf brachte Herr Bartholomäus dreimalige Sieg-Heil-Rufe auf den Schöpfer des neuen Deutschland, den Volkskanzler Adolf Hitler au», in die die Versammlung freudig einftimmle. Damit hatte die eindrucksvolle Kundgebung ihren Abschluß gefunden. Die Kausmannsgehilfen im nationalsozialistischen Staat Sie verstehen sicher gut zu kochen. Gleichwohl will es Ihnen nicht immer gelingen, den Speisen den vollendeten Wohlgeschmack zu geben. Irgend etwas fehlt trotz Salz und allerlei Gewürzen. Das find die Fälle, wo Maggi's Würze verwendet werden folL Denn diese vermag mit wenigen Tropfen schwache Suppen, Sofien, Gemüse und Salate auf die volle Höhe de» Wohlgeschmacks zu bringen. 3901A Gießener Flieger begrüßen den Ministerpräsidenten Göring die Kundgebung mit Begrüßungsworten Ehrengäste und die Versammlung. Er wies dann darauf hin, daß die Formierung der Angestelltenfäule in der Deutschen Arbeitsfront dem Deutschen Hand- lungsgehilsen-Verband die stolze Aufgabe brachte, in Zukunft der Berufsverband der deutschen Stauf- mannsgehilfen zu fein. Eine Fülle vermehrter Aufgaben stehe damit dem DHV. bevor, er fei aber bereit, tatkräftig und treu an dem Aufbau unseres ständisch gegliederten Staates mitzuhelfen. Rur durch restlosen und selbstlosen Einsatz jedes einzelnen könne die Kraft erstehen, die neben der Gestaltung der persönlichen und beruflichen Geschicke fähig sei, das Schicksal der deutschen Ration mitzugestalten zum Besten des ganzen deutschen Balkes. (Lebhafter Im vollbesetzten Saale des (Taf6 Leib veranstaltete am Samstagabend die Ortsgruppe Gießen des Deut- schen Handlungsgehilsen-Verbandes (DHV.) eine öffentliche Kundgebung mit dem Thema: „Die Kaufmannsgehilfen im nationalsozialistischen Staat". Reben der außerordentlich großen Zahl der Kauf- mannsgehilfen nahmen auch geladene Ehrengäste an der Kundgebung teil. Rach instrumentalen Darbietungen der Musiker- ‘ DHV-, die im Verlaufe des Abends noch in hervorragender Weise musizierte, " der Lahn bei Steindorf. Die beiden anderen Maschinen folgen in kurzen Abständen Drüben auf einem Acker bei Aßlar fetzt, fast zu gleicher Zeit, unsere vierte Maschine auf. Leute kommen gelaufen, fragen und staunen- Sehr bald wissen wir, daß mit dem Eintreffen des Reichsministers erst gegen 19.45 Uhr gerechnet werden kann. Wir haben Zeit, ruhen und beobachten argwöhnisch den Wind, da wir ihn später aus guter Richtung brauchen, um aus dem kleinen, umzäunten Platz herauszukommen. 19.45 Hbr starten wir wieder. Die Sonne steht rot hinter dem Dunst am Horizont. Unter uns noch immer dasselbe Bild. Wieder haben wir Richtung Herborn. Da, auf halbem Wege, braust uns eine lange Reihe von Kraftwagen entgegen, endlos, ®Öring! Tief stoßen wir auf die Straße hinunter, grüßen mit dem brausenden Orgeln unserer Motoren und reihen unsere Maschinen wieder hoch hinaus. So begleiten wir ihn durch die Ortschaften bis Wetzlar. 3n jeder Ortschaft, in jeder Menschenreihe dasselbe Bild. Wir sehen es an den Bewegungen und meinen, eS fast zu und heraus zu hören, das Rufen, wie eS vorauszüngelt, aufflammt und brausend hinterherebbt. Wir sehen, wie die Reihen der Menschen hinter dem letzten Wagen zusammenschlagen und nachdrängen, als konnten sie im Staub der Wagenkolonne mithalten auf der brausenden Fahrt durch das sonnige Land. Bis über das festliche Wetzlar begleiten wir den Zug, dann ziehen wir unsere letzten Runden. 3n einen roten Abend hinein fliegen wir heimwärts. Donnerstag, 8. Juni, 16.45 Hf>r! Wir melden unsere Maschinen klar zum Start. Bauer -Wetzlar auf Klemm-Mercedes gibt GaS, er fliegt allein, außerhalb des VeschwaderverbandeS. Wir anderen drei folgen kurz hinterher in Äeilform. Es ist klarer Sommertag, große Sonnenböen wiegen uns, wir tanzen hintereinander. Dorn, die rote Maschine fliegt Chefpilot, Fluglehrer Maier, wir folgen dicht auf. Links Flugzeugführer Diedrichs mit GrafzuSolms, dem Führer der Ortsgruppe Gießen des Deutschen LustsportverbandeS, rechts Fluglehrer Schuster mit Standartenadjutant Münker. Wetzlar liegt unter uns, Fahnen und Girlanden, Reihen wartender Menschen in den Straßen. Roch ist Reichsminister Göring nicht eingetroffen. Wir wissen, daß sich seine Ankunft hinauszögem kann. Lieber Aßlar, Werdors, Ehringshausen, der Straße im Tal entlang, fliegen wir ihm bis Herborn entgegen. Der böige Wind von den Hängen schaukelt unS härter, wir halten größere Abstände. Roch ist nichts zu sehen, als Reihen Menschen in den Straßen, aufmarschierende Gruppen, Winken und wieder Winken. Die Straße entlang zurück fliegen wir wieder nach Wetzlar, beargliften jedes Auto auf feine Insassen und sehen unten nur wartende Menschenmengen. Don ter Führermaschine kommt das Zeichen, einen Rotlanoeplatz zu suchen. Ein Blick auf die Benzinuhr läßt es ratsam erscheinen, nicht über unbestimmt lange Zeit in der Luft zu bleiben, Alm 18 Alhr setzt sich die Führer- maschine auf eine frisch gemähte Wiese neben Wirtschaft. Frankfurter Lchlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 12. Juni. Auftrieb: 1439 Rinder (395 Ochsen, 113 Bullen, 467 Kühe, 375 Färsen), 604 Kälber, 47 Schafe, 4020 Schweine Es notierten: Rinder: Ochsen: oollsleifchige, ausge- mästete höchsten Schlachtwerts, jüngere 30 bis 33 Mark, ältere 26 bis 29, sonstige vollfleischige jüngere 22 bis 25; Bullen: jüngere, oollsleifchige höchsten Schlachtwerts 26 bis 30, sonstige ovllfleischige oder ausgemäftete 21 bis 25; Kühe: jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 25 bis 28, sonstige voll- fleischige oder ausgemaftcte 21 bis 24, sleischige 17 bis 20, gering genährte 12 bis 16; Färsen (Stal- binnen, Iungrinder): oollsleifchige, ausgcmäftcte höchsten Schlachtwerts 30 bis 33, vollfleifchige 27 bis 29, fleischige 22 bis 26. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 37 bis 40, mittlere Mast- und Saugkälber 33 bis 36, geringe Kälber^ bis 32. — Schweine: oollsleifchige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 36 bis 39, von etwa 200 bis 240 Pfund 37 bis 40, von etwa 160 bis 200 Pfund 35 bis 39, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 33 bis 38 Mark. — Morktverlaus: Rinder ruhig, geringer Ucberftanb, Kälber und Schafe ruhig, geräumt, Schweine ruhig, nahezu ausverkauft. Wettervoraussage. Durch den tiefen Druck über Deutschland behält die Wetterlage zunächst noch ihren unfreundlichen Charakter bei. Kühle Ozeanluft fließt weiterhin zu, die beim Zusammentreffen mit der im Osten lagern- den Warmluft noch Bewölkung und auch Niederschläge verursachen wird. Der anhaltende Regen wird jedoch nachlassen, so daß nur zeitweise Schauer auftreten. Dabei bleibt es vorerst noch ziemlich kühl. Aussichten für Dienstag : Unbeständig, wechselnd wolkig und noch regnerisch, mäßig warm. der Derwaltungsarbeit zu erzielen und alle Ge- werkschasten zu einem einheitlichen geschloffenen Block zufammenzufafsen, der in der großen deutschen Arbeitsfront den ihm gebührenden Platz finde. Notwendig fei aber auch eine geistige Umschaltung aller Volksgenossen. Man müsse sich frei machen von dem alten Standesdünkel und dem klafsenhaß. Mährend die früheren Machthaber dem deutschen Arbeiter einredeten, er fei ja nur ein Prolet, der in der Internationale fein Heil suchen müsse, und ihn aus der Gemeinschaft feines deutschen Volkes her- ausriffen, wolle der nationalsozialistische Staat dem deutschen Arbeitnehmer seine Standesehre und seine Berufsfreudigkeit wiedergeben und ihm zum Bewußtsein bringen, daß er genau so wichtig und unentbehrlich für den deutschen Dolkskörper sei wie der deutsche Unternehmer. Alle Deutschen, gleich ob Arbeitnehmer oder Arbeitgeber, gehörten zusam- men, denn sie seien eine unlösliche Schicksals- und Volksgemeinschaft. Jus dem Kampsfelde des Klassenhasses und des Standesdünkels seien Tausende von vernichteten selbständigen Existenzen und Millionen von Arbeitslosen geblieben. Alle müssen sich nun zusammenfinden im Nationalsozialismus. Der Nationalsozialismus fei etwas Unteilbares. „Wir sind Nationalsozialisten, weil wir für die Gesamtheit unseres Volkes und damit auch für jeden Einzelnen sind, unser Sozialismus ist Dienst am Volke; beide sind eins: höchster Dienst an der Volksgemeinschaft. Die NSBO. fei die politifche Kampforganisation der deutschen Arbeitnehmer im Rahmen der großen NSDAP. Die wirtschaftlichen und beruflichen Interessen würden die Gewerkschaften wahrnehmen. Jeder Arbeitnehmer müsse Mitglied seiner Gewerk- schäft fein, denn es gehe nicht an, daß der eine Opfer bringe, der andere nichts zu diesem Opfer beitrage, aber an den Früchten dieses Opfers teil- nehme. (Beifall.) Jeder müsse mitkämpfen und mitopfern, wenn er an den Früchten teilhaben wolle. Die NSBO. werde in den Gewerkschaften für den einheitlichen politischen Willen Sorge tragen, und dieser Wille sei der Nationalsozialismus. Jeder einzelne müsse die nationalsozialistische Idee in sich auf- nehmen, dadurch zum Nationalsozialisten werden und zu einem Baustein am Reich der nationalen Freiheit, der sozialen Gerechtigkeit, am Volksbau unseres Dritten Reiches! (Starker Beifall.) Gauvorsteher des OHV. piske, Frankfurt a. M., betonte zu Beginn seiner Rede, daß die NSDAP, nach dem gewonnenen Kampfe die Macht in rechter Weise anwenden werde. Heute schon sei t geherrscht Abe, wie nach der Erlanguna der Macht durch die NsDAP„ und daß auch von den sozialen Einrichtungen nichts zerschlagen worden fei. Weiter betonte er, daß m nationalsozialistischen Staat alles . Gdchehen im Sehen des Volkes unter nationalsozialistischer Huh rung zu vollbringen fei und Kräfte sich nicht mehr auswirken könnten, die dem Nationalfozialismus feindlich gegenüberftehen. Der Redner mies dann auf die von diesem Gesichtspunkt °us durchgefuhrte Gleichschaltung der Gewerkschaften hin bei-denen grauenhafte Zustände in den Gewerkschaften fest- gestellt wurden, mit rühmlicher ^HV., der sich niemals vor den politischen Starren einer Partei haben spannen lasten und eine Weltanschauung vertrat, die durchaus dem National- sozialismus entsprach. Jetzt müsse vor allem eine vollkommene Umorganifation der Gewerkschaften stattfinden, die erforderlich fei, um die einzelnen Gewerkschaften zu einer geschloffenen Kampfgruppe zu machen, Ersparnisse an der Organisation^und daß die vom Nationalsozialismus gewiesenen Wege < bester zum Ziele führten. Unter dem früher Herr- i schenden Geist des Materialismus und des Marxis i mus, die beide nicht auf deutschem Boden gewachsen I seien, habe sich der Kausmannsgehilse im Durch- | schnitt nicht bester gestanden als der Durchschnitt des Handarbeiters. Wenn der Stand der Kauf- i mannsgehilfen trotzdem nicht auf die Stufe der marxistisch geführten Politik herabgesunken sei, dann verdanke man es nur den Männern, die im alten DHV. die Aufgabe erfüllten, die Kaufmanns- gehilfen dem Staate und dem Volke zu erhalten. Für das Gelingen dieser Aufgabe fei entscheidend gewesen, dah der alte DHL, der keine 3uben ausgenommen habe, in sich allein die schöpferischen deutschen Persönlichkeiten wirken liefe. Auf dieser Grundlage müste auch beim Neuaufbau des Be- rufsstandes der Kaufmannsgehilfen im ständisch gegliederten Staat weitergearbeitet werden. Jeder I müsse sich dabei bewufet fein, bafe nicht nur die (Er- bingung wirtschaftlicher Vorteile im Vordergründe stehe, sondern entscheidend auch die weltanschauliche Austastung und der daraus entstandene Einfluß aus die Entscheidung fei. Aus dem Gedankengut des Führers Adolf Hitler fei die neue große Idee entstanden, auf deren Grund nunmehr die Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammenarbeiten könnten. Daß diese Idee „Gemeinnutz geht vor Eigennutz"' heute schon von vielen Unternehmern, die dabei doch nur Opfer zu bringen hätten, als richtig anerkannt werde, fei einer der größten (Erfolge der NSDAP, und ihres Führers. Nunmehr könnten in der Wirtfchaft die schöpferischen Persön- lichkeiten der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer sich gemeinsam und harmonisch in der Neugestaltung betätigen. Es sei aber wichtig, daß dabei von den Führerpersönlichkeiten neben ihrer Intelligenz auch Charakter bekundet werde. Wenn auf dieser Grundlage die deutsche Wirtschaft neugeftaltet werde, wolle der Berufsstand der Kaufmannsgehilfen gerne den Führern Gefolgschaft leisten, denn die Kaufmannsgehilfen wollten in der Wirtschaft wieder charaktervolle Führung und Verantwortung sehen, die man unter dem früheren System leider vermissen mußte. Bei dem Neuaufbau in Wirtschaft und Staat müsse auch beachtet werden, daß neben den materiellen Interessen des Arbeiters auch seine Seele stehe, an deren Bedürfnissen nicht achtlos vorübergegangen werden dürfe. Bei dem Neuaufbau komme es nicht daraus an, eine Menge Gesetze zu machen, sondern die fundamentalsten Grundlagen in einigen Gesetzen zu bestimmen und darauf dann in schöpferischer Weise aufzubauen. Die Der- antroortungsfreubigfeit müsse mehr als bisher gesteigert und dabei die Bcrufsehre wieder mehr als früher zur Geltung gebracht werden. Die Menschen müßten zu Gemeinsinn und zur strengsten Beachtung der Berufsehre bei ihrer Arbeit erzogen werden. Wenn dieser Gesichtspunkt auch im kaufmännischen Leben wieder Geltung finde, dann werde bas Wort vom königlichen Kaufmann zu neuem Glanze ersteheck. In Zukunft komme es darauf an, daß nicht mehr das Wort „Ich" großgeschrieben werde, sondern an dessen Stelle das Wort „Wir stehe und die Einzelpersönlichkeit hinter _ dem Schicksal des ganzen deutschen Volkes zurückzustehen habe. Wenn das geschehe, werde es auch wieder möglich sein, für unser Volk die volle Freiheit zu erringen. Jeder müsse seine Pflicht erfüllen auf dem Platze, auf den das Schicksal ihn gestellt habe. Zu der nationalen Aufbauarbeit gehöre auch die Erziehung aller Volksgenossen zum Nationalsozialismus. In dem neuen Berufsoerband der Kaufmannsgehilfen werde es keine Zellenbildung geben, sondern der ganze Verband werde nur e i n e nationalsozialistische Zelle sein hn nationalsozialistischen Staat mit der Aufgabe, dem Staate und dem Volke zu dienen. Mit einem Treugelöbnis für den Führer Adolf Hitler und für seinen Kampf um die Freiheit des deutschen Volkes schloß der Redner feine mit langanhaltendem, lebhaften Beifall aufgenommene Ansprache. Gewerkschastskommissar Bartholomäus sprach hierauf ein eindrucksvolles Schlußwort. Er gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß er als Vertreter der Arbeiterschaft vor den Kaufmanns- gehilfen sprechen und dabei die engste Verbundenheit zwischen den Arbeitern und den Kaufmannsgehilfen feststellen könne. Mit Freude könne man wahrnehmen, daß nunmehr die unter dem früheren System aufgeriffene Kluft zwischen den Arbeitern und An- gestellten durch die große deutsche Arbeitsfront ge- schlossen worden sei und beide zusammenstünden in dem Kampfe um das hohe Ziel: Das deutsche Vaterland zu erkämpfen, in dem wir alle leben! Sodann lyies er darauf hin, daß die Forderung der Arbeiterschaft nach materiellen Dingen durchaus nicht immer an erster Stelle stehe, sondern daß der deutsche Arbeiter seinen Kampf vor allen Dingen auch um seine Anerkennung als Mensch und um die Beachtung seiner Menschenrechte führe. Die Arbeiterschaft lei stolz darauf, daß die Führung der Deutschen Arbeitsfront in erster Linie die gesamte Arbeiterschaft ersaßt habe und mit ihr als gleichberechtigt mit der Arbeitnehmerseite verhandeln wolle. Dabei ryerde man die Forderung der Standesehre klar zur Geltung bringen, daneben aber auch die materiellen Inter- I essen der Arbeiterschaft in keiner Weife vernachlässigen. Erfreulicherweise sei schon von der Leitung der Arbeitsfront bestimmt worden, daß die Tarife ein- zuhalten seien. Gemeinsam wolle man dahin streben, aus dem Arbeiter wieder den deutschen Menschen zu machen und die Achtung für jeden Arbeitsstand zu LUB Zeppelin-Fotos 11 x Für treue Samm Für 50 Bilder »Zeppelin-Weltfahrten«, die Sie doppelt haben, erhalten Sie eine Serie von 6 echten Bromsilber- Großaufnahmen • Insgesamt werden 4 Serien und zwar die 24 schönsten Motive dieser Sammlung ausgegeben Die 4 Serien sind in-allen ^^ntrolen^gesUllt pelin'cuhcheVe^Wi^bltten um Angabe, welche Serie gewünscht wird, da andernfalls stets Sene Nr.l gesandt wird. 20 Fortsetzung Nachdruck verboten! gezwunaen, Sie zu verhaften, t ihre Aufklärung gesunden Bademantel - Stoffe zu Selbstanfertigen von 3887 A Bade-Mänteln, mod. Muster 140 cm breit Meter ab Sa f D356C Verpackung 3430A 3904 D Nächste Woche | 3889 D seoaD u.X »> 2 CD 1 = = k s Dr. med. W. Fuhr und Frau Elsbeth, geb. Krapp L.^5 2 ® Maurerarbeiten? Nehmende Offenbach am Main, 10. 6. 33 Frankfurter Str. 7 (z. Zt. Stadtkrankenhaus) aarwuchsmittel von Hofapoth. 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Der Markmeister: Seibert. 5 2- 0^9 «D O'Q'.J 'Ö mit jener Häsen °N weiteres echhnte st. wird reftios lt können alle Mben blicken, ür die offene, : und Freiheit. )r 1— *5 r> 55 O E $ w c* E E 53 £ ZS ♦<5 Z"£ «-A E 2 = 55 sJ E B E £ 3 E s-e c se B «= 5 -H s £ s a a .(5 5 = 55 □ S» E <9 Ä® B = VUls E T o E.21 * E e E 2 E •£ = e p *> C U-l E"a E E B = 55 ,o (9 (9 e e -*19 Ä I- 3ß B ■=■?) b- = A s 6:= T3 to = o o b M ,2 ® OS IÄ g E=ö K 5 A os B e a E £ E § 5 L? (9 e S) t E 0K§HK> Z 8 8 toS) A to 19 19 19 A to 53 to 53 -5« g^A . «y o g)(5) ° a-5 5 B = ^8 es es a® 55 SS Z 55 »- to 55 EH S »•€ L 19 'S s 5 ’S cs = E E E 3 cE5 ±.E 55 SB Eö E± EA B e e L S _ e-Sg fEi 2 5 «elv <1ae es e e = 1- -g^HU) = e . CÖ E = ae = t . e 4. — o S L-o 2 E •» c-6- ±^j19ä o - 2 c 8 <3 &€ iM cx^9 O o 5? Bo I e s s e 0-0 « E F8 öoE T: g> G» ö B ,E E 2^0 Eä« =- = ~A.E E >n _ E ° es O e jj> E e ~ o »OjO ? 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Ich wünsche men verleihen, dah ein ist, und mein Herl gemeinsame Lesti gebt Ich heiße die Le Völkerbundes Willi Werk des $öli Würdigung und der Völkerbund hat die den Weg für sie di Sachverständigen - Meiste, ob ohne i Ideale des Lolkerbu jemals hätte flattsim ' nicht weniger her, Staaten, die nicht M Ich erkenne den @e arbeit an, der sie da sionen teilzunehmen, deres Willkommen 0 nions and meines 3 3er König fuhr in Weit ist in einem b, meine Herren, die h baues beginnen, ist nicht erfüllt werden, und aufrichtige Zusa 3d) reiche Ihnen dii M Herzen wünsche zu einem glückliche das die Bölttt der 3n englischer Spr nig: Alle Aationer samen Hebel. M Ansteigen fern. Sie Bedeute in menschlichem Leri wuetni Gegenstand re auch die Sorge e ^rren, war, auf i Regierung lastet. Etngesicht; einer fi anerkennen, appeU Dohle der ganzen 65 kann nicht über i ;u59ejen, bie U n q Will der Zivi Verringerung dieser Gegenteil Haber Ionisation die M ; 'Nennung her ^Sleit der Zusammenarbeit un S d'e Hlöi ^^uhtsem der Q dienst bet 8erb“ em i-sien äÄ en I, ?lh werbe ' äS •*«“ *251^5 Nachdem der $ D hinbgS^t der grub9 »" der Sebnu lent-n unbonäftein »5iSÄ «tantä^4 d>MDrUnd. ?TA«8Ä E - CTCTre S ^U>- 3 Gl re 3 re . —er “-a-3 2.re, S a a«.3 33 ff2 P 2. o re -er re re ct — CT —•—* re • re —, re o ^©öS^" a^CTÖ • 2 2- "■ re ct 3 — er— Ct's" E^®1^ 3 re si •3 ff^p 3--- CT S * CT AS 2.S5- a-2-CT^ 3s|h=«s- 0 re g Q O- ^^or^re re " O re 3^ re CT 2 «> S-< 0 S-8*1 3.^5 g^W^-CTrere g Ä vt» 3 m3 1(fl ’§®s.g>ä3 3*a"-cts 3 o ~ o 3 2 § B 2 VI P Öre °’3 Z Are 3. 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