Nr.87 KrübauSsabe 183. Jahrgang Mittwoch, 12 April 1933 Erschein» täglich,auher Sonntags ur* Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätler Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugrpreir: Mi, 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 5ernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnitl und Verlag: vrühl'sche Untverfitäls-Vuch- und SteinDrudcrei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulitrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorschrist 20" , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein undfür denAn- zeigenteil i. V. Th. Kümmel sämtlich in Gießen. W- Göring in Rom Rom. Vizekanzler v. Popen. Deutsche Botschaft. Funkbild: Reichsminister Hermann Göring (links) wird nach feiner Landung auf dem Flugplatz in Rom von dem italienischen Luftfahrtministcr Balbo begrüßt. — Auf der Flugstrecke München—Rom hatte Göring selbst das Steuer geführt. Oie Gleichschaltung der preußischen Hochschulen. In Äöln Neuwahl des Rektors und der UniversttätSbehörden. Berlin, 11. April. (ERB.) In den nächsten Berlin, 11. April. (WTB.) Vizekanzler von Papen hat an den Reichskanzler unter dem 7. April folgendes Schreiben gerichtet: Sehr verehrter Herr Reichskanzler! Mit der am heutigen Tage vom Reichskabinett verabschiedeten Vorlage eines Gesetzes zur Gleichschaltung aller Gänber mit dem Reich ist ein Gesetzgebungswerk begonnen, das für die staatspolitische Entwickelung des Deutschen Reiches von historischer Bedeutung sein wird. Der Schritt, den die mir seinerzeit unterstellte Reichsregierung am 20. Juli 1932 zur Beseitigung des Dualismus zwischen Reich und Preußen getan hat, erhält seine Krönung durch die nunmehrige neue enge gesetzliche Verflechtung der Interessen des LandesPreußen mit denen des Reiches. Sie, Herr Reichskanzler, werden, wie einst der Fürst Bismarck, nunmehr in der Lage sein, die Politik des größten der deutschen Länder in allen Punkten mit der des Reiches gleichzuschalten. Nachdem das neue Gesetz Ihnen die Möglichkeit gibt, den preußischen Ministerpräsidenten zu ernennen, bitte ich Sie, den Herrn Reichspräsidenten die Mitteilung machen zu wollen, daß ich das Amt des Reichs- I o m m i s s a r s für das Land Preußen gehorsamst in seine Hände zur ü (liege. In vorzüglicher Hochachtung Ihr aufrichtig ergebener (gez.) v. Papen. Der Reichskanzler hat dem Herrn Reichspräsidenten diesen Brief mit nachstehendem Schreiben übermittelt: hochverehrter Herr Reichspräsident! Der Vizekanzler v. Popen hat an mich ein Schreiben gerichtet, das ich zu Ihrer gütigen Kenntnisnahme diesem Briefe beilege. Herr v. Papen teilte mir schon in den letzten Tagen mit, er fei m i t 2U i - nister Göring übereingekommen, von sich aus zurückzulreten, sowie durch das neue Gesetz der Gleichschaltung der Politik in Reich und Ländern die Einheitlichkeit der Führung der Regierungsgeschäste in Reich und Preußen gewährleistet fei. Am Abend nach der Verabschiedung des neuen Gesetzes über die Einsetzung der Reichsftatt- halter sah Herr v. Popen dieses Ziel erreicht und bat mich, nunmehr die Ernennung des preußischen ZHinifterpräfibcnten vorzunehmen, wobei er sich selbst zur weiteren Mitarbeit an der Reichsregie- rung nunmehr voll zur Verfügung stellte. Herr v. Papen hat sich durch die Uebernahme der kommissarischen Leitung Preußens in dieser schwe- ren Zeit feit dem 30. Januar ein großes Verdienst fürdieDurchsehungdesGedon- (cns der Gleichschaltung der Politik in Reich und Ländern erworben. Seine Mitarbeit im Reichskabinett, für die er nunmehr seine ganze Kraft zur Verfügung stellt, ist eine unendlich wertvolle, mein inneres Verhältnis zu ihm ein f o herzlich freundfchoftli ch e s, daß ich mich aufrichtig freue über die große Hilfe, die mir nunmehr dadurch zuteil wird. In tiefer Verehrung (gez.) Adolf Hitler. Darauf hat der Herr Reichspräsident Vizekanzler v. Papen von seinem Amt als Reichs- kommissar für das Land Preußen entbunden und ihm mit folgendem Telegramm f cmen Dank für die in diesem Amte geleisteten Dienste ausgesprochen: landung beflogen werden kann, dürfte wohl noch unter sechs Stunden liegen. Zum weiteren Ausbau des Luftverkehrs zwischen Deutschland und Italien werden auch italienischerseits moderne Maschinen eingesetzt werden. Eine weitere Frage, die geklärt werden soll, bezieht sich auf die erste Zwischenlandung in Deutschland, die bei dem italienischen Geschwaderflug unter Führung Balbos nach Nordamerika vorgenommen werden soll. Die Möglichkeit der Wasserung des umfangreichen Geschwaders in Deutschland muh genau festgelegt werden. Ob auch der Rückflug über Deutschland erfolgen wird, steht noch dahin. Sehr wichtig ist für die Italiener ferner die Tlnterstützung durch deutsche Meteorologie. Der Fernmeldedienst über die Wetterlage soll dem italienischen Geschwader von Hamburg aus bis zur amerikanischen Küste hinüber zugutekommen. Gebührenermäßigung für den Krast- sahrsührerschein. Berlin, 11. April. (WTB.) Im Arbeitsausschuß des Beirates für das Kraftfahrwesen wurden u. a. Fragen der Gebühren und des Fahrschulwesens behandelt. Die Erlangung des Führerscheins und die Zulassung der Kraftfahrzeuge sollen in mehrfacher Hinsicht, insbesondere durch Herabsetzung der Gebühren, erleichtert werden. An der strengenHand- habung der praktischen Führerprüfung ist nach Meinung des Ausschusses s e st - zuhalten. Das neue Studentenrecht ist ferner dem Reichsinnenministerium übermittelt worden, das es empfehlend an die übrigen Lände r - regierungen weiterleiten will, die vermutlich das preußische Studentenrecht sich für ihre Hochschulen z u eigen machen werden. Oie weiteren Ziele für die Zugendertüchtigung. Berlin, 11. April. (WTB.) Zur uswertung der Erfahrungen hatte der Präsident des Reichskuratoriums für Iugendertüchtigung, Major a. D. v. Neufville, die Zweigstellenleiter des Reichsturatoriums aus den verschiedenen Provinzen nach Berlin berufen, um in eingehender Besprechung di e weiteren Ziele für die Iugendertüchtigung im Sinne der nationalen Erhebung festzulegen. An den Besprechungen nahmen auch Vertreter der SA. und des Stahlhelms teil. Die Zweigstellenleiter und Verbandsführer waren sich, darin einig, daß zur Durchführung des so dringend notwendigen und so lange vernachlässigten Werkes der Iugendertüchtigung von feiten der Reichsregierung größere Mittel in 7>en Etat einge ft eilt werden müssen. Oas neue preußische Gtudeuteurecht. Berlin, 11. April. Der vom preußischen Kultusminister Rust mit der Schaffung eines neuen Studentenrechts beauftragte Referent im preußischen Kultusministerium Dr. Haupt hat seine Arbeiten abgeschlossen. Das neue Studentenrecht wird noch im Laufe des heutigen Tages unterzeichnet und damit in Kraft gesetzt werden. Das neue Studentenrecht stellt die Anerkennung der Studentenschaften an den Uniücrfitätcn wieder her; es berücksichtigt ganz besonders das volksbürgerliche und das Führerprinzip. An den einzelnen Universitäten werden sogenannte b ü n- dische Kammern entstehen, die die organisierten Studenten, d. h. die einzelnen Organisationen zusammensassen. Diese hündischen Kammern erhalten beratende und kontrollierende Rechte gegenüber dem Führer der Studentenschaft der einzelnen Tlniversität. Der Führer der Studendenschast ist gehalten, die Hälfte seiner Mitarbeiter aus der hündischen Kammer zu entnehmen. Das neue Studentenrecht beruht nicht aus dem Prinzip des Staatsbürgers, sondern desVolks- bürgert Damit wird nicht nur das Reich erfaßt, sondern es werden auch die öfter- reichischen Studenten einbezogen. Die neue Lösung des Studentenrechtes ist g r ostdeutsch. Für die nächsten Fahre werden auch die Astawahlen ausgeschaltet, die das Tlniversitätsleben in den letzten Jahren immer wieder beunruhigt haben. Die gegenwärtig leitenden Studenten werden in ihren Stellungen zunächst autoritär eingesetzt. Sie geben dann ihr Amt weiter. Damit tritt an die Stelle des demokratischen das Führerprinzip. Vizekanzler von papen bittet um Enthebung von seinemAmt atsRe.chskommiffar fürpreußen. -- Herzliche Anerkennung feiner Arbeit in Schreiben des Reichspräsidenten und 3ieu60fan$ler0. minmod, tnu i„ . Göring bei Mussolini. Luftfaßrtverhandlungen mit Balbo. Rom, 11. April. (TTl.) Am Dienstagnachmittag wurde Reichsminister Göring vom Chef der italienischen Regierung im Palazzo Venezia empfangen. Der Besuch dauerte etwa l1/.- Stunden und trug einen äußerst herzlichen Charakter. Mm 18 Mhr empfing Mussolini noch den deutschen Botschafter von Hassel zu einer Unterredung. Am Abend fand bei dem deutschen Botschafter beim Quirinal ein Festessen statt, an dem der Chef der italienischen Regierung, der preußische Ministerpräsident Göring und Vizekanzler von Papen teilnahmen. Am Mittwoch- vormittag werden Vizekanzler von Papen und der preußische Ministerpräsident Göring vom Pap st in besonderer Audienz empfangen werden. Die Verhandlungen des Reichsministers Göring dieiien vor allem Fragen der Luftfahrt und zwar im besonderen der Luftverbindung zwischen Deutschland und Italien. Auf der Strecke Berlin—Rom soll der neue dreimotonge Iunkers-Typ „3u 5 2“ mit einem von Den Bayerischen Motorenwerken nach einer amerikanischen Lizenz gebauten Motor eingesetzt werden. Es handelt sich um dasselbe schnelle Flugzeug, das bereits im Winter zwischen Venedig und München Dienst tat und mit Dem auch Minister Göring mit seiner Begleitung nach Rom gekommen ist. Die Zeit, in Der d i e Strecke Berlin —Rom ohne Zwischen- Ministerialdirektor Baien tiner von Der Hochschulabteilung wird auf feine bisher noch nicht besetzte Stelle als Kurator der Universität Göttingen zurückkehren. "Boni preußischen Kultusministerium wird unterstrichen, daß Ministerialdirektor Valentiner eine allgemein geschätzte Persönlichkeit ist und daß die Veränderung nur Damit zusammenhängt, daß auf diesem Posten im preußischen Kultusministerium eine jüngere Kraft gestellt werden soll. Sein Nachfolger wird Professor Gerulis, Der bisherige verantwortliche Leiter Der sächsischen Hochschulen in Dresden. Er wird die Leitung, her Hochfchulabteilung im preußischen Kultusministerium bereits am Mittwoch übernehmen. Reichsmtnister Göring zum preußischen Ministerpräsidenten ernannt Preußen. Ich bitte Sie, Ihre Geschäfte am 20. April in Berlin übernehmen zu wollen. Ich fühle mich glücklich, Ihnen diesen Beweis meines vertrauens un d meiner Dankbarkeit geben zu können für die so großen Verdienste, die Sie sich um die Diedererhebung des deutschen Volkes seit über zehn Jahren als Kämpfer nuferer Bewegung für die siegreiche Durchführung der nationalen Revolution als kommiffarischer Minister des Innern in Preußen erworben haben, und nicht zuletzt für die einzige Treue, mit der Sie Ihr Schicksal an das meine schlossen. Reichskanzler Adolf Hitler. 0er neue Ministerpräsident von Preußen. Der getreueste Paladin "Adolf Hitlers. Berlin, 11. April. (ERB.) Aus Anlaß der Ernennung des preußischen Ministerpräsidenten Göring hielt Oberregierungsrat Sommer- s e l d t im Rundfunk eine Ansprache. Er erinnerte daran, daß mehr als zehn Iahre vergangen seien, seit sich Adolf Hitler und Hermann Lieber Herr v. Papen! Ihrem Anträge um Entbindung von dem Amte des Rerchskommissars für das Land Preußen habe foeben entsprochen. Es drängt mich, Ihnen bei dieser Gelegenheit namens des Reiches wie eigenen Namens aufrichtig für großen Verdien st e z u danken, die Sw sich durch die Beseitigung des Dualismus zwischen Reich und Preußen für die Durchsetzung des Gedankens einer einheitlichen politischen Führung in Rerch und Ländern erworben haben. Daß nunmehr Ihre ganze Arbeitskraft der ^eichsregie- rung zur Verfügung steht, begrüße ich mit Genugtuung. , . r . . „ Mit den besten Grüßen bin ich m treuer Kameradschaft Ihr ergebener (gez.) v. Hindenburg, Reichspräsident. Der Reichskanzler hat am 11. ^11 öen xur Zeit in Rom befindlichen Reichsminister Goring mit folgendem Telegramm zum Ministerpräsidenten ernannt: An Minister Göring Rom, Deutsche Botschaft. Ich ernenne Sie mit Wirkung vom heutigen Tage zum Ministerpräsidenten von . Diese Konferenz wird für Die Gleichschaltung des ®Öring begegneten. Ser Kommandeur Des Hochschulwesens von besonderer Bedeutung sein. Der Ä5 £r » für Einsamkeit der Tiroler Berge geflohen, um sein Kunst und Volksbildung, Rust, hatte heutt bmib Vaterland und seinen Glauben, um sich selbst eine Unterredung mit Dem .h e f t o r Dir wiederzusinden. Als Die StaDt München gegen Unioerfität'Berlin, in Dem er seinen StanD- Die Auslieferung Der Deutschen punkt einDeutig zum AusDruck brachte, Daß Die na- Heerführer protestierte, war Hermann tianale Revolution sich auch im Hochschulwesen aus» Göring Dabei. Das Schicksal wollte es, Daß er lDirtcn an Diesem Tage Adols Hitler sah Gin praktisches Beispiel Der hiermit angebahnten unö ihn am uachsten Tage s p r e ch e n horte Entwicklung hat sich am Dienstag bereits in K o l n An lenem Abend. schrieb Gor ng m «n w vollzogen. Rektor, Senat unD Dekane buch, daß er Adolf Hitler mit e Der Kölner Universität sind mittags zuruckge- und Haaren ergeben sei. Das deutsche , . unb Qm ybcnD sind aus Der Lehrerschaft Schicksal hat es gewollt, daß von dieser stunde I der Unioersität bereits ein neuer Rektor, ab der berühmte Pour-le-Merite-Flieger Her- jcr e k a ne und Der Senat aus Der nativ- mann ©Dring d e r g ° t - e u e st e D «/ ? d ' n Vorschlag aus Der Universität her. des „unbe annten Gefreiten des Weltkrieges „^gewählt roorDen. Das Beispiel von Köln Hitler Kanzler des Deutschen Reiches sei und schaltung an Den llmDcrfüaten bis zum sein treuester Paladin Hermann Göring Minister- suberall vollzogen sein. Präsident von Preußen. Ieht werde Deutschland und Preußen regiert werden wie es im letzten Willen des großen preußischen Königs stehe: »Mit Gerechtigkeit, mit Weisheit und mit Kraft!“ Oer neue preußische Staatsrat. Nationalsozialistische Zweidrittelmehrheit mit 55 Sitzen. Berlin, 11. April. (CNB.) In allen preußischen Provinzen sind gestern die am 12. März neu gewählten Provinziallandtage zusammengetreten. Zu Vorsitzenden wurden ausschließlich Vertreter der NSDAP, gewählt; auch die Vorsitzenden der Provinzialausschüsse sind überall Nationalsozialisten. Die Prozinziallandtage haben bereits gestern die W a h l e n zum Staats- r a t vorgcnommen, der nach Artikel 31 der preußischen Landesverfassung zur Vertretung der Provinzen bei der Gesetzgebung und der Verwaltung des Staatsrates dient und sich ans Vertretern der 12 Provinzen sowie der Stadt Berlin und einem Vertreter der Hohenzollernschen Lande zusammensetzt. Der Staatsrat wird künftig statt 81 nur 8 0 Mitglieder haben, da der Anteil der Rheinprovinz von 15 auf 14 Mitglieder gesunken ist. Davon werden auf die N a t i o n a l s o z i a l i st c n 55 Sitze, auf das Zentrum 12 Sitze, auf die Sozialdemokraten 8 Sitze und auf die Deutschnationales Sitze entfallen. Die Zweidrittelmehrheit beträgt 54 Sitze, so daß die Nationalsozialisten über die für Verfassungsänderungen notwendige Zweidrittelmehrheit allein verfügen. Der bisherige Staatsrat hatte 81 Mitglieder, von denen 29 auf die aus Deutschnationalen und Deutsch- Volksparteilern gebildete Fraktion der Arbeitsgemeinschaft entfielen, 22 auf die S o - z ia l d e m o k ra t e n , 19 aus das Zentrum, sechs auf die K o m m u n i st e n , drei auf die Wirtschastspartei und zwei auf dieStaatspa r t e i. Die Nationalsozialisten waren im vergangenen Staatsrat überhaupt nicht vertreten. Der neue Staatsrat wird voraussichtlich am 26. oder 27. April zum ersten Male zusammentreten. Anschließend daran dürfte der Preußische Landtag ein» berufen werden. Hessen-Nassaus Vertreter im Staatsrat und Reichsrat. Kassel, 11. April. (WSN.) Der 22.P ro- v i n z i a l l a n d t a g der Provinz Hessen-Nassau nahm heute mittag in namentlicher Abstimmung durch Stimmzettel die Wahl der Mitglieder zum Preußischen Staatsrat vor. Abgegeben wurden 75 Stimmen, davon waren 74 gültig und 1 ungültig. Es waren drei Listen cingereicht worden. Die Listender NSDAP, mit dem Namen des Gauleiters Sprenger, Frankfurt a. M., an der Spitze vereinigte 56 Stimmen auf sich und erhielt vier Sitze. Die Liste der Zentrumspartei führt Geistlicher Nat Sondergeld, Hünfeld: auf diese Liste vereinigten sich 15 Stimmen, sie erhielt einen Sitz. Die Liste der SPD. führt Landesrat Plehwe, Wiesbaden; auf diese Liste vereinigten sich drei Stimmen, sic erhielt keinen Sih. Die Namen der gewählten Staatsratsmitglieder sind: NSDAP.: Gauleiter Jakob Sprenger, Franksurt a. QU., Praktischer Tierarzt Dr. Hans Burkhardt, Sontra, Stellvertretender Gauleiter Karl Linder. Frankfurt a. M., Fabrikbesitzer Dr. Rudolf Braun, Melsungen. Stellvertreter sind: Gaugeschäftsführer Helmut Friedrichs, Kassel, Schriftleiter Joachim Hans S t ö v e s a n d, Marburg, Rechtsanwalt Kurt Wirth, Frankfurt a. M., Amtsgerichtsrat Dr. Freiherr von Stein- L i e b e n st e i n, Wiesbaden, (Kampffront). Zentrum: Geistlicher Rat Sondcrgeld, Hünfeld. Stellvertreter: Oberpostsekretär Josef Husch, Franksurt a. M. Der Provinzialausschuß wählte als Vertreter der Provinz Hessen -- Nassau i m Reichsrat zum ordentlichen Mitglied den kommissarischen Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt Dr. Krebs und zu dessen Stellvertreter den Gauleiter von Hessen-Nassau-Nord Karl Weinri ch in Kassel. Beide sind Vertreter der NSDAP. Reichsinspektor der NSDAP. Hein Haake Landeshauptmann der Rheinprovinz. Düsseldorf, 11. April. (WTB.) Der Rheinische Provinziallandtag wählte den Landtagsabgeordneten und Reichsinspektcur der NSDAP. Hein Haake zum Landeshauptmann der Rhein- Provinz mit allen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten. Der neue Landeshauptmann wurde 1892 in Köln geboren. Nach Absolvierung des Gymnasiums schlug er die Bankbeamtenlaufbahn ein. Er nahm als Freiwilliger am Weltkriege teil und wurde viermal, zum Teil schwer, verwundet. Haake trat 1919 als Schwerkriegsbeschädigter in die Dienste einer Kölner Großbank, wo er vier Jahre später wegen seiner politischen Einstellung verabschiedet wurde. Von dieser Zeit an war Haake ununterbrochen für den Auf- und Ausbau der nationalsozialistischen Bewegung tätig. Als einziger Abgeordneter der NSDAP. trat er 1925 in dcnPreußischen Landtag.3m Jahre 1932 wurde er zum dritten Vizepräsidenten des Landtages gewählt. Die Sicherung des Wirtschafissriedens. Der Llebergang zu einer nationalen Wirtschaftsgemeinschaft. Berlin, 11. April. (WTB.) Wie der Reichs- arbeitsminister mitteilt, ist die Reichsregicrung entschlossen, die deutsche Arbeits- und Wirtschaftsverfassung grundlegend neu zu ord- n en mit dem Ziele, alle an der nationalen Wirtschaft Beteiligten zu wahrer Wirtschaftsgemeinschaft zusammenzufassen. Bei den vielfachen Verflechtungen des deutschen Wirtschafts- und Arbeitslebens kann aber die Ablösung des bisherigen Systems nicht mit einem Male erfolgen. Für die notwendige Übergangszeit müssen die bestehenden Lohn- und Arbeitsbedingungen in ® c U u n.9 bleiben. Die Reichsregierung hält es für die Pflicht aller Beteiligten, die in den Tarifverträgen getroffene Regelung, soweit sich ihre Aenderung nicht als unumgänglich notwendig erweist, zunächst aufrechtzuerhalten. Die Beruhigung unseres Wirtschaftslebens ist auch dadurch zu fördern, daß Verminderun- gen der Belegschaften, soweit als irgend- möglich, vermieden werden. Bei unvermeidbaren größeren Entlassungen ist zuvor mit den zuständigen Behörden Fühlung zu nehmen. Weiterhin hält es die Rechsregierung für erforderlich, schon in der Übergangszeit die hinter ihr stehenden Arbeitnehmerkreise maßgebend zu beteiligen. Mit dem Gesetz über Betriebsvertretungen und über wirtschaftliche Vereinigungen sowie dem Gesetz über den Reichswirtschaftsrat ist das gesetzliche Monopol bestimmter Arbeitnehmervereinigungen beseitigt. Auch die tatsächliche Monopolstellung dieser Gewerkschaftsrichtungen, die sich aus der verschiedenartigen Auslegung des Begriffes der wirtschaftlichen Vereinigung seitens der Verwaltungsbehörden und des Reichsarbeitsgerichtes ergab, muß aufhören. Soweit ein Verband nach den neuen Grundsätzen als wirtschaftliche Vereinigung anzusehen ist, steht ihm auch Selma Lagerlös entdeckt sich selbst Von Ortrud Freye. Diesen Abschnitt entnehmen wir im Einverständnis mit dem Verlag Georg Wester- mann, Braunschweig, der dort von Ortrud Frcye in den nächsten Wochen erscheinenden volkstümlichen Biographie Selma Lager- löfs, der nobelpreisgekrönten schwedischen Dichterin, die im Herbst ihren 75. Geburtstag feiert. Selma war 8 Jahre alt, als sie den Entschluß faßte, Schriftstellerin zu werden. Sie war 15, als sie ihr erstes Gedicht, eine kleine Ratur- ffimmung, verfaßte. Prosa hatte sie schon immer geschrieben. Aber die Entdeckung, daß sie Verse machen konnte, machte sie überglücklich. Dichten war für sie das höchste Wer dichten konnte, war mehr als ein König. Tag und Nacht träumte sie davon, gedruckt zu werden, und jedes Stück Papier benutzte sie, um sich darauf in Versen zu versuchen. Auch in Prosa übte sie sich weiter. So häuften sich ihre Manuskripte. Sie schrieb aber nicht etwa über die abenteuerlichen Geschichten der Heimat, die sie gehört hatte. Keineswegs! Sic schrieb über das. was sie gelesen hatte, über Walter Scotts Ritter und über die Sultane aus „1001 Nacht", wobei sie sich frühzeitig daran gewöhnte, ihrer Gemütsbewegung Ausdruck zu geben. Ader all die kindlichen Theaterstücke und Romane wurden nie gedruckt, sondern waren nur eine gute Stilübung und Vorbereitung zum Dichterberuf. So hatte Selma Lagerlöf schon als Kind den Weg fürs Leben gefunden. Alles, was nicht im Zusammenhang mit diesem Ziele stand, war für sie ohne Bedeutung. Zu ihrem ersten Ball wurde sie förmlich gezwungen, denn sie war der Meinung, daß doch niemand mit ihr tanzen würde, da sie immer noch etwas hinkte, und es gab bittere Tränen vorher und eine gewisse Genugtuung nachher, daß sie Recht behalten hotte. Unglücklich schien sie deshalb keineswegs zu sein. Ihre Gedanken waren bei ihren Manuskripten, die darauf warteten, gelesen zu werden. • Doch niemand fand sich, der ihre Arbeiten las und in die Welt trug. Die Jahre vergingen und ließen die jugendliche Schriftstellerin auf dem abgelegenen Gutshofe allein. Da endlich wurde eines Tages die Aufmerksamkeit auf sie gelenkt. Es war im Herbst des Jahres 1880, als sic au einer Hochzeit auf dem nahegelegenen Gardsjö geladen war und den ehrenvollen Auftrag hatte, eine Rede auf die Brautführer zu halten. Mit leiser, schüchterner Stimme las sie ihr Gedicht in zwölf Versen vor, in denen sie schilderte, wie die Brautführer früher die Braut durch wilde Gegenden auf ungebahnten Wegen zu führen hatten. Unter den Gästen befand sich auch die junge Schriftstellerin Eva Fryxe11, die Tochter des berühmten Geschichtsschreibers, der in Sünne das Amt eines Pfarrers bekleidete, um sein Lebenswerk in Ruhe beenden zu können. Eva Fryxell, die mitten in der Frauenbewegung und im literarischen Leben stand, bat Selma, ihr nach Stockholm eine Auswahl ihrer Gedichte zu senden, um sie in einer Zeitung unterzubringen. Ein halbes Jahr lebte Selma in glücklicher Spannung. Endlich kam der langersehnte Brief mit allen Gedichten zurück. Keines war angenommen, aber Eva Fryxell ermunterte und ermahnte das junge Mädchen, sich vor allen Dingen Kenntnisse, Lebenserfahrung und ein selbständiges Urteil anzueignen. Selma sah wohl ein, daß es ihr an Kenntnissen fehlte. Als einziger Weg zu einer gründlichen Ausbildung erschien ihr die Vorbereitung zum Lehrerinnenberuf. Also hinein ins Leben! Vorgeschichtliche Spuren in der Libyschen Wüste. Die britische Expedition, die unter Leitung des Major Bagnold im Kraftwagen die Libysche Wüste durchforschte, hat auf Strecken von vielen hundert Meilen bisher unerforschte Gebiete durchfahren. Don der Oase Uweinat aus wurden verschiedene Reisen in einzelne Teile dieses ungeheuren Sandmeeres unternommen. Major Bagnold hat die Abenteuer und Erlebnisse dieses Unternehmens in mehreren Artikeln des „Daily Telegraph" geschildert und erzählt auch von den überreichen Spuren vorgeschichtlicher Besiedlung dieses Gebietes, das heute keine Pflanzenwelt, überhaupt kein Leben mehr zeigt, mit Ausnahme einiger Zugvögel, die auf ihrer langen Re'se ermüdet auf den Felsen im Sand ausruhen. Westlich von dem alten Karawanenwege von Tekro nach Kufra, wo einst das Königreich der Wadai log, wurden die Kraftwagen von riesigen Barrieren von Sanddünen aufgehalten, und als sie sich von Tekro nordöstlich wieder nach Uweinat wandten, sahen sie auf zwei Tagereisen in dem großen Sandmeer weite Flächen mit unzähligen Steinen bedeckt, für die sie keine Erklärung saubre Prozeßvertretung vor den Arbeits- und Landesarbeitsgerichten zu, ohne daß es dazu einer ausdrücklichen Verleihung dieser Befugnis bedarf. Oie große Säuberungsaktion bei den Krankenkassen. Vorstände abgcsetzt, allen Bcrbands- bcamtcn gekündigt. Berlin, 11. April. (TU.) Der Beauftragte des Reichsarbeitsmini ft ers als kommissarischer Leiter des früheren marxistischen Haupt- vcrbanües Deutscher Krankenkassen hat in die Verhältnisse und Zustande dieses rund 12 Millionen Versicyerte umfassenden Krankenkassenverbandes tief cingcgriffen. Alle Vor st än de des Hauptverbandes selbst und seiner sämtlichen Unteroerbänbe sind abgesetzt und allen Verbandsbeamten ist zum nächstzulässigen Termin gekündigt worden. Nur diejenigen Verbandsbeamten werden im Dienst bleiben, die befähigt sind und die Gewähr dafür bieten, daß sie im Interesse des heutigen Staates sich betätigen. Der Beauftragte des Reichsarbeitsministers hat eine Reihe von größeren Sparmaßnah - m e n ergriffen, die sich auch darin äußern werden, daß alle Einrichtungen und Unternehmungen, die mit den eigentlichen Verbandsaufgaben nichts zu tun haben, beseitigt werden. Die Zugehörigkeit zur internationalen Krankenkassenvereinigung wurde mit sofortiger Wirkung gekündigt, dagegen mit den übrigen deutschen Krankenkassenspitzenverbänden der seitherige Kriegszustand beendigt und mit ihnen eine Arbeitsgemeinschaft abgeschlossen. Zu einer befriedigenden Neugestaltung des Verhältnisses zu den A c r z t e n , Zahnärzten, Dentisten und Apothekern sind Verhandlungen angebahnt. Die vorgefundenen Unklarheiten sind von einem solch ungewöhnlichen Umfang, daß cs noch geraumer Zeit und anstrengender Tätigkeit bedürfen wird, um völlige Klarheit zu schaffen. Die Neuregelung der Zulassung der Aerzie zu den Krankenkassen. Berlin, 11. April. (CNB.- Lieber die Frage der Zulassung von Aerzten zu den Krankenkassen wird amtlich darauf hingewiesen, daß durch eine allgemeine Anordnung des Reichsarbeitsministeriums die Neuzulassung: jüdischer AerztezurKrankenkassenpraxisbe- reits gesperrt ist. Lieber die Zulassung zu den Krankenkassen im allgemeinen sind Verhandlungen zwischen dem Reichsarbeits- ministcrium und den Spitzenorganisationen der Aerzteschaft, vor allem dem unter Führung des nationalsozialistischen Arztes Dr. Wagner stehenden Hartmann-Bunde im Gange. Es ist damit zu rechnen, daß es bald zu einem Einvernehmen kommen wird, und daß dabei in erster Linie dieärztlicheVersorgung imgan- zen Reiche sichergestellt sein wird. Beamtenführer Sprenger bildet einen Führerrat. iy2 Millionen Beamten unter nationalsozialistischer Führung. F r a n k f u r t a. M., 11. April. (WSN.) Der Führer der deutschen Beamtenschaft läßt mitteilen: Zn der Tagespresse wird verbreitet, daß zur Führung des Deutschen Beamtenbundes sich ein Führer- rat gebildet habe. Ferner wären zu 2. und 3. Vorsitzenden d i e Herren Schneider und Ehrmann ernannt. Der seitherige Vertreter der Lehrerschaft, Wolf, fei ebenfalls zum Führerrat berufen. Diese Nachrichten beruhen auf einer Kombination. Der Führer des Deutschen Beamtenbundes, Reichstagsabgeordneter Sprenger, hat einen ehrenamtlichen Führerrat gebildet. Die Berufung der Mitglieder, die ehrenamtlich tätig fein müssen, ist noch nicht erfolgt. Inzwischen haben verschiedene große Organisationen ebenfalls ihren Anschluß an den Deutschen Beamtenbund erklärt. Die Gesamtzahl der der nationalsozialistischen Führung angeschlossenen Beamten beträgt den. „Diese Steine", so berichtet Bagnold, „waren überall in großen Mengen in jeder Vertiefung zwischen den Dünen aufgehäuft, und mit ihnen zusammen fand sich eine erstaunliche Menge von Steinzeit-Werkzeugen der verschiedensten Art und grctzen Mahlsteinen, die von Menschen angefertigt waren. Wir fanden solche vorgeschichtlichen Niederlassungen fast auf allen unseren Wegen, stets mit Werkzeugen, Mahlsteinen und Steinhügeln, die wohl Grabstätten ankündigten. Es erschien uns fast unglaublich, daß menschlicher Fleiß ein Gebiet, das Tausende von Quadratkilometern mißt, mit solchen Werkzeugen überstreuen konnte. Das Sammeln war leicht, denn überall an den Dünenabhängcn, an denen unsere erschlafften Reifen schlecht fortkamen, luden diese „Freiluft-Mu-" feen“ der Wüste zur Bedienung ein. Wenn wir eine Panne hatten, konnten wir uns sofort an das Sammeln dieser vorgeschichtlichen Gegenstände machen. Wir versuchten vergeblich, uns die Bedingungen auszumalen, unter denen diese Menschen einer fernen Vorzeit lebten, wo sie wohl das Korn ernteten, das sie mit ihren Mahlsteinen zerrieben, und wozu sie die Unmenge von Werkzeugen benutzten. Die Archäologen unserer Expedition wußten darüber auch keine Auskunft zu geben; sie waren an den Abenden eifrig beschäftigt, aus der Unzahl von Fundstücken die bezeichnendsten ausxuwählen. denn wir konnten natürlich nicht sehr viel mitnehmen." Etwa 100 Kilometer von Llweinat entfernt stieß man auf einen senkrechten, säulenartigen Fels, der auf der Sandebene als weithin sichtbares Wahrzeichen auf ragte; vor diesem Fels befand sich ein Halbkreis von etwa 200 Meter Umfang, der aus einzelnen flachen Steinen gebildet war; an der Felswand dahinter waren Malereien, die rote Männerfiguren mit Bogen und Federkopsschmuck zeigten; sie jagten rote Tiere, hauptsächlich Giraffen, die einem ganz anderen Klima angehören als es diese öde Wildnis bietet. Vielleicht hat man hier eine heilige Stätte dieser vorgeschichtlichen Menschen vor sich, an der sie ihre Gottesdienste abhielten. Zeitschriften. — Im Aprilheft der „Zeitwend c“ (C. H. Beck-München) schildert Sigurd Thorn höchst eindringlich den geistigen Terror, den der Sowjetstaat auf allen Gebieten der Kultur entfaltet. Alles ist verstaatlicht und das ganze Geistesleben ist mit eiserner Konsequenz auf ein einziges Ziel ausgerichtet: den Klassenkainpf des Proletariats. Selbst die Kindermärchen müssen das Geprägs proletarischer Weltauffassung tragen. ' nunmehr bereits Wi Millionen. Ein sichtlicher Be- weis des geradezu grenzenlosen Vertrauens der deutschen Beamtenschaft zu ihrem neuen Führer. Die Führer der Christlichen Gewerk« schasten bei Reichsminister Goebbels. Berlin, 11. April. (WTB.) Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda empfing heute nachmittag die Führer der christlichen Gewerkschaften, Imbusch, Otte und Eudenbach. Es handelte sich bei der hierbei stattgefundenen Besprechung vor allem um die Frage der Teilnahme der christlichen Gewerkschaften an den Kundgebungen aus Anlaß des Feiertages der nationalen Arbeit am 1. Mai. Der Minister betonte, daß die Regierung bereit fei, mit allen aufbau- willigen Kräften des Volkes zusamrnen- zuarbeiken, daß sic aber ein Wiederaufleben der marxistischen Gefahr in keinerlei Form irgendwie dulden werde. Die Unterhaltungen sollen in der Woche nach Ostern fortgesetzt werden. Aus aller Welt. Eckener über die Ursache der „Akron'üatastrophe. Nach einer Meldung aus Friedrichshafen erhielt Dr. E ck e n e r ein Telegramm des Vertreters des Zeppelin-Konzerns in Neuyork, aus dem zu entnehmen ist, daß der Absturz des amerikanischen Luftschiffes „Akron" auf einen Gerippebruch zurückzuführen ist. Dr. Eckener Erklärte nach dem Empfang dieses Telegramms, er glaube, daß der Bruch an der Stelle des Luftschiffes erfolgt fei, in der die Flugzeuge im Innern des Schiffes untergebracht waren. Diese Stelle habe er immer als gefahrbringend betrachtet, da das Luftschiff hier nur durch eine Brücke, nicht aber durch Längsträger gufammengefügt war. Dr. Eckener glaubt nicht, daß die „Akron" infolge einer Boe auf das Meer herabgedrückt worden ist. Vielmehr hält er es für möglich, daß das Luftschiff an der bezeichneten Stelle gebrochen ist und dann durch den Aufschlag auf dem Wasser vollends geteilt wurde. Eine kulturhistorische Sammlung für die vereinigten Staatsschulen. Der ehemalige Reichsarbeitsminister W i s f c l ( hat nach Vereinbarung mit Vertretern des Kampfbundes für deutsche Kultur sich gegenüber dem preußischen Kultusministerium bzw. dem kommissarischen Direktor der Vereinigten Staatsschulen in Berlin, Professor K u t s ch m a n n, bereit erklärt, die in seinem Besitz befindliche wertvolle Sammlung von Meisterbriefen und handwerklichen Zunftzeichen leihweise zur Aufbewahrung den Vereinigten Staatsschulen zur Verfügung zu stellen. Fünf Jahre Zuchthaus für unerhörte üindesmißhandlung. Das Schwurgericht beim Landgericht 1H Ber- • lin verurteilte die in der Kolonie Waldcsfrieden bei Lübars in der Nähe von Wittenau wohnhafte 25jährige Ehefrau Anna H e 1 i n s k y, die ihren vierjährigen Stiefsohn mit Riemen derartig geschlagen und in die offenen Wunden Pfeffer und Salz gestreut hatte, daß das Kind infolge dieser grausamen Behandlung unter qualvollen Schmerzen starb, wegen Körperverletzung mit Todeserfolg zu fünf Jahren Zuch thaus und fünf Jahren Ehrverlust. Der Ehemann, der 37jährige Arbeiter Roman Helinskh, uer sein Kind ebenfalls wiederholt mißhandelt hatte, erhielt eine Strafe von neun Monaten Gefängnis. * Zwei französische Flugzeuge abgestürzt. — Acht lote. Ein Sportflugzeug, das mit vier Mann auf dem Flughafen Orly, südlich von PariP, gestartet war, ist auf der Strecke nach Biarritz an der französischen Westküste in Flammen auf« gegangen und abge stürzt. Der Flugzeugführer sprang mit seinem Fallschirm ab, sobald er die Flammen unter seinem Sitz bemerkte und kam wohlbehalten auf dem Boden an. Die drei übrigen Insassen, sämtlich Franzosen, sanden den Tod. Unter den Trümmern des Flugzeuges konnte man ihre völlig verkohlten Leichen bergen. — Ein zweites Flugzeugunglück wird aus Berre gemeldet. Während eines Nachtfluges stürzte eine mit fünf Unteroffizieren besetzte Maschine in den Teich von Berre und ging mit der Besatzung unter. Selbst wenn es dem Bolschewismus gelänge, mit ungeheuren Leiden und unter Aufopferung der gegenwärtigen Generation in einer fernen Zukunft alle materiellen Nöte aus der Welt zu schaffen — wäre dieser Erfolg durch die geistige Verkümmerung nicht zu teuer erkauft? Im übrigen enthält das Heft u. a. einen lehrreichen Aufsatz von Paul Rohrbach über „Altes und neues Asien", eine Betrachtung von Arthur Dix „Das alte und das neue Deutschland", die uns die augenblicklichen Wandlungen in unserem Vaterland tiefer verstehen lehrt, und einen die religiösen Gedanken der Osterzeit vertiefenden, lebendig geschriebenen Aufsatz von Hermann Giese: „Historischer Jesus — biblischer Christus". — „'Iß. xi t ter und Kind", Zeitschrift für Ernährung, Pflege und Erziehung des Kindes. Verlag Clwin Staude, Osterwieck a. Harz. Vierteljährlich (3 Hefte) 1,65 Mk. einschl. Porto. — Heft 4 ist als Sonderheft (Apothekerheft) erschienen. Bei der Sorge um die Gesunderhaltung von Mutter und Kind gebührt auch der Apotheke Dank und Anerkennung. „Wo sollen wir unsere Heilmittel kaufen", betitelt sich der Cinführungs- artikel. Cs folgen weitere Beiträge, wie „Wie wirken unsere heimischen Arzneipflanzen?", „Masern und Pfefferminztee", „Zur Pflege des Säuglings", „Ein besonders praktisches Windelhöschen", „Wie bereite ich mein Kind auf die Schule vor?", „Unsere Osterecke" usw. Sämtliche Artikel sind reich bebildert. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Bilderserir „Mutti geht in die Apotheke einkaufen!" — Hochschulnachrichten. Wie die Presfestelle des thüringischen Staatsministeriums mitteilt, hat die thüringische Regierung, einer Forderung der nationalen Iu- ristenschaft und breitester kulturell interessierter Kreise folgend, ein Ordinariat fürRechts- Philosophie an der Universität Jena errichtet und auf den Lehrstuhl den Professor der Rechte und Philosophie und wissenschaftlichen Leiter des Nietzsche-Archivs in Weimar, Dr. jur. et phii. Carl August Emge berufen. Das neuerrichtete Ordinariat ist das erste seiner Art in ganz Deutschland. Es soll nunmehr auch in allen anderen Ländern die Errichtung rechtsphilosophischer Lehrstühle erfolgen und Hand in Hand damit die Studien- und Prüsungsreform in Angriff genommen werden. — Emge, geboren am 21. April 1886 in Hanau, habilitierte sich 1916 als Privatdozent in Gießen und wurde 1922 hier zum ao. Professor ernannt Aus der Provinzialhauptstadt immer willkommene Line schlechte Bilanz der Stadt Mainz. in 9fnrii Der !°n>mi!larilch° I°ml°°rpflichlung°n^ der s,ad> «r-.ch-n -l°° den dem Buntes Allerlei. Indische Methusalems. wirft die Nordsee auch die Stufte, und wenn man es geschickt anfängt, das Meer sozusagen ein bißchen iibcrliftet, dann gelingt es wahrhaftig, hier Neuland zu gewinnen. Bei Ebbe werden Gräben in den Schlick gezogen. Und diese Gräben füllt die Flut bei ihrer jedesmaligen Wiederkehr immer etwas mehr aus, nach Jahr und Tag sind sic bis oben gefüllt. Da sctzl dann erneut die Schaufel der Jungsiahlhelmer an. Sie räumen die Gräben aus, Schaufel für Schaufel von dem fruchtbaren Schlick wird auf die Mitte des Landstreifens zwischen je zwei Gräben geworfen und damit erhöht. Und Graben neben Graben roirb so vorgenommen. Inzwischen trägt die Nordsee wieder Schlick in die Gräben, und nach etwa zwei Iah ren kann das Nusräumen wieder von neuem los- gehen. Das wird so immer wieder einmal durch geführt, schließlich sind die Landstreifen so hoch, daß sie Gras tragen können, und schleunigst werden Gänse, Enten und Schasc zu Tausenden und aber Tausenden angesetzt, die hier eine wunderbare Weide finden. Sieben Jahre gehen ichlicßl'ch auch vorüber, dann ist das Land ungefähr so weit, daß man es landwirtschaftlich nutzen kann. Ein neuer Deich wird vorgefetzt — schon stehen da mitten aus der grünen Weide die Bermessungsbeamten, um die Deichführung für das nächste Jahr festzulegen —, und dann können hier Siedler auf Neuland kan ausnehmen können. Die beiden Männer, die Mohammedaner lind, müssen jetzt da» Sett hüten, haben sich aber bis vor einiger Zeit noch guter Gesundheit ersreut. Der jüngere von beiden, ist ein kleiner Ladenbesitzer namens Sirdar Khan, zu Mandla. dessen Angaben über sein Alter von HO Jahren sich bei der Nachprüfung als durch- aus glaubwürdig ertoiefen Der ältere dieser indischen Methusaleme. Siddi Wastad aus Nagpur schätzt sein Alter selbst auf 150 Jahre. Diese Angabe wird aber in dem Bericht als zu hoch bezeichnet! doch kann es als erwiesen, gelten das) er immerhin etwa 130 Jahre erreicht hat. Wastad. dessen Vater ein Afrikaner und dessen Mutter eine Araberin waren, lebte ums Jahr 1850 am Hofe des früheren Gaekwar von Daroda und genoß hohen Ruhm als. Ringkämpfer! er stand damals in der Blüte seiner Kraft und seiner Erfolge. Er behauptet, sich aus seiner Kindheit noch genau an den Tod Lippu Sahibs bei Seringapatam zu erinnern. Da dieser berühmte Revolutionär am 4 Mai 1799 bei der Eroberung der von ihm verteidigten Stadt das Leden verlor, reich! also die Erinnerung des ehemaligen Ringkämpfers gegen 134 Jahre zurück. Danach müßte er. auch wenn er damals noch ganz jung war. doch fast 140 Jahre alt sein. Man erzählt, daß Wastad mir ein sehr geringes Schlafbedürfnis hatte. Mis zum Jahre 1918 ging er fast nie zu Bett, sondern begnügte sich damit, in einem Stuhl cm kurze« Schläfchen zu machen. Damals wurde « von der Grippe gepackt. verlor seitdem feine Zähne, feine Haare wurden weiß und feine Gesundheit ist seitdem nicht mehr so gut wie früher. Oer hessische Staatspräsident als alter DHCer. Oer Vorstand der Hessischen Anwaltskammer aufgelöst. WSN. Darmstadt. 11. April. Das Hessische Gesamlministerium hat folgende Verordnung über die Auflösung und Neuwahl des Vorstandes der Hessischen Anwaltskammer erlassen. Vom 11. April 1933. Auf Grund des Artikels 4s Abj. 4 der Neichsverfaffung wird hiermit folgendes verordnet: Artikel 1. Der Vorstand der Hessischen Anwaltskammer des Oberlandesgerichtsbezirks Darmstadt wird hiermit aufgelöst. Artikel 2. Der Innenminister wird ermächtigt, das zur Neuwahl des Vorstandes Erforderliche anzu- ordncn und die zwischenzeitliche Wahrnehmung der Vorstandsgeschäftc zu regeln. Von den Vorschristcn der Nechtsanwaltsordnung kann hierbei abgewichen werden. Insbesondere ist der Justizmimster befugt, einen Kommissar zur Erledigung dieser Aufgaben zu bestellen. Artikel 3. Diese Verordnung tritt mit der Verkündung in der „Darmstädter Zeitung" in Kraft. angesetzt werden! sie haben den settesten Acker, ben man sich denken kann, und das ist um so imposanter, als sie doch auf Gebieten sitzen, die noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit Meeresgrund waren. Es ist also möglich. Neuland zu gewinnen. Es läßt sich nicht so ohne weiteres sagen, wievicle Meter davon alljährlich dem Meere abgerungen werden, aber auf d.e ganze Länge der Küste verteilt. ergibt sich doch ein ganz schönes und beträchtliches Ausmaß. Nicht immer ist die Nordsee damit einverstanden, daß die Menschen ihr nehmen wollen, was rechtens ihr gehört, sie kommt im Herbst und im Winter mit schweren Sturmfluten und überschwemmt erneut das Land, geht hoch bis an die Wurk und sperrt die Insassen darauf viele Tage von den Menschen hinter dem Deich ab. Doch das kann auch nicht mehr lange dauern, eines Tages wird der Deich dort fertig- # gebaut fein, und bann mühte es schon sehr schlimm kommen, toenn die Wellen ihr Zerstörungswerk noch weiter durchführen könnten. Aber selbst wenn das Meer gute Laune bekundet, ist die Arbeit kejneswegs ohne Schwierigkeiten. Da stehen die jungen Leute Tag für Tag in Schlick und Wasser, oft recht dieses feuchte Element bis über die hohen Wasserstiefel. Gegen Regen und Wind ist (eine Schutzmöglichkeit vorhanden, und es müssen schon kräftige Naturen fein, die diesen Strapazen begegnen können. Es stellt sich aber heraus, daß der Wille auch ein gut Teil dazu beitragen kann, die Anstrengungen dieser Tätigkeit zu ertragen und zu überwinden. Alle die jungen Leute sind viele Monate ohne Erwerb gewesen, bekamen meist keinen Pfennig Unterstützung und i .uhten dalür den Eltern auf der Tasche liegen, die auch schon nichts mehr hatten. Da sammelte der Gau Hamburg des „Stahlhelm", Bund der Frontsoldaten, seine jungen Kameraden und vereinbarte mit dem Domänenbau- und Rentamt in Marne Kündigung kann nur für den ersten Termin crsolgei., für den sie zulässig ist. Entgegenstehende D-r-m- barungen sind unwirksam. Der Vermieter kann gegen die Kündigung Widerspruch erheben Ueber den Widerspruch entscheidet das Amtsgericht. Die &unDi- I qunq ist für unwirksam zu erklären, wenn dem Mieter unter Berücksichtigung der Verhaltmste beider Teile die Fortsetzung des Mietverhaltnisses zugemutet werden kann. Der Widerspruch ist binnen zwei Wochen beim zuständigen Amtsgerid)t an;ubringen. Die Entscheidung erfolgt durch Beschluß, ste kann ohne mündliche Verhandlung ergehen Gegen den Beschluß ist nur sofortige Beschwerde statthaft. Bornotizcn. - Tageskalender für Mittwoch: Oberhefsischer Kunstverein. Turmhaus amBrand- platz/ 15 bis 17 Uhr, große «zruhiahrs-Ausstel- IU—' Aus Dem S t a d t t he a t e r b ü r 0 wird | uns geschrieben. Heute von 19.30-23 -Uhr als 26. Vorstellung im ^NUttooch-Abonnement Wiederholung Der unter Ober spiellei ter P^r ^a ' sott stehenden Ausführung Die Räuber , Schau piel von Schiller. GewöhnUche Preise. - dm Freitag, 14. April, bleiben Theater und -L.heater- taffc anläßlich des Karfreitags geschlossen. ** Keine Anträge auf Reichszufchuß für d i e Teilung von Wohnungen. Der Hessische Minister des Innern Dr. Müller teilt mit: Bei der Inanspruchnahme der bereügcftellten Re chs- mittel können Anträge aus Gewährung emes Reichs, Zuschusses für die Teilung von Wohnungen und den Umbau gewerblicher Räume in Wohnungen von sttz ab nicht mehr angenommen werden. Anträge auf Gewährung eines Reichszuschusses für bie 3g' setzung von Wohngebäuden und landwirtschasttichen Wirtschaftsgebäuden werden v^n den Prujung. stellen nur noch dis zum 30. April d.J. angenommen. Da voraussichtlich mit der Genehmigung aller Anträge nicht mehr gerechnet werden kann, Dars mit I der Jnangrissnahme der Herstellung keinesfalls vor I der Zustellung des Vorbescheides begonnen werden. WSN. Mainz, 10.April. Der kommissarische Oberbürgermeister der Stadt Mainz, Jung, hat in einem ausführlichen Bericht an den hAsche Staatspräsidenten die F . nanzlag e d e r Stabt Mainz Mrgclcgt und gebeten, ber ctajt bei ber UcbcrroinDung der bestehenden vod)1 er 1 gEeiten ]ebc nur mögliche Unterstützung zutest werben zu lassen. In dem Bericht heißt es u. a daß Zur Abdeckung des Fehlbetrages aus dem R e d) n u-n g s - jahr 1931 von rund 4,6 M 1111 0 n e "Mark Mittel nicht zur Verfügung ftanDen. Soweit es sich Übersehen lasse, schließe das Rcchnungsiahr 1932 mit einem Fehlbetragvon rund , lioncn Mark ab. Die Steuerquellen der Stadt seien weitgehend ausgcschöpsi und erschöpft. „Die Fehlbeträge wirken sich dahin aus. datz die Stadt nicht mehr in der Lage ist, einen großen Teil ihrer Verpflichtungen zu erfüllen. So belaufen sich heute die unerledigten Anweisungen für Zinsen, Tilgungen, Lieferung von Gas und Strom durch die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden, Steuern, Polizeikostenbeiträge, Versicherungsbeiträge, Anstalts- und pflegekosten auf rund 12 Millionen Mark. Die Stadt hält sich nur dadurch über Wasser, daß sie ihre Einnahmen dazu benutzt, um die dringendsten Verpflichtungen wie Zahlung von wohl- fahrtsunterstühungen, Löhne, Gehälter usw. zu erfüllen." Sobald Die Witterung warmer wird, überlegt sich Der Gartenbesitzer, welche ©cgenftanDc er für feinen Garten anschaffen kann Die gleiche «zragc legen sich Die Gaststättenbesitzer in Den Ausflugsorten vor, Die vorwiegenD an Sonn- unb Feiertagen besucht werben. Gar mancher toirD seinen BestanD an ® ar tcnmobcln einer Ergan- zung unterziehen. K 0 r b w e i D e n m 0 b e l Die aus Deutscher Korbweide hergestellt sind, stehen im Wettbewerb mit Möbeln, Die aus a u s ° ländischem Material, aus c bb ‘ 9 / rohr, gearbeitet sind. Das gleiche gilt für Einkäufe zu Gcschenkztocckcn, z. B. zum Osterfest oder bei anderen Gelegenheiten. Es mutz nun mit Nachdruck darauf hingewiesen werden. Daß beim Einkauf von Geschenken. Die Freude unb Nutzen bringen sollen, Die Be a ch ° tunq nationaler und Volkswirtschaftlicher Gesichtspunkte nicht nur wünschenswert, sonbern dringenD not wen big ist. Der Gaststätten- und Kaffeehausbesrher der sich Korbmöbel anfdiafft, muß Darauf bedacht sein, durch feinen Einkauf nicht dem Auslande, fandern Der heimischen W i r t f ch a f t zu nutzen, um zur Wiederherstellung der Kaufkrast beizutragen. Dies um so mehr, als recht bcDeutenDe Summen in Deutschland für Anschaffung von Korbmöbeln ausgegeben werden. Beim Kauf von Äotbtt - ren aus deutscher Korbweide starken wir unsere inländische Landwirtschaft und geben vielen einheimischen Arbeitern guten Verdienst. Wenn wir aber Gegenstände aus Vohr bevorzugen so schädigen wir unsere deutsche Wirtschaft und stärken das Ausland. Der Pole geht in dieser Beziehung viel konsequenter vor. Auf der großen Ausstellung in Posen, die vor einigen Jahren stattsand und auch von NeichsDeutschen viel besucht wurde, fiel auf, daß bei der großen Anzahl von Korbmöbeln, die in Gebrauch genommen waren, fast ausfchliehlich Korbweide n m ö b e l verwandt wurden und keine -K o t) r - Der Bericht über die Volkszählung in indischen Zentralprovinzen. Der jetzt von Leiter Der Volkszählung Shoobert veröffentlicht toirD, verzeichnet zwei erstaunliche Beispiele hohen Alters. Dic es wohl mit Den wenig verbürgten Berichten Dieser Art aus Ehina oDcr vom Bal- Der Voranschlag für 1933 schließe mit einem Fehlbetrag von b Millionen 'Mark ab. Trotz rücksichtsloser «treichung werde immer noch mit einem betracht'.chen Fehlbetrag gerechnet werden müssen. Ems^Iicßlich des Rech- nunqsjahrs 1933 würden die ungedeckten Fehlbeträge eine Höhe von etwa 15 Millionen erreichen. . . n h.r ,.n Bei der Besprechung der U rj ach c n der un günstigen Entwicklung wird der ötabt vorgeworfen, ^äß?e besonders cu?f baulichen. Gebiete.in einem wesentlich größeren Ausmaße als anöjrc Uabte über ihre Verhältnisse gelebt habe. Dann wird als weitere Ursache auf die ft art c höhten Wohlfahrtslasten verwiesen, aus denen dic Stadtverwaltung keine Lehren geigen habe. Die Wohlfahrtslasten stiegen von 1,1 M llw- nen im Jahre 1924 auf 4,7 im Jahre 1929 auf 7,2 im Jahre 1930, auf 9,6 im Jahre 1931 und auf 10 7 Millionen im Jahre 1932. Als letzte Ursache wird schließlich der starke Rückgang der Einnahmen aus den werbenden Bctrie- i; e n, Unternehmungen und den Steuern angegeben. Seit Dem Jahre 1930 seien die Sleuereinnah- men der Stadt um 9,4 Millionen zuruckgegan- gen. Die Sfeuerüberroeifungen nnb die Reichswohlfahrtshilfe beliefen sich auf insgesamt 10 894 000 RM.» denen wohlfahrtslasten m höhe von 10 740 000 gegenüber stünden. Die Ge- eüic Menge Schlick an Das Land und setzt ihn Dort ab; Schlick, diese lehmig-fette Masssse, dic frucht barster U r st 0 f f der Landwirtschaft ist- Damit versandet fie die Elbmündung, wo man den Schlick gar nicht gebrauchen kann und wo deshalb Saugbagger an der Arbeit sind, um das un imene Meeresgut fonzubefordern. Damit be möbel. Der Pole unterstützt also seine einheimische l 1 > Produktion ganz anders, als Der Deutsche. Mit Recht finden die billigen Korbweiden- möbel immer mehr Anwendung, besonders un Garten, auf Veranden, Ballonen, in Erkern, Gan- gen, Wartezimmern, Gaststätten, Kaffeehäusern usw. Sie bilden einen schönen Zimmer- schmuck und sind bei guter Haltbarkeit auch äußerst preiswert im Gegensatz zu Den wesentlich teueren Rohrmöbeln. Beim Kauf muh jedoch genau Darauf geachtet tocrDcn, Daß man tatsächlich K 0 r b we i De nmöbel erhält. Aber nicht nur Möbel werden aus deutscher Weide hergesteut, sondern viele andere Gegenstände, wie Papicr- törbc Brieskörbe für den Schreibtisch, Blumenkrippen. Nählörbe usw. Diese Sachen werden zu Geschenlzweckcn ebenso willkommen fein, wie die im Haushalt. Küche und Garten praktischen Zwecken dienenden, aus deutscher Flcchtweide hergestellten Körbe usw. V. A. §JL-’$pOTt Westdeutsche Waldlauf-Meisterschast. 3n dem kleinen Niederrhein-Städtchen Süchteln wurde am Sonntag die westdeutsche Waldlaus- Meisterschast ausgetragen. Das Interesse war bei dem herrlichen Wetter außerordentlich stark. Sieger wurde der Remscheider Cramer , der schon an der Wendemarke der 10 Kilometer langen Strecke knapp vor seinem Vereinskameraden Zapp führte und in 32:03 Minuten sicher sieg- reich blieb. Um die WSV.-Handballmeisterschast. Der Verbands-Handballausschuß hat das Entscheidungsspiel um die westdeutsche Handball- Meisterschaft zwischen Hindenburg Minden und Tura Barmen für Ostermontag nach Dortmund angesctzt. Der Entscheidungskampf um den dritten Platz zwischen Kurhesscn Kassel und Rasensport Mülheim findet höchstwahrscheinlich bereits am Samstag in Kassel statt, damit der Sieger dieses Kampfes am zweiten Feiertag gegen den Endsieger der Runde der Zweiten, VfB. Rachen, an einem noch zu bestimmenden Ort antreten kann. BfB. Gießen. VfB. Gießen I — Germania Marburg Liga 1:3 (0:1). Die Grünweißen trugen am Sonntag das Rückspiel gegen die Marburger Germanen aus, sie muhten die gleiche Niederlage hinnehmen, wie diese im Vorspiel in Gießen. Das Spiel stand für die VfB.er unter keinem günstigen Stern insofern, als der Schiedsrichter (ein Herr Dop Marburg) die Grünweißen in seinen Entscheidungen sehr benachteiligte. Er übersah unzählige Abseits und gab einen Foul-Elfmeter nicht. Hierdurch war die Gießener Elf stark deprimiert. Die Grünweißcn traten ohne Haupt und Balser an; Wilhelm spielte Mittelstürmer und Hetzel im Tor. Das Spiel war völlig ausgeglichen, die Germanen, die in stärkster Aufstellung antraten, hatten jedoch ein großes Plus im Sturm, der unter der Führung eines neuen Mannes (Arminia Bielefeld) sehr aktiv war. Ihm leistete jedoch die Läuferreihe der VfB.er hervorragenden Widerstand, so daß beide Gegner im Felde ebenbürtig waren. Das Spiel wurde in flottem Tempo durchgeführt. In der ersten Spielhälfte hatten die Grünweißcn einen schweren Stand, da ihnen die ungewohnten Platzverhültnisse sehr zu schaffen machten. Die stürmischen Angriffe der Germanen wurden von Bingel und Leuthäuser mit Ruhe abgewiesen, erst gegen Ende der ersten Halbzeit konnte Marburg in Führung gehen. Die zweite Halbzeit brachte weiter verteiltes Spiel. Die Grünweißen hatten mit ihren Schüssen reichlich Pech, so gingen Schüsse von Ritter und Schmidt knapp neben die Pfosten. Durch Steil- voriagen kamen die Marburger oft in bedrohliche Nähe des Tores, zwei weitere Tore waren die Ausbeute. Erst gegen Schluß konnte Sauer auf Vorlage von Wilhelm den Ehrentreffer erzielen. Das Spiel bot interessante Momente; es wurde |air durchgeführt. VfL. 1. Jugend — Braunfels 1. Jugend 6:0. Der Nachwuchs der Grünweißen hatte einen guten Tag. Der Gegner konnte gegen die Spielerfahrung und bessere Technik nicht aufkommen, trotzdem er mit Eifer und Hingabe kämpfte. Die Tore fielen als Früchte sehr ansprechender Kombinationen des Sturmes. VfB. 1. Schüler — wiescck 1. Schüler 5:0. Die Iüngsten waren ihrem Gegner technisch weit überlegen. Sie schossen fünf schöne Tore, die nicht nur von Schußsicherheit, sondern auch von taktisch klugem Spiele zeugten. Spielvereimgung 1900 Gießen. 1900 Schüler — Großen-Buseck (Schüler) 1:0 (1:0). Die Jüngsten lieferten sich ein schönes Spiel. In der ersten Halbzeit waren die Blauweihen etwas überlegen und konnten 1:0 in Führung gehen. Nach der Pause kamen die Gäste merklich auf, doch ein Erfolg blieb aus. Die 2. Iugend wartete vergeblich auf den Gegner aus Nieder-Weimar. ,/ FC.Teuionia" Watzenborn-Steinberg Am Sonntag stand „Teutonia" Watzenborn- Steinberg mit drei Mannschaften im Gefecht. Es wurde ausgezeichneter Sport geboten. Bestes Wetter, gute Platzverhältnisse, disziplinierte Sportler und gute Schiedsrichterleistungen trugen dazu bei, daß die Zuschauer befriedigt den Platz verließen. Die 1. Iugendmannschaft erledigte auf eigenem Platze ein fälliges Rückspiel gegen die 1. Iugend der Spielvereinigung 1900. Die Gäste waren den Teutonen überlegen und siegten verdient mit 3:0. Die Iugendlichen von Watzenborn-Steinberg spielten mit großem Eifer. Die 2. Mannschaft der „Teutonen" war den Gästen aus Steinfurth (2.) sichtlich überlegen und siegte mit 4:2 Toren. Der Gästetorhüter bewahrte seine Mannschaft vor einer höheren Niederlage. Die Einheimischen schlugen sich gut. Die Torhüterfrage ist für die Mannschaft allerdings noch nicht gelöst. Beim Kampf der 1. Mannschaft gegen die 1. Elf von Steinfurth sah es zunächst nicht nach einem Siege der Steinberger aus. Allmählich zeigten aber doch die „Teutonen" das bessere Spiel. Bis zur Halbzeit wehrten die Gäste die Angriffe der Hiesigen noch einigermaßen ab. Zur Halbzeit führten die Gastgeber mit 2:0 Toren. Nach der Pause waren die Hiesigen glatt überlegen und stellten das Ergebnis auf 6:0. Schiedsrichter Menget- Gießen war ein aufmerksamer und gerechter Leiter. Tv. Heuchelheim bei den Kreis-Wald lausmeisterschasten erfolgreich. Einen schönen Erfolg hatte der Turnverein Heuchelheim bei dem in Offenbach ausgetragenen Waldlauf des Mittelrheinkreises der Deutschen Turnerschaft zu verzeichnen. Der junge sehr gut veranlagte Turner Hans Neide! konnte im Langstreckenlauf (7000 Meter) vor starker Konkurrenz aus Saarbrücken, Wiesbaden, Offenbach usw. in 23:42 Minuten den ersten Platz in der Klasse B belegen. Sein Bruder Franz schnitt ebenfalls sehr gut ab, indem er in der Klasse C Dritter wurde. Die beiden gut veranlagten Brüder berechtigen zu den besten Hofsnungen. Schwimmklub „Neptun" 1930 Aieder-Bessingen. Der Schwimmklub „Neptun" 1930, Nieder-Bessingen, der schon im vergangenen Iahre mit einigen Veranstaltungen hcrvortrat und schwimm- sportliche Heftungen, wenn auch unter beschränkten Verhältnissen, veranstaltete, will auch in diesem Iahre seine Tätigkeit fortführen. Die diesjährige Sportsaison will der Verein am 2. Oster- feiertag mit einer Fuchsjagd eröffnen. Mit dem neuen Sportjahr tritt auch die Sorge um die Beschaffung einer einigermaßen brauchbaren Schwimmgelegenheit an den Vorstand heran. Der Verein trägt sich schon seit seinem Bestehen mit dem Gedanken der Errichtung einer eigenen neuzeitlichen Badeanstalt. Leider scheiterte der Plan bisher immer an der Frage der Finanzierung. Man hofft, daß Regierung und Gemeinde zu gegebener Zeit durch geldliche Unterstützung die Möglichkeit schaffen, ein Bad herzurichten, damit der Verein seinem Ziel, die Iugend ertüchtigen zu helfen, gerecht werden kann. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Lollar I — Klein-Karben 1 2:2. Entscheidungsspiel um den Aufstieg zur Kreisklasse I Im Vorspiel unterlag Lollar mit 2:1 Toren. Im Spiel des Sonntags sah man nur wenig ansprechende Leistungen. Lollar war fast durchweg leicht überlegen. Dem ©türme mangelte es jedoch am Schußvermögen. Wohl gelang es Lollar zweimal in Führung zu gehen, doch währte die Freude nur kurze Zeit und den Gästen gelang es jeweils, den Ausgleich wieder herzustellen. So rückte Klein-Karben' durch das mit viel Glück erzielte Unentschieden in die Kreisklasse auf. Marburg I — Wieseck I 2:1. Wiefccks Erste war mit nur zehn Mann und viel Ersah in Marburg zu Gast. Außerdem war kein Unparteiischer erschienen, so daß ein Zuschauer die Leitung übernahm. Die Entscheidungen des Betreffenden ließen ein einwandfreies Spiel nicht aufkommen. Wieseck mußte sich trotz besserem Spiel mit knappem Ergebnis geschlagen bekennen. Handball. Wieseck — Bußbach 8:1. Beide Gegner (mit nur zehn Mann) legten von Anfang an mächtig los. Wieseck drückte etwas mehr. In gleichmäßigen Abständen wurden acht Tore erzielt, denen die Gäste nur das Ehrentor entgegensetzen konnten. 682/403 Kilometer in der Stunde. Neuer Flugweltrekord des Italieners Lgello. Eine fabelhafte Leistung erzielte der italienische Fliegeroffizier Agello. Der Italiener erreichte mit einem Spezial-Wasserflugzeug die phantastische Stundengefchwindigkeit von 682,403 Kilometer und übertraf damit die bisherige Höchstleistung des englischen Fliegeroffiziers Lt. Stainforth von 655 Stundenkilometer um 27,403 Stundenkilometer. Abgesetzte sozialdemokratische Bürgermeister. WEN. Darmstadt, 10. April. Die Pressestelle der Staatsregierung teilt mit: Folgende marxistischen Bürgermeister wurden abgeseht und durch Kommissare erseht: Planig: Bürger-- meister Gaul durch Heinrich Mees aus Dosenheim. Framersheim: Bürgermeister Hinkel durch Hermann Klenk. Armsheim: Bürgermeister Feldmann durch Landwirt Iohann Weinh. Rieder-Wiesen: Bürgermeister Mees durch Iakob Bastian. Hackenheim: Bürgermeister Metzler durch A. Fr. A. Kaiser, seitheriger Beigeordneter. H f f h o f e n: Bürgermeister Schott durch Landwirt Robert Schott. Planig: Beigeordneter Fischborn durch Landwirt Haupt aus Planig. Framersheim: Beigeordneter Wagner durch Georg Deichmann. Groß-Hmstadt: Bürgermeister Lange durch Georg Magsam. Heberau: Bürgermeister Walter durch Georg Seibold. Klein-Bieberau: Bürgermeister Rauth durch Georg Klenk IX. Zeilhard: An Stelle des zum Bürgermeister gewählten Beigeordneten den Landwirt Wilhelm Riedel. Ober-Seemen: Bürgermeister Kipper durch Schreinermeister Heinrich Peppel II. Konzert der Sängervereinigung 1925 Wieseck. * Wieseck, 10. April. Die Sängervereinigung 1 925 Wieseck hatte zum Sonntag im Saalbau „Zum kühlen Grund" zu einem Chor- und Orchesterkonzert eingeladen. Es muß als ein gewiß nicht leichtes Hnterfangen bezeichnet werden, wenn sich der Vorstand in wirtschaftlich schweren Zeitläuften zu einer solchen Veranstaltung entschloß, zumal die Notzeit unserem Gemeinwesen ihren Stempel besonders scharf aufdrückt. Die Aufbauarbeit des Vorstandes in Verbindung mit der energischen Antriebskraft des unermüdlichen Chorleiters Philipp Groh, Wieseck, erbrachte denn auch einen vollen Erfolg. Schon der Aufbau der Vortragsfolge, deren erster Teil unter dem Leitgedanken „Die Natur im deutschen Liede" stand, verriet das ernste Streben. Das Konzert wurde eröffnet mit der Tragischen Ouvertüre von Iohannes Brahms. Mit ihr wurde der hundertjährige Geburtstag des „Meisters im Aufbau und der originellen Erfindung", wie ihn Robert Schumann zu nennen pflegte, in bester Weise feierlich begangen. Das fünfzehn Mann starke Orchester, in der Hauptsache Mitglieder des Orchestervereins Gießen, verstand es, die Gäste ganz auf den Abend ein» zustimmen. Mit zwei Liedern „Vorfrühling" und „An die Sterne" führte sich der Chor ein. Beide Tonsätze, Werke des Dirigenten, bezeugten ein gutes Kompositionstalent, waren in volkstümlichen Tone gehalten, geschickt aufgebaut und verfehlten so bei der dankbaren Zuhörerschaft ihre Wirkung nicht. Es zeigt sich schon hier, daß die prächtig geschulten Sänger den Intentionen des Dirigenten gerne folgten und mit voller Hingabe der schönen Kunst dienten. Nach dem „Brautchor und Zug der Frauen zum Münster" aus der Oper „Lohengrin", zum Gedächtnis des 50. Todestages Richard Wagners, erklang der Chor „Sommermorgen" von H. Pestalozzi. Hierbei zeigten sich die Tiefgründigkeit der Hebungsarbeit und die gepflegte Aussprache. Die Phantasie aus der Oper „Margarethe" leitete zum „Iägerlied" von Conradin Kreutzer über. Die Frische der Darbietung gestaltete sich sowohl dynamisch, als auch musikalisch besonders wirkungsvoll. Der zweite Teil der Dortragsfolge wurde wieder durch das Orchester mit der Ouvertüre zur Oper „Titus" von W. A. Mozart eingeleitet. Mit dem anschließenden Vortrag polyphoner dreistimmiger Volkslieder älterer Meister hat sich der Verein ein besonderes Verdienst erworben. Mit Geschick wurden die gerade diesen Chören eigenen rhythmischen und dynamischen Besonderheiten und Schwierigkeiten überwunden. Gerade das Ausgraben alter, zum Teil schon der Vergessenheit anheimgefallener Weisen sollte allen strebsamen Vereinen ein reiches Feld der Betätigung sein. „Ach Gott, wie soll ich fingen“ von I. Regnart und „An ein marmorn Mädchenbildnis" von G. P. Palestrina wurden von dem herrlichen Tonsah „Was wird es doch des Wunders noch" (unbekannter Tondichter) durch die Wucht der Tonfülle übertroffen. Die Zuhörer dankten mit begeistertem Beifall. Eine Glanzleistung des Orchesters bildete die „Oxford- Symphonie (Nr. 16 in L-Dur) von Ioseph Haydn. Der Höhepunkt der Veranstaltung war die Schlußnummer der Vortragsfolge, drei Volkslieder mit ä capella und dreistimmige Volkslieder neuerer Meister mit Instrumentalbegleitung. Das fehlerlose Zusammenarbeiten von Chor und Orchester ließ die ausgezeichnete Leistung des Dirigenten erkennen. Das Lied „Drei Lilien" von R. Hauß- ner, im Stimmungsgehalt voll erfaßt, wurde ebenfalls sehr dankbar ausgenommen. Zusammenfassend darf gesagt werden, daß big Sängervereinigung 1925 Wieseck mit ihrem Chor- meister Ph. Groß durch dieses Konzert dec Sängersache und damit dein nationalen Aufbau einen guten Dienst erwiesen hat, der vollste Anerkennung verdient. Strafkammer Gießen. * Gießen, 11. April. In der Nacht vom 13. auf den 14. Oktober 1932 wurde einem Gastwirt in Vonhausen aus der Garage ein Auto und ein Fahrrad gestohlen. Letzteres wurde alsbald in der Nähe des Ortes aufgefunden. Das Auto entdeckten der Bestohlene und seine Leute in einer Verschrottanstalt in Frankfurt a. M. Der heutige Angeklagte leugnet. Er fei feit Iahren nicht mehr in feinem Heimatort Vonhausen gewesen. Er habe auch das Auto nicht in Frankfurt a. M. verkauft und den Kaufvertrag mit einem falschen Namen unterschrieben. Durch die Beweisaufnahme wurde er aber einwandfrei überführt. Am Abend vor dem Diebstahl war er in Vonhausen gesehen worden. Der Besitzer der Verschrottanstalt erkannte in ihm zweifelsfrei den Mann wieder, der ihm am Morgen nach dem Diebstahl das Auto verkauft hatte. Das Gericht erkannte auf ein Iahr und a ch t Monate Gefängnis. Ein Schuhmachergeselle aus Köln war in der Schuhmacherwerkstätte einer Strafanstalt beschäftigt gewesen und hatte dort aus einem Schrank ein paar neue Schuhe gestohlen, nachdem er dessen Schloß mit einem Draht geöffnet hatte. Das wegen Rückfalls auf die Mindeststrafe von ein Iahr Gefängnis erkannte Hrtei! des Schöffengerichts wurde bestätigt. Der Rechner einer Raiffeisenkasse eines bei Nidda gelegenen Ortes hatte im Laufe der letzten Iahre mehrere hundert Mark unterschlagen, auch eine Bürgschaftsurkunde und eine Quittung eines Einzahlers gefälscht. Da er reumütig geständig war und den Schaden gedeckt hatte, erhielt ■ er sieben Monate Gefängnis. Hntcr Ausschluß der Öffentlichkeit wurde gegen einen jungen Mann aus der Friedberger Gegend wegen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt. Nach umfangreicher Beweisaufnahme wurde er mangels ausreichenden Beweises frei- gesprochen. Talen für Mittwoch, 12.April. 1885: der oberbayrische Dichter Karl Stieler gestorben; — 1888: der Chemiker und Industrielle Ludwig Nobel in Cannes gestorben. Wirtschaft. • Di e Hmftellung an der Frankfurter Börse. Vom Vorstand der Wertpapierbörse sind 16 freie Makler aufgefordert worden, ihre Tätigkeit bis auf weiteres nicht a u s z u ü b e n, bis eine endgültige Regelung getroffen ist. Frankfurter Abendbörse befestigt. Frankfurt a. M., 11. April. Die Abendbörse war bei mäßig belebtem Geschäft Gefestigt. Im Mittelpunkt des Interesses standen IG. Farben mit plus 1 Prozent; angeblich soll die unmittelbar bevorstehende Veröffentlichung der Bilanz sehr flüssige Bilanzziffern bringen. Stärker erhöht waren ferner Reichsbankanteile mit plus 1,50 Prozent. Auf den übrigen Marktgebieten ergaben sich gegenüber dem Berliner- Schluß Befestigungen von 0,25 bis 0,75 Prozent. Die feste Haltung der Neuyorker Börse fand Beachtung und führte im Verlaufe zu weiter leichten Kursbesserungen. Mehr beachtet waren am Schiffahrtsaktienmarkt Hapag, die 1,25 Prozent gewannen. Daimler Motoren setzten zunächst 0,75 Prozent fester ein, gingen aber später um 0,50 Prozent zurück, und auch Adlerwerke Kleyer waren im Freiverkehr zu 50 Prozent nur knapp behauptet. Der R e n t e n m a r 11 lag ebenfalls fest. Deutsche Anleihen gewannen 0,25 Prozent, späte Schuldbuchforderungen zirka 0,65 Prozent. Von Goldpfandbriefen waren Rhein. Hyp. R 18—25 mit 91 Prozent um 0,50 Prozent fester. Neu- besitz 13,50 bis 13,40, Altbesitz 76, Schutzgebiete 8, Reichsbank 140,50, Harpener 86,25, Stahlverein 45, AEG. 31, Daimler 35,75 bis 35,25, IG. Farben 130,50, Schuckert 102,50, Siemens 158,50, Hapag 20,65 bis 21,25. Schweinemarkt in Gedern. V Gedern, 11. April. Zum heutigen Schweinemarkt waren 553 Tiere aufgetrie» ben. Für sechs Wochen alte Ferkel wurden 16 bis 20 Mark, für acht Wochen alte 20 bis 25 Mark und für Läufer je nach Qualität 25 bis 32 Mark bezahlt. Bei flottem Handel wurde der Markt geräumt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Serlin Schluß» furd Schluß!. Abcnd- börse Schluß» Iure Schluß!. Miitag- börfe Oatum 10-4. 11.4 10-4. 11.4. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1921 85 85 85,1 85 6% ffjern.7% Dt. Reicheanl. v. 1929 5'/rA> Doung-Anleihe von 1930 97,65 97,75 98 99,5 81 82 81 81 Deutsche Anl..Ablös..Schuld ml, Ausios.-Rechten .......... 72,5 76 72,4 75,75 Tesgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehem. 8% Hess. Volisstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ Oberhejscn Provinz-Anleihe mit AuSloi.-Rechien ............. 12,65 13,4 12,4 13,3 85 85,25 85 84,25 _ 70 Deutsche Komm. Sammelab l.Än leihe Seriel mit Auslos.-Nechten 70,5 73 70 72 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bonk Goldpse. 15 unkundbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Ban! Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 88 88,75 88 88,5 _ _ 5’/-% ehem. 4>/2% Franks. Hyp. Bank»Liau.-Psandbriese ..... 88,65 88 _ _ 6’/.% ehern. d'/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 89 89,5 _ 6% ehem. 8% Pr. Landespsand briefanstali, Pfandbriese R. 19 89,5 90 90 6% ehem. 7% Pr. Landespsand briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 89,5 89,5 90 4% Oesterretchtsche Goldrenie.... 13,5 13,5 13,9 14 4,20% Oesterreichische Silberrente 1,15 1,15 1,1 1,1 4% Ungarische Goldrenie....... —— 6,75 7 7,4 4% Ungarische Staatcreute v. 1910 — — —— 4%% desgl. von 1918.......... 6,5 6,65 6,9 —— 5% abgeli. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie 1..................... 6 6 — — 5,15 5,13 5,05 5,13 5,8 5,7 5,75 5,8 *% desgl. Serie II ............. 5,8 5,7 5,7 5,8 6% Siumän. vereinh. Rente v. 1903 5,75 6 — 4>/r%RumSn.oereinh.Renlev.l913 10 — 4% Rumänische vereinh. biente .. 4,75 4,75 4,85 4,8 3%% Anatolier............... 27,2 27,9 — 27,75 ;